Nk. 269 Der Siebener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich LichenerLamilienblätter; zwennalwöchentl.Xreir- blattföröenNreisSiehen (Dienstag unb (yrcitag); zweimal monatl. Land» wirtschaftlich« Zeitfragen ^ernsprech- Anschlüsse: für die Nedaktion 112, fBcrlaq u. Expedition 51 Adresse Mr Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Erster Blatt 165. Jahrgang 5amrtag, 15. November 1913 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Eofafiottsbrnd und Verlag der vrühl'schen Univ.-Buch- und Zteindruckerei H. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: 5chulstrahe 7. VezuqSvrctS: monatlich 75Ps^ vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- iu Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Aik.2.— viertel« jährl. ausschl. Bestellg. Zeileupreis: lokal 15 Pf^ auswärts 20 Meuuiq. Ehcfredakteur: '21. Goetz. Verantwortlich für den polit. Teil: Aug. Goetz; für .Feuilleton', .Vermischtes' und„Gerichts- faal": Karl Neurath; für .Stadt und Land": Kurt Bendt; für den Anzeigenteil: H. Beck. Die heutige Nummer umfaßt 22 Setten. Tageskalender aus dem Jahre 1813. 15. November. Napoleon nimmt den ihm angebotenen Frieden nicht an, und gibt Befahl zu neuen Rüstungen. Politische Wochenschau, Gießen, 15. November. ^.^..Darmstädter Mitarbeiter hatte vor einiger Zeit M>er die sich hinschleppenden Verhandlungen der hessischen Kammerausschüsse geklagt und es getadelt, daß die Ferieu- ordnung unserer Parlamentarier zu schlecht geregelt sei. 2tls noch vor wenigen Wochen heiß darüber gestritten wurde, ob man den „Wohnungsgelbzuschuß" beseitigen solle oder nicht, als man sich nicht einig zu werden schieu, ob ein Beamter auf dem Lande besser oder schlechter gestellt sei als sern Kollege in der Stadt, da gab es manches Kopfschüttelnd rmd die Aussichten auf ein baldiges Zustandekommen des lange ersehnten hessischen Besoldungsgesetzes schienen recl)t trübe zu sein. Auf einmal hat dann der großmächt'ige Finanzausschuß in ein strenges und geheimnisvolles Schweigen islch gehüllt und, wie es schien^ fieberhaft gearbeitet. Die iMinrster und Regierungsvertreter ■gingen im Ausschuß aus und ein, und es schienen sich endlich einmal große Dinge vorzubereiten. Gestern hat nun die Brut aufgehört, und die neugeborene Vorlage wurde den neugierigeit Augen der Oeffentlichleit enthüllt. Es war die höchste Zeit! Gleich- ^itig verkündigt man, daß am 2. Dezember die Zweite Kammer in ihre Beratungen eintreten wird. Wenn erst Tn etwa 14 Tagen die gedruckten Ausschußberichte über das ueu-e Gesetz vorliegeu, gibt es nicht viel Zeit zum Besinnen. Vs wird offenbar damit gerechnet, daß jetzt endlich der Bau gesichert und gefestigt dasteht, daß er nicht wieder, wie die früheren Werte der Regierung, eines Umbaues bedarf; die hessischen Beamten wollen unter den Lichtern des Weih- naclstsbaumes die wichtige Gabe nicht fehlen sehen. Wenn auch .das Gesetz erft am 1. 2lpcil des nächsten Jahres in Kraft tritt, so wird die frohe Botschaft bei den Beteiligten dach ungetrübte Freude erwecken. t Die beunruhigende Zeit des Uebevganges, dies provisorischen Anstandes, ist vorbei, und ein fertiges, wohl gegliedertes neues System soll an die Stelle der veralteten Vorschriften treten. Man hatte eine Verein fachung des Klassensystems der Besolduirgsordnung gewünscht, und es ist mitgeteilt worden, daß die neue Vereinbarung auf 51 statt chlf die von der Regierung zuletzt vorgeschlagenen 81 Klassen ^sich beschränke. Das balbe Hundert ist wahrhafttg auch noch genug; die Treppe, die zu iben iNinistcrsesseln hinaufführt, ist nid)t mehr so himmelhoch und vielstufig; die Schranken !freilich konnten nicht alle beseitigt werden, und das alte Mort güt auch für die Staatsdiener: der Schuster muß Rbei seinem Leisten bleiben. Wer vermag, außerhalb der Beamtenschaft stehend, nun tzu sagen, ob bei der neuen Regelung alles vollkommen nach Gerechtigkeit und Verdienst gegangen ist! Es werden aller Wahrscheinlichkeit nach auch, diesmal alleriei Auseinandersetzungen kommen und Beschwerden erhoben werden. Wer im großen und ganzen scheint das neue Werk einen Fortschritt zu bedeuten. Kleinliche Unter- fchiede, die nur unnötig böses Blut und Unzufriedenheit .machten, sind beseitigt worden, und mit der Abschaffung ldes Wohnungsgeldes wird man sich, da es ja für die größeren Städte Zulagen geben soll, schließlich auch abfindeu 'müssen. Ganz so gut wie in Preußen sind unsere Beamten .auch in den ireuen Vorschlägen nicht bedacht worden. Aber es handelt fid) nur noch um geringe Unterschiede, und es ist nun einmal unabweislich, daß die hessische Steuerschraube eine weitere Anziehung schlecht verträgt. Die Zeiten sind ^—M ■!— IIII II iSUMAJuHlWaro-TMSn UJBJU miw—— Die titcsjäljrigen Nobelpreise. Die Verleihung der Nobelpreise hat in diesem Jahre Überraschungen hervorgerufen, denn sie sind zumeist Männern zuteil geworden, die dem großen Publikum kaum dem Namen nach bekannt sind. Aber das ist bei den naturwissenschaftlichen Nobelpreisen schließlich ganz in der Ordnung, denn es kommt darauf an, was diese Leute in ihrer Wissenschaft geleistet haben — und da sind sie denn auch bahnbrechend gewesen. Größeres Erstaunen hat die Verleihung des Literaturpreises an den in weitesten Kreisen unbekänn- ten Indier Tagore hervorgerufen, besonders in Deutschland, wo man entschieden mit der Auszeichnung des 70jährigen Rosegger rechnete, der ja auch von Stockholm aus mit ziemlicher Bestimmtheit genannt wurde. Immerhin ist die „Entdeckung" Tagores interessant genug, um hier etwas ausführlicher geschildert zu werden. Der bekannte englische Maler und Zeichner William Mothenstein war vor etwa einem Jahr in Indien, und hier wurde feine Aufmerksamkeit auf einen Dichter gelenkt, der bei feinen indischen Landsleuten die höchste Verehrung genoß, den aber die offiziellen Kreise nicht zu beachten schienen. Dieser gefeierte Nachfahr der großen Poeten der Sanskritliteratur war Rabindra Nath Tagore, der jüngste Nobelpreisträger. Der Maler bestimmte den Dichter, der sich bisher in stiller Abgeschlossenheit und einsamer Versenkung gehalten hatte, mit ihm nach England zu kommen, und so erschien denn „das Licht aus dem Osten" zum ersten Mal vor einer europäischen Versammlung, auf dem Religionskongreß in Paris. In London wurde er als Indiens berühmtester Sänger gefeiert, und besonders der irische Poet W. B. Beats war von den Richtungen, die Tagore selbst in seinem fließenden und eleganten Englisch übersetzte, so entzückt, daß er eine englische Ausgabe von seinen Dichtungen unter dem Titel „Gitcmjali" d. h. Sangesopfer veranstaltete und mit einer schönen Würdigung einleitete. Das Buch, das dem eigentlichen Entdecker Rothenstein gewidmet ist, machte großes Aufsehen; die Auslagen folgen einander ununterbrochen, imgünftig, und unsere Beamten sollen bedenken, daß sie vor den Trägern der freien Berufe, die in den wirtschaftlichen Kämpfen rauheren Stößen ausgesetzt sind, doch allerlei Annehmlichkeiten voraus haben. Immerhin wäre es besser gewesen, wenn die Zweite Kammer schon etwas früher zur Beratung hätte zusammenl'ommcn können; in Sachsen, Bckden und Bayern haben die Parlamente ihre Arbeiten schon be- goimen, und der Stoff, der in Darmstadt erledigt werden muß, ist nicht minder wickftig und schwierig wie die Geschäfte der anderen Bundesstaaten. Wir denken dabei weniger an die Zentrumswünfche in der Ordensgesetzgebung, über die man hoffentlich nicht allzu viel Zeit verlieren wird, als vielmehr vor allem an die Nachprüfung des neuen Gemeindeumlagengesetzes und ferner die in Aussicht gestellten Verkehrsverbesserungen durch Einlegung von Automobillinien. Gerade in der Provinz Oberhessen verspricht man sich von solchen Einrichtungen segensreiche Fortschritte. Die frei schaffenden Stände im Reiche haben die Aussicht auf riue baldige neue Regelung der Sonntagsruhe erhalten. Die neue Gesetzesvorlage, die wir gestern veröffentlichten, bedeutet eine Verkürzung der Arbeitszeit an Sonntagen und stellt somit einen sozialen Fortschritt dar. In den offenen Verkaufsstellen dürfen die Angestellten im allgemeinen nicht mehr, wie bisher, fünf Sttrnden, sondern nur noch drei Stunden beschäftigt werden. In Städten, wo des Sonntags viel aus Landkundschaft gerechnet wird, kann die zuständige Ver- walttlngsstelle eine Beschästigungszrit von vier Stunden zulassen. Um eine große Reform handelt sich's also nicht. Wir wollen aber der großen Zahl hierbei in Frage kommender kaufmännischer Angestellten die kleine Erleichterung, ihrer Berufsbürde herzlich gönnen. Den Ladeubesitzeru und Gewerbetreibenden wird das neue Gesetz keine wesentlichen Ungelegenheiten bringen. Man sieht, wie trotz des vielfachen Rufes nach einer Verlangsamung unserer Sozialpolitik in unseren Reichsämtern regsam gearbeitet wird. Das Präludium zur Wiedereröffnung des Reichstags vollzieht sich leider unter den mißharmonischen Sturmglocken einiger Entrüstungs-Affären. Der bedauerliche Vorfall in Zubern hat auch nach der amtlichen Untersuchung und Veröffentlichung ihres Ergebnisses noch ein sehr unvorteilhaftes Aussehen. Wenn auch der Ausdruck „Wackes" keine allgemeine Bezeichnung für die Elsässer, sondern für ver- lodderte und verlumpte Kerle ist, so war die eigenartige Rechtsbelehrung jenes Leutnants, der den Sturm heraufbeschworen hat, doch im höchsten Grade vom Uebel. Der an- maßliche Redeschwall, die pathetische Aufforderung zum Waffengebrauch, das waren doch Dinge, die mit dem Dienstbereich eines Leutnants gar nichts zu tun haben sollten. Das unnötige taktlose Gerede, das auch in anderen deutschen Landen eine Ablehnung hätte erfahren müssen, war doppelt unangebracht in den Reichslanden, wo es zwar gilt, eine entschiedene d e u tsche Gesinnung hochzuhalten, wo aber Beamte ober Offiziere in ihren Äeußerungen ober Kund- gebungen alles Herausfordernde vermeiden müffpn. Die Militärbehörden können nichts besseres tun, als den unvorsichtigen Leutnant auf eine minder exponierte Stelle ab» zuberufen, und wenn der Fall im Reichstag zur Sprache kommen sollte, darf man wohl auf etwas geschicktere amtliche Erklärungen hossen, als die bisherigen Zeitungsnotizen sie enthielen. Auf den sozialdemokratischen Bänken wird es noch mehr Entrüstungsschreieigeben, und zwar wird gegen die Maßregel des Reichskanzlers in Sachen des „Rüstungs-Ausschusses" Sttirm gelaufen werden. Wir veröffentlichen heute an anderer Stelle gewisse Kriegserklärungen der sozialdemokratischen Fraktion. An sich war es gewiß zu billigen, daß gerade oer Abgeordnete Dr. Liebknecht in diesem Ausschüsse als befangen abgelehnt wurde, aber daß der Staatssekretär Dr Delbrück von „verfassungsmäßigen Bedenken" sprach, wird und der Inder hat die beste Aussicht, einen Welte.rfolg in englischer Sprache zu erringen, wie früher der Perser Omar Chajjam, und wie dieser ein britischer Klassiker zu werden. Auch in Amerika ist Rabindra bann aufgetaucht, hat auch dort mit seiner sanften wohllautenben Stimme seine Lieder vorgetragen und in Kirchen- über indische Philosophie gesprochen, und überall, wo der Mann vom heiligen Strome erschien, ging ein seltsamer Zauber von ihm aus; man bewunderte die schone hochgewachsene Erscheinung mit dem grauen Haar unb Bart, bem fremdartigen Kostüm, unb so mancher hielt ihn, wie feine Lanbsleute, für einen Heiligen, wenn er die Hänbe über ber Brust gefaltet, in ben großen dunklen Augen ein innerlich glühenbes Seelenseuer, dahin- schritt. Dieser stille Mystiker, ben nun so plötzlich ber Spruch der Stockholmer Akademie aus dem Schatten frommer Andacht und beschaulicher Ruhe in bas grelle Licht der weitesten Oefsentlichkeit gerückt hat, ist im Jahre 1861 zu Kalkutta geboren. Er stammt aus einer altangesehenen, srom- imejH unb künstlerisch begabten Familie. Sein Vater, ber Maha Rif hi, ist bekannt wegen seiner Frömmigkeit, sein Bruder Dwijendra Nath ist ein berühmter Philosoph. Zwei andere Verwandte, Gogonendra Nath unb Abininbra Nath Tagore finb namhafte Künstler; sie haben sich ebenso wie ber Philosoph von ben alten Traditionen losgesagt und wollen Indien einer neuen Zeit und einer modernen Bildung Zufuhren. Auch Rabindra hat ben modernen Ideen Herz und Haus geöffnet; so hat er auf seinem Gut eine S ch u l e gegründet, deren Lehrer europäffche Bildung haben. Aber sein Denken und Dichten wurzelt doch noch ganz in den Wundern altindischer Kultur und Schönheit, und mit einer stillen Resignatton sieht er in sich den letzten Dichter des alten Indiens, der noch tief hineinaetaucht ist in ben Weisheitsbronnen ber Vergottung unb der Alleinheit. Tagore, der zuerst als Musiker auftrat unb mit einer Oper begann, ber auch alle feine Gedichte selbst vertont hat, soll in feinen Dramen, Romanen, Novellen unb .Genick) t überall recht verstanden werden. Es handelt sich bei der Nachprüftmg ber Rüstungslieferungen ja nicht um eine rein parlamentarische Tätigkeit, was schon daraus hervorgeht, daß auch eine ganze Reihe von Nich tpur lum eu- tariern in ben Ausschuß berufen worben sind. Der So- zialdemokratte, die doch sonst auf freundschaftliche Beziehungen mit Negierung unb bürgerlichen Parteien kein großes Gewicht legt, wirb es baher nicht viel helfen, wenn sie jetzt bie „gekränkte Leberwurst" spielen will, lieber* bies hat sie doch noch andere Sachverständige wie HerrU Dr. Liebknecht, und wenn Herrn Noske noch eine andere „Autorität" auf dem Gebiete des Hecreswesens beigegeben worden wäre, so wäre damit bock) auch ber Zweck erreicht worben, ben bösen Panzerplattenfirmen nichts burch bie Finger sehen zu lassen. Aber man braucht alleweil etwas Opposition, unb so wirb ein halber ober gar ein ganzer Tag mit uferlosen Neben verschwenbet werden! Der Kaiser begab sich Freitag abend um 11 Uhr mit dem Sonderzuge nach Kiel. Ein Festabend beim Neichstagspräsiden- t e n. Zu Ehren des augenblicklich in Berlin versammelten Ausschusses des Deutschen Handelstages hatten der Präsident des Handelstages und Frau Dr. Kämpf für Freitag Ein la düngen zu einem Abendessen in den Fest- räumen des ReichstagSpräsidialg eb ä ud e S ergehen lassen. Gegen 150 hervorragenbe Persönlichkeiten der amtlichen wie ber kommerziellen unb industriellen Wett waren der Einladung gefolgt, an ihrer Spitze ber Reichskanzler Dr. von Bethmann Hollweg, die Staatssekretäre Krätke unb Dr. Lisco, bie Unterstaatssekretäre Wahnschaffe unb Dr. Zimmermann. 2Iais!a$iö. Erzherzog Franz Ferbinand unb Gemahlin finb Freitag mittag zum Besuche bes Königspaares nach England abgereist. Eine Anleihe für Militärzwecke in Fran k« reich. In ber Nachmittagssitzung ber französischen Kammer, am Freitag, brachte ber Finanzminister Dumont den Gesetzentwurf über eine Anleihe von 1300 Millionen Franks für außerordentliche Ausgaben bes Militärbudgets und Marokko während dreier Etatsjahre ein. Die ber Vorlage 'beigegebene Motive begrünben die Wahl des Typus ber dreiprozentigen eitrigen Schuld, welche als bas richtige Werkzeug für ben Krebit des Staates zu betrachten sei; Staats fonbs würben ihre privilegierte Stellung wieder- eriangen, sobalb bas Parlament gemäß ber Vorlage bis Steuerfreiheit ber Zinserträge beschlossen haben werde. Es wird hinzugefügt, daß die Regierung die beständige Sorgfalt nicht nur ber militärischen Vorbereitung des Landes für ben Tag, wo es heiße, „zu den Waffen", sondern auch für1 die finanziellen Vorbereitungen und ber Amortisierung ber Staatsschulden als ihre gebieterische Pflicht betrachte. Die Motive zeigen weiter, baß ber Rückkauf der neuen Renten an der Börse die daß Budget am wenigsten belastende, für den Staatskrebit günstigste Art der Tilgung sei, und drücken die Meinung aus, daß nach etwa 30 Jahren die für ben Dienst der Anleihe dienenden 75 Millionen in voller Höhe ber Tilgungskasse zugeführt werben können, und daß wahrscheinlich nach weiteren 30 Jahren ber Nominalbetrag ber ewigen Schuld nicht nur um ben Betrag der neuen Anleihe, sondern auch int weiteren von über zwei Milliarden, zusammen über 3l/2 Milliarden Franks, abgenommen habe. In jedem Jahre wirb bie Staatskasse bie Summe von 75 Millionen Franks erhalten, bie zur Zahlung ber Zinsen und zur Amorttsatiou der neuen Anleihe vevi wendet werben soll. Diese 75 Millionen Franks werden burch dichten das umfassendste Bild von bem Denken, Wesen unb Sein seines Volkes und Laubes gegeben haben; man rühmt seinen von ihm selbst in englische Prosa übersetzten Gedich- ten im Original eine Feinheit bes Rhythmus, eine Zartheit ber metrifrf)en Gestaltung und Glut ber Farbe nach, die in einer fremden Sprache nicht wiederzugeben sind. Seine Kunst mag sich mit manchen literarischen Strömungen ber Gegenwart, mit Maeterlinck unb Bergfon berühren, unb so sich ihr großer Erfolg erklären. Alfred Weiner in Zürich ist ein Elsässer; Mühlhausen ist seine Vaterstadt; gegenwärtig steht er im 47. Lebensjahre. Er hat in Zürich unb Paris studiert, wurde bann in Zürich Assistent unb bekleidet dort seit 18 Jahren am eidgenössischen) Polytechnikum eine Professur. Sein Spezialgebiet ist ber Teil per Chemie, den Pasteur im Jahre 1848 an bahnte, als er an Weinsäure das optisck-e Drehungsvermögen der sogenannten Links- und Recktsverbindungen entdeckte. Heute ist hieraus, nicht zum wenigsten durch die Untersuchungen Werners, ein sehr verwickeltes, außerordentlich schwieriges Gebiet geworden, in dem jedoch noch vieles vollkommen dunkel ist. Auf den Untersuckungen Werners beruht hauptsäck-lich bie Entbeckung neuer, optisch aktiver Ver- binbungen, beren optische Aktivität nicht auf ein asymmetrisches Kohlcustoffatom zurückgeht, sondern bei denen andere Elemente die Rolle dieses einen asymmetrischm Kohlenstoffatoms übernommen haben, z. B. Kobalt, Chrom, Rhodium ober Eisen. Bei den optisch aktiven Stossen mit einem afmnmetriid^n Köhlenstoffatom denkt man sich dieses Atom in der Mitte eines Tettaödcrs angeordnet/ und die Valenzen werden nach den Ecken dieses Tetraeders ge- gerichtet vorgestellt. Diese Thevrie hat Werner erweitert und darauf die eweiterte Theorie durch Verfluche bestätigt: er nimmt nämlich an, daß es außer den Valenzen ober Wertigkeiten der alten Chemie noch sogenannte Nebenvalenzen gibt, die nicht Atome und Atome ober Atomgruppen aneinanderfesseln, sondern gesättigte Komplexe aneinanberbinben. Diese Anschauung hat zu einer reichen Entwicklung ber Theorie von der Isomerie geführt. Tie räumliche Anordming stellt Werner hierbei durch, das Oktaeder (anstelle des früheren Tettaöders beim Stoßenftoffatom', dar, uird das Metallatom ist dabei in der Mitte des Oktaeders angebracht zu benFen. Bei dieser Oktaederformel sind nun zwer Anordirungoarten der Kernsubstituenten möglich, so daß eine „Trans-" unb eine „Eis-"Stellung möglich iftz unb diese cheo- bie Erbschaftssteuer aus das Kapital aufgebracht Ter Minister des Innern teilte mit, der Prozentsatz der im 3abre 1913 au»gehobenen Leute von zwanzig Jahren, die von der Untersuchunqsdehörde als tauglich befunden wurde, betrug bis 65 Prozent, einschließlich der Freiwilligen 71 bis 83 Prozent. Dre Maßregelung des Generals Faurie Ter französisch«? Ministerrat beschloß, den (General Laurie wegen seines schweren BerstogeS gegerr die Disziplin zu verabschieden. Der rumänische Minister des Innern Take I o n e S c u traf auf der Rückreise von Athen in u o n st a n - linopel ein. Tvr turtische Minister des Aeußern Talaat Bei begab sich an Bord des Dampfers „Romania", um Fo- nescu zu begrüßen. Beide statteten später dem Großwesic einen Besuch ab Auch der Sultan empfing den rumänischen Minister mit Gemahlin in Begleitting deZ türkischen Ministers Talaat Bei. K i a m i l Pascha f. Die der „Agenzia Stefam" aus Larnaco (GtHjern» gemeldet wird, ist dort der früher-i Großwesir Kia mit Pascha gestotben TerNeubau des deutschen ran kenn an Je s in Teheran ist am Freitag in Gegenwart der Minister und des diplomatischen Korps feierlich eingeweiht worden Aus Stadt und Land. Dieben, 15. November 1913. * TageSkalender Mr Sam-tag, de» 15., und Sonntag, den 16. November: StnbUbcater: Sonntag nachm. 8'/, Uhr: ,Kater fiainpe*: nbentx 71/, Uhr: ^Fckmzauber." C e ff e n t H ch e Versammlung zur Ltadtverordneten- ,vahl GiorihtriHt. 'lioIfSvmlei »ad Rationalliberaler Verein) Samstag obenb h1/, Uhr im (£a'6 Leib. Konzertverein: Erster Kammermusik - Abend, Sonntag abend Uhr in der Neue» Aula. (hniiü. Bund: Namilieiiabend 8*4 Uhr in Stein« Garten. Gcsellschas 1 s - Berein: Teeabend mit Tanz Sonntag abend 8 Uhr. KriegSmarine-Au» stell« ng in der alten Klinik. 1' i ch t s p i e l b a n 4: Täglich Vorstellung. U ii i o n - T h c a t e r: Täglich Vorstellung. (DienStagS und Samstags neues Programm.) SbcrliellisstieS Musenm u n d G a i l' s ch e S a m m - lnnaen. Geöffnet Sonntag vormittags 11—1 Uhr unentgeltlich Museum für Völkerkunde. Geöffnet an Sonntagen vormiliag» von 11 — 1 Uhr unentgeltlich. OberhessischerK un st verein. Tie Gema'lde-AuSstellung ist täglich von 11—1 Uhr und ebenfalls Mittwochs von 3 bis 5 Uhr geöffnet. Tic Anlagemnsik kann wegen Derhinderung der Regiment Nnnsik morgen nicht stattfinden. Ticfelbe stndek Montag nachmittag 8 IIdr statt (mir bei gutem Wetter). Spielplan: 1. Riir Thron und Ehre! Marsch von W. Kommallein; 2. Fantasie ans ^vosfinannS Erzählungen' von I. Cffeiibad); 3. Winterstiirme! Walzer von 3. snieik; 4. Mit Golt tüt Kaiser nnd Reich! Marsch von J. Lehnhardt. . • • Schulwesen. Dem Lehrer Otto Kneipp zn Siedelsbrunn, Kreis Heppenheim, wurde eine Lehrerstelle an der Volksschule zn Utphe, Kreis Gießen, übertragen. — Erledigt ist eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Schulstelle zu Alsheim, Kreis Worms. • * Kein Ka isrrmanöver 1914 für Hessen. Bekanntlich sollte daS nächstjährige Kaisermanöver im nächsten Sommer auch das 18. Armeekorps in feinem Bc reich ziehen. Dies scheint nach neueren halbamtlichen Mitteilungen nicht der Fall zu fein. Es heißt nämlich darin: Für die Kaisermannöver 1914 ist der Termin vom 7. bis 11. September angcsetzt worden. Die Manöver finden zwischen dem 7. Armeekorps und dem 8. Armeekorps statt. Die vorangehenden Kaiserparaden werden am 28. Aug. in M uuster und am 29. Aug. in Köln abgehalten. * * Eine Jahrhundertfeier der A. H. Verbände der Deutschen Burschenschaft, Rüdesheimer Verbandes, Köse- ncr S. G\Ekinf)cimer S. C., V. C. und Nudolstädter L. C der ganzen Umgegend findet heute in Mainz statt. In dieser Einmütigkeit haben die Alten Herren samt' l i ch c r s ch l a g e n d e n V e r b i n d u n g e n bisher noch nicht in Deutschland getagt; besonders ist freudig zu begrüßen, :hnR diesesmal auch zwei große schlagende Verbände unserer deutschen Hochschulen als vollkommen gleichberechtigt an dieser patriotischen Feier teilnehmcn werden. ** Bon» Konzertveretn wird uns geschrieben: Gestern abend lies folgendes Telegramm von Frau E r l e r Schnaubt ein: „Ansage Erkrankung muß leider absagen: ärztlich Zeugnis folgt." — Cs ist dem Vorstand des Konzertvereiirs noch in letzter Stunde gelungen, eine von früheren Konzerten her in bester Erinnerung stehende und in den Konzertsölen vielgeseierto GesangSkünstlerin in der Württembergischen K a m m e r i ä n gerin Frau An nfa Kämpf ert aus Frankfurt a. M. zu retisch ausgestellten Strukturformeln konnte Werner durch den Versuch bei tat inen, indeur er die optisch Isomeren isolierte, bi die Theorie ersordert: die Eioverbindungen sind iminnimetribi- und optisch aktiv, die TranSverbiirdungen dagegen, deren Molekül, durch eilte Ebene shimnetrisch zerlegt livrben können, drehe die Sel-avingungseb-ne des polarisieni'u dichtes nicht. Werner Untersuchungen halben zu optisch aktiven Verbindungen eines vor ihm nicht gekannten Tnvus gefübn und gezeigt, baß die wesentlict. Bedingung für dasAuftreten oDlüdxr Isomeren tatsächlich nur die Asymmetrie dr> Moleküls ist: ferner haben die Versuch eine glänzende Vestäki-.nng der Brauchfr,rkeit und Z.weckmasn Teil feiner Theorie der MolekiUarvcrbindungen gebracht, und schließlich kann man aus ihnen folgern, daß Haupt und Reben Valenzen am einer Stute neben und daß der llmerschied zwisch n, ihnen kein tatsäclütcher ist, sondern nur in der Entwicklungen f (liebte der Chemie begrfutfr-t ist. K amerlingh f? n n e d, der int 3nhr.- 1853 in Groningen atborvn ist, am Telitcr Polntechniknm ^lssistent war nnd i.-i 1881 nt Vcnben eine Professur inne hat. tot das (HeHt-t der tieftn ntib tiefsten Temperaturen zn seinem Sonderforsckmn.r>gebiet - er wM! Seine A'.Wandlungen gelten der allaimtetnai Theorie bc - flilniften Zustande>. und in seinen Laboratonumsorbeilen Im; er grzeürt. da,'-, auch die früher als „permanente" (Haie betrieb neten stoise nch unter den riäuigen -r rn-rungen verflüssigen lasfen, ja selbst das nnderfvenstrge Helium bet er zur Beistu' signug gernmugen, und .schliesürd tu -.hm gelungen, beina- den absoluten Rullpunkr .273 i'lrab Kälte zu ertrirtvn Sein mnrr> >' glteladoratorium in Vcoben ui> die erstaunlichen Pc V.'dv: die hort anSgefuhrt iprrbcn sind auch für den Vavi ein höchst anü-dendes Gebitt. Zur Annäherun« an den absolut-> '.'dullpunkt bis aut einen <*rxti> ist Numeri, imb Cmv dur - sigeS Helium gekommen Er vernvnbti hal-i ioacnanntr ..Malte U'klen". indem er zunächst einen Stoss durch Truck und ei-- M ckwnnsckning verflüssigt und dann diesen Stoff verdampfen läfu. wobei eine noch stärkere Abkühlung erzielt n.wtf' So wird w,-v'- ijhhmm-tbnl verflüssigt. der zweite Kälte,nklus arbeitet mit Hell lan und crrrtiff eine Temperatur von 160 OKad unter Rust, mi: sküsiigem ^nicrftrü werben 210 Grad Kälte erreicht. ffü n- Wosserstvss läßt die Temperatur auf 259 Grad unken, un»> flüssiges Helium schließlich entzieht btn versuckrsiwifen die W w soweit, daß 272 t'ftad unter dem ^istpunf- erreidxt hxrfr-i Sieben brs acht Stunden sind itötia, um diese Temperatur zu erreichen gewinnen, Frau .stämpierts sieghafter, hoher Sopran, unb ihr feinniliiierter ^ovtxaq und kn er bei der vorletzten Jhinubntng Der Beethovenschen Missa von allen Seiten bewundert worden. Es sei bemerkt, daß ifreru .M am viert bei dem Meininger MIM' r'cft unter Reger un) bet den Fubiläumsieitspielen. bie m BettrN unter Meugellnrgs Heining stattfanden, durch die knnrertzende Art ihr-/. Vortrages und ihr glänzendes Sttmm-Material nwtirnane Beisalls^türm' emfesselt har. Bor 14 Tagen rst ne Z" Berlin rür die berühmte große Sängerin Frau .^oorfr-mier-Redbingnis hne iebe T:robc eingn'mingen und hat mit ganz außerordentlichem Erfolge bestanden. So darf also ohne weitens geragt werden, daß em vollwertiger Ersatz gefunden worden ist, und ein genuft- reiches Konzert in Aussicht stchl. •• Vom Stadttheater. Die GesangSpoffe .Film - ; a u b cr',bie morgen abend zum ersten Mal hier gegeben wird, ist zurzeit wohl daS meist gegebene Stück auf deutschen Bühnen, m manchen Städten erlebt daS Werk Serienaufführungen. Tie Ausstattung, soweit sie neu ist, wurde für die hiesige Aufführung in der eigenen Werkstätte des Theaters hergestellt. ** Abschlag des Schweinefleisches. Mit dem heutigen Tage habett die Gießener Schweinemetzger einen Abschlag in Fleisch- und W u r stwa re n eintreten lassen. Tic Preisermäßigung ist in den einzelnen Waren verschieden, sie beläuft sich bei einzelnen Daren auf mehr als 10 Pfennig. " Anläßlich bc8 Pegoudschcn Schaufluges in Frankfurt a. M. fährt morgen ein Sonderzug von Gießen nach Frankfurt, der in Butzbach, Bad-Nauheim und Friedberg anhält. Abfahrt in Gießen 1 2.08 Uhr mittags. ** Der verstorbene Fabrikant Ludw. Bramm, der auch in weiteren Kreisen bekannt ist, wurde am Freitag zur letzten Ruhe bestattet. Schon längere Zeit durch ein schweres Leiden seinem Wirkungskreis entriffcn, hat ihn der Tod nun zu früh für seine Familie unb alle, die ihn kannten unb schätzten, erlöst. Mit ihm ist ein hochachtbarer Mensch, ein äußerst tüchtiger Bürger dahin gegangen. Don der Beliebtheit, deren er sich erfreute, gab das ungemein starke Traucrgcleitc Zeugnis. Vollständig erschienen waren anch die Angestellten und Arbeiter seiner Fabrik zu Wieseck, die in ihm einen allezeit liebenswürdigen unb gerechten Fabrik- Herrn verlieren, ber ihnen aber auch, wie ihr Sprecher am Grabe aussprach, jeberzeit ein treuer Freunb unb Berater war. ** „In Gießen gießt es" hat man in der letzten Zeit recht oft zu hören bcwmmen, und manchrnal klang dabei ein tiefer Groll gegen den guten Jupiter Pluvius darein, der es allerdings anno 1913 gar zu gut meint. Seit heute morgen dürften die Klagen verstummt fein, denn das Himmelsblau blinzelt hier und da durch das leichte Gewölk. Ab und zu blitzt wohl auch ein Sonnenstrahl über die Dächer Gießens. An ein längeres Verweilen denkt die Sonne allerdings noch nicht. Immerhin dürfte man wohl nach der Aussage der Wetterpropheten auf klares Wetter und kältere Temperatur hoffen. Doch auch der Wetterkun- dige soll sich bisweilen irren. Wer kanns wissen, was der Wettergott beschlossen hat? ** Vor falschen Hundertmarkscheinen, die allem Anschein nach in unserer Gegend im Umlauf sind, sei nachdrücklich gewarnt. Erst dieser Tage wurde an der Rcichs- bank-Hanptstelle in Frankfurt a. M. ein falscher Hundertmarkschein angehalten. Das Papier ist weicher und dünner, als das einer richtigen Rote. Farbe und Druck des falschen Scheines sind auffallend he l l, wdaß die Unecht- beit ziemlich ins Äuge fällt. Tic Nachforschungen nach dem Verfertiger ober Verbreiter sind bisher erfolglos geblieben. Landkreis Gießen. △ Ettingshausen, 14. Rov. In den ausgedehnten Gemeindewaldungen werden im Laufe des Winters 2100 Festmeter Brenm, Werk- und Bau holz gefällt. — Trotz der großen Gemeindeeinnahme kann sich oie (Gemeinde nicht entschließen, das e l e kt r i s ch e Licht ein^uführen. cht. Ober-Hörgern, 15. Nov. Heute und morgen findet hier Bezirksgeflüaelausstellung statt. Mit der Ausstellung ist eine Verlosung nnd Preisverteilung ver punden. Es sind im ganzen etnw 22 Preise gestiftet morsen. Tie Ausstellung umfaßt ungefähr 140 Nummern. △ &r ü n b e r g, 14. Nov. Eine H'irchtnoif itation fand durch Superintendenten D. Peter) en-Darmstadt in Grünberg, Stangenrod nnd Lehnheim statt. Auch Religions Prüfungen in den Schulen waren damit verbunden. Abends fand ein evangelischer Familienabend in der Turnhalle stact, wobei Pfarrer Göbel-Büdingen einen Lichtbildervvrtrag Grünberg, 14. Nov. Die junge katbolische Gemeinde gedenkt eilte Kirche zu erbauen. Sie hat zu diesem Zwecke die Tammlcrschc Hofreite für 1300 Mark gekauft. Kreis Büdingen. § Wippenbach, 14 Nov. Mit Erlaubnis des Kon nstoriumS zu Haitau erhielt die Gemeinde am 9. Januar 1721 die Erlaubnis, eine eigene Sämlstelle zu crridrtrtt. Vorher gingen du utder nach Selters zur Schule, »vaS zu büKbroerlid) uxir. Zum ' ebrer wählte matt Johannes BerngeS aus Srifditorn bii '\uiterbad). tveldKT in einem Bauernhaus 13 Schüler zu unternch ken hatte '2ln Geholt erhielt er: 1 Aclrtel Mont, von jedem Mui fr 1 > AlbuS Sckvtllohn gleich 21,06 Mark, auS der tz)enrrtndekasu- :: <$u!bvtt und aus acht Nachbarshäusern je einen Laib Brot. Ntdda, 14. Nov Tas oaterl.mbifrf ? Miricl „Au: :tof*cr Zeil", von Pfarrer Dückst. wurde hier iviederkolt aus > ,-ftihrt 'unb fand jedesmal von zahlreichen Zuschauern großen Beifall. Kreis Lauterbach. 2\ Angersbach, 14. Nov. Um fick zu wärmen, stellte nch das fünf Jahre alte Töckuerchcn eines Vlrbeiicr-3 an den rfen, kam dem Cten jedoch zu nahe, so daß die Mlether Feuer i„gen beider war die Mutter abwesend, und als die Nack4,aru ..is das Jammergeschrei herbeiciUen, sielen dem Kitrd schon die rerbrannten Mlciber vom Leibe. Unter fttrchtbaren Sckmterze» 'tarb daS Mädchen fden nach kurzer Zeit. Kreis Friedberg. V Friedberg, 14. Nov. Der hessische Verein für endliche Heimat pflege hält am 26. November im Hotel Trapp eine Hauptversammlung unter dem Vorsitze eS ProvinzialdirektorS Fey-Darmstadt ab. L. Frted berg, 14. Nov. Unser neuer Düterbahttho miede bekanntlich durch große Erdntaffen hergestellt, iveleb mn von Nsienheim herschaffte unb 12 m doch anffchüttete. ?ie Erdtnaffc diente al« Baugrund für die neue Güterhalle. -st hat Itd) die Halle gesenkt und muß wieder hergeslelll -erden, die GepäckabfecttgtmgShalle ist vorerst noch im alten abnhore. — In der gestern abgehaltenen Versammlung de-:- öewerbevereins wurde beschloffcn, für die Kandidaten der BolkSpartei zu stimmen. Et arten bürg und Rheinhessen. rm. Darmstadt, 15. Nov. Erhängt bat sich auf dem ^remhof bet Bckebrunn der fett einiger Zeit dort bc L cnstetc Knecht Ehr. Ewig au« DenengesLß. Ueber bit Ursachen, die zu der Tat führte, hat man bis jetzt nur Der- mutungen. rm. Lampertheim, 14. Nov. Heute wurden vier hiesige Etnwohner feftgenommen, welche zu einer DiebeS- und Hehlergesellschaft gehören, die schon feit längerer Zeit hauptsächlich Fruchtdiebstähle begangen hat. Die Staatsanwaltschaft ist mit der AufklSru»^ der Angelegenheit beschäftigt. ch Bingen, 14. Nov. Der Bischof der Diözese Mainz, Dr. Georg Heinrich Kirstein, traf heute zur Firmung hier ein. Der feierliche Empfang sand auf dem Markt platz statt. Kreis Wetzlar. w. Wetzlar, 14. Nov. Schon seit Nachsommer werden an ber gewölbten Lahnbrücke umfangreiche AuS- befferungSarbcitcn vorgenommen. Die näheren Untersuchungen dieses mehrere Jahrhunderte alten Bauwerks hatten ergeben, daß nicht nur viele Quadersteine verwittert, sondern auch daS Pfeilerwerk im Innern durch daS Hochwaffer stark auS- gespült war. Heffen-Nassau. [] Rauschenberg, 14. Nov. Der sieben Jahre alte Sohn des Gastwirts Schmidt in Lischeid hängte sich an ein Gefährt ans Kirchhain, wobei er abstürzte und mit dem Kopse auf einen Stein geschleudert wurde. Auf dem Transport zum Arzte starb der Junge. — Hanau, 14. Nov. In Windecken ist der sieben Jahre alte Sohn des Zimmermann- Schweinberger von der Niddabrücke in die Nidda gestürzt und ertrunken. — In Oberdorfelden bei Hanau gerie. ber Dreschmaschinenbesitzer Finkernagel ans Altenstadt mit dem rechten Fuß in bad Getriebe der Dreschmaschine. 65 wurde ihm das Bein unterhalb des Knies abgerissen. X. Hanau, 13. Nov. Heute nachmittag wurde der löjabrige Sohn des Lithographen Schweizer von einem schweren Lastfuhrwerk üb erfaßen unb so schwer verletzt, daß er nach seiner Einlieferung in da« Landkrankenhaus oerfla rb. ©criditsfaaL Leipzig, 14. Nov. Im Spionageprozeß gegen den Mechaniker und rtraftwagcnführrr Leo Ernn aus Mulbamen in Elsaß wurde ber Angeklagte wegen Verrats nntuärrfcher (He- heimnisfe zu drei Jahren Zuckrthaus unb fünf Zabrcn Ehrverlust, sowie Stellung unter Polizeiaufsicht verurteilt. Vier Monate der erlittenen Untersuchungshaft wurden anomebnet. Als erwiesen erachtet wurde, daß ber Angeklagte seit denn Fahre 1909 mit einem französischen Nachrichtenbureau in Verbindung stand Er hat zugegeben, Spionagevufttäge erhalten zu haben, er will diese jedoch abgelehnt haben. Spater wandte sich Erny an einen Bekannten, der scheinbar auf den Handel einging und sich mit der Polizei in Verbindung sevte, worauf ber Ängeklagve verhaftet wurde. Die vilanz der Kino-3nöuftrie. Der Kinematograph hat sich nickst nur in unserer Kultur eine bedeutende Rolle erobert, sondern auch in unserer Wirtschaft. Das zeigt an ber Hand eines reichen Materials und auf (Hrunb geradezu erstaunlicknr Zahlenangaben Hans iHoelni in einem Aufsap der Wochenschrsit „PlutriS". Tao gesantte in der internationalen Filmindustrie angeleate Mapital nnrb auf l‘,r bi* 2 M illiar dcn gesck)ätzt: da_ Kapital, das allein in den Film - fabrifen Europas und Nordamerikas arbeitet, beziffert sich auf 250 Millionen Mark Tic Stoftcn ber Filmherftellung werde,» im Publikum ost übertrieben hock, angenommen. Tie Beziur-kosten für Rohsilms schwanke, zwischen 20 unb 42 Pfg für den Meter: das Filmpositiv hat durchsckmtttlich einen Materialwert prm 50 Psg. für ben Meter: bunte Films sind um etwa 30 Pfg. teurer. Bnm Bcrkmtf kann man von einem Eucheitsprelse sprechen, bei dem der Meter Film mit 1 Mk und in jüngster Zett sogar mit 1.50 Mk. berechnet wirb Tic Gesamtkosten ber Films sind bei vesonderen „Schlagern" ziemlich groß: doch lassen sich auch die besten Films mit 25000 Mk. reckst gut Herstellen unb nur ganz besondere AuSnobmefälle, bei denen die Mitwirkung von mehreren £)unbert Personen viele Wochen hindurch erforderlich war, lassen die Kosten auf ca. 250000 Mk empvrschnellen. DuEchnittlich werden von einem Film 100 Akqüae her- gestellt, in selteneren Fällen 120 bis 130: doch soll auch schon die Zahl 300 erreicht nrorben sein. Die Lebensdauer eines FilmS aber ist sehr kurz: sie beläuft sich auf töthitrnd 25 Wochen, und bann ist auch ber herrlickstlc Film zu einem jämmerkch adgemitzten, vollkommen wertlosen Schattenbildc herabgesunken. Be, „großen" Films werben bie Monopol- unb ErftaufführunaS rechte sehr hoch bezahlt. Sv nnirbe bei einem ungewöhnllch teuren Film, der für fünf Länder zugleich her gestellt war, das Monopolaufsülwungsrccht für Tcutfdilanb mit einem Preise bc» ->ahlt, der genau die qcmnrtcn Herstellungskosten deckte Bei 33er- fäuien mit 'Ol lleinau sfuhrungsrecht werden auch sonst tmter Umständen Preise von 5000 Mk. für die Woche bezahlt. Gewiß ist mit dem Mtno sehr viel verdient ivorden, ab.-r es scheint, baß die Haupterntezeit sckxm vorbei ist, unb cS machen sich bereit# An- •■•idhen einer Krise in ber Minemnhnrraolrninbufhric bemerkbar. Das topische unb zugleich beste Beispiel für biesc starken ^6toan- kungen in der Rentabilität bietet bie finanzielle Entwicklung bet irösten ftanzösischon Firma, der von Path'' Fröres. Die Höhe des MnintaU betrug hier 1897 1 Million Frs., flieg 1899 auf 2 Millionen, betrug 1905 3,2 Millionen unb 1908 5 Millionen Trank? 1911 nxrr das Kapital auf 15 Millnmen und 1912 aut 30 Millionen angewachsen. Mit dieser gewaltigen KavitalS- tböhung der letzten Jahre war aber ein jähes flbntbmtit brr Tiotbenben verbunden Die Gesellschaft, bi.- 1898/99 17*4 Frs. auf bie 190-Frs Aktie zahlte, gab 1904/05 15, 1905/06 40, 1906/07 60. in den fahren 1907—1910 90, 1910/11 70 und nach brr hiesigen zrapitalserhöhung nur mxb 17*4 Fr#. Tie 21 fti<*n hatten im Fahr' 1909 an der Pariser Börse einen -L/uro» ickmittskurs von nmb 954 Proz, im folgenden Fohre von 1101 Prozent inne. Mit dem Rückgang der Dividenden erfoTite 1911 auch ein Kursrückgang auf 573 Proz und 1912 auf durch» t'nittlich 261 Pn z Der höchste Kurs, ben bie Mion ie inne h'bt. betrug 1910, 1?25 Proz, brr nicbrinftc (1912 162Pro,. Tic letzten beiden Fahr- waren also für Pattst-Fr^reS, wie für gesamte .Minoinbufhic, bundans nirft votteilhaft. Der Grund -für ist wohl in der Uebervroduktion zu suchen. vermischte». * Eisenbahnuns all des König# von Sachsen. Aus Gar misch, 14. Nov., wird gemeldet: Beim Einlauf« des Hoszuges des Königs von Sachsen ist kurz vor don 2'abnboi Garmisch der Gepäckwagen au# unbekannter Uname - tgleist und umgestürzt Ter König stieg au» unb legte bie kurze Strecke bi» zum Bahnhoi zu Fuß zurück. Hier empftna irm >-,n Hrnder, Prinz Mar, mit dem er sich zu, Penachklam« - Der Mörder Bogan, ber die Frau Pruffeit unb oeren brenSbrigr? Töck'terchen in Berlin umbrachte und die df* lätzriae Tochter zu erbrnseln suchte, bat sich m »einer 3diei« i^erichtsadgn,ni» Neukölln au'gehängt Auch bie einährige 'jditrr ber Frau Pruffeit ist im >drankenHause genorben. • Auszeichnung beut f eher Seeleute Die Teat» Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger verlieh für die bei bete Brande des ,,58oftiiT no" auf hobt* See seitens der Dampfer ,„Großer Kurfürst" und „Sepdlitz" geleistete Hilfe den bei der 'Stcttung beteiligten Schiffen aus ihrer Lacttß-Sttftung eine Prä- 'tnie ton 8000 Mk. und verteilte außerdem folgende Medailleur «) „Großer ÄNrfürst": dem Kapitän Max Spangenberg rund dem zweiten Offizier Horst v. Carlsburg die Große goldene Medaille, dem ersten Offizier Heinrich, H os Hagen die Große silberne Medaille, dem zweiten Offizier Simon Breuer dem brüten Offizier Hermann Liebermann v. Sonnenberg und dem vierten Offizier Erich Rogge die Kleine goldene Medaille, dem Steuerer Carl Bornemann, den Matrosen Richard Aschir schnitz und Alfied Sil aff die kleine silberne Medaille; b) vom Dampfer „Seydlitz": dem Kapitän Friedrich Hagenmeyer und dem zweiten Offizier Heinrich Niern-- c z y k die Ocoftc goldene Medaille, dem ersten Offizier Johann Cordes, dem zweiten Offizier Wilhelm Hermann Müller und dem dritten Offizier Paul Meisclbach die Kleine goldene Medaille und den Matrosen .Johann Weißbrod und Fritz Toelken die Kleine silberne Medaille. * RäuberischerUeberfall. Aus Jekaterinoslaw wird gemeldet: In einem Zuge der Südbahn überfielen acht bewaffnete Räuber in der Rächt zwischen den Stationen Krasno- Pawlowski und Gcrsewanowski einen Kassenboten und nahmen ihm 60 000 Rubel ab. Sie hielten den Zug an und entflohen. * Ueberfallen und beraubt. Aus Essen wird meldet: Der Bauunternehmer Müther, der in Borken uä Essen einen Betrag von 16 000 Mark erhoben hatte, wurde nachts am der Fuhlenbrocker Straße in Osterfeld von drei unbekannten Männern überfallen, die auf ihn einschlugen und die ganze Summe raubten. ' C. r sl e K i n d h e i t 8 e r i n n e r n n g e n. Was über erste Kindheitserinnerungen in Autobiographien uns als Antwort ans Rundfragen berichtet wird, ist teilweise wirkliche Erinnerung an dar Ereignis, teilweise Reproduktion fixierter Erinnerungen oder gehörter Berichte. Daß meist unbedeutende Erlebnisse erzählt iverben, spricht dafür, daß hinter ihnen mehr verborgen liegt, als eS den Anschein hat. Rn einer Reihe von Beispielen versuchte Dr. Schrecker, Wien, auf der Jahresversammlung des Internationalen Vereins für medizinische Psychologie und Psychotherapie zn Wien den Nachweis zu erbringen, daß sich in solchen ersten Er- innernnaen schon eine bestimmte Einstellung zur Umwelt — meist die der Opposition gegen die Eltern und Erwachsenen, der Unsicherheit der Geschlechtroste, des Gefühls des Unterdrücktwerdens, der Minderwertigkeit rc. — ausdrückt. * ,,Summa cum laudc". Der Professor für Medizin beim Examen: „Was tun Sie, Herr Kandidat, wenn eine Persou, die gesund ift und sich einbildet, krank zu sein. Sie rufen läßt?" Der Kandidat: „Ich gebe ihr etwas, wonach ihr Übel wird, und verordne dann ein Gegenmittel." Der Professor: „Bersäumen Sie keinen Augenblick länger, hängen Sie sofort Ihr Aerzto- schild ans," Kieme Tageschromk. Am Bergrücken bei Cupino Bordo und Retke Vukve in Reuserbicn sind große Salzlager entdeckt worden, die tont Staate ausgebeutet werden sollen. Der Haupttreffer ton 500 000 Mark der preußisch- süddeutschen Klassenlotterie fiel auf die Nummer 13 731. glorence Nightingale; Liebesroman. Florence Nightingale, die große Lirankenpflegerin aus dem Krim kriege, ist vor drei Jahren im patriarchalischen Alter von 90 Jahren als „alte Jungfer" gestorben. Man hat bisher angenommen, ine Liebe "habe in ihrem Leben keine Rolle gespiel? und sie habe sich ganz ihrem wohltätigen Werke gewidmet. Wl? ihrer ausführlichen Lebensgeschichte von Sir Edward Cook, die soeben in London erschienen ist, geht nun hervor, daß auch Florence Nighttngale ihren LiÄtesroman gehabt hat. Cook führt zum Beweis dafür Briese und Tagrlwchausschnitte Florence Nightingales an. An ihrem 30. Geburtstage machte Norence Nighttngale eine Eintragung folgenden Wortlautes: ,Lch bin 30 Jahre alt, so alt wie Christus, als er seine Mission begann. Bon mm an nichts Kindisches mehr, nichts Eitles, nichts von Liebe, nichts ton Ehe! An dich ftflein, Herr, will ich jetzt denken!" Dennoch geriet Florence Nighttngale in schwere Versuchung, dieses^Gelöbnis zu brechen. Wer der Mann war, der so tiefen Eindruck auf sie machte, weiß man nicht, denn sie nennt ihn immer nur „den Fremden", und ihre Freunde, die um die Sache wohl wußten und ihr sogar rieten, ihn zu heiraten, scheinen die Sache ials Geheimnis itoiter behandeln zu wollen. Als sich dieser Liebesroman abspielte, war Florence Nightingale auf der Hut vor der Versuchung; schon «einige Jahre vorher hatte sie in einem Briese ihre Ansicht über die Liebe dahin ausgesprochen, daß sie „ungerecht und blind" sei, weil man plötzlich einen ganz Fremden mehr hebe, als die nächsten Verwandten. Tas Gefühl, so meinte sie, begänne gewöhnlich mit Eitelkeit, Eifersucht oder Eigenliebe, und gegen diese .müsse man sich wappnen, anstatt sich der Bewunderung durch den Fremden hinzugeben. Bei ihrem Liebesromane sah sie jedoch .ein, daß von solchen Düngen nicht die Rede sein könne; der Mann, der sie begehrte, war sicher ihrer wert, und ihre Zuneigung zu ihm und ihre Wertschätzung feiner} Eigenschaften stieg mit der Dauer der Bekanntsckxift. Cr hielt um ihre Hand an, sie versagte sich ihm; als er nach einiger Zeit ihr ton neuem den Vorschlag einer Ehe machte, sagte sie znm zweitenmale nein. In ihren Aufzeichnungen spielt der Zwiespalt i.t ihrer. In neren eine bedeutende Rolle. Sie bekennt da offen, daß sie den „Fremden" liebe, und gesteht, daß sie beim Wiedersehen mit ihm zuweilen beinahe ihren Entschluß, unverheiratet zu l?bm, bereut habe. Die verschiedenen Naturen, die in ihr kämpfen, hat sie in einer Aufzeichnung einmal folgendermaßen geschildert: ,^Fch habe ein: intellektuelle Natur, ine Befriedigung verlangt, und die würde sie in ihm finden ; ich habe eine leidenschaftliche Natur, die BcfrieirTung fordert, und auch die würode sie in ihm finden. Ich habe eine nwralisä-e, tätige 9tahir, die ihre Befriedigung verlangt, uni) diese würde sie in seinem Leben nicht finden. Stile Naturen, die in mir sind, können kaum ihre Befriedigung finden. Zuweilen glaube ich, ich will auf alle Fälle meiner leidenschast- lichen Natur ihre Befriedigung lassen, weil das mich wenigstens vor dem Uebel des Träumens sichert. Aber tut es das? Ich wäre es zufrieden, mit ihm zusammen ein Leben zu führen, bei dem sich unsere verschiedenen Kräfte zu einem großen Zwecke vereinigten. Ich könnte aber meine Natur nicht dadurch zufiieden- stellen, daß ich ein Leben führe, das dtzr Geselligkeit und häuslichen Dingen gilt." Amtlicher Wetterbericht. Oeßfenllicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen für Sonntag, den 16 Nov. 1913: Veränderliche Bewölkung, strichweise Niederschläge, kühl. Letzte Aaetzrrctzten. Der Kaiser in Kiel. Kiel, 1-ö. Nov. Der Kaiser ist mit Gefolge um 7,30 Uhr hier eingetroffen und wurde auf dem Bahnhof empfangen. Er begab sich an Bord des Linienschiffes „K a i f c r", wo er Wohnung nahm. U1 Jf -4 Ml»1 TI'IFfW "WICTT1,, .-'VBTiWIII xCEHtt Besuch des Kaisers in München. München, 15. Nov. Der Kaiser wird, wie verlautet, int Dezember dem König Ludwig seinen Besuch in München abstatten. Bayerische Finanzfragen. München, 15. Nov. Im Finanzausschuß der Abgeordnetenkammer erklärte der Finanzminister, der König stehe sich bei der jetzigen Zivilliste schlechter als fiüher als Prinzregent. Für das erste Jahr sei mit einem Defizit von 300000 Mk. zu rechnen. Für die KelheimerFeicr habe ein unbekannterSven- b er 300 000 M l. gegeben, sonst wäre die Kostendeckung schwer möglich gewesen. Ministerpräsident Freiherr v. Hertling empfahl Ersparnisse bei dem Ho ft Heal er; besonders bte Festspiele int Prinzregenten-Theater seien nur eine Angelegenheit der Hoteliers und der.Fremdenindustrie. Direktor v. Gwinner über die Petroleum- Industrie. Berlin, 15. Nov. Die Nachricht, daß der Direttor der Deutschen Bank v. Gwinner gestern in der Handelshochschule über Petroleum sprechen werde, hatte hunderte und aber- hunderte von Juristen und Kansleuten angezogen. Nachdem der Redner die Geschichte der Petroleum-Industrie zusammengesaßt und die Petroleumgewinnung durch eine Reihe von Lichtbildern erläutert hatte, wandte er sich der Bewertung des größten Petroleum-Konzerns der Welt, der Standard Oil Company, zu, die heute über ein Kapital von 100 Millionen Dollars verfügt. Tie nächst größte Gesellschaft ist die Niederländisch-Königliche Gesellschaft: als dritte Gesellschaft von Weltbedeutung kommt die Europäische Petroleum-Union tu Betracht, deren Kapital sich auf 37 Millionen Mark beläuft. Sie ist keine Produktipusgescll- schast, sondern nur eine Berkaussgesellschast. Jutereiiaut und neu war laut der „Vossischen Zeitung" die Aufklärung, die Herr v. Gliutnner über den Rücktritt der Deuffchen Petroleum-Bcrkaufs- Gescllschast m. b. H. von dem mit der Standard Oil Company geschloffenen Vertrag gab. Tie deutsche Gesellschaft erhielt nach dem Vertrag 20 Proz. des Reingewinns. Bei der Revision der Geschäftsbücher stellte es sich heraus, daß von feiten der Standard Oil Company wiederholt Unregelmäßigkeiten erheblicher Art in den Büchern vorgenommen worden waren. Das wurde von der deutschen Gesellschaft gerügt und die Folge war, daß ihr die vertragsmäßig vereinbarte Einsicht in die Bücher der Standard Oil Company nicht mehr gewährt wurde. Daraufhin trat sie ton dem Vertrage zurück. Die Neuordnung auf dem Balkan. Rom, 15. Nov. Zwischen den Kabinetten von R o m , W i e n, Paris und London ist ein Einvernehmen erzielt worden. Endpunkte der Grenze bleiben Koritza und die Phclia - Vai. Griechenland erhält den größten Teil des Bezirks von Argyrogastto, falls es seine Truppen bis Jahresschluß aus Albanien zurückzieht. Belgrad, 15. Nov. Die griechische Regierung bat sich bereit erklärt, Serbien für seinen Handel über Saloniki einen Teil des dortigen Hafens zur ausschließlichen Benutzung zu überlassen. Take Jonescu in Konstantinopel. Konstantinopel, 14. Nov. Minister Take Ionesco n erklärte einem Vertreter des Wiener Corr. Bureaus, cr hoffe, daß "bie Beziehungen zwischen der Türkei und Griechenland sich jetzt herzlich gestalten würden. Er könne versichern, daß dies der Wunsch der leitenden Persönlichkeiten in Athen sei. Der Großwesir und der türkische Minister des Axuße- ren, Talaat Bey, hatten ihm heute denselben Wunsch ausgedrückt. Samstag, den 15. ds. Mts., abends 81|2 Uhr, im Cafe Leib Giessener Konzert-Verein Sonntag, den 16. November 1913, 5V< Uhr, in der neuen Aula PVqBB A K Kammer-Sängerin ans a ' dU Ao BX döBfcflgkJI ÖB l Frankfurt a. M. (Sopran) (an Stelle der erkrankten Frau A. Erler-Schnaudt) Walter Davisson aus Frankfurt a. M. (Violine), Johannes Segar aus München (Cello), Professor 6. Trantmann (Klavier) —Erster Kammermusik-Abend . OMicbe Versammlung Alle Wahlberechtigten sind freundlichst eingeladen. AV Freie Aussprache. Der Vorstand des Vereins der Der Verstand Fortschrittlichen Volkspartei. des Kationaliiberalen Vereins. Metz. Körte; SMerilra WMe Mitglieder - Vechmilliig Montag, 17. Nov., abends 8'/< Udr, im Hotel Schirls. Fr. Justiz rat Aldefeld-Wetzlar: Oer MädcbenhandeL Verein für Frauenstimmrecht. Eintritt frei. fvu/nl Jedermann willkommen. Der Vorstand. D9176 Mitbürger! Wähler! Wählt am Dienstag Mann für Mann MUm Hmdttzkr HilP f 11(05 » mor6CR Sonntag J a|jz® fl.Mwirt Bäulke Kaiser-Allee °°,°. auccTt Zasm Os-hm! Sonntag, den 16. November, Anfang 3’/3 Ubr Humor. Vorstellungen des bekannten und beliebten Varietö-Ensemble „Ernst Berghaus“ aus Elberfeld Damen! 09109 ZßF 3 Herren! "3S Fideles Programm! Urkomische Possen u. Svielduette usw. X"F" Sonnt. ruMittw. 8'/° Uhr VOrtrEtS’ im coole dcs Postkcllcr Wageugasse. 09019 Them: Wer ist i>cr AMrist oher öas Aer in Wnbamg 13 mit -er Zahl 666? Eintritt frei. ”03 Prooramm: Gesänge von Cornelius, Wolf. Trio von Beethoven, Brahms. ------? Ciaconna von Bach. 7425 Anfang 4'/a fhr. Eintritt 30 Pfg. Hotel-Restaurant Hotel Reichhaltige AhenJ-Karte Mfilr Festlichkeiten, Kommerse etc. :: :: ■ Gefüllte Pute Salat — Kompott 6 Eis 7471 - taf Besitzer: l. Klingler Wallenfels. 5514 ms EIGENE HEIM Ein 1II“ Hihi THAL’ E Bt HÜTE A. Nalomon & Cie. Edgar Borrmann Tel. 165. a”/» Neustadt fl. BettitiimiÄJertinijt Färberei .. chem. Reinigung IIIIIIIIIIIIIIIIHIII......II......Illlllllltll Anerkannt guter l6067 Mittagstisch in u. außer Abonnement VÄH Schmiedeeiserne Fenster. Gb?riichk,Ba!toRe,Türen. Sprossenwerk, g ........ Ladenfronlen. | H. Schön, Giessen. B Ostende Steinbutt mit Krebs-Sauce oder Schinken in Burgunder garniert Schwcmmsteinsabrik, ölt., lies. bitt. la.(Steine u.Zement- Dielen. Ph. 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Mtictltafdir. in der «tabtfnnbcnidnile,9?orii An- läge. Nachm. 6 llbt PreiSoer- teilfl. u. gemütl. Bufammcn* fein im Hotel Ginborn. v“?uJ Der Vorstand. H. Underberg-Albrecht RHEINBERG (Rhld.) o Gegründet 1846 Union-Theater Seltersweg di Aitmzauber! Volle mit fflefnnq in 4 Bildern von Rudolf Bcrnauer unb9hibolnb3cban.icr Muiik von Walter floflo und Will» Bredlchneider. tfnbc neuen 10*/, Ubr. IHtWUHMH u. Damenverein Gabelsberger Sonntag, den lO.Rovemb. : Gautag: BormittagS 9'Ubr in der Stadt Rnabenschule Wettschreiben von 11 Ubr daselbst Schön-and Richtlgschreiben Nachm. 6 Ubr tm„ ^inborn” Verkünd,nuna bcc G’rncb nilleS uubgemütlicheoBci iamenlein wozu rott alle unsere Mitglieder freundlich einladen. vuP‘ Die Vorstände. genannt da» ScbmuiG tauchen von Glie&cn. Samstag. 15., Sonntag IG. und Montan 17. November Wclt-ScnHatlone- Progrnmm! Römischer Ningkamvk mit Büffeln. Ein fesselndes Svortbild; w. groge Lensaiion erreg. Der (Geift »'»/„ -hervorragend, anierikan. 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Sabr. beliebteste (Geiellsch.t 34 Ab hente Samstag bis Dienstag der erste Film der Nielsen-Serie 1913/14 Asta Nielsen SensaimfiZ Äusser dem übrigen Programm gelangt zur Aufführung für Samstag, den 15., Sonntag, den 16., Montag, den 17. Nov. der 1. poNMc MenwationeMchlager der diesjäbr. Saison von der Asta Nielsen .....Herr Max I.anda vom Lessing-Theater in Beilin .....Her Schrott .....Fran Scheller .....Asta kleinen Verein Amieitia gegründet 1888. Sonntag. d.lG.9kovember, abends s Ubr: Familienabend mit Tanz auf dem Zclicntcller wozu wirFreundeu. (könnet unlers Vereins frdl.einladen' Heute SamStag ftP abc.id !) llbr: MUVipt -1 xs ZM Aufklärung! Das Wort „Boonekamp* wird von zahlreichen Destillateuren zur Bezeichnung ihres Fabrikats benutzt Wer sicher gehen will, meinen „Underberg-Boonekamp“ zu erhalten, verlange deshalb in Restaurants, Caf6s etc. nicht Boonekamp, sondern einfach: der seinen Ruf als „bester Bitterlikör der Welt“ einzig und allein seiner vorzüglichen Qualität verdankt $1**61* Din: Hermann f blngoetter. Eonntag.d. lß.Nov. 1913, nachmittags 3* , Ubr Bolk-vreife! BolkSpreilel Kater Lampe Komödie in 4 Akten von Gmil Rolenow. Ende H Ubr. W AbendS 7", Ubr: — Gewöhnliche Preise! — Unter Mitwirkung d. Kapelle dcS diesigen ^nf.-Reainient» Kaiser Wilbelm" Nr. 1UL Die Suffragette! Mimisches Schauspiel in 5 Akten von Urban Gad. weltberühmte Tragödin Asta NseBsesiül Unseren werten Besuchern zur gell. Kenntnisnahme, dass das Union- Thenter die Fähigkeit besitzt, zn jeder Zeit, was Programme an- betrifft, noch mehr zu leisten, wie jedes andere Theater. — Die Direktion des U. T. beruft sich auf ihre langjährigen Erfahrungen in der Kinobranche, dass nicht immer der bestbekannte Autor, der tüchtigste Regisseur nnd hervorragende Schauspieler, einen guten Film zustande bringen können*?? — Nicht immer kann ein 5-, G-, oder M-aktiger Film ein Schlager genannt werden, weil er auf den Besucher langweilig wirkt Der einzelne Film selbst, der Inhalt, die Inszenierung und Darstvllnng, mussten für den Film sprechen und da ist das V. au der Spitze. Dio Direktion des U. T. scheut keine Kosten, um hervorragende Programme, resp. Schlager, von guten Künstlern zu erwerben, sieht aber meistenteils anf oben genannte, da die Direktion des U. T. schon selbst böse Erfahrungen gemacht hat mit Serien- nnd Monopol-Abschlüssen. Das U. T. geht auch nicht darauf aus, seinen werten Besuchern jedesmal mit ein und denselben Gesichtern der Schauspieler zn belästigen, gibt es doch Hunderte von Sujets, mit denen wir unsere geehrten Besucher erfreuen werden. Wie z. B. die hervorragenden Nordischen Schlager! die jeden Besucher entzücken. So wie auch: Amerikanische Schlager! dio als die besten in ihrem Genre genannt werden können; wie auch die neuesten hervorragenden Schlager, mit Fräulein Toni Sylvia ££$ welche wir in den allernächsten Tagen zur Vorführung bringen, und zwar von Samstag, den 22. November ab, wie auch noch sonstige grosse Schlager, dio wir abgeschlossen haben, welche wir durch Inserate bekannt geben werden. Als Vorspiegelung falscher Tatsachen bezeichnen wir den Ausdruck .Alleiniges, und Erstanfführungsrccht“ der Mitteilung vom 6 November und kommt es nur nut die Direktion des U. T. an, ob die Konkurrenz das Allein- oder Erstauffllhrungsrecht für die nächsten Jahre haben wird - Für diese< Jahr können wir cs schon als Konkurrenzneid und l nwahrhcit bezeichnen, da wir den ersten Asta Nielsen- Schlager, „Die Suffragetten“, Schauspiel in h Akten, welchen wir 11 le« i heute, Samstag, zur Aorführung bringen Das l . T. könnte anf jeden beliebigen l ilm das Erst- oder Alleinvorführungerecht schreiben, unterlässt aber cino derartige Reklame. Dass d.us Union - Theater sich jetzt c*nes regen Besuches erfreut, ist darauf zurib-kzuführen. dass nur unsere guten Programme die geehrten Besucher fesseln, und weil auch do Bild technisch hervorragend flhumerfrei ist. Das U. T. ist auch das praktischste Lokal für Lichtbildzwccke da cs von Fachleuten nachgewiesen ist, je weiter zurück vom Bild je gesünder fürs Ange, zu bemerken ist noch, dass im l nion-Theater jeder Bcsacher, ob nah oder fern sitzt, die richtige Körperhaltung beibehalten kann und direkt nach dem Bilde sehen kann, den Kopf nicht nach unten oder nach oben halten muss, um das Bild scheu zu können. . Reihenfolge der Szenen: Nellys Rückkehr. — Wo ist Mama? — Die Suffragette Mrs. I’jinburne. — Der Unbekannte. — Das Gartenfest. — Wichtige Sitzung im Unterhause. — Des Vaters Zwang. — Nellys Empörung. — Im Hauptquartier der Suffragetten. — Nellys Feuertaufe. — Nelly im GefAngms. — ZwangsemAhmng. — N. ue Schlaehtpläne. — Kompromittierende Briefe. — Nellys Aufgabe: Vergeltung. — Die Tat — Frauenstimmrecht. — In Gefahr. — Mutter hilf mir, Ilm zu retten ! — Nellys Verzweiflung. — Gerettet — Der Sieg des Herzens. — Außer diesem Brillantkunntfllm: ein erslkl. Biesenprogramni Diil div. Einlagen Zur qefl.’BeaChtnnq! Pt. die Abendvorstellungen meisten- a ______2_1 teils frühzeitig ausverkauft sind, bittet inan, womöglich von den Nachmittags-, orMellnngcn Gebrauch zu machen. Billett» für sän tliche Vorstellungen sind im voraus an der Kasse im Vorverkauf zu haben und werden dio Platze nach Angabe auf Wunsch reserviert. Giessener Gichtbühne G. m. b. H. Cafe 5bd Inh.: Karl Ohm Tt* Burggraben 9. Täglich Konzert der Künetlcrkapellc die grösste Filmtragödin aller Zeiten debütiert ab heute in dem grandiosen Novitfltenschlagcr — von I.'rbnn Gad — Sensationell-mimisches Filmschauspiel in - - — 5 Akten ===== Der beste, bisher erschienene Asta-Nielsen-Film, der Clou des Jahres 1913. , Hauptdarsteller: o 4 genannt das Schmuckkästchen von Giessen o O Ü --Selters weg öl Hauptrolle die welibe- rühmte Aino Tragöbiin Acta Nielsen Diese- 7> akiiae Draina wurde im frankfurter Nnion-Dbeatcr 11 Tage lang bet vollitlindig aus- verkauftem Hause vorge' fuhrt und errang den grcisrten Beifall: auch mir hoficit auf denselben Erfolg. Die Direktion.