Nr 13 Eichener Anzeiger Erscherm tSglich mü Ausnahme be9 GonntagL. General-Anzeiger für Oberheffen Uhr eine ähnliche Donnerstag, 1(5. Januar 1913 Reichsamt seien 3 u Aktion, Er beweist 163. Iahr^anft buch und Arber Fall Punkten, bie Arbciferverhälf niste in ber Binnenschiffahrt, in ber Hausindustrie, in ben Waschanstalten, bann mit ber Nachtarbeit in ben Backereien unb ber SonntaflSruhe im Handelsgewerbe. Diese Unfruchtbarkeit zeifte sich vor allem barin, bas; bie Zahl ber Verordnungen, bie ber Bunbesrat auf Grund beS § 104e ber G.-O. erlassen kann, in ber letzten Zeit sehr gering, baß im letzten Jahre überhaupt keine solche Verorbnung ergangen ist. Bezüglich ber Binnenschiffahrt erscheint, wie ich im Vorjahre schon gesagt habe, cs zweckmäßiger, nicht eine generelle Regelung für alle Stromgebiete zu treffen, sondern ström- gebietsweise porzugehcn. Hierüber haben Verhandlungen mit den betreffendem Bundesregierungen stattgefunden. Auf Grund diese- daß ein e i n s e h c n baut Abg. Fi'cher die Darstellung auf, daß das des Innern und die Reichörcgierung unfähig einer selbständigen sozialpolitischen sondern abhängig von der preußischen Regierung, unsere Unfruchtbarkeit mit einigen fünf bis sechs Die „Lietzener Lamtlienbliitter" werden dem .Anzeiger' otermal wöchentlich betgelegl das „Kreisblati für den Kreis Gießen' «roeirnai rvöchentlich. Die ..Lanvwirtichastltcden dctt» fragen" erscheinen monatlich »wennal. entgegenzuhalten, daß unsere Industrie, unsere Handwerks- Handelskammern fast einmütig einen verstärkten Schutz der beitswilligen fordern. Der Staatssekretär kann sich aus Lektüre ihrer Berichte besser informieren, als es bisher der Geschäftsordnung des Reichstags läßt es nicht zu, Kundgebung hier herbeizuführen. Aber man muß es aussprechen, Mann, der so auftritt, wohl selb st tRotanonßbrud an» tiertag oei «r0 hl'scheo UniDerludtd - Buch, unb *5temötudeceL W. Gange. Gießen. Redaktion. Expedition und Druderet: Schul» strage 1 Erpeüilron und Verlag eaM 6L Äebafnoiue^llä. Lel.-Ad^ AirzetgerGtetzen. wurde, so bleibt verhältnismäßig wenig übrig. Denn wesentlich auf diese Korrespondenz, die einen ganz anderen Gegenstand behandelt, ' ' müßte, daß für i h n im Deutschen Reichstage kein Platz ist. (Lebhafte Zustimmung.! Die Entwicklung ber Verhältnisse in Elsaß-Lothringen erfüllt jeden Vaterlands- freund mit ernster Sorge. Ein Teil meiner Parteifreunde hat damals auch für die elsaß-lothringische Verfasiung gestimmt. Aber ick weiß nicht, ob die Väter dieses Gesetzes besondere Freude über feine Entwicklung empfinden werden. Jedenfalls ist es dringend erforderlich, an der Hand eines zuverlässigen und vollständigen Materials diese wichtige Frage zu besprechen. Sie berührt bie Interessen des ganzen Reiches. Wir werben beim Etat des Reichskanzlers den Wunsch zum Ausdruck bringen, daß uns möglichst bald dieses Material vorgclegt wird, damit wir noch in dieser Session darüber beraten können. Nun zu den Rednern des Hauses, zunächst den Sozialdemokraten. Ich befasse mich mit ihnen zuerst, weil sie die stärkste Fraktion sind, nicht aber, weil der Inhalt ihrer Reden den Vortritt bedingt. Die Sozialdemokraten haben wieder in ihrer höhnischen Art unsere ganze Sozialpolitik in den Staub gezogen. Man kann sie auch nicht mit Engelszungen zu einer objektiven Würdigung ber Verhältnisse veranlassen. Die sozialen Gesetze, die unter dem jetzt unter uns sitzenden Staatsseretär Graf Posadowsky zustande gekommen sind, darf man üicht lächerlich machen, wie es die Sozialdemokraten tun, denn sie erfüllen große ideale Aufgaben. Die neuen Gesetze verlangen aber Zeit, um sich einzuleben. Jedenfalls sind wir weiter in ber sozialen Versicherung als bie republikanischen Staaten. Eine Versicherung gegen Arbeitslosigkeit haben wir schon in großem Umfange auf Kosten ber Arbeitgeber, nämlich für bie gesamte lanbwirtschaftlicke Arbeiterschaft bes CftenS. Es ist eine Tatsache, baß der gelernte Inbustriearbeiter bester lebt und sich bester ernährt als der kleine Handwerker und Bauer. (Sehr richtig! rechts.! Ein Schutz der Arbeitswilligen ist eigentlich selbstverständlich. Selbst die Arbeitgeber sind schließlich auch Menschen. Das Interessanteste an den Ausführungen des Grafen Westarp war mir. daß auch bie republikanische Schweiz Bestimmungen zum Schutz ber Arbeit hat. und ebenso Amerika. Dem Abg Müller-Meiningen ist Mb. Deutscher Reichstag. 91. Sitzung, Mittwoch, den 15. Januar. Am Tische des Bundesrats: Dr. Delbrück. Präsident Dr. Kaempf eröffnet die Sitzung um 1 15 Minuten. gewesen zu sein scheint. Es ist überzeugend bargetan, daß wir weitere Maßreaeln verlangen muffen. Es braucht dazu keiner Ausnahmegesetzgebung; wir wollen nur einen besseren materiellen Schutz der Arbeitswilligen. Wir wollen abwarten, mi' bei fcanbe*5iao sich dazu äußern wird. Die Liebens- toürbigfeifer des Abg Fi'cker will ich nicht erwidern, nur bie Verdächtigung ,daß das Reic ügerickst immer ein Instrument der Regierung sei. weste ick zurück. Der Abg. Dr Muster-Meiningen hat bii preußische Wahlreform eine große deutsche Frage genannt. N.u->, vor einigen Jahren, als Herr v. Oldenburg hier das baverische Wahlrecht abfällig besprach, protestierte ber bäuerische Gesandte sehr entschi-den baaeaen. (Zuruf des Abg. Müster-Me!' ningen- es war noch .'was anderes dabei!) Das mag sein, ich erinnere an das Wort Bismarcks- die preußischen Verhältnisse f - n ■ wie eine Wolljacke, zuerst kratzt sic ein wenig, dann fi'fi't man sich darin *‘efir wobl. (Heiterkeit.) Sckon Bennigsen bat gesagt, daß die Herren aus Süddeutsch- land über Preußen mitreben. ohne es zu verstehen. Dr. Müller- Meiningen sollte sich dock ins Abgeordnetenhaus wählen lasten bann hätte er bie richtige Legitimation- Ein preußisches Cber- landescurickt wird sich vielleicht seine eminente Krift auch nickt entgehen lasten (Heiterkeit.) Wenn er sich auf den Prinzregenten in der Wablrechtsfrage beruft, so provoziert er das Zentrum ge- radezu sich in anderen Dingen, wo der Regent feiner Meinung ist. sich auf ihn zu berufen Mi. dem Kampf gegen bie Sozialdemokratie möge sich der Staatssekretär doch reckt eingehend beschäftigen. Wenn die Sozialdemokratie unser Volk aufrütteli so daß es sich auf sich selbst besinnt und die bürgerlichen Parteien sich zusammenfinden, so wird ihr Vorgehen auch zum Segen für unsere anderen Arbeiter werden. (Bravo! rechts.) Aba. Irl (Str.)- Wie kommt Herr Müller dazu, uns Wetterle an die Nockschöße zu hängen. Wetterle ist nicht Mitglied des Z e n t r u m s. Herr Dr. Müller-Meiningen sollte an die Nase seines eigenen Parteifreundes Blumenthal fassen. Was Herr Müller-Meiningen über ben Erlaß bes bayerischen Kriegsmtnt- sters gesagt hat, paßte gar nickt zu seinem sonstigen scharfen Vor- gehen. Also heraus, Herr Müller, mit biefem Spaltpilz! Der Redner spricht über ben Schutz bes selbständigen M11 - telstandes. Der Reichstag ist dafür, er hat kein-» Schuld, wenn nichts geschieht; aber die verbündeten Regierungen haben mit wenigen Ausnahmen nichts in der Sache getan. Immer heißt es nur- ..Erwägungen schweben." Müßen wir dem, immer war- ten bis es zu spät ist? llcberall hat man sonst Vorbeuaungs- mittel. Nur der Mittelstand muß warten. Gewiß, Staats- hilse tut es nicht allein. Gerade für ben gewerblichen Mittelstand gilt bas Wort: Arbeiten und nicht verzweifeln! — Aber man darf ben Mittelstand doch nicht geradezu als Aschenbrödel be- handeln. Die Regierung betont immer ihr Wohlwollen, aber die Gesetze, die dem Mittelstand zu gute kommen sollen, werden von den Beamten nicht immer in richtiger Weise angewendet. Die Marine- unb anbere Verwaltungen, die Lieferungen brauchen, sollten sich an b i c Handwerker direkt wenden. Diese Bestrebungen werden von hoher Stelle unterstützt. Deshalb sollten Beamte, die nicht so verfahren, bei Beförderungeii und Auszeichnungen übergangen werden. Es ist kein Wunder, wenn auf Handwerkertagungen. wie in Würzburg, einmal kräftige Worte dagegen gesagt werden, deswegen brauchen die Regierungsvertreter nicht gleich empfindlich zu werden. Auch wir müssen einen energischen Schutz ber A r - beitswilligen verlangen. Wie viel Arbeiter müssen ihre Stelle verlassen, weil sie nickt einer sozialdemokratischen Organisation angeboren wollen. (Hort, hört! unb sehr richtig! im Zentr.) Dieser Terrorismus schabet nicht bloß ben Arbeitern, fonbern auch dem Handwerk selbst (Sehr richtig! im Zentr.) In einem Fall mußte ein verheirateter älterer Geselle, ber Meister gewesen war, so seine Arbeit verlieren, weil er nicht den freien Gewerkschaften beitreten wollte. Zum Schutz der Arbeits- lvilligen ist nicht ein Ausnahmegesetz nötig. Wir bitten um balbige Vorlage einer Gewerbegesetznovelle bezüglich ber Hanb- Werker im Sinne ber Denkschrift des letzten Handwerkskammer- tages. Dringend notwendig ist bie Einführung bes zweiten Teils des Gesetzes zur Sicherung der Baufordc- mngen. Der Gewerbestand muß endlich bie Bebeutung ber Kreditgenossenschaften erkennen unb darauf bringen, daß diese Genossenschaften sich noch mehr zusammenschließen Wenn ber Bunbesrat nicht endlich einmal weniastens unsere drin- genbi‘t*,n Forderungen erfüllt, dann können wir nicht glauben, daß cs ihm ernstlich darum zu tun ist, den Mittelstand vor dem Untergang zu bewahren. Präsident Dr. Knemps macht ben, Rebner nachträglich darauf aufmerksam, daß es parlamentarisch unzulässig ist, lvenu auch bedingt, ein Mitglied des •vaufes als u n ehrlich zu bezeichnen, wie es der Redner gegenüber den gestrigen Ausführungen des Abg. Dr. Müller-Meiningen getan hat. Der Etat für Das Mitsamt des Znnem. (Dritter Tag.) Abg- ftrfir. v. Gnmp (RP.): Namens meiner Freunde habe ich zunächst u n f e r c r Ent - rüstung über das Auftreten des Reichstags- abgeorbneten Wetterle Ausbruck zu geben. (Lebhafter Beifall.) Nach zuverlässigen Mitteilungen hat Wetterle auf französischem Boden die Nevanchegesinnung der französischen Bevölkerung in einer Weise aufge egt. wie es d i e s ch l i m m st e n französischen Chauvinisten nicht hätten tun können. (Zustimmung.) Auch die Genossen Wetterles im elsaß-lothringischen Landtag haben bereits ihre Empörung unb Mißbilligung zum Ausbruck gebracht, und zwar auf Anregung unseres Partei- freunbeS Höfel, dem wir dafür besonderen Dank schulden. Die posten stehens für ein untaugliches Mittel zur Bekämpfung der Uebelstände ansehe, deren B o r h a ii d ' n s e i n ich mit Ihnen anerkenne. Der Terrorismus, der ben Arbeitswilligen und ihrer Familie bas ganze Leben beib'ttert, wirb nur zum ganz kleinen Teile burch die Ltreikposten auggeübt. Größtenteils sind es zahllose andere Leute, Spaziergänger, zum Markte fahrende Frauen. Kinder, es geschieht in den Werkstätten, auf den Korridoren in den gemeinsamen Waschräun'en in den Konsumvereinen unb Restaurants, ganz ab- gefehen bavon. daß es überaus schwer ist, ben Tatbestanb des Streikpostenstehens einwanbsfrcr festzustellen. Daraus folgt, daß man die Erscheinungen, zu denen auch bie Belästigung der Arbeitswilligen durch die Streikposten gehört, wirksam nur bekämpfen kann durck eine systematische Aendernng unserer Strafbestimmungen aber Beleidigungen. Kör- perverletznungen nsw. An der Ausarbeitung dieser Bestimmungen wird gearbeitet und ich halte es nicht für richtig, sie, herausgerissen aus dem System, einzeln hier- zur Verhandlung zu bringen. Wie auch immer der Reichstag zusammengesetzt fein mag, würde hier ber Versuch scheitern, eine Einigung über die wirksame Ausgestaltung dieser Materie zu erzielen. Ich bin nach wie vor der Meinung, daß wir indirekt mit den besonderen Bestimmungen des § 153 Strafgesetzbuch auskommen, um Aus- sckreitlingen von Streikposten während eines Streikes zu verhindern. Das bestätigen die Vorgänge im Ruhrcevicr. Ich habe nach Prüfung ber zahlreichen Strafverfolgungen aus Anlaß bieses Streikes ben Eindruck gewonnen, daß alle diese Fälle, auch wenn ein Verbot des Streikpoitenstehens bestünde, zur gerichtlichen Verantwortung gezogen worden wären. Es sind etwa 2000 Anklagen erhoben worden (Hört! hört! b. b. Soz). und es hat sieh in vielen Fällen in ganz überwiegendem Maße um Ausschreitungen von Streikenden gegenüber Arbeitswilligen gehandelt. während umgekehrt eine verhältnismäßig geringe Zahl von Ausschreitungen Arbeitswilliaer zur Kenntnis gekommen sind. Charakteristischerweise bezog sich ein großer Teil der 93er» nrteilungen auf Jugendliche. Sie beteiligten sich an allen linternehmungen gegen Arbeitswillige, aber niemals als Beauftragte einer Gewerkschaft. Sehr zahlreich sind auch bie Verurteilungen von Frauen, ungefähr 400, die in der Regel auch nickt Streikposten steben, sondern mehr als Franciireurs verwendet luerben. Schwere Vergehen sind verhält-' nisinäßig selten vorgekommen, abgesehen von einzelnen Fällen Die fcfiloeren Vergehen waren ber Hauptsache nach Widerstand geger- die Staatsgewalt gegen Beamte unb Militär. Alle diese Delikte sind hervorgerufen durck den Schutz, ben Militär unb Polizei den Arbeitswilligen angedeihen I-ff»n mußte. Charakteristisch für die Schwierigkeit der Bekämpfung dieser Streiks unb ihrer Nebenerscheinungen ist der Umstand, daß in diesen Fällen ein großer Teil der Arbeiterschaft entschlossen ist, die Arbeit nicht niederzulegen, und daß dieser arbeitswillige Teil von ©treifenben allseitia rücksichtslose Behand'una erfährt. Ich habe cs abgelehnt, burch ein besonderes Gesetz das Streikpost en steh en zu verbieten, weil es erfolglos sein würde. Aber gerade die Vor- aängc im Ruhraebiet beweisen dock, daß diejenigen reckt haben, die behaupten, daß in erhöhtem Maße Klagen über Belästigung ber Arbeitswilligen laut werden, nicht bloß seitens der Arbeitaeber. Behörden und Beamten, sondern in aanz außerordentlich hohem Maße von feiten ber durch die Be- ■ äffjmnmen betroffenen Arbeiter selbst. Im voriaen Frühjahr ist fein Tag berganneu. wo nickt Stöße von Depeschen bei mir eingegangen sind, die um S ch u tz gegen bie Ausschreitungen ber Streikenden baten. (Hört, hört! reckts. — Unruhe bei ben Soz.) Wo Rauch ist. ist auch Feuer, unb wir haben bie Pflicht das Feuer zu löschen. Und Sie (zu ben Soz.) haben nicht das- Recht, über scharnna.-heri'cke Tendenzen bei Re- nierttng unb Arbeitgebern zu klagen, wenn wir solchen Uebel- ständen unsere Aufmerksamkeit zuwenden. Noch eins, wenn der Ruf nach Beschränkung der Koalitionsfreiheit immer stärker in diesem Hause ertönt, so hat das einen sehr einfachen Grund: Niemand wird nnaeariffen und gibt Anlaß zu Beschwerden, der das ihm zustebende Recht in einer Weife ausübt. die nickst den Reckten anderer, ber Freiheit und dem Selbßbestiinmungsrcchf, der Gesundheit und dem Leben anderer zu nabe tritt. (Sie können wohl a r ck bciIhren Leuten dahin wirken, daß sie sich in Fornien bewegen, die die Freiheit u u d e r e t 1 ch f a (t a f! e it und nicht za h l - t c i c6 a K o i flirte mit den Staat sgcsetzen herbeiführen. T^ntiNi.ibe kein Mensch in diesem Hause au' den Gedanken kommen, das Koali- tionsrecht beschränken zu wollen (Lärni unb Lacken bei den Soz. lebhafter Beifall) Ick möchte das dock bei dieser Gelegenheit mit allem Nachdruck seststellen. (Lacken bei ben Soz.) Tie Polizei war nötir und - ßte in immer stärkerem Maße ber- beigerufen werden, infefoe der fortgesetzt sich steigernden Klagen. (Lärm bei den Soz ) E« ist wieder einer ber Fälle, von dem man mit Fug und Recht sagen kann, daß das Haliptbindernis für eine gesunde unb normale Fortfü^-una unterer Sozialpolitik bei Ihnen (zu den Soz.) li nt, in ber Art. wie Sie Ibr vermeintliches Reckt vertreten und wie Sie Ihr vermeintl-ches Recht verquicken mit utopischen politischen Forderungen. (Zustimmung rechts, Lärm bei ^en Soz ) Ich komme nun zu ben Ausführungen bes Abg. Fischer zur Sozialpolitik im allgemeinen. Ich lvar darauf gefaßt, baß man ber Regierung Untätigkeit vorlverfen würbe, aber die Begründung dieses Vorlvurfs hat mich eigentlich enttäuscht. Wenn man aus seinen Ausführungen das pikant« Moment ausscheibet, baß ein Teil ber Korrcsponbenz zwischen mir unb bein preußischen Minister des Innern dabei verwendet Sfoafssk'krc'fär Dr. Delbrizck: . Fck >vill heute nur über dic Sozialpolitik sprechen. Jur diesem Gebiet hat besonders inline Rede vom 10. Dezember Mittelpunkt ber Erörterungen gestanden Tiefe Rede aber batte nur b*>n Zweck, bie Grenzen des K o a l i t i o n s r e ch t e s unb der Gültigkeit des Reichsvereins- gesetzeö festzulegen. 9J?cinc juristischen Ausführungen sind bisher nicht widerlegt worden. Gegenüber Dr. Müller-Meinigen hebe ich ausdrücklich hervor, daß sich meine Auffassung von ben ßiren« xen be*- Gültigkeit bes Reichsvereinsgesepes ausdrücklich deckt mit der Auffassung, die er in einem Kommentar zum ReichSvereins- gesetz nicbcrgelegt fiat. (Hört! hört! im Zentrum.) Richtig ist daß ick mich in meiner damaligen Rede nicht auf die Kon- seq uenzen eingelassen habe, die sich daraus für die Chefs der einzelnen Reichsressorts und für bie Bundesstaaten etwa ergeben könnten. Das war nicht meine Absicht unb ist nicht meine Aufgabe. I ch habe immer nur h1 c Grunbsätze feftgu- legen, nach eten bie R. ickSgcfetze in ben Bun - desstaaten anzuwenden sind Wie das im einzelnen flu geschehen fiat, ist S"cke der einzelnen Bundesstaaten. Ich brauche nur einzufchr ifen 'nenn grundsätzliche Abweichungen von der Auf- fassung bes Reichskanzlers vorliegen. Das gilt auch für bie Hcmb- fiakmng burch b>e Chefs der einzelnen ReichSressortS Diese Hand- finbung wird a^b’Jt durck die Verantwortlichkeit des unmittelbar beteiligten Resiortschefs. Es ist unzutreffend, wenn mir der Abg Fischer borgeta-rnen fiat meine Ausführungen hätten eine Verneinung des K oalitii'nßrechtes bedeutet ja. sie hätten das Koalitionsreck' mit einem Scklaae vernichtet. Das Gegenteil ist der Fall Ich habe nur die Grenzen festgelegt, die für daß Koal'tionSrecfit bestehen und auch die Grenzen für daS Koalitionsrecht der Beamt.m und Staatsarbeiter habe idf keineswegs ungünstig gezogen Auch für diese Staatsarbeiter und Beamte soll das Koalitionsrecht an f i d) nicht beeinträchtigt fein. Aber um ber ewigen Streiterei über dieses Koalitionsreckt iv unterem beiderseitigen Interesse ein Ende zu macken h> ick ver 'uckt einmil sestzulegen. wo die Grenzen gezogen sind Damii ko-imen mir viel weiter, als wenn von Ihrer (nach links) Seite immer versucht wird, ü b e r b i c f e Grenzen hinaus »in Koalitionsrecht z u konstruieren, das nickt besteht. Dieser Versuch ist auch deshalb zu beklagen, weil dadurch die Regierung in der Behandlung dieser Frage in eine K a m p f st e l l u n a gedrängt wird, und weil aus der dauernden Abweiflina unberechtigter Angriffe eine gewisse Unfreundlichkeit ans unseren Aenßerungen beransgelesen werden kann, die nickst beabsichtigt ist. Ferner aber wird daß Streben nach einer liberalen freundlichen und entgegenkommenden Handhabung der fraglichen Bestimmungen sicher nicht gesteigert, wenn hier fortgesetzt der Vorwurf erhoben wird, daß die Handhabung in einer das Reckt und die guten Sitten verletzenden Weise geschieht. Auch meinen Ausführungen über b i c Enzyklika habe i ch nichts h i n z u z u f ü g c n. Ich habe nichts zu ä n b e r n unb nichts in Abrede z u stell em. (Hört, hört! links.) Was ick gesagt habe, ist auch in. keiner Weise widerlegt worden. Nun hat Dr. Müller- Meiningen gestern weitgehende Konfeauenzen auf kirchenpoliti- fchem Gebiet gezogen. Er hat aber selbst hinzngefügt. daß nach feiner Ansicht ich wohl selbst an diele Konsequenzen nicht gedacht habe Das ist richtig. l.Heiterk''itJ Es fehlte für mich jede Veranlassung, solche Konsequenzen zu ziehen, und ich ziehe sie auch heute nicht. Ia, ich lehne ihre Berechtigung fiter» mit ausdrücklich ab. Dr. Müller-Mmningen fiat dann von unseren Verhandlungen mit der Kurie gesprochen. Es ist nicht üblich, von derartigen diplomatifchen Verfiandlungett ohne Z u - stimm ung deß anderen Teils Mitteilungen zu machen. Es genügt mir auch die Feststellung, daß mir in dem Gewerkschaftsstreif vermittelnd eingegriffen und tu Rom zugunsten der interkonfessionalen christlichen Gewerkschaften gernirFt haben, unb zwar schon, bevor die Enzyklika erlassen war. Wir sind der Ansicht, daß die Enzyklika ben Wilsen der Kurie erkennen läßt, ben katholischen Arbeitern ben Beitritt zu ben christlichen Gewerk- schaffen nicht zu erschweren, f o baß bas Fortbestehen ber christlichen Gewerkschaften in ber bisherigen S o r nt gesichert erschein*. lieber die Frage des Lchtttzes der Arbeitswilligen habe ich mich bereits im vergangenen Jahre eingehend geäußert und st--lle zur Verme'dung von Mißverständnissen ausdriicklick fest, daß das was ich damals gesagt habe, auch heute noch meine Meinung unb die der sonst beteiligten Ressorts insbesondere aber auch des Herrn Reichskanzlers ist Ick habe erklärt und tvieberhole es, baß ich ein Verbot bes Streik- 1 Zand 16 BlE 758; z 3390 U : Nr. 12) 19880 M j] iowz 500 W 9260 M 9440 M ' itall daselbst Stall daselbst Blatt 759: m .pofraum a pofraum M 144; cwytyt auj aber 1912. Gericht. Grundstöcke. n Hosraum Lreuz (ju m Hosrauni daselbst (zu qm Hosreite Nr. 12) om Hosreite 700 M 300 K 1913, ?? Hilt 1 Nideii lcrt am io ^^iÄLZ »ein "bn9,n Ü*?* J tb“ Üuiiebn,, I Recht der Bei : cöe des versteigerte; icrei Äroiöorf. ar, vormittags 10 Ufc c m tiroitori »um Merlin: .. 3 Hemberg: Hill. SU 13 Rm. W i7 wb Tiebc-kaut. 13a f web.h '.WW J 5im. Kciicr-____ crncnnm " c nrinbe k Holzlornmenie verlief ■ ;;»!«,' w Tu, ^ld)Cn' FlkdieN' ggeyfl! 66 triller: irrtet Malerfaks sollen die e'rforb>rlid)en Vorsckrislen für den Rhein er- lassen Werder. 2 q? @eeb über d i e Herrn arbeit ist erst am 1. April 1912 ergar.gn und erfordert in seiner Durchfüb- runfl eine ganze Reihe vor. Lorbereitungen Die §§ 3 und 4. die auf Grund einer allerhöchsten Verordnung erst später in Kraft gesetzt werden sollen, können erst dann in Kraft gesetzt werden wenn wir über d'< Anträge auf Besrr- ng — eS liegen bis setzt 16 solcher Anträge vor — beschlossen haben. Die Anregungen h"ir die Bildung von svachausschnssen neben zweckmäßig von den Bundesstaaten au« B-i mb ist r°r ei" Antrag au? der Konfektionsindustrie in Berlin eingeoangen den ick sofort an Preristen abgegeben habe. Der preussische §>andelßminister wird wahrscheinlich mit einer nicht unerheblichen Anrahs von Antränen aus Bildung von Fachausschüssen an den Bundesrat b>"'antreten; in den neuen Etats sind hierfür schon Mittel eingestellt. Verhältnisse in der Zigarreubansindustrie sollen in dem- seloen Sinne aerenelt werden, wie dies fein ’raeit in d^m s^efetz- enftourf für die Tabakarbeber Vorgelegen bat. In der Einschränkung der Nacktarbeis und Cenntags- arbeit in b-e n B ä ck e r e i en find wir schon an die Grenze des Möglichen gegangen sowohl mit R>"'cknckt auf die Interess-'n des Betriebes wie der Konsumenten W'r können zur Zeit nickt weiter geben. Wenn ein G-werbmnspektor auf Grund feines Bezirkes die^ Möglichkeit der Beseitigung der Nachtarbeit bebanvt-t bat. so müssen dort eben die Verhältnisse aanz besonders liegen. Erft wenn sich unfeve bisherigen Bestimmungen eingebürgert haben, können wir generell mit Einschränkungen weiter Vorgehen. Der Entwurf über d i c Sonntagsruhe liegt dem Bundesrat sckon vor. Ick habe schon erwähnt weshalb er noch nickt vergeleat werden kann. Von mehreren Seiten ist eine Regelung der Arbeitsverbältnisse in der Großeisen, i n b u ft r i c verlangt worben. Mir haben uns bamit erst in der Verordnung von 1908 befasst und es wäre voreilig, wenn wir setzt fchon etwas ändern wollten an d'efer Verordnung, ebe man ihre praktischen Wirkungen recht übersehen kann. Die Verordnunn bat anck indirekt sckon zu einer Vermin der u n a bet Ueberarbeit geführt. beim die Betriebsleiter sagten, fie hätten bei ihren Ermittelungen zu ihrem Erstaunen gefunden, bass weit mehr N'ber- arbeit geleistet wurde, als sie selbst für anaezeigt hielten. Tatsächlich ist nur eine reaelmässjae zehnstündige Arbeitszeit fest- gestellt worden, die durch längere Vaufen unterbrochen wird, während im Ausland bis vor kurzem meist eine zwölfstüntziae Arbeitszeit ohne Pausen bestand. Cb eine Verlängerung der Mindestruhezeit und der Pausen stck erin-mUcken lässt, kann ick beute nickt sagen, wir werden uns iedenfalls damit befassen. Es ist im vergangenen Jahre von der äussersten Linken beklaat wor- ben, dass so wenig Bundesratsverordnunpen auf Grund des § 120e der Gewerb-ordnung ergangen finb. Das ist boch nickt ganz zutreffenb. Wir haben einen grossen Teil der schwebenden tragen durch solche Bundesratsverordnungen geregelt .und sind nickt in der Lane, in iebem ^ahre neue Betriebszweige herauszusinden, bei denen eine solche Regelung notwendig Ware. . Mischer hat ja schliesslich auch nur das fehlen eines Gesetzes über die Regelung bcv Sonntagsruhe i m H a n d e l s g e »v e r b e beklagen können. Das wundert mich gar nicht denn wir haben auf dem Gebiete der Sozialpolitik eine so ftarfc gesetzgeberisch? Tätigkeit entlastet, dass hier eine g e i f f e R u h e notwendig ist. Wir haben das Gebiet der sozialen Versicherung bis zur äussersten Grenze ausgedehnt, wir haben sogar die Angestellten bineingezogen. Es ist ja möglich, dass un Laufe der Jahrzehnte bei veränderten wirtschaftlichen Ver- haltnissen die Gebaltsgrenz n geändert werden können aber vorläufig ist ein gewisser Abschluss gefunden. Es ist nickt berechtigt, das Mass der sozialen Fürsorge zu messen an der Zahl der Bun- besratsverordnungen, die auf Grund des § 120 ergangen sind. Es ist ein Vorteil, dass solche Dinge nickt nur durch den Bundesrat, sondern durch die Landeszentralbehörden, durch Polizeiverordnungen und dergleichen erledigt werden können, und das ist geschehen. Man kann tatsächlich nicht behaupteu, dass der Bundesrat unfruchtbar sei auf sozialpolitischem Gebiete und noch we-. Niger behaupten, dass die Bundesstaaten ihn hinderten, auf sozialpolitischem Gebiete seine Tätigkeit zu entfalten. Dass bei den Bundesstaaten gelegentlich andere Auffassungen als bei der Zentralstelle des Reiches in Erscheinung treten, liegt in der Natur der Dinge, ebenso häufig kommt es aber vor, dass Bundesstaaten geneigt finb. weiterzugehen, als es uns an der Zentralstelle möglich ist. Es ist schwierig, auf Grund des § 120 e der GO. komplizierte und vielseitige Industriebetriebe wirksam zu fassen. Es werden dauernd Beschwerden geführt, dass, wir nicht genug zum Schutze der Arbeiter in der chemischen Industrie tun. In der chemischen Industrie gibt cs eine ganze Menge Betriebe, die verhältnismässig ungefährlich finb, einzelne finb zweifellos mit besonderen Gefahren für die Arbeiter verbunden, und für diese speziell ist das Erforderliche auf Grund des § 120 e veranlasst. Für eine Reihe anderer Betriebe find Anweisungen ergangen, weil jeder Versuch, da generell vorzugehen, an der Eigenart der Betriebe scheitert. Ich glaube, dargetan zu haben, bass wir in der Fortentwickelung und Weiter-' fübrung unterer Tätigkeit auf sozialpolitischem Gebiete nicht nachgelassen haben. Auf ein intereffantes Moment möchte ich noch Hinweisen. 1 In den Vereinigten Staaten hat sich aus Anlaß' der letzten Präsidentenwahl eine neue Partei gebildet, und bae> Programm dieser neuen Fortschrittspartei in Nord-, amerika fordert unter anderem: Verbot der Kinderarbeit,' Maximalarbettsiag von 8 Stunden, Fürsorge für den Fall einer1 Krankheit und Arbeitsunfähigkeit der Arbeiter, besondere Fürsorge für die Heimarbeiter, Beseitigung des Unwesens auf dem Gebiete der Stellenvermittlung. Massnahmen zur besseren Verteilung der Arbeiter innerhalb der verschiedenen Distrikte des Staates, also eine Regelung des Arbeitsnachweises, ferner einen Ausbau der Koalitionsfreiheit und schließlich ein selbständiges Arbeitsamt. Sie werden zugeben müssen, dass die Mehrzahl dieser Forderungen bei uns. wenn nicht erfüllt, so doch in Angriff genommen sind und erfolgreich weitergeführt werden. In dem republikanischen Nordamerika ist auf dem Gebiet der Arbeiterfürforge vieles noch n'ckt geschehen, was wir in nuferem angeblich rüditän- bigen Deutschland feit langem haben. Diese ganze sozialpolitische Gesetzgebung bei uns ist zudem garnicht aus Ihrer Initiative entsprungen, sondern die Initiative dazu ist von der Reick sregierung ausgegangen. (Lachen bei den Soz.) Die Regierung ha. die ersten sozialpolitischen Gesetze im Kampfe beinahe gegen alle Parteien des Reichstags durchführen müfse>- und es 6a* eine panne Weile gedauert, bis Sia lzu den Soz.) hdi entschlossen haben, an diesen Gesetzen mitzuarbeiten. Der Vergleich, den ich eben mit Amerika gezogen habe, sollte in uns allen das Bewuhtst'ii stärken, dass wir allen Anlaß haben, mit unseren h e i m i ' ck e n Verhältnissen zu- frieden zu fein. Es zeigt dass un*hr konstitutioneller Staat, der den alten Staatsgev^nken der obrotutcn Monarchie in sich ausgenommen bat, und damit die Vorstellung, daß es für jeden Staat ein hohes Maß sittlicher Pflickte'i zu erfüllen gibt, besser gearbeitet hat, als das klassische Land der Demokratie, die Vereinigten Staaten. Sie erschweren nur die Entwicklung bei uns, wenn Sie imn er geneigt sind das Id.al imi Ausland zu suchen und das Ausland aus Kosten Ihres Vaterlandes zu loben und zu umschmeicheln. Zum Schluss noch eine kurze Bemerkung'. Ich will hier in diesem Hanse ke.ne Kritik üben an dem Verhalten eines M'tgltedes, aber i ch dank? allen denen, di- so entschlossen und tapfer gestern und beute ihre A b .. e i g u n g gegen ein Treiben Ausdruck gegc- en haben, wie wir es erlebt haben. (Lebhafter Beifall.) Abfl. b Graefe CKons.): Ich habe den Mut, als Vertreter meiner Partei den gestrigen Ausführiingen des nationalliberalen Redners über die Mittel- standspolitik entgegenzutreten. Es ist eigenartig, daß ausgerechnet ein Mitglied der Parte' uns die Mittelstands- freundschaft abspricht, für die wir auf diesem Gebiete vorbildlich gewesen sind. Wir haben zu einer Zeit die Mittelstandsfrage tm Sinne des Handwerks und des kleinen Gewerbes bereits vertreten, als die Nationalliberalen noch für das freie Sviel der Kräfte sich begeisterten, als es bei ihnen noch hiess, das kleine Handwerk führte in jeder Großstadt einen aussichtslosen Kampf gegen die moderne Entwicklung. Die nationalliberale Partei hat das erkenne ich gern an, einen Damaskusweg gemacht, aber doch noch nickt die Station erreicht, wo es nicht nur die Zustimmung zu gesetzlichen Maßnahmen gilt, sondern eine Betätigung des Willens mit allen Mitteln. Und einen anderen Tamaskuswea sind sie noch nicht gegangen: Bismarck hat einmal gesagt: Tas gehässigste aller Monopole das ist die politische Einstckt die einzelne Parteien stck bcileaen. Wir können dem Staatssekretär auch nicht imponieren, indem wir uns geaenseitia das /Tb»hr^,fir*n. Wir erwarten damit den Eindriick. als ob es un5 auf das Agitatorische ankäme, und vielleicht ist darauf die Erfolg- kü’gfeit gerade in diesem Hause zurückzuführen. Ich gebe daS Ecko nickt zurück, dass Ihre Vorwürfe gegen uns verdiente: vielmehr begrüße ich Sie jetzt mit neckloser Freude als unsere Mitarbeiter. Der Redner zählt einige Hauvtrnittelstands- forberungen auf: Befckränkuna der Wanderlager. Abgrenzung von Fabrik und Handwerk und Heranziehung der Industrie zu den Kosten der Lehrlingsausbildung und vor allem Regelung des Sub- missionswesens- gewiss sollen hierbei die Hauvtarbeit die Verwal- tiingsmaßnahmen in den Einzelstaaten tun, aber anck die Reicks- Verwaltung muss mit autem Beispiele in ihren Reicksbetrieben vorangehen. Auch bei § ifX) q der Gewerbeordnung sind erfreu- lickerweife die Nationalliberalen jetzt unsere Freunde geworden; seine Beseitigung ist draussen im Lande eine allgemeine Forderung, und anck der Freisinnige, Herr Doormann. hat neulich in der „V o s s i s ck e n Zeitung" in diesem Sinne gesprochen. Aber ick habe bei den Herrn Freisinnigen den Eindruck eines mehr' väterlichen Wohlwollens. Sie standen den Forderungen des Handwerks ablehnend gegenüber und begründeten das damit, das Handwerk irre sich, die Freisinnigen verständen das besser: und sie freuen sich, wenn hier und da ein Einspänner sich findet, der sich ihnen anfchliesst; er ist ihnen bann die Autorität, so wie der Agrarier Wendorff. Ter Redner betont fein: restlose Übereinstimmung mit den Forderungen für die Fortbildungsschule, fordert weitere Massnahmen gegen den Hausserbandel. das Zugab-wesen. das Ausverkaufs- Unwesen, in dem sonst verzüglich bewährten Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb. Den Vorwurf dass unsere Freundschaft für die Arbeiter hin'er der für die Arbeitgeber zurückstehen tragen wir ruhig mit u ser.m guten Gewissen Die soziale Arbeiterfür- sorgegef-tzgchung ist in erster Linie zurückzuführen auf meine politischen Freunde. (Lacki bei den Soz ) Aber die Arbeiterfürsorge ist für uns nicht die einzige soziale Fürsorge. In diesem Augenblick — da iibei behebt (Smmüti fett — ist Der Mulelflund in der gefährdesten Sage, und danach richten wir unsere Mittel- standspolitik ein. Wir treiben reine Mittelstandspolitik. Im lauen Bad des Hama-Bundes wird die weisse Lilie des Mittelstandes nicht aufblühen. (Lebh. Beifall rechts, Lachen links.) Abq. Dr. Tvormnnn tyrtir. v. Gamp Hal das Treiben des Abg. Wetterle in Verbindung gebracht mit der elsass-lothringscken Verfassung und dieses Auftreten einen schlechten Dank für das dem Reichsland gewährte Geschenk genannt. Was bat das Treiben Wetterles überhaupt mit der Verfassung zu tun? (Sehr richtig! links.) Heber den Hanfa-Bund werden wir uns mit den Konservativen niemals verständigen. Tie sozialdemokratische Verurteilung unserer ganzen Sozialpolitik in Bausch und Bogen machen wir nicht mit. Wir erkennen an. was geleistet ist. wenn wir auch im einzelnen Wünsche haben. Die freien Gewerkschaften haben ja zweifellos einen grossartigen Aufschwung genommen und sie wollen jetzt durch die neue ..Volksfürforge" weitere Kreise gewinnen. Das Band, das alle Mitglieder umschliesst, soll noch enger werden. Es ist aber zweifelhaft, ob angestckts der niedrigen Beiträge diese Versickerung die richtige Form hat und ob die Unkosten nicht zu hoch sein werden. Wenn es trotzdem gelingt, mit dieser ..Volksfürsorge" Gutes für die Arbeiter zu erreichen, so würden wir uns freuen. Wir sind für die Einbeziehung der Berufskrankheiten in die Unfallversicherung. Wegen der hohen Kosten, empfiehlt sich aber vielleicht die Schaffung einer Zusatzversickerung. Für eine der wichtigsten Fragen Balten wir die reichsgesetzliche Regelung des Wohnungswesens. Aba Cchwgsmck rWofD: Die Graefeschen Angriffe weifeii wir zurück. Der Paragraph des Reichsvereinsgefetzes über den Gebrauch fremdländischer Sprachen wird von der preussifcken Regierung gegen die Litauer in einet Weise ansgelegt. die wir nicht billigen können. Hoffentlich wird die Reichsregierung Preussen anhaften, gegenüber den Litauern und anderen königstreuen Volksstämmen etwas entgegenkommender zu verfahren: wir müssten sonst ernstlich eine authentische Interpretation des Vereinsgesetzes In diesem Sinne verlangen. (Beifall bei den Natl.) Abg. Kurzawski (Pole): Alle polnischen Vereine, selbst Rosenkranzvereine. Serben als politisch bezeichnet. Beamte macken stck gegenüber den Bolen der gröbsten Missbräuche ihrer Amtsgewalt schuldig: Re überschreiten bewusst ihre Befugnisse und fetzen stck über das Gesetz hinweg. Anck die volnifck-n B-rufsvereine der Arbeiter werden als politische verfolgt und schikaniert. Sogar gegen die Handlungsgehilfen und landwirtschaftlichen Vereine geht man in dieser Weise vor. Tie krassesten Eingriffe erfolgen auf dem Gebiet des religiösen Lebens. Dagegen legen wir lauten Protest ein. Abg. Dr. Werner-Giessen fVirk'^. Detcr Ausnahmesällcn gestattet wird. Wir können in der Beziehung sehr viel von den Tirolern lernen, wo sich alle Geschäftsleute bemühen, sich bei ihren Firmenschildern nur der'deutschen Sprache zu bedienen. In Rumänien und Italien ist aus die Verwendung einer nicht in der' Landessprache abgefassten Firmenschrift cinr kleine Steuer gelegt Es liegt im Interesselos erwachenden deut leben Bewusstseins, dass auch diese unsere Resolution 'zur Annahme gelangt. In einer weitere« Entschliessung verlangen wir disiErrichtung eines Reichsamts für deutsche Sprache. Die Herren aus den an Deren Fraktionen, die mit uns diese Resolution unterzeichne haben, halten sic für eine völkische Notwendigkeit. In der Vossi scheu Zeitung ist am 10. Llpril v. I. eine durchaus berechtigt- Kritik des Gesetzentwurfs über die Beseitigung des Branntwein kontingents erschienen. Ta heisst es u. a.: Tin Aus länder, der in Berlin weilt, um deutsche Verhältnissc feitner zu lernen, wird sicherlich ein Jahr gebrauchen, uni diesen Gesetzentwurf zu verstehen. — Tie von uns gewünschte oberste Stralbehördc soll vor allem einmal unsere Gesetzentwürfe slu Dieren. Tarin finden sich oft die merkwürdigsten Ausdrucke, die nicht dem deutschen Gefühl entsprechen. Tie Franzosen habe, ja ihre Akademie, die bei ihren grossen Fehlern, die sie für die weitere Entwicklung der französischen Literatur begangen hak, doch dazu beigetragen hat, die sranzösische Sprache aus die Höhe zu bringen, die alle Kulturvölker bewundern. _ ■ Eine weitere Liesolution von uns betrifft die fortgesetzt im Steigen begriffene Naturverfchandelung durch Plakate und Bretter- rcklamc, die unbedingt verboten werden sollte. Ich möchte den Reichstag bitten, auch dieser Resolution znzustimmcn. Etwas mehr Fürsorge sollte dem römisch-germanischen Museum in Mainz zugewandt werden, das den Zweck hat, den Entwickelungsgang unserer älteren deutschen Kultur zu veransckmulickcn. Vergangenes Jahr l)aben wir eine Ucbcrsetzung der jüdischen Religions- bücher angeregt. Es ist heute soviel die Rede von Jesuiten. Man hält ihnen vor, was einer vor Jahren einmal gesagt hat. ^Las ist ganz recht. Aber dann muss auch einmal amtlich ieftgcitclh werden, was in den jüdischen Religionsvorschriften enthalten ist. Tarin wird sich manches finden, das sich nicht mit der christlichen Weltanschauung decken kann. Tie jüdischen Gelehrten und selbst Rabbiner beschäftigen sich nach ihrem eigenen Geständnis mit kabalistischcn Forschungen. Ich komme nun aus wirtschaftliche Fragen. Die Notwendigkeit eines Schutzes der Landwirt- chast ist ost schon betont worden. Tie innere Kolonisation ist äusserst wichtig. Die fortschrittliche Linke vertritt das Interesse des Großkapitals und der Grossbanken, für den Bauernstand hat sie nur Versprechungen. Tagegen tritt sic für den Abbau der Zölle ein, die Aushebung des Fleischbeschaugesetzes und andere Forderungen, die dem Bauernstand schaden müssen. Wir find nicht absolut Gegner des Großgrundbesitzes, aber wir wünschen keine Verehrung der Fideikommisse, vielmehr eine Vermehrung der Bauernstellen. Damit treiben wir nationale Politik. Tas ist bereits durch die Arbeiten der Ansiedlungskommission seftgestellt. Ein bäuerliches Anwesen liefert bcffercn Ertrag als der Großgrundbesitz. Der Maiszoll kommt für unseren Bauern gar nicht in Betracht. Man lege einen Bauen: auf den Tisch des Hauses, der sein Vieh mit Mais füttert. (Schallende Heiterkeit.) Die Beunruhigung wird in den Mittelstand nur durch die Politik der Freisinnigen getragen. Wir wollen gar kein Ausnahmegesetz gegen das Großkapital, aber cs soll nicht in dieser Weise begünstigt werden. Von hoher Stelle wird das Recht des Mittelstandes mit Füßen getreten. Katzenstein kann dieser hohen Stelle fröhncn, Kempinski bezieht von hoher Stelle Kacheln, Wertheim ist der Verkauf dieser Kacheln übertragen und die Synagoge in der Fasanenstraße kann sich hohen Besuches rühmen. Ich bedauere das im Namen des deutschen Vaterlandes und des deutschen Volkes, das uns einen Bismarck und einen Zeppelin geschenkt hat. Präsident Dr. Kämpf: Die Aeusserung, dass von hoher Stelle die Interessen des Mittelstandes mit Füssen getreten werden, ist derart, dass ich sie nicht scharf genug rügen kann. Abg. Werner: Tann die Warenhäuser mit ihren Ramschwaren und ihren schlechten Geschäftsgewohnheiten sollten, unter dem Gesetz des unlauteren Wettbewerbs einfach verboten werden. Leider beteiligen sich an solchen Geschäften mit ihren grünen, weißen und blauen Wochen und sonstigem Schwindel auch An- 1 gehörige des Adels. Namen wie Fürst Donnersmarck und Fürsten-1 berg sind an solchen nicht cinwanbfreicn Geschäften beteiligt. Der I Hansabund und die ihn stützenden Banken sind verantwortlich für I die Kassecvalorisation des Staates Sao Paulo. Denn die deutschen | Banken sind es gewesen, die es diesem Staate ermöglicht haben, die Preise des Kaffees künstlich zu erhöhen. In unserem wirb schaftlichefl Leben wird es erst wieder besser werden, wenn der Gedanke des grossen Besähigungsnachweises durchgcführt ist. (Lachen links.) Lachen Sie nur, das wird Ihnen schon heimgezahlt werden. Gegen die Konkurrenz der ausländischen 21 erste sollte auch einmal Front gemacht werden. Auch unter der Rechtsanwaltschaft ist ein übles Anreissertum eingerissen. Nicht gleichgültig sollte die Regierung an der Art der Tätigkeit der sozialdemokratischen Konsumvereine vorübergehen, die nur eine Waffe in der Hand des Proletariats sind. Der freisinnige Abg. v. Payer hat sich einmal mit scharfen Worten gegen die Sensationspresse gewandt. Dabei fehlte nur der Name dieser Presse. (Rufe: Die Wahrheit! — Heiterkeit!j Das Berliner Tageblatt und die Ullstcinpresse sind es, die jedes deutsche und christliche Empfinden verhöhnen. Ich erinnere nur daran, daß der Ulkredakteur Mehring wegen unerhörter Bcichnnp- fung der katholischen Kirche bestraft worden i)t. Dickes Blatt scheut sich nicht, die schönsten Worte des christlichen Evangelmms in den Staub zu ziehen. Was die Antwort der Regierung au, meine Anfrage wegen dieser Presse betrifft, daß diese Angelegenheit die Einzelstaatcn angehe, so verfahrt die Regierung dabei nach dem Wort: Was man nickt deklinieren kann, das sieht man als ein Neutrum an. Wir müssen eben eine reichsgesetzliche Regelung dieser Materie haben. Gegen das Ueberhandnehmen der Aus- länder an unseren deutschen Hochschulen muß endlich etwas geschehen. Wir brauchen nicht nur einen Grenzschutz für Tiere, sondern auch für den deutschen Menschen. Notwendig ist ein reichsgesetzlickes Verbot des Schachtens. 90°/o der Schlachthoss tierarzte haben sich gegen das Schächten ausgesprock-en. Das betäubungslose Schächten ist ein Flecken auf unserer Kultur. Auch wir missbilligen die Ausführungen Wetterles aufs schärfste. Tas tun auch seine eigenen Parteigenossen. Man sollte ihm mit einem kleinen Donnerwetterle auf den Kopf kommen. Die Volkspartei hat bei den Handelsverträgen die Interessen des Anstande vertreten. (Unruhe. Präs. Dr. Kaempf ruft den Redness zur Ordnung!) Tie Sozialdemokraten haben kein soziales Verständnis für die Bedürfnisse der Slrbeiter. Tic Aufhebung der Zölle auf Fleisch bedeute die Vernichtung des deutschen Bauernstandes. Durch willkürlich vom Zaune gebrochene Streiks werden die Handwerker und der Mittelstand ruiniert. Das Ausland hat den Vorteil. Die deutschen Arbeiter müssen hungerii. (Beifall bei der wirtschaftlichen Vereinigung.) Weiterberatung Donnerstag 1 Uhr. Schluß 71/4 Uhr. kirchliche Nachrichten Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage). Samstag, den 18. Januar 1 8: Vorab end: 4.45 Uhr. Morgens: 9.00 Uhr. Nachmittags: 3.30 Uhr. Schrifterklärung. Sabbatausgang: 5.50 Uhr. Israelitische Religionsgesellschaft. (Sottesbienft. Sabbatseier am lv. Januar 1913*. Freitag abend 4.35 Uhr. Samstag vormittag 8.30 Uhr. Samstag nachm'ttag 3.30 Uhr. Sabbat-AuSgang 5.50 Uhr. WocI enaottesdienh ^'ornen? 7.00, abends 7.00 ■i . . ■ — -gi Meteorologische Beobachtungen der Station Siehe» - - - ■ " ■ 1 ■ r Zcm. B 1913 Barometer auf 0° redt.ztert t c b der Lust Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit [ Windrichtung II »PSW“!® Grad la BewSldung In ßebnttl der pchtb Himmelsfl. Wett« 15I2 j 45,0 4 7 27 82 SSE 2 10 Schneefall 15. 9 '* 45,2 b 1 3,1 98 SE 2 10 16. 7 । 44,1 3,6 3,3 95 SE 2 10 Höchste Temperatur an 1 14. ris 15. Januar = — 1,1’C. Niedrigste „ „ 14. „ 15, „ a — 5,3 • C. Niederschlag 2,2 mm. • ■ , •. p” liefert billigst die BrührscN Kuverts mit Firmn für die IDlCH1. ,, ß SS-t’ÄS 60nn< ,vc Sjtf SS fit die rage bis vonni'-ag Die he Wir sind weiter. Die und es her Preisgabe - morgen uvc einige uberi nicht nur große K01 Frieden ; fein soll? heute uoc einem tü mährt, abe lesen hat, i etwas Ang lesen. 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