Nr. |59 Zweites Blatt 163. Zahrgang Giehener Anzeiger Erscheint ttglich mit Ausnahme deS Sonntags. General-Anzeiger für Gderheffen Tie „Siehener Zamtliendlätter" werden dem „Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das „Nreir'olatt für den Kreis Siehrn" zweimal wöchentlich. Tie „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- strahe 7. Expedition und Verlag: fc^öl. RedaktiomS-rzAl 12. Tel.-Adr.:AnzeigecGleßen. Dienstag, 17. 3uni 1915 Rotationsdruck und Verlag der BrülU'schen Unioersiräts - Buch- und Sreindruckerec. R. Lange, (SicBcu. 5nm Projekt Ser Nord-Süvbahn erhalten wir folgende Zuschrift Wie aus mehrfachen ?)i-.Heilungen bekannt ist, ist ein Projekt zum Bau einer .Hauptbahn von Hamm über Werl—Neheim— .Allendorf nack Finnentrop ausgearbei'et und dem Eisenbahn Minister vorgelegt worden. Tic neue Linie soll — abgesehen o.m der Erschließung^ des Saucrlanoes — die jetzt fehlende di rekteNord-Süd T u r chg a n g sl i n i c zwischen H amm (—Münster -Ner)se häfen^ unb Siegen Gieße n—F rant - < u r t werden, besonders aber soll ne eine wichtige r'lbüihr linie für die Güter des Ruhrlohlenbczirks und auch des Sieger landcs werden. Tiefen bedeutenden Aufgaben kann die neue Dahn nur dann gerecht werden, wenn sie als c r st i'lassigc, hochleistungsfähig e Schnellzug' und Aüterzug strecke gebaut unrb. Hierzu gehört vor allem, daß die Linie keine scharfen Krümmungen und keine starken Steigungen er hält. Die Linie ist daher auch durchaus nach diesen Grundsätzen entworfen: sie hat leinen kleineren Halbmesser als .500 Meter und leine stärkere Steigung als 1 :110. Es ist nun die Bemerümg laut geworden, die S t e i g u n g e n Machten die Linie für durchgehenden Schnellzug- und starken Güterverkehr ungeeignet. Um diesem Irrtum vorzubcugcn, sei folgendes erwähnt: Zwischen Hamm und Finnentrop besteht ein natürlicher Höhenunterschied von rund 170 Meter, denn Finnentrop liegt 234 Meter, .Hamm dagegen nur 65 Meter über dem Meeresspiegel. Tiefen Höhenunterschied muß selbstverständlich jede zwischen den beiden Punkten *n erbauende Linie zu überwinden. Nun ist aber außerdem nod) das bis auf 550 Meter ansteigende Lennepe Gebirge zu überwinden. In dem vorliegenden Projekt geschieht das aber mittels eines Tunnels derart, daß der höchste Punkt der Bahn auf 326 Meter .Höhe liegt. T ;c „verlorene" Steigung beträgt demnach nur rund 90 Meter, hält sich also in sehr bescheidenen Grenzen: sie ermäßigt sich aber bezüglich der Berechnung der Betriebskosten nod) auf 70 'Beter. Außerdem wird der Höhenunterschied mit einem recht schwachen Steigungsverhältnis genommen. Tic stärkste Steigung der Linie 'beträgt nämlich nur 1 :110. Aus den gesamten Steigungen ergibt sich, daß einerseits Schnellzüge mit einer Lokomotive mit recht hoher Geschwindigkeit und daß andererseits Güterzüge von großem O^e- ebenfalls von einer Lokomotive beförbert werben können. Tas sind aber bic für die Leistungsfähigkeit und die Wirtschaftlid)- feit der Strecke wichtigsten Gesichtspunkte. Ein O Zug von 32 Achsen wird mit einer Lokomotive, der sogenannten 2-0-Heißbampflolömotive P 8 bespannt, von Hamm nad) Finnentrop eine reine Fahrzeit von 66 Minuten, von Fin- nentrop nad) Hamm eine solche von 54 Minuten erfordern: er wird 40 Minuten weniger gebrauchen als der jetzige beste 3115- Ein Güterzug der größten zulässigen Länge 120 Achsen! wird von einer Lokomotive, der sogenannten L-Lotomotivc G 10 befördert werden können. Aus diesen wenigen Angaben ergibt sich, daß die Befürch- itung, die Höhenim'endxede seien für die Linie zu schwierig oder gar zu unwirtscliaftlich, nicht begründet ist. Eine Hetzrede des französischen Kriegsmimfters. Rennes, 16. Juni. Bei dem Festessen bcs Preis- schießend hielt Kriegsminister Etienne eine Rede, in der er den Gegnern der dreijährigen Dienstzeit vorwarf, sie behaupteten, die Regierung wolle Frankreich zu einem Kriege treiben, während man nur den Frieden wolle. 'Ulan stehe vor der Tatsache, das; Frankreich gegenwärtig 470 000 Mann gegenüber 880000 habe, die Deutschland nächstens haben werde. Was solle man tun, um nicht eine Bente des Auslandes zu lucrbeit. Keine Regierung hätte anders gehandelt als die jetzige. Seit 43 Jahren, sagte der Minister, leben wir im Frieden. Wir haben ihn ertragen diesen Frieden selbst nm den Preis der ) d) iv c r ft e n Opsc r, weil wir nur, wenn wir angegriffen würden, Krieg führen wollten. Als der Kriegsniinister erst darüber nachdachte, wie man die Armee bei einer zweijährigen Dienstzeit verstärken könne, erfolgte schon der Tonn erschlag in D e il t s ch l a n d burdi die Vermehrung der Effektivstärken. Und in welchem Maße! Hätten ivir da untätig bleiben, die Tatsachen lediglich zur Kenntnis nehmen sollen, ohne zu erwidern? Dann hätten wir Europa anzeigen müssen, daß Frankreich nun überwunden ist und das Land aufforbern, zu sterben, ohne gekämpft z» haben. Wohlan denn, ich habe meinem Sanbc das Alarmsignal gegeben. Ta Deutschland feine Effektivstärke plötzlich von 700 000 auf 880000 Mann vermehrt, m u ß cs i r gendwelcke T'läne haben. Welche, habe er md)t zu ergründen: aber als Kriegsminlster müsse er Maßregeln treffen: deshalb habe die Regterung den Mut, vom Lande so schwere, aber notwendige Spier an verlangen. Wollt Ihr, rief der Minister aus, Vasallen und Trabanten Deutschlands werden? (Rufe von allen Seiten: „Nein! Nein!") Nun, wir auch nicht. Wir werden das -Siel verfolgen und bis an das Ende neben; wie groß and) die Anstrengungen fein mögen, wir werden sie überwinden. Ter 'Minister wies darauf bin, das; er selbst ned) die Niederlagen erlebt habe und unter diesem Eindrücke erzogen movben fei. Frankreich wolle ruhig und zurückgezogen sein Friedensiverk betreiben; aber es verlange einen würdigen Frieden, wobei das Land mit seinen zivilisatorischen Aufgaben ivachse. Wenn aber cm unglücklicher Krieg cnisbrache, iverden wir, rief der 'Minister aus, mit dem ganzen Lande, mit unseren vortrefflichen F ü b r c r n und unsere m u n v e r g 1 e i d) l i d) e n Offizier» lorps, das die Bewunderung und Eifersucht aller fremdet; Armeen hcroorruft, da es gebildeter unb eifriger a ls jedes andere ist, mit unseren vorzüglichen Unteroffizieren zum Stege fd)reitcn. (Tonneruder Beifall, alles springt auf zu begeiuerten Hochrufen auf den Minister. Endlose Ovationen iverden tl)tn bargebradjt.) Aus SBom Verband hessischer Gerichtsassessoren. bs. Darmstadt, 16. Juni. Der Verband hessischer Gerid)tsässessoren hielt gestern seine diesjährige Hauptversammlung in Frankfurt ab. Wie der Vorsitzende seststellte, gehören dem Verband 91 Assessoren und 24 an- geftellte Mitglieder an; nur 18 meist beurlaubte Assessoren in Hessen find nicht Mitglieder des Vereins. Den Haupt- gcgeustand der Erörterung bildete die Frage des Assessorcn- mangels, der durch die Justizflucht in Hessen veranlaßt ist. Es wurde festgestcllt, daß von den 25 Kandidaten des letzten Staatsexamens fid) nod) keiner zum Eintritt in den Justiz- dienst habe entschließen können. Man erklärte dies für sehr begreiflich, da ftd) höchstens die Verwendungszeit nächstens etwas günstiger stellen werde, während die jetzt 12 jährige Wartezeit zur Anstellung demnächst auf 14 bis 16 Jahre steigen würde. Nach allgemeiner Auflassung könne Abhilfe nur gcschaflen werden 1. durch Umwandlung der bauernd von Assessoren besetzten Richter- und Staatsanwalts- stcllen in definitive, 2. durch Verwandlung der schon jetzt etatsmäßigen Amtsanwaltsposten wenigstens in den größeren Städten in dekretmäßige Stellen, wie in Preußen, 3. durch obligatorische Anrechnung der gesamten Vordienstzeit, soweit sie 2 Jahre (wie in Sachsen-Weimar) oder dock) 3 Jahre (wie in Elsaß-Lothringen) übersteigt. 4. durch angemessene Berücksichtigung im Rahmen aller Staatsdicnstanwärter bei der Besoldungsreform, sei es durck) Gewährung eines Wohnungsgeldes, sei es, wenn dies überhaupt zugcbilligt wird, durch Erhöhung des jetzigen Endgehalts bis zum Anfangsgchalt der übrigen akad. Beamten. — Der Vorsitzende berichtete dann nod) über die Fortbildungsfrage und erkannte dankbar an, daß das Ministerium neuerdings den Besud) der Fortbildungskurse in Frankfurt genehmigt habe, ihnauchdurchErsatzvonReisckosten undTeilnehmergebühren er- leichtere. Man kam aber im Gegensatz zu den auf dem letzten hessischen Richtertag von Prof.Dr. Mitter maier aufgestellten Leitsätzen zu dem Ergebnis, daß besondere Einrichtungen fürFort- btldungskurse in Hessen nicht ratsam seien, da hierzu viele Voraussetzungen fehlten. Es empfehle fick) vielmehr eine Verbindung mit der Gesellschaft für wirtschaftliche Ausbildung in Frankfurt, das ja für ganz Hessen den günstigsten Mittelpunkt für solche Kurse bilde. Ein Sommerfest im Wahlkreise Bingen-Alzey auf der Waldeck. Ingelheim, 15. Juni. Etwa 3000 Personen zogen heute in langem Zuge von Ober-Ingelheim aus nad) der Waldeck. Dort sollte beim Bismarcklurmc ein national- liberales Partcifest gefeiert werden. Die Veranstaltung war von der Witterung sehr begünstigt. DaS Fest wurde durch Heinrid) Biegler eröffnet, der die zahlreich Erschienenen im Namen der Nationalliberalen Partei von Ober- Ingelheim begrüßte. Fräulein Lotte St em ml er aus Ober-Ingelheim trug hierauf ein Gedicht von Kaiser Fricdrtä)s Tod vor. Die F e st r c d c hielt der Reichstags- abgeordncte des Wahlkreises Bingen Alzen Dr. Becker. Er ließ fick) insbesondere über die Zeit der Regierung Kaiser Friedrichs und der 25jährigen Regicrungs des Kaisers Wilhelm II. aus. Er beleuchtete die einzelnen Rcgicrungö- abschnitte und sprad) eingehend über die sozialen Errungenschaften, die Deutschland gerade während der letzten Jahre aufzuweisen hat. Mit einem Hoch aus den Kaiser schloß er seine Ansprache. Neber die Zeil der Befreiungskriege, den zu der Zeit im deutschen Volke herrschenden Geist sprad) der Vorsitzende der Natiouallibcralen Partei des Wahlkreises Alzey Bingen Justizrat Calman, Alzey. Weitere Ansprachen hielten der Landlagsabgeorduete Schott, Uffhofen, der ein Hock) auf den Reichstagsabgeordneten Dr. Becker ausbrachte, Ingenieur Babing, Bingen, bcr über die deutsche Armee sprach, Gc richtsassessor Keil, Wörrstadt, der über die deutsche Flotte sprach u. a. gemeinschaftlich Gesungene Lieder, Vorträge der Kapelle der 88er aus Maiuz bildeten die weiteren Bestandteile des abwechselungsreichen Programms. Abends fanden eine bengalisch Beleuchtung des Bismarcksturmcs aus der Waldeck, eine italienische Nacht u. a. Volksbelustigungen statt. Den Schluß bildet der Rückzug imdj Ingelheim im Scheine bunter Papierlaternen.___________________________ Deutsche» Neich. Ter Reichstag wird die zweite Lesung der Wehrvortage erff am Mittwoch beenden. Hierauf wird das Staatsange- hörigkeitsgesetz in dritter Lesung verabschiedet w?r- den und neben Heineren Vorlagen (Wechselrecht, Literatur- abkommen mit Rußland usw.l die vlenarreifen Wahlprüfungen beraten werden. Mit der Beratung bcr Steuer- Vorlagen wird sich das Plenum in der laufenden Woche kaum noch beschäftigen, da der Wunsck) besteht, alle Tetfunge* gesetze hintereinander im Zusammenhang zu beraten. Eine Anfrage im Reichstag. Tie 9lbgg. Dombe ck (Ztr. und Sosinski ('Pole) haben int Reichstag eine kurze A n f r a g e eingebraebt, in der der Reichskanzler gefragt wird, ob ihm bekannt sei, daß der Oberschlesische Berg- und Hüttettmannische Verein zu Kattowitz nach dem letzten B e r g a r b e i t e r a u s st a n d über die streikenden Arbeiter für 3 Monate die Arbeitsaussperrung verhängt hat und daß staatliche Werke fid) diesem Vorgehen angeichlossen laben. Tie Fragesteller wünschen ein lÄnschreiten der Regierung. Das verhalten Serbiens. Belgrad, 16. Juni. Tic serbische Regierung bot bic offizielle Einladung bcr russischen Regierung zu einer möglichst balbigen Zusammenkunft bcr vier Ministervrä s i - beulen nad) Petersburg dankbar angenommen. - Pas ch i t s ch hat bic bereits eingereichte Tcnri) f i o n bes Kabinetts zurückgezogen. Lin Kongreß für Reklame. In Baltimore sinb gegenwärtig 5000 Vertreter des In- seratengeschäftes unb bcr amerikanischen Industrie zu einer imponierenden Kundgebung versammelt, bic „die Annonce als eine wirkliche Macht in bcr Entwicklung der Welt" jum Ausdruck bringen soll. Tic Versammlung, die sich mit Stolz als Repräsentantin bcr ganzen Ration fühlt, würbe von dem Gon terncur des Staates Marnland feier!ictj begrüßt und durch eine herzliche Botschaft des Präsidenten Wilson eröffnet. Tie erste Rede, bic Touglas Graves aus Boston hielt, ging da- von aus, daß Deffentlicbfcit das Lebenselcment des Handels dai- fttiie; bis vor wenigen Jahren sei bic Reklame nur eine ..zufällig' Macht" gewesen, deren Bedeutung man instinktmäßig erfannfe utto beten Wirkung man durch mehr ober minder glückliche Veriud>e erstrebte: ein tieferes und Uareres Verständnis bcr Methoden unb ber Wichtigkeit der Reklame sei erst jetzt erreicht worben, und als ein bezeichnendes Resultat sei cs aufzufassen, dar bas I n s e r a t e n w e s c n von den amerikanischen Universitäten als ein besonderer Beruf anertannt worden sei, für den auch eine besondere Ausbildung gewahrt irerben müsse. Aus einem bilettan tiich geübten Handwerk sei die Reklame zur >1 un 1t gcjDortnn, bic zu ihrer wahren Entwicklung des KümtlerS bcbuiic. zte Aufgabe des Kongrefscs für Retlame soll nun darin bestehen, icbe. unfaire unb trügerische Annoneenwescn auszuschalten und zu bieiem Zwecke einen Gerichtshof einzusenen, bcr über alle amerikanischen Reklameangelcgenheiten ein endgültiges Urteil zu fallen habe Zahlreiche Adressen von Zeitungen. Zcitichnsten unb großen Industrieunternchmungcn wurden verlcicn. Am Abend versinnbildlidstc ein impmanter Auszug die Macht unb Größe bcr amerikanischen Reklame. An ber ^pi^c marschierten der Gouverneur von Maryland und bei Bürgermeister von Baltimore: bann folgten Ahorbnungcn von jebem Staat bcr Union unb Kanadas. 50 rcichgcsthmucktc Wagen ver körperten bic größten Reklamcinbustrien; ein,grotzssr Wagen Mürbe von 20 Maultieren gezogen Aeitgerabrt, oad.^an ißranzisto fanbte, mar mit gewaltigen Mengen von Aiiirfncn uaib Blumen beladen: bic wcstlid>en Staaten waren burdi mal. reiche Gruppen von Cowboys mid Cowgirls vertreten. Eine ?rmia, bic mit türfildvii Teppid)eu l>arü>clt. bot bcr gewal Hgen Zusdrauermenge beit offenen Einblick in eine tonst dem Tbcndlänbcr ängstlich versdstoffene Lvl)orc: rlyr ^lagcn^ uclltc Innere eine-' Harems bar. Auf den ichwellcnben 2.inanen Ahnten sich sck-önc Odalisken, und mit der verichwenbcn,chen gArsdraustelluug seiner Waren hatte das Geschäft nicht g> tirt. WolkcnkraScr unb Fabrikanlagen en nmuature mit er- •CL|djtctcn Fenstern würben baber getragen; elcrtrilche -^ickt- rSkcmcn flammten zu Hunderten in dem Zuge auf und mi)chtcn ihr gelles Lickst mit dem bunten Schein des bengalischen Feuerwerkes, bas abgebrannt würbe. Sogar bic Suffragetten fehlten nickst; sie hatten mehrere oon Sdstmmeln gezogene Wagen gestellt, in denen hübsck>e ÄLäbcheu ihre Fähnckstn schwangen. Große Firmen ließen ihre Waren gratis unter die Menge verteilen, und so wälzte sich ber Zug in cinem^Chaos von Lärm, Farben- bunt^cit unb Lustigteit durch die Straßen.' der Triumph ber Reklame war zu einem großartigen Volksfest geworben. * — Das Gutenberg-Museum. In Mainz fand vorgestern vormittag bic Eröffnung des im Jahre 1900 gelegentlich bcr nOOiährigen Geburtstagsfeier des Erfinders bcr Buchdrucker- fünft ins Leben gerufenen Gutenberg-Museums statt. In den Räumen des Museums sind Urkunden ausgesteUt, welche auf bas Leben des Altmeisters Bezug haben, ferner die ältesten Zeugnisse von Gutenberg als Erfinder des Buchdrucks, die ersten Druckwerke unb solche, bic ben Wcrbegang bcr Tnvographic bis auf bic heutige Zeit darstellen Tas Museum gibt ein lebenbiges Bild von der rastlosen Weiterarbeit und dem Streben nach Vervollkommnung auf diesem Gebiet. — Berliner Iu bi l ä um s m u s i k. Aus Berlin wirb uns geschrieben: Die von bcr Gcneralintenbanz bcr Königlichen Schauspiele veranstalteten Festvorstellinigen im Königlichen Lpern- Hause zur Feier, des Regierungsjubiläums wurden am Freitag mit bcr neu cinfrubiertcn „Götterdämmerung" abgeschlossen. Die ersten brei Teile des Ringes sinb schon vor längerer Zeit in neuer Fassung aufgeführt worden, jetzt wurde die Arbeit durch eine wohlgelungciie Darstellung bcr „Götterdämmerung" gekrönt Auch biefe Neuinszenierung trägt den Charakter bcr Art bes Grafen von Hülsen-Häseler: forgsaltige Ausführung der Details und be- sondere Betonung bcr Lickueffekte. Manche Einzelheit wäre auch in dieser Neuinszenierung zu bemängeln, aber sie fällt nicht ins Gewicht gegenüber bcr Größe bes Gcfamteinbrucks, den die ganz wunbervollen Bühnciibilber einer verfeinerten Regiekunst Hervorrufen. Musikalisch hatte bic Aufführung ihre Hauptstütze in dem erlesenen Orchester. Leo Blech zeigte von neuem, daß er völlig über ber Materie steht, unb es läßt sich nicht schildern, wie ergreifend dieses köstlickie Tongemälbc zu Gehör gebracht wurde. Tie Festvorstellung erhielt auch dadurch einen erhöhten Glanz, baß der Kaiser und bic Kaiserin, Prinz Heinrich und seine Gemahlin und andere Mitglieder der kaiserlichen Familie der Vorstellung beiwohnten. Während bk ersten Feftvorstellungen etwas unter bcr Tcilnahmslosigkeir des Publikums litten, setzte das allgemeine Interesse bei dem Ringe sofort ein, unb so bot bas Haus an ben letzten Abenden ein festliches unb glanzvolles Bilb. Parallel mit den Feftvorstellungen gingen vier Darstellungen bcr „Ariabne von Naxos", die gleichfalls gut besucht würben. Im großen Saale ber Philharmonie finbet gegenwärtig eine Becthoo^nfcicr statt. Sie steht unter Führung bes Kapellmeisters Mengelsbcrg, bes Leiters bcr Museumskonzertc in Frankfurt a. M., unb wurde wohl in erster Linie für die Fremden berechnet, bic man zu Den Jubiläumsfesten m Berlin in großer Zahl erwartete. Ein be» sonberes musikalisches Interesse der Gäste hat sich freilich nicht gezeigt, unb so konnten Nenner bcr Berliner Musiloerhältnme von vornherein sagen, baß eine solche Veranstaltung in ben Sommermonaten mißglücken mußte. Der Besuch bleibt Denn auch hinter ben allcrbcschcibcnsten Erwartungen zurück. Musikalisch sinb die Aufführungen durchaus gelungen. Mengelsberg ist ein Aapellmeistcr von anerkannten großen Qualitäten, bas Philharmonische Orchester ist in dem Vortrag ber Werke Beethovens natürlich völlig sicher, unb bic Solisten Schnabel, Knote unb .Hiibermann gehören zu ben Stützen bes musikalischen Lebens unserer Zeit. Zum Vortrag gelangten Beethovens Sinfonien unb Ouvertüren und Lieber. Das letzte Konzert am Montag bringt bic Neunte Sinfonie. — Raffaels Sixtinische Madonna — ein Bilb b c s j ü n g st c n G e r i ck t e s ? Obgleich über Raffaels Sixtinische Madonna in Dresden bereits soviel geschrieben worden ist, so glaubt dennoch ber Petersburger Kun morscher E. v. Liphari bchaupttn zu Dürfen, baß bisher iwck niemand den eigentlichen Sinn der Komposition ersaßt habe. Wie er in einem Aufsatze der „Zeitschrift für bildende Kunst" mitteilt, verdankt er die Erkenntnis ber wahren Bedeutung des berühmten Werkes einem gelehrten, inzwischen bereits verstorbenen Freunde, dem Abbe Bonnet. Es ist, so sagt Liphatt, jedermann bereits bcr" impassible, fast starre Ausbruck der heiligen Jungfrau aufgefallen, und nock> mehr der ftrengc Ernst des Christuskinbes. Wie ist diese Charatteristik zu erklären ? Tic Mutter Gottes steigt mit dem göttlichen Richter auf dein Arme vom .Himmelsthrone herab zum jüngsten Gerichte. Ihre Mission als Vermittlerin ist vollendet: uncrbittlidi richte: der Sohn bic Lebenden und bic Toten. Tic hl. Barbara sieht machtlos auf bic zu richtenbe Menschheit heruieber, unb der hl. Sirtus ist entsetzt über die Gewalt, bic bem Richter gegeben ist. So schauen auch mrdstsam anbetenb Die Kinderengel zum Christuskinde empor. Dies die von Liphart aufgenommene Erklärung des Abbes Bonnet. Sie ist geistreich, aber von den verschiedensten Seiten her anfechtbar unb, um nur einen Punkt zu streifen, so md)cinr cs dock) im höchsten Grade als unwahrscheinlich, daß bei Richter bes jüngsten Gerichts von Raffael als Kinb auf den Armen feiner Mutter bargestellt fein sollte. _— Warum Verbi sein Abgeorbnetenm anbat aufgab. Der große Musiker Verbi wat. wie bekannt, eine Zeitlang auch politisch tätig, ober seine Tätigkeit als Abgeordneter i'agtc ihm wenig zu Gino Monaldi, ocr weben in italienischer Sprache eine umfangreiche Biographie Verdis ver- Art- Stsdt unb LanS» Gießen, 17. Juni 1913. Bom Gewitter. Wenn auch der vielfache Aberglaube, der mit der imwr- fantcn Erscheinung des Gewitters verbunden ist, allmählich iveicnt, so tritt doch nicht so leicht positives Wissen an seine Stelle. Und bod gibt es, abgesehen von der genauen natirrwiffenschaft lichen Erlenntnis des'Phänomens, sehr exakte statistische Daten darüber. Wir wissen, daß Berlin durchschnittlich im Jahre 17, Stuttgart 21, München 22 Gewitter l>at, und daß der gewitterreichste Regierungsbezirk Preußens Düsseldorf ist. Mit dem Jura freilich kann er sich nicht messen, dort zählt man ettva 150 Genutter im 3aIn. Wer an die Ostsee geht, wird wenig Gewitter erleben, in der Oberrheinischen Tiefebene desto mehr. In Italien vielten die Gewitter mit einer Turchschnittsgeschwindig- teit von 34,1 Äiliometer heran, in Süddeutschland mit 41,1 Kilo- meter, überhaupt kommen l>ei uns Gewitter aus Südwesten am raschesten, aus Osten am langsamsten. Bekanntlich bemißt lick die Entfeniun-g des Genütters nach der Zeit, die zwilchen Blitz und Donner vergeht, und kann auf rund 1000 Fuß für die Sekunde angesetzt werden. Tie längste, bekannte ckwttckeil- zeit Mischen Blitz und Donner stellte d'Mbadie mit 92 ^elün- beit fest. Das längste, bekannte Donnerrollen datierte 22,4 Sekunden. Der Schaden, deti der Blitz anrlchtet, ist trotz der v?rhau- dencn Blitzableiter nocki beträchtlich. Er beträgt für Dcuffchland 'rttoa 12 Millioneii Mark jährlich, von denen vier Prozent auf die Städte. 96 Prozent auf das platte Land satten, -tie Tnrchschnittsziffer der Getöteten beläuft sich in Preußen auf 103, die der Getroffenen aus 111 Der Blitz geht bckkatintlick seine eigenen Wege Die Mutter eines berühmten florentinr,cken Arztes wurde gettofsen, als sic ihn als einjähriges Kind auf bcnt Arme trug. Sie starb, er mürbe gar nicht verletzt. Sehr merkwürdig ist, daß die drei „Gleichen" Bürgen tn Thüringen, die aus drei verschiedenen Bergen liegen, in einer und derselben Nackt infolge Blitzstrahls obbrannten. Die Furcht vor deni Blitz ist bei den Menschen verschieden und äußert sich oft auf die seltsamste Weise Was Reuter von DörÄäuchttng erzählt, ist bekannt, weniger, das; die Marauise von Montespan beim Beginn eines Gewitters stets ein Kind auf den Schoß nahm und sich durch seine Unschuld geschützt glaubte. * ** Die HerbftüBungen des 1 8. Ar m e ckorps. Die verstärkte 49. Infanterie-Brig ade (Jnf.-«Req. 115, 116 Unb 168, Dragoner 24, F^ldart. 61, 1. und 2. Pioniere 25, J3. Train 18) manövriert vam 4. bis 6. September zwischen Steinau im Kreise Schlüchtern und Opperz im Kreise Fulda. Die verstärkte 50. Infanterie-Brigade (Jnf.-Reg. 117 und 118, Dragoner 23, Feldart.-Reg. 25, 3. und 4., Pioniere 25 und 4., Train 18) üben vom 5. bis 8. September zwischen Gelnhausen und Freien-Steinau im Kreise Lauterbach in Oberhessen. Die Brigüdemanöver der verstärkten 41. Infanterie-Brigade (Jnf.-Meg. 87 und 88, Drag. 6, Feldart.-Reg. 27, Unteroffizierschule Mebrich, 2. und 3., Pion. 21 und 1., Tlrain 18) findet vom 5. bis 8. September bei Babenhausen int Kreise Dieburg statt: die verstärkte 42. Infanterie-Brigade (Jnf.-Rcq. 80 und 81, Ulanen 6, Feldart.-Reg!. 63, 1., 4. und Scheinwerfers tzug, Pioniere 21 und 2, Train 18) manövriert zur selben Zeit bei Windecken im .Kreise .Hanau. Die H>e s s i s ch e (25.) Division mit Stab, .Kommcmdo der Pioniere des achtzehnten Armeekorps, Pioniere 25 und 3. und 4., Train 18 manövriert vom 9. bis 13. September zwischen Gelnhausen und Opperz. Die 21. Division mit Unteroffizierschule Biebrich, zwei Batterieu 1., Fußartitlerie-Regiment 3, Pio«» Niere 21 tnib 1. und 2., Train 18 manövriert vom 9. bis 13. September bei Mtenstadt im Kreise Büdingen. Am 15., 16. und 17. September finden in dem Gelände zwischen Steinau im Kreise Schlüchtern und Grebenhain int Kreise Lauterbach in Oberl?essen die Korps Manöver statt. — Während der Manöver 25. Division wird der Groß,- Herzog voraussichtlich auf Schloß Romrod residieren. " Abonnements-Konzerte. Beim 2. Abonnements-Konzert am Donnerstag, den 19. Juni, abends 81/i Uhr in Steins Garten wirkt der hochangesehene Virtuos der Tenor-Zugposaune Prof. Sarafino-AlschauSky, ehem. Solist des Großherzogs von Hessen, mit, der als ausgezeichneter Künstler bekannt ist. Außerdem bringt das Programm u. a.: „Capriccio", Op. 15, von P. Tschaikowsky, Große Fantasie aus R. Wagners „Tannhäuser", Ouvertüre über ein „Thüringer Volkslied" von E. Lassen u. a. mehr. ** Bon der Ortsgruppe des Bundes b er Den t - scheu in B ö h m e it wirb uns geschrieben: .Höher benn je erheben angesichts ber Ereignisse auf btm Balkan bic Slaven ihr Haupt. Richt zürn wenigsten in dem mit uns verbündeten Oesterreich, und schwer ringen hier die Deutschen gegen den stavischeii Gegner. AM heftigsten ist wohl dieser nationale Mwehrkampf in Böhmen, wv ja auch die letzten hochverräterisehen, gegen den Bestand Ocsterreicl)s gerichteten Ziele der Tschechen am klarsten zutage getreten sind. Trotz dieser Tatsache ist die Anteilnahme und die Unterstützung für bic bedrohten Deutschen in der Ostmark, deren Erhaltung und Stärkwig doch auch im Interesse Äscntlicht, stellt darin über diese Abgeordnetentättgkeit Verdis ein paar hübsche Aeußerungen des Meisters zusammen: „In der Kammer gibt es immer Streit," pflegte Verdi zu sagen. der ReiHsdeutschen liegt, bei uns noch sehr gering, biqer Erkenntnis ist hier eine Ortsgruppe des Bundes der Deutschen in Böhmen gegründet worden, die in werteren Kreisen das Verständnis für den Kumpf gegen das Slaventtim wockew will. Zu diesem Zwecke wird sie am 24. Juni einen Vortragsabend veranstalten, auf dem der bekannte deutschböhmrsche Landtagsabgeordnete und Mitglied des Reichsrats L> ch r c 11 e r über bic Bedeutung der nationalen Kämpfe in Oesterreich für bas Deutschtum in Mitteleuropa und ber Abgeordnete Morowitz über Zweck und Ziele des Bundes für Böhmen sprechen werden. Näl>eres wird nodj bc- kanntgegeben. Landkreis Gietzen. k. Großen-Buseck, 16. Juni. Verflossene Nacht geriet ein sremder Sänger, der dem GcsangSwettitrcit angewohnt hatte, aus Unvorsichtigkeit auf den Bahnkörper und wurde von dem aus Gießen cintrcffertben Zuge erfaßt und sofort getötet. Kreis Alsfeld. e. Ruppertenrod, 16. Juni. Auf eine 35jährige Dien st zeit als Gemeinderechner blickt Hch. Philippi zurück. Kreis Friedberg. r. Bad-Nauheim, 15. Juni. Das Regierungsjubiläum unseres Kaisers wurde durch Feilkonzert, italienische Nacht und Festbatl gefeiert. Die Veranstaltungen waren von sehr schönem Wetter begünstigt und erfreuten sich der Teilnahme einer froh gestimmten Menge. Namentlich am Abend, als Park und Terrasse im Glanze vieler Tausend Lampions erstrahlten, war der Andrang von Besuchern ein ganz gewaltiger. — Heute nachmittag fand auf dem Golfplatz daS Hockey-Wettspiel zwischen Frankfurt und Hannover statt. Der Besuch war sehr gut und die gebotenen Kämpfe hochinteressant. Den Sieg errang nach zweimal 40 Minuten Spielzeit die Mannschaft deS Deutschen Hockeyklubs Hannover mit 11:1. Kurdirektor Oberst v on Fra nke n- berg überreichte ber siegreichen Mannschaft einen silbernen Pokal und den Frankfurtern als Trostpreis einen silbernen Kelch. — In dem am kommenden Donnerstag stattsindenden Konzert wirken mit 36 erste und 32 zweite Violinen, 24 Bratschen, 24 Violoncelli und 18 Kontrabässe, im ganzen 134 Streicher. Hierzu kommen noch etwa 65 Bläser. Starkenburg und Rheinhessen. W Worms, 16. Juni. (Priv.-Tel.). In den Rheinischen Trockenwerken in Nheinbusch brach in der Nacht zum Sonntag Großfeuer aus, dem ein Trockenspeicher von 7 Stockwerk Höhe, 90 Meter Länge und 50 Meter Breite vollständig zum Opfer siel. 150 Waggon Getreide und 100 Waggon Futtermittel wurden vernichtet. Der Schaden, der außerordentlich hoch ist, ist nur zum Teil durch Versicherung gedeckt. Kreis Wetzlar. X Kinzenbach, 16. Juni. Zur Jubelfeier deS Kaisers fand am Abend ein Fackelzug statt, au dem sich die Schuljugend, sowie der Turn-und Kriegerverein beteiligten. Gleich- eitig wurde beim Fackelschein auf dem Schulhofe eine „Kaiser- sinde" geweiht. Hessen-Nassau. ~ Nodheim a. d. Bieber, 16. Juni. Am Samstag abend brannte es in ber neuen Häuserreihe an ber Krof- dorfer Straße. In dem Stalle des Bergmannes L. Bender war das Feuer auS noch unaufgeklärter Ursache zum AuS- briMf) gekommen. Die dichten Brandmauern, dazu die rasche Hilfe verhinderten eine weitere Ausbreitung. Der Stall ist mit seinen Vorräten vollständig ausgebrannt. Der Brandschaden ist durch Versicherung gedeckt. — Die Schulen unseres Bezirkes hielten ihre heutige Gedenkfeier auf dem Dünsbcrg ab. Die Kinder wurden mit Kaffee bewirtet. h. Hanau, 16. Juni. Im nahen Marköbel feierte gestern und heute bic Bürgerschaft bic hundertste Wieder- k ehr des "Tages, an bem bas Bürgermeisteramt in ben Besitz ber Familie S tr-oh überging. An der Feier nahmen Zahlreiche Bcrtteter der verschiedenen staatlichen Behörben teil. h. Frankfurt a. M., 16. Juni. Bei ber gestern am Rebstock abgehaltenen FlugZcngparabc kam es zwischen bem nach mehreren Tausenden zählenden Publikum und ber Leitung zu schweren unliebsamen Auftritten, ba bic Veranstalter nickt im entferntesten bas boten, was sie tagelang vorher mit großem Tamtam anqelüubigt hatten. Es würben lediglich^ ctiva 10 'Flugzeuge als Ausstellungsobjekte vorgefühn. Das „Sck>au- unb Parabeflicgeu" bestand in einem einzigen Aufstieg des Fingers Trautwein. Äuff Grund dieser schweren Enttäuschung verlangten die Zuschauer ihr Eintrittsgeld sttirmisch zurück, die Polizei mußte alles nufbictcn, um Ausschreitungen zu vermeiden. h. Höchst a. M., 16. Juni. Aus Anlaß des kaiserlichen Regicrungsjubilämns haben die Familien der Gründer der Höchster Farbwerte bem schon bestehenben Grundkapital von 50 000 Mark zur Bekämpfung ber Tuber ku lose im' Kreise Höch st eine abermalige Stiftung von 50 000 Mark hinzugefügt. „mau verliert seine Zeit und stirbt vor Langerweile". Verbi verließ den Sitzungssaal lieber, als er ihn betrat, laib als er sein Mandat ni eher gelegt hatte, gab er einem Freunde folgende Erklärung, warum er bas getan habe: „Als Cavour noch lebte, richtete ich mich nach ilstn und stand auf oder blieb sitzen wie er, wenn abgestimmt wurde und war sicher, keine Dummheiten zu begehen, lucnn ich seinem Borbilde folgte ...... Jetzt sitzen da nur noch einige Herren, bic sicherlich sehr tüchtig sind, mit denen ick «mich aber nicht recht verstänbigen kann, so baß ich fürchten müßte, Fehler zu machen." — Was eine Pariser O p e r u v o r st c l l u n g kostet. In bem Bericht über bas Budget ber Künste, den M. Coupba dem französischen Senat vorlegte, nnrb Klage darüber geführt, daß die staatliche UMersttitzung der Ober in Frankreich gegenüber den Auswenbungen anberer Staaten zu niedrig wäre. Tie Schwie rigteiten wachsen für die Pariser Oper von Jahr zu Jahr, ba bic Kosten ber Aufführungen immer höher werden, während bic Subvention unveränderlich bleibt ober sogar herabgesetzt wirb. Eine Aufführung in der Oper erforbert einen Kostenauswand von 21 000 Frs., von denen 1000 Frs. durch den Beitrag des 'Staates gedeckt werden, so daß also 17 000 Frs. anfzubringeu sind. Auch in der Opera Cowiguc sind die Posten bedeutend gestiegen: während noch vor 20 Jahren eine Aufführung nur 4500 Frs. erforderte, muß man heute mit 7000 Frs. durchschnittlich rechnen. — Maul und Klauenseuche beim Menschen. In der Königl. Medizinischen Akademie von Irland berichtete i$. M. O'Bricn über einen Tierarzt, ber von einem verdächtigen Sckraf in den Finger gebissen worden war und trotz sorg- fähigen Verbandes nach 3 Mocken erkrankte. An beiden Händen trat Rötung, Scknvellung und ein dunkelroter AusseÄag mit Blasenbildung auf Auch im Munde traten Bläschen auf. Die Zunge war geschvollen. Spreckwn, Kauen tmb Selchuckcn waren schmerzhaft. An ben Füßen trat besonders nachtt Zucken und Stechen ans. Nack zwei Monaten konnte der Kranpe wieder seinem Berus nachgehen, obwohl immer mxft ziemlich angegriffen Gelegentlich dieses Berichtes E. M. O'Brien's erwähnte Mel tarn eine große 1880 in Dover ausgebrochenc Epidemie, die durch Milch (besonders Rahm) kranker Kühe verursacht wowen war. vezirksturnsest in Heuchelheim. Ts traten 11 Zöglingsriegen mit 251 Turnern an. Preise erhielten: 1. Preis Otto Gibb-Wetzlar mit 861,3 Punkten: 2. Karl Degen- Grvßcn-Linbcn 84Ve; 3. Willy Schmidt-Heuchelheim 84: 4. Hch. NcußoGießcii, T. V. 83: 5. Aug. Bolkmann-Heuchelheim 82; 6. Georg Rchbein-Wetzlar, Bruno Fix, Gießen (Mtv.), Fr. Volkmann, Heuchelheim 81'/,: 7. Ad. Kreiling, Heuchelheim 81: 8. Karl Euler, Gießen iMtv.) 801/2; 9. Karl Leisler, Gießen , Will). Wörner, Albshausen, Heinrich Magnus, Großen- Linden, Will). Marx, Gießen iMtv.) 80: 10. Wilh. Schneider, Gießen ,Tv.), Karl Ruhl, Grünberg 79'/_>: 11. Wilh. Keiner, Berghausen 79; 12. Rud. Gilbert, Heuchellwim, Friedr. Keßler, Hermannstein , Lubw. Jfan, Mlenbors a. b. 2., Aböls Rinn, Gießen (Mtv.i, Otto Stein, Grünberg, Karl Lick, Münchhosishausen, Herrn. Harrig, WeKar 67: 35. Ernst Gerlach, Wetzlar, Joh. Aumann, Lonbon 66: 36^Karl SemMler, Grünberg, Hck. Rabenau, Treis, .Hans Martin, ^tem- borf (T.- u. Sp.-V.), Friebrich Schnorr, Münchholzhausen, Ludw. Steinmüller, Großen-Linden 65h»; 37. Karl Strack, Gießen v£D-v Bernhard Gaßmann, Großen-Linden, Hermann^Wagncr, Heuchel'- heim 65; 38. Hch. Schäser, Daubringen, Friedrich Heinrich, Allendors a. d. L., Franz Kleiß, Dutenhosen, Heinrich Grün, Berghausen, Armin Schön, Ruttershausen, Joh. Weber, Hochelhcrm 64; 39. Otto Volk, Großen-Linden 63; 40. Heinrich Räuber, Treis, Ernst Söhncl, Gießen (Mtv.) 62'/»: 41. Georgs Kornmann, Wetzlar, Friedrich Jung, Hochelheim 62; 42. Karl commcr, Watzenborn 61V»; 43 Aug. Schmidt, Robheim (Mtv.), PH. Schmibt, Rodheim »Mtv.) 61: 44. Wilh. Wal, Lick, Hch. Bott, Londors, Will>elpr Schneider, Wetzlar 60' »: 45. Karl Nickel, Wetzlar, Jak. Werner, Albshausen, Rich. Leopold, Laubach 60: 46. Rud. Halm, Grimberg, Ernst Jäger, Gießcii (Mtv.) 59V»: 47. Heinrich Marttn. Hochelheim 59: 48. Heinrich Schlccubcckcr, Krofdorf, Heinrich Rock, Treis a. d. Lda., Heinrich Keller, Burgsolms 58'/»; 49. Karl Fischer, Gießen (Tv.h Wilh. Dörr, Hörnsheim, Ernst Drescher, Krofdorf, Friedrich Sckstiufler, Biskirchen 58; 50. Wilb. Bicrau, Daubringen (Tv.) 57'/»; 51. Heinrich Stein, Großen-Linden, Heinrich'Völkel, Aßlar, Karl Luh, Leihgestern, Wilh. Schenk Steindorf iT - u. Sp-V.) 57; 52. Hermann Reidel, Heuchelheim, Karl Bechtold, Gießen ^Mtv >, Hch. Gombel, Berghausen, Alfred Steiger, Oberbiel, Heinrich Weber, Allendors a. d. L., Paul Krüger, WctzlarMiebergirmcs, Ludwig Größer, Großeu-Lindeu, Wilhelm Funk, Leihgestern 56'.2; 53. Wilhelm Petro, Hockelhemi, Auguit Berghäuser, Aßlar, I. Falk, Burgsolms, Georg Martini, Leihgestern 56: 54. Hans Hauser, Gießen >Tv.>, Wilhelm Häuser, Leihgestern, Joh. Rabenau, Treis a. d. Lda. 55' 255. Wilhelm Hermann, Großen-Linden, Ernst Feuscr, Krpfdorf 55; 56. Wilh. Walther, Daubringen, Otto Velden, Leihgestern, Adam ^chauin- burg, Robheim (Mtv.), Heinrich Will, Treis a. b. Lda., Ernst Schneider, Gießen (Tv.) 54'»; 57. Ludwig Schäfer, Daubringen, Hermann Renner, Hcuchclheiin, Heinrich Engel, Lützellinden 54; 58. Heinrich Junker, Großen-Linden, Otto Böcher, Gießen (Mtv.), Adolf Biedenkapp, Gießen -Mtv.), Hans Rinn, Heuchelheim 53'/»; 59. Heinrich Luh, Allendorf a.d. L., Karl Albert, Gießen ,Tv.>, Jakob Grasse, Wetzlar, Willi Schlapp, Krofdorf 53; 60. Hermann Debus, Aßlar, Heinrich Scharf, Laubach 52' 2; 61. Hch. Druschel, Wetzlar-Niedergirmes, Wilhelm Diehl, Aßlar 52; 62. Karl Junker, Großen-Linden, Albert Nees, Gießen , Otto Volkmann, Heuchelheim 51' 63. Fritz Grau, Gießen (Mtv.), Wilhelm Fung, Albshausen, Friebrich Zeckler, Wetzlar 51: 64. Hch. Fischer III., Biskirchen, Wilhelm Luh, Leihgestern 50'/»: 65. Wilhelm Größer Großen-Linden, Mbcrt Schuster, Wetzlar, Otto Zimmci', Lauter 50; 66. Wilhelm Lotz, Biskirchen, Georg Stamm, Wetzlar 49'/»; 67. Albert Hankel, Großeu-Liiiden, Georg Amend, Gießen (Tv.) 49; 68. Ferb. Würtz, Krosbors, Karl Lang, Großen-Linden 48'/?: 69. Karl Krauskopf, Robheim lMtv.), Wilhelni Sabber, Treis a. d. Lda., Ernst Schmibt, Robheim (Mtv. ) 48: 70. Friedr. Engel, Lützellinden 47'..; 71. Karl Bernhardt, Naunheim 47; 72. Peter Christ, Albshausen, Heinrich Mootz, Grünberg, Friedrich Baumann, Gießen (Tv.) 46; 73. Heinrich Schmidt, Robheim (Ältv.), Peter Schmidt, Steinborf (T.- 11. Sp.-B.) 45'/»; 74. Preis Karl Franz, Lützellinden mit 45 Punkten. Sport« — Radsport. Am vergangenen Sonntag hielt der Gau 9a Sieg—Lahn des Deutschen R a d s a h r e r b u n d e s seine Preissahrt über 100 Kilometer auf der Strecke Marburg— Biedenkovs—Laasphe—Feudingen und zurück inner Leitung des Gail-Fahrwartes iRarx°(Äießen ab. Das Ergebnis ist folgendes: a) Junioren: 1. O.' Rüdiger (Germania Gießen) 3 Stunden 12s Minuten (Gaurekord), 2. L. Notschild 1 Kirchhain) 3 Std. 135 Min., 3. W. Kliukter (Großen-Buseck- 3 Std. 17° Min., 4. K. Hartmann (Germania Gießen) 3 Std. 215 9)1 in., 5. H. Ester (Kirchhain) 3 Std. 22'5 Min., 6. Th. Zutt (1885 Gießen) 3 St. 24'° Miu„ 7. L. Neideling (Germania 'ließen) 3 St. 26 " Min., 8. R. Schönhals (1885 Gießen) 3 Std. 38''' Min., 9. E. ttiiverzagt (1885 Gießen) 3 St. 39" Akin., 10. H. Steil) (Gießen) 3 St. 47 46 Min., 11. K. Malier (1885 Gießen) 3 Std. 54" Min., 12. H. Rinslaud (Gennaiua Gießen) 3 Std. 5630 SDtin., 13. K. Boller (1885 Gießen) 3 Std. 564ä Min., 14. W. Mülich (Marburg) 4 Std. 630 -Dtin., 15. O. Bauer (Germania Gießen) 4 St. 810 Min.; b) Senioren I: 1. Ä. Muhl (Germania Gießen, 3 Std. 57IS Min., 2. E. Funke (Germania Gießen) 3 Std. 5815 Min., 3. E. Lauer (Germania Gießen) 3 Std. 591S Minuten. riilLversttcits-NachrZch-ett. Marburg, 16. Juni. Ernannt wurde der Prozessor an bet Königlichen Akademie zu Posen Dr. Richard Hamann zum ordentlichen Professor der Kunstgeschichte an der Universität Mar- b u r g. Dr. Hamann übernimmt fein neues Lehramt mit Beginn des kommenden Wintersemesters.— Dem Privatdozenten für gerichtliche Psychiatrie an der Universität Halle a. S. Dr. med. Ernst Siefert und dem Privaldozenten für Ehemic an der Technischen Hochschule zu Hannover Dr. Hermann Decker ist der Prosessortitel verliehen worden.— Katogamen. Daß ein auf bic Wissenschaft gerichteter Sinn und ein süller Gelchrtenarbeit gcnnbmrtcö Leben schlechte Voraussetzungen für eine glückliche Ehe sind, ist bekannt. Ebenso weiß man, baß große Gelehrte, bie birrd) die Ergebnisse ihrer Forschungen die wissenschaftliche Welt beherrschten, sehr oft ber kleinen Welt bes eigenen Hauses recht hilflos gegenüberftanben unb oft zu ben Pantoffelhelden ober betrogenen Ehemännern gehörten. Jetzt erhebt Heinrich Klenz in ber Zeitung für Bücher fr ninbe solche Erfahrung fast zur Höhe einer allgemeinen gültigen Theorie unb prägt den witzigen, den botanischen Gattungen ber Phancro- unb Kryptogamen nachgebildeten Ausdruck „„Kakogamen" für die unglücklich verheirateten Gelehrten. Klenz hat schott Vorläufer gehabt, bic sich in bickleibigenl Bückwrn Ifödft evnftlyaft mit diesem Gegenstand beschäftigt haben. Johann Adam Bernhard hat in seiner „Eurieuscn Historie derer Gelehrten", bic im Jahre 1718 zu Frankfurt a. M. erschien, ben „Gelehrten, bic eine unglikttidj-e Ehe gehabt" ein befondeves Kapitel gewidmet, dem er fast als Leitsatz voransetzt: „Es ist den Gelehrten nicht gut freien." Ein anberer, ein Student Gottlob Matthäi aus Lanban, stellte am 19. unb 21. Dezember 1705 an der Leipziger Universität eine gruubgelehrtc lateinisch geschriebene Dissertation zur öffentlichen Bespreckmug, bic ben Titel trug; „De malis crubitorunfl uxoribns vulgv" Von der Gelehrten bösen Weibern. Sie hat zwei Teile, einen geschichtlichen und einen moralischen Um nur ja niemand zu vergessen, beginnt Matthäi mit ?Ibam, dem er Hiob, Sokrates, Leonides aus Elis, Palladas, Gorgias und viele andre mehr folgen läßt. In seiner Dissertation berücksichtigt er nur rFrauen, die als zänkisch unb wütig bekannt waren. Die Jlrbcit ist trotz ihrer Grünblichkeit mit einem starken Temperament geschrieben, aus bem ein großer Frauenhaß spricht. Tic Liste, die von Bernharb unb Matthäi ausgcitelll in, laßt sich nun bequem weiter ergänzen. Da erschien als Hauskreu-lräger Riaechiavelli, Matthäus Anrogallus, Luthers Gchilie bei der Bibelübersetzung, der bekannte Leonhard Thurncuser, Lafontaine, der Dichter Mühlpforth, der sich zum Trost das Buch Dwv übersetzte. Ferner ber Polyhistor Hermann, ber seiner 'Brant bic Wahl überließ, in welcher Fakultät er promovieren ialle, „muß in der Fakultät, des Ehestandes am sckm>ächsttn gcweicn. sein, ba seine Frau so viele Varianten suchte als >hr 1-cn- daitt", wie ber Ehronist bemerft. Auch Sinne batte unter einem bösen Weib zu leiden, unb ben Göttinger Pros 'N" betrog seine Frau mit einem 'Schienten. Er wan sie aus oön Hause. 1757 wurde sie in Braunschweig ji ) 2 ^Jahren Zu Ophaus verurteilt. Dem entzog sie sich durch die Fluck'.: DaniDft ärgerte Scktcidt sich zu Tode! , , Man denkt auch an Bürgers lütmürbigc Ehe, an Z2ü)aiM> Werner und Heinrich Heine, Grabbe und Anzengruber. -Per Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik siebenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Unter»23cgfurlh. 13. Juni. In einer Notiz vom 12. Juni war zu lesen, daß ein lnesigcr Qwvobncr bei dem Bahnbau der 5 treffe Schlitz—Niederaula ein glänzendes Geschäft dadurch machte, daß ihm für einen Teil seiner Gdjeune, der zum Baugelände ennorben werden mutzte, 6000 Mk. bezahlt wurden. Es itrirb also damit gesagt, daß die ihm bewilligte Summe weit über den Wen des angc tauften Glckäudes hinausginge. Diese Behanptting klingt doch etwas unwahrscheinlich, nxnn man bedenkt, daß die an dem Dahnbau interessierten Wentern brn das Gelände an kaufen müssen und der Geländeerwerbsausschus'., der sich auS dem Kreisrat, einem lech» nisch gebildeten Sachverständigen und einigen Bürgermeistern der beteiligten Gemeinden zusammensetzte, >vobl im Interesse derselben keine so hohen Summen bezahlen wird, die iächt annähernd im Verhältnis zum Wert stehen. Cher spricht der foerr Einsender dem Ausschuß jeglich^' sachverständige Urteil ad. Wenn er nxiter schreibt, daß nach sachverständigem Gutachten das Angebot von 6000 Mk. weit über den Wert der ganzen Scheuer bemessen war, dann tatet sicher nur sein eigenes „sachverständige" Urteil in Betracht kommen. Daß wir ihn aber als „Sachverständigen" nicht Ernst zu nehmen haben, beweist die Tatsache, daß die Scheuer für 12 000 Mk. in die Feuerversicherung ausgenommen ist. Wenn der Eigentümer nur 8000 Mk. forderte, so rechnete er mit dem Umstand, daß er das gesamte Material beim Neubau wieder benutzen konnte. Was nun die Behauptung anbetrifft, der Besitzer werde von einem Anbau absehen, weil der übrig- bleibende Teil für seinen landwirtschaftlichen Betrieb ausreichen würde, so ist dies die reine Unwahrheit, denn der wegfallende Teil, der,in genanntem Artikel als „Schenerecke" bezeichnet wird, ist nicht so unbedeiuend, daß man auf ibn verzichten kann. Im Gegenteil, der Besitzer ist gezwungen, senk in der Erntezeit an- zubauen und daß er dadurch wirtschaftlich geschädigt ist, liegt auf der Hand. Tabei blieb noch die durch den Wegfall des Baues herb ei geführte Verunstaltung des Hofes und feuersicheres- Verwahren der Scheune unerwähnt. Also von einem so glänzenden Geschäft kann hier gar keine Rede sein. -oitiistg hielt der Gau 8, ahrerbnndes feine der Strecke Mrburg- tiirf linier Teilung i Ergebnis ist jolgenbei: nie Gießen) 3 eiunto lirchhain) 3 Sld. 13s Bin, i5 Min,, 4. S. Hartum 5. h. Ester (flirten -jeßen> 3 St. 2416 Bis, 26-° Min., 8. R. 6*i- . llnoerzcigt (18856^' t. 47" Min., 11. p. Ninslnnd (>: Vilhelm Sabber, Treis 14S: 70. tfriebr. Gngcl, launbeim 47; 72. Peter ünbctg, Friedrich Bau« dimibt, Rodheim (Mtv.), ) 45u; 74. Preis Kail , ginn Md cm W« SW s-sS *,sS*sS» und pragl okv w*««' [C MlUllu . dicgeib'ß^ LA,-SS gehabt 3‘V ,Z '■ M voraus xcr Letp-l?^ öß-tü Sctg arl J»."Ä ^-Aorgi-^a Äi,fr^Lren. r G-B OO 11» i“' M 1“"' . i# tu* »ten tO-S «roße Geograph Peterrnann ließ sich nach 25sächriger The scheiden nm etne Frau zu betraten, die .er durch eine' HettatsMrnomck Fennen lernte Tr war ein Fanatiker der Crbnung. Weil nun feine Frau beharrlich die Ordnung feines Studierzimmers störte erhängte er frei nach einem Vierteljahr. — Mit dem pädagogischen Schriftsteller Gustav Herbrich, den seine Frau 1910 erschoß, und bem Arckaok.^cn ?rich Blume, dessen trauriges Schicksal in aller Gedackstnis tit, haben wir diese Liste bis in innere Tage geführt, bre Liste der Manner, deren nnglüciliches Schicksal doch eines lcickst taunfd>en Anstrichs nicht entbehrt. Göttinger Studentensprache im vesreiungrjahr. Tic Bedeutung der Studentensprache für unfern deutschen Wortschatz ul vrm Forschern wie Behage! und Fr. Kluge längst erkannt und festgestellt. Biele ihrer Wörter sind derart in die Sprache eingedrungen, daß sie auch von Nichtakademisern gebraucht werden und ihre Herkunft aus dem studentischen Leben gar nicht mehr empfunden wird. Authentisches Material zur Feststellung der Herkunft dieser Worte liefert ein Bück>- leitt, „Der Göttinger Student. Oder Bemerlüngen, Ratschläge und Belehrungen über Göttingen und das Stndentenlebcn auf der Georgia Augusta", das genau vor hundert Jahren im Vcr läge von Vandenhoeck & Ritprecht in Göttingen erschienen und dessen Verfasser ein Student war In einem schmucken Neudruck im Biedermeierstile Hai der Verlag das kleine Buch neu heraus- gegeben Jsl das Büchlein an sich schon ein getreues Spiegelbild studentischen Lebens im Jahre der Befteiung, so gewinnt es für Freunde der Studentensprache ein erhöhtes Interesse durch die Beigabe einer Sammlung gebränck lickst.-r Ausdrücke und Redensarten der Studenten. Die damalige 3enhir des Königreiches Westfalen, zu dem Göttingen gehörte, hat leider dem Verfasser manches gestrichen. Ans der Fülle des Interessanten sei hier einiges mitge.teilt, das uns heute nickt mehr geläufig ist, aber den Witz der Studenten vortrefftich zeigt. Ist die Heimat eines Studenten nicht über zwei Meilen von Göttingen entfernt, so -wird er ein „.Kümmeltürke" ge^ nannf. Der Student im 1. Semester hieß wie auch heute noch „Fuchs", im 2. Semester „Brander". Dies Wort ist uns aus dem „Faust" geläufig, wo Goethe es aber als Tigennamen, verwandt tat. Für unser- „Schwänzen" sagte man damals „einen Schwanz riskieren", d. h. aus der Vorlesung wegbleiben. Hingegen bedeutet „per Schwanz hören" soviel wie eine Vorlesung ohne eingeschriclnn zu sein anhören. Wenn die Uhr „Gevatter steht", so befindet sie sich im Leihhause. Will der Studio einen Schnaps trinken, so zieht er „einen Schnabem". Sicht etwas hi'ibsck aus, so sagt man: „Eh! Tas macht sich zart!" Die Tliontrfeife nennt er einen „Thonprügel". Das Wort „schießen" wird im Sinne von wegnehmen gebraucht. So sagt man: „Du hast mir den Stock geschossen!" „Puff" bedeutete soviel wie Pump. Fremdartig ist die .Herkunft des Wortes „Bommer" fiir Glück. Man gebrauchte es etwa in der Phrase „Rasendes Pommer haben". Vielleicht ist es eine Verhunzung des französischen bonbeur. Die Würfel heißen „Tie Mun tcren", ein vielleicht der Gaunersprache entlehntes Wort. Ist iemand ein Träumer, so nennt man ihn einen „Tämmerfürsten". Gerät man in Erstaunen, so „kriegt man den Blassen". Tie damaligen guten Groschen hießen „Gute Morgen". Statt Spezies- Talei' wurde „Svuz" gesagt. Tas Wort „Flor", das heute mir nock in der Zusammensetzung „Tameifflor" gebraucht wird, ist ein Ehrentitel des weiblichen Geschlechts. Ist man unhöflicher, so I pridyt man une auch heute noch von „Besen", bildet aber nach den verschiedenen Ständen imb Gewerben zum Teil nicht mehr- gebräuchliche Zusammensetzungen wie „Florbesen", „Cattun- beien", „Waschbesen", „Mcbenbefen". Jeder Student hat na- türlich sein „Bussemmt", aber, wie der Verfasser schon damals bemertt, denkt er nur selten daran, ihm treu zu bleiben. Vermischtes. * Eine wichtige Quelle für die Familien- Gesckichtsforschung. Man pflegt zu sagen, unsere Zeit habe nur ein Interesse für die craftcn Wissenschaften, für die Naturwissenschaften und die Technik. Und in der Tat ist es nichk zu leugnen, daß 'btc Geschickte im allgemeinen nickt mehr ine Stellung bat, die sie vor einem Menschenalter einnahm. J»rdes gibt es besondere Zweige der Historie, die, im Gegensatz zu früher, weit liebevoller gepflegt werden. Das sind nament lieh die Heimatgeschickte und die Familiengeschichte. Für diese letztere ist auch in bürgerlichen .Kreisen ein ganz besonderes Interesse entstanden. Dafür ist nicht nur überall das Verständnis erweckt, sondern es wird darin auch zurzeit erheblich gearbeitet und Hervorragendes gdeieftet. Da ist es nun eine alte Klage, daß die Quellen für die Familiengeschichte leider allzuoft mit der Zeit des Dreißig!ährigen .Krieges anfhören. Dieser bat zahllose Städte, Dörfer und Herrensitze in Flammen aufgeben lassen oder durch gründliche Plünderungen heimgesucht. Und die alten Papiere, die auf unsere Fragen eine Antwort geben könnten, sind auf Nimmerwiedersehen verloren. Um so größeren Wert besitzen die Archive, die diese Stürme überdauert haben Eine hervorragende Stellung in der Beziehung nehmen die alten Akten des Neichskammergerichts ein. Von ihrem Wert für die Kulturgeschichte und die Familienforschmtg handelt ein Artikel in der Nr. 21 der „Gartenlaube". * Ein Hieb. A: „Wie fommt es nur, daß Sie immer in Schulden stecken? (Schämen Sie sich gar nicht?" — B : „Na, reden Sie nicht so: Sie hätten vielleicht auch Schulden, wenn —" A.: „Nun? . . wenn?" — B.: „Na, wenn Ihnen einer was pumpte!" vüchertisch. — Gricbens Reiseführer, Band 57: ^Kopenhagen und dänische e>eebäber", 24. Auflage Mit 4 Karten und 4 Grundrissen >M. 2.—) Verlag Albert Goldschmidt, Berlin W. 35. Dieser Führer, von einem guten Kenner der dänischen Hauptstadt bearbeitet, ist soeben in neuer Auflage erschienen mit sorgfältig revidiertem Text ynb hartenmaterial. Das Kapitel der Kunstschätze, die Kopenhagen in so reichem Maße aufzuweisen bat, ist in der neuen Auftage durch eine ausführliche Beschreibung der H irs chs v ru n g s che n Gemälde- u. Skulpturen sammlung, die zahlreiche Werke älterer und moderner Künstler enthält, vermehrt worden. Eine weitere Bereicherung hat der Führer, durch die eingehende Abhandlung der schön gelegenen und viel besuchten Seebäder an der Nord- vstküste Seelands, gefunden. Da auch alle auf das .Hotelwesen bezüglichen Angaben mit großer Genauigkeit zusarnmengestettt sind, kann der Führer jedem Besucher Kopenhagens und der Umgebung als vortrefflicher Ratgeber bestens empfohlen werden. Neben der großen Ausgabe hat der Verlag noch eine kleine Ausgabe zum Preise von M. 1.— herausgegeben, die für einen kurzen Aufenthalt ausreichen dürste. — Der Frühsommer hat es in diesem Jahre besonders gut gemeint, und früher als sonst ist dem vielgevlagten Alltagsmenschen Gelegenheit geboten, nach des Tages Arbeit Ruhe und Erholung im Garten zu finden. Das Verständnis für die Anlage und Pftege des Gartens zu wecken und zu vertiefen, ist die Aufgabe einer kleinen Schrift, die soeben unter dem Titel ,D e r H a us- garten* aus der berufenen Feder des Gartenbaudirektors Janson in der bekannten Sammlung der Velhagen und Klasingschen Volksbücher erschienen ist. Ein reicher, zum Teil mehrfarbiger Bilderschmuck gibt in typischen Beispielen ein Bild von der modernen Gestaltung des Gartens und seiner Bepflanzung. Diesem Bändchen schließen sich vier weitere an, die gerade zn Beginn der Sommerreisezeit allen ivanberfroben Lesern besonders willkommen sein werden. A. Trinius, der Vielgewanderte, führt uns in die lachenden Auen Thüringens und an die rebenschweren Hier der TI oj e I, Gustav Uhl erzählt uns in warmemvfundener, humorvoller Schilderung vom Harz und seinen sagenumwobenen Höhen und Tälern, und W. Dreßler zeigt uns in Wort und Bild, wie zauberhaft schon das Riesengebirge zur Sommerszeit und nicht minder im Winterkleide ist. Erwähnt sei noch, daß and) diese geographischen Bändchen eine überaus reiche, teils mehrfarbige Illustrierung aufweisen und wie alle Bände der Sammlung nur 60 Pfg, kosten. Märkte. Gießen, 17. Juni. M o rktberi cht. ?hif lentigem Wochen* markte kostete: Butter das Pfund 1,10—1.20Mk^ Hühnereier 1 Stück 7—8 Bfg^ 2 Stück 0 Pfg^ Enteneier 1 Stück 8—0 Pfg., Gänseeier ISt. 12 Pf^ Käse das Stück C—8 Pfg., Kasematte 2Ctück 5—6 Pfg., Tauben vr Br. 0,80—1,00 Alk., Hühner pr. Ct. 1,00—1,60 Mk., Hahnen vr. Stück 1,50—2,50 Mk„ Gnfcit pr. Ct. 2,00—3,00 Mk., Gänse das Pfd. 00—(0 Pfg^ Ochsenfleisch pr. Pfd. 92—100 Pfg,, Rindfleisch vr. Pfund 90—94 Pfg., Kuhfleisch 80 Pfg- Schweine« fleisch pr. Pfund 84—100 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd/ 94—98 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfd. 70—96 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kq. 6.00 bis 5.50 Alk., Weißkraut das Stück 00 bis 00 Pfg., Zwiebeln per Ztr. 0,00—0,00 Mk., Milch das Liter 22 Psg« Rüffe 100 Stück 50—60 Psg^ per Ztr. 0—00 Alk* Birnen das Pfund 12 bis 15 Pfg., Aepfel der Zentner 00 bis 00 Mk. Marktzeit von 7 bis 1 Uhr. Verantwortlich für „Aus Stadt und t'anh" i. V.: K. Neu rat h. Müller'sche Badeanstalt. W as s e rw är m e d er L a hn am 1 7. Iu n i: 16 0 R. 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Js. auf dem Ttefbauamt zur / Einsicht der Beteiligten offen und sind Einwendungen / dagegen bei Vermeidung des AuSschluffes innerhalb der- selben Frist bei mir vorzubringen._________________B17/a Die diesjährige öffentliche Impfung in der Stadt Gießen wird, beginnend nm Mittwoch, den 11. Juni im Jmvstokale — Schulgebäude Neustadt 61 — für die nächsten 5—6 Wochen jeden Mittwoch, nachmittags 5—6 Uhr, abgebaltcu werden. Jnivwflichtig nn laufenden Kalenderjahr find die im vorigen Jahre geborenen Kinder, • sowie die Rückständigen aus früheren Jahren. Die hiesigen Einwohner, welche imufpiUctitige Kinder haben, werden zur Benutzung dieser öffentlichen Ternnnc mit dem Bemerken eingeladen, daß alle in denselben vor- gcnommenen Jnipsunaen uncntgeltlich sind. Wer die Termine nicht benutzen will, muß die Impfung seines pflichtigen lindes bio zum Fabresfchlnssc auf feine Kosten bewerkstelligen lassen, widrigenfalls ihm im Januar nächsten Jahres eine vierwöchcntlichc Frist zur Nachholung der Fmvfnng unter Strafandrohung , gefetzt wird. Außer den Pflichtigen werden auch Kinder, welche im laufenden Fahre geboren sind, auf Wunsch ihrer Vertreter geimpft. Alle in einem Termine geimpften Kinder müssen in dem acht Tage später abgehobenen Termine zur Nachschau nochmals erscheinen. Kinder, deren Zurückstellung von der Impfung wegen Kränklichkeit beansprucht wird, können gleichfalls tient Iinpfarzte in den öffentlichen Terminen vorgestellt werden. Die Jmpstinge müssen mit reiner Wäsche und rein gewaschenem Körper zur Jtnvfnng gebracht werden. Es rvird nur an einem Arme mit Lymphe aus dem Landes- imvfüntitut geimpft. Kinder aus Familien, in denen ansteckende Krank j heften herrschen, dürfen nicht in die Termine gebracht ; werden.__B‘% 1 Betrifft: Qfsenlegung derFlnr- u.Parzellcnvermcssuugc' refultatc der Fluren 7—19 und 10—60 der Gemarkung Gießen. In der Zeit vom 16. Juni bis 16. September d. liegen aus dem Stadthaus Gießen — Zimmer 6 — weri- !ags von 8—12 Uhr vormittags und 2—4 Uhr nachmittags (Samstags nur von 8—12 Uhr) nachfolgende, neu auf* / gestellte Katasterakten der Fluren 7—19 und 40—60 der Gemarkung Meßen offen: a) die Flurkarten, b) die Ueberffcht des Flächengehalts der einzelnen Fluren nach den Resultaten der Flurvermessung. Bemerkungen hierzu sind innerhalb 3 Monaten schriftlich einzureichen. . ... Ferner liegen daselbst in der Zeit vom 16. Ium pte 26. Juli die Parzelleuvermessungoakten des neu errtch teten Katasters dieser Fluren offen und zwar: a) das topographische Güterverzeichnis, b) ba§ alphabetische Namensverzeichnis, c) die Parzellenkarten, L. _ d) die Originalgütergefchosse. . br« RLllamarwnen ünb innerhalb dieser Zeit vorzuhrrngietz. -Die hei tlr. 10 ass: .,1#' ^'cU'-’JnKre JktlfnrötK« Lciinnt nj'5 Perllick». Slbrefie ’!ir Anzeiger '>> D0!1 für di- Taqes hjs voriintlng- Hltö i Gestern 1 Mesundeib ä nßmich en <7 ivegen seiner । ein frohes, e deutschen Bu schart, und d Wnig von 5 schöne ZeMi voll überall Reichsgedanke mü schlichten äußerst symp Sachlvalter d Haupte oblieg tage denn nr fte^en in voll [ich werden in dieses M Reich stia.gsaü Frn