165. Jahrgang Swetter Blatt Nr. 87 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. der sochten mehrere Expeditionen ahne endgültigen Erfolg g gen ic; im Frühiahr sind sie sogar angrisfsweise gegen die ranzösischrn Gruppen vorgegangen. Sie belagerten den französischen Posten in dem Dorfe Käkabeuna, bei welchem unsere Schutztruppe jetzt Widerstand fand. Tas Dorf ist der Mittelpunkt des Gebietes des Ssanga-Ssanga-StammeS. über den Gesundheitszustand des Angeklagten Beck Auskunft' geben soll. Tr. Best hat den Angeklagten int Untersuchungsgefängnis öfters behandelt. Beck ist stark nervös und herzleidend. Die „Lietzener SamiUenblätter" werden dem „Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das «Kreisblatt für den Kreis Eiehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit» fragen“ erscheinen monatlich zweunal. Vie McOel-Modauer Genosienschastskrise. bs. Darmstadt, 14. April. Als erster Zeuge wird der Kreisarzt Tr. Best Vernommen, Deutsche Keloiticn. Kampfe in Neu Kamerun. Berlin, 14. April. Tie Abteilung der 9ieu* Kam eruner-Gr anzexp edition, die von Wesso am Ssanga aus in westlicher Züchtung nach Dschua zu arbeitet, ist bei den dort sitzenden Eiu g e bo r c u e n st ä in m e n der Ssanga-Ssanga auf e r n st h a f t e S ch w i e r i gkei t e n ge- stoßen. Die zur Unterstützung der Expedition von Ngara- 6infam herbeigerufene elfte Kompagnie der Schutztruppe fand bei den' Dörfern Kakabeuna und Dzalong hartnäckigen Wider st and, wobei ein Soldat fiel und mehrere andere verwundet wurden. Die Lsanga-Ssanga sind als ein kriegerischer Stamm bekannt. JhreUnterwerfungwurdeVondenFranzosen nicht durch geführt. In den Jahren 1908 bis 1911 Auf die Frage de3 Verteidigers Rechtsanwalt Neuschäffer, ob ein so kranker Mensch überhaupt imstande sei, einen Posten, wie den eines Rechners, der so große Verantwortung mit )id) bringt, auszufüllev, antwortet der Zeuge, daß er die Leiden Becks nicht für so schwerer Natur erachte, dass Beck nicht imstande ei, diesen Posten zn versehen. Es gäbe sehr viele Mensck-eu, die unter gleichen Umständen derartige Stellungen einnä'hmcn. Es wird dann fortgefahren in der Vernehmüng des Zeugen Revisor Müller, die am' Samstag unterbrochen werden mutzte. Er gibt seine Wahrnehmungen töieder, die er als Revisor in Nieder-Rtodau gemacht hatte. Wenn auch die Zustände fidj: in mancher Hinsicht seit brr Tätigleit Becks gebessert hätten, so tonnte man von einer nnrklich geordneten Geschäftsführung dach nicht sprechen. Tie weitere Vernehmung des Zeugen behandelt in der Hauptsache die Trüge, ob die Urkunde, die zur Deckung des Fehlbetrages von 2/5 000 Mk. von Aufsichtsrats- und Vor- tandsmitgliedern ausgestellt wutde, wirklich :rnst g m int toir oder nicht. Ter Zeu^e behauptet nach wie vor, das; es sich nur um' eine Scheinurkunde gehandelt habe, und niemand sei der ?bn- sicht gewesen, das; seine Untnffchrift ihn zu einer Zahlung verpflichtete. Ter Sachverständi.P-', Reg.-Rat Bastian ridtfet an den Zeugen die Trage, ob er der Ansicht gewesen sei, datz, wenn nur ein Teil der Schuld durch andere Einnahmen gedeckt werden konnte, die Urkunde wenigstens für den Rest Gültigkeit haben könnte. In dieslM Falle wäre die Einstellung der Urkunde unter die Aktiven durchaus berechtigt'kgewesen. Es werden dann im einzelnen die Ges choatsv erbindungen zwischen Nieder-Modau und der Genossenschaftsborlk in Frankfurt besprochen.' Ein weiterer Zeuge ist der Rechtsanwalt Hoffmann II. aus Darmstadt, 5er Konkursverwalter des Spar- und Kredit- Vereins ist. Er '-berichtet über das Konkursverfahren. Die Passiven betrugen na^ der lKonkursbilrnz 2 521 019. Mk., die Aktiven 926 000 Mk., so l^itz eine Ver schul düng von etwa 1600000 Mk. vorhanden war. ?Sr Zeuge ist zu dem Ergebnis gekommen, datz das greifbare Vermögen der Mitglieder des Kreditvereins nicht ausreichend sei, um h-iese Verschuldung zu decken. Tas greifbare Vermögen tpird weit unter 1 Million bleiben. Das^ Vermögen des reichsten Mitglredes wurde aus 209000 Mk. veranschlagt, und nach diesem Vermögen mutzten nach dem Genossenschaftsgese^ auch die anderen Mitglieder herange^wgen werden. Bereits bei Bekanntwerden der ersten Nachrichten von einem Verlust haben viele Mitglieder versucht, ihre Verwögen beiseite zu bringen. So haben sie z. B. ihre Vermögen aitf die Kinder überschrieben. Aber alle diese Schiebungen wurden angefochten und mit wenigen Ausnahmen für im gültig erklärt. Ter Zeuge bekundet weiter, datz er, wo er nur konnte, den Versuch gemacht habe, Zwangsvollstreckungen zu vermeiden. Man hibe z. B. mit den Angehörigen der Mitglieder verhandelt uflv. Ter Zeuge schildert, wie angesehene Männer.zu ihm gekommen seien und Tränen vergossen haben, als er ihnen auseinanderfetzen mußte. daß sie tatsächlich um* ihre Habe gebracht seien. Diese Erfahrungen seien die traiirigflen gewesen, die er bisher in seinem' Benife gemacht hohe. Von der Genossenschaftsbank und ihrem' Direktor Ihrig bar der Zeuge den Eindruck gewonnen, daß sie den Verein nicht in der richtigen Weise beraten hätten. Der Zeuge geht dann weiter aus bk Folgen des Bankkrachs ein. Gegen die Genossenschaftsbank und gegen Ihrig hat er eine Regreßklage eingereicht. Darin Hatz er geltend gemacht, daß sie bei der Ausstellung der Bilanzen mitgewirkt und Bilanzverschleierungen Vorgenommen hätten. Es kam bar auf hin zu Verständigungsverhandlnngen, und im Dezember 1912 ist eine solche Berständigug auch erzielt worden und zwar auf folgender Grundlage: Die Genossenschaftsbank bitte eine Forderung von 369 000 Mark zum Konkurs angemelbet. Sie hat dann diese Forderung um 200 000 Mark ermäßigt. Weiter hat die. Genossenschaftsbank sämtlick>e Engagements übernommen, die Nieder- Modau bei der Verwaltungs- und Verwertungsgesellschaft hatte. Durch diese Verständigung sei bann auch erreicht worden, daß dic Summe von rund 500 000 Mark abge stoßen weiden konnte, die bei der Verteilung einer Könkursdivideude also nicht berücksichtigt zu werden brauchte. Die Haftbarkeit der Mitglieder wird durch diese Abstoßung aber nicht berührt, da immer noch mehr als 1 Million zu decken bleibt. Lediglich den Spareinlegern kommt sie zugute. Rechtsanwalt Hoffmann II. geht bann auf eine Reihe wer ter er Privatklagen ein, die die Folge des Krachs waren. Es kommt auch zu einer eingehenden Aussprache zwischen dem Ver leidiger Zlwigs, dem Justizrat Hallwachs, und dem Zeugen, die sich besonders um die Tätigkeit der Genossenschaftsbank für Rieder-Modau nach dem Krach dreht. Der Zeuge hat nämlich die Behauptung ausgestellt, daß die Bank nichts getan hätte, um die. entstandene Not zu lindern. Justizrat H all wachs widerspricht dem ganz entschieden. Die Sitzung schließt um 1 Uhr. Fortsetzung morgen vormittag 8V2 Uhr. _______________ Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« straße 7. Expedition und Verlag: 51. Redaktion:e^I12. Tel.-Adr.:AnzeigerGleßen» Dienstag, 15. April 1913 Rotationsdruck und Verlag der Brnhl'schen Universitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Vmschenschasler-Nommers in Frankfurt. Frankfurt a. M., 13. April. —. Etwa 1200 Burschenschafter hatten sich gestern aus dem ganzen westlichen und südwestlichen Deutschland im Saalbau zu einem glänzenden Kommers zusammengefunden. Rechtsanwalt Dr. H erm an n (Marburgs leitete Den Abend mit einer Begrüßung ein; dann folgte das brausend aufgenommene Hoch auf den Kaiser und endlich Theobald Zieglers (früher Straßburg) Festrede auf die die „deutsche Burschenschaft". An der Hand des Burschen- spruchs „Ehre, Freiheit, Vaterland" wob er ein köstliches' Bild deutschen Studententums. Unter fast beispiellosem Beifall wies er die Anwürfe des ^geordneten Liebknecht auf die Studentenschaft zurück, nicht minder aber auch die Versuche, in Straßburg die Freiheit der Wissenschaft zu knebeln. Mit einem herzlichen Appell an die Studenten, die eigene Bildung stets vorerst zu pflegen, und ein em1 Wunsch, datz die Älma mater Francofurtensis das Ideal einer Universität des 20. Jahrhunderts werden möge, schloß unter stürmischem Jubel Professor Ziegler seiiie Aus- sichrungen. Eine Fidelitas, die weit in den jungen Morgen hineinragte, schloß die prächtige Feier. Arbeiter, die in Frankreich Beschäftigung gefunden haben, sind heute früh dorthin ab gereift. Aus Gent wird gemeldet, daß die Wegearbeiter streiken, daß aber in den Flachs-- und Baumwollfpinnereien und Webereien die größte Zahl der Arbeiter sich bis jetzt dem Ausstand nicht an- geschlosfen hat. In der Metaklbranche dieser Gegend ist aber der Ausstand vollkomnreu. Zwischenfälle werden bis jetzt nicht gemeldet. Im Hafen von Antwerpen ist, nach einer später ein gegangenen Meldung, der Streik ein partieller. Soldaten und Gendarmen bewachen die Petroleum- und Holzlager. In Huy streiken zweidrittel der Arbeiter, in Verviers etwa die Hälfte 6500; in der Umgegend von Verviers befinden sich 5600 im Ausstand. In der Umgegend von Brüssel werden rund 6000 Ausständige, in Bassin und Charleroi rund 60000 gezählt, von denen 30 000 Bergleute sind. Schätzungsweise wird die Zahl der Ausständigen auf dem Lande von Lüttich aus 50000 angegeben. Es werden verschiedene Sabotagefälle gemeldet, so von den Eisenbahnstrecken in der Nähe von La Louviere. preußischer Abgeordnetenhaus. Berlin, 14. April. Nachdem es am Sonnabend noch gelungen war, die Beratung des gesamten Staatshaushalts zu Ende zu führen, konnte man sich heute kleineren Vorlagen znwenden. Der Gesetzentwurf betreffend die Bewilligung weiterer Mittel zur Verbesserung der W-ohnungsverhaltnisse von Staatsarbeitern und gering besoldeten Beamten imrb ohne Aussprache in dritter Lesung verabschiedet. Es folgt die zweite Beratung des 'Gesetzentwurfs, betretend die Verpflichtung zum Besuch ländlicher Fortbildungsschulen in den Provinzen Brandenburg, Pom- mern, Sachsen, Schleswig-Holstein, Westfalen sowie in der Rhein- Provinz und in Hohenzollern. Der verstärkte Gemeindeausschuß beantragt unveränderte Annahme und die Zustimmung zu folgender, vom Herrenhaus bereits genehmigten Entschließung: „Die sittliche Hebung und Festigung der männlichen schulentlassenen Jugend, die durch das vorliegende Gesetz gefördert werden soll, bedingt auch die religiöse Fortbildung in der Konfession ber Fortbildungsschüler. Die Regierung wird daher er- fuchct, die Ausführung dieser Ausgabe in einer dem reiferen Alter und den Bedürfnissen der Zeit entsprechenden Form zur Gel- tung zu bringen." Das Zentrum hat seinen in der Kommission abgelehnten Anttag aus Einführung der religiösen Unterweisung als obligatorischen Unterrichtsgeaenstandes für die Plenarsitzung wieder ausgenommen. Abg. Dr. Heß Ztt.) beanttagt schriftliche Berichterstattung über die .Kommissionsverhandlungen und zu diesem Zweck Rückverweisung der Vorlage an den Ausschuß. Damit hat er indes selbst bei den Konservativen kein Glück, obwohl er daraus pocht, daß es sich hier um die Wünsche der zweitgrößten Partei handelt. Der Abg. Herold (Ztr.) will sich schließlich damit zufrieden geben, wenn den Gemeinden das Recht eingeräumt würde, durch Statut die religiöse Unterweisung obligatorisch einzuführen. v . Nationalliberalerseits wird der Zentrumsantrag durch den Abg. Wohlfahrt abgelehnt, durch den dein Zentrum zum soundsovielten Male gesagt lvird, daß die religiöse Unterweisung nicht in die Fortbildungsschule gehört. Auch der Landwirtschafts- minil'ter Frhr. v. Schorlern er lehnt den Anttag nach wie vor ab, wenn auch mit höslick-en Worten und unter Hrnwew aus das Entgegenkommen, das die Regierung dem Zenttum in dieser Sache .bereits bewiesen hat. In ber Abstimmung fallen die Zentrums- ,an träge. In der Gesamtabstimmung wird das Gesetz in 3. Beratung gegen die .Stimmen der Sozialdemokraten, der beiden Dänen und eines Teils des Zentrums angenommen. Dre Entschließung deS Ausschusses wird gegen die Stimmen der Linken angenommen. ■ Der Gesetzentwurf Verbesserung ber Oder unterhalb Breslau wird nach den Ausschußbeschlüfftn in 2. Beratung angenommen und in 3. Lesung verabschiedet. Dann werden einige Denkschriften und Rechnüngsnachwene zur Kenntnis genommen und schließlich eine Anzahl Bittschriften erledigt. Eine Eingabe um Verleihung des passiven kommu- rrratat' Wahlrechts an die Lchrer der öffentlichen Volksschulen be . antragt der Ausschuß ber Regierung als Material zu uber- weisen. Abg. Ernst (Vp) beantragt Ueberwenung zur Berück sichttgung. Dieser Anttag ttnrb indes durch die Stimmen der Konservattven und des Zentrums abgelehnt. Der Budgetansschutz des Abgeordnetenhauses nahm mit allen gegen 6 Stimmen den Gesetzentwurf betreffend Maßnahmen zur Verstärkung des Deutschtum s in den Provinzen West Preußen und Pofen an. Weiter wurde ein Anttag Viereck und Genoffen angenommen, die yreußisch- Staatsregiemng zu ersuchen, in den überwiegend polnischen Teilen der östlichen Pwvinzeir den deutschen Handel und Gewerbestand namentlich in den Grenzstädten wirtschaftlich zu stärken, insbesondere 1. durch eine beschleunigte Besiedelung der Umgebung der Städte mit deutschen Bauern und Arbeitgebern, 2. durch Förderung des Realkredits auch über die Grenze der Mündel- isicherhett hinaus, 3. durch bessere Ausbildung der Geioerbe- 'treibenden in den Fachkcnntnisfen und in Rechnung und Buckvuh- rung 4 durch Förderung des gewerblichen Genvnenschaftswesens unter Ermöglichung des Anschlusses vereinzelter Gewerbetteibenden und 5. durch Förderung der Seßhaftmachung Gewerbetteibender in eigenen Wohnhäusern. _______________ Der Katfer in Homburg. Hamburg v. d. H., 14. April. Der Kaiser, die Kawerin und ^das Gesvlga begaben sich heutt nachmittag Mr Saalburg und Verfolgten. längere Zeit dre Schanzarbeiten. Anwesend waren u. a. aucg Gerier-al Hrlde- m a n n und Baurat Jakobi. Das Wetter ist -alt Sonnenschein und Schneefall wechseln ab. Der Kaffer horte am späteren Nachmittag die Vortrage b-cs de. Auswärtigen Amtes Gesandten v. Drerrtler und des Ches» be» 'Zivilkabinetts Wirklichen Geheimen Rats v. ^enttnu Der Oberhof- und Hausm'arschall Graf Eulenburg hat chomburg 6erI3nnber Naüe Saawurq Kitt tiv.e aus beit beiben Mainzer Pionier-Bataillon-,; M'aminengesteltte Kompaxnie eine SB al büb u n g ab. i Sta tajer (»etegenKtt kerben tnttfi int Interesse ber LmtesforMnnss auf Koft-N freiwillig geftiftrter Mittel, des Saorburgsont» efr-mahfle römische^ Limesanlagen rekonstruiert. Dre entstehenden Schanzen werden den Besuchern der Saalburg späterhin em möglichst getreues Bild römischer lLagerbefestrgungen geben. Mehener Anzeigen Geileral-Anzeiger für Gberheffen Ver Anschlag auf den Kenig von Spanien. Madrid, 14. April. Der verhaftete Anarchist Alegre erklärte im Laufe seines iVerhörs wiederholt, er ha b e die Hinrichtung Ferrers rächen wollen. Man fand bei ihm mehrere auf Ferrcr bezügliche Zeitungsartikel und eine Poslckarte mit einem Frauenporttait, die die von ferner Hand -geschriebenen Worte trug: „§>enriette, wenn du mich liebst, so räche meinen Tod! Es lebe die Anarchie!" Alegre ist oerhettatet, aber kinderlos. Er gestand, daß er den Revolver vor kurzem in einer Pfandleihanstalt gekauft habe. Nach einer anderen «Version habe Alegre die Behauptung aufrecht erhalten, datz ihm der Gedanke an die Tat erst int Augenblick des Vorbeireitens des Königs gekommen sei. Im $ erlaufe des Verhörs soll er gesagt haben, er fei glücklich darüber, datz der König unverletzt sei. Aus seinen weiteren Geständnissen geht hervor, datz er alles mögliche, darunter auch philosophische Schriften gelesen und falsch verstanden hat. Er wird jedoch keineswegs als geisteskrank angesehen, da er die an ihn gerichteten Fragen in klarer Weise beantwortete. Er gibt sich auch bezüglich der Folgen,^ die fein Verbrechen ür ihn haben wird, keiner Selbsttäuschung hin. Raphael Sanchez Alegre, der den Anschlag auf den König verübte, ist in Barcelona geboren. Als er wegen anarchisttscher Umtriebe aus Frankreich ausgetoiesen worden war, begab er sich vor anderthalb Monaten nach Barcelona. Vor einem Monat kam er nach Madrid, um Arbeit zu suchen. Diese sand er in einer Tischlerwerkstätte, wo er bis Freitag arbeitete. An diesem Tage ließ er sich seinen Lohn aus- zahlen und verschwand. Die Polizei fand bei ^Alegre einen an seine Fra 11 gerichteten Brief vor, in welchem es heißt: „Du bist der geistige Urheber meiner Tat. Wenn Du mir geschickt hättest, um was ich Dich bat, wäre das Attentat, dessentwegen ich ersäwssen werde, nicht geschehen. Wenn Du diesen Brief erhältst, ist die Tat bereits getan." Alegre wurde zweimal verhört. । Er erklärte, er habe die Tat allein vollbracht, und zwar aus Gründen, die er nicht nennen wolle. In das Gefängnis zurückgebracht, verweigerte er die Nahrtmgsaufnahme und verlangte, so bald als möglich erschoften zu werden. Weitere Verhaftungen. Die Polizei verhaftete gestern abend nach einer .Haussuchung vier Spanier, zwei Männer und zwei Frauen, die zusammen ein Zimmer bewohnten, wo man Verzeichnisse von Anarchisten in Beschlag nahm. Bei dem verhafteten Zranzosen wurde ein Notizbuch gefunden. Er wurde in geheime Haft gebracht, weil er sich in seinen Aussagerr widerspricht. I • Eine Erklärung des Ministerpräfidenten. Madrid, 14. April. Ter Ministerpräsident erklärte einem Redakteur des „El Liberal": Die Regierung hatte alle erdenklichen Vorkehrungen anläßlich der gestrigen Truppenparade getroffen. Ww schon bei früheren Gelegenheiten, habe eranonymeAnzeigen erhalten, welche aut die Möglichkeit eines schlimmen Vorkommmsfes hm- miefen. Gras Rvmanones fügte hinzu: „Diejemgen, welche die sofortige Hinrichtung des Attentäters verlangen und uns auffordern, Versolaungs und Unterdrückungsmaßregeln zu treffen, erwidere ich, daß die liberale Partei ihren Ueber- lieserungen entsprechend regiert t im Sinne des Gesetzes, der Ge- reck'tigkeit und der Fittheit. Wenn man diese Haltung nicht als entfärechenb ansehen und eine UnterdrückungsPolitik von uns verlangen werde, so möge man es sagen. Wir werden dann zurücktreten, um anderen Platz zu machen. Man muß so sprechen, denn in Spanien ist es nicht so wie in anderen Ländern Europas, ivo niemand an einen Ministcrwechsel denkt, weil das Staatsoberhaupt der Gegenstand oder das Opfer emes An,chlagS war, den niemand voraussehen kann." Der Minister des Innern teilte mit, daß Alegre in den Polizeilisten nicht als Anarchist eingetragen war. Alegre soll kürzlich feiner in Barcelona wohnenden Familie brieflich mitgeteilt haben, daß er feinen anarchistischen Ideen ,-ntsage und gleichzeitig um Geld gebeten haben, damit er -rach Chile auswandern könne. Der allgemeine AurftanS in Belgien. Brüssel, 14. April. Nach den bis mittags vor- lieaenden Nachrichten wird in den Gebieten Von Eh ar- ser 0 i in beu ©ru&en saft trotlftimbto wenixiMuZnahmen gestreikt In der ir.eta(Lurr-uht^die Arbeit vottständig. In den Sprmtgstoffabrcken zahlt mmr 20 Prozent Streikende. Du tu Belgren wohnhaften at PivkertovH, in feiner groß, id von fesselnder ) landschaMe refflichc schaffe ersten Ranges. ubt Tage: ifc tolor. Film ernis en vornehmsten •Ian toUtaU Sitte» ftcuen 1 leiiin in 3 Akten, er, die beliebten iben Rollen. rregcndc Auto- oyanmu vagewesener k\ stheu. ' ■j., 3 6K- »W ...ih t*1 ar»"' mit ec .-nn'5 Flechten 1. h in WVÄ !e.**-*K S Ä'Affl $ US*3*1* Al-"''" lllls» Tiitr'ls gS&S Jt’S«*’-# II. irtje zu Hause Aus Sla-t und Land. Gießen, 15. 9(p eil 1913. ** Di e hessische H a n d w e r k s k aniin er Mreibt uns: Von den Maßnahmen, die zur wirtschaftlichen Kräftigung d e§ H a ndwcrkc r standes in Hessen vorl der Handwerkskammer Darmstadt ergriffen wurden, ist an hervorragender Stelle die Errichtung der hessischen Ha ndwerker- Z e n t r a l g e u o s s e n s ch a f t A. - G. zu nennen . Diese Einrichtung, die bisher eine überaus segensreiche 2? ir ff ff m Feit ent- . faltet hat, will auch den kleineren Handwerksbetrie'ärn die Bortcilc i eines sachgemäßen Bezuges aller Bedarfsartikel v.ilhaftig machen. i Zu den Hauptaufgaben der Genossenschaft gehövr der Bezug von I Kraft- und Werkzeugmaschinen sowie auch Weckungen aller Art !und zwar für jeden Handwerkszweig. ?lber auth mit Ratschlägen [in allen die technische Seite eines Handwerkszwi/iges berührenden [Fragen dient die Gcnosscnsäiaft den Interesse,-ten, sie ist daher für jeden hessischen Handwerker die vorteilhafteste, billigste und I seine eigenen Interessen am meisten bcrücffirhtigcnbc Bezugs- • anclle. Da außerdem die Genossenschaft auf Ansuchen Kostenvoranschläge für zu besäwffende Maschinen kostenlos fertigt und > in jeder Weise sachverständige Auskunft erteil/,, kann jedem hessischen Handwerker die Benutzung dieser Einrit »tung nur dringend enrpfohlen werden. Ebenso werden aber a-i zd) die Handwerker gebeten, die Handwerkerzentralgenossenschaft fst-G. zu Darmstadt auf jede sich bietende Gelegenheit aufmerksam zu machen, bei der 'sie zum Wohle des Handwerks sich nntzbrinu.-end betätigen kann. Mit dieser Maßnahme hat die hessische 5', a n d w e r k s k a m - mer, wie die Ergebnisse dieser auf gemeinnütziger Grundlage beruhenden Einrichtung bar tun, einen volle/! Erfolg zu verzeichnen, der, auch in anderen Bundesstaaten anerkannt, zu ähnlichen Einrichtungen in verschiedenen Teilen des Reiches geführt hat. ** Der Landesverband der Friseure von Hessen und Hessen-Nassau hält in Mainz am 21. April seine zweite Landesverbandsversammlung ab. Die Innung Meinz stellt den Antrag, der Verband möge die Handwerkskammer veranlassen, bei den nirht vereinigten Kollegen mehr Kontrolle zu üben, datz Lehrverträge ausgestellt und die ausgelernten Lehrlinge zur Gehilfcnprnfuug angehalten werden. Die Innung Worms beantragt, die Lehrzeit auf 3l/2 Jahre festzusetzen. Die Innung Darmstadt-Land ersucht den Landesverband, bei der Handwerkskammer vorstellig zu werden, daß der theoretische Teil der Meisterprüfung einheitlicher im Groß- Herzogtum Hessen gehandhabt ronb. ** Postausweiskarten im Verkehr mit 'Spanien. Bon den deutschen Postanstalten werden fortan bei der Aushändigung von Postsendungen auch die seit 1. März von der spanischen Poftwerwaltung ausgegebenen Postausweiskarten als vollgWige ^vsweispapierc angesehen. Das gleiche ist bereits der Fyll gegenüber den in Oesterreich, Belgien, den Niederlanden^ Schweden und Serbien ausgestellten Postausweiskarten. Landkreis Giesicn. = Garbenteich, 1-L April. Am Samstag feierte der Konsumverein Garbe'.ttei ch den Tag seines 25 jährigen Bestehens unter so zahlreiche.' Beteiligung seiner Mitglieder und deren Frauen, daß der Saal der Gastwirtschaft „Zum weißen Roß" die Festteilnehmer kaum zu fassen vermochte. Nach Erledigung des geschäftlichem Teiles der Hauptve-sammlung, in welcher der seit Gründung, an her Spitze der Genossenschaft stehende Direktor Briegr.l in gewolmter klarer Weise zum 25. Male den Jahresberi6/t erstatten, begrüßte das Borftands- mitglied Wallbot die Mitgli/eder und Gäste und schilderte den Ent- wiclelungsgang des Vereins, der, aus kleinen Anfängen heroor- gegangen, heute zu großer Blüte gelangt ist. Ter seit der Gründung ununterbrochen an her Spitze stehende, nunmehr 83 Jahre alte Direktor Briegel wurde zum lL^xendirektor, die Herren Gilbert Schmidt, ft'rmraiy Keßler und »Vranj Stumpf, die dem Aufsichtsrat und Vorstand ebenfalls seir 2ö Jahren angehören, zu Ehrenvorstandsmitglik.'dern ernannt. Den Jubilaren überreichte die Tochter des Lagerhalters Sß^rum, der mit seiner tüchtigen Fran nun awrh idjon feit 23 Jahren zu allseitiger Zufriedenheit die Verksurfsstelle führt, im Namen des Vereins je ein prächtiges Ehren diplom. Im Namen der Iubilare dankte Direktor Briegel und versprach, auch fernerhin bis zum letzten Atemzuge der Genossenschaft treu zu bleiben. Einer der Gäste dankte für die Einladung und brachte sein Hoch aus auf Aufsichtsrat und Vorstand. — Hungen, 14. April. Zur goldene Hochzeit der Eheleute Landwirt Ge.org Köhler II. hat der Großherzog em Glückwunschschreiben und sein Bild gesanrft Kreis Büdingen. -b Tübingen, 14. April. Hier starb am Sonntag mittag der Metzgermeisier und Gastwirt Ludwig Treser im Alter von 73 Jahren. Sein guter Humor, der ihm bis in sein hohes Alter eigen war, hat seine Wirtschaft weit und breit bekannt gemacht. Der Verstorbene gehörte lange Jahre dem Gemeinderat an, auch war er Mitbegründer des seit 1861 bestehenden Turnvereins Büdingen. zft: Nidda, 14. April. Gestern abend veranstaltete in Krafts Saalbau der Gemischte Chor unter Leitung des Lehrers Bopp wieder ein Konzert zum Beste.'! des Vereins Krankenpflege. Es wurde vorgeführt Germanias Nhein- wacht, Bilder aus dem Krieg 1870/71. In sieben Gesängen für gemischten Chor, Baritonsolo, Knabenchor mit Klavierbegleitung und verbindender Deklamation würbe der Gang des Krieges von Beginn bis zu Ende vor Augen geführt. Tie Dichtungen waren von Goethe, Freiligrath u. a. Das Programm wurde sehr gut durchgeführt. Besonders verschönt wurde das Konzert durch die Teilnahme des Toppelquartetts des Offenbacher Turnvereins, das schon einmal die Zuhörer zu begeistertem Beifall, sortgerissen hatte. Besonders sind hervorzuheben die Volkslieder: Der Deserteur, Morgenrot, Lützows Jagd und andere. Der große Saal war bis auf den letzten Vlatz besetzt. Oberst Weimer sprach allen Mit- ivirkenden den Tank der Anwesenden aus. Nidda, 14. April. In der Nacht von Samstag auf Sonntag erfroren bei 4 Grad R. unter Null alle Blüten; Kiischen, Birnen, Pflaumen sind verloren. Obes denAepfeln geschadet hat, ist eben noch nicht zu ersehen. □ Büches bei Büdingen, 13. April. Das Besitztum des H. Eckert dahier, oberhalb des Erbacher Hofes gelegen, ging durch Kauf an Fürst von Psenburg über. Die Mühle geht nunmehr ein und das Gelände wird dem Erbacher Hof zugeteilt. Die Wafferkraft soll zur elektrischen Lichtanlage Verwendung finden. Der Preis nebst totem und lebendem Inventar beträgt 92 000 Mk. Mit der Umänderung der Gebäulichkeiten wird alsbald begonnen. — Die Anlage einer Sammel-Abdeckerei im Kreise Büdingen ist gegenwärtig wieder Gegenstand von Verhandlungen. Für Stockheim und Ranstadt, so ziemlich im Mittelpunkt des Kreises gelegen, war die Anlage früher dem Abschluß nahe, allein am Widerstand der Gemeinden und anderer Interessenten scheiterte die Ab- sicht. In der Gemarkung Bleichenbach hat man sich nun an verschiedenen Stellen nach einem passenden Platz umgesehen: die Verhandlungen smd noch im Gange. . Kreis Friedberg. L Friedberg, 13. April. Das städtische Schwimmbad, eines der schönsten des Hessenlandes, wird von Monat zu Monat fleißiger besucht. Mit dem Lehrerseminar hat der Aufsichtsrat jetzt einen Vertrag geschlossen, nach welchem die Seminaristen für eine Karte zu 9 Mark beliebigen Gebrauch von den Bädern machen dürfen. — Unter dem Vorsitz von Frau Bürgermeister Stahl hat sich ein Ev.Frauen- v er ein gebildet, der durch Wort und Tat zur Belebung ev. Sinnes beitragen will. Besonders die Erbauung eines en. Vcrcinshauses will er fördern. Das Kapital dieses Hauses beträgt eben 15 000 Mark. -1 Ilbenstadt, 13. April. Gestern fiel hier das Kind des Landwirts Stütz beim Spielen in die Jauchegrube. Bewußtlos zog man das Kleine wieder heraus und den Bemühungen des Dr. Adler von Nieder-Florstadt, der mit dem Motorrad sofort zur Stelle war, gelang c5, durch gründliche Magenausspülungen und künstliche Atmungsversuche das Kind wieder ins Leben zurückzurusen. -1 Nieder-Florstadt, 13. April. Am 15. April wird hier ein Konsumverein ins Leben gerufen, dem bisher 95 Mitglieder mit 30 Mk. Einlage beigetreten sind. m. Nied er -- M örl en, 13. April. Nachdem erst vor emi- gen Wochen ein Junge einem anderen ein ?luge ansgcwarfen! bat, traf gestern abend ein Junge feinen Spielkameraden mit einem Stück Blech derartig an den Kopf, daß sofort ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden mußte. — Anfangs der 60 er Jahre wurde die jetzige Synagoge in der Alieestraße erbaut, zu einer Zeit, als Bad-Nauheim noch keine 3000 Kurgäste hatte. Jetzt haben irrir 35 000 Kurgäste, wovon etwa 6000 Israeliten sind und eine ständige Gemeinde von beinahe 300 Seelen. Ter Vorstand der israelitischen Gemeinde hat sich deshalb entschlossen, einen Neubau zu errichten, für den der alte Salinen- zinnenhos in der Karlstraße in Aussicht genommen ist. Der Vorstand steht gegenwärtig wogen Ankaufs des Platzes mit dem Ministerium in Unterhandlung, da er staatliches Eigentum ist. m. Bad-Nauheim, 13. April. In der am Samstag abgehaltenen Monatsversammlung des Militärverems „H a f f i a" ivurde der Antrag des Verbandsvorstandes, das Vereinsorgan obligatorisch für jedes Mitglied einzuführen, abgelehnt, ebenso der rceitere Antrag, im Falle der Ablehnung des ersten Antrages, von jedem Mitglied jährlich 60 Pfg. für die Drucktasten des Blattes zu ■erbeben. m. Steinfurth, 13. April. Heute sand unter dem Vorsitz, des Medizinalrates Dr. Bogt (Butzbach' im „Darmstädter -Hof" der Bezirkstag des Kriegervereinsbezirks Butzbach— Bad-Nauheim statt. Starkenburg und Rhein Hessen. m. Offenbach, 14. April. Bischof Dr. K i r ft e i n spendete am Sonntag den 510 Firmlingen der Offenbacher Pfarreien die Firmung. — Die Einweihung der neuen St. Marienkirche, die mit einem Kostenaufwand von über 300 000 Mk. nach den Plänen des Kirchenbaurates Professor Ludwig Becker-Mainz in der Bieber er strafte errichtet wurde, soll am Montag, 30. Juni, eingeweiht werden. h Keiner bach, 13. April. In einer der letzten Nächte mürben an der Naunheimer Landstraße durch Bubenhände zahlreiche Ob st bäume abgebrochen Heffcn-Nassau. Bad Homburg v. d. H, 13. April. Bei der Gedächtnisfeier, die am 2. Mai für den bei Groß- Görschen gefallenen Prinzen Leopold von Heffen-Homburg hier ftattsindet, soll die Homburger Jugend mit einer Silbermünze bedacht werden, die auf der Vorderseite das Brustbild des Prinzen und auf der Rückseite den Lcopoldstcin trägt. Für besondere Zwecke werden einige Münzen in Gold geprägt. fc Wiesbaden, 13. April. Die Südwestdeutsche und Niederrheinisch-Westfälische Vereinigung für Kinderheilkunde hielt heute im Kurhaus ihre diesjährige gemeinsame Tagung bet gutem Besuche unter Vorsitz des Dr. Lugen- bühl-WieSbaden ab. U. a. hielten Vorträge Dr. Göppert- Göttingen über „Zur Pathologie des Schnupfens im Säuglingsalter-, Dr. Bauer-Düsseldorf über „Behandlung der Diphtericbazillenträger" und Dr. v. Mettenheimer-Frankfurt a. M. über „Zur klinischen Diagnose der Luescongenita mit besonderer Berücksichtigung des NöntgenbildeS". Die Teilnehmer der Tagung besichtigen sodann das Säuglingsheim der Paulinenstiftung, sowie das neue Weltkurbad „Kaiser Friedrich-Bad". # Dillenburg, 13. April. Das durch die Geschwister Gail gestiftete Grenzmal wurde dieser Tage auf dem unteren Schloßhof bei dem Wilhelmsturm aufgestellt. Die 65 Zentner schwere Säule ist aus nassauischem Marmor her- gestellt und trägt im Relief den nassauischen Löwen und die Inschrift „Herzogtum Nassau". Sie stand ehemals — wohl von 1815—1866 -— an der preußischen Grenze an der Kalteiche oberhalb Allendors. F.C. Limburg a. d. Lahn, 13. April. In der Frühjahrssitzung des Vorstandes des „Mittelrheinischen Pferdezuchtvereins" ivurde beschlossen, die 51. Haupt- stutenschau mit Preisbewerbung und die Generalversammlung des Vereins am 13. und 14. Juli d. I. hier abzuhalten. Weiter wurde eine Mitteilung des Magistrats bekanntgegeben, wonach dieser beschlossen hat, neben den bestehenden Rindvieh- und Fruchtmärkten auch Pferdemärkte in Limburg einzuführen im Interesse der Landwirte in der Lahngegend, des „Goldenen Grundes" und des Westerwaldes. vermischtes. * Der arme Kapitalist. Der ungarische SckTriflftefler Geza Bartos erhielt eines-Mbrgeus den Besuch des Pf.urdungs- kommissars und des diesen begleitenden Mvokalurbeamten. Sie wollten wegen einer.Schuld-von 30 Kronen den letzten Anzug und die silberne Uhr des Schriftstellers pfänden. „Meine Herren," sagte Bartos, „Sie werden doch auch zwanzig Kronen nehmen." — „Gewiß," antwortete der dldvokaturbeamte, „aber nicht einen Heller weniger." — „Dann bringe ich Ihnen sofort die zwanzig Kronen. Belieben Sie $u warten." Und Bartos nahm Zvlinder- hut und Stock, um' bei seinem Freunde Mickyrel .^ßervelv, der Tags zuvor trom „Pesti Hirlap" für rin Feuilleton 20 Kronen bekommen hatte, das Geld zu borgen. Als er ain die Strafte trat, kam gerade ein Zug von Demonstrant^! vorüber. Ter erste, der Herrn Bartos sah, trieb ihm den Zylinder bis Über die Ohren ein und scknie: „Nieder mit der besitzenden Klaffe!" * Der Geschäftsman n. „Kellner, urachen Sie das Fenster auf; ich ersticke vor Hitze," ruft ein Gast im Restaurant, der soeben gespeist hat. „Feitster zulassen, Kellner; ich sriere!" protestierte ein anderer, der sich eben zum^ Essen nieder setzt. Der Kellner zögert. Aber der Wirt löst das Problenr, indem er sagt: „Gehorchen Sie dem Herrn, der noch nicht gespeist hat." Kleine Tageschronik. Die aus Sand iv ei er gemeldeten Gvfrantungen infolge des Genusses von verdorbenem F l e i j el; haben in der 23 Jahre alten Frau Des wleygermemers Ulrich em, weiteres O p \ e t gefordert. Im Betriebe der Zeche General Blumenthal in Reckkings- b a in e n platzte der Kessel einer Grubenlokomotive. Durch die umcherfliegenden Eifenstücke wurde ein B e r g m a n n getötet und ein zweiter schwer verletzt. Ter Dampfer mit der Leiche Morgans ist in New Bork ein getroffen. Ter Sarg wurde nach dem Morgansck)eii Privatmausoleum gebracht. Hairtburg, 12. April. Tie H aniburg-Dmerika- Linie hat zur erfolgreichen,Durchführung ihres Vertrags mit der preußischen Regierung, der das Anlaufen mehrerer Tampferlinieu in Emden vorsieht, einen bedeutsamen: Schritt getan. Dio Heranziehung von Verkehr für diese Linie unb die Hebung des ganzen Emdeirer Platzies hat im wesentlichen zwei Voraussetzungen, einmal die Benutzung dieser Tampferlinien durch die rheinische westfalische Industrie, sodann die Entwicklung 'eines Platzgeschäftes in Emden. Beiden Zwecken soll die durch die Hamburg-Alnerik.a- Linie soeben vorgenommene Begründung der Emdener Verkehrs-G es ell s chaf t-A kt i e n g e se ll schaf t dienen. Tie mir, einem Kapital von 3 Millionen Mark ausgestattete Gesellschaft hat ihren Sitz in Emden und zum Zweck laut Statut die Betreibung von Handelsgeschäften jeder Art zur Hebung des Emdener Verkehrs. Tie Gesellschaft wird natürlich die Verrrecung der Hamburg-Anrerikä-Linie in Emden übernehmen, sich aber daneben durch eigene Tätigkeit: oder Förderung anderer llnterneb'm'intgen die allgemeine geschäftliche Entwicklung Emdens angelegen sein lassen. Führende Persönlichkeiten der rheinisch- tveftmlischen Industrie hoben sich bereit erklärt, das Unternehmen durch ihren Eintritt in den Aufsichtsrat zu fördern. Martte. ließen, 15. Avril. Marktbericht. Ank beuftqent Wochen- morlte kostete: Butter bas Piund 1,20—1.30 A.'k^ Hühnereier 1 Stück 7—0 'l ia., 2 Stück 15 Pfg., Enteneier 1 Stück 8—0 Psg., Gänfeeier l£t. 12 Pf., Käse das Stück 6—« Bfg., Kasematte 2 Stück 5—6 Bfq., Tauben pr Br. 0,80—1,00 Mk^ Hükmer.,pr. Ct. 1,00—1,60 Mk., Lahnen r>r. Srück 1,50—2,50 Mk„ Enten pr. Ct. 2,00—3,00 Mk. Gänse das Pfd. 70—80 Psg^ Ochsensleifch pr. Pfd. 92—100 Wg.' llllndsleiseli pr. Pfund 90—94 Pfg., Kuhfteifch 80 Psg^ Schweine. fleisch pr. Pfund 84—100 Pfg^ Kalbfleisch vr. Pfd. 94—98 Pfa., fianune(fleifd) pr. Pfd. 70—96 Pfg., Kartoffeln pr. luO Kq. 5.00 bis 5^0 Aik^ Weißkraut das Stück 00 bis 00 Pfg„ Ziviebeln per Ztr. 0,00—0,00 Alk.. Milch das Liter 22 Pfg^ Nüffe 100 Stück 50—60 Pfg., per Ztr. 0—00 Mk- Birnen das Pfund 12 bis 15 Pfg., Aepfel der Zentner 15 bis 25 Mk. Marktzeit von 7 bis 1 Uhr. Geschäftliches. Das Korfektenllaus Gustav Aron, das kürzlich fein 25jahngcS Bestehn: beging und aus diesem Anlaß ein eigenes Geschäftshaus Seltersweg 71 erwarb, ist nunmehr in feine neuen, modern ungestalteten Räume übergosiedell. Die Front des Ladens ist nach einem1 Entwurf des Architekten Hans Meyer gestaltet und die einfach, aber vornehm durch geführte Eisen ko n strnktion wurde vvn der kunstgewerblichen Wertstätte A. Graefe n. Co. G. m. b. H. hergeftellt. Wirkungsvoll tritt hierbei die llmstvolk in Bronze aus geführte Tür in die Erscheinung. Bedauerlich bleibt es. daft die ursprünglich zur Genehmigung nachgesuchte Fassade, welche die häßlichen, schweren Steinpfeiler des Hauses verdecken sollte, ttnb die geplanten Kupferdächer über den Eingängen von der städtischen B a n d epn t a t i o n nicht ae- nehmigt wurden und zwar aus recht kleinlichen Gesichtspunkten, Die man in anderen Lriädten nicht walten läßt, wenn ein Bauherr eimwal außerordentlich Schönes undMirkungsvolles schaffen lassen rvill. Es wäre im Interesse unserer Geschäfts straften überhaupt zu wünschen, wenn in die Bauabteilung unserer städtischen Verwaltung ein anherer Geist einzvge, damit der Gestaltungskraft der heimischen Arckütektenlein freierer Spielraum bei Läden ,. Neu- und Umbauten gelassen würde als bisher. Tie Art und Weise, wie in Gießen alles, aber auch alles verneint wird, was sich nach dem Buchstaben von veralteten läutschuckartig gestalteten BaubestimtMlngen mir verneinen läftk, fordert gevadezti zu einer Kritik heraus, bei welcher die Männer in der Baudeputation gerade nicht mit Ruhm abschneiden, und dabei steht an der Spitze unserer städtisihen Verwaltung ein Kgl. preußischer Regierung s bauml et ft er. w. Meteorologische Beobachtungen der Station Eietzen. Höchste Temperatur am 13. Sliebvigfte „ „ 13. Niederschlag: 0,0 mm. April 1913 Barometer auf 0° rebujievt Temperatur der Lust Absolute Feuchtigkeit Relatwe Feuchtigkeit 14 2’6 750,6 7,0 36 48 14. 9» 750,8 12 37 75 15. 7St 750,7 — 2,0 3,7 94 Windrichtung Windstärke Grad der Bewölkung in Zehntel der stchtb. Hiinmelsfl. Wetter W 2 6 Sonnenschein NW 2 3 heiterers?immel still still 5 Sonnenschein Reis, Dtltist bis 14. April + 7,4" C. , 14. „ = — 4,9 »U. Ich brauche morgeas eine volle Stande, • ■ ehe ich den Hals leiblich frei bekomme, wenn ich einmal meine ■HÄ Sodener nicht zur Hand habe. Benütze ich Soden. — ich gebrauche WM I ans ächte Soden., weil bieauö b.Gemeinbe-HeillmeU. stammen. ----- bic zur Kur gebraucht werb. — bann schafft mir eine etnziaePastille ~~~~ volle Erleichterung, u. in einem Viertclstünbch. ist bic Kehle rem. WA Fays ächte ©oben, kosten 85Pf. u. sind überall zu haben. — Besonb. JÖH Kennzcich.:Der Name »Fay" u. weißer Kontrollstreifen m. amtl. -----Bescheinig, des Bürgermeister-Amtes Bad Soden a. T. lss13/r> Bioson gibt Appetit und kräftigt. Ick gab Bioson zur Stärkung meinen beiden sehr nervös^ veralt lagteu Kindern. Nach und nach stellte sich ein gesunder Avvetit ein und der Magen war bald so gekräftigt, daß auch die früheren BerdauunaSbesckwerden nicht mehr cintraten. Frau Car! Leuckt, Ludwigsburg, Pflugfelderftraße 50. Unterschrift beglaubigt: 13. Januar 1913, K. Bezirksnotariat. 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Monteneg- (Lachen bei i lungen über d sie zu einer f: Unsere Bemüh geschehen auf nisses zu Rum Balkanstaat teer erfüllt hat. Ruu W M ein MieLs nSS: am BaNai tvar nicht uns bei der cnds finanziellen i bewahrt blei Kriege einen NH sicherlich gleichen Ernj relle Crs gehen. 9(uf2561 ZW.Hansbursche gesucht. 2553 Hofmöbelfabrik B r ü ck. Per sofort je ein tüchtiger Steinmetz [Bildhauer) u. Kunststeinarbeitcr gesucht. \25G8 Steiu-Fndustrie Haider, G. in. b. H., Haiacr [Dillkr.). 2 tüchtige, selbständige Weißbinder für dauernde Beschäftigung per sofort gesucht. [2567 Baugeschäft Fey, Ijich. Fuhrmann kann sofort ob. spät, eintreten. Frankfurt. Str. 151 p. (2570 Hausburschcges. 2 o6j LudwigSpl. 3, Backerei. Jg.Hcrusbursche sofort gesucht. 2566 Plockstraüe 9 (Laden). Bin LehrBing ober ein jüngerer Bursche alsbald gesucht. 2569 K.L.Nuppel.Metzger,Nidda Zigarrenfabrik sucht per 1. Juli d. Fs. für ihr Kontor Sohn achtbarer Eltern als Lehrämg am liebsten solchen mit der Berechtigung zum einjährig. 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