Erstes Blatt 163. Jahrgang 95 lebe Anleihen. Sin 216.- ‘ 110.K 0 0 seit 1895 wirkte er 0 2. Mai mit Halle uni) vollen Wortlaut verbreitet wird, atmet nicht eine jenes Geistes der Nachgiebigkeit, wie ihn Londoner .1692 i. 118881 (8. 19» t. 0. 5 6 erstehen, heute in . 2000: inL 1 1913 . - 1000c 85,50 98.« 98.40 95. 95. Mai 1908 iL. . . . «480 90.40 86.?( noch Seine ihrem Spur rückt am 3. Mai in die Stadt ein. — Nach der Schlacht bet Groß-Görschen treten die Verbündeten den Rückzug nach der Elbe an. — Das hessische provisorische leichte Infanterieregiment (jetzt Inf.-Regt. Nr. 116) verlor in der Schlacht bei Groß-Görschen, wo es bis in die späte Nacht auf französischer Seite im Feuer stand, ein Drittel seiner Offiziere und ein Sechstel feiner Mannschaften. wenn der Kaiser uns ruft und wenn wir die Hände frei haben Müssen für das Schwert." Gerade die Erlebnisse der ]«. Die Sympathien bqc Kulturvölker lichkeit die Konflikte Hinhalten Tonne, so werde bis zum Untergang der Welt doch immer das Schwert der ausschlaggebende Faktor bleiben. Fordert so das Geleitwort des Kronprinzen zur Vorbereitung auf die große Stunde der Entscheidung auf, so gibt auch sein sachlicher Beitrag, der dem Regiment b c r Garde d u Corps gewidmet ist, Zeugnis von dem echten Soldatengeist, der ihn beseelt. Seine Schilderung einer Attacke schließt er: „Wer solche Attacke mitgeritten hat, für den gibt's nichts Schöneres auf der Welt. Und doch noch eines erscheint dem echten Reitersmann schöner: wenn alles dies dasselbe ist, aber am Ende des schnellen Laufes uns der Feind entgegenreitet und der Kampf, für den wir geübt und erzogen sind, einsetzt: der Kamps auf Leben und Tod. Wie oft bei solcher Attacke hat mein Ohr den sehnsüchtigen Ruf eines daherjagenden .Kameraden aus- gefangen: „Donnerwetter, wenn das doch Ernst wäre!" . . . Reitcrgeist? Alle, die rechte Soldaten sind, müssen's fühlen und wissen: Dulce et decorum est pro patria mori!" 3. Mai. General von Bütow unternimmt am 4500 Mann einen siegreichen Sturm auf 95.- 95.— 95.- 96.30 88.- 88.- 86.50 96,80 «6.50 2k Ä Amsterdam die Leitung der dortigen Festspiele gehabt. Die bedeutendsten Bühnenleiter, Angelo N-enmann, Gregor u. a. schätzten die Arbeitskraft dieses Mannes. Eine seiner letzten Neuinsze- itierungen am Darntstädter Hoftheater war die Glncksche Oper „Iphigenie in Aulis", mit der die neue Saison eröffnet wurde, und die mit Recht einen außergewöhnlichen Erfolg für die Bühne bedeutete. Ferner hat er die Hebbelschen Nibelungen neu herausgebracht. Auch eine Tat, die ihin viel Anerkennung brachte. Gern gab er sich der Regie der Operette hin. Der „Grigri" von Paul Lincke verhalf er nicht zum kleinsten Teil durch seine Kunst zum Erfolg. „Der liebe dlugustin" war ebenfalls sein Werk. Valdek ist vom Großherzog und anderen Fürstlichkeiten mehrfach mit hohen Ordensauszeichunngeit bedackst worden. Vont rns- fisck-en Kaiser besaß er eine prächtige goldene Uhr und andere wertvolle Andenken. Die Einäscherung der Leiche findet am Montag, ben 5. d. Mts., naclnnittags 1 Uhr in Offenbach statt. * — D i e Ruinen des römischen Tempels aus dem A d d i g b e t P e s ch in der Eifel werden zurzeit auf Veranlassung des Bonner Provinzial-Museums ausgegraben. Das eigentliche Tempelgebäude ist, nach einer Mitteilung des Nachrichtenamts des Eifelvereins in Düsseldorf, bis zum Sockel noch erhalten, weist gutes geschichtetes Mauerwerk auf und zeigt int freigelegten Innenraum drei mächtige Säulenreste. Neben den Ruinen des Tempels sind noch die freigelegten Grundmauern bloßgelegt. In der Nähe liegt ein Brunnen, der „Heidenpütz", der sicher sit den Tempelgebäuden gehört hat. Leider haben in früherer Zeit bereits unberufene Schatzgräber das ganze Gebiet durchwühlt und auch Funde verschleppt. hk. Bedeutsame archäologische Funde von Mar- morstatuen, Gesäßen, GlaSgegenstänben usw. sind nach der „Um ’ schau" bei der französischen Ortschaft Montreal (Gers) gemacht werden. Nunmehr ist ein Haws sreigeleqt worden, das einem reichen Patrizier namens Seveaens gehört zu haben scheint. Der Bau stammt aus dem drittelt oder vierten Jahrhundert it. Ehr. U- a. wurde ein prächtiges MosaiT von 27 Metern Länge und nahezu vter Metern Breite ans Tageslickst gefördert. — Kurze Na chr ichten au s Kunst u nd Wissen- schaft. Zur Versicherung der Kunstschätze des verstorbenen Piee- pont Morgan sind Verttäge in der Höhe von 23 Millionen Dollars abgeschlossen worden. Etwa 4 Millionen Dollars davon sind bei ausländischen .Gesellschaften ulttergebracht iwrbci^ gesandten sollte Oesterreich aufs Neue untätig verharren? Es kommt hinzu, daß mit der montenegrinischen Antwortnote zu-gleich der Wortlaut einer Proklamation bekannt wird, in der Erbprinz Danilo namens des Königs von der Stadt Slutari dauernd Besitz ergreift. Darin werden die Einwohner in ben süßesten Tönen als Brüder begrüßt und — scharfe Bestrafungen im Falle des Zuwiderhandelns gegen die Maßnahmen der „Sieger" in Aussicht gestellt! Und willst du nicht mein Bruder sein, so schlag ich dir den Schädel ein! Ganz dasselbe Verfahren, wie es die serbischen Brüder in Dschakova bei der „Bekehrung" der Bevölkerung zum orthodoxen Glauben angeordnet haben! Die Bevölkerung von Skutari, so erklärt König Nilita in seiner Antwortnote an die Mächte, will die Einverleibung tu Montenegro. Was die russische Regierung über diese Frage amtlich veröffentlicht hat, läßt er völlig unbeachtet. So wirb denn am Montag die Londoner Konferenz vor einer klaren Sachlage stehen. Und wenn bis dahin die öfter- reichisch-italienischen Würfel noch nicht gefallen sind, wird die Konferenz dann endlich zu einem andern Ergebnis gelangen als zu der bloßen Feststellung, daß sie sich noch ihres Bestehens erfreut? Die heutige Nummer umfaßt 20 Seiten. [»eher Tmspe* altes )taL fflttttün« . —* ImM W . -»■ !nnct hkM. .. — Blätter der Wiener Politik zur Berücksichtigung empfohlen haben. Jin Gegenteil, König Nikita geberdet sich hartnäckiger denn je, ergeht sich in scharfer Kritik des gemeinsamen Vorgehens der Mächte und stedlt ganz keck die Behauptung auf, die Einnahme von SlUtari habe eine andere Lage geschaffen, die auch von den Großmächten zu berücksichtigen sei. Er will also weder aus Skutari heraus, noch will er die Abgrenzung Albaniens güt heißen, noch deutet er auch nur daraus hin, daß er sich mit „Kompensationen" zufrieden geben würde. Und auf vage mündliche Aeuße- rungen eines in London weilenden montenegrinischen Ab- Tageskalender aus dem Jahre 1813. Einer Anregung aus unserem Leserkreis folgend, wollen wir künftig die Daten aus dem großen Kriege an dieser Stelle kurz erwähnen. Ereignisse von hervorragender Bedeutung werden wir wie bisher auch noch an anderer! Stelle besprechen. ». ab I9og ‘ S1 «b 1904 ■ a 1904 . bb. ob • °d 1905 ' V- b. 1912 »b 1900 ttäp Samstag, 3. Na- W3 Bezuftsprcis: monatlich 75Ps., vierteljährlich Alk. 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch biePost Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellst. Zeilenpreis: lokal 15Ps., auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für „Feuilleton", „Vermischtes" und „Gerichtssaal": K. Neui_t,il05i>.84 di o. 1M . , i atyfc - • »• • • i 1913 ' ; • lb- ab 1908* 1 •! . , ' • I \ ab 1906' ' 1 i Notationsdruck und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steinönicfcrci N. Lange. Nedaktion^Expedition und Druckerei: Zchulstratze 7. Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil: H. Beck. Die Antwort Montenegros. Cetinje, 2. Mai. (Amtlich.) Die Antwort Montenegros auf den Schritt der Mächte lautet: Die königliche Regierung batte die Ehre, die Mitteilung der Großmächte vom 14. (27a Llpril zu empfangen. Sie glaubt diesen gegenüber ihre Pflicht za erfüllen, und gleichzeitig der nationalen Sache, die ihr obliegt, gebührend Rechnung zu tragen, indem sie ihre Halt ungdurch Darlegung der Gründe rechtfertigt, welche sie bestimmten, die Entscheidung der Großmächte bezüglich der Nord- und Norbostgrenzeu Albaniens nicht ohne weiteres zur Kenntnis zu nehmen. Tic königliche Regierung bedauert es sehr, mit ihren Alliierten bezüglich der Abgrenzung Albaniens nicht befragt worben zu fein, welches von dem türkischen Joch durch die siegreichen Armeen der Verbündeten befreit wurde und denen es allein seine Emanzipation verdankt. Andererseits bestimmen die Grenzen Albaniens das territoriale Verhältnis der alliierten Staaten und lösen gleichzeitig eine Anzahl politischer und wirtschaftlicher Interessen aus, die diese Staaten nicht gleichgiltig lassen können. Die königliche Negierung kann nickt umhin, zu glauben, daß sich t>en Beratungen der OKoßmächte die Notwendigkeit der ^Befragung der Verbündeten hätte aufzwingen müssen, insbesondere seit der Unterbreitung des Memorandums der Ballanbelegierten in London, da die politische Entwickelung der Balkanstaaten tief und ausschließlich von der Gründung des neuen albanischen Staates berührt wird. Die königliche Regierung glaubt überdies, baß, nachdem die Feftsctznng b er Grenzen Albaniens der Statur der Sache nach er ft n a ch dem Abschluß des Friedens zwischen den Verbündeten und dem Ottomanischen Reiche durchgesülrt werden könne, jede von den (Großmächten ergriffene Maßnahme zwecks Räumung vormals belagerter Plätze und besetzter Gebiete sowie zwecks Einstellung der Feindseligkeiten notwendigerweise eine. Verletzung der Neutralität, das beißt des Rechtes der Verbündeten als Kriegführende, im ganzen Umfange auf den: Schauplätze des Balkankrieges zu operieren, und infolgedessen eine willkürliche Begrenzung der Grundlage für die Friedens per Handlungen mit dem Ottomaniscken Reiche mit s i ch bringe. Die Regierung^ bebauett, daß die erwähnten Gründe ihr nicht gestatteten, Kenntnis zu nehmen von der Festsetzung der fraglichen Grenzen, insbesondere hinsichtlich der Regelung der Frage von Skutari und seincsHGebietcs, dessen Abgrenzung ganz z n m in Wien oder anderswo Retter Antwortnote an die Großmächte, die Valdek ist 56 Jahre alt geworden; seit 1895 wirkte er am Darmstädter Host Heater. Eine seiner ersten Taten war die * (Emil valdek f Darmstadt, 2. Mai. Die Nachricht von dem plötzlichen Tode des Oberregisseurs Emil Valdek hat in den hiesigen Theaterkreisen große Bestürzung hervorgerusen. Was die Ursache dieser unseligen Tat des ver- dicnstvollen Mannes ist, wird niemand mit Bestimmtheit angeben können. Seit 18 Jahren hat Valdek an der Darmstädter Bühne gewirkt und sich große Verdienste erworben. Er war einer jener Regisseure, die mit verhältnismäßig wenig Mitteln doch gute Bühnenwirkungen erzielen konnten. Mit großen Reformplänen hat sich Valdek wohl nie abgegeben. Er war ein unermüdlicher Arbeiter, der, weil er die größten Anforderungen an Ausdauer an sich selbst stellte, sie auch von den darstellenden Künstlern forderte. Wenn der Verstorbene in letzter Zeit etwas mehr in den öintergrunb trat, so lag das vielleicht daran, daß er an der Erneuerung des Hoftheaters durch ben Generalbirektor Eger nicht so willig mitarbeiten mochte, wie eS notwendig ist. Er glaubte sich zurückgedrängt, und bas wird wahrscheinlich mit Schuld an der Gemütsbepression geivesen sein, an der er in der leisten Zeit litt. Es muß dabei aber ausdrücklich betont werden, daß niemand daran dachte, ben arbeitsamen Mann zu verbrängen. Im Gegenteil, man hat alles versucht, ihn für bie neue Gestaltung zu gewinnen. Aber bie menschliche Schwäche, da eine Kränkung zu suchen, wo keine vorhanden ist, hat Tiefen, in die niemand blicken kann. Nr. 102 Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich GiehenerZamilienblätter; zweimal wochenll.ltteis- blatt siir den Ureis Gießen (Dienstag nnbFreitacß; zweimal monatl. £anb= wirtschaftliche Zeitfragen Fernfprech - Anschlüsse: für bie Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für bie Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. i». 13 19Q5 «b. ab 19ß6 abd) o. 1884 .__. »liehe Leto« flji -■ • •' teW • ' Hr. 101 - ■ ■:’ .Mi- • ' Sire 1M1 -• ' ' ' ' Src45> Der Aronprinz über DeutschlanS in Waffen. In dem mit Spannung erwarteten Bilberwerk „Deutschlanb in Waffen", bas von ber Deutschen Verlagsanstalt in Stuttgart soeben ausgegeben wird und das in ernster Zeit das deutsche öeer und bie deutsche Flotte in Bild und Wort anschaulich vor- iührt, wendet sich ein besonderes Interesse dem „Wort zum Geleit" zu, das der deutsche Kronprinz dafür geschrieben hat. In knappen Umrissen schildert er Deutschlands Lage in ber Gegenwart, die unser Land zwingt, Heer unb Flotte auf der größten Höhe ber Schlagfertigkeit zu erhalten, spricht er von dem waffenfrohen Geiste, ben ber Deutsche von feinen Ahnen ererbt unb den wir pflegen müssen, betont er aber auch eindringlich bis Gefahren, die diesen Geist bedrohen: „Wir leben freilich bcuffiiitagc in einer Zeit, die mit besonderer Genugtuung die stolze Höhe ihrer Kultur betont, die nur zu gern sich ihres internationalen Weltbürgertums rühmt und sich in schwärmerischen Träumen von der Möglichkeit eines ewigen Welt- l'riedens gefällt. Diese Lebensauffassung ist unbeutsch und steht uns nicht an." Der erstaunliche wirtschaftliche Aufschwung Deutschlands seit dem letzten Kriege, ber gewiß viel Gutes schaffe, habe auch bie Ansprüche an bie Lebenshaltung pnb ben Luxus entwickelt, und es zeigten sich drohende Schattenseiten: „Schon hat die Bewertung des Gelbes bei uns ein Gewicht gewonnen, das man nur mit Sorge beobachten kann. Die tüchtige Leistung als solche gilt heutzutage leiber häufig schon weniger als das Vermögen, bas einer ererbt ober errafft hat. Unb auf welche Weise das Vermögen verdient worben ist, banach wirb ost schon kaum mehr gefragt. Diese Sucht nach bem Besitz möglichst großer Geldmittel droht alte unb ehrwürdige Begriffe zu verschieben. Dinge, die früher nicht als „fair" oder besser gesagt als „anständig" galten, werben stillschweigend geduldet: bem hitzigen Gelderwerb wird alles geopfert. Die alten Ideale, ja selbst An- Hen Und Ehre der Nation können in Mitleidenschaft gezogen werden; denn zum ungestörten Geldverdieneu braucht man Frieden, Frieden um jeden Preis." Die Geschichte aber lehre, baß die Staaten zugrunde gegangen wären, bei benen bie kaufmännischen Interessen in entscheidenden Stunben den Ausschlag gaben. Ge- tyiß wollten wir „keine Säulenheiligen heranziehen, bie sich, ous alle Freuden der schönen Erde verzichtend, von Wildem Stontg nähren und rauhe Kamelfelle zur Gewandung nehinen. Mögen wir den Komfort und Luxus, ben wir als Kinder nn- ftrer in der Technik so fortgeschrittenen, an prakttschen Ecfin- diingen so reichen Zeit genießen, als angenehme Beigabe betrachten, die an sich feine selbständige Berechtigung ljat. Als ein lieber flüssiges, das wir lachend in die Ecke werfen in dem Augenblick, «bl I 98.10: M. -1 .101.20 f.fl; fr. 8650 R. 86.it politische Wochenschau. Gießen, 3. Mai. Die Wiener Diplomatie hat eine äußerst dauerhafte Probe von Geduld abgelegt; trotzdem kommen ihr aus Paris Und Londou noch warnende Ratschläge. Die „Times'" hat ^crußer den sanften Ermahnungen, die wir gestern nach einem Auszug des Wolfs-Bureaus wiedergeg.'ben haben, noch einen recht boshaften Aus sprach getan', der darum vielleicht von unseren ängstlichen Berliner Offiziösen von der Tafel abgewischt worden ist. Das Londoner Blatt erlaubte sich nämlich eine Anspielung auf die diplomatischen Vm:handluirgen des Jahres 1859, die durch die Fehler der Wiener Diplomatie zum allgemeinen Kampf gegen Oesterreich und zur nationalen Einheit Italiens geführt hätten, der Tat hat die heutige Lage einige Aehn- lichkeit mit derjenigen des Jahres 1859,' wenn auch der Wille der Balkanslawen, einen Einheitsstaat zu begründen, wirtlich noch in weiter Ferne liegt. Und die Gefahr, daß Serbien sich des kleinen Bruders in Cetinje annimmt und mit ihm die Waffen gegen die Oesterreicher erhebt, ist wohl nicht so schreckhaft. Allerdings sehen wir auch Frankreich heute wieder auf der Seite von Oesterreichs Gegnern, und daneben scheint Rußland an eine späte Vergeltung der österreichischen Undankbarkeit von des Krimkriegs Zeiten her zu denken. Aber so ganz öde sieht es heute um Wien doch nicht aus wie im Jahre 1859. Im Gegenteil, der Vergleich der „Times" ist angesichts der Tatsache; daß auch italienische Interessen an der Adria mitwirken, und daß im Hintergründe nicht, wie damals, ein schwankendes Preußen, sondern ein entschlossenes Deutsches Reich steht, übel angebracht. Wenn der Wiener Ministerrat heute nochmals zu einer Vertagung gewaltsamer Schritte gegen Montenegro gelangen sollte, so ist es immer noch eine sehr mrentschiedene Frage, welche rönnen beiden Parteien, Oesterreich oder die Slawenmächte, Cavoursche Vorsicht geübt hat. Serbien und Montenegro allein wären der habsburgischen Kriegsmacht dock) wohl nicht gewachsen, die übrigen Baltanverbündeten haben noch genug mit ihren Wunden und eigenen Händeln zu schaffen, und Rußland ist zwar groß, aber der Zar, bei der Unsicherheit und Spaltung int Innern des Reiches, sehr, sehr ferne. Jedenfalls ist es bei dem Ernste der europäischen Lage von dem Londoner Weltblatt eine arge Taktlosigkeit gewesen, Oester- lungsten Zett haben gezeigt, daß Ncumszemerung deS Goetheschcn Faust, den er in drei Wenden ker „nut dem forsch unb tapferj spielen ließ, Bis znm heutigen Tage hat sich die Aufführung ll fünbb. ab 1907 . 1907 • =b 1901. ' 1914. . ' L d. 1910. ' '' l b. 1910. ' ' SÄ , s 212,56 -Ä- £ JS S-.? Ä 9» le-Aktt«- reich auf seine Mißerfolge im Jahre 1859 hinzuweisen. Es regiert zwar heute noch derselbe Kaiser Franz Josef, der damals, nach der Schlacht bei Solfcrino, den Ausspruch tat: „Lieber eine Provinz verloren, als noch einmal so gräßliche Dinge erleben" — aber, wenn die Ehre seines Reiches auf dem Spiele steht, wird er auch am Abende seines Lebens nicht mehr zögern, noch einmal die Zustimmung zu kriegerischer Abrechnung zu geben. Die gemütlichen Wiener sind schon voll Erbitterung, und ihre Presse verlangt vom Grafen Berchtolb in ungestümen Ausdrücken endlich Taten. Die „stieichspost" hat in ihrer gestrigen Abendnummer schon das Wort „Feigheit der auswärtigeit Politik" mtsgesprochey, und hinzng.sügt, daß die Wiener Regierung Gefahr laufe, diesen Vorwurf des Auslandes unerwidert zu lassen: „Wie rommt unsere brave Pflichtgeckreue Armee dazu, daß sie ein Werkzeug einer solchen würdelosen Politik werde und ihre Fahnehre für eine Diplomatie opfern solle, die sich unausgesetzt auf dem Rückzüge befindet?" — Nun, das Wiener Auswärtige Amt und bie offiziöse Presse in Ofen pest haben gleichzeitig zur Mäßigung angeraten mit dem Hinweis, daß, wie man schon sehen werde, die Regierung zielbewußt vorg.'he und am Ende einen ehrenvollen Weg zur Beendigung acker dieser Sorgen finden würde. Es wird dabei auf die Absicht angespielt, von der wir gestern schon gesprochen haben, in Gemeinschaft mit Italien das albanische Problem noch gründlicher zu lösen, als es die Londoner Botschafterkonferenz zuwege gebracht hat. Das wird wohl der einzige Grund fein, weshalb Oesterreich nicht sogleich nach her Londoner Donnerstag-Sitzung Gewalt ang.'wendet hat; die Einigung mtt Italien ist noch nicht ganz zum Abschluß gekommen. Der heutige Herr der „schwarzen Berge", König Nikita, scheint sich ganz in die Wolle des russischen Bären festgeklammert zu haben, unbekümmert darum, ob der Zar den Panslavisten oder immer noch dem Herrn Sasonow Gehör schenkt. In den Zeiten des Zaren Nikolaus I., der die Montenegriner schon einmal in einen Krieg mit der Türkei gehetzt hat, um die Vormacht über bie Balkan- ftaaten zu gewinnen, hat der Fürst Danilo, ein Vorgänger Nikitas auf dem Throne Montenegros, schließlich dem Wiener Kabinette seine Erhaltung zu danken gesucht, das die türkische und die russische Gefahr noch rechtzeitig ab- wehrte^ Wenn heute König Nikita tvotz ber Hohn vollen Wasfergüsse Sasonows noch an Petersburger Hilfe glaubt, so könnte es ihm passieren, daß ihm weder dort, käinpfenbeii gehen, unb wenn auck, biploinatische Gescknck in dieser Form in Darmstadt erhalten. Sein eigentliches Feld war die Oper. Als Spielleiter Wagnerscher Opern hat er sich einen tebentenden Ruf erworben. Mehrere Jahre hat er auch in ....... 405* '' 1911 2043: ' I das der! Lei Sch trcb/ Gat W bis sich kor . Bec Da wci r f i toi fei N n' $ bi ei b. dc er A Fl in in w re fi tot J s f! C G, - ft. rc fe Vorteile eines nicht e x i st i e r enden Staates sicherlich sehr gegen die Intentionen der Großmächte, sowie gegen die Sicherheit des montenegrinischen Staates und gegen seine aller- vitalsten Interessen gerichtet ist. Eine Ungerechtigkeit seitens der Großmächte bedeutet die Blockade der mon tenegrinischen Küste, die beschlossen wurde, um einen Truck gegen Montenegro auszuüben wegen der Aufgabe der Belagerung Sku- taris. Nicht in der Absicht, den Willen Europas zu mißachten sondern im vollen Beluschein seiner nationalen Ausgaben weigerte sich die königliche Regierung, sich einer Entscheidung zu unterwerfen, welche sie einer Stadt und eines Gebietes berauben würde, deren Besitz von ihr in Uebereinstimmung mit der Meinung der ganzen Nation als von wesentlicher Bedeutung für Montenegro angesehen wird. Von dem gleichen Geist beseelt und von den gebieterischen Bedürfnissen seiner Erhaltung bestimmt, hatte sie die Ehre, am 8. April (21. April, int Einvernehmen mit ihren Verbündeten den Großmächten zu erklären, daß sie sich für die Unterhandlungen mit,der Pforte das,Recht Vorbehalte, mit den Grostmächten über die auf die Festsetzung der Grenzen bezüglichen Fragen zu verhandeln. Unterdessen kapitulierte Skutari. — Die königliche Regierung, von dem Wunsche beseelt, den Grostmächten ihre Ehrerbietung zu bezeugen, beeilt sich, zu erklären, daß dieses neue Faktum keineswegs nach ihrer Aui- fassung eine Herausforderung hinsichtlich der Entscheidung über das Schicksal Skutaris bedeute. Die Besitznahme dieser Stadt nach k>er Kapitulation am 23. April ist nur die,logische und natürliche Folge des früheren Zustandes der militärischen Operation, welche beschlossen und durchgeführt wurde auf Grund jener vollen und ganzen Aktionsfreiheil, welche die königliche Regierung mehr als einmal im Lause dieses Krieges aus Grund der unverjähr-- barenPrinzipien des Völkerrechts nachdrücklich gefordert hat. 'Indessen ist,die Regierung genötigt, die Aufmerksamkeit der Großmächte auf die Kundgebungen zu lenken, welche dem Einmärsche der montenegrinischen Truppen gefolgt und nach dem Geständnis von unparteiischsten Zeugen "nur eine Kette von B e ft ät i g u n g e it de r Richtigkeit jener These gewesen sind, welche die königliche Regierung in London hinsichtlich des unter der Bevölkerung Skutaris herrschenden Geistes ausgestellt hat. Die warme und einmütige Aufnahme, welche seitens aller Bevölkerungsschichten, welcher Konfession auch immer, der nwntenegrinischen Armee bereitet wurde, sowie der 'nem Erzbischof von Skutari, der Geistlichkeit und katholischen und ^muselmanischen Notabeln abgegebenen Erklärung der Lovalität und Anhänglichkeit lassen keinen Zweifel über die Disposition der Bevölkerung Skutaris, welch? von dem Wunsche beseelt ist, die sowohl vom Politischen als wirtschaftlichen Gesichtspunkt für die Stadt vorteilhafte Annexion verwirklicht zu sehen. Diese unzweideutigen Beweise der Anhänglichkeit der Bevölkerung könnten wohl geeignet sein, die Ergebnisse der von den Großmächten aus Grund unzulänglicher Daten durchgeführten Untersuchung zu modifizieren. — Angesichts der Sachlage und rücksichtlich der Gründe, welche die königliche Regierung soeben auseinanderoesetzt und der erleuchteten Beurteilung der Großmächte unterbreitet hat, hat sie die Ehre. 311 erklären, daß sie unterirt 8. April (21/4) der den Großmächten g erwacht en Mitteilung treu bleibt und sich Vorbehalt, die S k n t a r i f r a g e an'bem Zeitpunkte an zu sch neiden, w 0 im Laufe der Friedensverhau dl nngen mit der Türkei die verbündeten B a l k a n st a a t e n mit den Großmächten die definitiveFestlegungderGrenzenAlbanienser- örtern werden. Die Annexion Skutaris, Die „Albanische Korrespondenz" meldet aus Skutari: König Nikolaus hat nunmehr Skutari in aller Form annektiert und zur Hauptstadt von Montenegro proklamiert. Unter großem militärischen Pomp und im Beisein aller höheren Offiziere und Behörden wurde eine diesbezüglich Proklamation des Erbprinzen Danilo öffentlich verlesen und in serbischer und albanesischer Sprache gedruckt verteilt. Die Proklamation Hut folgenden Wortlaut: An die Bevölkerung von Skutari! Das ruhmreiche Heer Seiner Majestät des Königs Nikolaus ist in Skutari eingezogen. Nicht wie eine Armee, die Euch besiegen will, kommt es zu Euch, sondern als eine Macht, die Euch befreien will von dem türkischen Joch, unter das Eure Vorfahren — gerade in diesem Monat sind es 435 Jahre —, nach einem1 für sie ruhmreichen Kriege, noch tapferen Kämpfen geraten sind. Tas montenegrinische Heer kommt zu 'Euch, nicht nur um Euch von diesem Joch zu befreien, es verpflichtet sich, zu jeder Zeit Eure alten Bräuche, Eure Freiheit und Euren Glauben zu schützen, wie es ja bekannt ist, daß Montenegro und die serbische Nation stets allen Konfessionen die Achtung gewahrt hat. Bevölkerung von Skutari! In biefem1 für das Heer Seiner Majestät des Königs so bedeutsamen Augenblick ergreife i ch Besitz von Skutari als der neuen Hauptstadt von Montenegro. Ich hoffe, daß diese Stadt erblühen^vird in den Strahlen des Glücks ihrer Bewohner. Ich verspreche allen Einwohnern Sicherheit ihres Lebens nnb Besitzes, verspreche ihnen, daß Gerechtigkeit und Friede allen gewährt wird. Ruhe und Friede wird unter Euch herrschen. Wir alle werden Euch aller jener Segnungen erfreuen, die eine friedliche und zivilisierte Regierung einem Volke zu bringen vermag. Möge ein jeder zu seiner Beschäftigung zurückkehren, die er in der trüben Zeit verlassen, die er erlebt hat. Friede sei mit Euch. Gehorchet den Befehlen der Regierung, denn diejenigen, welche sich ihnen widersetzen sollten, werden strengste Bestrafung zu erwarten haben. Bewohner der Stadt Skickari! Dieses Bild einer Vergangen- heit, die so ruhmreich ist, soll sich jetzt bewähren. Das Glück hat es gewollt, daß sich unter der glorreichen Fahne Montenegros jenes Land wieder vereinigt, das Gewalt vor mehr als 400Jahren getrennt hat. Bewohner ber Stadt Skutari! Vereinigt Euch mit Uns in dem Riffe: Es lebe König Nikolaus I. Er lebe, er lebe, er lebe! Der Kmfmandant der montenegrinischen Armee: Erbprinz Danilo. Die österreichische Zauderpolitik. Wien, 2. Mai. Der heutige Ministerrat dauerte von 11 bis 3/43 Uhr. Nach einem Eonrmuuiguö gab Gras Berchtold in dem gemeiiffasinen Mini st er rate nach Durchberatung verschiedener laufender Angelegenheiten ein ausführliches Expose über den gegenwärtigen Stand der politischen Lage. An seine Darlegungen knüpfte sich eine eingehende Aussprack>e, an welcher sich sämtliche Minister beteiligten und aus der sich eine völlig einheitliche A uffassnng über die in der auswärtiZen Politik einzuhaltende Richtlinie für ein weiteres Vorgehen ergab. Wien, 2. Mai. Tie Meldung der gestrigen Extra- ausg-abe des „'Dicu.en Wiener Tagblattes", daß heute ein K'ronrat ftattfinbe, ist von unterrichteter Seite bisher nicht bestätigt worden. Es verlautet dagegen, daß heute eilte Konferenz der gemeinsamen M i n i st e r statt findet. — Der Ministerpräsident Lukaez ist heute früh aus Ofenpest eingetrofsen. Die „Neue Freie Presse" erfährt: Morgen, Samstag, findet im Ministerium des Aeußem ein gemeinsamer Mini ft errat statt, der sich mit den heutigen Beschlüssen der Londoner Botschastc'rvereinjqung befassen wird. An dem Ministerrat nehmen die gemeinsamen Minister, die beiden Ministerpräsidenten und vielleicht auch die beiden Finanz Minister teil. Tie Extrablätter, welche die Meldung verbreiteten, daß ein Kron rat stattfünde, sind in den Straßen konfisziert iloorden. Der Londoner Korrespondent des „Temps" will über beit Verlauf der Bvtschaftersitzung am Donnerstag n a. folgendes erfahren haben: Der.österreichisch-ungarische Botschafter Graf von Meusdorfs erklärte, daß Oe.sterreich- Ungarn, da die Mächte bezüglich der gegen Montenegro anzuwendenden Zwangsmaßregeln zu keiner Verständigung gelangen könnten, selbst die Entscheidung ausführen zu müssen glaube, und zu diesem Behufe auf ihre Unterstützung rechne. Seine Regierung lönne sich nicht auf die Hypothese von Verhandlungen einlassen, welche bezweckten, Montenegro vor der Räumung von Skutari Gebietskompensationen anzübieten. Falls diese Frage späterhin aufgeworfen würde, so könnte durch diese Kompensationen in keinem Fall die Grenze von Albanien abgeändert werden. Tie österreichisch-ungarische Regierung wäre nach der Räumung von Skutari durchaus geneigt, wirtschaftliche und finanzielle Maßnahmen zugunsten Montenegros zu ergreifen. Grey fragte, welche Zwangsmaßregeln Oesterreich-Ungarn ins Auge fassen würde, und bemerkte sodann, daß der montenegrinische Vertreter Popowitsch mit dem Unterstaatssekcetär Nieolsou eine offiziöse Unterredung gelebt habe, welche in den Fragen gipfelte: Würde man Montenegro, falls es Skutari hergebe, territoriale Kompensationen und finanzielle Hilfe bewilligen, und welcher Art? Der d e utsch e B 0 t s ch a f- t e r F ü r st Lichn 0 wsky habe erklärt, es wäre notwendig, daß die Mächte über die von Popowiffch angeregten Fragen berieten, worauf die Fortsetzung der Verhandlungen auf Montag verschoben wurde. Italienische Vorbereitungen. Rom, 2. Mai. Ein italienisches Geschwader von sechs Kriegsschiffen und zwei Torpedojägern ist auf telegraphischen Befehl von Rom von Gaeta nach Brindisi gegangen mit Lebensmitteln für 40 Tage an Bord. Die Niedermetzelnng von sieben Griechen durch Vulgaren. Athen, 2. Mai. lieber die Niedermetzelung von sieben Griechen durch bulgarische Truppen in ber Nähe von Nigrika, die von der „Agenee Bulgare" dementiert worden war, erfährt die „Agenee d'Athenes": Während ber Streitigkeiten in Nigrita bemächtigten sich bulgarische Truppen auch sieben griechischer Dorfbewohner. Prinz "Nikolaus verlangte von General Kassaptschieff die Freilassung der Gesangenen, die der General in Aussicht stellte. Zwei Tage später erkundigte sich Prinz Nikolaus nach den griechischen Gefangenen und erhielt die Antwort, daß diese von den Bulgaren bereits in ihre Heimat entlassen worden seien. Prinz Nikolaus forschte in den Heimatsdörfern weiter nach und erfuhr, daß die sieben Leute niemals zurückgekehrt waren. Gleichzeitig schwemmte die Strymon vier verstümmelte Leichen ans Ufer, darunter hie Leiche des Lehrers, die von ber Bevölkerung erlannt wurde. Tas ist der Sachverhalt. Essad Pascha. Loudon, 2. Mai. Tas Reuter-Bureau meldet aus Korfu: Sämtliche Konsuln in Durazzo, nämlich der österreichisch-ungarische und ber «italienische Konsul und der französische Konsularagent begeben sich heute morgen nach Tirana, um mit Essad Pascha zusammenzu- tre f feu. Essad Pascha sandte Offiziere ab, um die Serben zur Uebergäbe Turazzos aufzufordern. Die Serben antworteten, Essad könne die Stadt erst dann besetzen, wenn sie gänzlich von den Serben geräumt sei. Der „Agenee d'Athenes" Wirch ans Korfu gemeldet: E s s a d Pa ftch a habe in Tirana eine Regierung gebildet, die Autonomie Albaniens unter türkischem Protektorat proklamiert und die türkische und nicht die albanische Flggge hissen Taffen. Essad Pascha habe den griechischen Metropoliten von Durazzo einen Brief geschrieben, in der er erklärt, die albanesische Regierung erkenne in der Pevson des Metropoliten die Autorität der orthodoxen Kirche an, die er schützen werde. Essad Pascha schließt mit der Erklärung, daß die albanesische Regierung keineswegs Griechenland feindlich gesinnt sei, da sie ja'als Nordgrenze von Epirus die Linie anerkenne, die bei Chimara beginnt. Richtigstellungen in der deutschen Regierung. Die „Nordd. Mlgem. Ztg." schreibt: 'Die Preßzentrale verbreitet, Deutschland habe in Wien außerordentlich eindringlich von einem Einmärsche in Montenegro ab geraten, da die russische Regierung der deutschen Regierung die Erklärung abgab, daß sie einen Angriff auf Montenegro mit einer bewaffneten Neutralität, das heißt, Konzentrierung von mindestens dreihunderttausend Mann an der österreichischen Grenze beantworten würde. Wir können feststellen, daß weder hier eine derartige russische Er kl ärung abgegeben, noch in Wien eine Warnung erteilt worden i ft. Die ganze Meldung ist erfunden. Als unrichtig zu bezeichnen ist auch die 'Meldung der „Daily Mail", das; der deutsche und der österreichisch-ungarische Botschafter in Konstantinopel von ber Unterzeichnung des Friedensvertrages vor dem Abschluß der Skutarifrage abgeraten haben. Spionage und Landesverrat. Essen, 2. Mai. Wegen Landesverrats wurde aus Ersuchen der Essener Polizei ein Gastwirt in Aachen verhaftet, außerdem noch drei Personen, darunter e in Sprachlehrer. Die Untersuchung ergab großes Belastungsmaterial. Ein Privattelegramm der „Frkftr. Zkg." meldet dazu: Kö l 11, 2. Mai. Zu der Landesverratsaffäre verlautet, daß die Kriminalpolizei einen hiesigen französischen Sprachlehrer verhaftet tjat Dieser soll es gewesen sein, der Personen in Essen, darunter- Angestellte von Krupp, verleitet hat. Artilleriematerial an Frankreich zu verkaufen. Der in Aachen verhaftete OKistwirt soll das Artilleriemateriat nach Frankreich geschafft tjaben. Die Angelegenheit beschäftigt gegenwärtig die Kriminalpolizei mehrerer - in*. ä" l*i Haarunterlag. Lockendrehcr sow. alle sonst. Haararbeilen werden schön und dauerha-st angesertigt in dem 16668 Spez. - Ihimcn -Frisier- und Hnar-OeHchiift Hermann Plank Ww. ttaplansgasse 2. (2699 Tapete«! ’SgJS?« v. 10Pf. an,Gold Tapetenv. 20 Pf. an in den schönsten u. neuesten Biustern. Man verl. kostenfr.Mufterb.Nr.568. [D8/3 Gebrüder Ziegler, Lüneburg. wie r .'r T'.'.akit von ba 8RENHAB0R Kinderwagen - Sport- u. Klappwagen ständiges Lager von zirka 200 Stück Korbwagen mit Verdeck von Mk. 15.— an Feiner Kastenwagen m. Gummi u. Porzellan von Mk. 30.— an Klappwagen mit Gummirädern von Mk. 12.75 an Sportwagen von Mk. 6.50 an Alleinverkauf der bekannt. 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In Samara, Saratow und Isimbirsk sind eine große Anzahl von Kähnen gesunken, mehrere Barken wurden bou den Ankern losgerissen und mehrere Flöße gesprengt. In Isimbirsk zerschellte ein kleiner Dampfer. Die Mannschaft ist gerettet worden, nur ein Mann wird vermisst. ffckk Waldsiku ;.n O ldie" UMl! BMr'scherkkiailMNn Heute Samstag dbcnb [v3/s Singstunde Um vollzähligen Besuch wird gebeten. Der Vorstand. Studentische ünternchts-Kurse Montag, 5. Mas, Anfang. Unterricht frei! Männer - Bade verein Gegründet 1836 Saison-Eröffnung! Schwimm- und Kastenbäder. Luft-, Lieht- und Sonnenbad. Jahresbeitrag für ord< n bliche Mitglieder Mk. 3.—, für außerordentliche Mitglieder Mk. 4,—. Söhne von Mitgliedern können das Bad bis zum 14. Lebensjahr unentgeltlich benutzen. Für Schüler, deren Väter dem Verein nicht angehören, ist der Beitrag auf Mk. 2.— Jagdschlösschen Dutenhofen Tel. 423. Beliebter Ausflugsort. Gartenwirt sch. Terrasse, großer Saal, schöne Äollcgzimmer. Neu! Kegelbahn. Neu! Inh. Gg. 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Die Jugend, die gern sich unterweisen Stuttgart, Bundes-Chormeister Professor Lielscher-Brtcg, Geheim- rat Promfor iitretzschmar-Berlin, Professor Sigsrred -Ychs-Berlm, Professor Sitt^Leipzig, Pr.ofessor Taubert Berlin und Generalmusikdirektor v. Schuch-Dresden, ferner als Mitglieder der Kommission Graf Hülsen Häfrier als Vorsitzender, Atinisterialdirektor Dr. Schmidt als steNvertr. Vorsitzender, Geheimrat Max Friedländer und Professor frugo Rüsel-Berlin. * Gewitter und Blitz Schäd en. Ms W a r b u r g wird genteldct: Bei einem Gewitter schlug der Blitz in eine Waidhütte, in der mehrere Arbeiter Schutz suchten. i'Siner war sofort tot, zwei andere wurden schwer verbrannt. — In I g g c n h nuscn (Lippe) wurde der Gemeindevorsteher Häscher durch den Blitz getötet. — Auf der ^Lisenbahnstteche W a b c r n — C o r b a ch wurde durch einen w o l k e n b ru ch a r t i gen Regen ein großes Stück des CisenbahNdainimes unterspült und zusammengerisscn. Tie fälligen Personenzüge wurden rechtzeitig zurückgehalten. — Aus P aris wird gemeldet: ^luf die Hitze der letzten Tage folgte eine empsuw- liche Kälte, die in vielen Orten bis züm Gefrierpunkt ging.__^n Niemand versäume morgen den Juxplatz zu Heftchen, um die großartige preisgekrönte Konzertorgel -.hören, neu eingetroffen. „Die Rose aus dem Süden." (03747 Niersteiner Mörsch pro Flasche Mk. 1.90 A. Austerlitz ^Aglich frisch gestochener Spargel AllSWahl Carl Stückrath W8 H Asterweg 47 Elektr. Haltestelle: Grüne Linie, Asterweg Asterweg 47 11« Martte. Klefte«, 3. Mai. Marktbericht. Auf heutigem Wocben- markte kostete: Butter das Piund 1,20—1.30 Mk^ Hühnereier I Stück 6—7 Big., 2 Stück 0 Psg., Enteneier 1 Stück 8—0 Psg., Gänseeier ISt. 12 Pi., !läse das Stück 6—8 Psg., Kasematte 2 Stück 5—6 Piq,, Tauben pr Br. 0,80—1,00 Hühner pr. St. 1,00—1,60 Ack., £'06)1611 vr. Stück 1,50—2,50 Wik., Enten pr. St. 2,00—3,00 Wik., Ganse das Psd. 70—80 Psg^ Ochsenfleisch pr. Psd. 92—100 Big., lliindfleisch vr. Psnnd 90—94 Psg., Kuhfleisch 80 Psg„ Schweinefleisch pr. Psnnd 84—100 Psg., Kalbfleisch pr. Psd. 94—98 Psg., Hammelfleisch pr. Md. 70—96 Psg., Kartoffeln pr. 100 SLt. 5.00 bis ochO Wik., Weißkraut das Stück 00 bis 00 Pfg„ Zwiebeln ver Ztr. 0,00—0,00 Mk.. Aiilch das Liter 22 Pfg^ Nnffe 100 Stück 50—60 Psg«, per Ztr. 0—00 Mk* Birnen das Psnnd 12 bis 15 Psg., Aepsel der Zentner 15 bis 25 Mk. Marktzeit von 7 bis l Uhr. Wetteraussichten in Dessen sür Sonntag, den 4. Mai 1913: Wechselnd bewölk, Regenschauer, kühle Nordwestwinde. °/r ^anzicllen 9lb» 7,en W mit ben ,f6nncn- A Mhr, linb an Wenigcr- d'e Jiliast unb warteten 60 W M. cbc,'e Geschäfte bnjü ■ ' beschälte zu ver- lnMeuer werben in. °3en. Trotzbem soll Ta- kann nur gc, mn 465000 Mk. au- aahme eines weiteren m wurde hierbei keine 'ellos ernst, aber doch nben ist. ne erht-benbe mili. ^nritag in der Stobt’ 2-vlaß mit dem Euln- nlnanls h. Mirbach chierkorps der Garm- Ä Pluskoiv an n Sorgen der betben r iRtgmtntct und die nr:n ^übimt tülltm • Rach Traummisik e eine ergteijenbe cn Sertrctem bemerkte o. Ungcrn«Stern» erben Särgen je einen nun» bei Prosinz- und 'vcD Kränze nieder - ' ranzen und Auuim j dem Badnbos über- nrirbtnen, nach Altona Gartendünger und beste keimfähige Sämereien Kaumwachs und Bast empstehlt (2231 Central Drogerie Emil Karn, Nchulstr. MehluSchrot gleichzeitig «I ESSEX’ [3nis Ecke Kirch- u. Lindenpl. | «2’1* * l,c "°ch Flngfcstew in Giessen am Pfingstsonntag. Bar Geld ohne Abzug. 1492 Geldgewinne 21000Mk. Hauptgewinn l©0O©Mk. Ziehung am 3. Juni 1918. InonyIM sind bei allen Lose- LUuuQ Hfl. verkauf, zu haben. Gener.-Vertrieb Buchackei-, Neuen Baue 11. Das. 11 Lose fiirlOMk. Für Liste u. Porto 25Pfg.inehr. Nachn. teurer. „Wenn Sie von hartnäckigen Flechten, juckenden ^autausschlägen usw. geplagt sind, so dnn der Hautreiz Sie nicht schlafen läßt, bringt Ihnen „Salu- dcrma" rasche Hilfe." 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Mai 1913 03731 1913 Tilgung Rücklagl sonstig' lchreibi Hebet) 1913 znsamn! 1912 Tilgunc Beiried schuß Nach Steuersoll dem bishe Reals! 511101913 ge günstiger u • Ter bjä bei Bcranla Realsteu V 1 In diesem Bild sehen Sie einen Ballonbrand und Absturz was bis jetzt noch nie gezeigt worden ist. ,,Ein Drama in den Lüsten" ist unstreitig das vollendetste Meisterwerk kinemato- graphischer Kunst. — Unseren erstklassigen Darbietungen reihen sich weitere 2 Sensationen an. Eclair Revue Das Neueste aus aller Welt. Lehmanns Fantasie Gespielt von Andre Deed. Mit „Der Tod in Sevilla“ hat die Asta-Nielsen-Film-Serie ihren Abschluss gefunden. Durch die grossen Erfolge, welche ich mit sämtlichen Werken erzielte, habe ich mich entschlossen, auch für die Herbstsaison das Aufführungsrecht sämtlicher Serien zu erwerben. as/s eine Anzahl der besten Neuheiten erlesenster Lichtspielkünstc in seltener Reichhaltigkeit und Abwechselung. Original-Aufnahme in Spanien. Das letzte und grösste Meisterwerk dieser Saison hat Urban Gad mit diesem Drama geschallen. In und um Sevilla spielt die spannende Handlung. Asta Nielsen ist mit ihrer mimischen Darstellungskunst eine Prachtgestalt von stärksterWirkung gelungen. Kammer-Iicntyttk Erstaufführungsrecht. Heute Samstag Premiere £lt ß 'd'reirklc W sehr starken Eindruck hinterläßt. Naucke Schwiegermutter Schlager, Humoreske. Seltsame Spielkollegen rrzab für ] («n Gsi Kap ^0 Prozent 'MeuerJft ^eoljleue Gi Ge Ka d *r9toni5 ^Alsteue Grui Kapii iograpb| die darin enthaltene beträchtliche Nährstoffmenge' in anderer Form dem Körper schneller zugeführt werden. Reichardtkakao als Mor- gengetränk erübrigt oder vereinfacht infolge seiner Kraftwerte auch den bei anderen Getränken gewöhnlich erforderlichen, immerhin etwas zeitraubenden Imbiß. Es ist somit für die Hausfrau wie für ihre ans Tagewerk eilenden Lieben das bequemste Frühstück. Verkauf zu Preisen der Fabrik in kictzk»: Frau Auia LHciin, Bismarckstraße 38. 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