Ur. 212 Erstes Blatt 163. Jahrgang Mittwoch, P. September 1913 Sittzener Anzeiger iV Wy politischen Teil: August BLS General-Anzeiger sür Oberhessen MM Annahme von Anzeigen Hotationsörud und Verlag der vrühl'fchen Univ. Such- unö Zteindruckerei R. Lange. Redattion, Expedition und Druckerei: Zchulstrahe Sanb": E.Heß: Mr bcn bis Xüt?ag Sefchästspelle Büdingen, vahnhofflraye |6a. Anzeigenteil: H. Beck. Das neue Weltwunder. Der P an amakan al, der von Colon auf der Atlantischen Seite die Landenge in südöstlicher Richtung durchschneidet, um auf der Pazifischen Seite bei Panama zu enden, und der in einer Länge von 80 Kilometer den Atlantischen mit dem Stillen Ozean verbindet, soll am 1. Januar 1915 offiziell für den allgemeinen Verkehr eröffnet werden, doch wird er ganz erheblich früher, vielleicht schon in kurzer Zeit, für die Durchfahrt kleinerer Schiffe freigegeben werden. Damit wird ein Werk vollendet, das den Wundern der alten Welt getrost an die Seite gestellt und seiner technischen wie seiner wirtschaftlichen Bedeutung nach mit an erster Stelle unter den neuen Weltwundern aufgezählt werden darf. Die wechselvollc, an tragischen Zwischenfällen reiche Geschichte des Panamakanals, umfaßt mehr als drei Jahrzehnte. Im Jahre 1880 beschloß die vom Erbauer des Suezkanals, dem Grafen Ferdinand L e s s e p s, gegründete französische Gesellschaft, den Panamakanal zu bauen. Im Jahre 1882 begann der Kanalbau, und am 5. Februar 1889 besiegelte das Urteil' des Pariser Zivilgerichtes, das die Auflösung der Gesellschaft aussprach, den nahezu beispiellos dastehenden Zusammenbruch der Gesellschaft, die mit einer Schuldenlast von 2i । Milliarden Franks liquidieren mußte, und von der nichts übrig blieb, als das geflügelt gewordene Wort vom Panamaskandal, eine größere Anzahl Maschinen und die nicht allzu weit fortgeführten Vorarbeiten zu dem Werke. Nummer 2 und 3 wurden 1894 von der Compagnie Nou- velle du Canal de Panama übernommen, hauptsächlich um dem Erlöschen der Konzession vorzubeugen. Im Jahre 1902 erwarben dann die Vereinigten Staaten von Amerika in Erkenntnis der ungeheuren wirtschaftlichen und politischen Bedeutung dieses Kanals sämtliche Rechte und Konzessionen der Gesellschaft für 40 Millionen Dollars, und daran schloß sich im folgenben Jahre der Gewaltstreich gegen die Republik Columbia, die dem Kanalbau Schwierigkeiten bereitet hatte. Ma.n arrangierte eine Revolution in Panama, das sich selbständig machte, und dann wurde ein Vertrag dahingehend abgeschlossen, daß die Union gegen eine Zahlung von 20 Millionen Dollars das unbeschrankte Besitz- und Souveränitäts- rccht über die Kanalzone erhielt, doch mußte sie sich freilich dazu verpflichten, daß der Kanal neutral und allen Völkern zu den gleichen Bedingungen geöffnet sein solle. Schon vorher hatten die Amerikaner das zweite Hindernis in Gestalt des im Jahre 1850 mit England abgeschlossenen Clayton-Bulwer-Vertrages aus dem Wege geräumt, der jede Kanalverbindung zwischen dem Atlantischen und dem Pazifischen Ozean der gegenseitigen Kontrolle der beiden Staaten unterwarf und' deren Befestigung untersagte. Die Amerikaner benutzten die ungünstige Lage Englands zur Zeit des Burenkrieges, um sie zur Unterzeichnung des Hay- Pauncefote-Vertrages vom 18. November 1901 zwingen, der nur noch die beiden Beschränkungen enthielt, den Kanal nicht stärker zu befestigen, als aus polizeilichen Gründen notwendig wäre, sowie keinen Unterschied in der Behandlung der Schiffe zu machen. Heber die erstere Bestimmung haben die Amerikaner sich gan-z ungeniert hrnweggesetzt und über die zweite in etwas genierterer Form durch eine Begünstigung der amerikanischen Küstenschiffahrt, liebet die Proteste John Bulls, die papierene geblieben sind, ging Uncle Sam mit der ihm eigenen Rücksichtslosigkeit zur Tagesordnung über. Der am 26 Juni 1908 vom Kongreß der Vereinigten Staaten beschlossene Kanalbau ist verhältnismäßig schnell und glatt fort- und durchgeführt worden. Wie wett sich freilich die aus Rücksicht auf die schnellere Fertigstellung des Kanals gewählte Form des Schleusenbaues in bei Praxis bewähren wird, bleibt abzuwarten. Daß man in der Union selbst in dieser Beziehung nicht ganz ohne Besorgnisse ist, geht daraus hervor, daß man sich für alle Falle auch die ursprüngliche Konkurrenzlinie, die Mkaragualinie, gesichert hat. Die ungeheure wirtschaftliche Bedeutung des Panamakanals leuchtet ohne weiteres ein. An die Stelle des langwierigen und teuren Eisenbahntransports, auf den man zwischen View York und. San Francisco 23 Tage für Frachtgüter rechnet, wird der billigere und schnellere Schiffstransport treten. Wird dL'ch die Entfernung von New York nach San Francisco von 13 615 auf 5292, die von New Yorl nach Valparaiso von 8339 auf 4630 Seemeilen verkürzt. Ter Weg von New York nach Schanghai, der bisher durch den Suezkanal geht, wird durch den Panamakanal von 12 589 auf 10994, der nach Yokohama von 13 337 auf 10 005, der nach Sidney von 14 568 auf 10146 gekürzt. Der größte Teil von China, Japan und Australien und vor allem natürlich die Westküste Südamerikas wird also der Union näher gerückt und ihre Konkurrenzmöglichkeit gegenüber den europäischen Staaten, wobei in erster Reihe England und Deutschland in Betracht kommen, erheblich verstärkt, denn für Jamburg und Bremen bringt der Panamakanal lediglich eine Erleichterung des Verkehrs nach den westamerikanischen Häfen. Zu der wirtschaftlichen Bedeutung tritt für die Union noch die strategische, denn ter Seeweg der Kriegsflotte von der Atlantischen zur Pazifischen Küste, der bisher vier Monate in Anspruch nahm, wird auf weniger als ein Viertel verkürzt und dadurch die Stellung der Union im Stillen Ozean, also Japan gegenüber wesentlich verbessert. Es ist freilich klar, daß sich damit auch die Reibungsmöglichkeiten erhöhen und sich einigermaßen unbegrenzte Möglichkeiten für neue militärische Rüstungen eröffnen. Die Verhandlungen in Konftantinopel. Konstantinopel, 9. Sept. Den bulgarischen Delegierten ist auf ihre Schritte wegen der Vorkommnisse in Gü- müldschina von türkischer Seite erwidert worden, daß die Pforte nichts von diesen Ereignissen wisse. — Auf Befragen erklärten die bulgarischen Delegierten nach der ersten Sitzung, sie glaubten bei den Türken den guten Willen zu bemerken. — Das Preßbureau untersagte der lokalen Presse, über die Ereignisse andere als amtliche Darstellungen zu veröffentlichen. In den letzten Tagen machte sich in der türkischen Presse eine Polemik gegen die Bulgaren bemerkbar. K o n st a n t i n o p e l, 9. Sept, lieber die gestrige Sitzung der türkisch-bulgarischen Konferenz wird noch bekannt, daß die Verhandlungen einen allgemeinen Charakter tragen. Die türkischen Delegierten machten keine Vorschläge bezüglich der Grenzlinie und stellten feine Anträge zu der Nationalitätenfrage. Die bulgarischen Delegierten verlangten eine bestimmte Stellungnahme zu dieser Frage. Sie erwarten schriftliche Vorschläge. Die Versammlung beschloß, z u n ä ch st priva tc Sitzungen abzuhalten ohne Hinzuziehung von Beiräten und Sekretären und ohne Abfassung von Protokollen. Heute abend findet in dem Hotel, in dem die bulgarischen Delegierten wohnen, eine private Zusammenkunft der Delegierten statt. Das blutige Bciramfest. Auf dem Umwege über Sofia werden nunmehr genauere Einzelheiten über den Mutigen Zwischenfall während des Beiramfestes in Adrianopel gemeldet. Sie zeigen, welche tiefgehende Meinungsverschiedenheiten trotz äußerlich einigem Vorgehen zwischen alt- und jungtürkischen Offizieren noch immer bestehen. ..... Am ersten Beircmttagc befanden sich der Kriegsminister, Ge- ncralissimus Izzet-Pascha, die Generale Hurschit- und Abuk- Pascha, dann der Mali Hadschi Agil und andere in einem ^aale des Konaks, um die Beirainwünsche des Osfizierkorps und der städtischen Notabcln entgegenzunehrnen. Auch Enver-Bei erschien und gratulierte allen mit Ausnahme des Generals Ab uk-Pascha. Hurschit-Pascha versuchte die beiden Gegner unter Hinweis auf die religiösen Vorschriften des Beiramsestes zu versöhnen und führte Enver-Bei zu Abuk Pascha. Ta Enver- Bei sich sträubte, rief Abuk-Pascha das türkische Schimpfwort: „Laß diesen .Purscht! Von einem Verbrecher brnuebe ich keinen Glückwunsch!" Enver antwortete in ähnlichem Tone mit dem Schimpfwortc: „Pesaweng!", worauf Muk-Pascha wütend aufsprang und seinen Revolver auf Enver-Bei ab feuerte, der am Arm verwundet wurde. Ter Vorfall wurde lofort nach Konstantinopel telegraphiert, worauf die Regierung befahl, dem Abuk-Pascha den Säbel abzufordern und ihn zu verhaften. Als die Offiziere der Komiteepartei zur Ausführung des Befehls bei Abuk erschienen, widersetzten sich die Offiziere seiner Division dieser Verhaftung. Es entspann sich em wütender Kamps mit Säbeln und Revolvern, wobei fünf Offiziere getötet und gegen 20 verwundet wurden. Ob es schließlich gelungen ist, den Todfeind Enver-Beis, den General Abuk zu verhaften, ist noch nicht bekannt.. Die Entscheidung über die Südostgrenzc Albaniens. Rom, 9. Sept. Die „Agenzia Stcfani" meldet aus Athen: Gestern abend haben die Vertreter der Groß- Mächte der griechischen Regierung eine Kollektiv noN überreicht, in der die E n t s ch e i d u n g e n der Londoner Boi- schaftervereinigung über die Südost grenze Albaniens I enthalten sind.__________________________ Ausland. Der amerikanische Senats nahm die Tarifvorlage mit 44 gegen 37 Stimmen nach Abweisung aller Zusatzanträge an. Der Republikaner Lafollctte und der Progressist Poindextcr stimmten dafür, die Demokraten Ransdell und Thornion dagegen.______________________________ Das Marinclustschiff „£ f verunglückt. Helgo land, 9. Sept. Das M a r i n c l u f t f ch i f f „L 1" traf unter Führung des Kapitänleutnants 6 an ne be strömendem Regen vor Helgoland ein, überflog die Insel in langsamer Fahrt und begab sich bann in See, um mit der Hochseeflotte Aufklärungsmanöver auszuführen. Da s Marineluftschiff ist bann abenbs gegen 7 Uhr, 18 Seemeilen von Helgoland, verunglückt. Von der Besatzung sind, soweit bekannt, 6Personen gerettet. Das Luftschiff i st gesunken. Es hatte den Tag über ruhiges Wetter gehabt, gegen Abend setzte aber ein orkanartiger Sturm mit Regen ein. Wie das Marine-Luftschiff-Kommando erfährt, sind folgende Personen gerettet worden: Oberleutnant Wendt und Grimm, Obermaschinistenmaate Lehmann und S ch ö n w e l d e r, die Funkenmaate Spieleru.Hell- g e m e i e r, der Name der siebenten geretteten Person ist noch nicht abgegeben worden. Sobald das Unglück des „L 1" bemerkt wurde, eilten Torpedoboote zur Unglücksstelle. An Bord des Luftschiffes „L 1" befanden sich Korvettenkapitän Metzing, Kommandeur der Marine-Luftschiff-Abteilung, Kapitänleutnant Hanne, der Führer des Luftschiffes, ferner die Oberleutnants zur See Wendt, Freiherr von Maltzahn, Grimm, Ingenieur Wehner, Obermaschinist Lehmann, Steuermann Zimmermann, Obersignalmaat Kischner, Bootsmaate Bansmer, Der Wettbewerb um die deutsche Botschaft in Washington. Aus Berlin wird unS geidiricben: Um einen Neubau der h S en Botschaft in Washington war ein Wettbewerb ausgeschrieben worden, dessen Einfälle jefct im Berliner A rchite kt c n h a u s c zu sehen sind. Auch ohne die Namen dec^ einzelnen Bewerber zu kennen, ist testzustellen, daß sich eine aanze Reihe ausgezeichneter Bautünstler an diesem Ausschreiben Wigt hat. Im Gegensatz zuden meisten derartigen Konttir- ren-en ist das Gesamtniveau der emyclautenen Arbeiten rech rtnG&iS Es zeigt sich hier ein Architektennachweis, der höchst « MateUen zur Bewältigung einer solchen monuincntalcn ^^^ntatwen Aufgabe mitbringt. Es werden eine ganze Menge Är interessanter und gualitätvoller Lösungen dargebotcn wie wir sie an derlei Staatsbauten nicht gewohnt sind. Die Petersburger Botschaft des Peter Behrens c rttfem die Architeklurcn Schinkels waren die Vorbilder, di^dft meisten der Bewerber in hohem Mäße beeinflußten Wenn s» n,!ch wirklich originelle Leistungen nicht eingegangen sind, so M ?nr Bannkreis dieser Architekturen manches sein durch- emhhmbcnc und manches großzügig angelegte Werk entstanden Am ^Preisgericht scheint allerdings diese Großzügigkeit unerwünscht „I sein Es ging bei der Beurteilung an allen Bauten, tzie^ninnumental und in einem höheren Sinne repräsentativ angelegt war^n vorbei und verteilte die Preise scheinbar mit Absicht an KSrturen die im Sinne kleiner französischer Lchlotzchen aus- ^einacht waren Womit bei diesem Wettbewerb recht eigentlich die Wttder ?ekönt und die Preise konventionellen Darstellungen mürben Der Möhringsche Entwurf, aus den so Breis fiel, hat unstreitig Vorzüge b£ Grundrisses die aber „iV nirh miftenhin in Architektur umgesStzt worden sind. Diese "rSifpftnr ift im Stil das, was unsere Reglerungsbaumeister preußisches Barock zu neunen pflegen. Und die Mietshausfassade, mit der ein Seitengebäude sich heraus,treckt, macht die,e» aus- >aefrischte Barock nicht gefälliger. Franz -L b b r i o t Aranksurt), der den 2 Dreis davontrug, hat nach altbewährtem Rezept zwei Seitenflügel und einen halbrunden Mitteltrakt hervorgezogen und bk e« Schema mit entsprechenden Räumlichkeiten auszumllen Per= futfrt Wobei der Thronsaal eine Kreissvrm erhielt, an der, wie man sieht, die Preisrichter schon herumkorrigiett haben Das Dül fers ch e Proiekt (3. Preis ist aus dem heute üblichen Warenhaus wv entwickelt, was für ein Botschafterpalais vielleicht doch nicht ganz der richtige Ausgangspunkt märe. Feiner und formal sehr viel reizvoller bietet sich der mit dem 4. Preis gekrönte Entwurf von Engler und Scheibner dar, der altpreußische Tradition immerhin lebendig zu machen wußte. Qualitäten dieser Art in gleichem, wohl gar in noch höherem Maße gibt es unter den nicht ausgezeichneten Arbeiten in Menge und es ist sehr zu hoffen, daß das Auswärtige Amt, das in Petersburg den Mut zu einem Behrens gefunden hat, sich nicht dem Votum dieses Ausschreibens fügt sondern sich auf die Seite der deutschen Architektenschast schlägt, die hier einen recht hohen Grad von Leistungsfähigkeit bewiesen hat und gerechterweise beanspruchen darf, daß dieses vorhandene Können in Amerika durch einen wahrhaft monumentalen Bau repräsentiert werde. Daß der Behrenssche Bau in Rußland eine lebhafte Aussprache entfesselt chat, war wohl kein Schade: sehr viel schlimmer wäre es doch gewesen, wenn der deutsche Botschafter ein Palais erhalten hätte, an dem alle Welt achtlos oorüber- geht. Es ist anzunehmen, daß die maßgebenden Stellen, die sich sür jenen Bau entschieden haben, auch in Washington einen Botschaftsbau errichten lassen werden, der den Amerikanern zeigt,, daß man an der neuen deutschen Architektur nicht mehr achtlos vorübergehen Tann. Paul Westheim. * — Die heimischen Pflanzen im Bild. Aus Frankfurt a. M., 9. September, wird uns geschrieben: Was die Flora des Main- und Mittelrheintals und des Vortaunuslandes an Ku l tur- und wildwachsenden Pflanzen bietet, das trug in einem langen Leben die vor fünfzehn Jahren verstorbene Blumenmalerin Elisabeth Schultz auf 1 260 prachtvollen naturgetreuen Bildern in Gouachefarben zusammen. Tie Sammlung ist gegenwärtig zum erstenmal vollständig in dem Senckenbergmuseum ausgestellt. Neben dieser Prachtschau hat die Verwaltung noch zahlreiche andere Pflanzenbilder, vom 17. Jahrhundert beginnend, der Oeffentlichkeit zugängig gemacht. Tie älteste Sammlung stammt von Marie Sibylle Merian (1647 — 1717). — Der neue Schlager des Lustspielhauses. Aus Berlin wird uns geschrieben: Die harmlosen Nichttgkeiten, durch die das L u st s p i e l h a u s für das so wenig anspruchsvolle Vergnügen des Großstadtpublikums sorgt, sind um eine neue vermehrt worden: Der Turfschwank „777:10" von O t-t o Schwartz und Earl Mathern nimmt es an Banalität und Flauheit der Mache mit allem auf, was vom „Husarensieber" bis zu „Majolika" uns in diesem ,,Musentempel" geboten worden ist. Wenn man verrät, daß in diesem „Totospiel", in dem aber von Rennen wenig vorkommt, ein englischer Spion als gefährlichste Waffe der deutschen Invasion — Insektenpulver sich zu verschaffen weiß, daß zwei adlige Habenichtse um das Töchterlein eines reichen geadelten jüdischen Kommerzienrates ein Hindernisrennen reiten und der brave ehrliche Prokurist der kommerzienrätlichen Firma als schneidiger Jockey den Preis davonträgt, daß der Held und gute Engel des ganzen Stückes, der Tausendsassa, der allen aus der Patsche hilft, der Lehrling Sally Tavidsohn, eine Glorifizierung aller semitischen Rasseneigenschaften darstellt, so hat man alles gesagt, was an diesem Schwank bemerkenswert ist. Natürlich entfesselten die beiden Hauptrollen, Prinzipal und Lehrling, von den Herren Richard Georg und Franz Arnold vortrefflich dargestellt, großes Gelächter, und es gab einen jener Erfolge, die sich nur in Kassenrapporten und Aufführungszifsern ausdrücken lassen. — Wettbewerb im Bilde. Aus Auerbach a. d. Bergstr., 9. Sept-, wird uns geschrieben: Der Verkehrs-Ausschuß der Bergstraße veranstaltet im Oktober-November d. I. einen „Wettbewerb im Bilde" für Photographien, Gemälde, Aquarelle und schwarzweiß Zeichnungen von den dem Verkehrs-Ausschuß angehörenden Orten an der Bergstraße, einschl. Lindenfels im Odenwald. Tie Bedingungen für den Wettbewerb wurden Anfang August bekannt- gemacht. Eine über Erwarten große Zahl Bewerber um die Konkurrenz haben sich gemeldet, so das; sich die einzelnen Orte entschlossen haben, die zuerst bereitgestellten Preise zu erhöhen und weitere Preise zu errichten. Dem Preisgerichi stehen nunmehr fast 2000 Mark Geldpreise zur Verfügung, neben einer Anzahl Ehrenpreisen. Ta der Wettbewerb mit einer Ausstellung verbunden ist, dürste er eine sehr günstige Verlaufsgelegenheit bieten. Ferner ist geplant, das eingegangene Material etwa ein halbes Jahr lang als Wanderausstellung in großen Städten auszustellen, sowie die ausgewählten Photographien dem Bund Deutscher Verkehrs-Vereine in Leipzig für seinen Photographie- Wettbewerb einzureichen und auch damit die .Internationale Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik Leipzig 1914" zu beschicken. Die Bedingungen sowie der Nachtrag werden kostenftei versandt durch den Vorsitzenden des Verkehrs-Ausschusses der Bergsttaße in Auerbach-Hessen. — E i n Verlagsjubiläum. Tie weltbekannte Verlags- firma C. H. Becksche Verlagsbuchhandlung Oskar Beck,, deren Verdienste vor allem auf wissenschaftlichen Gebiete, besonders liegen, beging am 9. September das Jubiläum ihres 150jährigen Bestehens. Das Unternehmen, das in Nördlingen, wo sich noch jetzt die Druckerei befindet, im Jahre 1763 gegründet wurde, hat erst feit 1884 unter Oskar Beck, dem gegenwärtigen Inhaber, seinen Sitz in München Herrn Oskar Beck wurde aus Anlaß der Jubiläumsfeier von der philosophischen Fakultät der Universität München der Chrendoktorlitel verliehen. Menget, Lbermaschinrstenmaate Müller, Lutz und Schönwel- der, Maschinistenmaat Storoftuck, Funkenmaate Spieler uni Hellgemeier, Maschrnistenmaal Bruder und Lbermoschini- stenmaat Adam. Auf dem Luftschiff befanden sich nur 20 Personen Das Marineluftschiff, das von Äapitänleutnant Hanne gc* führt wurde, wurde von einem plötzlich einseyenden orkanartigen 2-türme erfaßt und auf oem Wasser niedergedrückt, nx*i es durchbrach. Das Luftschiff ist etwa eine Stunde später gesunken Berlin, 10 Sept Die Morgenblätter beklagen sämtlich die Vernichtung des Marineluftschiffes ,4! 1" bei Helgoland aas das tiefste und weisen darauf hin, daß dies der erste Unfall eines Zeppelin-Kreuzers gewesen ist, bet dem Menschenleben vernichtet wurden. Hamburg, 10. Sept. Das Luftschiff „L 1" sandte unmittelbar vor dem Unglück ein Funkentelegramm mit der Mitteilung ab, daß es infolge des Sturmes eine Wasser- (anbung vornehmen müßte und Hilfe erbitte. Durch die Kälte, in der sich das Luftschiss schon mehrere Stunden aufgehallen hatte, hat sich das Olas stark zusammengezogen und außerdem war durch die Höhcnfahrt ein 01 a s o e r l u st von rund 2400 Kubikmeter entstanden Tic Last der Beladung überstieg allmählich die Tragkraft und der „L 1" s a n k r a p i d Der Führer gab, wie von Torpedobooten beobachtet wurde, den gesamten Wasserballast ab, um den Fall aufzuhaltcn. Infolge der Dunkelheit und der mangelnden Tragkraft gehorchte der Ballon jedoch dem horizontalen Steuer nicht in gewohnter Weise und schoß mit einer ungefähren Geschwindigkeit von 20 biS 22 Meter in der Sekunde in die Nordsee Die große Zahl der Bemannung des „L 1" ist daraus zu erklären, rap eine 3 0 stündigc Uebung vorgesehen war Da die Uebung burdxiue kriegsmäßigen Charakter trug, mutzte der Ballon sich andauernd in 1300 bis 1 5 00 Meter halten, um vor Schüssen sicher zu sein. Nach dem Sturz hielten sich die Gondeln noch einige Sekunden über Wasser, wurden aber dann durch das Oiewicht des Metallgerüstes und der das Wasser aussaugenden Hülle unter die Oberfläche gedrückt. Einige Mcnteure, die an den Motoren standen, sowie die Steuerleute sprangen über Bord und versuchten zu schwimmen. Die in den Kabinen befindlichen Leute erstickten Es soll morgen versucht werden, soweit möglich, „L 1" zu heben, um ibn durch Torpedoboote an Land zu schleppen. Dem Kaiser wurde noch beute abend von der Helgoländer Kommandantur aus ein ausführlicher Bericht nach dem Manövergelände telegraphiert. stellungsbefehle zum Tienfteintritt am Samstag, Den 13. 02. Mts., nachmittags 3 Uhr, auf Dem Bezirkskommando, Land grafenstraße 6, Zimmer Nr. 15 abzubolen. ** Ausstellung hesfifcherrkünstlerinnen in (hießen. Um Den Künstlerinnen Hessens Gelegenheit zu geben,, zum ersten Male mit ihren Arbeiten im Hessenlande selbst in geschlossener Gruppe auftreten zu können, soll vom 28. September bis 19. Oktober 1913 im Kun st verein zu Gießen eine Ausstellung veranstaltet werden, die Malerei, Plastik, Graphik und Kunstgewerbe umfaßt. Die Städte Gießen, Darmstadt, Mainz, werden je unter eigner Jury in gesonderten Gruppen ausstellen. — Es dürste im Interesse aller Frauen liegen, daß eine wirklich gute Ausstellung zustande kommt, die über dem so häufigen Mittelmaß gesammelter Frauenarbeit steht. Für Gießen bat Frau Hermine Schneider ^Adresse: Wiefeck-Gießen, Billa Schneider, für Darmstadt: Fräulein Mathilde Stegmaner, für Mainz: Fräulein Frieda B e st, die Vorarbeiten übernommen, und alle Anmeldungen und Anfragen für den betreffenden Bezirk sind an die genannten Adressen zu richten. Tie Anmeldung muß genaue Angaben über Zahl, Titel, Größe, Verkaufspreis und Versicherungswert der Werke enthalten und is bis zum 17. September einzusenden. • • Schlechte Quartierwirte. AuS Büdingen, 9. Sept., wird uns geschrieben: Auf Grund zahlreicher Klagen von Soldaten über schlechte Quartiere und mangelhafte Der. vftegung in verschiedenen Orten ersucht jetzt daß KreiSamt die KreiSinsasien, die Soldaten, die einquartiert werden, genau nach den gesetzlichen Vorschriften zu verpflegen und ihnen statt deS Mittagessens nicht Kartoffeln mit Latwerge oder Kaffee und Brot vorzusetzen oder abends nur ein Ei zu reichen. Bei weiteren Beschwerden will daS KreiSamt mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln gegen derartige Leute oorgehen, die durch ihr ungastfreundliches Verhalten den Kreis in schlechten Ruf bringen. Landkreis Gießen. s. Treis a. d. Lda., 9. Sept. Bei der heute hier stattgcfundencn Bürgermeisterwahl haben von 291 Wahl, berechtigten 264 von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht. k. Auf und britf.r. Ann « -»n Sm^rn iebr ;rl rammt. unseren seitherigen Bürgermeister Benner fielen 162 auf den Gegenkandidat Ph. Wolf 101 Stimmen. Kreis Alsfeld. w Alsfeld, 9. Sept. Heute fand im KreiSamtSgebäude außerordentliche Sitzung deS Kreistages des Vorstand, der aus 6 Mitgliedern besteht, davon zwei Drittel auS dem Kreise der Arbeitnehmer, ein Drittel auß dem Kreise der Arbeitgeber, gewählt. Als Vorsitzender der Landkranken. koste wählte der Kreistag den Großh. Bürgermeister Dr. V ölsing zu AlSseld. 91(8 stellvertretender Vorsitzender wurde Rentner Heinr. Koch XIV. zu AlSseld gewählt. Ter AuS- chuß besteht auS 24 Mitgliedern, die der Kreistag gleichfalls in der heutigen Sitzung wählte. G. Nieder. Ohmen, 8. Sept. Die Schulkinder, Gesang- und Kriegervereine, groß und klein des Kirchspiels Nieder-Ohmen, bestehend au« den Orten Nieder-Ohmen, Atzenhain, Bernsfeld und Wettsaasen hatten sich zu einer Jahrhundertfeier zusammengesunden. Im Geiste wurde die große Zeit durchlebt. Lehrer Gengna gel«Atzenhain prach über Theodor Korner. Dr. Kißn er-Nieder-Ohmen über Stein, Herr Becker-Nieder-Ohmen über Blücher und Lehrer Schäfer-Nieder-Ohmen über Opferwilligkeit und Opferfreudigkeit. Pfarrer Rausch leitete durch eine Ansprache die Feier ein und sprach baS Schlußwort. Die Gesangvereine und Schulkinder verschönerten daS Fest durch Liederoorträge. TaS Fest nahm einen erhebenden Verlauf. Kreis Schotten. k. Schotten, 9. Sept. Die Bezirkssparkasse Schotten erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahre einen Ge- amtzusatz von 2 400 000 Mark und einen Gewinn von 8766 Mark. vorgesehen fein. ' "Rekruten ein st ellung. Die in der StadtGie- so kam er den Schiffern desto ungelegner "Är" ßen wohnenden Lckrutcn und breiiPilltgcn haben ihre Gc-«verkehr auf dem :Wui£ mubte vahrvu» uufrciw Kreis Friedberg. r. Bad-Nauheim, 9. Sept. Ter aus Södel stammende Einwohner Krämer stahl gestern nachmittag ein vor dem riesigen Postamt stehendes Fahrrad. Um ganz sicher vor Entdeckung zu sein, fuhr er mit dem Rad nach Steinfurth, zer- egte das Rad in einzelne Teile und vergrub diese in Die Erde. K. der bei der Polizei und Gendarmerie als Fahr- rad-Marder befannt ist, erhielt noch am Abend in Södel den Besuch eines Schutzmanns und Gendarmen, die ihn aus dem Bett holten und ihm Den Diebstahl des Fahrrades auf den Kopf zusagten. Nach einigem Widerstreben gestand K. den Diebstahl ein. Heute früh konnte sich der Eigentümer des Rades dieses — wenn auch mühsam zusammen gesucht — aus dem Steinsurther Tannenwäldchen wiederholen. K. hatte zuletzt eine Gefängnisstrafe von einem Jahr wegen Fahrrad- Diebstahl zu verbüßen. - Ordensverleihung. Der Großherzog hat dem WemgutSbesitzcr §ranz Buhl in TeidcSheim daS Komtur- kreuz 2. Klaffe des Verdienstordens Philipps deS Großmütigen verliehen. " Staats schul den Verwaltung. Die am 1. Oktober 1913 fälligen Zinsen der in das Hessische Staats- schuldbuch eingetragenen Forderungen werden bei allen in Betracht kommenden Hessischen Kasten und bei den Reichs- bankanstalten vom 17. September 1913 ab gezahlt. Vom gleichen Tage ab wird die Staatsschuldenkaste die durch die Post oder durch Gutschrift auf Relchsbank-Girokonto zu berichtigenden Schuldbuchzinsen überweisen. • • AuS dem Militär-Wochenblatt. Ter König der Hellenen, der auch fernerhin an der Spitze und m den Listen des 2. Garde-RegtS. z. F. geführt ivirb. wurde zum Chef des 2. Staff. Jnfant.-RegtL. Nr. 88 in Mainz ernannt. • • Die Kaisermanöver sollen im nächsten Jahre in der Provinz Oberhessen und den angrenzenden Gebieten abgehalten werden. AlS Kaiserquartier soll Büdingen Rendel, 9. Cept. Der älteste Mann unseres Torfes, Lehrer i. P. Walter, der zugleich der älteste Lehrer HestenS ist, feierte heute seinen 88. Geburtstag. L Ockstadt, 9. Sept. Nachdem man eine neue Kirche erbaut, die elektrische Beleuchtung eingeführt, wird jetzt eine Wasserleitung gebaut. eine Kreises AlSseld statt, die sich mit der Errichtung der am 1. Januar 1914 neu in Kraft tretenden Lan dkr a n ken ka sse für den Kreis Alsfeld zu befasten hatte. ES wurde der Ans Stadt und Land. Gießen, 10. September 1913. Ladcndiebstühle. Unser Schwurgericküssaal machte gestern einen wunderlichen Eindruck An jener Seite, wo sonst die Geschworenen ihre Plätzo haben, befand sich auf Tischen recht verführerisch wie in einem Warenhaus ausgestellt, ein gut sortiertes Lager in Manufaktur-, Wolf und Weißwaren, Porzellan, Glassachen und Haushaltungsvorröten, sowie Schuhwaren usw., sogar Zahnstocher fehlten nicht. Am der VüiHagcbanf saßen teilweise in großer eleganter Straßentoilette sehr selbstbewußt dreinblickend 5 Tarnen, die den Eindruck unschuldiger Lämmer machten Die Tribüne war überfüllt von Frauen und Mädchen aller Stände, die mit Erregung den Verhandlungen des Tages folgten und ihrer Stimmung ab und zu drastischen Ausdruck verliehen Der Vorsitzende in der Verhandlung, Landgerichtsdirektor Schmeckenbecher, nahm auch aut sein Publikum Rücksicht und wer nachsichtig, nur wenn die Galerie gar zu laut wurde, ertönte sein mahnendes: „Ruhe da oben", ja er drohte sogar einmal ,.Sonst lasse ich die Galerie räumen". Es gab zwar in der Verhandlung wenig Sensation. Ware ist eben Ware und wenn die Spitzbuben, die ganze Berge znsammengcbracht haben müssen, nicht immer wieder in den alten Fehler sielen hätte man den fünf Angeklagten schlecht was beweisen können. ?tber auch unsere Kriminalpolizei hat in der vorliegenden Sache Fehler gemacht, wie sie sich vom Richtertische aus und durch den Herrn Staatsanwalt sagen lassen mußte. Sie bat unbegreislicher- weise nicht energisch genug zugegriffen und damit ver'atulbct, daß, zweifellos sehr viel gestohlenes Ohtt beiseite gebracht weichen konnte und die Beweise für das sträfliche und der Geschäftswelt gefährliche Tun sehr erschwert wurden. Nun, den fünf Tarnen ist ihr Handwerk gründlich gelegt und unsere Kaufleute athmen erleichtert auf. Zwei humorvolle Situationen aber wollen mir aus der Verhandlung noch mitteilen. Eine Verkäuferin bei (Springmann hatte zwei eleganten Tarnen ein paar MamedlHian'duthe verkauft. Als die ihr unbekannten Käuferinnen den Laden verlassen hatten, merkte das Mädchen, daß diese aufum dem gekauften billigen Paar Schntft ein weiteres eckst es Paar hatten initgehen beißen. Nach einigen Stunden kam nun ein Dienstmädchen und wollte das gestohlene Paar Schuhe umtaufeben. Die klug zu Werke gebende Verkäuferin besorgte auch den Ihntaufd) und trug das Mädchen aus, für wen die Schube seien, verfolgte bann die ahnungslose Botin und kam in die Wohnung der Frau, wo sie der feinen Tarne in nicht gerade zarter Weise klar madttc, was sie von ihr denke und Bezahlung tut das gestohlene Gut verlangte. Frau I. bezahlte, bat das Fräu- lein, sie sollte bod) über den Fall nickst fpredjen und versprach dann, die Firma Springmann wieder in Nahrung zu setzen. Tic Ver- äuieriit erklärte jedoch, das sollte sic nur bleiben lassen, solche »tundsebast könne man im Gcsdstifl nicht brauchen. Unter den Warenvorräten befanden sich auch mindestens zwei Groß Bleistifte, daninter echte Köhinor, sowie zwei Groß Stahlfedern, die bei Lina Ml. gefunden waren Auf die Frage deS bei- fitzenden Richters, Landgcnchtsrat Brüel, wo denn diese Federn usw. gesaust seien und zu ivcldtcm Zweck, entgegnete Fräulein Kl recht spitz: Tie Waren habe sie geschenkt bekommen, von einer Tarne' die sie in Frankfurt a M. in einem Ausverkauf erworben habe Sie liötte diese Sachen ihrem ehemaligen Bräutigam, mit dem sie vo* 1 Fuhren verlobt war, schenken wollen schalkhaft meinte der Siebter: Hören Sie, Angeklagte, da hatte ihr zukünftiger ©bemann, der gewiß meist viel zu schreiben hatte, aber für sein ganzes Leben und noch länger genug daran gehabt. An den cr- raunten Strafen, die eigentlich sehr milde ausgefallen sind, gegenüber bei Gememgefäbrlichkcit der Taten, iverdeii die 5 Ange- riagttn wohl auch für ihr Leben genug haben. In Gießen icben- fctflfi werden sie in Zukunft die Geschäftsleute nicht mehr mit zu Vnneli beehren, um unbezahlte Waren rnitgchen heißen h. Ober-Erlenbach, 9. Sept. Bei den Gemeinde- ratSwahlen siegten zwei bürgerliche Kandidaten und ein Sozial- demokrat. Tie sozialdemokratische Partei verlor einen Sitz und damit die Mehrheit. b. Massenheim, 9. Sept. Hier siegten die von der Sozialdemokratie aufgestellten drei Kandidaten. Auch in laichen unterlagen die bürgerlichen Kandidaten. h. Harhei m, 9. Sept. Gegen die GemeinderatSwahl, die den Sozialdemokraten den Sieg brachte, wurde von den unterlegenen Parteien Wahlorotest eingelegt. Starkenburg und Rheinhrffen. h Offenbach, 9. Sept. Um die sozialdemokratische Ltadtverordnctenmehrbeit zu brechen, beschloßen sämtliche bürgerlichen Parte.cn die Aufstellung einer gemein- nh^ar*lbaL,nl'nr 91ut b'r Fortschrittlich« Volk,. ''od> rntschikdkn. Zur Sahl Heben 2" bÜrfte °ud.r°rd.,,t,.ch den eingestellt wero.'n, fo daß die Schiffe mit mehr ober weniger größeren Verspätungen tm hiesigen Hasen ein- trafen. Kreis Vetzlar. -s. Wißmar, 8. 6ept Tie günstige Herbstwitterung hat den Halmfrüchten eine zeitige Reife beschert, fo daß sie längst geschnitten und bis auf kleine Ausnahmen auch schon gedroschen sind. TaS Grummet war reichlich vorhanden und ist ebenfalls beinahe alles eingeerntet; deshalb war die KirmeS gestern und heute bei dem schönen Wetter aut besucht, auch von außerhalb waren viele Gäste eingetroffen, die Feststlmmung war dem Welter entsprechend gut. — In den nächsten Tagen beginnt die Zwetschenernte. Man rechnet damit, daß dieses Jahr 50 bis 60 Waggons verladen werben können. Die Zwetschen sind diesmal sehr schön und auch dick. Hefftn-Nassau. 0 Marburg, 9. Sept. Ter heute hier abgehaltene große Herbst-Pferdemarkt brachte unserer Stadt lebhaften Verkehr. Auf dem Markte waren 155 Pferde (darunter 50 Fohlen- aufgestellt. h. Bad Homburg v. d. H, 9. Sept. Zu Ehren des am 1. Oktober in den Ruhestand tretenden Lehrers und Stadtverordneten Prof. Dr. S p r a n k planen die ehemaligen Schüler eine große Abschiedsfeier. Professors ch oe n e- mann hat den noch die Anstalt besuchenden Schülern jedoch jede Beteiligung an der Abschiedsfeier deS beliebten Schulmannes untersagt. Das Verbot erregt überall Mißbehagen. Luftschiffahrt. Friedrich sha fe n, 9. Sept. Tie Uebcrfübrung deS Marineluftschiffes,L H" nach Johannisthal ist nunmehr für den Donnerstag vorgesehen. Sie erfolgt durch den Luftschiffbau Zeppelin. Nach dieser Fahrt geht daS Luftschiff m die Hände der Marinevcrwaltung über. Kleine Tagerchronik. In einem Automatenrestaurant in der Bergstraße in Altona wurde eine Spielhölle größten Stils mifgebobcn. 28 Personen wurden auf die Polizei geführt. Nach Feststellung der Personalien wurden alle außer drei entlassen. AuS Dresden wird berichtet: Ter Rechtsanwalt Klemm ans Freiberg in Lachsen ist nach Uiiterfchlagung von 60000 Mark geflüchtet. Er hat wahrscheinlich in Dresden Selbstmord begangen. Ter üivdicntcdmer Eng«! in GermerSheim ist und* Unterschlagung von 20000 Mark flüchtig gegangen. Tie „Kattowitzer Zeitung" meldet aus KönigS- hütte: Ms am 7. Sept, der MagistratSassessor Resch mit feiner Gattin im Bfenhof-Park bei Laura- Hütte spazieren ging, überschritten sie auS Unachtsamkeit die Grenze, wurden von Grenz ko saken verhaftet und nach Bendzin gebracht Der Cbt’rbürger- meister Stolle und der Polizeiinspektor Steinfete fuhren nach Bendzin, um ihre Freilassung zu erwirken. Ms der in Moorfleth am unteren Landweg wohnende Landwirt Eggerts am Montag von der Arbeit nach Hause zurückkehrte, fand er feine Frau erschlagen und erhängt vor. An der Wohnung war alles durchwühlt. Ueber den Täter ist noch nichts bekannt. öan&tL Berliner Hypothekenbank Aktiengesellschaft. Wie an« dem Inferaienteile unserer heutigen Zeitung eisichilich, werden bio am 1. Oktober 1913 lästigen KuvonS der Pfandbriefe bereit- vom 15. September d. I. ab eingelöst. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterbien st, Gießen. Wetteraussichten in Hessen für Donnerstag, den 11. Eept. 1913; Wechselnd bewölkt, meist trocken, etivaS mariner. Letzte ricZchrichten. Ein ungetreuer Rentmeister. Görlitz, 10. Sept. Hier wurde der Rentmeister Köhler aus Lindenall verhaftet, der den Fürsten Lynar durch Wechselfälschungen und Unterschlagungen um mehr als 600000 Mark geschädigt hat. Verfehlte Spekulationen sollen Köhler zu den Veruntreuungeo veranlaßt haben. Ein Großkener in Amsterdam. A m st e r b a m, 9. September. Heute abend brach am HandelSquai Feuer in einem Hafenspeicher au-, der mit Kaffee, Tabak und anderen Kolonialprodukten von großem Gesamtwert gefüllt war. Der größte Teil des Gebäude» ist verloren. Die Feuersbrunst dauert an. Die Verluste sind noch nicht abzufchätzen. Wieder ein Eisenbahnunglück in Amerika. New Vork, 9. Sept. Einem Telegramm aus New-Madison in Ohio zufolge ist in der Näh,- dieses Ortes rm 'Erpreßzug auf der Penmylvania-Bahn entgleist. Bon den 72 Passagieren sind 35 verletzt worben, brri Zugbedienstete würben verbrüht. Ein Kräftigungsmittel für den Tängling darf keinen «itterungs-Einstüffen unterliegen, sondern muß im Winter und im Sommer von derselben Wirkung sei». Bei Scottß Emulsion treffen diese Haupferforder« niffe in jeder Beziehung zu. Sie ist in allen Jahreszeiten gut zu nehmen, leicht verdaulich und von unveränderter Wirkungskraft. Hierdurch erklärt sich am besten ihre ausgedehnte Anwendung selbst bei den Allerkleinsten, hauptsächlich auch bei schwer zahnen- den Kindern, denen das Präparat das mühelose Durchbrechen kräftiger Zähnchen erleichtert. (C8/, Doch niemals eine Nachahmung, immer rtur die echte Scott- Emulsion. »«Kali, «: Renier T?eMiincUPt»ertTee )MA »riee »taeerta SOA ■ntttv»M»bortg<3UTrt »et* <-i. ■tutrp6e4ebort|allen die vorzügliche BerdauUchken und fiäbrroirfunn des Nestle fchcn Sinbet* medles. da- die Kinder fo gern nehmen, gründlich erprobt wordea. .Immer glcicbmanta und gebrauch-ierng, ucto bekömmlich, nie fä» emb ober Nch zerfetzend, bringt das Nestle Mebl den Sauqline durch die schwierige Perwde des Sommer» glücklich hindurch .*•% 1.50 5- teit-MM:46 General - Vertretung 60 „ 8S®/i Wirte! Achtung! abzugeben. Haiisburslhc SS58/1) Agent sof. gesucht. H. Jürgensen L(5o.,Zigarr.-u. Ziaarett.-Fa., Hamburg 22. Reform- a“/e Ankauf von (a10/e) Vermietungen Verschiedenes ' i fciner nad) dem Andern! Mietgesuche Stellengesuche Stellenangebote Empfehlungen Kaufgesuche Verkäufe FrochHapparale FncM-Fresa Langru Laboria fress-Säcke asm. empfiehlt in groß. 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