m. US Ter Eichener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich LietzenerFamilstnblätter; zweimal wöchentl.Ureis- dlattsürdenUreis Eichen (Tienstag und Freitag); zweimal monatl. Landwirtschaftliche seitfragen Fernsprech - Anschlüsse: snr die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse Mr Depeschen: Anzeiger Gietzeu. Annahme von Anzeigen Mr die Tagesiumuner bis vormittags 9 Uhr. K Erster Blatt 165. Jahrgang Samstag, 17. Mai 1915 Bezugspreis: monatlich 75Ps., vierteljährlich Atk. 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf., auswärts 20 Pfennig. Chesredaktelir: A. Goetz. Verantivortlich für den politischen Teil: August eneml-Mzelger jur Vveryesjen ton", „Vermischles" ltnd KotaLisnrLruck und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Redattion, Expedition und Druckerei: Lchulstratze 7. Land"^E Se^mr d'^ Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil: H. Beck. Die heutige Nummer umfahr 18 Seiten. Kolstisehe woehenscharr. Gießen, 17. Mai. lieber her Eintracht der bisherigen Balkanverbündeten haben sich finstere Wolken zusammengeballt, und wenn der Pralimmarfriede mit der Türkei abgeschlossen worden ist, i werden wohl die Blitze herniederzucken. Serbien und Griechenland wollen Bulgarien an der Tschataldschalinie ,nod> Lme Weile zappeln lassen, um sich selbst für die kommende Auseinandersetzung zu rüsten. Zweifellos hat Bulgarien jetzt die größten diplomatischen Schwierigkeiten zu uberwinhen. Die Erfolge des blutigen Krieges mit den -Türken, der ihnen, lvie jetzt amtlich festgestellt worden ist, einen Gesamtverlust von 30 041 Toten und 53 500 Verwund e- teu gebracht hat, werden dem König Ferdinand von allen Seiten stve-itig gemacht. So kam es, daß er in dem Feldzuge gegen Konstantinopel nicht zum Aeußersten gehen konnte, und so ist es zu erklären, daß er es vorzog, die rumänische Rechnung in Frieden zu begleichen. Rumänien erhält die strittige Stadt Silistria mit allen zugehörigen Befestigungen und einen drei Kilometer breiten Zandstreifen der Umgebung, und lvie man unverbürgt aus den Zeitungen vernimmt, wird- auch die Grenze am schwarzen Meer zugunsten Rumäniens verschoben und König Karl erhält die Möglichkeit, die bisher hart an der Grenze gelegene rumänische Stadt Mangalia zu einem bedeutungs- - vollen Hafen auszugestalten. Wenn es nun heißt, daß dw bulgarischen Einwohner der Grenzstadt Silistria sich unweit, auf bulgarischem Boden, niederzulassen gedächten, um dort eine Trutzstadt zu gründen, so kennzeichnet dies die Stimmung, die für die nächsten Jahre zwischen beiden Völkern nicht gerade freundschaftlich sein wird. Für den Augenblick hat man in Sofia indessen wenigstens nach dieser Richtung hin die Hände frei, und so werden König Ferdinand und seine Ratgeber den Herausforderungen der Griechen und Serben gegenüber aller Voraussicht nach unnachgiebig sein. Den einstigen Besitz Salonikis haben die Bulgaren noch nicht endgültig preisgegeben. Nach einer. Zeitungsmeldung hat der bulgarische Finanzminister die Zollbehörden angewiesen, auf alle Waren, die aus Saloniki eingeführt werden, einen hundertprozentigen Zoll zu le- geu. Damit will man die Stadt Saloniki überzeugen, daß ihre wirtschaftliche Zukunft ganz und gar von Bulgarien abhängt. Wenn der Friede mit der Türkei geschlossen sein wird, wollte man dann für die Zahlung an Rumänien mit Hilfe der Großmächte die Gegenrechnung insbesondere an 'Griechenland präsentieren. Die Diplomatie in Athen und Belgrad hat daher den entsprechenden Gegenschachzug getan und will vor dem Abschluß des Friedens mit den Türken das Geschäft ins Reine bringen. Namentlich das Land des Pflaumenmuses und her Katastrophenpolilik, Serbien, versucht es in seinen Zeitungen wieder einmal mit Kriegsdrohungen. Und so ist es nicht unmöglich, daß Bulgarien wirklich seine Truppen Stellungen von Tschataldscha und Bulair an die serbische und griechische Grenze dirigiert und daß aus den yerabhängenden ^Wollen schon in der allernächsten Zeit Ichwere Tropfen fallen und Blihe zucken. ist ganz klar, und wenn in den letzten Wochen die russische Panslawistenpresse in der Erwartung eines Angriffskrieges gegen die Donaumonarchie die staatliche Zerstückelung und las bunte Böll^rgemisch des Habsburgerreiches bespöttelt hat, so kommt man bei der Betrachtung der Zukunftsmöglichkeiten, die der slawische Balkanbund bietet, zu einem viel berechtigteren Kopfschütteln. Rußland selbst ist übrigens auch nichts weiter als ein in allen seinen Teilen gährendes Staatenkonglomerat. Am Donnerstag ist in der französischen Kammer eine wichtige Entscheidung gefallen. Bekanntlich hat der Ministerpräsident verschiedentlich angekündigt, daß die Jahresklassen der Soldaten, die am 1. Oktober entlassen werden sollten, unter den Fahnen behalten werden, um ungesäumt die militärische Machtstellung Frankreichs zu garantieren, hie durch das beantragte Gesetz der dreijährigen Dienstzeit erreicht werden soll. Tie äußerste Linke der französischen Kammer bekämpfte diese Maßregel als un- ge,etzllch und der Verfassung widersprechend, allein die Mehrheit des französischen Volkes betrachtet dies als papierne Einwände und fragt lieber nach dem Geist und Sinn, mit bem die Regierung ihr Vorgehen begründete. So kam denn dieses Abstimmungsergebnis zustande, das im deutschen Reichstag, wo die Buchstaben und Paragraphen viel gewichtiger in die Wagschale fallen, wohl unmöglich gewesen wäre. Mit 322 gegen 155 Stimmen hat die Kammer der Regierung zugestimmt. Die Minderheit setzte sich zu- sammen aus 72 geeinigten Sozialisten, 19 unabhängigen Sozialisten, 64 Radikalen und Sozialistisch-Radikalem Es ist höchst bemerkenswert, daß von der äußersten Linken beinahe 100 Abgeordnete sich der Abstimmung enthielten, nämlich 92 Radikale und Sozi alistisch-Radikale, zwei unabhängige Sozialisten und ein Mitglied der geeinigten Sozialisten. Die Abstimmung gibt also vollste Klarheit über die Stimmung in der Kammer. Es ist kein Zweifel, daß die dreijährige Dienstzeit mit großer Stimmenmehrheit angenommen werden wird! Wenn das radikale Blatt „Evenement" damit rechnet, daß 250 Republikaner sich gegen das Gesetz wenden würden, so ist es doch noch fragkick)!, ob dies in der Abstimmung zum Ausdruck kommt. Vielleicht versteht sich Herr Darthou wirklich zu dem Vorschlag dieses Blattes, den Gegnern ein kleines Entgegenkommen zu zeigen und damit Einhelligkeit bei der Entscheidung herbeizuführen. Gestern hat es-im Anschluß-an die Abstimmung über die Regierungsmaßregel noch eine Aussprache über die auswärtige, besonders über die Balianpolitik, gegeben. Herr Pichon, der Minister der auswärtigen Politik, sagte dabei nichts wesentlich Neues. Wie aber heute die serbische Regierung den Treibereien ihrer Presse einen Dämpfer aufsetzt — weil Bulgarien die entsprechenden Maßregeln getroffen hat — so ruft auch her Minister Pichon die französische Hetzpresse zurück, indem er ausdrücklich feststellt, daß hauptsächlich durch die „verdienstvolle Mäßigung Oesterreichs" der Friede erhalten worden ist. Noch aber ist die europäische Friedensarbeit nicht am Ziele, denn, so erklärte her Minister weiter, „wir sind leider weit entfernt von her Erledigung aller durch den Balkankrieg hervorgerufenen Fragen". Der europäische Friede ist aber auch nach dem Urteil dieses Staatsmannes vorläufig nicht gefährdet. ms Dir preuUchen Lan-iagswahlen. Das Ergebnis der Landtagswahlen, soweit es bis heute früh 5 Uhr bekannt war, läßt schon das sichere Urteil zu, daß das neue Haus ungefähr dieselbe Zusammensetzung haben wird, wie das bisherige. Bemerkenswert ist/ daß die Sozialdemokraten nur einen Sitz gewinnen. Die Ergeb- Mit einer serbisch-griechischen Waffenbrüderschaft wird dabei schwerlich zu rechnen sein, beim Serbiens Eifersucht geht auch gegen den südlichen Nachbar. Serbiens Lage ist nicht beneidenswert. Rußland leiht alle seine Hilfe dem Zaren Ferdinand, und in dem tatendurstigen König Nikita würde König Peter nur einen ziemlich unbeträchtlichen Bundesgenossen erhalten. Daß die Dreibundmächte ge- necgt sind, eher Bulgarien als Serbien zu unterstützen, Der AeWMr öes Rokoko. (Zum 200. Geburtstag von Charles Batteux, 16. Mai.) In den Irrgärten der Märchen, in denen die Menschlein, ount umhertaumeln, sitzt mitten drin zumeist ein kleiner Geist, der an unsichtbaren Fäden alles lenkt und dem wirren Labminth JJeqe Ordnung gibt. Auch in der phantastisch ausgelassenen Rokoko-Kunst haust, allen unsichtbar, solch ein weiser Zauberer, der die Regeln befiehlt, nach denen der tolle Tanz der Ornamente und Reime sich dreht, ein kleines Männchen mit einer langen Lerücte und einem großen Bambusrohr, mit dem es allzu ausgelassenen Künstlergenien auf die Finger klopft; manchmal zieht dieses Ordnungsgeistchen der Rotoko-Kunst wohl auch eine lanpc Schnur ans der Tasche, um die graben Alleen und die steifen Aoskette zu kontrollieren, oder es mißt mit einem Richt scheid die Fassaden nach, ob all die unregelmäßigen Konturen und Schwünge auch nach der Regel sind . . . Stellen wir den klugen Magier, vor dem sich die nur scheinbar so gesetzlos freie, bizarr eigenwillige Formenwelt dieser Epoche bedingungslos beugt, der erstaunten Nachwelt vor, da ihm sein 200. Geburtstag wieder eine kurze Urständ aus der staubigen Welt der Bücher, in die er nun für immer verbannt ist, gestattet, '^s ist der Geist des weyland Professors am College royal und Mitgliedes der Pariser Akademie Charles Batteux, der „die «honen Künste aus einem Grundsatz hergeleitet" und so den Schlüssel gesunden l-atte zur Pforte des Palastes der „schönen Wissenschaften". Seine große „Sammlung oder Auswahl von segeln", die die neuen Gesetze der nachklassischen sranzösischen Aesthetiker, der La Motte, DiiboS u. a. leicht verständlich und clwas oberflächlich zusammenfaßte und zuerst 1746, bann vermehrt als ein festes Lehrgebäude 1747 erschien, wurde in Deutschland, entweder in der schwereren vertiefenden Form des ^oh. Ad. Schlägel oder in der elegant .praktischen Ramlers, fh fast zwei Menschenalter „zuni besten Lehr- und Lesebuch her fünfte unb schönen Wissenschaften", und während dann der putsche „Sturm und Drang" das zierliche Gebäude von unserem Erdboden weg fegte, steht es in Frankreich noch heute nicht völlig verlassen in dem weiten Park der ästhetischen Theorien. Jeden- puls waren die künstlerischen Grundgedanken der Zeit, von dem lienen durch Baumgarten gegebenen Anstoß abgesehen, hier ziem- oL vollständig bereinigte, so daß man säst sagen kann: -.Alles ist Rokoko, was im Batteux steht". Naturnachahmung! Das ist die Hauptwahrheit, die über dem Eingang und an allen Wänden seines ästhetischen Tempels leuchtet. Wie mußte dies Wort eine Epoche entzücken unb erfreuen, die in der besten der Welten zu leben vermeinte, die den Schöpfer in feiner Schöpfung pries und lauter Klarheit, Ordnung und Güte in der Natur fand. Was konnte es für die Kunst Herrlicheres geben, als diese Natur ähnlich wieder erstehen zu lassen. dtachahmuikg der schönen Natur, die zugleich das Gute und Wahre enthält, ist also der Sinn seiner Lehre, und sie wirb in Deutschland begeistert ausgenommen. „Als ich in meiner Dichtkunst 1 730 zuerst den Grundsatz der Alten von der Nachahmung bp-:trug, schien er Deutschland ganz neu und fremde zu fein. Jedermann meinte, die Poesie fei eine Kunst, Verse zu machen, unb weiter nichts." So schrieb Gottsched stolz 1754 in seinem „Auszug aus Batteux' schönen Künsten", legte der neue Wcis- heitsmann neben dem alten Boileau seinen Vorlesungen zu Grunde und schmiedete aus feinen Ansichten Waffen gegen seine Gegner, die ihn zum Teil wieher mit Pfeilen aus dem Batttmx beschossen. Es war die große Ausgabe und Tat der deutschen Aesthetik, Batteux zu überwinden, unb als er durch den An sturm Rosseaus in den vernichteirden Kritiken Lessings und Herders am Boden lag, war das letzte und stärkste Bollwerk des Rokokos gefallen. * — Gerhart Hauptmann-Jahrhundert-Fest- spiel. Aus .Breslau wird uns geschrieben: Seit einer Reihe von Jahren weisen Gerhart Hauptmanns Dichtungen einen starkeii Einschlag von Symbolik auf. In Erinnerung steht noch der Mißerfolg der „Pippa", mit der sich Hauptmann wohl zuerst auf dieses Gebiet wagte. Seitdem hat fein Hang zum Symbolismus eine weise Mäßigung erfahren und ist fast stets von anderen, stärker hervortretendcu Absichten begleitet gewesen. Auch fein gewaltiges Jahrhundert-Festspiel, das er im Auftrag der Stadt Breslau für die dort von Mai bis Oktober stattfindende Jahrhundertfeier der Frerhertslriege schuf, enthält zahlreiche Szenen, die stark symbochchen Charakter haben, und als Träger dieser Absichten bedient sich Hauptmann wiederholt Napoleons, dessen er fidi überhaupt mit besonderer Liebe angenommen hat. Einmal kwst er den Korsen als 12 jährigen Knaben inmitten eines rasenden RevoluttonSpöbels auftreten, ein anderes Mal als Kaiser auf dem Gipfel feiner Macht, von der goldstrotzenden Schar seiner Marschälle umgeben, und schp^^» auf dem Thron nisse aus den größeren Städten und den Jndustriebezirken liegen nämlich bereits vollzählig vor. Außerdem kommen 11 Sozialdemokraten in die Stichwahl, ivobei es ihnen schwer fallen wird, Erfolge zu erringen. Die Konservativen haben bis jetzt 123 Mandate und kommen in 15 Fällen in Stichwahl. Tie Konservativen werden wahrscheinlich ihren bisherigen Besitzstand wahren, ha die Ergebnisse von 62 Wahlkreisen noch ausstehen. Die Freikonservativen haben bisher 42 Mandate errungen und sind an 8 Stichwahlen beteiligt. Die Nationalliberalen mit jetzt schon 55 errungenen Mandaten werden voraussichtlich einen Gewinn zu verzeichnen haben, denn sie sind an 17 Stichwahlen beteiligt. Die fortschrittliche Volkspartei hat weniger günstige Ergebnisse, da sie von ihren 37 Mandaten bisher nur 25 in den Hafen gebracht hat und an 10 Stichwahlen beteiligt sein wird. Das Zentrum hat ziemlich glatt seinen Besitzstand gewahrt."- . ♦ Zunächst teilen wir die Zusammensetzung des H a u s e s d e r A b g e o r d n e t e n bei der A u f l ö s u n g mit Zusammen: 443 Ko n s e r v a ti b e 155 Frei konservative 60 Na tionalliberale 64 Volkspartei 37 Zentrum 103 Polen 14 Dänen 2 Sozialdemokraten 6 bei keiner Partei 2 In 85 Landtagswahlkreisen hatte nur eine Partei Kandidaten aufgestellt, die zusammen 142 Abgeordnete wählen. Es handelt sich dabei meistens um Wahlkreise, die von den Konservativen und hem Zentrum vertreten sind. Wir geben nachstehend eine Liste her bisherigen Ergebnisse, wobei in Hessen-Nassau uns noch drei Bezirke aus- stehen. Es wurden gewählt: Provinz Ostpreußen. Wahlkreis M e m e l- H e y d e k r u g. Gewählt Oekonomierat Frcutze (Kons.) und Pfarrer Dr. Gaigalat iMoiif. Littaucr. Dez seitherige Abg. Schwabach (natl) wurde nicht wiedergewählt. Königsberg Stadt und Land F i s ch h a u s e u. Bisher Lichtenstein .Vp5, Pachnicke (Vp.), Krause (natl.). Gewählt sind Krause (natl.), Pachnicke (Vp.) und Kanzow (Vp.). Preußisch - H ol l a n d - M o h r u n g c n. Zwei Käufer» vative ohne Gegenkandidaten gewählt, darunter Gras Kanitz. Stallupönen-Goldap-Darkehmen. Zwei Kocher- vative ohne Gegenkandidaten gewählt, darunter Regierungsrat a. D. Kr et h. Provinz West Preußen. Danzig-Stadt — Danziger Höhe und Danziger Niederung. (Bisher Meyer (Fk.), Wallkowski (Kons.), Karow iKons.). Wahl Münsterberg sBp.), Weinhaufcn (Vp.) and Schmiljahn (Vp.) sehr wahrscheinlich, da ihnen nur 11 Wahlniännersttmmen an der unbedingten Mehrheit fehlen und 124 Stichwahlen ftattzufiuden haben. Strasburg. Bisher Sieg (natl.). Es erhielten: Schulz (Malkew (SO 73, Glatze! (natl.) 54, die Polen 94 Wahlmänner. Die Wahl Schulz (K.) ist w a h r s ch e i n l i ch. Stadt Berlin. 1- Tiergarten viertel, untere Friedri chsvor^ st a d t, Schöneberger Vorstadt, T e m p e 1 h o f e r Vor^ ftabt twestl. Teil). Wiederwahl des Sanitätsrats Dr. Mug- d a n (Vp.) sicher. 2. Alt-Kölln : Friedrichs Werder Torothcen- st a d t, Friedrichstadt, obere F r i c d r i ch v v r st a d t, sitzend, mit einem BUtz in der Hand. Die Inszenierung dieses Schauspiels, das sich in den gewaltigen Rahmen der Breslauer Jahrhunderthalle prächtig cinfügt, stellte die Ingenieure der Bühnentechnik vor die Lösung neuer Aufgaben. Ein ganz besonderer Effekt wird in der letzten Erscheinung -Rapoleons dieser fünszackige Blitz werden, für den Rudolf Dworskt vom Deutschen Theater in Berlin eine sinnreiche Konstruktion ersann. Ueberhaupt spielen die Beleuckstungseffelt.' in dem Festspiel eine bedeutsame Rolle, und auch hier wird mit Mitteln gearbeitet, wie noch nie in einem Bühnenhaufe. Bieruudzwanzig starke Marinescheinwerfer werden von der ersten Galerie aus die dreiteilige Bühne und die Orchestta erhellen. Unter der Leitung des Regisseurs Held haben die Proben mit den 2000 Mit- wirkenden bereits ihren Anfang genommen, und in der nächsten Woche werden die Solistenproben in der Jahrhunderthalle unter Reinhardts Regie beginnen. — Die Tagung der Schopenhauer-Gesellschaft tu Frankfur.. a. M. fand mit Vorträgen von Dr. Wolff- Amsterdam über „Schopenhauer und die Romantik", Maria Groener-Karlsruhc über „Idealismus und Realismus" und Dr. 28 er n cr-Frankfurt über „Schopenhauer als Frankfurter" den Mschluß ihrer wohlgelungenen unh inhaltsreichen Tagung. Als Ort der nächsten Tagung wurde für 1914 München bestimmt Nach Schluß der Sitzung legte die Gesellschaft durch (Rheimrat Deutz e n einen Kranz am Grabe Schopenhauers nieder. — Von der Spitzbergen-Expedition. Geheimer Regierungsrat Prosesfor Mr et he erhielt folgenhes Telegramm: Spitzbergen, Adventbay, 14. Mai. Soeben hier ciiigctroffen, brin- geit xslyneit allen, die in Deutsästand unb Norwegen für das Zustandekommen der Hilfsaktion für unsere Expedition gearbeitet haben, unseren aufrichtigsten Dank. Rave. Rüdiger. . , ~ Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen- sch aft. Der bekannte Staatsrechtslehrer Wirkt. Geh. Rat, Prof. Dr. Paul Laband begeht am 24. Mai seinen 7 5. Gehn rtsta g. — Ter pensionierte o. Professor der arabischen Spraä)etl an der orientalisäien Akademie und an der öffentlichen Lehranstalt für orientalische Sprachen in Wien, Dr. Adolf W a h r - nrniib, ist im 86. Jahre gestorben. Er stammte aus Wiesbaden. Tempelh.os"er Vorstadt 'mittlerer Teil)- Wiederwahl des Bankdirektors Mommsen (Vp.) sicher. 3. Rcuköl ln-Lui senstadt. Wiederwahl des Rektors Kopsch (Vp.) sicher. 4. Tempelboser Porstadt (östl. Teils Lui senstadt diesseits des Kanals lsi'idl. Icili. Wahl des Syndikus T>r- Wremer (Vp.) gesichert. (Bisher ddrcirling, Vp.) 5. Luisenstadt jenseits des Kanals (südl. Änl). Wiederwahl von Borchardt (Soz.) sicher. 6. Stralaucr Viertel (südl. Teil). Wiederwahl Hoffmann (Soz.) sicher. 7. Stralau erViertel (nördl. Teil), Königsvicrtel (nördl. Teil'. Wiederwahl Hirsch (Soz.) sicher. 8. ©trafener Viertel ।tocftL Teil). Königsviertel (südl. Teil', Spandau er Viertel (östl. Teil), Roscnthalcr Vorstadt (südl. Teil). Die Wiederwahl Iusttzrats Cassel (Vp.) sicher. 9. Rosenthalcr Vorstadt nördl. Teil), Gesundbrunn e n (östl. der Paule). Wiederwahl Ströbel (Soz.) sicher. 10. Spandaner Viertel (westl. Teil), Friedrich-Wil- helmftadt (Oranienburger Vorstadt), Teile des Wedding und der Rosenthaler Vorstadt. Bisher Rosanow (Vp./ Wiederwahl Rv- scnows mit geringer Mehrheit wahrscheinlich. 11. W ed di n g -Gesundbrunnen. Wiederwahl des Rechtsanwalts Liebknecht (Soz.) sicher. Provinz Brandenburg. Teltow, Berlin Wilmersdorf (St.), Beeskow-Stor- lvw. (Bisher Haseloff, Kons.), Hammer (Kons.). $-ür Liberale 801, Konservative 307, Sozialdemokraten 301 Wahlmänner. 100 Stichwahlen haben stattznfinden. Zahlreiche ländliche Wahlbezirk fehlen. Stichwahl zwischen Konservativen und Liberalen. Oberbarnim, Ebers Walde (St.), Riederbarnint, Berlin Lichtenberg (St i. Bisher von Trestlow. Kons), Ziethen (Fk.), Schcop (Vp.)., Für Konservativen 563, Liberalen 252. Sozial- demolraten 375 Wahlmänner. 105 Stichwahlen sind erforderlich. Zahlreiche Bezirke fehlen. Wahrscheinlich Stichwahl zwischen K o n- servativen und Sozialdemokraten. F r a n k f u r t - S t a d t - L e b u s. Wiederwahl B l e l l (Vp.) und Mathias «Nl.) in der Stichwahl mit dem Konservativen v. Stünzner wahrscheinlich, P o t s d a m - S t a d t. Bisher Eckert (Fk.). Stichwahl zwischen Pauli (K.» und v. Stössel (Fk.). B e r l i n - S cb ü n e b e r g - S t a d t - R e u ck ö l l n - S t a d tt Bisher Neinbacher (Vp.). H u c (Soz.) gewählt. Provinz Pommern. Stettin-Stadt. Die Wiederwahl des Justizrats L i p p m a n n (Vp.' ist siche r. Im übrigen wählte die Provinz Pommern nur konservativ, ii. a. in Demmin-Anklam Graf von S ch w e r i n - L ö w i tz, in Rügen-Franzburg Frhr. v. Malhahn. Provinz Posen. Gnesen, Witkowo. Bisher Dionysius (K.). Wahl K a n d l e r (Nl.) sicher. Fraustadt, Lissa, Rawitsch, Gostyn. Wiederwahl von v. Kardorff d.i, W o l ff (Bp.> und Reinecke (K.) sicher. Sam ter, Birnbaum, Schwerin n. W. Bisher v. Blanckenburg (K.), Ernst (Vp.). Wahl Dr. v. Rospatt (Fk.) und Ernst (Vp.) sicher. Schubin, H o h e n s a l z a, Strelno. Wiederwahl Levy (Nl.) und Busse (K 1 sicher. Posen - O st, Posen-West, Ob o rn i k. Bisher von Tcmpelhofs (K.), Kuhr (Vp.). Wahl v. Tcmpelhoff (K.) und Ku e n z e r (Nl.) sicher. Posen-Stadt. Kindler (Vp.) wiedergewählt. P r o v i n z S ch l e s i e n. Ohne Gegenkandidaten wiedergewählt wurden u. a. Landrat a. D. v. Heydebrand u. d. Lasa (K.) Geh. Justtzrat Porsch «Zentr.) und Graf Praschma (Zentr.). Waldenburg. Reichenbach. Bisher Krause (Fk.), Lückhoff (Fk.!, Freiherr v. Zedlitz und Nculrrch . Stichwahl zwischen Witz- mann (Ntl.', Pöbl Fs., Freiherr v. Forst ne c (K.) und Schäfer (K.) wahrscheinlich. Provinz Sachsen. Halle (St.X Saalkteis. Wiederwahl Keil (Ntl3 und Delius (Vp.) sicher. Salz wedel -Gardelegen. Visl-er v. Kröchcr (Kl und v. Davier (K.). Gewählt: v. Kröcher (K. und Schulze (Stapel?) (K.). Mag^>ebu rg (St.). Wiederwahl Gru s0n und S chi ffer (NationallÄerale) sicher. Ohne Gegenkandidat wurde Tischlerobermeister Rahardt (Fk.) Wolmirstadt gewählt. P r 0 v Gt z S ch l e s w i g - H 0 l st e i n. Apcnradc, Sonderburg. Nissen «Däne) wiedcrqe- wählt. Altona Stadt. Bisher W-aldstein (Bp.). Stichwahl zwischen Waldltein (Vp.) und Adler (Soz.!. Kiel-Stadt, Berdesholm-Neumünster-Stadt. Bisher Hoff (Vp.). S 11 chwa h l zwischen Hofs (Vp.) und B r ec ou r (Soz.i. Flensburg-Stadt und -Land. Bisher Taus (Bp) Stichwahl zwischen F l c b b e (Nl.) und W i t l r e ct ' Bp. . Im Bezirk Hader sieben wurde K l 0 p p e n b u r g (Däne) olme Gegenkandidat wiedergewähltl Provinz Hannover. Osnabrück-Stadt und Land. Bisher Wamhoff (Nl.). Wahl Wachhorst de W e n t e (Nl.) siche r. N 0 r d c n E m d e n S t a d t und -Land. Wiederwahl Fürbringer (Nl.) sicher. P r 0 v i n z W c st f a l e 11. Bochum-Stadt und Land Herne-Stadt. Bisher D arischer ,Ztr.>. Es erhielten: Altyosf (Nl.) 650, Professor Weskamp (Ztr., 285 und Leimpeters (Soz.) 8-1 Wahlmänner. Tic Wahl A l t b 0 f f s «Nl.) ist s i ch e r. Dortmund-Stadt. Bisher Schmieding (Nl.). Gewählt 346 Liberale, 143 Zentrum und 83 sozialdemokratische Wohl männer. 66 Stichwahlen zwischen Zentrum und Liberalen 43 zwischen Zentrum und Sozialdemokraten, 14 zwischen Sozial dem0traten und Nationalliberalen erforderlich. Tas Resultat ii't zweifelhaft. Wittgenstein, Siegen. Wiederwahl Marco (Nl ' srckcr. Dortmund Land. Bisher Gronowski (Z.). Stichwahl zwischen Dr. Cremer (Nl.) und Hausmann (Soz.V Altena, Lüdenscheid (©t), Iserlohn (St u Haarmann (Ntl.) und Hirsch ^Ntl.' mit 555 Wahl männern Wiederwahl 11 di c r. Tas Zentrum erhielt 110, die Sozial dcmokraten 84 Wahlmänncr. H a g e n - S l a d t u n d L a n d, S ch w e l m. Bisher Bilstein (Bp.) und Crüger 'Vp.). Wahl Bouchs ei u So,z i und Ludwig ( E s ch w e g c, Herrschaft Schmalkalden. Wiederwahl Wcndlandl 'Ntl.) sicher. Hanau St. u. L-). Bisher Wohlfarth iNtl.. Es erhielten Wohlsarth ,Ntl.> 192, Lind (K.) 47, Distmann (Soz > 97 Wahlmänner. Wenige Orte stehen noch aus. Tie Wahl Wohlfarths '.Ntl.) ist gesickert. Fulda. Ter als einziger Kandidat ausgestellte Amtsgerichtsrat Nhi'cl (Ztr.) erhielt 235 Wahlmänner. Schlüchtern-Gelnhausen. Bisher Meycnschcin (S/. Stichwahl zwischen Hcngsbacher >Fk. und Geis (Z.). Melsungen-Fritzlar. Bisher Nöll (K.). Wiederwahl Nöll gesichert, 104 Wahlmäuner, gegen Wallenhaupt -Ntl.) 83, Marburg. Bredt (Fk. > mit 200 gegen Diehl (Soz.), der 4 Wahlmänner erhielt, w i c d c r g e w ä h l t. Rotenburg, H e r s f e l d. Die Wiederwahl des Landrats Türcke (Hosp. d. Kons.) ist sicher. Obertaunuskreis. Bisher v. Bülow, Ntl. Bülow '(Ntl.) erhielt 88, Schwarz (Z.), Graes (Soz.) 34, Goll (Bp.) 20 Wohlmänner. Einige ländliche Bezirke /tehen noch aus. Stichf- wahl zwischen Nationalliberalcn und Zentrum. W i es b a d e n (Stadt), Untertaunuskreis. B a r t l i n g (Ntl.) niedergcwähtt, 273 Wahlmänner, gegen Brcidenstein (Vp.) mit 95 und Müller (Soz.) mit 36. Wiesbaden Ld.-Höchst. Wiederwahl Wolff (Ntl.) sicher. Unterlohnkreis. Wiederwahl Lieber (Ntl.) gesichert. Dill kreis, O b e rw e st c r w a l d kr ei s. ^Bisher Lohmann (Ntl.), Wahl Bückling (Ml.) mit 185 gegen Hepp (Bp.) 17, und Weber (Ehristl. Soz.), der 46 Wahlmänner erhielt, gesichert. S t. G 0 a r s h a u s c n, Rheingaukreis, Meisenheim. Bisher v. M loben b. r. P. Bisher bekannt: v. Borg (Fk.) 123, Grimm (Bündler) 30 und Geil (Z.) 61 Stimmen. Biedenkopf, v. Heimburg (Kans.) wiedcrgcwählt. O b er l ahn kreis, Usingen. Bisher Beckmann (K.). Wahl Dr. Lohmann (Ntl.) mit 129 gegen Behrens (Christisoz.) mit 84, Schüttler (Vp.) mit 14 und Wick (Soz.) gesichert. Frankfurt a. M. Stadt. Bisher Funk (Vp.), Flesch (Vp.). Es erhielt: Tie Fortschrittliche Volkspartci 646 Wahlmänner, nationallibcrale Partei 227, und die sozialdemokratische Partei 367 Wahlmänncr. Es kommt zu Stichwahlen in 146 Urwahlbezirken zwischen der Volkspartei und den Nationalliberalcn. In 83 zwischen der Volkspartci und den Sozialdemokraten. In 51 zwischen den Nationallibcralen und den Sozialdemokraten. R h e i ti p r 0 v i n z. Wetzlar. Bisher vom Rath Ntl. S t i ckw a hl zwischm v. Bodelschwingh 'Kons.) und Krüger (Ntl.). v. Bodel- schwingh hat 74, Krüger 84, Kyrmse (Bp.) 37, Kremser (Sz.) 14. Krefeld St. Wiederwahl König (Ztr.) mit 331 Wahl- vränncrn siche r. Brüst (Ntl.) erhielt 117, Horlitz (Soz.) 22 St. E ssen St adt. Bisher Bell (Z ). Voraussichtlich S tichwa hl zwischen Belt (Z.) und Rackel (Ntl.). Köln Stadt. Bisher Trimborn (Z.) und Frank (Z.). Zentrum 1600, Soz. 214, Lio. 4 Wahl männer. Zufolge der Wahlenthaltung der Liberalen kamen 102 Wahlmännerwahlcn nick t zustande. Trimborn und Frank (Z.) wiedcrgc- wählt. Düsseldorf (St. u. L.). Bisher David (Zentr.). Schmitt (Zentr.). Wahl Dr. Brockmann (Zentr.), Dr. Schmitt (Zentr.) sicher. Mülheim a. d. Ruhr (St.), Dinslaken, Hamborn (St.). Bisher Sauermcmn (Zentr.). Es erhielten Mathies (Ntl.) 489, Saucrmann (Zentr.) 352, Schluchtmann (Soz.) 65 Wahlmänner. 191 Stichwahlen sind erforderlich, die entscheiden. Lennep, Remscheid (St.), Solingen (St. u. L.). Wiederwahl Friedberg (Ntl.), Eickhoff (Vp.), Gottschalk (Ntl.) fichcr. Saarbrücken (St. u. L.), Ottw eil er , St. Wendel. Bisher v. S ch u b c r t (b. t F.), Röchling (Ntl.), Maurer (Ntl.). Wahl v. Sckprbert (b. k. F.), Röchling sicher. Duisburg (St.), Oberhausen (St.). Wiederwahl Beumer (4ttl.) mit 594 Wahlmännern sicher. Klost (Zentr.) erhielt 187 Wahlmänncr. Ferner sind 119 Stichwahlen erforderlich. Wahlergebnisse bis 5 Uhr früh. Berlin, 17. Mai. Bis 5 Uhr morgens können in 250 Wahlkreisen 354 Abgeordnete als gewählt gelten. Von diesen entfallen auf die Konservativen 123, Freilvnscrvativcn 42, Nationalliberalen 55, Fortschrittliche Volkspartei 25, Zentrum 96, Polen 4, Dänen 2, Sozialdemokraten 7. An 34 notwendig werdenden Stichwahlen sind beteiligt: 15 Konservative, 8 Freikonservative, 17 Nationalliberale, 10 Fortschrittliche Vollspartei, 4 Zentrum, 1 Pole, 1 Bund der Landwirte, 1 Deutsch-Sozialer, 11 Sozialdemokraten. Gewinne und Verluste: Konservative 7:10, Freikonservative 1:5, Nationallibcrale 8:3, Fortschrittliche Volkspartei 4:5, Zentrum 2:4. Tie Sozialdemokraten gewinnen 1, die Polen verlieren 1. Unter den Gewählten befinden sich noch Frhr. v. Gamp, Dr. Rösicke, Dr. Schiffercr, Franffurt a. M. und Herford (Stadt) unentschieden. Berlin, 16. Mai, 7.56 Ul/r nachm. Bisher sind u. 0. gewählt: Gras v. Kanitz, Kreth, v. Arnim, v. Oertzen, v. Shuck mann, Hammer, Rcwoldt, v. Heydebraudi, Porick, Graf Henckel v. Tonnersnrarck, Gras Praschma, Rahardt, Stronsbeck, Kloppen- borg, Hahn, v. d. Hagen, Herold, Schmedding, v. Savigny, Schröder-Kassel, Heimburg, Dahlem, Fastbcnder, Wallenborn, Frhr. v. Wolsf-Metternich, Mugdan, Mommsen, Kopsck, Wiemcr, Borchardt, Hoffmann, Hirsch, Lasse, Strövek. Liebknecht, Graf von Sckwerin-Lölvitz, Brütt, Macco, Graf v. Pappenheim, v. Campe, steht in Stichwahl mit den Konservativen, Schwabach und Glatze! unterlagen den Konservativen. Ptesfestimmkn zur Landtagswahl Das „Berliner Tageblatt" schreibt unter der Ucberschrist „Es hat sich nichts geäridert, belanglose Verschiebungen": Es läßt sich wirklich nicht behaupten, daß die Par- t et eit der Liutcn, indem sie sich das Wasser abzugraben versuchten, besondere Ersolge aufzuweisen hätten. Immerhin, die konservative Hoffnung, es einmal zu einer Mehrheit aus eigener Straft zu bringen, hat sich nicht verwirklicht. Tie „Berliner Neuesten Nachrichten" stellen fest, daß die äußerste Linke, nicht nur die Genossen, sondern auch die fortschrittliche Volkspartei, so gut wie nichts an Boden gewonnen haben. Bcmertens- n)ert sei übrigens, daß die Sozialdemokraten eine ganz neue Taktik verfolgen, indem sie durch ihre Schlepper sich bemühen, die Wähler der zweiten Abteilung von der Wahl zurückzuhalten. Ter „Verl. L 0 ka I a 11 3 c i ß c r" urteilt: Verschiebungen zwischen Links und Rcckts sind allerdings nicht ausgeblieben: sie halten sich jedocl) in engen Grenzen. Als Ergebnis der Landtagswahlen läßt sich feststelleu, dast die Möglichkeit einer rein konservativen Mehrheit vollkommen ausgeschlossen erscheint. Tie „Berliner M 0 r g e n p 0 ft“ schreibt: Tas neue Abgeordnetenhaus wird dem alten ahn lich sehen, wie ein Ei dem andern. Tie „Tägliche R u n d s ch a n" meint, daß die Stärleverhältnissc der Parteien sich nicht von Belang geändert haben; der ganze Aufwand sei rein umsonst vertan. Der „Vorwärts" bezeichnet den Zuzug, den di- sozialdemokratische Armee erhalten hat, als da-, vedcutsamstc der Wahl und erklärt: Tast wir trostdem nur 7 Mandate als erobert betrachten können, kennzeichnet das aller Charakteristik spottende Wahlsystem vernichtender als c» die schonungsloseste Kritik vermöchte. Ans StaSt mt£ LrrnH. Gicsten, 17. Mai 1913. ** Tageskalender Bi0grap H-Lich 1 sviele: Täglich Vorstclluiia. B a k 0 f s K a m m e r - L i ch t s v i c l c: Täglich Vorstellnng. Lichtspielhaus: Täglich Vorstellung. O b e r h c s s i s ch e r K u n st v e r e i ». Gemäldeausstellung int Turmhaus mit Brand. Geössnet täglich (mit ?lnsnabnte von Samstag) von 11—1 Uhr, Sonntags von 11—3 Uhr, Mittwoch nachmittag von 3—5 Uhr. H i st 0 r i s cb e s Muse u m g e s ch l 0 s f e n. Museum für Völkerkunde. Gcöfmct art Sonntagen vormittags von 11—1 Uhr unentgeltlich. Li c b i g 2 h ö h e: Sonntag nachmittag von 4l/2 Uhr an Konzert der hiesigen Regimentskapelle. Anlagemuslk Sonntag vormittag um 11 Uhr in der Süd-Anlage. Spielpion: 1. Jubel - Ouvertüre (Es-dar) von C. 9)1. v. Weber; 2. Intasie rnis der Oper .Lohcngrin" von R. Wagner: 3. „Ti» Wachtparade fomnitl' Charakterstück von N. Eilenberg: 4. Schneidige Truppe! Btarfch von I. Lehnhardt. * ** Regimentsfest. Die Vorbereitungen für das Regimentsfest sind im vollen Umfang im Gang. Die Arbeitsausschüsse des Vereins ehemaliger 116er sind in voller Tätigkeit. Auf dein städtischen Teil des Triebs sind Dutz.ende von 'Arbeitern damit beschäftigt, die Festhallen und die Umzäumung aufzuschlagen. Heute abend hält der Verein im (Safe Leib eine außerordentliche Mitgliederversammlung ab, in der noch einmal der ganze Gang des Festes beschlossen und den Arbeitsausschüssen die letzten Weisungen für die noch zu erledigenden Arbeiten gegeben werden sollen. Auch soll die neue, von Sr. Exz. dem Herrn G-eneral- lentnant v. Klingelhöser verfaßte Regimentsgeschichte gratis' an die erscheinenden Mitglieder verteilt werden. Das' Fesba buch, das alles Wissenswerte einschließlich der gesanrten Festsolge enthält, ist sertiggestellt und in den Vorvcrkau.fs- stellen zu haben. Ebenso die von dem Verein und Regiment l>ci gestellten Festpostkarten. i?lm Sonntag vormittag um 8 Uhr hält der Verbandsvorstand seine letzte Sitzung auf der Liebigshöhe ab, an die sieh um 10 Uhr eine Versammlung der Vertreter aller dem Verband angegliederten Ver^ eilte und Vereinigungen anschließt. "Von der Direktion der hessischen land- >virisch. Genossenschaftsbank wird un§ geschrieben: Wiederholt wurden sowohl in Versaiinitlmigen als auch an sonstigen Stellen die falsche Mitteilung verbreitet, als ob die Kassen, denen Zlufsichtsratsmitgliedcr der Landwittschaftlichcn Genossenschaftsbank angehören, vor Eintritt der Krisi-5 bti derselben jene avisiert hätten, ihre Gelder abzn'heben. Nichts ist natürlich unrichtiger als dieses Gerücht. Ter Beioeis dafür liegt dann, daß sechs Genossenschaften, denen iynfsichts- ratSmitglieder angehören, nicht weniger al5 rund 1 050 000 Mark an Depositen und in lausender Nechuung bei der Lauck wirtschaftlichen Genossenschaftsbank zu fordern haben. M "Der Hessische S ch l 0 s s e r m e i st e r - V e r b a n d hält seinen 2. Verbandstag am Sonntag, 1. Juni, in Gießen ab. .Zn der Tagung ist solgende Tagesordnung aufgestellt: Samstag, den 31. Mai, abends 8 Uhr: Delegicrtensitziutg im Hotel Köhler. Sonntag, den 1. Juni, vormittags 9 Uhr: Erstattung deZ Jahresberichts. Nechnungs- und Kassenbericht. Vorträge: Gesellen- und Meisterstücke; Beschäftigung von Lehrlingen unter 14 Jahren, Referent: Kollege Cchivarz- Mainz; Hastpflichtoersicheruug, Ncserent: Herr Bühue-Mamz. Voranschlag für ba§ nächste Geschäftsjahr. AuSschußwablen. Anträge und Verschiedenes. Wahl des Ortes für den nächsten Vcrbandstag. Anträge sind bis zum 25. Mai an die Geschäftsstelle (Darmstadt, Emilstraße 28) einzurcichen. Landkreis Gießen. — Lollar, 17. Mai. Ihre Silberhochzeit feiern heute die Eheleute Cordes, die Inhaber der Bahnhofswirtschaft in Lollar. Kreis Büdingen. H. Bübingen, 16. Mai. In der heutigen Gemeinde- ralssitzung, zu der alle Mitglieder der Gemeindevertretung anlvesend waren, stand die B a h n f r a g e Hana, u—B ü - dingen auf der Tagesordnung. In der letzten Zeit haben wiederholt Besprechungen der Bürgermeister aus den interessierten Gemeinden ftattgefunden,' ohne daß eine Einigung erzielt werben konnte. Mehrere Gemeinden wie Orleshausen, "Dalbach, EckartShauseu, Hainchcn erklären sich direkt gegen die Erbauung und verweigern die Ucbernahme von Kosten. Tas sdreisamt hat eine Uebersickst über die Leistungen der einzelnen Gemeinden und E^emarkungen nach zwei Grundsatzungen ausgearbeitet und den Bürgermeistereien zustellen lassen. Büdingen würde nach dieser Aufstellung a) wenn es mit Vt zu den Kosten herangezogen würde 77 980 Mk.; b) wenn es mit ’/2 veranlagt wurde 124 227 Mk. zu leisten haben. Am gestrigen Abend fand bereits eine Besprechung des Gemeinderats über diese Aufstellung statt, und heute soll endgültiger Beschluß gefaßt werden. Nach wie vor ist man der 'Ansicht, daß die Balpi für Büdingen wenig Interesse habe und keinen Vorteil bringe, wenn sie nicht durch das Seemental weiter geführt würde. Um aber den hessischen interessierten und namentlich den zum Kweis Büdingen gehörigen Otentcinbcr entgegen zu kommen, beschließt der Geineinderat, daß sick die Gemeinde Büdingen für den Bahnbau ausspricht, wenn der Verteilungsplan a) Anwendung findet und wenn fick die interessierten Gemeinden vertraglich bereit erklären, noch 400,0 von dieser Summe zu übernehmen, so daß die Kosten für Büdingen den .Höchstbetrag von 47 000 Mk. nickt übersteigen. Außerdem müssen die Gemeinden auf ein Vcr waltungsstreitverfahren verzichten Dieser Beschluß soll in der nächsten Bürgermeisterversammlung mir dem An fügen vor gelegt werden, daß weitere Zugeständnisse von der Gemeinde Büdingen nicht zu erwarten sind. — Außer Tagesordnung wird noch beschlossen, den Gasmeister Hummel von Langenwiesen Mehren in Thüringen als Elasmeister mit einem Jahresanfcmgsaehalt von 1600 Mk., nebst freier Woy- nung, Heizung und Beleuchtung, anzustellen mit Wirkung vom 1. Juli d. FS. Gasmeister Arhelger nnrd von diesem Tage an von seiner Stelle entbunden. Er tritt bei der Firma I. Pietsch, A.-G., in Berlin ein. Für die Stelle in Büdingen hatten sich 25 Bewerber gemeldet. = Mon ;cr Uhrmache: jät dem 3. MU M. Löi B. Rai ti, einer Diel feit längerer Zollhafe» Kisch gestoh Stetiger und Q)ü$ die 5 Seitbem ^ühihMdcrt, und ticrocrbc’ lurtm’tamp), fecifchem billi des ländlichen mit ten cdter. ^ralRirtidud l'ieen temijun Lmdesprod W, raifi eii bi /'AÄMnei afetzt mut Dom -tcrttwirt muß üir Bew 6"de und in d , Siege wno, iw ,'tit 1 ” 'M Mvaltiam Bü ^/°rtslhriitc ljatic, die niet N iahten. ® ENhuaidii A°ui von qji Scn, bebe N!,Meseu, b V tz-u- »fie ff S»el5 nty,» -öent P SiicnL™ tu ^rn N L>-ch 'Ne SNcn »an Kim btif( "ck jf(. te«k ® c Ichonuna^ Snri^'S? ie öanau-^, w^S. W Klären srcho^i UcbcrnaN J iicbt über M-.- i;.ntarfungcn", bcii <'■' M l ' nad’ L !l|l ,.CNr^ 'r,.„ hcranE ^oeranlagt^ tridCn ,. /. :in und Regimen!» ig vormittag mA netzte Sitzung anÄ r eine Zersamm-U igeatiederten Vc:-» Kreis Alsfeld. s. Homberg, 13. Mai. Heute früh fand hier unter dem Vorsitz des Abg. Lutz der erste Bezirkstag des Kriegervercins des Bezirks Homberg statt, wozu sämtliche Vereine, außer einem, Vertreter geschickt hatten. Das diesjährige Vezirksfest findet in Gontershausen statt. Der Delegiertentag findet in diesem Jahre in Hirschhorn statt: dann fand lebhafte Auseinandersetzung über die pflicht- mäßige Einführung des Verbandsblattes statt. Die Versammlung kam zu dem Entschluß, den Bezug des Blattes jedem frei zu stellen. - Kreis Lauterbach. ~ Grebenhain, 16. Mai. Provinzial-dircktor Ge- Henn erat Dr. 11 if i n g c r aus Gießen un d> B au rat S ch ö b e r I von der Ministerial-Bauabteilung. trafen heute vormittag int Automobil im Gasthaus zur Krone ein, woselbst sich auch der Kreisrat v. Bechtold aus Lauterbach einfand, um gemeinschaftlich eine Besichtigungsreise nach den Orten des Kreises zu unternehmen, die voraussichtlich an die Ueber- landzentrale Wölfersheim angeschlossen werden. Es galt hauptsächlich, einen Ueber'blick über die Leitungsführung zu gewinnen. Kreis Friedberg. io. Bad-N anheim, 16. Mai. Tic unter Professor Dans Win der st ei ns Leitung stehenden- Darbietungen des Kur- orcheswrs (Leipziger Philharmonisches Orchester) in der kommenden Saison versprechen zahlreiche künstlerische Abwechselungen. Abgesehen von den wöchentlichen Sinsoniekonzerten sind für die großen Kün stler ko n z er t e folgende klangvolle Namen verpflichtet: Denrp Marteau, Ivan de Manon, Wilhelm Backhaus, Walter Kirchhoff, Max Bege- m a n n. In den Sinfonickonzerten gelangten bis jetzt folgende Novitäten zu Gehör: Sinfonie in A-Moll von R i ch a r d S t v h r, Kleist-Ouvertüre von Richard Wetz, Sieges-Ouvertüre von Karl Blcvle, Violinkonzert von Max Schillings. Für den 20. Juni ist, wie vor 2 Jahren, ein M o n st r e - K o n z e r t mit einem Riesenorchestcr von über 200 Mitwirkenden_ unter Professor Winderstcins Leitung geplant. Es werden außerdem zur Ausführung kommen Schumanns „Das Paradies und die Peri", Beethovens 9. Sinfonie mit dem Sängerchor einer Nachbarstadt im August. Ferner ist ein großes 2tägiges W a g - nerfest in Vorbereitung. Starkenburg und Rheinhessen. W. Mainz, 16. Mgi. Der Kriminalpolizei gelang es, einer Diebes- und Hehlerbande habhaft zu werden, die seit längerer Zeit bedeutende Wauendieb stähle im Zollhafcn gebiet verübte und vor allem amerikanisches Fleisch gestohlen hat. Ein hiesiger bekannter Wirt, ein Metzger und ein Schiffer wurden verhaftet. Hessen-Nassau. = Montabaur, 16. Mai. Ein treuer Gehilfe ist der Uhrmacher Karl F ö r st c r aus Gießen, der fetzt 25 Jahre, feit dem 3. Mai 1888, ununterbrochen in dem Geschäft der Frau M. Löw en gut tätig ist. was Sie Technik der randwirtschaft Neues bringt! Seitdem die Umwälzung des Wirtsckm'tslcbens int vorigen Jahrhundert, vor all cm' die Einführung der allgemeinen Hcmdels- und Gewerbcsreiheit mit dem darauffolgenden rücksichtslosen Kon- kurrenzkamps,'dann die Ueberschwemmuug Mitteleuropas mit überseeischem billigen Getreide und die hierdurch drohende Entwertung des ländlichen Grundbesitzes die deutsche. Landwirtschaft zwangen, mit den alten Wirtschastsprinzipicn zu bredyen, seitdem har die Landwirt sch ast mit der Technik einen Bund geschlossen zur intensiven Ausnutzung des Ackerbodens und zur rationellen Verarbeitung der Landcsproduite. Durch den Mangel an Arbeitskräften und die sortwährendc Steigerung der Löhne sah sich der Landwirt genötigt, nach einem geeigneten Ersatz zu suchen und sand ihn in der Technik, die ihm für alle möglichen Arbeiten dic erforderlichen Maschinen liefert. Je mehr die Handarbeit durch Maschinen- leistung ersetzt wird, desto mehr verliert die früher oft gebrauchte Redensart vom „rückständigen Bauer" an Bedeutung: der moderne Landwirt muß ebensogut mit der Chemie des Ackerbodens und der Früchte Bescheid wissen, wie mi't der Konstruktiou der Maschinen, die er zur Bewältigung der Arbeiten in Haus und Hof, auf dem Felde und in den Nebenbetrieoen mit heranzieht. Die Wiege des landwirtschaftlichen Maschinenwesens ist England, tvo seit Einführung der Drillkultur in der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts dic motorische Bodenbearbeitung sich unaufhaltsam Bahn gebrochen hat. Auf dem Kontinente blieben dic Fortschritte der „Motorlultur", die Großbritannien zu ver- Zeichnen hatte, noch lange unbekannt, bis erst in den sechziger Jahren dic mechanischen Hilfsmittel der Agrikultur hier festen ,Fuß faßten. Ein größerer landwirtschaftlicher Betrieb ohne irgend eine Kraftmaschine ist heute undenkbar. Durch den Zusammenschluß der Landwirte zu Genossenschaften für den gemcinschaftlickxm Ankauf von Maschinen hat das landwirtschaftliche Maschinenwesen eine bedeutsame Förderung erfahren, und die Erfahrung hat bewiesen, daß Ersparnisse an Kraft, sowie Besckstcunigung, Perbilligung, Verbesserung der Arbeit und Unabhängigkeit vom Wetter und der Leutenot nur mit Hilfe der Technik erreicht werden können. Dic ortsbewegliche Dampfmaschine oder Lokomobile, dic im Jahre 1851 aus ^England nach Deutschland fam', hat in der Landwirtschaft eine kaum geahnte Ausbreitung gefunden. Alle Einzelheiten der neueren Lokomvbiltypen sind mit Rücksicht auf die Bedürfnisse der Landwirtschaft ausgebildet. Durch «Einführung der Dampfüberhitzung und Konstruktion von Hcißdampf-Loko- mobilen ist der Kohlciwerbrauch wesentlich verringert worden. Selbst in kleinen Wirtschaften findet die Lokomobile, die uns die Dampskrast an jedem beliebigen Orte zur Verfügung stellt, Anwendung, insbesondere zum! Betriebe von Dreschmaschinen. Zurzeit dürste cs etwa eine halbe Million Dampfc>reschmaschineu in Deutschland geben. Die Frage, ob sich dic Heißdampflokomobile Modernster Bauart für die Zwecke der Landwirtschaft besser eignet als dic dem Prinzip nach ältere Sattdampflokomobile in ihrer neuen Konstruktion, wird von Autoritäten dahingehend beantwortet, daß man nur in besonderen Fällen eine Hcißdampf- Maschinc nehmen solle, da die höheren AnschaffungSkostcn und der empfindliche Lindau eines Ueberhitzcrs nicht im Verhältnis stehen zu den Ersparnissen an Brennmaterial. Bei Dampfpfluglokomobilln. hingegen hat man durch Einbau von Röhrendampsüberhitzera wesentlich höhere Leistungen erzielt. Deutschland verfügt zurzeit über etwa 600 Dampfpflugapparate, von denen 95°/o oent Zweimaschincnshstcm angehören. Hierbei besieht der Dampf Pflug aus zwei Pflitgkörpcrn, von denen der eine links, der anoerc rechts nrbcücn kann. Dic beiden Pflugkörper sind in der Mitte durch ein eisernes, ans zwei Rädern ruhendes Gestell miteinander verhuilden. An jedem Ende dieses Kipp- odcr Balanzicrpfluges ist je ein Zugseil befestigt: das Aus- und Abwickeln bewirken zwei Däm'pflokomobilen, die sich gegenüber an der Grenze des zu bearbeitenden Ackers ausgestellt sind. Während die eine Lvlomobile zieht und gleichzeitig das Zugseil aufwickelt, rollt das andere Seil von der zweiten Lolomlvbile ab. Der Pilug wird also durch Maschincnkraft über das zu bestellende Feld Hirn und hergezogen. In den ersten Jahrzehnten seines Bestandes wurde der Kippflug nur zu tiefen Ackerungen verwendet: aber man erzielt jetzt bessere Resultate, wenn der Bodsn nur bis zu einer gewissen Tiefe gewendet und gemischt, darunter aber noefy entsprechend gelockert und aufgewühlt wird. Ein moderner- Heißdampf Pflug größter Leistungsfähig keil kostet etwa 65 000 Mark und erfordert pro Kampagne 21000 Mark an Betriebskosten. Zur B<ä>iennng sind außer dem Maschinisten yvei Heizer und zwei Mann am1 Pfluge nötig. Bei günstigen Bodriwerhältnisscil läßt sich eine Arbeitsleistung von stündlich 1 lücftar bei 40 Zentimeter Tiefe der Ackerung ober 1,6 Hektar bei 20 Zentimeter Tiefe erzielen, d. h. innerhalb der ganzen Kampagne (100 Tage ä 10 Stundens 1000 Hektar bczw. 1600 Hektar. Die Anschaffung eines Dampfpslnges kommt daher nur für sehr große Güter und Domänen in B er rächt. Für mittlere und kleine Güter empfiehlt sich der Motorpflug, der eine selb st - sährende Zugmaschine vor bem Gespannpflug darstellt, gleichsam ein Automobil vor dem Pfluge. Die Betriebskraft liefert ein mchrzhlindrigcr, ziemlich rasch lausender Benzinmotor, der zwar etwas robuster als der gewöhnliche Automobilmotor, aber doch leicht genug ist, unt den direkten Schleppzug zu ermöglichen. Der komplette Motorpflug kostet etwa 15 000 Mark: seine durchschnittliche jährliche Arbeitsleistung kamr man auf 1400 Morgen (350 Hektar) Pflugarbcit veranschlagen. Auch die Pslugwerl^euge, die zuM größten Teil nach dem altbcnstihrten Stiftern1 als Hobelpflüge ausgebildet sind, haben in neuester Zeit einen Konkurrenten in dem Fräserpslug erhalten. Ein von dem Ungarn Köszegi erfundener Landbaumotor löst das Problem, dic bisherigen Änzelarbcitsgänge von Pflug, Schlichte, Egge, Untergrundpacker und Walze durch einen einzigen Arbeitsgang auszuführen, in einfacher Weise durch eine rotierende, fräsende Arbeitsweise, .die der Arbeit von Hacke und Spaten sehr nahe kommt. Die im Frühjahr zu erfolgende Bodenbearbeitung und Düngung müssen sich ergänzen, um den Pflanzen die günstigsten Bedingungen zu bieten. Nur wenn der Boden durch eine vorausgegangcne gute Untergrundlockerung und Untergrund-Drillkultur ausgeschlossen und für die nachfolgende Düngung empfänglich gemacht ist, läßt sich ein hoher Ernteertrag erwarten. Für diese Zwecke ist in den letzten Jahren eine ganze Reihe neuer Maschinen konstruiert worden, wie der Ticfkulturpslug, der Exstirpator, der Federzahn- unb Schälkultivator n. a. Tie Uickcrgrunddrillkultur besteht darin, daß nicht die ganze Sohle der Bodenfurche aufgewühlt wird, fonberu in diese nur eine schmäle, etwa j>—10 Zentimeter breite und ebenso tiefe Rille hincingezogcn wird. Wie bedeutungsvoll es für die Landwirtschaft ist, durch besonders leistungsfähige, stets hilfsbereite Motoren die Bodenbearbeitung nicht nur intensiver, sondern auch rechtzeitig durcl>- führen zu können, ist seit Einführung der Elektrizität in land- wirtschaftlickie Betriebe jedem! einsickKigen Landwirt klar geworden. Gerade in der Landwirtschaft treten die großen Vorzüge des Elektromotors zutage; er arbeitet weit ökonomischer als jede andere Betricbsmaschine, er verlangt leine besondere Bedienung, eine kleine Hebelbewegung genügt zum! Anlassen oder Abstellen, Transmissionen mit Riemen und Seilen sind in vielen Fällen unnötig, an ihre Stelle treten biegsame Leitungsdrähte, die sich ieder Oen- lichleit leicht anpassen und schnell verlegt werden können^ Der Elektromotor entnimmt dem Leitungsnetz serveilig nur soviel Strom, als er tatsächlich in Arbeit umsetzen kann. Wenn z. B. ein 10-PS-Elektromotor zum Antrieb einer Futterschmcidemaschine gebraucht wird, zu deren Betrieb ein 1 ?8-Motor ausreicht, so benötigt der zehnpfcrdigc Motor kaum mehr Strom als der ein- pferdigc. Für alle landwirtschaftlichen Maschinen, die nicht gleichzeitig im Betriebe sind, wie Schrotmühlen, Rübenschneider, Milchzentrifugen, Jauchcpumpen, Häckselmaschinen, Kartoffelquetschen usw. können die Elektromotoren transportabel eingerichtet werden. Sie werden zu diesem Zwecke auf Tragen, Schleifen ober Wagen montiert und je nach Bedarf zu der betreffenben Vc.r Wendungsstelle geschafft. Die für den Antrieb der verschiedenen Haus- und hos- wirrsckmftlichcn Maschinen erforderlichen Motorleistungen schwanken zwischen > 2 und 3 PS. Der Motor arbeitet unt so günstiger, je mehr seine Leistung der angcrticbenen Maschine augepaßr ist. In Molkereien kann der Elektromotor zu jeder Arbeitsverrichtung herangezogen werden, sogar das Melken der Kühe erfolgt durch einen elektrisch betriebenen Melläpparat! Für die Ausführung von Meliorationsarbeiten lWasserpumpen, Berieselung, Drainage, Bodentultuw eignet sich der Elektromotor ganz vorzüglich, ebenso in landwirtsckwsllichvn Nebenbetrieben, wie Brennereien, Ziegeleien, Trocknnngsfabrikcn. Bei der Bestellung schweren Bodens und 6eint tiefen Pflügen hat man mit dem Elektropflug, der von einem 60 bis 90 PS- Motor betrieben wird, die besten Ewfahrungen gcmackst. Er bietet nicht nur einen vollkommenen Ersatz für beit Dampspflug, sondern auch viele aitderc Arbeiten, wie Schälen, Eggen, Walzen, können mit dem. Elektropslug wirtschaftlich vorgenommcn werden, für dic der schwere Dampfpflug ungeeignet ist.» Neben dem bekannten Zweimaschinensystem findet auch das Einmaschincnsystem Anwen- diing. Bei einer mittleren Scilgeschwindigkcit von 1,6 Metersekunden uni) einer Zuglänge von zirka 500 Meter können mit fünfscharigem Pflug bei 40 Zentimeter Pslngticfc und mittel- schwerem Boden etwa 30 Morgen (7,5 Hektar- pro Tag umgepflügt werden. Seitdem sich im Jahre 1893 zuiw erstenmal Landwirte auf genosfcnschaftlichcr Grundlage zusammenschlossen zur Errichtung eines zentralen Kraftwerkes, einer sogenannten Ueberlandzentrale, trat eine ungeahnte Entwicklung in der ländlichen Elektrizitätsversorgung ein. Allerorten entstehen Ilcberlandzentralcn und ganze Kreise und Provinzen werden mit Drahlleitnilgeu überspannt, die alle aus einer gemeinsamen Kraftquelle mit, elektrischer Energie gespeist werden. Außer bem' Groß- und Kleingrundbesitz werden zur besseren Rentabilität auch Gemeinden und Städte in die Stromlieferung der Zentrale cinbez-ogeu. Die bisher gesammelten Erfahrungen beweisen, daß die Anwendung der Eleftrizität den landwirtschaftli-ck-en Betrieb vcreinsackft, verbilligt und verbessert; es dürften ihr daher bei der jetzt eifrig "betriebenen inneren Kolonisation, Melioration von Staatsdomänen und Urbarmachung der Moorländereien noch große und willkommene Aufgaben bevor stehen. Wandern und Reifen. Bäder. — Bad Salzhausen in O b e r h e s s e n, ^das seit Jahrhunderten wegen seiner öeiliutvCiing bekannte Soolbad, liegt Ä50 Bieter ü. M. nm Fuße des bis zu 772 Meter ansteigenden Vogelsberges in einer gegen rauhe Winde geschützten Talinulde zwischen den Verkehrslinien Frankfurt—Kassel und Frankfurt—Bebra an der Strecke Friedberg—Nidda. Zufolge seiner reinen ozonreichen vöhenlull, weit altsgedehtrter Parks, sowie trockener Promenade und Waldwege ist es auch als 9ufifurort für Ruhe- und Erholungsbedürftige hervorragend geeignet Prospekte durch die Großh. Badedirektion. — Salzungen, 16, Mai. Vis heule find 335 Personen zur Kur hier eingetroffen. Vermistchtes. * Zur Vermählung der P ri n z e s s i n Viktoria Margarethe von Preußen mit dem Prinzen Heinrich XXXIII. z n Renß j. L. traf am Freitag nachmittag 2 Uhr 52 Minuten auf dem Anhalter Bahnhof in Berlin der Fürst zu R e u ß j. L., welcher gleichzeitig seinen Antrittsbesu ch am Berliner Hofe macht, mit dem Erbprinzen zu Rcnß j. L. und der Prinzessin Viktoria Feodora zu Reuß j. L. ein. Am Bahn Hof waren zum Empfang erschienen Prinz Eitel Friedrich in Vertretung des Kaisers, bie hier eingetroffenen Prinzen des Hauses Reuß, der kommandierende General des GardekvrpS, der Kommcmdant von Berlin und der Polizeipräsident. Die Ehrcn- kompaguie stellte bay vierte Garderegiment zu Fuß. Prinz Eitel Friedrich geleitete die Herrschaften in das königliche Schloß, wo der Fürst Wohnung nahm. — Prinzessin Viktoria Marga rethe ist die 23 Jahre alte Tochter des Prinzen Friedrich Leopold und feiner Gemahlin, der geb. Prinzessin Luise Sophie zu Schleswig-Holstein. Prinz Heinrich XXXIII. zu Reuß j. L. ist 1879 geboren; er führt den Doktortitel und ist Kaiserl. Botschaftssekretär an der deutschen Botschaft in Wien. * Lius Berlin, 16. Mai, wird gemeldet: Jiclolge übermäßigen (Genusses von ^lsvirintabletlen starb in der vergangeneic Nacht die 26 Jahre alte Verkäuferin Ott. Sie hatte rvegen Kopfschmerzes eine ganze ^Anzahl Tabletten genommen. Sie schlief darauf sofort ein, ist aber heute früh nicht wieder erwacht. * Gefährliche L e b en s r e 11 u n g. Aus Wand s b c ck wird gemeldet: Auf dem Exerzierplatz auf der Horner Rennbahn hörte der Herr eurer ter Leutnant Braune, als er mit einem Zug der 4. Eskadron der Wandbecker Husaren eine Hebung leitete, Hilferufe. Ein zwölfjähriger nabe war inS Wasser gefallen. Seine des Schwimmens unkundige Mutter und ebenso die 15 Jahre alte Scluvester sprangen ihm nach. Alle drei Personen waren dem Ertrinken nahe. Leutnant Braune sprang^ in voller Uniform) ins tiefe Wasser und rettete Sohck und Tochter. Der HufaA Nowak sprang seinem Leutnant nach und versuchte, die Mutter zu retten. Diese klammerte sich an den Soldaten und zog ihn mit sich in dic Tiefe. Nun sprangen Mei andere Husaren ins Wasser und diese brachten es fertig, ihren Kameraden und die Frau zu retten. * Die kleinste deutsche Stadt liegt int Fürstentum Waldeck: Fürstenberg zählt 335 Einwohner und hat seit dem Jähre 1905 nur einen Zuwachs von 12 Einwohnern erhalten. Dabei liegen, wie die Banwclt berichtet, die Vermögensocrhältnisfe des Heinen Gemeinwesens recht günstig; es verfügt über ein Vermögen von 750 000 Mart, dem nur 200 000 Mark Schulden gegenüberstehen. Tas Weichbild der Stadt umfaßt 847 Hektar, das sind 3388 Morgen; auf jeden Einwohner kommen also 10 Morgen. Dieser Miniaturstadt werden die graften Landgemeinden Borbcck in Westfalen mit 71 000 Einwohnern, Steglitz mit 65 000 Einwohnern, Zabrze mit 63 000 Einwohnern gegenübergestellt, die trotz aller Bemühungen dieser Gemeindeit nod) leine städtische Verwaltung erhalten haben. * Eine Episode von 1866. In einem ^lussatze, der sich mit dem geschärften Beobachtungssinn jener Menschen, die fern von der Großstadt in naher nnd steter Berührung mit Der Natur leben, beschäftigt, erzählt ein Mitarbeiter des Standard auch eine interessante Episode aus dem Feldzug von 1866. Durch den Scharfblick eines einfachen Soldaten, eines geborenen Zigeuners, wurde das von dem Erzherzog Joseph geführte Armeekorps chor einem gefährlichen Heb er fall bewahrt. Die Anekdote ist historisch beglaubigt: der Erzherzog selbst hat sie erzählt. Am Abend hatten die Truppen des Erzherzogs in einer kleinen böhmischen Stadt Biwak bezogen. Es mochte gegen Mitternacht fein, als der Erzherzog, der in einem Bauernhause schlief, plötzlich durch Stimmengewirr vor seiner Tür envcckt wurde: ein Soldat, ein Zigeuner, wollte durchaus den Erzherzog sprechen. Schließlich lieft man den Soldaten herein. „Der Feind," so bchanptcte der Mann, „zieht heran und will uns überraschen". Als der Erzherzog entgegnete, daß dic Vorposten nichts Verdächtiges gemeldet hätten, schüttelte der Soldat den Kops und erwiderte nur: „Weil der Feind noch weit fort ist, aber er ivirb bald hier sein". „Woher wollen Sie das wissen?" fragte der Erzherzog. Der Zigeuner wies zum Himmel: „Sehen Sie diese Sckiar von Vögeln, die südwärts ziehen?" „Freilich, aber was soll das?" „Tie Vögel sckstafcn wie der Mensch bei Nacht, und sie würden nicht fliegen, wenn Friede und Ruhe in ihrem Walde' herrschte; der Feind rückt vor, und bei dem Marsch durch die Wälder hat er die Vögel aufgesckxreckt." Die scharfsinnige Beobachtung des Nallirlindes veranlaßte den Erzherzog, die Vorposten zu verstärken und die Trceppen wecken zu lassen. Eine Stunde später begann der Kampf; aber der überraschende Heber= fall war verhindert. * Angenehme Eröffnung. Chef (morgens ins G:- schäst kommende: „Na, Haden dic Preislisten noch keinen Erfolg gehabt, die wir gestern verschickt haben?" — Kommis: „Ö ja . . . diese Nacht ist das halbe Warenlager ausgeräumt worden!" * Das Wunder. „Mein Gehörssinn ist außerordentlich entwickelt. Glauben Sie, ich höre Ihre Uhr ticken, obgleich Sie einen halben Meter von mir entfernt stehen?" — „Dann find Sic ein Wunder. Meine Uhr ist beim Pfandleiher, sechs Straßen von hier entfernt." Märkte. 5. Homberg, 14. Mai. Ter heutige Schweinernarkt zeigte einen geringereil Auftrieb als der lebte und die Preise waren auch etwas gedrückt, weil die Preise für fette Schiveine bedeutend zurückgegangeu unb Ferkel in genügender Menge vorhanden sind. fc. Frankfurt a. M., 16. Mai. H eu- und St rod markt. Angefahren waren 3 Wagen Heu, 0 Wageu Stroh. Bezahlt wurde für Den 3,20—3,50 Mk„ Stroh (Korulaugslroh) 0.00 - 0.00 Wirrstroh 0,00—0,00 Mk. Alles für 50 Kilo. Geschäft lebhaft. Tie Zllsuhren waren aus den Kreisen Dieburg und Hanau. Amtlicher wetterdelicht. Oessentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetterausfichten in Hessen für Sonntag, den 18. Mai 1913: Zunächst trüb, Regenfälle, kühl: später Nachlassen der Niederschläge und der Vewölluug, ivesttiche Winde. Letzte 21ad>rid>ten. Wieder ein Fehlbetrag in einer Genosienschaft. Friedberg, 16. Mai. Bei einer Revision in der landwirtschaftlichen Bezugsgenossenschaft zu Steinheim wurde ein Manko von 5000 Mark festgestellt. Für den Fehlbetrag haben die Genossenschaftler, deren Zahl etwa 100 beträgt, aufzukommen. -i- Die Frankfurter Regierungs-Jubiläumsspende. __ Frankfurt a. M., 16. Mai. Der Magistrat hat den Stadtverordneten eine Vorlage zugehen lassen, dic dic Bewil- limmg von 500 000 Mark zu einer Jubiläa ms spende für den Kaffer fordert. Von der Summe sollen 400 000 Mark als Gimndstock für den Bau oder Erwerb eines Volksbil- dnngs Hauses dienen und 100 000 Mark dem Kaiser für Zwecke der Pflege des deutschen Volksliedes zur Verfügung gestellt werden. Der Magistrat teilt dazu weiter mit, daß für das Volksbildungshaus aus privaten Kreisen weitere große Mittel flüssig gctnacht Werben sollen und daß hierfür bereits erfreuliche Zusagen vorlägcn. Die Vorlage wird bereits am kommenden Dienstag das StadtverordnetenkoUcgiunl beschäftigen. * Prinz-Heinrich Flu g Straßburg, 17. Mai. Um 5.20 Uhr morgens wurde der Start, freigegeben. Unmittelbär darauf fuhr Prinz Heinrich von Preußen im Automobil nach Freiburg. Kurz nach ' _>6 Uhr startete der erste Apparat und zwar Lt. Geher unt 5.39 Uhr, Lt. Bcanlien unt 5.42 Uhr, Lt. Eoerper um 5.50 Uhr, Ingenieur Thelen 5.51 Uhr, Oberleutnant Barends 6.01 Uhr, Lt. Eanter 6.08 Uhr, Lt. Joch 6.11 Uhr 22 Sek., Lt. Carganico um 6.11 Uhr 29 Sek., Lt. Kastner 6.15 Uhr, Lt. v. Hiddefscn 6.20 Uhr. Freiburg, 17. Mai. Als erster traf Ingenieur Thelen auf dem hiesigen Flugplatz ein: er landete um 6.35 Uhr. Ferner landeten Lt. Geher um 6.45 Uhr und Lt. Eoerper um 6.55 Uhr, Lt. Erhard! um 7.03 Uhr, Lt. Kastner um 7.04 Uhr. Letzterer beschädigte bei zu steilem Niedergehen seinen Apparat; Flieger und Beobachter blieben unverletzt. Als sechster landete Lt. Carganico um 7.07 Uhr und dann Lt. Canter um 7.10 Uhr. * Die neuen Milit'ärlasten Frankreichs. Paris, 17. Mai. Nach einer Blättermeldung wird der Kricgsminister im Hinblick auf dic von der Kammer genehmigte Zurückbehaltung der Jahresklasfc von 1910 demnächst dem Parlament eine Kredit sorderung von -etwa 350' Millionen unterbreiten, um die Kosten für die erforderlichen Kasernenbauten, zu Bckleidungs- und Ausrüstungsstücken, sowie für Pferdekäufe zu decken. * Ueberschwennnungen in Sudfrankreich. Paris, 17. Mai. Die letzttägigen andallernden Regengüsse haben in den Departenieuts Ornc und Sarthe sowie in mehreren Gegenden Südfrankrcichs Ucbcrschwem- m u n g c n verursacht, die bedeutenden Schaden anrichteten. Licht Spiel Haus Samstag bis Oienstag Vorführung des Sensations-Riesenfilms Die das Glück narrt Grosses modernes Sittendrama aus Berlin W. in 5 Akten. 3305 Frl. Wcixler vom Trianon-Theater als „Dorrit“, Herr Carlow vom Deutschen Theater als „Mareano“. In allen Grossstädten mit riesigem Erfolg vorgeführt Liebigshöhe Sonntag, d. 18. Mai Militärkonzert ausgeführt von der Kapelle des Infanterie-Regiments „Kaiser Wilhelm“. Direktion: Herr Obermusikmeister Löben Anfang 4* . I hr. 104114] Eintritt 45 Pfff. I Wetterauer Reiterverein Grosses Reiterfest Sonntag, 25. Mai, nachmittags 2V- Uhr Iauf dem Sportplatz der Seewiese 11 Reit- u. Fahr-Konkurrenzen 2702 akoMammer-Ltchtspiele , am Seifersweg. .. 5 Programm v. 17.-1$). Mai Natur - und Bilder N Korsika Interessante Naturaufnahme. Augustin sucht Piefkes Erbschaft Hervorragende Humoreske. Laos indisch-China Kolorierte Naturaufnahme. AuS der Wochcnrcvuc bciond. bcrvorzubebcn: Die Folgen der Belagerung von Adrianogel. iußei’d. amiisaflle b. iDleressanle Schaonununern sWGmm Landung und Start am 11. Mai in Gießen. Original-Aufnahme der B. K. L. Gin lästiger Mensch Glänzende Komödie. Familienleben der Vögel Prachtvoll kolorierte Aufnahme. Ms Lorelei Ergreifendes Drama. Erstklassige Inszenierung und hervorragende Darstellung. (aI7/$ । Prinz-Heinrich Am JmcrstG dcn 22. Bi, nbenös 87° Uhr, findet im Saale bed (5af<; Leib eine sprechen. Jedermann herzlich willkommen- Nach den Vorträgen freie Aussprache. D,7/s DcrVorstand dcö Vereins Der Vorstand des ssicichs- , der Vereins liberaler Arbeiter Fortschrittl. Volksvartci. und Angestellten, Ortsvcrcin Gienen. H poliiisclie teoHliiog statt, in der - ArbritersekretSr Anton Srkelenz-Berliu und Meitcrsckr.u.Ttlldtoersrini.Balser-grlinksiirtL!. über Jie politische Loze in Reich, Stunt mii) Kommune sowie Jie liberale Arbeiter- unö Angestelltenbemeonn!] tm Freundinnen junger Mädchen Der für Sonntag, wird bis auf d. 18. Mai geplante Weiteres verschoben. _______V17/5________Der Vorstand Bieueiizülhtmkrm Meßen und Hing. Lonotag, Ben 18. Moi Bcsuih her BienenjtSniie der Herren Hobel (früher Küpper), Handloscr, Gärtner und Schröder, mit Familie. [D17/5] Die Teilnehmer versannneln sich um 2 Uhr bei Mitglied 51 rast, Gienen, oder finden sich um 3 Uhr auf dem Stande des Herrn Hobel, am Bahndamm bei Klein- Linden, ein. Von 5 Uhr ab gemütliches Zusammensein nn der „Linde", Station Grossen Linden. Ter Vorstand. Biograph heute hervorragendes Programm. DerKaufmann von Venedig Schausviel in 2 Akten. Die glänzende Photographie, die grosse Ausmachung, verbunden mit der ausserordentlich tragischen Handlung, geben diesem hervorragenden Film das Gepräge eines kinematographischen Schauspieles ersten Ranges. Nach Alfred de Muffet. Jas Mie letzten TM der Rosen Amerikanisches Drama. Ein schwieriges Problem Glänzende Vitagraph-Komödie. (3309 Bradlandsdahlen Herrliche Naturaufnahme. DieWochenschau Das Neueste aus aller Welt. Piefke als Kunstschütze Ergötzlicher Humor. Hierzu ein reichhaltiges Programm. Prinz-Heinrich-Flug 1913 *76 Der Verein für Luftfahrt in Gießen Breidenbach. D2» 3295 Eintritt frei Eintritt frei findenden (04119 Eintritt frei! Eintritt frei: Auf der Pulvermühle Sonntag, den 18. Mai 04087 Mm, W eihp J* Sonntag 3l'hr Entree 20 Pfg. Sommerfestes aus der Pulvcrmüble sind sämtliche Geschäfte am Jur« platz geöffnet. j-ft* vil dtoleßor Wag 3m Anschli Mrandt lTül mosscnschasten iosialen Ko I feier beteiligte: Meder, unt Ilgen. Nachde tivzigi entgec ill begrüßt, C Sort: „3dl kann i koicsi'ors Wilb, *i in allen roc Wein darin, t iichkeit in kirtsckaits lidi gesteigc tgoismus 1 tingestcllt hat. ioriichüM he gelegt, M eine i)tilt/i(fcn Welte toi ttnirie. M Menn freier Weift bk Der gute Verlaut der Veranstaltungen der Nebenetappe Giessen in den Pfingst- feiertagen ist nur durch die opferfreudige ausdauernde Mitarbeit der Behörden, des Militärs, der beteiligten Vereine und zahlreicher Privatpersonen ermöglicht worden. Wir sprechen allen, die trotz der Ungunst der Witterung unermüdlich im Dienste des Unternehmens tätig gewesen sind, hiermit öffentlich sowohl im Namen der Oberleitung als auch in unserem Namen herzlichen Dank aus Sportplatz a« der gardt Sonntag, 18. Mai, nachm. 3'/- Uhr: fussboll-Weffspiet Olympia Darmstadt I. Süddeutsche Ligaklasse gegen v17/s Giessener Sportverein von 1900 I. «m hat c,ne W Tierschau zuLich am Freitag, den 25. Mai für die Simmentaler, Edelschweiue und Schafe des ganzen Kreises und die Ziegen der Bezirke Hungen—Lich, Ober-Hörgern—Lang-Göns. Beginn der Prämiierung vormittags 10 Uhr. Im Anschluß an die Prämiierung finden Berichterstattung über die Tierschau, Auszahlung der zuerkannten Preise und Mitglieder - Bersamm« lung des Kreisrinderzuchtvereins für Simmentaler statt. Die Landwirte werden zum Besuch der Veranstaltung freundlichst eingcladen. Gießen, den 17. Mai 1913. LandwirtschaMammer - Ausschuß für Oberhessen. Cafe Ebel Inh.: Karl Ohm Telephon 586. Samstag, d. 17. und Sonntag, d. 18. Mai der Tiroler Kapelle „Edelweiss“ unter Mitwirkung von Hi« Mill der geniale Da Wifi« mit seiner Gattin flUWWttlV Schöne Aussicht. Sonntag, 18. Mai von 4 Uhr ab Garten-Konzert mit 04108 Tanzvergnügen HOTEL SCHÜTZ SONNTAG ABEND von 7 Uhr an KONZERT von Mitgliedern der Regimentskapello Privat- Tanzunterricht erteilt zu jeder Tageszeit Th.Bäülke, Tanzlehrer, Wolfstrane9. fO24OQ Privat- Tanz-Unterricht erteilt zu jeder Tageszeit KarlSchmidt,Tanzlehrer Wetzsteingasse 31. 1187 Grosses taefel, UM Tanz und VolkMbelnMtiffunffen aller Art Zu zahlreichem Besuche labet ein Das Komitee. OftendTanzmusik Kaiser-Allee 47 Sonntag, 18. Mai. Schlüter. Dienstag, d. 20. d. Mts., abds. 9 Uhr int Vereinslokal ProbBschreiben liir Homburg. Festsetzung der Vergütungen, Wahl der Vertreter. |vI7/5 Ter Vorstand. Jagdschlösschen Dutenhofen Tel. 423. Beliebter Ausflugsort. Gartenwirtsch. Terrasse, grosser Saal, schöne Kollegzimmer. Neu! Kegelbahn. Neu! Inh. Gg. Peil.02977 Mi lad* Vorzug!. GlaS Dortmunder Union u. ff. Münch.Löwenbräu im Ausschank. [3216 Während des morgen statt« TanzmusikimFreien Sonntag, den 18. Mai 1913 ov- Neuer Tanzboden aus gehobelten Dielen Anian« 4Übr. HSchermuly,ZumPfau _________Bei ungünstiger Witterung im Saal. 04085 Versäumen Sie nicht die Montag und Dicnötag, den 19. und 20. Mai im Ncstauraut Mctrovol, Plock- strasrc, nachmittags 2—7 Uhr stattfindendc Große Kaffee-Probe zu besuchen 3298 Carl Schwaab Ludwig Kröll pon angcb Mer jeitung' ■ Minister !8lti8t fü ö JlindMt T'-iiui vom y- i^efing. -rr leith^veicir hrd) cii'ialhkv - Arbeit unb bf .i. nicki ihre» ■ 0ic Rede V0!I .« ehemaliger i flui die Zei rr c i di 9 V r z-ah Lothringen ihif Rede von rrtn Lothringer Äm unterbind! KT Begründung litgrteilt tvird, i rr'Mdgc icic' itiutfied 5 iv i jiltcr verei Äuf eine Ar kftätigung nid airbc aber and hrrau die Ric 12®- «a diesen 6/,,® Sombuig J 5” °»en L & hat üifi M rfgclmäpigc JS“ d-sASrs U f 9^rt9eni l liÄ^ glicht $8561 •S,*®sgci, k?3la6Itlt Äi :int> bie kni1"1111 ^'lnhabt(0|-