W 163. Jahrgang Zweites Blatt m. ih Erscheint täglich nm Ausnahme des Sonntags. stimmten Kreise. Es traten die Turner an, die gestern den Zwölf« kampl erledigt hatten und zwar zuerst die vom Mittelrhein. Turmvart Boltz e (Frankfurt a. M.) führte 1042 Turner zu den Freiübungen und den Uebungen der Musterriegen. Besonderen Beifall fanden gemeinsame Hebungen an 20 längsgestellten Pferden. Hieran schloß sich der Kreis Nordost mit 240 Meldungen, dahinter Schlesien und Posen. Ihre Vorführungen brachten etwa 900 Turner auf oic Arena. Tie Pommern waren verhältnis- mäßig schwach mit 176 Freiturnern vertreten: sie gefielen aber besonders durch ihre vorzüglichen Leistungen an 18 Pferden. Tie Freiturner der Provinz Sachsen wiesen wieder eine stattliche Zahl auf, nämlich gegen 850 Wann. Der Kreis Hnterweser-Ems zeigte vorzügliche Leistungen an Pferd und Reck. Er zeigie am Nachmittag noch das volkstümliche Klotschießen. Endlich trat noch der Kreis Oberrhein mit 500 Turnern an. lich sich besonders anszuzeichnen. Seine Glanzzeit begann un- gesähr ein Jahrzehnt später, gegen 1890, als La Touche sein eigentliches Thema sand: die eleganten unb galanten Feste von Alt- und Neu-Frankreich. Er war der geborene Festmaler, seine Bilder sprühten vor Farben, vor Heiterkeit, vor Lebenslust: sie glichen festlichen Raketen — unschwer war zu beobachten, datz der glänzende Besnard ans ihn Einfluß gewonnen hatte. Besnard förderte ihn denn auch auf jede Weise. Außer zahlreichen Staffeler- bildern hat La Touche auch elegante Dekorationen gemalt: so die vier Jahreszeiten für die Mairie von Saint-Cloud, so den vielbewunderten Fries des „Festes bei Therese" sür Roltands stille seine Schwermut teilte, die dem Werke des Meisters der „Einschiffung zur Insel der Cythere" einen so tiefen poetrlchen Reiz verleiht. * — Die F o ft bare Sammlung javanischer Eth- noaraphika, die augenblicklich im Völkermuseum zu Frankfurt a. M. ausgestellt ist und als die wertvollste aller sich in Europa befindlichen Ausstellungen dieser Art angesehen wird, bleibt aller Voraussicht nach der Stadt Frankfurt erhalten. Der Besitzer, ein auf Java lebender Kaufmann, hat sie der Stadt für 60 000 Mk. angeboten. Tie Stadtverordnetenversammlung sprach sich heute im Prinzip für die Erwerbung aus, verwies die Vorlage jedoch erst an den Finanzausschuß, der noch einige sinanz- rechtliche Fragen mit dem Völkermuseum regeln soll. kf. Isadora TuneanaufdemKriegsschau platze. Isadora Duncan befindet sich seit kurzer Zeit auf dem Kriegsschauplätze im" Balkan, um den großen Kummer über den J&nult ihrer Kinder in christlicher Wohltätigkeit zu vergessen, sie hat an der Küste von Epirus, in Santi Quarcmta, gegenüber, dem Kanäle von .Korfu, dicht neben einer alten venezianischen Felchng, auf deren Turm setzst das amerikanische Banner weht, ent kleines Zelt- und Barackendorf errichtet, in dem sie eure, große Anzahl von Landleuten aus den umliegenden Gegenden ausgenommen hat und 'verpflegt. Sie ernährt sie auf eigene Kolten und gibt ichien zu arbeiten: die Frauen stricken, weben und fabrizieren necken, die Männer bauen Häuser. 68 kleine Kinder, sind in einem großen Zelt untergebracht und werden von einer grtechiiaxn Lehrerin ausgezogen und unterrichtet. Die kleine Niederlauung arbeitet mit einem echt amerikanischen Fleiße. Isadora Duncan, nickt zufrieden, alle Vorsorgungen für die Unglücklichen zu treuen, will sie auch moralisch wieder in die Höhe bringen, da beinahe alle unter den schrecklichen Wirkungen des Krieges seelnck gelitten haben. Tie Künstlerin lebt in einer innigen Verbindung mir ihren Schützlingeit, und hat, wie der „New Bork Herald versichert, für jeden ein liebes Wort. — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. Tie Tortmunder Stadtverordneten bcnnlligten luuuu Mark für die Ausführung des Parsifal. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: e^51. Redaktion:^-^ 112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen. Tie „Sietzener Zamilienblätter" werden dem „Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Siehrn" zweimal wöchentlich. S)it> „Landwirtschaftlichen Zeitfragen" erscheinen monatlich zweimal. notwendig. Schließlich erhebt sich' die zur Beurteilung maßgebende, Fratze, ob beim überhaupt dort, wo Tarifverträge nicht ein- geführt oder einführbar sind, der Arbeitsverdienst $egei> über dem tariflichen zurückbleibt. Tas Gegenteil ist vielfach der Fall. Die Arbeiter der Großindustrie gehören zu den bestbczahlten, und die Nachfrage nach guten Kräften ist groß. Tie bereits erwähnte Vielgestaltigkeit der Arbeits- prozesse gestattet im höheren Maße besondere Leistungen und bessere Beurteilung, die im Lohne zum Ausdruck kömmt.. Alle höheren Arbeiter-Stufen, wie Schlosser, Farmer, Tischler, die gelernten und zum Teil auch ungelernten Arbeiter, würden unter der allgemeinen Herrschaft von Tarifverträgen auf eine tiefere Durchschnittsstufe herab^ gedrückt werden, während deren Mangel sie gerade hinauf- aeft'chrt hat. Gerade bei ihnen tritt die Interessengemeinschaft von Kapiatl und Arbeit somit am stärksten m Erschei- •Tuntg, während der Tarifvertrag dahin tendiert, den Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit zu verschärfen. in äußerster Lebensgefahr schwebte, i ihm schöne Verse gewidmet La Touche war ein moderner Roloko- - - 1 Künstler, ein echtbürtiger Nachfahre Watteaus, mit dem er ireiltch I nur die Lebensfreude, Die Grazie, die Koketterie, nicht aber jene (Ein berühmter Räuber. Unter den „armen Burschen" d. h. Räubern, die in Ungarn genau dieselbe Rolle gespielt haben, wie die Briganten m Italien, war einer der letzten und berühmtesten Rozsa sandor, der nach Beendigung seiner Laufbahn noch lange in einer Zelle des Kaiserin rms auf dem Kufstein vegetiert hat. Regelung des preußischen Meirommihrechtt. Bereits im Jahre 1903 war auf Anregungen des oreußischen Abgeordno^enhauses von der Staatsregierung ein Fideilömmipgesetzentwurf ausgcarbeitet worden, in dem anerkannt war, daß die Fideikommißbildung in manchen Teilen der preußischen Monarchie sehr weit fortgeschritten und zu viel Ackerland dem freien Verkehr entzogen sei. Dieser Entwurf wollte die sideitommissarische Bindung von Grund- besipungen hauptsächlich an die Genehmigung der Regierung knüpfen, wogegen von anderen Seiten eine kräftige Erhöhung des Fideilömmißstempels, her zurzeit nur 3 Proz. des Besitzwertes beträgt, oder auch die Festsetzung von Höchstgrenzen für gewisse Verwaltungsbezirke (Kreise oder Regierungsbezirke) verlangt wurde. Aus welchen Gründen die Berarung und Beschlußfassung des 1903er Entwurfes hintangehalten wurde, entzieht sich allgemeiner Kenntnis. Die andauernde und bisweilen sehr starte Zunahme der Fideikommißfläche in Preußen — zurzeit befinden sich schon nahezu 7 v. 5). der Gesamtfläche des Staates im Fidei- kommißbesitz — hat wiederholt die Kritik des Landtags l erausgefordert: der Landwirtschastsminister erkannte den Mißstand an, sagte eine Reform zu, die aber wiederholt vertagt wurde. Nunmehr verlautet, daß in der nächsten Session des Landtages ein neuer Fideikömmißgesetzantwnrf vorgelegt werden solle. Daß es dabei nicht auf eine Zerschlagung oder Auflösung der Fideikommisse abgesehen sein kann, liegt auf der.Hand. Allerdings wird die Bildung von Fideikommissen erheblich erschwert werden. Die Regierung wird sich ein entscheidendes Wort bei der Genehmigung sichern und will überdies bestimmte Normen für die Fidei- liommißbildung Vorschlägen. Für den Forstbesitz soll hierbei der weiteste Spielraum gelassen werden. Man geht dabei von dem Grundsätze aus, daß es im allgemeinen wirtsck)aftlichen Interesse nur begrüßt werden kann, wenn eine möglichst umfangreiche Fläche von Forstland fideikommissarisch gebunden ist, weil nur auf diese Weise eine wirksame Gewähr für die Erhaltung der Wälder geschaffen wird. Erwähnt mag übrigens sein, daß in den Jahren .1908 bis 1910 der Mehi^ugang an Fideikommißfläche in Preußen zwischen rund 22 000 und 48000 Hektar betragen hat. Im StaatsdurchsckMtt wurden in den drei letzten Jahren nur etwa 20000 Hektar Land in Fideikommisse umgewandelt. Erfreulich ist bei den Fideikommissen, daß fast die Hälfte der Fläche forstwirtschaftlich betrieben wird. Das 12. Deutsche Turnfest. ~ Leipzig, 15. Juli. Der heutige dritte Festtag des 12. DeutschenTurnfeftes begann wieder mit einem Zwölfkampf und zwar der Kreise HI B bis XV, sowie der Gäste der ersten Abteilung. Die Kämpfe nahmen bereits kurz nach 6 Uhr früh ihren Anfang, worauf dann von 8 Uhr ab den ganzen Vormittag über das Kreisturnen Der Kreise I bis IIIC, V, VII, IX und X ftattfand. — Bei den bisher gebotenen Vorführungen zeigte es sich, daß in allen achtzehn deutschen Tnrnkreisen mit gleichem Eifer und Hingebung gearbeitet worden ist, so daß die Leistungen zum Teil erstaunlich waren. Ueberall zeigte sich das Bestreben nach immer besseren Leistungen. Unverkennbar ist, daß die zunehmende sportliche Betätigung der Jugend, Die Anregung, die die Schule, die Jungdeutschlandbewegung, das Wandervogcltum und anderes mehr bieten, auch auf die lurnerischen Leistungen nicht ohne segensreichen Einfluß geblieben sind. Bei dem Turnen der Kreise und der ihnen unterstellten Gaue trat deutlich das Bestreben zutage, die Kräfte zu gemeinsamer Betätigung zusammenzufassen und damit darzntun, daß nicht Einzelleistungen allein einen Kreis oder Gau über die anderen hervorragen lassen, sondern daß im Turnen der Massen, wo jeder einzelne sich als Glied des Ganzen betätigen muß, der Erfolg für den einzelnen Turnkreis liegt, weil damit gezeigt wird, daß auch der weniger befähigte Turner mit seinem können nicht zurückzustehen braucht. Hervorragende Leistungen boten u. a. die Turnervereinigung Berliner Lehrer, der Hannoversche Kreis, bte schwäbischen Turner, die Rheinländer. .... . Tie Besucher der Tribünen entsprachen den leweils turnenden Kreisen und diese Kreise sahen, sobald sie.antraten, stets ihre Lands- leute, die die Turner aufforderten, ihr Bestes zu zeigen. Noch während des Zwölfkampfes begann das Turnen der für heute de- immer davon, wenn er auch oft in----- . Es kam dabei zu regelrechten Fcuergesechten. Aufgehoben wurde er am 9. Mai 1857. Er war mit einem Freunde in -streit .geraten Unb dieser kämpfte mit ihm: dabei entlud sich ein Karabiner, den Rozsa unter seinem Bunde trug und zerschmetterte Dem anderen den linken Arm Es wäre dem anderen vielleicht noch fchlimm ergangen, wenn ihm nicht Frau und Magd zu Hilfe gekommen waren. Tie drei übcrmältigten den Räuber und banden ihn. 1850, im Februar, stand Sandor in Ofen vor Gericht: er hatte verfucht, nch freizulügen, indem er behauptete, er wisse allein wo die Stefans- kröne verborgen liege. Aber die Krone war schon gerunben und man verurteilte ihn zum Strang. Dör Kaiser begnadigte ihn zu lebenslänglichem Kerker. Ä- Gaston La Touche t= Einer der elegantesten unb geistreichsten modernen französischen Maler der auch auf deutscheii Kunstausstellungen öfters nut seinen'Werken vertreten gewesen ist, Gaston La Touche, ist, wie aus Paris berichtet ivird, in der Blüte 1 eurer .^ahre plötzlich verschieden. Gajton La Touche war zu Saint-Cloud geboren unb hat immer in diesem freundlichen Seine-Torfe gelebt, wo iwch der köstliche Park an die schöneren Tage der Vergangenheit erinnert Und der Künstler ist. stets der Ansicht gewesen, datz er das Beste seiner Kunst dem genius loci zu verdanken hatte, der ihn mit dem Geiste der heiteren Feste und Stile vertraut machte, deren Stätte Saint-Cloud so lange gewesen mar. La Touche ist zuerst als Bildhauer, bann als Rabierer im Pariser Salon aufgetreten, unb erst gegen 1880 hat er fern malerisches Talent entbedt. Er geriet damals unter den Einfluß der Jm- pressionifteii, zu deren treuen Gefolgsmännern er zahlte unb bereu Stil er mit leichtem Pinsel verarbeitete, ohne jedoch eigen!- Mittwoch, 16.3uH 1913 Rotationsdruck unb Verlag der Brühl'fchen Universitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Tarifvertrag und Grohinduftrie. Nach den neuesten Veröffentlichungen des Kaiser!. Statistischen Amtes dehnt sich die Anwendung der kollektiven Arbeitstarife in Deutschland aus. In der Großindustrie ist diese jedoch noch, recht gering, und der Tarif-Vertrag wird vorläufig den freien Arbeitsvertrag nicht verdrängen. Fast 90 Prozent der Arbeiter in der Großindustrie stehen im fsteien Vertrag. Je größer die Betriebe, umso größer dieser Prozentsatz. Der Grund der geringen Anwendung des Tarif-Vertrages in der Großindustrie liegt durchaus nicht etwa nur an der Stärke der Unternehmerorganisationen, sind doch auch in ihr die Arb eiter Kewer io e reine besonders stark. Ter Grund liegt vielmehr an der Art der Arbeit, weil sich der Produktionsprozeß, im Gegensatz etwa zum Handwerk, in eine große Anzahl von Verrichtungen auflöst, die des- 'halb nicht so leicht schätzbar sind. Taher hier Akkordent- löhnung (nach der Arbeitsmenge) statt Stundenlohn. Weiterhin ist auch in der Großindustrie die Berechnung des Lohnes sehr verschieden und kompliziert. Man denke etwa nur an Maschinenfabriken mit ihren vielen Arbeiterkategorien, die vielfach wechselnde, besondere Konstruktionen und Qualitäten Herstellen. Dazu der dauernde Weckfsel infolge technischer Fortschritte. Hier kann ein Vertragsschema nicht genügen. Und das umsv weniger, je größer der Kreis ist, den es umfassen soll. Besonders 'wird der Tarifvertrag mit dem Hinweis cmp fohlen, beim freien Vertrage liege ein Gewaltverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vor, das sich besonders dahin äußert, daß der Kapitalbesitzer die Arbeitsbedingungen diktiert und insbesondere willkürlich entlassen kann. Die Sache liegt aber heute häufig so, daß der Unternehmer der schwächere Teil ist. Wie leicht verlassen heute nicht schwer ersetzbare Arbeiter grundlos ihre Stelle. Das trifft besonders auf Zeiten guter Konjunktur zu. Besonders der kleinere Geschäftsmann, der bereits vom Kreditgeber, dem Kunden und der Konkurrenz abhängig ist, ist heute in vielen Fällen der wirtschaftlich Schwächere als der Arbeiter, der eine starke Organisation hinter sich hat und seine Abhängigkeit vermehrt. Ta ferner die den Tarifvertrag abschließende Arbeitergemeinschaft dem Unternehmer keine Aufträge erteilen kann, wird er auch weiterhin entlassen können müssen. Der Tarifvertrag wäre also ein untaug- lick>es Mittel, das „Gewaltverhältnis" zu beseitigen. Bedeutet denn diese Abhängigkeit einen so großen Nachteil, das; ihre Beseitigung ein sozialer Fortschritt wäre? Man übersieht, daß nicht nur die Arbeiter, sondern in noch höherem Maße das große Heer der Privatbeamtenschaft abhängig ist. Letztere finden viel weniger leicht gleich Stellung. Man übersieht, und dieser Punkt ist hier von größter Wichtigleit, das; es auch 'eine In ter essengemein - s ch a s t zwischen Kapital und Arbeit gibt. Diese verbietet eine ausgesprochene Gewaltherrschaft und macht das Zusammenarbeiten von Kapital und Arbeit innerlich Um 2 Uhr begann das Wett-Fechten in vier Abteilungen unb zwar würbe gejochten auf Floret, Spada, leichte sadel, Bügelsäbel, Buckelsäbel, Korbsäbel unb leichte Degen. Laute Begeisterung erweckte bann bas Turnen der Leipziger schul - jugenb, bic zu vielen Hunberten erschienen war. Zur selben Zeit begannen die ersten Leistungen ber SchwirnrnverKne in einer benachbarten Turnanstatt, befteftenb in Eilboten . Kürschwimmen unb ' Wasserballspiel. Auf dem Frciübung^lap fanden volkstümliche Einzelübungen statt. Die ein Vorbild ;ur Heinere Turnvereine geben sollten. In Den einzelnen Turnzelten machten wie auch gestern die T n r n e r i n n e n L e i p z i g S F r e i ü b u n- gen in Der Hauptsache Stabübungen, außerdem beteiligte Pch am Abend die Jugend Leipzigs noch eifrig mit turnerischen Spielern Neben Dem Zweikamm unb bem Kreisturncn gehen täglich auch AuSscheidungs- unb Wettspiele in Schlag-, Faust- unb Fußball auf Dem Sportplatz vor sich. Diese spiele haben erst seit Dem Breslauer Turnfest eine rege Pflege gefunben unb zwar nicht m emer einfachen harmlosen Art eines Erholangs,vieles, sondern als richtige Wettspiele. Ter Faustball war allerbings sckwn in Hamburg ziemlich beliebt gewesen, aber er hat sich jcitbem noch eine große Anzahl neuer Freunbe erworben. Von befonberem Interesse war bas Festmahl bes Ausschuss e s ber beutscheu Turner; chast Tie Reihe ber Reben eröffnete Sanitätsrat Toeplitz (Breslau), mit einem „Gut Heil ß' auf Kaiser Wilhelm unb ben Ehrengast bes Festes König Friebrich August. Generalfelbmarschall v D. Goltz betonte, baß Die Deutschen Turnfeste Feste ber Arbeit stneih und eine hohe nationale Vebeutung hätten. Er brachte namens oes Jungbeutschlanbbunbes ein Hoch auf die ^eutzche ^umersaiatt ans. Stadtschulrat Rühl -Stettin) sprach ans die stabt Lewrig unb bie verschiebenen Festausschüsse, bie in mustergültiger Weise gearbeitet hätten. Ter Zentralausschuß für Volks- unb 3wnb=> spiele ließ durch Pros. Kohlrausch (Hannover) den Wnn;ch aussprecken, baß ber Ausschuß mit ber Deutschen Turner;chatt zu gebcMcbem Wirken zusammengehen möge. xr. wa d a >Wien) brachte namens ber Teutsch-Oesterreicher, die tne Vorhut des deutschen Volkes im Osten seien, ein Gut-Heil! auf bic bcuW Turnerei aus. Der Vertreter des Belgischen Turnerbundes, Küpe ms, überbrachte dem Vorsitzenden ber Deutschen Turner- schast, Sanitätsrat Dr. Goetz, Die Siegespalme und Nir die Fahne ber Deutschen Turnerschaft bic Medaille des Bclgi;chen Turnerbundes. Geheimrat Goetz hob in seiner o.arlkan;prache hervor, daß die Deutsche Turnerschaft stets unabhängig nach oben wie nach unten gewesen sei. Es handele sich um den Kamps um bie Jugend, unb da gelte es, Treue zu halten dem Vaterland, ber Arbeit und ber Jugenberziehung. Im weiteren Verlause Festmahls sprachen noch Vertreter aus Rußland, der Schweiz, Holland, Brasilien, Chile, Teutsch-Sübweft-Afrika nsw xer Vertreter ber brutschen Turner in Südweft-Asnka hob hervor, wie notmenbig es sei, baß bie deutschen Turner sowohl im ^nland wie im Ausland ihre Unabhängigkeit bewalden. -taS tonnten sie nur, wenn sie unter sich selbst einig leien wie bisher, um» sich gegen jede Einmischung in Partei- unb sozialpolitische Kamme verwahren. Sein mit Begeisterung auf genommenes > Hoch galt ber Einigkeit bes deutschen In- unb Auslandes. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oderheffen Ans StaM nnd Catifc» Gieße n, 16. Juli 1913. Sorgfaltpslicht des Straßcnpafsanten und Haftpflicht der Straßenbahn. Tie allgemein im Verkehr ersorberliche Sorgfalt verlangt, daß der S t r a f; e n p a f; a n t sich vor dem Ueberschreiten von Straßenbahngleisen ober beim Aufstellen in ber Nähe folayer Gleise umsieht, ob etwa burch einen herannahenden strasten- balmwagen Gefahr brol.t. In ber Unterlassung dieser Sorgfalt liegt stets eine Fahrlässigkeit, bic je nach ihrem Grade Ein Richter, nicht ein Räuber hatte er werben^sollen, denn seine Eltern, freie Bauern, hatten ben vor 100 Jahren, am 16. Juli 1813 geborenen Sohn auf bas Gymnanum zu szege- bin gebracht, wo auch ungarisches Recht gelehrt wurde. Cs^gmg zügellos her auf bie;er Bildungsanstalt, bic Schuler trugen Sabel, unb Rozsa war mehr auf der Pußta bei Den Hirten und schafbieben, als in ber Stabt. Mit den Prvses;oren stand er ; ich bei biefer Lebensweise natürlich nicht gut, unb als er einen von ihnen furchtbar burdfgeprügcü hatte, war es mit leinen .Studien zu Gnbe. Er würbe Solbat bei einem Hufarenregiment in Mai- lanb unb avancierte schnell zum Korporal, würbe ^her wieder Segrabiert, weil er einen Offizier beleidigt hatte. ^i4er hat sich mehr als zudringlich gegen eine Dame benommen, in bei R^sa bic Tochter des Gutsherrn tu feinem ^tmatsDjric cr- fannte. Ritterlich befreite er ;ie von i br cm Bedränger, ab er ein Gemeiner von damals durste nicht.ritterlich 'nn und ttiM>ig GtatidjUiee nmren sein Lohn D°r°u „d-sErte er 1832 uni> ging nach Ungarn zu nick „in bte Pußta . xa£ nun g Räuberleben lieferte Der Volksphantasie g g verständlich spielt das Ewig-Weibliche in all dreien uitkontrollier baren Erzählungen eine große Rolle Snne haupttachl chste Ge fäftrtin war eine gewisse Katharina, die wegen ) Wildheit der Dorfteufel" genannt worden st-ar und sich wm an schloß nachdem sie ihren Gatten halb tot ge;chlagen hatte, so kam das Jabw 1848 heran, unb Rozsa bot ber ungameben National- ben Bravsten der Braven" genannt hat Natürlich hatte iyn Die Negierung begnadigt, aber nach dem Fehlschlagen der Rev^uttvn erkennte die österreichische Negierung die Begnadigung nicht an, andte Milititt wid^ ihn und so wurde .er aufs neue Räuber. In Den Theiß, Komitaten wirtschaftete er nun Ag, cmmal raubte er mit zwei Gefährteii einen Zug von -3 Wagen. ^$n Szegedin wurden von ihm u'^ s^er Bande Raubau, e i ^Roftand," der^chlischst^ all^französischen Dich-! sL auchBnträtcr sanden. Tarn er | ter von heute, liebte diesen echt galligen Wer, und er hat! ■wack Wäsche-Fabrik ungen bei uns in. Bevor t kaufen, sie bitte Auswahl leiten. la’s sowie, A\\e sonstigen Ba- i Materialien. m Porolitli gesen feuchte Wände m: Grundwasser Eweol streichfertig, als Grund-1 Deckanstrich auf ELsen-uti Zementputz, auch säure- und alkalifest fiEammuth für Abdichtung v. Brücken, Tunnels usw. Äviebelkuchen RäckerciLange,Neustadt!^ sit SiÄÄ Beltznn , -VrT' 1913 ' Bauartikelffi Emil Hors\ luUull giessen:: TelejJ:on2f •hsticke-1 cmpfieMt, garantiert wir nötchen, | kungsvoll aren 41»! and Ws/f ■rogramt. Wekür4 'nde nachllühr^J Kreis Büdinaen. T. Bingenheim, 15. Juli. Ein dreijähriges Kind als Lebensretterin seiner Mutter? Landwirt Eifer hatte lich 'gestern nachmittag mit seinen beiden älteren Kindern M seinem in Echzell, wo Turnfest stattsand, wohnenden Schwiegervater begeben. Seine Ehefrau blieb mit ihren b/^jäh-rigen und dreijährigen Kindern zu .Haufe. Abends . gegen 7 Uhr begab sie sich in den Kuhstall, um das Vieh zu 'füttern und die Kühe zu melken. Als sie mit dem Melken einer Kuh begonnen hatte, fing das neben dieser Kuh stehende Rind an zu stoßen. Die Kuh sprang erschreckt bei 'Seite. Die J-rau wurde dabei mit dem Melkstuhl nm- geworfen unb kam so unglücklich zu Fall, daß sie mit dem Unterleib auf ein Schemelbein fiel. Alsbald stellte sich -eine so starke Blutung ein, daß die Frau in Ohnmacht fiel. jÄas dreijährige Kind, das im Stall bei seiner Mutter war, schrie und holte sofort Nachbarsleute, die die ohn- .mächttge Frau ins Wohnl^aus trugen und ins Bett legten. Zum Glück war die I)icfic|c Schwester mit einer befreundeten Schwester aus Ober-Wihdersheim zur Stelle, die sofort das Bluten zum Stillen brachte. Inzwischen wurden der Echzeller Arzt, der Mann und der Schwiegervater gerufen, die alsbald erschienen und das Nötige anordneten. Wäre nicht das dreijährige Kind bei dem Unfall zugegen gewesen, so wäre eine Berblutuug eingetreteu. Sport- Vom Gießener Reitsport. akademische Sportfest in Gießen hat kürzlich gezeigt, rote rege das x$ntcre))c für Sport in der akademischen Jugend gc- wordcn ist. -Ltc)c gro),? Beteiligung wäre üor wenigen Jahren noch undenkbar geweien. Die Gründe für diese auffallende Bewegung r nt<*^ not6 einmal zu nennen, es ist 'chon ost und aus- luhrhd) dargelegt worden, welch großen Einflikß der Sport auf t>ie_ Lehrers vom Ausflug znruckkommew Uild wer sich die Milbe um,ml, einmal an bem Gittertor der offenen Reitbahn stehen zu bleiben, wenn gererbe eine Reitstunde gehalten wird, der wird sich freuen über die frische ccrVtänbiqe Art, wie der neue Stallmeister seine Schüler in Die Geheimnisse der edlen Reitkunst einführt. Als alter Kavallerist hat er schon früher den Damen und Kindern der Offiziere Unter- richt gegeben, ein Beweis, daß er es versteht, die militärische Grobheit beifette zu lassen, wenn sie nicht am Platze ist. Mancher Student wird sie wohl eher einmal zu hören beiont in en, wenn er stw aicht genügend anstrevgt, den Anweisungen des Lehrers zu folgen, über gerade das, scheint der studentischen Jugend zu gefallen, daß mit militärischer Strenge und nach militärischer Art geritten wird. Dann kann der spätere Einjährige oder Offizier auch einen oireltcn Nutzen davon haben, wenn er im Dienst fein Pferd beherrschen muß. Gerade unter der Studentenschaft hat sich die neue schule viele Anhänger erworben. Man wird nicht fehlgehen, wenn man annimmt, daß die Universität sich somit ein gwtzes Verdienst um die Förderung dieses edlen Sportes er- roorben bat. Vergessen darf man aber nicht, daß noch eine andere Körperschaft schon seit Jahren an der schonen Ausgabe arbeitet. ist der vor einigen Jahren gegründete Gießener Reiter- v er ein. In seinen Bemühungen ist er sogar eifriger gewesen, aber ohne die Beihilfe der Universität, welche die Stelle zu vergeben hat, war eine Aenderung der Verhältnisse nicht möglich gewesen. Durch ein glückliches Zusammengehen dieser beiden 'und — auch nicht zu vergessen — durch Vermittlung des Regiments konnte diese glückliche Wahl in der Person des Stallmeisters getroffen werden. Für die fernere Unterstützung der guten Sache sorgen Universität, Neiterverein und Offizierkorps in gleicher Weise durch die rege Benutzung der Reitbahn und des ausgezeichneten Pferdematenals. Sind doch die £ fixiere, die nicht ein eigenes Pferd besitzen, jetzt in der Lage, sich ein gut gehendes Pferd zum Dienst zu leihen. Möge der schone und seit alter Zeit wohl angesehene spott so weiter gedeihen, möge die akademische die bürgerliche und die militärische Jugend Gießens auch fernerhin Körper und Sinn stählen in dem Bestreben, eines edlen Tieres Herr zu werden. Kirche nnd Schrrle. — M a u l b a ch, 15. Juli. Am Sonntag, den 13. Juli' fand hier das Gnstav-Adolfsfest des Zwrigvcrcins Homberg-Kirtorf statt. Am Morgen wurde ein Gottesdienst für die Jugend abgebalten. Die Festpredigt in dem Hauplgottesoicnst hielt Pfarrer S ch w a l in aus Bnrggemünden. Daran anschließend erstattete Pfarrer V el- t e r den Jahresbericht. Wenn auch die gesammelten Gaben etwas mehr betragen als im Vorjahr, so ist ein gewisser Stillstand nicht zu leugnen. Tie Nachfeier fand im Freien statt. Ansprachen hielten Pfarrer Weiß aus Bieber bei Offenbach über die Verhältnisse der ev. Gemeinde daselbst, Pfarrer Steiner aus Tecken- bach Jiber evangel. Glaubenstreue, und Pfarrer Tannenberger aus Schwarz über das Evangelium unter den Tschechen in Norb- böhmen Das Fest in dem schön geschmückten Orte war von bestem Wetter begünstigt und erfreute sich eines regen Besuches. Es wurde wesentlich versck)önt durch die Mitwirkung des Kirckten- chors Obergleen und des Männergesangvereins Maulbach. Tie Gesamtlollekte betrug 83,61 Mark. Hiervon wurden für Bieber 73,11 Mark bestimmt und 10,50 Mark der evangelischen Sache unter den Tschechen überwiesen. Mit einem Tankeswort nn alle Beteiligten beschloß der Ottsgeistliche, Psarrer Wörißhoffer, die wohlgelungene Feier. Lnftschiffnhrt. B n c ,14-Juli. Leutnant Farcin flog gestern mit einem Passa- gter ohne Zroncbenlandung von Pau nach Chateaudun, eine Strecke von ungefähr 580 Kilometern, und stellte damit einen neuen Weltrekord für Pasfagierflüge auf. Kreis Friedberg m. Bad-Nauheim, 15. Juli. Ter seit drei Wochen vor- ühwundene frühere Speditionsgehilfe Heinrich Eichenauer von Wisselsheim wurde am Samstag abend im Steinsurther WÜld- wen Erhängt aufgefunden. Das Nauheimer Amtsgericht konnte die Identität Eichenauers nur durch Angehörige und Bekannte icftildlcn, da das^Raubzeug das Gesicht des Unglücklichen total 5crrrciicn hatte. Sorgen um seine finanzielle Zukunft haben den Mann in den ^od getrieben. Pfarrer Weck von Steinfurth bcerbigtc ihn am Sonntag abend mit lirchlichen Ehren. — Ter saalbau „T ha l v f i e n h o f" des Herrn Gustav Graulich dahier gtng durch Kauf für 92 000 Mark einschließlich Inventar in den Besitz des Küchenchefs des Parkhotels, Hch. Müller, über. — eine reckst bezeichnende Arbeitsvergebung sand dieser Tage hier "att. Tie Stadt hatte die Deißbinderarbeiten sur die Stadt- scksule ausgeschrieben mit einem Voranschlag von 1500 Mark Tvur noch nicht ganz 700 Mark mußte dem Mindestfordernden die Arbeit zugeschlagen werden, weil dieser unbedingt auf, Ucbertragung ber Arbeit bestand, trotzdem ihm von dem Stadtbauamt gesagt wurde, daß er für diesen Betrag kaum die Rohmaterialien liefern könne. Hessen-Nassau. w 5ranffurt, 15. Juli. Zu der Stiftung für deutsche Künstler des kürzlich in Cannes verstorbenen Bildhauers Josef Kowarzik aus Frankfurt teilt der Testo- inentSvollsirecker mit: Von kleineren Ungenauigkeiten der hierüber gebrachten Meldungen abgesehen, handelt cs sich um eine Stiftung nur des Ehemannes Kowarzik, während eine Verfügung der Gattin de§ Künstlers zurzeit nicht in ötagc steht. Dementsprechend ist auch die Stiftung nach ihrer finanziellen Tragweite keineswegs als „Millionenstiftung* zu bezeichnen. — Bad Salzhausen, 14. Juli. Mit den Frankfurter Schulferien bat hier die H o ch i a ison begonnen. Alle Hotels und Vennonsbänser — auch die beiden erst kürzlich neu eröffneten — nnb fast v o l l besetzt. Trotz der bisher ungünstigen Witterung können die hiefinen Gastwirte und Vermieter mit dem Geschäftsgang recht ziürieden sein. Großen Verkehr bat das Ernst-Ludwia- »enn gebt acht. Es ist von beinahe 100 kaufmännisch Angestellten, üerren Und Tarnen, aus allen Gegenden Deutschlands besucht Bad Salchausen, das viele von ihnen kaum dem Namen nach gekannt haben, gefällt mit feiner reizenden Umgebung allen so gut, dan sich manche nach Ablauf ihres auf drei Wochen feftgefei.ten veimausenthaltes noch weiter bei Privaten eingemietet haben, um ihren ganzen Urlaub hier zu verbringen. Allwöchentlich spielt etn- mal eine gute Theateraesellschaft im Kursaale. Gestern nachmittag bot der Gesangverein „Orvhens' ans Geiß-Nidda mit einem Konzert im Park recht schöne Meinungen; abends "wurde hinter dem Kur- häufe em Feuerwerk abgebrannt. T-as herrliche Schauspiel hatte auch viele Zuschauer aus Nidda und den ninliegenden Dörfern hierher gelockt. Emen ganz besonders behaglichen Aufenthalt bietet da- a u h a u s z u r P o st kBesttzer Wilh. Gerstle' in K eiten- b a tn. ilt noch solch ein gutes Haus alter Art, das etwas aus ferne Ehre hält unb darauf stolz ist, wenn es feinen Gästen bann wo Ist in. Es liegt an ber Bahnstrecke Ludwigshafen— Landau—Saarbrücken _ und ist also beaueni zu erreichen. Drei Taler stoßen dort zusammen, aus deren Mitte sich wieder ein malcrncher Bergkegel, von schroffer Klippe gefront, erhebt. Grade bicifrn gegenüber, selbst an den Waldberg gelehnt, schaut das Gasthaus in den Talgrund. Wer ein Liebhaber von Forellen ist, dem darf verraten roerben, daß der Wirt Herr der Forellenbäche ringsumher ^ht. unb seine Gäste reichlich daran teithaben läßt. Nach allen Seiten ist Gclegeiihik zu schonen Spaziergängen und lohnenden Wanderungen. Sowohl die Hauptbahn, deren Stationsgebäude über dem Gasthaus aus dem Walde lugt, als . ine Klcin- frabn .durch das Lautertal, die nahe habet mündet, führen auch leimt in die weitere Umgegend, wie z. B nach bem bargen und fagenreicheii Annweiker ufw. Ueberall vereinen sich Natur und Geschichte, um für Auge und Herz Wcide und Erauickung zu biellm. Wer's versucht, wird sicher mit dem Schreiber in den Rus cinftimmen: Fröhlich, Pfalz, Gott erhalt's! S. Vereinsnachrichten. •* D e r Sch ,i tzenverein Gießen begeht am 27. und 28. Juli fein 3öjähriges Jubiläum mit einem großen Preisschießen und Volks'eit. Von Freunden des Schießsportes sind sehr ivertvolle Ehrengaben in großer -Anzahl gestiftet worden. △ H e n d) et h eiin, 13. Juli. Sein 50 jähriges Fa hn e n- jubilä'nm feierte der Gesangverein „Teutonia". Tie Festrede hielt Schreinermeister Mandler, der jebem der Gastvereiue zur Erinnerung an die Feier ein Gedenkblatt übergab. — Leihgestern, 14. Juli. Bei dem aeftem in Echzell abqehaltencn 20. Gauturnfe st des GaneS Wetterau errang der Turnverein .Frisch auf* Leihgestern folgende Preise: In der Oberstufe der Turner H. Volk den 1. Preis nnd den EHrenoreis, einen silbernen Pokal, ber Turner O. Heß den 21. Preis. In der Unter- ftiifc d. Binz den 26., Otto Arnold ben 35. und W. Brück den 53. Preis. — Am 3. Angust feiert der Verein sein lOiährigcs stiftimgsfest. --Orten berg, 14. Juli. Tas 50jahrige Jubelfest des Turnvereins O r t e n b e r g vom 28. - 28. (. Mts. dürste einen glanzvollen Verlaus nehmen, beim ber Verein wirb nur Vorzügliches bieten. So werben besonbers bie Geivanbtbeitsübungen (Freiübungen) ber vom Gan gestellten besten Turner für die Fest- besucher etwas ganz Neues sein; solche turnerische Glanzleistungen sind in unserer Gegend nicht zu sehen. Diese Hebungen werden zurzeit auf dem .Deutschen Turnfest* in Leipzig gezeigt. Auch das Wetturnen der Damenriegen und der Schüler, wie das der Turner wird das Publikum recht erfreuen. Eine eigens gebaute elektrische Anlage wird abends farbenprächtige LicHtefiekte erzeugen. Künst- lerijche Genüsse iuirb des weiteren die 15 Mann starke Kapelle ber 24er Dragoner unter Leitung ihres Obermusikmeisters bieten. + M ü n chholzh ansen , 14. Juli. Vom herrlichsten Wetter begünstigt, feierte unser Männergesangverein unter äußerst reger Beteiligung am Sonntag unb Montag sein 25jähriges Stiftnngs- seit. Die Festrebe hielt Lehrer Beckmann; Fräulein Sd;iieiber, -rochter bes Dirigenten, überreichte bem Verein eine Falmenschleife. ---Rod heim a. d B., 15. Juli. Bei dem zu Daubringen abgehaltcncn Wcrtungsjingen errang der hiesige Gesangverein „L i ed e r k r a n z" den vierten Platz unter 17 Vereinen. Nach dem Urteil des Sachverständigen, Herrn Prof. Trautmann-Gießcn, hatte sich der Verein den schwersten Chor gewählt und kann daher mit seinem errungenen Erfolg wohl zufrieden sein. ” Personenzüge. Zug 535 Gicßen-7-Grünberg— Mücke fährt nur Mittwochs, Samstags, Sonn- und Feiertags und am 10. April und 13. April 1914. Nur Sonn- und Feiertags geht er bis Mücke, sonst nur bis Grünberg. Ec fährt in Gießen ab 1115 Uhr abends. — Der Zug 533, Gießen ab 638 Uhr abends, verkehrt nur Werktag? und am 19. November. Nur Samstags und vor Feiertagen geht er bis Mücke, sonst nur bis Grünberg. Der Zug 534 beginnt nur MontagS und nach Feiertagen in Mücke, sonst in Grünberg. Abfahrt in Mücke 430 Uhr, Abfahrt in Grünbcrg 440 Uhr morgens. * Ausstellung von Kinder- und Seminar- schiilerinnen - A rb eiten. Vor drei Monaten, ist der Bürgerkindergarten eröffnet worden. Er erfreut sich seitdem großer Beliebtheit bei Jung und Alt. Die Kleinen folgen strahlenden Auges dtt» Anleitungen ihrer Lehrerin und tummeln sich bei fröhlichem Spiel im Freien. Mit den Kindern freuen sich die Eltern, zufrieden, ihre Lieblinge so gut aufgehoben zu wissen. Um den Wert der Kindergärten für unsere Kinder nnd für die Familie überhaupt immer weiter zu verbreiten, wird vom 19.—21. Juli Schiffenbergec Weg 15 und Gattenstraßc 30 eine Ausstellung von Kinderarbeiten und Arbeiten der Seminarschülerinnen veranstaltet werden. Am Montag, den 21. Juli, finden vor- und nachmittags Spiele der Kleinen statt. Die Angehörigen der Kinder, aber auch alle Kinderfreundc werden hiermit herzlich eingeladen. (S. Inserat.) ** .Unleserliche Unterschrift hebt die Rechtsgültigkcit auf, so entschied die Strafkammer in M.-Gladbach. Eine Frau hatte ihr Kind einige Tage unentschuldigt vom Schulbesuch ferngehalten. Eine daraus- l)in gegen sie erlassene polizeiliche Strafverfügung war auch vvm Sck)öfsengerichtz bestätigt worden. Auf ihre Berufung hin hvb die Strafkammer das Urteil auf und stellte das Verfahren ein, weil die polizeiliche Sttafverfügung, da sie ferne leserliche Unterschrift traget rechtsungültig sei. '* Zusammenstoß. Gestern vormittag 11% Uhr stieß auf dem hiesigen Bahnhof bei der Klinikbrücke eine aus dem Lokomotivschuppen fahrende Lokomotive mit dem Packwagen eines Leerzuges zusammen und sperrte aus mehrere Stunden das Gleis Gießen—Wetzlar. Der Schnellzug 1208 sowie die Personenzüge 1212 und 130 nach Koblenz und 1239 nach Köln mußten bis zur Blockftation Klein-Linden auf falschem Gleis und der Schnellzug 107 Uhr von Coblenz mußte von Klein-Lindcn durch den Güterbahn. 'M in den Personenbahnhof geleitet werden. Verletzungen von Personen sind nicht vorgekominen, der Sachschaden ist unerheblich. jaju führt, daß bie an sich gegebene Haftung der Straßenbahn für Betriebsunfälle entweder ganz wegfällt ober daß der Verletzte nur einen Teil seines Schadens zugebilligt erhält. In dieser Hinsicht interessiert der nachstchrnoe Rechtsstreit. Am 11. November 1911, abends 6 Uhr, wollte der Fabrik- direktor H. aus Lugau in Sachsen, der sich besuchsweise in Berlin aushielt, in der Schloßstraße in Steglitz ein tlliito anrufen. Er war zu diesem Zwecke vom Bürgersteig über die Gleise ber Straßenbahn, die dori auf einem besonderen Bahnkörper liegen, hinweg auf die Bordkante getreten. Er glaubte sich bann durch ein aus anderer Richtung tommenbes Auto, das nahe an ber Bordtante fuhr, gefährdet, und trat desh-slb einige schritte zurück. Dabei hatte er aber nicht bemerkt, daß im selben Augenblick.' von Berlin her ein Sttaßenbahnzug kam. H. nnirbc von dem Mvlorwageri gegen einen Baum geschleudert und ihm Der linke 'Fuß abgefahren Er verlangt nunmehr auf Grund des Reichs- hastpslichtgefetzes von der Westlichen B e r l i n e r ^V o r o r t - bahn Schadenersatz. Diese wendet ein: der schaden sei ausschließlich aus das Verschulden des Klägers zurückzuführen. Landgericht II und Kammergericht zu Berlin haben die Straßenbahn nurverurtc ilt, dem Kläger ein Viertel des schabens zu ersetzen, mit drei Vierteln seiner Ansprüche ist her Kläger abgcwiesen wordcn. In seinen Entschcibungsgrünben führt das Kammergericht aus: Es fragt sich, ob den Kläger ein eigenes Verschulden an hem Unfall trifft. Das ist zu bejahen. Ter Kläger hatte nach dem lieberjdyreiten des Bahngleises einen Standpunkt gewählt, wo er an unb für sich ungefährdet stehen konnte. Tenn zwisck-en dem Straßenbahn- gleis unb her Bordkante war ein Zwisck>enraum von 1,30 Meter. Wenn der Kläger aber, um einem Auto auszuweichcn, mehrere Schritte zurücktrat, ohne fick: umzufchen, ob etwa ein Straßenbahnwagen naht, so banbclie er fahrlässig. Tiefe grobe Fahrlässigkeit ist als bie überwiegende Ursache des Unfalls anzuseheii. Ter Kläger ist blinblings zu roeit zurückgerrcten, obwohl er von seinem Standpunkt aus einen aus Berlin kommenden Motorwagen auf eine Entfernung von etwa 80 Metern in seiner ganzen Größe sehen konnte. Zudem hat auch, wie festgestellt ist, der Wagenführer Glockenzeichen gegeben. Gegenüber der groben Fahrlässigkeit des Klägers ist die BetriebSgcsalw her Straßenbahn ab- znwägen. Mit Rücksicht auf die allgemeine Gefährlichkeit des Straßenbalmbetriebes erfchien cs angemcifcn, b-n Anspruch des -Klägers nicht ganz abzuweisen. Immerhin ist baS Verschulden n trJ öi( -feile zu W‘ lniocrutak, weM t mögh* »M ter L unb ässB’Ss schöne und M afabcmi|M '"».drrter >- *1. •«: e SW*#* - "n 7 co'l l > o i’ir« aller SimHier-Scbnliwiirei v@n den 85. J&aBi bis Osesasisgj tieai JmIi 8S83 Getreu unserem Prinzip, so wenig Ware als möglich über Winter liegen zu lassen, haben wir auch in diesem Jahre die Preise auf unsere gesamten Vorräte bedeutend ermässigt Einzelne Sorten sind bis aut /o herabgesetzt, also weit unter den Einkaufspreis. - Unter der ganzen Ausverkaufsware ist nicht ein einziges Paar, das nicht einen Gelegenheitskauf darstellt. Wir bringen für jeden etwas, sowohl für die ICilldei*5 wie auch .für AlcrsNM 9 SS: besteh, aus 5 Zimmern nebst Bade-u. Fremdenzimmer ver I.Lkt. zu vermieten. 3685 Abcrmanu & 5kling. Neuberg. 5-Z.-Woh». P. mit Trockenb. u. Bleichvl. sos. od. sp. z. v. Ebelstrahc IS. l'^ LiebisNlrasse 95 pari. 5-Zim. Wohn.rnitZubeh. u. Garteuanteil ab 1. Okt. z. v. Näh. Wilhclmstr. 51 p. l"^' Ein iüngcreö Mädchen alS I S. Ticnstuiädchcu z. 1. Aug. gesucht. Ludwigitr. 45. |4627 46351 Zum 1. August MäideBaemi für Stülpe und Haus oder einfache Stütze gesucht. 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Die Beerdigung findet Freitag nachmittag 3 Uhr statt. D‘7t Heute nachmittag verschied nach kurzem, schwerem Leiden unser lieber Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Die Beerdigung findet Donnerstag, den 17. Juli, nachmittags 3 Uhr, auf dem neuen Friedhöfe statt. Giessen (Allcestrasse 18), Köln, Singapore, Darmstadt, Frankfurt, den 15. Juli 1913. Im Namen der Hinterbliebenen: Die trauernden Eltern. Simon Löb. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Anna Köhler geb. Philippi nebst Kindern. Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung dass es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, meinen lieben Gatten, unseren treubesorgten Vater, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Herrn Heinrich Adam Köhler Kaufmann nach langem, schwerem mit grosser Geduld ertragenem Leiden im Alter von 48 Jahren zu sich zu rufen. Herr Adolf Löb im Alter von 38 Jahren. H fass KW' Bankgeschäft (Inh.: Albert Wendel) AUcestr. 2 6168860 Alicestr. 2 Fernsprecher Nr. 62 Telegramme: Bankstrauß ----- Reichsbank-Giro-Konto ----- Postschek-Konto Frankfurt a. M. Nr. 1135 Besorgung aller in das Bankfach einschlagendenGcschäfte insbesondere An- und Verkauf von Wertpapieren und imimI. Geldwerten Diskontierung, und Einzug von Wechseln. Schecks usw. Einlösung von Kupons und Dividendenscheinen 4 Wochen vor Verfall Ausstellung v. Kreditbriefen, Devisen usw. Eröffnung laufender Rechnungen Beleihung, Aufbewahrung und Verw altung von Wertpapieren Kostenl. Kontrolle verlosbarcr Effekten, Versicherung derselben geg. Kursverlust Kostenlose Besorgung neuer Kuponbogen ML üMSfilaaü? ® Mi Wisfflffr, « und Arotitettca. - (Ek asteten ban und KultuneclmlX.) MC 00 0 • 00 000>S . Scheck-V erkehr. cw, Ausführung von Börsen Auftrügen an den deutschen und den massgebensten ausländischen Börsen unter blll. Bedingungen Vermietung v. Schrankfächern (Safes) in ge- panzert.Tresor unt.Selbst Verschluss d. Mieter :: Agentur der Hamburg-Amerika-Linie :: Bekanntmachung. Der diesjährige Alsfelder Pferde- u. Fohlenmarkt in Verbindung mit dein Prämien nrarkt findet am Montag, den 28. Juli 1913 statt unb wird von dem Landivirtschaftskammer-Ausschub, dem LandeSvfcrdezucht- verein und der Stadt Alsfeld gemeinsam veranstaltet. An Prämien kommen insgesamt ca. 2150 Mark zur Verteilung, davon ca. 1400 Mark für Pferde und Fohlen und ca. 750 Mark für Bullen, Slübc, Schweine und Biegen. Beginn des Marktes: ’/s# Ubr vormittags, Beginn der Prämiierung: Ubr vormittags. Anmeldungen von Stuten und Fohlen haben unter Angabe von Rasse, Abstammung, Alter, Geschlecht und Farbe bis spätestens den 20. Juli beim Landwirtschgstökammer-Auöschub in Giehen zu geschehen. In Verbindung mit dem Pferdcmarkt findet ein Zicgcnmarkt statt. Mit dem Markt ist eine Berlosmlg von aus dem Markt aufzukauienden Fohlen. Zuchttieren, Maschinen usw. verbunden. Der Loscbetrieb liegt in den Händen der Lotterie-Agentur Gg. Kurtz jr. in Alsfeld. Grobherzogliche Bürgermeisterei Alsfeld. Dr. Völsi n g. fD7/7 Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde heute eingetragen die Firma Wilhelm Frey in Lang-Göns. Inhaber Kaufmann Wilhelm Frey in Lang-Göns. Dem Kaufmann Friedrich Wilhelm Schmidt in Lang-Göns ist Prokura erteilt. Gießen, den 14. Juli 1913. b16/t Grobherzogliches Amtsgericht. Gänzlicher Ausverkauf wegen Geschällsauigahe. Vom 16. Juli ab werden folgende Laren zu sehr billigcu Prciicu in meinem Ladenlokal MäuSburg 1 verkauft: Operngläser, Ferngläser, Rechzeuge, elektr. 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'Einpfehlungen „Der Altbuchhorster Mark-Sprudel Stark queileiJod-Gisen-Mangan- l>lochsalzguelle) hat mir bei einem alten Fraiienieita u. chron. Blasenkatarrh sehr wertvolle Dienste geleistet, die Schmerzen und Schärfen völlig genommen und eine wunderbare Kräftigung der leidenden Teile bewirkt. Ich hätte einen solchen Erfolg nie für möglich gehalten, habe iniiü nie so wohl und gesund gesuhlt, wie jetzt nach der Kur mit Ihrer ^undcrauclle. Dieselbe wirkt vor allem glänzend auf die Tätigkeit der Vieren, reinigt das Blut und dieSaftc. Seit ichJhren Marksprudel trinke, bin ich auch völlig von meinen Men- struationsbeschtverden, die mich jahrelang in schrecklichster Weise guälten, befreit. Frau 9t. V." Aerztl. warm emvf. Fl. 65 u. 95 Pf. in der UniversitätS - 'Jlpotticke z. gold. Engel, in d. Drogerien E. Sctbcl, W. 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