Nr. <95 Ter Siebener Anzeiger cridjeint täglich, außer EonutagS. - Beilagen: viermal loöcbevtlid) Githcaer.^omilirnbläller, K dlattfdrden UreirSiehen (Tieustag undFreilag). zweimal monntl. Land wirtschaftliche Scilfragtn nernipicd) - Anschlüße: hlr die Redaktion 112, Verlag n. Expedition 51 Adiefsc für Depeschen: Anzeiger Wici-e». Annahme von Anzeigen für ixe Tagesnninnier tiv vormittags 9 Uhr. Erster Blatt IbS. Jahrgang Dienstag, l9. August 1913 ' ew WT" W Vfezuas-rei«. - A W> ▼ '''onatlich75Pl^viertel» A jA Xjh AA AA MW AA A A. AA ;t?ls.so.Mm-t, N N y S y g? v* Kv £L J Kl S w HAH Aw HT monatlich M.: d>.^ Hl MM fe* ZF "■.<* K , K A OH H dieVoslMk.r.-viertel» ft t? 3C v , Ku §5 nT / E «MH Br B ,äbrL nu*’*L r'e.tellq. W IQ L, Vw L? i I 1 M E2 MM ■ Ze.le.wre.4: lokal ivBf. V ■ ■ ■ W Xy W H w W w wA ti kl . \z **• '' -nJ Chefredakteur: A Goetz. |\^y* WM Berantivortlid) für den General-Anzeiger für Oberhessen Rotationsbnid und Verlag der vrühl'fchen llnw.-vuch- nnö Stcindrudcrci H. Lange. Rcöaftion, Erpedition und Drudcrci: Zchulstrahe 7. -•^UXF'. ""^ Geschäftsstelle Büdingen, Bahnhofstraße 16a. Anjeigent'ed?'H."Beck. Tageskalcndcr aus dem Jahre 1813. 19. Augnst. B l ücher schlägt die Franzosen bei Goldberg in Schlesien unweit Liegnitz. Thronfolger und Generalinspetteur. Am selben Tage und zur gleichen Stunde, da man an der Homburger Tafel den 83. Geburtstag St-aifcr Franz Jo- sephs feierte, wurde in Wien Mannt, das; der Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand zum Generalinspekteur der gc 1 samten bewassneten Macht Oesterreich-Ungarns ernannt wer den soll. Diese Neuigkeit hat besonders in den sog. ein geweihten Kreisen überrascht. D-enu dort kolportiert man seit Wochen und Monaten die Ansicht, daß Franz Ferdi nanb an seinem weiteren Aufstieg durch fein altes Lungen leiden gehindert sei. Wegen dieses Leidens, das ererbt sein soll, und sich schon vor etwa 20 Jahren zeigte, sei der Thronfolger 1910 inkognito in München gewesen, um ärztlichen Rat einzuholen, und habe dann im milden Klima von Brioni Genesung gesucht. Ja, An-fang dieses Jahren 1913 habe der Erzherzog, so erzählt man sich, gleichfalls streng incognito eine Reise nach Dresden unternommen, um einen hervorragenden Spezialisten für Lungenleiden zu konsultieren. Allgemein wurde die Meinung verbreitet, das; Franz Ferdinand seitdem auf seinem Schloß Üonopischt in Böhmen zwar nicht lebensgefährlich, aber doch ziemlich aus- ' . Uno am Wiener Hofe waren bc reit5 gewisse Einflüsse eifrig tätig, um den Erzherzog Karl Franz Josef und dessen Gemahlin Zita in den Vordergrund zu rücken. Jedenfalls glaubte man, das; der kränkliche müde Fünfziger, dessen Zuiland immer wieder Besorgnisse er weckte, zu großen Ausgaben nicht mehr braifni sei In diesen „Befürchtungen" wurden die Neider des Erz Herzogs nun sehr enttäuscht. Aber auch die politische Welt, die ohne persönliche Snmpathie oder Antipathie urteilt, muß umlernen. Man kennt die „Thronfolgerpolitik" Franz Fer diuands, seilte Neigung zum Llppcll an die militärische Macht. Man weiß, daß die Meinungen des greisen Kaisers Franz Joseph und die seines zur Nachfolge berufenen Ncf fen sich oft nicht decken. Kaiser Franz Joseph ist ja nie ein Manu der eisernen Faust gewesen. Als er als Neun undzwau-igjährigec über das Schlachtfeld von Solferino ritt, wirkten dessen Eindrücke so gcivaltig auf fein weiches Herz, daß er trott des Anmarsches bedeutender Versiär hingen, die eine Wendung des Krregsglückes zu verbürgen fdiicneu, es verbot, den Angriff am folgenden Tage zu erneuern. Erzherzog Franz Ferdinand, der angeblich kränkliche, scheint au-5 ganz anderem Holze geschnitzt zu sein. Ties wurde für eine größere Oeffentltchkeit an dem Tage erficht lich, als er in das Hauptquartier von Neusa» abreifte, obwohl die Diplomatie entschieden hatte, daß Friede blei- . - solle mit Serbien. Ter Erzherzog unterwarf sich zwar bann der allerhöchsten Entscheidung „als gehorsamer Soldat". Mer er wird heute nach wie vor bemüht fein, feiner Auffassung über militärische Tinge Geltung zu verschaffen. Es ist ihm ja auch häufig genug gelungen. Kriegsminister Baron Schönaich wurde seinerzeit entlassen, weil sein Zu- sammenprail mit dem Thronfolger so heftig geworden war, eibe sich sogar dienstlich aus dem Wege gingen Franz Ferdinand triumphierte also persönlich über den Widersacher, dem er schliffe Nachgiebigkeit gegen die Magvaren zum Vorwurfe machte. Man erinnert sich wohl auch noch der „Flucht der Erzherzöge". Tie Nachricht, das-, Erzherzog Josef Ferdinmtd auf feine militärische Laufbahn verzichten wolle, rief genau vor einem Jahre auch in Reichsdeuisch- lanb begreifliches Aufsehen hervor, denn nach dem Ab» gange Franz Salvators und Eugens wäre Josef Fredinand der dritte Erzherzog in einem Jahre, der aus der Armee flüchtete: auch sein jüngerer Bruder Heinrich ist nicht mehr aktiv, sondern lebt als Privatmann in München Tiefe Flucht der Erzherzöge churde nicht mit Unrecht dem Wirken und energischeren Auftreten des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand in Rechnung gesetzt. Tatsache ist, daß Franz, Ferdinand von jeher bestrebt gewesen ist, das österreichisch-ungarische Landheer dem beuh lchen Borbilde so weit als möglich nahe zu bringen, damit cs im Ernstfälle sich als ganz auf der Höhe stehend erweisen lönne. Belannt ist auch, daß Kaiser Wilhelm II. und Erzherzog Franz Ferdinand, so verschieden sie in Charakter, Anlage und Ausbildung sein mögen, sich vorzüglich in einem Punkte: im militärischen, verstehen. Noch vor einem halben Jahre soll Franz Ferdinand als Jagd- gaft des deutschen Kaisers in Springe mit diesem die österreichisch-ungarischen Armeeorgaitisationspläne sehr eingehend erörtert haben und dabei feinem kaiserlichen Freund erklärt haben, fein Ehrgeiz fei: der Soldatentaiser seiner künftigen Länder zu werben. Unterdessen bat der Balkankrieg kleine Ber st immun gen in bas deutsch-österreichische Verhältnis gebracht, und man weiß nicht, wie der von Stufe zu Stufe steigende Thronfolger heute über gewisse Einzelheiten der Treivuno- Politik denkt. Vor mehreren Jahren war er tatsächlich alles eher, als ein ausgesprochener Freund des deutsch-österreichischen Bündnisses. Und schon Fürst Bismarck hat in seinen Gedanken und Erinnerungen allerlei Befürchtungen ausgesprochen und zwar int Hinblick auf die ihm bekannte Gesinnung des österreich-ungarischen Thronfolgers: „Kaiser Franz Josephs Garantie ist eine mit persönliche, fällt mit dem Personenwechsel hinweg, und die Elemente, die Träger einer rivalisierenden Politik zu verschiedenen Epochen 'gewesen sind, können zu neuem Einflüsse gelangen. . ." Hoffentlich zeigen die nächsten Ereignisse, daß solche Befürchtungen einer überlebten Vergangenheit angehören. Lin Trinkspruch Ser Kaifets in Homburg. Bad Homburg v. d. H., 18. Aug. Ter Kaiser hörte heute vormittLg den Vortxag des P e i ch s k a n z l e r s. Mittags fand aus Anlaß des Gebu-rtstages des Kaisers Franz Josef bei ihren Majestäten im königlichen Schlosse eine Tafel statt. Der Kaiser halte zu seiner rechten Seite den österreichisch-ungarischen Botschafter Grasen von Szö- gyenh-Marich, zur Linken den Reichskanzler v. Bcthmann Hollweg. Homburg v. d. H., 18. Aug. Der Reichskanzler ist heute abend von hier ab gereist. Der österreichische Botschafter und die Herren der Bot- schäft wurden in kaiserlichen Wagen vom Hotel zum Schloß und zurück befördert. Der Kaiser, welcher die Uniform eines österreichischen Generals angelegt hatte, hielt bei ber Tafel folgenden Trink spruch Euer Exzellenz! Seit wir zum letzten Male wie alljährlich zur Feier des Geburtstages Sr. Majestät deS Kaisers und Königs Franz Joseph, meines treuen Bundesgenossen und väterlidwn Freundes, versammelt waren, sind raube Stürme über den Südosten Europas dahin gebraust, und wenn e-5 gelungen ist, den Frieden Europas gegen alle Brandungen erfolgreich zu schützen, so danken wir das nicht zum wenigsten der hohen Weisheit Sr. Majestät deS Kaisern und Königs Fran» Ungarns empfinden wir darüber besonders höbe Freude und blicken frohen AugeS in die Zukunft, denn das alierprobte B ü n d n i S, das auf unerschütterlicher Grundlage beruht, wird auch fernerhin zum Segen der Welt seine Kraft und Wirkung bewahren. Mit diesen Gefühlen bitte ich den Allmächtigen, das» er Ihren allergnädigsten Herrn noch lange Jahre glücklicher Regierung zum Heile und Segen seiner Völker und zur dauernden Macht, zum Glanz und zur Größe seines Reiche- gewahren möge. Wir erheben unsere Glaser und trinken am da- Wohl Sr. Majestät deS Kaisers und Königs Franz Joseph Damit sucht der Kaiser den ungünstigen Eindruck, den die Veröffentlichung der bekannten zwischen Bukarest und Berlin gewechselten Depeschen hervorgerufen bat, wieder gut zu machen. ...... ........ ■■ ■" 11 1 Die kriegerischen Absichten der Türke'. Konstantinopel, 18. Aug. ES wird versickert, daß die Pforie in einer den Machten bereits durch die atwmanischeu Gesandten übermittelten Verbalnote auSführt, sie würde vielleicht o e 8iv u n g c n Jein, die Maritza zu überschreiten und gegebenenfalls sogar Bulgarien den Krieg zu erklären ES heißt, der Wortlaut ber Note wäre nicht für alle Mächte der gleiche. Dem „Tanin" zufolge wandten sich die griechischen Bewohner von Dedeagatfch, als sie erfuhren, daß Griechenland gemäß dem Vertrage in Bukarest Dedeagatfch räumen müsse, an ben K unmandanten ber griechisclien Truppen mit ber Bitte, daß sie nicht abziehen sollten. Der Kommandant erwiderte, eS fei unmöglich, der Ditte zu entsprechen, wandte fick' jedoch an den t ü r t i f d e ti Kommandanten DimotitaS und bat ihn, die (Frieden und Muselmanen von Dedeagatsch und Umgebung in seinen Schutz zu nehmen. Der Kommandant der flriedn- fdxn Truppen werde den türkischen Kommandanten zwei stunden vorher von dem Abzüge benachrichtigen, damit er Dedeagatfch unverzüglich besetzen könne. Im Widerspruch zu diesem Vorgang steht folgende Meldung aus Konstantinopel: Die Pforte dementiert offiziell die Meldung, daß türkische Truppen Dedeagatfch besetzt hätten. Rom, 18. Aug Der bulgarische Gesandte R i z o w erklärte einem Vertreter der „Tribuna", Bulgarien werde sich nickt von der Türkei herausfordern lassen, weder zu Verhandlungen noch zu einem Kriege. Es betrachte die Frage von Adrianopel als eine internationale Frage, deren Lösung den Großmächten zukomme. Rizow glaubt, daß Europa energisch huf die Türkei einwirken werde. Ein einfach'« Mittel die Türkei zum Nachgeben gegen Europa zu zwingen, sei die Blockierung der türtifdzn Hafen, namentlich der Hüten von Smvrna und Tropeziint durch eine oder zwei europäische Flotten. Hinsichtlich des Gerüchts, daß D e d e a g a t s ch d e n Türken von den Griechen o u o- geliefert worden sei, erklärte Rizow, bar Rufckand niemals zugeben würde, daß irgendjemand Bulgarien den Zutritt zum Aegäischen Meere verwehre. Halbamtlich wird von der „Kölnischen Zeitung" zu den Meldungen über die Möglichkeit einer türkischen Kriegserklärung gegen Bulgarien erklärt, das ruhig urteilende Politiker nickt glauben, daß die Türkei im Ernste an einen neuen Waffengang mit Bulgarien denke, in dem fie eg schwerlich mit Bulgarien allein zu tun haben werde. Möglich sei, daß trotz der Vorkommnisse der letzten Tage Verl^andlungen zwischen der Pforte und Bulgarien ^über eine neue türtisch bulgarische (Grenze in Fliv- Iommen, die Stimmung dafür scheine auf b.iben Seiten vorhanden zu Irin. Dom Darmstadter hosiheater. Darmftabt, 18. Aug. Hatte man im Vorjahre der neuen Spielzeit mit einer gewissen Neugierde eutgegeiigesehen, so ist es diesmal Interesse, was man dem Hoftheater entgegenbringt. Tr. Eger, der inzwischen Intendant geworden ist und nun wohl bei offiziellen Gelegenheiten in Uniform erscheinen kann, batte tatkräftig eingesetzt. Tie Festspiele, mit denen er die Spielzeit abschloß, haben ben Namen bes Darmstäbter.Hoftheaters wieder über die Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht. So kam cs, baß sich in Darnksladt so etwas wie Theaterfliinmung unb wohl auch Theaterfreubigkeit zeigte, die hoffentlich noch für die kommcnbe Spielzeit ausreichcn wirb. Aber mit dem Interesse für eine Sache verbindet sich immer ein gewisser kritischer Geist, ber nicht so leicht wie bic Neugierde zu befriedigen ist. Man wird zwar von einem Hoftheater mittleren Ranges nicht verlangen dürfen, das; es lünstlerische^ Neuland entdecken Hilst, wozu nur die großen Bühnen in den ganz großen Städten berufen sind, denen es möglich ist, eine bestimmte Kunstrichtung konsequent zu verfolgen. Ein Theater wie Tarmstadt muß sich daraus beschränken, vielen möglichst vieles zu bringen. Es braucht Kassenerfolgen natürlich nicht ans dem Dege zu gehen .darf aber nicht nach ihnen jagen. Dr. Eger hat uns ben Maßstab, den wir an seine Leistungen anlegen, selbst in die Hand gegeben, benutzen wir ihn also. Sieht man sich den von ber Leitung bes Hoftheaters ausgegebenen Arbeitsplan für bie kommepde Spielzeit ein wenig genauer an, so kommt der Verdacht auf, als sei er nach dem Prinzip aufgestellt, möglichst viel Leute ins Haus zu bekommen^ Dazu verhelfen berühmte Namen bekanntlich am meisten. So ist denn auch die Liste der Gastspiele außerordentlich lang geraten Die meisten dieser .Herrsckmften sind uns schon front Vorjahre her bekannt: Rüsche-Endorf, Gerlntb Foerstel, Georg BaNanoff, Friedrich Plaschke, Rudolf Berger, Walter 3oomcr; ebenso die Dirigenten Nikisch, Walter, Blech. Unbekannt hier find vor allem der berühmte italienische Dirigent Arturo Vigna, dann Frau 'l. :aswke von der Lsten, Alfred Piccaoer und John Forsell. Im Schauspiel wird uns diesmal die Bekanntschaft der Turieux und bes Albert Heine versprochen. Das Ehepaar Debekinb wurde uns schon im Vorjahre angekündigt. Ai er ander Moissi stellt gleichfalls fein Erscheinen in Aussicht. Sicherlich, recht interessant sind diese Gastspiele. Schade nur, daß der Arbeitsplan im Schauspiel etwas spärlich ausgefallen ist. (Sollte während deo Winters noch manches erworben werden, so wäre das sehr crsreulich. Im Augenblick läßt sich nur nach dem vorliegenden Plan urteilen.) Auf der Liste des letzten Jahres standen die Melden" von ^haw auch schon, auch den „Schlachtenlenkcr" hatte man hinzugesetzt, der diesmal fehlt. Man verspricht dagegen Apels „>>ans Sonnenstößers Höllenfahrt", Eulenoergs „Belinde" und „Marionetten" von Pierre Wolff. Man vermißt also manches, was inan gern auf der Bühne gesehen hätte. Den „neuen" „Feldherrnhügel" unb ben „Filmzauber" hätte man bar um gegeben. Die Lper soll „S ber st Ehabert" fron Woltershausen und „Der Schleier der Pierrcttc" fron Dohnanyi-Schnitzler bringen. Daß uns bie „Ariabne auf Naxos" voremhalten wirb, bie uns längst angekündigt war, ist auch bebauerlich. Zwar hat man ben Arbeitsplan recht vorsichtig abgefaßt, so baß ein Optimist hoffen darf, baß im Laufe der Spielzeit sich dieses uno jenes noch hinzugcsellcn wird. Ader der vorjährige Arbeitsplan Hot manches Versprechen nicht eingclöst, so daß ebi leises Mißtrauen dem neuen Arbeitsplan gegenüber nicht unterdrückt werden kann. Biele Namen weist die Liste der neuengagierten Mitglieder auf. Als Opemregifseur wurde Otto Nowak verpflichtet, der bisher Spielleiter der Eovent Garden Oper in London war. Er wird den „Tannhäuser"' in ^zenc setzen, der am 7. September als erste Vorstellung gegeben werden wird. Herr Baumeister ist zum Schau', fpielregih'cur €mannUuorbcn. Neben ihm werden die Herren »einrieh Gacker unb Paul Eisner tätig fein. Als erster Kapellmeister wirb Paul Ott en he im er kommen, der neben de Haan wirken soll. Das Lustspiel unb di- Operette wirb in Herrn Bruno Harprecht ben Regisseur finden. Herr Dr. Paul Sander, der frühere Kritiker der „Darmstädter Zeitung", wurde in das dramaturgische Bureau des Hoftheaters berufen. Von den neuen Mgliedern haben sich manche durch ihr Gastspiel recht vorteilhaft eingeführt, so bas man sich von ihrem Engagement einen Gewinn Der» Iprechen kann. So zeigte sich Bruno Harprecht als ein geiPanbter Schauspieler. Das junge Frl. Horn hat als ,^Zungsran von Orleans" allgemeine Aufmerksamkeit erregt, ebenso verdient Herr Armin Wassermann, der sich in einer kleinen Rotte in ,^Judith" vorstellte, Beachtung. Hofsen wir, daß an dem vorliegenden Arbeitsplan noch manches geändert ivirb. Wir haben zu dem guten Geschmack des Intendanten noch alles Zutrauen. Bruno Stümke. • — Rudolf Schildkraut über amerikanische T heo tervcrhä 11 n i ff c. Nack m.’tr als 'wei'äk.riger Ab- westuhrit ist Rutwlf Schildkraut wieder nach Berlin znrückgckebrt. Hebet das 'Seien des amerilanifck?n Ts'aterS, die ungeivöhuliche Beschaffenheit van Bühne und Publitum, pliuderke er einem Mitarbeiter des „Berl Tgbl." gegenüber wie folgt: „Tie amrrifanifden Tkealerkefucher sind rin ieltfam uiiveS PuUikum. Sie sind in oct Thealerkiiltur um werlunderl 3ihre rur..-, und diesen Eindruck von Rückständigkeit habe id non manchen amerilanisckxn EiUrichtungen miigenommen D t e -Jago nach d e m Dollar bek^rrsch.' natürlich auck doS Tb.-ntcrkben. und das ist ein Moment, daS den thrlid strebenden kumH.r schließlich sehr freudlos stimmt. Auch ntii Gehaben des Theattrrublilums kann man sich nur fdirnrr befreunden, -lls id in der ersten Zeit meiner amerilanischen Bühnenkitrgkrit eines Nad mittags den S hylvck ftielre, ivar dos Theater in der Mehrralü von Frauen besetzt, die nad aMerikanischer eitle aua ibn Säuglinge mitgebracht atten und diefe ungeniert stillten. Ich hörte bis zur Bühne herauf die zärtlichen Wiegenlieder, die etliche Mütter im *£T^c.l.t 1 cn Babies fangen. Plötzlich stürzte der Torwächter heran, dem auch die Lbhiu über einige BabieS übertragen wird, und meldet mit lauten Rüfen, das ein Kinochcn vor der Tür nickt zu beruhigen sei und b’ftig weine. Darauf leert sich das halbe Parkett: es rniikbt ein ungeheuerer Lärm, und ich unterbreche das Spiel. Aber der Doge von Venedig, ber, eben mit mir auf der Szene stand, lies sich nicht aus der Fassung bringen, und ermunterte mich, die Mütter unb ihre Kinder zu ignorieren. Das sind Kleinigkeiten, gewiss aber fie sind bezeichnend für ba • eigenartige Wesen des amerikanischen Theaters und seines Publikums. Die Inszenierungen auf der ttmerifaiiiid^n Bühne, des ganze Dekorationswesen, sind von erschr-ckender Primirivität Es niuß auch gesagt werden, daß namentlich dem Deutschen Theater in New Aork die Mittcl^sehken, um in einem größeren Stil zu arbeiten. Die älteren Deutschen besuchen das Theater überhaupt wenig, und die jüngeren gehen grundsätzlich nur v.yexe englischen Theater. Jfch bebe viel Beitall und große Sbonflfatc verdient, gewiß auch deshalb, weit man mich als den ^Schildkraut von der Reinhardtbühne" annoncierte. Aber meine ganze Sehnsucht bat immer, auch in den Tagen der größten Erfolge, dem deutsche« Theater gegolten, der Rückkehr nach Berlin. Eine Untersuchung der französischen Regierung über die Gräuel auf dem Balkan. ' Paris, 18. Aug. Ter Minister des Aeußern Pichon den Brief des Abgeordneten George Berry, der die französische Regierung zum Protest gegen die durch die bulgarischen Truppen verübten Grausamkeiten auffordert, durch einen Brief erwidert, in welchem es heißt: Sobald die französische Regierung durch die Berichte von Augenzeugen 'und die Proteste der griechischen Regierung Kenntnis von den Tatsachen erhielt, hat sie nichts versäumt, um gegen die barbarischen Praktiken, welche keinerlei Kriegsnotwen- digkeit rechtfertigen, aufzutreten und nicht aufgehört, die Aufmerksamkeit der bulgarischen Regierung darauf zu lenken, welche Verantwortlichkeit sie auf sich iübe, wenn sie die Greuel begünstige oder vorschütze, sie nicht zu kennen. Die Regierung hat dem Legationsrat Du Halguet von /der Gesandtschaft in Atehn und dem Oberleutnant Lepidi Auftrag zu einer Untersuchung an Ort und Stelle über die von Bulgaren an der wehrlosen Bevölkerung in Mazedonien verübten Greueltaten gegeben. Der Bericht ist mir noch nicht zugegangen, aber ich habe Grund, zu befürchten, daß er die Klagen, mit denen die öffent- , liche Meinung beschäftigt worden ist, bestätigen wird. Ich behalte mir vor, zu prüfen, welche Folge die Ergebnisse der Untersuchung haben werden, deren Veröffentlichung zweifellos den w i r k s a m st e n P r o t e st gegen die von den Bulgaren verübtenGreucl- taten bilden werden. Uebrigens hat die bulgarische Regierung ihrerseits zu wiederholten Malen Gewalttaten zur Anzeige gebracht, zu denen sich griechische und türkische Soldaten gegen die bulgarische Bevölkerung in den von ihnen besetzten oder wiederbesetzten Gebieten hinreißen ließen. Daraus geht leider hervor, daß im Laufe des letzten Krieges alle Krieg führ end en , welchem Volke sie auch a n g e h ö r t e n , allzu oft die Gesetze der Menschlichkeit du r ch Grausamkeiten verletzten, welche weder der Wunsch des Sieges noch die Verzweiflung der Niederlage rechtfertigen können. Das französische Vorgehen, das sich ganz von bureau- kratischen Bedenken fernhält, verdient vollste Sympathie! Deutsches Resetz, Besuch des Prinzen von Wales in Deutschland. Der „Berliner Lokalanzeiger" meldet aus Berlin: Die eng- lrsche Botschaft in Berlin teilt mit: Der Prinz von Wales wird bis zum 30. August am Hose von Neu-Strelitz verweilen, am Abend des 30. August nach Berlin fahren und in der Botschaft absteigen, am 31. August in das königliche Schloß übersiedeln, um als Gast des Kaisers bis zum Abend des 1. September dort zu verweilen. Am Abend des 1. September reist öcr Prinz nach Friedrichshafen zum Besuche des Königs von Württemberg ab und trifft von dort am 3. September in Sigmaringen ein. Nach Schluß der dortigen Hochzeitfeierlichkeiten kehrt der Prinz direkt nach England zurück. Die Reichstagsersatzwahl in Rastatt-Bühl. Das Zentrum lfrat im 8. bäuerischen Wahlkreis, Rastatt-Baden, als Kandidaten für die bevorstehende Reichstagsersatzwahl den Amtsgerichtsdirektor G i e ß l e r - Mannheim in Aussicht genommen. Arrslanv. Mitglieder des Deutschen Flotten Vereins in Stockholm. Der „Berliner Lokalanzeiger" meldet aus Stockholm: Großadmiral von K ö st e r ht mit mehreren hundert Mitgliedern des Deutschen Flottenvereins an Bord des „Großer Kurfürst" zum Besuche in Stockholm eingetrosfen, ebenso Prinz Circa von Siam mit Familie und Gefolge. Die Forderungen der Deutschen Böhmens. Eine Resolution, welche der deutsch-böhmische Vertrauensmännertag am Sonntag einstimmig angenommen hat, besagt: „Das deutsche Volk Böhmens erwartet von dem deutschen Na- tronalvcrband eine energische Betätigung in dem Sinne, daß er aus der gegenwärtigen Regierungsmajorität austritt und in schärfster Weise gegen die Regierung Stellung nimmt, bis die berechtigten Forderungen der Deutschen Böhmens erfüllt sind. Von den deutschen Abgeordneten Böhmens erwartet der Ver- trauensmännertag, daß sie auf alle Fälle in die schärfste Oppo- sition treten. Ferner wurde eine Entschließuna Langenhan über die auswärtige Politik angenommen. Diese Entschließung bezeichnet die Erfolge der auswärtigen Politik als unerfreulich und erklärt, daß nur eine auswärtige Politik, welche neben der Wahrung der Großmachtstellung und der Bündnisse des Reiches die Bedürfnisse der erwerbenden Bevölkerung in vollstem Maße berücksichtige, den berechtigten Wünschen der Deutschen Böhmens entsprechen könne. Da der in der letzten Zeit eingeschlagene Weg der äußeren Politik dies nicht berücksichtige, könne die Versammlung der auswärtigen Politik der Monarchie kein Vertrauen cntgegen- bringen. Eine Neuordnung im Zerusprechwesen. Aus Frankfurt a. M. wird uns berichtet: Nach dem Vorbild Berlins tritt zu Anfang des nächsten lFahres im hiesigen Fernsprechverkehr eine durchgreifende 'Neuordnung ein. Tie bisherigen Bezeichnungen ^,Amt 1" und „Amt 2" fallen fort, an ihre Stelle treten „Amt Hansa" und „Amt Taunus". Ersteres wird alle Teilnehmer finit Pauschalgebühren, letzteres alle mit Grundgebühren vereinigen. Keins der Aemter wird mehr als 10 000 Teilnehmer haben; wenn diese Zahl überschritten ist, wird ein drittes Amt „Römer" eröffnet. Ferner erhalten die Teilnehmer mit mehreren Anschlüssen diese nebeneinander liegend, z. B. 101—105, 1511—16 usw. .Hierdurch wird für die Beamtinnen und vor allem auch für die Teilnehmer eine bedeutend schnellere Abwicklung des Verkehrs ermöglicht, da die Beamttn ohne weiteres befugt ist, statt der verlangten, aber besetzten Nummer sofort die daneben liegende zu nehmen. Für die bessere Ausbildung der jungen Beamtinnen wird ein F e r n s p r e ch - S ch u l a m t eingerichtet, in dem durch Lehrerinnen theoretischer und pr'ak- tischer Unterricht erteilt wird. Tie gesamte Anlage wird von den deutschen-Tetephonwerken ausgeführt; sie enthält, wenn sie in vollem Betrieb ist, 80 Schränke mit je 10 000 Klinken. Tie Zahl der Relais beträgt 30 000. In der Hauptverteilungsstelle sind 22 000 Sicherungen vorhanden. Tie Aemter werden rund 900 Beamtinneri beschäftigen. In zwei Jahren wird auch mit dem Neubau des Fernamts begonnen, der jedenfalls an der Peripherie der Stadt seinen Platz erhält. Auch die neuen Stadtämter „Hansa", „Taunus" und „Römer" können nur wenige Jahre noch im Hauptpostamt an der Zeil verbleiben, sie werden dann gleichfalls aus dem Innern der Stadt entfernt. Aus Stadt und D Gießen, 19. August 1913. Der Güterbahnhof Gießen sollte nach der Seite der Lahn hin umfassend erweitert werden, so konnten wir vor einigen Monaten berichten. Es ist ja längst kein Geheimnis mehr, daß auch nach Herstellung iber Verbindung der Main-Weserbahn mit der Lahntalbahn über Klein-Linden der Bahnhof Gießen dem täglich wachsenden gewaltigen Güterumschlag nicht mehr entspricht. Man war endlich, von dieser Erkenntnis durchdrungen, zu dem Entschluß gekommen, in Gießen ganze Arbeit zu schaffen und den Güterbahnhof durch Vermehrung von Rangiergleisen erheblich in der Breite auszudehnen und durch praktische Anordnungen, Verlegung des Güterschuppens usw., auch für den vermehrten Personenzugverkehr Raum zu schaffen. 9hm hört man aber, daß die obere Eisenbahn behörde den großzügig gedachten Bahnhofserweiterungsplan hat fallen lassen und die Absicht hat, einen Teil des Rangiervcrkehrs von Gießen nach Wetzlar zu verlegen. Ein kleinerer Teil davon soll nach Lollar verlegt werden. Airs Beamtenkreisen hören wir, daß, wenn diese Maßnahme durchgeführt wird, etwa 100 Ve- amten-Familien ihren Wohnsitz aus Gießen verlegen müssen, ivodurch die steuerlichen Interessen des hessischen Staates und der Stadt Gießen erheblich berührt werden. Es ist auch kein Geheimnis, daß der Eisenbahnfiskus sich in Wetzlar- Garbenheim noch umfassendes Gelände ztir Ausdehnung seiner dortigen Vahnhofsanlagen für billiges Geld gesichert hat. Erweist nun der Versuch, daß die Verlegung eines Teiles des jetzt in Gießen sich abspielenden Rangierverkehrs nach Wetzlar zu machen ist, so werden auch weitere Teile dieses Verkehrs auf das preußische Gebiet verlegt werden und aus den hundert von Gießen abziehenden Familien werden mit der Zeit mehrere hundert Familien werden. Gegen diese Schädigung der Stadt Gießen und des hessischen Staates müßte beizeiten energisch etwas geschehen! Es ist doch wohl anzunehmen, daß der zwischen Hessen und Preußen abgeschlossene Staatsvertrag wegen der Eisenbahngemeinschaft der hessischen Staatsregierung eine Handhabe bietet, sich gegen die Verringerung eines wesentlichen Teiles von Eisenbahnbeamten in Gießen zu wehren. Mit dem Fortziehen so vieler Menschen von hier nach Wetzlar werden auch die Interessen vieler Gewerbetreibender in unserer Stadt verletzt. Die Stadtverordnetenversammlung kann also eigentlich gar nicht umhin, unmittelbar nach den Ferien zu dieser Angelegenheit Stellung zu nehmen. $ '* Der Großherzog wird am Mittwoch weder Audienzen erteilen noch Meldungen entgegennehmen. ** Personalien. Der Großherzog hat dem Oberlehrer an der Volksschule zu Worms Rektor Philipp Hembel anläßlich seines 60jährigen Dienstjubiläums die Krone zu dem Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps bc5 Großmütigen verliehen. Negierungsbaumeister Karl Röhr ich in Darmstadt wurde zum Hauptlehrer an der Landesbaugewerkschule in Darmstadt ernannt. ** Der 2 000000ste Besucher der Internationalen Baufa ch- Aus stellun g in Leipzig, dem ein wertvolles Andenken zugesichert war, ist ein Gießener. Schreinermeister Georg Haubach hier ist der Glückliche. Das Andenken besteht in einer goldenen Uhr von hohem Wert. ** Unser lKaiser-Wilhelm-Regiment hat heute früh 7 Uhr die Garnison verlassen, um ins Manöver aUszurücken. Zunächst begHt sich das Regiment nach dem Uebungsplatz 'bei Griesheim, wo es bis zum 26. August verbleibt. Am 27. August geht es ins Manövergelände. Der Regimentsstab und der, Stab vom 3. Bataillon kommen nach Flieden, die einzelnen Kompagnien kommen in die Orte Schlüchtern, Flieden, Rückers, Elm, Wallroth, Hutten, Kruzelbach und Haid. Am 1. September beginnt das Brigadeexerzieren int Verein mit den llöern und 168ern. Am 2. September beginnen die eigentlichen Mcknöver, am 17. September sind sie schon zu Ende. Die 9. Kompagnie geht nach dem Manöver nach Friedberg und bezieht einen Teil der früher Helmoltschen Hofreite. " Der Turnverein Gießen 1 846 veranstaltete am vergangenen Sonntag mit seinen Schülern, Zöglingen und aktiven Turnern einen Turn gang. Der Weg führte zunächst nach Klein-Linden, von wo nach dem Bergwerkswalde abgeschwenlt wurde. In Anbetracht dec ungünstigen Witterung und mit Rücksicht auf die Schüler wurde be- chlossen, die Wanderung nicht weiter auszudehnen, sondern den Vormittag im Walde zu verleben. Hier wechselten in bunter Reihenfolge Spiele mit volkstümlichem Turnen. Um 1O72 Uhr wurde der Rückweg angetreten. Eine gut gelungene photographische Aufnahme wird für alle Turner eine chönc Erinnerung bleiben. — Der nächste Turngang findet in etwa drei Wochen statt. Landkreis Gietzen. -1. Grün berg, 18. Alig. Zum erstenmal wird diesen Herbst mit dem altbekannten Gallusmarkt, 15.—18. Oktober, eine Verlosung von Vieh und Geräten verbunden. Die Lose erfreuen sich eines guten Abganges. Kreis Lauterbach. = Frischborn, 17. Aug. Tie Frau eines hiesigen Landwirts kam beim Tickwurzmahlen mit der einen .Hand in die Tickwurzmühle. Dabei faßten die Haken der Welle die Hand und zerrissen sie. ----- H eb los , 18. Aug. Gestern hielt der hiesige Kriegerverein seine diesjährige Gravelottefeier zur Ettnne- rung an den Tag der Schlacht bei Gravelotte ab. Zu diesem Zwecke veranstaltete der Verein.ein Preisschießen auf dem „Alten Berge" bei Lauterbach. Kreis Schotten. Ober-Seemen, 17. Aug. Heute fand die Einweihung unseres Kriegerdenkmals statt. An 20 Kriegervereine und viele Bewohner der Umgebung hatten sich dazu eingefunden. Lehrer Keller von Ober-Seemen begrüßte die Festteilnehmer. Hierauf trug der hiesige Männerchor „Heimkehr" vor. Gi r a f Kuno v o n Ortenberg brachte nach einer kernigen Ansprache das Hoch auf den Kaiser und Großherzog aus. Hierauf sang der Gemuckte Chor von Ober-Seemen das „Niederländische Dank- 6,ebet". ^ie Weiherede hielt Pfarr.r Repp von Ober-Seemen. Zehrer ^Keller übergab Herum Bürgermeister Peppel das er en km ül. -ta§ von Oberamtsrichter Tr. Pusch von Ortenberg gedichtete Werhelred: Hestenlöwe, mächtig klingt zu dir empor usw. wurde von dem Mannerchor wirkungsvoll zu Gehör gebracht. Nach Beendigung des Festzuges hielt Kreisrat Dr. Kranz- bi, hl er eine begeisterte Ansprache, die mit einem Hoch auf unser deutiches Vaterland endete. Am Abend führte am Denkmale der Turnverein Ober-Seemen bei bengalischer Beleuchtung noch einige Hebungen auf. Starkenburg und Rheinhessen. m Offenbach a. M., 19. August. Rach den Bestimmungen der Reichsversicherungsordnung ist nunmehr der Orts lohn für die gewöhnlichen Tagarbciler vom Großherzoglichen Oberversicherungsamt festgesetzt worden. Der neue Ortslohn, unter dem man bei der bisherigen Bezeichnung den ortsüblichen Tagelohn zu verstehen hat, und der am 1. Januar 1914 in Kraft tritt, beträgt für männliche Versicherte über 21 Jahre 3,80 Mk., weibliche 2,80 Mk., für männliche von 16—21 Jahre 3 Mk., weibliche 2 Mk und für männliche Versicherte unter 16 Jahren 2 Mk., weibliche 1,50 Mk. Für die Versicherten im Alter von 16 bis 21 Jahren sind erstmalig besondere Sätze eingesührt worden. Hessen-Nassau. [] Frankenberg, 18. Aug. Die Ortspolizeibehörden sind vom Landratsamt angewiesen, mit Rücksicht auf die ungünstige Witterung an den Sonntagen im August und September ds. Js. den Landwirten die Erlaubnis zum Einfahren der Ernte während der kirchenfreien Zeit zu erteilen. h. Homburg von der Höhe, 18. Aug. Ein internationaler Hoteldieb scheint gegenwärtig in ben Taunusbäbern mit Erfolg Gasttollen zu geben. In ber letzten Woche wurden in Vad-Mauheim Juwelen im Werte von 5000 Mark gestohlen, und in der vergangenen Nacht in Ritters Parkhotel einem Kurgast Juwelen im Wette tmn mehr als 30 000 Mark. Wahrscheinlich kommt in beiden Fällen der gleiche Täter in Betracht. h Frankfurt a. M., 18. Aug. Frankfurts bekanntester Arzt, Dr. Theodor Neubürger, war heute abend der Gegenstand besonderer Ehrungen im hiesigen ärztlichen Verein In einer stark besuchten Festsitzung, der Professor Dr. Flesch präsidierte, wurde das diamantene Doktorjubiläum des greisen Arztes in hochanerkennender Weise gedacht. Dr. Neubürger wurde am 16. Oktober 1830 in Düsseldorf geboren, promovierte 1853 in Berlin und wirkt seit 1857 in Frankfurt als Arzt. Als solcher erwarb er sich durch seine ausgezeichneten Erfolge eine überaus große Praxis und das Vertrauen ungezählter Bürger der Stadt. Gleich erfolgreich war Neubürgers Wirken im Stadtparlament. Bei seinem goldenen Doktorjubiläum vor 10 Jahren wurde ihm zu Ehren eine Neubürgerstiftung errichtet. Ein Festessen schloß die heutige Ehrensitzung. = Radsport. Der Gau 9a Sieg-Lahn des Deutschen Radfahrer-Bundes hielt am vergangenen Sonntag sein 100- Kilometer-Mannschaftsfahren auf der Strecke Wetzlar—Dillenburg—Mandeln und zurück ab. Trotz der aufgeweichten Straße und dem hügeligen Gelände wurde von der siegenden Mannschaft eine hervorragende Leistung erzielt. Die erste Mann- schaft des Rab-Klub Germania Gießen (Hartmann, Rüdiger, Reibeling, Sehrt,. Ester) gewann das Rennen in 3 Stunden 24 Minuten und siegte damit zum dritten Male hintereinander in dieser Konkurrenz. Zweiter wurde die Mannschaft des Gießener Radfahrvereins 1885 in 3 Stunden 57 Minuten. Die zweite Mannschaft des Rad-Klub Germania Gießen wurde durch mehrere Defekte zurückgeworfen und konnte dadurch die geforderte Mindestleistung nicht erzielen. CttftfdiiRabrf. Ianoirs Ankunft i n Petersburg! Petersburg, 18. Aug. Der französische Flieger I a n o i r ist heute abend 8 Uhr 50 Min., von Riga kommend, auf dem Petersburger Aerodrom gelandet. Kleine Tagerchronik. Infolge Unaufhörlichen Regens führen die Flüsse des Bo g t l a n d s und des Erzgebirges Hochwasser. Die Göltzsch überschwemmte bei Falkenstein weite Flächen. Auch die Mulde ist bei Rautenkrvnz über die Ufer getreten und hat die angrenzenden Wiesen und Felder zu einem großen See gemachü Die Staatsstraße Jägersgrün—Rautenkranz ist unter Wasser. Wie aus dem Königreich Sachsen, kommen auch aus der Provinz Schlesien Meldungen über eingekretene Hochwasser. Auch aus Böhmen und Galizien werden Hochwasserkatastrophen berichtet. Tie „Kölnische Volksztg." meldet aus Zülpich: Auf der Landstraße bei Hoven fuhr ein Automobil bei der Rückkehr von einer Vergnügungsfahrt, die der Chauffeur ohne Borwissen seines Herrn mit fünf jungen Leuten unternommen lwtte, auf einen in gleicher Richtung fahrenden Wagen. Tie Insassen des Automobils warben herausgeschleudert. Drei davon wurden getötet, drei erheblich und zwei sowie der Lenker des Wagens leicht verletzt. In Hongkong sind Nachrichten aus Macao über einen Taifun eingelaufen, der ungeheueren Schaden an- gerichtet hat. Paraya grande ist unter Wasser gesetzt und große Teile des Deiches auf dem erst kürzlich dem 'Meere abgerungenen Lande in der Nähe von den Barra-Forts eingedrückt worden. Mehrere Häuser int Taraseiro-Disttikt sind eingestürzt. Wetteraussichten in Hessen für Mittwoch, den 20. August 1913 : Wollig, meist trocken, etwas wärmer. Letztc Hcidmcbtcti* E i n neuer „Konstantin der Große"! Athen, 19. Aug. Tem König witrden bei seinem Einzug begeisterte Kundgebungen dargebracht. Mehr als 100000 Menschen riefen: Es lebe Konstantin der Große. In der Kathedrale sand ein feierliches Tedeum statt. (König Konstantin hat bekanntlich gesagt, daß Griechenland stark, sehr stark, sein müsse. Ihn dafür jetzt schon mit dem Beinamen des Großen zu beglücken, ist doch etwas voreilig!) Der Abt-Primas der Benediktiner f. Beuren, 19. Ang. Gestern mittag wurde der Abt- Primas des gesamten Benediktiner-Ordens, Hildebrand de Hemptinne, zu Grabe getragen. Als Vertreter des Kaisers war Fürst zu Fürstenberg erschienen. Ein Mordanschlag. Agram, 18. Aug. Als der königliche Kommissar Baron Skerlecz die Kathedrale verließ, wo anläßlich des Geburtstags des Kaisers Gottesdienst stattgesunden hatte, schoß ein Student auf ihn. Baron Skerlecz ist am Oberarm leicht verletzt worden. Der Täter, der angeblich, um den Anschlag zu verüben, eigens aus Amerika gekommen ist, wurde verhaftet. Fürstliche Verlobung. Paris, 19. Aug. Der „Temps" meldet, daß die berüts angekündigte Verlobung der Großherzogin r i e Adelheid von Luxemburg mit dem Prinzen H e i u r i ch von Bayern nunmehr vollzogen sei. Die beiden Verlobten weilen augenblicklich auf dem der Großherzogin gehörigen Schlot Hohenburg bei Tölz in Bayern, wo Prinz Heinrich oft zur Jagt war. , Gin gutes Hausmittel gegen alle Hautunreinigkeiten, Pickel, Mitesser oder Ausschläge ist Obermeyers Medi- zinal-Herba-Seife. 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A wurde heute bezüglich der Firma Scheid & Werner in Gießen eingetragen: Die Firma ist in Werner & Marquardt in Gießen geändert. Der Kaufmann Emil Marquardt in Gießen ist in das Geschäft als Persönlich hastender Gesellschafter eingetreten. Die Gesellschaft hat am 15. August 1913 begonnen. ß*»/ Gießen, den 16. August 1913. 11. Kl. 4,12 2,72 M!ü«U Kar! Klappe! a tat Sonnenstrasse 18 — Telephon 634 erteilt Hat in Rechtssachen, empfiehlt eich in Anfertigung von Gesuchen, Steuerdeklarationen. Forderungsboltroi- i'iing. Aufst. v. Vermögens Verzeichnissen. Auskunft il Vertretung in Ekbschaftssachen vor Gericht und Anleitung zu rechtsgültigen Privat-Testamenten. [05408 Sprechstunden; 8—7 Uhr, Sonntags: 10—2 Uhr. Strassburger höhere Bildungsanstalt (ehern. Volkshochsch.). Inst. Barth Idy,Regenbogen- gasse 10. Vnrbereit z Einjabr.-Frciw.-. Fähnrioh- u Abiturient -Prftfg. i. d. Hälfte d sonst nbl. Zeit - 21 i. d.J best WinteraemeaL-Beg. 1. 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August 1913. Königliche Svezialkommisston L Schlüter, Landecökonomierat. älmtliche Bekanntmachungen der Stadt Gieszen. Mahnung des 2. Zieles Gemeindesteuer und Manalgcbühren für das Rechnungsjahr 1913. Das im Monat Juli d. I. fällig gewesene 2. Ziel Ge- ! memdesteuer und Kanalgebrihren kann, mtt Rücksicht aus die verspätete Ausgabe der Zettel, noch bie zum 30. August j d. Z. ohne Kosten bezahlt werden. Diejenigen, die mit der Zahlung dieses Zteles noch im Rückstände find, werden 1 hiermit gemahnt, die Abgabe bitz zum 30. 2lugust b. -3. ! an die Stadtkaffe zu entrichten. Am 26. und 31. August ! ist die Kaste geschlossen. Bom 1. Teotember d. 3. an ge» ! langt daö 2. Ziel zur Beitreibung, wodurch Pfandungs- fosten entstehen. Ueberweisungen im Bankoerkebr müssen am 31. August d. I. ebenfalls bei der Ttadtkasse gutgeschrieben sein, andernfalls die vorgeschriebenen Deitrei bungSkosten erhoben werden.________________________[B14/. ! Betr.: Kommerzienrat Heichelheim Stiftung. AuS der Kommerzienrat Heichelheim-Lttstung sind am 1. November 1913 1024 Mk. zu verteilen. Nach {S ? der Sttstuugsurkunde können zur Bewerbung nur zu gelassen werden: ai Personen, die während des Feldzugs 1870,71 iw Militärverbältnis gestanden haben und b) Frauen und Kinder solcher Personen, vorausqefet.-t, dan ne einer derartigen Unterstübung würdig und bedürftig find und vom Tage der Bewerbung ab rückwärts gerechnet mindestens zwei Fahre ununterbrochen in Giehen gewohnt haben. Bewerbungen sind bts zum 30. September b. Fs. im Ltadthaus, Gartenstrahe 2 — Zimmer Nr. 15— schriftlich oder mündlich einzureichen unter Vorlage der die Erfüllung der Bedingungen nachweisenden Papiere und ärztlicher Bescheinigungen über etwa behaupteter Ärand betten. Bö/e MffH aii richten. D18/ APOIH.FECHER'S p /■ Giessen, 19. August 1913. au finden. fss15/8 5375 Wi LM CSD Jloswe, Köln. [ss18/, Gießen, den 19. August 1913. 5386 Danksagung. mit allen herzlichen Dank 5376 hv2/, gegen EnitkstlilKe a-haiidlmgekdaLd t. Ludwigstr. 57. V06531 Z. Zt. Grossen-Linden, den 19. August 1913 Junger Hausbursche per sofort gesucht. 6888 5372 Scltcrsweg 12. I Telephon 55% 06171 Broschüre gratis! id1'/. Haus zum Alleinbewohnen Stellen gpsuclfe,; MMM K WMMWM SS: Centrale Franz Wenzel. Dresden Blaicwitz 155. Filialen in: Berlin, BreSlau, Düsseldorf, Frqukiurl a. M.,Glei- Offert, unt. F. C. 4369 an den Giefrener Anzeiger erberen. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns betroffenen Verluste, sowie für die Blumenspenden sagt hier- Die Geburt eines kräftigen MÄDCHENS zeigen hocherfreut an Oberlehrer DR. PFEIFFER u. FRAU LUISE geb. Kessler, WEIMAR (Thüringen) im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ph. Jung XVI., Kausoim. Klein-Linden, 18. 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