viertes Blatt M. \\5 165. Jahrgang Erscheint täglich mu Ausnahme des Sonntags. isse, 22-24 Ztm. einer Stunde wieder" und Wegelagcrinncn Jahre lang schlimmes Unheil anrichteten. Berühmt wurden die Verbrecben der Moll Cutpursc, die als Taschendiebin anfing und später eine der gesürchtetsteu nächt lichen Reiterinnen in den Hügelgegenden von Hampstcod wurde. Sie,„arbeitete" stets allein und miirN' auch mehrfach festgenommeu, aber immer gelang es ihr, durch grosszügige Bestechungen alle Beugen zum Schweigen zu bringen, so das', sie nie verurteilt werden konnte. Sie starb schliesslich in dem stattlichen Älter von 74 Jahren friedlich in ihrem Bette: Moll Cutpurse war dabei ein Original: in ihrem Testament setzte sie eine große Summe zum Ankauf von Handschuhen aus, die ihren Bekannten geschenkt werden sollten: und in ihrem letzten Willen bestand sie auch darauf, anders als gewöhnliche Sterbliche, nämlich mit dem Gesicht nach unten, bestattet zu werdeu. Zwei andere berüchtigte Strastenräuberinnen Englands'waren Anne Holland und Moll Jones. Beide ni- beiteten stets allein, achteten ein Menschenleben gering, begingen manche Mordtaten, wurden aber schließlich doch von ihrem Schicksal ereilt und endeten am Galgen. Und dasselbe Schicksal traf auch Johanna Brace»: sie war die,Tochter eines wohlhabenden Gutsbesitzers, lerute den Straßenräuber und Einbrecher Brace» kennen und lunrbc bald seine Genossin. Eines Tages aber raubte sie auch einen reisendeit Oberrichter aus: das Opfer ruhte nicht, bis die gcheimnisvotle Räuberin entdeckt war: sie starb aut Galgen im Mter von 21 Jahren. . * Kawassen nichts zu tun hat, als auf der Insel hin n'nd her zu gehen, in der sicheren Erwartung, nichts Gesetzwidriges zu entdecken. Tie Leute von Adaialeh sind nämlich außerordentlich friedfertig und seit Meuschengedenken ist keiner mit den Gerichten in Berührung gekommen. Was mögen nun die Leute von Ädakaleh jahrein, jahraus treiben? Das bißchen Landwirtschaft ist bald abgetan —, den ganzen Tag schwatzen, spazierengehen oder im Cafe Herumsitzen kann m Verkehrs" macht die Insel einen verschlafenen Eindruck. Wer etwa meint, er könne in ein Geschäft gehen, um Zigaretten zu kaufen, gibt sich trügerischen Hoffnungen hin, denn das Geschäft ist, gewöhnlich geschlossen, und der Inhaber „kommt in einer Stunde wieder" Redaktion, Expedition und Druckerei: Scbnl- straße 7. Expedition und Verlag: e^Döl. 'Nedaktion:e Einrichtung einen belebenden Einfluß auf die Vereinstätigkeit ausübe. Für die Bezirkstierschauen hat der Verein der Landwirtschaftskammer einen Kredit von 250 Mark zur Verfügung gestellt, der als Ehrenpreise an Vereinsmitglicder vergeben worden ist. Es haben erhalten: Die Gemeinde Queckborn für einen Butten = 100 Mark, Menges Witwe Graßen-Linden für eine Kuh = 80 Mark und Karl Pitz-Lauter für eine Kalbin = 70 Mark. Nach der Rechnung für 1912, die in Einnahme mit 648,37 Mark und in Ausgabe mit 598,43 Mark abschlicßt, wird dem Verein von der Bezirkssparkasfe Gießen 60 Mark und von der Bezirkssparkasse Grünberg — 50 Mk. Zuschuß gewährt. Beklagt wirb die mangelhafte Abljeserung der Milglieberbeitcäge. An Ausgaben erscheinen nur die Verwaltungskosten. Das Vermögen des Vereins ist auf 23339,49 Mk. angewachsen, das in Sparanlagen und in Wertpapieren besteht. Bon letzteren ist im Geschäftsjahr ein Stück zur Rückzahlung gekommen. Die Rechnung wird genehmigt und dem Rechner Entlastung erteilt. Bei der Vorstandswahl wird der seitherige Vorstand einstimmig wiedergewählt. Er setzt sich zusammen: Regierungsrat Dr. Merck Direktor, Rentner Klein-Gießen stellv. Direktor, Kreis- amtSgebilse Bechrold Sekretär^ und Rechner, Bürgermeister .Heß- Leihgestern, Hirz-Watzenbvrn-Strinberg und Beigeordneter Fuldat- Grünberg Bezirksvertreter für die Bezirke Ober-Hörgern—Lang- Göns, Gießen und Grünberg. Bei Festsetzung des Voranschlags für 1913 entspann sich eine angeregte Aussprache über die Frage der Beschickung der Weiden, sowie über die vorzunehmenden Jungvieh-Prämiierungen. Aus der Besprechung» an der sich der Direktor, Krcisveterinärarzt Dr. Kuell, Sekretär Schwarz, Altbürgermeister Krämer-Steinbach, Gilbert-Heuchelheim u. a. beteiligten, war der allseitige Wunsch zur Förderung und Unterstützung dieser Bestrebungen erkennbar. Die Fungvieh-Prämiieruugen wurden zur Erhaltung einer guten Nachzucht uud für die Aufzucht von Zuchttieren überhaupt für unentbehrlich bezeichnet. ES wurde daher einstimmig beschlossen, in dem neuen Voranschlag Mittel zur Gewährung von Bei- bilsen in Höhe von 10 Mark für jedes zur Weide getriebene Tier, auch zur Veranstaltung von Jungvieh-Prämiierungen, die nach den von der Landwirtschaftskammer ausgestellten Grundsätzen vor- genommen werden sollen, bereit zu stelle». An Preisen sollen für Tiere von 4—6 Monaten — 3 Mark, 6—9 Monaten — ö Marl und von 9—12 Monaten — 8 Mark zuerkannt werden. Zur Durchführung eines dreijährigen Turnus werdeil die Orte des Vereinsgebiets iu drei Gruppen (Gruppe 3 Leihgestern, Großen- Linden und Heuchelheim, Gruppe 1 Irin Linden, Watzenborn- Steinberg und Steinbach, Gruppe 2 Grünberg, Beltershain, Göbelnrod, Queckborn und Lauter« eingeteilt. Mit Vornahme der Prämiierungen wird die Körkommission betraut. Die Arbeiten werden in diesem Jahre mit Gruppe 1 begonnen. Zur Gewinnung von Mitteln soll versucht werden, die Gemeinden des Vereinsgebiets zur Leistung eines Beitrags zu veranlasseu. Es wird vorgeschlagen, diese Beiträge nach der Anzahl der vorhandenen Zuchttiere bemessen zu lassen, ctma so, daß bei einer Anzahl bis zu 20 Tieren -= 5 Mark, bis 40 = 10 Mark und bis 60 — 15 Mark und über 60 — 20 Mart zn entrichten seien. Die gegenseitige llcbcrtragbarfcit der vorgesehenen Kredite wird gutgeheißen. Der Voranschlag wird hiernach in Einnahme und Ausgabe auf dcu Betrag von 639,94 Mk. festgesetzt. Zwei Fraucntvpeu. Einen interessanten Versuch, die Vorliebe der Fraueu für hübsche Kleider psychologisch zu erklären, hat der englische Pstichiater Dr. C.'T- Ewart bei der letzten Sitzung der psychiatrische» Abteilung der britischen Royal Society os Medicine unternommen. Der Forscher führte den Aerzten eine Patientin vor, die an „Waschmanie" leidet und sich nicht von der Vorstellung befreien kann, sich fortwährend waschen und baden zu müssen, so daß sie damit buchstäblich ihre Tage aussüllt. An diesen Fall anknüpsend versuchte Dr. Ewart eine psychologische Klassifizierung jener Frauen, die sich fast unausgesetzt mit ihrer Kleidung beschäftigen und stellte dabei zwei verschiedene Typen aus. Bei dem einen Frauentypus beruht die Putzsucht nur auf Eitelkeit, sie will ihre Tvilettcnschätzc entfalten, will Aufsehen erregen, will elegant aussehen, will nach außen Eindruck machen. Bei dem anderen Typus erwächst die Putzsucht aus eine Art Irreleitung des Schönheitsgefühles, sie lieben das Schöne und Anmutige, suchen es mit allen Mitteln an sich selbst zu erfütten und werden so, wenn auch auf anderem Woge, ebenfalls von ihrer Toilette abhängig. In der Praxis unterscheiden sich diese beiden Typen sehr scharf: bei her pon Gefallsucht geplagten Frau beschränkt sich der Toiletle- luxns fast ausschließlich aus Stücke, die gesehen iverden, auf das Aeußcre, während jene Kleidungsstücke, die nach außen nicht zur Geltung fommen, fast immer schlimm vernachlässigt sind. Bei dem anderen Tyvus wird die Sorge für Kleidungsstücke, um so größer, je näher das betreffende Gewand der unmiilelbaren Berührung mit dem Körper liegt. In beiden Fällen aber, so führte der Gelehrte ans, begleiten stark lustbctonte Gcsühlser- regnngcn das Anziehen schöner und hübscher Gewänder. Die Patieurin mit der Waschmanie ist dafür ein Beispiel: ihr ist die Vorstellung von Körperpflege und Sauberkeit so unentbehrlich geworden, daß sie das fortwährende Waschen und Baden fast mechanisch als einen Genuß empfindet, „nicht anders als der Rhythmus eines Walzers gewisse Muskelerregungen mit sich bringt." — D i e eugenische Hochzeit. Aus New Port wird berichtet: Die sortgeschrittenen jungen Damen Amerikas finden immer mehr Geschmack an jener wunderlichen neuen Mode, nach der die Braut bei ihrer Trauung — um auch als Frau und vor dem Altar ihre Fraueu uud Menschenrechte zu wahren — den Text ihres Ehegelöbnisses selbst auf setzt. Die jüngste Vvr- tampforin dieser neuen Form der Trauung ist Miß Di'lia F. Dana, eine Entritochter des Dichters Longfcllvw und eine SrbiwftxT jenes Herrn Edmund Dana, der im vergangenen Jahre eine „ethische Hochzeit" schloß, deren ivundecliches Zeremoniell den Zeitungslesern noch lange Stoss zur Belustigung bot. Miß Dana heiratet einen Harvard Studenten Robert F. Hutchinson, und mit dem feierlichen Ernste, der der Sache angemessen ist, teilte sie jetzt der Oeffentlichkeit mit, daß sie am Altar statt des üblichen Ehegelöbnisses sagen wirb: „Ich, Delia F. Dana, nehme Dich, Robert F. Hutchinson, zu meinem gesetzlichen Gemahl: und ich gelobe, Dir gegenüber getreulich alle jene Pflichten zn erfüllen, die aus dem Ehestande hervorgehen: nnd ich hoffe ein treuer Kamerad nnd Helfer zu sein. Als Svmbol dafür übergebe ich Dir daher' diesen Ring." „Und während ich die letzten Worte spreche," so fügt die junge Dame hinzu, „streife ich an Mr. Hutchinsons dritten Finger der linken Hand einen schweren Silberring." F-ränlcin Dana ist eilte überzeugte Anhängerin der .eugenischen Lehre und erklärt: „Die Eheschließung müßte wie jeder andere Beruf vorher erlernt werden, nicht anders wie etwa die Krankeitpflcge. Ich habe eifrig die cngcnischcn Lehren studiert und bin zn der Ueberzcugnng gekommen, baß ich für den Ehestand mit allen seinen Pflichten geeignet bin." Dann aber verkündet sie das Evangelium der Probeehe, die es allen Ede- schließenden ermöglichen soll, sich wieder zu trennen, wenn sich int Laufe deS Zusammenlebens (rgibl, daß sie zueinander schlecht passen. 2L61,150,151, 98 Fstm. 7t. 152,161,169, - 3,00 Fstm. Nr. 5-129, 9,54 Fstm. L, Nr. 133-193, 9,51 Fstm. fit, 25-29 Zt«. »ervolles, Mer Isar KSZS ten! ' Iss’/, NS '' 2 »strie Hassel nrichlDBgei Herrenzimmer, essel, Teppiche nster, gediegenste etiou \ flöhe'-Firma V emnsw-- | mg. Kataloge we^' g rantie. Da «J t d bereisen, erbiet’ 1 Hiebe Besuch bM g il!iUD?en.Ä 1 Kudolf S°we't V Schilds; Vor cM Versichere ß Verschiedene;. ^Vorstand/ ssion. membe Annerot Msstonswege btt; — so weiß vielleicht ein Kind anzugeben, und in einem anderen scheitert der Versuch daran, das; ein halbwüchsiger Junge, der mit der Bewachung des Ladens betraut ist, sich sanften Traumen hingibt, aus denen man ihn nicht mit rauher Hand reißen mag. M und zu sieht man auch eine Frau die Straße überschreiten. Natürlich üsh sie, wie es der türkische Brauck) will, tief verschleiert. Das einzige, was der Insel Leben verleiht, sind die Kinder, die auf Ädakaleh erstaunlich zahlreich, so zahlreich wie die Rosen- und Weingärten sind. Auf jedem Fleckchen Erde, das nicht mit Rosen oder Wein bebaut ist, treiben sich die Kinder herum, die Jungen mit dem unvermeidlichen, troddelngeschmückten Fez, auf dem Kopfe, die Mädchen barhäuptig, sodaß man ihre fünf oder sechs Zöpfe herum- banmeln sieht. Einige, wohl nicht besonders scharfsichtige Reifende, die Adaläleh besucht haben, ' behaupten sogar die Einwohnerschaft der Jnlsel •:—.. «an die 300 Seelen — bestehe nur aus Kindem. Das ist aber nicht wahr, im Gegenteil, auf Ädakaleh gibt es erstaunlich alte Leute. Der Patriarch der Insel, der alte Ibrim Selim, muß heute feine 107 Jahre auf dem Rücken haben. Unter den übrigen, lebenden Bewohnern der Insel ist noch verschiedenes zu erwähnen: da gilbt >es ein paar österreichisch- ungarische iZollbeamte, außerdem aber die türkischen 'Behörden, an deren Spitze der Mufti'oder Gouverneur steht, den der Sultair ernennt. Dieser glückliche Insulaner, dessen Stunde nun geschlagen hat, Hot wahrlich kein schweres Amt, und nocßi besser hat cs die ausübende Gewalt von Adaialeh, die in Gestalt von vier Samstag, 17. Mai (913 * Rotationsdruck und Verlag der Arühl'schen Universiläts - Bucb- und Sleindruckerei. R. Lange, Gieße». Meter anzugebeir Staffen und Losen chnung ftattfinbel en, mit passendn im 22. lsv. M„ h. Bürgernieistew i die Eröffnung in it stattfindet. 3. Annerod. M 9 Die Nicder-Modauer GeAossenschastslrise. bs. Darmstadt, 16. Mai. Tcx heutige 31. Verhandlungstag wird eröffnet mit der weiteren Vernehmung des Angeklagten Ihrig, die aber zu besonderen Bemerkungen keinen Anlaß bietet. Seit gestern wohnt der Verhandlung auch der Direktor des Offenbacher Bankvereins bei, der von der Verteidigung Ihrigs als Sachverständiger ge laden wurde. Direktor Diebl soll der Verhandlung einige Tage beiwohnen und dann ein Gutachten erstatten. 'Vereidigt wurde er noch nicht. Tie Verteidigung Ihrigs hat den Sachverständigen Regierungsrat Bastian um die Beantwortung- einer ganzen Reihe von Tragen ersucht, damit sie sich über die Ladung weiterer Beugen schlüssig werden kann. Tie erste 7frragc an den Sachverständigen lautet: Konnte die Landwirtschaftliche (sienossenschastsbank bezw. Ihrig nach den Berichten des von ihr nach Rieder-Modau entsandten Revisors Reff nicht annehmcn, daß die Sanierung der Kasse möglich sei? Der Sachverständige kommt zu einer Verneinung dieser Trage. Die zweite Trage heißt: Konnte die Bank bezw. Ihrig nach den von den zuständigen Organen unter Mitwirkung des Revisors Müller ausgestellten. Bilanzen nicht an nehmen, daß alle dubiosen Außenstände abm'schricbcii seien? Auch dies verneint der Sachverständige. Endlich die dritte Trage, zu deren Beantwortung der Sachverständige heute kommt, lautet: Konnte die Schuldübernahme des VorstaLdes und des Aufsichtsrates von 275 OOO Ml. bezw. 52 000 Mk. nicht mit vollem Recht als Aktivnm in die Bilanz eingestellt werden? Ter Sachverständige beanttoortet nnd) längeren Ausführungen diese Trage dahin, daß dies wesentlich von der rechtliche Auffassung abhinge. Wenn man aber die Schuldübernahme als ein bindendes Zahlungsversprechen auffasse oder als unbeschränkte Bürgschaft, dann wäre die Einsetzung zu Recht erfolgt. Särenkt mian aher den Auffassungen bei- Vorstands- und Aussichtsratsmitgliieder Glauben, daß die Voraussetzung der Unterschriftsleistling die in Aussicht gestellte „Abrentung" sei, dann wäre die Ausnahme in die Aktiva nicht gerechtfertigt. Der Angeklagte Ihrig bestreitet, daß von einer Abrentung überhaupt die Rede gewesen sein könne. In der nun folgenden Auseinandersetzung zwischen Jhrig^ und dem Sachverständigen handelt es sich besonders um die Sanierungspläne und um die vorhandenen Mittel zu deren Durchführung. Tabei gebraucht der Sachverständige auch einmal das Wort „Advokatenlupe". Ter Verteidiger Iustizrat v. Brentano fühlt sich durch diesen Ausdruck beleidigt und lvarnt feinerseits den Sachverständigen davor, sich als zu sehr als Substitut des Staatsanwalts zu fühlen, foier greift der Staatsanwalt ein, der ausreichenden Schutz für den sachverständigen vom Vorsitzenden fordert, dessen Objektivität hier in Zweifel gezogen werde. Auch der Vorsitzende schließt sich der Auffassung des Staatsanwaltes an und ersucht den Verteidiger, sich in seilten Ausdrücken zu mäßigen, v. Brentano erklärt, daß er den Ausdruck zurücknähme, wenn der Herr Sachverständige seinerseits erklärt, daß er den Ausdruck „dldvokalenlupe" nicht ironisch gemeint habe. Reg.-Rat Bastian kommt diesem Wunsche nach und erklärt, daß er eine viel zu hohe Meinung von den beiden Verteidigern des Angeklagten Ihrig habe, als daß ihm jemals der Gedanke kommen konnte, beleidigend zu sein. Daraufhin nimmt v. Brentano seinen Ausdruck als ungerechtfertigt zurück. Ter Vorsitzende bricht hier die Verhandlung ab und bemerkt, daß die Herren nervös geworden seien. Deshalb lvolle er heute nicht weiter verhandeln. Fortsetzung morgen früh 8*/2 Uhr. Vermischter. * Eisenbahnunglück. Aus Gerolstcin wird gemeldet: Gestern abend stießen ein Güterzug und ein Rcmgitttzug zusammen. Dreißig Wagen wurden ineinandergeschoben. Ein Bremser wurde getötet, einer wird vermißt. Mehrere Beamte wurden mehr yder weniger schlver verletzt. * Scheckfälschung. Aus M ü n ch e n , 16. Mai, wird durch Privat-Telegramm gemeldet: Gestern nachmittag wurde ein Bankgeschäft in der Neuhauserstraße, wie die „Münchener Neuesten Nachrichten" melden, durch einen gefälschten Scheck um 18 000 Mi. betrogen. Der Fälscher konnte bisher nicht entdeckt werden. Börsen-Wochenbericht. '= Frankfurt a. M., 16. Mai. Nach den Kurssteigerungen der vergangenen Woche hat sich in den letzten 8 Tagen ein Rückschlag vollzogen. Dem Teckungs- bebürfnid scheint Genüge geleistet zu sein und neue Käuserschichten sind bis jetzt nicht erschienen. Dagegen zeigte sich Neigung zu E n t l a st u n gs v e r k ä u f e n , so daß die Kurse auf fast allen Gebieten eine Abschwächung erfuhren. Hauptanlaß für den Stimmungswechsel bot zunächst die Situation am Geldmärkte, wozu wirtschaftliche und Politische Bedenken kamen. Tie Wiener Meldung, daß der Ministerrat keine Demobilisierung der Reserven vornehme, erinnerte die Geschäftskreise daran, daß die völlige Beseitigung der Schwierigkeiten noch auf sich warten läßt. Lag hierin Anlaß genug, die Haussepositlonen nicht zu erhöhen, so enthielten die G e l d v e r h ä l t n i s s e erst recht eine Mahnung zur Zurückhaltung. Tägliches Geld bleibt mit etwa 6 Proz. stark besucht. »Dieser für den Mai annormaler Satz und ein Reichsbankdiskont von 6 Proz., ohne Aussicht auf Ermäßigung, können keine Unternehmungslust auflommcn lassen. Für die Geldknappheit liegen die Ursachen teilweise in der Verschiebung des spekulativen Interesses von den Ultiinomärftcn nach dem Kassamarkt der schweren Jndustriepapiere, wofür große Mittel aufzuwenden find. Ferner hat die Bankwelt noch immer Rimessen nach Oesterreich-Ungarn und Rumänien für die letzten Emissionen zu bewirken und dabei ist Deutschland in bezug aus Geld zurzeit auf sich selbst angewiesen. Ob sich die Hoffnung auf eine Erleichterung in der nächsten Zeit erfüllen wird, ist recht fraglich mit Rücksicht auf die jetzt zur Emission gelangenden neuen Chine sischen Anleihe, und weil die vo nder Seehandlung gestundeten Einzahlungen für die preußischen Schatzanweisungen noch bis zum Ultimo beglichen ioerben müssen. Tie Bebenken über das Anhalten der hohen Geldsätze richten sich auch dahin, daß. bei so hohen Sätzen die Indiistrie auch nach Eintritt der politischen Beruhigung nur bas Allernotwenbigste bestellen könnte. Tie Spekulatioii finbet zurzeit wenig Anregung, namentlich scheint sie am Markte der Montanpapiere eine weitere Erhöhung des Kursniveaus nicht zu erwarten, weil die Preisgestaltung nicht befriedigend ist. Hat doch das Kartell der westdeutschen Eisenhändler dieser Tage beschlossen, seinen Bezirksgruppen eine Ermäßigung der Lagerpreise uni 5—10 Mk. zu empfehlen. Beunruhigt war mau auch -durch die New Porter Meldungen von einem Rückgang des Auftragsbestandes beim Stahltrust und die schwache Stimmung des amerikanischen Eisenmarktes. Ebenso sind die Verhältnisse am belgischen Eisenmarkte nicht erfreulich, was befürchten läßt, daß der deutsche Markt auf einen Aufschwung vorerst nicht rechnen darf. Mon t a n Pa p i er e haben 2—5 Proz. ein gebüßt und auch andere Inbustriepapiere stellten sich meist niedriger. Kleyer, Türkopp, Anilin haben je 5 Prozent verloren, Akkumulatoen Berlin 6 Proz. Dagegen konnten Bast Preßhefe 5 Proz., Naphta Nobel 6 Proz., Chemische Goldberg ] 0 Proz. anziehen. Banken blieben ziemlich behauptet, ebenso Bahnen. Dagegen tagen Schissahrtswerte schwächer. Heimische und fremde Fonds gaben ebenfalls Bruchteile nach. Privatdiskont 5>. Proz. Hoflieferant SM.d. Königs von Sachsen. | SoletnJUdkniu ; (f)oh LmundfälcK) Snknv<6ol0 0a.ranfi.ert naturell, bekömmLich, mtld^ein, orte ntaltf ob er tTabaK- Echt mit Eirnut: Orient.^a^aKru.irigcLretterL-KabriK Yeni^e, 2>resöert. (^oldmTibf&k. IS.ltar. <ßold) Ciaaretteri Gießen. Aufgebote: Mai 10. Karl Hartmann, Fuhrmann, mit Elisabethe Namann, beide in Gießen. — Ludwig Kinzebach, Sergeant in Bichbach, mit Maria Grete Ambrosius in Gießen. — 13. Ferdinand Schäfer, Sergeant in Gießen, mit Elisabctha Schmidt in Kesselbach. — 15. Jakob Ludwig, Gutsvenvalter, mit Emma Jughard, beide in Gießen. — Philipp Ellerich, Fuhrmann, mit Anna Happel, beide in Gießen. — Johann Ludwig Emig, Weißbinder in fstvßdorf, mit Elisabethe Belte in Mornshausen. — Joseph Müller, Laboratoriumsbeamter in Gießen, mit Juliane Seimig in Koblenz. Eheschließungen: Mai 10. Heinrich Tritsch, Friseur, mit Auguste Brühl, beide in Gießen. — Heinrich Horeyseck, Bureaugehilfe, mit Marie Eise, beide in Gießen. — Heinrich Stroh, Elektromonteur, mit Elisabethe Born, berbe in Gießen. — Georg Weippert, Chauffeur und Bankdiener in Gießen, mit Dorothea Neugebauer in Brückenau. — Heinrich Krehbast, Hüttenarbeiter, mit Philippinc Glas, beide in Gießen. - Clemens Schwerdtfeger, Versicherungsbeamter in Ludwigshafen a. Rh., mit Amalie Loichinger in Gießen. — Ludwig Bender, Kaufmann in Rod heim a. d. Bieber, mit Elsa Tichn in Gießen. — Heinrich Müller, Hausverwalter, mit Maria Huxhorn, beide in Gießen. — Fritz Hoppe, Lehrer in Magdeburg, mit Marie Letzing in Gießen. — Gustav Schmidt, Portier, mit Katharine Lepper, beide in (Hießen. — Wilhelm Melchior, Metalldreher in .Gießen, mit Berta Petermann in Nidda. — 13. Karl Friedrich Müller, Pfarrer in Dörrenbach, Kreis St. Wendel, mit Martha Schone bohm in Gießen. — 14. Heinrich Metz, Handlungsgehilfe, mit Helena Kämpen, beide in Gießen. — Ludwig Bepier, Mechaniker, mit Minna Berg, beide in Gießen. — Kuno Borst, Photograph, mit Emilie Spuck, beide in Gießen. — Johannes Pfaff, Eisenbahnschaffner in Gießen, mit Emma Dörr in Weitershaiu. Geborene: Mai 5. Dem Schneidermeister Jakob Leonhard ein Sohn, Hans Friedrich. — 6. Dem Ratsboten Karl Otto Ludivig Schneider ein Sohn, Hermann Heinrich Philipp. — Dem Fuhrmann Heinrich Tietz eine Tochter. — 7. Tem Landwirt Georg Ockel eine Tochter, Lina. — 8. Dem Handlungsgehilfen Karl Georg Johannes Träbing ein Sohn, Ernst Fritz. —- Dem Schlößer Ferdinand Schneider eine Tochter, Elfriede Marie Emilie. — Tein Fuhrmann Wilhelm Janisch eine Tochter, Elisabeth Elfriede Marie. — Tem Kaufmann Heinrich Bergmann eine Tochter, Gerharde Fanni. — 10. Dem Schlosser Heinrich Georg Friedrich Hausmann eine Tochter, Erika Marie. — Dem ftäbt. Arbeiter Wilhelm Rinn ein Sohn, Ernst Adam Wilhelm. — Dem Postschaffner Wilhelm Stein eine Tochter, Maria Theresia Dorothea. -- 12. Dem Handelsmann Johann Haas eine Tochter, Gertrud. — Dem Kaufmann Jakob Hengst eine Tochter. — 15. Dem Kaufmann Franz Senner ein Sohn, Franz Ludwig. Gestorbene: Mai 8. Katharina Tort, geb. Bräuning, 66 Jahre alt, Walltorstraße 45. — 12. Wilhelmine Klingspor, geb. Wallenfels, 69 Jahre alt, Tammsttaße 35. — 15. Wilhelm Eller, 5 Monate alt, Schloßgasse 6. Alten-Vuseck. Eheschließungen: Mai 11. Jakob Brück, Weißbinder, mit Marie Elisabethe Ziegler, beide in Alten-Buseck. — 12. Heinrich Köhler, Weißbinder in Wisselsheim, mit Margarete Schmidt in Alten-Buseck. — Wilhelm Volz III., Streckenarbeiter, mit Karoline Hofmann, beide in Alten-Buseck. — Karl Benner, Landwirt, mit Marie Schäfer, beide in Alten-Buseck. Geborene: Mai 14. Dem Polizeidiener Karl Becker eine Tochter. Veuern. Aufgeböte: Mai 15. Adolf Ludwig Belloff, Landwirt mit Katharina Lindenstruth, beide in Beuern. Geborene: Mai 10. Dem Maurer Heinrich Hofmann III. ein Sohn, Heinrich. Zriedberg. Aufgebote: Mai 8. Maria Heinrich 9(Ibert Thoma?, Volksbcmktassierer in Darmstadt, mit Auguste Karoline Vorbach in Friedberg. — Albert Ernst Fei beim ann, Schuhmacher, mit Emma Simon, beide in Schweinsberg. — 13. Otto Julius Cäsar Seitz, Gärtner in Langen, mit Ottilie Luise Helene Philipps in Friedberg. — 14. Karl Gustav Fritz Haack, Pastor in Triefen, mit Elisabeth Wilhelmine Weber in Friedberg. — Heinrich Friedrich Karl Uschmann, Förster in Merscheid, mit Ella Wilhelmine Elisabeth Wissenbach in Friedberg. Eheschließungen: Mai 8. August Otto Locke, Hilfsheizer in Hanau, mit Friederike Mathilde Dorothea Bcppcrling in Friedberg. — 9. Joseph Wilhelm Haub, Elektromonteur, mit Margaretha Goldmann, beide in Friedberg. 10. Konrad Simon, Schneider, mit Lina Witzel, beide in Friedberg. — Heinrich Christian Karl Engel, Hilfsheizer, mit Marie Klee, beide in Friedberg. — Johann Karl August Geppert, Weißgerber, mit Thekla Mina Lisettc Lohr, beide in Friedberg. — 13. Otto Koch, Lehrer in Gras-Ellenbach, mit Frieda Glitsch in Friedberg. Geborene: Mai 5. Dem Kaufmann August Fischer ein Sohn, Wilhelm. - 6. Dein Chauffeur Joseph Scheffel ein Sohn, Eduard. — 7. Tem Weinhändler Anton Wehl ein Sohn, Anton. — 8. Tem Hilfsweichensteller Karl August Hetzel ein Sohn, Karl Georg Bernhard. — 13. Tem Schreinermeister Jul. Gustav Trapp ein Sohn, Walter Gustav Bernhard. Sterbefälle: Mai 7. Anton Wehl, 1 Tag alt. — 8. Johannes Seim, Rentner, 74 Jahre alt. — Witwe Katharina Gtöninger, geb. Stamm, Händlerin, 75 Jahre alt. — 10. Lina Schwall, 26 Jahre alt. Großen Linden. Aufgebote: Mai 9. Heinrich Peter, Taglöhner,' mit Lina Haupt, beide in Großen-Linden. - Ludwig Nepp, Hilfsweichensteller, mit Anna Tietz, beide in Großen-Linden. Geborene: Mai 5. Tem Installateur Karl Faber V. ein Sohn, Karl Werner. Heuchelheim. Geborene: Mai 1. Dem Ziegeleiarbeiter Karl Arnold ein Sohn, Erich. Kkiiv£inöcn. Aufgebote: Mai 10. Karl Zörb, Maurergeselle in Lützellinden, mit Elisabetha Jung in Klein-Linden. E h e s ch l i e ß u n g e n: Mai 10. Heinrich Karl Knapp, Hilfs- lokomotivheizer, mit Luise Klein, beide in Klein-Linden. Lang Göns. Geborene: Piai 9. Tem Ziegelmeister August Bodeker eine Tochter, Anna Luise Christine Auguste. Langsdorf. Aufgebote: Wilhelm Schiel I., Landwirt, mit Louise Fritz, beide in Langsdorf. Eheschließungen: Heinrich Roth XVIII., Arbeiter in Langsdorf, mit Wilhelmine Fritz in Hungen. Lauterbach. Aufgebote: Mai 3. Wilhelm Gode, Schlosser, mit Katharina Dörner, beide in Lauterbach. Eheschließungen: April 26. Okorg Habicht, Lackierer, mit Elisabetha Mölig, beide in Lauterbach. — Mai 3. Valentin Sommer, Geometer 2. Kl., mit Johanna Marie Elisabetha Schließer, beide in Lauterbach. — Wilhelm Rausch, Schreib gehilfe, mit Juliane Kaiser, beide in Lauterbach. 10. Heinrich Johannes Kalbfleisch, Webmeister, mit Katharina Schwärzet, beide in Lauterbach — 13. Wilhelm Roth, Fabrikarbeiter in Fiscbboru, mit Margaretha Lutz in Lauterbach. — 15. Rudolf Jöckel, Kauf' mann in (Hroß-Umstadt, mit Marie Stapler in Lauterbach. Geborene: April 27. Dem Molkereiarbeiter Georg Stoppler ein Sohn, Georg Jakob. — Mai 2. Dem Schuhmacher Karl Emil Wacker eine Tochter, Katharina Elisabetha. 8. Dem Spengler David Bauer eine Tochter, Marie Katharina. — 9. Deut Zicgcieiarbeiter Heinrich Heß eine Tochter. Sterbefällc: April 23. Johannes Büchner, Gendarmerie- Wachtmeister i. P., 83 Jahre alt — 26. Margaretha Rahner, geb. Fuchs» Witwe, 82 Jahrr alt. — 27. David Stoll, Polizeidiener i. P., 72 Jahre alt. — Mai 3. Barbara Hildebrand, geb. Schäfer, Ehefrau, 43 Jahre alt. — 4. Johannes Bönscl L, Landwirt, 77 Jahre alt. Leihgestern. Eheschließungen: Mai 10. Karl Volk, Bahnarbeiter, mit Marie Jung, beide in Leihgestern. — 15. Johannes Eugen Ernst Teggau, Pfarrer in Beerfelden, mit Henriette Lina Pauline Ida.Marie Strack in Leihgestern. Geborene: Mai 4. Dem Schweinehändler Georg Tern eine Tochter, Paula Maria. — 6. Dem Bahnarbeiter Kaspar Laux eine Tochter, Ottilie. Lollar. Eheschließungen: Mai 11. Heinrich Henkclniann III., Schreiner, mit Katharina Seipp, beide in Lollar. Geborene: Mai 8. Dem Schlosser Wilhelm Zecher eine Tochter, Frieda Helene. — 12. Dem Metzger Viktor Löwenstein eine Tochter, Sida. Sterbefällc: Mai 13. Erich Krombach, 26 Tage alt. Nidda. Aufgebote: Mai 8. Max Straus in Sterbfritz mit Ida Zininlermann in Nidda. Geborene: Mai 1. Dem Briefträger Karl Eckhardt ein Sohn, Karl. Sterbefällc: Mai 12. Emilie Erk, geb. Rappel, 67 Jahre alt. Spotten. Eheschließungen: Mai 12 Johannes Gcrbig, Weiß' bindergehilfc, mit Katharina Repp, beide in Schotten. Geborene: Mai 10. Dem Bahnhofsarbeiter Wilhelm Hos- mcicr eine Tochter, Margareta. Treis ai\ der Lumda. Sterbefällc: Mai 12. Otto Krug, 1 Jahr alt. Zamilien-Nachrichten aus anderen Orten. Geburten: Herrn W. Thier in Dillenburg ein Sohn. Verlobte: Fräulein Katharine Klee mit Herrn Konrad "üster, beide in Eifa. Gestorbener Fran Auguste Friederike Blecher, geborene Wcisenborn, in Nieder-Wöllstadt. — Herr Amandus Müller, Herr Slbnnt Mahr, beide in Tarmnadt. — Herr Wilhelm Heinz in Rodenbach. — Herr August Wilhelm Unverzagt, Herr Gustav Dörr, beide in Biedenkopf. Eine reizende Nenbeit, ivelche die Kinder spielend Oicfd)uf liebfeit erlangen läßt und gleichzetttn Anregung verschafft, erhält aus Wunsch jeder Leier dieser Zeilen foitenhei von Nest le's minder mehl Gesellschaft, Berlin W. 57. Es ist dies eine AttSschneidevtivuc mit drei verschiedenen, allerliebsten Gewändern, womit die Kinder »ebr gern und lange spielen. 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