M M I rv MW Erstes Blatt 163. Zahrgang Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. gossenen schmiedbaren Eisens, das je ein menschliches Auge gesehen hatte; es war kein Laboratoriumsvcrsuch mehr, sondern da stand nun in zusammenhängender Masse ein Barren schmiedbaren Eisens, den zwei Bnddclarbeitcr mit ihren zwei Gehilfen unter Verbrauch von viel Feuerung in vier Stunden hätten erzeugen können. Ein zehnzölliger, reiner und gleichmäßiger Barren war in 30 Minuten entstanden, ohne daß ein gelernter Arbeiter dazu nötig gewesen wäre! Jetzt hatte Bessemer den unwiderlegbaren Beweis vor sich, daß wirklich geschmolzene Roheisen ohne Brennstoff — abgesehen von dem, den cs selbst enthält — innerhalb einer halben Stunde auf eine Temperatur erhitzt werden konnte, die vorher nicht bekannt war, während gleichzeitig Kohle und Sizilium daraus entfernt wurden. In diesem Augenblick crsaßtc Bessemer die große Umwälzung, die seine Erfindung Hervorrufen mußte. Der begreifliche Wunsch stieg in ihm auf, den Bessemer- Block sogleich zu Prüfen. Er hatte aber nichts zur Hand, womit eine so große Masse hätte bearbeitet werden können. Schnell ließ er sich ein gewöhnliches Beil kommen. Er führte damit drei starte Schläge unter einem spitzen Winkel gegen eine Kante des Barrens. Glühendes Gußeisen wäre bei dieser Behandlung zersprungen; in den Bessemer-Block aber drang die Schärfe der Axt ein, ähnlich wie ein Messer in Holz, ohne daß Zersplitterungen auftraten. In den folgenden .Tagen zeigte Bessemer den Block einigen Fachmännern; dann hielt er den Vortrag in der British Asso- eiation, kurze Zeit darauf druckte, die Times ihn vollständig ab, und wieder ein paar Tage darauf — 27. August — kamen die Vertreter der Dowlais-Eisenwerke, nicht um seinen Block zu be' sichtigen, sondern um ihm 10 000 Psund für die Erlaubnis anzubieten, nach dem neuen Verfahren jährlich 20 000 Tonnen schmiedbaren Guß zu erzeugen. genommen worden war, wurde in einem ebenfalls ab- gchaltenen Disknssionsabcnb des Fortschrittsvereins vorgelegt und fand auch hier einmütigen Beifall. Nr. 13 Der Sietzener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: d ter mal tuocbentlid' kietzenerZamilienblätter, itDfttnal möcbentl.Kids: Matt für ben Kreis ®iejjen ,Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Landwirtschaftliche seitfragen flermprech - Anschlüsse: ‘h'ir die Redaktion 112, Verlag n. Expedition 51 Adresse h'ir Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen Hur die Tagesnutnmer ti§ vormittags 9 Uhr. Fingerzeig gelten köuntcn: Jetzt ist cs Zeit, loszuschlagen". Das Merkwürdige ist dabei, dgs; der Herr Wetterle mit dem Akzent auf dem e nicht einmal französischer, sondern schwäbischer Abstammung ist. Aber freilich, er hat seine Ausbildung auf der Jesuiteuschule zu Salamanca genossen, also auf einer Schule, welche die Vaterlandsliebe nicht in ihr Programm aufnimmt. Muß man sich doch heute daran erinnern, daß im November v. I. die vatikanische „Civiltc cattvlica" eine Stelle „aus dem Briefe eines deutschen Zentrumsmitgliedes" veröffentlichte, worin es hieß: „Niemals darf Elsaß-Lothringen in Ruhe gelassen werden, so daß beim nächsten europäischen Kriege, worin Deutschland unterliegt, jene Landschaft wieder au Frankreich fällt." Sollte etwa Herr Wetterle jener Reichstagsabgeordncte sein, dessen Name damals nicht bekannt wurde, und glaubt er die Zeit des „nächsten europäischen Kri ges" gekomm.n? Jedenfalls kann gegen dieses schmachvolle Verhalten eines deutschen Volksvertreters, mag es auch strafrechtlich nicht faßbar sein, gar nicht ernst und entschieden genug Protest erhoben werden, wie es erfreulicherweise im Reichstag von mehreren Seiten geschehen ist. Wenn der reichsparteiliche Abgeordnete Freiherr v. Gamp der Meinung Ausdruck gab, Herr Wetterte müßte eigentlich selbst einsehen, daß für ihn im deutschen Reichstag kein Platz sei, so bewies der lebhafte Beifall, daß die ganz überwiegende Mehrheit der Volksvertretung diese Anschauung 'teilt. Aber freilich, nach dem bisherigen Verhalten Wetterlös ist es uoch mehr als fraglich, ob der Herr sich zu dieser Meinung bekehrt, und es wird zumindest eines außerordentlich starten Druckes seitens der öffentlichen Meinung bedürfen, um ihn zu dem höchst wünschenswerten Mandatsverzicht zu bewegen! * Der Vorstand des Straßburger Fortschrittvercins hat in seiner Sitzung am Dienstag, an der die in Straßburg wohnenden Mitglieder des Parteivorstandes der Elsäs.ischen Fortschrittspartei und einige Mitglieder der Fortschri.t- lichen Landtagsfraktion teilnahmen, zum Fall Wetterle einstimmig folgende Entschließung angenommen: Der Reichs- und Landtagsabgeordnete Wetterle hat zu einer Zeit, in der die internationalen Beziehungen aufs äußerste gespannt und in der in unserem Lande int Anschluß an die Ver- fassungsresorm die politischen Leidenschaften noch stark erregt sind, es für richtig gefunden, in Frankreich eine Reihe von Vorträgen zu halten, die nicht nur die Stimmung im elsaß-lothringischen Volk gefälscht wiedergeben, sondern die auch einen nicht uiislzu- verstcheuden ')lppell an die kriegerischen Instinkte einer glücklicherweise sehr kleinen Minderheit des französischen Volkes darstellen. Wir protestieren gegen die den Frieden gefährdende Betätigung, weil wir als Frieoenspartei von unserem Lande die Schrecken eines Krieges mit allen Mitteln fernhalten wollen, weil das Hinaustragen unserer elsaß-lothringischen Frage über die Grenzen unseres Landes unseren Bestrebungen nach Autonomie nur schädlich sein tann, weil dieses Vorgehen die nationalen Gegensätze im Lande verschärfen kann, weil die Gefahr besteht, daß die Rück wirlung auf die wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes nid) ausbleibt. Soweit Herr Wetterle bei seiner Vortragsreise als Mitglied der Zentrumspartei, die ihn in den Reichstag und den Landtag geschickt hat, gesprochen hat, müssen wir es seiner Parte überlassen, sich mit ihm auseinanderzusetzen. Wir unsererseits werden in der Pflege des echten Partitularismus unter Zurück Weisung aller Störer des Friedens fortfahren und die frledlichc Annäherung der beiden Nachbarvölker, die gerade Elsaß-Lothringei. angelegentlichst wünschen muß, aufs entschiedenste fördern. Die Entschließung, die int Vorstand einstimmig an- Zur Präsidentenwahl in S-anfreich. Paris, 15. Jan. Die Vollversammlung der Republikaner trat heute nachmittag im Pulais Louxem- bourg zusammen, ■‘um den Kandidaten für die Präsidentschaft der Republik zu bestimmen. 748 Parlamentarier erhielten Einladungen. Bei der Abstimmung erhielten von 633 abgegebenen Stimmen 180 Poincar 6, 174 Ackerbauminister Die Mote der Eichmass te. Die Botschafter und die Delegierten der Balkanstuaten haben auch am gestrigen Mittwoch in London wieder getagt, aber man erfährt noch nichts Bestimmtes über die Uebcrreichung der verabredeten Note an die Pforte. Die Versammlung der Delegierten des Balkanbundes soll beschlossen haben, die Antwort der Pforte auf die Note der Mächte abzuwarten, bevor sie einen neuen Schritt unternehmen. Der „Voss scheu Zeitung" wird aus Konstantinopel von diplomatischer Seite mitgeteilt, „eine der Türkei besonders freundliche Macht" arbeite noch immer darauf hin, daß die Ueberrcichung der Kollek- tivnotc überhaupt unterbleibt. Nach der letz en Mitteilung der Nordd. Allg. Ztg. muß man aber daran zweifeln, ob Deutschland damit gemeint sein kann. Die Stimmung wird indessen durch folgende Meldung gekennzeichnet: Wien, 16. Jan. Nach einer Meldung aus Konstantinopel brachte die Mannschaft des deutschen Kriegsschiffes „Gäben" beim jüngsten Sclamlik a u f den Sultan drei Hurras aus. Dieser Vorgang hat in Pfortekreisen sehr erfreut. Kriegsrat in Konstantinopel K o n st a n t i n o p e l, 16. Jan. Im Kriegsministerium fand ein Kriegsrat unter Vorsitz des Generalissimus Nazim Pascha statt. In der Konferenz, an der 65 Militärs, unter ihnen auch Enver Bey mit anderen jungtürkischen Offizieren, teilnahmcn, wurde die politische und militärische Lage des Landes erörtert. Laut „Sabah" soll in der Tschataldschalinie ein heftiger Z u s a m m e n st o ß z w i s ch e n t ü r k i s ch e n und bulgarischen Soldaten stattgefunden haben. Eine Meuterei bei türkischen Truppen. K o n st a n t i n o p e l, 15. Jan. Wie verlautet, ist unter den 'kurdischen Truppen, die in der bei dem asiatischen VororteSkutarigelegenenKaserneSelimich garnisonieren, eine meuterische Bewegung entdeckt worden. Die Truppen sollen die sofortige Entsendung auf den Kriegsschauplatz und die Wieder,...fnahme der Feindseligkeiten verlangt' haben. Der Sultan, entsandte seinen ersten Adjutanten, der den Truppen Grüße des Sultans überbrachte und ihnen zugleich versicherte, daß ihre Ergebenheit in der augenblicklichen Krisis, die das Land durch- mache, den Sultan tief berühre. Der Botschaft des Sultans, welche tiefen Eindruck auf die Truppen machte, gelang es, die Truppen zu beschwichtigen. Einem Gerüchte zufolge wurden einige Rädelsführer verhaftet. — Die finanziellen Schwierigkeiten der Regierung dauern fort. Die Dezembergehälter sind den Beamten noch nicht ausbezahlt worden. Furchtbare: alle Babys von Mötabief fingen an zu meinen und eine große Unruhe kam in das friedliche Oertchen. Der Fluß war fort. Nicht mehr wiegte der Bief-Rouge m.t feinem fünften Geplätscher die Kleinen in den Schlummer: die sonst so lustig klappernden Mühlräder standen still: die Wäscherinnett ftanben händeringend bei chren Körben und ftariten in Verzweiflung auf die noch leuchten Stiefel, die allein von der ganzen ^.Uui-errlich- feit im Bette des Bief-Rouge zurückgeblieben waren. Ein einziger Wutschrei durchzitterte Mötabief. Irgend ein böser Dämon mußtt ihnen ihren lieben kleinen Fluß geftol) en ljaben. Mer die Bauern hatten Unrecht. Kein schlimmer Feind hatte ihnen ihren Stolz geraubt; auch der Muß selbst, der stets so froh zu ihren Diensten gewesen, trug feine Schuld. Es war ein Akt der Natur und — der Eisenbahningenieure. Ein Tunnel wird durch den Mont d'Or, den höchsten Berg des Tepartemeitts, gebohrt. Durch ein zufälliges Mißgeschick müssen nun die Arbeiter bei tlyren Bohrungen auf die Quelle des Bief Rouge gestoßen sein, denn durch spätere Nachforschungen wurde festgestellt, daß in demselben Augenblick, wo die Leute von Mötabief iljren treuen Freund verloren, der Tunnel des Mont d'Or von einer ungeheuren Wassermasse überflutet wurde, die mit großer Gewalt eindrang. Das war der Fluß, der plötzlich aus seinem tausendjährigen Bett davonlief. Das unglückliche Gewässer, das mit jäher Gewalt aus seiner Heimat vertrieben worden war, leistete dem Teufelswerk der Ingenieure weiter keinen Widerstand: der abgeleitete Fluß strömte durch den Tunnel und ergoß fick) schließlich,in die gaftfrciinblicbc Umarmung des Schweizer Flusses Orbe. Tie Bauern von Meta- bief aber hatten das Nachsehen, und zu all dem Schmerz kam noch, daß der davongelaufene Fluß sogar seine Nationalität verändert hatte. — Sechstagerennen. Im Kunstwort lesen wir: Wirklich, sie gehen immer noch um. Daß sie sportlich nicht den geringsten Wert haben, daß sie nur den Leuten ein rohes oder dummes Vergnügen versck^affen, welche die Nackst zum Tage machen, daß Dirnen und Zuhälter hier eine neue Stätte ihres Wirkens finden, alles das weiß man. „Geschmackverrohende Sensations- Veranstaltungen" nennt sie nickt irgendein Sportfeind, sondern die Redaktion der „Jllusttierten Sportzeitung", und diese selbst ruft „schon im Interesse der Jugend, auf welche der verderbliche Einfluß ausgeübt wird" nach einem Verbot der „unsagbar brutalen Sache". Aber sie werden immer wieder erlaubt. Aus welchen — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. Ter Pianist W i l h e l m B a ck h a u s hat vorn Herzog von A n b a 11 die große goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft mit der Krone erhalten. — Dem Polarforscher A m u n b f e n wurde nach einer Meldung aus New P o r k die Ni c d a i l l e der amerikanischen geographischen Gesell«- schäft verliehen. e) be, -n, fä .$enn toenn *** drangsaliert, Donnerstag, 16. Zannar W3 Beznosvrei >: mono stich 75 Vf., viertel- jährlich Ult. 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 tzf.; durch die Post Mt. 2.—viertel« jährt, ausschl. Beiletlg. Zeilenvrels: lokal 15 Vst auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A Goetz Pera lwortlich für den politiicheu Teil: August Goetz; für „Feuilleton", „Vermifchles" und „Gerichlsfaal": K. 9leu- ralh; für „Stabt und Land": E.Heß; für den Anzeigenteil: H. Beck. . nn die berliner zur Schauer ".en 2anbta03, • ■'niafaen ,'rbr fatal Ter R-dner Vny.en. es ist ß'* -^lch-amt hat ^'fcibctriebe das qtnammen worden Freren Orten durch " Ito friedliche Ber- tjulebnen. Sie guf. ttoaürionßrecht aus- ■i In einer Petition rycwerbcS den Reichz- kr eigenen Kol- Ti: hört!) Tas Zen- eite dadurch bewiesen, ick! bie Mittelstands, es mit den National- traut, als Sbg. Kölsch Istand billiges Fleisch T.:”ton t;>: National- ■n: bie 6 186 „ 408 61! "1^8« "" — Ein Fluß, der davon lief. Es ivar nur ein galt# kleiner Fluß und wahrscheinlich wußte niemand, der nicht zur Gemeinde Metabies im Departement Doubs gehörte, seinen Namen. Aber die Bauern von Metabies, nannten voll Stolz seinen Namen „Bief-Rouge", und eine gewisse Zärtlichkeit klang dabei mit, denn es war ja „ihr Fluß". Fast schiens, als wenn er von nirgends her komme, denn plötzlich schlängelte er sich hinter dem Dörfchen hervor und sprang eilig weiter, als wenn er sich nicht schnell genug, einige Kilometer weiter, in den majestätischen Doubs stürzen könnte. So eilig hatte ers mit dem Sterben, er, von dessen Gehurt man so gar nichts wußte. „Ein arm seliges Rinnsal!", sagten geringsclsätzig die Fremden, die nach Metabies kamen, aber den Bewohnern war er ein lieber und treuer Kamerad, der, so lange Menscheugedenken reichte, vergnügt und geschwätzig, gutmütig und dienstwillig daherlief, die vier Wassermühlen des Dörfchens drehte1 und zum wöchentlichen Waschen gern fein Naß hergab. Na an einem Wintermorgen geschah das Pams, 107 Sencrtspräsibent Dub ost, 83 Kammerpräsi- bent Des chanel, 52 Ribot. S en atspräs ident Dubost hat zu.gun.sten be§ Ackerbau- Ministers Pams auf die Kandidatur zur Präsidentschaft verzichtet. Kammerpräsident Deschanel hat bedingungslos verzichtet. Ribot kandidiert nich-t für den zweiten Wahlgang, behält sich jedoch die Freiheit seiner Entschließung vor. Bei der zweiten A b st i m m u n g der Vollversammlung der Republikaner erhielten Ackerbaunnnister P a m s 283, Ministerpräsident Poincare 272, Ribot 25, Kammerpräsident Deschanel 22, Senatspräsident Dubost 8 Jean Dupuy 7, D e l c a s s 6 3 Stimmen. Da kein Kandidat die absolute Mehrheit erlangte, findet morgen eine -ritte Abstimmung st a t t. Line neue Auswanderer-Statistik. Die Zentral-Auskunstsstelle für Auswanderer in Berlin W. 35, Am Karlsbad 10, hat im vierten Vierteljahr 1912 (1. Oktober bis 31. Dezember) in 5778 Fällen Ans tunst an Auswanderunsts- lustige erteilt und zwar in 4948 Fällen schriftliche und in 830 Fällen mündliche. Beantwortet wurden insgcscnnt 8173 Anfragen über die verschißenen Auswanderungsgcbictc. Davon bezogen sich 3584 auf die Deutschen Kolonien intb zwar auf Teutsck-Süd- westafrika 1303, Deutsch-Ostafrika 849, Kamerun 120, Togo 36, Samoa 89, Kiautschau 49, Deutsch-Neuguinea 71, aus die afrikanischen Kolonien im allgemeinen 215 usw. Unter den fremden Ausivanderungsgebieten steht Argentinien mit 887 Anfragen an der Spitze: dann folgen Süd-Brasilien mit 676, Mittel-Brasilien mit 469, Kanada mit 431, die Vereinigten Staaten von Amerika mit 421, Chile mit 123, Brasilien im allgemeinen mit 77, Niederländisch-Jndien mit 65, Rußland mit 62, Paraguay und der Südafrikanische Bund mit je 49, die Türkei mit 44, Uruguay mit 43, Neu-Südwales mit 41, England mit 32, Japan mit 28, Mexiko, Peru intb Neu-Seeland mit je 26, Aegypten, China und Frankreich mit fe 25, Queensland mit 24, Italien mit 21, Guatemala, Kolumb'en und Spanien mit ic 19, Nord-Brasilien, Britisch-Jndien, Süd-Austra lien und Oesterreich-Ungarn mit je 17, die Schweiz mit 15, Panama, Marokko und Spanisch-W estairika mit je 13, Bolivien und Rumänien mit je 12 und Britisch-Ostafrika und Viktoria mit je 10. Ter Rest verteilt sich auf Costarica, Ecuador, Haiti, Honduras, Kuba, Ricaracma, Venezuela, West-Indien. Zentral- Brasilien, Abessinien, Algier, Belgisch-Kongo, Britisch-Westafrika, Franz^sisch-Ost- und Westafrika, Portugiesisch-Ost- und Wcstafrka, Tripolis, Hongkong, Persien, die Philipvinen, Siam, Tasmanien, West-Australien, die Fidschi- und Gesellschafts-Inseln, Belgien, Bulgarien, Dänemark, Griechenland, Montenegro, die Niederlande, Norwegen, Portugal, Schwede,: usw. usw. Von dey 3351 Anfragenden, die ihr Alter angaben, waren 402 weniger als 20 Jahre, 2138 zwischen 20 und 30, 617 zwischen 30 ünd 40, 174 zwischen 40 und 50 und 20 über 50 Jahre alt, und von den 4346 Fragestellern, die Angaben über ihren Personenstand machten, waren 2850 ledig, 1465 verheiratet und 31 verwitwet. Nach dem Berufe waren unter den Anfragcnden am stärksten die Kaufleute, Handwerker und Landwirte vertreten. Von den Anfragcnden bezeichneten sich 221 als mittellos, während über 1300 zum Teil über recht erhebliche Summen verfügten: z. B. 50 über 10 000 Mark, 28 über 15 000 Mark, 35 über 20 000 Mark, 15 über 25 000 Marl c>0 über 30 000 Mark, 18 über 50 000 Mark, 14 über 100 000 Msark. Von den Anfragen kamen aus Preußen 3084 und zwar aus Brandenburg mit Berlin 1090, aus der Rheinprovinz 460, Schleswig-Holstein 292, Westfalen 252, Schlesien 212, Hannover 209, Sachsen 165, Hessen-Nassau 157, Ostpreußen 75, Westpreußen 63, Posen 56 und Pommern 53. An der Spitze der .übrigen Bundesstaaten stellt das Königreich mit 481, es folgen Sachsen mit 390, Baden mit 256, Hamburg mit 237, Württemberg mit 200, Elsaß-Lothringen mit 78, Hessen mit 65, Bremen mit 41, das Großherzogtum Sachsen und Herzogtum Braunschweig mit je 40, Mecklenburg- Schwerin mit 33, Oldenburg mit 26, Anhalt mit 21, Sachsen- Meiningeu mit 16, Sachsen-Koburg-Gotha mit 12 und Schwarzburg-Rudolstadt mit 10. Aus den deutschen Kolonien kamen 24 Anfragen, aus dem Auslande 675, davon 335 aus Rußland, 164 aus Oesterreich-llngcrrn, 37 aus der Schweiz, 21 aus England, 14 aus den Vereinigten Staaten von Amerika, je 11 aus Belgien und Brasilien, je 10 aus Aegypten und Frankreich usw. Die Zentral-Auskunstsstelle für Auswanderer erteilt kostenlos schriftliche und mündliche Auskunft. ......." .. -------■!— Deutscher Reich. Stiftung ein er Halben Million für die Veteranen. Die Leipziger Stadtverordneten haben beschlossen, im Hinblick auf das Regierungsiubiläum des Kaisers für die deutschen Teilnehmer an den Feldzügen der Jahre 1864, 1866 und 1870/71 und für deren Hinterbliebenen 500 000 Mark Mr Verfügung zu stellen, derart, daß alljährlich von 1913 an außer den von der Stadtverwaltung bereits bewilligten 50 000 Mark wertere 50000 Mark aus dem Htuthaben bei der Städtischen Sparkasse gewährt werden. Gegen die Vorlage stimmten 18 Sozialdemokraten. Eine Pensionskasse für Postagenten? Eine Denkschrift über die Frage der Errichtung einer Pensionskasse für Postagenten ist dem Reichstage zugrgangen. Ter Reichstag hatte bekanntlich im vorigen Jahre den Wunsch geäußert, über diese Frage Erwägungen anzustellen. Die Denkschrift untersucht eingehend die einschlägigen Verhältnisse und kommt zu dem Ergebnis, daß ein Bedürfnis zur Gründung einer solchen Pensionskasse nicht anerkannt werden kann. Die Alsfelder vahnhofssrage. lw) Alsfeld, 15. Jan. (Stadtvorstands'sitzung.) Anwesend: Als Vertreter der Eisenbahnverwaltung: Geh. RegierungSrat Ruegenberg, Regierungsrat Drescher, sowie Eiscn- bahn-Bau- und Betriebsinspcktor Westphal: als Vertreter der Stadt Alsfeld: Bürgermeister Dr. Bölsing als Vorsitzender, die Beigeordneten Weitz und Reh, die Gemeinderatsmitglieder Koch, Müller, Guirdrum, Klingel Höffer, Bastian, Ramspeck, Braun. Jakob, Eder und Arnold. Zu Degiirn der Sitzung gibt der Vorsitzende zunächst ein Entschuldigungsschreiben des Herrn Bücking bekannt, in dem dieser ausdrücklich betont, daß alle Vorkommnisse der letzten Zeit seine Ueber^eugung immer mehr befestigten, daß die einzig richtige Lösung das von ihm wieder aufgegriffene Projekt der Kölrv-Min- dencr-Gesellschaft gewesen märe. Er erwähnt den Automvbil- zusammenstoß, die Wagenkollision, beide direkt hintereinander au der Leusclcr Straße, den Dammrutsch im Leuseler Feld, an dem eine ganze Kolonne Arbeiter schon wochenlang arbeite. Nachdem durch den Brand des Wallachschen Sägewerks die Wahrscheinlich keit eine für Stadt und Fiskus günstigere vorteilhaftere Lösung der Bahnhofssrage gekoimnen zu sein schien und ^war okme an dem grundsätzlichen Standpunkt der Eisenbahndireltion auch nur den Schein einer Aenderung herbeizuführen, bedauere er, daß die Stadt gezwungen werde, die Wallachsche Brauerei für 70 000 Mk. zu kaufen, um eine entsprechende Zufuhrftraße zum Empfangsgebäude zu bekonrmen. Er würde seine Ueberzeugung verleugnen, wenn er zu diesem Preise dem Kauf zustrmmen werde, andererseits möchte er im Interesse der ganzen Sache eine endgültige Lösung der Bahnhofsfrage mit herbeiführen helfen. Ein monu mentales Empfangsgcbäude könne ihn dabei nicht verlocken. Weiter verliest der Vorsitzende eine Eingabe der Firma Sondermann u. Bücking, worin sic die Frage zu lösen bittet, ob der Weg zwischen der Marburger Straße und der Leuseler Hohl bestehen bleiben soll, oder ob die Stadt bereit sei im Interesse der Bahn auf die Wiederherstellung dieses teueren Weges verzichten uni) dafür, wenn nötig, die Hochstraße auszubauen. Die Firma Sondermann u. Bücttng führt ihre Eingabe darauf zurück, es sei von interessierter Seite an sie die Anfrage ergangen, welche Forderungen sie stellen mürben, falls die Bahn doch ein Stück von ihrem Gelände benötige. Sie führt in ihrer Eingabe aus, daß der Weg Fast kaum oder dock sehr wenig benutzt werde und der Verkehr aus ihm gänzlich fortsalle, wenn der Güterschuppen des Bahnhofs an den alten Zellerweg verlegt werde, da sich dann doch der .Hauptfuhrverkehr in der Alicestraße usw. abwickele. Außerdem sei noch zu beachten, daß die Bahngleisanlage 30 Zentimeter tiefer gelegt werden solle, was zur Folge haben werde, daß auch der horizontal gelegene Test des Weges entsprechend tiefer gelegt werden müsse, wodurch erhebliche Kosten entstünden, die man sparen lönne. Außerdem sei dieser Weg für ihr Geschäft außerordentlich schädigend. Die Firma Sondermann u. Bücking ist gegebenenfalls bereit, das Weggelände selbst käuflich zu erwerben. Hierauf führt Geh. Rat Ruegenberg zu dem vorliegenden neuen B a h n h 0 f s p r 0 j c 11 e etwa Folgendes aus: Es bestehe keine Absicht, wieder auf das alte, erste Projekt znruckzukommen: der Brand des Wallachschen Sägewerks habe für den Bahnhof sum bau nicht die Bedeutung, die ihm bei- gcmessen werde. Tas Ereignis könne nicht Ursache sein, auf den ersten Entwurf zurückzukommen, oder einen neuen, ähnlichen Grundsätzen entsprechenden aufzustellen: denn die Ansicht, der erste Entwurf sei „zweckmäßiger und schöner" als das vorliegende Projekt, sei nicht zutreffend, und die Schwierigkeiten, die früher seiner Ausführung infolge der bedeutenden Grunderwerbskost en entgegenstanden, seien durch den Brand mir teilweise beseitigt. Der vorliegende Entwurf habe gegenüber dem ersteren den großen Vorzug der Trennung des P e rs 0 n en z u g s v e r k e h r s vom Güterverkehr und der Entlastung des P l a n ü Hergangs in der Marburger Straße vorn R a n g i e r v e r - k e h r. Die Gefahren seien an dieser Stelle nicht mehr so groß wie früher und bei dem ersten Projekt. Neben den hieraus entstehenden, hauptsächlich für dort Betrieb ins Gewicht fallenden Vorteilen besitze der vorliegende Entwurf auch für die Allgcmcin- heit weitere ins Auge springende Vorzüge: die Errichtung eines neuen Empfangsgebäudes und eines neuen Güterschuppens mit Nebenanlagen, sowie die Schaffung neuer ge- r ü u in i g e r Anlagen für den F r e i l a d e v e r k e h r. Gerade der Neubau eines der Neuzeit entsprechenden Empfangs- gebäudes, das für den Reisenden im allgemeinen die Hauptsache der gesamten Bahnhossanlage darstelle, sei für die Stadt von großem Werte. Bei der Ausführung des ersten Entwurfs sei das alte Empfangsgebäude, ein keineswegs hübsches Gebäude, stehen geblieben, und es wäre fraglich geblieben, ob und wann es zu einem erheblichen Umbau oder gar zu einem Neubau gekommen wäre. Anlaß zur Aufstellung eines neuen Entwurfs haben allerdings in erster Linie — jedoch nicht ausschließlich — die hohen Forderungen der Fa. Gebr. Wallach gegeben. Wenn auch jetzt deren Gelände billiger zu haben sei, so sei dies allein nicht ausschlaggebend. Falls auch das ganze in Dreiecksform an das Bahngebiet anstoßende Wallachsche Grundstück zu erheblich ermäßigtem Preise zur Verfügung stände, wäre dies noch kein Grund, den ersten Entwurf auszuführen, da hierzu ein breiter Geländestrei'en von großererLäirgenausdelstrung notwendig sei, der zum Teil das wertvolle Geände des Sägewerks der Fa. Sondermann und Bücking umfasse, so daß die Kosten immerhir für den Grund- erwerb noch bedeutend hoch wären. Ferner erhalte auch das Kornhaus einen geordneten Anschluß, was bei Ausführung des ersten Projektes nicht der Fall gewesen wäre. Am Personenbahnhöfe selbst sei eine Turmelanlage, ähnlich wie in Hornburg v. d. H. und Bad-Nauheim, projektiert. Sein Antrag geht dahin: Die Stadt Msfeld führt in der Verlängerung der Lindeugasse eine neue Straße durch das Wallachsche Brauereigrundstück usw. nach dem neuen Empfangsgebäude aus. Vor dem neuen Empfangsgebäiide will die Eisenbahnverwaltung einen Platz anlegen, zu dem die Stadt Alsfeld das erforderliche Gelände stellt. Ta durch die neu zu schaffende Zufuhrstraße die alte Zufnhrstraße von der Marburger Straße her an Verkehr verlieren wird, und deshalb eine Einschränkung der letzteren, die in dem unterm 27. April 1911 landespolizeilich genehmigten Plan in einer Breite von 14,10 Meter vorgesehen, angängig ist, wird diese auf 9,10 Meter Breite ermäßigt. Die Stadt Alsfeld erhält als Entschädigung für das zu stellende Gelände den Betrag von 24 000 Mark von der Eisenbahnverwaltung überwiesen. Sollte sich die Breite der alten Zufnhrstraße von 9,10 Dieter als nicht hinreichend ergeben uni) eine Verbreiterung notwendig werden, so ermäßigt sich dieser Betrag dementsprechend. Ter Vorplatz wird so angelegt werden, daß die beiden Zufuhrstraßen in einer Steigung von 1: 18 einmünben können. Anlage, Unterhaltung usw. des Bahnhofsvorplatzes trägt die Bahnverwaltung, die der neuen Zufnhrstraße die Stadt. Sollte die alte Zufuhrstraße, d. h. die jetzige Verbindung der Marburger Straße mit dem Empfangsgebäude, infolge steigender Verkehrsverhckltnisse später verbreitert werden müssen, so erfolgt dies auf Kosten der Stadt. Alle etwa erforderlich weichenden Rechtsstreite, sowie eventuelle Enteignungsverfahren führt die Eisenbahnverwaltung auf Antrag und Kosten der Stadt Alsfeld. Der Erwerb des zu dem ein- geschräntten Bahnhofszufuhrweg von der Marburger Straße her erfolgt durch die Bahn. Alles unter Vorbehalt der Zustimmung des Konsortiums der geländestellenden Gemeinden sowie der Landespolizeibehörde und des Ministers der öffenttichen Arbeiten zu Berlin. Nach hierauf ergangener eingehender Beratung des Stadt- vorstandes kommt dieser zu dem Beschluß: Die Stadt Alsfeld erklärt sich gegenüber der Eisenbahnverwaltung bereit, einen Vertrag nach den Grundzügen des in der heutigen Sitzung vorgelegten Vertragsentwurfs abzu- schließen unter der Bedingung, daß die Verhandlungen über den Geländeerwerb für Schaffung eurer neuen Zufuhrstraße von dem Lieden herauf und des freien Bahnhofsvorplatzes in einem für die Stadt annehmbaren Sinne erledigt werden können, worüber der Eisenbahndirektion Frankfurt bis morgen abend Bescheid gegeben wird. Sollten die Verhandlungen zu keinem Ziele führen, so soll das unterm 27. April 1911 landespolizeilich geprüfte Bahnhofsprojekt zur Ausführung gelangen. Weiter wurde beschlossen, in nichtöffentlicher Sitzung alsbald in Verhandlung bezüglich des zu erwerbenden Geländes zu treten. Hier wurde nach längerer Verhandlung folgender Beschluß gefaßt: Dem Brauereibesttzer Karl Wallach wird von der sogen, alten Brauerei das Gelände mit Gebäude usw., das nörlich von der Veckertschen Besitzung und in Fortsetzung der Veckertschen Grenze (von der Alicestraße aus nach dem Bahnhof rechts gesehen) liegt, am Bahnhof beginnt und an der Alicestraße endet, abgekauft, vorbehaltlich der Genehmigung des vorgelegten Bahnhofsprojektes durch den preußischen Minister der öffentlichen Arbeiten zum Preise von 50 000 Mk. Außerdem tritt die Stadt kostenlos an Herrn Wallach ab das Stück des Weges zwischen Möbelfabrik und der sogen, alten Brauerei beginnend an der Alicestraße und endend da, wo die Beckertsche Besitzung beginnt. Kauf- und Erwerbskosten trägt die Stadt Msfeld. Der Genreinderat beschließt ferner von der Firma Beckert u. Co. das Gelände zu kaufen, das die Bahnverwaltimg zum Vorplatz des Bahnhofs nach dem neu vorgelegten: ^Projekt benötigt, zum Preise von 20 Mk. für den Quadratmeter — es sind etwa 400 Ouadratmeter erforderlich —. Kani- und Erwerbskosten trägt die Stadt Msfeld. .Der letztere Kauf wurde unmittelbar nach dem gefaßten Beschlüsse notariell prowkolliert.) Provinzial-Ausschutz der Provinz Oberheffeir. L Gießen, 15. Januar. Anwesend: Provinzialbirektor Geheimerat Dr. Usinger nnb 6 Mitglieder. Beginn 9, Ende 1 Uhr. 1. Klage des Ortsarmenverbanbes Wetzlar gegen ben Landarmenverband Gießen wegen Unterstützung des Heinr. Ortmüller zu Wetzlar. Der Kläger begehrt die Ucbernannte der Familie O. in Fürsorge des Beklagten und Anerkennung der bisher von ihm geleisteten Unterstützungen als rechtsgültig, weil diese landarm ist, während der Beklagte Ersatz der von ihm dem Kläger ersetzten Unterstützungskosten mit Ausnahme eines Falles als irrtümlich geschehen ver-1 langk und die Uebernahme ableHnt. Dies trnrb darauf gestützt daß bie Familie währenb des Zeitraums twm 11. Juni bis 1. November 1909 und vom 1. Mai bis 24.. Juni 1910 nickt unterstützt worden ist. Die Hilfsb-ckürftigkeit lei demnach Sittich aetrennt und es wären mehrere Pflegefälle geschoßen, was Kläger bestreitet. Der Prvvinzialansfcknß traf folge nbc Entscheidung: Die Klage des Ortsarmeiwerbandes Wetzlar wird, insoweit es 'ich um die Uebernahme der Famitie O. in unmittelbare Fürsorge handelt, als unbegründet znrnckgcwiesen und, insoweit es sick um Anerkennung der Rechtsgültigkeit der bisher von dem Kläger gezahlten Kosten handelt, als unzulässig verworfen unter Der- urtciluna des Klägers in die Kosten des Verfahrens. 2. Klage des Heinr. Deubel Mir. m Rudingshain gegen Gr 0 ßh. Kreisamt Schotten wegen Versagung des Wandergewerbescheins. Das Kreisamk Schotten hatte die Ausstellung des beantragten Wandergewerbescheins abgelehnt, weil D. nicht aut beleumundet und ein Trinker sei. D. erhob deshalb Klage. Auf 'Grund der heutigen Beweisaufnahme entschied der Vroviuzialaussckmß, daß die Klage begründet "nd der Wanderaewerbeschein zu erteilen sei. Die Kosten des Verfahrens hat Kläger zu tragen. 3. Gesuch des Ludwig Fissinger bon Unter- Schmitten um Erlaubnis zum Betrieb einer G a st- wirtschaft Gleickzeitig mit dem Frltinqerfcben Gesuch wurde >'n der Gemeinderat-sitzung in Unterschmitten über ein anbereg Wi'tschgstsgesuch verend"!t. Ter Gcmttnderat erkannte ein Bedürfnis für eine Wirtickast an, überließ aber die Entscheidung darüber, wer von den beiden Gesuckstellern die Erlaubnis erbosten sollte, dem Kreisaussckniß. Dieser lehnte btide Gesuche ab Wah- ’vnb der andere Gesticksteller sich hierbei beruhigte, hat Fissinger Beruning an den Provrnzialmrsschuß erhoben. Sie wurde heute F'iftcniäUig zurückgewiesen mit Rücksicht darauf, daß Unter» Schmitten bei einer Einwohnerzahl vpn 500 schon 4 Wirtschaften besitzt, das Bedürsms also gedeckt sei. Aus Stadt und tanv. Gießen, 16. Januar 1913. Die Saalbaufrage. die der Bürqerverein auf die Tagesordn'Mg feiner gestrigen Versammlung gesetzt hatte, hat nur schwache Anziehungskraft ausgeübt.' Dafür waren aber einige „Spitzen", bat* unter der Oberbürgermeister, unter den Besuchern vertreten. und die Unterhaltung, bie sich sehr angeregt bis nach Mitternacht hin^og, wäre norfj um vieles gemütlicher und angenehmer gewesen, wenn im Sale des Cafe Leib nicht winterliche Kälte geherrscht hätte. So nahm denn auch die Desprechung einen nüchternen, die Saalbanfreunde enttäuschenden Verlauf, die Schwingen der Phantasie schie* 11 en gelähmt, und von den Schwänen des Herrn Adalbert , Bindewald ertönte es nur wie ein richtiger Schwanen- gesang. Gleich nachdem die Mitglieder des Saalbauvereins, j bie Herren Dr. Spohr, Baurat Becker imb Architekt Meyer ihre optimistischen Ansichten entwickelt hatten, trat eine etwas angriffslustige Opposition auf ben Plan, bie mit manchmal ""nötiaer Schärfe bie Schaffung- bes „neuen A ztihungspunktes" bekam 'fle. Ingenieur Burme fter und Herr Gustav Wohlmuthi lehnten sich bagegen auf, daß die Stabt später ben unvermeiblicheu Zuschuß auch für bas neue Institut leiste unb meinten, bie Kosten bes Banes und ber Unterhaltung würben sich viel HHHer stellen, als bie Saalbaufreunbe annähmen. Es wurde ihnen von Baurat Becker und Prof. Dr. Leu tert entgegnet, unb bald gingen die Wogen höher. Als GeheimratDr. Sommer bie mittlere Linie zwischen bem reinen Nichts unb dem großen Saalbauplan zeichnete unb empfahl, sich mit einem einfachen Konzerthaus, ohne kostspielige und unrentable Wirtschaftsräume zu begnügen, da entspann sich noch einmal eine lebhafte Unterhaltung darüber, welches, nun eigentlich das allgemeine Interesse der Bürgerschaft an der Saalbausache sei. Der Bahnhofsrestaurateur Niemann beleuchtete die Rentabilität des neu zu schaffenden Wirtschaftsbetriebes und z-weifelte daran, daß sich ein Unternehmer finden würde, der sein Vermögen für eine ungewisse Sache aufs Spiel fetzen möchte. Bei den weiteren Auseinandersetzungen wurden die Nützlichkeit der Kongresse unb Ausstellungen sowie ber größeren Veranstaltungen näher untersucht, die dem Saalbau Mgewiesen werden können. Die Streiflichter, die dabei über ber Zukunft Gießens aufginqen, waren nur von schwacher Leuchtkraft. Illusionen sollte man sich nicht hingeben, unb was am Schlüsse der Herr Oberbürgermeister unter allgemeiner Spannung ausführte, war auch nicht z-u sofortigen großen Taten ermutigend. Er gab ehre Kostenaufstel- lurrg, die auch ben größten Freunb eines Saal- baues' — unb auch Herr Meeum bezeichnete sich als Freunb bes Saalbaues — bebenklich stimmen müssen. Ein Konzertsaal nach bem Vorschläge Sommer bebeute für bie Allgemeinheit nicht das Wilnschens" werte. Diese wolle vielmehr auch angenehme Wirtschaftsund womöglich hübsche Gartenanlagen. Heizung und Beleuchtung dürfe man bei den Berechnungen nicht übersehen. Seine Ansprache klang in die Vertröstung auf bie Zukunft aus. In der Tat meinen wir, baß auch bie lebendige unb bebürftrisreiche Stabt Gießen die Entwickelung zur Großstabt nicht mit einem Schritte erreichen kann. Hohe Steuern sinb fein Anziehungspunkt. Wenn am 1. Juli 1914 noch nicht mit bem Bau begonnen sein sollte, so wirb der eble Stifter ber 50 000 Mark vielleicht darum an der Zukunft Gießens doch noch nicht verzweifeln, unb man braucht ben Grunbstein bes Saalbaues noch nicht verloren zu geben. ♦ * * Tageskalender für Donnerstag. 16. Jan. Letztes Ab 0 nnements 5 0 nzert der Regimentsmuftk in StemS (»arten. LUckaug abends 8V« Uhr. Vereinigte Kriegervereine. Dortrag deS Obersten a. D. von Wunsch: Tie sozialen Verhältnisse in x?lmerifa; die Vorteile der Kinder- und Sterbiallversicherung. Abends 8H Uhr im Einhorn. Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde: Privatdozent Dr. Bruck-Gießen: Die Kolonisierung der Ptiilivpmen durch die Amerikaner. Abends 8'/* Uhr in der Nellen Aula. • • Lehrer Personalien. Uebertra gen wurde dem Lehrer Adam Eckel in Oppenrod die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Raibreitenbach. — Erledigt ist eine mit eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Odenhausen. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. • • Der KreiSoerband der Gemeinde-Einnehmer des KreiseS Gießen hält nächsten Mittwoch in Äruningen bei Gastwirt Arnold seine Hauptversammlung ab. Auf der Tagesordnung stehen Fursorgekasie, bie Unter* erheberüellen, Gehalts- und Anstellungsoerhaltnisse. ♦* Der Ortsgewerbeverein hielt am Dienstag abend im Caft Ebel seine 3. Monats-Versammlung für diesen Winter ab, die sehr gut besucht war. Der Vorsitzende gab u. a. bekannt, daß der Kaufmännische unb Ortsgewerbeverein kürzlich eine Lehrstellenvermitto« , lung eingerichtet habe. Die Liste der Lehrstellensuchend« | Ä« |, X»1 (prtVilt^r I ft**! iljif an uE I i:, Qivetf und ' Md sehr H Aas geou^ Wellen I S ZeilenM chüler die I -S das eigenw ^lerei, bien I jirb mit Sttrc I Miedener hdinit, sonM 3 einzelnen Mo 1 der an ben j jroenbungbeti Teil bes Unte l einfachen UM befliße nnb 0 ! übt. Die Äu iJorsihenb daß gelegent qroße Ausstel unb bau bev. werben tonn spräche barüi Werts gelegei l ansstellu werbe. Ss n ; stellung vor r Frage «oll in 'trerben. 8. Loll ,8chwaneil' c r des ffrieqer des seitherige»' mahl abgeleh» > einltimmifl ge : den Herren ‘ [ Seibel. Heid II ßuch?, Ewald I cuf roieberqcir K om Samstag, I Weller-Gietzen f-m. Lich, die 61 e 110 fl r Eaale,»ur Sinl siM mar unb t ''lefan^Dortrdflei nnb«“ \mx 'llujfi 1 Moti 'Mn'myn Vwg ! gehen. U ft Vechandinngei soll einschiiejz zuwachsiieiier herigen ihreis bedeutet. T I _ X Geiß ltacker fdeteili - und Ferne un Erde besümct. worden mar, b H lernen 70. Geb mtinbe noch v franfte er und । Innern »eben wirkte bei ber 5 longoeretne und Leichenrede -hiel jneund und Sh ^le bis1 ^führte kh bitt( Schein ^netgte. Strebt “Wen an Danksagung Friedrich Groh und Angehörige. Leun, den 15. Jannar 1913. Für die vielen Beweise inniger Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sagen herzlichen Dank. (0393 Gießen, den 16. Januar 1913. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem so schmerzlichen Verluste unserer lieben Antonie sagen wir hiermit innigen Dank. Die trauernden Hinlerblieben: Karl Schmidt und Familie. Pferde 1 BW bewehren auch Im Winter auf glatter Bahn ihre volle Leistungsfähigkeit MBafiB durch Leonhardt’* ■BR Original-H-Slollen LL wS mit der Mark* *C° Orfglnel-H-Stoll.n «Ind altbewährt ued Im WRL Gebrauch dl* A wn oiuigitcn. Jfc siege in der Gewerbeschule offen. (5r_ machte sodann auf sich lreroen. Gebeutet Dadurch erhöht sich die Verzinsung von 4 auf 6°/0. TRAUERHÜTE |aVil A.Salomon&Cie. scheinungen und vergegenwärtigt man sich, in welcher Art und Weise auch das Tabakgewerbe, hauptsächlich die Zrgaretten- industrie, von den Vereinigten Staaten von Amerika aus monopolisiert werden solle, so ist u. E. Grund genug vorhanden, deni von feiten der Reichsregicrung im November des Bertchts- iahres vorgelegtcn Entwurf eines Gesetzes über den Verkehr mit Leuchtöl ernsteste Beachtung zuteil werden zu lassen. So sehr an sich Handel und Gewerbe gegen iegltches Monopol eingenommen sein müssen, so ist ‘ein St aa ts - monopol, welches selbstverständlich der wirksamsten Kontrolle der Oessentlichkeit unterstehen must, immer noch irgendwelchen rücksichtslos wirkenden Privatmonopolen vorzuztehen. Wir hatten bereits in unserem Bericht über das Jahr 1911 darauf bingewiesen, daß hauptsächlich die kleineren Landwirte aus Mangel an Futtermitteln vielfach gezwungen fern würden, ihren Viehstand zu vermindern, woraus sich für 1912 eine neue Fleischnot ergeben würde. Dies ist in noch höherem Maste, als erwartet, eingetreten, ohne daß sich auch diesmal die Reichsregierung zu durchgreifenden Maßnahmen entschlossen hätte. . Kreis Büdingen. X Geist-Nidda, 15. Jan. Heute wurde unter ungemein shorker Beteiligung seiner Kollegen, vieler Freunde aus der Nähe Die bisher von meinem verstorbenen Mann unter der Firma jfugust *Frees, llnii).*73ucfifiandlg. 'giessen, tfettersuteg ?O geführte Buchhandlung werde ich weiterführen. Ich bitte das meinem verstorbenen Mann in so reichem Masse geschenkte Vertrauen der Firma geneigtest erhalten zu wollen. Es wird mein eifrigstes ^Bestreben sein, unterstützt von tüchtigem Personal, allen an mich gerichteten Wünschen Rechnung zu tragen. Mit vorzüglicher Hochachtung Ulara tfcMesier in *7a. jdugust Trees, Unit}. ■ Buchhandlung 479 vermischtes. * Feuersbrünste. In Duisburg brach in der Nacht zunr Mittwoch in dem Lagerhaus der Firma Lehnkerling u. Co Gr ost feuer aus. Sämtliche Maschinen unbe®3arerv= Vorräte wurden vernichtet. Der Schaden beträgt V/e Mill. Mark. — In der Wohnung der kranken 59iährigen Privatin Böbme in der Linienstraße brach abends Feuer aus. Die Frau wollte sich retten, konnte aber den Aus gang der Wohnung nicht mehr erreichen und kam in den Flammen um. Als die Feuerwehr eingriff, fand sie die verkohlte Leiche, die in einem Loche hing, das durch den Fußboden gebrannt war. * Seenot. Aus London, 15. Jan. wird gemeldet: Der deutsche Dampfer „Werner Kunstmann", in Stettin beheimatet, der bei Goswick auf Grund geraten war, geriet in Brand. Das Feuer wütete fünf Stunden. Die Besatzung, welche kurz vorher bei dem niedrigen Wasserstande an Land gegangen war. konnte nicht wieder an Bord gelangen. — Aus "South Shields wird gemeldet: Die russische Viermastbarke „California" sei b-ei den Stamry-Fnseln, sechs Meilen von Tyne entfernt, nachts auf Grund geraten und sofort in Stücke zerbrochen. Der Kapitän und sieben Mann seien gerettet, zehn ertrunken. — Aus Kopenhagen wird gemeldet: Während der letzten Stürme sind die Dampfschiffe „Alexey Moerch" und „Reter Moerch" der Nordischen Dampfsch-iffahrtsgesellschaft mit der Besatzung untergegangen. Kleine Tayerchronlk. Tie Voruntersuchung gegen den Raubmörder Sternickel ist nunmehr eröffnet worden. Sie soll möglichst so beschleunigt werden, daß die Verhandlung wegen der Bluttat in Ortwig noch tn dieser Schwurgerichtsperiode, die am 10. Februar beginnt, Erledigung findet. Aus Hamburg wird gemeldet: Ein Teil der unterschlagenen Gelder des flüchtigen Notars Becker ist wiedergefunden. Ter Notar hatte einer Dame ein Paket mit der Weisung übergeben, es seiner Frau ;u schicken. Als die Dame von der Flucht des Notars hörte, öffnete sie das Paket und fand darin Wertpapiere in der Höhe von 155 000 Mark. Sie übergab das Paket der Staatsanwaltschaft._________________________________________________ — Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen Hit Freitag, den 17. Jan. 1913: Wolkia, weitere Niederschlage, etwas milder, besonders im Süden nnieres Bezirkes lleveraanq zu Tanwelter. Ein neuer Zeppelin. Friedrichshafen, 15. Jan. „Z. 15" veranstaltet bei • günstiger Witterung heute unter Führung des Grafen Zeppelin seine Probefahrt, die zugleich die militärische Abnahme fahrt sein soll. Letzte Nachrichten. Eifrige Tätigkeit der Diplomatie in London. :|: London, 16. Jan. (Priv.-Tel.) Im auswärtigen Amt herrscht eine lebhafte Tätigkeit. Fortwährend werden Diplomaten von Staatssekretär Edward Grey empfangen. Auch finden Verhandlungen mit den Balkandiplomaten statt, während die türkischen Vertreter sehr zurückhaltend sind. In der öffentlichen Meinung wird die Lage pessimistisch beurteilt. Es geht das Gerücht, daß dhe Balkandiplomaten sich zur Abreise vorbereiten. Ein griechisches Schiff versenkt. Athen, 15. Jan. Dem türkischen Kreuzer „Madschid i" gelang es heute nacht, die griechische Torpedobootszerstörer-Flottille vor den Dardanellen zu durchbrechen. Es erschien vor S y r a, beschoß und zerstörte das Pulvermagazin und das Elektrizitätswerk. Der griechische Hilfskreuzer „Maze- donia" wurde von seiner Besatzung versenkt, damit er nicht zerstört wurde. Das türkische Schiff verließ den Hafen und fuhr in der Richtung nach Kleinasien ab. Die Lage in Epirus'. K ö l n , 16. Jan. (Priv.-TÄ.) Der Athener Korrespondent der „Kölnischen Zeitung" meldet, daß der Kronprinz in den nächsten Tagen nach Epirus abreisen werde, um den Oberbefehl über die dortigen Truppen zu übernehmen. Man schließt daraus, daß der Fall von Janina bevorstehe. tand. - 16- Januar 1913, ae. nfiwfie AnßelmaK- CW ,.5tnten", dar. ' om Besuchern der. ’® 1f6r angeregt bi? um vieles gemütlicher -ale_des $afe Lest itte Ä nahm dem n, die Zaalbaufreunde 'n der Phantasie schie- n des ßerrn Dalb-ri ' richtiger Schwanen- t des Zaalbmi Vereins, kecker und Architekt entwickelt hasten, trat m auf den Alan, die rtfwrrniTKT des „neuer renieur Vurmester im sich dagegen aus 'idsichen Zuschuß cii cinttn, die Men des i sich viel höher stellen, Es wurde ihnen vor ukert entgegnet, und :■ Mfimrat'Jr Sorrr reinen Mts und inb empfnbl, /ich mil ffpiefige iints ’wt» »a entspavv Wmch krandel. Jahresbericht der Handel, kammer Darmstadt. bs. Darmstadt, 15. Jan. Dem demnächst erscheinenden Bericht der Darmstädter Handelskammer entnehmen wir folgende interessante Einzelheiten: An dem bedeutenden wirtschaftlichen Aufschwung Deutschlands hat auch eine stattliche Zahl von Geschäftsbranchen des Bezirkes Darmstadt teilgenommen. Es sind dies in erster Linie die chemische Industrie, die Motorwagen- und Gummireisen- fabrikation, die Möbelindustrie, der Eisengroßhandel und eine Reihe von Zweigen der Maschinenfabrikation. Auch die Papier- und Pappen-, sowie die Tuch- und Strohhutfabrikation, die Stein- induftrie und die Schildpatt-, Kokosfasern- und Hartgummifabrikation, eine Anzahl von Zweigen des Kolonialwaren- und Landesprodukten-Großhandels, der Handel mit Häuten und Fellen und der Lederhandel hatten recht gute Geschäftsergebnisse zu verzeichnen. Ebenso hat sick die Z ü n d h o l z f a b r i k a t i o n von den starken Rückschlägen während der letzten Jahre wieder erholt, was hauptsächlich auf die Kontingentierung der Zündholzfabriken zurückzuführen sein dürste. Der Holzhandel für industrielle Zwecke, die Holzschneidereien und die Holzwarenindustrie haben int Berichtsjahre ebenfalls einen nennenswerten Aufschwung genommen. Gleichzeitig haben das Bankwesen und das Druckereigewerbe zufriedenstellende Geschäftsergebnisse gezeitigt. Demgegenüber darf aber nicht verschwiegen werden, daß neben einer größeren Zahl von Betrieben, welche einen normalen Geschäftsgang ausweisen, eine Anzahl von Geschäftszweigen des Handelskammerbezirks noch recht barnieberliegt ober aus der herrschenden Hochkonjunktur keine entsprechenden Vorteile zu ziehen vermocht hat. Hier sei in erster Linie auf die noch immer sehr wenig befriedigende Lage des Baugewerbes und der mit ihm verwandten Geschäftszweige, wie der Ziegeleien und des Holzhandels für Bauzwecke hingewiesen. Infolge stark gesunkener Zuckerpreise steht auch für die Z u ck e r i n d u st r i e kein günstiges Geschäftsergebnis in Aussicht. Unter der im Berichtsjahre noch fühlbaren Lebensmittel-, besonders Fleischteuerung, und der hierdurch entschieden weiter geschwächten allgemeinen Kaufkraft der Konsumenten, sowie unter der gleichzeitig fortgesetzt steigenden Konkurrenz der Filialgeschäfte, Konsumvereine und Warenhäuser hatten, wie bereits in den letzten Jahren, auch diesmal wieder ein großer Teil des Detailhandels und mit ihm manche Zweige des Großhandels ernstlich zu leiden. Das Streben des kaufenden Publikums nach möglichst billigem Einkauf unter geringerer Beachtung der Qualität der Waren wird immer allgemeiner. Betrachtet man durch Privatmonopole gezeitigte Er- KM- fessi "inten &S nanbj 2nb?r^htr£ ■ 16 ''^>N Unter. 'müLT6 *wbe ■ ab ÄwäS Kreis Alsfeld. w Alsfeld, 15. Fan. In der heutigen Stadtrats- fitzung beschloß man ohne aröß-re Aussprache die Einführung der Filialsteuer nach dem von dem Finanzausschuß vor- geschlagencn Entwurf gegen die Stimme des Herrn Jakob. Kreis Friedberg. h. Ober-Noßbach, 15. Jan. In den hiesigen Waldungen schoß Laudrat v. Marx (Bad Homburg) mit einer Kugel zwei Hirsche, einen Achtender und einen Vierzehnender. Starkenburg und Rheinhessen. Darmstadt, 15. Jan. Fürst und Fürstin zu Solms-Lich sind ^gestern nachmittag 2y2 Uhr, Prinz Ludwig zu Solms-Lich ist abends !U/4 Uhr zum Besuch im Neuen Palais cingetroffen. Um 8 Uhr fand, wie schon mitgeteilt, in den Räumen des Alten Palais der zweite diesjährige Hofball statt, zu dem außer den genannten Fürstlichkeiten auch eine Anzahl Mitglieder standesherrlicher Familien Einladungen erhalten hatten. Im ganzen ergingen etwa 500 Einladungen. Heute mittag 1 Uhr waren die hier anwesenden Mitglieder der standesh^rrlichen Familien zur Frühstückstafel im Neuen Palais geladen. Hessen-Nassau. [] Marburg, 15. Jan. Wie kurz berichtet wurde, wurde gestern in Goßfelden ein Mann verhaftet, der dringend verdächtig erschien, der wegen des Mordes bei Kämmerzell schon lange gesuchte Zigeuner Wilhelm Ebender zu sein. Der Betreffende hatte vor einigen Wochen beim Landwirt Isenberg in Goßfelden gearbeitet und sich dann entfernt. Um dieselbe Zeit tauchte das Gerücht auf, daß sich Ebender in den Lahnbergen umhertreibe. Der Beschreibung nach mußte der Verdächtige mit dem Knecht, der sich Peter Wintrich nannte, identisch sein. Als der letztere gestern wieder bei Isenberg vorsprach, lud er ihn zu Tische ein und benachrichtigte den Gendarmerie-Wachtmeister Redbighausen aus Cölbe, der bann auch bald in Zivilkleidung erschien und sich mit Isenberg über allerhand geschäftliche Sachen unterhielt. Bei der Gelegenheit wurde der verdächtige Mann plötzlich überwältigt und bann gefesselt nach Marburg ins Land- gerichtsgefängnis gebracht. Wie man hört, soll man ihm auch Waffen abgenommen haben. Wenn auch die Achnlichkeit mit Ebender, Größe, Statur und verkrüppelte Hand groß war, so hatte man doch, wie sich heute mittag herausstellte, wieder nicht den richtigen Ebender gefaßt. Es handelt sich vielmehr um einen zigeunerhaft aussehenden Mann, der vor einigen Wochen schon einmal von der Marburger Polizei vorgeführt wurde. Er trieb sich bettelnd umher und bot auch eine angeblich von ihm gemachte Erfindung, die ihm patentiert sei, zum Verkaufe an. Daß Wintrich sein richtiger Name ist, wird bezweifelt. Er wurde einstweilen, jedenfalls wegen seines Umhertreibens, in Haft behalten. w £>anatt, 15. Jan. Die Zahl der Typhus- kranken vom Eisenbahn-Neginient Nr. 3 ist weiter zurück- qegangen und beträgt gegenwärtig 155. Auf dem Wege der Genesung befinden sich 73 Soldaten. ioirb mit Strichziehen und Piuselü'bungen unter Benutzung verschiedener Pinselarten begonnen, die verschiedene Mal- ischnik, sowohl in Leim- als auch Oelfarben werden gelehrt. Pflanzen- und Tierzeichnen, die Verbindung der einzelnen Motive an praktischen Arbeiten, das Studium der an den Objekten zusammengestellten Farben und Ver- laenbimg derselben in der Praxis bildet einen wichtigen Teil des Unterrichts in dieser Gruppe. Die Aufnahme von einfachen Architenurstücken unter Berücksichtigung der Perspektive und der Schattenlehre wird ebenfalls! eingehend ge- übt. Die Ausführungen fanden ungeteilten Beifall. Der Vorsitzende machte die Anwesenden darauf aufmerksam, doß gelegentlich des> Schul nbi äums die G.werbcfchu'le eine große Ausstellung ihrer Schülerarbeiten veranstalten würde iinb daß deshalb" schon jetzt deren Besuch warm empfohlen njerben könnte. Zum Schluß fand noch eine kurze Aussprache darüber statt, ob es nicht im Interesse unseres Handwerks gelegen sei, wenn der Veranstaltung einer Gewerbe- iimb Ferne und der ganzen Gemeinde unser Pfarrer Sauer zur &rbe bestattet. Wie auch in diesem Blatte seinerzeit mitgeteilt Morden war, hatte er unter allgemeiner Anteilnahme im November feinen 70. Geburtstag gefeiert. Zu Neajalft begrüßte er seine Ge- irannbe noch von der Kanzel, unb schon einige Tage darauf er- franfte er unb ein hinzugettetener Schlagamall machte am Montag fe in em Leben ein Enbe. Ter Ober-Mockstädter Posaunenchor rrirfte bei der $ rauerfeier in der Kirche unb am Grabe mit; Ge- frngüereine unb Schülerchor trugen ergreifende Lieber vor. Tie Leichenrebe hielt-in ber Kirche Pf. Werner von Nidda, ein Freund und Studiengenosse des Entschlafenen, über den 23. Psalm, ckim Grabe sprach TekanatsstellvertreterB rill- Ober-Widdersheim Worte der Anerkennung ber Tätigkeit des Entschlafenen. Vereine urb Vorstände legten Kränze nieber; desgleichen hat die Dekanats- - Geistlichkeit einen Kranz- niedergelegt. Zum Schluß sprach ein frreunb aus Rheinhessen, Pfarrer Schroeder aus Eichloch, timens des Pfarrvereins und des Dekanats Wöllstein, dem ber Entschlafene früher angehört hatte. Pf. Sauer hat 20 Jahre in Geiß-Nidba in Segen gewirkt; er hinterläßt eine Witwe itüb 2 Kinber. [ von 1-7—. . .»! tnngMnnb wi T-rr unter allgemein« SU sofortigen gWJ feirtnaufjtti- Traut» eines W a Mei^nete ftj bedenkich Jimm« p Vorschläge SE .ifr’btä DM'cheM xnöchmg aus ote 3 ausstellung hier in Gießen einmal näher getreten 'Derbe. Es imirbe mitgetellt, daß die letzte gewerbliche Arrs- stellung vor etwa 50 Jahren hier stattgefunden hebe. Die Frage soll in den nächsten Sitzungen eingehender besprochen Tauwalz. Seltersw.39,OttoScboos.t^° Visitkarten billigst Brühl’Nche Druckerei. < .(t lpU di A^tzüni igj11 ......... ,_______ vm ersten Bericht der Einziehungsgemrssenschaft aufmerksam ob empfahl den Mitgliedern deren Benutzung. Die mit T. ! ''teibujj dem Deutschen Versicherun gsverein und der Württembcrgi- .. : ;>.it", scheu Privat-Feuerversicherung a. G. in Stuttgart abge- ,r'' -nirfoto, ischlossenen Degünstigungsvertrüge wurden bekannt gegeben. Ls wurde sodann beschlossen, das 75jährige Jubiläum der i Gewerbeschule nicht am 3. Osterfeiertag zu feiern, sondern leist am Sonntag, 6. April. Im Anschluß, an die Mitteilungen hielt Zeichen- und Gewerbelehrer Gamon II. einen schr interessanten Vortrag über den kunstgewerblichen Unter» richt an unserer Gewerbeschule. Nach einer Anleitung Über Zweck und Ziel des' Zeichenunterrichts gab er an der >zand sehr zahlreicher Schularbeiten ein Bild über den Diterrichtsgang. Es wurde die Einführung des Schülers nm das geometrische Zeichnen an Gegenständen aus seinem speziellen Beruf, die Anfertigung von Aufriß, Grundriß ■unb Seitenriß nach dem Modell dargetan. Erst wenn der Schüler die Lösung -dieser Aufgaben erfaßt hat, tritt er im das eigentliche Fachzeichnen ein. In der Dekorationsmalerei, die in dem Vortrag besonders behandelt imirbe, xWMMckMUMWx liefert jedes Quantum beste harte Stückkohlen in einzelnen Waggons und in Abschlüssen. Billigste Kohle der Gegenwart. Zwischen 5—6000 Wärmeeinheiten. Zirka 40° 0 billiger als Steinkohlen. Für Wiederverkäufer extra billig. Ligüitflaumikohlen.Bergwerk Ludwig Haas,Dillenburg Besitzer: Ingen. Ludwig Thiele. D*/t Gesundheit - Versandhaus für ■ Zuckerkranke [ Prospekt frei (58 l Berlin- Nleder-Schönhausen. • Landkreis Gietzeiu > s. Lollar, 15. Ian. Bei der gestern abend im schwanen* abgehaltenen außerordentlichen Hauptversammlung Ides Krieqervereins „Ludwig zur Treue" wurde an Stelle des seitherigen Vorsitzenden, Lehrer Taab, der eine Wieder-^ wähl abgelehnt Hatte, Herr Schiemangk als Vorsitzender einstimmig gewählt. Der weitere Vorstand, bestehend aus den Herren Nies, Bauunternehmer Tewel, Landwirt Fr. Deibel, Heibertshausen, Schön, Christ, Schmiedemeister stuchs, Ewald und Bürgermeister Schmidt, wurde durch Zu- cuf wiedergewählt. Die Geburtstagsfeier des Kaisers findet am Samstag, 25. ds. Mts., unter Mitwirkung der Kapelle Weller-Gießen bei Konzert und Ball statt. -m. Lich, 16. Jan. (Verdatet.) Am Samstaa veranstaltete die Steuogravhen-Gesettschaft.Gabetsberger" im Eoole „zur Lmbe ein Wintervergnügen, bas sehr out be- firdit war und einen schönen Verlauf nahm. Außer verschiebenen tzesangsvorträgen kam ein Theaterstück „S.Tenissimus als Braut- . I rottber" zur '2luffiihrunq. Ten Schluß bildeten Verlosung unb Tanz Dorf-Gtll, 15. Jan. Der in der Gemarkung Hrüningen liegende Markwald soll an den Fiskus über- lüben. Es sind bereits durch die Oberförsterei Schiffenberg Ä^rhandlungen geführt worden. Der Preis für den Blarkteil iott einschließlich aller entstehenden Kosten und der Wert- ' ^iwachssteuer auf je 1200 Mk. kommen, was gegen die seit- aerigen Preise einen Mehrwert von 400 Mk. für den Anteil -LLM» 7ohl 3 t"0’ ttt ,a7'^uli 19U »f LJ%b ber eb ollte, P" aufunS hr Tr'0®' yölseklv" kM"* ei* ” tft atubet, welches mm bec ArgmtLst oiHreßaurateur fkie- neu zv schaffende. itan, baß sich ein b vermögen für eine m- Mte. Bei den w.- x tre Mlichkeit be: bn qrößeren $em- m Laalbau Mgewiesa r von schwacher Leucht Fastnachtslieder ° Karten für Weihnachtskassen . Die glückliche Geburt eines gesunden Dritter Solisten-Abend Fünftes Konzert Statt Karten für Violine von M. Bruch, F. Ries, P. de Sarasate. v»/' 0387 Schi- und Rodel-Garnituren Sweater Schi - Marke „Tödi“ beste Qualität Schals Mützen Schi - Handschuhe Schi-Stücko Trag-Riemen Julius Schulze Krenzplatz a18/i Tel. 774 v«/i Hch.Kalbflßisch Telephon 586 Inh.: Karl Ohm Burggraben 9 Anfang 8 I hr. 170 Zu dcu besten Neuheit! 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