Nr. H2 . Der Siebener Anzeiger erscheint täglich, auycr Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SiehenerFawi.'itnblälier; zweimal ivöchenll.Areis- blattfürdenrrreir Sieben (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. £anö: wirtschaftlich« Zeitsragen Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesntnnmer bis vonnittags 9 Uhr. Erstes Blatt (63. Jahrgang 8reitag, 20. Juni (9(3 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhesfen nofüfionsörud und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Buch- und §teindruckerei R. Lange. Uedaktion. Lrpedition und Druckerei: Zchulstrahe 7. Geschäftsstelle Büdingen, Bahnhofstraße (6a. VezugSorc monatliches vierteljährlich Mk. 2L0 . durch ■ilbholc* il Ziveigstellen monatlich 65 Bi.; durch bici'oft Bit.2.— niertel- jadrl. aus-schl. Bcuellg. Zeilenvreis: lokal 15-Bi^ ansivän-r 20 Bienniq. Chefredakteur: A Goetz. Verantwortlich für den poliltscheu Teil: August 6)oetz; für .Fcuille- ton*. ,B?rinifchte4^ und ^Gerichtssaal": R. Neurath; für .Stadl uud Land": E.Hetz, für den Anzeigenteil: H. Beck. Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. Die Welsenpartei an ihrem Ende. Die amtliche „Nordd. Allg. Ztg." bereitet heute die Welt aus einen Regierungswechsel in Braunschweig vor. Was man längst geahnt und erwartet hat, trifft ein: Prinz toirb den Thron Braunschweigs besteigen, und die dem Welfenhause entgegenstehenden Hindernisse , sind so gut wie beseitigt. Prinz Ernst August hat dem > Reichskanzler geschrieben, dah sein Vater, der Herzog von Cumberland, alle seine Rechte auf ihn, den Sohn, übertragen habe, und er, Prinz Ernst August, habe als preußischer Offizier dem Kaiser und König Treue gefchworen. So seren die Voraussetzungen der früheren Bundesratsbefchlüfse ^erfüllt. Wir 'geben nachstehend den Wortlaut dieses politisch sehr bedeutuugsvvlleu Briefes wieder: Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Mit Zustimmung des D^^zogs von Cumberland und seines Sohnes geben wir die Erklärung bekannt, die P r i n z E r n st A u g u st mit Gench- migung seines Vaters in einem Schreiben an den Reichskanzler vorn 20. April ab gab. Das Schreiben lautet: Euer Exzellenz beehre ich mich in Kenntnis zu setzen, daß mein Vater, der Herzog von Cumberland, den Entschluß faßte, in Ausübung der B u d e s r a t s b e s ch l ü s s e vom 2. 7. 1885 und 28. 2. 1907 seine Rechte auf die Negierung im Herzogtum Braunschweig auf mich zu übertragen. Der Ucbernahme der Negierung in Braunschweig durch ein Mitglied unseres Hauses standen bisher die vorbezeichneten Beschlüsse des Bundesrats entgegen. Tie bekannten, meine Person betreffenden jüngsten Ereignisse, insonderheit meine Verlobung mit der Prinzessin Viktoria Luise änderten die den Beschlüssen zugrunde liegende Sach- und Rechtslage. Mit Zustimmung meines Vaters suchte ich meine Anstellung als Offizier im preußischen Heere nach und gelobte eidlich dem Kaiser und Röntg treue und Gehorsam. Darin liegt das Versprechen, daßich nichts tun nnd nichts unterstützen werde, was darauf gerichtet ist, den derzeitigen Besitz stand Preußens zuvcrändern. Diese Sach- und Rechtslage wird in Verbindung mit dem Verzicht meines Vaters auf den braunschweigischen Thron nach meiner Ueberzeugung die Aufhebung der früheren Beschlüsse des Bundesrats rechtfertigen und cs darf mir Vorbehalten sein, die Verzichtserklä- rung meines Vaters auf den braunschweigischen Dhron seinerzeit zu überreichen. Mit vollkommener Hochachtung Euer Exzellenz ergebener Prinz Ernst August, Herzog zu Braunschweig'Lluuburg. Gmunden, 20. April. Run hat der Herzog von Cumberland zwar nicht wörtlich alle Voraussetzungen der Bundesratsbeschlüsse erfüllt, aber es ist doch anzunehmen, daß er der welsischen Bewegung keinerlei Vorschub« mehr leisten wird. Es liegt, nach den jüngsten Ereignissen, wirklich fein Grund vor, die Tinge auf die Spitze zu treiben, zumal anzunehmen ist, daß der Herzog außerhalb der Oeffentlichleit noch bestimmtere Erklärungen abgeben wird. Mit größtem Interesse wird man nunmehr ab warten müssen, wie die Welfenpartei bei ihrer bevorstehenden Hauptversammlung sich verhalten wird. Heute ist es zweckmäßig, sich noch einmal den historischen Verlauf dieser „Welsenfrage" zu vergegenwärtigen. Tie „Köln. Ztg." gibt darüber einen kurzen Üebcrblicf: Der blinde König Georg von Hannover hatte sich bis an fein Lebensende angesehen als einen mit Preußen im Kriege besind- lichen Souverän und demgemäß seine Haltung eingenommen. Preußen hatte ihm für Hannover eilte Abfindungssumme von 16 Millionen Taler angeboten; er hatte sie abgewiesen und hatte im Ausland eine eigene Kriegsschar, die Welfenlegion, unterhalten. So wurde die Summe gesperrt und weiter auf alles Vermögen des Königs, dessen man habhaft werden konnte, Befchlag gelegt. Als am 10. Juli 1878 der Sohn des blinden Königs, der jetzige Herzog Ernst August von Cumberland, dem König von Preußen den Tod seines Vaters anzeigte, erklärte er zu gleicher Zeit, daß alle „Rechte, Prärogative und Titel" des Vaters auf ih" übergegangen seien, und daß er sie voll und ganz aufrecht halte. Es war klar, haß, als im Jahre 1885 der regierende Herzog Wilhelm von Braunschweig starb, ein Fürst, der auf solchem Boden ltand, der nicht preußischer Boden war, nicht sein Nachfolger werden konnte. So stellte denn Preußen beim Bundesrat den Antrag, „die Ueberzeugung auszusprechen, daß die Negierung des Herzogs von Cumberland in Braunschweig mit dem Innern Frieden und der Sicherheit des Reiches nicht verträglich sei, und zu beschließen, daß die braunschweigische Landesregierung hiervon verständigt werde". Dieser Antrag wurde am 2. Juli in einer im Wortlaut, aber nicht im Gedanken etwas veränderten Form vom Bundesrat angenommen. Ter Herzog von Cumberland wurde als Feind des inneren Friedens und des Besitzstandes des Rrickxs von seinem rechts- mäßigen Erbe cmsgefckxtttet. So ging es Jahre hindurch. Am 10. März 1892 erst erklärte der Herzog Ernst August in einem Bries an den Kaiser, daß „jedes den Frieden des Deutschen Reiches und der ihm angehörenden Staaten störende oder bedrohende Unternehmen" seinen Msichlen fern läge; und die preußische Antwort barmtf war, als Anfang der Besserung der Beziehungen, die Aushebung des Welfensonds. Ta aber die Partei des alten Herzogs ihre Fehden gegen den preußischen Staat unter der vollen Billigung des Cumberländers fortsetzle, so konnte in absehbarer Zeit nicht an ein weiteres Entgegenkommen von preußischer Seite gedacht iverden. Tie Frage wurde wieder brennend, als am 13. September 1906 Prinz Albrecht von Preußen, den das Gesetz von 1879 zum Regenten in Braunschweig bestellt hatte, starb und Regierung und Landtag ivieder über die Ansprüche des Herzogs von Cumberland verhandeln mußten. Emst August erklärte in einem Schreiben an den Kaiser: „Ter Verzicht - leifmng auf den Braunschweigischen $lyron würden ich und mein ältester Sohn entsprechen, sobald Gewißheit besteht, daß der Regierungsübernahme meines jüngsten Soldes keine Hindernisse entgegenstehen." TeS Kaisers Antwort wies darauf hin, daß die Sach- und Rechtslage, die zu dem Bundesrcttsbeschluß vom 2. Juli 1885 geführt hätte, noch unverändert fortbestände, und daß des Herzogs Bitte also nicht gewährt werden könne. Am 28. Oktober 1907 entschied der Bundesrat demgemäße Hannover, 20. Juni. Für den 29. Juni wird eine außerordentliche Hauptversammlung der Welfenpartei einberufen, um zu dem Schreiben des Prinzen Ernst August Stellung zu nehmen. Tie „Deutsche Voltszeitung" enthält sich jeden Kommentars zu dem Schreiben. Berlin, 20. Juni. Zur Veröffentlichung der Erklärung des Prinzen Emst August von Cumberland wird, wie die „Voss. Zeitung" meint, der welsischen Agitation ein Ende bereitet. Auch das „Tageblatt" sagt, das Schreiben enthalte eine Absage an die welfische Agitation, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lasse. Die „Nationalzeitung" schreibt: Wenn die preußische Regierung der Aushebung der noch bestehenden Bundesratsbeschlüsse zu stimmt, dann besteht auch für die übrigen Bundesstaaten fein Grund, der Thronbesteigung des Prinzen Emst August entgegen zu sein. Die serbisch-bulgarische Spannung. Sofia, 19. Juni. In der Antwort auf die serbische Note, worin die Revision des Bündnisvertrages verlangt wird, gibt die bulgarische Regierung ihrem lebhaften Bedauern und der Bestürzung darüber Ausdruck, zu sehen, daß Serbien die verbindliche Kraft des Vertrages nach geschichtlichen Ereignissen bestreite, welche das auf Initiative Bulgariens hervorgehende Bündnis hätten befestigen sollen. Tie Note cru»äl)ut die die Bündnisbedingungen enthaltenden Dokumente, nämlich den Vertrag, bas geheime Zusatzabkommen, die Militär ko nvention, die vier Vereinbarungen und eine Erklärung der beiden Otencral- stäbe, welche ein unteilbares und unauflösliches Ganze bilden. Tie Leugnung ihrer Gültigkeit oder die Einschränkung ihrer Tragweite seitens Serbiens sei ungerechtfertigt und alle diesbezüglichen Behauptungen der serbischen Regierung fielen von selbst zusammen. Sofia, 19. Juni. Zwei Bul garen aus dem Distrikt Güacli flohen infolge serbischer Bedrückungen in die Richtung des nächsten bulgarischen Postens. Tie serbischen und griechisck>eu Truppen beschossen sie und den bulgarischen Posten, der das Feuer erwiderte. Ein serbischer und ein griechischer Soldat wurden getötet. Die Bulgaren hatten keine Verluste. .Saloniki, 19. Juni. Bei Jenikoej zwischen T-raäna und 3-antbi stießen zwei Eisenbahnzüge zusammen, von denen einer mit bulgarischen Truppen besetzt war. Fünf bulgarische Offiziere und vierzig Soldaten wurden getötet, viele verletzt. Wien, 19. Juni. Tie „Südslawische Korresp." meldet aus Sofia: Extrablätter melden den Beginn ernster Treffen in Mazedonien. 'Tie Ausgaben der „Wetschcrna Posta" besagen, daß. bulgarische Freischärler die Serben an mehreren Punkten angegriffen hätten. Die amtlichen Stellen erteilen keine Auskünfte. Sofia, 20. Juni. In Saloniki wurden alle bulgarischen Priester als Revolutionäre verhas- t e t. Alle Gefängnisse sind mit Bulgaren gefüllt. Gefangene haben auf Umwegen telegraplffsch um Hilfe unb um Herbeiführung der Intervention der Großmächte gebeten. naumann in wal-ect-pgrmont gewählt. Pyrmont, 19. Juni. Bei der heutigen Reichstagsstichwahl im Wahlkreise W al'deck-Py r m o n t erhielt Amtsgerichtsrat Vietmeyer (W. Vg.) 6327 und Friedrich Naumann (Vp.) 6593 Stimmen. Naumann ist somit gewählt. — Bei 14 205 Wahlberechtigten wurden 12922 gültige Stimmen abgegeben. In der Hauptwahl hatte Naumann 4947 Stimmen erhalten, der sozialdem. Kandidat 1016. Vietmeyer hatte am 11. Juni 5648 Stimmen erhalten; er hat in der Stichwahl noch einen Zuwacl)s von 679 Stimmen aufgebracht, während für Naumann 1646 Stimmen mehr aufgebracht wurden als in der Hauptwahl. Mit Friedrich Naumann zieht ein Führer des Linksliberalis-- mus in den Reichstag ein, dem man hohe rednerische Begabung; unb einen tapferen Idealismus nicht abstreiten kann. Das Festspiel Gerhart Hauptmanns und seine Zurückziehung. Breslau, 19. Juni. In der heutigen Stadtverordneten« sitzung lag eine Anfrage über die Zurückziehung des Festspiels von Gerhart Hauptmann vor. Professor Dr. Kaufmann trat für das Stück in ästhetischer und patriotifü)er Beziehung ein, trotzdem es Schwächen auftuweisen habe, und wünschte, die Ver- sarnnckung möge ihre Billigung aussprechen, sowohl daß das Stück angenommen und aufgeführt, wie baß es unter den obwaltenden Umständen abgesetzt worden sei. Oberbürgermeister M a t t i n g erwiderte, daß der Beschluß über die Absetzung mit dem Inhalt dieses Stückes nichts zu tun habe. Nachdem sich die Agitation an den hohen Protektor der Ausstellung gewandt habe, habe man geglaubt, im Interesse der Ausstellung und der Stadt am besten zu handrin, wenn man .das Stück absetze. Die Breslauer hauptmannsrage. f?tuf eine Anfrage der Vossifchen Zeitting lwt sich Gerhart ßauptmanu über den vorzeitigen Abbruch der Ausführungen seines Festspiels in Breslau, dessen Wert auch in einem Teil der liberalen und linksliberalen Presse übrigens eifrig bestritten wird, ung^ähr wie folgt geäußert: „Tie F-estfpiel-Affäre ist nunmehr in ein Stadium getreten, daß mir niäNs anderes übrig bleiben wird, als in der Oeffent- lichkeit Stellung zu ihr zu nehmen. Ich welcher Weise ich dies tun werde, ist mir noch nicht vollkommen klar. Ich bin gerade dabei, mich schlüssig zu machen. Vielleicht werde ich die Festspiel-Lkffäre dadurch zum Abschluß bringen, daß. ich in Berlin einen Vortrag halten werde. Tie ganze Angelegenheit, das ganze Gewebe von Angriffen und Intrigen, das lediglich einen Partei politischen Charakter trägt, hat seinen Ursprung in Berlin. Ta- durch, daß in der „Schlesisclien Zeitung" Artikel zweier Berliner Zeitungen veröffentlicktt worden sind, ist die Angelegenheit ins Rollen gekommen, und alle Bemübungen einstußreicher Männer, unter denen sich Angehörige des hohen Mels und konservative hohe Beamte befinben, die Katastrophe zu verhindern, sind fruchtlos geblieben." Ein noch vor der Einstellung der Auffüllungen seines Festspiels ihm übermitteltes Sympatlne-Telegramm der Breslauer Dichtersämle hatte Gerhart Hauptmann aus Agnetendors mit folgendem Telegramm beantwortet: . „Mit aufrichtigem Tank für Ihre wahrhatt kollegiale .^Kundgebung begrüße ich Sie aufs wärmite. hoffe, es wird den Fängen der Parteipolitik doch nicht gelingen, das Antlitz der Wahrheit ganz unkenntlich zu machen." In einem Telegramm an das Berliner Tageblatt stellt sich der Dichter Ernst Hardt an die Seite von Gerhart Hauptmann und schreibt: lese soeben, daß die Gesinnungen, welche vor hundert Jahren zur Rettung unseres Vaterlandes niedergerungen wurden durch Gesinnungen, wie sie Hauptmanns H-est,viel ausipricht, im Jahre 1913 zu deutscher Sckmiach und Säende triumphiert beben. Ich möchte öffentlich Zeugnis oblegen von der unaiis- sprechlichen Scham und dem lichten Ekel, der mich bet dreier Nachricht erfüllte. Wer im Festspiel Hauptmanns ettvas ^anderes Hitbet als jenen aufrichtigen, männlichen Geist, bem .^eut'ck- Icnnb seine großen Taten dankte, der hat auck nicht ein Blatt öftrer Geschichte verstanden. Was in diesen Protesten, tn dreier Inhibierung laut gcnwrden, das ist Teuttchlanbs schlechtes Gelassen." Wie uns aus Breslcku telegraplfisch berichtet wirb, soll Max Meinhardt den Fundus des Hauptmannschen ^ahrhunbert-^est- spiels für die geplante Berliner Aufführung um 50 000 Mark gekauft haben. Hierzu erhält die „Frkfk. Ztg." folgendes Privattelegramm: Breslau, 19. Juni, 8.40 N. In öffentlicher Stadt - verorbnetensitzung beantwortete Oberbürgermeister Malling rinck Anftage wegen der Msetzung des Hauptmann-Festspiels dahin, daß der Entschluß mit bem Inhalt des F-estspiels nichts zu tun habe und auch nicht mit der Prcßpvlcmik: maßgebend gewesen sei lediglich die Hineiuziehung des Kronprinzen, die in ihren Konsequenzen das Fortbestehen der historischen Abteilung der Ausstellung gefährdet haben würde. * — Ein neues Kaiser Wilhelm-Institut. Ter Senat der Kaiser Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften bat in seiner letzten Sitzung beschlossen, an der Universität Göttingen ein Forschungsinstitut für Hydrodvnamik und Aerodynamik zu errichten, dessen Leitung der Ordinarius für angewandte Meckjanik, Prof. Tr. Ludwig P r a n d t l übernehmen soll. Es werden die wissenschastlichen Untersuchungen über die Gesetze der Wasser- und Lustströmungen, wie sie in Göttingen seit Jahren in dem Institute für angewandte Mechanik und in der Versuchsstation der Motorluftschisf-Studiumgescllschaft angestellt worden sind, nun mit größeren Mitteln weiter verfolgt werden können. Aber darüber hinaus hat der Beschluß der Kaiser Wilhelm-Gesellschaft eine writerreicbenbc allgemeine Bedeutung. Göttingen wird dadurch nach Berlin die erste Universität, der die Tätigkeit der Kaiser Wilhelm-Gesellschaft zugute kommt, und es sieht damit seine Bedeutung für die Vertretung der exakten Disziplinen aufs neue anerkannt und gefestigt. Für die Universitäten überhaupt ist es wichtig, daß die Kaiser Wilhelm-Gesellschast sich jetzt anschickt, ihre Tätigkeit überhaupt auf andere Universitäten als auf Berlin auszudehnen. — Ter kürzlich begründete Verband Deutscher Musikkritiker (e. V.), der sich die künstlerische, moralische und soziale Hebung des deutschen Musikkrittkerstandes zur Aufgabe gemacht hat, hielt am 3. Juni zu Jena seine erste Hauptversammlung ab. Zum 1. Vorsitzenden wurde Tr. Mfted Heuß, Leipzig, zum 1. Schriftführer Paul Bekker, Frankfurt, gewählt. Zur Erledigung von Aufnahmeanträgen setzte die Versammlung eine besondere Kommission ein, ferner besetzoß sie die Herausgabe eigener Verbandsmittrilungen. — Ein Festspiel-Prozeß. Der „Voss. Ztg." wird geschrieben: Tas Anfang Juli in Leipzig stattfindende Deutsche Turnfest wird unerfteulicherweise durch rin gerichtliches Vorspiel ringelettet. Ter Hauptaussckuß des Festes batte dem in Leipzig lebenden Dramatiker Ulrich Steindorff, dem durch seine beiden Dramen „Panthca" und „Frau Cardinal" bekanittgcwor- denen Sohne des Leipziger Aegyptologen Prof. Dr. Gg. Steindorff, den Austtag für rin Fesffpiel erteilt, mit der Bemerkung, etwas Neuartiges zu schaffen. Unter dem Titel „Freiheit, die ich meine" hat dieser dann rin Werk geschrieben, das die Idee der Befreiung in einer symbolischen, zeitlosen Handlung darstellt. Tas gefiel aber den Turnern nicht, unb nachdem man ansangS allerlei Kleinigkeiten auszufetzcn gehabt hatte, lehnte schließlich der Hauptausschuß die Aufführung gänzlich ab. Steindorss sah sich deshalb genötigt, die Gerichte anzurufen, die nach längeren seit April währenden Verhandlungen eine Vorlesung des Werkes zu ihrer Orientierung anordneten, die gestern vor dem Landgericht zu Leipzig durch, den Regisseur Walter Brügmann aus Hamburg stattgefunden hat. Tie Entscheidung wurde auf Ende Juni vertagt. Strindorffs Silage lautet, da die Aufführung' nunmehr unmöglich geworden ist, auf Schadenersatz und Zahlung des verttagsmäßig garantierten Honorars. Ta auch andere ursprünglich für Leipzig geplante Fri'tspielaufsührungen unterbleiben, wird in diesem benhvürtngcn Jahr in Leipzig auf diese Weise gar kein künstlerisch wertvolles Jahrhundert-Festspiel zur Aufführung gelangen. — Ter Verein Naturschutzpark ist wieder rege an der Arbeit, neue Freunde für feine großzügigen Pläne zu interessieren. Tenn noch gibt es weite Kreise in unserem Volk, die blind an der mit jedem Jahr grauenhafter werdenden Natur- Verwüstung vorüberwandern, die nichts von dem Kampfe ahnen, den unsere moderne Kultur gegen das heimische Landschaftsbild führt, denen aber auck entgangen ist, daß schon weite Gebiete mit besonders charakteristischen Tier- und Pflanzenbeständen für immer vor jedem Eingriff menschlicher Willkür geschützt und in ihren herben Natürlichkeit der Nachwelt erhalten sind. Freilich bedarf es zur Durchführung der zum Teil ja fckwn verwirklichten Pläne des Vereins Naturschutzpark ^Sitz Stuttgart) noch tatkräftiger Unterstützung. Sie zu wecken, ist der Zweck einer für Herbst 1913 vorbereiteten Wanderausstellung von Gemälden aus dem Natursckritz- park in der Lüneburger Heide. Tie vereinigten süddeutschen Kunstvereine haben sich der Sache in dankenswerter Weise angenommen und werden also den niedersächsischen Künstlern Gelegenheit bieten, ihre Arbeiten vor allem in Bayern und Württemberg- bekannt zu machen. Von der bekannten Worpsweder Kolonie werden sich u. a. W. Bartelsmann, K. Krummacker und H. Vogeler beteiligen. Gleichzeitig soll eine Wandermlsstellung die stunde durch Deutschland machen. Modelle, Reliefkarten, Gemälde und Bilder aus dem Mpenpark und der Heide werden in gediegener Auswahl an Vereine unb Behörden veriairdt. Man ioenbe, sich wegen kostenloser Ueberlassung des Materials an die Geschäftsstelle (Stuttgart). Hoffentlich tragen auch, die neuen Flugblätter, die Auch her Dichter habe dies! nach den vorliegend den Gründen gebilligt. Nach längerer Aussprache wurde die Billigung ausgesprochen. Deutsches Reich Der Kaiser ist mir gestrigen Donnerstag um 10 Uhr 48 Min. vom Lehrter Bahnhof nach Hannover abgereist. (Kaiser Wilhelm und die Bcnediktinen> Dem Erzabt der Beuroner Benediktiner-Kongregation D. Ildefons Schober zu Beuron wurde der Rote Adler- orden 2. Klasse verliehen. Die Verkehrseinnahmen der deutschen Eisenbahnen im Mai 1913 betrugen im Personenverkehr 89 988089 Mark (gegen das Vorjahr plus 7 236 357 Mark oder 7.56 Proz. auf 1 Kilometer), im Güterverkehr 165494 344 (gegen das Vorjahr plus 4 512 729 Mark oder 1.61 Proz.). Aus StaSt und Catt&e Gießen, 20. Juni 1913. Elektrische Bahnen im Taunus. Nachdem die vor etlichen Jahren nach Homburg und Oberursel gebauten elektrischen Bahnen diesen Städten einen überraschenden wirtschaftlichen Aufschwung gebracht haben, macht sich nun ein lebhaftes Interesse für den Bau weiterer Bahnlinien nach den Taunusorten und durch das Gebirge selbst bemerkbar. Der Frankfurter Lokalbahn-Aktien-Geselb- schaft ist bereits die Erlaubnis zu den technischen Vorarbeiten für eine elektrische Bahn von Frankfurt über Niederursel nach Cronberg und Königstein erteilt worden, so daß in absehbarer Zeit mit dem Bau dieser Strecke begonnen werden dürfte. Gerade Cronberg und Königstein versprechen sich nach Eröffnung der Linie besondere Vorteile. Nun hat sich dieser Tage Eppstein mit besonderen Wünschen gemeldet. Es wünscht die Fortführung der elektrischen Bahn von Königstein über Fischbach nach Eppstein. Der Eppsteiner Verschönerungsverein hat sich der Angelegenheit bereits angenommen und wird den zuständigen Stellen bereits in kürzester Frist entsprechende Wünsche unterbreiten. Ein weiteres Projekt ist an der Lahn in Vorbereitung, indem man von Diez nach Fachingen eine elektrische Bahn baut, die weniger dem Personenverkehr als vielmehr der Erschließung der Kalllager bei Fackstngen dienen soll. Die für diesen Betrieb erforderliche Energie wird der Wasserkraft des Balduinsteiner Lahnwehrs entnommen. Das Feldb e rgb a h u p r o j e ft darf schon heute als endgiltig gescheitert angesehen werden, da sich die gesamte Bevölkerung einmütig gegen eine Verschandelung des Berggipfels aussprach, als die Einzelheiten des Plans der Oes- sentlichkeit unterbreitet wurden. * " Der Großherzog erschien gestern vormittag kurz vor 11 Uhr in Begleitung seines Flügeladjutanten Freiherrn v. Massenbach in der Großherzoglichen Gesandtschaft am Kurfürstendamm in Berlin und wurde dort von dein Ge- isandten Freiherrn v. Biegeleben und dessen Gemahlin begrüßt. Der Großherzog empfing alsdann aus den Händen des in Berlin wohnhaften spanischen Botschafters Exzellenz Polo de Bernabä die Urkunde des ihm von den: König von Spanien verliehenen Ordens des Goldenen Vliesses. Sodann nahm der Großherzog die Meldung des Kommandeurs des Infanterie- Regiments Nr. 17, zu dessen Chef er ernannt worden ist, entgegen. Hieran schlossen sich Meldungen und Empfänge •einer großen Anzahl von Beamten hessischer Staatsange- chörigkeit und Offizieren hessischer Regimenter, sowie je einer Deputation des Kriegervereins ehemaliger Kameraden der Gr. Hessischen (25.) Division (Hess. Kriegerverein) zu Berlin und des Vereins der Hessen und Hessen-Nassauer in Berlin. Um 1 Uhr fand in der Gesandtschaft ein Frühstück zu zwölf Gedecken statt. Gegen 31/, Uhr nachmittags verließ der Großherzog die Gesandtschaft, um in das Hotel Adlon zurückzukehren. ** Major a. D. 'D i e r y f. In Darmstadt.verstarb int 82. Lebensjahr der Major a. D. Hermann Diery, ein Veteran von 1849, 1866 und 1870/71, der int deutschfranzösischen Kriege als Kompagnie-Chef die zweite Kompagnie des 3. Infanterie-Regiments — jetzt Nr. 117 — mit Auszeichnung führte. Ter Verstorbene war aus Worms gebürtig und zog als Avantageur in ganz jungen Jahren •in den badischen Revolutionskrieg. 1866 wurde er int Gefecht bei Laufach schwer verwundet. Diery gehörte in den kritischen 60 er Jahren zu jener Minderheit int Hessischen ebenfalls in beliebiger Zahl zum Verteilen in Vereinen, bei Fest- lidyfcitcn und Versammlungen zu haben sind, dazu bei, den idealen Naturschubparkgedankcn namentlich unter Wanderern und Naturfreunden weiter zu verbreiten. ks. Ein neues Kennzeichen des Scharlachs. Bei Scharlachkranken besteht, wie Leede im Eppendorfer Krankenhause (bei .Hamburg) nachgennesen hat, eine krankhaft gesteigerte Verletzbarkeit der Kapillaren, infolgedessen nach kurzer Stauung Petechien der .Haut auftreten. Hierüber hat Tr. C. Beck (Frankfurt a. M.) jüngst neue Versuche gemacht, die er in der „Klinisch- Therapeutischen Wochenschrift" veröffentlich. Leede legt oberhalb der Ellenbeuge eine breite Gumnribinde mäßig fest um den Oberarm, so daß die Venen deutlich hervortreten, die Hand blau wird, der Puls dabei aber gut zu fühlen ist. Nach einer Viertelstunde wird die Binde entfernt, man macht die zarte Haut der Ellenbeuge durch Spannen anämisch, und nun treten die Petechien als dunkle Spritzer deutlich hervor. Dieses Leedesche Phänomen hat Tr. Beck — ebenso verschiedene andere Aerzte — nachgeprüft, und der Ausfall ist bei Scharlach wie bei manchen! anderen Krankheiten — Masern z. B. — positiv. Bei anderen Krankheiten schwankt es, beim Scharlach aber ist es nach Becks Untersuchungen zuverlässig und kann daher zur Erkennung dieser Krantt-cit wertvolle Dienste leisten: fällt der Stauungsversuch negativ aus, so ist die Diagnose auf Scharlach zu verwerfen, bei positivem Ausfall dagegen ist der Versuch, wenn die übrigen Symptome stimmen, als Bestätigung der Scharlachdiagnosc an- zusehen. — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. DerBörsenvcreinderDeu tschen Buchhänd- Ku Letyzig hat eine Denkschrift über die beabsichtigte Mfttclstelle für Volksschrtften des Dürerbundes herausgegeben, ni der er gegen den Versuch, die Volksschriftenliteratur der Zensur des Dürerbundes zu unterwerfen, im Interesse des Schrifttums und Buchhandels Stellung nimmt. — An der Kölner Akademie für praktische Medizin findet vom 21. bis 26. Juli 1913 ein unentgeltlicher Fortbildungskursus für auswärtige Schulärzte statt. Der Kursus ist unentgeltlich; es wird lediglich eine Ein- schretbegebühr von 10 Mk. erhoben. — Der Lupusausschuß des Deutschen Zentralkomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose wird am 21. Oktober inBerlin tagen. — In H a m b u r g st a r b Professor Tr. August Mommsen, der jüngste Bruder Theodor Mommsens, im Alter von 9L Jahren. Offizierkorps, die in (dem militärischen Anschluß an Preußen das Heil für den hessischen Staat erblickte. •• Ordensangelegenheiten. Der Groß Herzog hat dem Geheimen Oberrechnungsrat Dr. Franck zum 19. Juni das Komturkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen und dem Landrentineister Kaiserlichen Nechnungsrat Lergen zu Daressalam die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von dem Deutschen Kaiser und König von Preußen verliehenen Kronen- Ordens 4. Klasse erteilt. ** Militärkonzert in Steins Garten. Der gestrige Abend brachte das zweite in der Folge.der Abonne- inentslonzerte. Trotz des wenig einladenden Wetters waren bis zum Beginn des Konzertes fast sämtliche Plätze besetzt. Tie Zusammenstellung des Programms war wieder sorgfältig gewählt und die einze'lnan Stücke wurden .geschmackvoll wiedergegeben. Nur manchmal brachten die Bässe ihre Tiefe etwas zu stark hervor, was beeinträchtigend auf Melodie und Harmonie wirkte. Als Solist war Professor S. Äl- schausky aus Berlin gewonnen. Daß dieser Künstler sein Instrument voll und ganz beherrscht, konnte jedem Zuhörer zur Gewißheit werden. Diese Abwechslung der Töne von der Tiefe zur Höhe wirkte ebenso verblüffend wie die ruhig perlende Jntervallenbewegung. In der höheren Lage glaubte man ein Waldhorn zu hören, so meisterhaft versteht er die Posaune zu beherrschen, vom stärksten Fortissimo bis zum zartesten Pianiftimo hat er sie in der Gewalt. Wenn auch sämtliche Solts wirkungsvoll vorgetragen wurden, so lag es doch wohl nicht int Sinne des Komponisten, den „Karneval von Venedig" als Posaunensolo ertönen zu lassen. Die Technik, die dieses Stück in den einzelnen Variationen erfordert, ist nicht für Posaunen. Immerhin war es aber bewunderswert, wie schön der Vortrag gelang. Das etwas eilige Tempo in dein Liede „Gute Nacht, du mein herziges Kind" beeinträchtigte den guten Vortrag etwas. Ter Schlußmarsch „Heil Kaiser dir" brachte der Veranstaltung einen würdigen Schluß. Ter reiche Beifall' brachte recht viele Zugäben, zu denen sich Herr Löber ja gern versteht. Nur darf es nicht 'Schlag auf Schlag geh'n, sonst gehen die guten Eindrücke des eben gehörten Stückes mit dem andern verloren, und der Genuß, um den es sich doch handelt, verfliegt zu schnell. Kreis Alsfeld. = Storni) orf, 19. Juni. Gestern fand hier eine außerordentliche Hauptversammlung der Molkereigenossenschaft Storndorf-Vadenrod statt, wobei an Stelle des zurückgetretenen Rechners K. Kreuder die Wahl eines neuen Rendanten erledigt wurde. Kreis Lauterbachs ~ Lauterbach, 19. Juni. Für die Landwirte und sonstige mit Kulturarbeiten beschäftigte Personen der Umgebung Lauterbachs wird sich im Laufe dec nächsten Woche Gelegenheit bieten, das in letzter Zeit in verschiedenen Gegenden zur Anwendung gekommene Sprengkulturversahren näher kennen zu lernen. Eine Dresdener Dynamitfabrik läßt voraussichtlich auf dem Vaitsberg (Gemarkung Lauterbach) am nächsten Mittwoch nachmittag durch einen ihrer technischen Beamten Sprengversuche vornehmtn. Ganz besonders ist die Vorführung für Gärtner, Obstbaumzüchter und Forstbeamte zu empfehlen, da sie hauptsächlich Tiefkulturarbeiten auszu- fllhren baden. = Sicken dorf, 18. Juni. Gestern nachmittag um 2 Uhr brannte das Anwesen des Landwirts Eifert, bestehend in Scheuer, Stall und Wohnhaus, vollständig ab. Die Ursache des Brandes ist nicht bekannt. Die Leute tvaren in dem Felde beschäftigt, so daß sie mit knapper Not das Vieh und einige SckMftstücke retten konnten. Der Schaden ist beträchtlich, zumal die Leute ihr Anwesen nicht genug versichert haben. Kreis Friedberg. ----- Friedberg, 19. Juni. An der Großh. Obstbau- und landw. Winterschule findet vom 7. bis 12. Juli ein Kursus für Obstweinbauproduzenten und Apfelweinwirte statt. Er umfaßt die Bereitung von Obstweinen, Gärungschemie einschl. Reinhefen, Obstweinkrantheiten und Uebun- gen int Laboratorium. Ferner findet vom 15. bis 17. Juli ein VerwertungslUrsus für Beerenobst statt, bei dem theoretische und praktische Unterweisungen in der vollkommenen Verwertung sämtlicher Beerenobstsorten erteilt werden. L. Bad-Nauheim, 18. Juni. Unser Kinderhospital ElisabethhauS hat eben seine zweite diesjährige Kurperiode begonnen. Es sind augenblicklich 197 Kinder im Kurhospital, welche von sechs Diakonissinnen und sechs, Pflegerinnen gepflegt werden. Im Herbst wird man mit dem Bau eines Krankensaales und einer massiven Liegehalle beginnen. Starkenburg und Nheinhesicn. m. Offenbach, 20. Juni. Der geplante Ausbau des Offen bacherElektrizitäts Werks zu einer U eb er- Handzentrale, deren Verwirklichung durch das Dazwischentreten der Berliner AEG. bisher mxfy nicht ermöglicht werden konnte, wird nun ein neues Konkurrenzunternehmen erhalten, hinter dem man ebenfalls die Mitwirkung der AEG. vermutet. Die Braunkohlengrube „Amatia" in Seligenstadt wurde nämlich von der Elektrizitätsgesellschaft B r o w n B r v v e r y L C o., A k t i e n g e s e l l s ch a f t - Vtannheim, erworben, um sie zu einer Ueberlandzentrale auszübauen. — Offenbach a. M., 19. Juni. Der Sängerchor des Offenbacher Turnvereins, der, wie erinnerlich, den ihm beim Kaiserwettstreit zugesprochenen „Trostpreis der Festleitung zur Verfügung stellte, hat eine Broschüre herausgegeben, in der die Pressestimmen aus dem ganzen Reiche über seine Leistungen beim Wettstreit gesammelt sind. Im Vorwort wird, gestützt auf diese Pressestimmen, die Ablehnung des Trostpreises eingehend begründet, Kreis Wetzlar. -h. Wetzlar, 20. Juni. Fünf Gemeinden des Kreises sind in diesem Jahre in der beneidenswerten Lage, weder Zuschläge zur Staatseinkommenstcuer, noch Realst'euern erheben zu brauchen. Es sind die Orte Oberwetz Neukirchen. Holzhausen, Griedelbach und Greifenthal. Hessen-Nassau. [ ] Marburg, 19. Juni. Ter heutige Schweinemarkt brachte bei reger Nachfrage nicht die erwarteten fallenden Preise. Kleine Ferkel kosteten 40—60 M., Läufer 80-120 M. und Einlegschweine 130—160 M. per Paar je nacl) Größe und Güte. Tie Zufuhr belief sich auf etwa 800 Stück, die auch zum größten Teil um- gesetzt wurden. ( 1 Marburg, 19. Juni. Eine geftent abend im Pfeifferschen Äaale abgehaltene stark besuchte öffentliche Bürgerversaminlung sprach sich für die alsbaldige Errichtung einer Güterverladestelle am Südbahnhos aus. _ W- Frankfurt a. M., 19. Juni. In dem Hause Große Eschenheimer Straße 8 waren Arbeiter damit beschäftigt, altes Packpapier mittelst eines Aufzugs von dem dritten Stock in den Hof zu befördern. Plötzlich öffnete sich auf bisher unaufgeklärte Weise die Tür von dem Auszug und ein Ballen Papier und ein Arbeiter namens Richard Luckmann stürzten in den zementierten Hof hinab. Die Verletzungen, die der Arbeiter bei dem Sturze davongetragen halte, waren so stark, daß er kurz nach seiner Einlieferung in das Krankenhaus verstarb. von der Talsperre tm Edertal. Vöhl, 18. Juni. Die Sperrmauer bei Hemfurth ist jetzt bis zu einer Höhe von 32 Mtr. gediehen. Es ist also nur nock) der kleinste Teil dieses Riesenwerkes herzustellen, nämlich noch etwa 15 Mtr., da die Gesamthöhe 47 Mtr. beträgt. Während die Mauer unten 35 Meter dick ist, verjüngt sie sich nach oben, so baß der oberste Rand kaum 6 Mtr. breit sein/ wird. Gegenwärtig werden die Schleusen eingebaut; die Grundablasse erhalten einen dreifachen Verschluß, dazu kommen noch 14 Meter Notablässe. Fortgesetzt treffen aus den Steinbrücheu bei Bringhausen Materialzüge ein, die die Bausteine direkt oben auf die Mauer fahren. In bedeutender Höhe bewegen sich über der Mauer vier Drahtseilbahnen, die den Mörtel und andere Baumaterialien aus der Tiefe des Tales heranfholen und auf die Mauer bringen. In den Steinbrüchen bei Bringhausen arbeiten 300 Mann, an und auf der Mauer 400 Leute, darunter 230 Maurer, dazu kommen noch 200 andere Arbeiter, so daß rund 900 Personen mittelbar und unmittelbar an dem Sperrmauerbau tätig sind. Rings um den ganzen See wird eine Landstraße gebaut, die über die Sperrmauer bis ans andere Ende des Stausees bei Herzhansen führt. Bei dem tiefliegenden Dorfe Nieder-Werbe, das wie eine Halbinsel in den Se,e ragscln wird, ist ein Vorsee nfit starken Dämmen und Deichen im Entstehen begriffen. .Hier und an den Straßenbauten, sowie beim Abbruch von Häusern, sind weitere 900 Arbeiter, meist Italiener und Kroaten, tätig, so daß insgesamt 1800 Mann int Sperrgebiet tätig sind. In Nieder-Werbe sind 15 Gehöfte, die ins Deckenbalken, niedergeleat und weiter oben eingebaut worden. Bringhausen, Asel und Berich verschwinden ganz. Neu-Berich, bei Arolsen, wurde schon voriges Jahr ein- geweiht, ein Neu-Asel und ein Neu-Bringhausen sind im Entstehen begriffen. Auf der Anhöhe, rechts von der Straße Vöhl—Basdorf, erhebt sich Neu-Asel. Bis jetzt sind sechs Hofreiten bewohnt, der Staat erbaute sogar eine Orts- Wasserleitung. Bringhausen tief unten int Tal zählte 440 Einwohner; Drei Viertel davon haben die heimatliche Scholle verlassen müssen. Da das übrig gebliebene Ackergelände nur noch wenige ernähren kann und der Staat keine Domäne wie bei Berich zur Verfügung stellte. Neu-Bringhausen zählt jetzt 110 Seelen, auch das Schulhaus und Pfarrhaus sind int Bau. Die Kirche aus dem verlassenen Dorfe wird abgebrochen und in dem neuen Orte wieder aufgebaut. Biele Bewohner haben ihre in den letzten Jahren verstorbenen Angehörigen ausgegraben und in dem neuen Friedhof auf der Höhe wieder eingebettet. Die alten Gräber sind mit Beton bedeckt worden. In Asel und Berich wohnen jetzt nur noch Gastwirte und Pächter, die das Ackergelände bis zum Herbst noch bewirtschaften. In dem ehemals hessischen Herzhausen mußte eine Anzahl Häuser abgebrochen und an höheren Stellen aufgebaut werden. Das gesamte Sperrgebiet soll am 1. Oktober geräumt sein, denn im nächsten Winter beginnt die Stauung des Wassers. Der See wird 26 Kilometer lang und saßt über 200 Millionen Kubikmeter Wasser. Er ist der größte Stausee in .Europa. UirrversitLits-NaehNechten. — Der Geheime Hofrat Prof. Dr. Paul Heinrich Ritter von Groth, der bekannte Vertreter der Mineralogie an der Universität München, begeht am 23. Juni seinen 70. Geburtstag. Geriehr^saal. Stuttgart, 19. Juni. Heute vormittag wurde nach vierzehntägiger Verhandlung im Prozesse Messerschmidt und Genossen von der Straflammer das Urteil verkündet. Es wurde erkannt gegen den Zollvcrwalter a. D. Messerschmidt wegen sechs Vergehen des vollendeten Betrugs und zweier Vergehen des versuchten Betrugs mit einem Verbrechen der Privaturkundenfälschung auf 2 Jahre Gefängnis, von denen 7 Monate für erlittene Untersuchungshaft abgerechnet werden; gegen den Kommissionär Ernst Sparr wegen 10 Vergehen des Betruges im Rückfall, eines Verbrechens der Privaturkundenfälschung zusammen mit einem Verbrechen des versuchten Betruges aus 2 Jahre 6 Monate Gefängnis, abzüglich 6 Monate Untersuchungshaft; gegen den Kaufinann Deeg wegen sieben Vergehen des vollendeten Betruges und zweier Verbrechen des versuchten Betruges mit einem Vergehen der Unterschlagung ein Jahr sechs Adonate Gefängnis, abzüglich sieben Monate erlittene Untersuchungshaft und gegen den Kommissionär Bauer wegen dreier Vergehen des Betruges sechs Monate Gefängnis, abzüglich ein Monat erlittene Üntersucl>ungshaft. — Unfallversicherung. Nach einer Entscheidung des Reichsversicherungsamtes gilt auch der Vorbehalt aller weiteren Ansprüche als Anmeldung des Entschädigungsanspruches. Ein Arbeiter hatte sich während der Arbeit eine Verletzung am Fuße zugezogen, wodurch er längere Zeit erwerbsunfähig wurde. Bevor er gesund geschrieben wurde, erklärte er bei der letzten ärztlichen Untersuchung ausdrücklich, daß die Folgen des Unfalles noch nicht ganz beseitigt seien und er sich weitere 'Ansprüche vorbehalte. Als später eine Verschlimmerung eintrat, stellte er Antrag aus Rente, wurde aber von der Berussgenossenschaft mit der Begründung abgewiesen, daß der Anspruch bereits verjährt sei. Tas Reichs- rersicherungsamt verurteilte die Berussgenossenschaft zur Zahlung einer Rente, weil in der Erklärung des Verletzten, er behalte sich weitere Ansprüche vor, eine bedingte rechtzeitige Anmeldung des Entschädigungsanspruches zu erblicken sei. Lnftsehiffahrt. ^.Friedrichshafen, 19. Juni. Wie die Luftschiffbau- Gesellschaft nntteilt, ist die Nachricht vou der Vorbereitung für den Ozeanflug eines Zeppelin-Luftschiffes falsch. Es ist von der Luftschiffbau-Gesellschaft Zeppelin lediglich die Möglichkeit ausgesprochen worden, daß im Jahre 1915 die Entwicklung der Zeppelin-Lustschiffe so weit gefördert sein werde, daß man mit einem solchen Luftschiff ohne Gesahr den Ozean würde überfliegen können. ff. Graham White über das Flugzeug der Zukunft. Gelegentlich des glänzenden Fluges Brindejones von Paris nach Warschau wird die Ansicht, die ein hervorragender englischer Flieger, Graham White, über die Zukunft des Flugzeuges ausspricht, sicherlich interessieren. Graham White meint nämlich, wie die „British Review" mitteilt, daß das gegenrtk’irtigc Flugzeug nicht die endgültige Form sei, sondern es wird sich, wie er behauptet, ein wirkliches „fliegendes Schiff" eittwickeln, dessen Anfänge man in den Wasserflugzeugen vor sich hat. Dieses „fliegende Schiff" wird in der Zukunft auch den Verkelw über die Weltmeere übernehmen und hat demgemäß natürlich viel größere Abmessungen als die heutigen Flugzeuge, außerdem wird es stärker gebaut und luxuriös eingerichtet sein. Mit einem Motor von 200 Pferdekräften und einer Flügelspannung von 22 Metern kann man nach Graham Whites Ansicht ein ziwei Tonnen schweres Flugzeug betreiben, das außer dem Flieger wenigstms sechs Fahrgäste aufnehmen kann, und mit stärkeren Maschinen und bei größeren Flügelspairnweiteu erhält man ein Flugzeug von noch größerer Tragkraft. Die gegenwärtigen Flugzeuge sind - nach Graham Whites Aeußerungen nur Versuchsflugzeuge, und -- Kauder' ... bU w*an’ y ■4 Weu. W di mehreren & Sen fidiiberunfltn und u cr!eni>lttn. M i«. "b Tnberg ' Mlack«' "a-h «oisMrn mr *** Äcuios durch das ;M Aertm W. IkL fall E ssnqland i 3^. u; Aandwmbch ♦ Der ,Ji ItoiL 19. Jun 1 ä seiner Anbuis I im 20. Juni 1 ütt, zu dem die ■ iid, desgleichen d ■ k Buenz un | -njtcn den Boni I 'M am Sonnai I Mbun gegen Ä des Dornhsei jiueirn übermesc * Großfer etrafee 16, Ecke ;0 Uhr ein Brack ?as Treppenhaus i'ause Ivolmhastn Durbf. An 23 M 4 jähriges Kin Kenther, dem vunden und m (otien erlitten be tollen sich aber b gerettet werdm. eines Nachbmhm tzasettüosion in SÄ ?«9eftern Herr I * Gavßfe gemeldet: freit non Kurzschluß, Gelände des M dienen zur tefc 'material Senkin 1 bem Staate M i Werte zum frinn Sbie Nähe des ' sowie der frt igten Anstrengl Schiffe und de> t zu tverden. !?cherg" beteil , w spielen und I! Migung an der ■ Mm verletzt. 'Eine Lei ■ ^ Ä gemeldet: In I ff* Md man I ^nes, ivelche I Wiche ai,fiutes W^^rdächtig Ich bet den '«kung der 'M und b° ku eigen •SnbVe Mte a\ 'bensgef odltcher b i^berpfai Äet rn wollte^ •’ oder mind y.bcr i Oiinngenl !?„unb IDÜ W» >°< Noch n einer Hn, den 2( Uhr auf Ortsgruppe sichten. Jaul Heinri^''Mvon ineralogie ei-Vt Utuw* neu 70. \C wWnibt int W M Snwc ogr gegen den Mfmann Betruges und gj«j E- ZZ-r A!°L.n *« Unfälle«.1' *"™ i^n**“*? :»dy-tzr» $ ö fj [ 10 - ist iefct'bj ; *r- beträgt »«iütiQt9 je !m.6 Btr"Cb S * '™le” »£ '"* ^rtmfSi ta Wffi ,fen* -»W L'S-Z - 4^"«*»« DLL tfteLnT ^°-t,ee Äfe^Cn- bitt ff ^wbrud) üon bau. Lj ^diener und Stt 50 ®ütim Sperrgebiet ,15, behoste, die ins -r oben angebaut woi- $ Verschivinden ganz. °n voriges Jahr ein --onnghausen sind im ' rechts bon der Straße l- Bis jetzt sind sechs lnte sogar eine Orts- ;?n im Tal zahlte D die heimatliche Schalle ebene Mrgelände nur r Staat keine Domäni llte. Neu-Bringhansei! >ulhaus und Pfarrhaus verlassenen Torse ipitii wieder aufgebaut. Viele n Jahren verstorben em neuen Friedhof auf alten Gräber sind mu nd Berich nvhiien jep ie das Ackeraeländ.' h. dem ehemals hessischen ser abgebrod)en und w . Das gesamte Gpm- sein, denn im mW Vassers. Der See *ir? 9 Millionen Stufe- ? in.Europa. ta» bei ‘tae«cr Zeche Friedrich Heinrich in Lintfort durch Zubruchegehen der Strecke eingeschlossen worben sind, sind jetzt gerettet. Sie sind sämtlich unverletzt und wohlauf. Die Kämpfe in Marokko. Paris, 20. Juni. Aus Lar rasch ist die Meldung eingetroffen, daß eine Truppenäbteilung des Obersten Sylvestre nach einem Scküirmützel mit den aufständischen Marokkanern sich der Stadt Sukel Arba bemächtigt habe. Die Spanier hatten Mei Tote, darunter einen Offizier und mehrere Verwundete. Die Verluste der Ma- rotlaner find sehr bedeutend. — Tie Kreuzer „Rein Re- gente" und „Neccklde" beschossen gestern die marokkanische Küste bei Punta Siri und zerstörten mehrere Hütten des Andjerastammes. — Der Liberal" befürchtet, daß Frankreich und Spanien in diesem Bombardement, das auch die europäische Kolonie von Tanger mit Beunruhigung erfüllen könnte, eine Verletzung der Verträge erblicken würden und ermahnt die Regierung, mit größter Vorsicht vor- Der bulgarisch-serbische Zwist. Belgrad, 20. Juni. Bei Hamzali in der Nähe von Doiran auf serbischem Gebiete schossen bulgarische Soldaten auf eine serbische Patrouille, wobei ein Sergeant vertvttndet wurde. B u k a r e st, 20. Juni. Seit einigen Tagen passieren russische Dampf schisse mit Munition und Freiwilligen die rumänischen Häfen. Die Dampfer begaben sich nach Ra- dujewatz in Serbien. Belgrad, 20. Juni. Krone und Regierung haben den Schiedsspruch des Zaren nunmehr endgültig anzunehmen beschlossen, für den Fall, daß es aus der Konferenz der Minister der verbündeten Balkanstaatett über die Austeilung des streitigen Gebietes nicht zu einer Einigung kommen wird. Paschitsch soll seine Abreise nach Petersburg verschoben haben, da Bulgarien verlangt, Serbien solle binnen 7 Tagen das Schiedsgericht für die strittige Zone annehmen. Handel. — Der auswärtige Handel Tetttschlands im Mai 1913 betrug in der Einfuhr 5937 735 Tonnen, außerdem 11566 Pf erbe und 108 Wasserfahrzeuge (gegen 5540947 bezw. 11257 bezw. 69 im Mai 1912), und m der Ausfuhr 5779149 Tonnen, außerdem 374 Pferde und 71 Wasserfahrzeuge (gegen 5241326 bezw. 658 bezw. «2 im Mai 1912), in den fünf Monaten von Januar bis Mat dieses JahreS in der Einfuhr 27992739 Tonnen, 67675 Pferde und 357 Wasserfahrzeuge (gegen 26 434108 bezw. 62368 bezw. 224 im gleichen Zeitabschnitt 1912), die Atisfuhr 30304674 Tonnen, 2584 Pferde, sowie 281 Wasserfahrzeuge (gegen 26095416 bezw. 3734 bezw. 305 im entsprechenden Zettraum 1912). Die Werte erreichten (m Millionen Mark): im Mm d. Is. in der Einfuhr 876 0 an Waren, sowie 29.4 an Gold und Silber (gegen 893.8 und 13.4 im Mai 1912), in der Ausfuhr 821.7 an Waren, sowie 5.1 an Gold und Silber (gegen 710.6 und 7.4 im Mai 1912); in den fünf Monaten Januar bi? Mai d. Is. in der Einfuhr 4547.5 an Waren, sowie 132.6 an Gold und Silber (gegen 4473.3 und 89.7 im gleichen Zeitabschnitte 1912), m der Ausfuhr 4137.0 an Waren, sowie 46,5 an Gold und Silber (gegen 3494.6 und 63.0 im entsprechenden Zeitraum 1912). Vermischter. * Der Imperator" in New York. Aus New York, 19. Juni wird gemeldet: Der „Jntperator" nrurbe 'bei seiner Ankunft von den Sirenen aller Fahrzeuge begrünt. 'Am 20. Juni suchst an Bord des Imperator" ein Empfang "alt, Ku dem die städtischen sowie die Bundcsbehyrdcn eiirgcladen 'sind, desgleichen die Pressevertreter des ganzen Landes. Tireltor ,Dr. Buenz und die ViKtilvzschlnß, in zwei Schuppen der Firma Pottison auf dem (»-elände des Marinecrrsenals ein Brand aus. Tie Schuppen bienen zur Ausbesserung von Torpedobooten und enthielten Baumaterial, Benzin und Oel. DaS Feuer sprang auf die dritte, dem Staate gehörige Werkstütte über. Eine hohe Feuersäule loderte zum Himmel und lockte eine ungeheure Menschenmenge \w die Nähe des Arsenals. Auch die Militär und Zivilbehör- ten sowie der Jöcrjog von Aosta waren erschienen. Ten ver- dnicrtcii Ll-nstrengungen der Feuerwehren und der Besatzungen der Schiffe und des Militärs gelang es, um 6.30 Uhr des Feuers Herr zu werden. Auch die deutschen Kriegsscknffe „Gäben" und ,.<3traf7bircg" beteiligten sich beim helfen. Sie ließen ihre Scheinwerfer spielen und sandten mehrere Kvmpagnieeir ans Land zur Beteiligung an den Löscharbeiten. Zehn Feuerwehrleute wurden verletzt. * Eine Leiche im1 Schrank. Aus Braunschweig wird gemeldet: In einem Wandschrank der Wohnung des Tischlers Gontes fand man die Leiche seines sechs Jahre alten Sohnes, welche einen Revolverschuß in dem Kopfe und "Messerstiche aufwies. Der Knabe wurde seit Dienstag vermißt. Der Tat verdächtig ist eine Verwandte, Frau Buschhorn, welche sich bei den Eheleuten Gontes zu Besuch aufhielt und seit her Entdeckung der Tat verschwunden ist. Gleichzeitig verschwanden Papiere und bares Geld. * Den eigenen Sohn erstochen. Aus Bochum" wird ijmdbct: In der Gerberstraße erstach der Arbeiter Raphael euren 25 Jahre alten Sohn und verletzte seinen zwölfjährigen 2ohn lebensgefährlich. Ter Töter wurde verhaftet. * Tödlicher Automobilunfall. Aus Burg Lengenfeld (Oberpfalz) wird gemeldet: Das Automobil eines SchnittwarenlKndlers aus Ihttertcufcnbad) fuhr gegen einen Baumstamm. Die Tokioer des Schnitttvarenhändlers, die heute .tzoch- jeit feiern wollte, wurde getötet. Die übrigen Insassen wur- bie ^ngnttÄSmen, dw in den Dienst des Handels treten werden, Versen ,.fliegende Sanne fern, wie er sie angedeutet bat, die mcktt Werkzeuge des Sportes, sondern des Verkehr^ und 5t fchäftes fern werden Die Einrichtung eines Flugpostdienste^ zwttcken England rmd ^Frankreich, ist nach seiner Meimmg nur eine 'Frage der Znt, und über lang oder kurz imrb ein Lustverkeh^ ■tnenft eingerichtet, der es dem FinanZkönig der Londoner Eich mög- sich macht, warn er morgens seine Post burd>ge)eben bat, nach SJanS Börse M firmen und abends wieder zu Hause zu sein, ohne daß er nt Wwc. geb. Freitag. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Karl Waldschmidt. Heuchelheim, den 20. Juni 1913. Die Beerdigung findet statt: Samstag, den 21. Juni, nachmittags 2 Uhr, vom Steroebaufe WILLY Klein-Linden, 19. Juni 1913. 048® [5][51[ä]|n||n|in][öl[ä][5]^f51[a][äl(nir5][ä|[äl|ä] Achtung! Achtung! Statt Karten Die glückliche Geburt eines gesunden, kräftigen JUNGEN zeigen hocherfreut an Wilh. Jung, Bankbeamter, und Frau Johannette geb. Keiner Morgen Samstag grosser Verkau. am Hotel Felseukcllcr, alle Sorten frische Gemüse, Kirschen, Gurken, sowie alle einschlägigen Artikel. Alles äußerst billig. 4041 Klein aus Köln. Vorgestern abend entschlief plötzlich unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater Herr Johannes Knoop im Alter von 62 Jahren. Familie Heinrich Albach, Friedberg i. H Gießen, den 20. Juni 1913. Blumenspenden sind nicht im Sinne des Verstorbenen. 04972 Die Beerdigung finbet Sonntag nachmittag 3 Uhr auf dem neuen Friedhof statt. Sonntag, den 22. Juni Ausflug ins Jlse- u. Laasphe-Tal. Abfahrt morgens 5” Uhr. Für Nachzügler Abfahrt 816 Uhr morgens. Treffpunkt t. Laasphe: Hotel Kohlfiaedt. v-°/«) Der Vorstand. v. H. V. Gießen. Samstag, den 21. Juni: vmcmbend mit flaniert auf dem Heuchelheimer Müblchen. Abmarsch 9'^ Uhr Lahnbrücke. Sonntag, den 22. Juni: nach der Waldsckenkc bei Rlcitt = Linken. Treffpunkt 3'5 Uhr nachm. Frankfurter Straße (Bahnüberaangl. v J Ter Vorstand. Ranges 5ollde Preise In Giessen bei Angust Förster, Bahnhofstrasse 65. J meines Ausverkaufs 7-j^' M -ÄM 'M- h-A,;- a”/. Samstag, 21. Juni. Modewarenhaus Carl Nowack des Bundes der DeufFdien in Böhmen. Zweck und Ziele ZM- Nd VorsAßkasse zu Kesselbch e. G. m. rr. H. Gesellschafts-Verein Bei ungünstiger Witterung findet das Konzert nächsten Samstag im Saale statt. v20/a Dienstag, den 24.3uni abends S'/zUhrin Steins Sorten Porfrags=Hbend 1. Oefferreich. Reichs- u. kandtagsabgeord. Sdireifer: Die Bedeutung der nationalen Kämpfe in Österreich für das Deutfchtum in Mitteleuropa. 2. Abgeordneter Morawetz: Vorbereitung zur Meister-prafamg Schnelle, gründliche Ausbildung für jeden Handwerker. Eintritt Jederzeit. D"/« Baubandwerkcrschulc zu (Koblenz, Löhrstratze 100. Schulleitung: Jos. Mayer, Architekt. Caie n. Konditorei König “s% Hotel-Restaurant Balbach, Biedenkopf Jnb- Fritz TVenk S11/« (Aut bürgerliches Haus, 4Min. vom Bahnhof. 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Aufgenommene Kapitalien 1402470,52 Guthaben der Mitglieder 82632,18 Reservefonds 19048,80 Eintritts- geld 120,00 19168,80 Allgcm. Reservefonds 8000,00 Im voraus erhobene Zinsen von Güterkaufgeld von 1913 bis 1921 1186,93 Reingewinn 12446,57 1525905,00 295 8 303 1525905,00 Stand der Mitglieder am 1. Januar 1912. Neu beigetreten in 1912....... Ausgeschieden in 1912 ....... 1 *302 Kesselbach, den 18. Juni 1913. Direktor: Rechner: Kontrolleur: Schwalb. Lindenstruth. Becker IV. Samstag, den 28. Juni d. Js., nachmittags nm 2 Uhr, findet im Saale des Heinrich Schom- ber I. die diesjährige ordentl. Generalversammlung der Spar- und Vorschußkasse Kessclbach e. G. m. u. H. mit folgender Tagesordnung statt: 1. Vorlesung der Rechnung für 1912. 2. Vorlesung des Revisionsberichts. 3. Verschiedene Vereinsangelegenheiten. 4. Verteilung des Reingewinns. Die Rechnung liegt vom 20. Juni ab 8 Tage zur Einsicht der Mitglieder offen. Kesselbach, den 18. Juni 1913. Für den Aufsichtsrat: Schomber II. 4020 Cinfriff 20 Pfennig im infereife der deutichvölkifchen Sache bitten wir um zahlreiches Erscheinen. . Der Husfchub D*/e zur Gründung einer Ortsgruppe Siehen des Bundes der Deutschen in Böhmen. Konkurrenzloses Elegant, drückt ni< pfohlen. Broschüre iederlage: Oft höchst prämiiert. Viele Patente. Der beste 20 Halblederbände zu je 10 Mark oder 20 Prachtbände zu je 12 Mark Lexikon für Beruf und Haus ist: Sechste, gänzlich neubearbeitete und vermehrte Auflage Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien rh ......... i Kaufhaus Giessen, BÄsM Preis per Volant Mk. 0.95, 1 Weit unter Preis 2.- 4024 Gelegen li ei tsk auf! Posten wunderbare Stickereien echte Schweizer Kolossal billig! Weit unter Preis! Posten Stickerei - Rock - Volants u 1 W Schmid! 6 Wiechmano | Frankfurt a. 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