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Jahrgang Aeitag, <'aud- wirtschasiliche Zeitfragen Fernsprech - Aiischlüsse: für die Redaktion 112, 9 & 99 »■ssss General-Anzetaer f«r___ Anzeiger Gießen. d? «2/ 9 H „Gerichtssaal": K. N?u- stir^Äe^ETagesnunnner RotationsöruS UN- Verlag btt vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steinöniderei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulftratze 7. Lmid" ^E.He^-^sür den bis voniiittags 9 Uhr. Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße I6a. Anzeigenteil: H. Beck. Q Die heutige Nummer umfahl 12 Seiten. Lord Morleys Mission. vever die Mission ßorb Morleys erhalten wjkr von gutimterridjteter Seite folgende Darlegungen: Es war nicht schwer zu erraten, daß der mehrwöchige Berlin er Aufenthalt des Lord p räs id en ten des Geheinten Staats'rats von Großbritannien ähnlichen Zielen intb Zwecken diene, wie die vorig- jährige Reise Lord .Halb an es. Die Mission Viscount Morleys ist durch Sir Edward Grey schon int Sommer 1912 offiziell vorbereitet worden, indem der britische Minister des Aeußern im Unterhause erklärte, die Türkei stehe in Unterhandlungen mit England über eine Anleihe für eine Eisenbahn unterhalb Bagdads, die auch Gegenstand eines Abkominens der Türkei mit Deutschland sei, durch welches die Türkei die Aktionsfreiheit für die Eisenbahnbauten unterhalb Bagdads wiedererlangt habe. Die deutsche Regierung sei davon in volle Kenntnis gesetzt. Grey fuhr fort: „Wenn durch diese Verhandlungen deutsche Interessen berührt werden, dann sind wir natürlich vollständig bereit, die Angelegenheit mit der deutschen Regierung zu erörtern!" Dieser Zeitpunkt ist jetzt gekommen! Zwischen Deutschland und England ist die Verständigung über die Bagdadbahn frage so weit gediehen, daß die Anwesenheit eines englischen Mittelsmannes in Berlin notwendig wurde, und Lord Morley wird ungefähr einen Monat lang hierbleiben, uni Fühlung mit allen Kreisen zu nehmen, die an der Bagdadbahn interessiert sind, in erster Linie natürlich mit der Deutschen Bank und mit dem Auswärtigen Amt. Voraussichtlich wird das deutsch-englische oder richtiger das englisch-türkisch-deutsche Bägdad- bahnäbkommen während der Anwesenheit des englischen Königspaares bei der Hochzeit der Prinzessin Viktoria Luise bekannt gemacht werden. Durch dieses lAbkommen werden die politischen und diplomatischen Schwierigkeiten fast 15 j ä h r i g e r Mühe n und Kümpfe endlich zu einem befriedigenden Abschluß gebracht werden. Die Deutsche Bank erhielt bekanntlich hrt Jahre 1899 auf Grund eines Vertrages mit der türkischen Regierung die vorläufige Konzession zur Fortsetzung der anatoüschcn Bahn nach Mossul— Bagdad zum Persischen Meerbusen. In jenem Vertrage blieb die Regelung der Garantiefrage fiir später Vorbehalten. Sie führte in der Folge zu Quertreibereien aller Art gegen das Unternehmen, die von England im Verein mit Frankreich ausgingen, und die den endgültigen Abschluß um nahezu ein Jahrzehnt verzögerten. Man hatte den Engländern, als bte Bahn noch nicht einmal Konia erreicht hatte, die Beteiligung an dem Bau an geb oten, das konservative Ministerium aber lehnte das Anerbieten schlankweg ab, obwohl Deutschland, d. h. die deutsche Gesellschaft, eine Internationalisierung der Bahn in denselben Formen vorgeschlagen hatte, die England jetzt für das 'Schlußstück von Bagdad bis zum Persischen Golf anzunehmcn geneigt wurde. Im Anfang stand also der Bahngesellschaft noch das Recht zu, die Bahn bis zum Perffischen Meerbusen zu bauen. Dieses Rechtes hat sie sich in der Weise begeben, daß sie, um der türkischen Regierung, die von England bedrängt wurde, entgegenzukoimuen, freiwillig darauf verzichtete. Unterdessen kam es zu der berühmten Zusammenkunft des Deutschen Kaisers mit dem russischen Zaren zu Potsdam im Charles Maurice Talleqrand. (Zu ieinem 75. Todestage.) Frankreichs größter, überhaupt einer der größten, geistreichsten und gefürchtetsten Diplomaten aller Zeiten und Länder, hat mit Charles Maurice Tallehrand, Fürst von Benevent, vor 75 Jahren, am 17. Mai 1838, die Augen für immer geschossen. Wohl kein Staatsmann hat seine Gesinnung so häufig gewechselt, so vielen Regierungen seines Landes gedierft, wie dieser, dessen Einfluß auf den ersten Napoleon die Geschicke Preußens zur Zeit seiner Erniedrigung in hohem Maße bestimmt hat. Ms Bischf von Autin begann er seine politische Rolle beim Aus- bruij) der französischen Revolution, nm sie erst unter Ludwig Philipp wieder auftugeben. Während dieser Zeit hat er jeder Regierimg Frankreich die größten Dienste geleistet und jede, wenn es seinen Vorteil galt, wieder verraten. Es blieb ihm überhaupt zuletzt keine andere Triebfeder mehr als sein per- Mcber Nutzet und so wurde er für diesen Zweck ein Diener dec Bourbons, wie er vorher ein Diener Napoleons gewesen war. Aus diesen Eigenschaften erwuchsen ihm viele Feinde, und selbst diejenigen, die sich seiner Hilfe bedienten, machten aus ihrer Abneigung gegen ihn kein Hehl. So wurde, als Frankreich in den neunz-iger Jahren des 18. Jahrhunderts von dem sogenannten Direktorium verwaltet ward, im Konseil -vallev- rands Ernennung zum Minister vorgeschlagen: zwei Mitglieder empfahlen sie, da man ihn nicht entbehren könne. Ms Carnot, der spätere Kriegsminister, das hörte, sprang er wütend auf und rief: „Was! Diesen .Halunken, diesen Verräter wollt ihr wählen? Er wird ims auf offenem Markte verschachern, wenn er mir im mindesten dabei profttieren kann." Dessenungeachtet ward Tallehrand am 15. Juli 1797 Minister der auswärtigen 2fti- gelegenheiten, aber Carnot behielt recht: Das Direktorium wurde von Tallehrand an Napoleon Bonaparte verraten und am 18. Brumaire (9. November) 1799 gestürzt. Mer auch Napoleon der ihn lauge Zeit benutzt hatte, ward von ihm selbst 1814 an die Verbündeten verraten, und die Bourbons bestiegen, durch Tal- lehrands Einfluß unterstützt, aufs neue den französischen Thron. Als Ludwig XVIII. aus seiner langen Verbannung heimkehrte, wurde Talleprand sein erster- Minister. Später hat man den König einmal in engeren Hofkreisen gebeten, seine Meinung über diesen Staatsmann auszttsprechen. Ludwig wollte erst keine Antwort geben, als man aber in ihn drang, antwortete er mit den Versen, die der berühmte französische Dichter Corneille im 17. Jahrhundert auf den Kardinal Nichlieu gemacht hat: „Lobt oder tadelt ihn, den großen Kardinal: Ich dicht' und rede doch von ihm auf leinen Fall: So Gutes tat er mir, daß ich's nicht tadeln möchte, Unb (oben kann ich nicht, so oft tat er das Schlechte. Jahre 1910. Die Folge dieser Zusammenkunft war der Abschluß eines neues Vertrages zwischen der Deutschen Bank und der türkischen Negierung. Nach diesem Vertrag ist der Ausbau der Bahn bis Bagdad in den nächsten 5 Jahren unter Führung des deutschen Kapitals gesichert. Tie für Deutschland so überaus wichtige Abzweigung der Bahn nach Alexandrette und damit die Verbindung mit dem Mittelmeer wurde vereinbart. Schließlich erhielt die Deutsche Bank in dem neuen Vertrage die Zusicherung, daß auch bei der End strecke von Bwgdad bis zunr Persischem Golf das deutsche Kapital mit dem gleichen Prozentsatz beteiligt sein soll, wie jede andere nichttürrische Macht. Dadurch wurde die Mitwirkung Englands gesichert, das infolge der russischen Schwenkung in der Bagdadbahnpolitik die deutsch-türkischen Rechte von 1911 anerkannte. Und damit wurde auch die Lösung der Einmündungsfrage der Bahn am Persischen Golf vorbereitet. Das Schlußstück wird also eine türkische Bahn sein, an der Deutschland dadurch in erster Linie beteiligt ist, da es die Ausführung des Unternehmens behält. Die Engländer sehen ein, daß es besser ist, sich zu beteiligen, als weiter in der Ecke zu stehen und das Werk doch nicht hindern zu können. Es ist das Verdienst des liberalen Kabinetts Asquith, das eingefehen zu haben. Die Bagdadbahn soll im Jahre 1917 fertig sein. Sie wird aber erst dann von großer Bedeutung für das Wirtschaftsleben und den Handel des Kontinents werden, wenn Mesopotamien durch die Bewässerungsprojekte der Engländer zu großer Fruchtbarkeit gekommen sein wird. Mag die Bahn schließlich nicht allen Erwartungen gerecht werden, die man an ihren Ausbau geknüpft hat, so wird sie doch unter allen Umständen der Kultur dienen und zu einer Konsolidierung der um ihren europäischen Bestand gekürzten Türkei führen. Der kranke Mann vom Bosporus kann daran wieder gesunden und die Mitwirlüng der rivalisierenden Nationen an einem so wichtigen internationalen Unternehmen stellt ein neues politisches Gleichgewicht her, das dem Weltfrieden und ganz besonders der Anbahnung eines besseren Einvernehmens zwischen England und Deutschland dient. Em bulgarisch-serbischer Krieg in Sicht! lieber die ernsten Hindernisse, die der zweiten Friedenskonferenz drohen-, berichtet bk „Evening News", es sei die Absicht Serbiens und Griechenlands, die bulgarische Armee vor den türkischen Linien festzuhalten, während sie aufs eiligste Truppen in Saloniki konzentrieren fiir den Fall, daß es zwischen den Verbündeten zum Kampfe komnit. Falls Serbien und Griechenland mit Bulgarien nicht einig werden könnten, würden diese auf eigene Faust einen Friedcnsvertrag mit der Türkei abschließen. Laut „Prawda" erläßt die serbische Regierung von neuem ein Verbot der Weizenausfuhr aus dem ganzen Lande. Belgrad, 16. Mai. Wie informierte Kreise bestätigen, hat Serbien Bulgarien einen Termin von acht Tagen gestellt zur bündigen Erklärung, daß es die serbischen Erklärungen zur Kenntnis nehme. Die „Deutsche Tageszeitung" meldet aus Wicu: Nach Berichten aus Belgrad und Sofia sei der Au s b r u ch des serbisch-bulgarischen Krieges jeden Au- genblickzuerwarten. Die beidenseitigcn Heere stehen sich völlig schlagfertig gegenüber. Das Berliner „Tageblatt" meldet aus Sofia: Ein Minister erklärte, Bulgarien werde nicht zulassen, daß die Verbündeten irgendwelche Kritik an dem vorbereiteten Vertrag üben. .Bulgarien fordert von den Verbündeten, daß sie ohne Debatte den Vertrag unterzeichnen und sonstige mit dem Vertragsinhalr verbundene Fragen erst nach der Unterzeichnung des Präliminarfriedens diskutieren. Russische Finanzhilfe für Montenegro! Petersburg, 15. Mai. Der Minister des Aeußern, Sasonow, hat der Reichsduma einen Gesetzentwurf unterbreitet, durch den eine Summe von 2 150OO0 öfter- rdichischer Kronen zur Hilfeleistun g für die Bevölkerung Montenegros an gefordert werden. Die Besetzung der Insel Ada Kaleh. Das Wiener „Fremdenblatt" veröffentlicht folgendes Kommunique: Wie wir erfahren, ist am 13. Mai auf der Insel Ada Kaleh ein ungarischer Verwaltungsbeamter eingesetzt worden. Diese Maßregel ist darauf zurückzuführen, daß nach dem Abschluß des Friedens zwischen der Türkei und den Balkanstaaten die Abberufung des dort anwesenden türkischen Zivilgouverneurs zu erwarten ist und daß es daher geboten war, schon jetzt dafür Sorge zu tragen, daß in der Verwaltung dieser schon seit mehr als 30 Jahren von Oesterreich-Ungarn besetzteir Insel keine Störung eintrete. Aus Skutari. Cet in j e, 15. Mai. (Amtlich.) Zwischen dem Admiral Durney und dem General Betschir ist über Skutari folgendes vereinbart worden: 1. Die montenegrinischen Offiziere, die für den Transport des die montenegrinische Beute bildenden Kriegsmaterials Vorkehrrm- gen treffen, dürfen in der Stadt wohnen, das Seitengewehr tragen und ihre Ordonnanzen behalten. 2. Die monte- negrinisck>en Soldaten, welche den Transport des genannten Materials bewerkstelligen, betreten die Stadt ohne Waffen und 3. bis zur Beendigung des Materialtransportes üben einige montenegrinische Offiziere ^gemeinsam mit Offizieren des internationalen Detachements Polizeibefugnisse aus. 4. Bis zur Anwerbung der Poft-, Telegraphen- und Zollbeamten werden montenegrinische Beamte dafür verwendet. 5. Montenegrinische Soldaten, die seit den Transporten beschäftigt sind, können vom Admiral im Bedarfsfälle zur Hilfeleistung herangezogen werden. Bei der gestrigen Ankunft des Admirals war auch das Konsularkorps zugegen, dessen Mitglieder durch den Doyen vorgestellt wurden. Gilt Mordairschlag aus Enver Bey. Berichten aus Konstantinopel zufolge ist am letzten Freitag in der Nähe der Stadt aus einer Entfernung von 200 Metern aus einer Soldaten gruppe auf Enver Bey geschossen worden. Enver Bey sei verwundet vom Pferde gefallen. Die Pariser Finanzkonsercnz. Paris, 15. Mai. Die Regierung brachte in der Kammer eine Kreditvorlage voir 50000 Francs zur Deckung der Kosten für die in P a r i s st a t t f i n d e n d e Rcttungserpeditlon für Lchröder-Stranz. Kristiania, 15. Mai. Kapitän Staxrud sandte an das Ministerium des Auswärtigen aus Spitzbergen am 14. Mai folgendes Telegramm: Bin mit Rüdiger und Raabe in der Adventbai an gekommen. Wir kamen am 20. April mit elf Renn Heren und vierzehn Hunden in der Treurenbergbar an und fanderr die Verhältnisse und das Wetter ungünstig. Die Reise nach dem Nordostland zur Nachforschung nach Sckrroeder- Stranz tmtrbe deshalb vorläufig aufgeschoben. Rüdiger und Raabe wurden nach Green-Harbour in Sicherheit gebracht. Am 2. Mai gingen mir über Inlandeis nach dem Ostsjord und der Jijdebai ab. Rüdiger wurde liegend über das Inlandeis gezogen. Die RennHere wurden infolge Futtermangels geschlachtet. Wir erreichten das Depot in Korspvnt Hhtta am 10. Mai. Nachforschungen ergaben, daß D e t t m c. r s und Möser im Oktober in der Wijdebai "ertrunken sind. Eberhard von Norwegern verlassen, war in der Weilmachtsnacht zehn Kilometer westlich vom Hause an der Mosselbai erfroren. Koch und Stave sind am 24. Februar an Tuberkulose erlegen. An Bord des Schiffes ist massenhaft Proviant vvr- hairden. Schröder und S t r a n z werden noch immer v e r - in i ß t. Es wird ein Unglück befürchtet. Ich gehe sobald als möglich von Treurenbergbai nach Nordostland ab. Lerner traf am 30. April in der Mosselbai ein und wollte mit uns zusammenarbeiten, was uns aber nicht zusagte. Seine Expedition ist eine kombinierte Rettungs- und Fangexpedition. * K.-K. Das Hegau in Gefahr! Wer kennt das Hegau, die Reihe der stolzen Berge Lioheirtwiel, Hohrnstosnln, Hohen krähen, Mägdeberg und Hohenhöwen? Sie steigen im Angesicht des Bodensees aus der iSbene auf, sie sind ein natürlicher Bergkranz von milder Schönheit. Wer sie keimt, wird erschrecken, weam er erfährt, daß an einem' von ihnen, dem zweikuppigen Hohen- stoffel, ein schlimmer Streich verübt tverden soll. Es wird ein Basaltwerk errichtet, an sich eine l>armilos aussehende Anlage. In der Höhe werden die alten Felsen gebrochen, zerkleinert und auf einer Schwebebahn ins Tal befördert: über deal schönsten Teil des Hegaus, zwischen Weiterdingen unb Mühlhausen, führt diese Drahtseilbahn vom Hohen staffel herunter, mit vielen eisernen Masten bis zu 23 Meter hoch, mit Schtwebewagen voll Basalt. Schon ist ein großes Stück Wald gefällt. Es ist keine gewöhnliche Unternehmergesellschaft, die hier anfängt, das .Hegau anzubeißen. Der Eigentümer des einen Bergteils, Freiherr von Hornstein in Muirchen, geht mit fürsteirbergiftlnem Kapital dem Berg seiner Väter zu Leibe. Gewiß, auf bein' Papier gehört der Berg bent Freiherrn von Hornstein. In Wahrheit gehören sie dem Volk, dem Land, nicht dem Groß Herzogtum Baden, sondern Deutschland. Wir alle haben ein Recht, daß diese Berge in ihrer Oiesamtheft unalkgetastet bleiben. Fragt die Maler, die Forscher, die Dichter, die Leute, die es wissen nmssen; es würde leicht sein, in kurzem tausend Unterschriften von Männern, die Geivicht haben, in scharfem Einspruch vorzulegen, wenn es nötig wäre. Wem? Welche deutsche Bel/ürde gibt heute rwch die Erlaubnis zu solchen Dingen, die nicht etwa im öffentlichen Interesse geboten sind, sondern aus privatein Ewwerbsgeist entspringen? Weiß sie sich nicht als Sloilyrmn und Hüterin ihrer Natur- denimale? Wenn der Anfang mich imbcbcntaib scheint, — was werden moderne Maschinen in 20 Jahren aufgeftessen haben? Man macht aus Burg und Berg 5)vhenstoffel keinen Straßenschotter, otync baß die Lebenden, die ihre Augen kvackMchaften haben, ihr Recht geltend wachen. Dr. Ludwig F i n ck h. Hk. Die Handschrift des hamburgischen Stabt rechts von 1 497. Die Gesellschaft ber Bücherfreunde zu Hamburg hat in ^Aussicht genommen, die im Staatsarchiv befindliche Handschrift des hamburgischen Stadtrechts von 1497, bereit Miniaturen für die Erkenntnis de§ Rechtslebens und der Kultur und Kunst im Hamburg am Ausgange des Mittelalters eine einzigartige Bedeutung haben, mit allen Mitteln neu seitlicher Vervielsältigungskunst als Drei färb eulichtdruck weiteren Kreisen zu erschließen, denn das kostbare Original kann nur wenigen zu behutsamer Einsichtnahme zugängig gemacht werden. Der ge- nannten Gesellschaft soll zur Herausgabe ber Handschrift von der Hamburger Bürgerschaft ein Zuschuß von 8000 Mark bewilligt werden. — Neue etruskische Funde. Aus Rom wird berieiltet: Zur Mfdeckung bisher unbekannter wertvoller Wahrzeickxm altetruskischer Kultur führten in diesen Tagen Ausgrabungen in Veji bei Rom. Es gelang die Freilegung des unteren Teiles eines amplsttheatralischeit Bauwerkes, das aus gewaltigen Tuff- steinguadern errichtet war und bis zu einer Diese von' 4 Metern in die Bergoberstäche eingegraben war. In dem Bauwerk fand man eine Reihe interessanetr keramischer Arlwiten, vorwiegend Hausgeräte aus ber späteren etruskischen Periode. Zugleicl^ ent' deckte man den uiwersehrten Teil einer Nekropole mit alten Gräbern. Die Nekropole geht nach bent Urteil der Gelehrten auf das 9. vorchristliche Jahrchindert zurück, weist aber in seinem nordöstlichen Teile Gräberstätten späteren Datums auf. Hier ent - deckte man eine rechteckige Anlage ber Gräber und Särge, die reichen Schmuck aus Sbtodjien und Bronze zeigten, sonne präch tige Schmuckstücke, Halsketten aus einer glasartigen Masse und aus Bentstein. internationale Finaiizkonfercnz ein, beten Dauer auf etwa drei Neonate veranschlagt wird. Das Er- ösfnungsbatum wurde neuerdings und zwar auf den 2 7. Mai vers ch oben, doch ist auch dieser Zeitpunkt noch ungewiß, da man befürchtet, daß bis dahin die Friedens-- Präliminarien noch nicht unterzeichnet sein werden. Aus Athen wird gemeldet, daß die griechische Regierung das lebhafteste Widerstreben dagegen empfinde, ihren Londoner Gesandten die Ermächtigung zu erteilen, die Präliminarien in der von den Großmächten vorgeschlagenen Form zu unt-erAeichnen. Erklärungen des französischen Ministerpräsidenten über die Einführung der dreijährigen Dienstzeit. Paris, 15. Mai. In der Sitzung der Kammer wollte das Mitglied der geeinigten Sozialisten Du r a f o ur die Regierung fragen über ihren Beschluß, den Jahrgang, der am 1. Oktober entlassen werden sollte, unter den Fahnen zurückzubehalten Der unabhängige Sozialist Augag- n e u r verlangte, daß die Anfrage mit der Erörterung über den Bericht des Abgeordneten Pate, der gestern der Kammer vorgelegt mürbe, verbunden wird Der Ministerpräsident erklärte, neben den Ver- antlvortlickfteiten der Kammer gebe es auch solche der Regierung. Die Anfragen hätten ihren Ausgangspunkt in den Erklärungen, die er in Caen abgegeben habe; aber bereits Ende "März habe die Regierung ihren Entschluß angetündigt. Wir beharren darauf, sagte er, sie (st die Erfüllung einer gebieterischen Pflicht. (Sehr gut im Zentrum.) Das Gesetz von 1905 ließ der Regierung die Freiheit, unter ihrer Verantwortung die Umstande und die Stunde der Entscheidung M bestimmen, Gewiß werden bereits heute dringende Umstände im Oktober nicht weniger dringend geworden sein. (Beifall auf verschiedenen Bänken.) Minisberpräsident Bärthou führte weiter aus: Die Bedürfnisse der Landesverteidigung verpflichten die Regierung, den Artikel 33 des Gesetzes von 1905 anzuwenden und die Beschlüsse rechtzeitig anzukündigen, um die Durchführung zu ermöglichen. Der Artikel wäre unwirksam, wenn er die Regierung nicht berechtigte, für den neuen Jahr ga n g nötige Maßregeln zu treffen. Es ist die höchste Zeit für den Barackenbau und den Reitpferdekauf. (Beifall im' Zentrum und einem Teil der Linkem! Das Vorgel>en der Regierung bezweckt nur, rechtzeitig Material für die Mannsthaftsvermehrung bereitzuhaltem Tie Regierung übernimmt die Verantwortlichkeit dafiir, ohne die Vorrechte der Kammer schmälern zu wollen, welche frei beraten und abstimmen tönne. (Beifall im Zentrum, auf der Rechten und einem Teil der Linken, die äußerste Linke schweigt.) Augagneur antwortete: Da die Regierung sich nicht acht Tage gedulden wolle, die Aussprache durch Erklärungen versteckter weise eröffne, nähmen seine Freunde sofort den Kampf auf. (Beifall bei einem Teil der Linken und der äußersten Linken. Das Zentrum lacht ironisch bei der von Durafour begründeten Anfrage.) Durafvur machte dein Ministerpräsidenten Vorwürfe, daß er eine so schwerwiegende Erklärung wie die über die Zurückbehaltung der Jahresklasse in Caen und tricht in der Kammer gemacht habe. Der Redner, der vom Zentrum und der Rechten unterbrochen und nur von einem kleinen Teil der äußersten Linken applaudiert wurde, protestierte gegen die Zurückbehaltung unter den Fahnen um) fragte, ob die Maßregel nicht im Auslande als ein Zeichen der kriegerischen Politik gedeutet werde (Widerspruch auf verschiedenen Bänken). Der Redner nannte die Maßregel ungesetzlich, verfassimgLwidrig und eine Verkennung der Rechte des Parlanrenls und der Ration. Auf wie lange, fragte er, ist die Zurückbehaltung beschlossen? Augenscheinlich für längere Zeit. Tie Demokratie muß sich fragen, ob es sich dabei nicht um einen gegen sie gerichteten Schlag handelt? Uebrigens scheint die Ankündigung der Zurückbehaltung die Annahme des Gesetzes über die dreijährige Dienstzeit zu präjudizieren. Alles was für Frankreich getan ivirb, muß für und durch die Republik geschehen. (Beifall auf denselben Bänken wie vorhin.) Der Radikale Lach and erklärte es für unmöglich, die Belegung der Kasernen zu fteigeni, ohne in hohem Maße die hygienischen Einrichtungen zu beeinträchtigen und die Sterblichkeit pes Heeres zu vergrößern. Der Kriegsminister unterbrach den Redner und versicherte, keine Kaserne werde 511 stark belegt werden. Hierauf nahm Ministerpräsident Barthou wieder das Wort. Barthou erinnerte daran, daß er vor dem Heeresaus- schuß schon vor den Osterferien seine Absicht, eine Johresklasse unter den Fahnen zurückzubehalten, angekündiqt habe und damals klar ausgesprochen habe, er werde im Mai schlüssig werden. Er werde feine pessimistischen Worte gebrauchen und er habe in keiner Weise die Absicht oder das Recht, die äußere Lage schwarz zu malen. Man dürfe sich nicht embilden, daß alle Schwierigkeiten und alle Gefahren sür den Frieden Europas schon überwunden feien. Man müsse demnach von den Erfahrungen, die mit dem (besetze von 1905 gemacht worden seien, Gebrauch macken und besonders die Schaden, die es den berittenen Waffen gebracht habe, heilen. ,L ärmende Unterbrechungen aus der äußersten Linken, beson- devS von I au res, dem von rechts geantwortet wird: „Sprechen Sie doch Deutsch!" Die Sozialdemokraten erwidern die Zurufe.) Barthou erwähnt das Dementi, das der französischen Berechnung von der U e b e r l e g e n b e i t Deutschlands in der Friedensstärke von 130 000 Mann von deutscher Seite entgegengesetzt worden sei. Er meint aber, daß das Dementi noch kein Beweis sei. Die offiziellen Dokumente beider Länder erlaubten keinen Widerspruch. Angesichts der Lage, wie sie am 1. Oktober sein werde, hätte die Regierung die Pflicht, von deni Artikel 33 Gebrauch zu machen Wegen des Zeitpunktes, wann die Zurückbelxiltung des dritten Falwganges arrzulünoigen ist, beruft sich Barthou. auf die Autorität Frepeinets: betreffend die Dauer der Zurückhaltung erklärte er, das (besetz spreche von vor läufiger Zurückhaltung. Nehme die Kammer den dreijährigen Dienst an, so werde die Znrückl>ehaltung durch das neue Gesetz gedeckt (Lärm links), nehme die Kammer die dreijährige Dienstzeit nickt an, so würde die Regierung traft des Artikels 33 gemäß ihrer Verantivortlichkeit handeln, wie sie bereits angekündigt habe. (Unterbredningen.) 3 au re $ erörterte heftig den Entschluß der Regierung, der die Kammer zu einer v 0 r z e i t i g e n F e st t e g u n g für die drei jährige Dienstzeit bringen wolle Barthou erwiderte mit dem Hinweis ans die nahe bevorstehende Ueberlegenheit eines benack barten Staates. «Beifall im Zentrum und auf verschieden-'!, Bänken. Lärm bei der äußersten Linken.) Jaurßs «ahm die Antwort BartbouS als ein Geständnis auf, daß es sich um eine dauernde Zurückbehaltung des dritten Jahrganges iwtnMe. Die Abstimmung der Kammer. Nach lebhafter Aussprache lehnte die Kammer die Priorität der von der Neuerung zurückgewiesenen Tagesordnung Breton mit 315 gegen 241 Stimmen ab Das Abstimmungsergebnis wurde von den Sozialisten und Radikalen mit ftürmifu m Best> 1: ausgenommen, die darin den Bewe, • dafür erblicken, daß N Regierung ihre MOrtzeit mir den Mitgliedern der Rechten, den Nationalisten und Gemäßigten verdankt. Darauf wurde die Tagesordnung Verlöt und Pvurksuery, in welcher der Erklärung der Regierung die Zustimmung erteilt wird, mit 322 gegen 15-5 Stimmen angenommen. Die Abreise der pnnzreckentenpaarer von Sayern aas Darmstadt. bs. Darmstadt, 15. Mai. Nachdem der Prinzregent Ludwig von Bayern heute vormittag einige städtische Einrichtungen wie das Hallenschwimmbad usw. besucht hatte, erfolgte 12.35 Uhr die Abreise des bayerischen Fürstenpaarcs nach Kissingen. Wie beim Empfange, so hatte sich auch heute bei der Abreise ein zahlreiches Publikum eingeftindeu, das den greisen Prinzregenten und seine Gemahlin lebhaft begrüßte. Das Großherzogspaar gab seinen Gästen natürlich das Geleit. Aus Anlaß des Besuches finb auch eine Reihe Orden verliehen worden, von denen wir nachstehend einige nennen: Der Prinzregent verlieh: Dem Staatsminister Dr. von Ewald des Großkreuz des St. Michaelsordens; Prvvinzial- bireftor Feh das Komturkreuz 2. Klasse des Bayerischen St. Michaelsordens: Geheimerat Röm Held das Komturkreuz mit Stern desselben Ordens; Oberbürgermeister Dr. Glässing und Geh. Legationsrat Dr. N e i d h a r t das Elsrenkreuz desselben Ordens, Regierungsrat Genn e s und Generaldirektor Dr. Eger den St. Michaelsorden 3. Klasse, Poliz-eiamtmann Stumpf beit St. Michaelsorden 4. Klasse. Das Verdienst kreuz des St. Micksaelsordens mit der Krone erhielt Revierpolizeikommissar K v - walke, das Verdienstkreuz des St. Michaelsordens die Polizeiwachtmeister Schäfer und Neff, die silberne Medaille desselben Ordens die Schutzleute Kühne und O e chle r. Ten Obermachtmeistern Hch. E i d e m ü l l e r und Ludw. H e l d im Gcn- darmerietorps ivurbe das Militärverdienstkreuz 1. Klasse verliehen. Der Groß Herzog hat verliehen: dem Generalleutnant ilnd Generaladjutanten v. Walther, dem Hofmarschall Freiherrn v. Laßberg und deni Kabinettschef Staatsrat v. Dandl das Großkreuz des Philippsordens, dem Generaladjutanten Oberstleuttrant Grafen zu Castell das Komturkreuz 2. Klasse, dem Ordonnanzoffizier Freiherrn von der Tann das Ritterkreuz 2. Klasse, dem Obermedizinalrat Leibarzt Dr. v. H 0 e ß l i n das Ehrenkreuz, dem Hofvat Walter das Ritterkreuz 1. Klasse, dem Kgl. Rat Naab das Ritterkreuz 2. Klasse des gleichen Ordens. Ferner erhielt noch der bayerisch ßsesandte am Darmstädter Hof, Gras Moy, das Kmnturkreuz 1. Klasse des Philippsordens mit der Krone. Bad Kiss in gett, 15. Mai. Prinzregent Ludwig ist heilte nachmittag von Darmstadt zur Einweihung des neuen Regentenbaues hier eingetroffon. Tie Stadt ist festlich geschmückt. Die Entwürfe für das neue Kurhaus entwarf Geheimrat Littmann-München. Ausland. Der deutsche Botschafter in London, Fürst Lichuowsky, ist nach Berlin ah gereift. ALLS StaöL Gießen, 16. Mm 1913. ** Einfuhr von Pflanzen in den Vereinigten Staaten. Das Ministerium des Innern hat dem landw. Institut der Landesuniversität Gießen, der Wein- und Obstbaus chu le Oppenheim und der La n d wi r t s ch a f t s ka mm er für Hessen die Untersuchung der für die Ausfuhr nach den Vereinigten Staaten von Amerika bestimmten Pflanzen und die Ausstellung der Untersuchungszeugnisse nach § 1 des Pflanzenguarantäge- gesetzes der Vereinigten Staaten.vom 2. August 1912 übertragen. Für die Untersuchung und die Ausstellung der Zeugnisse werden Gebühren nicht erhoben. "Ernannt wurde der Amtsgerichtsdiener bei dem Amtsgericht Herbstein Gg. Bormuth zmn Kanzleidiener am Landgericht der Provinz Oberhessen. • • Baugenossenschaft. Die ordentliche Mitglieder- Versammlung der Baugenossenschaft des Evang. Arbeitervereins ffndet nicht, wie irrtümlich mitgeteilt wurde, morgen (17.) statt, sondern erst Samstag, 2 4. Mai. (S. Anzeige.) ** Der Konzertverein beschließt sein Konzertjahr am Mittwoch, 28. Mai, mit einer Darbietung größten Stils. Er wird das „R c g u i e m" von Hektor Berli 0 z zum ersten Male in Gießen zur Aufführung bringen. Für das gewaltige Werk steht ein Ton- und Gesangskörper von nahezu 250 Personen zur Verfügung. Tie aus einem Haupt- und vier Nebenorchestern bestehenden Jnstrumentenmassen, die seine Aufführung erfordert, werden von dem verstärkten Palmengarten orche st er aus Frankfurt, unserer Regimentskapelle und einer Anzahl anderer auswärtiger Musiker gestellt. Diesem Massenaufwand steht eine entsprechende Sängerschar in dem durch den B a u e r s ch e n Männerchor unterstützten und somit beträchtlich vermehrten Akademischen Gesangverein gegenüber. Das Konzert findet am Mittwoch, 28. Mai, in der Stadtkirche statt. Am Tage vorher, abends, ist die öffentliche Hauptprobe. * * Wie uns Bako f s Kammer-Lichtspiele mit- teilen, ist es gelungen, auch den Prinzieu .Heinrich au^-u- nehmeni. Während dieser dem Operateur sagte, daß er weg gehen solle, drehte dieser rasch einigemal die livurbel und der Prinz war aufgenonimcn. * * Für die Wand erfreunde veröffentlichen mir von jetzt ab in der Abteilung „W andern und Reisen, Bäder usw", regelmäßig Freitags einige Vorschläge zu Wanderungen in der näheren und weiteren Umgegend. Landkreis Gießen. g. Annerod, 15. Mai. Hier findet am nächsten Sonntag, 18. d. Mts., das Jahresfest der Kirchen- gesangvereinc vom Dekanat Gießen statt. Als gemeinsame Chöre werden lauter Pfingstlieder gesungen, deren Leitung in den Händen von Professor Trautmann aus Gießen liegt. Am Vortrag der Chöre beteiligen sich die Uirchengesangvereiue von Beuern, Burkhardsfelden, Gießen, Großen-Linden, Klein-Linden, Langgöns, Leihgestern, Lollar, Treis an der Lumda und Annerod. Der Festgottesdiensl beginnt um 2^ Uhr, die Ansprache hält Dekan Gußm a n n. Kreis Friedberg. — Friedberg, 15. Mai. Während der nächsten 14 Tage finden an der Obstbauschule zwei Kurse statt, die Obst- und Gartenbauliebhabern nicht genug empfohlen werden/können. In der Woche vom 19. bis 24. Mai findet der erste Teil deS sogenannten Lieb ha berobslbaukursutz statt. In diesem Kursus werden alle Gebiete deS Obstbaues, die den Liebhaber interessieren, theoretisch und praktisch behandelt, und zwar werden an den Vormittagen Vorträge gehalten, während die Nachmittage ausschließlich zu praktischen Unterweisungen dienen. DaS Honorar beträgt für Hessen 10 Mk., für Nichthessen 15 Mk., während hessische Lehrer wnorarfrei sind. — Ferner findet vom 26. bis 31. Mai der eit einigen Jahren eingerichtete Gartenbaukursus statt, rr soll vor allen Dingen Frauen und Mädchen Gelegenheit geben, sich im Gartenbau, speziell Blumenzucht und Gemüsebau, weiter auszubilden. Da diese Kurse nur sechs Tage dauern und so eingerichtet sind, daß für entfernt Wohnende die Eisenbahn täglich zur Her- und Rückfahrt benutzt werden kann, so ist der Besuch mit geringen Kosten verknüpft und daher ganz besonders auch für unfere Hausfrauen und jungen Mädchen sehr geeignet, die sonst schlecht abkommen können. Näheres ist durch die Direktion der Obstbauschnle zu erfahren. r. Bad-Nou heim, 15. Mai. Unser Kurtheater brachte gestern abend als vierte Neuheit in zwölf Tagen — am 2. d. Mts. wurde das Theater eröffnet — das Schauspiel „Hinter Mauern" von Nathanscn zur Aufführung. Die '-Absichten des Verfassers, die große Kluft zwischen Juden- und Christentum zu überbrücken, wurden mit viel Verständnis und Sympathie auf genommen. Durch die vorMgliche Darstellung der Hauptrollen „Levin" Walter Dworkowski, „Sara" Auguste Frenzel und „Esther" Alice Dagny, verbunden mit sehr geschickter Regie, erzielte das Werk einen starken, nachhaltigen (Srfolg. — Mit einer glänzenden Beleuchtung des Kurhauses, bei der etwa 5000 Gasflammen zur Verwendung kamen, erreichte die Tagung des Hessischen Landes- lchrer-Vereins gestern ihren Abschluß. — Heute vormittag versammelten ^»ich die Bürgermeister des Kreises Friedberg zur Besprechung verschiedener Verwaltungskragen in der hiesigen Turnhalle. Ten Vorsitz führte Kreisrat Sckliep- hake. Oberingenicur 0. Stadler von der lleberlandanlagc der Provinz Oberhessen hielt einen Vorttag über die Hock -= und Niederspannungsleitung in Br andf allen. Ein gemeinsames Mittagsessen vereinigte ungefähr 75 Teilnehmer. — Unsere Ortskrankenkasse, die zurzeit ein Vermögen von beinahe 44 000 Mk. anfzuweisen bat, beschloß in ihrer gestrigen Hauptversammlung einstimmig, daß die Kasse als besondere Ortskrankenkasse forthefteben soll: ein dem Beschluß entsprechender Antrag wird beim Oberversicherungsamt gestellt werden. Ms Vertreter des Dersicherungsamtes wohnte Kreisamtmarm Dr. P r 0 b st der Versammlung bei. — Das heute abend veranstaltete 3. Sinfonie-Konzert der Kurkapelle brachte nur Wagnersche Kompositionen. Zum erstenmal in dieser Saison war der große Saal des Kvnzerthauses — einschließlich der Logen — beinahe ausverkauft. — Ein aufregender Vorfall 'spielte sich gestern in einem hiesigen Hotel ab. Der Hausbursche H e m m i n g war wegen Widersetzlichkeit und Trunkenheit von seinem Arbeitgeber entlassen worden. H. weigerte sich, das Hotel zu verlaffen und ein Schutzmann mußte herbeigeholt werden, der den rabiaten Burschen entfernen sollte. Die Aufforderung des Schutzmanns, das Haus zu verlassen, beantwortete Hemming damit, daß er dem Beamten mit einer von der Wand gerissenen Papierschere einen tiefen Stich in den Arm versetzte und ihm Verletzungen an der Nase beibrachte. Der Schutzmann mußte blank ziehen, um sich 'seiner Haut zu weh-ren. Erst als noch zwei Schutzleute zur Hilfe gekommen, konnte der wie wild um sich schlagende Mensch gefesselt dem Polizeiamt zugeführt werden. Starkenburg und Rheinhessen. X Darmstadt, 15. Mai. Anläßlich des Geburtstages des Kaisers von Rußland findet am Montag, 19. Mai, vormittags 11 Uhr, in der Russischen Kapelle auf der Mathildenhöhc Gottesdienst mit anschließendem feierlichen Tedeum statt. RB. Darmstadt, 15. Mai. Die Erziehungsanstalt „O h l y - st i f t" in Grafenhausen begeht am Samstag ihr 2 5 j ähriges Jubiläum. Die Anstalt steht unter dem Schutz der €>tabt Darmstadt und ist ein Werk des Oberbürgermeisters Ohly. Die Anstalt betreibt Landwirtschaft, Biehtzucht und Gärtnerei, muh hat sie ihre eigene Schneiderei und Schuhmacherei. Ihre Einnahmen fließen hauptsächlich aus Pflegegeldern und dem Land' Wirtschaftsbetriebe. Dazu kommt ein Zuschuß aus der städtischen Sparkasse mit zurzeit .4000 Mk. und eine StautÄbrilülse von 1200 Mk. jährlich, sowie Beihilfen ans Bezirkssparkassen usw. Die Einnahmen für 1911 betrugen 59 050 Mk., die Ausgaben 56 149 Mk 1912 wurden 92 Knaben und 49 Mädchen verpflegt Die Durchschnittszahl der Pfleglinge betrug 84. Die Anstalt -a/ seit ihrem Bestehen vielen Hunderten von Kindern eine Heim^ statte geboten, wo ihnen Ordnung und Zucht, Liebe und Verstehen die Wege zn einem pflichtbewußten Leben öffneten. — Offenbach, 15. Mai. Am Sonntag treten die Vertreter der hessischen Verwaltungsstellen des Bundes der technisch-in dustriellen Beamten hier zu ihrem Gautage zusammen. Aus der reichhaltigen Tagesordnung verdient hervorgchoben zu werden der Vorttag „Die Arbeitszeit im technischen Bo- r u , den Dr. med. W. Hanauer- Franffurt a. M. übernommen hat. Daneben werden die Bertteter den Bericht der Gauleitung sowie der einzelnen Verwaltungsstellen entgegen» nehmen und jne Ergebnisse des kürzlich in Berlin abgehaltenen 9. Bundestages bespveckmi. Der Tag-wrg geht am Vorabend eine öffentliche Versammlung voraus, in der Ingenieur Sandrock- Berlin über das Thema „Ziele und Wege der modernen Angestelltenbewegnng" sprechen wird. w. Mainz, 15. Mai. Nach einem Begrüßungsabend in der Stadthalle nahmen heute vormittag unter Leitung be3 Direktors der Münchener Hof- und Staatsbibliothek Dr. Schnorr von CarolSfekd die auf zwei Tage berechneten Beratungen des XIV. Deutschen Bibliothekartages ihren Anfang. Es sind hierzu über 100 Teilnehmer auS aller Teilen Deutschlands erschienen. Hauptsächlich l)andelt es sich um interne Berufsfragen. Hessen-Nassau. [] Kirchhain, 15. Mai. Bei bet in der Ohm bei Schönbach gelandeten Leiche soll eS sich um einen bei bet Wohratal-Bahn beschäftigten ausländischen Arbeiter handeln. Ob er freiwillig inS Wasser ging ober ob ein llnglücksfall vorliegt, weiß man nicht. Vvut Feldb-^rg, 15. 9Rai. Seit gestern hat das elektrische Licht auch d-en Feldberg endgültig erobert. Zunr ersten mal erstrahlte der Gipfel mit fernen Gasthäusern int Glanz der Glühlampen und leuchtete durch die Kare Luft tocit in die Ebene hinab. Prinz-heinrich-Zlug. K o bl c n z—K arts ruhe. Den Flug haben in Zivblenz 12 Flieger augetreten: Schlegel, Frhr. v. Haller, Suwelack, Frhr. v. Tbüna, v. Hiddessen, Jolv, Canter, Carganico, Thelen, Kastner und Bearllieu. Die zuerst abgefahrenen Flieger sanden bis Frankfurt leidliche atmosphärische Verhältnisse vor, die mittags gestarteten Herren kamen von vorn herein in stark bewegte, plötzlich auf- oder absttömeude Luftmasien hinein. Alle aber fanden von Frankfurt bis Karlsruhe die denkbar schlechtesten FlugverhÄtniffc vor, da namentlich aus den Seitentälern des Gebirges die katten Luftmassen in die stark erwärmte und daher aufgelockerte Atmosphäre des Rheintals toqrt lich genommen ist neinstürmten. Die Kurven der Höhenmesstr markieren in ihren großen Ausschlägen die Bewegung der Luft- massen deutlich. Tie Feuchtigkeit der Luft bewirkte außerdem einen schlechten Gang der Motoren In Karlsruhe sind am Mittwoch gelandet: Als 1. Leutnant v. Hiddessen, der als einziger schon am Morgen eintraf. Am Nachmittag und Abend kamen noch: Canter, Schlegel, Jolv und Car ganico. Am Donnerstag früh erschienen iwck: Tl»elen, Coerper und v. Beaulieu. Alle Flieger kamen ziemlich erschöpft an: sie bekundeten übereinftiminend, daß an ihre Ausdauer in Bedirmmg der Steuerorgane die denkbar höchsten Anforderungen gestellt wurden. Tie Anstrengungen seien fast übermenschlich gewesen^ 2uwelack beispielsweise wollte in Heidelberg vorschriftsmäßig en in die Bäume hineingeworfen, wobei es natürlich ohne Schaden nicht abging. Der Fluggast wurde ün Gesicht leicht verletzt, der Motor start beschädigt. rernigt M allein M M ohne, H p schädliche^ Zt/aschezu taten SUNUClif K SEIFE > SEIFE y,/ ^zzz H U garanßrt H y reine# ' Jeifenproduid. .w W k L tt. des Geburt?' bet am Montag jchen Kapelle au? fjlicgenbem feier- itt^Lyäi i« d-r D”£. *tinm 1 jch°» arb2 y Sä !Ä| .oormittag ta.. 2?^.Iried- Eiing^gEn i« «3t« 6ili(S .tactlurtonit,, SG di- M ^ünehmv. nn wnbgen bcr ?Ä Enger, ^.berottbac Orts “B entsprech^der meiden. M ^rnntmcmt Dr. wend Deroafttittir tc mir Nagnersck- ’n nxn der M «grn - beimhe te s>4 Qffamt in '»ing mar wegen Arbeitgeber ent» zu verlassen und bcr den rabiaten des AmtzmiW, g damit, daß er «en Papierschere ! P'rlexiingkn an blant ziehen, mn I Mi Ächhlevte jchlageÄc Leuch „i/f in fttw' r%ib»lcB' 5 fe-SS ktt*! ir - ■\*wi vi*C BaivtaÜ Lhlv^ br -5 jährige- ■5dniR der StttV rifter? Ohlh. Tic !> <5crtitaei, oarh chem, M n mid dem Saiß' ans der ftäbtifta waMfä «n !t'ivrtaffa w? f , pie Nusgabv tLcherr Dre ÄM'F V toten eme y® M und Berieten. treten die * 5 der techmMf ;: zusammen, H gehoben zu M chnischen St-fll !furt a. N. titz I l tvjt Bericht ta | Hellen entgegn H Ltg-, ghgehaliem ■ cn" Koraoend et H ruir Sonbtod ■ dcr modernc'W '-Acarüßung^b^W iw!--!«i°»S7W „ISbiblick« '-‘i.t ,I°rt°g-3 iM ,-dm-r °»s » | ich t)*11 -3 ’ |l KwarkKruhlE, 14. Mai. Ingenieur Thelen, der in Heidelberg «ne Zwischenlandung trorgenommen hatte und dort heute früh UM 4,33 Uhr aufgeftregnt war, ist um 5,22 Uhr hier ein- getrdffat- Lt. Gverp-cr, der gestern gleichfalls in Heidelberg geblieben tottr, ist dort heute früh 4,44 Uhr aufgestiegen und um 5,12 Uhr hier anyekommen. In Koblenz startete heute früh 5,30 Uhr Lt. Blüthgen, mußte aber bei Buchholz im Hunsrück eine Lcackmng vornehmen, weil sein Flugzeug nicht melir trug. Karlsruhe, 15. Mai. Prinz- Heinrich ist gestern abend um 11,15 Uhr vvn Neustadt a. d. H. hier eingetvoffen und hat beim preußischen Gesandten am! Badischen Hofe, v. Eisendechw, .Wohnung genommen. Karlsruhe, 15. Mai. Lt. Frhr. v. Thüna (Nr. 3) ist mn 7 Uhr, tum Eckenstein kommend, hier eingetrofsen. Äiis Neustadt a. H. konimt die Meldung, daß Lt. Kastner (Nr. 5) um 6,54 Uhr gestartet sei. '— Bei den Schauslügen, die heute nachmittag, vorn Wetter begünstigt, stattfanden, raaren u. a. zugegen: Prinz Heinrich vvn Preußcm und das Prinzenpaar .Max von Baden mit Kirchern, sowie der preußische Gesandte v. Eisendecher. Karlsruhe, 15. Mai. Lt. Kastner (Nr. 5) ist imi 7,47 Ulst gelandet. — Heute vormittag ist Lt. König auf Otto-Zweidecker aus 'München hier eingetvvffcm. Karlsruhe, 15. Mai. Wie die Oberleitung des Prinz-- Heinrich-Fbugs ftnitteilt, M der Start auf morgen früh 5 Uhr festgesetzt. Die Startteitung hat Major Siegert. !Zs tvird cruf- gekuirt gegen einen von Osten kommenden Feind und die Flugzeuge müssen bei dcr Aufklärung 800 Meter Holst einnehmen, das sie begleitende Luftschiff 1500 Meter. Bei der Sammel stelle Pforzheim nrüssen sämtliche Flugzeuge landen. Die Beobachter müssen ihre Beobachlungcn rm Flugzeug schreiben und einem GeneralstabsoMzier abgebcn, worauf sie weiter nach Straßburg fliegen können. Die Lastwagengruppe unter Führung des Grafen Pfeil marschiert morgen kriegsmäßig. Karlsruhe, 15. Mai Lt. Beaulieü ist um 8,2 Uhr hier getanbet. Ferner ist aus Straßburg Oberleutnant Täufert cingctrvffen. Frankenthal ^Malz), 15. Mai. Lt. v. Beaulieu bat gestern abend gegen 8 Uhr hier eine Notlandung vorgeuomm.cn, und N betete morgen gegen 3/47 Uhr wieder aufgestiegen. Neustadt a. d. H., 15. Mai. Li. Beaulieu passierte die hiesige Kontrollstatton heute früh irm1 7,3 Uhr und Heidelberg um 7,33 Uhr. Lt. Kastner befindet sich mit seinem Flugzeug noch hier. Lt. Koerper und Lt. Carganico passierten gestern abend 7,31 Uhr fast >gleic^>eittg die hiesige Kvntwllftatton, ohne zu landen. Karlsruhe, 15. Mai. Lt. F-reiherr v. Haller wird mit einem neuen As-parat von München hierher kommen, um an den Äüfklärungsübungen ieilzunkchmen. Ingenieur Suwetack ist end- gillttg aus der Konkurrenz ausgeschieden. Karlsruhe, 16. Mai. Auf dem hiesigen Flugplah begann pünktlich um 5 Uhr der Start zum Aufklärungsflug naw Pforzheim. Als erster startete Leutnant Pretzcll. Es folgten in kurzen Zwischenräumen bis 5.54 Uhr Oberltn. Donnevert, Ltn. Bequelüi, Ltn. v. Hiddcssen, Ltn. Coerper, Ingenieur Thelen, Oberltn. Beaulieu, Ltn. Geyer, Ltn. Schulz, Ingenieur SäLegel, Ltn. Schmäickaly, Ltn. Canter, Ltn. Ioly, Ltn. Engwrr, Ltn. Zwickau, Ltn. Cargarttco, Oberltn. Barends, Ltn. Frhr. v. Haller, Oberltn. Täufert, Ltn. Wulff, Oberttn. Ehrhcnckt und als letzter Ltn. Frhr. v. Thüna. Im gauz-en starteten 22 Flugzeuge. Nach einer um 6.20 Uhr eingetroffenen Meldung mußte Ltn. Pretzcll bei Vaihingen a. d. Enz eine Notlandung vornehmen. Das Luftschiff ,,Sachsen" traf, von Baden-Oos kommend, um 3/45 Uhr über dem Exerzierplatz ein, wo cs lange Zeit kreuzte, um sich bann gleichfalls an dem Aufklärungsflug nach Pforzheim zu beteiligen. LMchiffahkt. Die Rettungseiurichtnugen auf dem Flugplatz in Johannisthal. Der Abg. Müller-Meiningen hat im Reichstag folgende Anfrage ein.gebracht: Ist dem Herrn Reichskanzler betarmt, daß die Rettungs- einrichtungen auf dem Militär-Flugplatz in Johannisthal vollständig unzureichend sind und was gedenkt ec zu tun, um so rasch als möglich diese Mißstände abzustellen? Ich begnüge mich mit der schriftlichen Beantwortung dieser Frage. * — Amerikanische Ozeanslie ge r. ÄVus New-Pork wird berichtet: Bis jetzt sind es bereite ein halbes Dutzend amerikanischer .Flieger, die im komnrenden Sommer den Versuch machen wollen, den Ozean zu überfliegen. Die EinzelWten der Pläne sind einstweilen freilich ziemlich verworren, und die wirkliche "Ausführung des Bersuches scheint in allen Fällen hauptsächlich davou abzichängen, in lvelchem Maße die Flieger zur Ergänzung ihrer Gasolinvorräte auf die Unterstützung der transatlantischen Schiffahrt rechnen können. Der Flieger James Mc. Gce aus Pcrwtucket, Rhode Island, ber bereits vor Wochen seine W- sicht eines Ozeanfluges anWudetc, tritt jetzt als der erste mit genaueren Angaben über seinen Plan hervor. Er will am 4. Juli von Newport aus mit einem Hydroäroptan abgehen. „Ich werde geradewegs aus die Kiiste Neufmtalands zufliegen und boabsich- ttgc, dort zu landen. In der Zwischenzeit nreraen längs meiner Route die Schiffe auf bem Meere in Mständen von 300 bis 500 englischen Meilen Aufstellung genommen haben. Diese Schiffe werben auf drahtlosem Wege von meinem Abflug von Neufundland verständigt werden und bleiben, ebenfalls mit Hilfe drahtloser Telegraplch, stets davon unterrichtet, wo ich mich befinde und wie mein Flug verläuft." Zur Orientierung wird sich der Flieger eines Kompasses bedienen: im übrigen will er seine Gasolinvorräte auf den. längs der Fluglirnc stationierten Schiffen ergänzen. Er ist sehr opiinttstisch, glaubt, baß der Flug leine allzugroßen Schwierigkeiten bieten wird, vorausgesetzt, daß das Meer nicht zu unruhig ist und ihm in der Nähe der Vorratschiffe die „Landung" auf der Wasserfläche nicht erschwert. Er rechnet damit, baß wenigstens ß Depotschiffe nötig fein werden, um die Etappenlinie herzustellerr. — Ein Flieger, der abdankt. Nack>dem der amerikanische Flieger Lincvlic Beachel, in den letzten Jahren sieben seiner besten Freunde und Kollegen durch Flugzeugtatastrophen verloren hat, kündigt er jetzt beit Entschluß an, nach diesen bitteren Erfahrungen nie mehr ein Flugzeug zu besteigen. „Ich habe genug," sagte er einem New Porter Interviewer und zeigte ihm die Liste von über 200 Fliegern, die bei ihrem gefährlichen Berufe nnftanten. „Man hat mich in Amerika zwar den „Master Birdman" genannt, abpr in Wirtlichkeit lockt nur eine Erwartung die Menge zu meinen Flügen, der heimliche Wuusck/, mit anzusehen, wie etwas „passiert". Mle prophezeien mir, daß ich umkomm men werde, und keiner möchte den Anblick versäumen. Und sie zahlen 'Eintrittsgeld in der ^Erwartung, mich sterben zu sehen. In Chicago bat mich im vergangenen Jahre die Mutter meines» Freundes Pearnh, ihm nicht noch mehr gefährliche Tricks zu zeigen. Heute ist er tot. Die Frau meines Freundes Welsh flehte mich an, ihn davon abzuhalten, Spiralen zu fliegen. «Er antwortete: „Beacheh tut cs, also muß ich es aitai tun." Zwei Wochen später flog Welsh eine Spirale, ein Draht riß: und er kam um. Ich hatte das Gefühl, als hätte ich ihn ermordet. „Sie haben ihn dazu gebracht," erklärte mir die Witwe bitter. Kurz darauf schickte mir Mrs. Elp Eürtrittslärten zurück und schrieb: „Mein Sohn Eugen wäre heute noch bei mir, wenn er Sic nie fliegen gesehen hätte." Und so habe ich mir denn gelobt, nie wieder ein Flugzeug zu besteigen." Veachey gilt als einer der kühnsten und besten Flieger ^Amerikas. CaHöwirtJebaft Frankfurt a. M., 15. Mai. Durch Beschluß des Bundesrates ist für den 2. Juni 1913 die Vornahme einer Zwischen-' zäh 1 ung der Schweine im Deutschen R eich angeorbnet worden. Die Zählung erfolgt ohne Verwendung von Zählkatten. Das Ergebnis wird jeweils für iedc Haushaltung mit Schweinen in die von den Zählern geführten Listen eingetragen. SpovL. • Fußball. Kommenden Sonntag spielen aus dein Sportplatz an der Hardt der süddeutsche 12 i g o v e r e i n F.-Cl. O l p m p i a - D a r m st a d t und der hiesige Sportverein von 1 9 0 0 gegeneinander. Bei der gleichen Spielslärke beider Vereine dürste ein spannender Wettkamps zu beobachteil fein. * Hockey. Mitte Juni will dcr Wormser Lawn- Tennisklub gegen den Darmstädter Hockeyklub in (tzießen aus dein Hardt-Sportplatz ein Propaganda-Hockey-Wettspiel ab halten. Vermachtes. * Feuer iw Warenhaus. Aus' Lübeck, 15. Mai, wird gemeldet: In dem Haaren hause von Rudolf Karstadt brach nachts Grvßfeuer mrs. Das Innere mehrerer Stockwerke des großen fünfstöckigen Gefchästsgebäudes wurde vernichtet. Der Sck>aden ist sehr großt Der Feuerwehr gelang es erst nach mehrsttindiger anstrengender Tätigkeit des Feuers Herr zu werden. *Eiscnbvh nun fall in Marokko. Wie aus Rabat gemeldet wird, entgleiste auf bcr Bahnlinie nach MeFines bei Dar-cl-H amr i ein Militärzug. Drei Soldaten rvur- ben getötet und drei nemmnbet. * Unfälle auf See. Aus Paimpvl (Dep. Cotes du Nord) wird gemeldet, daß das Segelschiff „Tourment", das Asc- fang Februar mit 25 Fischern nach Island abgegangen toar, mit der gesamten Besatzung untergegangen ist. Die Segeljacht „Zezettes", die an einer Regatta in St. Trapez teilnehmen sollte, wurde von einem Fischereidampfer auf dem Meere treibend aufgefunden. Der Besitzer der Jacht und sein .Sohn leiben vermißt. * Großfeuer. Aus Buffalo, 15. Mai, wird gemeldet: Ein Getreidespeicher der Eriebahn, bcr 700 000 Bushels Getreide und Mehl enthielt, wurde durch Feuer zerstört. Auch ein Warenspeicher der Eriebahn siel den Nammen zum Opfer. Der Schaden wird auf eine Million Dollars gefchätzt. * Bei einem Wirbelsturm, der die Stadt Stewart (Nebraska) heimsuchte, sind neun Personen getötet und titele verletzt worden. yandel. ** Die 5proz. Staatsanleihe in Gold von 1913 wird am Mittwoch, 21. Mai, in Deutschland zur Zeichnung aufgelegt. Die Nrma Baruch Strauß 'Nachf. nimmt Mnnel- bungen von heute ab entgegen. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetterausstchten in Dessen für Samstag, den 17. Mai 1913: Wolkig, leichte Niederschläge, kühl. Letzte riachrichten. Die Kriegsvorbereitungen Bulgariens und Serbiens. Saloniki, 16. Mai. Die Bulgaren haben 100000 Mann zwischen Doirau und Drumnitza zusantmengezogen, und fortwährend treffen noch neue Truppen ein. Die Tschtaldscha-Druppen werden ebenfalls hierher kommandiert und dort durch Reservisten ersetzt. Die Serben haben gegenüber den bulgarischen Stellungen zunächst 6 00 00 Mann stehen. Weitere 100000 Serben stehen in Bereitschaft. * Mücktritt des englischen Bvtschafkerd in Konstantinopel. Konstantinopel, 16. Mai. Der englische Bot^after Lowther hat seinen Wschied genommen. * Die neuen militärischen Verstärkungen in Frankreich. Paris, 16. Mai. Wie die „France Militair^ meldet, hat dcr Kriegsminister den Korpskommandemen die Weisung erteilt, den Bau ber neuen Äafernen möglichstzubeschleu- n i g c n. Im allgemeinen wurde angeordnet, daß die neuen Kasernen nur ein Erdgeschoß und nur ausnahmsweise ein Stockwerk haben sollen. Osstziös wird bezüglich der Meldung über die beabsichtigte Errichtung eines 21. Armeekorps erklärt, daß dieser Plan erst nach der Bewilligung des Gesetzes über die dreijährige Dienstzeit bewilligt uterben könne. Zum Sitz des künsttgcn Armeekorps sei jedenfalls Epinal bestimmt. VeEisige 11 Hi arwuchs gesunden, schuppenfreion Hanrbadeu schafft Preisd.Rajche C/» /^T |E,H VERSUCH| M-2-Ü-M-3.50 V^OC/ GO 1X3/ ^ERZEUGT das unerreichte, ärztL empf. Haarpflegemittel derParf&merie-Fabrik Godesia ör. Leidecker L Gie. 6. m. b. 6L, Godesberg a. Rh. Zu haben in allen besseren Geschäften. Niederlage in Giessen: Neuestes patentiertes [b*/e mildes erprobtes Abführmittel. Reguliert die Verdauung. 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Bestellungen aus Karten für die Feier im Stadt tdeater sind lnS 26. Mai d. I. bei dem Sekretariat der Bürgermeisterei einzureichen. Ausführliche Programme und KommerS-Liederterte werden im Theater und in der Festhalle zum Preise von je 30 Pfennig abgegeben werden. Wir laden zur Beteiligung freundlich ein. Ein Posten Damen-HalbschtiheQ75 Derby-Schnitt, Lackkappe Ein Posten Damen-Halbschuhe J95 Am. Form u. Absatz, Lackk., elegant“ Ein Posten Damen-Halbschuhe K95 Derby-Schnitt, Lackkappe, elegant Ein Posten Damen-Knopfschuhe£95 Lackkappe, Am. Form und Absatz '■* Ein Posten Damen-KnopfschuheA95 Lackkappe, schw. od. grau, wildl. Eins. Ein Posten Damen-Halbschuhe 775 echt chevr. Derby-Lackkappe 36142 ■ Caf6 Ebel Inh.: Karl Ohm Telephon 586. Samstag, d. 17. und Sonntag, d. 18. Mai Gesangverein Harmonie - 1846 - Stick abend KksanMdt Pünktliches und vollzähliges Erscheinen erforderlich. v,6/4] Der Vorstand. C ,-z 1. Ni N mit E ? ubcr brit Äe unb au 9*" dki» fg,‘« f»?;ö4"ni 3 ..^nbet «ui; HK 8&S8 »«d > trat W Baogeeossenschan des Ev. Arbeitervereins zu Giessen. E. G. m b. H. Dieord.Haupt-Bcrsammlung « findet nicht am 17. I. M., sondern Samstag. 24. Mai l.J. statt. “*** Die das G uck narrt Grosses Sensations-Schauspiel aus Berlin W. in 5 Akten. Der Vorsigcndc deS NussichtSratcS: Dr. tbrausiuüllcr- Bajetie smiWls gießen Sonntag, den 18. d. MtS. Ausflug nach Wetzlar Zusammenkunsl bei VandSmamt Böhm, Biertunncl am Bahnhof Abfahrt 1.30 Ubr mittags Nachkommende: Treffvunkt in Weilar bei Vandömauu Hufnagel > Hotel Von"). -----------Freie Fahrt für Mitglieder----------- Zu zahlreicher Beteiligung ladet ein a 1 , Der Vorstand. > Der Oberbürgermeister: lB,e/6]____________Mecum._______ Gies;ener Ruderklub „Hassia" 1906 Sonntag, den 18. Mai 1913, nachmittags 3*/3 Ubr, Anrndera wozu freundlichst einladet X w