^ndlkh ►da, Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. tiillis* B. uns von euch Boccaccios beitcces Antlitz durch die Zeilen. Die Form mancherlei Irrungen, Kämpfen und Enttäuschungen schließlich der Rahmenerzählung, der er durch die wundervolle Sä^lderung * durchgesctzt Ktte, daß, sein Werk nut ihm nicht untergehen nmickr. Boccaccio in Deutschland. (Zu seinem 600. Geburtstag.) g Sonntags 3 ühr geöttnet1- Der Reichöverband Deutscher Städte, dein weit über 600 deutscher Städte unter 25 000 Ein^ wohner angehören, überreicht dem Kaiser zu seinem Re- ßierungsjubiläum bekanntlieh eine HuldiaunAsadresse, die in der Kunstanstalt von Karl Häcker in Berlin hergestcllt ist. Tie Adresse hat folgenden Wortlaut: Allerdurchlauclnigster, Gros mächtigster Kaiser und König! Allergnädigster Kaiser, König und Herr! Am heutigen Tage feiern in froher 'EinmütigFeit mit dem ganzen deutschen Volke, die im Reick sverbande dculschcr Städte vereinigten kleinen und mittleren Städte unseres Vaterlandes in dankbarer Erinnerung und hoher Begeisterung das Jubelfest der 25jährigen, gesegneten Regierungszcit Eurer Kaiserlichen und Königlichen Majestät. Sie bitten Gott, daß noch lange unter Eurer Majestät starkem Schutz das deutsch Vaterland blülxm und der deutsche Name überall in der Welt seinen mad# trollen Klang bcivahren möge! Tas ganze deutsche Volk wird in ernster Stunde dem Ruse seines Kaisers mit derselben Begeisterung folgen und Gut und Blut für das Vaterland opfern, wie einst in der großen Zeit vor hundert Jahren, tue Bürger der kleinen und mittleren Städte aber werden beweisen, daß sie sich von keinem anderen: Teile unseres Volkes übertreffen lassen in Liebe und Tretts^ zu Kaiser und Reich, zu König und Vaterland, das gelobt Euerer Kaiserlichen und Königlichen Majestät alleruntertänig st der Reichsverband deutscher Städte, Verband der Städte unter 25 000 Einwohner. Das letzte Blatt macht die S ch l u ß s u m m e namhaft, welche der Reichsverband dem Kaiser zum Jubiläum spendet. Die huldigenden Städte haben Stiftungen im Gesamtwerte v o n 1 080 300 Mark gespendet. Die Feier in Karlsruhe. Karlsruhe, 14. Juni. Zur Vorfeier des 25jäh- rigeu Regierungsjubiläums des Kaisers veranstaltete die Bürgerschaft der Stadt heute abend einen Fackelzug, an dem gegen 4000 Personen, darunter hundert Vereine mit 89 Fahnen, und die studentischen Korporationen teilnahmen. Ter Groß Herzog, der mit der Großherzogin gegen Abend öon Schloß Zwingenberg hier wieder cingetroffen war, nahm im Beisein der Großherzogin Hilda und der Großherzogin Luise sowie des Prinzenpaares Mar von Baden den Zug von dem Schlvßaltane aus ab und hielt dabei folgende Ansprache: Zur eindrucksvollen Vorfeier des Regierungsjubiläums unseres Kaisers versammelt, ist es uns ein Herzensbedürfnis, unserer treuen Liebe und Anhänglichkeit an Seine Majestät, unsern geliebten Kaiser, warmen Ausdruck zu verleihen, und, indem wir ihm unsere ehrerbietigsten Glückwünsche darbringen, zu rufen: Seine Majestät der Kaiser, unser erhabener Schirmherr des Deutschen Reiches, er lebe hoch! hoch! hoch! An die Feier vor dem Schloß, die burd) Musik und Gesangsstücke eingerahmt wurde, reihte sid) ein Fest in dem prachtvoll beleuchteten und mit Lampions geschmückten Stadtgarten. Eine Ansprache des Präsidenten der württembergischem Zweiten Kammer. Stuttgart, 14. Juni. Zu Beginn der heutigen Sitzung der Zweiten Kammer hielt Präsident v. Kraut folgende Ansprache: Morgen werden es 25 Jahre, seit der Kaiser die Regierung angetreten hat. Auch uns in Süddeutschland ist es ein Bedürfnis, im Rückblick auf die verflossenen Jahre dem Träger der kaiserlichen Würde unsere Glückwünsche zum Regierungsjubiläum dar- bringen zu tonnen, den herzlichsten Dank dafür zu sagen, daß er die hervorragende Stellung des Deutschen Reiches int Rate der Völker erhallen und gefestigt hat, und daß er die Machtentwickelung Deutschlands im Innern wie nacki Außen, zu Wasser — T i e Ems-Nassauer Stein-Fe st spiede. Tas Programm für die Ems-Nassauer Stein-Festspiele ist in der letzten Ausschußsitzung endgültig festgelegt. Danach sollen die Festspiele am 6., 9., 11., 13., 16. und 19. Juli stattfinden. Nach Bedarf können an den freien Zwischentagen Ausführungen ein- gefdoben werden. Tie Spiele werden, wie schon bekannt ge- gebeu, durch Ansprachen berufener deutscher Männer eingeleitet. Vorgesehen sind 1200 Tribünen-Plätze, welche sämtlich nummeriert sind. Tie Feiern beginnen nachmittags gegen 5^ Uhr. Tie Naturbühne liegt im Mühlbachtal unterhalb der Ruine Stein, neben dem historischen Steins-Häuschen, in dem Stein den größten Teil seines politischen Lebenswerkes schrieb. Tas Steins- Häuschen, in dem auch Ernst Moritz Arndt und andere Freunde Steins oft weilten, haben die Nachkommen des großen Staatsmannes in dem Zustande erhalten, wie es Stein verlassen hat. — Wagner und Nietzsche. In diesen Tagen rüstet sich das deutsche Volk, den hundertjährigen Geburtstag des großen Eine der interessantesten Episoden im Leben des Meisters int Reich der Töne ist die Begegnung mit dem Philosophen Friedrich Nietzsche, davon bringt ein Jefjr dxrrakuwistisches Spiegelbild das foeft Nr. 20 der „Gartenlaube". Ter betreffende Artistck schildert das erste Zusammentreffen der' beiden im Siaufc des Verlegers Brackhaus in Leipzig, daran zuudüiefjenb die weitere Ausgeltaltung ihrer Beziehungen. Den Beschluß bildet natürlid) das absprechende Urteil Nietzsches über den toten Wagner, der ihm einstmals als die Verkörperung des Ideals crfdjteir Und gerade das ist das Interessante an diesem Aufsatz, das uns schon vom rein menschlichen Standpunkt itahe geht, daß wir sehen, wie sich die beiden so schnell sanden und wie sich dod> schließlich ihre Wege trennten. — Das Kino im Kö nigs schlo ß. Aus London wird berichtet: Im Buckingham-Palast wird jetzt ein Kinematographen- Theater eingerichtet, in dem besonders die jüngeren Mitglieder der königlichen Familie und ihre Freunde ihre Unterhaltung finden sollen. Ter König und die Königin halten Filmdar- stellungen von Ereignissen der Zeitgeschichte für ein ausgezeichnetes Mittel, die Welt kennen zu lernen, und so haben sie (inen kleineren Saal für diese Zwecke einrichten lassen. Tie englische Königssamilic hat schon häufig ihr Interesse an Kinodarstellungen bezeugt: so fand im Jahre 1911 bereits eine Galavorstellung im Balmoral-Schlosse statt, bei der die Bilder von der Krönung und der Investttur des Prinzen von Wales in farbiger Ausführung gezeigt wurden und bei allen Zuschauern große Be- gemerung erweckten. Seitdem sind Vorstellungen in Sandringham veranstaltet worden, bei denen u. a. Szenen von dem Besuch des Königs in Indien und von den großen Königsdurbar gezeigt wurden. ff. Eidechsen, die die Cholera verbreiten. Während der letzten Choleraepidemie in Tunis hat ein französischer Arzt, Dr. I. Soere, untersucht, ob Eidechsen die Cholera verbraten tonnen, und die Antwort auf diese Frage ist bejahend ausgefallen. In Sidi-Abdallah sind die grünen Eidechsen im Sommer lehr zahlreich. Sie sucl>en ihre Wahrung unter den Abfällen auf den Feldern und können hierbei leicht .Krankheitsleime in sich aufnehmen und sie weiter verschleppen. Soere hat nun, wie die „Natur" berichtet, nachgewiesen, daß die Choleraoibrionen mandjntal eine tödlich endende Darmentzündung, manchmal dagegen nur vorübergehende Störungen Hervorrufen. In beiden Fällen aber bleiben die Vibrionen im Darm der Tiere nm Leben und werden mit den Ausleerungen entfernt. Diese Aussonderung von Cholerakeimen kann mehrere Tage lang anbauern, so daß die Eidechsen die Clwlera in der Tat verbreiten können. Gleiche Versuche mit Tnphusbazillen führten zu dem Ergebnis, daß eine Gefahr der Verbreitung durch Eidechsen für den Typhus nicht besteht. i ganze Brant- nnd ?en unter kulanter gen. lahlun. । ring und wird.^ jicht ein lestimmt der wider ;n entsprech •eo®10 Bayreuther Meisters würdig zu begehen. Seit 30 Jahren weilt Richard Wagner nicht mehr unter den Lebenden, ober als er von uns ging, tat er es in dem Bewußtsein, daß er sich nach jener auS dem verpesteten Florenz geflohenen Gesellschaft klassische Geltung verliehen hatte, taucht immer wieder auf bis zu den Novellensammlungen der Romantik und Gottfried Kellers. Nachdem sid) bereits die Schwankbücher der Reformationszeit ieid)lid) von ihm genährt hatten, kommen in dem für Kuriositäten schwärmenden 17. Jahrhundert neue Bearbeitungen seines Dekameron, nrie etwa jene von 1646, die den Titel führt: „Zweihundert der allerschönsten neuen .Historien, hievevor hundert durch den weitberühmten Boccaccio beschrieben, jetzt aber mit hundert vermehret." Die Dramendichter, die um einen Stoff verlegen sind, finden ihn in dem unsterblichen Buch, von Hans Sachs, der jo mache traurige Geschichte des Boccaccio dramatisiert hat, bis zu Lessing, der diese „reiche Quelle theatralischer Produktion" für seinen Natban ausnutzt. Die Erzähler, die einmal ausgelassen und frei sein wollen, wandeln auf seinen Spuren, so Wieland, der sid) „einen ehrlichen Nebenbuhler des Boccaz" nennt. Während aber alle diese am Stofflichen hingen, bat uns den Künstler in Boccaccio erst die Romantik entdeckt in bem großen Aufsatz Friedrich Schlegels, „Nachrichten von den poetisdxm Werken des Johannes Boccaccio", in dem der Dichter als „Vater und Meister der Novelle" gepriesen wird. Man kann sagen, daß die Blüte der Novelle, die Deutschland dann im 19. Jahrhuitdert erlebte, daß die Meisterwerke eines Keller und Heyse und all der andern dem Florentiner viel von ihrer vollendeten Form verdanken. »ihei eralure" VOn iofstr. 29 rersandhans. criedber?' eben- Das Jubiläum des Kaisers. In vielen Städten des Reiches und fast allen deutschen Kolonien des Auslandes hat man bereits begonnen, das Jubiläum des Kaisers sestlid> zu begehen. Der Reichstag hat am Samstag eine besondere Festsitzung abgehackten, in der Präsident Tr. Kaempf eine kurze, aber des Tages würdige Ansprache hielt, in der er sich von Uebertreibungen fernhielt und die doch die herzlichen Gefühle des Volkes wahr zum Ausdruck brachten. Auch das preußische Abgeordnetenhaus l>at eine solche Festsitzung gehabt, und in der lvurttembergischen Kammer hat der Präsident v. Kraut die Treue und Anhänglichkeit der Süddeutfdsen bekundet. Mehrere Bundesfiirsten l>aben Straferlasse herausgegeben. Der Großhcrzog von Hessen ist mit vielen anderen Fürsten nad) Berlin geeilt, um den Kaiser persönlich zu beglückwünschen., Die gegenwärtig etwas festmüde Stadt Gießen begnügt sid) mit einer stilleren Feier; am gestrigen Sonntag hatten die gläubigen Gemeinden, wie wohl überall im Reid)e, Festgottesdienst, und heute wird in den Schulen die Erinnerung an die Tage vor 25 Jahren begangen. Die Behörden, mit Ausnahme der Post, haben ihre Räuma gesdstossen. Das Militär wird von dem Kaisertag natürlich am meisten bewegt, und so war am gestrigen Sonntag gemeinsamer Gottesdienst, heute früh Wecken.der Regirnents- mufck und um 103/j Uhr Garnisonappell. Heute nachmittag, um 6 Uhr findet im Offizier-Kasino auch ein Festessen statt. Empfänge am llaiserhofe. Berlin, 14. Juni. Um 12 Uhr empfing der Kaiser im Sternsaal des königlichen Schlosses den türkischen Botschafter zur Entgegennahme der Iubiläu ms- geschenke des Sultans. Um s/il Uhr empfing der Kaiser den Kardinal-Für st b i s ch o f Tr. v. Kopp mit Monsignore Prinzen Crey und anschließend daran bett Eoad- jutor des Primas des B e n c d i k t i n e r o r d e n s Abt von Stetzingen. Bei der Frühstückstafel um 1 Uhr saßen der Kaiser zwischen Prinzessin Heinrich und dem Kardinal- Fürstbischof Tr. v. Kopp, gegenüber die Kaiserin zwisck)en dem Prinzen Heinrich und dem .Erbprinzen von Sachsen- Meiningen. Au der Tafel nahmen auch teil der Reichs- tanzlcr, der Kultusminister v. Trott zu Solz, der Chef -es Zivilkabinetts Wirkt. Geh. Rat v. Balentini, Prinz (tret) und der Abt v. Stetzingen. Das Gedenken an Kaiser Friedrich. Potsdam, 15. Juni. Das Kaiserpaar nahm heute am Todestage des Kaisers Friedrick), am Gottesdienst in der Garnisonkirche teil, wo sick) die Gemeinde und die Abord- mutgen der Potsdamer Gardercgimenter versammelten. Außer den Herren des Hauptquartiers waren anwesend: Kriegsminister v. Heeringen, Generalstabschef v. Moltke und Kommandant v. Kleist. Das Kaiserpaar traf um 10 Uhr im Automobil aus Berlin mit dem Prinzenpaar Ernst August, dem Herzogspaar von Braunschweig und Lüneburg ein; ferner waren alle Minder des Kaisers, außer dem Kronprinzen, der erst morgen eintreffen kann, die Geschwister des Kaisers, außer der Königin von Griechenland, anwesend. Tie Festpredigt hielt Hofprediger Richter. Nach dem Gottesdienst bcgabei« sick) die Majestäten zum Mausoleum. Bei der Friedenskirche legten sic Kränze am Welcher Tag im Jahre des Herrn 1313 der Ehre sich rühmen darf, dem großen Erzähler und Gelehrten Giovanni Boccaccio, das Lck>en geschenkt zu haben, das ist im Tunkel der Zeiten vergessen worden, und mir die Vermutung bestellt, daß der 16. Junt sein Geburtstag war. So steht denn das ganze Jahr ein wenig int Zeichen des genialen Florentiners, den ein Zufall in Paris zur Welt kommen ließ und dessen Name und Wcr hing noch heute lebendig ist. Der Motivenschatz unlterblidjer Geschichten, den er mit lachendem Munde in seinem Tetameron als ein leichtes Nebcnwerk anmutiger Erzählerkunst sammelte, hat tausendfältige Frucht getragen und ist zu einer jener^ un- versieglichen Cucllen geworden, die die Weltliteratur Kit Jahrhunderten speisen. » Auch in Deutscistand ziehen sich die leuchtenden Spuren Bve- caecioS wie Goldadern durch die Dichttmg bis auf unsere Tage. Die Stoffe, denen er den klaren heiteren Stempel seiner Penön lichkeit aufprägt, beschäftigen nod) immer die Dichter und regen sie zu neuem Sdjaffcn an: man denke nur an Hauptmanns „Griseldis". Von luftigen Operettenmelodien umklungen, man bert der Dichter selbst in Suppes hübschem Werkchen nod) heut über unsere Bühnen. Und so war es von Ansang an. AIS die deutsche Sprache int 15. Jahrhundert so weit gediehen war, um sid) die Prosadichtungen der weiter iortgcidirittenen italienischen Literatur zu eigen zu machen, als der Humanismus die deutschen Geister berührte und eine freiere, Tur die kecke Muse Boceaccivs empfänglichere Stimmung schuf, da wurde der gesamte Dekameron durch einen gewissen 'Mrigo in» xeuticbe übertragen; eine der Inkunabeln der deutschen ^ruckkunst, die bald nad) 1471 erschien, enthält all die traurigen und lrvh- lichen, die lehrreichen und spottenden Geschichten, aus denen von nun an Svruchdichter und Meistersinger, Erzähler von schwanken uitb Verfasser von Novellenbüchern, Epiker und Dramatiker Idiotien. Neben diese Gesamtübersetzung traten bald Uebcrtragungen einzelner Novellen: die ehrwürdigen Begründer unlerer lieber- s^ungskunst, die Niklas v. Wh le und Albrecht v Eh behoben il>r Talent an Novellen, wie denen von Gutscardv und ^igi- Rtonba und von Griseldis versucht. Der deutsche Hmmanist S t e i n- höwel erschloß eine Fundgrube merkwürdiger Begebenheiten und rührender Abenteuer dem deutschen Schrifttum, indem er eins der großen lateinischen Werke des Dichters, das von den be- rühmten Frauen" handelte, seinen Landsleuten als em ipan- «ndes Lesebuch bescherte. Wo man feit bteier 3eit in bcut|d)en Äschern unterhaltende Dinge sammelte und erzählte, ra^Kickt Sarge Kaiser Friedrichs nieder. Um UV» Uhr trafen die Majestäten am Neuen Palais ein. Um 12i/2 Uhr empfing der Kaiser im Muschelsaale des neuen Palais die Herren des kaiserlichen Hauptguartiers zur Ueberreichung eines Geschenkes des .Hauptquartieres, später Kapitän Trotha vom Marinetadinett. Um ein Uhr war Familicntafel bei den Majestäten, an der die Kinder der Majestäten und die Ge- schwifter des Kaisers teilnahmen. Der Feftsonntag in der Reichshauptstadi Berlin, 16. Juni. Die Berliner Fe st st raßen bildeten am gestrigen Sonntag das Ziel ungezählter Tausender von Menschen. Verkehrsstörungen waren die unvermeidliche Folge des Andranges, der durch den Strom der Fremden von Stunde zu Stunde verstärkt wurde. Unter den Linden hatte man drei fliegende Rettungswachen stationiert, die in zahlreichen Fällen meist leichterer Art in Anspruch genommen wurden. Die Haltung der Menge war während des ganzen Tages musterhaft. Erst gegen Aband ebbte der Strom der Schauffeudigcn etwas ab. Am meisten belohnt fühlten sich diejenigen, die Unter den Linden dem Kaiferpaar begegnet waren, als es von Potsdam herüber kam. Berlin, 16. Juni. Alle Morgenblätter widmen an erster Stelle dem Kaiser Jubiläumsartikel. Die erste Seite fast aller Zeitungen ist mit reichem Bildschmuck versehen. Eine Anzahl Blätter legen künstlerisch ausgestattete Sonderbeilagen bei, in denen das Lebenswerk des Kaisers von berufenen Federn gewürdigt wird. Eine Feier des preußischen Abgeordnetenhauses. Berlin, 14. Juni. Die Mitglieder des Abgeordnetenhauses vereinigten sich heute mittag im Abgeordnetenhause zu einem Festmahle, wobdi der Präsident Graf Schwerin-Löwitz eine Rode hielt, in welcher er u. a. sagte: Aus dem ganzen 'Erdenrund wird in diesen Tagen unser Kaiser als der treuste und machtvollste Hort dcS Friedens gefeiert und dod) war er nicht minder ein .Mehrer des Reiches an Land wie an Leuten. Um rund 19 Millionen wuchs während seiner Regierungszeit die Bevölkerung des Reid>eS, nahezu verdoppelt hat sich das Nationalvermögen, der Wert unserer jährlichen Gütercrzeugung wie das ArbeilScinkommen der lohnarbeitenden Bevölkerung. Fast auf das dreisache stieg der Außenhandel, und damit rückte Deutschland neben England an die zweite Stelle der Wellhandelsstaoten der Erde. Welchen a l l e r persönlichsten Anteil hat nidjt gerade daran der Kaiser burd) die SclMwng einer achtunggebietenden Flotte! Tod) weit höher müssen wir das nie rastende Bemühen des Kaisers schätzen, dem Volle die höchsten innersten Werte und sittlichen Ideale zu wahren und zu pflegen. Nachdem der Redner sodann den Kaiser als den Bekenner einer tiefen christlichen Weltanschauung und als den von höchsten sittlichen Idealen erfüllten Monarchen, als bedeutenden Mann und kraftvolle, stark ausgeprägte Persönlidsteit gefeiert hatte, vorbildlich auch durch das cd>t deutsche Familienleben im Kaiserhause, fuhr er fort: Zu. dauerndem Segen wird das alles dem Volke nur werden, wenn es dessen sid) nidst nur dankbar bewußt wird, sondern auch den festen Willendaraus schöpft, sid) den herrlichen Sd)atz, den wir am Kaiser haben, sich von Niemand rauben und schmälern zu lassen. (Starkes Bravo!) Tarum müssen auch alle Jubiläumsfeiern in diesen Tagen ausllingen in dem Gelöbnis unverbrück)- iidjfter Treue und Anhänglichkeit zu dem geliebten Herrsd)erhause. Treue um Treue! Tann wird auch die fernere Regierung des Kaisers eine glcid) gesegnete, toie die abgelaufene es unter Gottes Beistand gewesen ist. Ter Redner schloß mit einem Hoch auf den Kaiser und König. Köstritzer wsrzbieres »ums hohew!1 ,nn- dritzer Rr-h«.' Nj|ir-jSarzb,ifr"’ o'eszenteu ßSGc" ^arbeite k saktarn»‘. Gerinnen'Swach- .C5 ?■ 15,; - Erües Blatt 163. Jahrgang Montag, 16. Juni 1913 erscheint täglich, nutzer ’s\x3T Ä Bema», e Sonntags. — Beilagen: M M 'v monatlich7öVst viertcl- uievmnl roödientlid) Ä jäK I 4 ' j A A. A. Jk A A jährlich Mk. 2.20: durch Eietzener.^amiliendläller, Im Hf ÄVk X 4» Win BH \ 7 Xyk *.V, *3 Kbhole» u. Zweigüctlen Ivöchenll.llreis- öfc H HH S M M H M M ■ ■ H ■ fl W ■ A DU A ▼ monatlich 65 Pi.: blatlfürbenKreislichen 6 H H H SM M W KL< S Jp fl K H ÖlP H E «Lt 88 d.cPo'tMk.2.-viertel- (DienstagunvFreitag): ■ HH ■ H Bk ■ ■ ■ H Hf ■ U ■ BT H zwennal monatl. Land BhL W WL B H| El kL H H WSk M WL M H Zeilenviec^: lokal 13Pi., wirtschaftlicheZeitfragen H m W» HM HM xZy' H HM IS B wflL tSHF 20 Pienntg. Fernipiech - Ansthliisse: H ^P b hesredakteur: A Goch, für die Redaktion 112, BmF Perantivorklick) für den Verlag n. Exvedition 51 Ä* A 'S M» *99 V < ** poliujchen Teil: Anqust ä,: ®e$ierai=2Imeiger für Gderhefsen Annahme von Anzeigen n 1 x « Xz f H V * ^GerichtsfaalK.Neu- für die Tagesnummer «oianonsoruff utto Verlag der vruhl fchen Unio.-Vuch- und Steinörnderei H. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulttratze 7. '1'c v?ta,bl und b'5 "2 TT «eschSstsstellc Büdingen. Bahnhosstratze 16a. iinb ?,u Lande, so gefördert hat. Unter dem starken Schatze der kaiserlichen Flotte umspannt der deutsche Unternehmungsgeist die Welt. Der deutsche Name ist in allen Teilen der Erde zu Ehren und Ansehen gebracht worden. Unter der weisen Führung des Kaisers und seiner Verbündeten ist die der-schc Verwaltung im Innern durch die umfassende staatliche Fürsorge für die minderbemittelten Klassen, für _ die Kranken und Invaliden ein leuchtendes Vorbild für alle Kultur st aaten geworden. Die Pflege der Wohlfahrt des Volkes in allen seinen Gliedern und Berufszweigen wird stets ein stolzes Ruhmesblatt in der Geschichte der Regierung des Kaisers sein. Zu besonderem Danke aber sind wir Seiner Majestät dafür verpflichtet, daß er die starke, ihm unterstellte Wehrmacht während seiner ganzen Regierungszeit nur im Dienste des Friedens und zum Schutze der werktätigen Arbeit des Volkes verwandt hat. Möge dem Kaiser die Forterhaltung des Friedens vergönnt sein, als schöner Lohn für seine segensreiche Regierung. Möge der Kaiser sich des Bewußtseins erfreuen dürfen, an der Spitze eines wehrhaften, aber im stolzen Gefühle seiner Kraft friedlich gesinnten einigen deutschen Volkes zu stehen. Das ist unser herzlicher Wunsch am heutigen Tage." Ein Militärstraferlatz in Sachsen. Dresden, 15. Juni. Der König hat aus Anlaß des 25jährigen Regierungsjubiläums des Kaisers alle über 5^ gehörige des sächsischen Heereskontingcnts verhängtem Disziplinarstrafen, soweit sie am 16. Juni 1913 noch nicht oder teilweise vollstrecht sind, in Gnaden erlassen, sowie befohlen, daß, auch noch eine Anzahl der von sächsischen Militärgerichten verurteilten Militärpersonen zum Gnadenakt vorgeschlagen werden sollen. Ein Gnadenerlaß des Herzogs von Sachsen.Kobnrg und Gotha. Ko bürg, 14. Juni. Das Herzogliche Staatsministc- rium ^veröffentlicht einen Gn a d e n e r l a ß, des Herzog s, nach welchem dieser anläßlich des Regierungsjubiläums des Kaisers durch Erlaß oder Milderung von Strafen in Ivei- terem Umfange Gna.de üben will. Der Gnadenerlaß betrifft Straftaten, die durch Not, Leichtsinn, Unbesonnenheit oder Verführung veranlaßt worden sind. Ein Straferlaß des Fürsten von Neuß j. L. Gera (Reuß), 14. Juni. Tie fürstliche Regierung gibt bekannt, daß Fürst Heinrich XXVII. Reuß j. L. aus Anlaß des Regierungsjubiläums des Kaisers eine Amnestie erläßt, die Gefängnisstrafen bis zu 6 Wochen, Haft und Geldstrafen einbezichen soll. Ein Kaiserkommers in Hamburg. Hamburg, 15. Juni. Aus Anlaß, des Regierungs- jubiläums des Kaisers fand ein Kaiserkommers statt, an dem etwa 2000 Mitglieder der Hamburger akademischen Kreise teilnahmen. Den Ehrenvorsitz führten die beiden Wrgermeister Dr. Schroeder und Dr. Predoehl und Senator Dr. v. Melle: ferner waren der preußische Gesandte v. Bülow, und viele Mitglieder der Bürgerschaft anwesend. Die Kaiserrede hielt Prof. Dr. Lorentzen. Der Bürgermeister brachte ein Hurra auf die deutschen Akademiker aus. In dem festlich geschmückten Saale ent- wick'elte sich sodann ein für Hamburg ungewohntes Bild frohen studentischen Treibens. An den Kaiser tvird ein Huldigungstelegramm ab gesandt. Ein Geschenk der Königin der Niederlande. Haag, 14. Juni. Die Königin wird dem Kaiser und der Kaiserin Blumenzwiebeln und Pflanzen zum Geschenk machen, die zur Anpflanzung in dem Parterre vor dem Neuen Palais und in den Gärten von Potsdam bestimmt sind. Die Teilnahme in Wien. Wien, 15. Juni. Mle Blätter widiüen Kaiser Wilhelm .die herzlichsten Glück- und Segenswünsche. Sie gedenken der Unerschütterlichen Freundschaft, welche die beiden Dvnastien Hohen- zollern und Habsburg und ihre Völker miteinander verknüpfen und heben die Bundestreue und Waffenbrüderschaft hervor, mit der der Kaiser fest zu Oesterreich-Ungarn steht. Viele Blätter bringen das Porträt des Kaisers, Artikel über seine hervorragende Persönlichkeit, seine Verhältnisse zum politischen und Wirtschaftsleben und zur Kunst und Wissenschaft. In der „Neuen Freien Presse" spricht Professor Hermann O n ck e n (Heidelbergs über Kaiser Wilhelm mit besonderer Berücksichtigung seines politischen Wirkens. An leitender Stelle des „Neuen Wiener Tagblattes" schreibt Heinrich F r i e d j u n g über den Kaiser als Politiker: ferner äußern sich Peter Rosegger über Kaiser Wilhelm als Führer, Geheimrat Ehrlich über Kaiser und Wissenschaft, Graf du Moulin und Eckard t (München'' über Kaffer und Technik. In der „Reichspost" schreibt Professor Martin Spahn (Straßburg) über den Kaiser und die deutsche Auslandspolitik. Die „Volkszeitung" huldigt dem Kaiser ganz besonders als einem Fürsten, dessen Ideal ausschließlich die Wohlfahrt des Friedens seines Volkes ist und für den der gewaltige Ausbau der Wehrmacht des Reiches nur das Mittel zur Erreichung des Friedens ist. Auf ihn bezieht das Blatt die Worte: „Den Held macht die Zeit, aber die Zeit schafft die Helden." In begeisterter Weise preisen den Kaiser die Zeitungen „Deutsches Dolksblatt" und „Ostdeutsche Rundschau" als den Führer seines Volkes, dein die Geschichte einen Ehrennamen nicht verweigern werde und dem die stammverwandten Völker -Oesterreichs mit den Deutschen im Reiche heute feiern als „Wilhelm den Deutschen". Deutsche Schiffe im Hafen von Neapel. Neapel, 14. Juni. .Heute vormittag find die deutschen Kreuzer „G o c b e n" und „S t r a fj b u r g" in den hiesigen Hafen eingelaufen. Die Offiziere werden an den Festlichkeiten der Deutschen Kolonie in Neapel zu Ehren des Regierungsjubiläums des Kaisers terlnehmen. Die Schiffe bleiben bis zum 20. Juni, zum Schluß der festlichen Veranstaltungen, die am 16. Juni beginnen werden. Der König wird morgen vormittag im Schlüsse den Konteradmiral Trüm mler und die Kommandanten der Schiffe mit ityren Adjutanten empfangen. Der Bürgermeister hat die genannten Offiziere sowie den Marineattachee der deutschen Botschaft in Rom und den deutschen Konsul eingeladen, an der morgen stattfindcnden Einweihung der Stadtbahn teilzunehmen. Deutsches Reich. Das preußische Abgeordnetenhaus hat das bisherige Präsidium wiedergewählt, nämlich den Grafen Schwerin-Löwitz zum Präsidenten, Porsch zum ersten und Krause-Königsberg zum zweiten Vizepräsidenten durch Zuruf. Ebenso wurden die Schriftführer der vorigen Session durch Zuruf wiedergewählt. Ermordung eines Deutschen in Colorado. Die Abg. Gothein und Waldstein haben im Reichstag folgende Anfrage eingebrach«.: Ist dem Herrn Reichskanzler bekannt, baß, zuverlässigen Nachrichten zufolge, am 4. Februar 1913 in Alma ,im Staate Colorado) ein D e u t s ch e r, n a m e n s Oswald Heinrichs, von Leuten, die ihm Geld schuldeten, erschossen worden ist, und daß der zuständige deutsche Konsul in Denver, aus geschehene Aufforderung hin, sich um die Sache nicht ge kümmert hat, indem er einen urkundlichen Nachweis der deutschen Staatsangehörigkeit des Getöteten verlangte? Daß er späterhin, während die gerichtliche Untersuchung des Falles schwebte, sich einem Zeitungsberichterstatter gegenüber dahm ausgesprochen hat, es liege kein Mord vor? Ist der Konsul vorn Auswärtigen Amt angewiesen, sich der Interessen der Angehörigen des angeblich Ermordeten anzunehmen und insbesondere eine Bestrafung der Schuldigen herbeizuführen? — Wir begnügen uns mit schriftlicher Antwort.___________________________ RusLauv. Di e spanisch-französischen Beziehungen. In Madrid fand am Freitag abend die grundlegende Versammlung einer „Frankreich und Spanien" betitelten Vereinigung statt, welche die geistigen, wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen beiden Ländern enger verknüpfen will. Der Versammlung wohnten Politiker aller Parteien bei. Ans Stordt nnH Gießen, 16. Juni 1913. Das Hauptproblem in der Fürsorgeerziehung. In den „Bildern aus der Steinmühle" schreibt Professor Dr. Chr. Kl um ter: Die Erziehungsformen für normale Kin der und Jugendliche in Anstalten und Familien sind bei uns seit langer Zeit in der vielfältigsten Art ausgebildet worden. Unsere Einrichtungen haben vielen anderen Ländern zum Vorbild gedient. Es kann sich hier nur um den Ausbau der vorhandenen, nickt eigentlich um neue Gründungen und Methoden handeln. Ihre eigentliche Gestaltrmg erhalten die Schwierigleiten der Fürsorgeerziehung heute durch das Zusammentreffen zweier verschiedener Entwickelungen. Durch die Fürsorgeerziehung in ihren neueren Rechtsformeu, ivie durch den starken Ausbau der Jugendfürsorge vom Strafrecht aus, der neuerdings eingesetzt hat, wird eine große Anzahl schwer zu behandelnber Elemente, besonders auch sckstoer zu behandelnder älterer Jugendlicher, erfaßt. In die öffentliche Erziehung kommen damit heute in viel größerem Maße als früher Zöglinge, die von der Norm abweichen, die besondere Schwierigkeiten für die Erziehung bieten. Gerade die Entwicklung der letzten Jahre haben dieses schwierige Material wieder besonders angehäuft, denn die Kinder und Jugendlichen werden von diesen Schutzeinrichtungen erst erfaßt, wenn sie bereits gefährdet, verwahrlost, verbreckM'isch tätig geworden sind. Ferner hat die moderne Ausgestaltung der Erziehungsanstalt der Pspchologie wie der ärztlichen Wissenschaft, besonders der Pshchia.rie eine Fülle von Einblicken in die seelische Entwicklung des .Kindes und des Jugendlichen ermöglicht, die für feine Behandlung ganz neue Wege zu eröffnen scheinen. In großer Fülle entstehen für die schwer erziehbaren Elemente aus den besitzenden Klassen Hrilerziehungsheime, ärztliche Erziehungsheime und ähnliches, die zum Teil sehr gute Erfolge haben. Einige Jahre glaubte man, daß es fich bei dem Zusammentreffen der beiden Entwicklungen nur barmtnt handle, daß die ärztliche Wissenschaft die Grenze des Normalen und Mnormen abstecke, und daß der Arzt im einzelnen die Mnormität eines Kindes oder Jugendlichen feststelle, um 'damit für seine Behandlung den entscheidenden Fingerzeig zu geben. Das war ein großer Irrtum. Mit der Feststellung, daß ein Kind abnorm sei, ist für seine Behandlung, ja ist für seine Zukunft garnichts gesagt. Es gibt abnorme Kinder und Jugendliche, die ohne besondere Schwierigkeiten sich gut entwickeln und hernach im Leben ihren Platz ordentlich ausfüllen, wie ivir ja alle wissen, daß viele ausgesprochen Geisteskranke sehr wohl im Stande sind, sich im Leben erfolgreich durchzubringen. Umgekehrt gibt es normale Kinder, die der Erziehirng die größten Schwierigkeiten entgegensetzen, ja die manchmal durchaus nicht einer selbständigen Lebensführung heranzubilden sind. Das Problem unserer Tage in der öffentlichen Erziehung geht dahin, für die vielen abnormen Zöglinge wie für schwer erziehbare Normale neue Methoden der Behandlung und ^Erziehung zu finden, und hierzu alle Mittel moberner Erziehungskunst und wissenschaftliche Forschung nutzbar zu machen. Das ist das Problem, daS gerade unserer Zeit gestellt ist und das die Fürsorge für unbemittelte Kreise zu lösen bat. Die Untersuchungen von Männern wie Mönkemöller, Cramer, Dachosser, Siefert, Hermann, Neuhaus und vieler anderen haben uns gezeigt, wie unter den Fürsorgezöglingen weit mehr als die Hälfte leichte und geringe M- normität aufzuweifen haben; ein Nachweis, den nach anfänglichem Sträuben auch die Pädagogen aus der Erfahrung hewus bestätigt haben. Dazu kommen unter den Normalen noch die vielen, die besonders schwer zu erziehen sind. Aus ihnen kann zum sehr großen Teil noch etwas brauchbares gemacht werden, viele von ihnen können noch zu ordentlichen Mitgliedern der Gesellschaft erzogen werden, nur reichen dazu die gewöhnlichen Methoden der Erziehung nicht aus. Es gilt neue Methoden der Erziehung, der Behandlung von Kindern und Jugendlichen zU entdecken und su erproben. Dieses erzieherische Problem ist die Ausgabe von Veobachtungsanstalten und Arbeitslehrkolonien: es ist das Problem der Fürsorgeerziehung unserer Tage. * ** Tageskalender. Trinker-Fürsorge st eile für Stadt und Landkreis Gießen, Wiegen Astermeg 9. Sprechstunde jeden Dienstag abend 6'/2—8 Uhr. ” Auszeichnung. Der Großherzog fmt am 10. Mai ds. Js. den Krankenpflegerinnen des Alicc-Frauen- Vereins für Krankenpflege im Großherzogtum Hessen, Oberschwester Margarethe Hafter und Schwester Anna Knaf, beide in Gießen, da? Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für Tapferkeit" am Kriegsbande verliehen. '* Steuerpersonalien. Am 11. Juni d. I. wurde der Militäranwärter Vizewachtmeister Wilhelm Weitzel aus Eifa vom 1. Juli 1913 an zum Hauptsteueramtsdiener bei dem Hauptsteueramt Offenbach ernannt. ** Güterbeamten-Verband. Der dem Hauptverband der Güterbeamten-Vereinigungori Deutschlands an°> geschlossene, dieses Jahr gegründete Verbünd der Güter-- beamten für Hessen zählt in 4 Zweigvereinen 120 Mitglieder. Der Güterbeamten-Verbaud ist keineswegs eine Kampforganisation gegen die Besitzer. Im Gegenteil! Der Verband legt besonderes Gewicht darauf, in Uebereinstim- mung mit den Besitzern und zu deren Vorteil feine Bestrebungen verwirklichen zu können. Schließlich ist das ganz selbstverständlich, da Mißtrauen zwischen Besitzern und Angestellten der Landwirtschaft nicht förderlich sein kann. Zweck des Verbandes ist die Förderung der gemeinsamen Interessen seiner Mitglieder und zählt dabei auf Hebung des Standes in sozialer und rechtlicher Beziehung, unentgeltliche Stellenvermittlung, Unterstützung der Mitglieder int Falle der Not, kostenlose Raterteilung bei Rechts streitig ketten, Belehrung und gegenseitiger Austausch praktischer Erfahrungen bei den gemeinsamen Zusammenkünften. Nachdem das An- gestelltenverficherungsgesetz unter Dach und Fach gebracht ist, strebt der Verband noch ein Angestelltenrecht an. Weiter ist er bemüh) irr die Lehrlings- und weitere Ausbildung in Theorie und Praxis, um einen Titelschutz und überhaupt um die Reinhaltung des Standes Don Elementen, die nicht hineingehören und den Ruf der regelrecht ausgebildeten Beamten sckstidigcn. ** Aus den Lichtspieltheatern. In B a k o f s Kammerlichtspielen sind gegenwärtig neben dem übrigen hübschen Programm die Aufnahmen von der Hun- dertjahrfeierdesRegimentszu sehen und erregen wie alle Darstellungen örtlicher Ereignisse natürlich lebhaftes Interesse. Die Bilder, die vorzüglich ausgefallen sind, haben alle bemerkenswerten Vorgänge festgehalten und finden in der Darstellung der historischen Kompagnie, dem prunkvollsten Teile des Festes, ihren Höhepunkt. Durch die Wiedergabe im Film ist nun auch denen, die wegen des starken Andranges bei dem Exerzieren nichts oder nur wenig gesehen haben, die Gelegenheit geboten, sich in aller Ruhe an dem eindrucksvollen Schauspiel zu ergötzen r— Auf der Li chtbühne in der Bahnhofstraße ist Cleopatra im Film das Ereiguis des Tages, und man muß gestehen, daß das Mögliche getan ist, um ein eindrucksvolles Bild jener großen Zeit zu vermitteln, da das römische Weltreich in seiner höchsten Blüte stand. Reizvolle Bilder und malerische Szenerien wetteifern mit der Ueberlegtheit der Darstellung, für die ganz ungewöhnliche Aufwendungen gemacht worden sind, so daß tatsächlich ein sehr sehenswerter Film entstanden ist, wenn laud) mancherlei nicht sofort verständlich erscheint. Tas Spiel der Harchtdarsteller sowohl als der Nebenrollen läßt nichts zu wünschen übrig, und die aufgewendete Pracht ist ebenso ergötzlich durch ihre Vielheil' als durch den guten Geschmack, der sich darin ausspricht. Jedenfalls gehört der Film Cleopatra zu den besten seiner Art. Auch das übrige Programm ist sehr sehenswert. ** Fliege r in Gießen. Leutnant Koch von der Fliegerstation Darmstadt, der int Flugzeug zur Hundertjahrfeier des Regiments hierher gekommen war, ist am Samstag abend ’ßs/i Uhr zur Rückfahrt aufgestiegen und um 8 Uhr in Darmstadt gelandet. Landkreis Gießen. O Heuchelheim, 15. Juni. Bezirksturnfest. Das 25jährige Stiftungsfest des Turnvereins in Verbindung mit dem Bezirksturnfest des Bezirks Gießen fand heute mit dem Zöglingsturnen seinen Abschluß. Der Haitptfeier ging Samstag abend das eigentliche Stiftungsfest voraus. Lehrer Schmidt wies auf Jahns Wirken vor 100 Jahren hin und überreichte den 18 Gründern des Vereins Ehrenurkunden. Am Hauptfesttage bewegte sich ein stattlicher Festzug durch das Dorf, bei dem auch zwei Prunkwagen vertreten waren. Der eine stellte eine Huldigung Jahns dar, den anderen hatte die Metzgervereinigung ausgestattet. Tie Feftrede hielt Bürgermeister Kreiling. Fräulein Jung überreichte im Lluf- trage der Festjungfrauen eine Fahnenschleife: namens des Gaues sprach der 1. 'Gauvertreter Metzler- Marbtrrg. Unter Leitung des Turnwarts Schmidt führten 64 Mädck)en einen Reigen auf, der lebhaften Beifall fand. Auch die hiesigen Gesangvereine wirkten zur Verschönerung des Festes mit. (Die Siegerliste veröffentlichen wir morgen.) K. Großen-Buseck, 15. Juni. (Gesangwettstreit.) Großen-Buseck prangte heute zur Feier des goldenen Jubelfestes des Gesangvereins „Germania" im schönsten Festschmuck. Etwa 40 Brudervereinc hatten sich eingefunden: an deut Gesangwettstreit beteiligten sich 12 Gesangvereine. Das Fest wurde am Samstag abend durch einen Fackelzug ein» geleitet. Ter Vorsitzende übergab auf dem Fcstplatze Ehrenurkunden an die ehemaligen Gründer des Vereins: Chr. Stephan VII., Hch. Mootz II., K. Siegfried, Chr. Wagner XV., Joh. Schaf, Hch. Konstanz, Hch. Pfeiffer IV., Hch. Hof, Phil. Gans, Phil. Wagner, Christian Arnold, Fr. Hahn, Ludw. Wagner II., Chr. Krämer, Will;. Schmidt III., Hch. Wagner XII., Hch. Wagner L, Jos. Güngerich, Chr. Pfeiffer II. und Phil. Nickolai. Das P r e i s s i n g e n in der „Germania" begann um 10 Uhr. Preise hatten gestiftet: Freiherr Ludwig von Nordeck zur Rabenau, die Gemeinde, der Bürgermeister, Oberrealschuldirektor Dr. Pitz-Alsfeld und die hiesigen Vereine. Der F e st z u g umfaßte rund 50 Abteilungen. Bürgermeister Schwalb gedachte in seiner Begrüßungsrede des Regierungs-Jubiläums des Kaisers und schloß mit dem Hoch auf Kaiser und Großherzog. Fräulein Harbach überreichte namens der Frauen und Jungfrauen eine prachtvolle Fahnenschleife, für die Präsident Henz dankte. Pfarr. amtskandidat Barth feierte das deutsche Lied in seiner Festrede Zehrer Buß-Leihgestern überbrachte die Glückwünsche des Mitteldeutschen Sängerverbands und Lahn-Wetterau-Sängerbundes. An das Begrüßungslied des Jubelvereins schlossen sich die Gcsangs- vorträge der Gastvereine. Mit cinbrechender Dunkelheit stellte der Turnverein bei Abbrennen eines Fe ucr Werks Pyramiden. Aus Anlaß des Festes hatten Lehrer Neumann und Sänger Phil. Henß ein Festbuch verfaßt. Das Ergebnis des Gesangs- Wettstreites ist folgendes: A. Klassen singen: Klasse AI: 1. Preis Liederkranz-Leihgestern mit 25.1 Punkten, 2. Pr. Sänger- kranz-Grünberg mit 235P.; Klasse All: 1. Pr- Liederzweig Nied a. M. mit 234 P., 2. Pr. Heiterkeit-Annerod mit 218 P., 3. Liederkranz Windecken mit 206 P.; Klasse AIII: 1 Pr. Eintracht Butzbach mit 205 P., 2. Pr. Liederblüte Garbenteich mit 197 P., 3. Harmonie Reiskirchen mit 193 P.; Klasse BI: 1. Pr. Germania Burkhardsfelden mit 213 P., 2. Männergefang- berein Homberg a. d. Ohm mit 200 P.: Kla s s c B II: 1. Pr. Konkordia Rödgen mit 219 P., 2. Germania Wißmar mit 189 P. B. I m Ehrenpreissingen blieben Sieger: Klasse IA: Liederkranz-Leihgestern mit 114 P., Klasse IIA: Sieber; toeig Nied a. M. mit 120 P., Klasse IIIA: Eintracht Birtzbach mit 205 P. Klasse IB: Germania Burkhardsselden 108 P., KlasseIIB: Konkordia Rödgen mit 100 P. 0. Hauptehrenpreissingen: Sieger blieb mit 120 P. Liederzweig Nied. i. Steinberg, 15. Juni. Das heutige 25. Stiftungsfest des Gesangvereins Jugendfreund war mit einem nationalen Gesangswettstrett verbunden, zu hem zaHlreiche Ehrenpreise gestiftet waren, u. a. vom Grafen Wilhelm zu Laukurch, vom Fürsten zu Lich und von Geh. Kommerzienrat Wilhelm Gml. Ter Feier ging gestern abend ein Festkommers voraus. Haute vormittag 10 Ühr begann das Preissingen in drei Klassen, daran schloß sich das Wettsingen in der „Krone"'. Umi 2 Uhr bewegt» sich ein F e st z u g von 34 Abteilungen nach dem Festpbatz. Tie Festrede des Präsidenten Karl Hirz III. endete ntit einem Hoch auf das deutsche Lied. Fräulein Eisf iiberreichte im Aüftran der Jungfrauen eine Fahnenschleife. Nach dem Tank des Bvrfthen- den Karl Philipp II. erfolgte die Uebergabe von Ehrentafeln an die noch lebenden 12 Gründer des Vereins: Balkh. Meidt, Jock Harnisch, Jak. Jung, Balth. Bruchel, Jak. Hauser X., Georg Häuser IV., Jak. Sommer IV., Karl Sommer I., Joh. Sontmer VIII., Gg. Schmandt VI., Gg. Schneider, I. Schneidmüller und Jak. Karl Schmandt. Die Preisverteilung, die um 7 Uhr vor genommen wurde, hatte folgendes ^Ergekaris: Klasse 1: 1. Preis mit 260 Punkten Eintracht-Leihgestern; 2. Preis mit 250 Punkten Orpheus-Geiß-Nidda. Klasse II: 1. Preis mit 235 Punkten Sängerkranz Nidda : 2. Preis ntit 232 Pkl. Mannergesangverein Lützellinden: 3. Preis mit 226 Pkt. Männerchvr Ober- unb Nieder-Rosbach. Klasse III: 1. Preis mit 209 Pkt. Männer- gefangnerem Rödgen: 2. Preis mit 207 Pkt. Konkordia Wieftck: 3. Preis mit 186 Pkt. Eintracht Nieder-Ohmen. Im Ehrenpreis singen blieben Sieger: Klasse I: mit 125 Pkt. ^Eintracht Leihgestern: Klasse II: mit 119 Pkt. Männerge sang verein Lützellinden: Klasse III: mit 116 Pkt. Männergesangverein Rödgen. Den Hauptehrenpreis, einen silbernen Lorbeerkranz, errang mit 125 Pukten Gesangverein Eintracht Leihgestern. Das Festbüch war von Lehrer Bender verfaßt. Ter Verein stehl unter der Leitung des Dirigenten Harnisch-Steinberg, dessen Kapelle auch die Festmusik stellte. Kreis Lauterbach. Lauterbach, 15. Juni. Der Verein Hess. Geometer 2. Klasse hielt heute in unserer Stadt seine Frurn jahrsversammlung ab, mit der gleichzeitig die Feier des 2o- 'ädrigen Regierungs-Jubiläums des Kaisers verbunden war. Den beiden vereinigten Ortsgruppe Alsfeld-Lauterbach hatte es viel Mühe gekostet, bis sie auf der letzten Herbstvcrsammlung m Frankfurt a. M. es zu Wege brachten, eine Frültzahrsver- lammlung, die mehr dem geselligen Vergnügen als geschästlrmer Natur gcnndmct ist, in den Vogelsberg zu perkgen. Zur w -Lolla errang bei be: tunbenen Taue Wen den & Hinsicht auf bei ll Jrankfur ' inebberg in et Wfiungen verübt, jQ^ren Geicingnis th Der Krobher, )er Technischen H glichen Gelegen ilmtstrachl ai jl! Ät euschrccken«iges ausgestellt, während die In- 'bkten noch im Hüpsüadrum sich befinden, Hierauf werden, im rechten Winkel zum Scknrrn, Gruben gegraben, sechs Fuß lang, i Fuß breit, 3 Thifc tief, in ungefähr 40 Meter Abstand. die Insekten vergebens versucht haben, über den Sklnrm zu rriechen, dessen Wackstuchkante ilmen keinen .Halt bietet, wenden ne sich nach links und rechts imb fallen in die Gräben, deren oberer band mit 9 Zoll breüen Zinkstr ei feit verüben ist. Des Zinkes ^bgen können sie nicht aus den Gräben bcrauskvmmen und werden allmählich lebendig begraben. Im Jahr 1883 wurden auf diese Weite 200 000 Millionen (!) Heuschrecken vernichtet. Infolge denen ist die Heuschreckensrage in Cvvern eine ganz nebensächliche 9?*oc.rtien .. den letzten Jahren Int man übrigens auch die ludairilanische Methode der Grasvergiftung in Anwendung gebracht. Vollfleischige Schweine oonSO-100 kg Lebendgewicht Vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht Dollfleischige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht Vollfleischige Schweine von 120—150 kg Lebendgewicht Ans Marokko. Paris, 16. Juni. Nach einer Meldung des Kommandanten von Melilla wurde der im T a z a g e b i e t zum Sultan ausgerufene Schcrif S ch e n g i t t i auch von mehreren Stämmen der spanischen Zone als Sultan anerkannt. Elf Arbeiter verschüttet! New York, 16. Juni. In der Nacht wurden beim Neubau der New Lexington Avenue in einem Tunnel mehrere Arbeiter — man spricht von 11 — verschüttet. Sechs Leichen sind geborgen. Man ist eifrig beschäftigt, >ie Schuttmaffen zu beseitigen, um die übrigen Leichen zu inden. Lnftschiffahrt. W arsch a u, 15. Juni. Der französische Flieger Brin betone, der den kühnen Flug Paris—Warschau ausgefuhrt hat, ist heute früh 5.25 Uhr Petersburger Zett aufgestiegen, um über tovobno, Wilna und Twinsk nach Petersburg zu fliegen. Das Wetter ist schön. Loudon, 14. Juni. Ter Flieger Gordon Bell stieß beim Landen in der Nähe von Brookland so heftig auf, daß er schwer verletzt wurde. Sein Passagier, der Leutnant Klennedy, wurde getötet. Lissabon, 14. Juni. Bei einem Flugwettbewerb stürzte der Flieger Manie bei Sacavam in der Nähe von Lissabon aus einer Höhe von 300 Metern ab und wurde getötet. Märkte. fc. Frankfurt a.M. Viehhos-Marktbericht vom 16. Juni Auftrieb: Rinder 1239, darunter Ochsen 484, Bullen 54, Kühe und Färsen 701, Kälber 458, Schafe 113, Schweine 2055. Tendenz: Rinder flott, Kälber gedrückt, Schafe rubig, Schweine Amtlicher Wetterbericht. Oesfentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen für Dienstag, den 17. Juni 1913: Vorwiegend heiter und trocken, warm, Gewitterneigung. U«iverfität5«nad>rid>tettt Der Großherzog von Baden hat den ordentlichen Professoren der Technischen Hochschule zu Karlsruhe das Recht verliehen, bei lestlichen Gelegenheiten eine aus Talar und Barett bestehende A m t s t r a ch t anzulegen. vermischtes. , * Großfeuer. Aus Billingen wird gemeldet: Durch nn Großfeuer wurde der Stiftskeller zerstört. Ter Schaden beläuft sich auf 100000 Mark. Zahlreiche wertvolle Altertümer sind verbrannt. * Vatermord. Aus München wird gemeldet: Ms der vraktische Arzt und Assistent des Krankenhauses in Paderborn, Tr. Hans Vogel, seine Eltern in München besiuhte, um sein Erbteil zu reklamieren, erschoß er seinen 70jährigen ins Zimmer tretenden Vater. Man nimmt an, daß Vogel die Tat im Irrsinn begangen hat. * Bon einem Marmorblock zerschmettert. Aus Hamburg wird gemeldet: Beim Ausladen von Marmvrblöckcn aus den, Dampfer „Reva" zerriß heute mittag die Kette des Krans. Durch den herabstürzenden großen Block wurden sechs Arbettcr getroffen, von denen zwei auf der Stelle getötet wurden. Die anderen vier wurden lebensgefährlich verletzt. kf. „W a r m e* und „kalte- Kleider. In diesen Tagen der sommerlichen Hiße zieht >nan sich selbstverständlich „feilte* Kleidung an, und ebenso versteht eß sich von selbst, daß man im kalten Winter zu „warmer* Kleidung greift. Die Kleidungsstücke an sich sind aber iveder warm noch kalt, sondern es beruht auf ihrer Zusammensetzung und anderen Umständen, daß wir sie mit Recht so nennen dürfen. Webeart, Luftgehalt, Art der Lust- verteilung, Zahl und Anordnung der Stühfasern svielen eine bedeutende Rolle, ebenso die Saugfähigkeit und die Lnftdurchlässigkeit, und darauf beruht es im allgemeinen, daß Seide oder Leinen als „kalt", Pelz oder Wolle als „warm* bezeichnet werden. Ein Mitarbeiter deS „Tertil World Record* macht hierüber nähere Mit- teilungen. Seiner Ansicht nach spielt die Wärme-Leitfähigkeit deS Kleidungsstückes die Hauptrolle. Durch das bloße Gefühl kann man seststellen, daß Wolle sich wärmer angreift als Baumwolle, Leinen oder Seide. Je dichter die Fasern gewebt sind, desto besser leiten sie die Wärme, während bei lockerer Faserverteilung die Kette der Atome, die die Wärmeleitung aussühren, auch lockerer ist. Lust ist em schlechter Wärnielestcr, besonders wenn sie trocken ist, und daher ist Pelz und lockerer Wollstoff wegen der anhaftenden Lust ein schlechter Wärmeleiter, der als Kleidungsstück „warm" erscheint. Baumwolle, Leinen und Seide sind in dieser Reihenfolge immer bessere Wärmeleiter und daher auch immer „foltere* Kleiderstoffe*. Au die zweite Stelle stellt der Amerikaner den Wärmeoerlust durch Zwischenräume, und hebt ganz richtig hervor, daß der Wärmeverlust verschieden ist, je nachdem man aufrecht steht oder wage- recht liegt, weil in einem Falle der aufsteigende Luftstrom einen viel längeren Weg ziwücklegt als im anderen, und demnach die Körperwärme schneller oder langsamer an die Umgebung abgegeben wird. Hierauf beruht e5 z. B., daß uns in einem sonst „warmen* Kleidungsstück kalt wird, sobald wir uns hinlegen. Em drstter Faktor ist die Berdan'pfung. Verdampfende Feuchtigkeit entzieht dem Körper Wärme, und daher ist ein Kleidungsstück auch „warm oder fnU", je nachdem es die Verdampfung begünstigt oder nicht. Allein dies hangt nicht von dem Stoff allein ab, sondern auch von der Umgebung, ob die Lust warm oder falt, ob sie feucht oder trocken^ ist. Es versteht sich von selbst, daß diese drei hier getrennt ausgeführten Faktoren gleichzeitig tätig sind, und auf ihrem Zusammenwirken, wobei noch andere Umstände mitsprechen können, beruht es, daß Kleider „warm" oder „kalt* sind. fl. Frankfurt a. M., 15. Juni. Der Mechaniker W. M. aus Fiedberg in Oberhefsen, der an einem jungen Manne Er- preffungeii verübt, wurde von der hiesigen Strafkammer mit zwei Jahren Gefängnis bestraft. vüchettisch. — Was das Leben zerbricht. Ein Büch von Ernst Zahn. Geheftet M. 3.50, gebunden M. 4.50. (Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt.) Auf einen ernsten Grundton, den schon der Titel anNingen läßt, fmb die in Ernst Zahns neuem Buch vereinigten Novellen, tieinen Erzählungen und Skizzen gesttmmt. Bald ist das „Zerbrechen" eines feinen und zarten seelischen Besitzes nur mit leisen Gesten imb verhaltenen Worten angedeutet (wie in „Rosen" und ,/§ine Partte Mllard"), bald bewegt sich die Handlung im weiteren Rahmen eines freundlichen Idhlls, auf das die Resignation einen leisen Schatten fallen läßt („Der Wttwer", „Das Zögern", „Der Tag der Perpetua^, bald ist das Problem in tiefer, wenn auch selten stark nach außen hervortretender Tragik gefaßt und kündet von der Unrettbarleit eines verlorenen Menschen („Der Mondstrahl"), von der Unvereinbarkeit gegensätzlicher Lebensauffassung und Gesellschaftsschichten („Der andere Weg", „Die füllen Gewalten"), von der unerbittlichen Folgerichtigkeit, mit der menschliche Schuld aus kleinen Anfängen wächst und sich mehrt („Das Leben der Salome Zeller"). Am fteiesten und stärksten entfaltet sich wohl des Dichters ernste und zwingende Kunst in den beiden umfangreichsten Erzählungen des Buches, „Die stillen Gewalten" und „Tas Leben der Salome Zeller". MaKenversand .austring" Lanolinseife, weil ne bei hervorragender Qualität nur 95 Psg. das Paket ä. 5 Stück kostet. Einzetstück 20 Pfg. Ochse rt. Dollfleischige, ansgemästete, höchsten Schlacht- wertes, 4—7 Jahre alt die noch nicht gezogen haben (ungejochte) . . Junge fleischige, nicht ausgemästete und altere ausgemästete Bullen. Dollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtw. Dollfleischige, jüngere Färsen, Kühe. Dollfleischige ausgem. Färsen höchst. Schlachtw Vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlach- wertes bis zu 7 Jahren wenig gut entwickelte Färsen ältere ausgemästete Kühe Mäßig genährte Kühe und Färsen Gering genährte Kühe und Färsen Kälber. Mittlere Mast- und beste Saugkälber. . . . Geringere Mast- und gute Saugkälber . . . Schafe. Stallmastschafe: Mastlämmer und jüngere Masthammel. . . Schweine. Sport. Paris, 15. Juni. Im internationalen Tennis-Turnier sanden heute die ersten Spiele statt. Tie Weltmeisterschast im Einzelspiel errang der Australier Wilding gegen den Franzosen Cobert; im Herren-Doppelspiel siegten die Deutsch en v. Bissing und Robert Kleinschrotb gegen den Deutschen Froitzheim und den Australier Wilding. Im Tamen-Einzesipiel errang die Deutsche Fräulein Rieck die Weltmeisterschaft gegen die Französin BroquedeS. t. Preis Hinkt? -Ms - SZ-SZ x« .f. stitrJJ'je, 4 1 Msturnfest. ^zirks ^hinten) einen M- oenb ba§ eigentlich« * den 18 Griin- n Äcmptzesttage be- ur$ bas Dors, bei wwen. Tn eine -anderen hatte die strebe hielt Bürger- ube.rreichte im Auf- Mfe: namens des -realer-Marburg führten 64 Mädchen fand. ■ Auch die hie- tönerung des Festes >vir morgen.) csangmettstreiti goldenen Jubel- nania" im schönsten i sich eingeiunben; an ich 12 Gcsangvneiiu. Ü einen Fackelzug ein- n Festplatze Ehren r des Benins: Ebr. ed, Ehr. Wagner XV., IV., M Hof, Phil. ; Fr. Hahn, Ludio. II., Hch. Vagncr XII., Geister II. und Phil Germania" begann um .uitoig von Ibnbeä air r, Oberrealichuldirestsi . Der Festzug inner Schwalb gtbctb FiMÄrms des ffauer- Grosthcrzog. Frick' und Jungfram- H en z dankte F' tieb in feiner M ilückwünsche tslMl rau-Sängeck^^ Kn EL nber TÄibvl Mk ilcunronn nvd Ta^ Ergebnis Wj’. Hfl en: § la ist »'■ Jtcn, 2. frjSJg’ Klane ol 9 Männergeiang^ “ nA- Liederrwelg rtracht«^L Kauptehlen- lebetitDdfl 25. A»E°!mA FEtz - j, tnrf rrnem Heues von der Heuschreckenplage. Tie Landwirtschaftsabteilimg der südafrikanischen Regierung erklärte vor kurzem, daß die Heuschreckenplage fortan als über- wunden betrachtet werden könne. Sonderbarerweise gibt es in Südafrika Leute, die sich keineswegs über btc Naclwicht freuen — es sind dies noch einige der echten, alten, gottesfürchtigen Buren, die glauben, daß die Vernichttmg der Heuschrecken ein Sich-auflehnen gegen den Willen Gottes sei, der die Plage den Menschen fände. Als die Regierung vor Jahren eine Umfrage veranstaltet hatte, machte sich diese Gruppe abergläubischer Buren mit ihrem Protest gegen Maßregeln zur Vertilgung der Insekten sehr bemerkbar. Ein Heuschreckenschwarm ist für den, der ihm begegnet, eine sehr unangenehme Sache. Die £irft ist von ihnen augefullt, der Boden wie ein Teppich damit bedeckt — und der Äestank toter Heuschrecken ist mit Feinem andern zu vergleichen. VTanche Marschkolonne im Burenkrieg wurde durch solch einen -schwärm aufgehalten. . Tie Vertilgungsmethode, bte man in Südafrika hauptsächlich anwendet, ist das Vergiften des Grases, in dem sich die hüpsciwc) Heuschrecke bewegt, durch eine arsenhaltige Zuckerloflmg, mit der man es benetzt. . „ Die früheren Methoden |ic zu bekampsen, waren ort originell, heilige Bilder wurden ihnen entgegengerragcn: leider verlor 1411 bei einer solchen Gelegenheit ein Mönch, der den schwärm verfluchte, das Leben, denn er nmrde von der Menge der Insekten einfach erstickt Spater hört man von roten und schwarzen Vögeln, die wie die Starenschwärme flogen und durch ihren fvewim und ihren Flug die Insekten vermchteten. Noch spater, 1028, bat der Erzbischof um den Kopf St. Michaels, eines Märtyrers, damit er die Plage vertreibe. 3 . Erst die englische Regierung hatte mit etwas moderneren, Methoden den rechten Erfolg. .Im Jahre 1881 zerstörte |te 1305 um ein Eln-babnanbtu^ AtbnÄ« ack, her N'lste cl Letzte Nnctzrictzten. AuSzeichuungen und Kaiserliche Erlaffc. Berlin, 16. Juni. Eine Sonderausgabe des „Reicl)s- anzeigers" veröffentlicht eine große Reihe Gnaden- e^rlasse uird Auszeichnungen, zunächst drei umfassende Straferlasse fiir Zivilpersonen, für '2hujcl>örigc des Heeres und der Meuckne, ferner die llcbernahme des Protektorats des K Yf f häuse r b u n d es der deu t sch e ti Landeskriegerverbände durch den Kaiser, drittens einen Erlaß detr. Schaffung ciner einheitlicheu Orgatii- sation zur Pflege der s ch u l e n t la f s c ue tt In- g e n d ^viertens die Verteilung eines. Gnade nAescheukS non je 50 Mark an 600 K r i c g s te i 1 n e h m e r. Unter den Robilitierten befinden sich Walter vom Rath, der Vizepräsident des Abgeordnetenhaitses Krause, der Schriftsteller Josef Laufs, die Generäle Gallwitz, Mudra, Oberstabsarzt Dr. Riedner, die Admirale Thomsen, Cörper, Pohl, Lans, K'arpf. Unter den ins 5)errenhaus Berufenen befindet sich Geh. Kvmm.-Rat Arnhold, Reichsbmikpräsident Hao en st ein und Franz v. Mendelssohn. ♦ Der „Vorwärts" und das Kaiserjubiläum. Berlin, 16. Juni. Der „Vorwärts" bringt heute einen Leitartikel unter der Ueberschrift „Wir und Wilhelm". Darin heißt es am Anfang: „Wir feiern nicht mit, wir stehen achselzuckend bei Seite." Nachdem bann eingehend des Kaisers Stellung zur Sozialdemokratie vom Standpunkt des „Vorwärts" behandelt worden ist, heißt es am Schluß: „Darum feiern wir dankbaren Herzens doch mit „Viele, viele vorübergehende Erscheinungen" grüßen den Träger mit dem Rufe „Es lebe die Republik!" * Die Fortdauer der Spannung. Belgrad, 15. Juni. Rach einer Meldung aus 95r an ja besetzten bulgarische Truppen eine an der serbisch-bulgarischen Grenze gelegene Stellung bei Mo - sulja. 23 e i grab, 15. Juni. In den letzten Tagen berief die in Sofia eine größere Anzahl serbischer Staatsbürger, zumeist Gewerbetreibende, und forderte sie auf, Sofia sofort zu verlassen. Einige wurden sogar in das innere Bulgariens verwiesen. In Verbindurrg damit standi auch die polizeiliche Bewachung der serbischen Gesandtschaft in Sofia. Polizei-organe hielten die serbischen Staatsbürger an, die aus der Gesandtschaft kamen, und befragten sie, was sie in der Gesandtschaft taten und sprachen. Außerdem wurde der Offiziersbursche des Ntilitärattachss K' a f t o w i t s cl; einem Verhör unterzogen, hierauf der Diener des serbischen Gesandten Spalajko- witsch, den man unter einem Vorwand — er trug Zeichnungen des Bruders des serbischen Gesandten aus dessen Atelier in die Gesandtschaft — nach der Präfektur brachte. Infolgedessen wandte sich der serbische Gesandte Spalajko- witsch an den bulgarischen Minister des Aeußern und legte Verwahrung gegen ein solches rücksichtsloses Verfahren der hauptstädtischen Polizei ein. Daraufhin erschien auf der Gesandtschaft der Ehef der Geheimpolizei, um sich wegen des Falles mit den beiden Dienern zu entschuldigen und die ErNärung abzugeben, daß künftig derartige unliebsame Vorfälle nicht wieder vorkommen. Sofia, 16. Juni. Infolge der von den griechischen Behörden vorgenommenen Ma ss en v er ha f t u n g cn von Bulg^aren hat die Regierung ihren Botschafter in Athen angewiesen, energischen Prötest zu erheben. ♦ Zwei Soldaten tödlich verunglückt. S t r a ß.b u r g, 16. Juni. Zwei Soldaten namens R o ft und Lorenz vom 105. Inf.-Regt, versuchten, eine Granate, die sie gefunden hatten und 'für leer hielten, zu öffnen, als eine Explosion erfolgte. Beide wurden so schwer verletzt, daß sie bald darnach ihren Verletzungen erlagen. Äe stammen beide aus Sachsen. * Ein erfolgreicher Sportsmann. Berlin, 16. Juni. Eine in der Geschichte des Pferdesportes groß dastehende Leistung ist gestern dem bekannten Herrenretter Leutnant v. Eg an-Krieg er gelungen. Er war für den Nachmittag auf der Grünewald er Rennbahn bei Berlin im Preis von Leipzig als Starter gemeldet, hatte aber vorher noch einen Ritt eines Wettrennens in Magdeburg übernommen. Nachdem er dieses Rennen gewonnen hatte, stieg er um 3.40 Uhr in einem von Leutnant Stoll gesteuerten Jeannin-Eindecket auf und landete um 5.15 Uhr auf der Gruuewalder Rennbahn. Unter dem türmischeu Beifall der Zuschauer ging Egan-Kriegers „Dragoner" als Sieger durchs Ziel. Leutnant v. Eg'an-Krieger chuf damit einen Rekord eines doppelten Sieges in zwei verschiedenen Rennen am gleichen Tage. Seinem Regimentskommmideur, dem Kronprinzen, wurde von dem Vorfall telegraphisch Mitteilung gemacht. ♦ Erdbeben. Sofia, 16 Ium. Gestern mittag wurde in Grabowo ein heftiger Erdstoß verspürt. Der Schaden ist bedeutend, verletzt wurden nur einige Personen ganz leicht. In Tirnowo wurden einige Personen getötet. Auch ans anderen Städten werden heftige Erdstöße gemeldet. Auch heute früh wurden noch Erschüttemngen wahrgenommen. ffrüfiung bet schon am Samstag zahlreich eingetroffenen Mitglieder fand am Abend im Saalbau zum Johannesberg ein gut besuchter Kommers statt, zu dem auch viele Lauterbacher Einwohner geladen, waren. Der 1. Vorsitzende der Ortsgruppe, Kemps, begrüßte die auch von vielen Damen besuchte Ver sarnmlung und gedachte dann in seiner Festrede der Jubiläumsfeier des Kaisers. Arn Sonntag vrrnrittag wurde der geschäftliche Teil erledigt, und nack? dem Mittaqsrnal.l wurde ein Ausflug nach Schloß Eisenbach unternommen. Eine humorvolle Fest Leitung, die die Ortsgruppe licrausgegeben hatte, sand allerseits Anerkennung. Kreis Schotten. ^Schotten, 15. Juni. Mehrere Zweigvereine des Vogelsberger Höhenklubs gaben sich hier ein Stelldichein, darunter Darmstadt, Ulrichstein, HoherodSkops und Schotten, um die von dein Zweigverein Darmstadt gestiftete Schutzhü-tte aus dem Bilstein einzuweihen. Gleichzeitig veranstalteten sie eine kleine Feier zum RegierungS- jubilanm deS Kaisers. Kreis Friedberg. = Wö rse-rsheim, 15. Juni. 23 Orte sind jetzt an die elektrische Krastzerttrale für Oberhefsen angeschlossen, und fortgesetzt werden weitere Ortsnetze ausgebaut So konnten inefer Tage wieder die Orte Lrmgen, Trais-Dor- loff, Salzhausen, Gambach, Nieder-Wöllstadt und Nieder- Rosbach anaegliedcrt werden. = Ost heim bei Butzbach, 15. Juni. Nachdem das unter Denkmalschutz stehende altehrwürdige Rathaus vollständig wiederhergestellt worden ist, soll jetzt auch die Erneuerung der Dorfkirche erfolgen, die ebenfalls ein beachtenswertes altertümliches Bauwerk ist. Die Kosten sind auf 10000 Mk. veranschlagt. Hessen-Nassau. tv. Frankfurt (Main), 14. Juni. Ein Elektrotechniker aus Offenbach (Nassau) wollte gestern nachmtttag 31/2 Uhr in Niederwöllstadt an der Neuanlage der elektrischen Leitung einen Draht spannen. Hierbei ivurde er vor einem elektrischen Schlage getroffen, so daß er sofort t'vt zu Boden sank. Der Unfall ist durch un- vorsichttges Einschalten eines trüberen Monteurs herbeigeführt worden. Er flüchtete sofort auf feinem Rade und wurde durch einen Niederwöllstadter Einwohner mit einem Rade verfolgt. Die Leiche des Verunglückten wurde nach Erscheinen der Ortspolizei zum Niederwöllstädter Leichen- bmifc verbracht. Hierzu wird uns von dem Bureau der Siemens-Schuckertwerke geschrieben: Arn 13. d. Mts. wollte sich der aus Offenbach bei Herborn stammende Monteur Klingelhöfer an einem Mast des in Betrieb befindlichen elektrischen Leitungsnetzes in Nieder-Wöllstadt anseilen, um trotz eines unmittelbar vorher ihm bon dem bauleitenden Ingenieur erteilten Verbotes Hausanschluhleitungen aus- zusühren. Dabei wurde er offenbar unsicher und suchte Halt an zwei Drähten, die 220 Volt Spannung gegeneinander hatten. Nach vergeblichen Versuchen, von diesen Drahten losznkommen, sttirzte er schließlich ermattet ab und fiel so unglücklich auf das Pflaster, daß der Tod sofort eintrat. vereinrnachrichte». — Lollar, 16. Juni. Der hiesige Radsahrer-Verein 1895 errang bei der gestern miläßlich des Feste? in Krofdorf ftattge- fundenen Dauerfahrt mit 32 Mann den ersten, sowie im Korso- lahren den Ehrenvreis, ein Beweis, daß der Verein in jeder Hinsicht auf der Höhe ist. Ja ™ H a b M B Ba 3 u. Färberei Hugo Luckner (Inh. Gehr.Rover), Leipzig j Färberei Gebr. Rover, 6ieÜeo^MMLR chemische Waschanstalten Chem. Reinigen u. Färben v. Damen-, Herren-u. Kindergarderobe, Vorhängen, Decken,Teppichen, Portieren, Fellen, Spitzen, Federn, Reihern, Kindermützen, Handschuhen etc. -I Zirka 1000 Angestellte Giessen, Marktplatz 10 Giessen Direktion: Hermann Steingoetter. Dienstag, den 17. Juni 191.3, abends 8 Ehr: Erstes öpes"®Oen-Gastspie8 des Grossherzoglich. 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Ian9e, gluck für sein ,d,en und lönigl !c,Cn Gefühlen 81,1 m!r rufen: ( er lc le. geordneten ?ein- Sarai W aus.) W fe. j/U.Vpe ' »le «dteÄ1 B»! NÄS ?** I 225U qeni| o '^rnfef err;i * der B Sit|d)riiflK Mi B-r' • den 7n„r der