Nr. 90 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Gießener Samilienblatler" werden dem »Anzeiger" vicrrnal wöchentlich beigelegt, das „Krcisblctt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen oeit- frsgen" ersche'nlen monatlich zweimal. 103. Jahrgang Freitag, 18. April 1913 Rotationsdruck und Verlag der Brühlfchen Universitäts. Buch- und Steindruckerei« R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schuld straße 7. Expedition und Verlag: 51. Redaktion:^E112.Tel.-Ad.r.:AnzeigerGießen. Mb. Deutscher Reichstag. 142. Sitzung vom Donnerstag, den 17. April 1913. Die Bundcsratstische sind leer. Präsident Dr. Kaempf eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 5 Min. Zer E.Ä?Sc den NüchÄanzler (Zweiter Tag.) Ueber die Resolution der Sozialdemokraten wegen Einführung der Verhältniswahl, über die gestern wegen Beschlußunfähig leit keine Entscheidung gefällt wurde, mutz, da daS Präsidium wieder zweifelhaft bleibt, durch H a m m e l- s p r u n g abgestimmt werden. Die Resolution wird mit 140 Stimmen gegen 139 Stimmen abgelehnt. Dagegen stimmten die konservativen Parteien, das Zentrum und einige Nationalliberale Dies Ergebnis wird von den Parteien der Rechten und vom Zentrum mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Die Resolution der Volksvartei auf Einführung von Beamtenausschüssen wird angenommen, ebenso eine zweite Resolution derselben Partei, in welcher eine Reform des Disziplinarverfahrens gegen Beamte gefordert wird. Damit ist der Etat des Reichskanzlers erledigt. MWrüftmgen. \ Aba. Graf Westarp (Kons.): beantragt zur Geschäftsordnung, diesen Punkt der Tagesordnung obzusetzen und die Wahlprüfungen der Mandate der Abgg. K r o e ch e r (Kons.) und V i e t m - Y e r (Wirtsch. Vgg.) mit den Wahlprüfungen über die in Kürze zu erwartenden Berichte über die Mandate der Abgg. Kölsch (Natl.) und Haupt (Soz.) zu verbinden, da es sich im wesentlichen um dieselben Fragen dabei handelt. Die Abgg. Haase (Soz.), Dr. Neumann - Hofer (Vp.) und Bebel (Soz.) widersprechen diesem Antrag, der nur auf eine Verschleppung der Wahiprüfungen hinauslaufe. Der Antrag Westarp auf Absetzung der Wahlprüfungen von der Tagesordnung wird im Hammelsprung mit 163 Stimmen gegen 137 Stimmen abgelehnt. lieber die Wahl des Abg. Vietmeyer (Wirtsch. Vgg.) (gewählt im Fürstentum Waldeck) beantragt die Wahlprüfungskommission Beweiserhebungen, da in zahlreichen Fällen aus den Wählerlisten nicht zu ersehen ist, ob die Nachtragungen form- und fri st gerecht erfolgt sind. Abg. Dr. Neumann-Hofer (23t).)' begründet einen Antrag seiner Partei, die Wahl für ungültig zu erklären. In der amtlichen Bekanntmachung der Stichwahl durch einen Landrat wurde fälschlicherweise der Wohnort des fortschrittlichen Kandidaten Nuschke als Berlin bezeichnet, während er in Steglitz wohnt. Die Wähler wurden dadurch vielfach irregeleitet und so der Kampf gegen den „^Berliner" geführt. Abg. Dr. Pfleger (Zentr.) lehnt den fortschrittlichen Antrag ob und tritt für den Korn- missionSantrag ein. Eine Irreführung der Wähler bat nicht stattgefunden. Der Kampf wurde gegen die Richtung des „Berliner Tageblatts" geführt. Dabei ist es doch gleichgültig, ob der Kandidat in Berlin over in Steglitz wohnt. Das wäre doch ein Geflunker, wenn der Kandidat sich darauf beriefe, er wohne nicht in Berlin, sondern in Steglitz. Abg. Herzog (Wirtschaft!. Vgg.): Die Behauptungen des Abg. Dr. Neumann-Hofer sind in keiner Weise bewiesen, vor allem nicht, daß eine Irreführung beabsichtigt war. Die Bezeichnung eines Kandidaten als „Berliner" schadet auf dem Londe nicht, allerdings gibt es in manchen Kreisen eine Stimmung gegen die Großstädter. Tas ist aber der Kanoidat Nuschke, ob er nun in Berlin oder in Berlm-Steglitz wohnt. Abg. Dr. Ncumann-Hoser (Vp.): Die Ausführungen der Vorredner waren gar nicht zur Sache gehörig. Hier kommt es nur darauf an, was der Landrat getan hat. Er hat willkürlich den Wohnort in der amtlichen Stichwahl- Bekanntmachung abgeändert. Gegen solche amtliche Irreführung müssen wir hier entschieden Protest cmlegcn. Abg. Stadthagen (Soz.): Die Aenderung des Wohnorts „Steglitz" in „Berlin kann doch nur den Zweck der Wahlbeeinf l u (s u n g gehabt haben. Wir stimmen dem Antrag auf Ungültigkeit zu. Abg. Bchrcns (Wirtsch. Vgg.): Es müßte doch mindestens festgestellt werden, ob die Abänderung des Wohnortes absichtlich zum Zweck der Irreführung erfolgt ist ober vielleicht nur irrtümlich. Herr Nuschke ist übrigens im Wahlkreis durch jahrelange agitatorische Tatzeit so bekannt, daß eine Irreführung der Wähler gar nicht möglich war. Waimm sollen wir also so formalistisch sein und wegen einer kleinen Abänderung, die ja auch ein Druckfehler des.Kreisblattes sein kann, eine Wahl für ungültig erklären. Damit hatte es in Zuki nft jeder Setzer ober Korrektor in der Hand, irgend eine Wahl ungültig zu machen. Abg. v. Vrockhausen (Kons.): . Der Landrat wallte die Bekanntmachung wahricheinlich nur richtig stellen, da seit 1. Januar 1913 der Ort Steglitz offiziell Berlin-Steglitz heißt. In der Sache selbst hat diese Aenderung keinen Einfluß auf die Wahl gehabt. Abg. Dr. Neumann-Hofer (Vp.): Die Tatsache der Irreführung liegt vor. Die amtlichen Kreisblätter liefern den Beweis. Wenn der Landrat die Neuerung berücksichtigen wollt-, daß Stegbtz seit dem L Januar Berlin- Steglitz heißt, so durfte er doch Nicht als Wohnort einfach Berlin angeben. Abg. Schwnrze-Lippstadt (Zentr.): Ein Redakteur am „Berliner Tageblatt" ist immer berliner. (Widerspruch.) Im Hammelsprung wird der Antrag auf Beweiserhebungen mit 157 gegen 148 Stimmen abgelehnt. Darauf wird in einfacher Abstimmung die Wahl des Abg. Vietmeyer (Wirtsch. Vgg.) mit den Stimmen der Linken und der Polen für ungültig erklärt. Die Wahl von Kröchers. Die Kommission beantragt die Wahl des Abg. v Kröche r (Salzwedel-Gardelegen, Kons.) für ungültig au erklären, da amtliche Wahlbeeinflussung vor- liegt, dann ein Wahlaufruf zugunsten Kröchers war von 27 Amts- und Gemeindevorstehern mit ihren Amtstiteln unterzeichnet worden. Abg. Dr. v. Veit (Kons.): Es ist keineswegs anzunehmen, daß durch die ^'nzusügung des Amtscharakters eine Wahlbeeinslussung beabsichtigt wird. Es ist eben in Deutschland üblich .der Namensnnterschrift den Titel beizufügen. Um die Absicht der Wahlbeeinflussung zu beweisen, sind' noch andere Momente nötig. Wir haben zum Schutze des Wahlgeheimnisses wohlgeordnete Einrichtungen. (Lachen links.) Der Redner beantragt die Wahl nochmals an die Kommission zurückzuverweisen. Abg. Stupp (Zentr.): Wir haben es hier mit einem V e r st o ß von Beamten zu tun. Der Beamte hat gewisse Vorrechte, dazu auch das, Titel zu führen. Diese Vorrechte darf er nicht in den Dienst einer Partei stellen. Ist diese subjektive Voraussetzung gegeben, so handelt der Beamte ungesetzlich. Wenn das nicht gerügt wird, so ist das eine direkte Aufforderung an die anderen. Wähler, es ebenso zu machen. Ein objektiver Tatbestand könnte das nur ändern, b. h. wenn die Beamten ohne ihr Verschulden und Zutun mit ihrem Amtscharakter auf die Wahlaufrufe kommen. Man darf den Einfluß nicht unterschätzen, den der Beamte namentlich auf den kleinen Mann auf dem Lande ausübt. Abg. Dr. von Veit (Kons.): /In diesem Falle sind die Beamten ohne ihr Zutun unter den Wahlaufruf gekommen. Es ist nicht nachgewiesen, daß mit ihrem Amtscharakter Mißbrauch getrieben worden ist. Die ländliche Bevölkerung ist es gar nicht anders gewöhnt. (Große Unruhe links.) In einfacher Abstimmung wird die Wahl des Abg. v. Kroecher (Kons.) für ungültig erklärt. Dagegen stimmt mit der Rechten nur ein kleiner Teil des Zentrums. Ser MMrM. (Erster Tag.) Abg. von Pntlitz (Kons.), berichtet über die Kommissionsverhandlungen. D i e Budgetkommission verlangt jährlich eine Statistik über d i e Beförderung der Einjährig-Freiwilligen zu Reserveoffizieren für sämtliche Kontingente und bezüglich sämtlicher Konfessionen. Eine weitere Resolution ersucht den Reichskanzler, den in Betracht kommenden Fürsten und Prinzen als die Anschauung des Reichstages zum Ausdruck zu bringen, daß bei der jetzigen ungeheuren Lastenvermehrung ein Verzicht auf zahlreiche Adjutanten st eilen dringend gewünscht werden muß. Schließlich wird der Reichskanzler noch aufgefordert, bis zur dritten Lesung des gegenwärtigen Etats all? Vorbereitungen zu einer entsprechenden Verminderung der Zahl der persönlichen Adjutanten zu treffen. Außerdem beantragt die Budgetkommission, zur Lösung der Duellfrage eine besondere Kommission einzusetzen, und dieser die der Budgetkommission borgelegten Anträge als Material zu überweisen. Abg. Schöpflin (Soz.): Bei der Einbringung neuer Militärvorlagen beeilt sich die Militärverwaltung immer sehr. Aber nicht so eilig hat sie es, die Wünsche der Volksvertreter auf zeitgemäße Reform unseres Heerwesens zu befriedigen. Das zeigt die Behandlung der Duellfrage. Wir sind gegen das Einjährigen-Privileg und haben keine Veranlassung, dafür zu sorgen, daß die jüdische Bourgeoisie auf ihre Visitenkarten oas L. d. R. setzen kann. Wir müssen gegen eine solche Ausnahmebehandlung protestieren. Man läßt die jüdischen Offiziersaspiranten zum Examen zu, aber wenn sie auch schließlich alle Klippen umschifft haben, werden sie bei der Wahl vom Offizierkorps abgelehnt. Das Offizierkorps setzt sich einfach über Gesetz und Verfassung weg und beachtet auch nicht die Erklärung des Kriegsministers, daß die jüdische Konfession kein Hinderungsgrund für die Qualifikation zum Reserveoffizier fei. Seit 1888 — andere behaupten: seit 1880 — ist kein Jude mehr Reserveoffizier geworden, soll kein Jude mehr das entsprechende Aeußere und die Fähigkert, eine schriftliche Arbeit anzufertigen, gehabt haben. Man mag sich zu den Juden stellen, wie man will: an Intelligenz und Fähigkeit des schristilchen Ausdrucks stehen sie den Ariern nicht nach. In einem Regiment fielen sämtliche Volksschullehrer beim Examen durch, weil sie nicht genügend mit der vaterländischen Geschichte bewandert waren. Auf die Frage: Was ist Deutschland? sagte ein Kandidat: Ern Bundesstaat. D, r Oberleutnant sagte: Falsch! Deutschland ist unser Vaterland! (Heiterkeit.) In der Kommission erklärte der Kriegsm'nister auf die Anregung, doch einige jüdische Knaben in die Kadettenanstalten aufzunehmen: Das geht nicht, die Kabettenanstalten sind christliche Erziehungsanstalten! Der Mangel an Sanitätsoffizieren im deutschen Heere ist sehr bedenklich. 20 Proz. der Stellen sind unbesetzt. Jrn Kriegsfall hat man ja genügend Reservesanitätsoffiziere; aber die mangelhafte ärztliche Versorgung in Friedenszeiten ist sehr zu beklagen. Die Zustände in der bayerischen Armee fordern unsere Kritik heraus, auch wenn der Herr bayerische Militärbevollmächtigte gegen unsere Kritik aus einer Anzahl Verfassungsbeftimmungen eine Art Feldbefestigung zu errichten suchte. In Landau gab ein Oberst Hennigst einem Journalisten, der ihn in der Zeitung angegriffen hatte, eine Ohrfeige: er erhielt bald eine Bri. gäbe. Das Verhalten der Offiziere bei den Ko n - trollberfammlung en ist ganz ungehörig. Sie beschimpfen die Leute ganz brutal. Das ist nicht nur roh, sondern auch feige, da man bet den Kontrollversammlungen den Mund halten muß. Die Militärbehörden dürfen sich nicht in die wirtschaftlichen Kämpfe einmischen; bei Streiks, hat da8 Militär Gewehr bei Fuß zu stehen. Leider muß ich in diesem Jahre wieder das Kapitel der Soldatenmißhandlungen besprechen, da sich eine ganze Reihe so schwerer Mißhandlungen in letzter Zeit abgespielt haben, daß man daran nicht vorübergehen darf. Der Redner trägt darauf mehrere Einzelfälle vor und rügt die verhältnismäßig geringen Strafen der Soldatenschinder. Die Schuld an den Soldatenmißhandlungen tragen die Kompagniechefs und Regimentskommandeure, die es in der Hand haben, solche Schindereien zu verhindern. Dazu haben die Herren aber scheinbar nicht immer Zeit, wohl aber dazu, Vorträge über das Wesen der Sozialdemokratie durch einen Post- assistenten halten zu lassen, wie es in einem Kavallerieregiment geschah. Wenn die Herren von der Rechten auch einmal gegen diese Schmach der Mißhandlungen auftreten würden, bann würde es beffei: werden. Abg. Dr. Ablaß (Vp.): Wir werden immer gegen S o l d a t e n m i ß Handlungen mit aller Energie eintreten, bis solche Brutalitäten überhaupt aufhören. Eine Statistik über die Schindereien wäre sehr notwendig, sie könnte sehr lehrreich werden. Heber den Rhbniker Fall wollen wir uns jetzt noch nicht ausführlich äußern, da das Urteil noch nicht rechtskräftig ist. Nur der Umstand kann besprochen werden, daß der Amtsrichter Knittel sich vor dem Bezirksoffizier verantworten mußte, weil er bei der Landtagswahl Wahlmänner wählte, die auf zwei Zentrumskandidaten und einen Polen verpflichtet waren. Die Militärbehörde hat kein Recht, auch nur annähernd bas Verhalten eines Mannes, der im bürgerlichen Leben steht, derart zu kontrollieren. Es ist unerhört, daß ein Richter, der Offizier ist, sich von dem Bezirkskommanbeur vorschreiben lassen soll, in welcher Weise er seine rein staatsbürgerlichen Pflichten ausüben will. Er wird herabgedrückt zu einem Bürger zweiter Klasse. Gegen eine solche Rechtlosigkeit müssen wir aufs aller- schärfste Verwahrung einlegen, gegen eine solche Degradierung der Offiziere! Es heißt auch, daß die Militärverwaltung selbst bas passive Eintreten für d i e Sozialdemokratie nicht dulden will. Nun bei der letzten Wahl hieß es in zahlreichen konservativen Aufrufen, bei der Stichwahl darf man einem Fortschrittler keinensalls die Stimme geben. Die.Folge war, daß zahlreiche Offiziere in der Stichwahl nicht wählten. Ist das kein passives Eintreten für die Sozialdemokratie? Der Bezirkskommandeur soll das Schwergewicht seines Verkehrs in die bürgerlichen Kreise legen. Man hört aber öfter von einem maßlosen Verhalten, das für einen gebildeten Mann als schmählich bezeichnet werden muß. Bezirksoffizier sollte nicht werden, wer durch einen Unglücksfall ober auch von Geburt an auf den Kopf gefallen i ft. (Heiterkeit.) Den Boykott im bürgerlichen Leben werben wir stets bekämpfen» jebenfalls das schlechte militärische Beispiel niemals nach- ahmen. Die Fürsten sollen ihre persönlichen Abjutanten aus eigener Tasche bezahlen. Man spricht so viel von der Opferwilligkeit des Jahres 1813. Heute, wo man so ungeheure Lasten auch von den Armen des Volkes verlangt, dürfen die Fürsten in der Opferwilligkeit nicht zurückbleiben. (Sehr richtig!) Die Oeffentlichkeit in den Militärprozessen darf nut in den allerseltensten Fällen beschränkt werden. Der Antisemit i s m u s besteht noch in der Armee ober dem Offizierkorps, selbst heute, wo wir den letzten Mann einstellen müssen. Das beut» sche Offizierkorps soll keine Missionstruppe gegen das Judentum sein. (Heiterkeit.) Es möge Wahrheit werden, daß unser Heer zu einem Pollsheer wird, wie es die Wehrvorlage verheißen hak Kriegsminister v. Hceringen: Wegen der politischen Betätigung der Offiziere mochte ich auf einen Erlaß meines Vorgängers Hinweisen, in dem es heißt: „Daß den Reserveoffizieren, denen das aktive und passive Wahlrecht zusteht, erlaubt ist, sich innerhalb b er staatserhaltenden Parteien zu betätigen. Ihrem Verhältnis als Offizier entsprechen auch Pflichten. Eine Betätigung zugunsten der Sozialdemokratie durch Offiziere kann und darf nicht fein." Das ist die Grundlage, auf her ich noch heute stehe und auch jeder deutsche KrieDminister stehen muß. Denn eine nationale Armee auf nationaler Grundlage kann keinen Offizier dulden, der sich anti- national betätigt. (Unruhe b. d. Soz., Beifall rechts) DaS Gegenteil wäre für die Festigkeit der Armee sehr bedenklich. Ein passives Entgegenkommen kommt für uns überhaupt nicht in Betracht. Was die Herren denken, weiß ich nicht, aber die Betätigung sozialdemokratischer Gesinnung muß betroffen werden. lieber den Fall des Amtsrichters Knittel kann ich mich überhaupt nicht äußern, da das rechtskräftige Urteil noch nicht vorliegt. Wer die Uebersührung eines Reserveoffiziers zur Landwehr darf niemals zur Strafe ober als Maßregelung vor- genommen werden, namentlich soll niemals die politische Betäti» gung damit getroffen worden. Das Landwehroffizierkorps steht genau auf derselben Grundlage, wie die Reserveoffiziere, und sie müssen nach ganz gleichen Gesichtspunkten beurteilt werden. In dem vorliegenden Falle sollten vielleicht Reibungen innerhalb des Offizierkorps vorgebeugt werden. (Lachen bei den Soz.) Ja, das Gegenteil hieße doch gerade die Politik in die Armee tragen. Nach meinem persönlichen Eindruck möchte ich etwa sagen: sobald die Angelegenheit einen solchen Umfang angenommen hatte, daß sie dem Bezirkskommandeur zur Kenntnis kam, so hätte er sich den Offizier kommen lassen und sich mit ihm aussprechen sollen. Der Vorgesetzte darf für seine Untergebenen nicht nur Strafe und Einschreiten haben, sondern vor allen Dingen soll er auch sein Beschützer sein. Auch in diesem Falle hätte er ihm feinen, Schutz zusagen sollen. Zu b er Frage der fürstlichen Adjutanten weiß ich noch nicht, wie sich die verbündeten Re» grerungen dazu stellen werden. Von meinem Standpunkt kann ich den Beschluß bet Budgetkommission nur als unbillig anfeben. Dis deutschen Fürsten haben auf eine große Menge von Rechten verzichtet, ihren ganzen Einfluß auf die Armee an Preußen abgegeben und verhältnismäßig wenig davon übrig behalten. Jetzt von ihnen verlangen, auch hierauf zu verzichten, erscheint mi? unbillig. (Unruhe links! Zuruf: Opferjahr!) Unser Offizierkorps setzt sich aus ganz bestimmten sozialen Schichten zusammen. Das ist gewissermaßen ganz richtig, daraus müssen wir auch beharren. DaS ist kein Kasten- Vorurteil. (Lachen links). Wer Führer der Mannschaften bei der Mobilmachung sein will, darf nicht aus einer Stellung unmittelbar aus den untersten Schichten des Volkes hervorkommen. Aber sonst setzt sich das Offizierkorps aus den verschiedensten Kreisen zusammen. Im Jahre 1912 waren 62,5 Proz. Kinder von Offizieren, Staatsbeamten, Geistlichen, Rechtsanwälten usw., 9,7 Proz. von Gutsbesitzern, Pächtern usw., 15,2 Proz. von Kaufleuten und Fa« brilantcn, 5,2 Proz. Sohne ven Subalternen und Unteroffizieren. Die übrigen aus sonstigen privaten Berufen. So verteilt sich der Offizierersatz eigentlich auf all» Stände, so daß man hier nicht von Kasten sprechen kann. Von der Aeußernng des Generals von Prittwitz vor dem Metzer Kriegerverein weiß ich nicht Bescheid. Vielleicht wurden seinq Aeußerungen nicht richtig aufgefaßt. Es liegt aber nichts Bo denkliches darin, daß ein Offizier, der jahrelang an der Grenz» ein so verantwortliches Kommando hatte, beim Abschied einen Rückblick auf diese Zeit wirft, und wenn er dabei die anti- d.eutschenVorkommnisseder letzten Jahre auf3 schmerz- Ochste bedauert. (Zustimmung.) Das ist nicht bloß vom nt 11 i t a r i f cf) e n , sondern vom allgemeinen patriotischen Standpunkt aus ganz unbedenklich. (Leb- hafte Zustimmung.) Es ist richtig, daß wir im S a n i tä tö o f f i zi c rko rp S zahlreiche Fehlstelle» haben, 27,2 Prozent. Aber das geht von Giessen, dei Krofdorf, de Für ( der Kran! Vaters, B Phil sagt Allen Für unseres li< Kon sagen wir sowie den DHr an Jahr zurück. Wir müssen auf der Kaiser-Wilhelm- Akademre drei- bis fünfmal so viel abweisen, als wir aufnehmen können. Dre Karriere ist doch nicht so wenig begehrt. Die Gesundheitsversorgung unseres Heeres ist durch diese Fehlstellen in fern«: Weise gefährdet. Die Zahl der Kranken geht herunter, die Behandlungslage der einzelnen gehen in die Höhe. Der Gesundheitszustand der Armee ist also vortrefflich. Die starke Strömung, die man manchmal in einem Offizierkorps beobachten kann, daß die Sanitätsoffiziere nicht das gleiche Recht haben, wie die Offiziere, ist durchails unberechtigt. D i e Sanitätsoffiziere r f e n nicht über die Achsel angesehen werden. (Lebhafter Beifall.) Im allgemeinen ist das auch nicht der Fall, an emzelnen Aeußerungen soll man sich nicht stosjen. Was wir an unserem vortrefflichen Sanitätskorps haben, wissen wir. Unsere Sanitätsoffiziere werden in wachsendem Maße Hausärzte der Offiziersfamilien. Arrr Stadt und Land. Gi ege n, 18. April 1913. L. U. Das Fach der Nationalökonomie an unserer Landes-Universität wird im Sommersemester von dem Privatdozenten Dr. Skalmcit aus Berlin vertreten werden, da die Berufungsverhandlungen mit dem Nachfolger des Geh. Hofrats Dr. Biermer noch nicht zum Abschluß gekommen sind. •* HistorischerVerein für das Großherzogtum Hessen, Die 6. Monatsversammlung findet an: Montage den 21. April, abends 71/< Uhr, in Darmstadt im Vortragssaal des Landesmuseums statt. Professor Dr. G. Wolff, Frankfurt, spricht über „Bonifatius' letzte Fahrt durch die Wetterau". "Aus dem Militär-Wochenblatt. Klllg(Worms), Halfter (If Darmstadt), Unterapotheker des Beurlaubtenstandes, zu Oberapothekern befördert. ** Das Großh. Hessische Regierungsblatt Nr. 6 vom 16. April 1913 hat folgenden Inhalt: 1. Bekanntmachung, Genehmigung von Schenkungen betreffend. — 2. Bekanntmachung, die Erhebung der in der Gemarkung Schiffenbcrg, Kreis Gieß,en, erwachsenen Kosten der öffentlichen Armenpflege betreffend. — 3. Ordensverleihungen. — 4. Ermächtigung zur Annahme Mrd zum Tragen fremder Orden. — 5. Tienstnaänichten. — 6. Dienstenthebung. — 7. Dienstentlassung en.— 8. Nachweis der Befähigung zur Uebernahme eines Kirchenamts. — 9. Charaktererteilungen. — 10. Ruhestandsversehungen. — 11. Sterbc- fälle. ** Chemisches Untersuchungsamt. Die Dicnst- stunden des chemischen Untersuchungsamts für die Provinz Oberhessen sind für die Sommermonate (1. Mai bis 30. September) auf die Zeit von 7 Uhr morgens bis 3 Uhr mittags festgesetzt. *’ Schonzeit für Fische. Die Frühjahrsschouzcit für da§ Fischwasier hat im Großherzogtum am 10. April begonnen und dauert bis zum 9. Juni. Die Winterschonzcit beginnt am 15. Oktober und dauert bis zum 14. Dezember. *• Reklamemarken. Eine Anzahl Geschäftsleute führt Klage über die Belästigung, die ihnen durch die Ein Antrag des Photographen Uhl, der seinen Schaukasten an seinem Hause Frankfurter Straste zweeLienlicher gestalten und erweitern will, und damit zusammenhängend den Hoseingang nnt einem Glasdach überbauen will, soll nach dem Antrag der Bmldeputatwn abgelehnt werden, weil dadurch eine unzulässige Bebamrng des Vorgartens eintreten würde. Stadtv. Habenicht tritt für die Genehmigung des Baugesuchs ein. Er verweist darauf, das, die Vorgärten in der Frankfurter Straße zum Teil eine Verschandelung der Straste bilden, wie z. B. am Hessischen ■P0' iJ1111" häßlichen Schild, das durchaus keine Zierde für ore Gegend bilde. Tie von Uhl geplante Umgestaltung sei keine Verunzierung des strastenbildes, sondern das Gegenteil. Er verwachse bei dieser Gelegenheit auf die Auslassungen tat Gießener Anzeiger Uber dre verhinderten Baupläne ber Firma Korsettenhaus En, die ganz aM Matze seien. Man solle doch kleinliche Bedenken m solchen Fällen fallen lassen und den Geschäftsleuten entg-egenkoMmen, wenn sie, wie hier in beiden Fällen, ihre Erwerbsmöglichkeiten verbessern und etwas schassen wollen, was der -L-tadt zur Zierde gereicht. In allen anderen Städten wäre nu.ch nimt verboten., Ter Oberbürgermeister bemerkt, daß Es sich un Falle Uhl um eine weitere Ueberbcruung des Vorgatten-' gekändes handle und män wegen der Folgen den Antrag der Baudeputatron entsprechend ablehnen müsse. Die Anbringung des Schildes un Vorgarten des Hessischen Hofes habe man nicht hmdern Tonnen. Stadtv. Habenicht erklärt, dast man doch Gauche wie das der Geschw. Aron, des Photographen Uhl tu nb anderer Geschäftsleute wohlwollender behandeln müsse: toatn man wolle, gebe es imMer einen Tag, uni den Leirten zu helfen. Obcr- burgermerster Mecum erklärt, er habe in beiden Fällen an den Beschlüssen der Baudeputation nicht mitgewirkt. Ter Bcricht- erstattec des Gieftener Anzeigers über das abgelehüte Gesuch der Geschw. Aton sei nicht objektiv gewesen. Die Baudeputation habe in beiden Fällen richtig entschieden und nur ihre Pflicht getan, stadtv. Ebel bemerk, dast der beabsiclstigte Bau des Herrn Uhl nach der Zeichnung für niemänd mischt.ändig sei. Tas Straßen- brld werde durch die Veränderung nur verschönert, und er sehe nicht eut, weshalb man den Antrag Uhl ablehnen soll. Stadtv. W i n n fordert in längeren Ausführungen sehr energisch, dast man den Geschäftsleuten nicht kleinlich in den Arm fällt, wenn sie ihre Auslagen erweitern wollen. Diese Leute trügen schwere Steuerlasten, und da solle Man die kleinlichen Gesichtspunkte lallen lassen Es brauche in unsereir Strasten nicht alles in Reih und Glied zu stehen, wie Man dies auf dem Papier male: unsere Geschäftstrasten brauchen nicht auszusehen wie ein Grenadierregiment. Die Einwände mit der Baufluchtlinie gerade am Seltersweg und die dabei an den Dag gelegte Aengstlichkett, es könne jemand zwei oder drei Zentimeter über diese Linie hinaus gehen, seien kleinlich. Wenn Man sich den Ssltersweg und auch andere Straßen eanMal genau ansche, dann werde man finden, dast gerade die Lotadt mit ihren Windeneinrichtungen für die elektrischen Strasten- lcrmpen 20 Zentimeter über die Bauflucht hinaus geht. Tas fei unschön: wenn aber jemand eine einheitlich du rehgebildete Laden- lront schaffen wolle, bann soll man diese Absicht nicht vereiteln, sondern ich Interesse der Verbesserung des Strastenbildes unterstützen. Das Müsse einmal gesagt werden. Winn begreift nicht, warum Man sich dagegen sperrt. Tie Frankfurter Straste von Hettlers bis an die Schienenguerung Muß doch einmal als Vor- gartenftraste fallen und Geschäftsstraße toerden, und dagegen kann auch die Stadt nicht ankämpfen. Stadtv. Huhn erklärt als Mitglied dm Baudeputation, das Gesuch Uhl habe der Baudeputation dreimal zur Beschlustfassung Vorgelegen, es sei jedesmal aögrichnr worden. Beig. Keller verwahrt sich dagegen, ,dast er heute in der Stadtverordneten-VersamMlung den Teputations- beschluß anders mttgeteilt hübe, als er tatsächlich lautet. Stadtv. Petri, Mitglied der Baudeputation, wäre zu haben, wenn Uhls Bauprojekt etwas geändert wird. Beig. Grünewald laßt sich an Hand der Zeichnung das Baugesuch erklären und bemerkt, daß er gar keine Bedenken trage, dem Plane Uhls seine Zustimmung Mu geben. Stadtv. Habenicht stellt fest, dast sich heute die Mehrheit der Mitglieder der Baukommission für die Genehmigung des Uhlschen Baugesuchs ausgesprochen hat. Es sei doch eigentümlich, dast sich in der Kommission für die Ablehnung eine Mehrheit hat finden lassen. Stadtv. Vetters beantragt unter lebhaftem Widerspruch von allen Seiten, das Baugesuch Uhl noch eimnnl an die Kommission zurüchzuverweisen. Stadtv. Schaffstädt regt an, die Veränderung widerruflich zu genehmigen. Nachdem der Oberbürgermeister erklärt, dast dies nicht imlöglid)! fei, wird das Gesuch mit großer Mehrheit bejahend verabschiedet. — Der Gießener Lichtbühne in der Babnbofstraste wird auf ihren Antrag die Anbringung eines Firmenschildes mit 90 Zentimeter Ausladung genehmigt — ebenso wird dem Bau- unternckhmri: Wehrum gestattet, an der Crednerstraße vor einem Wohnhaus statt eines eisernen ein Holzgitter als Abschluß herzu- stellen. Stadtv. Simon hat beantragt am Airlweq einen Spielplatz anzulegen. Tie Baukommission beantragt, diesem Antrag zurzeit nicht stattzugeben, weil daffür kein Bedürfnis vorliegt. Stadtv. Simon rechtfertigt sehr eingehend seinen Aittrag damit, dast außer Oswalds Gatten in der ganzen Stadt für die Fugend kein eigen!- kicher Tunnelplatz vorhanden wäre und dast bei der zunehmenden Behauung dieser Mangel iminer fMbarer werde. Andere Städtt tirnders und l.ch nötigt sieht- ^nne 6«! n s ÄM 'N S .7 neuer w, Msöiü »KSntM 1 wwJJUen W- »h.nifUi"1"'® gW,«ll6er ? ihl-MW-" “nb ! führfe Fräulein Endgültigen Abschluß Errichtung des yni □eiten. WN' des Packs, unfern Verhandlungen nab» meister Kirchner teil. W. Büdl-Nllt heust mit einem Ko Leitung stehenden i Häuser sind geöfpm Worium, RÄnun Institut, befinden f lingsgewand durch gelitten hat, leuchte Selten sprechen ri sind in ihm durch (5 eine prachtvolle nr Verkehr von der i Salinenviettel regt derne Villen entft jähnge Schmerzend mentdbau mit gr Nichts ist versäurr werrden große Mtttek für diesen Zweck auf und Gießen dürste dann nicht zurüchstehrm. Ein am Leihgesterner Weg vorgesehener Spielplatz ift viel zu flem. Spielplätze sind aber für die Jugend notwendig. Wollen Sie, so schließt der Antragsteller feine halb- ' >bündige Darlegung, etwas gutes für die Jugend schaffen, so muß oberhalb der Kliniken ein Baublock als Spielplak eingettchtet werden. Der Oberbürgermeister bemerkt, daß in keiner deutschen Stadt von der Größe Gießens soviel Raum' yinrt Spielen für die fügend sast wie hier. Stadtv. Sommer unterstützt den Srmon. Die für das werdende Südviettel vorgesehenen • Spielplätze liegen recht unglücklich, der eine in unmittelbarer Nähe : des Lupusheims, der andere an der Klinik für Nervenkranke, : ^raiye ferne sehr angenehme dtachbarstlxlft für .Kinderspielplätze. 9.taotö. Wrun tritt ebenfalls für den Antrag Simon ein. Jetzt 1 I« noch Zett, dafür zu sorgen. Stadtv. Wallenfels meint, man tonne des Guten auch ju viel tun. Früher war die Jugend daraus angewiesen, an der Bach zu spielen, und diese Jugend ist auch^groß geworden. Der Oberbürgermeister verweist daraus, daß nach dem Bebauungsplan für den Auliüeg dort bereits ein solcher ar * vorges.ehen sei. Tie Kommission hat beantragt, dem • rc& Srmon zurzeit nicht stattzugeben. Die Abstimmung ergibt eine Mehrheit für diesen Antrag. Eine Polizeiverordnnng über den Fuhrwerksverkehr in den Straßen der Stadt rtr? öS Polizeiamt vorgelegt. Tie Bestimmungen hierüber uud 20 ^ahre alt und entsprechen nicht mehr den veränderte ^A?ltnis|en. Tie Verkehrskommission hat sich mit der Vorlage beschäftigt und beantragt, die Verordnung zur Berücksichttgung ihrer Anträge an das Polizriamt zuttickzuvtzrweisen. In diesem Sinne wird beschlossen. Ein Flnchtlinienplan für rine neue, übrigens längst geplant gewesene Straße Von der Stemftraße durch die von der Stadt vor Jahren erworbene Eulersche Besitzung bis zur Dammftraße wird der Versammlung vorgelegt und genehmigt. Mit den Arbeiten soll sofort begonnen werden. Beigeordneter Grünewald regt an, von dem Tier- schutzvereiN Schilder zu beziehen, mit der Aufschrift: „Zug- 11 e r e schonen" und diese in den Straßen anzubringen. Der Oberburgermerster wird der Anregung Folge geben. Die Umgestaltung der Westanlage, die schon wiederholt die Versammlung beschäftigt hat, soll noch ein «vjafjr Zurückgestellt toerben, weil nötigere Arbeiten vorliegen. Dw Kommission ist der Ansicht, daß durch die Anlage des Bürgersterges an den Häusern entlang für den Fußverkehr bestens gesorgt sei, so daß der geplant gewesene Pflasterstteiseu zwischen der äußeren Baumreihe in Fortfall kommen kann. Tie Pflasterung der Fahrbahn soll, um Mittel für andere Zwecke frei zu bekommen, 1914 ausgeführt werden. Der Vorschlag der Kommission wird angenommen. Stadtv. Wallenfels regt an, den Bürgersteig in der Schillerstraße auf eine kurze Strecke zu verbessern. Einrichtung der alten Klinik für Zwecke der Bürgermeisterei. Oberbürgermeister Mecum verweist auf die Verhandlungen der Stadtverordnetenversammlung vom 9. Januar d. I. Ein Verkauf des Gebäudes, an die Ersenbahn ist ge)d>citert und nach dem damals gefaßten Beschluß müsse nun über die Angelegenheit erneut besckflossen werden. Ter Antrag der Kommission, eine Verbesserung und Zentralisierung der Bürgermeisterei, sei dringend und tatsächlich unaufschiebbar geworden. Stadtv. Winn weist darauf hin, daß schon damals verlangt worden sei, daß das Hochbauamt einen Koftenvoranschlag für Herrichtung vorlegen sollte. Es sei z. B. dringend nötig, das Dach auszubessern, wenn das Gebäude nicht zur Nuine werden soll. Der Oberbürgermeister bemerkt, daß für die Dacharbert 3000 Mark im Voranschlag 1913/14 eingestellt seien. Ein Beschluß, einen Voranschlag aufzustellen, sei bisher nicht gefaßt. Stadtv. L ö b e r meint, wenn das Dach schleckst fei, müsse es gemacht werden. Er habe die Beratungen so aufgefaßt, als ob auch eine Kostenberechnung vorgelegt würde. Stadtv. Petri glaubt gehört zu haben, daß der Umbau der ehemaligen alten Klinik zur Bürgermeisterei etwa 260 000 Mk. kosten würde. Stadtv. Wallenfels meint, man möge die Sache heute abfetzen und erst den Kostenvoranfchlag abwarten. Beigeordneter Grünewald beantragt: Das Hochbauamt aufzufordcrn, binnen seck)s Wochen Kostenvoranfchlag und Pläne zur Umwandlung der alten Klinik für Zwecke der Bürgermeisterei vorzulegen. Der Antragsteller erklärt, man könne sich nickt lächerlich macken und das Gebäude verfallen lassen. Pläne und Koftenvoranschläge zur 'Erweiterung der Bauten und Schaffrmg von ausreichendem Raum zur Unterbringung der gesamten Verwaltung auf ,dem jetzigen Bürgermeistereigrundstück zu verlangen, einen derartigen Antrag stelle er nicht, denn er wisse, es sei dies bei den Raumverhältnissen des Grundstücks unmöglich. Hierauf wird ein Schlußantrag angenommen. Stadtv. Habenicht, der sich vorher noch zum Wort gemeldet, bittet den Oberbürgermeister, den Eingang zu der Klinik doch von Unkraut befreien zu lassen, dazu seien doch keine besonderen Aufwendungen nötig. Der Antrag Grünewald wird darauf mit großer Mehrheit angenommen. Stadtv. Löber will noch einen Antrag stellen über Pläne und Kostenvoranschläge für das jetzige Bürgermeistereigebäude, er wird aber darauf hingewiesen, daß die Versammlung den Schluß der Aussprache angenommen und abgestimmt hat, so daß der Gegenstand als erledigt anzusehen ist. (Schluß folgt.) Satzung -er th. Gießen, 18. April. . der gestrigen Stadtverordneteu-Bersammlung waren anwesend: Oberbürgermeister Mecum, die Beigeordneten Keller, zcommer^renrat Emmelius und Justizrat Grünewald. Ter Ober bür germrister eröffnet um 4 Uhr die Sitzung und Mächte folgende Mitteilungen. Geh^ Kirchenrat Schlosser und Prof. Sievers haben an die Lrtadtverordneten rine Einladung ergehen lassen zu einem gern einsamen Besuch der Völkettimdlicheu Ausstellung in der ehemaligen alten. Klinik. — Ter Bürgermeister hat an die Eisen- b a h ndire k t i o n Frankfurt a. M. den Antrag gerichtet, auf uni eren Bahnhöf en die Sperre für die WatteräuMe aufzuheben und bittet die Stadtverordneten,, durch Zustimmung zu diesem Antrag zu erkennen zu geben, daß die städtische Verwaltung es ebeu- faus für richtig hält, wenn sich die Warteräume außerhalb der sperre befinden. Ter Oberbürgermeister erllätt, daß er, als ihm ber 'neue Bahnhofsbau irrt Projett bekannt geworden sei, den Stadtverordneten Kirch gefragt habe, wie er als Bahnhossrestau- rateur sich dazu stelle, und dieser habe ihm geantwortet, daß er die DmmMassung gegeben habe. Tie Anordnung habe ja sehr viel für sich, aber auch Manches gegen sich. Die Angelegenheit wird der VerkehrskomMiffion zur Vorberatung überwiesen. Ter Oberbürgerm'eifter eröffnet der Versammlung, daß ihm lvieder von einem' Unbekannten in gewöhnlichem Stadtbrief wettere 2000 Mk. zum Fonds für ein Denkmal Ludwigs V., des Begründers ber Hochschule,, übermittelt worben seien. Er handle wohl im Sinne der Versammlung, wenn er dem edlen Spender namens der Stadt hiermit öffentlich danke. Mit dem Dank vcr- bircke er die Bitte an den ihm' bekannten Geber, doch bei weiteren Geldsendungen einen eingeschriebenen Brief zu senden. — Die ^.uimhaLle der Oberrealschule an der BisMarckstraß? ist im' Bau Tcrhggeitcnt. Ter Oberbürgermeister labet die Stadtverordneten yur Besichtigung für Freitag, den 25. April, nachmittags 6 Uhr, eun —- Der Verein der 116er dankt für den Kosten zuschuß von 3000 Mk. zur Jubiläumsveranstaltung. Beig. Keil er als Vorsitzender der BaukomMission berichtet über die Anträge der vorliegenden Bangesuche. Die Eisenbahudirettiou will an der Frankfurter Straße sofott zwei BeaMt en wohn Häuser bauen und ein drittes Haus eUvas hinter der Straßenfront errichten. Tic Bauten sollen aul'erhalb des genehmigten Bauplanes errichtet werden. Ter Aspens wird besürwotttt. — BLckerMrister Georg Forbach will an feinem' Neubau in der Kaiser-Allee Balkone anbringen, die den vor geschriebenen 3-Mtter-Wstand vorn Nachbargrundstück nicht innehalten, weshalb der erbetene Dispens nicht befürwortet wird, dagegen 'wird eine mrchgesuchte Genehmigung der Anbringung von Erlern am Haus mit einer Ausladung von 90 Zentimetern als zuläsfig bezeichnet. Eine schlechte Behandlung der Wehrpslichti- g e n durch d ie Bezirksoffiziere mißbilligen wir. Aber Verr tz^chopsun hatte mir zugesagt, er werde mir die einzelnen zyaHe unterbreiten. Das ist aber nicht geschehen, deshalb kann ich daraus auch nicht antworten. Sonst wären diese Dinge schnell erledigt, ^n Kontrollversammlungen sollen nur dienstliche Vor- fajrrften • gemacht werden, alle anderen sogenannten Politrichen Reden gehören nicht in die Kontroll- Versammlungen. Die Kriegervererne unterstehen nicht mir, sondern dem Minister des Innern. Ich kann also die rechte Antwort nicht geben. Die Tätigkeit der Kriegervereine wird von der Zentrale verfolgt, sie sollen sich nickt politisch betätigen, als insofern, daß sie für Kaiser und Reich eintreten, f* \e rf-u r Kaiser und Reich, Landesfürst und Vater- •£nb,mSIn^ahr nur 16 ^alle von Soldatenmißhandlungen, darunter nur v»er schwere Fälle. Abg. Pospiech (Pole)S Die armen polnischen Rekruten, die der deutschen Sprache kaum mächtig sind, werden in ihrem nationalen Empfinden nicht T sondern auch von Offizieren aufs grob- lichste verletzt. Die Roheit bei den Soldatenmißhandlungen hat angenommen. Gegen dre Polen wird von der Militärverwaltuna em wirtschaftlicher Boykott betrieben. 8 Abg. Mumm (Wirtfch. Vgg.) begründet eine Resolution, die in einem Nach trag? ekat Me für eine Freifahrt b eurlaubter Soldaten in ihre Hermat und zurück fordert und weiter verlangt, daß Pakete d e r A n g e h ö r i g e n an Soldaten bis 3 Kilogramm post- und bestellgeldfrei befördert werden. Die Sozialdemokraten sind nicht besonders befähigt, über die Soldatenm'ßhandlungen sich zu entrüsten, das zeigen die Vorgänge im Ruhrrevier Sozialdemokratie vergiftet durch ihre Jugendpresse und Liederbücher unsere Jugend. Sic predigt Antimilitarismus und untergrabt ben Gottesglauben. Wenn die Juden gerne ^rh?a\bTCmeA to°a,:n’ f0 h°ben sie ja anscheinend genug 5t8Ib<^r 'hre.Deiatigung in der Sozialdemokratie. Ihnen ailch ritäJTr ba0e°cn ^ben sich die militärischen Auto- Diäten — ich erwähne nur Moltke — sehr entschieden ausae- ßfSfor^^eS1 Reserveoffiziere geschieht geheim Sm ^erf°r^8 ' — unb dagegen wollen sie Sturm laufen! fün^HiV betta0t Weiterberatung auf Freitag 1 Uhr Schluß 6% Uhr. UNd Äj.r MD ?L'K2 !Ndvmgenb 11 -^Send ift Sa. , " ^ I ol(t)(r ra&^gt. °IÖWung ergibt sticken hw < tirnnT oer 5tabt fb. oinfkrihaBc auf Vül-nmisterei. tat ^trbcnMunqet. Mucir d. 3. Gin gritbd'.tti und nach er tar Angelegenheit t Kommission, eine nt'tnei, sei dringend :tabn? 3inn weist :?r?<7 in, daß das Örmdihing mnlegm 2 ach aiÄubessern, tat Tackarbeit 3000 eien. Gin WuB, ijiait >n. nrüfit eö •n jwraüt, als ob . ambtp. Ketri r cbenmligen alten T’ tonen mnfc ' idx iic tzMaEt an:ijlag unb Pläne Vt Hüigernmmer un könne sich nicht , Pläne und ,,..L unb Lchanimg , S ffiianum Ser- er wisic, es sei unmöglich, bitt' 2Vp t'abenicht, ,y7 2oerbürger- ’ - nMut betreten , ,(_2\1.nnfn nötig. ' Nchrdeit ' .ntra; stellen durgermeistttti' r' J<;amnilunq •r >' cögesammt H 'ftprl -emniechmesttt § Sgedin ver- 'mit dem ntdit zum f()(r?ogtuni ' flrn Montag, ,„st im W Volk!. tbrt durch d>r .< -lugOtt. ^euclaubt^ eO‘^UlW<' 2 9. W w ... Ditnsi Reklamemarkcn sammelnde Jugend verursacht wird. Die Jungen besuchen die Verkaufsläden der Reihe nach und werben mitunter sogar ungehalten, wenn ihrem Begehren nicht willfahrt wird. Es ist Sache der Eltern und Erzieher, ihren Pflegebefohlenen diese Unart nachdrücklich zu unter* s^gen, damit sich nicht die Schule zum Einschreiten genötigt sieht. Kreis Büdingen. = Nidda, 16. 2lprfl. Zur Wiederlserstesktng seiner Gesundheit hat Kreisgeonreter Diehl einen Längeren Urlaub angetreten. Seine Stelle wird währenddem von Geometer 1. Klasse Beck von Bntzdnch versehen. — Gestern abend sand im' Gam- brinus unter beut Vorsitz des Obersten a. D. W e i m a r eine Versantmlnng statt, nm den hier schon lange bestehenden, aber in den letzteit Jahren untätig geivefenen Verein voml „Roten Kreuz" 'zu neuer Tätigkeit anfzuweckleit und die Abhaltung eines Kursus Mr Ausbildung in der bbrankenpslege zu beschließen. Es hatte sich 'röte größere Anzahl Danteu'und .Herren eingesunden, welche am Kurslus teilnehmen wollen. Naah der Vorlage der neubearbeiteten Satzungen entwickelte Sanitätsrat Dr. Koch, der beit Kursus abhalten wird, seinen Arbeitsplan. Die Unterweisungen in der Pflege Banker inti> Verwundeter werden wöchentlich einmal abends stattfinden und am 21. Mai beginnen. ch Bad Salzhausen, 16. April. Heute versammelten sich hier im Kurhause ettua 45 Vertreterinnen der Tele- phoni st innen- Vereine aus allen Gegenden des Deutschen Reiches, um über die Errichtung eines Erholungsheims für ihre Mitglieder und die Platzfrage zu verhandeln. Den Vorsitz führte Fräulein Reidt aus Frankfurt a. M. Zu einem endgültigen Abschluß ist man zwar nicht gekommen, aber die Errichtung des Heimes in Salzhausen kann als gesichert gelten. Wahrscheinlich kommt e§ an die nordöstliche Grenze des Parkes, unfern des Kaufmannserholungsheimes. An den Verhandlungen nahm der Großh. Badekommissar und Forstmeister Kirchner teil. Kreis Friedberg. W. Badl-Nauh-eim, 15. April. Die Saison hat heute mit einem Konzert der unter Professor Winderfteins Leitung stehenden Kärrkapelle begonnen. Sämtliche Brrde- häufer sind geöffnet und alle Kurmittel, Trintquellen, Inhalatorium, Radium^Emanatorium, Gradterw-erke, Zander- Institut, befinden sich in Betrieb. Im Park, dessen Frühlingsgewand durch das raüh^ Witter der letzten Zett nicht gelitten hat, leuchtet das z-arte junge Grün und an allen Äesten sprießen die Knospen. Reizende neue Durchblicke sind in ihm durch Entfernung alter Restbestände geschaffen; eine prachtvolle neue Promenade vermittelt den bequemen Verkehr von der Terrasse zum See. Auf dem früheren Salinenviertel regt sich, die private Bautätigkeit und moderne Villen entstehen. Der Bahnhofsneübau, das langjährige Schmerzenskind, ist vollendet; ein stattlicher Monumentalbau mit großzügiger Halle empfängt die Reisenden. Nichts ist versäumt, um die Großmachtstellung des Bades zu sichern und für jedermann zu einer Sehenswürdibkeit zu gestalten. Unter den zahlreich anwesenden Kurgästen befinden sich auch die Prinzessin Wilhelm von Sachsen- Weimar mit ihrer Tochter. IN der letzten Woche besuchte auch Prinz Heinrich der Niederlande von Oberursel aus das Bad und besichtigte alle Einrichtungen. Kreis Wetzlar. ? Wetzlar, 17. April. In einem Anfall von Schwermut haben zwei hiesige angesehene Damen, die Lehrerin a. D. Th. Lambert und die Rentnerin I. Lambert, ihrem Leben durch Er häng'en ein Ende gemacht. — Dutenhofen, 17. April. Auch hier wird nun die Zusammenlegung der Feldmark durchgeführt werden. Die Gemarkung ist 527 Hektar groß. X Nauborn, 17. April. Auf eine 50jährige Bergmannstätigkeit kann heute der Grubensteiger Jakob Kühn zurückblicken. Er war zuletzt 40 Jahre ununterbrochen auf Grube „Amanda" bei der Firma BuderuS tätig. Der Jubilar ist auch zugleich Kriegsveteran von 1870/71 und Ritter des Eisernen Kreuzes. Gießener Strafkammer. Gießen, 15. April. Zahlreiche Diebstähle, die der Installateur F. G. von Steinfurth in Bad-Nauheini verübte, beschäftigten die Strafkammer. G., der z. Zt. eine neben» monatliche Gefängnisstrafe wegen Diebstahls verbüßt, war in den Jahren 1911 und 1912 in Bad-Nauheim als Installateur in Stellung und vollfüyrte bei Vornahme von Jnstallationsarbeiten die Diebstähle. Mit Vorliebe hatte er es auf Flaschenwein abgesehen, den er in größerer Anzahl in verschiedenen Häusern aus dem Keller shal-l. Bei der Haussuchung wurden die versästedensten Gegenstände, die der Angettagte an den verschiedensten Plätzen fortgenommen hatte, vorgesunden. Ein schwerer Diebstahl, begangen mittels Erbrechens von Behältnissen, war dem Angeklagten nur iu einem Falle nackzweiSbar. Tas Gericht erachtete ihn in sämtlichen Arlllagepunl'tcn mit Ausnahme eines einzigen für schuldig und erkannte unter Einbeziehung der siebenmonatigen Gefängnisstrafe auf eine Ges anügefäng mis-strase von einem Jahre und 6 Monaten. Tie mitangetlagte Ehestan G., die der Hehlerei und Begünstigung beschuldigt wird, wurde freigesprochen. B c r u fu n g s verwer fn ng. Ter vielfach vorbestrafte I. Sch. von Duderstadt hatte anfangs Februar d. I. zu Münster bei Butzbach gebettelt und >var deshalb von dem Schöffengericht Butzbach mit drei Wochen Haft und Uebcrweisunq an die Landespolizeibehörde bedacht worden. Gegen dieses Urteil verfolgt der Angeklagte Berufung, weil er an dem in der Anllage angegebenen Tage überhaupt nicht in Münster gewesen sei. Da er aber die Bettelei uni die fraglich' Zeit selbst nicht bestreitet und auch als gewohnheitsmäßiger Bettler geschildert wird, wird seine Berusilng als unbegründet zurückgewiesen. Nächtliche Rauferei. Dem Chauffeur A. M., früher in Gießen, jetzt in Dietenhofen, dem Taglöhner E. G., dem Friseur K. Z. und dem Haus- lmrschn H., sämtlich in Gießen, wird zur Last gefegt, im Mai b.Jft nacy einem Streit in einer Wirtschaft den Kaufmann H. R. nacksts auf dem Heimweg verfolgt, zweimal angesallen und mißhandelt zu haben. Das Schöffengericht war mangels ausreichenden Beweises zu einem Freispruch der Angellagten gefomtnen. Die Staatsanwaltschaft sockst das Urteil an mit dem Erfolg, baß der Angeklagte M., der der Haupturheber des Streites war, zu einer Gefängnisstrafe von zehn Tagen und der Mgeklagte H. zu 30 Ml. Geldstrafe verurteilt wurde. Tagegen mürbe die Freisprechung der beiden anderen Angeklagten bestätigt. Betrügerisches Erschleichen von Bestellungen. Ter Kausmänn P. T. in Mannheim suchte int Juni v. I. in Vilbel und Umgegend Bestellungen auf das Nähr- unb Kräftigungsmittel Lecithin-Eisentinktur. Cw trat dabei als Reisender eines Versandhauses auf und erweckte den Äknschein, als ob er ein bedeutendes und leistungsfähiges Unternehmen vertrete, obwohl er in eigener Person dieses Mittel vertrieb und cs zur Erfüllung seiner Lieferungsverträge erst bei einer Fabrik ein- kaufen mußte. Auch veranlaßte er die Besteller zum Unterschreiben eines Bestellscheines, um nach der Unterschrift entsprechend der in dem Schein enthaltenen Verpflichtung die sofortige Anzahlung des 'halben Kaufpreises zu begehren. In vielen. Fällen erhielt er auch das Geld sogleich, zumi Teil allerdings erst nackstwm er mit Klage gedroht hatte. Mit der Anzahlung verschwand^ er, um nach einiger Zeit seinen Kunden ein hektographiertes Schreiben zugehen zu lassen, daß er aus Mangel an. genügender Beteiligung die bestellten Flaschen nicht liefern könne. Auch kamen Briefe, die die Künden an ihn nach Mannheim' richteten, als unbestellbar zurück. s?büf Grund dieser Tatsachen erackstete das Schöffengericht Vilbel den Angeklagten des Betrugs für schuldig und verurteilte ihn zu einem Monat Gefängnis. Tie Strafkammer, vor die der Angeklagte und die Staatsanwaltschaft die Sache gebracht hatten, erkannte auf eine Gesamtgefangnisstrafe von fünf Wochen. Ein plunipes B etrugsManöver wandte der Arbeiter G. G. gen. L. von Friedberg in Bad- Nauheim int Februar d. I. an. Angeblich weil er keine Skrbeit hatte und sich in bitterster Not befand, ging er .Mit einem in Papier eingewickelten Zweipsennigstück Mehreren Personen, um es sich unter denk Vorgehen, es sei ein Zumnzigmarkstück, wechseln zu lassen. In einem Falle glückte es ihnr, das Wechselgeld zu erhallen. In den beiden anberen wurde sein Vorhaben zuvor entdeckt. Ter Angeklagte ist ein Gewohnheitsbettüger, der schon zahlreiche Betrugsstrafen erlitten hat, und hat deshalb seine Tat mit 10 Monaten Gefängnis, auf die ein Monat Untersuchungshaft in Anrechnung kommt, zu büßen. Frau Sonne, meine Königin, heute wirst Du Dein schönes Kleid anlegen! Ein fröhlicher Wandersmann zieht jubelnd hinaus in die schöne Natur. Verschone ihn nicht mit Deiner Glut. Er ist gefeit gegen Uebermüdung und Erschlaffung durch die echten Kola-Pastillen Marke Datlmann (Dallkolat). Eine Schachtel Dallkolat Mk. 1.— in Apotheken und Droqenhandlunqen. D29/3 Jedenfalls in der Universitäts-u. Hirsch-Apotheke. Ferner: Adler- Drog., Central-, Kreuz-, Löwen- u. Germania-Drog., sowie Ernst Noll. 2625 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme während der Krankheit, sowie bei dem Hinscheiden meines lieben Vaters, Bruders, Schwagers und Onkels Philipp Seipp, Schuhmachermeister, sagt Allen herzlichen Dank Im Namen der Hinterbliebenen Karl Seipp. ■Wi'Ä A?i4\V Ä- V G M M 2628 Giessen, den 18. April 1913. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Ableben unseres Heben unvergesslichen Sohnes, Bruders und Schwagers Wagner, Obermatrose sagen wir hiermit allen Verwandten, Freunden und Bekannten, sowie den beteiligten Vereinen unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Konrad Wagner, Gasmeister. WB cr AM (Siegen. Die nachstehende Bekanntmachung Grotzherzoglichen Amtsgerichts Gießen ivird zur allgemeinen Kenntnis gebracht. __ Bekanntmachung Auf Grund des § 42 der Verordnung, die Anlegung des Grundbuchs und die AuSführuna der Grundbuchordnung betreffend, vom 13. Januar 1!KX) hat das Groß- berzogliche Ministerium der Justiz bestimmt, das; das Grundbuch für die sylnren 20 bis 39 der Gemarkung Gießen sowie für die bessischen Gemarkungsteile der preußischen Dorfgemeinden Vaunöbacb und Wißmar vom 30. April 1913 an als auaelegt an.wsehen ist. Gießen, den 3. Avril 1913. Großherzogliches Amtsgericht. ______________________gez. Wachtel.__________________BIB/t Tic Heberolle über die Beiträge zur land- «nd fortt- wirtfchaftlichcik BernsSgenossem'chaft der Gemarkrrug Gieße» mit Sebiffenberg für dad Jahr 1912 liegt von bente an während zwei Wochen auf dem Stadthaus Zimmer Nr. 2 — zur Einsicht offen. Innerhalb einer weiteren Frist von smei Wochen, nach Ablauf der Offen- legungSfriit, kann der in der Heberolle als beitragsnstichtig in Anspruch Geno-mmenc gegen die BeilragSberechnung bei dem Vorstände der land und forsttvirtschaftlichen Be- russgenossenschaft Einspruch erheben (f. § 1021—1023 Reichs- versichcrungsvrdnnng»._________________________ Bls/4 ES wird darauf hingewiescn, daß nach 8 4 der Lokal- Polizei-Verordnung uom 6. Juli 1888 Markisen so be- fefligt sein müssen, daß ihr tiefster Punkt mindestens 2,2.'» m über dem Niveau der Sttatze liegt. Markisen, l welche dieser Bestimmung nicht entsprechen, müsien wieder entfernt werden._____________________________________[B1B/4 Städt. Wohttungsnachweis Gießen, Asterwcg 9. Es sind zu vermieten: B18/t 3 Wohnungen von 7 Zimmern, 2 Wohnungen von 5 Zimmern, 1 Wohnung von 4—6 Zimmern, eine Wohnung von 4 Zimmern, 5 Wohnungen von , 3 Zimmern, 2 Wohnungen von 2 Zimmern, eine Wohnung von 2 Zimmern ohne Küche, 1 Wohnung von 1 Zimmer mit Küche, 5 möblierte Zimmer, zwei nnntöblierte Zimmer, 3 Werkstätten, 2 Läden, 1 dreistöckiges Lagerhaus mit Pserdestall und Heuboden. Zn mieten geiricht: 2ll Wohnungen von 2—7 Zimmern. tftädt. Arbeitsnachweis giessen. Afterweg 9. Es können eingestellt werden: a. bei hiesigen Arbeitgebern: 1 Schuhmacher, 1 Schlosser, 1 Schreiner, 1 Sattler, 10 Maurer, 1 Wagenlackierer, 1 Buchbinder, 1 Glaser, 1 Steinmetz, 1 Tapezier, I Fahrbnrsche, 2 Hauöburschen, 1 Dienstmädchen. Lehrlinge: 1 Stukkateur, 2 Schreiner, 1 Anstreicher ' u. Lackierer, 1 Steindrucker, 1 Friseur, 1 Tapezier. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 1 Glaser, 1 Schlosser, 1 jung. Schreiner, 1 Steinmetz, 1 Schneider, 4 Spengler, 1 Zimmermann, 3 landw. Arbeiter und Mnecbte, 20 Erdarbeiter, 1 Dienstmädchen. Es suchen 'Arbeit: 2 Lackierer, 1 Tapezier, 1 Installateur, 3 Schuhmacher 2 Gärtner, 1 Schlosser, 1 Schreiner, Weißbinder und Anstreicher, Taglöhner, landw. Arbeiter, Hausburschen, Pub-, Wasch- und Laufsrauen, 1 Kassierer. Lehrlinge: 1 Kellner, 1 Schlosser. Gast und Lchankwirtschastsgewerbc: Kellner, AushilsSkellner, Zapfer. (B,R/< lotel ExeelSior Berlin Königgrätzer Strasse 112-113 Zimmer, Salons and Badezimmer Konferenz» und Festsäle Modernster Komfort eröffnet . gegenüber d. Anhalter Bahnhof Zimmer mit 1 Bett v. Zimmer mit 2 Bett, v. Helle Ausstellungsräume an Ruhigste Lage Einheitspreis 1050 für Damen u. Herren M ■ Luxusausführung . . M, 16.50 de$ /> ist das höchste Urteil: 4 Die täglich steigenden enormen Umsätze der Marke Salamander beweisen klar, dass dieser Mafke vor allen anderen der Vorzug gegeben wird. 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Ter auch der konservative die Tendenz im Lause Aserderationen dauern in der Vorlage vorger bisherigen Auffassung fach eine Reduktion de vertreten gleichsulls d eine Beschränkung der bringe und somit bei den heutigen Kausprk erhebliche Summen Made stimmte auch sich aber nicht recht Ersparnis nun eine blieb fedoch bei sein der blinden Rationei eben der Steigerung Aussprache äußerte bc toi iiberbanbncb achemeine Crscheinnn, noch von dort M Ar «m Monn Md Muck dm mo mcht ganz tt möge doch dies der A nremand diese Verdi Die Nationattibc rrven zu einem A' rechterbaltung 1912 njunidit. 3m'1 ^"'Sstens beim alt! genommen werden s «SÄ,®. KÄ «Eeln zugefijgt n k? lung einen Au L.Marz 1913 M ^holten so fange in $bcm Neichshauss kj erungen zuni W K* di- tal bi g( bei k, j”rh„ 'c Tuchen nhkitiichr Ä'Z/in-r träge ? ^ge,j Vwx ^ihräÄigS' 6* SHonS04 ?urd KK« nat . 4. 8i« s2.3teeitVtail »es 11 Si fetae« W Oj Zunüch b-Staat«' die E °«I bt