'ge. '"gelhöffer Ätz— Donnerstag, fl.Zuli 1913 165. Jahrgang Erster Statt Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. kommnung alles Fortschrittes. Ter Einzelne wird in tausend neue Strudel des Lebens hineingerissen. Tie Tyrannei ist ranr- nierter geworden und hat es gelernt, das Geir-and des Fleitzes, ja selbst das der Güte zn tragen. Tie Freiheit ist etwas ganz Hütte genehm. (Fortsetzung folgt.) : Tenn das Lebeii ist jetzt nicht mehr so einfach wie chedeni. Tie Beziehungen der Menschen untereinander haben sich von Grund aus verändert. Neue schnelle Verkehrs" uiiü Transportmittel streben zur Konzentrierung des Lebens, zur Erweiterung der Ge- meinschaslen, zur Verschmelzung der Interessen und zur Vervoll- V_______________-> --lC-L__wirS tnilh'TIl Die Lage aus dem Balten Tie Friedensverhandlungen. Die Gießener Hütte auf dem Gohbichl Von O t t o A l t e n d o r f - Gießen. anderes geworden. Sie kann sich — als das ewige Prinzip, das sie ist — nicht verändert haben, und doch zeigt sie sich von, neuen Seiten. Vielleicht verhüllt sie nur ihre liefe Bedeutung. BczngSprel-: monatlich 75Pß, vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- tu Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch diePost Mk.2.— viertel- jährl. misschl. Bcsiellg. ZeilenoreiS: lokalI5Ps^ auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A. Goetz. Verantwortlich für bat Was ist Freiheit ? Mir hat lange ein Bild vorgeschwebt, worin die Freiheit bestehe. Angenommen, ich baue eine grob- mächtige Maschine und setze die Teile so unbeholfen und uuge- schickt zusammen, das;, wenn ein Teil sich bewegen will, er durch die anderen gehemmt wird. Tann wird die ganze Maschine flch stotzen, reiben und stillstehen. Tie Freiheit der einzelnen Teile bestände in der besten gegenseitigen Anpassung und Zusammen- etzung aller Teile. Soll der graste Kolben einer Pcalchlne vollkommen frei laufen, so must er den anderen Maschinenteilen genau angepasst werden. Tann ist er frei, doch Nicht dadurch, daß man ihn isolierte und sich selbst überliest, sondern weil man ihn orgsältig und geschickt den übrigen Teilen des grasten Gefüges stein liegt es mitten zwischen zwei vergletsckierteii Hohmgebleten- dem Sonnblickgebiet int Westen und dem Hochalm-Ankogelgebiet im Osten, die gleich bequem von beiden Plätzen zu betuchen und. Von Mallnitz 'aus führt der leichteste und begangenste An,lieg zum Ankogel hinauf, dessen Felsgipfel man über das neue, vor zwei Jahren eröffnete Hannoverhans erreicht. Mallmtz ist aber auch nach Gmünd die wichtigste Zugangsstelle zur Giesteneroutte. Man geht von hier in ein östlickies L-eitcntal, das Tonental empor bis zur Höhe der Talsohle, die von einem kleinen See, dem Tößner-See, erfüllt ist. Tann gelangt-man, über Felsen emporsteigend, zur etwa 2700 Meter hohen Tosten, charte und durch diese in den weiten Felsenzirkus, in dem die Gießener Hütte steht. Es ist ein etwa achtstündiger Marsch, j>er fetzt dadurch jelyr erleichtert ist, daß auf halbem Weg am Tösseistee eine Alpenvereinshütte, die Arthur-von-Schmrdt-Hütte der Sektion Graz, stebt und in diesem Sommer von der Lektion Gmünd ein guter Weg über die Scharte angelegt wurde. Früher war es nicht leicht, sich in dem Felsengewirr der Scharte zurecht- zusinden. Tas haben vor zwei Jahren zwei Mitglieder der freiten Sektion erfahren, die dort einen Abend und fast die ganze Nacht umherirrten, ehe sie sich aus dem Labyrinth herausfanden. Wer sich den Weg zur Gießener Hütte bequemer machen will, fährt von Mallnitz weiter nach Spittal, wo die Tauernbahn sich mit der bei Franzensfeste von der Brennerbahn abzweigendeii, durch das Puster- und Trautal führenden Bahn vereinigt. Auch aus dieser letzteren kann man von Norden her über Bregenz, Innsbruck und Brenner das Gebiet der Greßener Hütte errercknm. Bei Spittal mündet das oben erwähnte Liesertal, in dem Gmund liegt, in das Trautal ein. Hier verläßt man die Bahn und erreicht mit der Post in etwa 2 Stunden Gmünd. Auf dem Weg von Spittal nach Gmünd wird man aber nicht benannten, den ganz nahe bei Spittal liegenden Millstätter Lee -u besuchen. Es ist ein großer, langgestreckter (12 Kilometer langer,, freundlicher See, umgeben von rnästig hohen, aber ziemlich Reu abfallenden, ganz vom Grün der Wiesen und Walder, das sich in dem reinen, grünlichen Wasser des Lees Änderbar ,piegelt, überzogen. Er ist zum Erholungsplatz Tur Ruhebedurstige wie gesäwffen und wird als solcher auch viel besucht. Tie Vorzug- licken Gasthäuser bei Seeboden am Ausfluß und ui Millstatt, dem in der Mitte der Nordseite gelegenen Hmrvtort des See-, der im Sommer lebhafte, durch Tampser und Nacken vermittelte Verlebr über den See, die Möglickkeit zu fstcken und zu baden nach Herzenslust, die gemütlichen Verkehrsformen der in der Hauptlacke o, 1er- reichischen Sommerfrischler machen den Aufenthalt besonders an» darum, das Banner der Freiheit und der Hoffnung hochzuhalten? Oder haben nur das enlmuligende Gefühl, ein freies Feld unbenützt liegen gelassen zu Üben'? . nehmen! Tenn Salzburg ist wohl die schönste aller Alpeu- städte. Ihre wunderbare Lage mit einer ganzen Reihe leicht erreichbarer Aussichtspunkte ersten Ranges, ihre unzähligen vnto- risch merkwürdigen, bis in die erste Christenzeit zuruckgehendeu Teukmäler, die lebensfrohe, umgängliche Bevölkerung, dies alles machen sie zu einem der angenehmsten Aufenthaltsorte. Von hier ist auch leicht in kurzer Fahrt mit der ...'Elektrischen das Berchtesgadener Land zu erreichen, besten Perle der berühmte Königs see ist. Bon Salzburg salwt^man nun das malerische Salzachtal auswärts bis zur Ltaliou Lchwarzach-Lt. Veit, wo sich nach Süden die neue Tauernbahn abzweigt Geradeaus weiter führt die Bahn in kurzer Zeit nach dem Zeller-Lee, einem austerordentlich stark besuchten Platz, der unmittelbar vor dem Nordabsall der Grost-Glockner-Gruppe, dem Glanzpunkt der Ost- alpeu, liegt. Auch von dieser Seite kann man über München und Kufstein von Tcutschlaud auS die Tauernbahn errcuben Bei Schwarzack-St. Veil lohnt es sich, einen Zug zu üben Mag en, um der nahen L i ch t e n st e i n k l a m m einen Beiuch abzustatten. Ein wilder Alpenbach hat die Felsen zu einer wohl 100 Meter tiefen abenteuerlichen Schlucht durchsägt. Man geht au: einem vielfach in die Felswände eingesprengten schmalen Lteg hmdurck, unter dem der Fluß in der dunklen Tiefe braust. _ Solcher Wunder besitzen ja die Alpen eine große Menge, die Lichtensteintlamm gehört aber zu beit berühmtesten überhaupt. Von Schwarzach-St. Veit steigt die Bahn nach Süden zu stark an und erreicht in ungefähr einer Stunde Safte in, das durch deu regelmäßigen Besuch Kaiser Wilhelms I. berühmt gewordene Bad. Seine heißen Quellen besitzen eine Belebungs- fvaft die sich nicht nur in Nervenkrankheiten, Gicht und Rheumatismus bewährt hat, sondern auch „Greise wieder jüngt". Ter Platz pflegt die Erinnerung an unseren Heldenkaiser, der schönste Spazierweg trägt seinen Nomen. Tie größte Sehens- nnirdigkeit sind die beiden 63 und 85 Meter hohen Fälle, in denen die Ache — so werden in vielen Gegenden der Alpen die Bergbäche genannt — mitten in Gastein die Felswände hinunterstürzt. In Gastein befindet man sich schon in der Nähe des ,Gebietes der Gießener Hütte. Tas von Gastein aus südöstlich ziehende Kötschachtal, dessen Gletfcherabschluß schon nahe beim Bad sichtbar ist, reicht an die Gebirgsgruppe, die im Ankogel und der Hochalmspitze gipfelt, heran, und Hochtouristen können schon auf diesem Weg das Gebiet besuchen. Noch näher an sie heran führt das Anlauftal, das von Böck st ein, der Station an dem nördlichen Tor des Tauerntunnels, nach Osten zieht. Am Südeingang De5 Tunnels liegt Mallnitz, das durch Den Bau der Tauernbahn zu einem sehr belebten Verkehrspunkt geworden ist. Wie Böck- Die Befreiung der Volkskraft. Bon Woodrow Wilson, Präsident der Vereinigten Staaten. I. Das Land der Freiheit. Tie Entdeckung von Amerika gibt unserer Phantasie, wenn immer nrir daran gedenken, neue Nahrung. Seit Jahrhunderten, ja vom Beginne der Weltgeschichte an, war das Antlitz Europas nach Osten geivandt. Alle Handelswege liefen von Westen nach Osten, alle Kraftentfaltung strebte ostwärts. Ter Atlantische Ozean Lag im Rücken der Welt. Tann wurde plötzlich durch die Eroberung Konstantinopels durch die Türken der Weg nach dem Orient versMossen. Europa mußte sich entweder umwenden, ober jeder Ausweg blieb ihm versperrt. Man wagte sich aus das unbekannte Meer im Westen und entdeckte, daß es zweimal so groß war, als man gedacht hatte. Columbus fand nicht, wie er erwartet hatte, eine Zivilisation wie die Chinas; er fand einen leeren Erdteil. Auf dieser uiicntDedtcii Hälfte der Erdkugel ward der Menschheit — spät im Verlause der Weltgeschichte — die Gelegenheit geboten, eine neue Zivilisation zu schaffen; hier wurde ihr das ungewöhnliche Vorrecht zuteil, einen neuen geschichtlichen Versuch anzustellcn. Tiefe einzigartige Gelegenheit, die so unerhört reiche Möglichkeiten in sich barg, muß immer wieder die EinbildungskrafZ erregen. Eher könnten tausend Märchen ersonnen werden, als daß die Einbildungskraft dies eine zu begreifen wagte: datz sich'die Hälfte der Erdkugel so lange verbirgt, bis ihre oeit zu einem neuen Aufschwung der Zivilisation gekommen i|t. Nichts als der Ehrgeiz eines Kapitäns, der einen neuen Handelsweg sinden wollte, verschaffte der Menschheit Raum zu einem moralischen Erlebnis. Tie Menschen sollten in diesem herrlichen Lande eine neue Aufgabe finden, hier, wo, lvie die alten Reisenden erzählen, keiner hinkam, ohne den Tust der voiEumeu und riaten Quellen erfüllten Wälder zu verspüren. ^ie neue Erde lag da in Erwartung des Lebens. Mochte dieses auch aus den alten Lebenszentren stammen, es war doch gereinigt von allen Schlacken und frei von Neberdruß. TaS Ganze erscheint uns wie eine märMnlwste Vision, wie ein einzigartiges Wunder, das nur einmal in der Geschiäste sta«finden konnte. angepaßt hat. "Was ist Freiheit? Man sagt von der Lokomotive, daß sie frei laufe. Was meint man damit? Man meint, die einzelnen . Bestandteile seien derart zusammengesetzt und einander angepaßt, das; die Reibung auf ein Minimum beschränkt wird. Man tagt von einem Boot, das leicht die Wellen durchschneidet: wie frei läuft es, — und meint damit, daß es dein Wind vollkommen angepaßt ist. Richte es gegen den Wind, und es wird stampfen und schwanken, alle Planken und der ganze Rumpf werden cnitter.i, und sofort ist es „gefesselt". Und frei wird es nur, wenn man es wieder absallen läßt und seine gute Anpassung an die Gewalten, ‘Denen es ge ho reifen muß, wieder hergestellt hat. ^ie Freiheit des MensMn besteht in dem richtigen aneinander greisen der menschlichen Interessen, ihres Tuns und ihrer Kräfte. ~ic notwendigen Bezielpmgeii zwischen den Einzelnen, zwilchen timen und den gesamten menschlichen Einrichtungen, unter Denen sie leben, die Beziehungen zwischen diesen Einrichtungen und der Regierung sind beute komplizierter als je zuvor. Es mag ermüdend und umständlich sein, von diesen Dingen zu sprechen: aber es lohnt die Mühe, uns Txrrübcr klar zu werben, wodurch die ganze jetzige Verwirrung veranlaßt ist. Tas Leben ist loinpli- zierter geworben, es setzt sich aus viel mehr Elementen unb -teilen zusammen als früher. Unb barum ist es schwieriger, alles in Ordnung zu halten und herauszufinden, woran es liegt, wenn die Maschine nicht mehr geht. Jefferson pflegte zu sagen: Tie beste Regierung ist die, die am wenigsten regiert. Unb in gewissem Sinne trifft das auch noch heute zu. Es ist auch heute noch unerträglich, wenn bie Regierung unseren persönlichen Betätigungen.in die Quere kommt, ausgenommen, wo es notweiidig wirb, daß sie sich mit ihnen besaßt- um sie frei zu machen. Aber ich bin überzeugt, baß Jefferson, wenn er heute lebte, gleich uns sehen würde, wie ber Einzelne in einem großen Netzwerk mannigfaltiger Umstänbe gefesselt ist. Ihn sich selbst überlassen, hieße, ihn hilflos^ allen Schwierigkeiten ausliefern, mit benen er zu kämpfen hat. '^arum wuß bas Gesetz in unseren Tagen bem Einzelnen ^zu Hilfe kommen. Es muß ihm beistehen, auf daß ehrliches Lpiel und gleiche Möglichkeiten walten. Tas ist alles, aber bas i|t sehr viel Ohne bas wachsame unb entschlossene Tazwischentreteu der Regierung kann zwischen beit Einzelnen und solchen mächtigen Einrichtungen wie den Trusts kein ehrliches Spiel walten. Freiheit heißt weit mehr als: sich selbst überlassen sein. Tas Programm einer freihsttlichen Regierung muß positiv unb nickt nur negativ sein. Hüten wir in biesem Sinne unb bieser Bedeutung die Freiheit in unserem Lanbe, daS für bie ganze Welt ein Land der Hosinung ist? Haben wir, bie Erben dieses Kontinents, die Ideale, denen unsere Vorfahren nachstrebten, hochgehalten unb, • wse es jede Generation tun sollte, aufs neue verwirklicht? Kämpen wir noch in bem Bewntßsein, baß ber Mensck hier eine höhere Lebensstuse erreichen sollte als anderwärts, lammen wir uoen Nur eines läßt sich noch damit vergleichen. Eines kann Unser Gefühl noch so ergreifen wie jenes Bild von dem Schiffen des Columbus, die an Der leuchtenden Küste dahinziehen: es ist ber Gedanke an den Auswanderer von heute, wie er mit einem Würgen' in ber Kehle im Zwischendeck steht unb auf MS Land blickt, wo er, wie man ihm gesagt hat, ein irdisches Paradies sinden wirb: wo er als freier Mensch die .Kümmernisse des alten Lebens vergessen unb bie Erfüllung aller seiner Hoffnungen sinben wird. Tenn hat nicht jebes Schiff, das seinen Bug westwärts lenkt, die Hoffnungen viel« Generationen der Bedrückten anderer Länder hierhergetragen? Wie schlugen stets die Herzen der Menschen höher, wenn sie die Küste Amerikas vor ihren Blicken, auf» tauchen sahen! Wie haben sie immer geglaubt, daß die, die dort wohnen, frei seien von Königen, von bevorzugten Klassen und allen Schranken, die die Menschen bedrücken und hilflos machen! Sie haben geglaubt, baß man dort sein Ideal von rechtschaffenem Menschentum verwirklichen könne, daß dort alle Mensckien Brüder feien, die einander nicht hintergehen und betrügen, sondern danach streben, bas Wohl ber Allgemeinheit zu fördern. Was lesen wir in den Schriften der Männer, die Amerika gründeten? Taß sie den selbstischen Interessen Amerikas dienen wolltenSteht bas in ihren Schriften? Sie wollten ber,Humanität bienen und den Menschen die Freiheit bringen, üic Pflanzten hier in Amerika ihr Banner auf als Symbol ber Hoffnung unb als Wahrzeichen der Ermutigung für alle Nationen der Welt. Unb bie Menschen kamen unb drängten sich zu diesen Küsten, so hoffnungsfreudig und so voller Vertrauen, .rote nw zuvor Sie fanden hier für ganze Generationen einen Hafen be- önebenö unb bes Glücks. Gott gebe, daß wir in unseren heutigen verworrenen Verhältnissen jene Banner wiebererlangen und uns zu den Heldentaten jener großen Zeil wieder mufichwingen. Köln, 16. Juli. Tie „Kölnische Zeitung" meldet au? Sofia: Tie unmittelbare Ursache der Temifstou des Ka d i n e 11 s T a n e w ist die W e i g e r u n g R u ß l an d s, in Sachen des Waffenstillstandes weiter tätig zu sern, weil Serbien unb Griechenland die im Interesse Bulgaren-., voraeschlaaene Milderung des Waffenstillstandes ablehnte. Anbeute 'Stelle tritt ein aus allen liberalen Parteien gebildetes Kabinett Radoslawow, dessen erste Ausgabe es ist einen Ausgleich mit Rumänien herb etzu fuhren. Pari", 16. Juli. Ter Petersburger Korrespondent des „Figaro" meldet: Die Annahme der harten Bedingung der Temobilisierung, zu der sich Bulgarien ohne jede Bürosck>aft und nur in vollem Vertrauen zu RuUand verstanden hat, wird hier als ein Akt sehr v e r d i c n ft * licher und würdiger K l u g h e r t angefehew ^n hohen russischen Kreisen neigt man immer mehr der Ueverzeugung zu daß die furchtbare Verantwortung für die ersten Kampfe an der serbischen Grenze nicht die bulgarische Regierung, sondern ausschließlich vereinzelte p olrtilfr er en de Generale treffe. Man begreift, daß die Serbeii und Griechen dem Wunsche, aus den in Sofia begangenen Fehlern Nutzen zu ziehen, nicht widerstehen konnten. Wer man würde eine unnachgiebige Haltung, deren Torheiten übrigens bald in unüberbrückbaren inneren Schmierigkeiten rum Ausdruck kommen würde, als unverzeihlich anfehen. Belgrad, 16. Juli. Nach Informationen von maßgebender Stelle erscheinen die Blättermeldungen über einen unmittelbar be vorstehenden Fr i e d en s s ch l u^ als v e r f rü h t, da die Verhaudluiigen überhaupt noch nicht ausgenommen wordeii sind. — P a s ch it > ch hat fich nach Risch begeben, um ein Einvernehmen inrr V e n i z e lo 2 und Vokutitsch über die Forderungen der Verbündeten zu erzielen. Gegenwärtig ist eine Kampspaufe eingetreten, die Operationen sind jedoch nicht eingeftellr. Von angeblichen bulgarischen Unterhändlern ist hier nichts beiannt. Paschitsch ist von Risch nach Uesküb weiter gereist. Belgrad, 16. Juli. Tie Ministerpräsidenten Paschitsch und Venizelos hatten heute vornnttag auf dem Bahnhof von Uesküb eine Zusammenkunft. Tie beiden Ministerpräsidenten tauschten ihre Gedanken über alle Taqesfragen, soweit sie die verbündeten Staaten angehen, aus und stellten eine völlige Uebereinstimmung der An- II. Di e Zugangswege zur Hütte. Ter wichtigste Zugangsort zur Greßener ist das altertümliche Städtchen G m un b tn St ar n t en. Hier vereinigen sich zwei große Alpentaler, bas Malta- aber Malteinertal unb bas Katf'chachtal, um nch bann vereint als Liesertal hinabzuziehen in bas Haupttal des ^.anbes, oaS 4. al Der Trau. Gmünd liegt an ber großen -anbstraße, die von Kärnten nach Norbeii über bie Berge ins obere -pal Der Mur unD Der Enns sührt unb so bie früher wichtigste Aerbinbinig >ntt c er oberen Steiermark unb mit Salzburg herstellt, -burdi ben 6. d. M. Tie Masfakrierung der Einwohner von Nigrita und Bogdan.za geschah am b. und 7. d. M. durch die bulgarische Armee. Tie Enthauptung des verwundeten griechischen Leutnants Markantonakie und das Herausbohren der Augen seiner 12 verwundeten «Soldaten geschah durch die bulgarische Armee am •>. d. M. bei Sarigül. Tie Erwürgung der 100 Bewohner von p-emrr- Hissar (Bischof und 2 Priester darunter), die Schandung ihrer Frauen und die Zerstückelung von Agathe KipuroS geschah am 8. und 9. d. M. durch die bulgarische Armee Nr. 1(65 Der Sich-w» Anzeiger Ä8H • Äb V Eichener Fernsprech-Anschlüsse: 'S® politischen Teil: August stir die Redaktion 112, m 9 * e» /*a < < , A Goetz; für „Feuillc- WS Seneml-Anzeiger sm Vberheßen SSSS siwdi? Taa"esn"n!?er Kofationsbtud und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Nedaktion, Cxpedttron und Druckerei: Zchulstratze Lond": EHev; für deu bis vormittags 9 Uhr. Geschäftsstelle vüdinqen, vahnhofstrahe 16a. ....... ...... Astrologie. »d. äiefzener Anzeiger^rb. (lüfd)- Wo ist: Coletü? 'üifaL mien' aiiott: 'lacfab tnobe lide beit Mellt M rnnt tivto' , rot Zeugnisse vervieliältigt in Lchrcibmaichincnjkliriit schnell und billig Tchrcibmaichincu' bnreau Tcl. 1054 ; lSoctbcstraßc 32. ° erau L90 nähme öbacn u. tz-i dc ige rein 1 753. Uiger. wirklich tlamc: l.hri- . Öeg. 'Relsi a5VPs. st, 2-jäbl- leriabzu' bei "ich. jtwb blung. 5# iftr.31 -8Ubr. jJiebiöinnlvraü sucht mogl.inDeriiläbeb.Slinilen 7herrschuitl.Hnu'eE SS*™»“1 WZS SSSi Kaufe Koldlvarcn, Iluvscr, Mcj- ttnq um.. ' M oakobOtt.NeuenBäueri Anhllf von Altcijeu,l'umpeu,8nocheu, lavier, st uv sc c, Messing, 3inf, 3iuu, Blei bei Äliis Rolhciibcrgtt 22. 1:11 tn ien, wü »reiswert zndmwe- opsEen »wirychav -Ibe eignet ilagc einer Mllich'N^ raileuLr stuntudtt -W xiaden^-. K.< iricVlgNNS- r«Otr[4Ü5 hcM f 40 v1 Genaue Siu^unft über L<6n- re^ • \\ W unL W Visitkarten licicr/ÄutftWi e,z.oerk., eicL Zu mslsstelle Heirat. i^tbai^Ätunt253obr., li)of et. 119 oto Eronc“ L3.W Gicßcner " lyMiilienblühpj. ^uche eme guie . Lokomobile An^?.^.^^°nermeis,er Geslict 10000* jjOOO®' SZ linter dem Gendvrmerieoffizicr Meligof. Die Entführung be£ Bischofs von Doiran, Folios, und der 30 Notabsen (darunter Paragianis, T. und G. Tzikmakis, Ch. uvd Em Psvmas, T. und G. Tzantznas, Monastiris, S. G. Anastesivu, V. Bartfos usw.) erfolgte am 11. d. M. durch die Arnree — wir befurchten, daß auch diese Leute massakriert m-urden. — Tie Majsakricrung der 200 Notablen von Serres (Direktor der Orientbank Stamulis, Gymnaficfldirektor Papapavlu, die Aerzte Chrysafis und FokaS) durch die bulgarische Armee geschah am 10. und 11. d. M. Die Plünderung und Verbrennung von Torana und Massakrierung ihrer Bewohner geschah am 14. d. M. durch die flüchtende bulgarische Armee. Die auf 70 Munitionsmagen entführten Habseligkeiten fielen nach-der Einnahme von Drama wieder in die Hände unserer Soldaten und »vurden den überlebenden Einwohnern zurückerstattet. Die Entführung der 27 griechischen Notablen aus Cavatta (Bischof Athanasios, des Tragomans beim französischen Konsulat Lekos, des griechischen Konsulats- beamten Candiotis, des Direktors der Bangue d Athenes, Dulzarides, des Ttrettors des Sanitätsdienstes Joannou, des Direktors der Firma Mrrratti, der griechische Tabak- Großhändler Bulides, Alexopul-os, Natsos, Harissiatzes, Ter- mintzis, Gebrüder Fessas, des Direktors-der Zeitung Simea, Zrflaß, des Sekretärs des Bischofs Papadopoulo, der Großkaufleute Pantzis, Zorbas, Economu, Antoniades, Val-ime- des, Temintsikis usw.) geschah durch die bulgarische Armee am 12. d. M. Ueber das Schicksal dieser Personen kann man leider nicht im Zweifel sein. Wo auch die fliehende bulgarische Armee vorüberkam, wurde alles verbrannt, ermordet, geschändet und zerstört. Perlin, 16. Juli. Die bulgarische Gesandtschaft stellte folgendes Telegramm zur Verfügung: Vorgestern beschoß die griechische Artillerie das un- meit des Bahnhofes von Demir Hiss ar befindliche Lazarett, obwohl die Flagge des Roten Kreuzes gehißt war. Ein großer Teil der S anitätsmannschaft wurde verwundet, der R c st i st entflohen. Bon den im Lazarett befindlichen Kranken und Verwundeten ist ein großer Teil getötet worden. Das Schicksal der übrigen ist unbekannt. Paris, 16. Juli. Ter Bürgermeister von Athen richtete an den Bürgermeister von Paris ein Telegramm, in welchem die b u l g a r i s ch e n Greuel- taten geschildert werden und das französische Volk aufgefordert wird, gegen diese Greuel Einspruch zu er- l,»eben. Der Bürgermeister von Paris versicherte in seiner Antwortdepesche die Bevölkerung von Athen der Sympathien Frankreichs und seiner Bewunderung für den Heroismus der Grieche Konstantinopel, 16. Juli. Wie verlautet, haben die Türken in Rodosto nach dem Abzug der Bulgaren Armenier und angeblich auch Griechen massakriert. Tie Zahl der Opfer wird auf 40 angegeben. Tas armenische katholische Patriarchat hat der Pforte eine Beisch w e r d c n o t e überreicht, worauf die Pforte den Generalissimus aufgefordert hat, eine Untersuchung einzul-eiten. Rumänische Nachrichten. Bukarest, 16. Juli. Das Parlament ist heute zu einer außerordentlichen Session zusammen- ,getreten. Ter Ministerpräsident verlas eine Botschaft des Königs, her Balkautrieg sei neuerlich wider Erwarten aus- gebrochen, hervorgerufen durch die Haltung Bulgariens gegen seine eigenen Bundesgenossen. Tie Regierung habe geeignete Maßnahmen ergreifen müssen, um Rumänien angesick)ts der neuen Balkanlage die ihm gebührende Stellung zu erhalten. Bukarest, 15. Juli. Der Agencc Noumaine zufolge verließ der König gestern abend im Sonderzuge Bukarest, um die längs der Donau konzentrierten Truppen zu besichtigen. Die Reise des Königs ist für sechs Tage berechnet. Unmittelbar vor der Abreise erhielt der König auf dem Bahnhofe ein Telegramm des Erbprinzen Ferdinand, daß sich der U e b e r g a n g der rumänischen Armee über die Donau auf das bulgarische User vollziehe, nachdem innerhalb 7i/2 Stunden eine große Brücke über die Donau geschlagen worden sei. Tie Regierung forderte die diplomatischen Vertreter Rumäniens im Auslande auf, den Mächten den Standpunkt Rumäniens bezüglich des allgemeinen Friedens und der Dobrudschagrenze mit- zuteilen. Diese Note der Regierung stellt genau die topographischen !Punktc für die Grenzbestimmung fest, um unnütze Verhandlungen izu vermeiden. Bukarest, 16. Juli Blättermeldungen zufolge haben die Bulgaren bei Rustschuk drei Monitore, sowie zwei Kanonenboote versenkt, um sie vor der Eroberung durch die Rumänen zu bewahren. Der Vormarsch der Türken. Sofia, 16. Juli. Die türkischen Truppen betraten gestern 30 Mlometer diesseits der Linie Enos—Midia das Ge - bi e t von Bunar Hissar , ohne auf 'Widerstand zu stoßen, da das Land von Truppen entblößt ist. Die christliche Bevölkerung flüchtet vor Ausschreitungen der Türken. London, 16. Juli. Ter Korrespondent des Reuter schen Bureaus in Konstantinopel erhielt, obwohl sich die amtlichen Kreise Zurückhaltung auserlegen, die p o s i t i v e Infor mati o n, daß die türkische Regierung entschlossen sei, bis Adria nopel Vorzug eh en. Außer materiellen Vorteilen, die durch eine kühne Bewegung in dem gegenwärtigen Augenblick zu gewinnen leien, würde die moralische Wirkung eines Erfolges in dieser Richtung die innere Lage sicherer gestalten, urrd die Stellung der Regierung festigen. Deshalb denkt man, daß das Menteuer wohl !gu Ivanen sei. Uebrigens meinen türkische Kreise, daß die Türkei selbst in dem wenig wahrscheinlichen Falle, daß die Mächte zur Aufrechterhaltung der Grenze Enos Midia einen Truck aus- füben sollten, aus die Auto nomieThraziens dringen könne. Indessen haben die Mächte bisher betreffend der Bewegung der itürkischen Truppen keine Mitteilung an die Pforte gerichtet. Türkische Kreise halten eine Intervention für unwahrscheinlich. Sofia, 16. Juli. Ministerpräsident Tr. Danew teilte den Vertretern der Mächte mit, daß ein Telegramm des Gou- vernenrs von Kirkilisse meldet, die Türken hätten sich des Bahnhofs von L ule b urgas bemächtigt und rückten von Uzun— uCöprö vor. Ta new bat die Mächte, in Konstantinopel Schritte unternehmen, um den Marsch der t ü r k i s ch e n T r u p p e n aufzuha lten, da der Londoner Friedensvertrag zwischen der Türkei und Bulgarien endgültig sei. Die Botschaftcrkonfcrenz. London, 16. Juli. Die nächste Sitzung der Botschafter- Konferenz findet Montag statt. In der gestrigen Sitzung beschäftigten die Botschafter sich hauptsächlich mit der a l b a n e - »fischen Frage. Die Haltung der Mächte in der gegenwärtigen ,Balkankrise wurde nicht besprochen, aber man glaubt bestimmt, daß die Botschafter einstimmig den Grundsatz annebmen, nicht zu intervenieren, wie bereits in den Worten Greys ausgedrückt • ist. Obgleich die Konferenz in verschiedenen, vorliegenden Fragen keine Beschlüsse annahm, versichert man doch, daß die Meinungs- verschiedenbeiten unter den Botschaftern jetzt geringer alt» j?orl)er feien, und daß der Ansichtsaustausch sowohl tvähreitd der Sitzung der Konferenz wie außerhalb derselben die Hoffnung rechtsertigt, das; die Frage des albanischen Statuts uno der Grethe von Epirus gelöst werden kann, ehe die Botschafter im nächsten Monat ihren Urlaub antreten. Emer dringenden Erledigung bedarf die Frage der albanischen Gendarmerie, zumal 'bie serbischen und montenegrinischen Truppen jetzt abgezogen sind. Während ein Teil der Botschafter es nur für unklug hÄt, Albanien völlig ohne Schutz zu lassen, ist ein anderer Teil dafür, daß die Gendarmerie unter den fremden Offizieren unverzüglich zu organisieren sei. Es werden Schritte unternommen, schwedische Instruktoren dafür zu gewinnen. Die Aufstellung des albanischen Statutes wird größere Schwierigkeiten bereiten als die Festltel- lung der griechisch-albanischen Grenze. Bon gewissen Seiten wird eine so strenge internationale Kontrolle Albaniens gefordert, daß die Unabhängigkeit des Landes dadurch illusorisch würde. Man hat Grund zu glauben, daß Albanien, um unabhängig zu fein, an der Spitze einen Fürsten haben wird. —_ Was die Grenze von Epirus anbetrifft, so ist noch keine endgültige Lösung gefunden worden, doch hofft man auf eine Verständigung, die gleichzeitig dem Standpunkt der am meisten dabei interessierten Mächte entspricht und auch für Griechenlaitt» annehmbar ist. Wie man zu wissen glaubt, wäre Oesterreich nicht abgeneigt, den Vorschlag Greys anzunehmen, wonach die Grenze nach ethnographischen Grundsätzen bestimmt roerbeit soll, vorausgesetzt daß sie vom Kap Stylos ausgeht und Albanien dabei Kowitja erhält. — Oesterreich besteht darauf, daß die Mächte den Vev- lauf der Grenze im allgemeinen zu bestimmen haben, wenn auch hier wie in anderen Fällen eine technische Kommission die EinzÄ- heiten ausarbeiten muß. Paris, 16. Juli. Nach einer offiziösen Mitteilung bemerkten die serbischen Delegierten in der heutigen Sitzung des Ausschusses für Geldreklamationen, daß sie angesichts der völligen Weigerung der türl'ischen Delegierten, erst eine von den Balkanstaaten erhobene Geldreklamation anzuerkennen, die Frage der Entscheidung in formellster Weise mit der Frage der Beteiligung an der türkischen Schuld verknüpfen, so daß diese Frage getrennt von den anderen geregelt werden könnte. Die Vertreter Deutschlands erhoben gegen diesen Standpunkt Einspruch und verlangten, daß diese Frage vor die für Freitag an beraumte Plenarsitzung der Kommission verwiesen werde. Deutsches Uerch. Balestrand, 16. Juli. Ter Kaiser begab sich heute mittag an Land zu einem Spaziergang in der Umgebung Balholms. Unter Glockengeläut wurde der auf einem Ausfluge abgestürzte Matrose vom Schiffe „Kotberg" beigesetzt. Tie anwesenden Schisse flaggten aus Halbmast. Nachmittags hörte der Kaiser einen kriegsgeschichtlichen Vortrag. Berlin, 16. Juli. Der „Kreuzzeitung" zufolge ließ der Kaiser der Witwe des Grafen Kauitz-Podangen ein Beileidstelegramm zugehen. Berlin, 16. Juli. Die „Rordd. Allg. Ztg. schrelbt: Einigen Blättern fiel es auf, daß wir in unfern letzten Rückblicken über die innere Politik den sozialdemokraliscl^n W a h l s i e g Zauch-Belzig nur statistisch behandelt haben und nicht ausdrücklich bedauerten. Unser Blatt bekämpft seit Jahrzehnten ununterbrochen und ohne Schwanken die Sozialdemokratie. Wir hörten auch nie aus, die Wahlunter st ützung zu bekämp- f e n , die der F r e i s i n n in steigendem Maße per Sozialdemokratie zuteil werden läßt. Ta wir das Wahlergebnis ebenso bedauern wie die der Sozialdemokratie gewährte Hilfe und ebenso mißbilligen wie die gesamte bürgerliche Pres^, soweit sie sich nicht im Schlepptau der Sozialdemokratie bewegt, so ist es selbstverständlich, daß diejenigen, die uns Kühle oder sogar zweideutige Haltung vor- wersen, ein ganz müßiges Geschäft betreiben. Freiburgi. B, 16. Juli. In der Frage der Bürgermeisterwahl ist gestern zwischen dem Zentrum, den Nativnalliowalen nnb den Sozialdemokraten eine Einigung zustande gekommen. Danach werden die Parteien den bisherigen 2. Bürgermeister Riedel zum 1. und an seiner Stelle den Bürgermeister Tr. H ofner aus Ettlingen bei Karlsruhe wählen. Die Wahl eines Technikers, die von einigen Seiten betrieben wurde, ist damit bin fällig. Ausland. Bad-Ischl, 16. Juli. Tie Audienz des Grafen B e r ch- t old beim Kaiser dauerte zwei Stunden. Ter Minister bleibt bis morgen abend hier und dürste morgen aufs neue tn Audienz erscheinen. , . . 2 onc> on, 16. Juli. Wie offiziell bekannt gegeben imrb, hat sich Prinz Arthurvvn Connaught mit der Herzogin von Fise, einer Nichte des Königs, verlobt. Paris, 16. Juli. Tie Regierung will alles aus- bieten, um das T r e i j a h r g e s e tz noch im Lause d. M. zu verabschieden. Sie ist der Ansickst, daß durch bie An na pme des Antrags auf Einstellung der Zwanzigjährigen alle Einwände gegen die noch zu beratenden Artikel wegsallen würden und das Gesetz am Samstag in der Kammer erledigt werden könne. Ter Senat hätte dann Zeit, um das Gesetz noch Var Ablaus des Monats durchzuberaten. Tie Kammer würde diese Zeit benützen, um den vom Senat abgeänderten Budaetentwurs für 1913 zu erledigen, so daß die Session am 31. Juli abends geschlossen werden könne — lieber die finanzielle Deckung der durch die Militärvorlage verursachten Ausgaben wird in Parlamentskreisen bemerkt, daß die Vorschläge des Finanzministers Dumont wenig Anklang gefunden hätten. Tie Kammer werde sich denn auch voraussichtlich damit begnügen, den Grundsatz ber Deckung anzunehmen und erst in der Herbstsession über die verschiedenen Steuerprojekte verhandeln. . Paris, 16. Juli. Zu dem Na ne y er Vorfall wird gemeldet, daß der Obmann der Naneder allgemeinen Studentenvereinigung an die Blätter ein Schreiben gerichtet bat, in dem er seine Mißbilligung über die „unüberlegte Gebärde" eines Studenten ausspricht, für die man die gesamte Studentenschaft nicht verantwortlich machen könne. . Washington, 16. Juli. Präsident Wilson forderte heute den Botschafter in Mexiko, Wilson, auf, zu einer Besprechung nach Washington zu kommen. Man nimmt an, daß diese Begegnung von Bedeutung für die Haltung der Union» floaten gegenüber der Negierung Huertas sein wird. Shanghai, 15. Juli. Ter Zusammenstoß zwischen nord- und südchinesischen Truppen in Kiangsi erregt hier große Besorgnis. Man befürchtet, daß er der Beginn einer zweiten Revolution sein möchte. Aus Stadt und Land. Gießen, 17. Juli 1913. 22. Jahresversammlung des Krankenkassenvcrbandes für daS Großherzogtum Hessen. Aufder 2 2. Jahresver sammln ugdesKran- ke ukassenverbandes für das Groß Herzogtum Hessen, die in Bensheim tagte, zeitigte die Frage, wie das Verhältnis zu A e r z t e n, Zahnärzten, Ten- tisteti und Apotheken si»ch gestalten soll, sehr lebhafte Erörterungen. Geschäftsführer Göbel-Mainz führte aus, daß Zahntechniker unter bestimmten Voraussetzungen bei den Krankenkassen für die Zukunft zuzulassen seien. Mit den Apotheken empfiehlt er vorerst keine Verträge abzuschließen, sondern zu warten, bis die Verordnung des Ministeriums erschienen sei. Die Apotheker seien wenig geneigt, den Kassen Entgegenkommen zu zeigen. Die gegenwärtig schwierigste Angelegenheit sei der Abschluß von Verträgen mit den Aerzteu. Tie Forderungen, die der Leipziger Be r b a n d der Aerzte stelle, sind als Ganzes genommen unannehmbar. Die Erfüllung würde den Ruin der Kassen bedeuten. Tie Ortskrankenkasse Mainz mürbe eine Mehrausgabe für Arzthonorar von 196 735 Mk. jährlich haben. Die bisher unter dem Vorsitz des Direktors des Oberversicherungsamtes gepflogenen, unverbindlichen Verhandlungen zwischen Vertretern der Krankenkassen und den Äerzteu haben kein Ergebnis zeitigen können, da den Vertretern die Vollmacht fehlte. Nach ausgedehnten Verhandlungen wurde der Vorstand beauftragt, den Aerzten eine Pauschale von 4.50 Mk. steigend bis 5 Mk. je '.Nitglied und Jahr vorzuschlagen. Tie 'Familienbehandlung ist gesondert zu regeln. Tie geforderte Einteilung der Mitglieder in Gruppen ist abzulehnen. Zur Kassenpraxis sind sämtliche Aerzte zuzulassen, nicht nur die Mitglieder des Leipziger Verbandes. Tie Versammlung wünscht, daß ein Konflikt mit den Aerzten vermieden wird, da ein solcher nicht im Interesse der Kassen liegt, erklärt jedoch, daß die Kassen nicht über das Maß ihrer finanziellen Kräfte hinaus gehen können. Eine Herabsetzung der Leistungen oder eine Erhöhung der heute schon teilweise recht hohen Beiträge wurde die Folge sein, wenn hie Forderungen der Aerzte erfüllt werden sollten. Beides geht aber nicht cm, da die Krankenkassen in erster Linie für die Versicherten geschaffen worden sind und den Kassen durch die Reichsversicherungsordnung sowieso )d>on bedeutende Mehrausgaben erwachsen. Die Tagung erklärte einmütig, daß eine angemessene Honorierung der Aerzte im Interesse des Kranken iwtwendig ist, übertriebene Forderungen aber abgewehrt werden müssen. Es soll weiter mit den Aerzten verhandelt werden und dann soll sich eine im Herbst stattfindende außerordentliche Verba n d s v e r s a mm l u n g lediglich mit der Aerzte- angele genheit besckstiftigen. Weiter wurde der Vorstand beauftragt, die mit dem „Verband der Krankenkassen und der Gemeinden als Trager der Krankenversicherung im GroßhmTzogtum Hessen" geflogenen Verhandlungen zwecks Bildung eines Zweckverbandes zur Durchführung aller wirtschast- li chen Fragen fortzusetzen und das Resultat der Verhandlungen der demnächst stattfindenden außerordentlichen Versammlung zu unterbreiten. Amtmann Krapp-Darmstadt sprach über „Die Beziehungen der Armenfürsorge zur Krankenversicherung" und Neumann-Offenbach über „Die dreuorganisatioit der K ranke tikassen und die Wahlen zu den Versich erun gsbehörd en". Wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht, gehören 31 Orts-, 2 Betriebs- und 2 Jnnungskrankenkassen dem Verband an. Tie Mitglieder,zahl dieser Kassen betrug am Schluß )es Geschäftsjahres bei einer Zunahme von 7926 insgesamt 115135. Tie Gesamteinnahmen betrugen 4 749 570 Mk., die Gesamtausgaben 4 447 457 Mk., das Gesamtvermögen Ende 1912: 2934132 Mk. An Reservefonds waren vorhanden 2 023 630 Mk., während 3 532 608 Mk. vorhanden sein sollen. Von den Kassen des Verbandes sollen am 1. Januar 1914 15 Ortskrankenkassen geschlossen werden, einige andere ft»er- den zu allgemeinen Ortskrankenkassen ausgestaltet. Es be- 'tehen zurzeit 897 Kassen, nach dem 1. Januar 1914 werden nur noch 129 Kassen vorhanden sein nnb zwar 23 allgemeine und 11 besondere Ortskrankenkassen, 14 L and trau ken- kassen, 74 Betriebs- und 7 Jnnungskrankenkassen. — Die nächste ordentliche Jahresversammlung wird in Bingen abgehalten. ** Tageskalender für Donnerstag, 17. Juli: Sech st e i ?l b o n n e in e n t s-K o n z e r t unlerer Regimentsmusik in Steins Garten Operetten-Abend. Abends 8J4 Uhr. Zirkus Althoff: Abschieds-Vorstellung. Abends 81/« Uhr. ** Eisenhuth-Denkmal. Eine Ehrung des ehemaligen Leiters des hessischen Volksschulwesens, Geheimen Oberschulrats Tr. Eisenhuth, hat der Landes-Lehrerverein in Verbiirdung mit dem Katholischen Lehrerverein Hessens beschlossen, jn Alzey, wo Dr. Eisenhuth bis 1892 als Seminardirektor lvirkte, soll ihm ein Denkmal entstehen. Ter dem Seminar gegenüberliegende Botanische Garten soll es aufnehmen. Tas Denkmal soll aus einer Stein gruppe bestehen, die mit Pflanzen besetzt wird. Da die Geldsammlung die Kosten übersteigen wird, so gedenkt man noch eine Gisenhuth-Sttstung «einzurichten. *♦ Ausschreiben. Tie Großh. Staatsanwaltschaft schreibt uns: Am 12. Juli l. Js. nachncittags wurden, wie schon wiederholt mitgeteilt, von unbekanntem Täter oder Tätern zwei Steine, von denen jeder etwa 12 Zentner schwer war, auf die Bahnstrecke Laubach—Freienseen, 270 Meter von dem Uebergang entfernt, wo die Straße Laubach—. Schotten die Bahnstrecke schneidet, niedergelegt, so daß der Zug ab Laubach 5.49 Uhr nachmittags gefährdet gewesen wäre, wenn die Steine nicht kurz vorher gefunden worden wären. Tie Kgl. Eisenbahndirektion Frankfurt a. M, hat für die Ermittelung der Täter 300 Mark ausgesetzt. Es ist nicht ausgeschlossen, daß zwei etwa 11jährige Jungen, die in der Nähe der betr. Stelle um 4 Uhr Erdbeeren suchten, als Täter in Betracht kommen. • • Regat tapreise. Die bei der Regatta des Ruderklubs ,Hassia" am nächsten Sonntag zur AuSfahtt gelangenden Preise sind im Schaufenster des Tapetenhauses Otto Täubert, Seltersweg, ausgestellt. • • Der Verband d eutscher Eisenbahn-Handwerker und -Arbeiter, Ortsoerein Gießen, feiert am SamStag und Sonntag sein 15. Stiftungsfest, bestehend ait§ einem Festbankett und Fahnenweihe im Kath. VereinS- hauS, Festzug und Sommerfest. Der Verband zählt jetzt 18 000 Mitglieder. * * Beim 12. Deutschen Turnfest in Leipzig haben die vom Gießener Turnverein (1846) entsandten Mitglieder vorzüglich abgeschnitten: Die vom Gau Hessen vorgeführlen Ge- wandtheits-Ucbungen, an denen sich 5 Gießener Turner beteiligten, erregten bei dem zahlreich erschienenen Publikum außerordentlich großen Beisall.- Die schneidige Ausführung erregte besonders bei beit Ausländern großes Aussehen. Das glückliche Gelingen der Ucbungcit ist vor allem dem Gautumn-art Will-Gießen zu danken, der sich mit großer Liebe der Vorbereitung gewidmet hatte. Mit dem Prädikat gut wurde die vom Turnverein entsandte Musterriege gewertet, um deren Zusammenstellung und Einübung sich Turnwart Erb besonders verdient gemacht hat. Bon den Einzelwetturnern erhielt der Turner Rudolf Wenzel int Seck)skampf den 38. Preis, was bei der starken Konkurrenz als eine sehr gute Leistung zu bezeichnen ist. Auch der Fechter Adolf Noll hat sich gut gehalten, es steht jedoch nicht fest, ob er eilten Preis erhalten hat. Der Gießener Turnverein läßt es sich nicht nehmen, die Sieger heute abend bei ihrer Ankunft am Bahnhof. 9 Uhr 12 Min., festlich zu empfangen und wird zu Ehren der Heimkehrenden in der Turnhalle an der Nvrdcmlage einen Fest- kommers veranstalten. ** Viehweide in Gießen. Links der Rvdheimer Straße hat ein Viehhändler ungefähr 11 Morgen Weide zum Pachtpreffe von jährlich 1050 Mk. auf vorläufig fünf Jahre erstanden und läßt darauf crugeublicflich Kühe ostfriesischer Rasse weiden. •• Selbstmordversuch. Der 22 Jahre alte Kaufmann G. H. von hier und die 20jährige A. T. von Eschwege machten im Philosophenwald einen Selbstmordversuch. Der junge Mann hat den Revolver anscheinend zuerst auf das Mädchen gerichtet und eS in der Gegend der Schläfe lebensgefährlich verletzt, um dann die Waffe auf sich selbst zu kt DiL ®J“y nut iZIZW ?As§-°SL en foorben 2 ln erster o;n ! tötest werden und bm-',- !?* weiter «>r.t »W«,' >"S?"'‘'S NZM.r | )en und bas Res^^^N- ÄW»fi: über „au v^^enfaffenunbbie lcherunFsbehl>rben". y£e ^eht hervorgeht, gehören ^^SskrankenkassenbemVer- v 0 fassen betrug am Muß -r Zunahme von 7926 insgesamt 474957° bis 1892 fofl ihm ein Denkmal cri.W- Lderiieymde WÄ, ^art» sftmd W E. ^rngruppe x um roiTb. Da bie Mornm- m wird, so gedenkt man noch ernc iriditen. , H Di- Grch». ,ii i P nach°iittqS i™*”- ” 'Vroit uZtantem T-t-r -dn VnienieterWV:3e"*r*; ±”1ÄÄ «sKs«: äsSfU-i** weg, beutl^1 E'l-" jeiertam tet, Cdioetein ®' »' 6 e-„ i5. Sttti„s. mb S-dn'^Kib-nd M * * ,„i6 am» Die vom Kjxxener denen ^ Publikum mE» her "sKsSL? S'U'A'ÄS m -'b'-u z bei d' /zB 䔫b f«i«< ^id)A’L,» »V,i» l'LB-SH ^:.§ssK ruhig weiter. Landkreis Giejzcn. Märkte. geräumt. 98-00 47-00 63.50—65.00 hv;% 81.00—84.00 81.00—83.00 Dr. Oetker’s „Backin“ (Backpulver) Dr. Oetker’s Puddingpulver Dr. Oetker’s Vanillin-Zucker 83.00-84 00 80.00-82.00 Lebend- Schlachtgewicht 62.00—65.00 62.50—65.00 62.00—65.00 Mk. 110-113 102—107 92—98 Mk. 66-68 60-63 54—59 0 Langgöns, 16. Juli. Beim engeren Wettbewerb eines 16llassi gen Schulgebäudes mit Turnhalle für die Stadt Herborn wurde der Entwurf des ans hiesigem Ort stammenden Architekten Karl Höhn, zurzeit in Frankfurt, <:itr Ausführung bestimmt und ihm gleichzeitig Auftrag zur endgültigen Ausarbeitung erteilt. L. Münster, 16. Juli. Fast alle Dörfer der östlichen Wetterau, welche den Wald sehr nahe haben, sind von Sommerfrischlern belebt. Auch in unserem Orte haben sich einige junge Damen eingefunden, um hier ihre Nerven zu stärken. Universitäts-Nachrichten. — T*er Münchener Re rtorat s wohl ging eine gereizte Preftschde vorcrus und bei der Vorwahl lam es zu einem heftigen Zusammen st oß zwischen den streitenden Parteien. Gestern wurde von 26 anwesenden Wahlberechtigten der im 73. Lebensjahr stehende Statistiker und Finanzwissenschaftler Georg v. Mayer gewählt, der von 1879 bis 1887 Unlerstaatssekretär in Straßburg war und im Reichstage in dem Tabaksteuerkampfe eine Rolle spielte. Die übrigen Stimmen wurden für den Althistoriker Pöhl mann abgegeben. — In Stuttgart ist der Universitätsprofessor a. D. Julius Seemann, früherer Reichs- und Lcmdtagsabgeord- neter, ist im Alter von 73 Jahren gestorben. Kleine Lagerchronik. * Robert Bribges ist zum neuen Poeta Laureatus des englischen Hofes ernannt worden. Lustschisfabrt. Frankfurt a. M., 16. Juli. Tas Luftschiff „L. Z. 20" ist gegen 4i i Uhr nach einer Schleifenfahrt über der Stadt auf dem hiesigen Flugplatz gelandet und wurde um y25 UI)r in die Halle gebracht. Jüterbog, 16. Juli. Der Flugzeugführer Leutnant Stoll vom Jnsanterie-Reqiment Rr. 112 st ü r z t e geitern abend um 81,1 Uhr beim Landen, ivobri der Apparat in die Baumkronen geriet, aus 15 Meter Höhe ab. Er wurde ins Garnisonlazarctt zu Jüterbog gebracht, starb aber in der Rächt. Ter ihn lieglettenbe Unteroffizier von der Fufeartillerie-Schiefeschulc, welcher zur Fliegerabtrilung kommandiert war, blieb unverletzt. Umlllcher wenervericht. Oefsentlicher Wetterdienst, (Siefeen. Wetteraussichten in dellen für Freitag, den 18. Juli 1913: Wechselnd bewölkt, allmählich aufheiternd, warm. wo jetzt die Billa Denninger steht. Hessen-Nassau. k. Frankfurt a. M., 16. Juli. An der Bocken- heuner Warfe wurde in der vergangenen Nacht der Dienst- iuann Heiden, ein Veteran von 1870, von den Arbeitern Lotz und Neu rücklings überfallen und durch Messerstiche schwer verletzt. Bei dieser Gelegenheit erhielt dec Reu von einem bisher nicht ermittelten Mann ebenfalls einen Stich, der eine sofortige Ueberführung Rens ins Krankenhalts bedingte. ^ Frankfurt, 16. Juli. Rach Mitteilung des Stalin ischen Amts ist die V o l t s zahl für den Stadtkreis F r a n 1 s u r t, unter Berücksichtigung der seit der letzten Vollszälü'ung polizeilich gemeldeten Zu- und Abwander u n g c n , sowie des enisprechenden Ueberfchusses der Geburten über die Sterbesälle am 1. Juli mit rund 4 40 100 anzunehmen. h. Okriftel, 16. Juli. Heute vormittag wurden die beiden Zigeuner Michael und Gustav Mettbach, die am Samstag bei der „Bockenheimer Zigeunerschlacht" hervorragend beteiligt waren, aber den Schutzleuten entwischten, durch eine Lift der Frankfurter Kriminalpolizei Hierselbst ermittelt und verhaftet. Tie Polizei hatte den Mettbachfchen Wohnwagen beschlagnahmt und dann seit einigen Tagen durch die Dörfer der Umgegend fahren lassen. Hierbei gelang es ihr, die gefährlichen Burschen zu täuschen und heute in der Nähe unseres Ortes festzunehmen. h. Königstein, 16. Juli. Beim Spielen wurde ein zehnjähriger Schuljunge von einem vorübergehenden Pferde mit dem Huf in das Gesicht geschlagen und schwer verletzt. 1 Päckchen 10 Pfg. 3 Stück 25 Pfg. Kreis Friedberg. L. Friedberg, 16. Juli. Unsere Bezirkskasse ist vergrößert worden, noch 7 zum Teil grofee Dörfer sind ihr zugeteilt ivorden. — Das hiesige Schwimmbad hat unter der Ungunst der Witterung im Bestich zu leiden. Starkenburg und Rheinhessen. m. Offenbach a. M., 17. Juli. Zu der Frage der Beschaffung 2. Hypotheken hat der städtische Ver- iassunasausschüst seine grundsätzliche Bereitwilligkeit zur Hebern al nie der Bürgschaft erklärt, wenn die Hessische Lan- LrshypoU elenbank solche Beleihungen nach dem Wies- b ad euer Muster und auf der Grundlage von ortsgerichtlichen Taxationen .gewähren will. ---Michelstadt, 16. Juli. Gestern nachmittag ist auf dem Jagdschloß Krähenberg die Gräfin-Dl utter zu Erbach-Fürstenau, gebsrene Prinzessin zu Hohenlohe- Ingelfingen, im 79. Lebensjahre entschlafen. Mainz, 16. Juli. DaS Eisenbahnministerium hielt im Direktion's gebäl, de eine Sitzung ab, der auch ein Vertreter der hessischen Negierung beiwohnte. Es handelte sich hauptsächlich um die unhaltbar gewordenen Verhältnisse im Mainzer Hauptbahnhof, denen auf irgend eine Weise Abhilfe geschaffen werden müsse. Weiter meldet man zu der beab- sichtigten Verlegung des Hauptbahnhofes, der Tunnel werde jedenfalls zugeschüttet iverden und die neue Strecke dann in sanfter Stc^ung ohne Tunnel an der Stelle vorbeiführen, Kälber. Feinste Mastkälber ....... Mittlere Mast- und beste Saugkälber. Geringere Mast- unb nute Saugkälber Schai c. Stallmastfcha'e: Mastlämmer und jüngere Aiasthammel Schweine. Pollsleischige Schweine von 80-100 kx Lebendgewicht........ Vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht........ Doltstcischige Schweine von 1U0—120 kg Lebendgewicht........ Vollfleischige Schweine von 120 — 150 kg Lebendgewicht........ richten, wobei er sich weniger schwer verletzte. Das Paar wurde von Soldaten aufgesunden und in das Lazarett gebracht, von wo es durch die Sanitätskolonne in die Chirurgischen Klinik befördert wurde. Die Tat geschah, weil sich die Eltern des Mannes einer ehelichen Verbindung ividerseyten. * * Selvstv er stumm eluirg. Ein Elsässer, der im .werten Jahre beim hiesigen Regiment diente, hat sich einen Finger abgeschnitten und in die Latrine geworfen, um .entlassen zu werden. Nachdem jetzt seine Verletzung geheilt ist, wurde er in Haft gesetzt. ♦ * Durchgehende Pferde und klirrende Scheinen gabs gestern nachmittag in der Marktstrafte. Ein Paar vor eine Droschke gespannte Gäule gingen auf dem Hof des HoslohnlutscherS Huhn durch und rasten in eine der Schneiderschen Erterscheiben, die in tausend Stücke zersprang. * * Er wollte tanzen. Ein Gießener Getreidehändler, der eine Hebung als Landwehrmann zu machen hatte, langte gestern vormittag betrunken auf dem Kaserneuhof an. Er summte einen Walzer vor sich hin und machte dabei ranzende Bewegungen, wozu er allerdings nicht bestellt war. Alles Zureden der Kameraden nützte nichts, und als die Geschichte zu bunt wurde, ließ ein Offizier den tanzlustigen Landwehrmann festnehmen und ins Arrestlokal nach der neuen Kaserne ab führen. Unterwegs sck)eint ihm aber auch noch nicht das Bewußtsein seiner Lage gekommen zu sein, denn er tanzte zur Belustigung des großen Gefolges, das der Transport auf dem Wege zum Arrestlokal fand, fc. Sranffurfa.M. P iehbo ,-Ma rkt berickt vom 17.Jnll. Austrieb: Rinder 10 ', darunter Ochsen 32, Bullen 4, Kühe und Färsen <;6, Kälber 529, Schale 52, Schweine 1320. Tendenz: Kälber und Schafe ruhig, geräumt, .^cbwc'ne säst Preis rur 100 Pfd seine Angaben. . * Entführung in der Hypnose. Aus Triest totrb gemeldet: Ein gewisser Ziffer wurde hier verhaftet, der ein 19 Jahre altes adliges Mädchen, angeblich die, Eigentumerin einer großen Seifenfabrik, entführte, nachdem er sie hypnotisiert hatte. Ziffer soll bereits vor zwei Jahren die Gattin eines Breslauer Zuckersabrikanten entführt haben. * Feuer in einer Schwefelgrube. Aus Galtclltermuu 15. Juli, wird gemeldet: In der Schwefelgrube San G i o n a - nello-Lobos, in der 700 Bergarbeiter beschäftigt sind, brach Feuer aus. Die Arbeiter versuchten auszufahrcn. Es war aber nur c i n Ausgang vorhanden, so daß sich nicht alle retten konnten. 2 3 Mann konnten nicht ausfahren, man fürchtet, daß )‘k u in - gekommen sind. Wegen der großen Menge von schwefeligen Gasen ist eine R c 11 u n g u n m ö g l i ch. * Französische Agenten. In Bunde bet Dortmund wurden zwei französische A g e n t e n v e r h a f t e t, die Familien für französische Gruben und einzelne Personen für Die Fremdenlegion anzuwerben suchten. *TieStadtParisbegünstigtdie„freieLieb e". In Paris sind die Mieten gegenwärtig fast unerschnnngtich hoch, und das führt zu merkwürdigen Komplikationen im sozialen Leben, da zum Beispiel die Lehrer, die jährlich nur 300 Franks Mietentsck>ädigung erhalten, oft gemeinsam mit Kollegen über Kolleginnen eine Wohnung nelymen, um nicht zu viel Miete zahlen zu müssen. Und das taten seit längerer Zeit auch ein Elementar- schullehrer u eineMädchensäwttehrerin u. wohnten selbander glücklich und zufrieden, bis sie unter dem Truck von Freunden und Sclml- behörden den Beschluß faßten, sich zu Giraten, um die peinlichie Lage eines Mädck)ens, das aus ihrer freien Vertäubung hervor- gegangen war, zu änbern unb dem Kinde den Weg durchs Leben zu erleichtern. Einen Tag nach der Eheschließung aber erhielt bie Lehrerin bie amtliche Benachrichtigung, daß ihre Mietentschädi- gurtg gestrickten worden sei, wogegen man die ihres Mannes von 300 auf 400 Franks hinaufgesetzt habe. Tas junge Paar batte also durch seine Heirat einen Verlust von 200 Franks erlitten. Dir; entschlossen, leitete darauf das Ehepaar die — Scheibung in die Wege: unb da der Gatte sich selbst diverser Ehebrückve bezichtigte, wurde dem Scheidungsantrage auch stattgegeben. Jetzt leben bie beiben Geschiedenen wieder gemütlich beisammen, nur mit dem Unterschiede, daß die Lehrerin als geschiedene Frau mit einem Kinde vom Staate eine Mietentschadigung von 400 Franks bekommt und der Ergatte eine von 300 Franks. Durch bas sinnreiche System hat bas im Konkubinat lebenbe Paar also runb 300 Franks im Jahr verbient. Unb bas „Giornale bt Sicilia", dessen Pariser Berichterstatter biete erbauliche Geschichte erzählt, fügt hinzu, baß gegenwärtig noch viele enbere Scheibungsanträge, bie zu bemselben Zrvvck gestellt worben sinb, bas Ehescheidungsgericht beschäftigen, so daß bie Stadt Paris, vertreten durch ihre weisen tzlesetzge'ber, eine eifrige Förderin der Ehescheidung und der freien Liebe geworden ist. * Rücksichtslos. „Hm! Was sich die Herrschaften heutzutage für Leute einlaben, ist unglaublich! Tas Doll da Drinnen läuft den Champagner wie Wasser, und ein anständiger Lohn- bicner muß. es erleben, bafe auch nicht eine volle Flasche für seinen häuslichen Bedarf übrig bleibt unb er sich vor Frau unb Kinbern schämen muß, wenn er nach Haus kommt."____________________ vüchertisch. — Baedekers Schweiz. 35. Auflage. Mit 77 Karten, 21 Stadtplänen und 14 Panoramen Leipzig, stark Baedeker, 1913. Preis 8 Mk — Die neue Auflage des Mannten Reisebuchs zeigt wieder alle Vorzüge, die ihm den ersten Rang unter den Schweizerführern gesichert haben: sorgfältigste Durcharbeitung und Ergänzung des Textes, Verläßlichkeit aller praktischen Angaben bis auf bie neueste Zeit. Von den zahlreichen neuen Bahnen wirb sich das Hauptinteresse ber meisten Reisenden aut bie Jungfraubahn richten, die in einem besonderen Abschnitt mit einem Panorama vom Jungfraujoch ausführlich beschrieben ist. Neben ihr ist die neue Lötschbergbahn von Spiez über standersteg nach Brig zu nennen, bie eine direkte und hockunterefscmte Verbindung von Bern zur Simpionbahn unb nach Mailand her stellt. Die neue Strecke der RHäuschen Bahn von Bevers nach Scknils Tarasp bildet im Anschluß an die neue Straße von Martinsbruck nach Pstinds einen kürzeren und bequemen Zugang von Oesterreich her nach dem Engadin. Die westliche Strecke der Rhälpchen Bahn ist vorläufig von Chur bis Disentis eröffnet. Von anderen, touristisch wichtigen Bahnen mögen hier noch die neue <.rmont bahn von Aigle nach Les Tiablerets, die Bahn Zwelsimm.-n Lenk, die Mittetthurgaubahn von Konstanz nach Wil, die Toggen- burgbahn bis Neßlau, die Säntisbahn von 2lpvcnzell brs Wayer- auen, bie Bahn Altstätten GaiS genannt werben. Auch der Hochtourist wird, namentlich im Griudelwald, Zermatt, >c>aas, Cha- nronir und im Engadin manches Neue finbem — reiche kartographische Material wurde wieder durch drei neue Blatter 'mittleres Engadin von Samaden bis Zernez, Umgebung von Schuls und eine neue Karte des Rigtt vermehrt. ^.,e als Prak tisch bewährte Zerlegbarkeit des Bucktes in sieben Abteilungen wurde beibehalten: Leinwanddecken zum Hineinlegen der einzelnen Abschnitte sind durch alle Buchhandlungen zu beziehen. — G r i e b e n s R e i s e f ü hr e r, Band 32: ,&a d Reu c n- ahr und das Ahrtal". 7. Auslage^ ..M't 2 Karten. 1 Mk.) Verlag von Albert Goldschmidt, Berlin.W. 35 In der bekannten Sammlung Olriebens Reiseführer ist die 7 neu bearbeitete Auflage dieses Bandes erschienen, ber jebem Besucher des Bades Neuenahr und feiner Umgebung beitens empfohlen werden kann. Zum Schluß ist das Brohltal und der ^.aacher faltigen Ernährung wie daheim. Eine leicht und beauem zu bc» reitende Nahrung wie „ Kufeke " - Milchsuvve wird daher bevorzugt, besonders da es bekannt ist, daß sich „ K u i e E e " durch lange Haltbarkeit, hohen Nährwert und leichte Perdanlichkeit auszeicknet, und bafe die Kinder bei „ Kuseke " - Kost sich kräftig und gesund entwickeln. Me Regatta au! der Lahn am 19. und 20. Juli 1913 He Ruderklub Hassla K! Es starten: 38 Boote 189 Ruderer 17 Vorrennen Samstag abend 8 Uhr und Sonntag morgen 71/, Ehr 12 Hauptrennen aw Näheres durch Plakate v,7/r ircus Steins Gartens Donnerstag, 17. Juli, abends 81/* Uhr VL Ahoiieients-Koizert Hermann Althoff C17/7 Giessen, Oswaldsgarten Donnerstag, 17. Juli, abends Punkt 8V< Uhr: Gr. Parade-Vorstellung Auftreten samt]. Künstler und Künstlerinnen, garant. volles, ungekürztes Hauptprogramm. Xff~ Ende nach 11 Uhr. *08 _____(Operetten-Abend), Kindergartenoerein Eine Ausstellung von Arbeiten der Kinder und der Seminarschülcrinncn wird in den Räumen Schiffcnberger Weg 15 und Gartcn- straszc 30 veranstaltet am Samstag, den 19. Juli, nachm. 4—7 Uhr, am Sonntag, den 20. Juli, norm, von 10—1 und nachm. von 4—7 Uhr, am Montag, den 21. Juli, norm, von 10—1 und nachm. von 4—7 Uhr. Auch finden Spiele der Kinder statt am Montag, den 21. Juli, norm, von 9—12 und nachm. von 3—5 Uhr. ID**/?] Der Vorstand. Frelw.LaMtMoMvMMeMttilz Zu der am Sonntag, den 20. Juli 1913, nachmittags 2 Uhr, am Ausladcgeleise hinter dem Hotel Kühne 6AlllitÜ fHlttrt laden wir die beginnenden unterstützenden und inaktiven Mitglieder ergebenst ein. 4667 Der Borstand. xnv Tiii'ii-feeio m IM. Heute Donnerstag abend 9 Ubr s Min. Empfang der vom Deutschen Turnfest in Leipzig beiulkebreudeu Sieger. Daran anschliehend in unserer Turnhalle Kommers. Wir laden unsere verehrt. Ehrenmitglieder, auher- ordentlichen und ordentlichen Mitglieder hierzu höfl. ein und bitten um zahlreiche Beteiligung |v17/7 Der Vorstand. Bei Rückgrat - Verkriimmungeii wurden glänzende Erfolge erzielt durch meinen gesetzlich geschützten Reilrsssioiis-ipparal Systa „Bk“ FMOn7ol Orthopädisches . IllölUei, Etablissement Frankfurt a.M., Schillerstr.5. Broschüre und Beratung kostenlos. (ss7/7 Zn sprechen am Freitag, den IN. Jnli in Giessen, Hotel Schütz, 9 bis 6 Uhr. Ich bitte genau auf meine Firma zu achten und sich nicht durch ähnlich lautende Inserate irreleiten zu lassen. Der rühmlichst bekannte Haas-Apparat wird nur von mir hergestellt Stadttheater Giessen Direktion: Hermann Steingoetter. Dienstag, den 22. Juli 1913, abends 8 Uhr: Sechstes Operettengastspiel des Grossherzoglich. Kurtheaters Bad-Nauheim Unter Mitwirkung der Kapelle des hiesigen Inf.-Regts. Kaiser Wilhelm Nr. 116. Operctten-Preise! Operetten Preise! Neuheit! Zum ersten Male Neuheit! Püppchen Grosse Posse mit Gesang und Tanz in 3 Akten von Jean Kren und Curt Kraatz. Gesangstexte von Alfred Schönfeld. Musik von Jean Gilbert. Cn/7 Kassenöffnung 7*/2 Uhr. Anfang 8 Uhr. Ende lO’/a Uhr. Die Herren Studierenden geniessen Preisermässigung. Stadttheater Gießen Abonnement für die Spielzeit 1913/14. Die Ein^eichnungsliste und die Pläne für die Dienstag-, Mittwoch-und Freitag-Vorstellung werden von Montag, den 21. Juli an in der Musikalicn- Handlung von E. Challier, Neuenweg 9, Tel. 671, aufgelegt werden, wo auch jede nähere Auskunft erteilt wird. a17/7 Der Theaterbauverein. Die Direktion. Erholungsheim Kesselbach Luft- u. Sonnenbad. — Post Londorf, Bahnstation Kesselbach. Klimatisch gesunde Lage, viel Tannen- und Fichtenwald. Frdl. Zim. Voll. Pension 3,50 Mk. tägl. R. Schmidt. 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