Nr. LSS Ltschefnl tizllch mit Vu-nahme des Connlog». Xie ,,#iefccntr fwellieiHitttr" werden bem •Knjdfler* viermal wöchentlich deigelegt, das nKreli>l«tt ftr frei Kreis Kietzen" zweimal wöchentlich. Xie „taufrwlrtfchastllche« Seit* fregel" erscheinen monatlich zweimal. 163. Jahrgang Freitag, 1Ä Dezember 1913 Giehener Anzeiger Seneral-Anjeiger für Vberheffen Retahcnibniif und Verlag der VrüdNche» Universuäts - Buch- und Eteindruckeret» 9t Lange. Oteften. Äebaftien, Expedition und Druckerei: Schul« strotze 7. (hipebition und Verlag Redaktion: 112. Tet-Adr^AiizeigerGießen. Mb. Deutscher Reichstag. 187 Sitzung. Donnerstag. 11. Dezember. Sm Bundesräten sch: Rapoto, Aalkenhayn, Del» 6 r u rf, Stalle, Lisco, Kuhn. Ten Platz des Aba Dove (vp.), der heule feinen 60. ®e- burtStag feiert, schmückt ein prachtroller Rosenstrauß. Präsident Dr. floempf eröffnet die Sitzung 11 Uhr 20 Minuten. Zortsehlmz der LlalsbeuHuuz. (4. Dog.) Slbg. Dr. Ricklin 'Gif.): Die gestrigen Ausführungen des Ktiegsmiiiifters haben noch Immer die Angabe der Strafenhöhe vermissen lassen. Grat Westarp hat gestern nicht den Schatten eines Beweises erbracht für die Richtigkeit feiner Anklage gegen die Zaberner De- pölkeiung. Gin Selbfthilfereckst der Lsfiziere und Soldaten ist mir unbekannt, verfehlt ist die Anschauung, baß die Interesse,i der SRihlärbchnrbe allen anderen Interessen ooranzusteUen sind, weil El^af,-Lothringen ein Grenzlanb ist. Str haben eben eine militärische Rebenregierung in Elsaß*Lothringen; das ist der Hern der Cache. Xie konservativen Angriffe gegen die elfast-lo'b.ingifcke Regierung können das etwas ramponierte Ansehen dieser Regierung höchsten- wieder reparieren. Die ZivilveNoaltung bat sich viel zu sehr in ihren Schranken gehalten! Eine Ct ttbalterkrisiS bestand an dem läge, an dem der Reichskanzler feine erste Rede hielt; ste wurde erst in Donau* eschingen behoben. Gras Wedel würde sonst nicht einen lag länger un timt geblieben sein! Auch der Staatssekretär Herr v. Buloch wird sich über die Angriffe der konservativen feine grauen Haare ivachsen lassenl Regierung und Bevölkerung in Elsaß-Lothringcn sind wie Eheleute. Cie streiten sich wohl einmal, aber ein Dritter darf sich in diesen Streit nicht hineinrnischen. Cb die Genug- tuung von Donaueschingen genügt, wird sich im Straß* buraer Landtag zeigen. Wir werden die Regierung fragen, walte in der Angelegenheit getan, und trenn die Antwort nicht zu unserer Zusrievenheit auflfäDt, dann wird ein strenge- Strafgericht gehalten werden, schärfer als das, da? der Reichstag über den Reichskanzler abhielt. Die nationalistische Presse Hal sich in der Angelegenheit ausfallend zurückgehalten. Xie Sympathien für ssrankreich bei uns sind leicht erklärlich. Wir waren damals gleichgestellt mit allen Franzosen, jetzt haben wir eine untergeordnete staatsrechtliche Stellung. Für die scharfmacherische Politik deS Grafen Westarp haben wir im Elsass kein Verständnis. Wir werden eS nie vergessen, mit welcher Ein- feit sich der Reichstag in schwerer Surnde auf unsere Seite gestellt hat. Denn wir an vertrauen zur Regierung verloren haben, so haben wir desto mehr Vertrauen gewonnen zum deutschen Volke. TaS wird manche Wunden heilen, die daS Verhalten der Regierung geschlagen hat, und gute Früchte tragen. Abg. Hoch (Soz.): Tci Reichskanzler bat noch immer nicht erkannt, worauf e- e'genilich bei Zabcrn ankommt, nämlich daß die militärische Will- kürherrschaft daö Volk vergewaltigt Hal, dass gegen bic Verfassung gehandelt worden ist. Er hätte sagen muffen, da» Militär hat seine Schranken überschritten, das soll nicht wieder Vorkommen. Statt dessen hat er die Ausschreitungen entschuldigt. Der »Kriegs Minister de» König« von Preußen" hat alle Rechte für die Cf fixiere in Anspruch genommen, aber kein Wort bei Tadel» gefunden, dost bic grobe Masse de» Heeres be* leidigl worden ist. I til» von sozialdemokratischer Seite Pfuirufe ertönen, ersucht der Präsident, diese Rufe zu unterlassen). Der Reichstag will keinen Reichskanzler dulden, der nicht imstande oder nicht willen« ift. gegen solche Ausschreitungen mit Nachdruck vorzugchcn. L'eiber sind wir nicht in der Lage, den Kanzler fort- zuschickei.. Da» wissen wir sehr wohl'. Darum müssen wir eben de,, Etat verweigern. Der Kanzler durste sich ja gar nicht zum Kaiser I.geben; nut ber NriegSminister bürste e« (Sehr nckttg! bei den Soz.). Co läßt sich ein verantwortlicher Reichskanzler behandeln. Ihm genügt e», die Kulis sezurDeckungdes Kaisers zu sein. Ist da« Verantwortlichkeitt Ein Reickskanzler da»-f nicht zu einem Bedienten des Kaiser» sterabgewurdigt werden! Der Reichskanzler kann von den Triefen, deren Verlesung ct unterlassen haben soll, gar nicht» gewuht haben; eine solche Unterlassung würde ja eine Treu* lofiflfeit gegen seinen Herrn darstcllen. Er bat sie wen nicht gekannt l Ter Kanzler bestreitet eine Rebenregierung Er hat webt; ec gab nur eine Regierung, aber d,e war nicht er. (Zehr gut! bei den Soz.) Dir haben ein Militär nufitjür ba» Volt, fonbetn ein Militär gegen Da» Volk. (Sehr richtig! bet den Soz.) Tie Nebentcgierung hat es zuwege ge. bracht, daß da» H'criprcAen eine» besseren Wahlrecht» in Preußen nicht emnelöft wurde; sie will jetzt wieder ten Arbeitern das Slrcikrccht entziehen. Dir bemühen uns. Stre'kau»schteitungen zu verhindern. Die Konservativen, die Nationallibcralen, der Hansa-Vund — die haben nicht da» geringste Recht, vorzugeben! Die Unternehmer selbst arbeiten mit den schamlosesten M.tteln. Charakteristisch ist der von ' — Ter kleine Rann aewß nicht In ft.e.nanen können wir unsere Interessen am besten fördern wenn wir eine wirkliche frriedenspolitik verfolgen und nub. eine ^.obe rung? Politik, auf die die Koniervativen ihre ^™r.a setzen? viel wichtiger erscheint eine Forderung der Sozialpolitik. ?Tbg Arzberger (Scnfr): Der Reichskanzler hat dteirna 1 zu d er S f f a re 3 a« bcri •c-.cajen. '-Senn er da» vierte Mal 'drickt, Wb « sich vcb< ch: aU Sieger von Zabern .'trachten, er b t>,e S^chc doch sehr auf d.e leichte Cckultet genommen. S:r lieben ganz einig und geschlossen hinter der Rede Febrenbacks »e,»all im Zentrum.- Xm Deutschen Reichstag Schutz findet (Befall L Zentr. und link»'. Weite fireife de» Volke» sind jetzt zu ber Ueberzcugung gekommc-i. daß. wenn Verstöße gegen da» Gesetz vorkommen, und wenn bic Regierung versagt, die Vertretung bc« beul* schki, BoH « » U>' r d fest st e h e n wie eine Mauer 'S?etb. ®e:fan i. Zentr. unb link» . Scheidemann hat erklärt, er wolle die Rührung übernehmen. Sir verzichten bar auf. Er bat gar keme itaat »männliche Befähigung dafür nackige wiesen Nack dem Magdeburger Befck»luß dürfen bie Sozialdemokraten gar keinen Etat bewilligen. Sie wollen Sie (zu den Soz., also die Reg-crungdgefchäfte iibemebmen ? Sie haben ja nur Mords- couragc. wenn ev kein Unglück onrichten könne!' (Sehr gut! im Qaitmm . Sir kann denn Herr Schkidemann. ohne alle Rcputa* ticn zu verlieren, behaupten mir hätten Herrn v. Heer ngen bie Dcbrvorlage bewilligt? Da fragt ick: Dem haben eie benn ben Wehrbeitrasi bewilligt? Tn. Konseauenzen. bie der Reichskanzler au? ben- Mihtrauensvotum y.cben wirb, wollen wir abs>arten, «och Neujahr ist ja auch noeb Reichstag. Ter Sckatzsekretör bat uns leibet nicht verraten, auf welchem Gebiet wir sparen sollen. Ho-fenilick hti! er baS in ber Kommission nach Wir wollen seiner Kührung gern folgen. Er hat leider noch zwei U n * bekannte vergessen Herrn v. Zirpt» und Herrn d. Falken- b.inn (Sehr gut unb Heilerkett), bie außer der Äonpinftur unb dem Sfbrr.-trag für unfere ".nanzen von größter Bedeutung find. Ten Stillste-nb t n unteren Reichseinnabmen bat Herr »ühn nickt erwähnt. Zugunsten des Re-ck-fchatzomtk, sollte man einen Ausgletchsfonb» jchatten. Zum Lobe bei Kriegs- > Lebhafter Beifall) dauernden Dohle Reiches entspricht. Ich möchte keinen Zweifel aufkommen lassen über die Hal- tuua des Landes Braunschweig Sir danken für die fnmpaitrfcoe Ausnahme, die die Ereignisse in Braunsckwog bei der über- wiegenden Mehrheit de» Hauses gefunden haben Dir danken den Abgeordnete,' Dr. Spahn und Xr. Sterner, bte in durchaus svmvathischci. Weise die Losung der braunschweigischen Thronfolge hier behandelt haben, ebenso Herrn Dassermann für feine eiiücilenbcn ÄuSfÜhrungcu. Das Land Braunfchweig d„ frühere provisorische Ordnung ferner Bunde-verha ttstsse durch nahezu drei Jahrzehnte hingenommen um des Reiches Willen. G» hat eS getan unter Zurückstellung feiner eigenen nnfstte t n treuer Lostalitäi, an der auch nie der geringste *2IDC1J“ laut «Worben ist. 2'cg.c'sl'ch ift die Besriedigimg des Landes über die glucflidic Losung unb über den freundlichen Widerhall, die sie un Reichstage gefunden hat. Wir und dem Rcickskanzler danivar für die gestrige Behandlung der Sacke, datz er Ixrvorgchol’en hat, wie die Rege- luiig gerade auck unter Bcrückfickstigiing der 'leckte Br"un- schweig» erfolgt sei. Braunschweig hatte tae Reckst, eine Besein» gurm de» provisorischen Zustondcs zu verlangen, sobald ec "geiid mit ben Interesse,i des Reiche» berembar wat t>icic neue Rege> lung liegt zügle-ch im Interesse der lauernden Wohlfahrt und des inneren ^rieben« diese- monarAtfctui rtaalc Hanblungen haben sialtgefunben in bem (Mitbiopunflc be» Rechts unb bc» Vertrauens Gs bandelt sich um ein Land, dessen loyale Haltung keinem Zweifel begegnet Jeder wird überzeugt fein, daß bic Vonahtät de» braunschweigischen Monarcken über leben Zweifel erhaben ist unb daß daraus, wenn eS nottut, alle 5ion. scaucnzen gezogen werben Die Verantwortung, von ber gestern bet Rcickskan-lcr gesprochen hat, i.tKtiicbincn wir zu unserem Teile gern und freudig, in dei Uibcrzeugung das, 'llcs was ber Rclckkkanzlcr gestern scstgeiicll' Hal, bic gute Biitgsckafi in sich schließt, daß die endgültige Lösung so gesckc'ien lit, wie es bem nick, nur unsere» Lonbes, sondern auch des Ministers fei gesagt, daß wir für 1914 zum erstenmal seit fünf* unbzwanzig Jahren leine i* au rodentlicken Kill» täeetat haben. K't ben Rüftungsverstarkunge,' muß auf lange Zeit Schluß gemaett werden liefe» Dort tc$ bayerischen Mmisterprästbentcn muß auck -ins z»:: Rick'.fcknur dienen. Höchst bedauerlich ii - Machtwort de» obersten ssriegsberrn. Hier ,n Berlin gibt c» ein Institut, bas {»genannte Ebtenmänner ausleiht, he C'»dräuen «um Edebruch verfuhren, um bann cm Duell zu ermöglichen Der Polizei und Tia.itsanwaktfchaft i (t bas Besteh e « biefes Initiiutes bekannr (^ibi e» emen tolleren Hohn auf das Duell' Ter Kr'.cgsmm-r bcruigc ben Duellzwaug, unb tausend fatbohfct'c Iunglmgc werden die tttizieiskarriere Zustimmung tm Zenit.) Em cnifch,ebenes Dori gegen^me Treibereien der allbcutfchen S l, q u c un not. (sehr gut, links.) Das wurde unfern auswärtige,' Politik zugute kommen. Zum Arbeitswilligenfchutz bat bnr Reichskanzler mir vielen Dorten sehr wenig gesagt verick arsungen bet Strafbestimmungen im neuen -iralgesetz können wenig nutzen, zumal da es sehr fraglich ist, ob en.er von un» diese» neue Strafgesetz noch erlebt. Denn bic Sozmlbcmokraten w,rknck den Terror verurteilen, warum schließen sic b'c ierror«inschi'i' Arbeiter nicht aus den Gewerkschaften aus' Bisher 'st ken folcker Fall be- kannt geworben Turck die Gcsetzgebiuig läßt fick der schwerste Terrorismus nickt fassen, bas ist der feg S c 11 it a 11 lerrorw- mus der Arbeiter unter nnanbei Hier hilil bloß die - t a r I u n g der christlich.nationalen Arbeiters cha f t al» Gegen- gewickr gegen bic soz,aldemokr'tische Gcwerkickaste,,. -chon Dr. Spahn bat sich über bic mangelnde Parität , n bet Besetzung b ö b c r f r Reidjfa intet beklagt Warum antwortet oer Kanzler nicht' In den höchsten SteUen lit fein einziger Katholik! Ta können Wir zur Regierung nickst da» Vertrauen haben, daß sic mit gleichem Maße mißt. .Bei,oll '. 3entr ) Dir n teilen r-tlo,U*en $ i • katholischen Unterstaatssekretar unb Imiftermlbirrttor V»rt! Hort! Zentr.) Da» ift kein Zufall, da» ,st <5hitem Wir Per- langen,, was wir überall fordern, ttierecktigknt. (Beifall t. Zentr ) Brannfchweisiifcker VcboUmädilifller Geheimer Lesiationöral Boden: Abg. Haussmann lBp.): Es empfiebU sick, eint ' onimiflion jur B e. ratung der auswärtigen Angelegenheiten cnzu- fetzen. Xer als gefährlich angesehene Balkanvunb v. auseinander- gefallen, ohne kai- cb.iropn mit «attcngciialt emsukchreiten biauchtr. X-e vo" Kikerlcn Dackier eingelötete Baltanpol,t,k hatte da» richtig erkannt, sie sollte lortgesctzi locrbtn. Der fratiie Rann, bic Türkei, bat immer nock Lebenskrasi Daß seine «cr»te noch zablreickcr geworben sind, ist feine unbedingte Garantie für sein oaibigr» Ende. Erfreulicherweise bat brr Dreibund feine Schwächung erlitten. Dir sollen nur tunftige (Erfolg* nickt durch ruhmredige Behandlungen in Krage (tellen. Dav Buck des Kur- sten Bülow .25 Jahre deutscher Pol,Hf unter D'lbelm II. 'st ein Pla'dooki pro domo unb y r < lomino. Ev sinb auch h tlc stzedler gen,acht worbeu In Kranfeeick sckxn. n d'e vo^ts* setzungen für eine Annäherung gegeben -?,r durfen feine Hand ck Haltung einflcnomD’tr Xie .Huitungrt müssen Dcrlanpiamt werden. Bedauerlich •.it. daß unfere T iplomatic das große, interessante und t'icktigc Vo!! der (Ibtneicn ioen,get kannte, als bic englische Jnb arner.kamfch.- Kalfchc Mittel sinb Maßregeln wie bei Vci.'Li bet LM'duna c; .* 2 . ;;irC ober des norwegischen Vortrag- 9mimb((n» Deutschland hat allen Grund, im Ausland, ranuntiwh n Skandinavien, Symra'hie zu erwerben. Der Statthalter Graf Vedel bat in Elfaß-Lotbtingen den preußischen LandreitLioi, angesck'aaen, ?c6halb i>: er und der Staatssekretär v. Bulach hier angegriffen worden. Zwei Kragen habe i ch an ber st r i c g s m > n i st e t. Ist ben elsässischen Rekruten ber D e i h n a ch r s u r ! a u d penonimen unb erst auf höhere Veranlassung ir icber gewähr: irotber ' Soll Habern etwa bie Garnison verlieren, oder soll nut das Regiment gewechselt werden ' Xer Reickskanz!' fv: ein- Sck.'ackt verloren. Er bat keinen stentakt messt mü der Vosksv-'rrretung. Graf Desiarp schädigt mit feiner Himweld nr ' V"-'"'1' das daß sie so dhc. enthüll-, hohen. (Gehr gut! link» . 2 e r Reich - ' a q n ich» f o m et cf) t [ o Mr haben allerlei Möglichkeiten, um der 3uf« foffuiig des Reichstags, wenn sie dauernd ignoriert wird, Geltung I zu verschaffen. Die Sozialdemokraten find allerdings nicht dir rtmrigen, um uns zu belehren, wie konstitutionell regiert wird (Sehr richtig!) Wenn wir noch nicht weitergekommen sind, so find die Sozialdemokraten schuld daran. Ware der Kanzler konsequent, so müßte er den Reichstag auflösen. Tie Partei des Herrn v. Gamk würde dann noch Meiner werden, und öic Partei des Grafen Wcslarp würde mindestens durch zwei dividiert werden. (Heiterten links.) Immer wenn große Tinge geschehen, ist der Herr, scher n i ch t i n 8) e r l i n. Daher Ivar der Kanzler so mrsicher, weil er nicht wußte, was gewünscht wurde. (Sehr richtig!) Es ist n:cht nur wichtig: W i e sage ich es meinem Kaiser?, sondern auch: W o sage ich es ihm. DaS fortwährende Eisenbahnfähren ist eine ernste Gefahr. Immer wenn die Regierung in Verlegenheit ist, wird die Revolution an die Wand gemalt. Erfreulich ist nur, daß in dem Augenblicke, wo der Reichskanzler versagt hat, der Reichstag emgesprungen ist. (Beifall links.), Preußischer Kriegsminister von Falkenhayn: Der Abgeordnete Ricklin hat über die Jagdscheine in Elsaß- Lcthringen gesprochen und behauptet, die Offiziere betrachten die Franzosen und Schweizer als Konkurrenten für die I a g d v e r p a ch t u n g. Deshalb sei die Vergebung von Jagdscheinen an Ausländer verboten worden. Ich wollte diese Be- merkung nur niedriger hängen. Der Vorwurf .'chtet sich gegen den, der ihn ausgesprochen hat. (Unruhe.). Herr Haußmann hat mich gefragt, ob den R-ckruren in Elsaß-Lothringen der Weih, n a ch t s u r l a u b versagt worden sei. Ich glaube, schon in der Presse ift, diese Frage verneint worden. Für die Herren, die es nicht gelesen haben sollten, besonders für Herrn Haußmann, möchte ich sie hiermit verneinen. (Unruhe.) Er hat weiter gefragt, ob der Stadt Zabern bte Garnison entzogen werden soll. Es hat sich noch kein Anlaß ergeben, diese Frage überhaupt zu erörtern. Wie Sie alle wissen, schwebt die Untersuchung in dieser Sache, und solange die Sache näht geklärt ist, kann auch diest Frage nicht an maßgebender Stelle erörtert werden. Abg. Dr. Oertel (Kons.): ®ü|er Auflösung des Reichstages würden wir sehr ruhig entgegensehen. Wir werden nicht dezimiert oder halbiert, sondern etwas stärker wicderkehren. (Heiterkeit.) Wir brauchen nicht, wie die Freisinnigen, dazu nachbarlicher Hilfe, lieber die Unstimmigkeiten, die zwischen Graf Westarp und dem Schatzsekreiär 1 Kühn bestanden, wird sich eine Einigung erzielen lassen. Wir erkennen alle die Notwendigkeit der Sparsamkeit an. Ist eS aber sparsam, zwei Millionen über den großen Teich nach San : Franzisko zu schicken? Dr. Wwmer sagt, wir hätten Unkenrufe über den Wehrbeitrag auSgestoßen. Wir wiederholen nur unsere damaligen Bedenken. Gegen das, was damals ein Zentrumsredner äußerte, ist unsere Verwahrung nur ein Amselsäuseln in der Itnbcn Frühlingsluft. (Heiterkeit.) Die Acuße rungen des Hansabundes klingen schon mehr nach ein bischen Unken. (Heiterkeit.) Wir haben dem Reichskanzler das bewilligen wollen, was er gefordert hatte. Es sind kindische Bemerkungen, daß wir nichts bewilligt hätten. Der Reichskanzler hat eine gute Presse und ein gutes Haus gehabt. (Lachen.) Aber es gilt das alte Volkslied: .,A bisserle Liebe und a bisserle Treu und a bisserle Falschheit ist immer dabei." Und von der kehlen am meisten. Der Dreibund ist eine geschichtlich» Notwendigkeit. Die Dreibundspolitik war durchaus richtig uno selbstverständlich. Aufrichtig freuen wir uns der Freundschaft mit Rußland. , I In der französischen Presse gibt eS noch einige wirkliche Chauvinisten. Bei uns gibt es nur sogenannte. (Zurufe links: Von der schlimmsten Sorte!) Die Braunschweiger Frage wird im preußischen Landtag erörtert werden. Unser Standpunkt über Zabern wird von gewissen nationalliberalen ; Kreisen geteilt. Ich höre keinen Widerspruch. (Große Heiterkeit.)^ ! Auch viele Herren im Zentrum sind im tiefsten Innern unserer Ansicht. (Oho-Rufe im Zentrum.) Graf Strachwitz hat sich in der „Schlesischen Vlüközeitnng" in einer Weise darüber ausgesprochen, daß wir unsere Helle Freude daran hatten. (Sehr gut! rechts.)^ Ich bin überzeugt, daß der Oberst in Zabern so gehandelt; f 14_t, tvie tt gjhnudelt chat.__^Große Heityckeit.)^ Hörest Sie bad) weiter. Er batte die Anstauung, daß er em Recht hatte, so zu handeln. Wenn ein Staatsseketär, wie eS Zorn von Bulach getan hat, nach den Vorgängen hier und in Donaueschingen erklärt, daß er keine Veranlaffung mehr habe, sein Abschiedsgesuch einzureichen, so habe ich für ein solches Verhalten eines Staatssekretärs kein Verständnis. (Beifall rechts.) Glauben Sie nicht, daß wir ihn stürzen wollen. Das elsaß-lothringische Zentrum will ihm den Etat verweigern. (Zuruf der Elsässer: Falsch!) Ich freue mich über diese Feststellung. Serber wankt jetzt im Reiche manches, waS hur immer als fest angesehen hasten. Wir wollen dringend wünschen, daß das Heer nicht wankend gemacht wird, daß es sich auch fernerhin der ernsten Pflicht bewußt ist, Hüter der Krone und der Ordnung gegen alle Gefahren zu sein. (Beifall rechts.) Herr Erzberger will vorwärts gehen Ich weiß nickt, ob da alle Herren vom Zentrum mitmachen. Wir warten ruhig ab, was das Mißtrauensvotum für Folgen hat. Die Bahn des Parlam-entariS- m u s gehen wir nicht. DaS lehnen wir grundsätzlich ab. sDeifall rechts.) Die Verteilung der Gewalten ist durch die Verfassung erfolgt. Wir stehen auf dem Boden dieser Verfassung und lassen uns nicht davon abbringen. (Sehr gut! rechts.) TcrArbeitS- willigen schütz wird nicht nur von uns gefordert. Auck das Zentrum wird vielleicht eine Kommission zum Studium der Frage einsetzen. Selbst der fortschrittliche Abgeordnete Kopsch hat sich unserem Standpunkt genähert. Die Koalitionsfreiheit wollen auch wir nicht abschaffen; der Reichskanzler aber will den ArbeitS, Willigenschutz auf den St. Nimmerleinstag verschieben. Das Volksempfinden hat sich gegen den Terrorismus schon gewaltig aufgelehnt. Auch Streikpostenstehen ist strafrechtlich zu fasten. Nur etwas Dampf. Herr Reichskanzler! Deutschland seufzt jetzt mster einem hohen Diskont. Notwendig ist eine Stärkung des Mittelstandes in Stadt und Land. Die Regierung hat fast nichts getan. Was sie bietet, ist nur ein Tröpfchen auf einen brennenden Stein (Heiterkeit.) Die Sozialpolitik muß auch die Jntereffen der kleinen Mittelständler wahren und die der Landwirtschaft. Die schaffenden Stände müssen zusammengehen. In diesem Kampf um die Wirtschaftspolitik sollte der Kanzler die Führung übernehmen. DaS wäre ein schönes Weihnachtsgeschenk für daS ganze D:lk. (Beifall rechts.) Abg. Dr. Paasche (Natl.): Die Frage ist so ernst, daß man sich nicht nur bemühen sollte, die Lacher auf feine Seite zu ziehen. (Lebh. Zustimmung links.) Da war uns die Rede des Grafen Westarp noch lieber als die. OertelS. (Sehr richtig!) Die Frage ist unS doch ernster. Wir sagen unsere Meinung in aller Schlichtheit, wie da? der Erregung im Volke entspricht. (Sehr gut! links.) Wir halten fest an dem, was unser Freund v. Calker hier bargelegt hat. Es hat vielen von uns nicht gepaßt, daß der Reichskanzler so wegwerfend von einem sogenannten Mißtrauensvotum sprach. (Sehr gut!) Hinter dieser Mehrheit stebt da? deutsche Volk. (Beifall.) Wir haben kein parlamentarisches Regiment, und wir wollen uns keine unberechtigten Machtbesug- niste anmaßen, aber wir müsten die Reckte des deutschen Volkes verteidigen. (Beifall.) Die Soldaten folgen ihren Offizieren in jede Gefahr, wenn sie Respekt vor ihrer Tüchtigkeit haben. (Sehr richtig!) ' Auf unser Volksheer sind wir alle stolz. Keiner denkt daran, an ihm zu rütteln. Disziplin und Autorität müssen gewahrt werben. Mer bie Disziplin wirb in erster Linie dabnrch gewahrt, daß jeder seine volle Schuldigkeit tut: daß er in echtem käme- radschastli chen Sinne mit seinen Kameraden verkehrt. (Sehr richtig!) Dann gehen die Leute für ihren Offizier durchs Feuer. Wir brauchen diese gute, alte, deutsche Art, nicht den schneidigen Leutnant. (Sehr richtial) Sorgen Sic für diesen guten deutschen Geist in der Armee, dann wahren Sie am besten di? Dispiplin. (Sehr richtig!) Gesetzwidrigkeiten sind in Zabern vorgekommen. DaS hat selbst der Reichskanzler zugeben. Wir haben nicht in ein schwebendes Verfahren einge- prrffen, sondern ein politisches Urteil gefällt. Die Volks- Vertretung hat die Rechte des Dolles zu wahren. Man soll aber auch den Reichstag mit der Achtung behandeln, die man dem deutschen Volke schuldig ist. (Beifall.) Unbedingt notwendig ist die Beseitigung des Duellzwanges. DaS patriotische und loyale Verhalten der braunschweigischen Regi«mug erkennen wir durchaus an. Trotzdem steht fest, daß der BundeKcat eine Schwenkung vollzogen hat. Wir freuen uns, daß in x. -aoeig jetzt der legitime Herr herscht. Auch die Welfen sollten sich mit den Tatsachen abfinden und erflären, daß die Familie Cumberland keine Reckte auf Hannover mehr hat. (Beifall.) Das HauS vertagt sich. Abg. Ricklin (Elsässer)', persönlich:' An meiner Behauptung bezüglich der Jagdscheine halle ich fest und trage mit ruhigem Gewissen die Verantwortung, um so mehr, als ich die große Mehrheit deS elsässischen Volkes hinter mir weiß. Entschieden muß ick mir aber den Ton verbitten, in dem der Kriegsminister mir gegenübergetreten ist. (Lebhafter Beifall im Zentrum und link?.) Erscheintaus den Ereignissen der letzten Tage immer noch nichts gelernt zu haben. (Beifall im Zentrum und links.) Anscheinend verwechselt er den Reichstag in Der- rin mit b c m Kasernenhof in Zabern. (Lebhafter Bei- fall im Zentrum und links.) Freitag, 10 Uhr: Kurze Anfragen, Antrag Bastermann auf Gewährung von Reichsmitteln für die Ausstellung in San Francisco, Weiterberatung deS Etats, Interpellation über den Ausschluß Dr. Liebknechts aus der Rüstungskommission. Schluß 6 Uhr. Märkte. In einem Teil der Auflage wiederholt.) 'c. frr<*nr»nrt a. M. V i e 1, ho a r k t bericht vonl 11. Dez. Austrieb: Rinder 149, Ochsen ''8, Bullen ", Kühe und Färsen 108, Kälber Schafe 376, Schweine 961, Ziegen 0. Tendenz - Rinder, Kälber, Schafe und Schweine lanafam, bei Schweinen bleibt llebevflanb. Preis für 100 -ßfb. Lebend- Schlachtgewicht. Kälber. Mk. Mk. Feinste Mastkälber 68-70 110-117 Mittlere Mast- nnd beste Saugkälber. . . . 60 -65 102 -110 Geringere Blast* und gute Saugkälber . . . 55 —58 90 —98 Schafe. Stallmastscha'«: Mastlämmer und jüngere Masthammel . 41—42 86-88 Stottere Mast Hammel, aut genährte junge Schafe itnü geringere Mastlämmer 34 - 35 80 —84 Schweine. Vollsleischige Schweine von 80-100 kg Lebendgewicht 55.00—-58.00 70.00—73.00 Vollstcischige Schweins unter 80 kg Lebendgewicht .... ... 56.00—-57.00 70.00—72.00 Vollfleischige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht 55.00—57,00 71.00—73.00 Vollfleischige Schweine von 120—150k; Lebendgewicht ....... 56.00—58.00 70.00—7 2.09 Meteorologische Beobachtungen -er Station Stehen. Dez. 1813 Barötneter auf 0° redtiziert Temperatur | der Lust Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Grad der Bewölkung in Zehntel der flchtb Himmelsfl. Wetter 11 2n 749,8 81 6,5 81 WNW 2 10 11- 750,9 6 7 6 7 92 W 2 10 Regen 12. 7Ä 750,3 6,1 6,3 89 sw 2 10 -ochste Temperatur am 10. bis 11. Dezember — + 8,2 C. Niedrigste * * 10. , 11. , ■= 4- 6,6' C. Liiederschlag: 0,1 mm. ijr , ■ • liefert billigst die BrühPsche Kuverts mit Firma sä 3.: => a- -- — ro" e ÖS-, D ZL‘ o er o OwC’’ o ' ' ' ÖD' Cft CD CD Sv o rr CP . e er ’ = ■ — 7. n E ~ cd o CO 1'5 er q 2 Co 10 §§§8 => 2 =>» S •1 o er _ -1 CD — g. ut 2 -- = KZß. S. " <^cr 2 < o 3t .„an • „ 3k — n • s r6 & Z% S s — o erer *■—« 2 o'2< 2 " _ »M3 Ip Iss eoo 3 V 2 'n 1 — n -ä er —*2. -F1 «A.5 2^2 SrUZ \2 r: <3. -> «'n ” s C& * = O o t=> 2 2' er ,-t " — S'c- —Ss « = 0 L —’s Sf.3S ■=> CD 2^ M - ^H.5-3 & M-ss ||| ta % 2 er o — > ~~9 rv .‘■5 7-7cd*2 Xt ' XS co'zex H3' s- er 2.^2" — 9- et ö B" 0 » -"cf rr. S .7 5T Ou io = CO ti= 2. o — — c Zßs E ’-D CD s Oi - o o S-S er c *'■ 2-^ = HO r~t O' => 2.'? « iS E*E; o s §• CD — W — CD । O: g 35 CD — er—."' o ra 2:3 re <3 ■ D • i3 o 3 2'"tSrc S S'-=3- 0 » 2.= :_co O 2.2, »' 5-2^0- H*- ö" r>ro = '- ö 'Ä LSZ - — w • 3-^—.tTc _ 35 - 55°, = frSg-S * ’ o 5- _ er r? SEgSSf ——2.3» C - » SSMal 00:52 — Ö®«’ Ls: 2 --3T1 " 2 n 4 I re I 1 2 H D tfi 61 vi tpir sier für «er< Adil «II Snn« für i bis t berau die n keines Sonn wegs die ge keine nicht brochk haben Kanzl gera daß e wir's nnd z schlag mochi gerin votu' über $erl) nant beit, Hera! sich Urte tanj: optii Aus litik Wir untei mtral mußte sonst n den er 011 sei Westa lichen beutfd noch ■ Paasd habe c verue! wird 1 beütoci des Lk unged, 2 litik kl wie ab tzatte Ätmti'fi v.Wcl der a Thcod behau ftQuid iubü erst 3 gönne bent ( Ouver seinem das 2| "eines natürli mnst. seine ; "enden rakter rin P •Ocrojic gebraä svrachji °b zus Kilt j »5 91 mnncr "üchte. so heft wehr g<