Nr. m Zweiter Blatt 165. Jahrgang Giehener Anzeiger Krscheml täglich mir Ausnahme der Sonntags. General-Anzeiger für Gberheffen Tie „Oietzener Familien blätter" werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreilblatt für den Kreis Lietzen" zweimal wöchentlich. Tie ..Landwirtichäftlichen Leit, fragen" erfcheinen monatlich zweimal. Mittwoch, 20. August 1915 Rotationsdruck und Verlag der Bru bischen Universität» - Biich- und Gteinbrudcrci. R. Lange, Dießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 61. Redaktion: e-GK 112. Tel.-Adr^Anzeig«Diesen. Ein schwieriger Kenoffc als Sozialdemokrat l Ter Redner führte aus, daß es nicht mehr närig sei, über die .c sC]n Jenaer Parteitag beantragen öirb, Beteittung der Prepe ausführlich zu sprechen. Wer harte Iwch die Radek für nicht parteizugehörig zu erklären." Presse für ernt Erfindung des Teufels halte, der sei ent reutet Ta des richten fehlen noch, doch soll der Bezirksamtmann von bora, £>crr Bergafsessor Singe* I, sich zur Prüfung Vorkommens an die Fundstelle begeben haben. Der Handel von Togo Vordringen des Polentums in Ostpreußen. Rach dem Verwaitungsbericht des MrcifeS Osterode, Ostpreußen, für das Jahr 1912 waren bis zum Jahre 1911 hn dc..tigen »rcije 170 Besitzungen mit 5436 Hektar in polnische Hand übergegangen. Im Jahre 1912 sind hinzu gekommen 9 Besitzungen mit 284 Hektar, so daß setzt insgesamt 1 79 Besitzungen mit 5720 Hektar in polnischer Hand sind. Umgekehrt hat ein Ueber- qang aus polnischer in deutsche Hand nicht stattgefunden. Reben dem Erwerb durch Polen läuft eine sehr bedeutende Beleihung von ländlichen Grundstücken durch polnische Ban- ken Rach oberflächlichen Ermittlungen betrugen diese Beleihungen am Schlüsse des Wahres 1912 bereits 894 000 Mk. An» Stade und Land. Gießen, 20. August 1913. • • Der SchlachthofS-Ausschuß, welcher in der vergangenen Woche getagt hat, beschloß, die Erbauung einer neuen vergrößerten Rindcrschlachthalle, deren Ausführung bereits von der Stadtverordneten-Ver- sammlung beschlossen war, auf einige Jahre hinauS- zuschLeben. Die drei Metzger im Ausschuß waren ein- stimmig der Ansicht, daß man sich mit der alten Rinderschlachthalle ganz gut noch einige Jahre behelfen könne, obgleich der Transport der geschlachteten Tiere in die Kühl- raume etwas umständlich ist. • • Unterricht in fremden Sprachen. Verschiedene Eisenbahndirektionen errichten im kommenden Winter bei freiwilliger Teilnahme auf Kosten der Verwaltungen Unterricht in der französischen oder englischen Sprache für Beamte des VcrwaltungS-, AbfertigungS- oder Betriebsdienstes. • • Gießener Geldlotterie. Bei dec am Dienstag veranstalteten Ziehung der Gießcnrr Geldlotterie zum Besten deö Flug festes in Gießen fiel der 1. Hauptgewinn im Betrage von 10 000 Mk. auf Nr. 2835, der 2. Hauptgewinn (3000 Mk.) auf Nr. 5988, der 3. mit 1000 Mk. auf Nr. 20 013, 2 Gewinne von 400 Mk. auf Nr. 21 502 und 21 849, 2 Gewinne von je 200 Mk. auf Nr. 5222 und 26 192, 5 Gewinne von je 100 Mk. auf Nr. 1557, 15 732, 20 290, 35 364, 43 688. Landkreis Gießen. b. Lo klar, 19. Aug. Ter Gc meinderat beschloß, die Lieferung des Walzmaterials für den Auweg den We- mgi'tforberuhen flttrl Gerlach und Heinrich Tewel zu übertragen und genehmigte das Einwatzen eines Teils der Pleichstraße. Z Lich, 19. Lug. Recht rege ist auch in diesem Jahre die Bautätigkeit gewesen, besonders in her Nähe der Bahn hoi-'. Jenseits der Detter ist in den letzten Jahren ein ganzer Stadtteil erstanden. der im Volksmunde kurzweg mit „Sachsenhausen" bezeichnet wird. Eine Straßenanlage, die quer über das Wettertal und die Wiesen iühren soll, nnro „Neu-Lich", das bis jetzt nur_ mit der Unterstadt in Verbindung steht, auch mit der oberen Stadt direkt verbinden. --Grünberg, 19 Aug. Tie hiesige Kornhausgeno,- senschaft hat beschlossen, sich auszulösen. Mit der Liquidation ist der Vorstand beauftragt. Kreis Alsfeld. □ Rupp ertenrod, 19. Aug. Heute fand man hier in einem Heuhaufen daS Paar SonntagSstiefel, das bei dem Einbruch dem Gastwirt des .Löwen" gestohlen worden waren, ferner eine noch teilweise mit gutem Branntwein gefüllte Flasche. Nachträglich hat man entdeckt, daß auch dem Tor und paffe nicht mehr in unsere Seit Ter Redner briprarfl btt Gefahren der glaubensfeindljeden oder religiös gleichgültigen Blätter für die fatbohüt-e Jvannlte. Wo sich einmal in einer Familie rin kirchen feindliches Blau ringt nutet bat, wird der Pfarrer vergeblich predigen, den Weihrauc1»dust verdrängt das Parfüm, rod- cheS das Lribblatt in der minulte verbreitet. Eine farblose Presse < ibt es überhaupt nicht. Den allgemeinen Angriff der Okgntt Iönnen wir nur abschlagen, wenn wir gute und moderne „Ma- chinengcwehre des Gedanienö" aufstellen und dafür sorgen, daß alle katholischen Ao nulten babinterft-tvn Unser Ziel nruh fein: in jede katholische Familie eine katholisch' Zeitung. Daraus wurde die öffentliche Versammlung geschlossen. politifebe Lagcsscha«. Die Prentzifch'Snddeutfche Klaffeolotterie. Die „Bayerische Staatszeitung" schreibt: wurde längst erörtert, der Losabsatz brr Preus.ifcb-Süddeutscheu SHafienlatteric habe in dauern bei der 3 Lotterie gegenüber der vor her gegangen en wesentlich nachgelauen: der Wudgang betrage bei den cinwlnen Einnehmern 10—50 Pro; Tiefe Annahme in unriditg. Allerdings ist der Absatz in der 1 'Hasse der laufenden Lotterie gegenüber der 5. Malle der voraus gegangenen um etwa 3’ - Proz' zurückgeblieben. Ties bart aber nid# auffallen, wenn beachtet wird, daß erfahrungsgemäß der Absatz von Losen im Laufe einer Lotterie, je mehr fie fun der Ziehung der 5., der Hauptllasse, in der weitaus die menten und höchsten Gewinne ausgespielt werden, nähert, nidti unerheblich steigt Verqllnäü man aber den Absatz von Losen in Bayern bei der 1. Ul affe der lausenden mit dem Absatz der 1. 5nan_e der vorausgegmigenen Lotterie, so ergibt sich bei ersterer eine -Steigerung des Absatzes um über V< Tausend der Lote. Im idmarn tot der Losabsatz in Bayern der banenfaxm Regierung weder Ueberraschungen noch Enttäuschungen gebracht; er tot vielmehr bis auf etwa 350 Lose die Zahl errcidit, bie nach den wiederholten Erklärungen der bayerischen Regierung tm ^andtage für die ersten Jahre als Höchstgrenze erwartet werben durste. Der Papst an den Kaiser. Das „Amtsblatt" des Heiligen Stuhles veröffentlicht kn seiner letzten Nummer den von !uns bereits kurz erwähnten Brief des Papstes an Kaiser Wilhelm anläßlich des 25jährigen Regierungsjubiläums. In dem französischen Text sagt der Papst, der „Oterntania" zufolge: Das glückliche Ereignis der 25jährigen rubmrcidxm Regie rimg Ew. Majestät ist eine äußerst günstige Gelegen liest. Glück wünsche darzubringen und Wünsche für die Zukunft auSzusprechen Don Freude erfüllt, sendet deshalb der Heilige Vater mitten ui ber allgemeinen Jubelfeier feine aus tiefstem Herzen fammenben Wünsche, bas- Ew. Majestät sich eines langenLebcnsvoller Ruhm und Erfolge erfreuen möge. Er bittet ju Gott, dem Urquell aller Macht und aller Souveränität, auf daß er dem Kaiser Glück und Gesundheit gewähre und Friede und Gedeihen für das große Reich, das ihm für so viele Wohltaten Tank schuldet Der Papst fügt, wie dasselbe Blatt Wetter mittcilt, hinzu, er sei froh, seinen lebhaften Dank dein Kaiser aus- sprechen zu können, dasiir, daß er immer von dem Wunsche beseelt gewesen fei, das Wohlergehen seiner katholischen Untertanen zu sichern, deren Treue gegenüber dem Kaiser wohl bekannt sei. Die Schaffung eines sozialdemokratischen Agrardtogramms soll von neuem versucht werden. Arthur Schulz, der seinen Parteifreunden als wirtschaftspolitischer Hetzer oft recht unbequem war und vom Bund der Landwirte nicht selten als sozialdemokratischer Agrarier gelobt worden ist, schreibt in den „Sozial. Monatsh.": Fast 20 Jahre nach den sruchtboftn Agrarprogrrmmdebatt.'n des Frankfurter und des Breslauer Parteitags schickt sich, die deutsckx- Sosial^-lich? an, den Versuch, sich ein agrarpolitisches Aktionsprogramm zu fdyiffcn, zu nncderhvlen. W i e man hört, wird unser Parteivorstand dem diesjährigen Parteitag in Ze na den Antrag unterbreiten, eine Sachverständigenkommission zum Studium der land- wirtfdiaftlidKii Verhältnisse und zur Beratung eines Agrarprogramms einzusetzen. Tic Ursache dieses DeichlM- ses des Parteivorstond-s liegt wohl in dem auf^ bic Tauer un toltbaren Zustand, daß die sozialtemokratisckicn Fraktionen einer* de- ptviiriifVcn Ahgeorbnerenhauses und antenrits ber >üd-, west, und mirtelbcutfdxn Landtage zu den wichtigsten Agrar fragen eine grimbsätzlid versdiedene Stellung rinnehmen, da die einen von agrar marriftifdxn, bic anderen im wesentlichen von agrar reformistischen Anschauungen ausgehen. Dcutid)cr ®rtsfranteiifaficnta(|. •• BreSlau, 19. Aug In den fortgesetzten Berhandlungen des 20. Deutschen DrtS* krankenkassentages fprad' beute zunächst LanbtagSabgeortmetcr Fräßdors (Dresden über „Stand ber neuen Prgani- ationjen der Jt'ranfrnfafi'en und bereit Verhältnis zu Arrz- ten". Er legte eine Etstfcktließuirg vor, in der der gute Wille bet Aussen, bic Wirksamkeit der '.’lmtc zu würdigen betont und u. a. verlangt roirb, bar bic Verhälttstll'e zwischen »Irankettkassen und Aerzten auf dem Boden der Glrichlierechtigrmg in fricNidjer Besprechung zu regeln seien. Weiterhin wird entschieden gegen die Tforberung einer generellen Verpflichtung zur Einführung ber freien Arztwahl seitens des Leipziger Aerzteverbandes Stellung genommen, ebenso gegen bic Berechnung von Einzelhonorar. Sdstieß- Itd) wird an die Vertreter ber Ortslrankenkassen, Arbeitgeber und Arbestnehmer tnic Beamte die 'Jüiffarberung geridjtct, tu den zu erwartenden Kämpfen mit allem Nachdruck gegen die ungebührlichen Anforderungen an die Kassen Stellung zu nehmen. T-a» „Verhältnis der neuen Organisationen der K ranken- n A i othck c n' I. handelt * Ap ithekei < Gbnrtottcnburg), der ebenfalls eine Reihe von Leitsätzen aufftelUc, • rabatt keineswegs den gerechten Anforderungen der itranfcnrafü it , entspricht. Die in Aussicht genommene Erhöhung der ReichSarznei- ' tarc sei ganz cntfdnebcn zu bekämpfen, da sie geeignet fei, den Rezeptrabatt eventuell ganz illusorisch zu machen. Es möge dem Lrtskrankcnkassenvcrband Überla ff en bleiben, bei der Beratung der Arzneitaxc selbst Sachverständige ausziistellen und die Beratungen möglichst der Dcffcntlid)fcit Augänglid) zu machen. Ten Lrts- krankenlassen möge bei den behördlich herauSzugebenden BerkaufS- tarnt ein Mitbestimmungsredit cingeraumt werben und bei der Festsetzung der Preise unterschieden werden zwifdien den dem freien Verkehr überlassenen Mitteln und den zum Apothekcnmonopol gehörenden Mitteln. Verträge mit Apotheken feien nur dann zu empfehlen, wenn sie für die Kassen wirkliche Vorteile bieten; eine Verpflichtung, den (Mamtbcbarf an Arzneien in Apotheken zu b ecken, widerriet ber Referent ganz ent schieben. Tie Leitsätze der beiden Redner fanden Annahme. Hierauf bc* handelte Justizrat Dr M wer Frank nthal daS Thema einig ung« und V cr s am m l u n g s r c cht der st-ranken- taffen". Er wies zunächst auf bic Bedeutung des K'oalitionsrechteS Ukoalitionsfreiheit für die Stanfenfaffen hin unb empm?,[ die Errichtung von Arb.sttsgemeinfd>aften unter den verschiedenen .Staffen art en oder ihren Verbänden. Er betonte bann nachdrücklich, daß der Haupwerband alle politischen Richtungen zur Geltung kommen lasse, da ein Verband, der lediglich die bürgerlichen Krankenkassen umfassen wolle, fernen eigentlichen Zielen nicht gerecht werden fömie. Der Redner empfahl schließlid) die Bildung von Bersammlungskaffen und die Uebernahme ber Kosten für bic Versammlungsdelegierten auf den Verbaird, der die Versammlungen veranstalte, und wandte fid> ganz cntfdnebcn gegen eine badische Ministcrialverfugung, nxmadi den Arbeitgebern zu fold^n Tagungen höhere Entschäbigungen und Wagenklafsen gewährt werden wie den Arbeitnehmern. ist ber Redakteur Radek, der in Bremen als der Radikalsten einer austritt. Ter Vorstand der polnischen Sozialdemokraten bat ibn ausgeschlossen. Aber die Sozialdemokraten in Bremen haben ihn in ihren Verein in Bremen aufae- nommen. Mit Rücksicht aus die gegen ihn erhobenen Beschuldigungen: er soll in Krakan Bücher entwendet und vertäust und 300—500 Rbl. Gewerkschaftsaelder unter- schlagen haben, wurde in Bremen ein Ausschuß von neun Mitgliedern eingesetzt Tiefer ist aber zu keinem Beschluß gekommen. Er cntfdncb in Anwesenheit von sieben Mitgliedern mit fünf gegen zwei Stimmen: „Tic Kommission hält durch das in dem Gerichtsurteil mitgeteilte Belafmngs material für die Beschuldigung, Radek habe 300—.500 Rude an Gewerlfchastsgeldern entwendet oder unterschlagen nicht für erbracht und kann aus diesem Grunde die Ein leitt'ng eines Ausschlußverfahrens nicht Vorschlägen." — Die Minderheit einigte sich auf folgende Entschlies-ung Die Kommission zur llniersuchung des Falles Radek ittbt bic Angelegenheit wegen der Entwendung von Gewersichattc- aeldern nickt für hinreichend aufgeklärt an, um aus Grund des ihr vorliegenden Materials ihrerseits eine Verurteilung für beredmgt" zu erklären, oder eine Entlastung von den ihm zur Last gelegtem Teliftcn für gegeben zu erachten/" Die Minderheit steht g r u n^ s ä tz l i ck aber au, dem ctand- puukt, daß ein aus einer ausländischen Organisation aus- aeschlössener Genone in die deutsche S^ialdeinokrarie gar nicht ausgenommen werden bart. Aut dem gleichen Standpuntt'steht der Parteivorstand der deut,chen Lvzial- Lemokratie, der, wie der „Vorwärts" schreibt, „demnach zeigt in der Ausfuhr im ersten Halbjbat-oliken Teutschlanbs ans Herz legt. Ter Antrag wurde angenommen, nachdem er vom Abgeordneten Erzberger befürwortet morgen war. Weiter wurde angenommen eine Entschließung zu gunsten des Tevtfd.en Vereins vom Heiligen Lande und ein Änttag, der bie Unterstützung der Bonifatiusvereinc verlangt. Schliesslich genehmigte die Versammlung noch, daß, rote bereits gemeldet, der nächste Katholckentag im Jahre 1914 in Münster ftattfinben solle. Tic zweite öffentliche Versammlung wurde beute nachmittag um 5 Uhr vor überfüllten Tribünen eröffnet. Ten Vorsitz führte der zweite Bizepräsident, Rechtsanwalt Trunk (Karlsruhe >. An erster Stelle sprach ber Bischof Koppes von Luxem bürg über die Sck> ul Verhältnisse in Luxemburg. Es gibt dort eine unheimliche Macht, die alles zu zerstören sucht. Sie ist auf deutschen Katholikentagen noch nicht genannt worden Ich nenne sie aber, weil ich zuviel darunter gelitten babe.^ Es ist bie Loge, die Freimaurerei, die Kirche des Sa t an«! Bedenklich viel Unteil hat die Loge schon angeridHci. Sie vergiftet untere Jugend, die keine Autorität mehr achtet, keinen Glauben refvctticrr, weder vor dem Staat noch vor der Kirche Ach timg bat Ihr C^cjcf. ist die Lüge, ihr Gott der Tänwn, ihre Kultur das Schändlichste, n>as man sich denken kann. An unseren Schuleii steht draußen: „Mit Gott!", drinnen aber lehrt man den Un> glauben, bic Religion ist ausgewiesen aus unterer Schule unb wir haben eine durchaus gottlose Schule bdommen. Unter Volk öffnet jetzt allmählich die Augen, und mir hoffen, baß das Gnabenbild von Luxemburg seinen Schutzmantel um un? werfen rovriY Wir werden uns die Organisation der deutschen Kat ho liken urm Muster nehmen, so bar auch hier mietet das Wort gilt: Germania bocet! Lebhafter Beifall.) , Birepralldent Trunk brachte auf ben Redner ein aus, bi ein Bisckw'. ter im flampfc um die Schule stehe, eine Anerkennung in biefer außergewöhnlichen Form verdiene. Hier^if nahm bic Versammlung noch drei Berichte entgegen. Prälat, sch we i t - zer Köln, der Generalpräies oer katholischen Gesellenoerrine, erttroari ein Lebensbild tes Gescllenoaters stolping und schll- derte bessert Verdienste um bic katholische Sache in Boyern. An zweiter Stelle sprach Gbcfrebatteur Saumberger Zürich über Moderne Volksbildu ng, ihr Segen, ihre Schäden Ter Rebn r meinte, baß im modernen Volke nicht bloß der Unglaube gewachsen sei, sondern auch ter Glaube. Dir dürfen nicte bloß "ten Materialismus unserer Zeit sehen, fentern auch ihren Idealismus, nicht bloß den Tan', um bas goldene Kallz 'ondem auch das eibi'cbe Neuland, das gefchanen wurde. DaS Schäden ter nvtemen Volksbildung sind, bie lassen sich heilen. Sergen wir mdu Ickoß für ein mächtiges Volk, sondern auch fit rin noch besseres, innerlich noch stärkeres Volk. Haben wir mehr Freude am Volke und mehr Vertrauen ;um Volke, ;um Volke aller Parteien, das soziaLtemofrarischc nicht ausgenommen. Tiefe Freude unb biefeS Vertrauen wünsche ich ben Führern Teutfch- lands in stirchk, Staat unb Gesellschaft. sLebh. Beifall An fester Stelle sprach Rrichstassabgwrdneter Liborius Gerstenberger Würzburg) über bas Thema'. Der Katholik und die Presse. Deutsche Kolonien. Wieder ein neues Goldvorkommen in Deutsch-Oftasrika? Privatnachrichten zufolge ist, wie die „D. O. A. Z." berichtet, im Hinterland von Schirati ein aussichtsreiches Goldvorkommen festgeftellt. Nähere Nack- (1 u he z so n e * I di w ti ft k n fli sch so et E bc de die tzc Äc bii: Lü St iüc Se hil! reg JU( de zu Hä Hai toc 9b uni un be f)ä. im Eh es m je gen Unterschlagung int Amte und toegen Diebstahl drei Jahren Gefängnis verurteilt worden war, ist jetzt, nachdem er sieben Monate von seiner Strafe verbüßt hat, begnadigt worden. Durch mangelhafte Kontrolle beging R. die Veruntreuungen, infolge deren die Stadt Koblenz um 50 000 Mk. geschädigt wurde. se di Die Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 18. August 1913. Landwirtschaft. 7- Sto.rndvrf, 18. Ang. Unberechenbaren Schaden richtet in diesem Jahre der Apfelwickler an dem Obste an. In den meisten Gärten sind die noch unreifen Aepsel wurmstichig und fallen zur Erde. Das wochenlange Regenwetter begünstigt den vorzeitigen Abfall. Jeder Apfel, der am Boden liegt, zeigt den Wurmstich der Made oder Raupe des ^lpfelwicklcrs. Auch bei besseren Birnen ist diese Schädigung bemerkbar. Soll hier gründlich Abhilfe geschaffen werden: so müssen unbedingt jetzt und im Oktober Klebegürtel an den Obstbäumen angebracht werden. = Engelnrod, 19. Aug. Der Flachsbau im hohen Vogelsberg geht von Jahr zu Jahr mehr zurück und macht dem Anbau von Getreide Platz. Nur in unserer Gemarkung werden noch kleine Flächen mit Flachs bestellt. Ter Verdienst des Getreidebaues ist bedeutend höher als derjenige des Flachsbaues. reitens drehte sich Canrobert um und sah, daß der französische Dragoner direkt auf die feindlichen Stellungen zuritt. Ein Verdacht tauchte in ihm auf: sollte der Dragoner vielleicht ein Deutscher gewesen sein? Er ließ sich sofort bei Bazaine über die Zusammensetzung seines Gefolges erkundigen und erhielt die Antwort, daß er keine Dragoner um sich habe. Ter Dragoner war, wie der Marschall später versicherte, ein preußischer O f s i zi er, der sich verkleidet in die feindliche Stellung eingeschlichen hatte und sich durch seine Tollkühnheit und sein sicheres Auftreten rettete. bk. Der Weltuntergang im Jahre 1 972. Schon oft haben Gelehrte und Schwärmer das Ende der Erde voraus- -wsagt, doch, wie wir alle wissen, ohne Erfolg. Diesmal soll es aber ernstlich gelten, wenigstens nach den Aussagen des Professors Noble, des Seismologen der Universität von Philadelphia. Er ist auf (Snmb schwieriger Berechnungen zu der Annahme ge- kommen, daß im Jahre 1972 der größte Teil von Europa durch vulkanische Erscheinungen zerstört werden wird. Tie Katastrophe- soll sich bereits seht vorbereiten und von Jahr zu Jahr steigern. 2te wird auch von einer enormen Springflut begleitet sein Tas ganze westliche Europa ivird spurlos im Ozean versinken, nur von Rußland ivird ein kleines Stück übrig bleiben. Schade, daß der Prophet nicht genauere Angaben über den betreffenden Erden- fleck geben kann. Er wäre gewiß ein günstiges Spekulationsobjekt nach amerikanischem Muster. Kleine Tagerchronik. Am Montag abend wollte ein Automobil aus Heidelberg auf der Straße Ebingen-Wieblingen einem Fuhrwerk aus- weichen, kam der Böschung dabei zu nahe und stürzte sich zweimal überschlagend den Abgrund hinunter. Der Führer und der Besitzer des Autos wurden schwer verletzt in das Akademische Krankenhaus in Heidelberg gebracht. Das Berliner „Tageblatt^ meldet aus Leipzig: Hier ist die Nachricht eingetroffen, daß der junge Geologe Dr. Karl Beck auf einer Forschungsreise im Innern Afrikas von einem Löwen angefallen und so schwer verletzt wurde, daß er den Verletzungen erlegen ist. Aus München wird gemeldet: Vom Bösneckersteig in der Sella- yruppe ist der Professor M i t t e r m a n n aus Villach a b g e - stürzt. Seine Leiche wurde noch nicht geborgen. Eine Dhnamitexplosivn im >Vororte Tacubaha bei Mexiko zerstörte alle Gebäude in weitem Umkreise. Es sind be- rei^ 35 Leichen gefunden worden. Dutzende Verletzte, meistens Frauen und Kinder, liegen in den Straßern Vermischtes. ff. Ein Reiter st ücklein vor der Schlacht von Gravelotte. Am frühen Morgen des 17. August 1870, dem Tag von Gravelotte, ritt, wie der „Gaulois" erzählt, der Marschall Eanvobert von Berneville nach Saint-Privat, um die Stellungen um dieses Dorf, das ihm der Marschall Bazaine angewiesen hatte, zu besichtigen. Er sprengte eben, von den Offizieren eines Stabes und von seinem Geleite gefolgt, auf ein Feld, als ein Reiter in der Uniform der französischen Dragoner ihm cnt- gegenritt. Ter Marsckmll rief ihtt zu sich heran und verlangte von ihm einige Auskünfte. «Ter Dragoner gehorchte und sagte, daß tr zur Begleitung des HauptDmmandierenden Bazaine gehöre. Er hatte eine ausgezeichnete Haltung, wußte sich gut zu benehmen und antwortete auf aUe Fragen in tadellosem Französisch. Er wurde bald wieder, nachdem er den Marschall durch seine prompten Antworten befriedigt hatte, entlassen. Plötzlich während des Weiter- Hochwasserschäden. Im Riesengebirge richtete Hochwasser schwere Schäden an. Die Talsperre von Marklisse mit ihrer Mauer erwies ich als sehr nützlich, ohne sie wäre eine große Katastrophe hereingebrochen. In Z a wo d K i e bei Kattowitz mußten die Einwohner mittelst Kähnen aus den Kellern itnd den Erdge- chossen gerettet werden. Die Weichsel überschwemmte in Ober-Schlesien und Galizien weite Landstrocken. Vüchertisch. — Zwei Dorfgeschichten, die mit bodenständigem Humor die Zähigkeit und Verschlagenheit des Bauernvolkes zeichnen, bringt in seinem neuesten Novellenbändchen Nr. 907 Kürsch- Bücherschatz (Herm. Hillger, Verlag, Berlin): „Die O el- mühle" von Kurt A r a m, Märkte. th. Gießen, 19. Aug. Ter heutige Rindvieh markt hatte einen Vorrat von etwa 1000 Stück Großvieh, 300 Jungtieren und 300 Kälbern. Der Vorhandel in Milchware war diesmal außergewöhnlich flott und stark bet wieder anziehenden Preisen. Ain Markt waren zahlreiche gute Käufer vom Rhein, vom Main, von der Nahe- und Moselgegend atißer der sonstigen Kundschaft aus der Nähe anwesend, so daß der Handel flotter sich gestaltete als am letzten Markte. Tragende und irischmelkende Kühe und Jnnatiere mürben gesucht und gut bezahlt. Fette Rinder und gute Schlachtkühe fehlten ganz Kälber zogen im Preise an, da die Frankfurter Einkäufer allen Vorrat auftauften, soweit die Qualität nur einigermaßen ihren Ansprüchen genügte. Der Restbestand in Kälbern, die knapp waren, ginn nach den Provinzorten ab. Bezahlt wurden per Stück: Milchkühe 1. Qual. 600-700 Mk., 2. Qual. Mk. 450—575, 3. Qual. Alk. 350—420, junge Rinder und Stiere zur Zucht und Mast, 6 Monate alt, Mk. 140—160, 7 bis 9 Monate alt Mk. 180—225, bis 1% Jahre alte Tiere Mk. 210 bis 280, je nach Form und Qualität. Gebandelt wurde der Zentner Schlachtgewicht: Rinder Mk. 94—96, fette Kühe 2. Qual, nur wenige Stücke Mk. 84—86, 3. Qual, bei starkem Angebot Mk. 76—80. Kälber 1. Qual. Mk. 95—98, einzelne extra schwere Stücke bis Mk. 100, 2. Qual. Mk. 88—90, 3. Qual. Mk. 80—84. Gangochsen, die in einigen Paaren am Markte waren, routbeit nach dem Westerwald mit Mk. 1200—1300 das Paar verkauft. — Nächste Markttage 2. und 3. September d. I. le. Frankfurt a. M. © ob ro ein em ar Ft bericht vom 20. Aug. Ausgetrieben waren 1580 Schweine. Vollfleisckige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht 63.00—66.00 Mk., Schlachtgewicht 81.00—84.00 Mk., vollfleischige Schweine unter 80 kß- Lebendgewicht 62.00—64.00 Mk., Schlachtgewicht 80.00—82.00 Mk.,' vollsteisebige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht 63.00—66.00 Mk., Schlachtgewicht 81.00—84 Mk.: vollfleischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgewicht 63.00—66.00 Mk^ Schlachtgewicht 81—84.00 Mk. Geschält mittelmäßig, geringer Ileberstand. io. Frankfurt a. M., 20. Aug. (Orig.-Teleqr. des „Gieß. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Frucht markt v rei ie. Weizen (hiesiger) Mk. 20.5' 1—20,75, Kurhefsischer Mk. 20.75.-21.00, Wetterauer Alk. 00.00—00.00. Roggen (hiesiger) Mk. 16.75 bis 17.00, Gerste (Wetterauer) neue 16.50—17.50, Gerste, Franken, Pfälzer, Ried neu Mk. 17-17.50, Hafer alter Mk. 16.00—19.25, Mais Mk. 14.50 bis 14.75, Weizenmehl 0 Mk. 82.50—32.75, Weizenmehl I Mk. 80.50—30.75, Weizenmehl III Alk. 27.25-27.5), Noggen- nrehl 0 Mk. 27.75—28.00, Roggenmehl 0/1 Mk. 26.50—26.75, Roggenmeht I Mk. 00.00—00.00, Weizenkleis Mk. 9.15-9.25, Weizenschalen Mk. 9 35—9.50, Roggenkleie Mk. 11.10 — 11.25, Malzkeime Mk. 12.00—12.25, Biertreber 12.25—12.50, Raps Mk. 29.00—30,00, Futtergerste Mk. 11,50—11,75. Alles per 100 Kg. ab hier. fc. Frankfurt a. M., 20. Aug. (Orig.-Telegr. des „Gie'r. Anzeigers".) K a rt 0 s s el m arkt. Man notierte: Kartoffeln (neue) in Waggons Mk. 4.00—4.50, im Kleinhandel Alt. 5.50—6.00 für je 100 Kg. fe. Frankfurt a. M., 19. Ang. Heu- und St roh markt. Angesahten waren 5 Wagen Heu. Stroh fehlte. Man notierte: öeu 2,60—2,80 Alk, Stroh (Kontlangstroh) 0.00—0.00 Mk., Wirr- stroh 0,00—0,00 Mk. Alles je 50 Kilo. Geschäft schleppend. Die Zufuhren waren aus den Kreisen Friedberg, Dieburg und Hanau. Gerichtssaal. th. Gießen, 19. Aug. Kriegsgericht der 25. Division. Am Montag nachmittag war ein Kriegsgericht, das über zlvei Fälle abzuurteilen hatte, in der alten Kaserne versammelt. Angeklagt waren der Musketier Ludw. Kratz von der 9. Komp, des 116. Jnf.-Regts. wegen Diebstahls und der Musketier Fa u st von der 10. Komp, des 116. Jnf.-Regts. wegen Hehlerei. Kratz gab tzu, in der Mannschaftsstube cirte silberne Uhr, die auf bei.". Bette lag, an sich genommen zu haben. Er hat sie an Faust gegeben und diesem angeblich gesagt, er solle ihm die Uhr aufheben, er habe sie schon wiederholt verloren und wolle sie seinem Bruder mit in die Heimat geben, wenn dieser nach Gießen komme. Faust erklärt, er habe angenommen, die Uhr gehöre dem Kameraden Kratz, er habe auch nicht gehört, daß in der 9. Kompagnie eine Uhr verloren worden oder abhanden gekommen sei. Ihm sei zwar bekannt, daß ein Soldat von einem Kameraden aüs einer andern Abteilung keinerlei Sachen zur Verwahrung annehmen dürfe, er habe aber nicht daran denken können, daA Kratz die Uhr auf nicht ehrliche Art und Weise erworben hat, denn sonst hätte er sie doch gewiß nicht offen, so daß die anderen Kompägniekollegen sie bei ihm gesehen haben, getragen. Die Uhr, die einen Wert von 50—60 Mk. fyat, gehörte einem Einjährigen, der annahm, daß er sie außerhalb der Kaserne verloren hätte, und von dem Verlust dienstlich keine Meldung erstattet hatte. Zufällig beim Baden aber sah er auf die abgegebenen Wertgegenstände, darunter befand sich die verloren geglaubte Uhr, und so kam die ganzle Geschichte Mr Kenntnis der Kompagnie des Faust und des Kratz. DasKriegsgerickt faßte den Fall milde auf und verittteilte Kratz wegen Diebstahls zu 14 Tagen strengem Arrest, sah aber davon ab, den Mann in die zweite Klasse des Soldatenstandes zu versetzen. Ter milde Spruch wurde damit begründet, daß der Mann noch nicht bestraft ist und daß er der Verführung unterlegen ist. Faust wurde wegen ^Hehlerei frei g e spr 0 ch e n , da es an dem Nachweis fehlte, daß er den Umständen nach annehmen konnte, die Uhr sei fremdes Eigentum. Er hat aber von dem Kameraden infolge eines Kontpagniebefehls nichts zum Aufbewahren annehnrön dürfen; deshalb wurde er wegen Ungehor- ams mit 10 Tagen strengem Arrest bestraft. — Der Musketier Joseph Spahn von der Leibkompagnie des 118. Jnf.- Regts. in Worms war in Friedberg auf Urlaub, er suchte im angetrunkenen Zustand mit seinem Äiefvater Schmidt Streit an- M fangen und hat nach dessen Bekundung als Zeuge ein Bild und einen, Spiegel, der dem Sttefvater gehörte, zertrümmert; er soll diesen dann mit einem Messer bedroht und ruhestörenden Lärm auf der Straße verursacht und den durch den Sttefvater gerufenen Beamten der Polizei beleidigt haben. !Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu 3 Wochen Gefängnis und 3 Tagen Hast, wodurch das Verhältnis der Familienmitglieder unterein- anber sicher noch gespannter geworden ist. Verantwortlich für den gesamten redaktionellen Teil: Aug. Goetz. Warten Sic nicht, bis Ihr Kind krank roird und Sie sich sagen inüssen: Hätte ich meinen kleinen Liebling doch beizeiten mit Restles Kindermehl genährt. In allen Apotheken und Drogerien erhältlich zum Preise von Mk. 1.40 '/. und Alk. 0.75 */2 Dose. Nestle's Kindermehl, G. m. b. H., Berlin W. 57, versendet aus Wunsch gratis und franko eine Probedose nebst illustrierter Broschüre. (sss/f Laden eines hiesigen MetzgerS ein Besuch von den Ein- tzrechern gemacht werden sollte. Sie hatten mit einem Glas- fchneiderädchen die Glasscheibe vor einem Fenster nach der Straße gu versucht zu durchschneiden, die harte Scheibe hatte jedoch widerstanden. -^Storndorf, 18. Aug. Nächsten Sonntag, 24. Aug., findet das in hiesiger Gegend ziemlich toeit bekannte „Berf- w in dem Walde zwischen Ober-Breidenbach und Windhausen statt. Es ist dies kein Vereins fest, sondern ein Fest für die Schuljugend. Hier versammeln sich die Schüler aus Windhausen, Kestrich, Ober-Breidenbach, Nieder-Brei- .denbach, Strebendorf, Köddingen, Vadenrod und Storndorf, um einige vergnügte Stunden zu erleben. Auch die Eltern der Schüler nahmen sehr zahlreich an dem Feste teil. Tie genannten Gemeinden stellen ihren Zöglingen eine Musil- Lrpelle und sonstige Geschenke, die sie für ihre dargeba- tenen Spiele und turnerischen Hebungen erhalten. Kreis Lauterbach. chf Lauterbach, 19. Aug. Dem Vernehmen nach ist ein hiesiger Bursche, der im Herbst zum Militär einrücken sollte, nach Frankreich autzgewandert und soll sich dott in die Fremdenlegion habe anwerben lassen. Im vorigen Jahre hat er schon einen gleichen Versuch gemacht, ist aber an der Grenze erwischt und, da er damals zur Infanterie ausgemustert war, wegen Fahnenflucht bestraft worden. Wie man hört, hat er seine Angehörigen in einem Briefe gebeten, ihm einiges Reisegeld zu schicken, damit er desertieren könne. Der Aufenthalt in der Fremdenlegion scheint dem jugendlichen Abenteurer demnach schnell überdrüssig geworden zu sein. ~ Radmühl, 19. Aug. Das Feldartillerie- Regiment Rr. 61 (Standort 1. Abteilung Darmstadt, 2. Abteilung Babenhausen) hält vor Beginn der Brigade- manöoer am 29. August ein Schießen mit scharfer Munition südlich der hessischen Orte Fleschenbach—Radmühl mit Schußrichtung 'Ulmbach—Marborn ab. Das zwischen diesen Orten liegende Gelände, sowie die Hauptstraße von Fleschenbach nach Ulmbach sind an diesem Tage von 8 bis 12 Uhr vormittags für den Verkehr gesperrt. Zwei einzelstehende Gehöfte, die in allzu gefährlicher Nähe der Ziele stehen, müssen während des Schießens geräumt werden. Kreis Schotten. HK. Schotten, 20. Aug. Der Kreisassistenzarzt bei .dem Kreisgesundheitsamt in Darmstadt Dr. Philipp Best ist vom 1. September 1913 ab zum Kreisarzt bei dem Kreis- gesundheitSamt in Schotten ernannt worden. Kreis Friedberg. H Friedberg, 19. Aug. Gestern trat Bürgermeister ,Baurat Stahl einen mehrwöchigen Urlaub an; seine Stelle versehen die Beigeordneten. — Die Sprengungsarbeiten an dem alten Wasserreservoir sind beendet. Die Pioniere sind heute nach Mainz zurückgefahren. — Gestern hat man mit der Tieferlegung der Ludwigs st raße begonnen. Dieselbe führt zur Wilhelmstraße und zum Neu-Bahnhof. Starkenburg und Rheinhessen. # Darmstadt, 18. Aug. Eine interessante Rechtsfrage ist von der Kaiserlichen Postdirektion beim Finanzministerium angeschnitten worden. Im Großherzogtum ist es von jeher Gebrauch, daß die Finanzämter die Steueczettel auSfertigen und für die 1. Abteilung in verschlossenen Umschlägen, also in Form von Briefen, an die Gemeinden zur Zustellung an die einzelnen Steuerpflichtigen ausfertigen lassen. Die Austragung dieser Briefe besorgt der Polizeidiener, also ein Beamter, der bezahlt wird. Dieser Gang der Sache verstößt aber gegen das Gesetz, gegen das Postregal. Die Post verlangt nicht mehr und nicht weniger, als daß der Steuerfiskus durch seine Dienststellen, genau wie jeder Private oder jede andere Behörde, diese Steuerbriefe mit einer Marke versehen an die Adressaten durch die Post besorgen läßt. Es wird nun interessant sein, ob der Steuerfiskus dazu angehalten wird, sich dem Postgesetz zu ,fügen. Z-Ober-Ingelheim, 17. Amg. Die 8. ordentliche Mitgliederversammlung des Verbandes der Krankenkassen 111 nb der G emeindcn als Träger der Krankenversicherung im Großh. Hessen fand heute im Hotel Alsenz statt. Von 200 dem Verband angehörenden Kassen waren 71 durch 135 Delegierte vertreten; außerdem war das Großh. Ministerium des Innern und das Großh. Oberversicherungsamt durch Herrn Direktor Regierttngsrat von Krug, die Großh. Versicherungsämter Bingen, Friedberg, Schotten, Alsfeld und Gießen sowie die städttschen Bersicherungsämter Darmstadt, Mainz, Offenbach und 1 Worms sowie die Gemeinde Ober-Ingelheim durch den Bürger- I meister vertreten. Der Geschäftsführer Rechnungsrat Harth- ! Darmstadt erstattete den Geschäftsbericht für das laufende Jahr, i ebenso wurde für das abgelaufene Jahr der Kassenbericht erstattet |ünb dem Geschäftsführer Entlastung erteilt. lieber'den 3. Punkt, ,,A r z t f r a g e" ■ berichtete Rechnungsrat Harth in eingehender Wesse, es wurden hier den Verttetern der Krankenkassen für die Verhandlungen mit den 'Herzten bestimmte Richtlinien gegeben. Auch über den 4. Punkt, „Dienstordnung", sprach Rechnungsrat Harth; es wurde zur endgültigen Ausarbeitung der Dienstordnung ein LVusschuß gewählt, außerdem soll dem Wunsch der freien , Vereinigung der Krankenkassen auf gemeinsame Fertigstellung der ^Dienstordnung Rechnung getragen werden. Ueber die Krankenordnung berichtete Herr Schnellbächer -Darmstadt. Der Entwurf wurde gutgeheißen und dem Vorstand die endgültige redaktionelle Fassung überlassen. Die Versammlung erllärte sich ein- fttmmig für die Gründung eineswirtschaftlichenZweck- verbandes, will aber den bestehenden Verband nicht aufgelöst haben; die Satzung soll nach der Reichsversicherungsordnung umgeändert iverben. Als Ort der nächsten.Versammlung wurde Nidda besttmmt. = Bensheim, 19. Aug. Der Wirt Oehlschläger aus Hambach wollte mit dem Zug 11.24 Uhr nach Heppenheim fahren und da er frühzeitig am Bahnhof war, setzte er sich auf eine Bank und schlief eilt Als der Zug einfuhr, loeckte ihn ein Be- , kannter auf. Schlaftrunken rannte Oehlschläger auf das Geleise, - stürzte vor der Lokomotive zu Boden unö wurde überfahren. Die Räder der Maschine gingen ihm über die Brust. Hessen-Nassau. 5o. Vom Feld berg, 19. Aug. Die EinweihungS- feier des TaunuS-Observatoriums findet am 24. August ' statt. Wissenschaftliche Ballonaufstiege mit Registrier- ■ instrumenten finden vorn Observatorium aus dabei statt. Rheinprovinz. * fc. Koblenz, 19. Aüg. Der frühere Stadttentmeist^er Ra- ■ hemacher, der am 15'. Januar d. I. vom Schwurgericht we- Spovt. — Awerkes allgemeines Lawn-TeNnis-Tür- nier zn Bad--Nanheiml Der Nennungsschluß für das diesjährige Turnier ist sehr befriedigend ausgefallen. Im ganzen ind 231 Nennungen eingegangen. 33on guten Spielerinnen haben gemeldet: Fräulein Weiher mann, Salin, Bamberger, Frau 2ent. Unter den Herren stzeht „Ernsts obenan. Hinter diesem Pseudonym verbirgt sich einer der Vertteter Deutschlands in den diesjährigen Davis-Pokal-Wettkämpfen. Nach ihm dürfte Logie der beste Spieler am Platze sein. Ferner haben gemeldet: Lindpaintner, Schadow, Karl Kreuzer, Tuttle, Ulrich, Lieb au, der Kaiserpreis-Sieger Leutnant Daub und Breidenbach. Es steht also eine Reihe interessanter Kämpfe, besonders auch in den Toppelssnelen, wo eine Reihe guter Kombinationen zu verzeichnen ist, in Aussicht. Das Turnier hat heute, Dienstag, nachmrttag mit den Vorrunden für die Spieler aus Bad- Nauheim und den Nachbarstädten bei schönem Wetter seinen An- äng genommen. Die meilten Auswärtigen werden im Laufe des heuttgen 'Abends oder mjorgen vormittag eintreffen. Bei gutem Wetter hofft man, das Turnier trotz der starken Beteiligung bis Sonntag abend zu Ende führen zu können. Für die Schlußtage hat auch der GroßheW)g von Hessen sein Erscheinen in Aussicht gestellt. Univerfttäts-Nachrichten. — Eine „ordentliche Professur für balto-slaroische Sprache n" wurde soeben an der Universität Leyden errichtet. Es ist das der erste Lehrstuhl für das Fach der slaroischen Philologie in Holland, die zuvor nur I. H. Kern (jetzt Anglist in Groningen) als Privatdozent, und in gelegentlichen Vorlesungen der Germanist Uhlenbeck gepflegt hatten. Tie neue Professur ist dem bisherigen Unterbibliothekär an der königlichen B.ibliothek im Haag Dr. Nico laas van Wijk übertragen worden. Schlachtviehpreise in Frankfurt a.M. Fleischpreise in Gießen Ochsen Halber Schweine 50 Kg. Schlachtgewicht 77—98 Alk. '/, Kg. Schlachtgro. 98-114'Bf. 7, , „ 80—84 ,, 7, Kg. 92-100 Pfl> 7 , 94—98 , '/, , 84—100 , Getreidepreise in Mannheim Brotpreise in Gießen Wetze,l 100 ttg. 21.25-21.60 'Mk. Roggen 100 Kg. 17.25-17.50 Mk. Weißbrot 2 Sig. 62 Pig., Schwarzbrot 2Kg. 54 Big. $0 Jji; Üli bet das (jjOfil wäjchfu.bleicht - ---- - -- ' ■ ■ ? . ■ : ;____________________________________' - .'‘Xu:; -- <—----- --1^