Nr. 271 Ter Slehener An^f-er erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SiehenerFaniili«nblä1ter; zweimal 'vöchentl.Xreir- vlatt für den Ureis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal inonnlL Landwirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Vertag it. Expedition 51 Adresse für Depeschen; Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vonnittags 9 Uhr. Erstes Blatt 165. Jahrgang Dienstag, 18. November 1913 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Rotationsönid und Verlag der vrühl'schen Univ.-Buch- und Zleindruckerei R. Lange. Redattion, Expedition und Druckerei: Zchulstrahe 7. Bezugspreis: monatlich75Vi., viertel- jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- iu Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Alk. 2.—viertel- jährl. ausschl. Vestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf^ ailswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: 21 Goetz. Verantwortlich für freit polit. Teil: Aug. Goetz; für .Feuilleton", .Vermischtes' uiid„Gerichts- facck": Karl Netirath; für .Stadt und Land": Kurt Bcndt; für den Anzeigenteil: H. Beck. Die heutige Nummer umfaht 10 Seiten. Tageskalender aus dein Jahre 1813. 18. November. Auslösung des Rheinbundes. Sine Uabinettsordre gegen den Tango. Einer unserer Berliner Mitarbeiter schreibt uns: Der Modetanz, den man den Tango nennt, ist aus den Kabaretts und Nachtlokalen in die Salons der besten Gesellschaftskreise gehüpft. Die Damen der vornehmsten Schichten verlangen von ihren Tanzlehrern nur noch Unterricht im Tango in seinen neueftek und pikantesten Nuancen. Bei den Privatgesellschaften kommen andere Tänze überhaupt nicht mehr zur Gel' Uing. Alles drängt sich zum Tango. Nur aus Tradition und Pflichtgefühl werden noch die „veralteten" Tänze, wenn es nicht anders sein kann, absolviert, bis endlich mit dem Tango das allgemeine Ah der Erlösung erschallt. Ten besonnenen .Hütern vornehmer und variabler Gesellschaftstänze nützt es nichts, die Tanzlustigen auf den unerschöpflichen Vorrat guter und eleganter Tanzartcn hinzuweifen, alles hält fest nur am Tango und findet alles andere langweilig. Dies die Stimmung der diesjährigen Tanzsaison. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel muh deshalb die Kabincttsordrc des Deutschen Kaisers an die Regimentskommandeure und Schiffs- kommandanten wirken, die dieser Tage erschienen ist und in der es heißt: „Die Herren von der Armee und der Marine werden hierdurch ersucht, in Uniform weder Tango noch One- oder Twostep zu tanzen und Familien zu vermeiden, in denen diese Tänze auSgcführt werden." Wer diesen! Erlaß zuwider- handclt, ist mit der Strafe sofortiger Dienstentlassung bedroht. Ein kleines Warnungszeichcn war schon vor diesem Erlaß von einer dem Hofe nahestehenden Seite gegeben worden. Der in den letzten Tagen viel genannte Generalintendant Graf v. Hülsen-Hacselcr hatte sich auf Anfrage einer Künstlerin des königlichen Schauspielhauses dahin geäußert, daß er ihre Beteiligung an der Tango-Konkurrenz eines Wohltätigkkitsfestes zwar nicht verbieten könne, daß er sie aber davor warnen möchte. Durch die kaiserliche Kabinctts- ordre ist nun allgemein klar geworden, worüber in Gesellschaftskreisen schon viel gemunkelt wurde, nämlich daß der Kaiser und auch die Kaiserin entschiedene Gegner der neuen Tanzmodcn, des Tango und aller ähnlichen Tänze sind. Tie kaiserliche Kabinettsordre richtet sich streng genommen nur gegen das Tangotanzen der Offiziere in Uniform. Sic überschreitet nicht die Grenzen der kaiserlichen Kommandogewalt und des höfischen Taktes, der durchaus nicht geneigt ist, sich als Maßstab der Sitten und Gebräuche für alle Gesellschaftskreise auszugeben. Aber der Kaiser wollte mit seiner Kabinettsordre seiner Ueberzeugung energischen Ausdruck geben, daß ein zum mindesten so artistischer und persönlicher Tanz wie der Tango sich mit der Würde und wenn man will, mit der Steifheit der preußischen Uniform und des Marincrocks nicht verträgt. Nichts wäre falscher, als die Annahme, daß Wilhelm II. dem Gesellschaftstänze an sich kritisch oder intolerant gegenübcrstehe. Wohl jedermann erinnert sich noch der Tanzhusaren, die er einst den Damen von Krefeld in aller Oeffentlichkeit feierlich versprochen und dann auch prompt geliefert hat. Der Tanzmcister, der dem ehemaligen Prinzen Wilhelm Unterricht im Tanzen gab, ist ein klassischer Zeuge dafür, wie sehr der Kaiser den Tanz liebt, für wie notwendig und zweckmäßig er ihn in körperlicher und gesellschaftlicher Hinsicht hält. Eine Anekdote aus neuerer Zeit: Der Kaiser hat zu einem Hoffcste einige junge Liu Besuch in der vnrerschule yochwaldhausen. In eiligem V-Zug war das wunderbare Lahntal durchfahren worden. In Gießen nahm mich ein gemütlicher Bummelzug auf und führte mich an allerlei kleinen sonntagsstillen Ortschaften vorbei, wo hessische Bäuerlein im Feiertagsstaat die Ankommenden und Vorüberfahrenden musterten. Und wenn eine sorgende Mutter am Bahnhofsbrunnen ihren durstigen Buben tränken wollte, der aus rinem Abteil vierter Klaffe, nur mit Hemd und Höschen bekleidet, herauskrabbelte, hielt der Zug in humanem Entgegenkommen noch ein paar Minuten länger, als der an sich schon auf Behaglichkeit eingestellte Fahrplan vorschrieb. In nicht allzu langer Zeit ging es weiter hinauf, durch weitgedehnte, einsam stille Bergtäler. Wohltuend wirkte diese ganze Ruhe und Behaglichkeit. Weit weg alle nervöse Hast neuzeitlichen Kulturlebens. Weit weg V-Zug und Großstadtlärm. Kräftige Höhenluft wehte mich an, als ich den kleinen Zug verließ. Ein frischer junger Bursch mit grüner Schlappmütze und cijter Art Wandervogel kost üm war mit mir gefahren. Schon als er m Msfeld in den Zug stieg, hatte ich die Empfindung gehabt, daß er wohl zur Dürcrschule gehören könnte, die mein Reiseziel war. Und nun bestätigte sich meine Vermutung, als er sich zu den Jungen gesellte, die am Bahnhof bcreitstanden, den Gast zu empfangen. In wenigen Minuten war Hochivaldhausen erreicht. Ein anmutiges, weites Gebirgstal dehnte sich vor mir. Im Hintergrund dunkles Nadclgehölz. Ein wenig Schwarzwaldstimmung, aber heiterer, freundlicher. Mitten hinein gebettet in wohltuendes, saftiges Grün die heimeligen Fachwerkbauten der Türerschule. Ipr behaglichen Eigenzimmcr empfing mich der Leiter der Schule. Bald war ich seiner Gehilfin und Gattin und den übrigen Lehrpersonen vorgestellt. Und als es Mm Abendessen läutete, fühlte man sich schon recht daheim. In munterem Durcheinander sitzen Erzieher und Schüler beisammen, kameradschaftlich plaudernd und sich an der einfachen, dem jugendlichen Bedürfnis angepaßten kräftigen Kost stärkend. Nach Tisch sammelt man sich zur sogenannten „Llbend- sprache." In einzelnen Gruppen sitzt man zusammen und lauscht einer Vorlesung. Dann bleibt noch eine halbe Stunde freie Zeit, wo man sich zwanglos umhertummelt. Und nun lichtet sich allmählich die muntere Schar. Um ein Viertel nach acht verschwinden die Kleinen, nach und nach zwischen neun und zehn Leutnants als Tänzer kommandiert; als einer von ihnen, des Tanzens nicht sehr kundig, seiner Dame aus den Fuß tritt und diese einen kleinen Schrei nicht unterdrücken kann, wendet sich der Kaiser mit grimmigem Blick an den Unglück lichen mit den Worten: „Nickst wahr, Herr Leutnant, das nächste Mal werden Sie besser tanzen können." Sieht der Kaiser bei Tanzfestlichkeiten feiernde oder spielende Offiziere in Gruppen beisammen, so tritt er sofort selbst heran mit dem Bemerken, daß man die Damen nicht warten lassen möge: er wünsche, daß seine Offiziere flotte Tänzer sind. Taß der Kaiser selbst mit großer Vorliebe dem Tanze huldigt, ist bekannt: nicht nur bei der Hochzeit des Kronprinzen, auch noch bei der Verehelichung seiner einzigen Tochter, der jetzigen Herzogin von Branschweig tanzte er viel u. unermüdlich. Nichts macht ihm auch (ftit Reisen größere Freude, als ein improvisiertes Tanzfest auf der „Hohenzollern", auch auf Schulschiffen, wenn sich seine Offiziere und die Mannschaft mit den rasch zusammengetrommelten Damen und Mädchen eines Küstenortes im Kreise drehen. Auch auf den Residenzbällcn des deutschen Kaiserhofcs ist man durchaus nicht überstreng und steif. Ter Kaiser wünscht zwar vor allem immer die deutschen Tänze, namentlich den Menuettwalzer; er tanzt aber auch sehr gern hie und da eine Polka. Meist wird der Schnellwalzer, selten der Schleifwalzer getanzt. Man will durch- auch nicht konservativ am Alten kleben bleiben. Tie Polkas, Quadrillen und Mazurkas haben auch auf den Hofbällen neue Nuancen gewonnen. Als der Kronprinz bewies, daß er auch „linksrum" tanzen könne, machte man ihm dies in den höchsten und allerhöchsten Gesellschaftskreisen rasch nach, und der kaiserliche Papa erhob nicht den mindesten Einspruch gegen eine solche gelegentliche Extratour. Daß er sich aber nun gegen das Tangotanzen seiner Offiziere ausspricht, und diese Tanzart ausdrücklich und energisch verbietet, wird jeder Unbefangene und Einsichtige begreiflich finden. Ein Modetanz wie der Tango in Uniform ist gegen die guten Sitten, nicht nur bei Hofe sondern auch in jedem Privathause. * Nach dem Berliner „Lok. Ain." ist die Meldung von dieser Kabinetisordre falsch, und an amtlicher Stelle wußte man, wie die „F. Z." mitteilt, am gestrigen Montag von einer solchen Verfügung noch nichts. Vielleicht ist sie al)o noch nicht in Kraft getreten, oder die amtlichen Stejleu dürfen nichts wissen, weil der Erlaß nicht für die Oefsenilichkeit bestimmt war. 25us Hessen. Der Finanzausschuß der zweiten Kammer wird am näckfften Freitag vormittag unter Vorsitz bed Abg. Dr. Osann wieder zu einer Sitzung zusammentreten, in welcher in erster Linie der Gesetzentwurf, betr. die Hingabe eines D a r l e h n s von einer Million Mark an die Zentralkasse der landwirtschaftlichen Genossenschaften zur Berattmg kommen soll. Gutem Vernehmen nach urird die zweite Kammer, rcsp. deren Finanzausschuß noch verschiedene Abänderungen bezüglich des von der Regierung mit der Zentralkasse abzuschließenden Vertrags über die Staatsauß'icht in das.Gesetz hineinbringen. Ter Finanzausschuß wird sich sodann auch noch mit der Fertigstellung und Verlesung der verschiedenen Ausschußberichte über die Besoldungsrefo^rm zu beschäftigen haben und .wahrscheinlich auch noch die Regierungsvorlage, betr. die Beteiligung des Staates mit fünf Millionen neuer Aktien an der Hessischen Landeshypothekenbank, zur Beschlußfassung für das Kammcrplc- num fertigstellen. Gemeinsame Beratung der Finanzausschüsse. Ta nach den Bestimmungen der landständischen Geschäftsordnung (Art. 26) über die ,Vorlage, betreffs der Hingabe einer Million Mark als Tarlehen eine gemeinsame Beratung der Finauzaus- auch die Großen. Und über dem nun doppelt stillen Tal wölbt sich majestätisch der Nachthimmel. Nicht allzu lange dauert diese Stille. Schon früh um 6 Uhr kommt eine wilde Schar die Landstraße herabgestürmt, Lehrer voran, die Schüler hintendrein: die Türerschule macht ihren Daucrlauf, nach dem mit frischem Hunger das erste Frühstück eingenommen wird. Ein kräftiger Hafergrützbrei mit gutem Kakao und Brot schasst die Unterlage für die Tagesarbeit. Mutig gehts bann in den Unterricht. Nach der ersten Stunde begeben sich die Schüler auf ihre Zimmer zu der nutzbringenden Hebung des Bettenmachens. Zwischen die dritte und vierte Stunde ist ein zweites Frühstück eingeschoben, und nach Beendigung des Unterrichts dehnen alle die durch das Sitzen etwas steif ac- wordenen Glieder in gesunden Luftbadübungen nach schwedischer Art. Ein kurzes Bad erfrischt und gibt den rechten Hunger für das Mittagessen, vor dem aber meist noch in irgend einer Form Musik getrieben wird, die man mit Recht als wichtigen Bestandteil in den Tagesplan mit ausgenommen bat. Nach Tisch gibts etwas Freizeit, an die sich zwei Stunden für die häuslichen "Arbeiten ausschließen. Kurz nach vier Uhr wird ein kleiner Imbiß genommen, und bann gehts hinaus in einzelnen Gruppen, die einen zu Sport und Spiel, die anderen zum Gartenbau, wo sich in der frischen Lust beim Hacken und Graben die Haut bräunt oder zur Werkstätte, um unter Leitung eines tüchtigen Meisters in die einfachsten Geheimnisse des handwerklichen Unterrichts eingeführt zu werden. Tas gibt praktischen Sinn und lehrt Achtung vor der Handarbeit. So wird die Zeit ausgesüllt, bis allzu schnell wieder der Abend kommt und zur Ruhe mahnt. — Unsere Zeit ist reich an allerlei pädagogischen Reformbestrebungen. Mir will scheinen, daß gerade die Türerschule besondere Beachtung verdient. Ihr Grundgedanke, die körperliche, geistige und sittliche Ertüchtigung der Jugend unter gewissenhafter Verwertung alter Erfahrungen und mit Verwirklichung neuer, guter Reformideen zu fördern, ist sicherlich gut. Das einfache Leben in gesunder Landluft, has vertraute und offene Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern, die harmonische Entwicklung körperlicher und geistiger Fähigkeiten, das Bewahren vor allem unnötigen Zwang geben dieser ganzen Erziehungstätigkeit etwas Frisches und Nutzbringendes. Der Unterricht sucht besonders sich allen engherzigen Pe- dantentums zu enthalten, bei der Jugend Freude am Lernen zu schüsse beider Ständekammern stattfinden muß, sind die beiden Finanzausschüsse zur Abhaltung dieser gemeinsamen Beratting für Samstag, den 22. November nachmittgas einberufen worden. Deutsche- Uetch. Dcr Kaiser ermächtigte die Generalordenskommission, die vor dem Feinde erworbenen Orden und Ehrenzeichen in geeigneten Fällen den Hinterbliebenen ans Antrag zur Aufbewahrung als Andenken zu belassen. Neue G e b ü h r e u f e st s e tz u n g für Warenproben. Nach einem Beschlüsse des Bundesrats werden Warenproben in Zukunft wie folgt tarifiert: bis 250 Gr. 10 Pfg. Porto, von 251 bis 500 Gr. (bisher 350 Gr. Höchstgewicht) 20 Pfg. Tie Feststellung, ob Warenproben Handelswert haben, fällt fort, doch behält die Post das Recht, Warcn- probesendungen auf den Inhalt zu prüfen. Eine Vorlage über die Einführung der preußischen S t ä d t e o r d n u n g in Ne u.v o r p o m - mern und Rügen wird an zuständiger Stelle vorbereitet. Zurzeit gelten im Regierungsbezirk Stralsund noch die alten schwedischen Stadtrczesse, die 1815 den neuerworbcnen Landesteilen belassen worden waren und die auch 1853 bei Einführung der preußischen Städteordnung nicht aufgehoben wurden. Kundgebung der Eis en b ah n ar b e i te r der Direktion Frankfurt. Eine stark besuchte Tagung der Eisenbahnarbeiter und Eisenbahnangestellten aus dem Bereich der Frankfurter Eisenbahndirektion nahm eine Entschließung zu Gunsten der freien Arztwahl im ganzen Bezirk einstimmig an; ferner forderte sie eine durchgreifende Neuordnung der ArbciterauSschüsse und deren Unabhängigkeit von den amtlichen Betriebssteklen und schließlich die Wahrung des Rechts der freien politischen Ueberzeugung. Der russische Ministerpräsident Kokow- tz o w besuchte am gestrigen Montag vormittag den Reichs- i anz le r und hatte mit ihm eine fün fv iertelstün- dige Unterredung. Arrrlanv. DasöfterreichischeThronfolgerpaarzuBesuch in England. Aus Windsor wird berichtet: Erzherzog Franz Ferdinand und die Herzogin von Hohenberg sind am Bahnhof von König Georg und dem Prinzen Friedrich Christian von Schleswig-Holstein empfangen worden. Bei der Fahrt nach dem Schlosse wurden sie von einer großen Volksmenge herzlich begrüßt. Zu dem heutigen Tiner war eine Anzahl hervorragender Gäste geladen. Die Wahlreform in Frankreich. Die französische Kammer beriet heute über die Wahlreform. Sie nahm mit 296 gegen 251 Stimmen einen Zusatzantrag Maginot an, wonach die Zahl der Sitze nach der Ziffer der eingeschriebenen Wähler berechnet werden soll. Der Ausschuß hatte vorgeschlagen, die Sitze nach der Einwohnerzahl zu berechnen. Das spanische Königspaar ist am gestrigen Montag abend in Paris eingetroffen. Zum Empfange am Bahnhofe hatten sich u. a. der Minister Pichon und der Vertreter Poincares eingefunden. Ein Aus st and der Inder wird aus Durban gemeldet: Die Kutscher, Boten, Köche, Kellner und andere schlossen sich dem Ausstande an. In den Zuckerplantagen bei 'Durban nimmt die Lage ein ernsteres Aussehen an. Eine An,zahl Inder, die versuchten, ihre Landsleute zu überreden, die Arbeit niederzulegen, leistete der Polizei Widerstand und griff zu Stöcken und Steinen. Ein Polizeibeamter und ungefähr dreißig Inder wurden verwundet. In verschiedenen Orten sollen die Inder versuchen, die Weißen in Schrecken zu setzen, indem sie bas Zuckerrohr in Brand steckten. wecken, sie zu eigenem Schaffen anzuregen. Der Lehrplan einer Oberrealschule bezw. eines Realgbrnnasiums bildet dabei die für die Prüfungen notwendige Grundlage. Neben dem Unterricht wird der Hauptwert auf die Erziehung gelegt. Ein ungezwungenes Familienleben ist dabei das erste Ziel. In freiwilligem Zusammenschluß verbinden sich Erzieher und Schüler zu kleinen Gruppen, Kameradschaften, die während des ganzen Tageslcbens zueinander in enger Beziehung stehen. So wird es bei der kleinen Zahl von Schülern, die einem jeden Erzieher in besonderer Weise anvertraut sind, möglich, in eingehender und individueller Weise auf diese einzuwirken. Und dies ist ja schließlich das Wichtigste in der Pädagogik: mehr und mehr einsehen zu lernen, daß mit einseitigen Lernschulen uns nicht gedient ist, sondern daß wir wirklicher und guter Erziehnngsschulen bedürfen, wenn wir ein tüchtiges Geschlecht hcranbilden wollen. H. S. — Tas Ehrendoktor-Diplom Peter Roseggers. Tie Wiener Universität hat an Peter Rosegger am Freitag das Diplom eines Ehrendoktors der Philosophie abgesandt. In dem Begleitschreiben des Rektors heißt es unter anderem: „Ihrem Wunsch entsprechend wurde von einer feierlichen llebergabe des Diploms durch Vertteter der Universität abgesehen: umsomehr fühlen sich der Rektor und der Tekan der Universität veranlaßt. Ihnen anläßlich der Ueberreichung des! Ehrcnbiploms die Gefühle auszubrücken, die die Universität hierbei empfindet, und die in einer besonders hoben Einschätzung nicht nur Ihrer literarischen, sondern auch Ihrer allgemein kulturellen und nationalen Wirksamkeit gipfeln." — Die internationale Konferenz für Welt- n aturf chutz hat am Montag vormittag ihre Arbeiten begonnen. Ter deutsche Gesandte von Romberg dankte der Schweiz, daß sie die Anregung zu einer solchen Kanserenz gegeb.'n habe. Es wurde ein vorläufiges Büro errichtet und ein Ausschuß drei Mitgliedern zur Ausarbeitung der Geschäftsordnung gewählt. — Arbeitslose Lehrerinnen. Ans einer nordwest- dentschen Stadt erfahren wir, daß der Zugang von Lehrerinnen zu den Volksschickstellen erschreckend groß ist, so daß frort schon mit Recht von einer Arbeitslosigkeit gesprochen werden kann. Uns sind zum Beweise folgende Zahlen zur Verfügung gestellt: Obwohl von vornherein die Annahme von Bewerbungen auf Lehre- hnbm Glipcheine Gültigkeit. Am Nachmittag dcS 25. Noo. bei Volkspreisen aufgeführt. wird .Lnecwrttchen Der Mädchenhandel. Gießen, 17. Nov. Der Verein für Frauenstimmrecht batte uim Mon- abend im t?o‘d Schütt eine öffcntlickx- Mitgliederversammlun., nnbfrufen, welcher der Mädchenhandel nun Thema gestellt wrbfn war Tie Vortragende, .rau Iußizrat Aldefeld- Wetzlar kettete ihre Ausführungen mit der Bemerkung ein, das; ne neben dem Mästtrenhandel auch dessen Bekämpfung eingehend besprechen werde. Um zu diesem Ziele ui gelangen, schilderte sie zunächst den Mädchenhandel selbst und im Zusammenhänge damit die in engster Verbindung mit jenem stehende Vrosti- tution, soweit sie auf die verkauften Frauen und Mädchen Bezug hat. Tie Vortragende entwickelte den Begriff Mäd ■ menbandel und die Arten, in denen er auSgeführt wird, den Export-, Import- und Transit-Handel, welch letzterer für Deutschland allein in Belracht kommt. Sie besprach bani’ ganisation der meist polnischen, galizischen oder jüdischen Händler, die es der Polizei so ungehiler schwer macht, ihnen ihr vandlvcrk zur rechten Zeit m legen. Wie ' rner die Mädchen selbst aus Furcht, später, wenn sie dern Laster mit Gewalt überantwortet und, aus Scham von einer Anzeige abschen. Die Rednerin ging dann auf die oerschiedenen Mittel ein, deren sich die Mädchenverschlepper bcricncn, inn ihrer Opfrr hab bart zu werden: Scheinheiraten auf. Grund gefälschter Papiere. Gewalt unter Anwendung von Betäubungsmitteln, perfö Boriviegclungen und Zeitungsinserate, die den Mädor den, schöpfte auf der Reise wdoch Verdacht, als sich immer medi Mädchen bin zugesellten, da sie von bem Mädchenhandel gehört hatte, und konnte sich rechtzeitig in Sicherheit bringen D>ev Händler wurde festgenommen Zur Bekämpfung dieses unsittlichen Gewerbes ist schon viel getan worden, so führte Frau Iustizrat Aldescld im zweiten ^eil ihres Vortrages aus. 1899 bildete sich ein nationales Komitee zur Bekämpfung des Mädchenhandels, das mit dem Auslande enge Fühlung nahm, so daß sich eine internationale Vereinigung daraus entwickelte. Auch in gesetzgeberischer Hinsicht ist in Deutschland sehr viel getan worden, man hat schwere Strafen gegen Mädchenhändler festgesetzt, fcamit diese abschreckend wirken. Im letzten Jahre sind 32 Händler vor Gericht gestellt worden, eine immerhin noch geringe Zahl, nx*nn man beispielsweise zum Vergleich heranzieht, daß nach der.Behauptung des früheren New Borker Polizeikommissars jährlich 50 000 Frauen iiuh Mädchen allein aus New Bork verschleppt werden' Sehr u* begrüßen und zur Nachahmung empsehlensivert ist nach der Meinung der Bortragendeil die in England jüngst eingesiihrte Prügel tt rase für Mädchenhandler und Zuhälter. Wn der Aufzählung einer Reihe von segensreichen Ein- richtungen, die erfolgreich dem Mädchenhandel entgegenar- keitcn, nannte die Rednerin besonders die Bahnhossmissi,'». den Freundinnenverein, den evangclisckxm Frauenbund, den Maria nisckvn Mädchenfürsckmtzverein. den jüdischen Frauenbund und die Freimaurerloge und rühmte die zur Aufklärung dienenden Bemühungen der Presse. Somit ist der Kampf auf der ganzen Linie ausgenommen ä^is Haupterfordcrnis für Mädchen, die in die Fremde gehen, ift es, vor ihrer Reise genaue Auskunft beim Verein zur Bekämpfung des Mädck>enhandels und dem Verein der Frenn binnen junger Mädckvn zu erbitten. Alle aber, Männer und Uiaulm jeglickirn Standes, können ihre zkräfte in den Dienst der Bekämpfung des scheußlichsten aller Ofcroerbe stellen. Die sich anschließende Aussprache brachte als Anregungen und Vorschläge folgendes: Man müsse als Grundübel die Prtt« t itu t io n briämrini, die Erz, eh^ng der jungen Mädrften müsse aus die Gefahr hingelenkt, weiblickx Fortbildungsschulen überall eingenihN werden, man solle Vereinigungen jugendlicher A b- lt menten ins Leben rufen, da dem Alkohol manches Unheil ^..hent Gebiete des Mädchenhandels zuzuschreiben fei, und endlich münc die soziale Lage des im Berufsleben stehenden Mädchens verbessert werden. — Ter Besuch der Versammlung war abr gut. St. B Deretn$nad)rid)ten. — Gießen, 17 Nov Am Sonntag fand im Hotel ..Ein- bom" die erste Gauvertreterversammlnng des Ganek Gießen Gabelsbergerscher Stenoaraüben statt Bor ausaeganqen waren am Vormittag ein Wettschreiben und ein Preis Schön- und -Ricktigschreiben, an denen sich 111 Wett- ichreiber beteiligten Davon konnten 76 mit Preisen ausgezeichnet werden Eine gleichfalls am Vormittag veranstaltete GefchäftS- stenographen- und Praktikerprüfung fand leider nur schwache Beteiligung Das Mitglied der Stenographengesellschaft „Gabele- berget" Heinrich Schmidt- Drohe bestand die Prüfung. In der Vertretersitzung um 4 Uhr nachmittags im ..Einhorn" entspann sich nach Begrüßung der Erschienenen durch den Gauvorsitzenden R Hasenkrug über verschiedene stenographische Fragen eine lebhafte Au Sprache, die zeigte, mir welchem Interesse urb welcher Ausdauer an der Förderung des Systems gearbeitet wird. Ter nächstjährige Gautag findet in Heuchelheim statt Die Leitung des Gaues für das kommende Jahr wurde der Stenographen-- gesellfchaft „Gabelsberger" unter dem Vorsitzenden des Provinzial« sekretärS Louis Hesse übertragen. Es haben folgende Personen bei dem Wettschreiben Preise erhalten: 1 Preise 60 Silben 'rn >ri(6 Apvel sSten -V v 1861 , Helene Eidmann Damen-V ' Margarete Mittermaier i'lnmnafium . Fritz Schmidt Gnmn ), ■ . Mar: v . Hermann Fett (Gesellschaft), Erich GörrS (R.-G-), Adolf west und vom Seltersberg-Berrin: sie empfahlen 4 resp. 3 Kandidaten, ließen aber im übrigen freie Hand. An sonstigen Versuchen, die Wählerschaft für oder wider gewisse Be werbet zu berinflusfen, fehlte es natürlich nicht. Zu Vcr- glrichen mit dem Wahlausfall lädt die Häufigkeit der Namen auf den im ganzen acht Vorschlagslisten rin. Fünf- inal erwähnt finden wir die Herren: Dr. Haberlorn, Kling- fpor, L. Petri II., W. Plank; viermal : Haggenmnller, Heichelheim, Inderthal, E. H. Muller, Schmcckenbecher, Wachtel, Wenzel: dreimal: Brück, Diehl, Homberger, Lindenstrutft, H. Meyer, B. Mi'iller, Ad. Noll, Aug. Noll II , Seuling: zwei- Wal: Fischer, Frensdorf, Kröck, Lucas, Pfaff: einmal An breä, Arnold, Beckmann, Burmester, Compter, Fourier, Hoh nteier, Lentz, Männche, Maier, P. Müller, Nitschkowskti, H. Noll, Ctto, Pfeiffer, Rahnefeld, Röhr, Rudolph, Sack. Schön, Schmieder, Bolz, Zorn, Zülch. Der heutige Abend wird ent scheiden, wessen Saaten in der Hitze des Wahltages gereift sind. H> ** TageSkalender für Dienstag, 18 Noo. Stadttheater: ,T a s Geheimnis". Anfang H Uhr. Kriegsmarine-Ausstellung in der alten Klinik. rinnen, die aus dem £?rtc selbst gebürtig sind, beschränkt wird, stehen augenblicklich mehr als 150 Bewerberinnen auf bei Liste: von diesen haben etwa 50 Aussicht, nach und nach p> geleaenHidxn Vertretungen herangezogen zu w.-rden: drei, im günstigsten Falle vier, können jährlich angestellt werden Es ist klar, daß nid' 1 einmal alle Vertretungsw ise Beschäftigten auf Anstellung redyten können, da manche während der Wart.-- zeit zu alt werden. Nimmt man aber diese schon aus, so bkfchert noch ungefähr 100 Anwärterinnen übrig, für die eine Anstellung ni ihrem Heimats irt nicht in Frage kommt. Dazu ist Ira fcrf drin- heb, daß dem lährlichen Abgang uon drei bis vier Lehrerinnen miS dei Pewerlxtlimenliste in den nädtfen Jahren ein ver ft aut er Zugang ans dem stark besuchten Dberwzeuin gegenüber- üehen wird. Nld't gmiz von der Hand zu weisen ist auch die •IMurdtfung, daß infolge der herrsd,enden Notlage nidn immer bie getftm und körpcrUd) leistungsfähigsten Lehrerinnen bei Siel lende,etzungen beriidftd.ägt, sondern die bedürftigsten in erster Stnic beruf hi werden, ivaS im Interesse der Sd,ulc und des Lehiermnenstandes keineswegs gutgebeißen werden könnte — E i n e v o r g e s ck> i d) t l i ch e S t ä t t e a m R i o G r a n d c c n * d' Grope ctabtanlagvn eines Volkes, das ''ich in vor- gndnd.ii'dKit Zeiten rm Dal des Rio Grants' eine stat licho mnliur- Vöde errungen hatte, smd von. dem Pater I u l t u ,> H g r l m a n n von bei kgllwlttd?ni Piarrei au Willard in Torrance County ent A-er ©aMtche, ber burd> schlechtes Werter amuungen tmirbe, seine Fendningeu vorlaufuz bis urai nächsten Frühling anÄuftcUen, bat ifceT 'eine bebeuiimntn Funde in einem 4krid\r. an das Instuut mr arncrikanisdic Ar^iolom- zu Santa F4 nähere Mrtteittmgen gemacht In nner Ausdehnung von 100 Kilometern nmntc en hu men- und I^elfew-I inchriften feststellen sie i,ch von dem bcuh.nm mavtauudxix Dorf Prnns Wells bt mm E.mnon m eine Gegend, bie völlig unbewohnt und inull ist und nur selten von eibafbirtm berübn mirb Durch Erzählungen dieser Leute mürbe ber Pater auf bie Trümmer- stüttrn auhnerfiam und stellte nun die Reste rem Stabtan lagen sesl, die 300 Jahre und mehr vor her span,scheu erobe nrng rntftaitben sind Die Rumen liegen unter Schutt und Erde begraben und ragen nur bie und ta Hervor: doh sino >'i- >:d viindesteus 1000 Jahre alt. Die beiden Ruinenftütt-n di Pion wichsten liegen, sind durch große Erdhügel gvfrmue'd’mr: Die Hmser wann m JTreitform ertunit Batcr vartrnrrnn hat pon den 2^egrabniSplätzen dieser prähistorischen Städtebauer deS Mäo Grande Skelette, Leüüenuuin: Oh-üfu-, Steinwerk»euge, Waffen und andere Ge.wnstände mügtbratbt, die bereus amant Auffchluß über diese n»-uemlx-ckte Kultur bitte > ?ocki wird >'ich .Geuatteres nur durch systematische Ausgrabungen Mobilen lassen. * Hermann Levi Nach dem in Gießen bestens bekannten Musiker und Dirigenten Hermann Levi ist in M ün- d) c n jüngft ein Straße Hermann-Levi--Straße benannt worden. Fuc Gießen' ist der berühmte Künstler besonders deshalb interessant, da in 0 ießen seine Wiege stand. Am 7. No- vttinber 1R39 wurde er hier geboren und verlebte hier seine Jugend. Er starb zu Münckvn am 13. Mai 1900 Bekannt ’.l't er als hervorragender Dirigent und als Freund Wagners In Milndicn war er als Goneralmusiidircktor tätig und als solcher Leiter der ersten Parsisal-Ausführung im Jahre 1882. ** Ausgeloste Geschworene. Für die am Montag, den 1. Dez, norm. 91Uhr, beginnende Sitzung des Schwurgerichts ber- 4. Quartals würben nad)iifbcnbe Geschworenen auSgelost: 1. Heinrich Petri, Landwirt in Ober-Beffiugen, 2. Johannes Fritz IV., Landwirt in Ober Morle Köhler V., Landwirt in Langsdorf, 4. Friedrich Vilh. Kaz, Packtn: in Okarben, 5. Philipp Dolf II., Landwirt in DreiS a. d. Lumda, 6 Friedrich Helmick), Rentner in Lauback, 7. August Lein, Landwirt in Lardenbach, 8. Heinrich Becker. Landwirt in widmete Werk zu^sördern durch Beitrittserklärungen ober ^urt^^nma^ßc ^penbung von Anträgen Zur Annahme von Spenden und Beitrittserklärungen sind bereit: der Schristführor, Herr Direktor Dr. R e b e n t i s ch-Ossenbacb. der Schatzmeister, Herr Dr. Willy M e r ck - Darmstadt, bie Vorsitzenden, Herr Geheime Regierungsrat Tr. Tietz- Darmstadt und Herr Professor Tr. Opitz »Gießen. Stadttheater. AIS Festvorftellung zn GroßherzogS Geburtstag am Dienstag, den 25. Noo., wird Grillparzers Schauspiel e6 Meere? und der Liebe Wellen^ gegeben. Diese Vorstellung sindct außer Abonnement statt, doch H B< i r. Lanowirt in über Gleen, 10 Ioh Weil, Landwirt in Cberstadt, 11. Johann Heinrich flträn. Land wirt in Stockheim, 12. Heinrich Fischer, Molkereibesitzer in Selter-?, 13. Kaspar Eduard Neeb, Landwirt und llntererhcber in Groß- Felda, I t. Nvnrad Döring III., Landwirt in Dirlammen, 15. Konrad Karl Wahl, Gemeinderechner in Anaersbach. 16. Heinrich Karl Lenz, Landwirt in Ulfa, 17. Heinrich Dtterbcin VI, Landwirt in Ruppertenrod, 18. Karl Wächtershäuser II., Landwirt in Ober- Eschbach, 19. Liebmann Bär. Kaufmann in Gießen. 20. Ph. Marl Hensel. Landwirt in Dortelweil. 21. Ludwig Süßel, Kaufmann in Schotten. 22. Heinrich Sdmdt II , Mühlenbefitzer in Bruchenbrücken, 23. Heinrich Karl Alles, Landwirt in Nicder- Florstadt, 21. Heinrick) Grün II., Landwirt in Flensungen, 25. Heinrich Euler, Bürgermeister in Heblos, 26. Theobald Meininger, Landwirt in Heldenbergen, 27. .Heinrich Mosck-erosch, Landwirt in Nieder Wöllstadt, 28. Louis Hirsch, Kaufmann in Friedberg, 29. Karl Ulrich, Kaufmann in Friedberg, 30. Heinrich Reif, Packfter in Dorheim. ** ’S i c Lahn Überschwemmt infolge des anhaltenden Regenwelters stellenweise ihre Ufer. Der Heßler und die tiefer liegenben Teile des Neustäoter Feldes und auch an manchen Stellen der alte Schwcinemarkt stehen unter Wasser. Da die ungünstige Witterung anhält, ist noch ein weiteres Steigen des Wassers zu erwarten. Die Besitzer einiger Wohnwagen auf dem Schweinemarkt werden unter diesen Umständen ihren Standort wechseln müssen. Die W i e s e ck war bis gestern um etwa 1,25 Meter gestiegen. Heute ist sie wiederum über 15 Zentimeter gesunken. Doch ist die Strömung noch ganz erheblich. " Dor Wind hol, über dessen Verkauf wir gestern berichteten, ist, wie man uns mitten, in den Jahren 1897—1898 erbaut worden. Er ist übrige-'S nicht endgültig verkauft, sondern sieht einer zweiten Versteigerung entgegen. Landkreis Gießen. ' ? Lang-GönS, 17. Nov. Tie elektrischen Anlagen von ber Hauptzentrale Wölfersheim schreiten ihrer Vollendung entgegen, so daß da8 Licht ^ioch vor Weihnachten in Betrieb kommt. Die Allgemeine Elektrizitäts- Gesellschaft Gießen baute ba§ Ortsnetz. Die Hanser- installationen fuhren die Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft Gießen, Brinkmann-Gießen, Iakobi-Ober-RoSbach, und Hartmann & Amend, Marburg, aus. Kreis Schotten. *&i Ulrichstein, 17. Nov. Nach der Vurgermeister- wahl letzten Samstag brachten die Burger dem Gewählten einen Fackelzug, Musikständchen und dergl. Seiner Einladung zu einem Glas Bier folgten die Leute gern, es herrschte in den verschiedenen Wirtschaften des Städtchens die beste Stimmung, frohes Treiben überall. Eine empfindliche Störung brachte ein roher Mensch in die Feier; er bedrohte die Leute mit einem Dolchmesser, warf einem jungen Bursdien rin Glas in das Gesicht, wodurch eine Backe vollständig gespalten und ärztlidie Hilfe nötig wurde. Dcrmit nicht genug, zerirüm- werte er auf dem Heimweg noch mehrere Fenstersd-eiben. Kreis Friedberg. -n Friedberg, 17. Nov. Unter Fiihrnng von Professor Kramer besichtigte am Sonntag vormittag ber Zweigoerein Offenbach bie Sehenswürdigkeiten unserer Stadt. Den Schluß bildete eine gemütliche Sitzung. h. Friedberg, 17. Nov. Der Platz für die Garnison- S ch i e 6 ft ä nb e ist nunmehr in der Nähe ber alten Echteßskänbe zwischen der Sauweide und bfn Klapvertanneu lestgelegt Bi4 zur .''Citiaftcfiung ber bereits begonnenen Anlagen benutzt baS Vataiüou die Biutt'acher Sdneßstänbe. — Tlan erzählt sich hier eine mebliche Geschick te: Der Mensch muß sich zu helfen wissen, fo bachte auch am Samstag ein Leutnant unseres Bataillons, al« er bat unbeschreiblichen Schmutz an ber Mainzer Tor-Aniage bnictzwaten sollte, um auf bie aubere Seite zu kommen. Da er im Varabe- a n z u g ivar, war ber Versuch nm so problematischer. Unter bem Jubel beS Publikums nahm ba ber treue Bursche seinen Leutnant auf bi e Schultern unb trug ihn .hoch zu Roß" bitrdi ben Morast . . . Für AibeitSkose bietet sich, so kalkulieren die Fcieb- berger, bei bem smichwörtlich gewordenen Friedberger Straften- sch'nntz heroorragenbe Gelegenheit zum Gelberwerb nach dem Vor- bilde bc5 LentnamSbnrschen. -t Vilbel, 17. ')iov. Vom 16. biS 30. l. MtS. finben hier im Saale zur .Stadt Kaffel^ Vorträge des Predigers Ide in Berlin-Neukölln, der auf Veranlastung der Mitglieder des .Blauen Kreuzes* hier erschienen ist, statt. Ir. Kirch. D önS, 17. Nov. Der am 8. Oktober mit großer Mehrheit gewählte Bürgernieister Anton Hanack III. icnirbc heute in Gegenwart dcS GemcinderatS durch Herrn KreiSrat Freiherrn Schenck zu CchweinSberg verpflichtet. -t Harheim, 17. Nov. Bei ber B ürg erm eifter - «nirbe ber bisherige SBürgermeifter Philipp Jakob rum zweiten Male wiedergewählt. Ein Gegen- ranbibat mar nicht ausgestellt worben. o i r i AVi ° ns, 1.T 9?od. Hcutk verließ Pfarrer membf um nn* ?nndl ^adrigem Hiersein unsere Ge- ff Äa fl!?6 neuen Wirkungskreis Nieder- erlebiatc SürrftcIIf n-rt» bub rou-r-t btft"?mürbe "enn dir getrofttnen ■ fönnn, b.rr nX b“ rirbmen - Xicirr «tage bot em vauiierer m v^ichloj.cnen kleinen len zu recht hohen Preisen SattcngHt fcd. Zu fpät'er- Stadt und fand» Gießen, 18. November 1913. Statistisches zur StadtverorVnetenwahl. .. außerordentlichem Eifer ist diesmal der Kampf um DJf 3U besetzenden Stadtverordneteniessel geführt worden ~ handelte sich um 17 Manda te; aber nicht weniger als 4 9 Männer hielten sich s:":r befähigt, in die Geschicke Der Ltadt Gießen ratend und tatend einzugreiicn, und wurden auch von ihren Freunden dafür gehalten. Bier der Her ren waren bereits im Besitze von Mandaten, nämlich die Herren Tr. Haberkorn, Heichelheim und L. Pe:ii II. uatl.» und W. Plank -forttchrittl Tic Namen der Kandidaten wurden der Wählerschaft durch sechs vollständige, also je 17 Namen tragende L i ste n vorgeschlagen Tiefe Listen gingen von folgenden Körperschaften aus: 1. Vorstand des Vereins der Fortschrittl. Dolkspartei und Vorstand des Ver eins der Nationall. Partei. 2. Wahlausschuß der vereinigten red)tsstehenden Parteien 3. Sozialdemokratisches Wahl- Komitee. 4. Dürgervcrrin Gießen. 5. „Unabhängige Wähler". 6. „Biele Wähler aus allen Parteien, allen Bezirken und allen Ständen." Außerdem waren noch zwei Eraän z u n g s l i ft e n erschienen, nämlich vom Bezirksvercin Nord kannten die fiäuicr, daß sie einem geriebenen Schwiu hlcr in die Hände gefallen waren, denn das gepriesene Gift entpuppte sich als unverfälschter Reis, den der Hausierer zuvor im Komumvercin erstanden bitt?. Starkenburg nnö Rheinhessen. rm. Darmstadt, 18. Noe Vers chw u n d e n ist sett dem letzien Tonnerstag der Regimentrfcbr.^r Dragoner Regiments Nr. 23, Wachlmeister S d) m 11> t Kasse un) Bücher sollen in Ordnung sein. Seit bem gleickxn Tage wird die in ber Rach- banddft wohnende Ehefrau Steinhaus, die eine Wlrtichm'r l’lreibt, vermißt. Deren Ehemann ist schor. >' ir einigen Monaten mit einem »errunde vcn'ckiwunden unb soll sich in Luxemburg befinden. Frau Steinhaus briifrt erwachsene Äütbcr. Die Wirk schäft ist polizettich geschlossen narben. Hessen-Nastau. X Trumbach, 17 Nov. Die hiesige Gemarkuna in einer Gesamlgröße von 516 Hektar befindet sich im Zu- sam m e nleg n naS ver fa hren. Jnsolqebefien wirb die .Langh ck', ein Waldbestanb am oberen Eingang deS Dorfes, abqeholzt. — Frankfurt a. M., 16. Nov. Heute vormittag stürzte ber mit Fensterputzen beschäftigte 25jährige Herr- 'choftkiche Diener Gustav Scherl, der au8 Osthofen bei WormS stammt, anS dem ersten Stock ab. Er erlitt einen fo schweren Schäbelbruch, daß er halb baraiif seinen Verletzungen erlag. = Biebrich, 17, Nov. Der 38 Jahre alte Maler Karl Pfau aus Wiesbaden sprang hier an ber Regatta- itrafte in ben Rhein unb ertrank. Er ist Witwer nnb hinter- läßt zwei Amber. ' / ** Rs'ichsbankdirektor Beliug, dem ersten Vorstand.beamten der Reichsbankstelle in Frankfurt, ist, wie der Reichsanzeiger meldet, der Charakter als Geheimer Regierungsrat verliehen worden. Tie Gießener Reichs bank-Nebcnstelle ist bekanntlich der Frankfurter Reichsbank stelle unmittelbar unterstellt. Daß jetzt eine Umwandlung der Gießener Nebenstelle in eine selbständige Reichsbankstelle vorgenommen werden soll, und der damit verbundene Neubau des Reichsbankgebäudes ist hauptsächlich der Unterstützung des Reichsbankdirektors Beling zuzuschreiben. In Frankfurt ist der in den Fünfzigern stehende Direktor neun Jahre tätig, vorher war er als Bankdirektor in Karlsruhe angestellt. ** Forst- und Kameralverwaltung. Erledigt ist die Stelle des Oberförsters der Obersärsterci Lick. ** Radium für Gießen Wie eine Heilsbotschaft mag es vielen erschienen sein, als die Nachrichten in den Zeitungen auftairchten, endlichseiimRa diuni und Mesothorium ein Mittel gefunden, das ohne die Osefahren einer Operation Heilung von Krebs, selbst bei sehr fortgeschrittener Erkrankung, bringe. Der allgemeinen Anwendung steht der hohe Preis des Radiuins, der noch fortwährend steigt, entgegen. Um auch dem Hessenlande die Wohltaten der neuen Entdeckung zugängig zu machen und zur weiteren Ausbildung der Behaichlung beantragen, um ferner die Erforschung der rätselhaften Erkrankung, die wir jri?ebs nennen, zu fördern, hat fick) ein Verein gebildet. Er will die Mittel ausbringen zur Erwerbung der notwendigen Mengen des kostbaren Radium und an einer der Universität Gießen anzugliedernden H a u p t st c l le die Behandlung von Krebskranken beginnen. Später sollen weitere Stellen in Hessen auf Grund der gesammelten Erfahrungen und nach Maßgabe der vorhandenen Mittel üiid) an anderen Orten Hessens die Behänd^ lung von Krebskranken aufnchmen. Aber sehr große Mittel sind dazu erforderlick) sowohl zur Beschaffung des Radiums wie zur Bestreitung der laufenden Kosten: denn es sollen unbemittelte Kranke auH allen Teilen 5>esseus mit dem neuen Mittel kostenlos behandelt werden. Der Verein bittet deshalb, nach Kräften das dem Gemeinwohl ge Rinn (Heuchelheim), Heinrich Gclsebach ''P. v. G1 ; 2 Steile: Richard Kull mann (Gymn.l, Will), Reinhardt -B. v 61?, Ernst Geyer (Gymn.), Luise Klemmrath 3. Preise: xy K Schirmer ^Gymn), Lilli Herrmann «DB.), Berta Fix 9.1.', Th. Simon (V. v. 61), Otto Köhler (R.-G.). 1. Preise. 80 S i l b en : Will). Schmidt (Ges.), Emmi Frees «T.V.), Adolf Störiko HGhmn.), Anna Krauskopf (Ges.), Aenne Melior, Else Schmidt. Lisel Klifsmüller iT.-V.); 2. Preise: Hch. Bernhardt (V. v. GIL Ernst Gilbert 00.), Hch. Bosold C®. v. 61), Ph. Jung, Albert Ranft (Ges.), Georg Grünig,, Karl Hammel iB. v. 61-, Arthur Sack (R.-G 3. Preise: Ernst Hühnlein (B. v. 61 l Christian Kaiser (Ges.). 1. Preise. 100 Silben: Toni Finkernagel, Paula Thomas (D.-V.l, Lothar Buss (Ges.), Jakob Schmidt B. v. 61), Karl Freund iR.-G), Adam Urban Lichj, Karl Lull (G.), 2. Preise: Georg Bondran (V. v. 61 , Arthur Rosenbaum H- G.), Erwin Jäger (G), Willi Wallenfels (R.-G.), Ludwig Schmidt (R.-G.), Fritz Weih (Ges.); 3. Preise: Karl Röder (V. v. 61), Otto Nuppel, Hugo Rühl (R.-G.), Wilh. Blank (93. v. 61), Otto Hofmann (Real-Gymn.), Hugo Frees (Rcal-Gymn.). 1. Preise 120 Silben: Gustav Horeyscck (H.), Else Frees (Tamen-93.), Waldemar Schlehenbecker (R.-G.), Ed. Rademaker «Verein v. 61); 2. Preise: Otto Hosmann-i'H.), Hch. Müller «93. v. 61), Otto Kling (R.-G ), Fr. Schomber (93. v. 61), 3. Preise. 140 Silben: Ldg. Krämer «'R.-G.), Hermann Mäurer (93. v. 61). 3. Preise. 160 Gilben: Fritz Schliephake(R.-G.). 1. Preise. 180 Silben: Hugo Wallenfels (G.'). 3. Preise. 220 Silben: Hermann SMeenbecker (H. u. R.-G). Otto Trapp (G.). Lobende Erwähnung: Rudolf Fourier (G.), Wilh. Weller (R.- G.). — Beim Preis-Schön- und Richtigschreiben erhielten 1. Preise: Wilh. Weller (R.-G.). 2. Preise: Hermann Schleenbecker (H. u. R.-G.), Ed. Rademacker (93. v. 61), Fr. Schliephake (R.-G.). — Ter Verein von 1861 hatte gelegentlich des Gautages einen „gemütlichen .ZLbend" veranstaltet, der auf das beste verlief. I. H e u ch e l h e i in , 17. Rov. Am Samstag abend hielt der O r t^ O b st - und Garten bau verein eine Versammlung ab. Ans der Tagesordnung standen folgende Punkte: I. Was ist An beachten für den nächstjährigen Blumenschmuck ? 2. T er Wert unserer Obslbä'ume? 3. Was sollen Obstbauvereine sich auschaffen? Während des 9lbends trafen 11 Herren dem Vereine bei, so daß er nunmehr 52 Mitglieder zählt. e. Ridda, 17. Nov. Der Eisenbahnverein für den hiesigen Bezirk wählte, da der bisherige Vorsitzende sein Amt mcdergelegt hatte, an dessen Stelle Bahnmeister Rah n. Am 30. November feiert der Verein den Geburtstag des Großherzogs. m. Hungen, 17. Nov, Gestern abend veranstaltete der Nadfahrcrvcrein „Germania" im Saale der „Traube" eine theatralische Abcndunterhaltung. Tas vater- ländische Schauspiel „Tie liüfcorocr" wurde recht wirkungsvoll aufgeführt. Auch die lebenden Bilder, die Episoden aus dem Jahre 1813 darstellten, gefielen sehr gut. Mit Tanz schloß die 93er- anstaltung. — Laubach, 17. Nov. Der im vorigen Jahre hier gegründete Gustav Adolf-Frauenverein veranstaltete gestern abend im Saale des „Sobmser Hof" eine Abenüun'.erhaltung. Tie für den Abend harmonisch zusammengestellte Böriragsfolgc im Sinne der 100jährigen Wiederkehr der deutschen Befreiungskriege wurde eröffne^ mit einem stimmungsvollen Prolog, ver'atzt von Frau Gymnasial! i ektor Müller, uns ausdrucksvoll von Frl. Else 2 t o tz zum Vorirag gebracht. Ihm schloß sich an das „Ri.der ländische Dankgebe." gelingen mit Orchesterbegleiiung von Sckü lern des Gymnasiums un er Lri ung des Reallehrers G e r d a r d. Im Mittelpmt't des Abends stand das Vollsschauspiel „Aus gras',er Zeil" von Jakob Durst. Pfarrer V o l p widmete im Lause des Abends den Veranstaltern der Menduntcrhaltung herzliche Dankes worte. Die durch Eintrittsgeld erhobene Summ? ergab 150 Mark. L. Friedberg, 17. Nov. Gestern abend fand das erste Wintervcignügen des Vereins der 116er statt, zu dem viele Offiziere der hiesigen Garnison, wie des .Bezirkskommandas .er- schienen waren. Universitätr-Naehrkcbten. — Ter Groscherzog von Baden hat mit Wirkung vorn 1. Ami! den ordentlichen Professor der Mathematik an der Universität Heidelberg Tr. Leo Königsberger auf sein Ansuchen wegen vorgerückten Alters unter Anerkennung seiner langjcchrigen treu- flclri’lcjcn und ausgezeichneten Dienste und unter Ernennung zum Wirkt. Geb. Rat in den Ruhestand versetzt und ihm gleichzeitig den Ebarakter als ordentlicher Honorarprofessor an der Universität Heidelberg verliehen. Vermischte». * Aus der Reichshauptstadt. Auf dem Pots- damer Platz verunglückte gestern Nachmittag der Stabsarzt Schmidt vom Obcrschles. Infanterie-Regiment Nr. 62 in Cosel. Er übersah beim Ucberschreitcn des Fahrdammes das Herannohen eines Straßenbahnwagens und wurde von die sein erfaßt und zu Boden geschleudert. Obgleich der 9Lagen sogleich hielt, hatte der Verunglückte doch so schwere Kopfverletzungen davongetragen, daß er ins Krankenhaus geschasst werden mußte. — An der Ecke der Charlotten- und Behren-Straße geriet gestern abend ein Autoomnibus auf beni schlüpfrigen Asphalt ins Schleudern und fuhr auf den Bürgersteig gegen einen großen Gas-Kandelaber. Eine Frau, welche mit ihrer Tochter gerade vorüberging, wurde von dem Autoomnibus erfaßt und so stark gegen den Kandelaber gedrückt, daß sie bereits bei der Ueberbringung nach der 11 n fallstatzion verstarb. — Ueber 30 Millionen Totalisator-Umsatz sind in der gestern beendeten Nenn-Saison auf den Berliner Galopp--Bahncn erzielt werden. Tics bedeutet gegen das Vorjahr ein Mehr von 4954 385 Mi'. * Ausbrecher. Aus Sarajewo wird gemeldet: Nach Durchscilunq der eisernen Fenstergitter flüchtete aus dem Gefängnis der zum Tode verurteilte Mörder Stift mit zwei Zellengenossen. Die Flüchtlinge haben sich mutmaßlich nach Montenegro gewandt. , * Kohlengasvcrgistung. Aus Witzen Hausen wird gemeldet: In dem Dorfe Asbach erstickten in der vorigen Nacht die Frau des Gutsbesitzers Bauer und eine zu Besuch weilende Verwandte, ein dreijähriges und ein neugeborenes Kind durch aus dem Ofen ausströmende Kohlengase. * Ein Auto überfahren. Aus Duisburg wird gemeldet: Ein auf der Heimfahrt lu?griffenes Automobil der Berliner Automobil-Gesellschaft zu Duisburg wurde heute Nacht auf dem Bahnübergang zu Oberhausen vom Zuge überfahren. Von den Insassen wurde das Duisburger Ehepaar Funk schwer verletzt. Der Lenker und ein neben ihm sitzender Herr wurden leicht verletzt. Tie Pegoudflüge — ein großer Fehlbetrag. Frankfurt a. M., 17. Nov..Tie Pcgoudswen Flüge schließen für die Unternehmer mit einem anscheinend gewaltigen Fehlbeträge ab. Nach vorläufigen Berechnungen wurden an beiden Tagen zusammen rund 30 000 Mark eingenommen. Diesen Einnahmen stehen Ausgaben von 90 000 Mark gegenüber, und zwar an den Flieger 80 000 Mark und für mancherlei Nebensachen 10 000 Mark. Bleibt also ein Fehlbetrag von 60000 Mark, den die Garantie- zeichner zu decken haben. Amtlicher Wetterbericht. Wetleravssichten in Hessen für Tlitnvocb, den 119 Nov 1913: Zunächst irnb mit Negenjällen, |pä er Abnahme der Niederschläge und der Bewölkung. Letzte 21 rieb teil. Gcsamtausstand der französ. Bergleute. Paris, 18. Nov. Wie aus Lens gemeldet wird, hat der Ausschuß bcs Bergarbeitcrsyndikats beschlossen, die Bergleute in einem Anfrnf zum Gesamtausstande aufzufordern, um durch diesen gegen den Beschluß über die Zulassung von Ueberstundeu zu protestieren. Gattenmord. Göppingen, 18. Nov. Der Hofbesitzer Reiß kam in Streit mit seiner Frau und erschoß sie dabei mit einer Zimmerflinte. Tie Frau wav» sofort tot. Der Täter stellte sich der Polizei. Aus Mexiko. W a s h i u g t o n , 18. Nov. Sämtliche Blätter tragen hinsichtlich der Entwicklung der mexikanischen Angelegenheit eine besorgte Miene zur Schau und besprechen besonders die Sonntagsarbeit Wilsons und das Unterlassen des Kirchenbesuches sowie die Beratung mit Bryan als Anzeichen einer hochernsten Lage. Neben dem Rücktritt Aldapes, der Huerta zur Nachgiebigkeit riet und Huertas G r f I ä =- rung,oaßerdasSpi*elausspielenwerde, wird als besonders peinlich empfunden, daß Carranzu jede Einmischung auswärtiger Mächte schross ablehnte und das Versprechen verweigerte, nach der Aufhebung des Einfuhrverbotes für Waffen, die Waffen nicht gegen die Amerikaner zu richten. New Pork, 18. Nov. Nach einem Telegramm aus Mcriko ist dort die Nachricht ciugetrofscn, daß Huerta zum Zurücktritt bereit ist, so bald der Kongreß zur Session am Donnerstag zu- sammcngetreten ist.__ Giessen, den 17. November 1913 7511 Danksagung. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme und die vielen Kranzspenden bei dem uns so schwer betroffenen Verluste sagen wir herzlichen Dank. Konrad Weller II. und Kinder. Erwin Die glückliche Geburt eines prächtigen Sonntagsjungen zeigen hocherfreut an Ludwig Bepler und Frau Minna geb. Berg Wetzlar (Braunfelser Straße), 16. Nov. 1913 09137 Vermietungen 7 Zimmer | BtrBr.S5!!L— 6 Zimmer | 74771 Wegzugsh. sch.K-Zimm.- Wohn. m. Lalk. M. 550 sofort. Näh. Löberttr. 17, 1. Stock. [ 4 Zimmer Schöne 4 Zim. Wobnnna mit Bad, Gartcnanteil und Blcichplatz au vermieten. 7119] Eberstrakc 5 v. 0T Eder st rasse 14 "18 4»Zim. Wobn. mit Zubehör zu v. 91 äli. b. E. H. Müller, Schillerstr äße 26. 144304 3 Zimmer | Bismarckstraßc <3. Etage» 3 eleg. Zim. in. Bad, Balkon, clcftr. Licht ?e. in fein. Hause ah verrn. Näh. L. Ältboff, Walltorstraste 16 und Liebiw st raße 83 ii n La den. [5921 Bleichstraße 40 II. idj. 3 Z. Wohn, wegzugshalbcr ver l.Dez. a. ruh. Leute z. v. 17265 WUttWim per 1. 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Ich erkläre hiermit, daß ich durchaus nicht gegen das Gastwirtegewerbe und deren Angestellte, sowie gegen die Arbeiter im allgemeinen Dorwürfe erhoben habe, sondern nur gegen die Familienväter, die durch übermäßigen Alkoholgenuß in Not und Elend geraten und letzten Endes aus den Steuergeldern pp. der Mitbürger Armenunterstützung beziehen müssen. Ich bin selbst nicht Abstinenzler. Ferner trete ich sogar selbst für Schutz des Gastwirtegewerbes ein. 7528 Karl Zorn. Nationalliberale Partei. Bekanntgabe des Wahl - Resultats im Kaiserhof (Parterre). D*8/'1 Der Vorstand. FslWiiil. WsMlei Zur Entgegennahme des Wahlresultats Zusammenkunft im Restaurant Metropole Ploekstraße. v„,„ Metz, Vorsitzender. Freidenker - LereinMng Gießen Mittwoch, den 19. November 1913, abcnbS 8‘ । Ubr, im Saale des Hotel (Sinborn Oeffeutlichkl lortrug mit Diskussion deS Herrn Pros. Dr. Broda, Paris, über: „Die religiöse Weltkrise" Eintritt frei!(P1$/nl Der Vorstand. U j Mittw. abends 8'/, Ubr Vortrag™ Saale^oftfeicr Jie Hmschtst dcs ülntidiriftcn mit ütr Zahl 666 u. "eint Wicdttbclcbllng in Der (snbjtii. 7486 liahnhofKfraße 34 CD £ DD CD CD 0? z D CD r— -3 ä DD *0 CD 5 0) M Q CD * D CD 3 ram' Unter W L-,.- M ..** Miiiitrn ^au ■v KettrctMt > krimmlMng "i t*DT -l^uk lfiii(6fn rktu im werten I poundL uhr -5Lk. wrur iiratr Zn der S nacb vunde 77 Zrrnao-H" ^aftskrach Stiche Baun nn auch viel lÜtm. Äui 1917 wüste Kl »ber eine Au utitftc, wie I st-UKN Tti Boruk »am die Bersi Erscheine yi Landes au Generalsckr vaftt Statuten xr Ä a r t i ii * ciBrrn daraus, jtrtf, die Aust drirfi vom Et iv-ond mit 56 ftrf, bitt lief DO Mk. meh xligtnfiabt Pf: 70 auf 83 gffl Sirkn des v alpinen Bere und bet kt finrm runa der / in ater nur ;u ut An 9min b, k; rr eine qtifc Wx durch d S'fauuqm caüqft H«t autertz mü Bd Tlimb iil uv I .. ^M°nn, f( fiten s, l1'*’'-n Bymtf ; nfll 8F:***?nter £ SySfi liL’*tV'. L ™ “r, err0 - i'l ®®*if *0111