Nr. 2^1 Drittes Blatt 165. Jahrgang Gießener Anzeiger Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Seneral-Anzeiger für Cderheffen Die „Siegener ZamMenblätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Breirdlatt für den Breis Stehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zeitfragen" erscheinen monatlich zweimal. Dienstag, 14. Oktober 1915 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: 51. Redaktion:^-^112. Tel.-Adru AnzeigerGießen. Der Kiewer Ritaalmorbprojefj. Kie>w, 13. Ott. Bei dem Verhör des Lampenputzers Schachowski wurde folgendes festgestellt: Am 25. März nach 9 Uhr morgens sah Schachowstt auf der Straße Jenja Tscheberjak mit Andrei Justschinski, die in der Richtung nach Saizewos Fabrik gingen. Andrei hatte eine Tose mit Putter in der Hand und war ohne Paletot und Bücher. Drei Tage später begegnete er Jenja wieder, die ihm mitteilte, das; sie am 25. die Fabrik besucht Hobe und daß dort ein Mann mit schnwrzem Bart hinter ihnen hergelaufen sei. — Weiter erklärte ber Beu^e, im vorigen August hätten ihn acht Russen überfallen. Während des Verhörs hätten ihn die Detektivs Wygranows und Polistschuk mit Schnaps traktiert und ihm gedroht u n d a e r a t e n , g e gen Be il i e s zu zeugen. Auf die Frage des Fürsten Schwachow, wer ihn für BeilieA zeugen hieß, sagte Schachowski nach einigem Schweigen, darauf könne er nicht antworten, sein Leben sei ihm lieber. Der Student Golndow, Mitglied einer monarchistischen Organisation, sagte aus, daß er während der Seelenmesse am Grabe JustschinMs mit Natalie Justschinskci und anderen Verwandten bekannt geworden sei, mit deren Hilfe er die Umstände der Ermordung zu erforschen begann. Als der Zeuge weiter aussagen Nwllte, wurde er ohnmächtig und mußte hinausgefiührt werden. Darauf wurden die Aussagen der abwesenden Zeugin Ra-- witsch, Inhaberin eines unweit der Wohnung der Tscheberjak gelegenen Ladens, verlesen. Am Tage der Beerdigung hätten ihr die Mädchen Valentine und Ljudmilla Tscheberjak gesagt, Andrei Justschinski jei unlängst bei ihnen gewesen und sei mit Jenja Tscheberjak Schneeglöckchen pflücken gegangen. Später hätten die Mädchen ihre Aussagen geändert und erklärt, Justschinski habe sic seit einem Jahre nicht mehr besucht und hätten der Zeugin vorgeworfen, das Gespräch mit ihnen erzählt zu haben, weshalb ihre Mutter jetzt von der Polizei belästigt werde. Zanrpslowski erinnerte daran, daß der Zeuge Nako- netschnv ausgesagt habe, Wera Tscheberjak habe die Mädchen am 25. März aus dem Hause geschickt; in Wirklichkeit seien sie an diesem Tage zu Hause gewesen. Der Verteidiger Grusen berg bat die Geschworenen, zu beachten, daß Justschinski mit Jenja Tscheberjak Schneeglöckchen pflücken gegangen sei und sich nicht auf das Gelände von Saizews Fabrik begeben habe. Ans Stadt nnd Gießen, 14. Oktober 1913. ** Eü'l botenläufe zum Völker schlachtdenkmal. Auf Anregung des Kreisturnwarts Bolze in Frankfurt veranstaltet die Deutsche Turnerschaft eine ganze Anzahl Eilbotenläufe, an denen über 40 000 Turner teilnehmen. Von allen denkwürdigen Punkten Deickschtonds aus werden in Köchern Urkunden im schnellen Laufe von Läufer zu Läufer roeiterbeförbert, und am Vormittag bes 18. Oktober- am Fuße des Völkerschlachtbenkmals dem deutschen Kaiser eigenhändig überreicht, um so in echt turnerischer Weise die Anteilnahme der Deutschen Turnerschaft an der Dcnkmals- einweilning, dieser geschichtlich und vaterländisch so bedeutenden Feier zum Ausdruck zu bringen. Von der dänischen Grenze über Kiel—Hamburg—Magdeburg, von der Insel Rügen über Stralsund—Stettin—Berlin, von Tauroggen über Königsberg—Thörn, von der Drcikaiserecke in Myslowitz über Breslau—Dresden, von Kehll)eim über Regensburg—Bayreuth, von Friedrichshafen und Hohenzollern über Stuttgart—Würzburg—Gotha, von Straßburg über Afckwffenburg—Hcnrau, von Gravelotte über das Niederwald- denkmal—Fulda—Eisenach, aus Belgien heraus von Waterloo über Aachen—Hermannsdenkmal—Khffhäuser—Halle und von Bremerhaven über Hannover—Braunschweig werden Huldigungen nach Leipzig befördert. Selbst in Nordamerika und Brasilien haben die deutschen Turner zu Fuß und zu Pferd, von Washington über Philadelphia nach New York und von Santa Maria über Santa Kruz nach Porto Alegre von Posten zu Posten je einen Köcher befördert, die jetzt schon zu Schiff über ben Mantischen Ozean "gebracht werden, um von Bremerhaven aus den Lauf auf beutschem Grund und Boden zu beenden. Auch über Gießen geht ein Lauf, der m Nassau, dem Geburtsort des Freiherrn vom Stern, seinen Anfang nimmt und über Limburg, Wetzlar, Gießen, Alsfeld, Fulda geht. Die GießenerTurner Ijabcn von der Bahnüberführung bei Klein- Linden aus bis zum Eingang von Grünberg 24 Kilometer zu Der „VUtzvogel". Mit Blitzgeschwindigkeit" ist ein Wort, das wir bisher ein bißchen leichtsinnig anwandten; aber es sckstint, als ob die Zett kommen sollte, wo wir uns seiner im alltäglichen Leben — und zwar alsdann mit vollem Rechte — bedienen werden. Der fabelhafte Rekordflug, den dieser Tage der Franzose Prevost auf dem Meeting in Reims ausführte, indem er 200 Stitometer in d9 Minuten 45 Sekuirden zurücklegte, eröffnet den ylüsblrck m eine Epoche für die der „eherne Widerstaiid von Raum und Zett als überwundene „menschliche Schwäche^ gelten darf. Der Menich, der noch vor einem Jahrfünft i!) die Vögel um ihren Flug beneiden mußte, hat in der künstlichen Nachahmung ihrer Naturgaben, unter gleichzeitiger Anwendung sinnvoller technncher Erfindungen, inzwischen ein Mittel gefunden, die höchsten Gebirge lFlua Bidcrs über die Mpen 9 und selbst das Meer (Rekord- fabrt Von Garros über das Mittelländische Meer!) zu überqueren. Diesen Triumphen fügt er jetzt den der Schnelligkeit hinzu Prevost bringt es vorläufig aus etwa 60 Meter in der Sekunde . . wer weiß, ob man nicht nach einem Jahrzehnt hiefc Anfangsgeschwindigkeit" milleidig belächln und sich in einer Art fortbewegen wird, die den Menfchen als einen „Rivalen des Blitzes" und den Aeroplan als einen verttablen „Blitz- Vogel" erscheinen tonen. Mit dem Höhenrekord von 6000 Metern Wrrevon März 1913) und der auf dem obigen Meeting er- reiditen Schnelligkeit sind auf jeden Fall die in Frage kommenden Probleme ernstlich in Angriff genommen. Es dürfte bet dieser Gelegenheit interessant fein, eine kurze Mcktoiau aus die Entwicklung der beiden modernsten Fortbe- weaunosmittel des Automobils und des - Acroplans anzustellen, ntosern diese Erd- und Luftmaschine.- sich als „Kilometerretter" betätigten. Die Automodiliekorde begannen bereits zu einer Jett als man vom Aeroplan noch nichts wußte Der ähnrtamnnn Leon Bolle war der erste, der iw Auto die Strecke ^on W Kilometern pro Stunde zurücklegte. Sein Rekord sand im Iabre 1897 auf einer der bestgepflegten Heerstraßen Frank- 3 hrr Noute von El am pes, statt und wurde als cw )Port Ereiartts gefeiert. Es folgen (1899) Rene de Knyss (Pan- hardwanen) unb Belghe (Mors' mit 60 Kilometern Jenatzy (1900^ mit 80^ Gabriel und Mors (1903) mit 100 im Rennen Parts— Madrid Im Jahre 1907 bringen es Nazzaro, Fiat Turay und Dietrichs auf die iormidable Schnellzuggeschwindtgkett von 20 Kilometern Damit endigen die Autorekorde verläustg da es keine Straßer: gibt, die eine höhei-e Geschwindigkeit ohne. Gefahr rmögLichen - der Aeroplan tritt, in Wettbewerb. Wright er- öifnet im Jahre 1908 den Reigen, indem er in Avours o0 D.to- mettr pro Stunde zurücklegt Lathan: folgt tm nagten: Safce mit 70 (Modell „Antoinette"), Leblanc tm ^ahre 1910 mit 100 („Btoriot") und der inzwischen verunglückte Nieupvrt mit 120 besetzen und dazu alle Kräfte nötig, weil mit Rücksicht auf die Steigungen öfter als sonst Läuferposten ausgestellt werden müssen, die je 100 bis 300 Meter zu durch!ausen haben, und den Köcher in einer Stunde 10 Minuten bis nach Grünberg befördern müssen. Voraussichtlich wird derselbe am Freitag, den 17. Oktober, vormittags 10*/4 Uhr, bei Klein-Linden übergeben und um 10Vo Uhr in Grünberg an die dortigen Turner abgeliefert, die ihn bis Alsfeld bringen müssen, von wo ihn Turner und Schüler bis Lauterbach bringen. Alt und Jung wollen sich an diesem bedeutenden Werke beteiligen, und es ist zu hoffen, daß alle Behörden und Geschäftsleute ihren Untergebenen und Angestellter:, die sich an dem Laufe beteiligen wollen, freigeben werden. Anmeldungen zur Teilnahme nehmen die Turnwarte beider Turnvereine in ihren Turnhallen entgegen. ** Papier, Früchte, Ob ft re ft e und sonstige Abfälle sollte man nicht auf Bürgersteige und Straßen werfen. Hierdurch werden die Straßen verunreinigt und Gefahren für die Passanten hervorgerufen, die durch Ausgletten auf Obsttesten und dergleichen zu Falle kommen und sich erheblich verletzen können. (Siehe amtliche Bekanntmachung.) •* Ein Fo rtfch ritt b er Feuerbestattung. Wie unS der Vorstand des Vereins für Feuerbestattung, e. B. zu Mainz mitteilt, haben im Mainzer Krematorium im 3. Quartal 1913 83 Einäscherungen stattgefunden. Von diesen waren u. a. 3 aus Darmstadt, eine aus Gießen. Unter den Emgeäfcherten waren 45 männliche und 38 weibliche Personen. Der Religion nach waren 72 evangelisch, 5 katholisch, 2 altkatholisch, 3 israelitisch und 1 Dissident. — Die Einäscherungsgebühr einschließlich aller Leistungen ab Mainz beträgt Mk. 100, für Mitglieder Mk. 70, für Minderbemittelte Mk. 40. Landkreis Gietzen. l. Watzenborn, 12. Okt. Der Provinzialverband Ober- hessischer Kaninchenzüchter hielt am Sonntag hier seine dritte Provinzialkaninchen-Aus st ellnng verbunden mit allgemeiner Geflügelschau ab. Die*Hlusstellung war sehr gut beschickt und wies rund 200 Nummern auf, darunter allein 140 Nummern Kaninchen. Hiervon waren 80 Nummern Alttiere. Am stärksten vertreten waren die Klassen: Belgische Riesen, deutsche Niesenschecken, Silberkaninchen und Hermelin. Die Prcisver- t c i l u n g hatte folgendes Ergebnis: A. Kaninchen: I. Abteilung: Alttiere, Klasse 1, Bel-gischa Riesen: 1. Preis Hch. Vonderheid-Hausen und Ludwig Schäscr-Wieseck; 2. Ehr. Dübecke-Fronhausen; 3. W. Metzger-Gambach und G. Pauli-Bad- Nauhcim; lobende Anerkennung Dübecke-Fronhausen und Aug. Jcntsch-Nidda. Klasse 2, Deutsche R i e se n s che ck e n: Landesverbands-Ehrenpreis L. Keil-Klein-Linden; 2. H. MWer-Gießen; 3. Hch. Kreiling-Gießen; lobende Anerkennung L. Keil-Klein-Linden und Jos. Günther-Büdingen. Klasse 3, Weiße Riesen: Ver- bandsehrenpreis A. Bayer-BadManl)eim; 2. Hch. Docker-Garben- teich. Klasse 4, Französische Widder: 3. W. Metzger- Gambach, Emil Prokops-Lollar. Klasse 5, BlaueWiener:2. Ehr. Dübecke-Fronhausen; Lobende Anerkennung Gust. Koch-Gießen. Klasse 6, H a s e n k a n i n ch e n: lobende Anerkenming Emst Weber- Büdingen. Klasse 7, Silber: Verbandsehrenpreis und 2. Preis Karl Klös-Stangenroth; 3. Otto Dönges-Stangenroth und Jak. Sommer-Gießen; lobende Anerkennung K. Feuerstein-Stangenroth, K. Kniß-Nidda und Hch. Schäfer IV.-Steinberg. .Klasse 8, Holländer: Verbandsehrenpreis Hch. Freihöfer-Gießen; 3. Gg. Häuser-Watzenborn. Klasse 9, Russen: lobende Anerkennung Otto Hohratl)-Büdingcn. Klasse 10, Schwarzloh und Blanloh: Vcrbandsehrenpreise L. Mankel-Lollar und Bock-Gießen; 2. und 3. Bock-Gießen. Klasse 11, Englische Schecken: 2. Ld. Krei- ling - Reiskirchen. Klasse 12, Havanna: 2. B. Langsdorf V.- Bad-Nauheim; 3. Ehr. Dübecke-Fronhausen. Klasse 13, Hermelin: 1. K. Fölsing-Nidda und Gg. Häuser-Watzenborn; 3. Ludw. Kreiling-Reiskirchen, G. Häuser-Watzenborn und K. Philipp-Steinberg ; lobende Anerkennung L. Schmandt-Steinberg. II. Abteilung Jungtiere: Ehrenpreise Heinr. Benner II.-Gießen (zwei), Nicko- lai-Gießen (zwei), Gustav Koch und MÄler-Gießen; 1. Preise W. Metzger-Gambach (zwei), Hch. Benner-Gießen; 2. L. Keil- Klein-Lindcn, H. Decker-Garbenteich, K. Schmidt-Lrülar, W. Metz- ger-Gambach, G. Koch-Gießen, B. Langsdorf V.-Bnd-Nauheim, K. PhiliPP^Steinberg und K. Kniß-Nidda; 3. E. Neunobel-Stan- genroth, K. Müller-Nidda, W. Metzger-Gambach, B. Langsdorf- Bad-Naul-cim, F. Ditschler-Bad-Nauheim, Hch. Decker-Garben- tcich, L. Briegel-Garbcnteich, Karl ^»ock-Klein-Linden, K. Keller- Nidda, K. Klös-Stangenroth, Hch. Schäfer IV.-Sleinberg und K. Philipp-Steinberg. Außerdem wurde eine Anzahl lobende An- erkeimungen vergeben. — B. Geflügel: Ehrenpreise K. Philipp- Steinberg, K. Lotz-Klein-Linden und R. Radetzki-Lich; 1. K. Philipp-Steinberg, Balth. Hinkler-Watzenborn, Karl Hock-Klein- Linden und Gg. Häuser-Watzenborn; 3. K. Philipp-Steinberg, R. Radetzki-Lich, Hch. Meyer-Wieseck, Gg. Häuser-Watzenborn, Heiner-Gießen, Gg. Sommer-Watzcnbom; lobende Anerkennung Kd. Buß-Watzenborn, I. E. Lcicht-Watzenborn, R. Hanack-Stein- berg, O. Möller-Watzenborn, Gg. Sommer-Watzenborn, K. Ditten- höfer-Leihgestem, C. Hinkler-Matzenborn und K. Philipp-Steinberg. C. Produkte aus Kaninchenfellen: Ehrenpreis und 1. Preis Ludwig Kreiling-Reiskirchen. Derdnsnadiriditen. ** Mü nner-Turnverein. Am letzten Samstag fand im Hotel Köhler die Herbstmitgliederversammlung statt, in der Bericht über die Vercinstötigkeit des Sommcrhalbjahres erstattet wurde. Ans demselben ist zu entnehmen, daß der Mitgliederbestand etwa der gleiche geblieben ist. Dem verstorbenen Vermögensver- walter Nennstiel widmet der erste Sprecher einen warmen Nachruf. Der in diesem Sommer neu eingeweihte Turn- und Spielplatz am Schisfenberger Weg hat sich gut bewährt und ist fleißig benutzt worden. In der Frauenabteilung, der Fechter- und Spielriege sind merkbare Fortschritte erzielt worden und in der Schülcrabteilung wird tüchtig geturnt. In turnerischer Beziehung hat der M.-T.-V. seinen guten Namen bewahrt. Neben 39 Siegen im Einzelwetturnen hat er unter den Mufterriegen des Gaues sowohl in Frankenberg beim Gaufest, als auch in Leipzig beim Deutschen Turnfest die zweithöchste Punktzahl mit seiner Riege erzielt. Wohlgelungen war das Sommerfest, mit welchem ein Schülerturnen verbunden war. Hierbei errang die Riege der Stadtknabenschule den von dem M.-T.-V. als Wanderpreis gestifteten Jahnfchild. Das Verhältnis zu den anderen Gauvereinen ist wie seither ein gutes. Besonders erfreulich ist der engere Zusammenschluß mit dem alten Turnverein zu einer Arbeitsgemeinschaft für die Feier des 18. Oktober, die hoffentlich keine nur vorübergehende ist. Am 17. Oktober vorm. 10—12 Uhr kommt der Eilbotenlauf 8a hier durch Gießen, zu den: die beiden hiesigen Turnvereine 110 Läufer für die Strecke bis Grünberg stellen müssen. An Winterveranstaltungen wurden folgende beschlossen: 2. November Schnitzeljagd, Treffpunkt Schützen- Haus: 15. November Stiftungssest in Steins Garten; 16. November Ausflug nach der Liebigslstihe; 6. Dezember Tnrngang nach Rodheim; 20. Dezember Weihnachtskneipe; 11. Januar Tnrngang Hansberg-Butzbach; 21. Februar Maskenball; 22. Februar Ausflug zur Karlsruhe; 24. Februar Faftnachtsfeier im Hotel Schütz: 15. März Turngang nach Bubenrod und 29. März Abturnen auf der Liebigshöhe. Zn allen Veranstaltungen wird im Gießener Anzeiger besonders eingeladen. Die Feier des 18. Oktober soll besonders würdig begangen werden. Auf vielseitige Anregung wird am 18. O ktober abends von allen bürgerlichen Vereinen Gießens ein Fackelzug stattfinden, an dem zu beteiligen einstimmig beschlossen wurde. Sonntag, den 19. mittags, findet auf dem Trieb ein Jugendfest statt, das von der Ortsgruppe Jungdeuffchland veranstaltet wird. Abends wird in der Turnhalle des alten Turnvereins ein Herrenkommers veranstaltet, bei dem die Turner beider Vereine Gewandhetts- und Reckübungen, sowie Pyramiden gemeinsam zeigen werden. Alledem ftimmt die Mitgliederversammlung freudig zu, so daß die Sitzung schon um 12 Uhr geschlossen werden konnte. ** Herbstbez i r kst a g „Stolze-Schre y". Am Sonntag fand in Michhain die diesjährige Herbsttagung des Bezirks Oberhessen und Tilltal statt. Am Wetffchreiben, das wie gewöhnlich im Mittelpunkt der Tagung stand, beteiligten sich rund 100 Personen. Es wurde geschrieben von 60 bis 320 Silben. Der Gießener Verein erzielte wiederum recht schöne Erfolge. Nicht weniger als 21 Preise konnte er erobern. — Abt. 60 Silben. 1. Preise: O. Balser, K. Vaupel, K. Kreß, W. Seitz, L. Pöllen- hofer, Frl. Ferber. Wt. 80 S. 1. Pr.: Frl. Göke. Abt. 100 S. 1. Pr.: K. Ockel, R. Hermes; 2. Pr.: H. Erb. Abt. 120 S. 1. und Ehrenpreis: K. Keßler (beste Leistung in dieser Abt.). Abt. 140 S. 2. Pr.: K. Häuser, K. Maus. Abt. 160 S. 1. Pr.: L. Hörle. Abt. 180 S. 1. Pr.: W. Ludwig; 3. Pr.: Fr. Jaeggle. Abt. und 140 Kilometern (1911); mit letzterem Erfolg ist der Antomobll- rekord geschlagen. Eine neue Höchftzifser stellte in diesem >zahre Goux im Autodrom von Brooklands auf, als er 173 Kilometer bewältigt und damit die Leistung von Jules Vödrines („Deper- dussin) um eine Kleinigkeit übertrifft. Am 28. September hatte es Prevost auf 180 Kilometer gebracht, um dann acht Tage darauf den oben angeführten Rekord zu erreichen. Die Leistungen seiner Mitkonkurrenten, Emile Vedrines iBruder von Jules) mit 197, Gilben mit 191 und des Belgiers Crvmbez mit 172 Kilometern verdienen gleichfalls rühmend hervorgehoben zu werden. Wie bei dem 6000-Meter-Höhenfkuge Peneyons, hat man den jetzigen Schnelligkeitsrekord dem 14-Zylinder-Gnvme-Motor von 160 Pferdekräften, Propeller Chauviere, zu verdanken. Aber während Perreyon einen Bleriot-Moiwplan damit ausgerüstet hatte, trägt diesmal der Deperdussin-Eindecker den ersten, dritten und vierten Preis, der dRonoplan Ponnier den zweiten Preis davon. Der Sieg des Deperdufsin-Modells wurde im tttzigen Augenblick um so mehr vermerkt, als der geniale Konstrukteur seit ein paar Wochen wegen Betrügereien im Bettage von einigen zwanzig Millionen im Gefängnifs sitzt .. . so hat ihm das rächende Geschick, tragischer als es ein Romandichter hatte erfinden können, den Tag der Apotheose zunichtt gemacht. * — Stiftung. Durch das hochherzige Zusammenwttcken der Witwe des 1903 verstorbenen langjährigen Direktors des Kupfer- ftichkabinetts, Geheimeii Regierungsrates L i P P m a n n, und ihres Sohnes Friedrich Wilhelm Lippmann, ist eine den Kgl. Museen in Berlin gewidmete Stiftung beretts jetzt ins Leben getreten, die nach dem Willen der Stifter, des Geheimrats Lippmann und feiner Ehefrau Adeline geb. Symons, erst nach dem Tode der beiden Ehegatten Lippmann wirffam werden sollte. Da Frau Adelkne Lippmann sich in einem Lebensalter besindet, das die Erfüllung dieser Stiftungsbedingung nach menschlichem Ermessen auf lange Jahre htoausgerückt erscheinen läßt, bedeutet ihr jetziger im Einvernehmen mit ihrem einzigen Sohne gefaßter Entschluß eine sehr erhebliche Erhöhung der Stiftungsmittel. Die Erträge der 100 000 Mark betragenden, mit eigner Rechtspersönlichkeit ausgestatteten Stiftung sind zu Unterftüfcungen für Beamte aller Dienstgrade und sonstige im Dienstbereiche des Generaldirektors der Kgl. Museen tätige Personen bestimmt. — Verein für Volksbildung Mainz. Während überall in deutschen Landen Behörden und Vereine sich rüsten, das Gedenkjaln: der großen Besreiungsttiege durch feierliche Ver- amtalttingen zu begeben, will der Verein für Volksbildung nicht zurückstehen und auf seine Weise das Gedächtnis der Helden von 1813 ehren. Er hat sich zu diesem Zwecke 200 der im Turmverlag zu Leipzig erschienenen Schrfftchen von Hans Ludw. Linkenbach: „Die Dichter der Beftciungskriege" verschafft, die er kostenlos an alle bedürftigen Schul-, Volks- und Vereinsbibliotheken von Mainz und dessen weiterer Umgebung verteilt. Jede Bücherei, die sich an die Geschäftsstelle wendet, erhält ein Exemplar des schmuck ausgestatteten, 62 Seiten starken, illustrierten Bändchens, dessen Inhalt sich in folgende Teile gliedert: 1. Napoleon. 2. Das Er- ivachen des deutschen Geistes. 3. Die Erwecker des Befrciungs- gedankens. 4. Die Sänger der Befreiungskriege. 5. Würdigung der Freiheitsdichtung. Die Turinbüchcr, deren zwölftes Bändchen die in Rede stehende Schrift ist, werden befannrtid) von dem Geschäftsführer des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung, Georg Volk, mid dem bewährten Volkspädagogen Dr. Fr. Gaael- niann in Frankfurt heransgegeben und verfolgen den Zweck, den weitesten Greifen alle Gebiete des Wissens durch leichtsaßlichc und fesselnde Darstellung zu erschließen. — Die Geschäftsstelle des Mainzer Vereins nimmt Bestellungen auf die Bücher baldigst entgegen und wird sofort für kostenfreie Zusendung Sorge tragen. — Der Radium-Trust. Schon kürzlich wurde bekannt, daß Bestrebungen im Gange seien, die Radium-Produktion der Erde gewissermaßen zu monopolisieren. Dem külwen Plane ist nun die Ausführung auf dem Fuße gefolgt; nach den Mitteilungen der Evening News bat sich die große und kapitalttäftige Korporation, deren Ziel es ist, die §>errschaft über den Weltmarkt des Radiums zu erlangen, in London bereits konstituiert. Der Verband, dessen Zusammensetzung in nächster Zeit bekannt gegeben werden wird, hat sich die Unterstützung und Mitarbeit der österreichischen Regierung und der Radium-Bergwerke von Joachimsthal gesichert, neben einer großen Anzahl anderer entscheidenden Radiumguellen (Hiropas. Die Hauptstütze dieses Radium-Monopols ist der Erwerb einer Erfindung, ine eine gewaltige Verbesserung des Verfahrens der Radiumgewinnung darstellt. Es handelt sich dabei um die Erfindung des Heidelberger Professors Ebler, durch die mehr als 90 Prozent des Radiumgehaltes aller radiumhaltenden Rohstoffe in einer Maximalzeit von zehn Tagen gewonnen werden kann: und Mar mit einem Kostenaufwand, der nur V10 der Kosten der bisher üblichen Verfahren darstellt. Die Bedeutung dieser Erfindung wird dem Laien Har werden, wenn er erfährt, daß man bisher 9 Monate brauchte, um die Radiumsubstanz zu gewinnen und daß die bisherigen Gewinnnngsmethoden so umständlich und verschwenderisch sind, daß fast 50 Prozent des Radiums bei der Gewinnung verloren gehen. Die neue Radinw- gesellschaft rechnet für das kommende Jahr mit einer Minimalerzeugung von 25 bis 30 Gramm Radium, während bisher nicht mehr als 6 Gramm in einem Jahre gewonnen werden konnten. Damit wird auf eine Preisermäßigung des Radiums zu rechnen sein, wenn auch, wie von informierter Seite verraten wird, ein plötzlicher Sturz der Radinmpreise nicht zu erwarttn ist „Ohne sich damit als Philanttvpen ausgeben zu wollen, wird per Trust jährlich ein gewisses Quantum Radium der: Krankenhau)em aller Weltteile leihen oder schenken." Mk. Mk. 49-52 8b-t)5 49—52 88—90 15.0 45-43 94-96 79.00—82.00 78.00—80.0) Ein guter Rat des Arztes. gemeldet sind. Meteorologische der Station mm, 64-68 60—65 79.00-81.00 80.00—81.00 51 -53 47-50 53—57 49—52 bie bi folget fdi'cn meiljjC'. Oemahl weg unt tourt । gcwiese 108 -116 102—107 95-98 95- 98 85-88 81—8* Preis für 100 PfS. XfebeiD- Schlacht gewicht genw' schlvei emvö und c bet ei eins« häng leben zick aus; daß heiß! suge daß belei giert andk Wel indi er r feint Kön „No die I Mit 47—50 42—48 40-46 32-38 87-89 81-92 74—86 64-66 ßr. Ter erst? S-n vif tw MI (£i w 'm cc to Q 3 » daß fü die he interes und d gegebc Reiche waren n, Or er 5 Q. ä a, o — o 2 -- = or-- ~ h" - o E> 0 -CS*. T r» ' S Sc öS" 2 440 » O —■ s.= 2 § c,- Z e-ö ZeH 0 ro ry (ft -ST o tc» er 2. ZZZT 2 £>£25'gg = S' » <=r X noG" =^^*2 8 E -- • =>c.Coe:- ö3 ® »Ö 2 5 g1® E> Q r-t- --v ry *5 f- o - •• ö ® 2 E "^2 = = « ’ Q Su" Wo 2 n GIS 2. SZ 2 r-y- =>=s wir O CH o tt . XO ... 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