Donnerstag, kL April 191$ Erstes Blatt 165. Zahrgang Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten Vorrecht Galliersiege Attalos I. verherrlichten. Nach den weiten Räumen der Bibliotheken, des jonischen Tempels und des Theaters bildete den Beschluß der grop,c Zensaltar, der sich als alles bchcrrsdn-noer gewaltiger Prachtbau in der Mitte der oberen Marktterrassc er hebt. Von ihm befinden sich nur nocl^die Fimdamente und einige Treppenstufen an der alten Stelle. Sein l)errlicher Oberbau mit der berühmten Gigantomachia ist im Berliner Pergamon-Museum wieder ausgerichtet. Reicher Beifall dankte den lichtvollen und bis zuletzt fesselnden Ansftilwungeu des Redners, der selber begeistert feilte sehr zahlreichen Hörer für altgriechische Kunst und Kultur zu begeistern verstanden hätte. Unterstützt wurde der Vortrag durch 108 sorgsam ausgewählte vorzügliche Lichtbilder des Kaiser!, arclmologischcn Instituts. Mit dieser Vorlesung schloß» die diesjährige erfolgreiche tragsserie des Lesehalle-Vereins. Möge sie bent Verein viele neue Freunde und Mitglieder gewonnen haben. * NotatronsdrUck vnö Verlag der Vrühl'schen Univ.-Vuch- und §1erndru6erei R. Lange. Redaktion, Expedition Md DruSerei: Vüdmßen: Zernfprscher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. Der Vorfall in Nancy. Rancp, 16. 9lpril. Der Direktor .der Kontrollabteilun^ im Ministerium des Innern, Staatsrat Ogier begab sich heute vormittag zur Prüfettur und empfing dort die Organe der staatlichen Polizei in Nancy: Oberkommissar Defreane, Spezialkommissar Weiß und den Polizeikommifsar des dritten Arrondisse- mcntS Raney, der die Untersuchung über den Vorfall am Sonntag abend geführt hat und den Spezialkommissar Peney, welcher an der Untersuchung teilgenommen hat, Ray und darauf verschiedene Spezialkommissare verhörten nacheinander verschiedene Zeugen, deren Aussagen miteinander übereinstimmen. Ter Generalrat des Rho n e d e par t e m e n t s sprach infolge des Vorfalles in Raney einstintMig den Wunsch aus, die Re- densfrage verfolgte Politik, diese sei im Begleich zu der der anderen Mächte wohlwollender gewesen. Deutschland habe in der Frage der Grenzten und der Kriegsentschädigung am meisten von allen Mächten das Interesse der Türkei verfochten und ihr gegenüber die gleicl/e Haltung bewahrt wie in Betreff Rumäniens., Nachdem Hakki die Hoffnung ausgesprochen hatte, Deutschland < werde mit den anderen Mächten bei den Friedensverhandlungen den Standpunkt der Türkei vertreten, zittert er die wohlwollenden Worte, die Staatssekretär v. I a g o w vor kurzem tu Hinsicht auf die §itfe gesprochen hat, die Deutschland der nach dem Kriege sich wieder aufraffenden Türkei zu leisten gedenkt. Haktt schließt: „Die Türkei stößt nicht die helfende Hand zurück. Wir sind gewohnt, den kleinsten Freundschaftsdienst in bent größten Maße zu vergelten." Ein türkisch-armenischer Streitfall. Konstantinopel, 16. April. Das Ministerium des Innern veröffentlicht folgendes Communizue: Armenische Blätter veröffentlichen ein dem. armenischen Patriarchat zugegangenes Telegramm aus Bitlis, wonach sich der dortigen türkischen Bevölkerung eine große Erregung bemächtigt hat, verursacht durch ein üoit einem Unbekannten verübtes Verbrechen, das den Armeniern zugeschrieben wird. Vier Armenier seien verwundet worden. In der Stadt herrsche ein panikartiger Schrecken. Rach einem Telegramm des Walis von Bitlis über diesen Vorgang wurde ein Türke in Bitlis aus unbekannten Gründen von neun Armeniern getötet. Daraufhin zogen die Verwandten des Gelöteten in größter Aufregung an der Spitze eines Vokkshaufens vor den Regie- rungslonak und verlangten strenge Bestrafung der Schuldigen. An der Versicherung, daß die Regierung alles Mögliche tun werde, kehrte sich die Menge nicht, sondern verlangte die sofortige Hinrichtung der Mörder. Schließlich brachten sie den Leichnam des Getöteten vor den Konak und erklärtet!, die Leiche zurückzulassen, bis sie begraben werde. Die Behörden ergriffen entsprechende Maßnahmen, die Menge wurde zerstreut und der Leichnam von der Bevölkerung bestattet. Später wurden die Verwandten des Getöteten eines der Mörder namens AvediS habhaft, mißhandelten ihn, seine Frau, seine Mutter und noch eine Person, die ihm zu Hilfe geeilt war. Es sind strenge Maßnahmen ergriffen, um ihn sestzunehmen und die Ordnung aufrechtzuerhalten. Rach einem weiteren Telegramm des Walis von Bittis sind acht des Mordes beschuldigte Armenier verhaftet worden. Bezugspreis: monatlich 75Pf., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pü auswärts 20 Mennig. Chefredakteur: A Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für „Feuilleton", „Vermischtes" und „Gerichtssaal": K. Neu- 7 rMh; für „Stadt und 4. QQnbv,; E.Heß. iür den Anzeigenteil: H. Beck. * — Schweizer Kunstausstellung in Wiesbaden Man schreibt uns: Die Wiesbadener Gesellschaft für bildend« Kunst, die sich schon vielfach durch die Güte ihrer künstlerischen Unternehmungen hervorgetan hat, bereitet für Mai und Juni eine Ausstellung der modernen Schweizer Schule vor, die unter absichtlicher Beschränkung in der Zahl der vorzuführenden Werke nur das Beste zu bringen gedenkt, worauf sieh der Ruhm der zeitgenössischen Schweizer Malerei gründet. Außer Hodler unk Buri soll die Gesamtheit der führenden Kräfte in einer Öualitä vertreten sein, wie sie bisher, als Ganzes betrachtet, in Deutsch land noch nicht gezeigt ivurbc. — Reue Funde bei der Saalburg. Aus Bad Homburg v. d. H., 16. April, wird gemeldet: Bei den Ausgrabungen, die augenblicklich in der Saalöurg stattfinden, entdeckte man in der Südostecke des ältesten Erdkastells die Reste eines Hölzer iu* * n Wachturme s, dessen Pfosteulager zum Teil noch die Steinverpackung zeigen. Die Durchgrabuug des Erdioalles fördert täglich Münzen, Gebrauchsgegenstäude und Tom scherben zutage. — Kein Rücktritt Secbachs. Wie von zuständige» Stelle aus Dresden gemeldet wird, ist die Blättermeldung von einem bevorstehenden Rücktritt des Generaldirektors der Königlichen Theater Grafen Seebach völlig aus der Luft gegriffen. festgesetzten Nord- und Nordostgrenze. Der Minister nahm von der Mitteilung Kenntnis, dankte und erklärte, er werde sie dem Ministerrate unterbreiten und sich mit den Verbündeten wegen der Antwort rns Einvernehmen setzen. Eine serhisch-montenegrinifchc Schlägerei. A n t i v a r i, 17. April. Die Kommandierenden zweier vor Skütari liegenden montenegrinischen und serbischen Bataillone gerieten in einen heftigen Wortwechsel. Plötzlich nahmen die Truppen für ihre Offiziere Partei. Die Schlägerei artete in ein förmliches Bajo- n e t t g e m e tz e l aus, bei dem es zahlreiche Tote und Verwundete gab. Die „Untersuchung" der Greuel in Dschakowa. Belgrad, 16. April. Das Preßburean meldet aus Tschukowa : Der gemischte Ausschuß, der den Fall Pa- lits ch untersucht hat, unterzeichnete am 15. April ein Protokoll, in dem festgestellt wird, der Ausschuß habe keine überzeugenden Beweise gefunden, daß Palitsch im Gefängnis auf Veranlassung der montenegrinischen Behörden geschlagen und mißhandelt wurde. Auch sei kein Beweis dafür erbracht, daß Palitsch von seiner montenegrinischen Militäreskorte mit Vorbedacht ermordet worden sei. Der Ausschuß konnte nichts feststeilen, was die, Angaben der montenegrinischen Behörden, daß Palitsch einzig und allein infolge "eines Fluchtversuches erschossen wurde, entkräftet hatte. Der Ausschuß verfolgt jetzt seine Aufgabe weiter und die Angelegenheit der Bekehrungen zur Orthodoxie. Ein englisch-türkisches Abkommen über den persischen Golf. Konstantinopel, 16. April. Tie Pariser Nachrichten, nach denen zwischen der Pforte und England ein Abkommen über den persischen Golf abgeschlossen worden sei, werden hier als verfrüht betrachtet. Sicheren Informationen zufolge telegraphierte unlängst der türkische Botschafter in London, Tewfik Pascha, daß bis zum Abschluß der gegenwärtig zwischen ihm und Haiti Pascha einerseits uno dem Foreign Office andererseits ge- sührten Verhandlungen betreffs der Küste des Wilajets Bassoral) und der einschläbigen Fragen der Statusquo oeb- behalteu Meibt und daß keine Konzessionen dort erteilt werden dürfen. Ein Lob der deutschen Politik. Ko n st a n t i n o p e l, 16. Adri(. Ismail H a k ki Bey Ba'bansahdeh wiomet im heutigen „Tanin" der Haltung Deutschlands warme Worte des Dankes und der Änerkennung. Die deutsche Regierung und die öffentliche Meinung Deutschlands hätten sich durch ein besonders taktvolles Benehmen gegenüber dem Unglück der Türkei ausgezeichnet. In der Zeit der großen Katastrophe fei es der Reichskanzler gewesen, der in entschiedener Sprache die dtotwendigkeit des Bestandes des osmanischen Reiches betont habe. Deutschland habe für die Türkei nicht das Schwert ziehen tonnen, es hätte seine Politik mit Rücksicht auf seine Interessen wählen müssen. Im Gegensatz zu ihm hätten aber die Mächte, die ältere Interessen im Orient besaßen, den Mund aufgetan, um die Türkei zu schmähen. Hakti bemerkt dann über die von Deutschland in der Frie- Qnellenkreis ganz erheblich und geben eine durch die Berücksichtigung der spanischen Literatur, der Flugschriften und der Aeußerungen der europäischen Presse zuw erstenmal vollständige Sammlung aller Quellen zu dieser Frage. Sie sind eine willkommene Ergänzung zu Hcsselbarths Buch und zu Festers „Reuen Beb trägen zur Geschichte^ der Hohenzollernschen T h r o n ka n d i da t u r in Spanien", die zum erstenmal eine umfassende Geschichte der T l; r o n k a n d i d a t u r nach dein derzeitigen Stand des Materials bieten. Neben der Abweisung tendenziöser französischer Darstellungen berichtigt Fester nod? dem neuen Quellcnbefunü auch die deutsche Geschichtschreibung der letzten Jähre, die sich zu sehr gewöhnt hatte, in der Vorgeschichte von 1870 alles auf Bismarck zu beziehen, so daß darüber tbcr europäische Charakter dieser Vorgeschichte zu kurz gekornpuyi ist. Tie Hohen- zollernlandidatur gehört ebensosehr der spanischen wie der deulscknm Geschichte an, berührt ebenso stark die portugiesischen Interessen wie die sranzösischen, die italienischen noch stärker als die englischen. Hier wird der Versuch gemacht, das bisher verschobene Problem zurecht zu rücken. Auf die Septemberrevolution und ihre Entwickelung zurück« greifend, verfolgt Fester auf Grimd jener neu erschlossenen Quellen alle Stadien der spanischen Thronfolgeftage bis zum Ausbruch dec Krieges von 1870 und gelangt zu einer gerrauen Bestimmung des Anteils aller beteiligten Faktoren, die bisher unmöglich war Ueberall tauchen neue Probleme auf, die bisher kauni geprüft morden sind und die hier abschließend mit wissenschaftlichem Ernst behandelt werden. Pergamon. Gießen, 17. April. In der 4. Volks Vorlesung des Lesehalle-Vereins sprach gestern abend Herr Bibliothekar Dr. Hepding über Pergamon und feine Ausgrabungen in dem stimmungsvollen Raum der Turnhalle der höhnen Mädchenschule. Er hatte seinen Vortrag als Wanderung durch die Rmnenstadt angelegt und begann nach einer kurzen Einleitung über die Bedeutung des Hellenismus mit einer Ansicht des gewaltigen Berges, der bic Burg mit der Oberstadt trägt. Unter der Annahme, daß der Ausgangspunkt von der Meeresküste genommen sei, gelangte er zunächst an die noch nicht lange ausgedeckten Graber m der Ebene, darunter das gewaltige Grab bc5 Attalas, das allen Ver- suchen, zur Grabkamwer vor,zudringen, seither gespottet hat, )o bn|: vorläufig von weiteren Grabimgen abgesehen werden mußte. Von da 'wurde die moderne Stadt Bergama durchchntten, bic sich auf den Trümmern der Römerstadt aufbaut. Am Fußendes Berges erhebt sich das durch Mächtige Ecktürme geichutzte £or, das Eumenes II. zugleich mit der den ganzen Burgberg um,chlreßenden weitesteir der Umsassungsmauern errichtete iw Burgsttaße, die wir jeht betreten, ist mit großen Trachytplatten bedeckt, uno unter ihr liegen zahlreiche Wasserleittingsrohre und Kanäle chr die .Entwässerung. Tie Straße führt uns in die eigentliche Wohnstadt im Gegensatz zu der auf der Hohe liegenden Moin - tnentalstadt. Wir gelangen Uii^ chr zu dem untren Martt '(Agora), auf deut sich em gut Teil des Volkslebens abspnlte Hier finden mir auch das HauS des Konsuls Attalas, den Typus eines hellenischen Hauses, und den, Fundort der berühmten Herme des Mramenes. Es folgen der Stabtbrunnen und das aus drei Terrassen angelegte Gymnasium. Darüber ragt der 1011 ans- gedeckte Heratempcl mit seinen prachtvollen Statuen imd der nicht vrinder bmdicbeit Mosaik. Weiter westlich der heilige Bezirk ber TeLr deren Tempel ein Bau des Plületairos, des' ersten Belrern'chers ber Stabt auS dem Mtalideugeschlecht ist. TiescS ehr- würdiae Heiligtum bat die Königin Apollonis, die Mutter Attn- los ist, der ihrer Siebe später eine DenlMal setzte, aufs lferrlichste ausgebaitt Hier wurde auch eine Jwämst gesunden, die nemn dinas ü'ir bic Religionsgeschichte große Bedeutung gewinnt. Sie ift tiief) mnbXiitm Göttern" geweiht. Endlich führ uns die ^Hmiptstrasie in die Akropolis, die Hockchurg. VoM sog. {Lrfro^ber Königin" ans gelangen wir zu beirr Bassin einer Äck^sserleittmg einer technischen Merkwürdigkeit Tra- towTift e?n Bauwerk der römischen Zett, es war das Provin- ziaWeiligkum für die göttliche VerelMing des Karims Traian. Dast^i reiben sich an die Königspalaste und der Tempel der Attnma Ä ältejw auS dem Jahrhundert v. Ehr. stammende Sm dm Stadt, ein dorischer Peripteros. „ Er war aus grau- Trarblif errichtet und hatte zehn Säulen an den Lang- STJ Ä in S ryront, aber keine Giebelsknlpttiren. Ter S^irr tourbc von Eamenes II. mit prächtigen Hallen Um- -inst dic 6toü6mtcn Meistenfc bic bte Kein waffenftillftand! Ms Festrigs HavasMeldung über den Abschluß eines zehntägigen Waffenstillstandes war falsch, und heute liegt eine Meldung aus Konstantinopel vor, tvonach der Großwesir nur unbeskimmte Andeutungen gemacht haben soll. Mindestens steht fest, daß die Meldung vom Wa.ffenstill- stand in ihrer Atlgmneinheit falsch ist. Was bei der Tscha- laldscha-Linie vorgeht, ist kaum ersichtlich. Seit einigen Tagen stellt der amtliche Kriegsbericht immer wieder fest: Vor Tschataldscha ist alles ruhig. Vielleicht bahnt sich nun dort dock ein Waffenstillstand an, denn die bulgarischen Politiker und Diplomaten mögen sich die ernste Frage vorgelegt haben, ob es Zweck Hut, die Vermittlung der Mächte einfach beiseite zu schieben. Zwar waren in der allerletzten Zeit wieder aufregende Gerüchte im Umlauf, alarmierende Meldungen über dic angebliche Absicht Bulgariens, die Tschataldscha-Linie zu erstürmen und gegen Konstantinopel vvr zurücken. Es wird sogar von der Eventualität einer Blockade der bulgarischen Schwarze-Meer-Küste seitens der Mächte für diesen Fall gesprochen. Es sind das freilich ganz unkontrollierbare GeÄchte, welche hofsentlick bald durck die Tat- fadpen widerlegt sein werden, denn nach allgemeiner Auffassung hat das Friedenswerk der Mächte in der letzten Zeit große Fortschritte gemacht, so daß die Hoffnung aus einen baldigen Friedensschluß nach wie vor lebendig bleibcu muß. Rußland mag hinter den .Kulissen woh'l auch seine Fäden forffpinnen, und da es sich in der nächsten Zeit um die schwierige Frage der Verständigung innerhalb der Balkanverbündeten selbst handeln muß^ so weiß man nicht, welche Entschlüsse der Türkei gegenüber gegenwärtig fallen. Mit der Einigkeit der Balkanvölker ist es bekanntlich nicht weit her, und heute liegt ivieder eine Meldung vor über einen förmlichen Bajonettkampf zwischen Serben und Montenegrinern. Der König Riffta hat nämlich noch immer nicht nach gegeb en und wird indirekt wohl die Ursache zu der blutigen Auseinandersetzung gegeben haben. In London und Petersburg finden noch ttnmer Konferenzen statt, aber die Wege, die eingesch'lagen werden sollen, sind vorläufig in tiefes Dunkel gehüllt. | Wir erhalten folgende Meldungen: Konstantinopel, 17. Mril. Der Gooßwesir erklärte die Nachricht von dem Abschluß eines Waffen still- standes für fassch, da aber seit Wiederbeginn der Feindseligkeiten heute zum erstenmal kein amtlicher Kriegsbericht erschienen ist, erhält sich in Stambul das Gerücht von dem Abschluß eines Waffenstillstandes. Cetinje, 16. April. (Amtlich.) Die Vertreter der Großmächte unternahmen heute vormittag einen Kollektivschritt, indem sie die in Sofia, Belgrad und Athen bereits überreichte Antwortnote der Mächte auf den süngsten Gegenvorschlag der Verbündeten dem Minister des Aeußern übermittelten. Hierauf machten die Vertreter der Mächte dem Minister Mitteilung von der für Albanien Nr. 89 Der Glehsner Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich SiehenerFamilienb'.ätter: zweimal wöchenll.Ureir- blatt für den Kreis Sietzen (Dienstag und Freitag); zweimal inonntl. Landwirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Anuahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Neuer zur Lntstehunazgcschichte des Krieges 1870 71. Ter Fund von 28 Geheimdepcfchcu Bismarcks und Prims auläßlich ber Hoheuzolleriifchen Thronkandibatur 1870, der Pro feffor Hesfclbarth in Lippstadt geglückt ist, ist geeignet, wertvolle neue Ausschlüsse zur Geschichte der fpauischcii Throukaubidatur Leopolds von Hvlnaizollern, die als unmittelbarer Anlaß des Krieges 1870/1871 stets ein Gegenftano heftigster Polemik unb parteiischer Ausbeutung (besonders in der ftanzösischen GcschiäpS- sck-rcibung) war, zu geben. Tie bisherige Unsicherheit in ber Beurteilung der Geschichte der spanischen Thronkandibatur Leopolds von Hohenzolleru ivar auf Mangel an ausreichendem Quellen material zurückzuführen. Hier verbreitet Hesselbarths Fund neues Lieht: Tiefer Tepefchenwechsel zwischen Bismarck und Prim bezw. Salazar, bem spanischen Unterhändler, führt H. (Drei psychologische Fragen zur s p a n i f dp e it Thronkan- bibatur. Verlag von B. G. Tcubneri zur Lösung der Fragen: Was hat Bism'arck, was hat Prini und was haben die Hohen- zollern mit der spanischen Thronkandibatur Leopolds beabfirftfigt? H. kommt zu dem interessanten Ergebnis, daß bic von den jüngeren französischen Historikern (insbesondere von Dllioier) vertretene Auffassung, als fei Bismarck feit Frühjahr 1869 auf den Krieg ausgegangen und habe Prini gedrängt ober gar lwstochen, — durchaus falsck) ist, daß Prim vieluiehr Bismarck ungestüm drängte und sich sogar sdpneichelte, Napoleon für seinen Plan ber Thronkandidatur zu gewinnen. Ter gleidren Absid)t, bic dürftigen Quellenbestände zu bereichern und die tenbeuziöse Darstellimg Olliviers zu berichtigen, eutfpi'iugen zivei gleichzeittg ebenfalls im Teubncrsd)cn Verlag erscheinende dlrbeiten Prof. Ri.d). Festers. Tic „Briefe, A k t e n st ü ck e u n d R e g e st e n z n r G e s ch i ch t o d c r H o h c n zol lern scheu T hr o n ka n d i da t u r in Spanien (1866 bis 1870)", zwei Bändchen umfassend, erweitern den bisherigen n l Wh gterung möchte, roemt_ die Kur öffentlichen Kenntnis gekommenen Berichte sich «als zutreffend erweisen sollten, der Wiederholung derartiger Vorkommnisse Vorbeugen oder jie euer nisch unterdrücken, beim, wenn sie mich an sich ohne.Bedeutung wären, so gäben sie doch zu leidenschaftlichen Erörterungen Anlatz, durch.welche der internationale Ruf der französischen Höflichkeit geschädigt werden könne. Ter zu den in Ncu:ch besckchnpsten Deutschen gehörende Berliner Architekt Segerbarthold erklärt in einem Briefe aus Metz: Man bat uns inZ Ges i cht geschlagen, die Hüte gcr rissen und Schirme und Stöcke zerbrochen. Hilfe war bei den Polizisten und den Bankbeamten unmöglich, diese waren selbst gegen uns, und .das schönste ist, das alles ist in einem reichsdeutschen Eisenbahnwagen pas - fiert! Der Naiser in Homburg. Bad Homburg, 16. April. Der Kaiser begab sich heute nachmittag mit Gefolge und mit den Gelehrten, welche zur heutigen Frühstückstafel geladen waren, im Automobil nach der Saalburg, wo er um 21/3 Uhr auf dem Platze eintraf, auf dem die Pioniere unter Befehl des Hauptmanns Stiller bei den Schanzarbeiten beschäftigt waren. Das Wetter war schön. Die Schulen Honrburgs und ein zahlreiches Publikum begrüßten den Kaiser mit Hurrarufen. General Hilde mann hielt zunächst einen längeren Vortrag über die Art und die Ziele der Schanzarbeiten., Die Arbeiten wurden darauf eingehend besichtigt, und der Kaiser imtcrhielt sich längere Zeit mit den amvesenden Herren. Um 4 Uhr wurde eine Promenade nach dem Dreimühlenbronn unternommen, worauf der Kaiser sich zum Kastell Saalburg begab. Er befahl, daß nunmehr die Schulen zur Besichtigung der Schanze heran- gelassen wurden. Gleichzeitig erschien über dem Uebungsplatze das Zeppelinluftschiff „Viktoria Luise". Der Kaiser führte hiernach die geladenen Herrn: durch das Kastell und das Saalburgmuseum. Später wurde vom Kaiser und seinen Gästen der Tee in den oberen Räumen des Saalburgrestaurants einge- n-onrmen. Die Kaiserin und die Prinzessin Viktoria Luise, welche heute nachmittag zunächst den Prinzen Ernst August nach Frankfurt geleitet hatten und darauf das Scncken- bergsche Institut besichtigt und bei der Prinzessin Friedrich Karl von Hessen den Tee genommen hatten, erschienen dann auch noch auf der Saalburg. Die Majestäten kehrten daun nach Homburg zurück. preußische; Abgeordnetenhaus. Berlin, 16. «April. Tie dritte Lösung des Voranschlags wurde k^ute fortgesetzt. Längeren Aufenthalt gab es alsdann beim Handels- und Gewerbevoranschlag. Der Mg. Rahardt (Freikons.) schilderte die Lage des Gewerbes als« ungünstig und sprach die Vermutung aus, daß wir so schlechte:: Zeiten entgegengehen, wie wir sie seit Ende der siebziger Jahre nicht mehr gehabt haben, eine Auffassung, die der Handelsminister Tr. Sydow als zu pessimistisch bezeichnet. Er glaubt zwar nicht, daß die. Umwicklung in dem Mähe .fortgeschritten nnti>, wie in den letzten Fahren, aber einen starken Rückgang der Konjunktur befürchtet er nicht. Tagegei: ist Abg. Dr. Ehlers (Volksp.) wieder der Meinung, daß besonders das Kleingewerbe sich in schwieriger Lage befinde, die vor allem nicht noch durch Konkurrenz von behördlicher Seite verschärft werden sollte. Für eine Erhöhung des Fonds zur Unterstützung des' kleingewerblichen Genossenschafts- tvesens im Sinne eines Antrags Rahardt erklärte sich auch der Wg. Tr. Schröder-Kassel namens der nationalliberalen Partei. Ter Antrag wurde, angenommen. Die Deckung der Wehrvorlagen. Hakten sich bis jetzt die Berhandsimgen nur Müde, und ohne sonderlichem Interesse zu begegnen, hingeschleppt, so Wierde das Mit einem Schlage anders, clls die „Ällgemeine Finanzverwaltung" zur Sprache kaM Und der Abg. Dr. v. Kries (Kons.) naMens seiner Fraktion eine Erklärung zu der neuen Dtzilitarvorlage abgab, des Inhalts, daß, zwar der starke Eingriff, den die Aufbringung des einmaligen Wehrbcitrages in das Gebiet der den Einz-elftaaten vorbehaltenen und das Rück- grat ihrer finanziellen Selbständigkeit bildenden Einkon:Mens- und Verm'ögensbesteuerung darstellt, als eine aus den besonderen Verhältnissen gebotene dbusnahm^maßregel ertragen werden könne, daß aber die Auf bring:: ng der fortlaufende :r Kosten unter völligem' Verzicht auf das dem Reich» in erster Linie vorbehaltene Gebiet der indirekten Besteuerung s ch W e r e B e d e n k e n erregen Müsse: zum mindesten müssen Maßnahmen vermieden werde::, welche due nnaitgiefle Selbständigkeit der Einzelstaaten in Frage stellen und Mit dem föderativen Grirndgedanken des Reiches in Widerspruch treten würden. Die Regierungsvorlage trage diesen Riicksichten wenigstens insofern Rechnung, als sie den Einzelstaate:: die Ausgestaltung der auszubringenden Besitz,steuern überlassen will. Es Müsse aber entscheidendes Gewicht darauf gelegt werden, daß an diesem Grundgedanken festgehattei: wird und die Einzelstaaten davor bewahrt bleibe::, ihre bewährten Steuer- eiurichiungen mit Rücksicht auf steuerliche Maßnahmen des Reiches von Grund aus zu ändern, daß ihnen vielmehr die Möglichkeit erhalten wird, diese neue Besitzbesteuerung in:' Zusammenhang imt ihren "besteh'ad en Finanzeinrickckunqen durchführen zu können. Tiefen Ausführungen schließt sich der Mg. Frhr. v. Zedlitz (Freikons.) im wesentliche:: an. Er verwirft vor allem die R ei chsverm ö g en s st euer, ein Standpunkt, zu dem sich ällfogleick auch der .Finanzminister nachdrücklich bekennt. Nachdem« der Abg. Tr. Liebknecht (Soz.) des langen und breiten von einem" verabredeten Drama, einem Pronunciamento der bremischen Regierung und der preußischer: "Fronde gegen das Reich ufw. gesprochen :md, der Finanzminister ihn: :richl unwirksam geantwortet hatte, äußerte sich der Mg. Dr. Friedberg (Rat.) unter größter AurMerlfamleit des Hauses dahin, daß er, ohne seinen politischen Freunden iM Reichstage vvrzugrcifen, an den: Standpunkt einer allgemeinen Besitzsteuer fest- halt e n Mü ss c. lieber deren Form, so sagte der Redner weiter, küssen wir, selbstverständlich mit uns reden, wenn sie mrr diejenigen sozialpolitischen Anforderungen ersiiltt, die wir für notwendig halten. Deshalb s den wir an und für sich auch der'Frage ziemlich kühl gegenüber, ob diese allgemeine Besitzsteuer etwa eine ReichsverMögei:ssteuer oder eine Reichserbschastssteuer oder eine andere 'Art der Besihbest.'uerung sein wird. . TeM Redner erscheint die Erbschaftssteuer als diejenige, die alle Schwierigkeiten beseitigt, und er "hält es für unverantwortlich, daß man diese Steuer nicht haben wolle. Rach der Rede Dr. Friedbergs flaute das Interesse des Hauses Merklich ab, obgleich noch« eine ganze Mn- zahl Redner zum Wort körn. Deutscher Reich. Ein parlamentarischer Abend im Reichsjustizamt. Aus Berlin wird berichtet: Fm Reichsjustizamt fand am g-erstigen Mittwoch der erste parlamentarische Abmd statt, zu dem Staatssekretär Dr. Lisco und seine Gemahlin in der vorigen Woche Einladungen hatten ergehen lassen. _______________________>___________________ Rirehe und Schule, Hauptversammlung des evangelischen Pfarrvereins im Großherzogtnm Hessen. Friedberg, 16. April. Am 15. Und 16. dlpril hielt der evangel. Pfarrvercin im Großherz o tum Hessen hier seine gut besuchte 23. Hmiptversammlung ab. In vollster Einigkeit verliefen die reichhaltigen Verhandlungen. Der Vorsitzende Kirck>enrat S ch r : m p f - Darmstadt erstattete den Jahresbericht, der von eifriger Arbeit Zeugnis ablegte. Man gedachte ehrend der verstorbenen Vereins- Mitglieder Kirchenrat Fischer, Pf. Happel, Kirchenrat D. Fron- Ij auf er, Dekan Stock, Pf. Luhl, L. Schireider, H. Bernbeck und Dekan Schmidt, sowie des Justizrat Dr Lucius, der dem 23 ereilt noch bei letzter Versammlung gedient hatte. Es ward ein g» schptSsührcnder Vorstand aus dem Vorptzenden und Schriftführer ernannt. Dekan Röscher legte Rechnung ab, welche 3917 Mark Ausgaben, 5172 Mark Einnahme auswies. Der Sckniftleiter Fritsch-Ruppertsburg brachte sein Referat über das Kirchcn- blatt, das 13,25 Prozent Vcreinsmitglieder als Mitarbeiter hatte. Die Wohlfayrtseinrichtungen wie Sterbekasse und Hilfskasse schilderte Dekan Röscher. Dekan Fink brachte die Punkte des vom Anssck uß des Landeslehrervereins ausgearbeiteten Entwurfs eines Volksschulgesctzes, welche Kirche und Pfarrer betreffen. Es wird ein Ausschuß ernannt, dazu Stellung zu nehmen und diejenige des Vereins zu präzisieren. Pfarrer Dittmar sprach über eine zu schaffende „H a u s b i b c l". Dah Thema soll später erneut behandelt werden. In einer gut besuchten Abendver- I ammlun g hielt Pf. Sattler-Staden einen interessanten Vortrag über „religiöse Kunst der Gegenwart". Von Seiten des Kreisamts, der Stadt und des Prediger-Seminars wurden herzliche Begrüßungen gesprochen und erwidert. Der Kirchcngesangvcrein sang unter Pf. Klebergers Leitung prächtige Lieder. Ein Kandidat und 3 Seminaristen spielten einige schöne Streichquartette. Am Mittwoch morgen wurden die Verhandlungen fortgesetzt. Tie Vertreter des Kirchcnregimcnts, Geh. Obcrkonsistorialrat O. Petersen, Prof. D. Dr. Schian und Pfarrer Weber- Sendlingen kamen im Namen des Oberkonsistoriums, der eoang. Fakultät und des nassauischen Pfarrvereins. Professor S ch t a n lstelt einen packenden Vortrag „Welche Aufgabe:: stellen die patriotischen Gedenktage, besonders die des Jahres 1813, an die Pfarrer". Reicher Beifall und lebendige Aussprache dankten ihm. Dekan Gußmann präzisierte die Stellung des Vereins zu einem Teil des Sttafgesetz-Eutivurfes. Der Verein sprach sich auch für Hinaufsetzung des Strafalters vom 12. auf das 14. Lebens- iahr aus in der Erwartung, daß die in diesen Jahren Stras- fälligen unter Zwangserziehung kommen. Pf. Fritsch sprach im Namen der Sonntagskommission, ermunterte zu wackerer Arbeit für Sonntagsruhe, beklagte ihre Störung. Aus der Versammlung wurde bittere Klage geführt, daß am 1. Pfingsttag die Feiertagsruhe gestört wird durch den großen Prinz-Heinrich- Flug. Pf. L e hr - Ober-Roßbach wurde in die Sonntagskommission gewählt. Eine ausfülwliche Geschäftsordnung für die Ver- ttauensmänner des Vereins wird von Dekan-Stellvertreter Br : l l vorgeschlagen und angenommen. Nachdem die Jahresversammlung der Hilfs lasse und Stcrbekasse durch die Pfarrer Stock- Neckarsteinach und Pf. Nebel-Laubach abgehalten, beschloß ein gemeinsames Mittagsmahl, das gut besucht war, die schön verlaufene Tagung. * D i e neueste W e l tm i s s i o n sst a t ist i k ergibt für die evangelische H e i d e n mi s s i o n, daß sie durch 295 Misstons- gesellschgsten betrieben wird, die ein Einkommen von 160 987 959 Mk. haben Davon werden an? den Missionsfeldern durch die eingeborenen Christen ukw. 33 189 175 Mk. aufgebracht. Tie Zabl aller evangelischen Missionare, einschließlich der Frauen, beträgt 24 092, die der eingeborenen Helfer 111 862, die Zahl der abendmahlsbe- rechtiaten Christen 2 644 070, die der übrigen getauften Christen 1 605 453. In: letzten Jahre ivurden an Erwachsenen und Kindern 212 635 Taulen vollzoaen In den 34 795 Missionsschulen wurden 1 870 147 Kinder unterrichtet. Ganz Nordamerika bringt für die Mission aus 69 806 ^73 Mk , ganz England 52 243 913 Mk., ganz Deutschland 10 879810 Mark. Die Nieder-Modauer Kenoflenschaftrkrise. bs. Darnxstadt, 16. Avril. In der Vernehmung des Zeugen Neff wird heute fortgefahren. Der Sachverständige, Reg.-Rat Bastian, stellt zunächst an den Zeuge:: eine ganze Reihe von Fragen, über die Verzinsung und über den Wechseldiskont. Weiter gibt der Seuere Auskunft über die verschiedenen Transaktionen. Der Sachverständige fragt auch, weshalb die 275 000 Mk. Uebernahme ohne Zinsen liefen. Eine restlose Erklärung kann hier der Zeuge nicht geben. Für die als „dubiose" eingetragenen Forderungen hat der Zeuge keine Zinsen gebucht, weil er an eine Zahlung doch nickt geglaubt hatte. Er hat' so das Abschreiben oerm eiben wolle::. Bei der weiteren Schilderung der Zustände stellt sich auch heraus, daß z. B. die Kopierpresse der Kasse eingerostet auf bem Boden stand, lieber die geschäftlichen Beziehungen zwischen Adam, Isaak und Pallmann kann der Zeuge keine bestimmte Auskunft geben. Es kommt nun zu der Frage, ob der Zeuge vereidigt werden soll. Der Staatsanwalt legt bent Gericht ein Schreiben Neffs vor, das bei einer ev. Vereidigung Berücksichtigung verdient. Er beantragt auch die Verlesung dieses Schreibens. Darüber, ob diesem Anträge stattgegeben werden soll, kommt es zu einer Aussprache. Nach Gerichtsbeschluß wird die Vereidigung ausgesetzt, und die Verlesung auf später verschoben. Der nächste Zeuge ist der Generalsekretär Haas. Er ist seit 1905 Generalsekretär des Verbandes hessischer landwirtschaftlicher Genossenschaften. Bors.: Was ist getan worden, um Abhilfe zu schaffen, als sich gewisfe Zustände in Nieder-Modau offenbarten? Zeuge: Es wurden Revisionen vorgenommen und Besuche ab- gestattet. Bors.: Was ist vyn den revidierenden Beamten festgestellt worden? Der Zeuge kann hierüber keine Auskunft geben. Vors.: Sind denn keine Strafen angedroht worden? Zeuge: Der Verband darf ja keine Strafen anbrohen. Vors.: Weitere Maßnahmen, als Revisionen, Besuche usw., sind Ihnen nicht bekannt geworben? Zeuge: Nein, lieber bie wichtigste Generalversammlung, in ber die wichtige Urkunde über 275 000 Mk. unterschrieben wurde, tveiß der Zeuge auch nichts mehr, insbesondere weiß er nicht, ob die 275 000 Mk. in die Bilanz eingestellt wurden oder nicht. Vors.: Zu welchem Zwecke haben Sie denn überhaupt an der Versammlung teilgenommen? Der Zeuge schweigt. Ueberhaupt schweigt der Zeuge auf fast jede Frage des Vorsitzenden. Selbst die wichtigsten Punkte sind seinem Gedächtnis entschwunden. Deshalb ist die Vernehmung dieses Zeugen auch nur kurz. Auf weitere Fragestellung wird allseitig verzichtet. Der nächste Zeuge ist Philipp Perron aus Rohrbach. Zeuge ist Mitglied des Aufsichtsrates und hat als solcher auch die beiden Uebernahme-Urkunde:: unterschrieben. Die Verteidigung Jhrigs protestiert gegen seine Vereidigung, da die Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder dasselbe getan hätten, was auch dem Ihrig von der Anklage vorgeworfen wird (was die Verteidigung natürlich bestreitet): eine Bilanzverschleierung dnrck Sckcknurkmlden herbeigeführt zu haben. Als Vorstandsmitglied hätte auch der Zeuge die Pflicht gehabt, der Generalversammlung von diesem Scheinmanöver Mitteilung zu mache::. Das Gericht verkündet, daß die endgültige Beschlußfassung über diesen Antrag Vorbehalten wird. Die Vereidigung wird aber vorerst ausgesetzt. Der Zeuge, der zu den Geschädigten gehört und sein Vermögen von 100 000 Mk. verlieren wird, ist begreiflicherweise sehr erregt. Heber die Urkunden gibt er -an, daß nichts von Bezahlung gesprochen worden sei. Der Zeuge weiß bestimmt, daß gesagt wurde, eine Zahlung brauchte nicht geleistet zu werden. Gegen die Behauptung, daß es sich dann also um eine Scheinurkunde gehandelt habe, wehrt er sich aber ganz entschieden: Späßchen mache man nicht. Erst Nach und nach kann dem Zeugen klargcmacht werden, daß es sich doch um eine Scheinnrkunde gehandelt habe. Auf die Frage, was er sich denn bei ber Unterschrift gedacht habe, erwidert er, daß sich niemand etwas dabei gedacht hätte, denn damals hätte die Bank so ausgezeichnet gestanden, und Herr Kommerzienrat Ihrig habe auch immer erklärt, daß sich die Beträge „abrenten" werden, so daß niemand etwas zu zahlen hätte. Ihrig habe auch gesagt, Niedermc'dau sei die beste Kasse in ganz Hessen. Was unter „abrenten" zu verstehen ist, weiß der Zeuge nicht. Der Zeuge soll dann noch über den Punkt der Begünstigung des Abam burch Ihrig aussagen. Er und sein Bruder haben Ihrig ausgesucht, um mit ihm darüber zu sprechen, ob 9ldam anzuzeigen sei. Ihrig habe ihnen aber abgeraten. Bei einem zweiten Besuch habe er ihnen sogar gesagt, das sei nicht mehr nötig, er käme eben her. Ob Ihrig nun gesagt hat, er käme eben vom Staatsanwalt, weiß der Zeuge nicht mit Bestimmtheit anzu- geben, glaubt aber, daß Ihrig gar nichts anderes gemeint habe:; könne, lieber den Tag des zweiten Besuches wird auch der Zeuge Jahme noch einmal kurz gehört. Die Siming schließt nm 1 Uhr; Fortsetzung morgen 81/» Uhr. Nrrs Stadr Cans. Gießen, 17. April 1919. ** Tageskalender für Donnerstag, 17. April. Kriege r- verein: Vortrag des Oberlehrers Dr. Beck über „Tie Wunder des Steriienhiinniels". Abends 9 Uhr. * wm-"------ '* D er Großberzog empfing den Privatdozenten Dr. Thontae ans Gießeii in Audienz. •• Ordensverleihung. Der Großherzog hat dem Feuerwehrkoinmandanten Paiil Hoffmann zu Schlitz das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. "Lehrerpersonalien. Inden Ruhestand versetzt wurde die Lehrerin an der Höheren Bürgerschule zu Schlitz Pauline Schneegans auf ihr Nachsuchen, unter Anerkennung ihrer langjährigen treuen Dienste. — Erledigt ist eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an dec Musler- schule zu Friedberg. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle zu Annerod; mit der Stelle ist Organislendienst verbunben. ** In der völkerkundlichen Ausstellung, die gegenwärtig! in der alten Klinik hier ftattfindet, herrschte gestern reges Leben und Treiben. Vom Lande ianten morgens viele Schulen angefahren auf mit Maien geschmückten und bekräuzreu Wagen. Ter Verkehr wickelte sich trotz des Andranges gut ab, da sich die Besucher auf 11 (verschie-- deue) Säle verteilen konnten. Großes Interesse erregte dis reichhaltige Ausstellung von Kamerun, besonders der Rieseufetisch Dikoti, dessen Hütte ausgestattet ist mit vielen Zaubergeräten, Tanzmasken und Musithörnern, die bei den schauerlicher: Veranstaltungen der Geheimbünde ihre Rolle spielter:. Demgegenüber ist dann umso befriedigender eilt Blick in das KaTneruu-Literaturzimmcr, das die Leistungen der schwarze:: Schüler und Schülerinnen vorführt imb uns bie Zeit ahnen läßt, von der es heißt: „Siehe, das Licht bringt da herein, gibt der Welt einer: neuen Schein." — Da die Ausstellung nur noch 6 Tage hier weilt, sei die Bitte ausgesprochen, diese eigenartige Veranstaltung zu besichtigen, sich nicht entgehen zu lassen; nachmittags ist der Besuch für Erwachsene besonders empfehlenswert. " B i s m a r ck - N a t i o n a l - D e u k nr a l. Die Ein- sammlung freiwilliger Gaben ist beendigt. Das Sekretariat der Bürgermeisterei — Zimmer Nr. 15 — nimmt weitere, Spenden noch bis zum 1. Mai entgegen. " Fernsprechanschluß. Vom 8. April er. ab ist die Güterabfertigung auf Bahnhof Lindheim unter Nr. 23 an das Ortsferusprechnetz von Altenstadt (Hessen) angeschlossen worden. " Der Raiffeisen-Verband hatte für Mittwoch nachmittag in den Fün'lensaal zu Darmstadt die Vorstände ber hessischen, dem Verbände angehörigen Kasten zu einer Versammlung eingeladen, die von Dr. N ol te - Ludwigshafen geleitet wurde. Die Versammlung war durch die große Beunruhigung veranlaßt, die wegen des Zusammenbruches der Hessischen Genossenschaftsbank entstanden ist, und biente dazu, bie Vorstänbe unb Mitglieder darüber aufzuklären, baß innerhalb bes Verbandes derartige Befürchtungen nicht gehegt zu werden brauchen. xx Hessisches Spielzeug. Die von Professor Sutter seither geleitete Fabrik für Kinderspielzeuge in Neustadt i. O., die mit Zahlungsschwierigkeiten zu kämpfer hatte, wurde mit Unterstützung einer hervorragenden Person, lichkeit in eine „Gesellschaft mit beschränkter Haftung" nm- gewandelt und mit ihrer Leitung ein fachkundiger Kaufmann betraut. Der künstlerische Wert der Fabrikate wird allgemein anerkannt und hält man es sehr wohl für möglich, daß die Odenwälder Spielwarenindustrie mit Thüringen in Konkurrenz tritt. Kreis Büdingen. L. Bingenheim, 16. April. Auch unser Dorf wird an das Elektrizitätswerk Wollersheim angeschlossen. Die Hausleitungen sind zum Teil vollendet. Mit ber Oberleitung wirb man in nächster Zeit beginnen. Kreis Alsfeld. OK Alsfeld, 16. April. In der gestrigen Stadtvorst andssitzung wurde beschlossen, daS hiesige Hospital wieder seinen früheren stiftungsgemäßen Bestimmungen zuzuführen. Daß Hospital, daS gegenwärtig die Armenwohnungen enthält, war früher ein Augustinerkloster. ES wurde ber Stabt von Philipp bem Großmütigen geschenkt und sollte als Wohnung für unvermögende kranke Leute benutzt werden. Es bleibt bei seiner seitherigen Verwendung, bis andere?lrmenwohnungen geschaffen sind. Dem Volks- kindergarten soll die alte Stadtschule überlasten werden. Dagegen lelstet die Stadt nicht mehr den seitherigen Barzuschuß von 800 Mk. jährlich. In einer nichtöffentliche:: Sitzung wurden August Prange und Adam Weitzel dtä Sicherheitswächter gewählt. ok. Alsfeld, 16. April. Heute abend fand im großen Saale des „Deutschen Kaiser^ ein vom hiefigen Musikverein veranstalteter Volksliederabend statt, bei dem Frau Amtsgerichtsrat Dr. Heyer, Frl. Heineck, Alsfeld, unb Herr Pfarrer Möbus, Udenhausen, unter reichem Beifall mitwirkten. Lehramtsastessor Graeber hielt einleitenb einen kleinen Vortrag über: „Begriff, Wesen und Geschichte des Volksliedes". ok. Ruppertenrod, 16. Avril. Am 1. Mai sind 35 Jahre verflossen, seitdem Lehrer Hermann Strack an der hiesigen Schule tätig ist. (:) Ruppertenrod, 16. April. Unser heutiger FrÜh- jahrsmarkt hatte nicht die starke Auffahrt von Jungschweinen aufzuweisen wie sonst, weil der frühe Zeitpunkt viele Ferkel noch nicht marktfähig erscheinen ließ. Der Handel ging bei hohen Preisen rasch unb flott. Bezahlt wurde für das Paar Ferkel geringster Sorte 63—65 Mk., bestere 65 bis 70 Mk., beste 70—85 Mk. Der Abschlag für fette Schweine hatte auf die Ferkelpreise keinen Einfluß. Aller, dings sind auch bei uns die Preise für Schweinefleisch nicht wie in Hanau und Höchst um 20 Pfennig an: Pfund gesunken, sondern nur um — 5 Pfg. Der Krämermarkt Zeigte mäßigen Besuch. Kreis Schotten. ft. ©d) otten, 15. Avril. (Gemein-deratsfitznuy.) Anwesend: Gr. Bürgermeister Kromm, Gr. Beigeordneter Zinser, bie Gemeinberatsmitglieder Hofmann, Meiski, Pröscher. Scklitt, Schlörb VIII., Zeunges unb Scklörb V. Auf Anregung Großh. Finanz-amts Schotten werden in den Entwürfen der Orts- satzilngen über die Warenhaus- und F i l i a l st e u cjr einige formelle Zusätze beschlösse::, Ter erste Beschluß, wonach der FiliÄ- n°°tbojenten Dr. fb, s,6?1'6 b” !'!?»•»* »triebt Wfet k?"'8 I.bi, T ■0, „ \ "" nut “ “k“ SBluiier.. J”H 8tket d-r SlcUc i6 tatet fe* k/J'- "unen mor« m trotz v'irtereffe erreotr 11 n- besonders der tiIct lft mit vielei °^rn, die bei den mbrmde ihre Rolle de neigender ein t,a: die AsLuigen dormhrt und uns „Ziehe, das Licht ieuen Ähein." — "er NE, sei die rinstallLng zu be- ia^,niü- !J A» vn/ Bismarck - National-Denkmal. Die Einsammlung freiwilliger Gaben ist beendigt. Sollte die Sammelliste einzelnen Personen wegen Abwesenheit oder mt» anderen Gründen nicht vorgelegt wordeit sein, diese aber die Absicht haben, einen Beitrag z>t leisten, so wird gebeten, auf deinSekretariat der Bürger mciitcrci — Zimmer Nr. 15 — um Vorlage der Liste zu ersuchen, den beabsichtigten Beitrag einzuzeichnen und abzugeben. Bl7/i Am 1. Mai wird die Sammlung geschloffen. Gießen, 14. April 1913. Tas Ortskomitee der Stadt Gießen. M c c ti m. „Reiben Sie , offene Beine, Krampsadergeschwüre, Hautentzündungen, dann bringt Ihnen „Laludcrma ra,a) Erleichterung." Aerztl. warm empfohlen. Dose uO H und 1 M. «stärkste Form» bei W. Srtlbinncr, -eliersweg /9a, A. Noll, Bahn'iofstr.ul, <5. Noll, Mai sc r-Drvgeri^ (£ arl Seibel, Frantffurter Str. d», Cito Schau st 2elter8iueo3i), Karn, Schulstr. Hl/i GroßeWüsche haben, ohne sich zu plagen, ohne einzuseifen, ohneNeib., vhne.Nasenbleiche, kann jede Hausfrau beutzn tage, wenn fie die schmutzige Wäsche kocht. 1i2 ^ld. (8)10t H Kochen, nut miv spül. n. die Wäsche ist gereinigt und schneeweiß. Giotil vollständig unschädlich, ver '/>Pak. nur MPig. Fabrikanten Hanauer Seiseusaluil F. Giotl), G.m. b.H. Allein.Niederlage: Wilhelm Wagner, Stetujtr.45 IDVil Billigste Prämientarife für Lebens- wie Jur Rentenversicherungen. »sr Vertreter in allen grosseren Platzen. Generalngen(ur DnrmRtadt, Zimmerstraße 3. Besonderheiten: Progressiv fallende für Lebensversicherungen, für Männer und Frauen getrennte Rententarife. gegründet 1833. SS58ffla«BCTZa«MBg8ffiPeB9MMMWIIf»l IIIIHIP l] Jetzt sollen Sie es wissen, wo | Albert Vassermann! Deutschlands größter und berühmtester Schauspieler, auftreten wird: Nur in den 8 viograph-Lichtjpielen i Plockstraße 12 a17/, Plockstraße 12 •OSBC29m!3®KB®$3CSE»Q5BB@3®6SDBÖBMBro0 M [J Hur noch Donnerstag und Freitag H M gelangt das so grobe Erfolge erzielte Schauspiel □Königin hülfe II.MÖ sowie der hervorragende Detektivschlager ÜDie eiferns Handti zur Aufführung. fcn Versäumen Sie nicht dieses glänzende Pro- fest kLU gramm zu besichtigen. a17/« Kai I Die Königin Luise gelangt zur Aufführung in der | KRS Jugendvorstellung gegen ’/sö und 1/29 Uhr. gafl ^6äJl , MM MM Liebigshöiie Am Sonntag, den 20. April: Militärkonzert ausgeführt von Mitgliedern der hiesig. Regimentskapelle. (12 Herren, Berliner Besetzung). p.p Hierdurch beehre ich mich ergebenst anzuzeigen, daß ich am heutigen ur . i nr t unt. meinem Tage hierselbst vVCtzlcirCr W6^ V] ’ Namen eine Fachschule der Zuschneidekunst verbunden mit Atelier für feinere Damen-Bekleidung eröffnet habe. *$» Infolge langjähriger, praktischer Tätigkeit und mehrjährigem Besuch der Deutschen Fachschule für moderne Frauenbekleidung, sowie der Europäischen Bekleidungs-Akademie Dresden, bin ich in der Lage, den einfachsten und verwöhntesten Ansprüchen Genüge leisten zu können. Reichhaltigste Auflage von Modejouraalen des In- und Auslandes. Kurse für: Anfertigung eigener Garderobe; Unterricht im Schnittzeichnen und Zuschneiden; Gründliche Ausbildung für Haus und Beruf. Hochachtungsvoll Aufnahme von Schülern jederzeit Marie Wunderlich Lehrerin u. Damenschneider-Meisterin. 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Mai 1913, vorm. 9 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht im Justizgebäude, Zimmer 18, versteigert werden. Die Versteigerung erfolgt im Wege der Zwangsvollstreckung. Der Versteigerungsvermerk ist am 18. März 1913 in das Grundbuch eingetragen worden. Insoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerks aus dem Grundbuche nicht ersichtlich waren, sind sie spätestens im Versteigerungstermin vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerspricht, glaubhaft zu machen, widrigenfalls sie bei der Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt und bei der Verteilung des Versteigerungserlöses dem Ansprüche des Gläubigers und den übrigen Rechten nachgesetzt werden. Diejenigen, welche ein der Versteigerung entgegenstehendes Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des Zuschlags die Aufhebung oder einstweilige Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der Ver- steigerungserlös an die Stelle des versteigerten Gegenstandes tritt. Gießen, den 26. März 1913. Großherzogliches Amtsgericht. b10/4 Anfang 43/.t Uhr.1031621 Eintritt 25 Pfg. U KW Erfo^sg nitsiifcbcn. a,7/< | heute u. Zreitag zum letzten Male Beispiellosen großen erzielte Waldemar Psylander und Frau Klara With, die beliebten Darsteller der nordischen Ftlm-Co., in EiskWurMBn Aus dem Leben einer exzentrischen Amerikanerin in 3 Akten. Blatts Pinkerton in dem Detektivdrama Oer* Chauffeur Detektivroman in 2 Akten. Ferner unser sensationeller Sport-Film Das letzte Hindernis Großes Rennbahn-Drama in 3 Abteilungen. Versäumen Sic nicht, diese Schlager von nie dagcwcsencr Großartigkeit in unserem Tbcatcr Grosser Ausverkauf von Schuh- Waren . wegen Aufgabe des Geschäfts 19 Neustadt S9 B3D tutt-rarirr umniwwnmrihru Jetzt sollen Sie cS wissen, wo Albert vassermann l Deutschlands größter und berühmtester Schauspieler, auftrctcn wird: Nur in den Biograph-Lichtspielen i Plockstraße 12 a'7/« Plortstraße 12 | Orig. Iw ttioitapit 8 Personen! „B Eiechtenthnler“ 8 Personen! Flotte Wiener Musik. Anfang 7Vs Uhr. 0 Sonntags 3*/a Uhr. Cafe Ernst Ludwig Freitag abend Vs9 Uhr: 03140 Opern- und Operetten- Eintritt frei! Abend Eintritt frei! IX. üan leise nach der teetie Svom 9. bis 16. Juli 1913. fo. (Bremen - Bremerhaven - Helgoland - Hamburg - jä Friedrichsruh-Lübeck-Travemünde-Kiel) Preis Mk. 98.—. Alles eingeschlossen. » Ausführl. Programm kosten 1. durch d. Reisebureau H L. Lyssenhop & Co., G. m. b. H., Mainz, Kaiserstr. 7.3S In Giessen bei: Carl Loos, Am Kirchenplatz. W «r Es ist dies die bekannte alljährliche Mainzer Veranstaltung, worauf besonders B aufmerksam gemacht wird. ss15/., f&r l>WMiWllq««MlAMll E. G. m. d. II. EislllldllW zur Wml-MMmlW auf Montag, 28. April 1913, abends 8V2 Uhr, im Hotel Schütz (Bahnhofstraße). Tages-Ordnung: 1. Geschäfts- und Kaffenbericht. 2. Ankauf und Bebauung des Grundstückes an der Licher Straße. 3. Neuwahl des Aufsichtsrates. Wir bitten unsere Mitglieder, angesichts der wichtigen Tages-Ordnung recht zahlreich zu erscheinen. Dr. Rosenberg, d17/4 Vorsitzender des Aufsichtsrates. ist es gelungen, für unsere abgebaute ITlIlll ini Maguum bonum einenCrsatz zu züchten. ' Es ist dies eine engl.Züchtung und heißt „Kabila Regina“. Tue Knolle ist nicrensörmig mit gelber Schale, bat weißes Fleisch, kocht sich mehlig, jedoch bleibt sie ziemlich ganz und ist von gutem Geschmack. Die Kartoffel ist sehr ertragreich, bat in den letzten beiden Jahren einen Ertrag von 120—150 Rentner pro Morgen geliefert. Reifezeit Anfang bis halben September. Sie ist eine Wirtschastskartoffel ersten Ranges und wird unsere Magnum bonum auf dem Markt voll ersetzen. 2582 Anfragen an: Goldenberg L MarcnS, Gießen. Telephon 116. Haut^BtelcIleremo J ..Chloro“ bleicht Gesicht und Hände in Utrzrr Zeit rein weift* Dorzügl. erprobte!' nnschüdltches Mittel gegen unschön« Hautsarde. Sonimersprossen, t.'rdersicckc, gelbe Flecke, Hautunreintgkeiten. Echt Chlorotwin<-■- Tube 1 Wirksam unterstützt durch« hlor^»» weife 60 A vom Laboratorium „Leo-, Dresden 3. Erhältlich in Apotheke«, $roQcrirtt und Parslimcrte«. In Gießen: Hirsch 2lpotbcke, Adler-Drog., Otto Schaaf. auf Eis in la. feinster lcbcndfrischcr Ware soeben eingetr. u. billigst bei Aag. Wallenfels Marktplatz 17 Telephon 262 Prompter Versand auch nach ________auswärts.______(84 Die feinst, holländischen Schellfische und Cabliau sind eingetroffen und billigst zu haben bei: 1288 GeorgWallenfels Marktplatz nur 21, Telephon 46, gegenüb. der Engelapotheke. 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Juni 1913, vorm. 9 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht im Justizgebäude dahier, Zimmer Nr. 18, versteigert werden^ Die Versteigerung erfotgt im Wege der Zwangsvollstreckung. Der Versteigerungsvermerk ist am 20. März 1913 in das Grundbuch eingetragen worden. Insoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerks aus dem Grundbuche nicht ersichtlich waren, sind sie spätestens im Verstcige- rungstermin vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerspricht, glaubhaft zu machen, widrigenfalls sie bei der Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt und bei der Verteilung des Versteigerungserlöses dem Ansprüche des Gläubigers und den übrigen Rechten nachgesetzt werden. Diejenigen, welche ein der Versteigerung ent- gegenstchcndeS Recht haben, werden anfgcfordert, vor der Erteilung des Zuschlags die Aufhebung oder einsttveilige Einstellung des Verfahrens herbeizu- ühren, widrigenfalls für das Recht Der Versteige- ngserlös an die Stelle des versteigerten Gegen- tndes tritt. bI7/4 Gießen, den 4. April 1913. Großherzogliches Amtsgericht. Bezeichnung der Grundstücke. Grundbuch für Gießen, Band 19, Blatt 867: Flur 4 Nr. 207 = 472 qm Hofreite in der Stephansmark (Bismarckstr. 6) M. 74000 und Rollseile! In den von mir seit längeren Jahren emgeiührten und im Gebrauch sich bestens bewährten Gerüststriden ans prima ritssischem Hanf unterhalte ich stets ein Vager von ca. 300 Dutzend und bin daher in der Lage, prompt und zum bitt. Tagespreis zu liefern. Ludwig Luzarns Astcrweg53 Jernspr.595 _____________[2556]_____________ Flurgarderoben ständeru. Spiegel Ph. Henkel i Möbel-Handlung 14 Sonnenstrasse 14 Submission. Für unseren Fabrikncubau Steinberg sind die Erd-, Maurer- und Zimmerarbeiten zu vergeben und können die Bedingungen auf unserem Bnrcan cingeschcn werden. 2611 Rinn & Cioo*, Heuchelheim. Jetzt sollen Sie cS wissen, wo l Albert vassermann! Deutschlands größter und berühmtester Schauspieler, anftretcn wird: Nur in den i öiograph-Lichtspielen i Plockstraße 12 a,7/< Plockstraße 12 9 säe