Nr. 2\2 Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich Giehener§amilienblätter; zweimal wöchentl.Ureis- blatt für den Kreis Gietzen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Landwirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech - Anschlüsse: sür die Redaktion 112, Vertag u. Expedition öl Adresse für Depeschen: Erstes Blatt (65. Jahrgang Mittwoch, (5. Oktober M3 €& WF* Fl Bezugspreis: 1 ▼ monatlich 75 Pf., vienel- Siebener Anzeiger fiw Vcrantivortlich für den E-L General-Anzeiger sür Oberhessen MW bis vornittlagc, 9 Uhr. Rotationsdruck und Verlag der SrLHI'schen Univ.-Such- und Steindruckerei li. Lange. Redaktion. Expedition und Druckerei: Schulftratze 7. An^i,«ueil:' H? Beck. Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten. Tageskalcuder aus dem Jahre 1813. 15. SD ftv 6ic r. Tie hessische Brigade kommt von Wittenberg nach Taucha, nordöstlich von Leipzig. — Napoleon beginnt die Aufstellung seines noch 170 000 Mann starken Deeres rings um Leipzig. Zur Welsenfrage. Diel wichtiger als die bayerische Königsfrage ist die gegenwärtig im ganzen deutschen Volke viel erörterte braun- schwergrschc Thronfolgefrage. Weiteste Kreise sind darüber empört, daß die Welfenpartei auch jetzt noch ganz ungeniert und öffentlich ihre Hetzarbeit vollbringen darf, und man findet es unverständlich, daß das Fürstenhaus der Welfen dies einfach duldet, im stillen vielleicht sogar von dieser „Anhänglichkeit^ sehr erbaut ist. Ganz abgesehen davon, daß die lebenden Welfenfürsten sich immer noch weigern, den Verzicht auf Hannover endgültig für sich und ihre Nachfolger auszusprechen, wird es als unumgänglich nötig angesehen, daß die politische Welfenpartei aufgelöst wird, das heißt, daß der Prinz Ernst August ihr eine deutliche Absage zugehen läßt. In dieser Beziehung genügt es durchaus nicht, daß der Prinz sich auf seinen Fahneneid beruft und darüber beleidigt ist, daß man in seine Worte Zweifel setzt. Als regierender Herzog von Braunschweig hat er zweifellos noch-' andere Pflichten. Dahin gehört es, daß er das Treiben der Welfenpartei durch sein eigentümliches Stillschweigen nicht indirekt unterstützt. Man erwartet von ihm vielmehr, daß er reinen Tisch macht. Das Tann er und das muß er, wenn seine Rcichstreue und seine Gesinnung gegen das preußische Königshaus wirklich ganz lauter und einwandfrei ist. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" bemüht sich vergeblich, die Erregung im Volke über diese Dinge mit unzureichenden Mitteln zu beschwichtigen: Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: In einem Artikel des „Hannoverschen Couriers" wird die bevorstehende Erledigung der braunschweigischen Thronfolge als ein politisches Opfer bezeichnet, das aus dynastischen Rücksichten gebracht werde, und scharf getadelt, weil des Kaisers Tochter den letzten Welfensprossen zum Gemahl erkor. Man gehe über wichtige Reichsinteressen hinweg und treibe Hauspolitik. Der hierin liegende Vor- Wurf ge gen den Kaiser Tann nicht scharf genug zurückgewiesen werden. Mögen auch die Ansichten über die Bedingungen für die Thronbesteigung des Prinzen Ernst August in Braunschweig noch auseinandergehen, fest steht jedenfalls, daß für die Haltung des Kaisers und seiner Regie, .urg nicht die Heirat der Tochter des Kaisers und dynastische Haus- interefsen, sondern die von dem Prinzen vor der Verlobung und der Hochzeit mit der Zustimmung seines Vaters abgegebenen Erklärungen und damit für die Zukunft dem Reiche und Preußen geleisteten Garantien entscheidend waren. Dazu kommen immer wieder neue unerfreuliche Momente; jetzt heißt es sogar schon, das künftige Herzogspaar wolle sich mit welfischen Einflüssen umgeben: In einer Zuschrift eines Braunschweigers an den „Hannoverschen Courier" wird behauptet, daß der künftige Herzog Ernst August einen klerikalen Hofmarschall und Die Prin- 6m unbekannter Brief Heiner. Im Lavoro wird ein unbekannter Brief Heinrich Heines ver- Lfsentlicht der der Zeitung von dem gegenwärtigen Besitzer des Schreibens Herrn Heinrich von Armistedt aus Riga, zur Verfügung gestellt wurde. Der Brief war an den Großvater des heutigen Eigentümers, an Christian Heinrich v. Wörmann, gerietet der 1814 in Riga geboren wurdet, später preußischer und dann deutscher Generalkonsul wurde und 1874 in Mentone starb. 'Christian Heinrich v. Wörmann genoß in Rußland nicht nur durch seine großen Finanzunternehmungen Ansehen, er war auch als ein großzügiger Mäcen der Künste und des Schrifttums be- rinnt- in feinem Schlosse brachte er prachtvolle Kunstsamm- ungen Mammen, Schriftsteller rind Künstler Werften als Gaste ans seinen Besitzungen. und immer war Wörmann bemüht, rrngen- den Begabungen nach Kräften den Weg zum Erfolge und zum Rulnn zu ebnen. In Hamburg lag die Wahnung Salomon tziin7s des Onkels Heinrichs, in der Nahe, des Wormannfchen Hauses und dadurch entstand auch d,e Bezielmng zu Christ,an Heinrich o Wörmann. Wörmann lernte Heinrich H-'ne m Paris Annen und »wischen den beiden Mannern entstand alsbald eine k^rzNckw Freundschaft, die bis zum Tode des Sichten; ungetrübt istf-b Der Rrief Heines, der im Lavoro veröffentlicht wird, stammt berefts^aus den Leidenstagen des Dichters. Schon seit drei Jahren bütete Heine das Bett, seine benihmte „Matratzengrmt"; mit cAnäfäkckcn" das er in seinem Schreiben erwähnt, meint ^r secke Frau und' Gefährtin Mathilde Der Bries, der vom 18 Februar 1852 aus Paris datiert ist, lautet: liebster Wörmann, mein Verleger Campe schreibt mir aus Hamburg daß es ihm nicht möglich gewesen ist, meinem Bruder Heine in Petersburg ein Exemplar meiner frühesten Meta M lassen. Vielleicht wird es Ihnen, mein Wörmann, gelingen, in Riga eines auszutrelben, in SmS -Alle ich Sie bitten würde, es nach Petersburg zu welchem »all Ihnen dadurch keine be- Ä MbkerS. M^in größter Wunsch wäre. Sie sobald sondere Muhe erw ' $cr Winter geht zu Ende, und gewiß als möglich wicde^ul^ie Heimweh nach den Wäldern den ^pftlsinenbäumen von Livadia erwachen, das Heim- Orangen- und AP eistneno^ fln ben ufern der Newa, A dE &«unb forcierten Bärentatzen. Gewiß nrerben Sie dÄer Morgen in Ihrer Kibitka Platz nehmen , und au „em^u vieler^ Levante, an der ine Sonne jeben WruckTehren M der gg Bärenfelle aufsteht, um sich nicht ©Äftien« zu erkälten. Aber ich werde Sie 1 3 n Wiedersehen können, was Mich lehr traurig mÄ tin ich lebe hier vollkommen vereinsamt und Sie ge- zessin Viktoria Luise eine klerikale Hofdame hätten. Es sei dies das Freiherrliche Ehepaar Reisner von Lichtenstern. Der Freiherr, der schon in München persönlicher Adjutant des Prinzen war, habe, als dieser in preußische D i e n st e übertrat, ausdrücklich abgelehnt, es ebenfalls zu tun und stehe heute als bayerischer Oberleutnant und Kammerjunkcr der Rathenower Hofhaltung vor. Seine Gemahlin, eine Tochter des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Grafen Podewils fungiere als einzige Hofdame der Prinzessin. Der Vater des Oberleutnants, der zu der bayerischen Schloßgarde der Hartschiere gehört, gelte als naher Freund des Frhrn. v. Hertling, des Ministers v. Or- tercr und des Erzbischofs Bettinger. Die Braunschweiger wünschten, daß ihr Landesherr von Anfang an von Leuten umgeben sei, denen weder welfische noch klerikale Gesinnung nachgcsagt werden könne. Erfolge der Montenegriner. C e t i n j e, 14. Okt. Die Montenegriner haben die zersprengten Albaner auf der Linie G u s i n j e - D j a- kowa zurückgeworfen. Einzelheiten über die Kämpfe fehlen. Die Not albanischer Flüchtlinge. Wien, 14. Okt. Nach Nachrichten, die aus Elba- s a n eingetroffen sind, sind dort bisher über 5000 Frauen, Kinde rundGreise auf der FluchtvordenSerben aus Ochrida und Struga sowie Dibra eingetroffen. Fortgesetzt treffen neue Scharen von Flüchtlingen ein, deren Elend furchtbar ist. Es ist kaum möglich, die Frauen und Kinder unterzubringen. Ein großer Teil irrt obdachlos im Gebirge umher, dem Hunger preisgegeben. Ein Zusammenstoß zwischen Griechen und Türken. Wien, 14. Okt. Wie die „Südslawische Korrespondenz" aus Saloniki meldet, ist es bei Xanti zwischen griechischen und tür fischen Truppen zu einem blutigen Z u s a m m e n st o ß gekommen. Die Griechen haben die türkischen Abteilungen zurückgedrängt und Kojumköj besetzt. Ausland. Die 'bei gifch e Kammer trat zu einer außerordentlichen Tagung zusammen, welche die Aufgabe hat, das neue Schulgesetz, durchzuberaten. Das Haus trat am Dienstag sofort in die Hauptausfprache ein, welche der Minister der schönen Künste einleitete. Der französische Kriegsmini st er Etienne, der von der Ostgrenze nach Paris zurückgekehrt ist, erklärte einem Berichterstatter, daß er von seiner Bcsichtigungsreise durchaus befriedigt sei. Wenn auch noch nicht alles vollendet sei, so sei man doch so weit, um dem augenblicklich Notwendigen genüge zu tun. Bor drei Monaten sei noch nichts dagewesen, j tz': seien in den neuenKasernenbauten, welche die alten Kasernen an Bequemlichkeit übertrafen, ganze Bataillone so gut untergebracht und ernährt wie in irgend einer Garnison. In drei Wochen oder einem Monat, sofort nach dem Eintreffen der Klasse der Zwanzigjährigen, werde die Rekrutenausbildung beginnen können, und zu Beginn des nächsten Jahres würde Frankreich eine großartige Armee und die festeste Deckung haben, welche es jemals besessen habe. Das Land könne Vertrauen haben. Etienne soll übrigens amtsmüde sein. hören zu der Kategorie jener wenigen Manschen, deren Herzen ich mich ganz anvertraue. Ich sterbe im vollen Besitz meiner selbst dahin und schließe die Lippen über so viele Dinge, die ich sah und über die ich oft im Stillen sp unbändig lache. Es geht mir ziemlich schlecht und manchmal schäme ich mich nicht, die .Geduld zu verlieren, die jch vier ganze Jahre lang auf- brachte, um meine Schmerzen wie ein Held zu ertragen. Mein „Hauskätzchen" sah Sie in einem Konzert und in der Italienischen Oper: sie spricht gern von Ihnen und flüstert Ihren Namen auf eine recht amüsante Weise. Ihr kranker Freund — Heinrich Heine." * Oie deutsche Sprache in Japan. Die englische Sprache ist in Japan das verbreitetste europäische Idiom. Kein vorwärtsstrebender Kaufmann kann ihre Kenntnis entbehren, und darum wird sie auf den Mittelschulen, — die etwa unseren deutschen Realschulen entsprechen — sehr eifrig gelehrt. Dagegen muß derjenige, der die Offizierslaufbahn anstrebt oder sich einem der wissenschaftlichen Berufe, wie dem des Arztes, Juristen oder Ingenieurs, widmen will, unbedingt auch das Deutsche erlernen. Belegt man doch auf Nippon die meisten wissenschaftlichen Fachausdrücke mit deutschen Benennungen! Jedes japanische Gymnasium — es gibt im ganzen Reiche acht solcher Anstalten, die eigentlich in der Mitte zwischen unseren Gymnasien und unseren Hochschulen stehen — zerfällt in drei verschiedene Fakultäten, in eine literarisch-juristische, eine technisch-landwirtschaftliche, sowie in eine medizinische. In der medizinischen und der literarisch-juristischen spielt nun der Unterricht im Deutschen eine große Rolle. Er Wird z. B. in der letzteren neunmal wöchentlich erteilt. Interessant sind die Einzelheiten, die uns Renno- suke Fujisawa in der Monatsschrift „Asien" darüber erzählt: Tie Anfangsgründe der Grammatik vermittelt den Schülern meist ein Landsmann, daneben aber unterrichtet zugleich auch ein deutscher Lehrer, der an keinem Gymwasiüm fehlt. Verhältnismäßig früh beginnt man mit dem Lesen ernster deutscher Schriften. So erinnert sich z. B. unser Gewährsmann, daß man auf der literarffch- juristischen Fakultät, zu der er gehörte, unter anderem das Folgende — ganz oder teilweise — las: „Die ersten Elemente der Wirtschastslehre" von Dr. Costa, „Der Kampf ums Recht" von IHering, eine Novelle von Ch-amisso, auch Schillers „Jungfrau von Orleans" sowie etwas aus seinem „Mfall der Niederlande". Ueberaus schwierig gestaltet sich für die jungen Leute das Präparieren der aufgegetrenen Abschnitte. Da es nämlich noch immer kein gutes deutsch-japanisches Wörterbuch gibt, so müssen sie auf dSm Umweg über das deutsch-englische zum Ziele zu gelangen suchen. An Gelegenheit, das Studium des Deutschen fortzusetzen, fehlt es ihnen übrigens später auf der Hochschule keineswegs, -so- Wechsel des Kommandos in der Cy rena ika. Der italienische Ministerrat enthob den General Brie- cola auf feinen Wunsch seines Kommandos in der Cyre- naika, das er seit zwei Jahren inne hakte und sprach feind Genugtuung über das geschaffene Werk aus. Der Ministerrat beschloß, das Abberusmugsdekret Briccolas und die Ernennung des Generals A m e g l i o zu seinem Nachfolger dem' Könige zur Unterschrift zu unterbreiten. ßecr riird Flotte. — Die erste Einstellung deutscher Wehrpflichtiger in eine deutsche Kolonialtruppe, die nach der Novelle zur Wehrordnung jetzt möglich ist, wird erst im nächsten Frühjahr in Südwestafrika erfolgen. Man rechnet damit, daß die Zahl der Auszuhebenden nur sehr gering sein wird und daß dadurch für die Schutz-, truppe selbst Konsequenzen nicht zu ziehen sind. Eine Verminderung der -Schutztruppe kann durch die Einstellung einiger Rekruten nicht bedingt werden. Die Zahl der Wehrpflichtigen in der Kolonie ist nicht sehr groß. Man dürfte mit einem wirklichen Ersatzgeschäft erst rechnen können, wenn die erste junge wehrpflichtige Generation in der Kolonie selbst herangewachsen ist. Kirche unt Schule. — Das 50jähri-ge Bestehen des Deutschen Protestantenvereins und zugleich der am 15. Okt. im „Rheingold" beginnende Deutsche Protestantentag wurden am gestrigen Dienstag abend mit einem Festgottesfl bienfte in der am Gendarmenmarkt gelegenen Neuen Kirche in Berlin eingeleitet. In der Festrede des Hauptpastors D. Steg e-Hamburg warf der Redner einen geschichtlichen Rückblick auf das 50jährige Bestehen des Deutschen Pro- testantenvereins. Die Begründung fei ernte dringende Notwendigkeit gewesen, da nirgeiids eine so große Verklüstung herrsche als im Kirchenleben. Es galt der religiösen Duldsamkeit eine Stätte zu bereiten und cm Stelle der im Verfall begriffenen Pastorenkirche eine Volkskirch-e zu errichten. Den Bemühungen des Dentsck)en Protestantenvereins sei die Schaffung des Zivil st andsgesetzes und einer Kirchen Verfassung zu danken, wonach die kirchlichen Angelegenheiten von den Gemeinden verwaltet werden. Der Deutsche Protestantenverein habe noch immer große Kämpfe zu bestehen. Er habe sich aber trotz aller Anfeindungen zu behaupten gewußt und werde den Kampf für religiöse Duldung und Freiheit mutig fortsetzen undj nach wie vor bemüht sein, Glaube und Wissenschaft zu reinigeN. Die Feier schloß mit Gebiet und Segen. 7. verbanöstag des Landes-Zrauenvereins vom Roten Rreuz. ^Darmstadt, 14. Okt. In Anwesenheit der Großherzogin von Hessen begann heute vormittag im Saalbau zu Darmstadt der 7. Verbandstag der Deutschen Landes-Frauenvereine vom Roten Kreuz. Der Vorsitzende Ge-» neralmajor z. D. Everth begrüßte die Erschienenen und verlas zunächst ein Handschreiben der Kaiserin, das folgenden Wortlaut hatte: „Zu meiner großen Freude hat der hessische Alice-Frauen- Verein die Vorstände der deutschen Landes-Frauenvereine ein» geladen, ihre diesjährige Tagung in Darmstadt abzuhalten. Der erlauchten Protektorin der Alice-Frauen-Vereine möchte ich meinen allerhöchsten Dank dafür aussprechen. Die mir vorgelegte Tageswohl an den beiden großen kaiserlichen Universitäten zu Tokio und Kioto als auch an sämtlichen Privathochschulen für Medizin oder Rechts- und Staatswissenschaften und begreiflicherweise auch, an! den Militärbildungsanstalten wird — zum Teil sogar sehr eifrig — Deutsch getrieben. Sehr schwer soll es allerdings den Studenten fallen, den Vorlesungen zu folgen, die deutsche Professoren: in unserer Sprache halten. Hierzu reicht die auf den Gymnasien, genossene Vorbildung im Deutschen offenbar noch nicht aus. Doch, wird auf diese auch mehr und mehr Gewicht gelegt, so daß ein immer tieferes Vertrautwerden der gebildeten Japaner mit unserem Idiom zu erwarten steht. Daß die hohe Wertschätzung, die cs dank dem (Hnftuß deutscher Wissenschaft und deutschen Geisteslebens heute schon erfährt, noch immer im Steigen begriffen ist, das beweist am besten die Tatsache, daß man auch den japanischen Mittelschülern allmählich die Möglichkeit zur Erlernung dieser als so wichtig erkannten Fremdsprache zu bieten sucht: Schon seit längerem gestattet es eine Ministerialverfügung auch den Mittelschulen, in ihren Oberklasseu fakultative Kurse im Deutsches abzuhalten. Mangel an deutschen Lehrkräften zwingt aber leider gerade diese Anstalten oft noch, von der Neuerung vorläufig abzu- sehen. — Fr ankfu rter Theaterbries. Sem Benellis „Mahl der Spötter". Aus Frankfurt a. M. wird uns geschrieben: Nun hat das zuerst in Wien in deutscher Sprache gespielte Renaissance-Trama des jungen, rasch zu Ruhm gelangten italienischen Dramatikers Sem Benelli, „Das Mahl der Spötter" auch seine reichsdeutsche Uraufführung erlebt. Ms eine Erbschaft Holländers, und großenteils mit jungen, von Holländer engagierten Kräften brachte am Montag das Frankfurter Schauspielhaus das Stück heraus. Einen vollen Begriff von diesem erfolgreichsten Drama der italienischen Bühne gab die Aufführung nicht: der hxiße Atem, der diese vier Akte durchweht, war nur stellenweise spüäwr, und wo sich unter den neuen Mitgliedern ein Talent verriÄ, gab es sich noch nicht beherrscht genug, um das Stück zu tragen. Vielleicht kann diese Orgie von Haß und Liebe nur in der Verkörperung durch romanische Schauspieler mit der ganzen Flammenglut ihrer Leidenschaft wirken. Echt und unverfäffcht sind diese Renaissancemenschen: Giannetto, der grausame Schwächling (Herr Janßen), macht zwar keinerlei innere Entwickelung durch, sein Charalt^ vertieft sich nicht, aber er ist ein Charakter, und auch in den Adern des tobenden Kraftmenschen Neri rollt rotes, warmes Blut. Das Frankfurter Publikum nahm das Drama des Italieners etwas widerstrebend, doch schließlich mit ziemlich lebhaftem Unseren Anzeigenkunden zur gefälligen Beachtung. Um den größeren Anzeigen für die Samstagsnummer eine sorgfältige Scchansstattung zu sichern, empfiehlt es ich dringend, die Aufgabe ein bis zwei Tage vorher zu bewirken. Bei der großen Menge der Anzeigen kann nur bei rechtzeitiger Bestellung eine wirkungsvolle Anordnung gewährleistet werden. Verlag der Siebener Anzeigers. Ln fesch i-fahrt. Zusammenstoß zweier Flugzeuge. r., Johannistal , 14..Cb. Kurz nach »/*6 Uhr ereignete nm NN Luia Minen stop zweier Flugzeuge zwischen dem S-tutmim ,^-remdt auf einer Albatros-^aube und dem Flieger Lmnckogcl aus einer Rumpler-Taube, der einen Passagin mit (öericbfsfaoL w. Berlin, 14. Okt. In dem lwittigen Prozeß gegen den Privatdl^enten Tlwodor Lessing, Lektor am königlichen Theater in Hannover und den Schriftsteller Siegfried Jacvbsvhn in Berlin, Herausgeber der Deutschen Schaubühne, wegen Vergehens gegen' das Urlfeberschutzgesetz für Kunst und Literatur infolge einer von dem erstgenannten Angeklagten verfaßten und dem anderen schon vor der Erstaufführung tnnöftentlichcen Kritik des Sudermannschen Stückes „Der gute Ruf" verurteilte die Tritte Strafkammer des Landgerichts III Lessing zu 100, Jacobsohn zu 200 Mark Geldstrafe. Ein Nachdrucksveraelien wurde darin geftinden, daß in der Kritik vor V’ Erstaufführung der wesentliclie Inhalt des Stückes wiedergegeben waren. -i.cn erften Vortrag hält Oberverwaltungsgerichtsrat Tr. Kühne- Berlin über die „Gewinnung des Volkes für die Aufgaben der Frauenvereine vom Roten Kreuz". Viel zu wenig seien die Aufgaben des Roten Kreuzes im Volke bekannt. Eine kräftige Werbearbeit durch Wort und Schrift sei notwendig. Aber auch die Mitglieder selbst seien sich oft nicht klar über die Ziele, die das Rote Kreuz verfolge. Der Redner empfiehlt die Herausgabe periodi- icher Druckschriften, Kalender usw. Ferner müßten Diplome für sich hervortuende Mitglieder gegeben werden. Den zweiten Vortrag hat Frau Lilly Gabler-München. Sie berichtet über: „Unsere Frauen vom Roten Kreuz im sozialen ynb wirtschaftlichen Leben". Fragen auf, deren Beratung ich aus der Ferne mit lebhafter». gntereHe verfolgen werde. Ich verspreche mir davon eine lebhafte Förderung unserer Vereine und spreche die Hoffnung aus, datz die Tagung dazu beitragen werde, auf unsere Arbeit fördernd und befruchtend zu wirken." Dann begrüßt der Vorsitzende das Großherzogspaar, die Vertreter der.Staatsregierung, der Stadt u. a. Minister v. Hombergk heißt die Teilnehmer im Namen der Gropcherzogl. Staatsregierung willkommen. < Kreis Friedberg. $ Bad-Nauheim, 13. Okt. Die jetzt beendete Zählung der Obstbau me hatte für unsere Gemarkung folgendes vorzügliche Ergebnis: Gezählt wurden insgesamt 2453 Zwerg- o b ft bäume und 1 9 678 Hochstämme. Von den letzteren entfallen auf Aepfel 11 199, Birnen 2109, Zwetschen 3954, Kirschen 1638, Walnüße 310, Aprikosen 253 und Pfirsiche 215 Stämme. Die Zahl der Zwergobstbäume verteilt sich auf folgende Weise: Birnen 1722, Aepfel 652, Aprikosen 64, Pfirsiche 51 und Zwetschen 24 Stämme. Die große Zahl der Obstbäume wird bedingt durch die für den Obstbau außerordentlich günstige Lage unserer Gemarkung am TaunuSrande. Z" bemerken ist noch, daß von den gezählten Obstbäumen 2620 noch nicht ertragsfähig sind. R. Vilbel, 14. Okt. Dem Mineralwafserhändler Klöß wurden am Montag abend 30 Mk. gestohlen. Er hatte diesen Betrag am gleichen Tage eingenommen und m den Küchenherd gelegt. Der Verdacht fiel auf den bei ihm in Dienst stehenden Knecht, welcher seitdem verschwunden ist, nachdem er in mehreren Wirtschaften einen größeren Betrag verzecht hat. Starkenburg und Rheinhessen. w. Mainz, 14. Okt. Der Taglöhner Ferdinand Laroche, welcher von seiner Frau getrennt lebt, gab auf btefr mehrere Schüsse ab, wovon zwei in die Brust gingen. Später schoß er sich selber eine Kugel in den Kopf. Die beiden Schwerverletzten fanden Aufnahme im Krankenhaufe. Hessen-Nassau. b. Bad Homburg v. d. H., 14. Okt. Die Stadtverordnetenwahlen wurden auf den 10. und 11. November festgesetzt. Landwirtschaft. — Aus dem oberen Vogelsberg, 14. Okt. Die Kartoffelernte darf jetzt hier als vollendet angesehen werden. Mit lucniqen Ausnahmen war sie sehr lobnenb. Im Durchschnitt erntete man von einem Sack Steckkartoffeln 7—8 Sack; in manchen Fällen konnte sogar bis zum Illachen Ertrag gerechnet werden. Durch das im Sommer anhaltende Regenwelter kam aber auch manche schadhas e Kartoffel znm Vorschein. Dehnung des Verbandes weist eine Reihe von überaus wichtigen । Gewebe gegEu die Röntgenstrahlen sind. Sn oberflächlich ge- ' rnmm u" * k < legenen Krc^geschwüren, z. B. an der äußeren Haut, ließe sich bann auch ohne weiteres ui vielen Fällen eine Beseitigung der Krebswucherungen durch die Röntgenstrahlen erzielen. Viel schwanger war es, an die weitaus häufigem und gefährlichem Krebse heranzukommen, die in der Tiefe des LLörpers gelegen sind. Es bedurfte erst vieler langer Versuche und mannigfacher Künsl- gnffe, ehe man, ohne die Haut zu sehr zu schädigen, die Röntgenstrahlen aus die in der Tiefe gelegenen Geschwillste zur Wirkung bringen Bannte. Das wesentliche bei der dlondemng beruht darauf, datz man durch sogenannte Filler eine Ausrede der Röntgenstrahlen traf. Gewisse Stoffe, von denen ich das Aluminium nennen möchte, lassen nur bestimmte Arten von Strahlen, und zwar biefog. harten Strafen hindurch, «während die übrigen Straf)- len abgefangen werden. Mit solchen Strahlen hat man vielfach sehr ! günstige Erfolge erzielt bei gewissen Arten von Geschwülsten die bei Frauen häufig Vorkommen und auch in manchen, freilich seltenen Fällen von Krebs. In der Mehrzahl der Fälle ließ sich aber durch diese Behandlung ein Erfolg nicht erreichen. Hier setzen nun die jfrapenben Metalle, als deren Typus ich das Radium nenne, ein. Aiefc Metalle senden Strahlen von verschiedener Qualität, Alpha-, Beta- und Gamma-Strahlen, aus. Während die beiden erften Ylrten nur ein sehr geringes Durchdringnngsvermögen besitzen und auch unter Umständen recht gefährliche Verbrennungen der Haut berDorrufen, haben gerade die Gammastrahlen ähnliche Eigen- schaften wie ganz besonders harte Röntgenstrahlen. Ihre Durch- dringungsfähigkeit ist größer als selbst die der härtesten Röntgenstrahlen. Diese Gammastrahlen machen aber etwa nur 1 Prozent der gesamten von dem Radium ausgesandten Strahlenmengen auc- und es ist deshalb erklärlich, daß seine Wirkung nur bei Anwendung lehr großer Strahlenmengen zu erreichen ist. Die Isolierung der Gammastrahlen läßt sich auch durch sogenannte Filtration erreichen, indem schon durch verhältnismäßig dünne Metallschichten diese Strahlenarten vollständig zurückgehalten werden, während die Gammastrahlen durch sie hindurchgehen und also auch in der Tiew des Gewebes zu wirken vermögen. Durch besondere Kunst- grrffe ist es gelungen, die Strahlen auf photographischem Wege sichtbar zu machen. Die jungen Mädchen beschäftigen sich gegenwärtig viel mit Wohlfahrtsarbeiten, aber es wird zu wenig ernst genommen. Als Helferinnen werden geschulte Kräfte dem Sani- tatspersonal und den Schwestern unentbehrlich sein. Für diejenigen, die sich für die Krankenpflege nicht eignen, gibt es andere Be- slbaftigung genug. Für die Leitung und Verwaltung von Lazaretten und Rekonvaleszentenheimen sollen nur fachmännisch ausgebildete Persönlichkeiten in Betracht gezogen werden. , Besonderes Interesse findet der Vortrag des Pros. Opitz- Gießen über: „DieVekämpfungderKrebskrankheitmit besonderer Berücksichtigung der Röntgen- und Radium-Strahlen". Er führte etwa aus: Mit Hilfe dieser Strahlen nun ist es in manchen Fällen gelungen, Krebswuchernngen, die einer' anderweitigen Behandlung nicht mehr zugängig waren, und selbst in der Tiefe des Körpers liegende Krebse zu scheinbar völligem Rückgang zu bringen. Heute aber ist es gerade wichtig, zu betonen, daß wir trotzdem noch nicht von wirkliclser Heilung sprechen dürfen, 1. ist längst nicht in allen Fällen diese Wirkung festzustellen, 2. hat sich gezeigt, daß in einer großen Zahl von Fällen trotz des Rückgangs der Ausgangsgeschwulst an anderen Stellen Tochtergeschwülste aiff- tanchen und schließlich ist daran fefauhalten, daß auch in dem to0 -^*c Muttergeschwulste verschwunden und Tochtergeschwülste nicht aufgetreten sind, von einer Heilung erst nach viel längerer Beobachtungsdauer gesprochen werden kann, als wie sie jetzt zur Verfügung steht. Genau so gut wie wir bei der operativen Beseitigung des Krebses von einer Heilung sprechen, toenn 5 Jähre nach der Operation die Menschen noch gesund sind, lo trifft dies auch für die mit Radi um strahlen behandelten Kranken zu. Zusarnmenfassend i)t also über diese Behandlung zu sagen, daß wohl sehr gute Aussichten sich eröffnen, daß aber vorläufig von endgültigen Erfolgen noch nicht zu sprechen ist. Mit anderen Worten, daß sich die §anze Angelegenheit noch vollkommen im dock sei diese Sfr arge zu lösen sehr schwierig, da die Verhältnisse ganz nach der Große der Städte ücrfcDiebcn seien. Man rmtife die Sache im Aug? behalten und Erfahrungen sarn- mein, um dann später etwas zu schaffen, was wirklich zu gebrauchen sei. Tie Aussprache, die sehr anregend verlief, er* streckte sich auch aus ländliche und städtische Bodenpolitik und ging dann auf Gießener und ober stoss i sch e Verhältnisse ein. Zum Schlüsse der Versammlung ^richtete Redakteur Erkelenz, der feit etwa 10 Tagen gemeinschaftlich mit dem Parteisekretär Kuhlmann-Darmstadt die Vertrauensleute im Wahlkreis besucht, das; der liberale Gedanke wie ihn die Volkspartei vertritt, im Wahlkreis überall lebendig fei, daß allerdings von oft eßen aus mehr als bisher geschehen müsse, um diesen Gedanken zu stärken und auszubreiten, er gab nach dieser Richtung tu der Versammlung wertvolle Hinweise, wie dies durchzuführen sei und welche Wünsche ihm gegenüber nach dieser Richtung hin im Lande gemacht feien. Es sei bedauerlich, daß es im Wal)lkreise nur wenige Orte gibt, in denen die Parteigenossen politisch aus eigenem Antriebe arbeiten. Es müsse hierzu unbedingt erst ein Truck, eine Anregung von außen kommen und zwar von Gießen. Geheimrat M e tz, der die Versammlung leitete, erklärte, daß dies im kommenden Winter geschehen werde und schloß gegen i/s12 Uhr die Versammlung. ** Kurzschluß in der Snnagvgc. Zu unserer gestrigen Notiz, die uns von einem hiesigen Berichterstatter zuge- gangen war, teilt uns Herr Provinztalrabbiner Dr. L. Hirschfeld mit, daß die darin wiedergegebenen Tatsachen zum Teil übertrieben und zum Teil sogar unwahr seien. Ta die Synagoge zum überwiegend größeren Tcll mit Gas beleuchtet ist, erfuhr der Gottesdienst durch das Versagen des eleftrifdjen Lichtes nicht die geringste Unterbrechung, was dem Berichterstatter allerdings hätte bekannt sein müssen. Ter Herr Prvvinzialrabbiner fügt seiner Berichtigung bann noch folgende Verwahrung an, die wir wärt sich wiedergeben: Im übrigen fei hier zugleich bemerkt, daß die israelitische Religionsgesellschaft gegen den der israelitischen Religionsgemeinde wider Recht beigelegten Namen einer „großen Muttergemeinde" protestiert und sich des Wortes ihrer Selbständig- keil und Entwicklungskraft bewußt ist. ** Die erften Vorbe rcitungen zum Weihnacht s f e st. Die Christbaumhändler sind zur Zeit auf der Suche nach Christbäumen in den Staats-, Gemeinde- und Privatwaldungen des Odenwald, Spessart, Vogelsberg, Westerwald und Taunus, von wo in beträchtlicher Zahl die Weihnachtsbäume nach Frankfurt, Wiesbaden, Darmstadt, Offenbach, Mainz, Gießen, Hanau, Ems, Limburg gehe fert werden. Wie alles, so ist dieser Weihnachtsschmuck i m Freise in die Höhe gegangen. Für acht- bis neun- lahnge Bäume werden 40 Mark für das Hundert gezahlt, für zehn- bis zwölfjährige 40—50 Mark. Dazu kommen der Hauerlohn und die bedeutenden Transportkosten. ds" Vereinen, die sich mit der Lösung der sozialen Probleme beschäftigen, stehen die Frauenvereine vom Roten Kreuz mii an erster Stelle. In erster Lime die Schwestern und Land- Ttanrcnpflcgcrinncn, die durch ihren Beruf Einblick in das soziale fölenb unserer armen Bevölkerung bekommen und die dazu erzogen werden müssen, nickt nur, ihre Pflichten als Pflegerinnen zu erfüllen, sondern auch als sozial denkende und fühlende Menschen. Aus der reichen Fülle unserer Friedensarbeit bietet die Säuglingsund Kmdcrsürsorge ein weites Feld für die soziale Hilfsarbeit unserer e Ui Krankenhäusern , Die Verhandlungen werden morgen vormittag V'10 Uhi rSllulkn t?nb(Ln ,cAr die Moglichteit, aufflarenb zu wirken, wetterge führt werden. Freilich stehen der Aufklärung große Schwierigkeiten entgegen, _____ — teilö '"..den tatsächlichen Verhältnissen, teils in der an sich ja nicht unverständlichen KrebSfurckt vieler Menschen begründet sind ^ie <<«5 Sta-t 11110 LcttlS. saastichen Schwierigkeiten beruhen darauf, daß der Krebs nur aus- Gießen, 15. Oktober 1913 uuhvisweife ichon im Beginn Schmerzen oder andere unangenehmen I ** gn; r f f w»s ■ ■ x 4. m - c * Erfcheinungen zu mack-en pflegt. Es ist also notwendig immer L -n W'rkl. Geh. O b er in e d iz ino l ra t Dr. Gass kl) wieder darauf hinzuweifen, daß selbst anscheinend sehr harmlose lritt in den Rn he st and. Wie uns aus Berlin gemeldet ^^i/sungen auf Krebs beruhen können, nicht müssen. Die weit wird, hat der Kaiser dem Direktor des Instituts für Jnfektions- ,d,rocrer unb mit durch »«Jrrantoeiten, be,n ®eb. Dbermebi.inalraf Professor «a nky. Wenn man noch bic Tatsache sesthalten muß, daß rechtzeitia El'--nbiir«cr der Sladt Gießen, die nochgesnchte Ent. behändster Krebs sehr häufig aus die Dauer heilbar ist so ossnn g au§ dem Staatsdienste mit Pension erteilt und läßt sich doch auch wieder nickst verkennen, daß nicht allzu selten zugleich den Charakter eines Wirkt. Geh. Obermedizinalrates feÄn^ uS find ^,rC D^'rattonen, die zu seiner Ent- nut dem Range der Räte erster Klaffe unter Ernennung zum SÄ'IÄÄÄ .SÄSktb,en‘'tn, JnM'nts für JnfektionSkrank- bellkuiide nock) reckst gefährlich find. Begreiflich also, daß sich ber PCI 1,1 Cxod>" verliehen. geniackst htt, Armlosere und dabei wirksamere Mittel * 91 Samstag frei. Die Nachricht, daß sänitliche ? herbeizuführen. Man hat Behörden, die dem Ministerium des Innern unterstehen am Art"Älg?rneine^Kräftignng^d^^Krantem13CTumbebanbInrme,t>er= I ?^bundertfeier frei habln, ist beMigt word'en sucht, und Mittel, die den angeblichen Erregen, des Krel»'.>s! - Fortschrittliche Volkvpartei. In der entgegengestellt wurden, siird von bei, verschiedensten Seiten gestern abend im Cafe Ebel abgehaltenen Monatsver- Bebandlung empfohlen worden, sämtlich aber haben sie viel Sammlung des Vereins der Freisinnigen Volkspartei ^^nAuAahnien abgesehen, versagt. Leider ist auch welche auch von den Mitgliedern der Ortsgruppe des Reichs- fcgg X' Tnbbbubtt^bcn trauen sehr am Platze. wundes Miß- des Reichsvereins liberaler Arbeiter und Angestellten Die Sache hat sich erst geändert, seitdem man die Ent- in Leipria b^rün^muX' berfung machte, daß den Röntgenstrahlen, noch mehr den oon den 10 000 wurde, zahltje^t 66 Ortsgruppen und ^. strahlenden MriallQi ausgeürndten Strahlen eine spezifische j,. -'l>.«siÄ «’.!? liberale Arbeiter und Angestellte. Es ist Wirllanikcit gegen dieKnckszelleil zukomntt Man Hai qesehnl daß Ä^?wmcn, die Jahresversammlung des Reichsgerade die Hmitzellen des menschlickLn Körpers von dei, Rönt'gew^rcinsim Jahre 191b in Gießen abzuhalten Anaereät trahlen besonders leicht geschädigt werden. Tiefe, ansüngsich sein Berichterstattung über den Vortrag des Privat störende Erscheinung, die vielen Menschen großen Schaden zu ^entmi Dr. L ppenheinrer in Halle a S S'üfter^Ü,> gefügt bat, ücb sick) aber verwerten zur Bekämpsuwi des Shebfed, ^grarfraßc und das Schädliche des Großarundbe'sik^ da dieser fich im wefentlickfen aus Ankömmlingen der Deckzelleuj wickelte sich in der Versamiirluiig eine des menschlichen Körpers zusammensetzt. spräche, in deren Verlauf die verickied^i^n Ansi^t^ Es hat sich gezeigt, daß ebenso wie die Dcckzellen selbst durch die Nützlickfkeit eines ÄonununaU)roip:amm5 für Sr ^nTr-1 die Röntgenstrahlen geschädigt werden tonnen, ohne daß die Partei zum Ausdruck kam. Profesior l! r ft a d t int Sh umgebenden (^emebc eine bemerkenswerte Schädigung erfaßen, in der Bersammlirng anwesende Redattti'r E r ke i - -J Eh bic Zellen des weit emchsiudttcher aie die übrigen * Harten sich für die 'SchajjriZeines Zwimnunalpro^rammch ! fid) hitjrtc. Sie stießen ungefähr in 30 bis 50 Meter Höhe zusammen. 9Ct[e drei wurden verletzt. Tic Apparate stürzten zur '^ei>e unb wurden vollständig zertrümmert. Linnekogel erlitt eine Stirnverletzung und Rückgratvecstauchung. Freindt trug einen Bruch des rechten Oberschenkels und des linken Unter» nejerd davon, während Gvlde scheinbar eine leichte Gehirneri chüttcrung erlitt. ♦ Gordon-Bennetflug. Pvris, 14. Cft. Von den am Sonntag am Gordon-Bennet- fing ausgestiegenen 18 Ballons sind 13 gelandet und zwar zumeist in der Bretagne. Alle drei deutschen Ballons sind gestern abend n i e d e r g e g a n g e n. „Duisburg" in Parame, ,£>am- burfl* bei Kap Frehel und „Metzelei:* in D n c y. Der öfter- rei bische Ballon „Astarte* landete in Lannion (Departement Cotes-di>°Nord). Grubenunglück bei Cardiff. 700 Bergleute verschüttet — 32 7 ans Licht befördert. Ein großes Grubenunglück, dessen ganzer Umfang sich noch nicht übersehen läßt, ereignete sich gestern auf der Grube Universal bei Cardiff. Di« Zahl der Verunglückten tvird auf über 700 angegeben, von denen bis jeßt nur 327 gerettet sind. Di« Lage der U eb rige n i st hoffnungslos. Es sind nns seither folgend«, noch recht widerspruchsvolle Drahtnachrichten zugegangen: London, 14. Okt. In dem Kohlenbergtverk Universal bei Cardiff ereignete sich heute vormittag, als 7 00 Ar beiter f • h «im Schacht befanden, eine Explosion. Näheres ist 'unbekannt. Cardiff, 14. Okt. Bon den bei der Explosion auf dem Kohlenbergwerk Universal verschütteten Bergleuten sind biv Mittag 327 lebend wieder ans Tageslicht befördert worden. Außerdem wurden sechs Leichen geborgen. Man glaubt, daß die Zahl der Toten sich auf 150 beläuft. Die Explosion erfolgte heute früh zwischen 6 und 7 Uhr, als die Tagesschicht schon cingefahren war. Cardiff, 14. Okt. Um 3.10 Uhr nachmittags wütete das Feuer noch. 434 Bergleute fehlten beim Auf- r^n f. Tas Feuer brennt zwischen den Leuten und dem Schacht. Ter Chef der Berbwerrsinspektion sagte, daß eine R c t t u n g u n m ö g l i ch sei, bevor das Feuer gelöscht wäre. Cardiff, 14. Okt. Die letzten Nachrichten von der Grube „Universal" besagen, daß so gut wie alle Hoffnung aufgegeben ist, die noch ein geschlossenen 418 Bergleute zu retten. Die Rettungsarbeiten mußten eingestellt werden bis das Feuer gelöscht ist, oder bis es Don selbst erlischt. London, 14. Okt. Das Unglück in dem Kohlenbergwerk „Universal" in Senghenith ist das schrecklichste, das sich je in Südwales ereignet hat. Gegen acht Uhr morgens wurde iin einem Umkreis von mehreren Aicilen eine dumpfe Detonation gehört. Männer, Frauen und Kinder eilten zu den Schachteingängen, wo sie erfuhren, daß die Explosion, die den Schacht in Brand setzte, kurz nach dem Einfahren der Tagesschicht 'erfolgte. Nach allen Landesteilen wurde sofort um Hilfe telephoniert. Um 9 Uhr stiegen die ersten Rettungsmannschaften in den Schacht. Eine Stunde blieb man ohne Nachricht. Gegen 11 Uhr wurde bekannt, daß etwa 3 0 0 Bergleute gerettet Jeien. Sechs Leichen wurden zutage gefördert. Den ganzen Nachmittag über standen Tausende von Leuten an dem Schacht, die Nachricht von ihren Verwandten erwarteten. Es spielten sich erschütternde Sz enen in dem Augenblick ab, als Leicksen vorübergetragen >vur- den. Eine Frau rief, als sie einen Blick auf die Bahre geworfen hatte, „das ist mein Vater!" und siel in Ohnmacht. Vom König ist eine Depesche eingetronen, in dem er seine unb der Königin aufrichtige Teilnahme ausspricht. Abends erklärte der Chefinspek- teur der Bergwerke .von Südwales, auf der östlichen Seite des Bergwerks seien alle gerettet, 418 seien noch in den we st- lichen Schächten jenseits des Brandherdes, der sich in einem Durchgang befindet, wodurch Luft in die Schächte geführt wird. Man tut alles mögliche, um die Luftzufuhr aufrecht zu erhalten. Wir halten bis zum letzten Llugenblick an der Hoffnung fest. Vermischter. — Die Uraufführung der „Böcklin-Suite" von Max Reger. Aus Essen, 13. Oktober, wird uns geschrieben: Eine interessante musikalische Urausführung fand in der Kanonen» stadt Essen statt: Max Reger dirigierte selbst seine Böcklin-Suite, vier Sätze, welche ebenso viele Bilder von Böcklin musikalisch ausdeuten. Das war zugleich die Ueberraschung dieses Abends: Reger als P r o g r a m m u s i k e r! Sollte darüber der Streit über die Berechtigung der Programmusik neu ansbrechen, so sei gleich hier bemerkt, daß das Publikum am Aufführungsabend sehr zufrieden damit war: man sah dock) wenigstens wo und wie; man wußte, was man sich beim Anhören der Klang-massen zu „denken" habe. Den Anfang bildete der g e i g e n d e E r e m i t, ein schönes Geigensolo auf dem Grund katholischer Kirchenmusik: dann kam das Spiel der Wellen, in dem das seuchtsröhliche Treiben der Mccresgötter in dem ewig bemeglid)cn Element tonmalerisch sehr munter und ergötzlich geschildert wird. Es folgte die Toten- insel, eine dunkle, trauervolle und dabei in den letzten Geheimnissen grübelnde Stimmungsmusik und zuletzt das Bacchanal (betrunkener Soldaten mit ihren Weibern), in dem die Zügellosigkeit eines sich selbst überlassenen Trains mit einem Realismus geschildert wird, der vor nichts zurückschreckt. Ta der Komponist hier alles nnd jedes und dabei zu gleicher Zeit ausmalt, überwuchert das Beiwerk derartig das Grundthema, daß der schließliche und nachhaltige Eindruck der eines Heidenspektakels war. Vielleicht war das die Absicht. Das Publikum rief den dirigierenden Komponisten nach jedem Satz und wiederholt zum Schluß und dann noch einmal, als er zusammen mit Jinkertz aus Krefeld das Bachsche 0-moII-Konzert für zwei Klaviere virtuos gespielt hatte. ♦ Schwerer Automobilunfall. Aus Rom wird gemeldet: Ein Automobilomnibus, auf welchem 34 Wähler von einer Wahlversammlung in Aquilc degli Abruzzi nach ihrem Bergdorf zurückkehrten, stürzte bei einer scharfen Str aßen kurve in eine 15 Meter tiefe Schlucht des Trontoflusses. Ein Wähler blieb tot, vier liegen im Sterben und 22 sind schwer verwundet. * Vierfacher Selbstmord. Aus Paris, 14. Okt., wird gemeldet: Heute nacht haben die vier Kinder eines verwitweten Kassierers namens Bruckner, drei Mädchen im 'zitter von 23, 19 und 8 Jahren und ein 15jäljriger Knabe Selb st- nrior b verübt. Der Grund der Verzweiflungstat soll furchtbare Notlage fein. * Abgestürzt. Aus München, 14. Okt., meldet ein Privat-Telegramm: Der Alpinist Dr. Paul Prenß ist im Tach- steingebiet abgestürzt. Er war sofort tot. Der seit 14 Tagen Vermißte wurde heute unterhalb der Kogelwand als Leiche gefunden. Er ist aus einer Höhe von nahezu 400 Metern abgestürzt. öaetfceL Mün ch e n, 15. Okt. In einer Versammlung der Gläubiger Dr. Diesels wurde die kauende Schuld auf etwa 4 0 0- b i § 5 0 0 0 0 0 Mark angeführt Em einstimmiger Beschluß geht dahin, den Konkurs zu vermeiden. Amtlicher Wetterbericht. Wetteraussichten in Hessen für Donnerstag, den 16. Okt. 1913 : Meist trüb und wolkig, geringe Niederschlage, nordwestliche Winde. Letzte 2lacbrid?tcit. Aus dem sächsischen Landtag. Dresden, 15. Okt. Um die Wiederwahl des sozialdemokratischen Vizepräsidenten Fräßdorf zu verhindern, hat die konservative Fraktion der sächsischen Zweiten Kammer beschlossen, auf den Posten des ersten Präsidenten, den sie bisher beanspruchte, zu verzichten und sich mit dem Posten des ersten Vizepräsidenten unb eines Schriftführers zu begnügen. .Hierdurch dürfte eine Eini* gung mit den Nationalliberalen zustande kommen. Schweres Automobilimglück. F r c u b e n ft a b t, 15. Okt. Gestern abend gegen 7 Uhr stieß dem Architekten Kaiser, in Firma Kaiser il Weippert in Stuttgart, ein schweres Ä u t o m o b i l u n g l ü ck 511. Er fuhr in Huzelbach auf einen Langholzwagen auf und wurde so schwer verletzt, daß der Tod bald daraus einttat. Oberbaurat R aible und seine Tochter erlitten ebenfalls Verletzungen. Die Verletzungen der Tochter am Kopfe sind nicht unbedenklich. Tie übrigen Mitfahrer kamen mit dem Schrecken davon. Winzernol in Frankreich. Paris, 15. Okt. Wie aus Chäton sur Saone gemeldet wird, haben die Burgunder Weinberge in diesem Jahre unter verschiedenen Krankheiten gelitten. Biele Winzer sprechen davon, ihre Weinberge aufzulassen und Getreide zu bauen. Andere haben den Weinbau bereits aufgegeben und sich als Arbeiter in den Industrie-Gebieten, namentlich in Creusot und Monce-au-les-Mines anwerben lassen. Ein deutscher Weltrekord im Flugwesen. Habs he im, 15. Okt. Victor Stöffler aus Sttaßburg hat einen Weltrekord aufgestellt, der alle bisherigen Flüge in Schatten stellt. Um 12,06 Uhr nachts stieg er in Johannisthal auf und landete nach verschiedenen Zwisckienflügen enbgültig um 12,42 Uhr heute nacht in Habsheim. Stöfsler, der bei ber Landung in verhältnismäßig frischem Zustande sich befand, hat mit seiner gestrigen Leistung eine Gesamtstrecke von 2220 K i l 0- m e t e r durchflogen, während der bisherige Weltrekord von Brinde- jonc nur 13 8 6 Kilometer betrug. Wieder ein deutscher Flüchtling aus der Fremdenlegion. Hamburg, 15. Okt. Mit dem französischen Dampfer „Cclt" traf heute ein aus der Fremdenl'egion entwichener Deutscher hier ein. Er wurde wegen Entziehung von der Wehrpflicht von der Polizei in Untersuchungshaft genommen. Nach seinen Angaben ist er ein 20jähriger Schreiber Adolf Josef Weber aus Weißen heim in der Rhein Pfalz. Als 18 jähriger sei er in Paris, wo er sich! trugen lArbeitslosigkeik mit drei anderen Deutschen dem deutschen Konsulat gestellt habe, von einem Kon sulatsangestellten mit den drei Genossen einem Werber der Fremdenlegion in (die Hände gespielt unb, betrunken gemacht worden. Als sie in Marseille wieder zur Besinnung kamen, hätten sie au» vorgelegten Papieren gesehen, daß sie sich in ber Trunkenheit auf fünf Iahre für die Fremdenlegion verpflichtet hätten. Nach jährigem Kämpfen in Marokko, wobei er einen Stich in den Oberschenkel erhalten hätte, sei er mit drei Kameraden desertiert. Achtmal seien sie auf cd er Flucht von Arabern gefangen genommen worden. Er allein habe sich nach Malaga gerettet. Von dort hätte ber beutsche Konsul seine Ucberführung nach Hamburg veranlaßt. 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(a15/to A. Salomon & Cie., Schulstr. 4 Bekanntmachung. Die Gemeindekrankenvcrsichcrung Ober-Bessingen wird Ende dieses Jahres geschlossen. Forderungen sind binnen 3 Monaten geltend zu machen. Spätere Anmeldungen werden nicht berücksichtigt. Ober-Bessingen, am 14. Oktober 1913. Großh. Bürgermeisterei Ober-Bessingen. _________________Kühn._____________6827 Offene Wunde. c’/o - „Sehr gern bestätige ich Ihnen, dast mir die Dun- Salbc bei meinem offenen Bein sehr gute Dienste getan bat, nadibcm ich saft 11 Jahre lang mit und ohne Arzt die verschiedensten Mittel ohne ieben Erfolg angewandt hatte. Hof heim b. Worms M. <*. Vorzüglich gegen Brand-, Bist-, Sämst- und Stichwunden, .vamorrhoideu. Karbunkel und Drüsengeschwüre. — Zu haben in Apotheken, oder durch Vermittelung der Fabrik Hans Seitz in Darmstadt. Rohdörfer Straste 22. Prospekt kostenlos und frei. 1 B. Duu-Salbc 1.30 M. D.-Pilleu 1.30 VU., D.-Zäpfcheu 2 Mk.________________ ggg Kein Schwein gedeiht bei schlechtem Futter. 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Oktober 1914, en. 8000—9000 kg. Bedingungen liegen im Geschäftszimmer Nr. 24 aus und find vor dem Termin zu unterschreiben. Dn/io Garnisonlazarett Gietzen. Donnerstag frisch cintreffend: la. Brat- S Schellfische T” Kablian mittel Pfd. 22 Pfg. Schellfische groß Pfd. 35 Pfg. Seine Holsteiner Zervelatwurst 1 70 Weiche Brannichweiaer Mettwurst m. 1.30 Dörrfleisch $funb mt. 1.10 Psund Mk. 1.05 Die Wurst- und Sleischwaren werden zu diesen Preisen vorgewogen. rt. M Qi V rt f Fabrik Oichairn V 68 vollkommen durchgebacken, gute Kruste, kräftig schmeckend ca. 4 Pfd. hell ö2 Pfg., dunkel 46 Pfg. ca. 2 Pfd. hell 26 Pfg., dunkel 23 Pfg. Schade & Wlgrabe Bahnhosstratzc 26 1 Lndwigftratze 20 f Telephon 186 Walltorstratze 24 a,e;l0 Wetzlar: ftifcnmnrft 4 und 5. Zungdeutschland Eichen Zugen-tag zur Erinnerung nn den 18. Lktober 1813 nm 3onntngöcnl9.£)fL1913 nuf ö.xrieö Programm. 12'/, Uhr: Antreten der Wettkämvfer auf dem Trieb. 1 n vünktl.: Beginn deS Fünfkampfs in drei Stufen.