Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. seinen Anfang nähme, der mit den Resten des Feudalismus und der KasteNyerrschaft aufräumle und dem Volte das Recht erzene, die Leitung seiner Geschicke im Frieden in die Hand nehmen' ime cs im Kriege das Red)t hat, dafür zu bluten und zu sterben." — Ein Messeldenkmal in Darmstadt. Es wird uns geiä neben: Im hessischen Landesmuseum in Darmstadt, öcr Vatentadt Alfred Messels, wird im Laufe des Sommers eine Bronzcbüste des so früh verstorbenen Baumeisters ausgestellt werden, zu der die Miticl durch die Initiative des Offenbacher Architekten Hugo Eberlstrrdl von Freunden, Berussgcnossen und Ver- ehrcrn der Kunst Alfred Messels aufgebracht worden sind. Dir Ausführung der Bronzebüste ivurde dem Dresdener Bildhauer Georg W r b a, der zu Lebzeiten Messels eine außerordentlich lebenswahre Plakette des Meisters geschaffen har, übertragen. Als Auntellungsort wurde die lickte MitUsthalle ees von Messel selbst erbauten Museums bestimmt, in deren Mittelmiult s.ir kurzem die von Ludwig Habick, Shittqart, geschaffen, graste Monumentalbüstc des Grofiher-vgs Ernst Ludwig steht. Wie man weif:, ilt es dem persönliären Eintreten dieses Fürsten zu danken, daN der damals von wenigen erst anerkannte Messel in seiner Vaterstadt diesen monumentalen Museumsbau errichten konnte. Als Pendant zu der Büste soll ans der Gegenseite die Broirze- bulle des, Begründers der Darmstadter Sammlung des Barons von Hüvlch Ausitcllung finden, die Wrba ebenfalls modellieren wird. -Ltr von der Messelsammlnng verbleibende Ucberschuj- soll zur weiteren 2lussch)müclung dieser Halle verwandt werden. --er Märchenbrunnen, über den wir schon aus- sührlich vlauderten, im Friedrichshain zu Berlin wurde durch Geh. Baurat Ludwig Hoffmann den städtisclien Behörden im Ben ein des Kultusministers von Trott zu Lol-, des Polizeipräsidenten von Sogoro und anderer geladener Gäste übergeben ObAbürgermeister Wermuth übernahm die Anlage mit Worten des Tankes und der Anerkennung; dann wurden daS Kunstwerk und die technischen Anlagen eingehend besichtigt. — Die Heimkehr der „Terra Nova" Aus London wird berichtet: Eine ergreifende Szene spielte sich am ^amStag in Cardiff ab, wo nach genau 3 Jahren die Terra Nova wieder hnrnkehrte, die Captain Scott und seine Kameraden zu ihrer denkwürdigen und verhängnisvollen Reise zum Südpol hinausgeführt hatte. Tausende von Leuten, darunter viele Ver- wandtt: und Freunde der,Offiziere und der Mannschaft, erwarteten das ednff, und eine tiefe Bewegung ging durck die Menge, als es vor dem oafcn erschien, die Flaggen wehten int Winde, Sirenen halten, Raketen wurden aogefeuert, und einen Augenblick schienen alle die Tragödie vergessen zu haben, die sich, dort unten im ICwoift LMssesrfchaft und Leben. — Ter Kampf um Gerhart Hauptmanns F c st - spiel. Tie Hetze gegen Gerhart Hauptmann und das von ihm fiir die Breslauer Jahrhundertfeier geschaffene Festspiel nimmt rüstig ihren Fortgang. s)Znd)öem zuerst die itricgcr protestierten, haben sich, nnc schon gemeldet, eine dlnzah! Herren, Exzellenzen, Grafen, Landräte, Obersten z. D. und a. D. zusammeiigctan, irm in einem öffentlichen Proteste kundzutun, daß Gerhart Hauptmanns Festspiel „von jedem t!) patriotisch empfindenden Zuhörer als ein Hohn auf die ihn beherrsd>cnden Gefühle enipfunden" werde. Zu den Unterzeichnern dieser Proklamation gehören neben Herrn Hpt. d. R. Grützncr, der kürzlich von den Reserveoffizieren die Wahl des konservativen Kandidaten unter Berufung auf ihren Fahneneid gefordert hatte, leider Gottes and) ein paar Universctätsprofesforen, neben den als eifrigen Verfechtern des Kul turrüd'sd>ritts belannten Geheimräten Hillebrandt und Karl Hasse, bedauerlicherweise auch der Literarhistoriker der Breslauer Alma mater, Geheimrat Max Kvch. — Wenn nun die gegen Hanmmann ins Feld geführte Heerschar der Reaktionäre durch „katholisch^ Wahlmänner des Zentrums" verstärkt wird, die, nach der Boss. Ztg., nod) von der Niederlage im letzten Wahlkampfe gereizt, ihrer Entrüstting über das die Geistesfreiheit und ihre Grund- loge: die Reformation an einer Stelle vcrlstwrlichmde Fest spiel, das die Gefühle der Katholiken verletze, in einer Resolution Luft machen, so wird man sich darüber weder sonverlick) verwundern, noch besonders erregen. Bcdauerlid»er ist es schon, nxnm der Dichter von einer Seite angegriffen wird, von der er eher Beistand erwarten sollte. Ein Kollege und Landsmann dazu, Paul Keller, der sich» freilick mehr und mehr zum katholischen Familiendichter enliridclt, ist mit einer in dein konservativen Organ Breslaus veröffentlichten Berlwhnung des Hauptmannsd.n Festspiels seinem •größeren Laildsmann zum Jubel der Reaktionäre in den Rücken gefallen. Testo mehr freut man )id>, das, die Ehre des also lompvomittierten schlesischen Sd)rifttums im gleichen Augenblick von einem Besseren gerettet wurde, von dem schlesischen Dichter -Hermann Stehr, der in der „Breslauer Zeitung" mit den „Drahtlichem der EntrüstungsÄindgeoung" gründlich aoredmct und den 'Aeserveualrioten die Böswilligkeit ihres Ptißverständniffes des Testspiels entgegenhält, daS wegen seiner Glorifizierung der Frci- hcitsidec ihnen mrwmlpathisch sei und deshalb, und nicht wegen ieiner Respektierung der historischen Taffacken, von ihnen als imvctrionfd) denunziert würde. „Wir aber," so sckckießt Hermann 'Stehr seine markige Erklärung, „wären glücklich, tvenn die ^oaat •cirfgitige, die unser größter Dichter in seinem Festspiel ausgestreut =tor, wenn von Schlesien ein neuer, ein geistiger iFrecheitskampf Der Kaiser und die deutschen Bunderfürsten. n in. der isieichschcruptstudt ein Schauspiel statt^efunden, das keinesfalls unter dem Gesichtspunkt einer autzerurchen Festlid)leit betrachtet werden darf, sondern das wegen seiner großen nationalen Bedeutung jedem Deutschen 5^ erhebenbev Gefühl bereiten must. Sämtliche beutftyn Dundesfürsteu haben sich um den Kaiser ae- sdurrt, und der Pmnzregent von Bayern sowohl wie der tum Sachsen haben als Spred)er der Einzelstaaten schone Zeumtisse davon abgelebt, wie start und boffnunq* 'M™™" 111 bcn schwarz-weis'.-roteu Grenzpfählen der Retchsqedanke gewachsen ist. BeiSe Male hat der Mai f er nrit schlachten Worten erwidert, die ihn mts diesmal, in äußerst sympathischer Beleuchtung, als den bescheidenen Sachwalter der einigenden Aufgaben, die dem Reichsob^r Haupte obliegen, zeigen. So ist das Bild der Juvilänms- tage denn nun vollendet: Kaiser, Volk und Bundes fürsten st^en tn vollster Einigkeit und Treue zusammen. Hoffentlich werden nun die nächsten innerpolitischen Aufgaben rn dieses Bild der Harmonie keinen Rist bringen. Eine Reichstagsauflösung wegen der Schwierigleit der netten Fmauzfr-agen wäre sehr bedauerlich und müstte vermieden wevdeu. Schließlid) braucht die Deckungsfrage ja nicht in sold)er Windeseile und an einem Tage erledigt zu werden. Da die Stimmung zu einer Verständigung vorhanden ist, sollte man ihr einige Zeit lassen, um zu wohl durchdachten und für alle Teile annehmbaren Schlüssen zu kommen. Berlin, 17. Juni. Um 12y2 Uhr empfingen der Kaiser und die Kaiserin im Kaisersaal der kaiserlichen Wohnung die B u u d e s f ü r st e n und Präsidenten der Senate der Freien Städte. Die Ansprache des Prinzregenten Ludwig. Berlin, 17. Juni. Bei dem heutigen Empfang der deutschen Bundesfürsten und der Präsidenten der Senate der Freien Städte hielt Prinz Ludwig, des Königreichs Bayern Verweser, folgende Ansprüche an Seine Majestät: Ew. Kaiserliche und Königliche Majestät.' Ganz Deutschland begeht in festlicher Stimmung den Tag, an dem Euere Maiestäl auf ein fün7nndzwcm?.igiäly:iges segensreicksts Walten als Deutscher Kaiser und König von Preußen zurück.'licken. Tie deutschen Bünden fürsten und die Vertreter der Senate der Freien und Hansestädte die mit dem fit tuenden Bundesstaate Preußen ui engster, unauflöslicher Gerncinscl-aft im deutschen Reicks vereinigt sind, fühlen srch in erster Linie berufen, dieser freudigen Stimmung fercrlrch Ausdruck zu geben. Sie haben sich deshalb hier versammelt, um Eurer Majestät die wärmsten Glück- und Segcns- wünscl-e darzubringen. Als im Jahre 1888 der Gründer .des neuen deutschen Reiches, «Eurer Majestät unvergeßlickrer Herr (Großvater, reid) an Jahren, reicher nod) an großen Erfolgen, heirn- gegangen und die Heldengestalt Kaiser Friedrichs allzu früh und viel beklagt dahingeschicdcn war, haben Eure Majestät in jungen Jahren mit hohem Idealismus und ernstem Pflidstbewußtscin die Würden und Aufgaben des Königs von Preußen und bcutfd):n Kaisers angetreten. . Allzeit Mehrer des Deutschen Reiches zu sein, nicht an k r i e g e r i s d) e n Eroberungen, sondern an Gütern und Gaben des Friedens auf dem Gebiete nationaler Wohlfahrt, Freiheit und Gesittttng, das hat Eurer Majestät hochseliger Herr Großvater in der Geburtsstunde des beutfdjcn Kaisertums als Leitsatz fiir sich und seine Nachfolger verkündet. Tiefem hohen Ziele, das Eure Majestät itad? lieber nähme der Regierung in der Thronrede vom 25. Juni 1888 vor versammelten Neidxstage Sid) zu eigen gemacht haben, sind Eure Majestät all die Jahre hu unbeirrt trcugcblieben. Eure Majestät haben Sid) in der Führung der miSwärttgcu Polittk des Reick.'S wie im Innern stets aufs neue als Wahrer des Friedens bewiesen, immer darauf beoadr, dem Neide die Klarte zu sichern, die eines ehrenvollen Friedens Geirähr ist. Glänzend ist der wirtschaftlich? Aussd)wung, den Deutsckstand in diesen 25 Friedensjahren^genominen und der in allen Teilen des Rcick-cs und in allen Sckfichlen der Bevölkerung die Zunahme des Wohlstandes gebradjt hat. Umfassend und sorgsam wurden die sozialen Einrichtungen zum Wohle der arbeitenden Klassen erweitert und ausgebaut. Tie Wehrkraft des deutschen Reiches ist in nie ermüdender Arbeit gepflegt und gesördcrt worden. Insbesondere hat sich die Marine unter veriönlidcr Initiative Eurer Majestät aus kleinen Anfängen zu achtunggebietender Stärke entwickelt. Was an fittlid)cn Kräften, was an Edlem und Schönem im dcutsck en Volke lelvndig ist, konnte der Aufmunterung durch Eure Majestät iidrr sein. Den Blick auf das Ganze und Einigende gerichtet, hoben Eure Majestät den Wert und die Bedeutung der E i n z e l st a a t e n im verfassungsmäßigen Organismus des Reiches nicht verkann!. Tie Erhaltung der ihnen für die Förderung ihrer Kulturaufgabcn unentbchrlidicn Lebenskraft, ihre Rcdstc und Interessen durften des kaiserlichen Sd-utzes sich erfreuen. Hierfür, wie für alles, was Eiirc Majestät in diesen fiinfundzwaiizig Jahren zum Besten unseres grosses Vaterlandes erstrebt unb geleistet babra, möchten bic deutschen Bunbesfürsten und die Freien und Hansestädte in Dreier stunde ihren freudigen Dank zum Ausdruck bringen. Als äußeres Zeichen unserer Gefühle und Gesinnungen bitten wir Eure Majestät, den Ta fc l a n f s a t, huldvollst ent- gegcn?.uncl)mcu,_ den wir einstweilen im Entwurf hier zu überreichen uns gestatten. Tas Schiff, das er darstellt, umrahmi von den Wappensdülde-rn der deutschen Buiidesstaateii, mit dem F^Hsadler auf l'dTOclI enorm Segel imb der Mui) er frone als schlffszier, soll ein S h m b o l sein der Einigkeit der deutschen Fürsten, der Freien und Hansestädte, des ganzen b e u t f d> e n Volkes, der unerschütterli ch'e n Einigkeit, die des deutschen Neides Madst und Glanz md) außen und im Innern für immer verbürgt. Möge dem Schiffe des deutschen Reidas unter Eurer Majestät starker Fülyeung wie nE- Jahre glückhafte Fahrt beschieden fein! l .Wnobc lind Segen auf Eurer Majestät, auf der huldreichen Kaiserin mid auf dem ganzen in rcickster Blüte stehen- den Hohenzollernhause ruhen! Unsere Giückwüiiscke an diesem iveirtage, unsere Segenswünsche für die Zulünft der Regierung Eurer Maiestät fassen wir zusammen in dem Riffe: Seine Maie- ftät der Deutsch: Kaiser und König von Preußen Wil'l-clm II. lebe hoch»! Eine Rede de8 Ka fers. Aus die Rede des Prinzregentett Ludwig von Bayern antwortete der Kaiser folgendes: „Eure Königliche Hoheit und alle hier vereinten erlauchten Bundesfürsten, die hoben Vertreter der Freien und Hanse-Städte bitte Ich, für die Mir bereitete Ehrung Meinen innigen Dank entgegonzunehmen. Von Herzen und mit Freude danke Ick) für die kunstreiche Ehrengabe, die unter einem Mir besonders willkommenen Bilde Deutschlands einige Stärke und den Wert aller Glieder des Reiches für unsere Macht und Größe vor die Augen führt. Tie durch die Bundesverträge um- sdflossene Vielgestaltigkeit unseres staatlichen Lebens bedeutet einen nationalen Reichtnm, den nad) innen wie yach außen zu schirmen. Ich als Meine erhabene Kaiserliche Pflicht erlernte. Wenn die Erfüllung dieser Aufgabe, an die Ich in jungen Jahren ;mch' dem Vorbild der beiden unvergeßlichen ersten Kaiser herangetreten bin, m der seither verflossenen Zeit gelungen ist, so war dies nur möglich dank der Unterstützung, die Ich bei Meinen Hohen Verbündeten gefunden habe. Cure Königliche Hoheit haben der reid)en Entwickelung zu gedenken geruht, die Uns mit den Segnungen des Friedens während > der letzten 25 Jahre vergönnt war. Wir sind vorwärts gekommen, wie in Heer und Flotte, so and) in der Landwirtschaft und der Industrie, in Handel, in Schiffahrt nnd Verkehr, in Wissenschaften und Technik, in den Künsten und — auch das ist wichtig — in den körperlichen Hebungen. Fern liegt Mir der Gedanke, als Verdienst für einzelne in Ansprud) zu nehmen, was Gesamtleistungen der Nation sind. Wenn aber Euere Königliche Hoheit so freundlich Meiner Anteilnahme an Deutschlands Vorwärtsstreben erwähnt haben, so ordnet es Mich, hier zu bezeitgen, mit welcher Dankbarkeit Ich die vielen Iihre hindurch verfolgt habe, daß alle 1 und« s> fürsten und die Regierungen der Freien und Hanse-Städte, jeder in seinen Gebieten, jeder int eigenen Bereich, mit- gearbeitet haben wie an der Erstarkung unseres nationalen Lebens, so and) an dem wirtschaftlichen Aufschwung des Reiches und an einer deutschen Kultur. Sv soll es and) weitergehen, damit Wir in Ehren bestehen können vor den Begründern der Reichseinheit, die auf uns nieder- ; blicken aus der Ewigkeit! Auf die gütigen Worte, die im Namen der hier Versammelten (hiere Königliche Hoheit Mir und Meinem Hause gewidmet haben, erwidere Id; mit den herzlichsten Wünschen für Deutschlands Fürsten und Jl)re Hohen Farni.ien, für die Bürgermeister und Senate der Freien und Hanse-Städte. Alle Zeit Meine Kräfte dem Wohl des gesamten Volkes zu weihen und zu Meinen Hohen Verbündeien zn stehen in d e u t s ch e r T r e u e, das sind die Gefiihle, die heute in Dankbarkeit und Zuversicht Mein 5)erz erfüllen. Der Kaiser unternahm Dienstag früh einen Spazierritt und frühstückte sodann mit der Kaiserin. Im Lause des Vormittags empfing der Kaiser eine Abordnung von Offizieren des Leibgarde-Husaren-RegimentS zur Entgegennahme eines Ehrengeschenkes. Um 11 Uhr sah der Kaiser vorn Balkon des Schlosses aus, umgeben von den Prinzen des kaiserlichen Hauses und der Prmzessin Viktoria Luise, den H uld i gun gszu g der Innungen. Die Fürft- Hd) feit en sahen dem Schauspiel ' von den Fenstern des Schlosfes zu. Der Festzug der Jmnmgen. Berlin, 17. Juni. Angelockt durch daS prächtige Hehenzollernwekter hatte eine gewaltige, sommerlid) ge- kteidete Mensd/enmenge sich Unter den Linden, im Lust-- garten, auf den Dächern des Zeughaufes, des Museums und des Tomes angesammelt, um den F e st z u g derInnun - gen zu sehen, der vom Königsplatz durck) die Linden koimnen sollte, um dem Kaiser zu huldigen. Gegen 11 Uhr ertönten Trommelwirbel von den Linden her, eine weiße Wolke wälzte sick) heran. Sobald der Festzug die Schloßbrücke passierte, setzte die Musik mit der Nationalhymne ein. Ter Kaiser mit seinen Söhnen und mit dem jungen Paar erschien auf dem Balkon des zweiten Stockes. Ein Herold zu Pferde eröffnete den Zug. Eine Gruppe der Bäcker, ganz in Weiß mit Riesenbretzeln folgte. Festwagen, Fahnen, Musikchöre, Herren im schwarzen Rock mit blauen Schärpen, Lehrlinge, Gesellen in Arbeitstracht wechselten. Ter Kaiser, der sichtlich in fröhlichster Laune war, winkte befonöerS den hell gekleideten Mädck)en im Festwagen zu. Ein Hock nach dem andern schallte hinauf zu dem Monarchen, der unaufhörlick) salutierte. Stürmische Heiterkeit erregte im Zuge der Bäcker ein aus Teig gebackener „Ersatz Zeppelin". Ei,re Innung erfolgte bei- andern. Da kamen Friseure, Heilgehilfen,Böttcher, Buchbinder, Dr.'chs.ee mit einem Riesenschachspiel, Schneider mit gezogenen Degen, den auch die Bäcker getragen. Besonders reizvoll war der acklisdicn Eisc abgespielt hatte und deren F-olge cs war, daß daS Schiff ohne seinen Führer Heimkehrtc. Sc'an lange vul-er war die Gemahlin des intglüdüdicit Forschers mit ihrem kleinen Sohn und begleitet von Mrs. Wilson, der Witwe des mit Scott verunglück reu Führers des wissensd-aftlid-en Stabes, in einem Schlev- ver der Terra Nova entgogengefahren, um jedes Aufsehen bei der allgemeinen $ eg rü einig -u verweisen. In tiefe Trauer g-hüllt ließen sich-die beiden Damen alles zeigen, was aiff tem Schiff fiir sie besonderes Interesse haben konnte, und der Heine Pct.-r, bem der schmerzvolle Hintergrund der Szene noch nicht zum Be- wuptsein tarn, w-anderte an her Hand üncs Matrosen vergnügt an Bord umher. Als das Schiff einließ nahn der Konnnandane ckvans den Klemen auf den Arm und ließ iljn die h.rzlilckn Grüße, die die am Kai versammelte Menge ihm und seiner Mutter darbrachte, erwidern. Am Sonntag wurde ein Gütesdicns! abge- haltcn, bei dem der amtierende Bisck-ff der Opfer im Kumpfe für den Fortschritt der Wissensd)aft gebadete. — Tiphtheritis-Behandlung mit heißer Luft, ein neues Mittel der Behandlung von Dchhtheriffs hat der franzö- Üldie Arzt Rendu angewandt. Er stellte fest, daß die D:pd hni'is- zugrunde gehen, wenn sie 5 Minuten ciner Tempeea'nr von 50 Grad oder 2 Minuten 70 Grad ausgesetzt werden. Wenn die ^.rppen und das Gesid)t durch Wasserlvmprcsscn gesclmtzt wo lönnen die oberen Atmungswegc heiße Lust bis zu 100 Grad 2 Minuten lang unb 60 Grad y2 Stunde lang aushalten "ck'ach- dem dies durch vorbereitende Versuche festgestellt war, behandelte ~r- Rendu 33 Fälle von Divytheritis mit beifv.a Lus.', noähr-'nd er ju glmber Zeit eine andere Gruppe lou 33 Erckanklen dar Serum- behandlung untenrarr. Der Erfolg war in beiden Fällen der gleiche, die Sterblichkeit überschrüt nid>t 15 Prozent. -. ^^"Iweg ische Spitzbergenexpedition. Turck die Icachforichungen nad) Leutnant Schröder-Stranz wird wov'-- ia;cinhd) bte Expedition, die Hauptmann Starrud und der Geologe Tr Hoc! Anfang Juni antreten wollten, in andere Richtung gelenkt werden. Nack) „Peterm. Mitt" war der Er- vcdrtton die Ausgabe gestellt worden, das Gebiet zwifcheti Woed Bap und Wydedudst un Norden und Eisfjord im Süden auf- ttlnchmeil und be,anders dte Uebergänge über das Gebirge und das Brnneners fest-iytellen, die Halbinsel zwischen Eisfjord uno Bellsund zu vermeyen und endlich die Einfahrt in den Eisfjore niszulsten. Öoel, der Anfang Juli nad) Spitzbergen aufbtickst, oürfte brn Teil dieses Planes bereits von Hauptmann Statrud ausgeführt iit, zunächst wohl dem Vorgehen nach dein 9Zorboft=» lande anichlteven. Black 165. Jahrgang Mittwoch, \8. Zuni (913 erscheint täglich, außer VtT A BczngSv, c Sonntags. - Beilagen: Ä a fifl monatlich7LPi.,viertel- v>e mal ivöckenuich M AA A AA 0 ▲Ak. ▲ A A ▲ A^A 'Ehrlich Mk. 2.20durch SictzmerLamiliendlätteri W VJßgk j® MBB J W -abbolc-m 3mcia’ie(len ;jreis(Sjcfjen »WWW WM■< W W BZ W W •* a ■ M flr W (Ttcnstag B B Sn B B BT B Jf N B B B B wir B ausichl. W W ■ 0 B M. B_ B B M I I l tztzr. B wirtschaftliche Zeitfragen M W W w 10^ W W W? W Äy onßivärt« Fernivrcch. Anschlüsse: N M ” w v 'V' ™ ^hcsredakleur: A Goetz. fiir die Redaktion 112, m.«? Verantwortlich fiir den Verlag u. Ervcdition 51 JS" .. •ff Af * 99 Ä politischen Teil: Angust ^Anzeiger Gießen."' W C 6 1 G t 22lü W £ t tz Üf W JA CH wnG'Ve'ncksch.^ mw Lnnahme von Ln^igen x w v V 4 XZ k „(ßcüd)t»iaol": St. 9lcu- bi »önnüTaoY'u'uhr ” 9 druhl >ch-n llniv.-vuch- und Steinöniderei rr. Lange. Rcöaftion, (Zrpcöition und Drudcrei: Schulstrahe 7. Geschäftsstelle Büdingen, Bahnhofstraße (6a. Anzeigenteil: p. Beck. huhen 'rj^-kchuhe hbrH,;?!etetOÖ A is >ik 11’>•»,«« «Mitt, NM ^sbtndergedcbäft 231. daden stiichlen ohne Zusatz ruv ierac Q X per Pfund 22 Pfg. Berdux BVVISU B lr cintreffend: die «40 Sian 30 liunb 25 Pfg. Bratfische Äünd 25 Pfg. kl - fiir die I Neuuadt H fiinbet- I aative geborene hexen I ■Idie inwttJÄtetnn« I *'%&*** I rden.auj1u;9£-unid) 'i5' I n find, l'cnen . .niert' ll(l von 1 können ivcste. I ll 111 ___-— ud'l I ien- I ! ■”h L ie,1£n nndKnic-' 'n Lierver'f J. J imachungelttr ließen. ten-Wahdll. bietiäb rtae« ^flblöei s?/. Meuter. ^dem'riest'aunmt M | äsf Wogen der Fischer, mit einem uejujen Netz bespannt: Fischeraesellen, als Matrosen gekleidet, trugen geschmückte Fischkästen und riesige Netze. Jede der 17 Gruppen zog vvrüver unter dem Vorantritt eines Musikkorps, ^re Glaser mit bunten Glasfenstern und einer zersprungenen Fenster- scheib-e, die Goldschmiede mit einem Festwagen, den Eyren- junafrauen in mittelalterlicher Kleidung schmückten,^Lehr- buben mit silbernen Pokalen flankierten die beiden ©eiten Ein wahres Kunstwerk war der Wagen der Klempner und .Kupferschmiede, dem zloei Ritter mit blitzendem Harnisch voranritten. Schier unabsehbar walzte sich der Zug heran und die Sonne brannte. Es folgten die Lackierer, die Köche mit Löffeln und Kelle. Großen Jubel unter dem Publikum erregten die weißigewaschenen Schornsteinfeger in schwarzer Tracht. Die Maler und Tapezierer zogen mit einem riesigen Sofa vorüber; die Schlosser erkannte man an Hämmern und Zangen und einer kunstvoll gearbeiteten Kassette. Ein von sechs Pferden gezogener Wagen führte einen fünf Meter hohen Schlüssel in der Mitte. Bei den Schlossern folgte in einem besonderen Wagen, von zwei Ehrenjungfrmleii begleitet, der 101 Jahre alte Meister Fritz sch. 'Den Schmieden wurde ein Hufeisen vorangetragen. Die Schuhmacher zeigten an Stiefeln aus allen 'Jahrhunderten, darunter riesige Schnabelschuhe, die Entwicklung des Handwerks. Besonders glänzend war der.Zug der Tischler, dessen drei Festwagen auch bei dem Kurier große Freude erregten. Die Wanderburschen in den Trachten der Biedermaierzeit wurden viel bejubelt. Tie Wagenbauer zeigten an dem Miniaturmodell eines alten Reisewagens und eines modernen Automobils die Fortschritte der Zeit. Ein riesiges, mit einem Musikkorps besetztes Automobil leitete die Gruppe der Fuhrherren ein. Ein Frachtwagen von 1813 sowie die übrigen altmodischen Vehikel gefielen sehr; besonders aber erregte ein einsam dazwischen wandernder .Handwerksbursche überall stürmische Heiterkeit. Zwei girlandengeschmückte, moderne Autoomnibusse mit Beamten in Uniform brachten in die Gegenwart zurück und schlossen den Zug, der eine Stunde gedauert hatte. Nach einem von dem Publikum ausgebrachten Hurra auf den Kaiser verließen die Fürstlichkeiten den Balkon. Sofort begann die Anfahrt der Bundesfürsten in Ga'takarossen. Ein Trinkjpritch des Königs von Sachsen. Berlin, 17. Juni. Bei der Galatafel im königlichen Schlosse hielt der K ö n i g von Sachsen folgende Ansprache an den Kaiser: Euere Majestät haben uns schon heute vormittag gestattet. Euerer Majestät in feierlicher Form die Glückwünsche darzubringen, die wir deutschen Bundessürsten und Vertreter der Senate der Freien und Hansestädte bei dem 25jährigen Regierungsjubiläum' Euerer Majestät für allechöchstderen Wohl an dem Herzen •tragen. Seine Königl. Hoheit der Prinzregent von Bayern bat bierbei auck schon Gelegenheit genommen, in unser aller Namen dankbar der Segnungen zu gedenken, die dem Deutscljen Reiche aus der Fürsorge Euerer Majestät zugeflossen sind, und der Freude darüber^lusdruck gegeben, daß das Deutsche Reich unter Euerer Majestät weiser und gerechter Leitung sein Ansehen gewahrt und seine Wohlfahrt gemehrt hat. Wenn uns nun in dieser frohen, festlichen Stunde von neuem das Bedürfnis beseelt. Euerer Majestät unsere herzliche Liebe und hohe Verehrung zu bekunden, so kann auch ich zunächst nur Worte des Dankes dafür finden, daß der allmächtige Gott Euere Majestät in seinen gnädigen Schutz genommen und Euerer Majestät Leben und Handeln so sichtbar gesegnet hat. Wir aber, die wir mit Euerer Majestät durch heilige Bündnisverträge zum Wohle unseres geliebten Vaterlandes unverbrüchlich verbünd en sind, dürfen es besonders dankbar rühmen, daß es Eurer Majestät Weisheit jederzeit gelungen ist, unter schwierigen Verhältnissen dem Reiche die Erfüllung seiner 'fortschreitenden Bedürsnisse zu sichern , den Einzel st aaten aber diejenige Selbständig- f c i t zu wahren, die sie zur Erfüllung ihrer eigenen Aufgaben bedürfen. Wie wir aber in der uns verbürgten Selbständigkeit die Grundlage des inneren Friedens.Und eine Gewähr für die Wohlfahrt des Reiches und seiner Glieder erblicken, so können auch Euere Majestät versichert sein, daß wir in gleicher Treue an den uns obliege nde Pflichten fest halten und daß das Wohl des Reiches der Leitstern unserer Handlungen und Entschließungen bleiben wird. So sind wir denn alle hierher geeilt aus dem Süden und Norden, von den Grenzen der Alpen und des Erzgebirges, vom Rhein, der Weser, der Elbe, vom Bodensee, der Nord- und Ostsee und von den deutschen Mittelgebirgen, um Eurer Majestät zu versichern, daß wir und unsere Länder in guten und bösen Tagen treu zu Kaiser und Reich stehen. Eure Majestät haben vor wenigen Wochen ein glänzendes Familienfest gefeiert. Unter der freundschaftlichen Teilnahme hoher Verwandter haben Eure Majestät unter den Glückwünschen des ganzen deutschen Volkes Ihre liebreizende und einzige Tochter vermählt. Möge das Familienfest, das diesen Lebens- und Regierungsabschnitt Eurer Majestät so glückhaft überstrahlt, von günstiger Vorbedeutung dafür sein, daß über der Politik des Friedens, die sich Eure Majestät gesetzt hat, auch fernerhin die Sonne des göttlichen Segens scheinen werde. Ich fordere die Anwesenden auf, mit mir in den Nus einzustimmen: Seine Majestät der Kaiser und Ihre Majestät die Kaiserin, sie leben hoch! Die Musik spielte die Nattonalhymne. Die Antwort des Kaisers Der Kaiser antwortete mit folgendem Trinkspruch: Euere Majestät heben die Gnade gehübt, hier in weiterem Kreise den Ausdruck der gütigen Wünsche und herzlichen Gesinnungen zu wiederholen, die in der heutigen feierlichen Zusammenkunft mit Meinen hohen Verbündeten .als deren Wortführer Seine Königliche Hoheit der Prinzregent von Bayern Mir kundzugeben geruht hat. Ich bitte Euere Majestät und alle anwesenden Fürsten und Vertreter der Freien und Hansestädte, meiner tiefen Dankbarkeit für die zu Herzen gehenden Beweise der Liebe gewiß zu sein, die bei der Vollendung des 25. Jahres Meiner Regierung Mir in so reichem Maße von den Oberhäuptern der deutschen Bundesstaaten entgegengebracht inerten. Ich freue Mich dieser Ehrungen nicht mir für Meine Person. Ich erblicke darin ein neues Unterpfand für den Segen der Entwicklung, die uns das Reich, daS starke einige Deutschland, befdyert. Diese Gemeinschaft in dem unauflöslichen! Bunde, der das Eigenleben seiner Glieder nicht beeinträchtigt, ist uns allen in Fleisch und Blut über gegangen. Dazu mitgewirkt zu haben und für dieses Bestreben am heutigen Tage die Anerkennung Meiner hohen Verbündeten zu finden, gibt Mr das Bewußtsein, daß Ich metn kaiserliches Amt in dem Geiste der Verträge zu führen bestrebt bin, auf denen die Unantastbarkeit des Reiches und aller seiner Teil" beruht. Das Bekenntnis deutscher Bundestteue, das Mir aus Eurer Majestät beredten Worten so wcrrm entgegenklang, findet in Meinem Herzen starken und freudigen Widerhall. Ich nehme es als eine Bestätigung dafür, wie mächttg bei den Fürsten, der Regierungen und den Stämmen unseres Volkes der Wille zu einer nationalen Einheit lebt, in der wir das Heil für alle Zukunft erblicken. Eure.' Majestät geruhten auch, in freund lick'^r Anteilnahme des Glückes zu gedenken, das vor kurzem Ihrer Majestät der Kaiserin und Mir durch die Vermählung unserer Tochter beschieden wurde. Es war uns eine innige Eltern freute, diesen Herzensbund segnen zu können, und gern voll zogen wir die schöne Feier in diesem Jahre ernsten, aber auch freudigen Gedenkens. Möge sie von guter Vvrbeoeutung sein So sind es die Gefühle der Dankbarkeit, der Treue und des Gott vertrauend, in denen Ich den heuttgen Tag in der Mitte Meiner hohen Verbündeten begehe, und Ich lasse diese Gefühle zusammen- klingen in den Ruf: Tie deutschen Bundesfürsten und die Vertreter der Freien und HansestDte. Huxra! Hurra! Hurra! Die Musik spielte „Deutschland, Deutschland über alles". Der Kaiser trank darauf den Bundesfürsten zu. Die Kaiserin, die am Montag abend wegen der 'großen Hitze die Vo^ stelluug im Königlichen Opernhause verließ, befindet sich wieder vollständig wohl und nimmt an den weiteren Jum- läurnsfestLichketten teil. Der Fackelzuq der Studenten. Berlin, 17. Juni. Um 93/4 Uhr begann der Fackelzug , mit dem die akademische Jugend den Majestäten ihre Jubiläumshuldigung darbrachte. Von dem Denkmal Friedrichs des Großen her nahten die Fackeln. Die Studenten zu Roß, zu Wagen und zu Fuß in großem Wichs mit Mützen oder Hut zogen heran nach den Klängen des Preußenmarsches, in Schlangenlinien den Lustgarten füllend. In dem roten Schein der Fackeln wehten die Banner und Fahnen. Der Kaiser empfing eine Abordnung sämtlicher Berliner Hochschulen. Dann hielt eines der Ausschußmitglieder eine Ansprache, die mit einem dreifachen Hoch schloß und nach der die Nattonalhymne gesungen wurde.________ Ausland. Im schweizerischen Nationalrat wurde beim Bundesrat angefragt, welche Bewandtnis die militärischen Anlagen hätten, die Deutschland nördlich von Basel zur Sicherung einer Brücke im Gebiete des Hüninger Festungsservituts baue. Bundespräsident Müller antwortete, die Anlagen hätten laut Bericht des Militärdepartements kein Schußfeld in der Richtung gegen die Schweiz. Der Bundesrat erachte die Bauten nicht als unter die Bestimmungen des Pariser Vertrages von 1815 fallend, so daß zurzeit kein Anlaß zu einer Retta- matton Deutschland gegenüber vorliege. Doch behalte der Bundesrat die Dinge im Auge. Die dreijährige Dienstzeit in der französischen Kamme r.. In der Sitzung der französischen Kammer am Dienstag erklärte Jaures, daß er und seine Freunde bei dem Gesetz, betreffend die Verlängerung der militärischen Dienstzeit gegen die Dringlichkeit und gegen den Eintritt in die Diskussion stimmen würden. Bei der Abstimmung wird die Dringlichkeit mit 375 gegen 190 und der Eintritt in die Diskussion mit 381 gegen 189 Stimmen beschlossen. Es erhielt daraus Vaillant das Wott, um den Gegenvorschlag der Gruppe der Vereinigten Sozialisten zu verteidigen. Die Mehrzahl der Deputietten nahmen die Ausführungen Vaillant, der die Schaf- ung eines Nationalheeres anregte, mit Spott entgegen, während ihm seine Freuwde Beifall zollten. Vaillant sprach den Wunsch aus nach einer französisch-deutschen A nn ähe - tun? Und bedauerte es, daß die auswärtige Politik Frankreichs es nicht verstanden habe, eine Einigung zwischen England, Frankreich und Deutschland zu verwirklichen, um so den Frieden und den Fortschtttt der Menschheit zu garantieren. Der Geburtenrückgang in Fr ankre ich. Der Leiter des französischen Statisttschen Amtes, Ber- tillon, teilt mit, daß int Jahre 1912 die Ziffer der Geburten in ganz Frankreich (750 651s die Ziffer der Todes- ätte (692 740) nur um 57 911 überstiegen habe. D i e Jahre 1911 und 1912 seien in dieser Hinsicht die chlechtesten seit dem Jahre 1880 gewesen. Das türkische Kabinett jat sich folgendermaßen gebildet: Der Großwesir Said Halim Pasch a übernimmt, da Rifaat Pascha es endgültig abgelehnt hat, das Portefeuille des Aeußern. Ferner übernehmen Izzet Pascha das Portefeuille des Krieges, Talaat Bey des Innern, der frühere Kammerpräsident Halil Bey das Präsidium des Staatsrates, Osman Nizarn i Pascha tnc öffentlichen Arbeiten, Senator Suleiman el Postoni, ein christlicher Araber, den Handel und Ackerbau. Der Scheich ül Islam sowie die Minister der Marine, der Finanzen, des Eukafs, der Justiz, für Unterricht sowie für Post und Telegraphen behalten ihre Portefeuilles bei. Das Kabinett gewinnt so einen ausgesprochen jungtürki scheu Chara kt e r. Es zählt zwei christliche Mitglieder, nämlich Postanio und den Postmini- ster Osman, einen christlichen Armenier. Aus Stadt und iand« Gießen, 18. Juni 1913. ** Von der Universität. Pros. Dr. jur. Wilhelm van Caller hat den Ruf auf den Lehrstuhl des Staats-, Verwaltungs-, Kirchen- und Völkerrechts an der Universität Kiel als Nachfolger von Prof. H. Triepel zum 1. Oktober d. I. angenommen. •* Die Großherzogin ist vorgestern nachmittag nach Berlin und von dort weiter nach Schlobitten gereist. ** GießenerStadttheater:Derliebe Augustin. Die sommerlichen Operettengastspiele des Bad-Naul>eimer Kür- theaters begannen gestern bei gut besuchtem Hause mit Leo Falls neuestem Schlager, wie man so sagt, mit tem, lieben Augustin. Auch in seinem neuen Werke bewährt ter erfolgreiche Komponist seine Findergabe für leichtsaßliche Melodien, deren, sentimentaler Einschlag vielleicht das letzte Geheimnis ihres Erfolges ist. Sorgfältig und wohlerwogen ist auch die Instrumentierung, die manche reizvolle Stellen aufweist, aber auch manchmal an längst Verklungenes erinnert. Der Inhalt des Werkes ist schwer zu erzählen, beim wie bei allen modernen Operetten wird weniger gesprochen als getanzt, obwohl mitunter doch noch mehr geredet wird, als eben gut ist. Aus der Fülle heiterer und sentimentaler Szenen schält sich schließlich als des Werkes Kern: daß eine Fürstentochter und eine Kammerdienertochter bei der Taufe vertauscht werden, woraus sich aber nicht etwa eine Verwickelung, sondern 'eine Lösung ergibt. Denn es geschieht also, daß die Falschsürstin Feinen Gefallen am höfischen Leben hat und einen bescheidenen Musiker liebt, den lieben Augustin, während die falsche Kammerdienettochter nach dem Glanze des Hofes sttebt und endlich auch den für die Fürstin bestimmten Gatten heiratet, während diese ihren lieben Augustin nimmt. Die Aufführung, die von Herrn Kurt Harden geleitet wurde, erfüllte die Forderungen, die man an Operetten zu stellen sich gewöhnt hat, vollkommen. Es ist auch festzustellen, daß die diesjähttgen Kräfte durchweg achtbare Leistungen geboten haben, und daß sowohl das gesangliche als aroch das darstellerische Matettal ganz wesentlich besser ist, als in den früheren Jahren. Einen ausgezeichneten Eindruck hinterließ Frl. Marie K o p p e n b e f c r als Helene, die nicht nur gut sang, sondern auch flott und sicher spielte. Frl. Grete Josepha ist ebenso zu rühmen, besonders als Sängerin; über ihr Spiel zu urteilen, halte ich für verfrüht, da sehr wohl kluge Bedachtsamkeit sein konnte, was mitunter als Befangenheit gedeutet werden könnte. Ein lustiger Regent, der zudem über eine erhebliche Stimme ver- fügt, war Herr Georg Schmidt. Herr Kurt Harden, ter von früheren Operettengastsvielen her noch in angenehmer Erinnerung steht, erledigte sich seiner Aufgaben mit Gefchinack und Schuerd, und Herr Ferdinand Ähnelt erwies sich als treuherziger Kammerdiener, wird aber seine besondere Befähigung noch zu erbangen haben. Von unseren einheimischen Darstellern war nur Herr Grosser in einer bedeutenden Rolle beschäftigt. Er löste seine Aufgabe als Napoleon in Westentaschenformat, der im Operetten leben Nieola heißt, ganz glänzend, und erwies aufs neue, welch vielseitigen, streb« fameu Künstler wir in ihm haben. Herr Gerhardt schien etwas gegen Leo Fall zu haben, denn er suchte ihn bei jeder Gelegenheit zu verbessern. Vielleicht begeistert er uns nächstens mit einer Operette eigener Komposition. Der Beifall war sehr stark, und die meist schon allgemein bekannten Lieder wurden auf lebhaftes Verlangen meist wiederholt. N. *• Zeppelin über Gießen. Um 2.43 Uhr heute nacht flog ein Zeppelin-Luftschiff über Gießen. Schon längere Zeit kündigte es sich durch sein Geräusch an, kam aus Süden und flog nach Norden weiter. Wegen der Stille der Nacht mar es noch lange hörbar. Es handelt sich um das Luftschiff Sachsen, das gestern abend mn 10.40 Uhr in Baden- Oos aufgestiegen ist und heute früh um 8 Uhr in Hamburg "glatt landete. ** Der Allgemeine Staats-Eisenb ahn- 93 er ein Gießen verunstaltete am Montag, 16. Juni, abends, im Felsenkeller zur Feier des 25 jährigen Regic- rungsjubiläums des Kaisers einen Kommers, dem Beamte aller Klassen beiwohnten. Der Festredner schilderte in längeren Ausführungen die Erfolge der kaiserlichen Regierung auf allen Gebieten und brachte zum Schluffe ein dreifaches Hoch aus. Im Laufe des Abends wurden, noch weitere patriotische Ansprachen gehalten sowie passende ** Der Geflügelzuchtverein Gießen veranstaltet Anfang Dezember eine große Allgemeine Ausstellung, verbunden mit einer durch die Landwirtschaftskammer unterstützten Bezirks aus stellun g in den Sälen der Liebigshöhe. Landkreis Gießen. — Leihgestern, 17. Juni. In dem gestrigen Beacht übet die Erfolge des Turnvereins Frisch a u f in Berstadt sind einige Unrichtigkeiten unterlaufen. Es erhielt: Karl Grim m e l den c v st e n'Preis und Will). Jäger in der Unterstufe, den 30. Preis. «Es handelt sich dabei nicht um Druckfehler des Gießener Anzeiger sondern um Schreibfehler des vom Verein mit der Berichterstattung beauftragten Mitgliedes. Die Red.) Kreis Büdingen. h. Büdingen, 17. Juni. Am „wilden Stein" trug .sich gestern ein schwerer Unfall zu. Junge auswärtig.' Wandervögel waren im Begriff, sich auf einem Spirituslocher ein Mittagessen zn bereiten. Bei dem Versuch, dem Behälter frischen Spiritus zuzufühlren, entzündete sich — selbstverständlich — der Inhalt der Flasche und ergoß sich über den unvorsichtigen Koch. Schwer an den Händen und im Gesicht verbrannt, mußte der junge Mann dem hiesigen Krankenhaus zu.geführt werden. Kreis Lauterbach. — Sickendorf, 17. Juni. Heute nachmittag kam in dem Anwesen des Landwirts Eifert hier ein Feuer zum Ausbruch, das trotz rascher Hilfe der hiesigen und Allmen- röder Feuerwehr die ganze Hofreitc samt Wohnhaus in kurzer Zeit in Asche legte. Zum Glück ist erst heute mit ter Heuernte begonnen worden, so daß wenigstens die Ernte gerettet ist. Die Entstehung des Feuers ist unbekannt. Starkenburg und Rheinhessen. d. Mainz, 18. Juni. Der städtische Finanzausschuß beschäftigte sich gestern mit der Erhöhung der Steuer. Es wurden mit nicht ganz 10 Proz. bei der Einkommensteuer (116,4) und bei der Vermögenssteuer mit 10 Proz. (122,4) zugeschlagen. Bon der geplanten 20proz. Erhöhung tourte Ab st and genommen. Kreis Wetzlar. — Hohensolms, 17. Juni. In der Bürgermeisterei Hohensolms sind zur Jubiläumsspente für Zwecke der Jugendpflege insgesamt 300 Mk. gesammelt lvorden. /\ Krofdorf, 17. Juni. Beim Abbruch der Scheuer des W. Leib, welche durch einen Brand zerstört wurde, fand man einen interessanten Dachziegel. Er trägt bic Jahreszahl 1700 und ein Wappen, bestehend aus dem österreichischen Doppeladler, Löwen und Hahn; dazu trägt der Ziegel eine Umschrift, welche aber noch nicht entziffert ist. Hessen-Nassau. — Frankfurt a. M., 18. Juni. Heute findet stier der V o lkski n d ertag statt, der gestern mit einem Volksfest an der Gerbermühle eingeleitet tourte. h. H ö ch st a. M., 17. Juni. Die seit Samstag vermißte 20jährige Tochter des Gastwirts Ziegler wurde gestern,mit ihrem Bräutigam, tein Buchhalter Funk aus Offenbach, itn Käfertaler Walde bei Mannheim erschossen aufgefttiideu. Wie die sofort eingeleiteten Uiücrfudnutgen ergaben, hat sich Funk bei seiner Offenbacher Firma e r h e b l i ch e r ll n l e r s ch l a g u n g e it, deren Höhe »och iud)t feftgeftefll werden konnte, schuldig gemacht. Diese Verfehlungen haben t()n veranlaßt, den Tod 5 u suchen und seine Braut mit in das Verderben zu ziehen. h. S iudlingen, 17. Juni. Beim Ueberschreiten der Gleise des im Bau begriffenen neuen Bahnhofes zwischen hier und Höchst geriet der Arbeiter Jakob au5 Nentershausen unter einen Kippwagen. Er erlitt dabei schwere Verletzungen, die seinen Tod zur Folge hatten. Schwurgericht. -th. Gießen, 18. Juni. Gestern verhandelte das Schwurgericht der Provinz Oberhessen den einzigen in dieser Tagung zur Aburteilung gefontinenen Fall gegen den 19 Jahre alten unbestraften Steinbruchsarbeirer SB t V- helm Döll aus Uitterschmitten wegen Körperverletzung mit tödlichem Erfolg. Die Anklage vertrat Oberstaatsanwalt Hofmann. Tie Verteidigung führte Rechtsanwalt Kaufmann. Außer dem Geh. Medizinalrat Dr. H a b e r k 0 r u als Sachverständiger ivaren 13 Zeugen zu hören. Ter Tatbestand der Anklage war nach der Beweisaufnahme der folgende: In Uuterschmitten bestand bis Mitte Febrttar d. I. eine Spiimstube, in der aber Zwistigkeiten eulstandcii. Es bildeten sich zwei Spinnsiubeu, die eine bei Bäckermeister Buk, die andere bei Wilhelm Rncuif. Am Abend des 21. Febrttar hatten acht bis zehn Burschen der Buk'schen Spiimstube in dessen Hans ein Fäßchen uon 12'/, Liter Bier getrtmken und verließen zwischen 11 und 12 Uhr die Spinnstube, um noch einen Rundgang durcst das Dorf zu machen. Hierbei stießen sie auf der über den Mühlgraben führenden Brücke auf die Burschen der Knaufschen Svinustube. " Es kam zu Reibereien, bei denen fid) cmcst einzelne der Gegner hin- und herstießeu, schließlich ging mau aber auseinander. — Der Angeklagte, der 'Mitglied der Butschen Spinn ftube ivar, war bei dieser Rempelei nicht dabei; er hatte sich viel mehr gemeinsam mit seinem Kameradeit Eckhardt von den Genossen getrennt. Beide waren einen andern Weg durch das Dori gegangen. Auf diesem Wege begegnete er bei der Brannschen Mühle den Biirschen der gegnerischen Spinustnbe, die gerade von der Brücke kamen. Eckhard äußerte: „Da kommt auch Einer" womit er die Burschen der anderen Spinustnbe meinte. Ter Angeklagte äußerte daraus: „Wenn einer von benen hcrankornrnt, sieche ich ihn zu- saininen." Darauf ging Rudolf Dechert auf den Aitgeklagten 2öl: zu und gab diesem einen Stoß. Er wehrte sich, ,vorauf er von seinem Gegner einen Schlag auf die Nase erhielt, so daß sce blutete. Döll war über den Schlag sehr erregt, und er beiden diesen Schlag dem Gegner nod) in derselben dchcht heimzuzahlai Döll traf aus seinem Weg die beiten Kameraden Ang. oainnM und Wich. Uhl III., mjt benot er in die väterliche Hofrarte des Uhl ging. Hier erwarteten die drei den Decl>ert, wobei Hfl1 Schmidt und UÄ im Hintergrund hielten. Ms Dechert heran kam, rief Döll ihm zU: „tarn' einmal her, du roter Spunv, wenn du was willst!" (D. hatte rotes Haar.) vettert kam der Aufforderung nach, betrat den Hof und beide ftatten Iw ar. . In dir SSürgermtKr e für Zwecke der Fu gn: nelt worden. nni Abbruch berSfy::. n Brand zerstört e.- chztegel. Er »' bestehend aus ** ) Hahn; dazu chf^ noch nicht entj- Ü. Quni. Hc^ 1®^ .: *n, nritM* de. ;e feit SamStüst v«w° r(®äf WH“ L, 'Tod zu such^ um ■ g™m U-bMl-itm d'I !ahnh°>°s Wich" )b aus NcnderShauie. I ei schwere VerletzuW l •Um 2,43 n, N. sieben, qx ^iii: (in, (Qln^On son^li n der'L?L^. »eit u,"8U^te öS Bredner' M^Eonu >e der tcÄ^ ft rchte ri ^'Ächen K s Abends 2^ cih halten foÄ"06 Ullaemein-^ Sen. "KSL i-ÄSe en. “ * St* tn, >“• 3tm,9« rniWtit» V"’™» Epiridi- •ön bem SSetfutfi, h- entzündete sich J ■ Mche und ergoß D ver an den Händen ur Mann dem hiejign ach. heute nachmittag kam i- t hier ein Feuer jur c hiesigen und Amte samt Wohnhaus :■ lück ist erst heute mitt- wenigstens die Ernte g- rs ist unbekannt. heinhessen. lüdtische FinanMsL- chöhnng der Steuer. 6 ici der Einkommenst«!!: ner mit 10 Proz. (122,4 20proz. Erhöhung mut: tn ol« et:' '■ * bet Se*3*”11* »«*** Sud- 1« AM j«». [feil lU.^ Mndg"^ L-v noch *£«*** itieB«’ 'hi, E» , r aut b iheniiif"1»^ [eibere|ti M rKv«r ., di-/Le- »•* (,.: lfcrt aut tüotouf - ,5 fit 3tf 5kammerAus- schus'es für Cberbesscn eine Besprechung über die Durchführung der landiv. Krcisschau statt, zn der Vertreter des Grogh. Kreisanrts, des Gr. KrcisvetermäramlS, der landw. Wmtcrsckmle, der Grosth Bürgermeistereien Büdingen und Nidda, die Vorsitzenden der Fachvereine, die Asitglieder der Landwirtschaftskammer und des Ausschusses und noch weitere Landwirte Einladungen erhalten haben. Ten Borsit; führte das Borslandsmitglied des Land- wiitschaftskammet>AuSschusses Gustav Ai o a f, Grund^Schwalheim. Tie Kreisjchan erstreckt sich nach den Ausführungen deS Sekretärs Schivarz auf sämtliche Biehgattungen, Erzeugnisse des Pstanzcn- und Obstbaues. Alolkerci-Erzengmsse, landwirischastliche 'Maschinen, -Geräte und H'lssstoste, landiv Bauwesen und ivisienscha'tlichc 'Arbeiten. i)lts AuSstellnngstermin wurde die Zen vom 20.—22.Scptem- bor gewählt. Eine lebhafte'Aussprache entwickelte sich über die Wahl ücs'Aiisstclliniasortes. Nach längerer Verhandlung wurde mit grosier Mehrheit B ü dingen als Ausstellungsort bestimmt, luonnt sich auch der Vorstand des Landivirtschafiskammer-AusichusieS nachträglich einverstanden erklärte. 9iachdem noch die zur Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung erforderlichen Ausschüsse ernannt waren, schtosi der Vorsitzende die Versammlung. TrinK«« Zit Vilbeler Wasser Lnlsen - Brunnen ? so bestellen Sie bitte Sonnenstr. 3 Willy Weisel. 3999 Aprikosen 5-Pfd.-Eimer Mk. Erdbeer 5-Psd.-Eimer Mk. Himbeer 5-Psd.-Eimer Mk. Jobaonisbeer ti. laieiseli Seltcrsweg 12 Telephon 285. k 3998 A rrft eine Zeiklang, wobei sie sich gegenseitig nach der Stras.e vi drä*igten. Inzwischen hatte sich der Ängettagle mir einem jyn einem Hoizhaufen genonrmenen Knüppel berrarme.", der j • i cin-nn sogcnaimteu 9teidel herrührte. Sem Bruder, der zu der gegnerischen euiii^ tube gehörte, sprang hinzu, um den Angeklagten von Tätlich- keilen abzuhalten, mährend Eckhard mit den Worten zu benilngen versuchte: „Komm Kolleg, ivir molln gehn". Ter Angestaate schüttelte jedoch seinen Bruder ab, und versetzte dem sich gerade zum Fortgehen wendenden Techcrt einen Schlag über den Kov'. Ter Getroffene brach lautlos zufamnieu, ivobci der Täter noch eine rohe Bemerkung gemacht haben soll. Er verlies; den Tatort, ohne sich inn den schwer Verletzten zu kümmern. Ter Verletzte wurde ^Pn Kameraden nach .Hause gebracht, und iam dann in die Klinik nach Gießen, wo er einige Tage darauf verstarb. Dngektagte, der in der Voruntersuchung ein vssenes Ge- ständiils lein er Schuld abgelegt hatte und besonders Zugegeben hat, das; er nicht in Notwehr gehandelt habe, beriei sich vor den Wefdnvorenen doch wieder darauf, daß er sich bedroht gesühlr und darnm den verhängnisvollen Sck'lgg geführt habe. Tie Zeugen bestätigen im allgemeinen die Darstelluna der Anklage. Geb. Medisinalrat Tr. v a b erkor u erllärto als Sachverständiger, daß der Sclckag aus der linken Schläsenseite die dort zufällig dünne Schädeldecke des Dechert zertrümmert hat und daß infolgedessen der Tod cingetreten sei. Tie an die Geschworeneii gerichteten Schuldfragen lauteten aus Körperverletzung mit Todesiolge und die Frage nach mi(- derndeu Umständen. Oberstaatsanwalt H o f m a ii u plädierte aus Bejahung der Schuldsragc; Notwehr sei hier nicht gegeben. Es sei unvcrout- lAortlich, ivenn ein Mensch mit einer solchen Waffe auf einen kleben- menscleii einschlage, die, wenn sie trifft, unbedingt tödlich ivirkeu müsse. Infolge der Jugend und der Unbestrnstheit des Angeklagten tritt der Vertreter der Anklage unbedingt dafür ein, daß von den Geschivorcnen mildernde Umstände znzubilligen seien. Rechtsanwalt ^a u iiii a nn ist der Ansicht, daß der Angeklagte freiznsprccheu sei, ivcil er m Notwehr gehandelt, wenigstens gber glauben konnte, er werde voii Dechert. dem Verstorbenen, angegriffen. Tie Geschivorenen folgten aber den Einträgen des Cbcr- slaatsauwalts Hofmann und der Gerichtshof crfnmitc ans eine Gcsän^iiisstrafe von 1 Jahr 6'Monate, ivorauf 3 Atonate der Unter- suchnngShast als verbüßte Strafe in Abzug zn bringen sind. Beantragt waren 2 Jahre Gefängnis. Meeren! tastaen! Meeren! Morgen kommt auf dem Brandplatz, Ecke Menge der feinsten kimillh - Metren Zeugen gesucht! Personen, die beobachtet haben, wie in der Nacht vom Sonntag auf Montag (I5./16. Juni) gegen V.3 Uhr ein Student von zwei Schutzleuten mißhandelt und dann gefeffelt über den Seltersweg geschleift wurde, werden gebeten, ihre Adressen Herrn Rechtsanwalt L. Peters, hier, Seltersweg mttzutetlen. 5-Pfd.-Eimer Mk. 2.60 Märkte. O Lanbach, 17. Juui. Der heute hier abgebaltene Krämer- und S ch ,v e i n e m a r k t brachte einen regen Verkehr. 162 Stück Jungvieh waren anfge'atiren. Der vmtbel war sehr rege. 25 bis 5O Mk. ii'urdeu für das Stück Läufer bezahlt. Die Ware ging so stott ab, daß der Vorrat bald ausgekaust war. zu ausserordentlich billigen Preisen! c*73 Ludwig Kröll, Hochtrasse I Mrecht Trückcr-Derlin sind verietzt worden: bk Frau schwer. 4001 Todes-Anzeige. Hierdurch die traurige Mitteilung, daß es Gott gefallen hat, meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Fm« Sophie Schmidt geb. Andresen heute morgen nach langem, schwerem, mit großer Geduld getragenein Leiden in ein besseres Jen- BanH- and priVatMal jeoer Höhe, bis 70 ev. 75% der Lrtstare, ans Huvotheken an I. u. II. Stelle für Wohnhäuser. Geschäfts- u. Jndustrie- obieftc, Wechseldiskont, sowie Darlehn a. jede unbedingte Sicherheit. Auch Gitter-An- und Verkauf beschafft streng u. gewiffenhasi Frankfurter Institut Wencnbergcr & Söhne. Schrittl. Angebote u. 3971 an den Gieß. Anz. erb. Hankel, Nenen Bäne 7 Flush «.Seefische Schell-Fische l'/--3Pfd.,perPfd. .16 Pf ^nbliauo.Ll..p.Ps. 24 Pf. Matjeck-Heringc Stück 10 Pf. Neue Kartoffeln 3 Pfund 29 Psg. Marmeladen: 3tuctid)cnmud 10-Pfd.-Eimer Dlk. 2.50 do.ö-Pfd.-Eimer Mk. 1.50 Marmelade, gemischt 10-Psd. Eimer Mk. 2.50 do. ö-Psd.-EimerMk. 1.50 Fleischfascrfutter MVSKATOB stir Geflügel und ft liefen, lose und in 5«Kilo-Säckchen, bei C. C. Pfeiffer, 9748 Walltorstr. 71. Wiederverkäufer erh. Rabatt Pr. ZceiitfürtoBn empsiehlt billigst 3578 J. Weisel. TeL 88._______Sonnenstr. 0. Tägl. von morgens 10 Uhr ab ftisihztWknen tpnrocl sotvie ftislhzeMlkte 6ri)6ccrtn Tehulhof Televbon 119. — Prompter Versand nach ausivärts. 145 Prof. I»i-.(tzruuwaldsEnt- baaranadputv. Dos.M.1.50. Pelik.-Avotb., Krcuzpl. Konsumverein Gießen und Umgegend gute Ware, in dunklen und hellen Musseline imit. Meter 58, 53 Farben Wie die Aerzte über Dr. Dralle’s Birkenwasser Reste in Wasch- und Wollstoffen billigen Preisen Gebt. Imheuser Hofrat Dr. R. in M. ss18/« Markt 9 —10 Markt 9—10 u bi w r.i b ei D«/< < 1 Fritz hntk — Ausführliche Prospekte kostenfrei durch jede Buchhandlung = Steins Garten Ausnahme- Offerte Donnerstag, 19. Juni c14/. Konzert Solist: Herr Professor Alschansky (Posaune' mit 20% Extra-Rabatt Spezial-Putz-Salon 3628 Eintritt frei' Eintritt frei! 3947 TaptaeiimHaushgltTnrt BpaunssAenFarbenl Die Mode verlangt eine breite Krampe. Humoristisch Außerdem 3996 Ausstattungs-Geschäft und Wäsche-Fabrik bi n 40 pfg. 65 pfg. 83 pfg. 42 pfg. 65 Pfg. 58 Pfg. Mi"'tfl Willy geht auf den Leim . . Das Testament...... An den Pforten des Oberlandes Humoreske . . Drama . . Natur Eine § bar. Die. Einjährigen hat sich gut Schiader, Wilh., Victoria-Drogerie, Marktstraße 5 Schwager, Th. Söhne, Drogerie, Markt 8 Seibel, Carl, Germania-Drogerie, Frankfurter Str. 39. - . .iiwiim——■ .................... im ■■ Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien TI % tu n>i eil im Es bc Le a,8/a 163. Am Ti Präside und teilt n Kaiser l Der Kaiser ihm gebrau ein Gott Der Ai ! ri- „«* Anzeiger rlrekblatt wöchentlich Men' ui TMUK* Das weltbekannte Tuchverfandbaus für Dame» und Herren Lehmann & Aftmt) tn berg L. kann in diesem Jahre auf sein 25jähriges -deirev zurnckblickeu. Der heutigen Nummer ist eine betono1:! Beilage dieser Firma beigefügt. 68 /s Die A' -esetzt. Die S Jahr zu ' Verkürz Einjährig-Z ragender T Ein Posten echter Panama-Hüte RITTERS Geographisch-Statistisches Lexikon über die Erdteile, Länder, Meere, Häfen, Seen, Flüsse, Inseln, Gebirge, Staaten, Städte, Flecken, Dörfer, Bäder, Kanäle, Eisenbahnen, Post- und Telegraphenämter usw. Neunte Auflage 2 Bände in Halbleder gebunden zu je 25 Mark Seibels Mick Vorzügliches Glas Fürstenberg Bier im Ausschank. Auch in Kannen zu 1 u. 2 Liter Inhalt 7. Verkauf über die Strasse. Kannen leihweise. 3525 Die Originale der vorstehenden Schreiben, welche diese Originale in Abschrift bzw. im Auszug wiedergeben, habe ich eingesehen, und mich von deren Echtheit überzeugt, was hierdurch von mir bescheinigt wird. Altona, den 4. März 1913. gez. Adolph Dahm, Königl. Notar. Preis M. 1.85 u.3.70 zu haben in allen Parfümerien, Drogerien u. Friseurgeschäften sowie in Apotheken. Stickereistoffe X“"“ 165 urteilen: Ich betreibe gegen frühzeiligen Haarschwund seit einem Jahrzehnt intensive Haarpflege, müßte indes dabei konstatieren, dass die wechselweise ange.wendeten Haarwässer — ausnahmslos Produkte namhafter Firmen — sämtlich versagten. Vor drei Jahren erprobte ich dann Dr. Dralles Birkenwasser; seitdem ist in meinem Dtiarausfall nahezu völliger Stillstand eingetreten, und das erfrischende Birkenwasser ist mir für tägliche Kopfwaschungen ein unentbehrlicher Toilettenartikel geworden, der sich außerdem bei Kongestionen und Kopfweh allemal vortrefflich bewährt . . . Nicht wenige dürften mir für dies spontan abgegebene Gutachten dankbar sein. Die Momente zeit spr bx Vern hing ber untauglich ^ienjtjcit. -chu/'eHen, i titat in i Wehrfähig g ko|ten. Es notig, urie ; Tie Kosten tvollen ja au zeit. Der schrieb: Di ning, nicht Demokratie, lz- d Soz.), der Zuvertäs die Regicrur b'e Siche Lärm b. d. ( . Wenn u «nzuberlässi io beruht die- ein9cS lziehung, bi 2 Nicht alle! die Sei Miecigen o i 3eit- Tas mi »«G Äh s?« äG Eisschränke Speisenschränke Speisenglocken Eismaschinen empfiehlt 3586 J.B.Häuser Neustadt."»6. Televb. 660. MW« Spielplan Mittwoch - Freitag Bec ! auf in den toä k: tou I sch' er 1 1 den au; W< die bal Tut fltr . Pr au Paln^arlin Frankfurt r. 1 Grosse Blumen- und Pflanzen-Ausstellung Rosengarten LVollblüte,Blumenparterres etc. tnRfckdiai ati Sdüeifcn-Sdxnlzanrke. Mite Baums ine Raben-nh$B man faDnerni^ltoTbenliaTunniigtn.AöcnirtFn. Cleopatra Die Geschichte einer Königin in 5 Akten nach dem Spiel von Victor Sardou. Mütter können stillen, dieKinder gedeihen prächtig bei Gebrauch vonQuietamalz. Angenehm zu nehmen. Garantiert unschädlich. Ausfallen der Zähne wird vermieden. Bei Mageren werden gefällige Formen rasch erzielt. Der Appetit wird gesteigert, körperliche und geistige Leistungsfähigkeit gehoben. Schwächliche blühen wieder auf. Der Erfolg ist überraschend. Dosen zu Mk. 1.— und 1.80 in Apotheken und Drogerien. ÖS* JC M Hif b-° Unseren Mitgliedern zur gefälligen Kenntnis, daß die bis zum 30. Juni d. J. eingetauschten Rückvergötiwgs-Scheine ä 20.— Mk. nicht wie in den früheren Jahren erst im Monat Oktober, sondern in den ersten Juliwochen jedoch nur in den Vormittagsstunden, in den Waren - Verteilungsstellen oder im Bureau, Schanzenstr. 16,geg. Quittung abzuliefern sind. Der Anteilschein od. die Anteilkarte ist unbedingt mit abzugeben Die Auszahlung der Rückvergütung erfolgt nach der Generalversammlung und wird die Reihenfolge im Geschäfts- r\p- Vorstand bericht bekannt gegeben. VOFSldllU. v18/s Sie schlafen ruhig, Sie sind nicht mehr aufgeregt und Herz und Nerven werden nicht geschädigt, wenn Sie statt Bohnenkaffee nur Quieta- Kaffee-Ersatz verwenden. Sein Wohlgeschmack befriedigt auch den Feinschmecker. Er ist koffeinfrei, deshalb unschädlich. Er ist billig, denn 20 Tassen kosten nur 10 Pfg. In Hotels und Pensionen im täglichen Gebrauch. Pfund- Paket zu 70 Pfg. in Drogerien u. Kolonialwarenhandlungen. In Gießen zu haben bei: Fischbach, Emil, Kolonialw.; Jekel, Carl, Kolonialw., Marburger Str.; Karn, Emil, Central-Drog., Schulstr.; Michel, Gebr., Kronen-Drog.; Noll. August, Kreuz- Drog., Bahnhofstr.; Kilbinger, Wilh., Löwen-Drog.; Scheid v. W., Marburger Sir. 25; Schlierbach, Theod., Kolonialw., Frankfurter Str.; Schrader, Wilh., Victoria-Drog., Marktstr.; Schwager, Th. Söhne. Drog., Markt 8; Seibel, Joh., Kolonialw., Ludwigsplatz; Seibel, Carl, Germania-Drog., Frankfurter Straße 39: Staudt, Alois, Kolonialwaren; Wallenfels, ueorg, Kolonialw. und Drogen, Markt 21. CAFE AMEND HEUTE MITTWOCH ABEND Italienische Nacht im Garten sowie auf der Terrasse mit besonderem Konzertprogramm sv» fc Posten Stai* weit unter Preis Orole Auswahl in abgepallten Slickerei-Rnben nd Slickerei Volanls liir Kinder-Kleider Besondere Gelegenheits-Angebote in Batist-Stickereien mit passenden Einsätzen zur Verarbeitung für Stickerei-Blusen und Stickerei-Kleider. a19/. Schott’s Weinstube 3570 Tägliehf rische Erdhser-Bowle Inhaber ff* ' r L _ H Inhabci Karl Ohm A U G E. KB © I KarlOhrr Täglich Konzert des weltbekannten Salon-Orchesters Höhne, 6 Personen — Anf. 7*/•_. Uhr, Sonntags 3Vt LThr. Jeden Freitag gr. Opern - Abend aus der deutschen Spieloper, der klass. gr. Oper, der ital. und franz. Oper Himbeersaft garantiert naturrein in Literflaschen Mk. 1.15 mtl. Flasche, rn Gebinden vro.ttilo Mk. O.M bis Mk. 0.85, je nach Quantum ab Station Dutenhofen. 39l5 A. Pascoe Dutenhofen lKr. Wetzlar). Wollmusseline D m“oG". q j • „ dunkelblau und schwarz, gemustert für praktische ödllll Hauskleider...............Meter 7nrVhir T oinon ffute QuaL* in rosa- blau- grau und ÄCpilllgestreift für Kleider und Blusen . . 7onhir beste Ware für Herren-Oberhemden und Damen- Z/CjJlllI Hemd-Blusen.............Meter la- Qualität, für Blusen und Herren-Oberhemden 1 erCdl Meter millionenfach bewahrt! IBtuse kostet lOPf. IKleid kostet 75 Pf. bis4 Paar Gardinen kosten 10Pf. wie neu aufzufärben« Ausdrücklich awdomm. F. Mandler steinweg6^ P. Dru ru s dec sörd \ \ Bor erfd «bei > ■nnt , UN fj ZuW tmn ii der der Tr/I Eingetrag. Genossenschaft mit beschr. Haftpflicht 11,1,11 ii iiiTiiiiiiiii.iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii.iiiiriiiiriiniiiiJiiiiiiiin.iii.ni Mein Kopfhaar, das zuvor anfing bedenklich zu ergrauen, hat durch Ihr Birkenwasser wieder einen schönen hellgelben Glanz bekommen. Die Schuppen wind ganz verschwunden . Es handelt sich um ein hervorragendes Fabrikat. pra prakt. Arzt. Nachdem ich mit Ihrem antiseptischen Birkenwasser gute Erfolge aufzuweisen habe, bitte ich . . . . Dr. med. H., Spezialarzt in D. . . . Um Haarboden und Haarschaft geschmeidig und gesund zu erhalten und das Wachstum anzuregen und zu fördern, verdient sicherlich Ihr Fabrikat den Vorzug vor allen anderen . . . Ich werde Ihr Birkenwasser auch fernerhin in meiner Klientel empfehlen . . . Auf so viele interesse- volle, neugierige, teils auch neiderfüllte Fragen, womit das schöne Haar meines Töchterchens behandelt würde, lautet immer nur eine Antwort: „Dr. Dralle’s Birkenwasser“. Dr. ined Z. in C. D«O»AUS<