die rumänische Regierung sich das Ziel ihrer Politik und I Sui unterrichtete durch eine schriftliche Mitteilung die Mächte, vallerie : And fernen sruy^en Rumäniens harte bisher keine I wird. Güterzüge werden auf allen Lil S-fErur WW?nach«hmevsw°rtcr WStziguns Mte I Strecke M°'chti-R°r-i°---° -erjeh-en. zwischen Lombolanca und Sofia mit einer Brigade der 9. bulgarischen Division zusammen, die den Rückzug der Division des Generals Kutnischew decken wollte. Rach einem kurzen Kampfe 'arest, 19.Juli. (Amtlich.) Eine fliegende Kolonne Ka- unb reitende Artillerie stieß gestern bei Fcrdinandowo ftanza abfahrcn. Tie Eisenbahnverwaltung kündigt an, daß ab Montag auf jeder Hauptlinie ein Schnellzug verkehren wird. Güterzüge werden auf allen Linien mit Ausnahme der daß sie sich mit der Linie Turtukai-Baltschit unter Aus- gestaltung zu einer strategisch brauchbaren Grenze begnüge. Auch zu der t ü r k i s ch-e 'n Regierung möchte man das Vertrauen haben, sie werde sich auch fernerhin durch die mehr scheinbare als wirkliche Gunst der Umstände und durch das Drängen der öffentlichen Meinung nicht zu verhängnisvollen Schritten fortreißen lassen, sondern getreu an dem bisherigen Standpunkt festhalten, daß die endgültige Bestimmung der Grenze des osmanischen Reiches gegen seine Feinde des letzten Feldzuges Sa ch e d er Großmächte ist. In Uesküb hatten die Ministerpräsidenten Griechenlands und Serbiens eine Besprechung, in der für die gemeinsame Richtung der Politik ihrer Länder gegenüber Bulgarien eine Einigung festgestellt wurde. In Sofia dürfte das neue Ministerium Radoslawow- Ghenadiew durch die sofortige Entsendung des früheren Ministerpräsidenten Geschow zu Unterhandlungen nach Bukarest einen nützlichen Schritt getan haben. Es scheint ein Vorzeichen zu diplomatischem Einlcnken zu sein. Jedenfalls 'kommt Bulgraien damit dem Wunsch Rumäniens, Griechenlands und Serbiens nach Eröffnung unmittelbarer selbständiger Verhandlungen zwischen den Batkanstaatcn über die Friedenspräliminarien entgegen. Tic Haltung der G r o s; m ä ch t e blieb weiterhin die gleiche, in der Vermeidung von Sonderunternehmungen und in der Bewahrung der Einigkeit, deren Wert Sir Edward Grey im Unterhausc wie namens des europäischen Gewissens ein- Die Lage auf dem Balkan. Die Nordd. Allg. Zeitung über die BaLkankrise. ' Berlin 20. Juli. Die „Nordd. Wg. Ztg-7. schreibt in ihrer Wochenrundschau: In ter ätzten Woche es aus dem Balkan zu größeren Kämpfen zwr>d)enben Snmmen und feinen, früheren Verbündeten n-cht mehr■ dringlich ausgesprochen hat. Die Friedensverhaudlungeu. Bukarest, 20. Juli. „L'Jndependance Roumaine" erfährt, daß Rumänien, Serbien und Griechenland über die Grundlagen der Friedens Bedingung en sich geeinigt haben und eine Konferenz aller Kriegführenden einberufen werden solle. Als Kons-erenzort schlagen Serbien und Griechenland Sinaia vor. Belgrad, 20. Juli. Tas Preßbureau meldet: Heute früh 11 Uhr würde ein Automobil von Pirot nach Obrenovatz an die serbisch-bulgarische Grenze entsandt, von wo es die bulgarischen T e l e g ie r t e n , die nachmittags 41/2 Uhr dort ein getroffen waren, abholen sollte. Die Delegierten sind (General Paprikow, Herr Jvantscheff und der ehemalige Militärattache in Konstantinopel Topaltschi- lioff. Mit ihnen war auch der russische Militärattache in Sofia Romanowski und sein Adjutant gekommen. Ter Oberst im Generalstab Jwayowitsch begleitete die Herren von der Grenze bis Pirot. Nachdem sic dem General Stephanowitsch in Pirot einen Besuch abgestattet hatten, setzten sie ihren Weg im Sonderzug nach Risch fort. Athen, 19. Juli. Wie die Agence d'Athenes meldet, hat die griechische Regierung bisher keine Antwort auf den Vorschlag Rußlands erteilt. Paris, 20. Juli. Der Saloniker Sonderberichterstatter des „Figaro" meldet: Veniselos habe ihm auf die Frage, ob er nicht fürchte, daß die Mächte auf Griechenland einen Druck ausübcn werden, um Bulgari c n den Hafen von K a v a l l a zu erhalten, folgende Antwort erteilt: Ich hoffe, daß sich niemand finden wird, um mir eine solche Frage v 0 r z u l e g e n. Wie sollte man wagen, von uns zu verlangen, daß wir das Leben und das Schicksal von einer Bevölkerung unseres Stammes Leuten preisgeben, die nur auszurotten und zu verwüsten verstehen. Es handelt sich um eine Frage der Zivilisation. Bom serbisch-griechisch-bulgarischen Kriegsschauplatz. Belgrad, 20. Juli. (Serbisches Preßbureau.) Ter gestrige Tag ging ohne Kämpfe von größerer Bedeutung vorüber. Gegen 1 Uhr früh versuchte der Feind auf dem rechten Ufer der Nischara bei Pirot unsere Grenzlinien anzugreifcn, wurde aber energisch zurückgewiesen. Bei St. Nicola drangen unsere Truppen auf bulgarisches Gebiet vor und kamen bis Tschipren. Ter Feind zog sich nach Bjelogratschik und Ferdinandovo zurück. Auf Befehl der Bulgaren mußten alle Bewohner der Gegend das Land verlassen. Bei ihrem Rückzug steckten die Bulgaren einige kleine alte Häuser in Brand. Bei Egri Palanka griff der Feind gegen 3 Uhr früh an, wurde aber schnell und energisch zurückgetriebcn. An der oberen Bregalnitza und in der Richtung auf Zarevo Selo griffen unsere Truppen erfolgreich an. Ter Feind versuchte mit einer ganzen Division einen Gegenangriff von der Grenze aus, wurde aber energisch zurückgeschlagen. — Gestern nachmittag besetzten unsere Truppen Kula in Bulgarien. Ter Feind zieht sich auf Vidin zurück. Mit der Einnahme Kulas haben wir die serbisch-bulgarische Grenze überschritten. Unsere Truppen setzen über vier Punkte, die sämtlich in Bulgarien liegen, den Vormarsch fort. Sofia, 19. Juli. Verspätet emgetrossen. Grrechyche Kavallerie, die vom Strumnitza-Tal über den Strumafluß vorrückt, äscherte alle Ortschaften auf dem Wege ein. — Ter Kommandant der gegen die Griechen operierenden Truppen meldet, daß die bulgarischen Truppen K a w a l l a und Drama räumten, ohne sich &11 verteidigen. Tie Griechen äscherten die bulgarischen Ortschaften in dieser Gegend ein. Tie bulgarischen Bischöfe von Dibra, Köprülü und Uesküb, die von den serbischen Behörden 10 Tage vor Beginn der Operationen in ihren Wohnorten verhaftet und sodann bis an die Donau« eskortiert worden waren, sind hier eingetroffen. Die rumänischen Operationen. Bukarest, 19. Juli. Der König ist gestern aus dem Häupt- auartier hier eingetroffen. Der Dampferverkehr zwischen Konstanza uud Konstantinopel ist wieder ausgenommen worden. Die Dampfer werden Sonntags und Donnerstags in Kon- Diplomatie und Chinawirren. Die letzten Nachrichten aus dem Reich der Mitte lassen "klipp und Hot erkennen, daß die Flammen ter Revolution in China hoch emporschlagen, zeigen, daß die Empörung ver Südstaaten gegen die Pekinger Zentralregierung nicht Don gestern auf heute entstanden, sondern von langer Hand, seit Monaten, kräftig vorbereitet sein muß. Darauf deutet besonders die offenkundige Parteinahme Japans für die -Südstaaten hin. Es kann als festgestellt gelten, daß über >50 japanische Offiziere im Heere des Südbuntes die leiten den Stellen bekleiden. Was besagt demgegenüber noch die diplomatische Aktion Jüanschikais in Tvttv? Seine Stellung ist vollkommen erschüttert; schon soll das Gcsamt- kabinett seine Entlassung gegeben haben, so daß in Peking eine große Kopflosigkeit herrscht und Jüanschikai als ein -unhaltbarer, verlorener Mann gilt. Es steht außer aller Frage, daß die Revolution Fortschritte macht und daß bis jetzt von den Siegen der Nordtruppen, die Pekinger Depeschen meldeten, nichts zu spüren ist. Wie aber ist es möglich, daß Europa und besonders feine Diplomatie von den Ereignissen im fernen Osten wieder einmal über Nacht und völlig unvorbereitet überrascht wurde? AuS welchem Grunde sitzen denn in Peking die Vertreter der großen Reiche von Europa und von Amerika? Zwei Gefahren bedrohen Chinas Bestand: Tic Habgier Rußlands, Japans und Englands von außen, die Revolution von innen. Tiefe ist zurzeit die gefährlichere Form. Zweifellos sind die europäischen Niederlassungen und Interessen stark bedroht und bedürfen außerordentlichen Schutzes. Wohl heißt es, auch die deutsche Regierung Tyabe „sofort Schritte getan, um gegen alle Möglichkeiten gerüstet zu sein". Ob es aber nicht schon zu spät ist? Man hätte früher wissen müssen und durfte nicht überrascht werden. Schon seit Monaten lagen ernste private Nachrichten aus den chinesischen Provinzen vor. Briefe deutscher Kaufleute, die mit offenen Augen ihre Umgebung sehen und deren Tun kühlen Verstandes abwägen, zeigten ie bevorstehenden Veränderungen und drohenden Um- välzungen an. Nur die Diplomatie wußte nichts. Man 'wurde eben wieder einmal erst von den Ereignissen belehrt, genau wie damals bei den Boxerunruhen und erst vor Jahresfrist bei dem Ausbruch des Balkankrieges, Es ist doch ein Skandal, ein bemerkenswertes Zeichen für die Kurzsichtigkeit der zünftigen Diplomatie in der Beurteilung der' — allerdings sehr schwierigen — chinesischen Verhältnisse, daß sich in diesem ernsten Augenblicke von den in Peking beglaubigten diplomatischen Vertretern der Großmächte nicht weniger als sechs auf Europaurlaub befinden. Leider ist auch der deutsche Gesandte, Freiherr v. Haxthausen, unter ihnen, der sich seit einigen Wochen in Europa aufhalt. Man wird von offiziöser Seite natürlich wieder ein- wendcn, auch die auswärtigen Diplomaten bedürften des -Erholungsurlaubs. Aber cs ist nachgerade sehr sonderbar, >daß immer in hochernstcn Zeiten unsere Vertreter nicht auf ihren Posten sind. Man denke an den Fall des Herrn v. Wangenheim, der im vorigen Jahre kurz nach seiner Versetzung von Athen nach Konstantinopel auf Urlaub ging und in äußerst kritischen Zeitläuften nicht auf einer für uns damals besonders wertvollen und kostbaren Stelle st'tcrnd. Die Größe der chinesischen Revolution und ihr Ernst fläßt sich nicht mehr verkennen. Warum aber konnte man das tricht früher einsehen? Es liegt daran, daß die Gesandten Europas in Asien — abgesehen von einigen wenigen rühmlichen Ausnahmen — nichts, aber auch absolut nichts vom letzten Kern des chinesischen Wesens wissen. Sie vermögen es nicht, diese der ihrigen total wesens-, ft ernte Grundlage eines uralten Gefühllebens zu erfassen und von ihr aus das China von heute zu beurteilen. So bleiben sie — der Chinese spielt ja von vornherein, wie -jeder Asiat, dem Fremden gegenüber Komödie — in ihrer Stadt der Tiplomatie von einer viel höheren und undurchdringlicheren Mauer umschlossen, als es die ist, die früher die verbotene Stadt vor neugierigen profanen Augen schützte. Wieder, immer wieder hat sich diese Harmlosigkeit bitter gerächt. Jedesmal wurde Abänderung und Besserung versprochen, und doch ist alles beim alten geblieben, -^ie schier unglaubliche Tatsache, daß gegenwärtig, da es vielleicht um Chinas Sein oder Nichtsein geht, da das aanze Jangtsebecken mit seinen ungeheuren fremden Jnter- essenkomplexen in wüstem Aufruhr steht, bie Vertreter «vieler Mächte in ihren Positionen fehlen, muß zu denken »geben Wie überaus schnell kann sich jetzt alles zur Kata- Ürophe wenden. Wenn dann die allgemerne Verwirrung noch durch die Bestürzung der Diplomatie erhöht wird, iso dürfte nicht mehr viel zu retten sein. Es scheint, alH '-habe man an maßgebenden Stellen hie Kon,ularberichte fthr oberflächlich behandelt; denn was die Kaufleute sehen, dürften doch die Konsuln auch wissen Jetzt also gilt es! Wenn etwas versäumt wurde, )o muß es doppelt schnell nachgeholt werten. . Es ist zu hoffen, daß Herr v Jagow mit starker .Hand emgrersen wird, um Vernachlässigtes gut zu niachen, ehe uns die Andern zuvor- ko^men Sonst kommen wir auch rn Asien ins Hintertreffen Und heute sind unsere Interessen iu Chinaji gewaltige, um das ohne eminenten achaten an Gut und Ansehen ertragen zu können! tlr. M Erstes Blatt M. Jahrgang Montag, 2!.Juli 1913 Der Eießeirer Anzeiger jtow M» a. **sST 0 AerugSvreiS: erscheint täglich, außer monatlich7513t,vievtel- SonntagL. - Beilagen: 4« ex A. a. a a AL A A A A A. A, A. AL AÄ ehrlich Mk. 2.20; durch wöchentlich ■ GiehenerZamilienblätter; ■ 111T HD M Ws MM mo Kwcnnalwöchentl.UreiL-. ■ ■ fl F ffiA ■ V ■ ■ Ä V ■ W ■ ■ ■ WV ■ fl ■ ■ blatt fürteeKreis(Siefeen ■ ■ ■ ■ ■< ■ ■ ■ Z g| ■ ■ ■ ■ ■ QK ■ (Dienstag und Freitag); öS K* Wä W Utz kJ JrÄ @S M Sfi B H Wk. Zeilenorets: lokal I5Pf., zweimal monotl. Land- Er KL W gflj 'SmA r'J H ausivärts 20 Bienuig. wirtschafUiche Aeitfragen BQ 'V Bi Chefredakteur: A Goetz. Fernsprech - Anschlüsse: Ki MW Verantwortlich für den für die Redaktion 112, *'**E^y politischen Teil: August BSV General-Anzeiger für Gberhessen WM- ^"‘^'Lnunune" Rotationsdruck und Verlag der vrSHI'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei K. Lange. Nedattion, Lrpedition und Druckerei^ Schulftratze 7. dm bis vormittags 9 Uhr. Geschäftsstelle Büöingen, vahnhofstratze 16a. Anzeigenteil: H. Beck. AuslanS. Lissabon, 20. Juli. 10.45 Uhr. Tic Polizei war seit mehreren Tagen unterrichtet, daß für eine der nächsten Nächte ein Angriff mit Bomben auf verschiedene Punkte Lissabons vorbereitet wurde. .Heute morgen begannen tatsächlich einige verdächtige Automobile herumzufahren, die die Polizei anhalten ließ. Gleichzeitig erschienen kleine Gruppen verdächtiger Personen in der Umgebung einiger Kasernen. Als ein Automobil in der Straße Savüente von der Bürgergarde angehalten wurde, wurde aus einer in der Nähe stehenden Gruppe eine Bombe geworfen, wodurch ein Bürgergardist getötet wurde. Tie Insassen des Automobils wurden verhaftet. Rom, 19. Juli. General Briecola telegraphiert gus Ben- ghasi: Tie Tivision Salsa bat gestern einen glänzenden Sieg über die Streitkräfte der Rebellen davongetragen, die bei Tobruk stehen. Im geschlossenen Angriff warf die Tivision Salsa den Feind zurück und bemächtigte sich des Lagers von M'darda. Eine Kanone, ein Maschinengewehr, sowie eine große Anzahl Waffen und Munition und Lebensmittel fielen in ihre^.Hände. Die Italiener hatten 30 Verwundete, die Verluste des Feindes, der 2000 Mann stark war, sind bedeutend. Er zog sich gegen Westen und Südwesten zurück, ungefähr sechs Kilometer verfolgt von der Division Salsa. London, 19. Juli. Tie „Times" meldet aus Peking vom 18.d.M.: Nach zuverlässigen Berichten aus dem Sübcn erwartet man, daß die Provinzen Ktvangtung, Fukien, Tich.'kiang, Anhui, Szetschuan und Hunan sich der revolutionären Bewegung an schließ en werden. Ein Erfolg gegen die nord- chinesischen Truppen würde sicher auch andere Provinzen Tort» reiften. Ter wesentliche Faktor der Lage ist daher die Haltung der KrüppenLijuanhenas in Wutschang in der Provinz Äupeh und der Truppen Schangtschuns in J-entschusu ün Süden von Sck-anatamg. Die Annahme öer französischen Mlitärvorlage. Paris, 19. Juli. Kamm er. Zum Schluß der bis 3/412 Uhr nachts dauernden Sitzung wurde das T r e i j a h r« gesetz in seiner Gesamtheit mit 358 gegen 2 04 Stimmen angenommen. Tie Sitzung hatte einen ziemlich bemegtku Derlauf genommen, besonders, als Carl- ergab sich die bulgarische Brigade mit einem General und zwölf Geschützen. Tie rumänischen Truppen auf dein östlichen .striegsschauplatz, welche die Linie Turtukai—Baltschik^beiet-st haben, schicken Erkundungsabteilunqen nach dem Süden und Südosten vor. Bukarest, 20. Juli. Tie Meldung, daß Oesterretch-Ungarn behufs Einstellung der militärischen Ak^ion^ bei Rumänien interveniert habe, wird halbamtlich in aller Form dementiert. Bukarest, 20. Juli. Dem „Adverul" zufolge haben der^sran- zösische und der russische Gesandte vor einigen Tagen einen schritt ■ bei der rumänischen Regierung unternommen, um die Einstellung des Vormarsches der rumänischen Armee zu erlangen. B u k a r e st, 20. Juli. Die Direktion der D t s k o n t o - Gesellschaft und das Bankhaus S. Bl e ich rö der in Berlin haben der Königin Elisabeth 5 00 00 Mark für Werke der Wohltätigkeit zur Verftigung gestellt, deren Protektorat die Königin infolge der Mobilmachung übernommen hat. — In einer unter dem Vorsitz der Königin und in Anwesenheit der Kronprinzessin abgehaltenen Sitzung des Komitees zur Unterstützung cinberufener Reservisten wurde festgestellt, daß bisher an 6500Familienl 10000 Sei verteilt worden sind. Der türkische Vormarsch aus 21drianopcl. Konstantinopel, 20. Juli. Tie Pforte hat an ihre Vertreter int Ausland ein Zirkularteleg r a m m gerichtet, durch das sie beauftragt werden, den Mächten mit» Anteilen, die Pforte sehe sich infolge der gegenwärtigen Lage genötigt, die Linie Ma r i tz a-A d r i a n o p e l zu besetzen, welche Maßnahme für die Sicherheit K o n st a n t i n o - pelS notwendig sei. Nach authentischen Informationen handelt es sich nicht um eine Kriegserklärung an Bulgarien. Konstantinopel, 19. Juli, 11,45 Uhr nachts. Tie türkische .Kavallerie ist vor Adrianopcl angc- kommen. Tic Festsetzung der türkisch-bulgarischen Grenze. Rom, 19. Juli. „Tribuna" schreibt: Tie Internationa Kommission zur F e ft s e tz u n g der türkisch-bulgarischen Grenze wird in der nächsten Woche in Ko it- stantinopel zusammentret en und ihre Arbeiten sofort beginnen. Alle Mächte haben schon ihre Vertreter ernannt. Ter italienische Vertreter Oberst Eapu reist heute oder morgen ab. Diese Tatsache dürfte für die Türket nicht ohne Bedeutung sein. Tie Linie Enos-Midßa ist___ durch die Londoner Konferenz festgesetzt worden, und die Mächte können nicht zugeben, daß ihr P r o t o ko l li verletzt wird. Alle Mächte sind sich infolgedessen darüber einig, daß man von der Türkei jedenfalls Achtung vor der ihr durch ihre Vermittelung aufcrlegten Grenze verlangen müsse. Wenn die Türkei das nicht begreifen wolle und ihre Truppen auf Adrianopel marschieren ließe, so würde eine direkte Kollektiv-Intervention beschlossen werden, auch um ein gesondertes Vorgeyen Rußlands zu vermeiden. Deutsches Ueicb. Balestrand, 20. Juli. Heute vormittag wurde Gottesdienst abgehalten. Das Wetter hat sich aufgeklärt. An Bord ist alles wohl. Der Kaiser unternahm heute vormittag während der Regenpause einen Spaziergang und nahm später die Vorträge des Chefs des Militärkabinetts und des Vertreters des Auswärtigen Amtes, Gesandten von Treutler, entgegen. Nachmittags arbeitete der Kaiser allein und hörte gegen abeno einen Iriegs- geschick-tlichen Vortrag. Tas Wetter i)t regnerisch. München, 19. Juli. Zu der Meldung eines Blattes, nach dec im Herbst die bayerische K ö n i g s f r a g e wieder aui- gerollt werden soll, ist die „Bayerische Staatszeitung",^da diese Nachricht auch zu Erörterungen in der bayerischen Presse Anlaß gibt, zu der Erklärung ermächtigt, daß bei den maßgcbende'.j Stellen keinerlei Verhandlungen über die Wieder* a u f n a h m e der Frage schweben. im die Wechsel zur (Sutfd)nft geben zu tonnen, jonöern dqb öieie zur Deckung laufender Wechjelverpflichtungen bienen mußten. Rechtsanwalt Kaufmann fragt Zeugen.- Ist daß Sie diese Wechsel, bie Sie bet der Rerchsbank eingelojt hatten^ namens der Reichsbank dann haben protestieren lauen; und nne kamen Sie dazu? . . . - J Der Zeuge erklärt, daß einer ferner Lehrlinge von ihm einmal zur Reichsbank geschickt worden sei und daß dme erklärt hatte, er könne so mit den Wechseln verfahren. Demnach habe er sich für berechtigt gehalten, Wechsel, die er für Rechnung Dritter bei der Bank eingelöst, noch am letzten Tage im Namen der Reichsbant protestieren zu lassen. Prozeh borngässer vor der Straftammer. Gießen, 19. Juli. Aur Stadt unb CanO« Gießen, 21. Juli 1913. ** Tageskalender für Montag, 21. Juli: Trinker, f ü r s o r g e st e l l e sür Stadt und Landkreis Gießen, Gießen, Aster- weg 9. Sprechstunde: Jeden Dienstag abend von 6*/,—8 Uhr. Ausstellung des Kindergarten Vereins Schiffen- berflcc Weg 15 und Gartenstraße 30: nachmittags 4—7 Uhr, nach- mittags 3—5 Uhr Kinderspiele. wurde ein kurzer, aber heftiger Erdstoß verspürt. Tie Uhren blieben stehen und die Biloer an den Wanden bewegten sich. An einigen Stellen stürzten die Leute aui die Straße. Straßburg, 20. Juli Tas heutige Erdbeben wurde von den Instrumenten der kaiserlichen vauptstation sür Erdbeben- sorschnng in Straßburg ausgezeichnet Es begann um 1 Ubr 7M 5 Sek.: 15 bis 20 Sekunden später setzte die vauptbewegung ein, und nach fünf Minuten erreichte die Registrierung der Instrumente ihr Ende. Tie empfindlicheren Apparate wurden durch die Stöße beschädigt. Ter Bebenherd befindet sich von Straßburg ziemlich genau achtzig Lüometer entfrrnt. Erdbeben. Gießen, 21. Juli. Gestern mittag, etwa 10 Minuten nach 1 Uhr, wurde hier ein leichtes, 2—3 Sekunden dauerndes Erdbeben verspürt. Tie Hängelampe geriet in Schwingungen, die Gardinen bewegten sich, und man verspürte eine mehrmals sich wiederholende, schaukelnde Bewegung. Ein Herr, der in der Bahnhofstraße an einem Türpfosten lehnte, erhielt einen starken Stoß, kam aber erst später auf den Gedanken, daß cs ein Erdbeben gewesen sein müsse. Nach den uns vorliegenden Meldungen handelt es sich bei dem hiesigen Beben um die letzten Ausläufer eines starken Bebens in der s ch w ä b i s ch en Alp, das sich über ganz Südwesl- deutschland ausbreitete. Wir erhielten folgende Drahtnachrichten: ■m. Hungen, 21. Juli Gestern nachmittag nach 1 Uhr wurde hier in einzelnen Stadtteilen ein kurzer, ruckartiger Erdstoß verspürt^ O Stockheim, 20. Juli. Gegen 1'/. Uhr mittags wurde ein Erd ft o ß verspürt. ok. Alsfeld, 20. Juli. Heute mittag gegen l*/4 Uhr wurde hier ein ziemlich starker Erdstoß verspürt. Daß es ein Erdbeben war, bemerkte mau daran, daß an der Decke hängende Gegenstände eine geraume Zeit hin und her pendelten. S. Grebenhain, 2t>. Juli Ter alte Vogelsberg fängt wieder an, wackelig zu werden Eben 1,05 Uhr wurde hier ein leichtes Erdbeben verspürt. Drei Stöße, anidwinenb in der Richtung von Süden nach Norden, ließen sich deutlich unter scheiden Frankfurt o. M, 20. Juli. Kurz nach 1 Uhr wurde hier ein l eidürr Erdstoß verspürt. Karlsruhe,^ 20. Juli. Heute mittag 1,07 Uhr wurde hier ein mehrere Sekunden dauernder starker Erdstoß verspürt, der aber nach dis icfct vorliegenden Meldungen keinen Sckwden ungerichtet hat. OHctdtfautenöe Meldungen liegen u. a. vor aus Freiburg und Neustadt im Schwarztvald Straßburg (ElsaßV 20. Juli. Heute nachmittag 1,10 Ubr lanx im Namen der Radikal-en eine längere Erklärung abgab, in welcher er die im Laufe der Tebatte gegen das Treifahrgesetz vorgebrächten Kritiken wiederholte. Die Minderheit von 204 Deputierten, die gegen das Dreijahrgesetz stimmte, umfaßt 86 Sozialistisch- Radikale, 19 Linksradikate, 3 Mitglieder der Demokratischen Linken, 6 9 Geeinigte Sozialisten, 26 Unabhängige Soziäliften und einen Wilden.— LU. Landesuniversität. Heute feiert Herr Geh. Forstrat Professor Dr. Wimmenauer die 2b. Wieder- kehr deS Tages, an dem er zum ordentlichen Professor der Forstwissenschaft an der Landesunioersität ernannt wurde. Vorher halte er dem Lehrkörper schon 6/* Jahre als außerordentlicher Professor angchört. ” Zwecks Gründung eines Hessischen Landesverbandes zur Erforschung und Bekämpfung der Krebskrankheit tagte am SamStag in der Aula der Landesunioersität eine Versammlung, die von Professoren, RegicrungSbeaviten und Acrzten aus allen Teilen Hessens stark besucht war. Tie Versammlung war oom Großherzogl. Ministerium deS Innern, Abteilung für öffentliche Gesundheitspflege, einberufcn. Geheimrat B c st - Darmstadt leitete die Versammlung. Er begrüßte den Vertreter der Regierung Exzellenz Finanzminister Braun, Provinzialdircktor Geheimrat Fey-Darmstadi, den Vertreter der Landcsversicherungsan- stalt Dr. Dictz-Tarmstadt, die Kreisärzte, die Vertreter der Aerztevercine u. a. Ter deutsche Verein zur Erforschung und Bekämpfung der Krebskrantheit wurde 1900 gegründet, er hat Ursachen, Wesen, Verbreitung und die Bchandlungsweise des Krebses erforscht. 1907 sind im deutschen Reich 45 750 krebskrauke Personen gestorben. Taher ist cs eine dringende Notwendigkeit, die Krebskrankheit energisch zu bekämpfen. Als erfolgreich hat sich die Strahlenbehandlung erwiesen, hierher gehören Röntgenstrahlen, Radium und Thorium. Tie Bevölkerung muß mehr ausgcklärt werden, die Aerztc müsseil die Krebskranken rechtzeitig der geeigneten Behandlung zuführen. Aufklärung durch die Presse, Verteilung von Merkblättern ist erforderlich. Tcr Verein soll nun alle zu- sammcnschließcu zunl Kampf gegen die Krebskrankheit und Mittel zur B e s ch a f f u n g von Radium a u f b r i n - gen. Professor Tr. Lpitz von der Frauenklinik hielt hieraus einen Vortrag über „Tie Strahlenbehandlung bös artiger Geschwülste, insbesondere mit Radium und Meso- Thorium". Wegen der Wichtigkeit des Vortrages werden wir morgen einen ausführlichen, fachmännischen Bericht veröffentlichen. Geheimrat Best-Tarmstadt verliest die Satzungen des neu zu gründenden Vereins, welche einstimmig genehmigt werden. Der Verein erhält seinen Sitz in Gießen, er wird bezeichnet als „Hessischer Landesverein für Krebsforsch un g". *■ " Einen Menschenauslauf gab es gestern abend an dem Marktplätze. Ein am Arm der Gattin gehender Spaziergänger geriet infolge der Schlüpfrigkeit des B ü r g e r st e i g e s ins Straucheln und stieß mit dem Ellenbogen so unglücklich ans die große Spiegelscheibe eines der Schaufenster des Augnst WaÜeiüelS'schcn Geschäftes, daß er sie vollständig zertrümmerte. Glücklicherweise hatte er selbst keinen Schaden als einen zerfetzten Rock. Landkreis Gießen. — Wies eck,21.Juni. Gestern bewegte sich ein schöner Zug durch nufer Dors. Annähernd 7 0 0 Schulkinder mit ihren , Lehrern und zwei Musikkapellen zogen in den nahe gelegenen Wald bei der Lndwigsburg, um das Iugendlest zu feiern. Als die kleine Schar angelangt war, trugen die älteren Klassen zwei Lieder vor, dann trat Bürgermeister Schomber auf die Bühne und hielt eine schöne Ansprache an die Jugend, Eltern und Lehrer, welche mit einem Hoch auf das Vaterland und die Gemeinde Wicseck schloß. Dann begannen die einzelnen Spiele feder Schulklasse, was allgemeine Befriedigung sand. Blanches feuchte Auge schaute der Kinderlchaar zu, auch verschiedene Gesangvereine boten ihr bestes auf dem Festplatz. Um 7'/, Uhr traten die Kinder ihren Heimweg mit klingendem Spiel an. Straßburg, 20. Juli. Die fatferlufee Jpaiunitarion jur, Erdbebeniorschung bittet um möglichst zahlreiche Mitteilungen über. bie Kb°chtui«d-sB-^ns. to(f)t benrötotm aurf^ernbem Himmel, mäßig warmer Temperatur und fast völliger Windstille S heute mittag um 1,07 Uhr in falt ganz Wiwtteucherg hmer, aber heftiger Erdstoß verwurt. ^n Stuttgart itumen bie We aus den Häusern. Tie Telephon- und Telegraphendrahte schwankten heftig Von einigen Gebäuden nmrbert Schor n fterne heruntergeworfen. Im königlichen Ho'thcater traten ine selbsttäiigen Feuermelder in Funktion und verursachten einen blinden Alarm. Ter Erdbebenherd fchcint wiederum in ber -Ava- bischeu Alb gewesen zu sein. Es wurde deshalb auch m den Orten der Alb besonders stark empfunden, so in engmernngen, Chingen, Balingen, Hechingen und Tübingen. .-^rGrbltofe wahrgcnommen im ganzen Remstal, im Neckartal öon .ftottroeil bis Heilbronn, in Göppingen, Ludwigsburg, Fr^idcnstadt unb m Pforzheim. Dort, wie auch auf den weiteren Platzen wurde der Erdstoß nur in den Häusern wahrgenommen, wahrend die Spaziergänger nichts verspürten. Staatsanwalt Dr. Brill bemerkt, diese Art der Handhabung des Wechselrechts sei doch mindestens sehr komisch. Aus betragen des Vorsitzenden erklärt der Zeuge Herz, in den Tagen vor dem Zusammenbruch der Firma Borngässer seien von ihm b bis 7 Wechsel bei der Reichsbank bezahlt worden, die er , in deren Namen dann habe protestieren lassen. Er gibt auf Betragen zu, daß die Zahlung der Wechsel bei der Reichsbank ohne teden Vorbehalt erfolgt sei. Heber den Handel mit dem Bauplatz Dcrjutiert Herz, es sei unwahr, wenn Borngässer saae, er habe ihn durch den Verkauf des Bauplatzes in eine mißliche Lage gebracht. Der Platz, den Herz erst an den verkrachten Bauunternehmer Bill verkauft hatte, erwarb dieser tm ZwangSverkauf zurück und verkaufte ihn dann an Borngässer für 15 750 Mark, oder den Quadratmeter zu 19,50 Mark. Borngässer zahlt 3000 Mark an. Tcr Rest sollte, so sagt Herz aus, bei der Hypothekenaufnabme bezahlt werden. Herz soll bei oder vor Abschluß des Geschäfts erklärt haben, er wolle die nötigen Baugelder zu öVa0/0 Zinsen vonckucßen und wolle für eine zweite Hypothek sorgen Der Zeuge will sich nicht erinnern, diese Versprechungen gegeben zu haben, er hat öfter später wegen der zweiten Hypothek mit Borngäjser gesprochen, da hat dieser erklärt, ein Herr aus Haina wolle die Hypothek geben. Borngässer gibt zu, von dem Herrn in Haina zu Herz ge- i sprachen zu haben, doch war dies erst, als das Bankhaus Herz wegen Beschaffung der zweiten Hypothek versagt habe, ^a Borngässer die in Aaussicht gestellten Baugelder von Herz nicht erhielt, I hat er den Bauunternehmer Abermann mit seinen eigenen 'Azepten Die Verhandlung gegen Leopold Borngässer und dessen Bruder Nathan Borngässer wegen Hrkundenfälfchung uno Betrug ist am Samstag abend zu Ende gekommen bis auf das Hrteil, das am Frcitag verku nde t werden wird. Die Zeugenvernehmung, soweit es sich um die mtfr- bräuchliche Benutzung von blanko akzeptierten Wechseln handelt, ergab das schon bekannte Bild. Ein Fall fteyt genau jo aus wie der andere; es sind im ganzen 10 Fälle, die sich als Urkundenfälschung zum Zwecke der Bereicherung bar» stellen, deren Leopold Borngässer angettagt i|t. Es handelt sich dabei um bedeutende Summen. Die schwerwiegendsten Ü1 Den^Bergimum L. T. in Bieber, der ihm 400 Mk. für Futter-I bcjVhlt bic^aVSanFbauVöcrj bann diskontierte. Äls die Landes- mittel schuldete, liefe er 4 Wechsel unterschreiben und füllte siel Hypothekenbank das Anwesen mit der ersten Hypothek bclieh, wurde nachträglich mit zusam-meu 6029 Mk. aus. Tie Frau des Po- das Geld an das Bankhaus Herz ausbezahlt, dieses zog den Rest- stillwns B., die ihm 59 Mk. schuldere, veranlaßte er dazu, ihm betrag des Bauplatzes und 13000 Mk. als Deckung für einen Teil Blankoakzepte zu geben, die er nacksträglich mit 6142 Mk. aus-1 seines offenen Guthabens ab, so daß zur Bezahlung der an Aberfüllte Einen in finanziellen Sdfwierigleiicn geratenen Mann, mann gegebenen Borngäsferschcn Wechsel, die teilweise prolongiert der sich an ihn genxmbt hatte, liefe er ebenfalls Blankowechsel l waren und der übrigen Bauschulden noch 21000 Mark von dem unterschreiben unb zivar im Betrag von 3500 Mk., ohne ihm Selbe zur Verfügung standen. . , . -- qcnnqften geholfen zu haben. Der Zeuge Herz erklärt, der Betrag der ersten Hypothek, der Tie einfaären Detrugssallc, deren der Hauptangeklagte scyulbig ihm gezahlt worden sei, sei deni Konto Bornga,,er emiach gut- ist, bieten bei der Zeugenvernehmung kein sonderliches Interesse, gebracht, es habe über dessen Verwendung keine Vereinbarung Es sind Fälle mehr oder weniger gewöhnlicher Art, wie solche I bestanden. Seriditc öfter beschäftigen I Borngässer erklärt: Der Bankier Herz hat von vornherein Der Mitangcllaaie Nathan Borngässer hat in einzelnen Mim gewußt, daß er keine Mittel zum Hausbau besaß. öS mar außbrurf» im Auftrage seines Bruders die Blankoivcchsel von der Kundschaft sich vereinbart, dav Herz zu 0-/2' ' Baugeld geben sotltt, gegen eingcbolt; in einem Falt handelt es sich auch um Gefälligtrits- einen hypothclarifchen Sicherheitsemtrag aus das Grund tuck. Mit wechsel. Ter Angellagtc nimmt an, daß er als Srilbaber des Weckyeln hatte er, wenn er gewußt Hatte, daß Herz nicht Baugelder Gcschästs die mißliche Lage der Verhältnisse der Firma L. Born- vorichietzen wurde, nie gebaut. Als er ,owett war datz Abmnann griff er gekannt haben muß, und daß er gewußt hat, daß feinlGeld haben mußte, war es der junge Herz, der ihm riet, er falle u-Schuld XÄrz «Hart: Ich mein °°N bem B°ug-Id°°r,br°ch°n StbXmcint Irii Srab« fd ein Lmbgti S: C I fMcn, ba6 er zu 5-/- Prozenl Baugelder habe geben mallen die Blantoakzeptc eingeholt, so habe er sich dabei nichts gedacht,! -ö o r ng aJ f e r vemcrn »a om an Abermann gegebene uno nur im Auftrage des Bruders gehandelt, auch nicht annehmeu Bauwecksteln, datz die,e bei der ^orzfck^ii -Bant zahlbar genwebt können daß dieser damit so verfahren würde, daß er sich strafbar I wurden. Ülö biefc fällig waren und dies alle paar Tage geschah, mache.' 2er Angeklagte Nathan Borngässer madft übrigens den da fei er zu .verz gegangen, habe Herz jr. aiigetrof.en und diesem Eindruck eines wenig intelligenten Gesck-äitsmannes. Tie Zeugen vorgestellt, er habe doch gewutzt, dafe> ft» an Baugeld fehle. ,unÄq«6 “ m<6t WW iClbftM>ig CinCm “X niM Sn Ä Jnler-ssani für die den Schwurg-rrchtssnal füllenden Zuhöreriwerden. Herz ir- bat ihn schließlich veranialll, das Geld brr wurde die Zeug-nu-rnchmung erft am Samstag normittag, als l -odpachct zur Wellung der Bauwechlel an ihn »u uberroeifEn, d,c beiden Zeugen B ankie rs I a f - pH v cr « fen. unbSioriB '-Öo tfrSenbc richtet an den Zeugen Her» dtk Frage ob Herz fr vernommen wurden. Ter Chef des Dauses schildert, -s “d-,tig ici, was Borngas^r behauptet: das mr ibn 2 Sfontm wee er schon seit Jahren, als Leopold Borngässer noch in Rod- m den «u-tl-rn der Derzichei, Bank -Utgcrtch-et gewefcu ,eien. beim gewohnt hat mit diesem Geschäfte gemocht habe. Er hat Tas -me ,ur geichallllche Zahlungen das zweue Konw -8 «au. ihm Kundcnwcchscl abqcnommcn und ihm auch einen nicht un- tinto. Tcr Zeuge erklärt, er Wille dies nicht genau, fein ^Ohu bcdeu enden offen en Kredit gegeben. Wie hoch dieser war, kam, w-rd- darüber besser Austvnll geben: er ,e> nur wenig im Ge- der Zeug- nicht angeben. Zn den lebten Jabren war er aber schall und kümmere »ich um diese T.nge nicht so -mg-b-nd Tcr aus 25 0)0 Mk. angewachsen. Aus di- Sragc des Vorsihmben, Z-ug- Dcrz bemerkt Borngan-r könne wegen des Baues en tetin iS*i^^^tnU«Eb3mTtiÄaW» 74000 Mk als «osten des Kauses. Tarauf habe er 48 000 «k. er von Borngösser die Vorlage einer Bilanz, er reichte eine solche 1 Hypolhek nnd dann eine 2. ^^olhek von -3000 Mk., von der abgeschlossen für 1909 ein, wonach sich das Vermögen BorngasserS Mittelbeutschen Bank erhalten; 7o00 Mk fer er noch vn Aber- rtnf R 7nn0 «n? A r f ftefft? mann schuldig geblieben, er habe alfo /3 000 Mk. tat,acht,ch er- Ter Vorsitzende fragt,' ob denn diese Bilanz für Herz be- halten. Borngässer aber wollte ständig von ihm Geld haben stimmend gewesen sei, der Firma Borngässer höhere offene oder für Zweck des Baues, und die Rechnung ergibt doch baffer ungedeckte Kredite einzurirumen. bekommen ljat, was ihm zustand; er fei alfo an dem Bau nicht Ter Zeuge bejaht diese Frage glatt. I zugrunde gegangen. Der' Vorsitzende: Es ist dock sicher merkwürdig, daß Sie Dcr Verteidiger Rechtsanwalt Kaufmann bemerkt daß doch schon vorher, ehe Sie die Bilanz cingesehcn haben, dem dre Abrechnung des Zeugeir nicht stimme. Der Bau habe 92 350 Borngässer .so hohe Kredite gegeben haben. Mark Kosten.verurfacht. Darm fleckten allerdings auch 520 Mk. Zeuge Herz: Wir hätten uns, ohne die Bilanz, auch zurück- Zmfcn, die fich die verzfche Bank für Stundung der Schuld gezogen: Borngäsfer hätte die offene Schuld nach und nach ab- auf den Bauplatz gerechnet hat. Die MttteldeuNche Kreditbank zahlen müssen | hat auf die Hypothek auch nur rund 20 000 Mk. gegeben, cs diene Vorsitzender: Jft es richtig, daß Sie dem Borngässer gesagt die Hypothek auch nur zur Sicherheit für diefe Summe. haben, die Bilanz solle der Reichsbank vorgelegt werden. o Der Zeuge H e r z bemerkt auf Befragen des Verteidigers Dr. Ter Zeuge kann darüber keine Ansrunst geben. Lwp. K a tz, Nathan Borngaffer, habe f,ch um Geldfachen nie Der Vorsitzende: Hat die Bilanz denn auch der Reichsbank gekümmert, deffen mangelnde Befähigung und die geringe Jn- Dorgelegcn? telligenz lauen es wohl möglich erscheinen, daß er von der m,tz- Dcr Zeuge kann auch darüber keine bestimmte Auskunft:! lichcn Lage der Verhältnisfe nichts gewußt hat. ., geben: sein Sohn werde darüber eher etwas sagen können. | . Mor i tz D e r z jr. fchdbert genau wie je . Vater, wie man 2er Zeuge kann auch nicht sagen, ob die günstigen Angaben! nut Borngaffer anfangs gearbeitet hat., ^er^Zeugc protestiert nut der Bilanz über den Vermögensstand des Borrigässer Veranlassung! aller Entschiedenheit dagegen, als ob feine fytrma mie cs im waren, diesem noch höhere Kredite zu gewähren; jedenfalls seien! Bericht des Gießener Anzeigers gestanden habe Borngaffer aber die gewährten Kredite nicht zurückgezogen worden, weil ba51 ruiniert hatte. Er macht bic glctdjc Berechnung auf wie fein Vertrauen zu den Verhältnissen durch die Bilanz gestärkt war. I Vater wegen der Kosten des Hausbaues u ache informieren, an laßt, um ihm einen teueren Bauplatz zu verkaufen unb dann Bon einem Versprechen der Baugelder will auch dieser Zeuge die versprochene finanzielle Unterftü&ung nicht gehalten. I nichts wissen. Es könne sein, daß er, als er von Borngaffer Herz erklärt, das sei denn nicht der Fall. im Jahre 1910 eine Bilanzvorlage verlangt habe, bicjem Vorsitzender: Borngässer behauptet, cs seien ihm im Dezember, gesagt hat, er brauche sie, um sie der Reichsbank l>or- zwei Wechsel burd) die Reichsbank vorgezcigt worden: er habe iulegcn, es sei auch richtig, daß dr diese Vermögens- diese nicht decken können und sei zu Ihnen gekommen und habe Sie ausstellung der Reichsbank vorgelcgt habe, jedenfalls aber war eriudjt, die Wechsel für ibn cinzulöfen. Sie hätten dies auch die Tatfoche, daß nach Ausweis dieser Bilanz der Angeklagte getan, von Borngässer auch andere Wechsel usw. als Gegenwert 85 000 Mk. Vermögen besitzen wollte, bestimmend sür seine Firma, für die eingelöftcn Wechsel erhalten. Trotzdem aber hätten Sie mit dem Manne weitere Geschäfte zu machen. 2saal gc- ware» am 9. Dezember fällig, am nächsten Tage schon habe rusen, der als junger Mann bei Borngässer tätig war und an er dem Bankhaufe 1000 Mk., einen guten Wechsel und Zessionen! diesen 10000 Mk. verloren hat Wahrend der Vernehmung diese? von tvorberungen, die er an einzelne Kunden für Darenliese- Zeugen müssen auf Antrag des Rechtsanwalts Kaufmann die rung patte, für die emqelosten 2Bccb>e[betröge gegeben. Trotzdem beiden Zeugen Herz den Saal verlassen. Es darf aber keiner fich habe Herz am dritten Tage die für ihn ein gelösten Wechsel pro- aus bem Gerichtsgebäude entfernen, da sie noch gehört werdtsn teueren laßen. " sollen. (Schluß folgt.) 2er 3cuge_ erfiart: Borngässer habe damals, soviel er wisse >■— -■ ' 1 gejagt: Solen ©ic bie Wechsel doch vorlanftg cut; Sie können sic ja Amtlicher Wetterbericht. am 1^101 Tage noch protcthcrcn laj’Kn. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. 50 m g assc r bestreitet diese Darstellung ganz Wetteraussichten in Hessen stir Dicnstaq, den 22. Juli 1913: cnnmtcii ’ und bemerke, Verz hätte damals ganz genau gewußt, TZeränderlich, zeitweise Niederschläge, Temperatur wenig geändert, daß er in jener Zeit gar nicht tn der Lage ^ö-cfen wäre,! ■ Herrn Peter Erle Die tieftrauernden Hinterbliebenen Giessen (Hammstr. 3), den 20. Juli 1913 4756 Gestern vormittag 8 Uhr ist unsere liebe Mutter und Grossmutter 4763 Giessen (Markt 1), 21. Juli 1913. MUT Mons Nodheim a. d. B-, im Juli 1913. C»afe Ebel per sofort. Befs. gewandt. Mädchen für kleinen rmhigen Hausb. gef. Wett-Äulage 5H. [(6826 Kaufmann sucht sof. einfach möbl.Zim. Nähe Goethe,tr. Schrifll. Angebote unt. 05818 a. d. 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Juli, nachm. 3 Uhr, vom Sterbehause, Gießenerstr. 5, aus ftatt. Man bittet höflichst, von Kondolenzbesuchen abzusehen Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicherTeilnahme bei dem schweren Verluste unseres unvergeßlichen BarerS, Großvaters und Schwiegervaters Herrn Andreas Wser, Werksührcr i.P. maen wir hiermit auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Besonders danken wir Herrn Pfarrer Nömel für seine trostreichen Worte nm Grabe, Herrn Kommerzienrat Noll, sowie den Arbeitern desselben, dem Gesangverein Eintracht und allen Freunden und Bekannten. Die tieftrauernd Hinterbliebenen: Louis Schäfer. Die Beerdigung findet Dienstag nachm. 3V2 Uhr auf dem neuen Friedhof statt. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, meinen lieben Gatten, unseren treubesorgten Vater, Grossvater, Bruder und Onkel nach langem, schwerem, mit grosser Geduld ertragenem Leiden im Alter von 72 Jahren zu sich zu rufen. 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Jnli 1913, abends 8 L’hr : Sechstes Operettengastspiel des Grossherzoglich. Kurtheaters Bad-Nauheim Unter Mitwirkung der Kapelle des hiesigen Inf.-Regts. Kaiser Wilhelm Nr. 116. Operetten-PreiRc! Operetten-Preise! Neuheit! Zn in ersten Male Neuheit! Püppchen Grosse Posse mit Gesang und Tanz in 3 Akten von Jean Kren und Curt Kraatz. Gesangstexte von Alfred Schönfeld. Musik von Jean Gilbert. C17/? Kassenöffnung 71/» Uhr. Anfang 8 Uhr. Ende lOVzUhr. Die Herren Studierenden geniessen Preisermässigung. Großh. Univ.-Bibüsthel Alle Benutzer, mit Qhitfiiabme der Studierenden, baden die vor dem 10. Juli l. 7k, entliehenen Bücher bis spätestens am 10. August zur Musterung einzuliefern. Bom 18. August bis zum 18. Oktober ist die Bibliothek täglich von 8—1 Uhr geöffnet. Giebcn, 2L Juli 1913. D”'7 Bilaus am ÖL ZRmr 1911 Der Grostb. Direktor. 5- B.: v c u s e r. Aktiva. Jt An ausgeliehenen Kapitalien: a) gegen Obligationen 250726.89 b) gegen Schuldscheine 256053.10 c) gegen Güter kaufgeldcr 271372.97 d) gegen Immobilien 135237.83 Passiva. J1L Per aufgenommcne Kapitalien 870168.86 ,, Hypotheken 79703.— „ Gcschäfts- guthaben der Mitglieder 7224.40 „ Reservefonds 18917.50 Zuwendung aus dem e) gegen Wertpapiere nach dem Kurs v. 31.1.1913 15501 — Kassenvorrat 26375.07 Vorlagen 4684.93 Ausstände 24444.59 Reingewinn p. 1911 215.25 19132.75 „ Betriebsrücklage 7383.71 „ Reingewinn 841.93 Mobilien61.32 984454.65 984454.65 Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1911 . 60 Während 1912 gingen ab.....4 5% Ab- schreibung 3.05 58.27 Während 1912 gingen zu.....1 Ltand der Mitglieder Ende 1912 . . " " 57 Tpar und Leihkasse E.G.m.u H. Lang-Göns. 4760 I. Wagner, Wagner, Leun, Direktor. Rechner. Kontrolleur. „Ich war am Leibe mit einer Mechte behastetuvelche mich durch das einige ducken Tag und Nacht peinigte. 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