BczuasvreiS: monatlich 75P^., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.— Vierteljahr!. ausschl. Bestellg. Zeilenvreis: lokal 15Pj^ ausivärls 20 Pienniq Chefredakteur: A Goetz. Peranlivortlich für den polit. Teil: Aug. Goetz für »Feuilleton", »Per- nnschtes" und,Gerichts- faal": Karl 9teuralh; für ^Stadt tind Land": Dr. 2)5 Erstes Blatt 163. Jahrgang Samstag, |8. Gttober ltzl3 Der Eichener Anzeiger Ä a. erscheint täglich, außer EW WGretzenerMzelger ggg General-Anzeiger für Oberhessen bis vormittags 9 Uhr. Rotationr-Nlck UN- Verlag -er Brühl'fchen Univ.vuch UN- 5tein-ruckerei R. Lange. Re-aktion, Lxpe-ition und Druckerei: Zchulstrahe 7. Anzeigenleü:' H? B^ck. Die heutige Nummer umfaht 20 Seiten. Tageskalender aus dem Jahre 1813. 1r- Entscheidungsschlacht bei Leipzig. 300 000 Mann der Verbündeten kämpfen gegen 200 000 Franzosen. Napoleon kann trotz heldenmütiger^ Verteidi- WNg seinem Gegner nicht standhalten. Die Hessen im Kamps bei Holzhausen, Zuckelhaüsen, Steinberg, Stötteritz. 'Id. Oktober. Der Kamps vorden Toren von Leipzig. .^ldennrütiges Verhalten der Hessen vor dem Grimm a- rschen Tor der Altstadt. Die Gefangennahme des Prinzen Emil von Hessen mit dem Rest seiner Brigade rn der Innenstadt. Das 1. Bataillon des Hess. Füsilierregiments entgeht der Gefangenschaft und kommt in Torgau an. Die wen-e eines Jahrhunderts. Gießen, 18. Oft. Ein Gedenktag Europas, nicht nur Deutschlands, ist heute, alles andere in den Schatten stellend, herangerauscht, und der traurige Tod der 26 Insassen des neuen Marinelnftschiffes hat die Stimmung bei noch unt einen Grad ernster gemacht. Tie Schlacht bei Leipzig, die am 18. Oktober eine halbe Million Streiter gegeneinander führte, hat in wenigen Stunden 50 000 Menschen dahingerafft, und man vergegenwärtigt sich heute zunächst das Bild des Schreckens, das der Angriff der verbündeten böhmischen Armee einer milderen Zeit erschütternd vor die Augen führte; „über die unbestatteten Leichen der zwei Tage zuvor gefallenen Kameraden", so schreibt Dreitschke, „ging der Heerzug hinweg, man hörte die Knochen der Toten unter den Hufen der Rosse und den Rädern der Kanonen knarren." Ebenfalls zwei Tage vorher, bei Möckern, hatte der Sieg Yorcks über Marmonts Truppen auf beiden Seiten je 8000 Tote erfordert'. Unter den Augen Napoleons gelang es der verbündeten Uebermacht nicht, die Gegner entscheidend zurückzuschlagen, erst als auf dem rechten Flügel die Nordarmee eintraf und Bülow den alten Feind von Großbeeren, Reynier, wiederum zurückwarf, wurde die Entscheidung herbeigeführt, die des Korsen Rückzug zur Folge haben mußte, da sein linker Flügel unter Ney völlig eingedrückt war. Mcht nur die Nationalisten, sondern auch die kosmopolitisch Angehauchten, werden heute versucht fein, diese ernsten Blätter der Geschichte eifrig durchzugehen. Ein Weltreick) krachte damals in seinen Fugen, und auch der des vaterländischen Gedankens Entwöhnte muß anerkennen, daß es, namentlich für Deutschland, ein „Befreiungs!- kampf" war, daß die vorübergehenden fortschrittlichen und freiheitlichen Gaben aus dem Westen, aus den Ergebnissen pter großen Revolution, doch den unerträglichen Druck des Despoten nicht aufwogen, der das deutsche Leben verachtete und die nationalen Bedürfnisse unterdrückte. Es waren Kämpfe der Völker, nicht in erster Linie der Fürsten, so klingt es heute aus den Blättern der allerver- schiedensten Richtungen, von der freikonservativen „Post' bis zur „Frankfurter Zeitung" und zum „Vorwärts"; und so wird der Sieg bei Leipzig als blutiger Vernichtungs^ tag zwar ein ernstes Gedenken hinterlassen, aber zugleich doch innerhalb Deutschlands Grenzen als ein erhebender Freudentag, als ein Tag der Wiedergeburt des deutschen Namens immerdar im Ansehen stehen. Die Ereignisse deS 19. Oktober im Jahre 1813 haben noch ein besonderes Gepräge. Sie singen ein Lied auch von nationaler Verirrung, Scham und Reue. Waren tags zuvor 3000 Sachsen unter Reynier in offener Feldschlacht zur Nordarmee der 58er Inin beten ü6 er getreten, so bot später das Eindringen in die Stadt Leipzig ein Bild sehr nachdenklicher Verlegenheit. Napoleon war mit seinen Franzosen nach dem Rheine unterwegs; die Sieger fanden in Leipzig feine Söldner, feine Vasallen! Wirklich, zumal für den König Friedrich August, der heute die Gäste aus allen Richtungen an dem neu erbauten Nationaldenkmal begrüßt, sind der 18. und 19. Oktober nicht gerade Jubeltage. Ernste Einkehr und heilige Vorsätze mögen da vorwalten. Der Ahne des heutigen Sachsenkönigs hat am 18. Oktober 1813 einen bitteren Kelch leeren müssen. Tie siegreichen Monarchen ließen ihn unbeachtet er. Dann senkt sich die Nacht auf die blutdampsen- den Gefilde. Hier, wo Napoleon die Entscheidung erwartet hatte, hatte er nur den rechten Flügel der Verbündeten zurückzudrängen vermocht. Aus dem linken flatterten zerschossen zwar, aber trotzig wie am Morgen, ihre FAhnen. Schlimm bis zum Verlust der Schlacht wäre es geworden, wenn Napoleon noch Marmonts 20 000 Mann hier hätte einsetzen können. Aber das hatte Blücher verhindert. Schon im Abmarsch nach Süden begriffen, sah sich Marmont durch die Nachricht von dem Anrücken der Schlesischen Armee gezwungen, bei Möckern, also nordwestlich von Leipzig, zn bleiben. Wohl beseelte die 20 000 Preußen, die Blücher hier unter Yorck angreifen ließ, heilige Begeisterung und todesmutige Opferbereitschaft, aber Tapferkeit und Begeisterung schienen an Marmonts unversehrtem Elitekorps, an seinen) aus trefflichsten Stellungen Tod und Verderben schlendernden Batterien zu Spott werden zu sollen. Da spielte Yorck als letzten Trumpf feine Reiterei aus: ihr Ungestüm reißt mich das schon sich auflösende Fußvolk mit fort. Und jetzt endlich läßt der zähe Widerstand der Franzosen nach. „Anfang, Mitt' und Ende, Herr Gott, zum Besten wende!" Mit diesen Worten hatte Yorck sein Tagewerk begonnen. Desselben Geistes voll stimmten jetzt feine auf zwei Drittel zu- sammengefchmolzenen Bataillone den Choral vonLeuthen an. Und wohl war Grund zum Tanken: hier bei Möckern war Napoleons Schicksal besiegelt worden. Sicherlich hätte man schon am Abend des 16. Leipzig einschließen können, wenn Bernadotte sich nicht fünf Meilen hinter Blücher herumgedrückt hätte. Auch jetzt noch kostete es viel, den Zauderer in die Front zu zerren. Die Kosten trug Blücher: er zahlte sie mit der Ueberlassung der Hälfte seines Heeres an die Nordarmee, d. h. mit dem Verlust der entscheidenden Rolle, die am Haupttage der Schlacht von Rechts wegen ihm zugekommen wäre. Die Wiederaufnahme des Kampfes verschob Schwarzenberg wegen des späten Eintreffens der russischen Reserven unter Benningsen auf den 18. Napoleon, der sich erst am 17. widerwillig genug zum Abmarsch aus Leipzig entschlossen hatte, zog seine Truppen noch in der Nacht zum 18. unter Preisgabe der am 16. behaupteten Stellungen zu einem engen Halbkreis zusammen, der von Connewitz über Probstheida, Zweinaundorf bis Schönefeld lief, dann aber jenseits der Parthe gegenüber dem Schlesischen Heere sich bereits eng an Leipzig an lehnte. Die Verbündeten ihrerseits füllten die große Lücke zwischen der Böhmischen und der Schlesischen Armee im Osten Leipzigs mit Benningsens am Abend des 17. eingetroffenen Truppen und denen der Nordarmee aus, welch letztere freilich erst zwischen 2 und 3 Uhr auf dem Schlachtfelde eintrafen. Denn nicht zufrieden mit einem auffallend späten Abmarsch aus den Quartieren^ hatte Bernadotte die Seinen obendrein wieder einmal große Umwege machen lassen. So kam es, daß die Verbündeten auf ihrem rechten Flügel kaum Fortschritte machten, während man bei rechtzeitigem Eingreifen der Nordarmee von Gohlis her durch das Rosental hätte Truppen vorfchieben und so die Rückzugslinie des Feindes bedrohen können. Aber an der Bedrohung oder gar Verlegung des Rückzuges scheint Schwarzenberg nichts gelegen zu haben. Zog er doch sogar im Laufe des Kampfes Gyula: aus seiner Stellung gegen Linden au über Elster und Pleiße zurück. Die Franzosen konnten nun also unbehelligt ihren Abmarsch antreten. Im übrigen aber wurde, wo immer die Schlacht tobte, mit (Ansetzung aller Kräfte gekämpft. Seine reichste Ernte hat der Tod an diesem Tage wohl um Probstheida, den Schlüssel der französischen Stellung, gehalten. Mehrmals gelang es den Verbündeten, in das Torf erneut)ringen, aber immer wieder wurden sie hinausgedrängt. Schließlich wurden die Angriffe auf Veranlassung der Monarchen eingestellt. Man hatte bemerkt, daß die Franzosen mit dem' Abzug aus Leipzig nach Westen "begannen. So hatten Die Verbündeten denn doch schließlich gesiegt in diesem gewaltigsten Rückzugsgefecht, das die Kriegsgeschichte kennt. Hatten doch nicht weniger als 300 000 Verbündete gegen 200000 Franzosen gekämpft! Schon diese gewaltigen Zahlen widerlegen die französische Legende: der Verrat der Rheinbundtruppen habe Napoleon besiegt. Denn im ganzen haben nur 4000 Mann Rheinbundtruppen während der Schlacht die Partei gewechselt. Obendrein verzichteten die Verbündeten daraus, sie bereits in dieser Schlacht zu verwenden. Um 7 Uhr am Morgen des 19. begann der dritte Akt: die Erstürmung Leipzigs. Schwarzenberg hatte jeder Sturm- kolonne eins der Leipziger Tore zugewiesen. So sollte Blücher das Hallesche, Bernadotte das Grimmaische Tor stürmen. Man stieß auf unerwartet harten Widerstand, zumal Napoleon selbst erst gegen 10 Uhr Leipzig verließ. Aber auch dann noch konnten die Verbündeten nur langsam vorwärts kommen. Erst gegen 11 Uhr, als Napoleon bereits nt jwinbcnau m Sicherheit hrar, gelang die Erstürmung des äußeren (yrimmaischen Tores. Schon bei dieser Gelegenheit er fuhren die Franzosen eine Probe von der Fürsorge ihres Abgottes. Die aus dem äußern Tor Verjagten wurden nämlich gemäß seiner Anordnung nicht in das innere Tor hin- gitgelaffen, so daß sie auf die elendeste Weise zwischen zwei Feuern umkamen. Bald darauf eine noch stärkere Probe: ein gewaltiger Donner! und die Elsterbrücke, der letzte Weg aus der «tadt über die Elster, flog in die Luft — infolge unzulänglicher Anordnung von feiten des Kaisers, lange bevor der Rest der Franzosen sich gerettet hatte. Tausende fan- oen in den Wellen ihren Tod. 12 000 kampffähige Soldaten uno 23 000 Verwundete lieferte der Egoismus Napoleons so noch den Verbündeten aus. Es war das Finale der gewaltigen Oper, die die Welt drei /Lage in Spannung gehalten hatte. Wer ist ihr Held gewesen? Aus dem Markte Leipzigs umarmte Kaiser Alexander den Marschall Vorwärts: „Mein lieber General von Blücher, Sie haben das Beste getan! Sie sind der Befreier Deutschlands!" Der Alte aber erwiderte einfach und schlicht: „Kaiserliche Majestät, Sie erlauben mich wohl, aber ich hab' bloß getan, was meine Schuldigkeit war. Meine braveii Truppen, jawoll, die haben viel mehr getan, viel mehr!" wie die Völkerschlacht begann... Bon einem, der dabei gewesen. Ein Freund unseres Blattes stellt uns ein interessantes Gc- schichtsdokument über den Beginn der Völkerschlacht bei Leipzig zur Verfügung, .nämlich den Bericht des Hunsrücker Dorfschul lehrers Johann Jakob Röhrig, der als Sergcantmajor unter Napoleon kämpfte. Röhrig hatte, als die meisten Rheinländer, durch Hunger und Elend getrieben, der französischen Fahne den Rücken kehrten, die Armee Napoleons nicht verlassen. Dieser deutsche Kämpfer mir französischer Seite (sein Enkel, Marl Röhrig, ist heute Pfarrer in Potsdams schreibt: Als der Morgen des 16. Oktober 1813 über die Ebene von Leipzig hereinbrach, sah man nichts als Himmel und Soldaten aller Waffengattungen. Man sah sclwn an den Aufstellungen, daß es ein heißer Tag werden würde, und daß mancher sein letztes Hemd anhatte. Wir kamen den Oesterreichern gegenüber zu stehen. Der Kaiser Napoleon stand etwas linkerhand vor uns auf einer kleinen Anhöhe mit dem Perspektiv in der Hand, wahrscheinlich, um die feindlichen Stellungen zu beobachten, und sein Schimmel neben ihm. Auf einmal hieß es: „Aur armes!" („An die Gewehre!") Von allen Seiten her ertönte der Ruf: „Bive l'Empcreur!" In demselben Augenblick, es mag wohl gegen 9 Uhr gewesen sein, gingen alle vor uns befindlichen -Batterien los, so daß die Kugeln wie Hagel fielen oder vorbei zischten. Der Kaiser kam auf seinem Schimmel ungesähr fünfzig Schritte links an uns vorbei gesprengt, und zwar in einem solchen gestreckten Galopp, wie ich noch nie ein Pferd lausen sah. Die Kanonenkugeln schlugen links und rechts, vor ihm und hinter ihm Ün den Boden, so daß ihm der Grund über dem Kopse zusammenschlug. Mit der Rechten hielt er den Zügel und mit der Linken den Hut auf dem Kopfe fest. Jeden .Augenblick glmibte man ihn getroffen, aber er galoppierte unversehrt hin durch. Ob zum Glück oder Unglück für Europa, dies Urteil überlasse ich jedem feinem Belieben oder seiner Ansicht nach zu fällen. Jetzt kam Aöurat, der König von Neapel, unten heraus- gesprengt, und zwar in seinem Stutzgalopp, den Zügel in der Rechten, die Linke herabhängend und schüttelnd, dazu rein „Tral dal dera de dam deral" singend. Er sprengte vor unseren Batterien die Front entlang, und nun gings auch von unserer Seite los. Wir standen im Karree in einem entsetzlichen Kugelregen, imb in Zeit von 15 Minuten hatte das Bataillon an Toten und Verwundeten wenigstens hundert Mann. Eine Granate fiel mitten in das Karree und deckte einem Offizier den Schädel ab. In- zwisehen kam eine Kanonenkugel der Länge der Kompagnie nach zu uns und schlug Gewehre und Beine entzwei. Der Kommandant hielt mitten im Karree zu Pferde und rief jedesmal, wenn eine Kugel vorbeifuhr: „Garde ä l'eau!", zu deutsch: „Gib acht aufs .Wasser?" So rufen sie nämlich in Paris, wenn sie Wasser oben herausschütten. Dann rückten wir hinab in ein Wiesenthal, unfern einem Dorfe, ich glaube, Wachau hieß es. Vor uns eine steile Anhöhe, hinter uns ein Bach. Die Granaten kamen über die Anhöhe herüber, flogen aber über uns hinweg. Mein Voltigeur Heinen, bei Bonn zu Hause, ein überaus braver und reinlicher Bursche, hatte einen schönen Apfel. Er schnitt ihn durch, reichte mir die Hälfte mit den Worten: „Hier, mein lieber Sergeantmajor, den wollen wir noch zusammen essen, wer weiß, ob wir diesen Abend noch da sind." Der Apfel war noch nicht gegessen, als eine Kanonenkugel das Tal abwärts d»r Front nach flog und fünf .Voltigeurs auf dem linken Flügel im dritten Gliede die Köpfe wegschlug, unter denen auch mein guter Heinen war. Weil ich nun hinter ihnen stand, war ich dergestalt mit Gehirn und Blut -bespritzt, daß ich fast nicht aus den Augen sehen konnte. Den ganzen Nachmittag ging es sehr hitzig her. Wenn man den Kanonendonner, das Knattern der Tirailleurs, das Zerplatzen der Granaten, das Chargieren und Gemetzel der Kavallerie anhörte und ansah, sowie den Pulverdampf, so hätte man glauben sollen, es hätte an diesem Tage fein Mann übrigbleiben können. Es ist mir jetzt noch unbegreiflich, daß ein doch sonst so kluger Feldherr, mic cs der Kaiser war, uns so dem Hunger preisgeben konnte. Es wäre ganz gewiß ein anderes Leben in der Armee gewesen, wenn hinreichende Lebensmittel vorhanden gewesen wären. Und dock kann, wer es nicht gesel)en, sich keine Vorstellung davon machen, welcher Enthusiasmus sich unter den halbverhungerten und matten Soldaten kundgab, wo sich der Kaiser in Person zeigte. War alles entmutigt, und er kam geritten, so wirkte seine Gegenwart wie ein elektrischer Schlag. Alles schrie aus Herzensgründe: „Vive l'Empereur!" und ging blind ins Feuer. So wurde es nun Abend. Wir sollten jetzt noch ein Dorf, das von den Oesterreicheru besetzt )Pitr, mit Sturm nehmen Es gelang uns auch, nach vieler Anstrengung, aber unser Divisioiiögeneral Rochaml>eau wurde dabei tödlich verwundet. Die Oesterreicher standen in Massen hinter dem Dorf. Kartätschen und Flinteukugeln kamen wie Schloßen gefallen. Wir nahmen das Dorf und verloren es abermals. Bei unserem letzten Zurückziehen bekam ich eine matte Fl in len kugel in den Fuß. Wir Tratten jenen Abend ebensowenig, um unseren Hunger zu stillen, wie den ganzen Tag über Wie viel Mann wir cm diesem 16. Oktober in der Korn vag nie oder im Bataillon verloren haben, kann ich mich nicht mehr entsinnen ES war der Beginn der großen Völkerschlacht bei Leipzig. 3n Leipzig während der Völkerschlacht- Die Nacht des 17. Oktober senkt sich kalt, stürmisch und regnerisch herab, Rund nm Leipzig herum, in zwei gewaltigen Kreisen, die Wachtfeuer! Aus brennenden Dörfern steigt rote Lohe in den Nachthimmel empor. Durch die Tore ber Stadt ununterbrochen die Züge des Grausens, die Transporte der Verwundeten! Die Lazarette können sie nicht mehr fassen. Man legt sie auf die Straßen. Wimmernd und fluchend liegen sie da, ihre blutenden Wunden sind noch unverbunden, fein Stroh kann ihnen zum Lager, kein Bissen ihrem Hunger gereicht werden. Es fehlt den Bürgern selbst am nötigsten. In den Bäckereien darf nur für die Truppen gebacken werden. Der Bürger wird von Wachen mit aufgepslanztem Bajonett von den Bäckerläden zurückgetrieben, und als endlich einige geöffnet werden, entsteht um die wenigen Brote, die noch übriggeblieben sind, eine Schlacht. Eine bange Nacht! Noch grauenvoller geht der Bringen ans. Gegen 10 Ufa fällt zwischen Probstheida und Zuckclhausen der erste iKaiwnenschuß. Vormittags 11 Uhr aber erbebt die Erde und zittern die Häuser vor dem Donnern der Geschütze. Von den höheren Häusern aus kann man die Schlacht verfolgen. Mer cs wagen sich nur wenige auf die Dächer hinauf, da bereits von allen Seiten Granaten und Kanonenkugeln ein schlagen und da und dort bereits zünden. In den Straßen Züge an Züge, die Napoleon dem Feinde entgegenwirft, Kuriere und Adjutanten mit eiligen Botschaften. Gegen Abend wälzt sich derselbe Trupp wieder zurück. Durch die Grimrnaische Vorstadt und die Promenade zieht sich eine ununterbrochene Reihe von Bagage und Munitionswagen, zwisckum denen sich kleine Abteilungen von Kavallerie und Infanterie flauen. In der engen Ranstädter Vorstadt ist das Gedränge unbeschreiblich groß. Erst gegen 9 Uhr schweigen die Geschütze. Kurz daraus erscheint Napoleon mit seinem etab in der Stadt und übernachtet im Hotel de Prüfst. Ununterbrochen bis zum anderen Morgen dauert der Rückzug der Franzosen. Mit Kanonendonner beginnt der 19. Oktober, der Dienstag. In kleinen Trupps kämpsen die französischen Reserven unter Macdonald und Ponjatowsky gegen die andringenden Sieger. Gegen 9 Uhr morgens löst sich alle Ordnung auf. 3n der größten Eile sucht jeder dem Verderben zu entfliehen. Lauter und immer lauter kracht der Geschützdonner der Verbündeten. Die Fahrwege sind zu enge. Planken und Barrieren werden niedergerisscn, Reiter setzen über das Fußvolk hinweg, Kanonen sprengen ohne Rücksicht über die Verwundeten und -toten. Alles, was französisch ist, wird in wildem Tumulte fort- Gerufen Auch die Kranken und Verwundeten, die zum Teil schon seit Tagen ohne Pflege auf den Gassen liegen, müssen fort. Mit Gewalt werden viele aus den Lazaretten in das Gedränge der Fliehenden hinausgestoßen. Ein Anblick des Entsetzens! Die Zögernden und Wankenden werden mit Kolbenschlägen vorwäns getrieben. Grautoff erzählt in seinen Erinnerungen, daß vor seinem Hause zwei dieser Armen niedergestürzt seien. Aber gleichgültig schritten über sie Pferde und Menschen hinweg. „Schon am anderen Tage waren sie so zertreten und zerfahren, daß man kaum noch eine Spur von ihnen sah, und ihr zermalmtes Gebein unter dem hoch ausgehäuften Gassenkot tief begraben blieb." Als letzter der Verwundeten verläßt General Latour-Maubourg durch das Ranstädter Tor die Stadt. Von Minute zu Minute wächst der Schrecken und die Gefahr. Gegen 11 Uhr erscheint Napoleon in Begleitung Murats. Er hält auf dem Markte und geht zum König von Sachsen. Die Unterhaltung ist nur kurz. Bald sitzt er wieder zu Pferde und verabschiedet sich mit einem lauten und ruhigen „Adieu, Messieurs!" von dem Stabe der sächsischen Armee. Dann reitet er im Schritt die Haidestraße hinauf. Murat hält in der Linken außer dem Zügel seine offene Tabaksdose, aus der er im Reiten fast ununterbrochen schnupft. Das Getöse und der Schlachtenlärm innerhalb der Stadt ist so 'groß, daß man von der Erplo- sion ber 'Elsterbrücke kaum etwas merkt. „Ich war in jenem Augenblicke," schreibt Grautoff, „in einem Haufe kaum fünf Minuten weit von jener gesprengten Brücke: dessen ungeachtet hörte ich nichts von der Erplosion. So groß war der Tumult unter den Fliehenden, so laut krachte des Feindes,und Freundes Geschütze." Um 12 Uhr sind bereits mehrere preußische Jäger auch über die innere Stadtmauer gestiegen und versolaen die fliehenden Franzosen. Diese werden von Gasse zu Gasse bis ans Ranstädter Tor, zurückgedrängt, wo sie nicht weiter können, und sich ergeben müssen. Plötzlich ertönt durch die Straßen der Stadt das Horn der preußischen Jäger: es wird Sammlung geblasen. Welches Wunder bewirkt dieser wohlbekannte Ton! Aengstlich halten sich die Bürger während des Sturmes in .den Erdgeschossen ihrer Häuser versteckt, jetzt aber reißt sie mit einem Schlage Jubel und Freude an die Fenster, auf die Gassen. Man herzt und begrüßt die Jäger wie Freunde, man bringt ihnen das letzte, was man Sit eisen und zu trinken hat, hinaus. Ein allgemeiner Jubel ergreift die Bevötterung. Nach einer Stunde erscheinen auch die Monarchen von Rußland und von Preußen durch das Grimmaische Tor. Anspruchslos und freundlich, mit geringem Gefolge, reiten sie durch die Stadt. Die Freude steigert sich zur Begeisterung. Aus allen Fenstern flattern die Tücher, in den- Augen erglänzen Tränen. Etwas später erscheinen der Kaiser Franz und der Kronprinz von Schweden, nicht weniger freudig begrüßt. Und nach ihnen reiten die Helden des Tages, Blücher und Bülow, Schwarzenberg und Barclan de Tollh, und wie sie alle heißen, herein. Vor den Wohnunaen der Monarchen auf dem Marktplatz halten sie. Der letzte französische Kommandant der Stadt, General Bertrand erscheint mit entblößtem Haupte und übergibt, mitten unter den Generalen des verbündeten Heeres, dem russischen Kaiser seinen Degen. Aber der Kaiser reicht ibn zurück und klopft dem tapferen Mann freundlich auf die Schulter. In unbeschreiblichem Jubel jauchzt die Menge auf. K. F. Dar Völkerschlachtdenkmal. Ernst Moritz Arndt schrieb 1814 mit Bezug auf das einst der Leipziger Schlacht zu errichtende Wahrzeichen: „Das Denkmal muß draußen stehen, wo soviel Blut floß; es muß so stehen, daß es ringsum von allen Straßen gesehen werden kann, auf welchen die verbündeten Heere zur blutigen Schlacht der Entscheidung Herzogen. Soll cs gesehen werden, so muß es groß und herrlich sein, wie ein Koloß, eine Ppramide, ein Tom in Köln." Und dieser Anregung ist der Schöpfer des Denkmals, Professor Bruno Schm i tz', gefolgt. Als eine kolossale Pyramide, aber nicht in jener leblosen Massigkeit der Pharaonenmälcr, sondern sinnvoll gegliedert und architektonisch reich belebt, erhebt es sich vor den Toren Leipzigs inmitten der Ebene, auf deren blutgetränkten Gefilden vor hundert Jahren die Entscheidung fiel, am Ende der prächtigen, breiten „Straße des 18. Oktober". Tie terrassenförmig ansteigende Anlage umfaßt in einem mächtigen Vorhofe ein Riesenwasferbccken, in dessen 12 000 Quadratmeter großer Fläche das $au<;e dahinter ansteigende Monument sich spiegelt. Zu ihm empor führt eine breite Freitreppe, liebet ihr türmt sich in einer Höhe von 91 Metern der wuchtig anstrebende Granitbau. Seinen Fuß schmückt ein 60 Meter breites, 25 Meter hohes Relief: die sinnbildliche Darstellung des siegreichen Befreiungskampfes, gefrönt von dem in Riesenlettern eingehauenen „Gott mit uns". Entworfen ist dieses Relief, dessen kriegerische Darstellung die Riesengestalt St. Michael» beherrscht, von dem inzwischen verstorbenen Prof. Behrens. Das gesamte übrige Bildwerk stammt von Prof. Metzner. Das stufenförmig aufgebaute, sich in seinem mittleren Teile nach oben verjüngende, quadratische Monument trägt eine runde Kuppel. Sie hat die Form einer .\ltone, ringsum bewacht von zwölf schwertbewehrten Wächtern, Kolossalfiguren, zu deren Häupten die 100 Quadratmeter große Plattform den Abschluß des Denkmals bildet. In das Innere führen zunächst breite steinerne Treppen, dann nach obenhin schmälere Wendeltreppen, neben denen auch ein Fahrstuhl die oberen mit den unteren Teilen verbindet. Ter Jnnenraum entsprächt wieder der Anregung Ernst Moritz Arndts: man kann ihn als eine stracks emporgedehnte Tomkuppel bezeichnen. Ihr gibt Metz- ners von stärkstem Ausdruck beseelte Plastik den Charakter einer Ruhmeshalle, die der Trauer um bie Gefallenen und patriotischer Erhebung an ihrem Heldcntodc dient. Den Boden bildet eine runde, schwarze Steinplatte aus geschliffenem Granit: das Sinnbild des Massengrabes; acht Pfeiler, jeder die erschütternden Züge einer öVe Meter hohen Schick- salsmaske tragend, flankiert von je zwei auf ihre Schilde gestutzten trauernden Kriegern, umgrenzen diese Krypta, schwere Ketten schließen die Lücken, lieber diesem in düste-, rem -tämmer gehaltenen Grunde erheben sich auf einer breiten Galerie vier sitzende Riesenfiguren, jede 91, > Meter noch, emubitber der sieghaften Kräfte des deutschen Volks, tnms: Religiosität, Opferwilligkeit, Heldenmuk und Treue Hoch oben aber, in der 60 Meter hoben Kuppel, nerfimvi bildlichen viele Züge kreisender Reiter Deutschlands nimmer ruhende Wehrhaftigkeit und Wachsamkeit. Gelblich gebrochenes Licht füllt den zu feierlichem Schweigen zwingenden, mächtigen Raum. Aber auch die Bautechnik hatte bei der Ausführung des Werkes gewaltige Aufgaben zu lösen. Das Baumaterial besteht aus Beton und Granitporphnr. 100 000 Mubikmeter Beton und Steinblöcke im Gesamlinhalt von 15 000 Kubikmetern, darunter einzelne Blöcke im Gewicht von 360 Zentnern, sind in dem fertigen Werke enthalten. Am 18. Oktober 1898 erfolgte der erste Spatenstich, fo daß am diesjährigen Tage der Weihe genau 15 Jahre an dem Bau gearbeitet worden ist. Napoleon; Zlucht. Tie Völkerschlacht war geschlagen, das Heer Napoleons zertrümmert, Europas Schicksal entschieden: Napoleon mußte aus Leipzig fliehen. Am 19. Oktober vormittags gegen 11 Uhr brach er mit seinem ganzen Hauptauartier auf und l?gab sich mnächfr nach Markranstädt, und mitten in der Nack t gina die Flucht von dort weiter. Napoleon war im Wagen (so erzählt Cbeleben) und immer von marschierenden Truppen umgeben: bie vielfachen Reihen gestatten nicht, schnell zu fahren Er mußte mehrere Male stillhaltcn. Tie Nacht war finster, das fliehende Heer nur in geringer Entfernung von Jnfanterieposten gedeckt, die Reiterei vorausgesendet. Als er an ein hart vor Lützen befindliches Biwak französischer Truppen gelangte, welelzc rechts und links an der Straße standen, so ward, während Napoleon lange Zeit anbatten nruFte, um bie Züge bei Lüden Vorbeigehen zu lassen, in diesem Lager unaufhörlich Marsch geschlagen unb geblasen, Wachtfeuer wurden unterhalten, es ertönten halb auf diesem, bald auf jenem Flügel Trompeten und Trommeln, ohne daß man eine Hauvttzvwegung gewahr ward, nrahrscheinlich, um die jetnblidK Reiterei cifau- schrecken. Endlich, nach langem, sruchtlosem Harren, und nachdem der König von Neapel selbst zu Pferde gestiegen war, um am Eingänge der Stadt, wo ein entsetz! lcfas Gedränge war, Ordnung zu schassen, konnte Napoleon weiter und durch Lützen fahren. Die blutigen Umgebungen von Starsiedel und Kaja sahen ihn mit einer zusammengeschmolzenen, abgchungerten und fast aufgelösten Truppe vorüber,uefan, deren Taten ihn wenigstens bis über die Weichsel sühren sollten. Der Morgen graute: Napoleon stieg aus, beschaute mit dem kleinen Fernglas die benachbarten Erhöhungen und ging alsdann in einem schlichten grauen Uetvrrcrf, gesolgt von dem ganzen Generalstabe, stumm und nachdenkend aut der Straße fort. Wie ein Leichen?,ua — bie Pferde am Zügel führend — zog alles dahin. Bei tem Hohlweg von Rippach, wo Bessiöres am I. Ma» blieb, warb Halt gemacht. Napoleon verschaffte sich hier noch den Genuß, eine Kolonne von 4000 5000 österreichischen Kriegsgefangenen, den Ertrag der letzten 8 Tage, mit dem er seine Berichte aus zuschrnücken gedachte, vorüber;iehen ;n sehen. Ebenso führte bie alte Garde immer die in ber Schlackt von DreSben erbeuteten österreichischen Fahnen mit sich, welche bei der Rückkefa nach Frankreich glänzen mußten. Doch außer dieser K?üigemveibc gewährte der Fackelzug wenig Erfreuliches für ihn. Die Ordnung war zwar bei Anbruch des Tages einigermaßen in bie Kolonne zurückgekehrt, aber bas bunte Gemisch ber zerstückelten Korps mußte für ihn höchst empsindlicl sein. In Weißenfels' ivurbe nach kurzer Rast die Saale überschritten, bei Freyburg die Unstrut. Napoleon brachte den Nachmittag am liier am Wachtfeuer zu und sah, wie seine ermatteten Soldaten regellos in größter Schnelligkeit vorübereilten. Napoleon war in diesen Tagen ganz herabgestimmt und saft sanftmütig, so daß er es gern zu hören schien, wenn jemand über bie letzten, für ihn so ungültflieben Begebenheiten unb deren Ursachen sprach Er ging langsam am Wachtfener umher, horchte auf die Kanonade, starrte die Borüberziehenden an und erregte durch seinen Gleichmut daS Interesse der Umgebung. Ein armseliges, nur ein Stübchen enthaltendes Lusthaus im Weinb,wge diente ihm unb Bert bi er zur Ruhestätte: alle übrigen biwakierten zwischen den Meinpfählen. Es fehlte an Raum, an Futter, an allem: bie Nacht war kalt. Weiter und weiter ging bie Flucht, auf ben (nifgeivcidjtcn, fast grunblofen Wegen, int (Gebiete der saale und Unstrut, im schweren Lehmboden Thüringens, bis sästießlich Eckartsberga erreicht lvar: abermals wurde kurze Zeit gerastet und am 23. Oktober war Napoleon, um Va3 Ufa in der Nacht vor den Toren Erfurts. Den 23. und 24. Oktober brachte er dort im Palais zu. Man sah ihn nur selten am Fenster: er ärgerte sich über den Zustand der vorbeimarschierenden Truppen, melcbe heißhungrig über bie wenigen Lebensrnittel herfielen, bie sie aus ben Magazinen empfingen. Es war ein Elenb, biese Zerrissenen unb Ausgehungerten an kommen zu sehen. Napoleon erkannte nun beit Verlust, ben er beim Rückzug erleiden mußte, und entgegnete auf die Bemerkung, baß durch die gemachteu Verteilungen in Erfurt die Truppen ein wenig in Ordnung kämen, voll Unmut: MaiS ce fallt des . il s'ew vowt au diable, je perds jusgu' au Rhin 80 000 Hommes, de ectta mnnfarc." (Aber das sind £)...., sie laufen zum Teufel, ich verliere auf diese Art bis an ben Rhein SC1000 Mann>. Enblick, am 25. Oktober um 3 Ufa morgens brach er int Wagen nach Paris auf, von neuen Hoffnungen erfüllt: er glaubte, bis zum Mai ein neues Heer von 250 000 Mann am Rhein zu haben . . . Gießen, 18. Oktober. ** Als Einleitung zur Jahrhundertfeiei? bot sich heute morgen den Spaziergängern auf den Straßen Gießens ein ungewöhnliches Schauspiel dar. Eine Fahnen- kompagnie des Infanterie-Regiments, die aus sämtlichen Kompagnien zusammengestellt worden war, in Paradeuniform unter Führung des Herrn Hauptmann Wehr- beim zum Kirchgang aus. Sie faheu schmuck aus, die jungen Krieger, die zu Gott danken wollten für bie Großtaten der deutschen Streiter, die Deutschland vor hundert Jahren von der Fremdherrschaft befreiten Die neuen Fahnen waren mit Lorbeerkränzen festlich geschmückt. Der Zug war nur klein, aber er hinterließ einen nachhaltigen tiefen Eindruck aus alle, denen ein deutsches Herz in der Brust schlägt. — Im Anschluß darau fand Regimentsappell auf dem Hofe der Zcughausl'aserne statt. ** D c r E i l b o t e n l a u f b u r ck ben Gau Hessen nahm folgenben Verlauf. Uebernabmc in Obern>orf 9.32 Uhr (8 Mi- unten Verspätung 9,24), in Wetzlar 9,50, in Gießen 10,33, in Grünberg 11,31, in Ruppertenroth 12,00, in Alsselb 1,00, in Lauterbach 1,50, in Landenhauscn 2,13 9 Minuten Verspätung'. In Lanbenhausen übernahm der 7. Kreis den Lauf bis Fulda, wo der Anschluß an den Hauptlauf Don Gcavelotte erfolgte. Der Lauf durch den Gfau Hessen wurde ohne jeden Unfall unb mit der größten Pünktlichkeit erledigt trotz den großen Steigungen und des Gefälles., Der von Gauturnwart Will vorher anS- gearbeitetc Plan würbe bis auf bie Minute eingehakten. Dabei waren recht schöne Leistungen zu veneichnen Ern Turner von Burgsolms lief 29 Kl. Geschwinbigkeit bei 200 Meter. Dieses war lüobl die beste Leistung. Ein Turner vom M T.-B. Gießen brachte es sogar auf 34 Mim., aber nur bei 100 Meiern unb bergab. Ein Schüler von Alsfeld erreichte 28 Klm. bei 200 Metern. Die Durchschnittsleistungen lagen zwischen 20 unb 22 Kilcmotcrn. Die Feiern in Hessen. Ruttershausen, 17. Okt. Wie vor 50 Jahren, so wird auch in diesem Jahre der Jahrhundertfeier am 18. Oktober abends ein Freudenseuer auf dein Altenberge, von dem bekanntlich eine weite Aussicht ist, zum Himmel lencklen. Tic Kriegervereine von Odenhausen, Salzböben nnb Ruttershausen haben dankenswerterweise den schönen Gedanken zur Ausführung gebracht. Tie Schulen und manche Freiwillige werden sich an>chlief?en. Nidda, 17. Okt. Tie Jahrhundertfeier hat heule mit einer Schulfeier der hofaren Bürgerfckmlc begonnen. Nach vaterländischen Gesängen und Deklamationen hielt Lehrer Brill einen Bor- s VzAniNg raya bon «Äfr 18. m diesiNber «•"Sa ZZL »zählt rh» ich!ö* * 4js ^französischer ;te$ * K«M ivar, „•TÄ' < durch Lützen :l nnd Kaja fuU jetten und fast n 'dn ivenigflena *ute mit bem U"d ging alsdann AN dm ganzen vmßk \m. Wie zag alles dahin “™ 1. Ma. blieb, rnochden Genutz, ^legsgesangenen, 'lNk Berichte aus- Ebensv führte die ■rf^n erbeuteten »er Rückkehr nach r '.lugenmeide ge< ?n. Tie Ordnung n in die Monne erftücfelten Korps Weitzenfels' rourbe »mybura die lln» ier am Vachtseuer egellos in größter bicicn Jagen ganz es. gern zu hören in so unglücklichen Er ging langsam ivnade, starrte die en Gleichmut das nur ein Stübchen hm imb dertbier i'tben ben Wein* allem: bie Warbt vV wb WttWcut Mrlsberga A urü> am 23. Licht vor den Tonn er dort im Palais trgcrte sich über den welche heißhungrig aus den Magazinen it und Ausgehunger- n er beim Rückzug Jung, daß durch die 1 ein wenig in Lrd- s..., il f’cn vont ) Hommes, dc cetta en zum Teusel, td) )OOO Mann). z brach er im Wagen hüllt: er glaubte, । Mann am Rhein n, 18. Oktober, chundertseier n°usdenE dar. ^ne >te aus lamtlrchen war, in auptmann Wehr" chen WM M " Ä«* £ säs* nJ(;P6 einen nach- Daran sand W rtniK# (8»' all io 33, m 'N Ä l,'00( 'N m .l leiiritung1. E t- einjcl’°2lirnct von en. 00^Metern. *'e äilcinotern- und 46 ’ :m Ä j)i£w KE KK »<• trag über die Schlacht bei Leipzig, in dem er eingehend den ganzen Gang der Schlacht schilderte. r. Ävmberg, 18. Okt. Die Hundertjahrfeier wird auch in amferem Städtchen nicht unberücksichtigt vorübergehen. Mittags Ü^kt von 12 bis 121 Uhr Glockengeläute statt. Nachmittags werden, sämtliche Schulen sich zu einer allgemeinen Feier an der Frreüenseiche versammlen, wo Lehrer Mayer die Ansprache halten wird. Abends 7 Uhr stellen sich sämtlickx Vereine zu einem Fackelzuge am Rathaus auf, von wo aus sich der Zug durch die Oberstraße nach dem hohen Berg bewegt. Hier wird ein Freubenfeuer abgebrannt. Pfarrer Praetorius hält die Festrede. Dann geht der Zug zurück nach der Stadt durch die Unterftraße nach dem Frankfurter Hof, wo ein allgemeiner Bier- TommerS stattfindet. Bildet, 16. Okt. In der Sitzung des Gemeinderats ^var u. a. der Antrag auf Gewährung von 80 Mk. zu der Hunde r t i a h r f ei e r auf der Tagesordnung. Sämtliche Vertreter der sozialdemokratischen Partei stimmten dagegen. Die Vertreter der bürgerlichen Partei, die in gleicher Anzahl wie die sozialdemokra- ckltche Partei im Gemeinderat vertreten ist, stimmten dafür. Großh. Bürgermeister Mühlschwein gab den Ausschlag und so wurde der Antrag angenommen. — Am Samstag findet im Saale „Zum Pfau" eine Versammlung statt, in welcher Herr Rom. Gö Her «us Frankfurt a. M._ über das Thema: „Wahrheit über 1813" referiert. — Das Grosch. Ministerium der Justiz in Darmstadt bat verfügt, daß am 18. l. M. die Amts- und Landgerichte geschlossen sind. m. Offenbach, 18. Okt. Zu einer mächtigen, unverlösch- lichen Kundgebung gestaltete sich die gestern abend in unserer Stadt abgehaltene Vorfeier zu der Jahrhundertfeier. Choräle, die von den Türmen der Stadt herabgeschmettert wurden, leiteten ®fl« M ein. Gegen y29 Uhr setzte sich der Fackelzug, der sich in der Kaiserstraße ausgestellt hatte und an dem sich neben zahl- 1x10)611 Bürgern 105 Vereine beteiligten, unter dem Glockengeläut und lebhaften Böllerschüssen in Bewegung. Unter den Klängen non 8 Musikkorps gings hinaus nach dem Biebererberg, wo sich unter dem mächtigen Scheine des Freudenseuers der Festakt abspielte. Ein überwältigender Eindruck bot sich dem Beschauer, der sich noch erhöhte, als der geräumige Platz von den 5000 Fackelträgern aus der mitsolgenden Menge gefüllt war. Weihevoll erklangen unter dem leuchtenden Flammenmeer die von der Regimentskapelle gespielten Weisen „Nun danket alle Gott", wonach Eisenbahnvorsteher Grimm in begeisterter Ansprache das Hoch auf den Kaiser und Großherzog ausbrachte. Nach dem gemeinschaftlich gelungenen Liede ^Deutschland, Deutschland über olles", und nachdem die letzten Akkorde des Liedes „Großer Gott wir loben dich" verklungen waren, hielt Pfarrer H o f m e y e r die ergreifende Festansprache, in der er in treffenden Worten der großen Zeit gedachte und ein getreues Bild von der Erhebung des deutschen Volkes erstehen ließ. Sein Hoch galt dem deutschen Vaterland. < Die Feiern im Reich. Leipzig, 17. Okt. Erzherzog Franz Ferdinand bon Oesterreich traf heute abend nach 8 Uhr hier ein. Zum Empfang waren erschienen der König von Sachsen in öfter- reich. Dragoneruniform, Prinz Johanit Georg in österreich. Infanterieuniform, der Kronprinz und Prinz Friedr. Christian. Der König begrüßte den Erzherzog, der sächsische Gardereiteruniform trug, herzlichst. Die Fürstlichkeiten schritten unter den Klängen der österreichischen Hymne die Front der Ehrenkompagnie ab und nahmen den Vorbeimarsch entgegen, hierauf fuhren der König und der Erzherzog, von Ulanen eskortiert, nach dem königlichen Palais, wo der Erzherzog Wohnung nahm. Leipzig, 17. Okt. Heute vormittag um 10 Uhr begann die Einweihung der Russischen Kirche, wozu außer den in Leipzig anwesenden Russen eine größere Anzahl gelade- mer Gäste erschienen war. Leipzig, 17. Okt. Heute vormittag überreichten Ober-, 'bürgermeister Dittrich und Stadtverordnetenvorsteher Rothe -in den Geschäftsräumen des deutschen PatriotenbunHes Kam- merrat Thieme, dem Bundesvorsitzenden, feierlich den Ehren- Dürgerbricf der Stadt Leipzig. Breslau, 17. Okt. Heute vormittag wurde in der -Vortragshalle der Jahrhundert-Ausstellung die Wander- Ausstellung des Vaterländischen Frauenvereins, die in acht 'Gruppen einen Ueberblick über das Wirken, die Bedeutung und die Aufgaben der vaterländischen Frauenvereine in Krieg und Frieden gibt, durch die Erbprinzessin von Meiningen eröffnet. Der Eilbotenlauf. Stuttgart, 16. Okt. Die Urkunde der deutschen Tur- nerjchaft für den heute nachmittag beginnenden Eilbotenlauf zum Völkerschlacht-Denkmal in Leipzig hat folgenden Wortlaut: „Zum 16. bis 18. Oktober 1913, als Wilhelm II. Deutscher Kaiser und Friedrich August III. König von Sachsen war, sind 35 000 Turner über 7000 Klm. in neun Haupt- und 23 Nebenläufen aus allen Gauen des deutschen Vaterlandes Leipzig zugecilt, um in Weitergabe von Hand durch die verschiedenen Läufer dem Vorsitzenden des deutschen Patriotenbundes Clemens Thiem eine Urkunde überbringen zu lassen, die die freudige Anteilnahme an der Vollendung des Völkerschlacht-Denkmals bezeugen soll." Die Urkunde ist unterschrieben von Andreas Bolze, Frankfurt a. M und Dr med. Ferdinand Götz, Geheimen Sanitäts-Rat, Leipzig- Lindenau Auf die Urkunde für den Eilbotenlauf, der von Friedrichshafen ausgeht, setzte Graf Zeppelin die Widmung: Auf dem Gelände des Luftschiffbaues Friedrichshafen dem -erfteu Läufer übergeben. Friedrichshafen, am 16. Oktober 1913 3 Uhr 30 nachmittags. Graf Zeppelin." Die Urkunde hat eine Eichenlaubumrahmung und trägt oben einen schwarzen Reichsadler in goldenem Felde unb' unten die Ansicht des Völkerschlacht-Denkmals. * Petersburg, 17. Okt. Anläßlich der Hundertjahrfeier der Völkerschlacht bei Leipzig fanden heute bei den Regimentern welche an der Schlacht teilnahmen, feierliche (5ee^en^ messen für die gefallenen Offiziere und Soldaten stall. Der Kiewer Ritualmordprozeh. Kiew 17 Ott. Bei Eröffnung der Sitzung erklärte der Präsident - 'Ungeachtet des Umstandes, daß der Gerichtshof der Presse in jeder Beziehung entgegenkommt und bereit i)t bie ^teno* Gramme durchznseh n, berichtet eine Minner Zeitung Unzutremn- über die Vorgänge in. Gerichtssaal unb entstellt sogar die Bestimmungen des Gerichtshofes. Der Prandent ertlart daraus «uftnerlsam machen zu müßen, bau, bei fortgesetztem Erscheinen solcher Bericht - er zu seinem größten Bedauern genottgt sein werde Las Sk ravhieren zu unterlagen. Auf Antrgg des VertEg^s Gruftnberg wurde die Erklärung des PrafibeNten in 1>Ol(C^m^1r!fer1'n ^Berlmde der Verhöre macht der Verteidiger tyruf nT ra darauf aufmerksam, der. Zeuge Wassilij Tsckeber- nnP TtX hnr hem Untersuchungsrichter nichts von einer Vergiftung SÄnberXrd! «en gesagt, vielmehr erklärt, die ^nder Lütten sich an unreifen Birnen bem Magen verdorben, Der Gnst- euitf ch sagt ans, baß Engen Tsck-eberiak, nachdem Khm Ä ein VerlangeOi vor dem Tobe das Abendmahl reichte und ftch ent erneu wollte, ihn zweimal angerufen^habe Aus bte ^aae was er wolle, habe er nichts erwiderst. Darauf habe er versucht ^ben Knaben durch freundliche Worte zum Spreckien zu belegen vergeblich. Da hinter ihm die Mutter des Knaben ge- Nanden habe, sei es leicht möglich, baß sie ihrem Sohne Zeichen Machte Der Zeuge kennt Wassili) Tschebenak und halt ihn für einen braven Mann unb emsigen Arbeiter. Die Mutter war durch die Krankheit ihres Sohnes betrübt und weinte oft. Der Zeuge Galkin sagt: Juschtschinski wurde in der Vorstadt mit Arendars bekannt. Juschtschinskis Wohnung sei von einem 3nbeU- ausspivniert worden, der nach der Beschreibung Tscheber- jaks Schneerson gliche. Er, der Zeuge, l-abe Schneerson niemals gesehen. Nach den von Zeugen angegebenen Merkmalen ist Schneer- son brünett oder dunkelblond. Aus Antrag des Verteidigers Grusenberg wurde eine Zeugenaussage verlesen, in der es heißt, Juschtschinskis Wohnung sei von einem rothaarigen Juden ansspioniert worden. In einer weiteren Aussage bemerkt der Zeuge Calkin, eine gewisse Kon Jena habe ihm erklärt, sie habe am 25. März Juschtschinski in Begleitung eines Mannes mit rotverbrämter Mütze, dem Aussehen nach ein Jude, gehen sehen. Der Zeuge Müller, der in der Fabrik Saizew angestellt war, sagte aus, daß Saizews Schwager Oettinger sowohl Ostern 1910 wie Ostern 1911 aus dem Auslande eingetroffen sei. Wie dies mit der Eintragung im Hausbuche, wonach, wie das Gericht feststellte, Oettinger am 3 Februar 1911 eingetroffen unb am 6. Februar 1911 abgereift ist, zu vereinbaren ist, kann sich der Zeuge nicht erklären. Der elfjährige Z a r u z k i sagte aus, daß er mit den Kindern in dem Fabrikhof gespielt habe, solange kein Zaun da war. Dabei sei es vorgekommen, daß ein älterer Hausknecht sie vertrieb.. Befragt, ob Wera Tscheberjak ihn gelehrt habe, wie er aussagen solle, erwLverte Zaruzki, Wera habe ihn in Gegenwart mehrerer Zeugen geheißen, vor Gericht auszusagen, daß er mit Juschtschinski und anderen Knaben gespielt habe und daß B e i l i s die Kinder gepackt und Juschtschinski fortgeschleppt habe, während sich die anderen losrissen. Den Zeugen gegenübergestellt, behauptet Wera, Zaruzki nicht beeinflußt zu haben. Ziaruzki bestand auf seiner Behauptung. Wera blieb dabei, sie zu bestreiten. Der Staats- a n w a l t bat zu Protokoll zu nehmen, daß laut Zaruzkis Aussage das Gespräch mit Wera in Gegenwart anderer stattgefunden habe. Die Mutter Juschtschinskis sagte aus, sie habe oftmals mit ihrem Enkel Schneersons Laden besucht. Bei der Konfrontation bemerkte Schneerfon, er habe Juschtschinski nicht gekannt. Die Zeugin habe seinen Laden vor vier Jahren besucht, nachher aber nicht mehr. Auf Zemislewskis Frage, ob Schneerson sich für den Leichenfund in der nahebei gelegenen Höhle sowie für den nuf die Juden fallenden Verdacht interessiert habe, verneinte Schneerson es. Der Verteidiger Zarudny gibt die Erklärung ab, der Sinn des Verhörs Schneersons sei klar. Er protestierte gegen die Bemühungen des Gerichts, die Mitschuld an dem Mord bei Personen, die nicht vom Gericht verfolgt seien und sich nicht der vom Gesetz vorgesehenen Mittel zu ihrer Rechtfertigung bedienen könnten, festzustellen, da dies zu einem Juftizsehler führen könnte. Der Vorsitzende erklärte jedoch, die Zeugen könnten ja Fragen, in denen ihnen gegenüber ein Verdacht ausgesprochen wird, unbeantwortet lassen. Ans Sta-t nn- Land. Gießen, 18. Oktober 1913. ** Ta g e s k a l e n de*r. Samstag, den 18. Oft. : Jahrhundertfeier: Fackelzug um 8 Uhr. Freudenieuer, Gedenkfeier auf dem Trieb, Konzert in der Liebigshöhe. Sonntag, den 19. Oktober: Jahrhundertfeier: Jugend- fest, Wetturneu auf dem Trieb mittags 121/., Uhr bis nachmittags 51/., Uhr. Kommers in der Turnhalle des Turnvereins abends 73/"t Uhr. S t a d t t h e a t e r: Abends ’/,8 Uhr: „Die Hermannsschlacht." Wiederholung des Prologs. VorsteNungen des Zauberkünstlers B e l l a ch i n i im Kolosseum nachmittags VA Uhr und abends 8J4 Uhr. Lichtspielhaus: Tätlich Vorstellung. Union-Theater: Täglich Vorstellung. (Dienstagsund Samstags neues Programm.) DbcrbeffifcbeS Museum und Gail'fche Samm- lunaen. Geöffnet Sonntag vormittags 11—1 Uhr unentgeltlich Museum für Völkerkunde. Geöffnet an Sonntagen vormittags von 11—1 Uhr unentgeltlich. Oberheffifcher Kunstverein. Die Ansstellnng ist täglich mit fllusnahme Samstags von 11—1 Uhr und von 3—5 Uhr geöffnet. Sonntags nnnnterbrochen von 11—3 Uhr. Die Anlageinusik findet Sonntag vormittag 11 Uhr (nur bei gutem Wetter) statt. Spielplan: 1. Armeemarsch Nr. 7, I. Batl. Garde 1806. 2. Fest-Reveille über den Choral „Nnn danket alle Gott" von I. Golde. 3. Jubel-Ouverture von C. Al. v. Weber. 4. »Prinz Angust", Armeemarfch Nr. 10. ** Zum Fackelzuq heute abend find- bis jetzt etwa 700 Teilnehmer angemeldet. Der Zug wird infolge eines polizeilichen Wunsches folgende Straßen passieren: Os- waldsgarten, Neustadt, Bahnhofstraße, West-, Süd-, Ost- Anlage, Moltkestraße, Kaiser-Allee, Trieb. * ** D i e Verlegung der städtischen Aemter. Die Entscheidung ist gefallen, die städtischen Aemter kommen in die alte Klinik, so hat es die Stadtverordnetenversammlung in namentlicher Abstimmung beschlossen, aber es kann nicht zweifelhaft fein, daß sie damit etwas getan hat, was in weiten Kreisen der Stadt Mißbehagen und Verstimmung erregt. Man wird den Eindruck nicht so leicht los werden, daß die Bürgermeisterei einen Ueberrumpelungsantrag gestellt hat, um ihren Willen durchzusetzeu. Wohl aus dem Gefühl heraus, daß sie mit einer vollzähligen Stadtverordnetenversammlung nicht so leicht fertig geworden wäre, wie mit den vorgestern anwesenden 18 Herren. HerrLöber hat zweifellos im Sinne der größten Mehrzahl seiner Mitbürger gesprochen, und wenn er nicht wieder mit der leicht zu widerlegenden Behauptung gekommen wäre, daß durch die Verlegung der Bürgermeisterei das Walltor an den Ruin gebracht würde, wenn er überhaupt den Bogen nicht überspannt hätte, dann wäre er wohl leichter mit seiner Meinung durchgedrungen. Wie unsicher man im allgemeinen war, geht schon daraus hervor, daß von 18 Stadtverordneten 6 sich der Stimme enthielten und 5 gegen den Antrag waren. Der 7., der sich der Stimme enthielt, war ein Mitglied der Bürgermeisterei. Sehr richtig betonte Herr Huhn, daß die Zimmer in der alten Klinik viel zu tief seien, und deshalb nicht genug Licht hätten, um als Bureauräume verwendet zu werden. Der Oberbürgermeister ging zwar mit einem Lächeln darüber hinweg, aber was er dachte, verschwieg er klug. Auch die finanziellen Bedenken konnte er nicht eigentlich entkräften, so sehr er sich darum bemühte. — Es wird mancher) braune Schein mehr darauf gehen, als man bisher angenommen und angegeben hat. Daß inan ein nicht rentierendes Gelände verwerten will, ist selbstverständlich; es kann nicht einfach brach liegen. Aber wenn die Gründe zur Uebersiede- .lung wirklich so zwingend waren, dann hätte die Bürgermeisterei mit .Hilfe der Presse die Einwohnerschaft aufklüren können, ja aufklären müssen. Dann hätte man sich der besseren Einsicht wohl nicht verschlossen, und die Ueberrumpe- lung wäre nicht notwendig gewesen. Sie gelang durch die Beschwörung der kommenden Stadtverordnetenwahlen; man wolle einen unwürdigen Agitationsstoff entfernen, hinter dem die größeren Fragen verschwänden. Das war nur ein Schreckschuß, man fürchtete sich vor der künftig drohenden Opposition, aber es kann nicht zweifelhaft fein, daß die Bürgerschaft nun erst recht nach Männern Umschau hält, die sich nicht überrumpeln lassen, und durch ihre Regierung g c- g en den Willen der Mehrzahl der Bürger hat es die Stadtverwaltung fertig gebracht, daß die Verwendung der alten Klinik im kommenden Wahlkampf erst recht eine Rolle spielen wird, eine recht erheblick)e sogar. Derartige Fechterknnststücko verblüffen wohl einmal, aber wenn man den Trick kennte bieten sie kein Interesse mehr. Und darin, daß in der Einladung zur Stadtverordnetenversammlung von Beschas- sung von Amtsräumen für die Stadtverwaltung die Rede war, anstatt von der Verwendung der alten Klinik können wir nur einen Trick erblicken. Ob es zudem >er Würde einer Stadtverwaltung entspricht, mit einer Versammlung von 22 Stadtverordneten, statt 36, die Bürgerschaft zu zwingen, darüber sind die Meinungen denn doch sehr geteilt. '• Stadttheater. Nach bem schönen Erfolg der gestrigen Erstaufführung von Kleists „Herrnannschlacht^ sei auf die morgige Wiederholung des Werkes bei kleinen Preisen besonders hingewiesen. Auch der Prolog, den wegen Erkrankung von Frl. Sonntag-Blume in letzter Stunde ffrl. Ida Strack übernahm, wird am Sonntag nochmals wiederholt werden. — Am Sonntag nachmittag findet wegen den anderweitigen patriotischen Veranstaltungen keine Vorstellung statt. "Silberne Hochzeit feiern am Sonntag Hilfs- schutzniann Hartmann und Frau. Landkreis Gießen. — Ebersta dt, 17. Okt. Unter bem Viehbestanb bcS Rechners Bö brich zu Eberstabt ist ein Kalb mit 5 Beinen zur Welt gekommen. Das fünfte Bein ist im Genick an- gewachsen, mit vollstänbiger Knie- unb Jußbilbung versehen, ist etwa 40 cm lang unb hängt um ben Hals herab. Das Kalb erfreut sich bester Gesunbheit. Krcis Friedberg. — Bad-Nauheim, 16. Oktober. Bis heute sind 3 4 3 8 6 Kurgäste angelommen. Bäder wurdcu bis heute 465 703 abgegeben. (h) Vilbel, 17. Okt. Der neugewählte Bürgermeister Berg wurde gestern abend durch Kreisrat Freiherrn Schenk zu Schweiusberg in sein Amt eingefiihrt. Starkenburg und Rhcinheffen. rm. Darmstadt, 17. Okt. Prinz Heinrich von: Preitßen und dessen Sohu Prinz Sigismund sind gestern wieder von Jagdschloß Wolfs garten abgereist. Prinz Heinrich begab sich zunächst nach England. rm. Darmstadt, 17. Okt. Der Kun st verein für das Großherzogtum Hessen wird am 8. November d. I. feine diesjährige Generalversammlung in seinem Ausstellungsgebäude in Darmstadt abhalten. Hessen-Nassau. [] Marburg, 17. Oft. Ein alter hessischer Volks- schullehrer, der 77 Jahre alte Kantor Friesleben in Winnen im Marburger Kreise, hat seit dem 1. d. M. sein Schulamt in jüngere Hände gegeben. Der Lehrerveteran, der am 3. Juli 1857 in den Dienst trat, hnt während dieser langen Zeit ununterbrochen in Winnen gewirkt. Bei seinem 50jährigen Jubiläum wurde ihm der Hausorden von Hohenzollern' und jetzt der Kronenorden 4. Klasse verliehen. (h) Hanau, 17. Okt In der Distriktssparkasse zu Alzenau wurde bei einer unvermuteten Revision ein großer Fehlbetrag festgestellt. Der Rechner, Kaufmann Sang, wurde seines Amtes entsetzt. Der Fehlbetrag wurde durch Verwandte Langs gedeckt. w. Wiesbaden, 17. Okt. Der Berliner Hosprediger Ohly wurde zum Generalsuperintendenten de§hiesigen Bezirks als Nachfolger des Wirkl. Geheimen Rats L. Maurer bestätigt. Vermischtes. * Ein heftiges, andauerndes Erdbeben suchte in Nicaragua die Städte Managua, M a s a y a und Granada heim. Die ausgeschreckte Bevölkerung verließ die Hauser unb schleckt im Freien. In Granada stürzte ein Haus ein. kf. Bon der Weinnachlese in Frankreich. In gewissen Weingegenden Frankreichs hat sich von altersher der sonderbare Brauch der Weinnachlese bis auf heute erhalten. Wenn die Hauptweinernte eingebracht unb gekeltert ist, ziehen bie Armen in die Weinberge hinaus und suchen nach den zurückgebliebenen Früchten. Es ist nun Ueberlieierunq, daß der reichere Bauer bei der Weinernte sehr weitherzig verlahrt und immer Rücksicht aus bie Nachlese der Armen nimmt. Diese ist für bie arme Bevölkerung zu einer Art Bolksiest geworben. Sie suchen sich, so gut es geht, zu schmücken, sie fingen ihre alten Volkslieder, schießen Pistolen ab unb erhalten von den reicheren Bauern Wein, Brot unb Käse. Aber sie müssen von bet Behörde die Erlaubnis zu der Nachlese haben und dürfen auch nur in den Weinbergen der eigenen Gemeinde die Nachlese aussühren. Gelegentliche Uebergriffe haben schon zu sörmlichen Schlackten geführt. Tie Nachlese ist durch ein Gesetz, das gegen ihre Auswüchse gerichtet ist, geregelt. Es geht in seinen Anfängen bis aui das Jahr 1791 zurück. kf. Ein Tabakverbot für Minderjährige in Japan. In Japan ist jüngst ein Gesetz angenommen worden, das allen Minderjährigen den Tabakgeniiß verbietet. Erst nach vollendetem 20. Lebensjahre dars der junge Javaner nunmehr Tabak rauchen. Das Gesetz sieht sehr strenge Besttasmuien im Uebertretungssalle vor; es dars sogar nickt einmal Tabak an Minderiährige vertäust werden, die im Auftrage ihrer Eltern den Kmckladen besuchen. Die Strafen bestehen in sehr empfindlichen Geldbußen, die zunächst den Eltern aickerlegt werden. Nützen sie llickts, so tritt im Wiederholungsfälle für ben Schuldigen Gefängnis- strafe ein. Was würde unsere Jugend zu einem solchen Verbote sagen? * Trübe Ahnung. Der kleine Jacky erzählt in der Schule- baß sein Vater gestern ein ganzes Gebiß neuer Zähne erhalten habe. „Unb was wird denn nun mit den alten?" fragt ein Schulkamerad, worauf Jacky traurig dreinblickt und meint: „Ach wie ich Mutter kenne, werden die kleiner gemacht, und ich muß sie auftragen." * Luxuskuren. „Von einem Bad ins andere haben mich die Aerzte geschickt. Aber vom Reisefieber bin ich nirgends kuriert worden." Letzte Nachrichten. Ein schwerer Fliege>runfakl. Worms, 17. Okt. Die „Wormser Nachrichten" melden aus Kirchrode: Heute morgen i/28 Uhr stürzte das Flugzeug „G. 8613", von Darmstadt kommend, ab. Die^ Insassen, Oberleutnant Koch und sein Fluggast Maut he, sind tot. Basieren M eine Wohltat. ' rlie 4 Tube 20.60.100 Pf» nichtfenende % . Hautcreme Licht-Spiel-Haus Bahnhofstrasse Bahnhofstrasse Der gewaltige Sensations-Riesen-Schlager Grosses dramatisches Lebensbild in 6 Akten von wuchtiger, dramatischer Bewegung. 6926 Dir. L. Hof. Telephon 2077. Bahnhofstr. 34. Die Handlung ist nach dem berühmten Roman „Roger Laroque“ von Jules Mary und zeigt, wie ein Unschuldiger wegen eines ihm zur Last gelegten Mordes aus den französ. Straf kolonien flüchtet und zuletzt rehabilitiert wird. Eine Unsumme mimischer und malerischer Werte, die das Werk zeigt. Vorzüglich sind im ersten Akt die Arbeitermassen und Fabrikinterieurs. Die Ensembleszenen sind lebenswahr gestellt und das Schlussbild Gießener LicIMne-G. m. b. H. Dieser Riesenfilm erlebte in Frankfurt wochenlang ausverkaufte Häuser und wird auch hier das Tagesgespräch bilden. Täglich 3 Verführungen um 4 Uhr, um G1/» Uhr und um 9 Uhr (Sonntags 3, 5, 7, 9 Uhr). Rang- und Logenplätze können reserviert werden. Ne Zur Verkehrs , Ue bic nack liegen, Staats! Metzes Gesetz -ii Herbstta setz aucti werden ! Veihnad man uni zember i £ie ii ,A"»c >v- ivoche Nach in Preutz vom Tau Tausend - lirficr 9i andere ausländer, sic ist im die Zählka: 2483054' tzens Anac oder 962 189 887 anderen ( 29151 s> der niete Baptisten und 425 tholi > c und 979 davon 2 lichen o danach fi Lutheianc Mr Triften it Hübnern f iidi 18,62 theusch, 2^ xtvmmtxt, Mch-nnin TtaniföVüd)--' $rübnt\x(S Tie B«ei wenn aud des evang licher Ste Christen t der Ange während 8,13 v. L Dje — es fit meinen Münzen neuen tO- gegeben, gemäß kl auch Sill _ Wie l Dermairnss gestimmten flammen. Herrschast i bedeutender bie unmitik Macht. A schmerzvolle Ale Nachte -nuhl, bat Wrtreibui lerischen M § der ich Mer sehe, Mehungen Whr aus Mrisse ii ?'cn Lettin "M, wenn M um , ,Wpn, und Ä" barii 7" -tobesftc y^bigJJ ges matzlo S"?urcha «l-, dar, s. ^rs, und weil .^Michlach! N'chc . bram ">"ch ent »otbear fcnd)I b» "n Nich, hei J - d und>gestel als WÄ1*! bi, ’in mW vor oßtr Qc^en b Sonntag, den 19. Okt. in der „GERMANIA“ RESTAURATION AM TRIEB Rflusik. Unterhaltung Vorträge und Tanz von nachmittags 4 Uhr ab Eintritt frei! Bier 10 Pfg. Es ladet ein Familie Römer. ßS71 Sonntag und Mittwoch, 8V, 11 br, im Eintritt frei für jedermann. 08313 V Einladung Vortrags-Folge 2. b) Prelndc, Cis-.Uoli c) Polacca brillante 3. 6902 Ter Borstand NB. Leute unter 25 Jahren haben keinen Zutritt. 4. 1. 2. b) Der Musikant . Zungdeutschland Siehrn b) Scherzo, B-Moll. 1 über alles"). Freiübungen der Schüler. („£) Deutschland hoch in Ehren"). Lied Militärmustk ab 3 Uhr Freier Zutritt Ter Vorstand, Ter Vorstand. C,8/i DER VORSTAND. wird gebeten. 6919 Zimmerstutrcn (Gesellschaft herein Frcunüiiiiicil junger Mchcn Biblis (Hessen). 6678 Carl Maria von Weber, (geb. 1786, gest. 1826.) alles andere Olcmüic, Rot kraut, Wirsing, .Kartoffeln billigst. Jakob Frcflinnt. Alle Einwohner Gießens werden frcundl. eingeladen. Das Fest fällt nur bei schlechtem Wetter aus. W. A. Mozart. (geb. 1/;j6, gest. 1791) Ludwig von Beethoven-Seiss. (geb. 1//0, gest. 1827.) Rachmaninoff. (geb. 1873.) Carl Maria von Weber. (geb. 1786, gest. 1826.) Johannes Brahms. (geb. 1833, gest. 1897.) Plitzner. (geb. 1869.) A. Alabieff. (geb. 1787, gest. 1851.) 4. Zwei ungariMche Tiinze..... Für grosses Orchester bearbeitet von Alb. Parlow. vünttl.: Beginn des Fünfkampfs in drei Stufen. (Wettlauf, Weitsprung, Kugelstoßen,Geräteübung, Freiübung.) Joseph Haydn. (geb. 1732, gest 1809.) 100—200 .Str. Vabuno frei jed. Station, per Ztr. 2.20 Ml., Giehener Ballspiel-lllubl<)04 Wir ersuchen unsere ^Mitglieder, sich an dem heutigen ItartcUun und der Tlabr bnndcrtfcier am Sonntag abend in der Turnhalle zahl» reich zu beteiligen. Lieder mit Klavierbegleitung: a) Auf dem See (Gedicht v. C. Simrock) b) Gnadenbild (Gedicht von Resa). Andante maestoso. - Allegro. - Largo. - Menuett. Allegro. Klaviersoli: a) Deutscher Tanz D1K io Marine-Verein Siehrn Zahrhunöertseier Wir bitten die Kameraden, sich an folg. Veranstaltungen zahlreich zu beteiligen: 1. Samstag, den 18. Oktober, abendö7' ,Uhr: Fatkelzug. Antreten am Oöwalds- garten (»feil. Rösiiiger). 2. Sonntag, den 19. Oktober, abends7'/»Uhr: sommers in der Turnhalle. Vereins-Abzeichen anlegen- Robert Schumann. (geb. 1810, gest. 1856.) Hugo Wolf. (geb. 1860. gest 1903.) Eugen Hildach. (geb. 1849.) Anton Rubinstein. (geb. 18:30, gest. 1894.) 1 r. Chopin. (geb. 1810, gest. 1849.) Johannes Brahms. (geb. 1833, gest. 1897.) 1.50 Mk. und III. Platz zu 1 Mk. c) Die Nachtigall (Russisch. Volkslied) Zum Konzert-Vortrag eingerichtet von Aglaja Orgeni. Zwei Sätze ans dem Waldhorn-Konzert In Es-Dur mit Orchesterbesleitnng Andante. — Allegro maestoso- (Waldhorn - Solo: Herr Max Schitzel, Mitglied des Orchestervereins.) II. Teil. Ouverlfirc zur Oper „ Oberon“ Lieder mit Klavierbegleitung: a) Er ist’s...... c) Ach nur ein Viertelstündchen . 3. Klaviersoli: a) Barcaroie, A-JIoII . Wohltätigkeits - Konzert zum Besten der Kolonnen-Ausrüstung der Freiwilligen Sanitäts-Kolonne vom Roten KreuzzuGießen aus Anlass deren 10-jährigen Bestehens. Mittwoch, den 5. November 1913, abends 8 Uhr in der neuen Aula der Universität unter Mitwirkung von Fräulein Ida Stammler, Konzertsängerin und Gesanglehrerin, Herrn Julius Hahn, Pianist und Musiklehrer, des Orchester - Vereins Giessen unter Leitung seines Dirigenten, Herrn Musiklehrer Wigandt Gernhardt. Programm. Montag, 20. EttoOcr, abends Sl/4 Uhr: Geheimrat Gcneralsuperintendcnt D.Hoppe-Hildesheim: warum lehnen mir ein modernisiertes Christentum ab? Diskussion. Dienstag, 21. Oktober, vorm. 10'/4 Uhr: Andacht: Konsistorialrat Baltzer-Frankfurt; Eröffnung: Pfr. Bernbeck-Okarben; Konsistorialrat Pros. D. B 2 r n h ä u s c r - Marburg: Gibt es einen vollkommeneren Glauben als den christkichenGlauben? Diskussion. — l3/4 Uhr: Gemeinsames Mittagessen. — Nachm. 3x/2 Uhr: Direktor des Volks schulwescns der Stadt Rostock Sellschopp: Der altgläubige Neligionslehrer und die Theologie der Gegenwart. Diskussion. Die Tagung findet im Saalbau (Steins Garten) statt. Sämtliche Versammlungen sind öffentlich. Auch Damen sind willkommen. jys/ln Saale des Postkcller (Wagengaffe) Thema: Tic orientalische Frage und der drohcndeWcltkrieginiLichtederhlg.Schrist ;iir Erinnerung nn öen 18. Mber 1813 W Lonning dcn 19. Rt.1913 ans d. Trieb Programm. 12'/, Uhr: Autrclcu der Wettkämpfer auf dem Trieb. Programm für Samo tag. den 18., Sonntag, den 19. und Montag, den 20. Qktobcr 1913 welt-Schlager-programm! Tic groben französischen Flottenmanöver. Herrl. interesf. Aufnahmen. 6 incsino aldLuftfchiffer komische Szene A.Vadicn. Die Hand der Unschuld. Spannende dramatische Szene Eine salschc Spur. Komödie zum Sachen. Woche« llcbcrsicht des Union TbcatcrS. Neuestes aus aller Welt: Mode, Sport re. Augustin als Hcldcntcnor. Entzückende diomödie zum Schreien vor Vadicit. Pfis alciTrobticilfünitlcr Wunderbarer Varicteakl 2lmor siegt. Hervorrag. Komödie. Ein Hund als Hauptdarsteller. Welt Schlager! Wer ist der Täter? Ein Kriminal-Noman in 3 Akten. — Versaht und inszeniert v. Franz Hofer. DiefeS Drama wird grobes Aufsehen erregen. al8/i0 l>ic Direktion. Montau obcnd Beginn des Zimmerstntzen- Schiessens im SchützenbanS. Hin zahlreiches Erscheinen I. Teil. 1. Symphonie in G-Dur Xr. 13 . P/2 Uhr: VereinS-Vorführungen: schall, fyaintbaU (zu- fammengestellte Mannschaften),- Volkstänze (Wandervogel),' Hebungen der Iugcndwehr. 4'/2Uhr: Eilbotenlauf zivischen den Schulen (2 Stufen) und den Vereinen über 1500 Meter (Grttnberger Strane ab Bahnübergang, Ziel am Schützen- hauS). SV« Hör: Siegerverkttndigung. Gemeinsames Lied („Ich hab' mich ergeben"). Dl5/i0 Der vordere Teil des Trieb wird für die Hebungen abgefperrt. Mil Wer Wen Dir.: Hermann Steingoetter. Sonntag, d. 19. Cft. 1913, abends 7'/, Ubr: Kleine Preise! Prolog, vcrsant von Herrn. Steingoetter, gesprochen von «Zrl. x)ba Strack. Hieraus: Jit SttminWH Drama in 5 Akten von Heinrich v. Kleist. Ende gegen 10'/, Uhr. (C“/* Eintrittskarten: L p'atz z" ? Mk.. n. Platz zu — ----- ------- _________________ werden durch die Musikalienhandlung Ernst Challier, Neuenweg, dahier, und an der Abendkasse verkauft.[D13/,o der Herren Mitglieder zur kerbltliauptverlammlung Samstag, den 1. November, abends 6 Ubr im (^aftbos zum Löwen. C“/n Tagesordnung. 8 9 der Satzung.Der Porttand. Cafe Leib • Kolosseum Sonntag, 19. Qktober, nachm. 1 und abcndS Ubr: Nur zwei Gastspiele des bekannten und einzig ältesten Zauber Künstlers BELLACHINI Neue fast ans Hnmögliche grenzende Vorführungen der modernen und indischen Magie. Enthüllungen über die neuesten Tricks der sogenannten Spiritisten usw. Autosuggestion ohne Anwendung der Hppnose. Alles 'Jiabete besagen Austragzettel und Plakate. Ansang nachm. 1'/« und abends 8'« Uhr. Maffcnöffnunfl 1 Stunde vorher. Villetts im Vorverkaus in den Zigarrengeschäften der verum Scharmann, Lindenplatz und Viib, Vahnhosstr. sowie im Nenaurant Sloloficum, 1. Platz, numeriert, 1 Mk., der Abendkasse 1. Platz, numeriert, 1.2(1 Mk., 2. Platz .5 Pfg., (Valerie 4() Psg. An der Nach mittagsvorttellung zahlen Minbcr halbe Preise auf allen Platzen nur an der Kaste. 08206 Einladung zur 4.kirchlich-positiven Vortrags-Tagung für das Grotzherzogtum hesien, llur- heffen, Nassau, Kranksurt u. die Synoden Sraunsels und Wetzlar in Gießen am 20. u. 2\. Oftober 10(3 (aff Ebel Inh. Karl Ohm **’ Burggraben 9. Täglich ab 7', Uhr Konzert der bekannten Kapelle „Molinsky“ 9T Eintritt frei Sonntags ab 3* . Thr 3 Uhr: Antreten der Knabenschulen. 3V» „ Gesang der Stadlknabenschulen („Der Gott, der Eisen wachsen lieh"). Ansprache des Oberlehrers Herrn Dr. Schmoll. Gemeinsames Lied („Deutschland, Deutschland Akademischerßesangverein Beginn der Proben zu Matthaus - Passion von Joh. Seb. Bach Jephta, Oratorium von G. F. Händel Montag, den 20. Oktbr. abends 8 Uhr in der Neuen Aula. Allseitiger, pünktlicher Besuch von Anfang an dringend erbeten. Neuanmeldungen nimmt Herr Univ.-Musikdirektor Prof. Traut rnann tägl. (außer Mittwoch), mittags von 1 Uhr bis 21. Uhr, in seiner Wohnung, Moltkestraße 6, und in den Probeabenden in der Universitäts-Aula entgegen. Mrchlich-pofitwe Vereinigung Qeffentlicher Vortrag für das Srohherzogtuui Hessen — -........... ° raiz-Wi« Juxplatz Morgen 3 llhröröWNss. ____________08368___________ Privat- Tanz-Unterricht erteilt zu jeder Tageszeit KarlSchmldt,Tanzlehrer Wetzsteingasse 3L [4437 labclnnrSti’Hzen.I,aden-u. Kinderrrtinlcinsu ein. Tee-Abend auf Sonntag, 19. Okt., abends 8 Uhr, freundlichst ein. BereinSzimmer: Kaiierdof, Sonnenstrahe, 1. Stock Eingang durch den Hof. Lv18/» Bürgcr-Vcrcin Wiescik Montag, vcn 20. d. Mts., abends 9 Uhr, findet bei Gastwirt Ziegler eine ößML frp-taBilw statt. Tagesordnung: Gemeinderatswahl Tanzmusik »-»z 08S1,J W. Schermulv. Tanzmusik - "s D VBIl ph. Hofmann. Union-Theater Seltersweg 81