D. 226 BBC Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Sießener Zamilienblätter" werden dem »AnzeigerE viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt fiir den Kreis Siehrn" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Selb fragen" erscheinen monatlich zweimal. Zrettag, 26. September M3 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen IlnioersitätS - Buch- und Steindrnckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition unb Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: ^gK51. Redaktion:L4Kll2. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen. vom deutschen verein zur Armenpflege und Wohltätigkeit. . Stuttgart, 25. Sept. Die 32. Jahresversammlung des deutschen Vereins für Armenpflege und Wohltätigkeit wurde heute vormittag in Gegenwart des Ministers des Innern v. Fleischhauer eröffnet, der die Grüße und Glückwünsclie des Königs und der württembergischcn Regierung überbrachte, während die Atönifliu durch Kabincttsrat v. Kübel vertreten war. Die Grüße der Reichsregierung und des Reichskanzlers überbrachte Geh. Regierungsrat und Vortragender Rat im Reichsamt des Innern Dr. u n g. Nachdem noch Oberbürgermeister Lautenschlager die wahres vcrimnm lang begrüßt hatte, wurde in die Tagesordnung bell. dic^Schaffung eines R e i ch s a r m c nr c ch ts cinge- trcten. sieben Vorträge behandeln die einzelnen Fragen des Tages. Der Zoll Nosenthas vor der Straffammer. (Schluß.) th. Gießen, 25. Sept. Damit ist die Beweisaufnahme erledigt. Der Vorsitzende teilt mit, daß eine Depesche von Zeugen Lüll cingcgangen sei, die die Mitteilung enthält, daß er sich gestern mit seiner Angabe, er verliere durch Rosenthal 65 000 Mk., geirrt hat. Sein Schaden ist der Sache betrage nur 50 000 Mk. Die anderen 15 000 Mk. habe er an die Konkursmasse Rüdiger zu fordern. .Hierauf nimmt Staats an walt Trümp'crt das Wort. Er verweist daraus, daß die vorliegende Sache binnen kurzer Zeit der zweite Fall sei, der die Geschäftswelt in Erregung versetzte, weil sie dabei erhebliche Schädigung erfuhr, der hier im Saale zur Verhandlung kommt. In beiden Fällen sind Leute teilweise in ihrer Existenz vernichtet und um ihr Vermögen gebracht. Der Angeklagte Rosenthal hat, gestützt auf seine Position im Bank- banse Heichelheim, großes Vertrauen genossen in allen Kreisen der Stadt, und hat dieses Vertrauen gröblichst mißbraucht, um sich Vorteile zu verschaffen. Schon 1905, als Rosenthal sich selbständig machte, war er überschuldet, er hatte beim Hofrat Rothschild spekuliert, dabei erheblich verloren und da war es die Gewerbe- bank in Gießen, die ihn auslöste und über Wasser hielt: diese hat ihn rausgerissen. Wo die großen Beträge, die Rosenthal bekommen hat, hingekommcn, die Verhandlung hat darüber keine Klarheit gebracht. Die schlechten Geschäfte, die Rosenthal seit 1910 gemacht hat, und dessen Hausbau können eine solche Verschuldung nicht allein gebracht haben. Cs handelt sich um 100 000 Mk., die man weiß, welche fehlen, dazu kommen Beträge, die man nicht kennt, die durch die Schuld des Rosenthal verloren gingen. Das Haus wurde von Rosenthal gebaut, uin sein Ansehen und seinem Kredit eine Folie zu geben. Bärmann hat gewarnt vor diesem Bau. Aber Rosenthal brauchte das eigene Haus wegen seines Renommees. Rosenthal hat sich mit dem schon längst bankerotten Spieß eingelassen, er l>ai diesen und dieser ihn über Wasser gehalten so lange es ging, und dies war das Verhängnis für den Angeklagten. Rosenthal mußte als ehemaliger Bankier die Lage des Spieß richtig beurteilen, er wußte, die Banken machten Schwierigkeiten, der Firma Spieß Kredit zu geben, er mußte wissen, was das zu bedeuten hat. Rosenthal verteidigt sich damit, er habe nehofst, seine reichen Verwandten würden ihm helfen, damit er die Beträge, die er bei den Leuten zusammengeborgt hat, wieder zurück- geben könne, er hat sich auf den Vetter in Afrika verlassen. Das Geld der Verwandten war nach^Lage der Verwandten gar kein Mittel, um das schwer belastete Schiff des Rosenthal über Wasser zu halten. Selbst wenn Rosenthal nach verbüßter Strafe sich einen Erwerb schafft, bei dem er verdient, dann will er und feine Familie davon leben, wie will er die 150 000 Mk., die er schuldig geblieben, bezahlen. Der Staatsanwalt geht darauf die einzelnen unter Anklage stehenden Betrugsfälle durch, von denen er sagte, daß dieselben sämtlich, ohne Ausnahme, Betrugsfälle sind, tocnn auch in eitizelnen Fällen der Nachweis der falschen Vorspiegelung nicht zu erbringen fei; moralisch hat Rosenthal in jebent Fall seine Opfer betrogen. Staatsanivalt Trümpert läßt eine Reihe von Fällen, wo tRosenthal betrügerisch gel-andelt hoben soll, fallen, er hält aber die Urkunden- sälfchung Dietert als einheitlich begangene Tat aufrecht. Rosenthal ist schuldig, so erklärt der Vertreter der Anklage, er hat großen Schaden angerichtet, es l-anüelr sich um große Summen, um die er bte Opfer gebracht, indem er gewissenlos und ohne Skrubel vvrgiug. Ais zum.Schluß, schon als der Boden unter ihm schwankte, als Airche iinfc Schule. lieber die Ergebnisse der fchulstatistischen Erhebungen von 1911, Die setzt zusammengestellt sind, schreibt man uns: Die neue Schulstatistik gewährt trotz mannigfacher Mängel —_ da sie manche Fragen unbeantwortet läßt — doch interessante Einblicke in das deutsche Schulleben. Ileberraschen muß zunächst die geringe Anzahl „höherer" Schüler; näin- ltch nur 127 644 Schüler besuchen die höheren Schulen, wahrend die Mittelschulen von 157 652 Knaben, die Volksschulen von 5 169 340 Knaben besucht werden. Bei den Mädchen ist das Verhältnis wie folgt: 234 461 höhere, 196 382 Mittel- und 5 166 760 Volksschülerinnen. Die höheren Schüler und Schülerinnen zusammen mit den Besuchern der Mittelschulen stehen zu den Volksschülern beiderlei Geschlechts in einem Verhältnis von 1 zu 10; denn 10 362 000 Volksschulbesuchern stehen 1016 100 andere Schüler gegenüber. Die Gleichstellung der realistischen höheren Schulen mit dem humanistischen Gtmlnasium hat diesem bedeutenden Abbruch getan. Den 524 deutschen Gymnasien mit 160 237 Schulern stehen 223 Realgymnasien und 167 Oberrealschu- len 'zusammen 390 Anstalten) mit 146189 Schülern gegenüber. Zu den letzteren treten noch 692 realistische Nichtvoll- «iftalten mit sechsjährigen Lehrgang mit 111 709 Schülern Also 160 237 humanistische Gymnasiasten gegen 257 898 realistische Schüler. Recht interessant sind die Aufschlüsse der Erhebungen über die M a d ch en g y m n a s i e n. Zurzeit gibt es 39 derartige Anstalten, auf Preußen entfallen hiervon allein 34, weiter je 1 besitzen Bayern, Württemberg, Bremen, 2 Ham- •wrg. Von den 22 187 weiblichen Gymnasiasten besuchten L0 224 preußische Schulen. 242 bestanden das Abiturium Staatlich waren nur 4 Mädchengymnasien in Preußen, 26 baren von den Gemeinden unterhalten, 9 von anderen Stellen e d e z e h n t e „h ö h e r e" T o ch t e r i st i n D e u t f ch- l a n d eine G y m n a s i a st i ii. Die Aufwendungen für alle Schulen in Deutschland betrugen: Volksschulen: 669 836 578 Mark (Staatsbe- betrag: 213 819 963 Mk.), Mittelschulen: 30566591 Mark (Staat: 2 577 647 Mark), höhere Schulen' 177 158 679 Mark (Staat: 50 923 064 Mark). An Schulgeld kamen 79 962 482 Mark ein. Hessen-Nassau. (n) Kirchhain, 24. Sept. Vergangenen Sonntag wurde hier ein Viehhändlerverein für die .Kreise Marburg- Kirchhain-Frankenberg gegründet, welchem sofort eine stattliche Mitgliederzahl beigetreten ist. — .Heute wurde hier die städtische Obstversteigerung beendet. Trotzdem die Fröste im Fruhsahre einen Teil der Obsternte vernichtet hatten, war der Ertrag im allgemeinen noch zufriedenstellend. Namentlich die Zwetschenbäume waren recht gut behangen Jnsgc- eine Einnahme von 3465 Mark erzielt, mithin nur 300 Mark weniger wie in dem vergangenen guten Obst- lahr. (Mitgeteilt vom B. H. C. Gießen.) . S gehen über die Lahnbrücke und verfolgen die Straße nach ^osdork Kurz vor der Eisenbahnuntcriühning verlassen wir die Landstraße und solgen nunmehr den schwarzen Punklen, die uns den ganzen Weg das Geleit geben. Die Wanderung geht zunächst Attenberg, auch Sieben-Hügel genannt, von dessen höchster Erhebung, der sog. Napoleonsnase, die mit einem alten Kngwoll umgeben ist, man bei klarem Wetter einen weiten Rundblick genießt, der Ferne sehen wir Amöneburg und Frauenberg, denen sich die Höhen des Vvgelsberges, Taunus und Wcstcr- waldes anschliepen Zu unseren Füßen zieht in sanften Win- bungen bie itabn, hinter der sich Gießen recht vorteilhaii abhebt wahrend nach Nordwesten zu der ausgedehnte Krosdorfcr Wald sich an den Berg anschmiegt. Auch der Blick auf die Burgen Gleiberg und Vetzberg ist von dieser Seite besonders schön Der Weiter- mar.soi erwlgt nunmehr, mit einer kleinen Unterbrechung im Gleibamtal stundenlang nur durch prächtige Waldungen, den Kros- dorser Forst, der durch seinen Reichtum an Wild bekannt ist Werur wir uns ruhig verhalten, haben wir wohl Gelegenheit, ein Jtuöel Rehe zu scheu. Unterwegs kommen wir em kurzes Stück cr sich als vernünftiger Mensch sagen mußte, c5 geht nicht weiter, hat er den Leuten das Geld abgenommen, ohne Bedenken hat ci ^itmen und Waisen um das ihrige gebracht. Für die Begaugen- Ichaft der Urkundenfälschung zum Zwecke des Betruges müßte an sich auf ^Zuchthaus erkannt werden, doch könne man hier nach der ganzen Sachlage dem Angeklagten inilderiide Umstände znbilligen ~cl' Staatsanwalt hält die Tat, begangen an der Fran Witm. Rabes, für die schwerste, dieser hat Rosenthal ihren letzten Nol- groschen geraubt, er könne es sich wohl versagen, für die einzelner' - """ ’S 3c. t Auftrieb: Rinder 113, Ochsen 81, Bullen Kühe und Färsen 82, Kälber 997, Scheue 255, Schweine 1620. Tendenz: Kälber gedrücft, Schafe rege, Schweine m " 7 r- ie geringer Uebersiaud. Preis für 100 Pld Lebend- Schlacht-, gewicht beerb das B^marbachkal, ino wir bei einer Ruhebank dir schwarzen Striche Tnnnjen. Auch späterhin kreuzen wir noch btt rotr Kerl- macfiening: Lollar -Lalohaus Mitten im Salzböoetal verlassen wir den Malo, gehen das Tal aufwärts bis zur Schmelz, um von hier nach Fronhauscn, wie schon früher beschrieben, zu gelangen, wo die Markierung ihr Enac findet Marschiert 4'6 Stunden Für Besucher des Waidhauses ist Gelegenheit gegeben, ober halb der Ruhebank ben weißen Molen nach, die von der schwarzen Punktenartierung abzweigen, dorthin in 25 Minuten zu gelangen. Tutenhofen — Stoppelberg — Kirschen- wäldchen-Äctzlar (Mitgeteilt vorn B H. E. Gießen.) Beim Vcrlasicn des Balmboss Dutenhofen erblickt man an einem der gcgenüberstchendcn Häui'cr eine Tafel mit c: 11 cm schwarten Strich als Führunqszcichen, dem während der ganzen Wanderung zu folgen ist. Einige Aufmerksamkeit ist in Münchhclzhamen erforderlich, sowie etwa 20 Minuten hinter diescm Torfe, da, wo der Weg nach links zu einer kleinen Brücke fuhrt. Beim Ucber schreiten der Landstraße Groß-Rechtenbach Wetzlar gebt man eine kurze Strecke nach rechts, wo das Zeichen auf der gegenüberliegenden Seite wieder erscheint Irn übrigen ist der Weg gut markiert unö nicht leicht zu verfehlen Aus dem Slopvelbcrg behalte man die anfangs gehabte Richtung bei und lasse beim Abstieg oen .türm zur Rechten — Der Glanzpunkt dieser Wanderung ist der 2toppcl- berg «'402 Meter, von dessen Turm man eine herrliche Rundlicht genießt. Als willkommene En'rischungsstatwn kann das Weiler Kirschenwäldck>en gelten, wo Äafsee, Bier usw zu haben sind. Zur Zeit der Blüte bieten die ausgedehnten Kirschenanpilanzungcn einen reizenden Anblick. Beim Abstieg vom Kirschenwäldchcn zur Naubvrncr Straße genießt man einige schöne Ausblicke, namentlich auf bie Ruluc Kalsmunt. Rach kurzer Wanderung erreicht man Wetzlar. Lccifcrrin prämiert mit der goldenen Medaille auf der internationalen Weltausstellung. Wcnt 1913. Dieses ist die höchste Anerkennung für ein medlznnicheo Bra parat, dessen wifsenichaftlichc Zuiamnienfeßnng und Wirkung hierdurch öffentlich anerkannt wurde. Lccifcrrin ist hervorragend zur Verbesserung des Blut zustande^, zur Hebung der Körverkräfte, zur Stärkung der Nerven. Für den Schwachen zur Erlangung verlorener Kräfte. Für den Gebrechlichen zur Stärke und Energie. Ter Jugend zum Wachstum, dem Alter zur Kraft und Stärke. Dem O3rcifcualter zur Verlängerung dcc> Lebensabends. Vcciferriu iit das idealste Hausmittel für fchwächliche. ncroofc Frauen und Mädcbcn. I1*1 Lccifcrrin ist sehr angenehm zu nehmen Breis M. 3.— die Flasche. Man achte beim Einkauf genau auf den Rainen „Vccifcrrin* In Avotbcken. ganz fieber von Umiversitäts Apotheke und strick Avotbeke in WieNen Sardinen, Wachstuche^ wähl A. Salomon&Cie. L 2 <Ä <=> r» C' e: — B — n ö? 2 A o O- c *3 D C» - ® S-OO-p — ~ • 3 Q 0-0-2 r- 77 a 2 — R-is = *- Us- a tt o 3 D 5 D * LS- a *• 12 »L l S»rs o «* H er—-**’ 0 ** s* s = = 2.3 r1 !• j ff rs #0 D 3 «3 EG2, 9-= ~ 5 = £ S'»| e = - 5® Ag - o3^ “'^53 A. 2 •= ■£ £ ifl5 = ?. S = 3 oTP g" 2 ” = = 2-.cz — -.2 -= = •7* = 2 - o 3 3 2 CZ —0-0 "5» «2 sr —z 2 GO r5^.°r O- - c o ßpL c S-- -ä A. aS. 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