Abteilung. Diese Bettstelle Matratzen d.-, 15.-, 26.-, 34.- erl. Einrichtung simmer und Küche: len L A.- Mk. 50.- immoöe „ 94« schrank " 45^? »ranke ä 6.75 . 1350 Kt „ 36.- ii'ch 12.- itühle ä 350 „ 7.- , « 55- ch „ 24.- lhle ä 3.50 , 10.5(1 Zimmer mir Mk. 277.50 Amaliliinii Mk. Ü'i- Divan in rot. grün, bla Mk. 55.- VU» S SÄ [et Ihnen die sröhitn 'hlung Ober gegen!?' Sssag-W llüllll raße ZI«?*: •jysä*-wl* Er. 145 Drittes Blatt 9 General-Anzeiger für Gberheijen Erschein! lägttch mit Ausnahme des Sonntags. Die ..Siebener.^emMenblötter" werden dem „Anzeiger" viermal wschenttich beigelegt, das ..Kreisßlatt ffir den Kreis Sichen" zweimal wöchentlich. Die „Londwirtschaftlichen Seit, trsged" erscheinen monatlich zweimal. Samstag, 2j. Juni 1913 Rotationsdruck und «Zerlag der Brnhl'schen Universuäls - Buch- und Sleindruckerei. 9t Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« straße 7. Expedition und Verlag: 51. Redaktion: 112. Tel.-ALr.: ^lnzcigerDreßen. Der Kaiser in Hannover. Hannover, 20. Juni. Der Kaiser traf mit Gefolge mittelst Sorrderzugcs um 7 Uhr 45 hier tein und Veaab Nch imter lebhaften Kundgebungen des Publikums nach dem Könrglichcn Schlosse, wo er Wohnung nahm. Das Wetter rst trübe. Eine Rede de8 Kaisers. Bei der Einweihung des neuen Rathauses hren der Kaiser auf die Begrüßungsansprache des Stadt- rnrcktors Tramm folgende Rede: banfe Ihnen und den städtischen Kollegien für die freund- I- p^^ung zur heutigen freier. Ihre Begrüßungsworte und dre Mrr in den Mauern Ihrer schönen Stadt heute zuteil gewordene besonders herzliche Aufnahme, spiegelten die freudigen Empfindungen lebhaft wieder, mit denen 'Uteine treue Stadt und Provinz Hannover im Wettbewerb mit den übrigen Teilen der Monarchie rn btefen festlichen Tagen bic Vermählung Meiner geliebten Tochter und Mein 25 jäbriaes Regierungsjubiläum begleitet und mit» gefeiert lzaben. Roch ganz unter dem erhebenden Eindruck dieser festlichen Begebenheiten freue Ich Mich, hier auch mündlich für alle die zahlreichen Beweise der Treue, der Liebe und des Ver> trauens Meinen innigsten Dank ausdrückcn zu können. Zugleich beglückwünsche Ich Meine Haupt- und Residenzstadt Hannover zu dmr neuen Rathaus, zu dessen Weihe wir hier versammelt sind. Durch langiährigc mühevolle Arbeit ist es gelungen, den gewaltigen Ban zur Vollendung zu bringen und ein Wahrzeichen des kraftvollen Aufblühens und des wirtschaftlichen Aufschwungs Ihrer Stadt zu errichten. Dkft den beiden ttcfslichen Bildwerken vor uns hat die Stadt ihren Dank für die landesväterliche Fürsorge Meines Hauses in innigster Weise zunr Ausdruck gebracht und damit zugleich von ihrer treuen Anhänglichkeit und loyalen Gesinnung ein beredtes Zeugnis für alle nachkommenden Geschlechter abgelegt. Möge das neue Rathaus alle Zeit eine Stätte sein, an der für das Wohl einer glücklichen Bürgerschaft mit ?8eishcit, Hingebung und Pflichteifer beraten und gearbeitet wird im Aufblick zu Gott und treu zu König und Vaterland. Indem Ich nun den Pokal ergreife zur Weihe dieses Hauses, dessen Bal- kone Ich mit den Frauen und Jungfrauen Hannovers geschmückt sehe, schließe Ich auch diese hier ein und trinke auf das Wohl Meiner getreuen Haupt- und Residenzstadt Hannover und das Glück ihrer Bürgerschaft. Das neue Rathaus ist mit einem Kost-enaufwand von mehr als 10 Mill'. Mart errichtet. Tas monumentale Bauwerk, zu deni vor zehn JaHren der Grundstein gelegt wurde, ist nach dem Entwurf des Geheimen Baurats Eggert ausyeführt unb nach dessen Rücktritt von Prof. Hal mH über vollendet worden. Ten Mittelpunkt der den Ehrenhof umschließenden einzelnen Flügel des Rathauses bildet eine bis fast 100 Meter aufsteigende, mit einer vergoldeten S-pitze versehene .Kuppel, die sich über der 30 Mtr. hohen Eingangshalle wölbt. Von dieser Halle führt eine MarmortrcPpc, die mit überlebensgroßen, in Bronze ans- geführten Standbildern Kaiser Wilhelms I. und Wilhelms II. geschmückt ist, zu den Fefträumen, die von erster Künstlerhmtd ausgeführt sind. Kloster Loccum, 20. Juni. Die Fahrt des Kaisers nach Kloster Loccum ging über Nenndorf und Rehburg. lleberall auf dem Wege, auch in Loccum selbst, zeigte sich reicher Naggenschmuck'. Schulten und Vereine bildeten Spalier und begrüßten zusammen mit der übrigen Bevölkerung den Kaiser. In Anwesenl)eit des Kaisers fand fobmrn die Feier des 7 5 0jährigen Jubiläums des protestantischen Klosters Loccum statt, welches reichen Schmuck angelegt hatte. Kurz nach 3 Uhr traf der Kaiser im Automobil ein und wurde au der Stiftskirche von dem Abt, welcher die Mitra angelegt hatte und den silbernen Krummstab in her Hand hielt, und den Konventualen des Klosters empfangen. Mit dem Kaiser kamen Prinz Waldemar und la.ußer den Herren des Gefolges noch der kommandierende General v. Emmich. Ferner waren u. a. anwesend: der Kultusminister v. Trott zu Solz, Ober- präsidcnt v. Wentzel, der Kurator des Klosters, der Präsident des Landeskonsistoriums Steinmetz, Regierungspräsident Graf Berg-Schönfeld und Landeshauptmann v. d. Wense. Nachdem der Abt die Konventualen vorgestellt hatte, fand in der Stiftskirche ein liturgisch reich ausgestatteter E^ottesdienst statt. Ter Kaiser iirtfynt neben dem Altar Platz. Der Abt legte seiner Fest- prddigt zu Grunde Lucas 19 Vers 40: „Wo diese schweigen, werden die Steine schreien." In seiner Festrede aab der !Abt einen Ueberblick über die eigenartige Geschichte des Mofterd. Der Kaiser verlieh dem Abt und Oberkonsiftorial- rat Dr. Georg Hartwig den Stern zum Kroncnorden 2. Kl., dem Kurator des Landeskonsistoriums, Steinmetz, die Krone zum Roten Adlerorden 3. Klasse mit der Schleife, dem GeneralsusTerintendenten Möller den Kronenorden 2. Kl., ferner noch eine Reihe weiterer Auszeichnungen. Tie Rückfahrt nach Hannover erfolgte gegen 5 Uhr. Dort speiste der Kaiser beim Oberpräsidenten v. Wentzel. Ein Erlaß des Kaisers. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht folgenden Erlaß Seiner Majestät des Kaisers: In dein an ernften und frohen Gedenktagen so reichen Jahre ist Mir ein besonders glücklicher Tag beschicden gewesen, der Tag, an welchem Ich vor 25 Jahren auf den Thron Memer Vater berufen wurde. In Gesundheit habe Ich ihn mit Ihrer Maieital der Kaiserin und Königin, Meiner Gemahlin, tm Kreise unserer Kinder und Kindeskiuder freudig begeben können. Ich danke Gott, baß Ich mit Besriedigung zurückblicken darf auf die vergangenen 25 Jahre ernsten Schaffens, auf die großen Errungenschaften, welche ste dem Vaterlande auf allen Gebieten des geistigen, sozialen und wirtschaftlichen Lebens gebracht haben. Auch dre beispiellose Zunahme an VslkZkrast und Rntionaloerinogen, das auf dem Fundament der Einheit der deutschen Stämme und ihrer pursten von Kaiser Wilhelm bem Groben errichtete deutzche vaus, ist nach innen imb außen weiter ausgebaut zu einem geschützten und freundlichen Aufenthalt für ferne Bewohner. Daß dies unter dem befruchtenden Strahle der Friedenssonne geschehen ist, deren Krast zedes am Horizont auftauchende Gewölk siegreich zerltuckelte, macht Llich besonders glücklich: ein Herzenswunsch ist Mir damit in Erfüllung gegangen. In reicher Fülle ist Mir an Meinem Ehrentage Siebe und rreue Anhänglichkeit von allen Seiten entgegengebracht worden. Die e stauchten Fürsten und die Freien Städte haben es NZ . m ck lvrhruen lassen, ihre Mich beglückende kitreundschast und die Festigkeit d"s Bandes Deutscher Einheit durch perfonliche Ueberbrmgung inemidschastlicher Glückwünsche von neuem zu bestätigen, ^as d'wtsche Volk hat Mir durch Abordnungen und Tausenden von Zuschriften, Telegrammen und künstlerischen Adressen aus alleuGmren des Vaterlandes, aus den Kolonien und aus allen Teilen des Erdballes^ treue Glückwünsche kundgegebeii. In Stadt und Land ist der -tag mit sreudiger Teilnahme festlich begaiigen ivorden. In den festlichen Veranstaltungen der Parlamente, Behörden und Vereine und in den freuiidlichen Festartikelii der TageSprcffc ist eine patriotische G e s i ii ii n n g von außergeivöhii- licher Stärke zu Tage getreten. Aber lischt aus Glückwünsche »nid Festreden alleiii haben sich die Mir gewidineten Austnerksam-- reiten und Ehrungen beschränkt. Wenn Festessreude mit bem Aerzen einpsunden wirb, drängt sie znr Betätigung durch Dankopser. Provinzen, Kreise, Städte, Gemeinden und Vereine haben trotz hoher Ansorderungen an ihre Opserivilligkeit sich gedruiigen qesühlt, zahlreiche, mit Meinem Rainen verbundene Stiftungen zu errichten, dazu bestimmt, die Not der Bedürftigen, Kranken und Eleiiden zu lindern iiild gemeinnützige Bestrebungen mannichfaltigster Art zu lörderu. Zu Meiner Freude ist dabei auch der in unseren Kolonien segensreich wirkenden christlichen Missionen uni) der mit Glücks- 9fitem nicht gesegneten Veteranen ans großer Zeit dankbar gedacht worden. So i ft Mein Regierungsjubiläum zur Quelle eines S e g e ii s st r 0 »i e s für die d e ii t s ch e ii L a n d e noch f n r k 0 rn ,n en d e G e s ch l e ch t e r g e iv 0 r d c n. Beglückt und bcivegt durch die Begeisteruug, mit der Mein Ehren- lag als nationaler Festtag gefeiert worden ist, spreche Ich jedem einzelnen, welcher Meiner so frelmdlich gedacht und zur Erhghung der Festesfreude bcigetrageu hat, aus diesem Wege Di e i n e u wärmsten Dank aus. Ich werde auch ferner für das Wohlergehen des deutschen Volkes gern Meine v 0 l l e K r a s t e i n s e tz e n, so lange Gott der Herr sie Mir erhält. Er aber ivolle Mein Wirken und Streben mit seinem Segen begleiten und das teure Vaterland alle Zeit in seine gnädige Obhut iiehmen. Der Abschluß der ersten Ausschuhlesung der vesitzfteuer. :: Berlin, 20. Juni. Der Budgetausschuß des Reichstags hat in fleißiger Arbeit heute die e r st e L e s u n g des Besitz st eu er gesetzes erledigt unb bann die übliche Frühstückspause gemacht. Sie hat nur fünf Sitzungen dazu gebraucht, davon für die eigentliche Besitz steuer nicht einmal volle drei, du zwei Sitzungen durch die Beratung des Finanzgesetzes beansprucht wurden, zu dem Vas Bcsitzsteuer- gesetz formell eine Anlage darstellt. Der Abschnitt über die Wer ter m i ttelnn g führte in der heutigen Sitzung noch zu längeren Erörterungen: in der Hauptsache handelt es sich bei den hierbei gestellten und zumeist angenommenen Anträge?! um Folgerungen aus den .Beschlüssen der ersten Lesung des Wehrbeitrags: insbesondere war, da das Gesetz als Reichsgesetz in Aussicht genommen ist, eine Aenderung der Bestimmungen über die Veranlagungsbehörden erforderlich. Hierzu lag eine Reihe Anträge des Nationalliberalen Schiffer vor, die der Schatzsekretär, da sie auch sonstigen Gesetzesvorschriften entsprechen, befürwortete. Dagegen äußerte er Bedenke?? gegen eine von den Nationalliberalen empfohlene Entschließung, die die Forderung erhebt, daß bei Ausführung des Besitzsteuergesetzes Reichsbevolt- mächtigte zu Reichsbeamten gemacht werden mit her Erweiterung ihrer Befugnis und Vie Veranlagung nicht den Behörde?? un d Beamten der allgemeinen Verwaltung, sondern besonders finanz- und steuertechnisch ausgebildeten Beamten übertragen werde. Indes sagte der Schatzsekretär zu, in die Prüfung dieser komplizierten Frage erneut einzutreten; man müsse vorsichtig vorgehen, um nicht unter Umständen das Avancement der Beamten zu verschlechtern. Die Fortschrittliche Volkspartei wünscht eine alljährliche Berichterstattung über die Tätigkeit Vieser Beamten: hierfür hält der Schatzsekretär auch für den Reichstag ein Bedürfnis nicht für Vorhanven. Scharf wendet sich ein Konservativer gegen die erwähnte Entschließung der Nationalliberalcn, die eine Spitze gegen den preußischen Landrat habe. Man vürfe die Rechte der Einzelstaaten nicht einschränken. Die Sozialdemokraten erklären, dem ganzen Gesetz durchaus kühl gege?rüberzustehen; sie seien aber bereit im einzelnen mitzuarbeiten und würde?? für die Anträge der bürgerlichen Linken stimmen. Allerdings seien schon nach der bestehenden Reichsversassung die Bevollmächtigten Reichsbeamten. Tie Anträge werden in der Abstimmung angenommen. Die Sozialdemokraten beantragen die gesetzliche Steuerpflicht der Bundesfürsten. Ter Schatzsekretär wendet sich lebhaft gegen diesen Antrag; hier liege die Sache anders als beim Wehrbeitrag, wo die Fürsten aus freien Stücken ihre Beteiligung zu- qefaat haben. Hier handelt es sich um die Frage, ob oer Reichstag berechtigt sei, in ein Etatgesetz Bestimmungen hineinzusetzen, die von der Regierung an sich ab gelehnt werden ?nüßten, aberuichtabgelehnt werden können,umnichtdasganzeEtatsgesetzzugefähr- d en. Diese Frage sei für die Regierung von so ungeheurer $ Deutung, daß sie gar nicht nachgeben könne u?ü> nicht nachgeben dürfe. Denn sonst würde der Einfluß der Re- gjerung völlig ausgeschaltet. Man fei damit beschäftigt, ein ungemein großes Werk zu- standezubringen unter Mitwirkung sämtlicher Parteien. Die Regierung habe auch sehr große Opfer bringen müssen, um zustimmen zu könne?? imi> in einem solchen Moment möge man doch nicht eine Streitfrage hineinwerfen, die das Gesetz zum Scheitern bringen müßte. Der Antrag der ^Sozialdemokraten totrb gegen die Stimmen der Antragsteller und der Bolkspartei abgelehnt. Die ablehnenden Parteien stehen auf dem Standpunkt, daß es sich hier einfach um eine Anslegnngsfrage handle, über die eventuell die Gerichte zu enticheiden haben. Bei dem Abfchnitt über die Besitz steuerer kl ärung beantragt Schiffer die Streichung der eidesstattlichen Versicherung. Man töiute die Vermehrung der Verwendung des Eides nicht befürnrorten; man möge eine Verschärfung der Strafen einfützven, aber weiteren Gavrssens- zwang zu schaffen, fei bedenklich. Ter Antrag wird einstimmig angenommen. Auch bei den folgenben Abschnitten werden Anträge Schiffer angenommen, die größtenteils rebaEteonefle Aen- dernngen cirtbalien oder die Konfeguenzen der .Fefhtelluug des atz ReiMgejer. in sich schließen. Ein sozialdemokratischer Antrag fordert 0,2 pro Mille als eine verschleierte Vermögenssteuer. Der Antrag soll den Gedanken, der offenbar ursprünglich in dem bürgerlichen Kompromiß enthalten war, wieder anfncInnen. Ter Schatzsekretär wendet sich gegen den Antrag, der n n durchführbar fei und möchte wünschen, daß hierfür ei n besonderes Gesetz eingefuhrt unb daß nicht etwa bie Vermögens- st e u e r unter falschem Namen ein geführt werde Ein Mitglied der Volkspartei ist gern bereit, an sich für bat Antrag zu stimmen: wenn aber bic Vertreter der Regierung' entschieben erklären, daß der Anttag nicht annehmbar sei, dann stehe er genau auf bem Bvbcn, den er riiiqcnommeit habe in der Frage der Vermögenssteuer selbst, nämlich bas Unmögliche dann nicht mehr anzustrcken. Der Schatzsekretär erklärt, baß bic verbünbeten Regierungen eine Vermögenssteuer ans den bekannten Grünben nicht annehmen können, sie konnten also auch nicht es in biescr verschleierten Form tun. — Ter Antrag wirb abgelehnt. Auf Anfrage erklärt ber Schatzsekretär, baß eine Stundung namentlich bei Erbgang in lanbwirtscl-astliche?r Grunb stücken stattfinden soll im Sinne der früheren Handhabung unb ber Bestimmungen im Erbfallsteucrentwurf. Zn ben Strafvvrschriften beantragt Schiffer, daß auch die Verurteilung auf Kosten des Schuldigen öffentlich bekannt gemacht werben kann. Ein volksparteiliches Mitglied unterstützt diese Ausführungen durchaus. I Bei der Abstimmung wirb ber Antrag Schiffer, der eine ausbrücklicbe gesetzliche Einschränkung der Strafe vorselun will, auf ben Fall ber HinterzieHnngsabsicht, gegen bic National- liberalen unb Volksparteiler abgelehnt, der Antrag auf öffentliche Bekanntmachung ber Strafen wirb einstimmig angenommen. Zu ber Entschäbigung ber Bunbesftaaten für bic Erhebungskostcn liegt ein Antrag vor, zehn Prozent der 9tobeinnal>mcn ben Bundesstaaten zü überlassen. Gegen bi eien Anttag werben mancherlei Bcdenlen geäußert, namentlich nrirb hervorgehoben, baß j edes Prozent eine Million Mark koste. Speziell Preußen habe gar keine besonberen Auslagen, weil ja eine birefte Verbindung mit der Veranlagung zur Ergün?,ungsftcuer hergestellt sei. Man könnte höchstens nur bic tatsü chlichen K0sten bis zum Höchstbetrage von zehn Prozent erstticn. Ter Schatzsekretär befürwortet eine ausreichenbe Ent- fdiäbiqung. In allen Bnnbcsstaaten seien wesentliche Kosten zu erwarten, ba bic neuen Gesetze mit allen bestehenden Lanbes- gesetzen stark befferieren. Insbesondere der Wehrbeitrag werde hohe Kosten vernrsack'Cn unb er empfehle daher zehn Prozent, benn er möchte bavor warnen, nur bic Kosten zu ersetzen. Ter preußische G e n e r a I ft cu c rbi r c ft or tritt ber Auffassung entgegen, als ob Preußen nur geringe Kosten hätte. \ Ein Konservativer hält eine wesentliche Entschäbigung ber Bundes st aalen für durchaus erforderlich. Ein volksparteiliches Mitglied hält an sich fünf Prozent für hoch genug, gibt aber zu, daß manche Bnnbcsstaaten, die noch keine Vermögenssteuer besitzen, weit größere Kosten haben werden. Am besten wäre die Ersetzung bet Kosten, boch sei dies technisch nicht möglich. Man könne das erste Mal zehn Prozent, später fünf Prozent geben. Ein Zentrums Mitglied meint, Preußen werde allein durch den Tcklarattonszwang des Reichsgesetzes erheblich mehr an Vermögens- und Einkommenstenern ausbringen, so daß eine besondere Entschädigung hier eigentlich gar nicht mehr not- w c n d i g sei. Ta übrigens nur int dritten Jahre große Arbeit zu leisten sei (unb man trotzdem dreißig Millionen Mark zahlen müsse, so sei nach feiner Ansicht diese Entschädigung vielzuhoch. In der !Abfttm1n?mg wird der Antrag, für die erste Veranlagung zehn Prozent, später fünf Prozent Entschädigung zu gewähren, mit großer Mehrheit angenommen. Damit ist die erste Lesung des Besitzsteuergesetzes erledigt unb ber Ausschuß macht eine Frühstückspause. ' Nach ber Pause roenbet sich bie Beratung der Frage der Zuckerfieuer zu. Das Finanzgesetz beftintmt, baß bie Zuckersteuer in bei bisherigen Höhe, also 14 Mark, noch bis ?,um Enbe bes Rechnungsjahres 1917 aufrechterhalten bleiben soll. Dazu liegt ein sozial- bemokratischer Antrag vor, bie Ermäßigung ber Zuckersteuer mit bem Inkrafttreten bes Besitzsteuergesetzes et-ntreten zu lassen. Weiterhin ein Antrag Schiffer, ber bie Aufrechterhaltung ber bisherigen Steuer wünscht. Zur Begrünbung des letzteren Antrags wirb auf bie ganze Leibensgeschichte ber Zuckerstcuer verwiesen. Eine weitere Vertrösttmg auf bie Zukunft sei nicht zweckmäßig: man sollte also lieber diese Vertröstung ganz fallen lassen, selbswerständ- lich unter bem Vorbehalt späterer Ermäßigung der Zuckersteuer. Dagegen sollte man bic ganz einseitig wirkende Unrsatzsteuer iir Jahre 1914 aufbeben. Tie Abstimmung ergibt die Ablehnung des foziolbemokratifchen Antrages gegen bie Stimmen der Antragsteller. Ter Antrag Schiffer wirb mit ben Stimmen ber Nationalliberalen, Fortschrittler unb bes Zentrums angenommen unb mit derselben Mchrl^t ber betreffenbe Paragraph ber Regierungsvorlage. Damit bleibt bie Zucker st euer bis auf weiteres in ber bisherigen Höhe von 14 Mark bestehen. Sobann werben noch aus bem ReichSsternpelgefetz burch Annahme einer Reihe von Abünberungsanträgen bes Nationalliberalen K e n a t b bie Gefellfchaftsstempel angenommen. Morgen folgen bie Vercinbarungsstempel und unmittelbar darauf wird bie zweite Lesung des Webrbeftrags beginnen. Der prozetz Spohr-Sachem. Frankfurt a. M„ 20. Juni. Unter ber Anklage der fahrlässigen Tötung, ber fahrlässigen Körperverletzung unb ber Uebertretung des Reichsseuchengefekes haben sich bic praktischen Aerztc Dr Roderich Spohr und Dr. Ma^ Bachern von hier zu verantworten. Beide Aerzte stehen auf bem Standpunkt, baß bie Schutzpockenimpfung völlig zwecklos, ja birekt schüblich fei, und erstreben daher bie Aufhebung.des gesetzlichen Impfzwanges. Tas Unglück wollte es nun, baß Dr. Spohr selbst an ben schwarzen Blattern erkrankte unb bic Anklage wirft ihm vor, baß er unter Außerachtlassung ber Vorschriften bes Reichsseuchengesetzes bie Erkrankung nicht zur Anzeige gebracht habe, währe??b der Angeklagte behauptet, baß er bie Erkrankung ber Patientin als Winbblattern angesehen habe. Im übrigen habe er, weil er feine Lust gehabt habe, sich in ein Krankenhaus aufnehmen zu lassen, alles getan, um sich von der Außenwelt zu isolieren und dadurch eine Weüerverbreitung ber QranP- heit unmöglich zu ??rachen. In ber fraglichen Zeit habe ihn nur bet behändelnbe Arzt Dr. Bachem besucht, ber sich jeoesmal sorgfältig bcsinfiziert habe. In der Folgctztit erkrankten noch einige toeitere Personen an Pocken, M hat sich pftt zieuckichcr Sicherheit feMcllen lassen. vatz alle Falle auf Ansteckung Mrückzuführen sind. Ein Fall verlief tödlich, und Mar der einer Fran Marie Funk, die mn 18. Juli tr. 3. int städtischen Krankenhause verstarb. Dr. Bachern wird beschuldigt, durch Nichtanzeige der Krankhett des Dr. Spohr zur Weiterverbreitung der Seuche beigetragcn zu haben. Unter den erkrankten Personen befanden sich auch ein Kind uird eine Verwandte von Dr. Spohr. Dr. Spohr und Dr. Bachem haben bereits Strafbefehle wegen Versäumens der Anzeigepflicht in .Höhe von 200 und 150 ME. erhalten. Beide haben gegen die Strafbefehle Einspruch erhoben, über den aber nicht verhandelt wurde, da inzwischen die übrigen Anklagepunkte bekannt wurden. Die Entscheidung über die Strafbefehle wurde der Strafkammer überlassen. Zu der Verhandlung sind gegen 20 Zeugen geladen. Unter den Sachverständigen befinden sich: Kreisarzt Dr. Fromm lFrank- furt a. M'.h Geh. Medizinalrat Dr. Heinemann vom Medizinalkollegium in Cassel, Oberarzt Dr. Reift von der Medizinischen Klinik in Frankfurt, Dr. Böning (Groß-Lichterfelde) und Prof. Dr. Stricker (Bonn). Den Vorsitz in der heutigen Verhandlung führte Landgerichtsdirektor Heldmann, als Verteidigung sind die Rechtsanwälte Tr. Stettenheimer und Dr. Spohr (Gießen) tätig. Ter Angeklagte Tr. Srwhr erklärt, er sei unter dem Einfluß seines Vaters von Jugend auf Gegner der Impfung gewesen. Auf der Universität habe er sich mit dem Studium der Pocken beschäftigt, aber nie Pocken zu sehen bekommen. — Vvrs.: Trotzdem agitierten Sie gegen den staatlichen Impfzwang? — Angell.: Ich glaube, daß die Auflage mit der Frage, ob ich Jmpfgegner bin oder nickst, nichts zu tun hat. Der Angeflagte erzählte dann, tvie er zu einer Familie in der Bleichstraft.e gerufen wurde, wo er bei einer Frau die Diagnose auf Wafferblattern stellte. Er sei dann selbst erkrankt und habe seine Kinder zu Verwandten nach Gießen gescknckt. Er habe sich selbst behandelt, denn er wollte die Sache geheim halten, weil er wie Dr. Bachem zu einer andern ärztlichen Behandlung kein Vertrauen hatte. Vom 28. April bis zum 15. Mai habe er fest gelegen. Dann habe er Sonnenbäder genommen und an den Füßen die Borken mit einer Schere entfernt. — Bors.: Jät Ihnen nicht bekannt, daß die Wissenschaft diese Borken als Träger der Krankheitskeinte ansieht? — Angekl.: Ja, die Borken waren aber ganz fest. — Bors.: Können nicht die Partikelchen durch die Luft verbreitet werden? — Angekl. : Darüber habe ich mir keine Gedanken gemacht. — Die Zeugenvernehmung bringt Tetne wesentlich neuen Aussagen. Von Interesse sind die Aussagen einer Frau Heinz, die in Riga am Scharlach dav- niederlag und später von Dr. Spohr behandelt wurde. Sie berichtete, das; sich dicht neben ihrer Scharlachbaracke die Pockenbaracke befunden habe. Anscheinend durch Frau Heinz zogen sich deren hier wohnende Schwestern, eine Frau Müller und eine Frau Basel, leichte Hauterkrankunqen — vielleicht Pocken — zu. Der homöopathische Arzt Dr. D e l o s e a schilderte den Krankheitsbefund einer von ihm behandelten Patientin. Er steflte Pocken fest und machte sofort Anzeige. Dann erkrankte er selbst an denselben leicht, wurde jedoch bald wieder aus dew Krankenhaus entlassen. Frau Dr. Spohr, als nächste Zeugin, hat ihren Mann in der aufopferndsten Werse gepflegt, wobei sie durch Dr. Bachem Unterstützung erfuhr. Sie hatte von vornherein Verdacht auf Pocken, erstattete aber keine Anzeige, da sie ihren Mann nicht den Gefahren der Barackenbehandlung äusseren wollte. Dr. FrorniN vollzog später ihre Impfung. In geschickter Weise verteidigte sie sich sodann gegen die ibr von Dr. Fromm gemachten Vorwürfe auf mängelhafte Desinfektion daheim. Die übrigen Zeugenaussagen waren ohne Interesse. — Es begännet: nunmehr die Gutachten der Sachverständigen. Kreisrat Dr. From'm (Frankfurt) hat von der ganzen Angelegenheit erst Ende Juni erfahren. Auf Grund der anonpnien Anzeige begab er sich in das Spohrsche Haus und fand die Vera Spohr an Airsschlag erkrankt vor, seine Diagnose auf Wasserblättern 'ober echte Pocken war schwankend. Der behandelnde Arzt Dr. Bachem erklärte ihm, daß er das Kind seit mehreren Tagen zeitmängelshalber nicht mehr besuche. Die Erkrankung Dr. Spohrs verheimlichte Man ihm, ebenso die der Frau Dr. Strünkntann. Als. Dr. Fromm Spohr am' folgenden Tage sah, ordnete er sofort Absondertmgsmaftregeln an und schickte das Kind ins Krankenhaus. Nach seiner Meinung sind die nötigsten Sicher- heiLsmaßregeln vielfach außer acht gelassen, so bei der Reise der Kinder nach Gießen: ebenso war die Desinfektion unzureichend: ungesetzlich war auch der Aufenthalt fremder Personen bei Dr. Spohr. Die Erkrankung der kleine:: Vera ist auf die kranke Verwandte zurückzuführen. Gefährlich für die Umgebung war auch die Benutzung dm Veranda durch Spohr, ebenso ließ man das Dienstmädchen in Unkenntnis. Die gesamte:: Erkrankungen in Frankfurt sind auf Spohr allein zurückzuführen. Dr. Reift verteidigte die Vorwürfe gegen die Barackenbehandlung und bestätigte, daß Frau Funks Tod auf die Pocken zurück- znführen sei. Der gleichen Ansicht ist Prof. Dr. Fischer (FranL- furt), der die Leiche seziert hat. — Dr. Böing (Groß-Lichterfelde) dagegen sucht den Krankheitsherd in bent Baseltschen Hause, auch für Dr. Spohr, dessen Haus geradezu glänzend isoliert liege. Wohl habe sich Dr. Spohr gegen das Gesetz vergangen, ob aber bei ausreichender staatlicher Desinfektion jä>e Weiterverbreitung verhütet würde, sei doch sehr die Frage, wie dies neuerdings zahlreiche Beispiele aus Krankenhäusern bewiesen. Dr. Spohr muft als ein Opfer seines Berufs angesehen werden. Diesem Urteil schloß sich Prof. Dr. Stricker sÄmn) vvflstöndig an, wobei er Gelegenheit nahm, die Frankfurter Baracken einer scharfen Kritik zu unterziehen. — Im! Auftrage des Medizinalkollegiums der Provinz Hessen-Nassau b^eichnete Geh. Medizinalrat Dr. Heinemann (Kassel) das Baseltsche Haus ebenfalls als den Seuchenherd, aber Dr. Spohr müßte hier sofort Anzeige erstatten. Wenn Spohr seine Erkrankung 6 Tage lang für Windpocken hielt, so sei das nur ein Beweis dafür, daß die jüngeren Aerzte die echte:: Pocken gar nicht Mehr kennten. Der belastendste Punkt bleibt die Unterlassung der Anzeige, wodurch Leben und Gesundheit gefährdet wurden. Nachdem noch Prof. Dr. N ei ft er sich über die unzureichende Desinfektion im Spohrschen Haus geäußert hatte, vertagte man die Verhandlung auf Samstag früh 9 Uhr. Aus Stadt und La«-. Gießen, 21. Juni 1913. Die erste Flugpost in Gießen. Gestern mittag 12 Uhr lanLete auf dem Trieb, von Köln a. Rh. fo-nrnrcitb, Hauptmann Ossins vom Großen Generalstab, und der bekannte Flieger Leutnant Jolly, auf einer Rumpler-Taube, und stiegen um 5 Uhr 11 Minuten hu einer Weiterfcchrt nach Gotha wieder auf. Beim Landen hattet: die Herren, weil das Flugzeug einen Baum der Kirschen-ANee streifte, einen unbedeutenden Schaden am linken Flügel, der aber nach wenigen Minuten wieder ausgeglichen werden konnte. — Ein weiterer Flieger querte 12 Uhr 40 Min. unsere Stadt und führ nach Süden weiter En: Knab e in der Gegend der Garten strafte fand die erste Luftpost, welche in unserer Stadt anlangte und von dem Flugzeug hrrrühwte, auf und brachte sie mit Windeseile an die rrchtige Adresse, nämlich an das Großh Polizeiamt, wo bei Schutzmatrn Nr 19 dieselbe in Empfang nahm. Der erste Luftpostbrief für Gießen besteht in einem aus einem strotizbmch gerissenen Zettel und ist mit Bleistift red)t deutlich geschrieben. Auf der einen Seite steht- Luftpost, abzugeben am Polizciatnt Gießen Auf bcr andern Seite steht folgender Text: Bitte Meldung nach Darmstadt, alles geht gut, werden später in .Homburg neu BenKin aufMen. Halten mit Luftböen zu lämpfcu. Ltn. Davos, Lttr. Rieger, auf Euler-Taube 140 PS. Diese Mitteilung aus den Lüften wurde sofort an das Regiment zur weiteren Veranlassung übermittelt. ** Zum Regimentsjubiläum des 1. Kurhessischen Infanterie-Regiments Nr. 81 wird von hier atis ein Sonderzug für die ehemaligen Regimentsangehörigen aus der Gegend Wetzlar, Marburg, Frankenberg, Kirchhain und Gießen nach Frankfurt fahren. Aus Gießen haben sich 20 ehemalige 81 er zur Feier gemeldet. Landkreis Gießen. = Großen-Buseck, 20. Juni. Der Gesangverein Germania bittet uns seine jetzt abgeschlossene amtliche ©iegerhfte zu veröffentlichen, da in der ersten Zusammenstellung eintge Irrtümer unterlaufen seien: Klassensingen, Abteilung A, Klane I. 1. Preis Liederkranz Leihgestern mit 247 Punkten: 2. Preis Sängerkranz Grünberg mit 235. Abteilung A, Klasse II. 1. Prets Liederzweig Nied a. M. mit 234; 2. Preis Heiterkeit Annerod mit 218: 3. Preis Liederkra:^ Windecken mit 200. AbterlungA, Klasse III. 1. Preis Eintracht Butzbach mit .205 ; 2. Preis Lntzer- blüte Garbenteich mit 197; 3. Preis Harmonie Reiskirck)en mit 193. Abteilung B, Klasse I. 1. Preis Germania Burkhardsfelden mit 213: 2. Preis Männergesangverein Homberg a. Ohm mit 200. Abteilung B, Klasse II. 1. Preis Concordia Rödgen nut 219; 2. Preis Germania Wißmar mit 187. Als Sieger vom Hatlptehrenpreis blieb mit 124 Punkten Licderzweig Nied a. M. Im Ehrenpreissingen blieben Sieger: 1. Liederkranz Leihgestern mit 114 Punkten; 2. Liederzweig Nied a. M. mit 120; 3. Eintracht Butzbach mit 109; 4. Germania Burkhardsfelden mit 108; 5. Concordia Rödgen mit 100 Punkten. = Lollar, 17. Juni. (Gemeitrderatssitzung.) Anwesend : Bürgermeister Schmidt, Beigeordneter Gerlach; die Gemeinderäte Weber, Ringlest, Forbach, Bock, Schupp, Schmitt, Römer, Hofmann. Der Geineinderat nahm Kenntnis von der Abrechnung über die Erbauung der eletrischen Licht- und Kraftanlage für die Gemeinde Lollar. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 81999,45 Mark unh setzen sich folgendermaßen zusammen: a) Ortsnetz, aus geführt von der Firma Hindertür aus Siegen, 59958,79 Mark; b) Zähler, 481 Stück, von der A. E.G., 11211 Mark; c) Hausinstallation und Gratislampen, 8957,89 Mark; d) Sonstige Ausgaben 1871,77 Mark. Die Einwohnerzahl beträgt 2260 mit 284 Wohnhäusern und 453 Familien. Davon sind aw geschlossen 282 Wohnhäuser mit 451 Familien, außerdem 16 Kraftzähler mit zusammen 64 PS. Installiert wurden 2823 Lampen und 53 Straßenlampen. Herr Dr. Kraetzer aus Bingen war als Sachverständiger zugezogen und hat sich in seinem Protokoll über die Äbnahme des Leitungsnetzes und der Hausinstallation lobend ausgesprochen. — Sodann wurde beschlossen, mit dem 31. Dezember 1913 die Ge meindekra ntenversicherungLollar auf- zulösen und die mit den Kassenärzten abgeschlossenen Verträge zu kündigen. Hessen-Nassau. H. Marburg, 20. Juni. An: Donnerstag wurde hier als 4. Akademisches Festspiel Herbert Eulenbergs r93e(i nbe" unter Leitung von Direktor Sieger (Aschaffenburg) aufgeführt. Besondere Erwähnung' verdient die von Anfang bis zu Ende fesselnde Verkörperung der Belinde durch Marianne Wulf vom Schauspielhaus in Frankfurt a. M. Daneben hielt sich das Aschaffenburger Ensemble sehr tapfer und bot durchweg treffliche Leistungen. Herr Stiefenhoser zeichnete den Eugen mit ergreifender Natürlichkeit und lebenswarnter Empfindung. Auch Herr Wall bürg als Noger und Herr Dir. Steg er als Hyazint ließen keinen Wunsch unerfüllt. Die Darsteller der Nebenrollen endlich taten ihre volle Schuldigkeit, so daß der Gesanttcin^ruck der nicht leichten Aufführung sehr gut war. Die Regie Siegers schtif mit geschickter Hand ein stimmungsvolles Bühnenbild. Das zahlreiche Publikum spendete allen Darstellern, besonders dem Gast, reichen Beifall. Nächsten Montag wird „Erdgeist* von Frank Wedekind mit Gertrud Eysoldt als Gast zur Aufführung kommen. h. Frankfurt a. M., 20. Juni. "Das goldene Jubiläums-Bundesschießen im vorigen Jahr scheint mit recht schritten Äsharmonien schließen zu sollen. Wenn schon nicht mit Unrecht bemängelt wurd-e, daß von den: gewaltige:: Ueb-erschuß nahezu 85 000 Mark in die Kasse des Schützenvereins geflossen sind, obwohl von der gesamten Bürgerschaft eine bessere Verteilung der Gelder gewünscht war, so dringt jetzt die Tatsache in. die Oeft fentlichkeit, daß verschiedene Mitglieder der eii^elüen Ausschüsse, obgleich sie recht vermögend sind, Ehr en.ho no- rare in Höhe von mehreren tausend Mark gefordert und auch erhalten haben. Diese unerfreulichen Erscheinungen haben anscheinend dazu geführt, daß der verdiente Oberschützenmeister Adolf Jung zugleich mit dem ersten Schützenmeister Georg Roth ihre Borstandsämter niedergelegt haben. Eine Neuwahl findet am 26. Juni statt. h. Schwanheim a. M., 20. Juni. Am 29. Juni feiert der hiesige Vorschußverein das Fest seiner gol- oenen Jubelfeier. wandern und Reisen, Bäder und Lomniersrischen. — Salzungen, 20. Juni. Bis heute sind 1492 Personen zur Kur hier eingetrofsen. Nvrdseebad Düsunt (Holstein). Die Ferien-Svnder- züge erleichtern und verbilligen die Badereise ganz bedeutend, denn in Hamburg werden gegen Vorzeigimg der SonderMig-Rück- fahrLartet: Sonderrückfahrkarten nach Büsum für 6,80 Mark mit gleicher Zeittxmer verabfolgt. Dieselbe Erleichterung wird auf allen übrigen deutschen Eisenbahnen in den 'Ferien-Soüderzügen zu Beginn der Schulferien gewährt. Schweiz: Die kleine Touristenkarte ist soeben in neuer Ausgabe erschienen und enthält nebst dein Tarif unb dem Plan der vom 1. Juni 1913 an gültigen Generalabonnemeuts praktische Tourenvorschläge mit Kostenmu^abe und andere wissens- inerte Hinweise über das Reifen in der Schweiz. Die Abgabe erfolgt gratis durch die Amtliche Auskunftsstelle der Schweizerischen Bundesbahnen im Internationalen öffentlichen Verkehrsbureau, Berlin W. 8, Unter den Linden 14. Vermischter. * Nase nv vertat io ne n zur Beseitigung von Kopf- s chmerzen. Dr. Fröse-Hannover muckst in der „Deutschen Mediz. Wochenschrift" daraus aufmerksam, daß Kopfschmerzen, ja sogar nervöse Herzerkrankungen, durch Nasenkranfl-eiten (Polypen, Vergrößerungen der Nasenmuscheln nsw.) verursacht sein können und dtrrch eine Operation prompt beseitigt werden. Mattle. Gießen, 21. Juni. Marktbericht. Auf beutkgem Wochenmarkte kostete: Butter das Pkund 1,05—1.15111., Bad, bc M-Zubh.,o.l.L ^ftLöberstr^l ,' Ltoch 6 Ziv .Äon, Mans.-Zj -Weh weqzuash. 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