Die heutige Nummer umfaßt 14 Seilen politische Wochenschau ,U. träger Analog brr Bekämpiung her Mause- und plagen durch den Löfslerschen MäuscbazilluS hat die Wissenschaft versucht, auch andere Schädlinge aus der aut ähnliche Weise kuka, dann über Sipkor-a und DaliboSka zur Wasserscheide biS zu Kuppe 2162 (bet Kuslar, von dort mit der Richtung auf Ljckiagdada über Morgaszen, Mekova, Tokadfchida bis Kord- iduiIn absteigend, sodann gegen Süden über Knplaklepe und Galierstepe, endend am ägäischen Meer, brei Kilometer östlich Makri. 2. Bulgarien entsagt allen Ansprüchen auf alle Inseln des ägäischen Meeres. 3. Eine Entschädigung der Einwolmer und Regelung der bereits früher vorgebrachten Streitfragen betreffend die serbisch bulgarischen Grenzfra gen. 4. -Garantie für die Aufrechterhaltung der Freiheit in Schule und Kirche der gricchisckien Gemeinden Tlxraziens. B u t a r c st, 2. Aug. Tie Friedenskonferenz ist, nachdem Pas Protokoll unterzeichnet worden war, auf morgen vertagt Ter Präsident Majoreseou gab der Hvfs- iiuiig Ausdruck, daß die Erörterungen der Sonderkommission bis dahin zu einem greifbaren Ergebnis geführt hätten. Tie Konferenz der bulgarischen unb der rumänischen Telegierten über die Ansprüche Rumäniens wurde ebenfalls auf morgen vertagt. Militärische Sachverständige beider Parteien werden den Lauf der neuen Grenze erörtern, da es sich dabei um eine Reil)e strategischer Fragen handelt und die rumänische Regierung entschlossen ist, den Entscheid, den die militärischen Sachverständigen treffen werden, genau zu prüfen. Bu karest, 1. Äug. Infolge der neuen serbisch- griechischen Forderungen ist der O p t i m i s m u s erheblich gesunken. Tod) shosft man, daß die Verbündeten ihre Ansprüche nsd) ermäßigen werden. Belgrad, 1. Aug. Nach dem jungradikalen Blatte „Odjek" hat Oesterreich-Ungarn Serbien mikgeteilt, es werde serbische Ausdehnungen über den Vardar hinaus nicht dulden. Belgrad, 1. Aug. Tas Serbische Prcßburccm meldet: Ter Waffen still st and hat den Kampf auf der ganzen Front untcrbrod)eii von Widdin an der Donau bis Za« rewo nn der Drcgalnitza. Vor Widdin bombardierten die serbischen Truppen in der Nacht vom 30. zum 31. Juli die belagerte Stadt. Ter Kampf dauerte gestern von früh bis mittags fort bis zu dem Augenblick, da die Kommandeure: der ferbifdjen Tinwkiruppen Parlamentäre nach Widdin fandten, um den Bulgaren mitzuteilcn, daß der Wafsenftilk stand am Mittag beginne. — Ferner haben bie Bulgaren auf der Linie Pirot-Deschtschani Kladenap und bei Vlassi na zwei vergebliche Angriffe versucht. Tic Anstrengungen der Bulgaren, auch nur ein wenig v^rzurückerz, waren vergeblich, obwohl sie verzweifelt kämpften. Bei Eg r i Palanka, wo sie ihre sämtlichen Streit Iräfty* ins Treffen führten, gelang es den .Bulgaren einen Augenblick, mit den vort ersten Linien vorwärts zu kommen; hoch ließ das heftige Feuer der serbischen Artillerie die letzten bulgari- schen Versuche scheitern Dreimal haben bie Bulgaren die serbischen Stellungen bei Gr len angegriffen, find jcdock) jedesmal mit ungeheueren Verlusten zurückgeschlagen worden. Wien, 1. Aug. Tic „Neue Freie Presse" meldet aus Kalasat: Widdin wurde vorgestern bis 9 Uhr abends von den Serben bombardiert. Auf beiden Seiten gab es insgefamt übt nur Verlauf von Einzewbjekten und die üblichen Auktionen über nimmt, sondern auch eine bedeutsame Beratungsstelle in allen einschlägigen Fragen durch „wifsensdaflliche Bestimmung, Matalogi Hennig und ^-äcung" van SamniUnigm und Kunstw.rken ft üi will. WeiZnger ist einer ber besten Kenner der alten Plastik unb hat sick' als Numismatiker einen bedeutenden Ruf erworben: er war jahrelang in den vcrscküebensten Sparten des .>tunsthaubds tätig und bietet somit die volle Garantie für ziel bewußte Ausführung feines Programmes. Seinem Instilul steht eine große Aufgabe bevor: es Hit bereits von allen Seiten freudigen Zuruf erhalten, denn >hm wird cs obliegen, den Weg zur lleberbrüdung der großen Kluft zwisd?n Wisfenschast und Kunsthandel zu zeigen. ff. Fnsektcn im Mampf gegen Ä rankheitsüber- Bremens neuester Theaterban. Aus Bremen wird uns geschrieben: Am 15. August wird in Bremen das neue Schauspielhaus am Cftcrtor eröffnet uxi öen ba^ wie das vor drei Fahren begründete ut der Neu ftabf Eigentum der Bremer Schauspulhausgescllschaft ist und von 'den Direktoren Fohanncs Wicgand und Tr. Fbotl geleitet mirb Die Architekten Abbehusen und B l e n d e r m a n n unb ber bauleitende Architekt Dietrich haben damit ein Werk «pfAnfipn da>' idwil in der einfachen, aber monumentalen Item Saue» Fassade nut ihrer mächtigen Loggia, dem krönenden Giebel und dem cklichteii roten Ziegeldach einen bedeutenden Eindruck b^nr^ft ^mn die den Giebel füllende symbolische Gruppe, aS C5rfiirffal~ovn Freude und Leid geleitet, auch rein dekorativ 2 ft in bat ihr SdJÖUirr. ber junge Bremer Bildbauer Da rkns'b hod) Ul den fünf die Rückwand tH'r Loggia schmucken- Sn Säulen Munftwerfe temperamentvoll persönltd) wirkender Un Mittelbarkeit geschaffen. <-rs-, durch den aiircren Eindruck erregte Erwartung wird , . in das Gebäude noch übertroffen. Vor allein bat lK,nt V; fÄ-tirflid.cn den Zuschauerraum umgebenden Räumlich JSLl wohltuend GefÜbl ber größtmöglichen Ellenbogen Besonders kostbar nt die Ausitatlung des ersten Ranges, „ dank den schweren Sammetvortieren und den elc namentlich aci>iegcncn .'.K'ahagonimöbclti des Foyers Aud) das 8am niinc sehr gemütlich« Restaurant im Erdgeschoß inacht Mit geräumig , ^^^täfeluiig, der beigefarbenen Stotfbeipan seiner i c , Kornehmheit. Wirkliche ? _r.rr von erlesenem Gesckmack unb feinstem Farbensinn Pracm, Zuschaucrraum. Mil dem mattierten P.oha Sänbe feines Parketts unb seiner beiden Ramie, gonibtlag Boa tforin angeordneten Reihen des dunkelgebei, * “mit arauem Velvet überzogenen Gestühls, ber eigenartig S ^.ifTizicn Führung ber Ränge, dem bunten Swffries mit nnineit gelben und roten Bemusterung, dem riesigen Decken lCtI!*CfPii9rfiter in ber Mitte mit seiner Lichtausltrablung von 3600 K.1. atärfc insgesamt verfügen die Beleuchtungskörper des o,.,-^auerraums über eine Licktnienge von rund 7000 Kerzen, L nLiqe» Umrulmrung dar Mctrr brriten unb 6 i'ierrr ftnfien in' dunkel mattiertem Mahagoni getafelten Buhnenou m,na' dcni pfirsichfarbcncn Hauptvorbang und der riguralen. Prof Unger entworfenen Applikation auf der sogenannten schürze" dem Fries des Ganzen wirkt es durch dre 3nttimtai und Wärme der Tönung unmittelbar auf die Stimmung, des ^uschauers, der freilich noch mehr durch die wunderbare p!airvd>e Silbnrirhing gefesselt werden wirb, die bei imposante breite buime Üühucurahmen hervorbringt. Gießen, 2. August. r t Kaisers Norblanbfahrt hat am Donnerstag seinen vol^epunkt erreicht mit ber Einweihung ber Frit h; o fstat ue Tic babei gewechselten Reben gaben aufs neue ben Beweis ber freundlichen, ja herzlichen Beziehungen zwischen bem Kaiser unb bem König Haakon, so- •JlJfäHönb unb Nonvegen. Ter Kaiser bezeichnete mit t,t-*Crt^)Cm- ^luuni3 die Frithjofstatuc als ein Wahr- K??1 bei* indogermanischen Stämme. Tie Feier zeichnete jid) burdi schlichte Einfachheit aus, die manchen Veranstaltungen in Teutschlanb als Muster bienen könnte. *.F^iebensverhanblungcn in Bukarest haben mit einem verheißungsvollen Auftakt begonnen. Tic rumcinisdien Vertreter haben cs fertig gebracht, bie blutgierigen Serben, Griechen unb Montenegriner zum Abschluß eines zunächst fünftägigen Wassenstillstanbes zu bewegen. Cb man nach bem Ablauf ber fünf'Tage, bie am Mittag bes 31. Juli begannen, ben Waffenstillstand verlängern will ober vo cs in ber Absicht ber Baltanverbünbeten liegt, ben tnän- Hermorbenfccn Krieg nricbcr zu beginnen, steht noch bahin. ^ebenfalls ist es ausgesdilossen, bar bie ganzen, in Bukarest g wieder zu beginnen, steht noch bahin. sgeschlossen, baß bie ganzen, in Bukarest #ur Sprache Lommenbcn Zragen in fünf Tagen erlebigt werben können. Tic Arbeitsteilung aus bem Friedenskongreß i^t so gemacht, baß bie gesamten Telegierten nack;mittags tagen, währenb in ber übrigen Zeit bie einzelnen Staaten untereinander die sic hauptsäckilick) berührenden Fragen vor- bcrcitcn, damit die Erledigung in ben (hcsamtsitzuiigen raid)cr vor jid) geht. Bis jetzt ist zunächst über bie Zugehörigkeit von Kavalla entschieben, auf bas Bulgarien unb Griechenland Ansprüche erheben. Bon einem Diplomaten wirb mitgeteilt, baß man Kavalla Griechcnlanb ziigeteilt hat unb Bulgarien dafür an einer anberen Stelle entschädigt werden soll. Es ist aber noch nicht unbedingt sicher, baß im endgültigen Friebensvertrag Kavalla bei Griechcnlanb bleibt, denn die Großmächte haben fid) bas letzte Wort Vorbehalten und Rußland, bas immer noch bei ben Balkan staaten ben größten Einfluß hat, ist ber Ansicht, baß der Hasen von Kavalla ben Bulgaren gehören müsse. S. w BIatL l65’ Jahrgang Samstag, 2. August 1915 erschdnk täglich, außer , WT” Ä Bczuaävre« •: Sonntags. - Beilaqcn: Lx ▲ ▲ M ▼ monatlich 7d PH. menel- Wödwm'a.h M A AA ▲ JhA TH ▲ ▲ A ▲ ▲ A AA I u.rluh Mk. S.Ä): durch ClefKntr^amiliMiblättcr, M WEU M ® A r’7 BH DW WfW ■ 'Ibbolc- il 3n>euiftencn Iw«inalwochenll.rc,eir, H H^M ■ IV H^k M W W ■ ■ W ■T MH ■ M ■ M M M HT monatlifb blflttfurbtn Kreis ftifütn ■ ■ ■ ■ STB B B BZ B /■ || A WZ B Ä G 1Z B s.-yjava”"ly.Blk.IMIC 1. Zill iL IUvl für die Redaktion 112 WM tkraniroorihd) für den Derlaq u. Exvedition dl ZT aa f » • f* •• x* < •• poliulchen Teil: August General-Anzeiger für Gberhejsen SzÄ-s? Annahme von Anzeigen i k ~ V r 4 ff „®ciidjt$|aal : ll. Neu- füc die Taqesnummer notanonronia und Verlag der vrühl'fchen Univ.-Vuch. und Zteindruckerei n. Lange. RedaMon, Lrpedition und Druckerei: Zchulftratze 7. aQt^, ,h*c " ""r. _______________________ StschäftLftelle vüdingen, Bahnhofstraße lbu. Auze,qemeu^Beck veräußerte 1903 das Gelände an einen Wonoern und Wintersport, Reisen und Räder. -i Bad-Salzhausen, 1. Aug. Der endlich eingetretene Wetterumschwung begünstigt nunmehr wieder den anerkannten Heilerfolg der hiesigen Bäder. Die diesjährige Frequenz beträgt bis Ende Juli 1067 Personen gegen 759 im Vorjahre, weist mithin einen Zuwachs von 308 Personen auf. Augenblicklich anwesend sind 358 Kurgäste. Auch die Zahl der Bäder Ijat gegen das Vorjahr mit 8040 eine Zunahme von 511 erfahren; Inhalationen wurden 623 verabfolgt, gegenüber 229 in der Saison 1M.2, also 394 mehr. Daß dieser Erfolg trotz der seither höchst ungünstigen Witterung eintretcn konnte, ist wieder ein neuer Beweis für die Anziehungskraft und die Heilwirkung unserer Quellen. Bauirrgenieurfach und das Maschinenbaufach, 2. her Geh. Oberbaurat Klingel Höffer für das Hochbaufach. Ten Kommissaren ist die Ermächtigung zur gegenseitigen Vertretung erteilt worden. ** Der Grvßherzvg hat dem Bauassessor Bauinspektor Rud. Renting zu Darmstadt und dem Kreisbauinspektor des Kreises Worms, Ludwig Pietz, zurzeit in Darmstadt, den Charakter als „Bcurrat" erteilt. ** Die historische Kompagnie, die beim Regimentsfest so viel Aufsehen erregte und allgemein bewundert wurde, machte am Donnerstag einen Ausflug nach dem Rhein und der Saalburg, der sehr anregend und unterhaltend verlief. Der Ausflug war, wie wir erfahren, durch eine hochherzige Spende von Freunden des Regiments ermöglicht worden. Tie Teilnehmer an dem historischen Exerzieren fuhren in Stärke von 70 Köpfen am Donnerstag früh um 4 Uhr unter Leitung ihres damaligen Führers — Hauptmann v. Haehling — und des Leutnants Müller-Hempfing und in Begleitung der Regimentskapelle zunächst nach Mainz-Kastel. In Mainz bestieg man das Schiff und machte im hellsten Sonnenschein eine herrliche Rheinfahrt bis Rüdesheim. Von dort erstieg man die Höhen des Niederwalds und besichtigte das Nationaldenkmal. Nach der eingehenden Erklärung durch einen der dort stationierten Veteranen brachte Hauptmann v. Haehling nach einigen patriotischen Worten ein Hoch auf Kaiser und Großherzog aus, in das die Soldaten und zahlreich erschienene Touristen begeistert einstimmten. Hierauf spielte die Regimentskapelle die Wacht am Rhein. 'Das Mittagessen wurde in Rüdesheim eingenommen. Dann gings mit der Bahn nach Homburg v. d. H. und von hier zur Saalburg, die unter der bewährten Führung eines Einjährig-Freiwilligen besichtigt wurde. Zn dem benachbarten Saalburg-Restaurant wurde noch ein vortrefflich zubereitetes reichliches Abendessen eingenommen. Gegen 8 Uhr abends trat man über Friedberg, wo noch eine Rast gemacht wurde, die Rückfahrt an. Die Ankunft in Gießen erfolgte um 11 Ilhr. lieber den Aufenthalt in Friedberg lesen wir in einem dortigen Blatt: „Nachdem die Mannschaften in den am Bahnhof gelegenen Wirtschaften sich gestärkt halten, mußte allmählich an die .Heimfahrt gedacht werden. Doch das schneidige Auftreten der Friedberger ehemaligen 116 mit ihrer patenten Militär-Musikschulkapelle war doch noch zu frisch in der Erinnerung der Regimentskameraden, sie wollten als Gegenleistung auch den Friedbergern eine Freude bereiten. Die Musikkapelle der 116er ließ den alten Hessenmarsch vom Stapel, und trotz der zurückgelegten Tagestour konnte man den Mannschaften keine Müdigkeit ansehen, sie marschierten noch gerade so — gemütlich nach dem Marschtempo der Musik, wie man vor hundert Jahren nach der Weise: „Immer langsam vorcutt' eben exerzierte. Zum Schluß wurde dann noch der alte Parademarsch vorgeführt; der Fahnenträger behalf sich mit einer improvisierten Fahne und gliederweise erfolgte der Vorbeimarsch im Paradeschritt. Dadurch hatten noch viele hiesige Einwohner, die in Gießen nicht beim Fest sein konnten, einen Genuß von den chönen Leistungen dieser historischen Kompagnie unter der schnei- ngen Führung des Herrn Hauptmanns v. Haehling gehabt, denn owcit die Musikweisen vernehmbar waren, war alles auf den Beinen, um dem bis jetzt ungewohnten militärischen Treiben zuzusehen. Athen, 1. Aug. Gegenüber den Ausführungen eines ausländischen Blattes erklärt die „Agence d'Atchsnes" neuerdings, zwischen Griechenland und der Türkei bestehe keinerlei Entente, oder sei im Entstehen begriffen. Es. hätten lediglich Besprechungen wegen der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern stattgefunden. B u k a r e st, 1. Äug. Erbprinz Fe r d i n a n d ist wieder ins Hauptquartier der O p e r ati o n s a r m e e abgereist. Wien, 1. Aug. Tie Orientbahngesellschaft beschloß angeblich, einen neuen O ricntexpreßzu g zur Ermöglichung des direkten Verkehrs zwischen Paris, Wien und Saloniki einzustellen. B u ka r e st, 1. Aug. Bis gestern abend wurden sieben Cholera fälle in der rumänischeMÄrmee festgestellt. 6Ö0 verwundet. — Die Versuche der Serben, Noch vorgestern abend in Widdin einzudringen, wurden durch die bulgarische Artillerie vereitelt. Gestern wurde um 6 Uhr morgens das Bombardement auf eine Entfernung von 6 Kilometern wieder ausgenommen und dauerte mittags noch heftig an. Am Nachmittag um 3 Uhr fuhren rumänische Delegierte auf einem Dampfer von Kalafat über die Donau nach Widdin, um den Kriegführenden die in Bukarest beschlossene Waffenruhe mitzuteilen und den Befehl zur Einstellung der Feindseligkeiten zu übermitteln. Belgrad, 1. Aug. Tas Serbische Preßbureau dementiert nachdrücklichst die Sofioter Meldun- g e n über angebliche Erfolge der Bulgaren auf serbischem Gebiet, wobei die Serben große Verluste erlitten haben sollen, sowie die bulgarische Meldung über den angeblichen Vorstoß der Bulgaren gegen Kotschani. Gerade das Gegenteil geschah, wie das Preßbureau in seinem letzten Telegramm gemeldet hatte. Die Türkei und die Mächte. Konstantinopel, 1. Aug. Es bestätigt sich, daß die türkischen Aufklärungstruppen auf türkisches Gebiet zurückgekehrt sind und an der alten türkisch-bulgarischen Grenze halten. Die Bulgaren besetzten ihre früheren Posten wieder und konzentrierten in der Gegend von Jeamboli und Hebitschewo Truppen. Der türkische Thronfolger richtete nach feiner Ankunft in Kirki- lisse an die Bevölkerung und an die Armee eine Ansprache. Der Thronfolger nahm alsdann eine Parade der Truppen über 15000 Mann ab, wobei er von der Bevölkerung durch Zurufe begrüßt wurde. Der Ober- lommandant der Armee veröffentlicht eine Erklärung an die bulgarischen Dorfbewohner, die die Dörfer verlassen, in der er sie auffordert, zurückzukehren und friedlich ihren Arbeiten nachzugehen. Konstantinopel, 1. Aug. Es wird ein neues Ar- 11t eekorps gebildet. Das Kommando übernimmt der Militärgouverneur Oberst Tfchemal Bei. Berlin, 2. Aug. Der „Berliner Lokalanzeiger" bemerkt zu der Bukarester Meldung, daß der Reichskanzler an den hiesigen türkischen Botschafter die Forderung gerichtet habe, die Türkei möge Thr az i en unverzüglichräumen, dem Botschafter sei seinerzeit vom Auswärtigen Amt eröffnet worden, daß Deutschland in Uebereinstimmung mit den anderen Mächten den Londoner Vorfrieden als zu Recht bestehend betrachte. Außerdem sei der Türkei geraten worden, sich nicht auf Adriano- pel zu versteifen, sondern die Gelegenheit zur Erwerbung einer günstigen strategischen Grenze Enos-Midia zu benutzen. W i e n, 2. Aug. Nach Erklärungen t ü r k i s ch e r d i p l o- ma tisch er Kreise ist die Türkei noch heute bereit, den Vorschlag der Regierung Mahmud Schefket anzunehmen, nach dem Adrianopel geteilt werden und der mohammedanische Teil mit den Moscheen und Gräbern türkisch bleiben, der andere an Bulgarien fallen soll. Paris, 2. Aug. Nach ottomanischer Ansicht wird eine Teilung A d r i a n o p e l s zwischen Bulgarien und der Türkei heute den größten Schwierigkeiten begegnen. Sofia, 2. Aug. Tie bulgarische Regierung soll ver- , ständigt worden sein, daß die Deutsche Bank und die Deutsche Orient bank vom Staatssekretär Jagow angewiesen worben seien, der Türkei keinerlei Geldmittel bereitzustellen, solange deren Truppen Thrazien nicht verlassen hätten. Verschiedene Nachrichten. Mk. 21000. Dieser -n- ••Pr£,cP.£.er 9' uI‘ Juli. (Verspätet einqegangen.) Die oviahr. Jubiläumsfeier des hiesigen Turnvereins hat bei sehr starker Beteiligung von nah und fern einen glanzvollen Derlaiif genommen. ^uruoereiiic mit nahezu 1000 Turnern waren erschienen. Eröffnet wurde das Fest durch einen von Forstassessor Schmieder gefetteten großen Kommers, zu dessen Beginn Graf Kuno das Hoch au, Kaiser rmd Großherzog ausbrachte. Der Gesangverein per- chonte den Abend durch einige hübsche Lieder. Der Turnverein Gedern Uetz durch seinen Vorsitzenden eine prachtvolle in Eichen gerahmte Gedenktafel überreichen. - Sonntag morgen 6 Uhr war Weckruf, dem ein Ständchen im Schloßhof folgte. ' Um 10.30 Uhr »and unter überaus großer Bcteiligllnq Festgottesdienst statt. Nachmittags 1.45 Uhr bewegte sich der Festzng durch den ^chloßhof nach deu, Festplatz, ivo Graf Kuno das Kaiserhoch ailsbrachte und Psarrverwalter Weidner den WiNkommengruß entbot. Darnach hielt das Ehrenmitglied des Vereins Oberamtsrichter Dr. Fuhr, Bad-Nauheim, die Festrede, die den Werdegang der Deutschen Turnerschaft wiederaab. Kreisamtmann von Grancy überreichte die von dem Großherzog lind Frl. Belz die von den Jungfrauen Ortenbergs geslisteien' Fahnenschleiien. Gauvertreter Metzler überbrachte die Grüße des Garies. Die -Turnvereine Büdingen und Lauterbach ließen durch ihre Vorsitzenden eine Schleife und einen Jahnennagol überreichen. Zu den Freiübungen, die unter Leitung des Gaiiturnwarts Will standen, waren über 100 Turner anqetreten. 19 Musterriegen er- bielten Preise. Klasse A: Die Schülerabteilung Ortenberg turnt allein. Klasse 8: 1. Preis Turnverein Osthcim; 2. Preis Dameu- abteilung Ortenberg. Klasse C: 1. Preis Turnverein Lauterbach; 2. Preis Turnverein" Ortenberg. — Lebhaften Beifall fand der ttahnenreigcn der Grebenhainer schülerabteilung. — Am Montag tauben neben dem Einzelwetturnen des Tiirnvereins Ortenberg Jugendspiele der Schüler statt, luobet jedes Kind mit einer kleinen Auszeichnung bedacht wtirde. An beiden Turntagen waren vorzügliche tilrnerische Leistungen zu sehen, die ihren Glanzpunkt in den Geivanötheitsübungen der besten Turner des Gaues erreichten. vereinsnachrlchten. ... J Wies eck, 1. August. Der Gesangverein Eintracht beschloß, sem im nächsten Jahre stattsindendes 20jähriges Stiftungsfest, verbuiiden mit einem nationalen Gesangswett- streite im größeren Rahmen zu feiern. Von freiwilligen Spenden wiirden zur Anschaffung von Preisen beträchliche Summen in Aussicht gestellt, sodaß es dem Verein möglich ist, seinen Gästen cmige recht frohe Stunden zu bereiten und ihnen für ihre Mühe- waltung eine angemessene Entschädigimg gewähren zu können. Als Festtage sind der 13., 14. und 15. Juni 1914 in Aussicht genommen. Caetfcwirffcbaft, Tie Salpeter lager i n Chile iverden in absehbarer Zeit erschöpft sein, iind unsere deutsche Landwirtschaft wird dann nicht mehr mit dem für alle Kulturpflanzen so wichtigen Stickstoff rechnen können. Es ist deshalb eine nationale Pflicht, schon vor Eintritt dieser Tatsache dafür zu sorgen, daß ein gleichwertiger Ersah für den Ehilisalpeter vorhanden ist. Der Kalkstickstoff gewinnt deshalb immer mehr Bedeutung ü"ir den deutschen Landwirt, da er ja vor allem ein deutsches Produkt ist, den C h i l i s a l p ete r in der Wirkung ersetzen kann, im Preise erheblich billiger zu liehen kommt als der Ehilisalpeter und erheblicheren Preis- schivankungen nicht unterworfen ist. Der rechnende Landwirt wird deshalb den Kalküickstoff in erhöhtem Maße heranziehen muffen. Verhältnisse mußte ). Zt. die Fabrikation eingestellt werden und die Leute kamen in Vermögensrückgang, so daß ihm wohl die Verzweiflung die Pistole in die Hand drückte d Zotzenbach, 1. August. Auf der hiesigen Station wurde der Vorsteher Meinhard, als er nach der Abfahrt des letzten Zuges den Bahnsteig noch einmal abschritt, von einem Menschen niedergeschlagen. Auf die Hilferufe des Beamten floh der Täter. Anscheinend war von diesem und Helfershelfern ein Raub auf die Stationskasse geplant. w. Mainz, 2. Aug. Ein Mann, der nach Bingerbrück wollte, wurde auf einer Station der Rhein-Nahe-Bahn aus dem Zuge heraus verhaftet. Während der Fahrt hatte em Schaffner Verdacht gegen ihn geschöpft, weil zwei Mädchen im Alter von 15 bis 17 Jahren, die sich in seiner Begleitung befanden, unaufhörlich weinten. Der Verhaftete verweigert jede Auskunft über seine Personalien. Hessen-Nassau. OBieber bei Nodbeim, l.Aug. BiszumIahrc 1880gingen unsere Kinder nach Rod heim in die Schule. Inzwischen ist hier ein zweites SchulhauS gebaut worden und nun ist die dritte Lehrerstclle ausgeschrieben. Bieber bildet keine selbständige Gemeinde, vielmehr haben Fellingshausen, Königsberg und Nodheim gemeinsam die Schullasten zu decken. l. Ziegenberg, 1. Aug. Verschüttet und schwer verletzt wurden zwei Erdarbeiter, die bei der Quellfassung der Wasserleitung beschäftigt waren. Sie standen in einer Grube, die nicht abgespriest war, als plötzlich die Erdmassen von beiden Seiten zusammenrutschten und die beiden Arbeiter begruben. Zum Glück waren Arbeits- lollegen zur Stelle, denen es gelang, die Verschütteten noch lebend hervorzuziehen und ins Krankenhaus zu befördern. Gießener Strafkammer. Gießen, 1. August. Rückfalldieb stahl. Der Kellner Fr. Sch. von Frankfurt a. M. hat von dott aus mit einem Bekannten einen Abstecher nach Münzenberg gemacht : und daselbst in einem dem Begleiter des Sch. bekannten Haus j Nachforschungen angestellt. Hierbei fiel ihnen ein Geldtäschchen I mit etwa 11,48 Mk. bis 11,50 Mk. Inhalt in die Hände; sie I anden es in einer Hose in einem Kleiderschrank. Da sie gestött 1 wurden, sahen sie von weiterem Suchen ab. Das erbeutete Geld j teilten sie. — Sch. stand trotz seiner Jugend schon häufig vor I Gericht und ist namentlich wegen Diebstahls bereits rückfällig. I Unter Einbeziehung zweier in Frankfurt a. M. gegen ihn er- I kannter Gefängnisstrafen von sechs Monaten bezw. einem Jahr I und einer Woche wird er in eine Gesamtgefängnisstrafe von zwei ■ Jahren verurteilt, auf die ein Monat Untersuchungshaft auf- ■ gerechnet wird. Falschbeurkundung. Ein stellvertretender Standesbeamter, der noch wenig Ersah-W rung in seinem Amt hat, datierte den Eintrag über die AnzeigeM vom Tod des seitherigen Bürgermeisters und Standesbeamten ■ im Sterberegtzter um einen Tag vor. Das Gericht ettännte auf ■ die geringst zulässige Strafe von einem Monat Gefängnis. . / Unter Ausschluß der O e f f en t l i ch k ei t wurde gegen den 15 jährigen K. H. v. H. und den 22 iäbrigenM W. W. v. B. verhandelt. Ersterer wurde wegen eines Verbrechen^W nach § 176 Zisf. 3 StGB, zu einer Woche Gefängnis, letzterer^ wegen eines vollendeten und eines versuchten Verbrechens naW ’* Silberne Hochzeit feiern morgen Schreiner Karl Peter und Frau, Maria, geb. Bellof. ** Wetzlarer und -obevhessische Industrie auf der Leipziger Baufach-Ausstellung. Die Buderus-Eisenwerke in Wetzlar und ihre Zweigniederlassung in Lollar sind auf der Leipziger Baufach-Ausstellung sehr gut vertreten, lieber ihre Beteiligung auf der Baufach-Aus- stellung berichtet sie in einem hübschen Heftchen, das u. a. auch eine Aufnahme des Lollarer Werkes von der „Viktoria Luise" aus enthält. Weiter sind in dem Heftchen unter Beifügung von kurzen Beschreibungen zahlreiche Bilder von Maschinen und Kesseln enthalten, die die umfangreiche Ausstellung der Werke sehr anschaulich darstellen. Der Ge- famteindruck der Broschüre gibt einen guten Ueberblick über den hohen Stand der Wetzlarer Eisenindustrie. ** Preisbildung für einen Bauplatz. Im Jahre 1891 erwarb der Bauunternehmer H. W. Rinn ein Gelände an der Ecke der Rodheimer und Krofdorfer, jetzt Schützenfiraße, für Mk. 19 000. Er schnitt zwei Bauplätze dovon ab, die er bebaute, und 1898 verkaufte er die immer noch große Restparzelle an den Bankier Grünewald für 28rrs StcrSt LsrsrÄ« Gießen, 2. August 1913. ** T a g e s k a l e n d e r für © o n n t n g , den 3. August: B a k o l s K ci in m e r - L i ch t s u i e l e: Täglich Vorstellung. ' L i ch t s p i e l b o n s: Täglich Vorstellung. O b e r b e s s i s cb e s u s e u m und Gail' sche Sa m m - lunqen. Geöffnet Sonntag vormittags 11—1 Uhr unentgeltlich. Oberbcff i leb e r K u n st v e r e t n. Gemäldeausstellung un Turmhaus am Brand. Geöffnet täglich (mit dlusnabme von Samstag) von 11 — 1 Uhr, Tonntags von 11-3 Uhr, Mittwoch nachmittag von 3-5 Uhr. Museum für Völkerkunde. Geöffnet an Sonntagen vormittags von 11—I Uhr unentgeltlich. -ie A n l a a e m u s i k findet am At i t t w o ch , deu 6. ?lngust nnchmtttags 5 Uhr, statt. Spielplan: 1. Ouvertüre zur Over „Ilka" von A. Doppler; 2 Fantasie aus der 'Over .Faust" von Ehr. Gounod; 3. Lahntal-Klänge! Walzer von Herrn. Atetz-Gießen' 4. ,Aisha 1‘ Japanisches Intermezzo von R. Poivell. ♦ ** Pfarrpersonalien. Der Großerzog hat dem Pfarrer Ferd. AutheS zu Brensbach die evang. PfarrsteNe zu Geiß-Nidda übertragen. ** Technisches Oberprüfungsamt. Ter seitherige Vorsitzende des Technischen Oberprüfungsamts, Geheimerat Dr Schäffer, ist auf sein Nachsuchen durch Entschließung des Groscherzcgs unter Anerkennung seiner langjährigen verdienstvollen Tätigkeit von diesem Amt enthoben worden. An seiner Stelle ivurbc der Vorsitzende der Ministerial-Bauabteilung, Mi- msteriglrat Dr. Kratz, zum Vorsitzenden des Technischen Ober- Prüfungsamts und zu dessen ständigem Stellvertreter, dem in dieser Eigenschaft die Vorbereitung und Abhaltung der Prüfungen selbst obliegen soll, der Vortragende Rat in der genannten! Ministerialabteilung, Geh. Oberbaurat Jmrotch, ernannt. Zum Mitglied des Technischen Oberprüfungsamts wurde ferner der ständige Hilfsarbeiter in der Ministerial-Bauabteilung Finanzrat E m m e r [ i ft g bestellt. ** Prüfungskommissare für die Technische Hochschule. Ter Ministerialrat i. P. Geheimerat Dr. Schäffer ist auf sein Nachsuchen von der Stelle eines ständigen Kommissars des Ministeriums der Finanzen bei den Diplom- prüftingen an der Technischen Hochschule enthoben worden. Auf Grund der Bekanntmachung des Ministeriums des Innern und des Großl). Ministeriums der Finanzen vom 8. Januar 1906, betreffend die Ersetzung der Vorprüfung und der ersten Haupt- vrüftmg für den Staatsdienst im Baufache durch die Tchlom- vrüfung, sind zu ständigen Kommissaren des Ministeriums der Finanzen bei den Diplomprüfungen der Technischen Hochschule bestellt worden: 1. der Geh. £)berbaurat Jmroth für das gewissen Schmidt von der Holzindustrie Mücke für den Preis von Mk. 26 500, der wieder zwei Batiplätze davon abschnitt, diese bebaute und die immer noch große Restparzelle an den Bankier Herz für Mk. 18 600 abgab. Die Herz.Bank verkaufte 1908/09 das Gelände an den später verkrachten Unternehmer Bill für Mk. 21 500. Der Vorbesitzer erwarb das Gelände im Zwangsverkauf zurück und überließ es an Born- gäffer und Abermann & Kling für zusammen 24 500 Mk. Landkreis Gießen. Lich, 1. August. Nun scheint endlich die Ernte and) hier in vollen Gang zu kommen. Das Korn, das hier allerdings nur verhältnismäßig wenig gebaut wird, ist zwar schon größtenteils geschnitten, aber Hafer und Gerste, die bei dem guten Wetter der letzten Tage rasch heranreiften, werden in der Hauptsache erst nächste Woche zum Schnitt kommen. Arn weitesten ist noch der Weizen zurück, der für sich hier den größten Teil der mit Getreide bebauten Bodenfläche in Ansprrich nimmt rind besonders in den lehm- reichen Teilen der Gemarkung vorzügliche Erträge liefert, die hinter denen der besten Lagen der Wetterau nicht zurückstehen. Durch die nasse und kalte Witterung im Juni und Juli ist die Ernte hier gegen die Vorjahre um 2—3 Wochen zurück. Vergangenes Jahr ivurde hier in den letzten Julitagen schoir Weizen geschnitten. Dazu kommt noch, daß in diesem Jahre die Erntearbeiten nicht so rasch wie geivöhnlich vonstatten aeh.cn werden. Denn da es die Landivirle zumeist mit Lagerfrucht zu tun haben, können sie von den Maschinen mir wenig Gebrauch machen. Kreis Friedberg. L B utzbach , 1. Aug. In unserem rühmlichst bekannten Altertumsmuseunt find ein Weidigzimmer und ein Bismarckzimmer eingerichtet worden. Tas Weidigzimmcr wird auch Gegenstände aus der 1848er Bewegung aufnehmen. !. Kirch-Göns, 1. Aug. Unser langjähriger Bürgermeister Johannes Nern VI. ist im hohen Atter plötzlich q e - st o r b e n. O st h e i m b. Butzbach, 1. Aug. Als eine Frau Petroleum ins Fe ne rschüttete explodierte die Kanne und die Frau erlitt derartige Brandwunden, dasi sie unter furchtbaren Schmerzen ihrLeben aushauchte. Die Frau, welche im Nu in Flammen stand, lief auf den .Hof. Die Kleider fielen ihr schon in Fetzen vom Leibe und das Kopfhaar war abgebrannt, als man die Flammen löschen tonnte. Starkenburg und Rheinhessen. rm. Darmstadt, 2. Aug. Aufsehen erregt der heute erfolgte Selbstmord des im Alter von etwa 54 Jahren stehenden verheirateten Kaufmanns Hermann T i e h m der einer hiesigen angesehenwi Familie entstammt, und dessen Vater zuletzt Inhaber der eingegangeneu Schuch ar d- s ch e n H u t f a b r i k war. Durch die ungünstigen Geschäfts- 8 176 fliff. 3 otöto , und wegen enter Beleidigung sowie eines Falles von ftörverwrletung mittels gefährlichen Werkzeugs in eine Gesauttge^ängntsstrlöe von sieben Monaten und einer Woche, aus die zwei Monate und eine Woche Untersuchungshaft ans- gerechnet werden, verurteilt.' vermischtes. * Ein vielsprachiger Frankfurter. Dr. E. Lüring aus Ttrcnffurt wirkte auf dem kürzlich in Zürich abgedaltencn Wrlt-Sonntagsschul-Kongreß als Dolmetscher. Die „Züricher Zeitung" schreibt über seine Tätigkeit: Er spricht siebenundzivanzig lebende und einige tote Sprachen perfekt: Altgriechisch macht ihm »leniowenig Schwierigkeüen wie seine Muttersprache. Mit fabel- Hasler 3i crheit gibt er WoNlaut, Sinn und Tonfall der Reden lvieder *00 Mark von der Reichsbank holte, aus dem Rückivege von Mtri Individuen in der Nähe des Kontors Pfeffer in die Augen gestreut und die zwei Deutel mit dem Gelde geraubt. Während ein Wäuba entkam, wurde her andere, der mit dem geraubten Gelde auf ein-mi Rade zu entfliehen suchte, von einem andern Radfahrer verfolgt und zu $aU gebracht, so dass er verhaftet tperben konnte. Tie Personalien des Verhafteten konnten bisher noch nicht sestgestellt werden. * Ertrunken. Aus Trier, 1. Ang., wird gemeldet: Gestern nbcnb vergnügten sich mehrere Kinder am seichten Mosel iifcr. Plötzlid) versank, nne die Trierer Blätter berichten, ein »jähriges Mädchen in einem Baggerloch. Sein 6j.jhriges Schwesterchen wollte ihm &u Hilfe eilen. Beide Kinder wurden aber von den Wellen fottgerissen und ertranken. Tic Leichen ! onnten kurz darauf geborgen werden. Tie beiden $crung Lutfi en r. ’aren die TiMl er des Militärsckmeiders Zink. \ * Tiebischer Eiscnbahnbea inter Ans T ort - N' f, tnd, 1 August, meldet ein Privattelegramm: In der ver- rtiiv.. ttnrn Nacht mürbe im Eilzuge Hanw'ver—Tortinnnd einer "Lauv ; t>ic Handtasche mit 100 Mk Inhalt geraubt. In einem it^eri cn Abteil envacktc ein allein sckstafender .Herr in dem Lütgen jld,. als ein Mann ihn yt berauben versuchte. Ter Täter i st •in» Eisenbahn beamte r, der in dem Eilzug beschäftigt \V, \ nd in Hannover wohnt. । * Pilzvergiftung. In Neulußheim erl'rankte nach html Genüsse von selbst gesuchten Pilyendie Fa,nilic des Maurers Kern. Das 3 Jahre alte Söhnchen Philipp und das iecks Jahre alte Töchterchen Lhdia sind bereits gestorben. Ter 32 Jahre alte Maurer wurde in sehr bedenklichem Zustande in das Universitätskrankenhaus in Heidelberg eingeliefert. Das Befinden der <3rrmi Kern und ilyrer neun Jalxre alten Toch.er .st befriedigend. • Bei der Arbeit ertrunken. Au« Denk, 1. August meldet ein Peivat-Telegramm: Inlolge LoSlöfung zweier Planken von einem Rhone-Ufer liegenden Wäschennuenstoß ist diese- plötzlich gesunken. Bon fünf darauf beschäftigten Wäscherinnen konnten nur zwei gerettet werden. K.-K. lieber die Ursache der Milchgerinnung bei Gewittern stnd wir erst durch neuere Untersuchungen von Intlat aufgeklärt worden. Tie Milchsäurebakterien vermehren sich bdou* der- lebhaft bei Gegenwart feldst nur geringer Menge» von Fä»l- uiSqaseu. Bei Gewittern stiidel nun stets ein vlöylicheS Sinken deS Liistdruckes statt; babureb werden auS der Umgebung in unseren Wohnungen, aus dein Erdreich «sw. Fäuluwaase 'rei, die zur Milch gelangen »nd in dieser die Venuebrnua der Milchsäiirebakterien und damit mich die Mrlchgerinuiing begünstigen. — Di e Kunst, umsonst zu wohnen. Im Juli 1906 kamen in Paris drei obdachlose Künstler in die abgelegene Rue du Trlta, ein schmales Gäßchcn in einem Austenauarticr. Im Hintergrund einer dickt verwachsenen Anlage erblickten sie ein Haus, das allem An'ckein nari) unbewohnt war. Sie erkletterten bic Fenster und prusten sorgjallig das Innere. Schließlich bc schlossen sie, einzusteigen und dort die Nackt zu verbringen. Arn folgenden Morien wurden sie durch jrohcs Bogelgczwiticher geweckt. Mein Mensch war im ganzen Haust- zu iinben Dieses bestand au: 14 schönen Zimmern, die zum Tableiben einluden. Als sich nach Verlaus von einigen Tagen niemauo meldete, richteten sich die Slünftlcr häuslich ein nnd sorderten noch drei Freunde aus, bei ihnen zu wohnen. Schließlich legte sich bann noch jeher von diesen Künstlern ein Frauchen bei, so daß die „Billa zur göttlichen Von'ehung", wie das Hans seierlick gelaust umrde, icklienlich von 12 jeclenvergnügten Mtnickten bewohnt wurde. Ta-.- Haus tvurde balo der Mittelpunkt eines großen Künstlerkreises. Hier nntrbe» Bälle abgehalten, tinnftierfefte gefeiert und sogar dlus- stcllungen veranstaltet. Rach einiger Zeit sand einer der Künstler heraus, das; das Haus der 3tabt gehöre. Ta längere Zeit nichts für den Unterhalt des Hauses getan worden war, und das Dach und die Dandbckleidung stark gelitten hatten, io begab er sich aut das städtische Baubureau und machte auf die Bautälligkeit ausmerlsam. Ter Schaden wurde ohne weiteres ausgebessert, und die Künstler lebten unbehelligt weiter. Schließt ick zerstreute iick die Gesellschaft; die einen verzogen, andere vertrugen sich nicht und außerdem war das Haus von den beliebten Künstlerzentren lveit eutiernt. Tie Kolonie beschloß also, anszuziehen Vorder fe|itc sie jedoch, wie ein Mitarbeiter der „Tribuna" erzählt, ein Schreiben an den Magistrat auf, in dem sie ihm für die billige wundervolle Wohnung, die sie sieben Jahre lang inne gehabt hatte, einen tiefgefühlten Dank aussprach. Börscn-Wochcnl*ericht. — Frankfurt a. M., 1. August. Tic Friedenszuversicht ber Börse bat weiter zugenommen, zumal ein Wasstnstillstand beschlossen wurde. Tie Grundstimmung mar vornnegeno fest, indessen ist das Gesd)äft noch wenig umfangreich. Tic Sp.ckulation beschäftigt fick weniger als in den letzten Monaten mit der Polini, sie beobachtet mit großer Aufmerksamkeit wieder die wirtschaftlichen Vorgänge. Zu der Widerstandsfähigleit der Märkte gegenüber ungünstigen Nachrichten aus der Industrie bat sehr viel beigetragen, daß die Welterntc aller Voraussicht nach überaus groß werden bfin'tc. Tas gilt besonders von der Weizenernle, die in allen Produktionsländern nack den bisherigen Schätzung einen Rekord darstcllt, und zwar besonders Rußland, Amerika und Mwtaöo. Temgegenüber will es wenig besagen, daß die Dalkanländer eine geringere Ernte ein bringen werden. Eine günstige Ernte wird dem 'Wirtschaftsleben sehr zustatten kommen und so sieht man der weiteren Entwicklung der wirtschaftlichen Berl>ältnisse itriebet mit größerem Vertrauen entgegen Am Weltmarkt für Eisbn ist neuerdings eine leichte Besserung eingettetcn. Tic Anregung hierin ist vom englischen Roheisenmarlt ausgegangen, sie hatte ein Anziehen der Notierungen für Halbzeug am internationalen Markte zur Folge. Ter Deutsche Stahlwerkverband ist in Halbzeug bis sunt Jahresende fast ausverkauft und durch diese Ausschaltung Teutschlands vom internationalen Halbzeugmarkte sind die Preise in Belgien und Frankreich gestiegen. Auch am Stabeisenmarkte ist eine Bessentng eingetreten. Auch hierbei hat der starke Bedarf des Weltmarktes den Anstc« gegeben. Ist auch an eine wesentliche Erhöhung der Stabeisenpreise vorerst nicht zu Eenken, so ist es hott wichtig, daß die rückläufige Bewegung zum Stillstand gekommen in Einen günstigen Ausblick gewährt die Tatsache, daß am amerikanischen Eisenmarkle sich ber Hin zeicken einer Besserung grmebri baden Tie Ermäßigiuui der Rodeisenpreise in Amerika hat auf den Konsum eine Anregung au-^ieübt Eine günstige Wirkung übte die weitere Erholung enf.ills befestigt. Banken lagen still, SchisfahrtS- werte scknankend. Rentenwerte nur totnig verandett Pri- vatoi.'lvnt 4: < Proz. ßrtiidcL ** Tic Brannkohlen*Brikett-Bertriebs-Ge' sellschast Michel m. b. H., G r. K a n n a , Post Frankleben, hat diese Firma in Berkan ssbüro des M ichelkon- zerns m. b. H. geändert Tiefe Bezeichnnng soll auch schon zum Ausdruck bringen, daß die Firma eine Berkaussvercinigung ihrer Werke bildet und die Kundschaft baburd) den Vorzug des direkten WerkbezugS genießt. Vriefkaste« -er rledaktion. IBnouhme Anfrage« bleiben «nberückfichttgt.D Mttstkfchulc. Sie fragen am beste» selbst dort a». Amtlicher Wetterbericht. Oefsentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetlcraussickten in Hessen für Sonntag, den 3. August 1913: Weckfelnd beivölkt, bis auf Gewitter trocken, warm. Wer Odol konsequent täglich anwenhet, übt nach unseren heutigen Kenntnissen die denkbar beste Zahn- und Mundpflege aus. Preis: V, Flasche (Monate ausreichend) M. 1.50, V, Flasche M. -.85. C”/, zu rufen. Friedhoio nuö statt. 5056 a. anonelver- sandgeschäst. 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