’ohn- chen eisen sterweg 47 illljf.lplil ?tallStative.AIbums PHOTOARTIKEL S&mtM Platten Hirns licht- 1 empfind!. Papiere stets .'.frisch.'. W. M El 612. Setten Bqe 7. bekannter Qualität sm “ Emil Karn. Schnlsfr. VM Giesse« JulU-Lotterie Darmstädter ^ricrnl^ J«esS?r> •^SlÄe T S^a°n «r.von 7oÄCS?»rbk(r i»'Lierde oder HSJini fflert* von 15800 fl»rJn - ästej sreisS SZW8 *55 Zg rum Besten des igfeite* in Giessen am pfinffstsennxtag. r Geld ohn® 14® Gddgewinne 11000i Hauptgewinn LOOOOl iehung am S. 191\ sind bei allen Lo* Will, verkauf, zu hab J ,ener.-Vertrieb Buch* «nR6ne.lL DaS-UbOw -eära?Listeu.Port» arlOMt rur ä] m. m Der Eichener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: vierinäl wöchentlich Siehener§amilienbiättcr: zweimal wöchenll.ttreis- blattsiirdenKreisSiehen tTienstag mW Freitags; zivennal inonatl. Lanv- wirtfchastlichc Zcitsragen Fernfprech- Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnninmer bis vormittags 9 Uhr. w. Sl kW Erster Blatt 163. Zahrgang te ener General-Anzeiger für Rotaüonrdruck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Buch- und Steinöruderei U. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulstratze 7. Jg?öc&^üt den Büdingen: Fernsprecher Ur. 269 Geschästrstelle Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil: H. Beck Soimerstag, 15- Mai 19’3 Bezugspreis. inonailich75Pi.,vicrlel- AA jährlich Wit. 2.20; durch «w TW Abhole- u. Zweigstellen M HM W " monatlich 65 Pf.; durch W die Post Mk.2.—viertel- W jährl. ansschl. Bestellst. Ws ZeileiiorciS: lokal 15Pf., xkäir auswärts 20 Pfennig. Chefredaktcrir: A Goetz. Veraulwortlicl) für den politischen Teil: August Goclz; für „Feuilleton", „Vermischtes" und „Gcttchtsjaall: K. Neu- n Die heutige Nummer umfafot 12 Seiten. Die hessische Erbschaftssteuer. Im Jahre 190(1 wurde die indirekte Reichsbesteuerung zum erstenmal durch die Reichserbschaftssteuer durchbrochen. Sie ist damacks als Stückwerk geschaffen worden und bis heute Stückwerk geblieben, weil alle Erbanfälle durch Todesfall, welche Ehegatten, eheliche und cingckindschaftete Kinder betreffen, steuerfrei bleiben, ferner uneheliche Kinder mit dem Vermögen der Mutter und die Abkömmlinge- der genaunten Personen. Bekanntlich dreht sich die Forderung der Gegenwart darum, die Erbschaftssteuer in dieser Richtung zu -ergänzen und sie auf Ehegatten, Kinder und Enkel auszudehueu. In ihrer lMtigen Form ist ihr Ertrag nur minimal. Schon 1907/08 erbrachte die englische Erbschaftssteuer rund 400 Millionen Mark, die französische 160 Millionen, die deutsche aber nur 43 Millionen, die sich bis zum Jahre 1911 auf 56 Millionen steigerten. Ein Viertel hiervon fällt den Bundesstaaten zu. Ueber die Erträge der Reichserbschaftssteuer in den Einzelstaatcn wird eine ausführliche Statistik gegeben. Wegen der vorhin erwähnten Lücken bietet diese kein vollständiges Bild von dem gesamten Vererb ungsvovAang im Reiche. Da aber bereits mehrere Jahre bearbeitet sind, die Materie nach den verschiedensten Gesichtspunkten gegliedert ist und die Statistik im ganzen -eine deutlich erkennbare Stabilität aufweist, jkann man (sich aus der Reichserbschaftssteverstalistik sehr gut ein Bild von den ungeheuren Vermögenswerten machen, die alljährlich in den einzelnen Bundesstaaten im Erbgange umgesetzt werden. Sehr auffallend ist dabei die Erscheinung, daß der größte Kapitalbesitz keineswegs dort seine wahre Heimat hat, wo das größte erwerbstätige Schaffen vorhanden ist, also in den eigentlichen Industriegebieten, im Rheinland, in Westfalen, itt Sachsen, sondern wir finden, wenn wir die Erbanfälle auf den Kopf der betreffenden Landesbevöllerung berechnen, den kapitalistischen öauptbesitz mit 24—27 Mk. in Bremen, Hamburg und Hessen-Nassau, dagegen z. B. im Königreich Sachsetr nur 14,8 Mk., in Hessen 14,2 Mt., im Rheinland nur 12,6 Mk., in Westfalen sogar nur 6 Mk. Mag bei diesem OAaßstab auch die Zufälligkeit des Todes eine vielleicht große Rolle spielen, so deutet doch die Stetigkeit dieser Kopfziffern auf eine gewisse Gesetzmäßigkeit hin, die bei einer lückenlosen Erbschaftssteuer noch viel mehr zum Ausdruck kommen würde. 1908 1909 1910 Gesamtwert 14,31 Mill onen 15,63 „ 1H,17 Hessen folgende Ent- Steuerertrag 0,83 Millionen Mark, 0,84 , 1,17 Erbanfälle i 2650 l 2566 ) 2454 Das Kaiserliche Statistische Amt veröffentlicht soeben die statistischen Ergebnisse der Reichserbschaftssteuer für das Jahr 1911. Die letzten vier Rechnungsjahre zeigen nach der Zahl der Erbanfälle, dem Gesamtwert des Erbes und dem St euer ertrag für Wicklung: 1911 2542 15,08 „ 0,*6 „ J Da hier die Vererbung an Gatten, Kinder und Enkel fehlt, bietet sich ein recht unregelmäßiges Bild, handelt es sich bei diesem Erben an weitläufige Verwandte, zu denen noch Kirchen, Religionsgesellschaften, gemeinnützige Stiftungen ufw. kommen, im Grunde doch nur um ein Erben per Zufall. Die Hanpterbmassen werden von der Statistik gar nicht erfaßt. Aber trotzdem kann man sich aus der Höhe des Erbwertes und des Steuerertrages, sowie aus den Einzelheiten der Steuerstufen ganz klar darüber werden, wie sich die angewachsencn Kapitalsmassen in den Händen einiger Weniger kristallisieren. Die meisten Erbanfälle kommen natürlich auf die unterste Steuerstufe von 500—3000 Mk.: 1971 mit 3,5 Mill. Mark Gesamtwert und 177 000 Mk. Steuerertrag. Auch die nächste Gruppe mit 5000—20 000 Mk. war noch mit 441 Fällen und 4,2 Mill. Mk. Wert besetzt. Ganz anders fallen aber die höheren Steuerstufen ins Okewicht. Die Zahl der Fälle ivird immer kleiner, aber die Gesamtwerte steigen ins Riesenhafte, so bei der Gruppe von 20 000—50 000 Mk. mit 97 Fällen aus 2,8 Mill. Mk. Wert, bei der Gruppe von 50 000—100 000 Mk. mit 24 Fällen auf 1,67 Mill. Mk. Wert, bei der Gruppe von 100 000—1000 000 10 Fälle mit 3,3 Mill. Mk. Es ist bezeichnend, daß also diese höchste Stufe mit 24 Fällen fast ebenso viel Kapitalmacht wie die ca. 2000 Fälle der untersten Stufe repräsentiert. Millionen- crbschaften kamen im Steuerjahr 1911 in Hessen nicht vor. Die zahlreichsten Steuerfälle betrafen 'die Erbschaften der -ersten Steuerklasse, wo u. a. die leiblichen Eltern, die Geschwister, deren Abkömmlinge zweiten Grades erben. Hierher gehörten von den 2542 Fällen allein 1889 mit 11,26 Mill. Mk. Wert und 1 •? Mill. Mk. Steuerertrag. Die zweite Steuerklasse umfaßt als Erben die Groß-, Schwieger- und Stiefeltern, Abkömmlinge zweiten Eirades von Geschwistern, anerkannte uneheliche und an Kindesstatt angenommene Kinder: 205 Fälle mit 435 000 Mk. Wert. In die dritte Steuerklasse mit noch entfernteren Verwandten z. B. Geschwister der Eltern und Verschwägerte im zweiten Grade der Seitenlinie, fielen noch 34 Erbschaften mit 232100 Mk. Wert, kirchliche Stiftungen erbten zweimal zusammen 32 000 Mk. und zahlten dafür im ganzen 1620 Mk. Steuern. Ferner kamen 10 Erbanfälle auf gemeinnützige Stiftungen, Vereine und Anstalten mit 1,13 Mill. Mk. und 57 000 Mk. Steuern. Alle diese Fälle betreffen nur Erbschaften von Todeswegen. Die ebenfalls steuerpflichtigen Schenku n g e n unter Lebenden bilden eine Gruppe für sich und umfaßten in Hessen 133 Fälle mis 1,16 Mill. Mk. Wert und 56 000 Mk. Steuern. Diese Schenkungen beliefen sich im ganzen Reiche auf über 62 Mill. Mk. mit fast 4 Millionen Steuerertrag. Die ständige Vererbung so ungeheurer Vermögensmassen ist, darüber sind sich die klarer blickenden National- ökonomen schon längst einig, volkswirtschaftlich wie ethisch bedenklich für das Volk. Man wird sich erinnern, wie kürzlich in den Bereinigten Staaten von Amerika allen Ernstes die Anregung auflauchtc, für die Vererbung der Riesenvermögen ein besonderes Gesetz zu schaffen. Es muß schlimm genug mit einer (Gesellschaft gekommen sein, ivo selbst ihre eigene Regierung zu solchen Ideen kommen mußte. Diese Ideen werden aber auch dem Deutschen allmählich klarer werden, wenn er erst einmal die Ergebnisse einer n7iwTrrw»TaTi~~mT--rirrr’“~r*iwi nmiirnwn'Ciii nT—Tiirirrr -t um ir iwiijuilhm.,.jmi j Vie Berliner Jubiläums-Ausstellung. Aus Berlin ivird uns geschrieben: Die diesjährige Große Berliner Kunstausstellung, die in Anwesenheit des Kaisers am Samstag feierlich eröffnet wird, soll ein besonderes Gepräge erhalten durch die Veranstaltungen, die dem Regieruiigsjubi- laum beö Kaisers gelten. Zu diesem Zweck wurden «die Räume, die der Architektur gewidmet sind, nach Angaben von March und Brurem nmgcftaltet: der blaue Saal durch Bodo.. Ebhardt in ein feierlich pomphaftes Gewand gekleidet, und dem Ganzen ein festlicherer Anstrich verliehen. In einer retrospektiven Ausstellung führt man ins Werte der Malerei, Plastii und Archll lettur vor, die in dem Vierteljahrhundert der Regierung Wilhelms II. entstanden sind, und der Hauptraum des Ansstell iimgspalastcs ist einer Sammlung der hervorragendsten Bauten gewidmet, an deren Entstehung der Kaiser besonderes Interesse ge itominm Hal. Innerhalb dieses besonderen Rahmens entfaltet sich dann die gewöhnliche Kunstausstellung, wie sie alljährlich am Lehrter Bahnhof in zahlreichen Sälen und bunter Fülle sich darstellt. Man kann nicht sagen, daß diese großzügig geplante Ausstellung in der Gestalt, itne sie nun verwirklicht ist, unter einem günstigen Zeichen steht. Mau mag Viele Einzelheiten anerkennen: im ganzen bietet die Ausstellung nirgends ein Bild guter Geschmackskultur und geschlossener Harmonie. Wohl imponieren die Modelle, Photographien und Pläne der Kaiserlichen Architektur- Ausstellung durch die Menge und Wucht der Werke; in diesen Schlössern und Kirchen, Museen und Burgen, Kasernen und Hafeu- oulageu bis zu dem niedlichen Modell der Jnsthäuser und Ställe bon Cadinen ist Mächtiges geleistet, aber es fehlt der einheitliche Stil, und jene, archaisierenden Spielereien, jene Nestau ratiouen und Nachahmungen mittelalterlicher Knust drängen sich Iiervor, die in dem mit Arbeiten Bodo Eb Hardts gefüllten Sliaum allein dominieren Diese gotisch ritterlichen, unserer Zeit fo fremden Formen mögen bezeichnend sein für einen romau tischen Zug in dem Geschmack des Kaisers: aber sie stören den Eindruck, den die unter seiner Aegide entstandenen Bauten l>er Vorrufen. Welche eine andere, so viel modernere und ästhetisch klarere Welt tut sich auf, wenn man die prächtigen drei Räume durchwandelt, in denen Ludwig Hoffmann, der „Bau- ntcister Berlins", ein gut Teil seines Lebenswerkes in ruhigen, fän abgewogenen formen erstehen läßt! Auch die Säle, die der Kunst unserer nächsten Vergangenheit cingeräumt sind, vermitteln nicht die Eindrücke, die man mit gutem Recht erwarten dürfte. Die letzten 25 Jahre umschließen eine Hochblüte deutscher Malerei, aber davon ist an der Gesamtheit der ausgestellten Bilder wenig zu merken. Wohl sind klassische Werke da, wie Klingers ernste hoheitsvolle Pietü, wie Trüdners Reiterporträt des Großherzogs; aber sonst sind selbst große Meister, wie Leibl, DHoma, Gebhardt mit unbedeutenden Sachen vertreten, und die Relwzahl der Bilder ist belanglos. Arn besten schneiden noch die Berliner ab, obwohl der Hauptsaal fast nur Nieten enthält: ll>ch findet sich in den Kabinetten manch Schönes von Menzel, ätauffer-Bern, v. Lesser-Ury, Kallmorgcn u. a. Bei den Karls?, ruhern müssen Trübners und H. V. Volkmanns Arbeiten viel Schlechtes verdecken: unter den Münchnern erfreuen nur bekannte Bilder von Uhde, Hengeler, Putz, Herterich: Weimar ist mit den: historisch bedeutenden Worpsweder Bild Mackensens, dem mächtigen Werk von Egger-Lienz lvenigstens interessant vertreten; aber bei den Dresdenern läßt die Qualität viel und bei den Wienern alles zu wünschen übrig. In Sonderabteilungeii stell cm sich die schwere grobe Kunst Stucks und die intime, wenn auch durch die vielen Bilder monoton wirkende Art Schönlebers vorteilhaft dar. Sehr Schones bietet die graphische A b teilung, in der her reifen Kunst des Wieners Schmutzer ein Mittelpunkt gewährt ist. Mit Recht hat man in der Deuts ch- nationalen Architektur-Aus ft e l l n n g einen Ueber- blick von höchster Bedeutung über unsere aufblühende moderne Baukunst geboten. Das Niveau der eigentlichen Ausstellung ist sowohl in Plastik wie in Malerei niedriger als in den Vor jähren. Zudem ist schlecht und wahllos gehängt; selbst in den großen Sälen erscheinen die guten Werke nur als seltene Inseln in einem Meer des durchschnittlich Banalen. Wohl wird man bei näherer Betrachtung noch manch schönes Einzelne seststellen können; im ganzen wird 1913 in den Annalen der Großen Berliner Kunstausstellungen sicherlich als kein Glücksjahr verzeichnet stehen. . Dr. V L. - D i e Ausstellung der Gemäldegalerie G. F. Reber in Darmstadt, dlls zweite. Kunstschau im Rahmen der Sondern ns st ellnnge ii freut f ch er Priv atfam m I n n g e n im städtische n A uSstell u ngsgebäude ans der M a t h i l d en h öh e wird am Samstag, den 17. Mai, die Sammlung des Barmer .Biustfreundes G. F. Reber eröffnet, die neben einer Anzahl von Werken älterer, besonders alldeutscher und holländischer Meister, die große französische Knust des 19. Jahr Hunderts auszeichnet. Maler wie Corot, Een r b c t, Manc t, Renoir, Degas u. a. sind in dieser Sammlung mit hervorragenden Proben Vertreten, die ein vortreffliches Bild von her hochstehenden künstlerischen Kultur dieser Epoche zu vermitteln vermögen. Ihren Bremipnnkl aber hat die Galerie in den 15 Werken des heute ungemein geschätzten C e zan ne, der von einem Teil der Jüngsten als künstlerischer Wegweiser auf den Sckstld erhoben ivurde. Was die Sammlung Reber von diesem interessanten Franzosen zeigt, sind die hervorragendsten Stücke seiner künstlerischen Hinterlassenschaft, und es dürste kaum eine zweite Privatgalerie in Europa geben, die die gleiche Zahl von Werken Cozannes aufzuweisen hat. Daß darum den Kunstfreunden 6Je- legen freit g eboten ist, sich nachhaltig mit dem Problem des in unseren Tagen. fast schon klassisch gewordenen Meisters zu be- sasfen, muß besonders hervorgeh oben werden. Die Ausstellung ist täglich von 11 —l Uhr vormittags und von 3—5 Uhr nachmittags, Sonntags von 10—2 Uhr geöffnet. Ain Freitag jeder Wvckie wird 0,50 Mk. Eintrittsgeld erhoben. — I ettchen Gebert ans der B ü h n e. Ans Fran k- fnrt a. M. wird uns geschrieben: Fettchen Gebert hat, mit Einwilligung und unter Beihilfe ifrreö Vaters Georg Herrn a n n, den Sprung aus dem Roman auf die Bühne gewagt. Sie steift nun selber ein wenig blaß und duldend, ifre Schicksal nehmend. lückenlosen deutschen Erbschaftssteuer vor sich haben wird. Schon aus diesem Grunde muß alles daran gesetzt werden, dem Ausbau der deutschen Erbschaftssteuer schnellstens zum Durchbruch zu verhelfen. Engjisch-türüsche Verhandlungen über die bagda b6hn. Die „Kölnische Zeitung" meldet aus Berlin: Die Presse beschäftigt sich vielfach mit den Verhandlungen, die zwischen E n g l a n d nnd der Türkei wegen der B a g d a o b a h n geführt werden, lieber den Inhalt der Verhandlungen gaben die beiden Regierun»gen noch nichts bekannt, jedoch kann schon jetzt gesagt werden, daß die Auffassung irrig ist, als würde es bei den englisch-türlischen Verhandlungen auf eine Schädigilng der deutschen Interessen hinauskommen. Es kann zuverlässig festgestellt werden, daß auf keiner Seite die Absicht besteht, sich über die Rechte der Bagdadbahn hinwegzusetzen. Nach Mitteilungen des Reuter-Bureaus sind die Grundlagen der eng lisch-türkischen Verständigung in der Angelegenheit des persischen Meerbitsens folgende: Die türkische Regierung erkennt dus britische Protektorat über Ko weit au und bewilligt ge,gebenenfa.lls das Recht, eine Eisenbahn von Bassorah nach Kuweit zu bauen. Ba s so rah soll Endpunkt der Bagdad-Bahn werden, die bis Bassorah unter denselben Bedingungen werter geführt werden soll, wie sie für die anderetc Strecken der Bahn bestehen. Mindestens zwei englische Vertreter sollen in den Vorstand der Bagdad bahn ernannt werden, um alle Vorgänge zu überwachen und eine unterschiedliche Behandlung der Waren zu verhindern. Natürlich wird die deutsche Regierung bei der Verständigung, insoweit sie die Interessen der Bagdad-Bahn berührt, beteiligt fein. Tatsächlich hat Deutschland dazu beigetragen, die Verständigung zu erleichtern, die, wie man hofft, in in 14 Tagen zu einer endgültigen Erledigung führen wird. Die Londoner Kriedensverhandlungen hmanrgeschoben? Das Reuter-Bureau schreibt: Anzeichen deuten auf die Möglichkeit einer H i n a u s s ch i e b-u n g der Friedens^ Verhandlung en in London hin. Bulgariens Bereitwilligkeit, jdie 'Präliminarien sofort zu unterzeichnen, wird von Serbien und Griechenland nicht gebilligt. Serbien und (^riechenlmid sind nicht geneigt zu unterzeichnen, ahne sich alle sie Nahe berül-renden Punkte voll und ganz vorzubahalten, itnb ohne daß diese» Punkte erst zwischen den Verbündeten selbst und dann mit den Mächten durch ihre Botschafter in London ersckwpf'end besprochen werden. Serbien und Griechenland gehen offenbar darauf aus, jeden einzelnen Punkt vorher getrau auf» zu klären. t Der Einzug der internationareu Truppen in Skutari. Eetinje, 14. Mai. (Amtlich.) Die internationalen Trirppen zogen unter dem' Kommando des eirglischen ^kd- mirals Burneh nachmittags 2 llhr in Skutari ein. General Betschir begrüßte den Admiral bei seinem Ein- wie eS Fommt, auf den hölzernen Brettern, auf denen der zarteste Duft von Dingen und Menschen so leicht von Staub und Schminke bedeckt wird. Sine FamilienmaIstzeit um den reichgedeckten Tisch Salvmoii Geberts, ein Efrarlottenburger Sommerfrifcktenidhll von anno 1839, die Familienberatung der ctzeberts über Jettchcns Heirat, der Abschied Jeckchens von Dr. Kößlings in dem von der Kunst geadelten Salon Jasons und endlich die Hock,«zeit mit dem unerwünschten Besuch der angeheirateten Vernmndtsckmst aus Beir- sä eu - das alles gibt zu Lebensbildern von großer Feinheit der Zeichnung, zu Idyllen von heiterem Betragen und hjriKbeu Stirn ° mungen von biedermeierischen Duft reichlich Gelegenheit. Und etliche rechte Menschm stehen auf der Bühne; befonber-5 das alte Judenpärchen, der Onkel Eli und sein Minchen, sind audji im Rampenlicht prachtvolle Typen geblieben. Die Uraufführung im Frankfurter Schauspielhaus brachte dem Hermannschen Stücke einen Erfolg, wenn auch einzelne Zischer laut wurden. Sine Richard-Wagner Ausstellung. Die sstickard-Wagner-ttzedääitnis^Ausstellung in Leipzig, die das Stadtgeschiäitiiche Museum vorbereitet, unb deren Eröffnung am 23. Mai statt!indet, ist anßerordentlich reich beschickt worden. Sie Ivird eine große Reihe wertvoller Erinnenmgsstücke enthalten. ES befinden sich darunter die Oelbildnisse der Mutter Wagners und des Stiefvaters Ludwig Geyer, eine große Anzahl inhaltlich nrirfi - tiger Briefe Wagners an seine Mutter, an seinen Freund i'lpel, und andere. Bei bau Wagnerfrennden iwrben die za hl melden Sriginalnotenmcnrnßripte, die auf der MlSstellung zusainmen- kommen, besonderes Interesse finden. Erwähnt seien nur die .Handschriften zum „Liebesmayl der Apostel", zur Faustouverttire, ein Atvuniblatt für die Fürstin M., sowie Bruchstücke und Skizzen zum „Parsifal", „Siegfrieb" und „Tristan". An den weiteren Kreis der Wägnersreuirde tvenbet sich eine umfaitgrcirix Sammlung von Bildnissen der Wagnersänger und Wagnersängerinnen. - D i e S ch o p e n l> a n e r g e s e l l f ch a f t hält ihre dies - jährige Tagrntg vom 14. bis 16. Mai in Frankfurt a. M. ab. Sieben den Vorträgen der Herren: Professor Dr. Paul Deussen (Kiel) „Die fünf Sttifen der Welterkenntnis", Dr. Marl (tzebbardl (Frankfurt a. M.) „Schopenhauers Philosophieprinziv und die Romantik", Dr. Moritz Werner „Sckwvendauer der Frankfurter", Dr. Juliusburger (Berlin) „Psychotherapie und Schapen- hauersche Philosophie" wird in den Räumen der Frgnksurter Städtebibliothek eine Ansstelknng stattfinden, die in fast lütten■ loser Folge erhaltene Bildnisse Schope nhan ers und Bild■ nisse seiner Borfahreit umfaßt, und außerdem Dc'kninente nnd Handschriften, sowie andere Reliquien, die zur Persönlichkeit des Philosophen eine Beziehung haben, ätzerwolle Stücke haben das Germanische Nationalmuseum^ die Kasseler köniqliihe Galette nnd der Freund und Biograph SckwpenHauers, Geheimrat Will Helm v. 6V)oimier, dazu geliefert. — Kurze Nachrichten ans Kunst und Wissen- scha'ft. Der vierte internationale Kongreß für W oh n n n g s h y g i e n e findet vom 31. August bis 7. Sept, in Antwerpen statt. — In Paris ist der Nationalökonom nnd Statistiker Alfred de FvVille am Mittwoch ün Alter von 71 Jahren geftorben. c kl, r 3 (T. ?.,< L. ! i' s; fi rr ft Mg in ine Stadt mit einer kurzen Ansprache, worauf der Ädmiral mit einigen liebenswürdigen Worten antwortete. Hierauf begab sich der Admiral in die Stadt. Die intermitronalen Truppen besetzten sofort die öffentlichen (Gebäude, wo sie garnisonieren werden und übernahmen den Ordmmosdienst. Eine montenegrinische Abteilung erwies dem Admiral bei seinem Einzug in die Stadt militärische Ehren. Die montenegrinischeri Truppen verließen die Stadt. Die Eiuschiffn«a der Truppen Essad Paschas. Cetinje, 14. Mai. In San Giovanni di Medua trafen 2500 Soldaten Essad Paschas ein, um die von Konstantinopel fcmrmenben Transportschiffe zu erwarten. Tic Zahlung auf Rhodos. Athen, 14. Mai. Tie griechische Presse wendet sich gegen die von der „Tribuna" gebrachte Mitteilung, über die von einem General vorgenommene Volkszählung auf Rhodos. Die Einwohnerzahl von Rhodos betrage nicht 13000 Personen, wie Ameglio angebe, sondern 30 000. Die Stadt Rhodos allein weist 5500 Griechen, 3300 Mohammedaner und 2000 Juden auf. Staatssekretär von Zagow in Vien. Wien, 14. Mai. Staatssekretär von Jagow ist fyeuie morgen hier einqetroffen. Der Kaiser empfing den Staatssekretär v. Jagow in halbstündiger Audienz. Von Schönbrunn begab sich .Herr v. Jagow zum Ministerium des Aeußern und besuchte den Grafen Berchtold. Beide hatten eine etwa a n der 1 ha lb stün d i ge Besprechung. Bei dem deutschen Botschafter von Tschirskh-Bögendorsf findet am Donnerstag ein Frühstück statt, an dem der Fürst von Hohenwllern, Staatssekretär v. Jagow und viele hochgestellte Personen teilnehmen werden. Zu Ehren v. Jagows gaben Graf Berchtold und seine Gemahlin ein Diner. Die Blätter begrüßen den Staatssekretär von Jagow als hochwillkommenen Gast, der der herzlichsten Aufnahme sicher sei. Das „Fr em den blatt" schließt seinen Begrüßungsartikel : Die Zusanunenkunft des Grafen Berchtold nrit dem deutschen Staatssekretär, der zu den hervorragendsten Diplomaten seines Heimatlandes zählt und dessen Ernennung in den ernsten Krisenzeiten allseits ungeteilte Genugtuung bertiorrief, wird ein aber» malig te Unterpfand dafür gewähren, das; die auswärtige Politik der beiden Mächte in vollster Ucbereinftrmntung und unwandelbarer Bündnistreue geführt wird. Mit aufrichtigster Freude und den herzlichsten Dvmpathien heißt Wien den Leiter der Aus- landspolitit des engbefreundete'.l Nachbarreiches willkommen. Die „Neue Freie Presse" betont: Während der letzten Krise hat es sich wieder gezeigt, daß Deutschlmrd und Oesterreich mit Banden fester als Erz zusammengeschnüedet sind, weil ihre Gemeinsamkeit auf den unmittelbarsten Lebensnotwcndigkeiten und Lebcnsinteressen beruht. Herr v. Jagow wird in Wien gewiß die besten Eindrücke erhalten. Die „R e i ch s p o st" schreibt: Wenn die mit zielsicherer Klarheit und Entschlossenl^it geführte Politik des deutschen Reiches den österreichisck-e.n Staatsmännern in, den ernsten Tagen der rrbgelaufenen Krise das Gefühl vollster Sicherheit verleihen konnte, tat andererseits die politisck>e Leitung der Monarchie mit ebenso klarem Verständnis für die Ford» ntngcn der deut säum Politik alles, >vas an ihr lag, um jede Storung des in _ den letzten Monaten erfreulicherweise zutage getretenen deutsch-englischen Einvernehmens- lsint- an-uhalten und so ihrerseits den Interessen Deutschlands zu dienen. Der Staatssekretär v. Jagow kommt als bereits bewahrter Kampfgenosse zu Männern, mit denen er schon vereint an eurem schweren Werke gearbeitet hat. Wien, 14. Mai. Der Kaiser verlieh dem Staats- sekvetär v. Jagow das Großkreuz des Leopold- ordens. Die Insignien wurden v. Jagow heute durch den ersten Sektionschef des Ministeriums des Aeußern Freiherrn Masechino überreicht. Da der Ministerpräsident .Lukaes nach den Ministerkonferenzen wegen dringlicher Amtsgeschäfte nach Ofenpest zurückkehren muß und somit der Einladung zu den aus Anlaß des Aufenthalts des Staatssekretärs v. Jagow zu veranstaltenden Festlichkeiten nicht entsprechen kann, bat er sein Fernbleiben entschuldigen zu wollen. Fra nzösischer Botschafterwechsel in Tokio. Einer Blättermeldung -zufolge soll der frühere französische Gesandte in Tanger, Regnault, anstelle des in den Ruhestand tretenden Gerard zum Botschafter in Tokio ernannt werden. Ein Diebstahl im amerikanischen Marinedepartement. Wie aus Washington gemeldet wird, sind dort im Marinedepartement eine Anzahl geheimer Dokumente verschwunden, darunter ein Tess der Pläne für das Schlacht schiff „Pennsylvania". Eine Untersuchung ist cingcleitet. Die chinesische Anleihe. Die „Times" meldet aus Peking vom 13. d. Mts.: Die Vertreter der Fünfmächtegruppe haben heute der chinesischen Regierung einen e r ft c n Vorschuß von 1 200 000 Dollars auf die Anleihe ausgelwndigt. Wie die „Times" meldet, ist die chinesische Fünfmächteanleihe wie folgt verteilt: London 7 416 630 Pfund Sterling, Paris 7 416 660 Pfund, Deutschland sechs Millionen Pfund. In Petersburg werden 2 777 773 Pfund und in Brüssel 1 388 387 Pfund ausgegeben werden. Arbeiterbewegung. E i n A r b e i t er a u s st a n d in P e t e r Ab u r g. Petersburg, 14. Mai. Heute morgen ist in allen kleinen und fast allen großen industriellen Un Lerne hmungen die Arbeit niedergelegt worden. In einigen großen Febrilen, wie den Obuckww- und den Puti- lvwN'erten wurde bis 10 Uhr gearbeitet, worauf die Arbeiter nach Hause entlassen wurden. An einigen Stellen lvurden Kundgebung en unter Entfaltungroter Fahnen versucht, die Polizei vereitelte aber alle Versuche. Bis zum Mittag kam es nirgend-s zu einer ernsthaften Störung der Ordnung. Ans Stadt und Land. Gießen, 15. Mai 1913. * * Ordensverleihung. Der Großherzog hat das Ehrenkreuz des Ludwigs-Ordens dem Oberst z. D. Friedrich v. Wachter in Darmstadt, seither Lmientomman dank in Mainz, verliehen * * Lehramts Person allen Der Grv ßh e r z o g hat den CberleIrrer an der Cberrealschule zu Worms Professor Aug. Hirsch frum Oberlehrer an der Real- und Landwirtschaftsfchule zu Grof--Untstadt ernannt * * Oberrechn u -n gskammer. Der Großherzog hat den OberrechnungsprobatuLudw. Stump» zu Darmstadt (yum Oberrechnungsrevii>r bet der II. ^.u-iiffkatur abteiluu- der Oberrk^httungstanmter ernannt ** Finanzpersonalien. Der Groß Herzog hat den Finanzamtmann bei dem Finanzamt Mainz I Aug. Klingel Höffer zu Mainz in gleicher Diensteigenschast an das Finanzamt Darmstadt I versetzt: den Finanzamt- mann Aug. Löffler, zurzeit zu Darmstadt, zum Finanz- amtmann bei dem Finanzamt Bingen und den Finanzamtmann Alfred Kröll, zurzeit zu Reinheim, zum Finanz- amtmann bei dem Finanzamt Mainz I ernannt. * * Zulassung zur Rechtsanwaltschaft. Der Rechtsanwalt Ferd. Eberwein zu Dieburg wurde zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amtsgericht Langen zugelossen, nachdem er die Zulassung beim Amtsgericht Dieburg, mit Wirkung vorn Tage der Zulassung beim Amtsgericht Langen, aufgegeben hatte. , * • Erledigt sind: Eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrer stelle zu Bieber; eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle zu Flonheim, mit dec die Hälfte des Organistendienstes verbunden werden kann. ** W a s s e r ba n. Dar Gr o ß he r zo g hat den Wasserbauassessor Baurat Wilh. Becker in Mainz zum Vorstand des Wasserbauamts Worms mit dem Amtstitel „Wasserbauinspektor" ernannt. ** Ein seltenes Jubiläum. .Heute sind es 50 Jahre, daß Frau Karl Krailing Witwe ununter- brocheu Fleisch voit Metzgermeister Gust. Sack, Seltersweg, bezieht. Heute früh erschien der Sohn und überreichte einen schönen Braten mit einem Brief, worin eine Karte „Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum. Familie G. Sack." Landkreis Gießen. = Langsdorf, 14. Mai. Der Vorschuß- und Kreditverein ersucht uns, feftzustellan, daß er nicht die Kasse.mit dem hohen Fehlbetrag ist, über die in Nr. 109 berichtet wurde. Er habe seine letzte Bilanz mit 7000 Mt. abgeschlossen. (Wir kommen dem Ersuchen des Vereins gerne nach, trotzdem die Fassung der ursprünglichen Notiz eine Verwechslung beider Kassen ausschließt. Red. ). A Grüningeu, 14. Mai. Die Renovierung unserer Kirche, die eine der ältesten der Gegend ist, wurde vom Gerncinderat und Kirchenvorstand beschlossen. Kreis Friedberg. m. Bad-Nauheim, 15. Mai. Der Gcnossenschasts- nntualt Dr. Krüger- Charlottenburg und eine größere Anzahl bedeutender Genossenschaftler ans Deutschland haben ihre Teilnahme beider 50jährigen Jubelfeier des hiesigen Spar- und Vorschußvereins zugesagt. Es finden ein Kommers mit Damen, Festessen und einige Ausflüge statt. Die letzte Hauptversammlung hat dem Vorstand einen unbeschränkten Kredit für die Feier bewilligt. Bis jetzt sind 3000 Mark Ausgaben vorgesehen. — Gestern vormittag gingen die Pferde des Fuhrunternehmers Schilling durch und rannten durch zwei Straßen, ohne daß sie aufgehalten werden konnten. An der Ecke der Karlstraße rannten die Pferde mit solcher Wucht gegen ein Haus, daß das eine das Genick brach, während das andere mit dem Kopf in das Kellerfenster geriet und schwer verletzt wurde. Der Wagen wurde zertrümmert. m. Nieder-Mörlen, 14. Mai. Wohl einer der ältesten Einwohner Oberhessens und einer der ältesten ehemaligen Angehörigen des Infanterie - Negiiueuts „Kaiser Wilhelm" Nr. 116, Maurer Philipp Zimmer I., feierte heute seinen 90. Geburtstag. Demnächst kann der frühere Streckenarbeiter Leonhard Adewyll seinen 87. Geburtstag feiern. Auch er diente im 2. Hessischen Infanterie- Regiment. Beide Greise haben den badischen Feldzug 1848/49 mitgemacht und erfreuen sich noch geistiger und körperlicher Frische. Außer den Beiden sind hier noch eine ganze Anzahl von Veteranen, die die Feldzüge 1866 und 1870 mitgemacht haben. in. Over-Mörlen, 15. Mai. Am dritten Feiertag versuchte die Ehefrau eines hiesigen Einwohners, ihrem lräntlichen Manne die Kehle durchzuschneiden. s)hn mit Mühe konnten die Nachbarsleute die Frau von ihrem Vorhaben abhalten. Der Grund für die Tat ist in mißlichen Vermögensverhältnissen zu suchen. Starkenburg und Rheinhessen. M. Offenbach, 14. Mai. Der unbekannte Mann der sich auf der Bebraer Bahnstrecke zwischen der Grenzstraße und dem Steinweg in der Gemarkung Bürgel von einem Zuge überfahren ließ, wurde als der 18jährige 9(rbeiter Willi Heeg festgestellt, der bei seinen Eltern in der TaunuS- straße wohnt und zuletzt in der Schraubenfabrik Heyne beschäftigt war. Man nimmt an, daß der junge Mann die Tat wegen unglücklicher Liede begangen hat. Nied er-Jngelheim, 14. Mai. Ein schwerer Unfall ereignete sich gestern in der chemischen Fabrik von Geringer. Ein Säureballon platzte und die Säure ergoß sich über die 30- und 26 jährigen Fabrikarbeiter Peter Michel und Hch. Schweike rt, die beide schwer, besonders im Gesicht, verletzt wurden. Schweikert dürste sein Augenlicht verlieren. Die Schwerverletzten wurden nach Mainz gebracht. Hessen-Nassau. ff Marburg, 14. Mai. Hier trägt man sich mit der Hoffnung, daß zum Jubiläum des Jägerbatalllons dessen Chef, die Königin Margherita von Italien, hierher kommt und bei dieser Gelegenheit Kaiser Wilhelm sie begleiten wird. "Kirchhain, 14. Mai. Bei Schönbach wurde die Leiche eines unbekannten Mannes, anscheinend eines Handwerk S b u r sch e n, aus der Olun geländet. h. Fulda, 14. Mai. Der Viehhändlerverein hat jetzt nach langem Bemühen den Boykott des hiesigen Vieh- marktcS gründlich durchgesetzt. Denn während die früheren Märkte durchweg mit mehr als 1 <<00 Stück Vieh beschickt waren, zeigte der eben abgehaltene Markt nur einen Auftrieb von 5 — fünf — Kühen. Den Landwirten unb den hiesigen Gewerbetreibenden erwächst durch diese Maßregel bedeutender Schaden. h. Großenlüder, 14. Mai. In der Nähe des Ortes wurde ein Fuldaer Fuhrwerk nachts von mehreren Personen überfallen. Der Fuhrmann und ein junger Mitreisender wurden durch Drohungen am Widerstand gehindert: währenddesien vergewaltigten bie Räuber eine altere Frau, die ebenfalls im Wagen saß. Die Unholde sollen aus Großenlüder ftammen. prinz-hcinrich'Slvg. Zum Gießener Flugta-. n. Gießen, 15. Mai. Nuri sind die sckUveren Tage vorüber, und der Gießener Luft sahrer - Verein kann voller Befriedigung darauf zurück- blicken. Eine Menge von Arbeit war in den lehren Wochen gdeiftet worden, unb mit welcher Sorgfall und Umsick: alle Vorlxnci Gingen getroffen nxrrcn. davon legren die nur durch die Ungunst des Wetters beeirarädvigtcn Fluglage das beste Zeugnis ab Mil peinlicher Genauigteir iwir alles erwogen worden, so daß sich sämtliche Flieger außerordentlich lobend aussvrachcn nnd den Herren, die sick in den Dienst der Sach.' gestellt hatten, ityr1 herzlichste Anerkennung ausdrückten. Auch an den Fluglagen selbst war noch ein großes Stück Arbeit zu leisten nnd außer den Mitgliedern verschievener Vereine, die sich dem Lufrfahr"r-Verein Sur Verfügung gestellt hatten, sowie einer Anzahl Offiziere, ver bienen besonders die sportlichen Leiter der hiesigen Etappe den Tank der Bevölkerung, bei- sie dieses einzigartige Scvnifpsil vermittelt haben. Die spoicklick?en Leiter waren: Prstessor Dr. W. König, Banktnrettor L. Grießbauer, Reausanwoll und Notar L. R öm he l d , Professor Dr. W. Sievers, Hauptmann Volley und Stadtbaumeister Braubach. Ihnen war eine ganze Anz-ahl von sportlichen Gehilfen, Zeirnehmern. Meteorologen, Krastwagcaisabrern, Aci-zten usm. zugeteilt, die alle mit Umsicht ihre Aemter venvalteten. Besondere Anerkennung verdient die Sorgfalt, mit der für die Vertreter der Presse gesorgt war, wodurch eine genaue und umgchende Berichterstattung ermöglickü wurde. Bedauerlich dagegen war es, daß der Wetterdienst voll' kommen versagt hat. Während die Meteorologen vom Platz ans unsere Anfragen bereite am Samstag vormittag Regen und Gewitterneigung Dörmte fegten, kündigten die amtlichen Wetterdienststellen unserer Umgebung gutes Wetter an, mit der einzigen Ausnahme von Weilburg, dem das über Frankreich gelagerte Teilt,» nickck entgangen war. Auch der von der Oberleitung des gesamten Flugs eingerichtete Wetterdienst war leineswegs mustergültig, da vor allem eine Zentralstelle fehlte, die die Wetterkarten bearbeit hätte. Die auf dem hiesigen Flugplatz den Fliegern sur V»-, füguna gestellten Wetterkarten waren private Arbeiten der Herren Dr. Peppler und Lehramtsreferendar Jul. Walther, die )te mit Unterstützung des diesigen Lustfahrer-Bereins heraus' gaben. Auch das zur Ermittelung der Windgeschwindigkeit benutzte Theodolit war von Geheimrat Af,mann, dem Leiter des Observatoriums in Lindenberg, orivatim zur Verfügmig gestellt ivorden, obwohl es dock- tv-oh! richtiger- aewefen wäre, ivenn die meteoro' logrsckw Oberleitung in Frankchrt ihre Wetterdienststellen mit den entsprechenden Arbeiten beauftragt hätte. .Die Gießen e r Organisatio n, die, wie schon gesagt, allein von dem hiesigen .Luftfahrer-Verein eingerichtet war, bat bagegen allen Anforderungen, die man billigerweife stellen kann, völlig entsorocherk, imd wie die Flieger wiederholt versichevkar, landen sie die hiesigen Maßnahmen mustergültig lieber den 3. nnd 4. Fln gtag berichten folgende Dralstnackwichten, von denen einige wiederholt sind, weil sie gestern nur in einem Teil der Auflage enthalten] nxircn: M a i n z , 14. Mai. Von den heute früh zwischen G und 7 Ubr die hiesige Kontrollstation Großer Sand passierenden neun ^hegeru mußte LeutnanlE arganieo wegen Zplinderdefektes landen. Nach erfolgter Reparatur flog er weiter, landete aber in der Nähe von Groß-Gerau wieder wegen der starken Sonnenbestrahliiug. Die >eit voriger Woche hier weilenden Straßburger Fliegerofftsierc Leutnant Gepermit, Oberleutnant Baumbach als Beobachter, beide Lvom Infanterieregiment 95, und Oberleutnant' Barends flogen üon hier um 5.20 Uhr direkt nach Karlsruhe, um von dort au? an der Ausklärungsübung teilzunehmen. (hl Frankfurt a. M., 14 Mai, abends 7 Uhr. Bon 12 in Coblenz gehärteten Fliegern passierten 11 Vas biefiqc Flug- -telände. Lt. Kastner mußte wegen Böen in Mainz mebergtj)«r und wird bis zur Stunde noch hier ertonrret Lt. Lsiddesseu Inh-w hier 7 Uhr 4 Min. 4 Sek., startete 7 Uhr 38 Min. 15 Sek unb kam bereits 10 Ubr 3 Min. 26 Sek. in Karlsruhe an. Lt. Thelen mußte 8 Uhr 22 Min. bei Mörfelden landen. Lt. Coerper landete bier 6 Uhr 49 Min. 19 Sek. früh und startete abends 5 Uhr 49 Min. 35 Sek. für Karlsruhe. Die übrigen 8 Flieger haben bis fetzt keine Nachricht hierher gelangen lassen. Flieger Nr l Lt. v. Beaulieu startete 6 Ubr 39 Min. abends in Mainz unb kassierte ~um 7 Uhr 5 Min. 8 Sek. den Flugplatz Frankfurt» in schönem Fluge die Richtung nach Neustadt a. d. H. und Karlsrnh' cinfchlagend. Das Luftschiff „Viltoria Louise" fuhr vormittags nach Coblenz und landete kurz vor 11 Uhr vormittags bereits hier wieder vor der Halle. Nachmittags 3 Uhr flieg das Luftschiff ?,ur Fahrt nach Neustadt a. d. H. auf, von her es abends 7-5 Uhr noch nicht zurück war. An beiden Zeppelinfahrten nahmen Passagiere teil. Frankfurt a. M , 14 Mai. Obltn. v. Beaulieu mußte wegen böigen Windes bei Mainz landen Er will mittags weiter fliegen. Leutnant Carganieo, der bei Mainz wegen Motordefelle' niedergegangen war, flieg wieder auf, begleitete das Luftschjst „Viktoria Luise", mit dem er gleichzeitig über der Luftschissballc nm 9 Uhr 46 Min. eintraf, und setzte, ohne zu lanbcit, seinen Flug fort. Frankfurt a. M., 14. Leutnant Eoerper iNr. 9) ist um 9.50 Uhr vom hiesigen Flugplatz nach Karlsruhe gestartet Na4> persönlicher Mitteilung hat er von der Oberleitung den Austral erhallen, Neustadt nicht zu berühren, sondern die Route über Heidelberg zu nehmen und direkt nach Karlsruhe zu fliegen. Frankfurt a. M., 11. Mai Tas Luftschisi „Viktoria Luise" ist, von Neustadt a. H. lonunenb, um 8.30 Uhr vor der Halle gelandet. Worms, 14. Mai. Zwischen Rheindürkheim und Ibersheim mußte beute früh kurz vor 7 Uhr der Otto-Doppeldecker Führer Leutnant v. Haller) wegen Motordefekt landen Das Flugzeug stieß dabei so hart gegen den Boden auf, daß die Weiterfährt aufgegeben werden mußte. Das Flugzeug wurde abmontiert. Neustadt a. d. H., 14. Mai. Auf dem Flugvlatz Lilien« thal traf um 8 Uhr Prinz Heinrich von Preußen ein. Prinz M?ora von Bahern ist ebenfalls anwesend. — Um 7,51 Uhr passierte Freiherr v. Thüna, ohne zu landen, die Station, als dritter nm 7,54 Uhr Ingenieur Schlegel, der, wie bereite gemeldet, landete. Um 8,5 Ubr überflog Leutnant Eanter die Konttollstation. Als Fünfter passierte vier Kilometer südlich in bedeutender Höhe ein Flieger die Kontrollstation Sein Name konnte bisher nicht fest« gestellt werden. Um 8,33 Ubr kam. wie bereite gemeldet, all Sechster Leutnant Joly an, welchm landete. ^Neustadt a. d. H_, 14. Mai. Das Luftschiff „Viktoria Luise" ist um 5 Uhr auf dem Flugplatz Liliental gelandet unb nach Vornahme des Passaaierwechsels wieder zur Rückfahrt naSi Frankfurt aufgeftieqen. Ingenieur Schlegel, der feine Repa raturen beendet bat, setzte inrt 5.11 Uhr seine Weiterfabrt nack Karlsruhe fort. Die beiden noch Bier liegenden Flieger Leutnant Kastner unb Leutnant Folv beabsichtigen gleichfalls heute abend nach Karlsruhe iveiterzufliegen. Neustadt, 14. Mai. Ltn Jolh ist um 6.20 Uhr zum Weiterfluge nach Karlsruhe gestartet. Leutnant Kastner wird poroussicktlich heute nicht mehr iveiterftiegen. Ltn. Earaanieo. der bei Groß-Gerau niedergegangen war, hat um 5 Uhr 48 Min. seine Fahrt fortgesetzt. Neustadt, 15. Mai v. Beaulieu vassierte irm 7,03 die hiesige Kontrollstatton, um 7,33 Heidelberg und landete 8,22 in Karlsruhe. Kasten unb Carganieo land.:en gestern abend biet an. Coerper überflog um 7,31 die hiesige Kontrvllstation, ohne frit landen. Karlsruhe, 14. Mai. Leutnant Canter, der um 1.19 Uhr in Heidelberg aufgestiegen war, ist um 4.49 Uhr au' dem hiesigen Flugplatz gelandet. Karlsruhe, 14. Mai. Der Flieger Stiploscheck ist um 8.51 Uhr in Karlsruhe gelandet. Ltn. Frhr. v. Thüna ist u® Ein sfobonni 'tick! heule ia Zapitän ju hirlan-Eindeae! Lid der ebeim ?urdi ben Unfal wllftänbig zcm lötet. Ter F jpurbe itadj bem Tic Urfadte vird iotgenberm icinOT Schüler da alten Statt dem alten diäter dem M ßs gelang ihm Achen dem «at Mw en in die - Jfinbmd) unöj dmvltzictten S< V---s= 'Athlet Hub,Germania' ib, jii dem der Ei|aiibte. Cbgl lert ihren Plati L Kraft- unb Sx Im 7. Preis mi tu 17. Preis in rr II Marbu nn Ronqvcfe bei Rumänen statt Vereine tu müguufl, die b Sugi Während krt Augeickw/ len für bas ttubien. licic fiber feine 3hibi V'xithtA «LvrMM M tntn ütati «rt mit Erlau M tierbotene Wnkibenbtn b?ionbcrm bie, kW z 19 -MndeM' - S« ffran-c" er >rneder k'peidclb' 2 dm 3än Negleiter, Mer blieb»' ^rarlsru ia Si piniiRc in ü Wer?*! öe“trruic «eigen foi i sckon gesaqt, 11. Bat. Infanterie-Res. Kaiser Wilhelm (2. Gross- Gromsherzogiiches Marsfaliamt. Schwerin. herzogl. Hess.) Nr. 116. Giessen, Garde-Grenadier-Res. Nr. 2. Berlin. Herzogliche Hofhaltung. Dessau. 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H., Berlin SW. 29 und Frankfurt/M. Sport« * Athletik. Am 11., 12. und 13. Mai hielt der Athleten- klub „Germania", Rüsselsheim, einen nationalen Wettstreit ab, zu dem der 1. Kraft» und Sportklub 1893 Gieren Bewerber entsandte. Cbgleid) mehrere Meislerstemmer und Meisterringer dort ihren Platz behaupteten, gelang es doch den Mitgliedern des I. Kraft» und Sportklubs 1893 Gießen Herrn Fritz B a u e r n e i s den 7. Preis im Schweraewichtstemmen und Herrn Wilhelm Wolf den 17. Preis im Mittelgewichlstemmen zu erhalten. stellen lann, erivll tcriidyrder, tig Augenkranken war erschreckend hoch. Selten waren Augen- rrtranfnngm nach Pocken, für die eine schon seit langen Jahren aeüdte Schutzimpfung angeincndet wird. Bemerkenswert ist noch, das; die Massai schon lange ein aktives Immunisierungs- Verfahren gegen Rinderpest bei ihren Rindern besitzen, wie der ver storbene militärische Bezirkschcf von Moschi Merker berichtet, und das; sie schon im Jahre 1895, also rund ein Jahr vor der ersten englischen Publikation von Ros;, die Moskilostiche als Ursache der Malaria als allgemeine Volksanschauung ihm mitgeteilt haben. Die überwiegende Mehrzahl der Kranken und auch derer, die sich selbst für gesund hielten, litt an Trachom, der sog. ägyptischen Augenkrankhcit, von der Krusius die vcrsd;iedensten Stadien feststellen konnte. Neben meist jahrelangen Krankheitsfällen fand rr auch einige frische, noch ansteckungs fähige, vorwiegend bei Kindern von ungefähr 3 bis 10 Jahren. Das; es sich um eine feit vielen Generationen endemische peuche handelt, schließt er unter anderem auch daraus, das; die Massai schon feit Urväterzeit von ihren eigenen Stammes genossen verfertigte, sehr zweckmäßige Pinzetten zum Ausziehen der Augenwimpern besitzen, während sie Schwerter und Speere von StammcSfreundcn kaufen, lieber den Einschleppungsweg kann Krusius nur Vermutungen anstellen, doch glaubt er mit Merker, das; das Massaivolk schon in den Vorzeiten seiner burd) Aegypten erfolgten Abwanderung aus der großen semitischen oder hamitischen Familie das Trachom als Endemie mitgebracht bat. Es wäre deshalb nächtig, über das Vorkommen des Trachoms bei weiteren nicht - negritischen aus dem Norden eingewanderten Völkern, nüe den Juliah LeS Tschadsee^ und Nigergebietes, den Hanssa und den Walussi Ruandas, Gestellungen zu machen. Therapeutisch konnte Krusius mangels Zeit und größerer Hofpitalausrüstung nicht viel ausrichten, bod) hält er es für angebracht und ivenig kost spielig, gclegentlid) der Jnrpfreisen des Regierungsarztes burd; Mitführung entsprechender Einrichtungen zur medikamentösen und operativen Behandlung das Trachom zu bekämpfen. Auch an der Küste fand er Tradwm, mehrfach in schweren Fällen, aber stets bei Indern und Arabern, von denen er au- nimmt, daß sie die Krankheit aus ihrer Heimat mitgebracht haben. Er hält es daher für empfehlenswert, den asiatischen Einwanderern gegenüber Maßnahmen zu treffen, um einer weiteren Einschleppung dieser durchaus nicht belanglosen Seuche vorzn- beugen, indem man die Trachomtranken so lange in klinischer ober1 ambulanter Behandlung behält, bis das infektiöse Stadium vorüber ist. Letzte nocbriditcn. Zum Regierungsjubiläum des Kaisers. New Port, 15. Mai. Die Präsidenten von 42 amerikanischen wissenschaftlichen und gemeinnützigen Vereinigungen senden zum Regierungsjubiläum Kaiser Wilhelms eine Gluckwunschdepesche, in der die Verdienste des Monarchen um die Erhaltung des Friedens unb der industrielle, kulturelle und volkswirtschaftliche Aufschwung Deutschlands hervorgehoben werden. Einverleibung der letzten t ü r f i f d) e n Donau- I use 1 in O e st e r r q. i d; =• U n g a r n. Berlin, 15. Mai. Der „Lolalauzeiger" meldet aus Ofen# pest: Am 12. Mai ist die letzte türkische Donauinsel Ada Kalch von Oesterreich-Ungarn annektiert worden. Der Obergespan des Komitats Krasso-Szoereny begab sich in Begleitung des Vize- gespans, des Oberstuhlrichters, eines Gendarmerieoffiziers und eines Gendarmen in das Gouvernementsgebiet 'unb verlas dort ein Dekret der ungarischen Regierung, monad) die Insel namens des Königs von Ungarn sofort annektiert wird. Die Insel wurde dem genannten Komitat einverleibt. Der türkisck;e Gouverneur, der sich weigerte, das Annektionsdekret zu unterzeichnen, ist ab# gereift. Wie verlautet, wird die Pforte gegen die ^Inneftiemng Protest einlegen. Eine Abteilung von 150 ungarischen Gendarmen, ist nad; der Insel beordert worden, die eigentlick; schon 1878 infolge des Berliner Vertrages an Oesterreidf-Ungarn abgetreten und bei der bosnischen Annektion vergessen worden war. Nunmehr ist die Annektion vollzogen worden, weil nackt den voraussichtlichen Besitzänderungen auf dem Balkan die Möglichkeit gegeben war, das; die Serben die Insel besetzen und so jederzeit die südliche Donau blockieren konnten. Der Waffen st i 11 st and. verlängert. Konstantinopel, 14. Mai. Laut amtlicher Mitteilung ist die Einstellung der Feindseligkeiten mit Bulgarien bis zum 29. Mai ausgedehnt worden. * Frankfurt a. M., 15. Mai. Gestern abend fand die Begrüßung der am 15. und 16. Mai tagenden Schopenhauer-Gesellschaft statt. Tie. Stadt Frankfurt lud die Teilnehmer in die Schlächterstube des Römers ein. Im Namen des Magistrats begrüßte Stadtrat M eckbach die Versammlung, woraus der Vorsitzende der Schopenchauer-Gesellschaft, Geh. Rat Prof. Dr. Paul Teuften den Dank der Gesellschaft darbrachte und in kürzen Worten die Ziele der Ge-, fellschaft beleuchtete. Ter Besuch war ein sehr zahlreicher. Lustschlffahrt. Schwerer Fliegerunfall. Ein Zusammenstoß in der Luft. Johannisthal, 14. Mai. Auf dem Flugplatz Johannisthal stieß heute ein Flugzeug der LuftverckehrsgeseUfchaft, auf dem der Kapitän Jucker mit dem Flugschüler Dietrich saß, mit einem Harlan Eindecker, der von dem Flieger Wechsler geführt wurde und der ebenfalls einen Flugschüler bei fick) hatte, zusammen. Durch den Unfall wurde das Flugzeug der Luftverlehrs-Gescllsckmft vollständig zertrümmert und Kapitän Jucker auf der Stelle g e tötet. Ter Flugschüler Dietrich erlitt schwere Verletzungen und wurde nach,dem Elisabeth-Hospital nach Oberschoneweide gebracht. Die Ursache des in solcher Schwere einzig dastehenden Unfalles wird folgendermaßen dargestellt: Hauptmann Jucker startete mit seinem Schüler Dietrich in der Nähe der Ballonhalle, um nach her alten Starthalle zu fliegen. Wechsler flog außen ebenfalls nack dem alten Startplatz zu und wollte im letzten Augenblick hinter dem Doppeldecker seinen Eindecker nad) oben vorbeisteuern. Es gelang ihm dies aber nicht mehr. Er kam mit seinen Tragflächen dem Harlan-Apparat zu nahe und stürzte mit diesem zusammen in die Tiefe. Hauptmann Jucker hat einen Schädelbruch, Beinbruch und innere Verletzungen erlitten. Dietrich erlitt einen komplizierten Schädelbruch. huionrtWH-MII Brandgasse 8II. Inhaber: 8» Kralz. Brandgasse 8II. M Ittnstag, dcn 3.3unil9B, nMiiittWLW, findet die V ersteig-® rung- der bis zu diesem Tage unter Nr. 2680—3275 versetzten und nicht eingelösten oder erneuerten K « Pfänder im Auktionölokale der Anstalt 4)runUyu||C 0 J). öffentlich meistbietend gegen Barzahlung statt. Zum Berkaus kommen: Silberne Herren- und Damen- Uhren, Metten, goldene Ringe, silberne Vögel, Armbänder, Brillant-Brosdien, Brillant Ringe, Regulatoren, Stand Uhren, Fahrräder, Nähmaschinen, Koffer, Grammophone, Bilder, Klelder, Stoffe, Wäsche, HauShaltungSgegcnstände, Jagd-Gewehre nsw. nsw. 104018 NB. Die ucrfalleiicn Pfänder können noch bis zum 2. Ium, abends 8 Uhr, eingeiöit oder erne uert wer den. Union u. ff. Münch.Löwen brau im Ausschank 1'3216 üb Micken G uni b Mittenden neun indttdeicktes landen, te ater in ter M ZonnenbriirabltM. irgfr Aiegnofsvim ils?ttbackttt,,be^t mit Äarends ilosn ; um von dort w Ansversitats-NcrchrScbteir. I] Marburg, 14. Mai. Am 29. unb -2. Mai em Kongretz der in ihrer Heimat und im Auslände Rumänen statt. Beabsichtigt ist die Gründung Sämtl. HSd. z. Fabr.-Pr. uni. Gar. an Händler. Prosp. gratis. 1029112] Kreuz 9 I. Paar 20 30 AugenkranMiten in Veutsch-Gstasrtta. Während es für Aegypten ganz allgemein bekannt ist, das; dort Augeukraiikheiten recht zahlreich epidemisch Vorkommen, seh! ten für das Innere Ostasrikas bis jetzt eingehende spezialistische Studien. Diese Lucke hat Pros. Dr. Krusius ansgeftillt, der über seine Studienreise in der „Deutschen medizinischen Wochenschrift" berichtet. Er ging über Aegypten, wo er im Gouvernementshospital zu Mansourah die staatliche Bekämpfung der Augenkrankheiten studierte, mit der Usambarabahn Vis Moschi und weiter mit einer Karawane vom Kilimandscharo zum Meru, um von dort mit Erlaubnis des kaiserlichen Gouverneurs Dr. Schnee das sonst verbotene Massaireservat zu burdwueren, wo er die meisten Augenleidenden zu finden erwarten konnte. Bereist wurden im besonderen die Flußgebiete des Nduruma, des Olgediu--Ssabuk, und der Vereinigung beider bis hinauf zunt Sanja. Die einzelnen Kraale der Massai, die als echtes Nomadenvolk keine festen Wohnsitze in ihrem Reservate haben, wurden unter einheimischer Führung ausgesucht. Seine Aufnahme durch die Massai, bei denen er eine Fülle schöner, kraftvoll schlanker und vornehmer Erscheinungen fand, war eine recht freunblidje. Die Zahl der Sämereien Baumwachs und Bast empfiehlt (2231 Central Drogerie Emil Karn. Mchulstr. bd 5 *■ ’ Ihre Hoheit Prinzess Marie v. Sachsen-Meiningen Berchtesgaden. Hierdurch die Nachricht, dass Ihre. Hoheit Prinzess Marie von Sachsen-Meiningen mit Ihrem Mottenäther sehr zufrieden gewesen ist. Frau v. Guenthergeh. v.Colmar. Breslau. Oberpräsidium Wir beziehen seit Jahren aus der Belle-Alliance-Apotheke in Berlin Dr. Weinreich’s Mottenäther mit gutem Erfolg. Frau Fabrikbes. Schlegel milch. Falkenberg. O.-S. Senden Sic mir sofort 3 Fl. Dr. Weinreich’s Mottenäther äM.6. Seitdem ich diesen Mottenäther in meinem grossen Haushalt verwenden lasse, habe ich von Motten nichts mehr gemerkt. Vermischtes. * Der Kuabenmvrd in B e r l i n. Berlin, 14. Mai. Der Mörder des Knaben Klähn ist heute früh in bei, Person des Dieners Ritter verhaftet worden. Er wohnte in der Hohen^oNernstraße 36 bei zwei Brüdern, die aber zurzeit verreist sind, so daß ihm die ganze Wohnung zur freien Verfügung stand. Ritter ist ein notorischer Homosexueller und hat am Samstag nachmittag den Jungen, der ihm Bier gebrackst hatte, durch ein größeres Trinkgeld veranlaßt, -abends wieder zu kommen. Er behauptet, daß der Junge Geld von ihm verlangt und mit einer Anzeige bei der Polizei gedroht habe. Da habe er ihn aus Angst erwürgt, die Leiche zerstückelt und beiseite geschafft. Auf die Spur ist die Polizei dadurch gekommen, daß der ermordete Junge nach seiner Rückkehr zu verschiedenen Personen über das reiche Trinkgeld gesprochen hakle, und die Polizei .auch wußte, daß Ritter öfters mit unsittlichen Anträgen an Laufburschen herangetreten war. Sodann hat sich ein sZeuge gemeldet, den Ritter am Samstag Abend nach einein Geschäft gefragt I>at, wo er Packpapier kaufen könne. In dem ihm benannten Oü schäft ist dann in der Tat das Packpapier gekauft worden, in das die Leiche einge- srickelt war. * B ü rg erntet ft er Trömel Nach einer Blättermeldung aus Saida (Mgerien) habe der ehemalige '.Bürg ernt ei ftcr von Usedom, Trömel, der . seit dem 10. April unter dem Namen Tungel in dem zweiten Fremdenlcgionärregiment dient, den .Offizieren auf ihr Befragen erklärt, daß er gegen die in deutschen Blättern ihm zugeschriebene Ansicht Einspruch erbebe. Er habe sogar bekräftigt, da st er seine Handlungsweise reiflich überlegt habe und nicht im geringsten daran denke, die Fremdenlegion zu verlassen. Das Zivilleben habe ihm nur Enttäuschungen und Unannehmlichkeiten gebracht, und so tyabc er sich entschlossen, in die Fremdenlegion einzutreten. IEr wolle seine Soldatenpslicht erfüllen und hoffe unverzüglich nadji Marokko geschickt zu werden. Hiermit im Widerspruch steht folgende Nachricht aus 2 w iue- münde, 14. Mai. Der Bürgermeister Trvinel von Usedom wurde seinerzeit in Paris zusammen mit einem Deutschen aus Tilsit für die Fremdenlegion angeworben. Dem Tilsiter gelang es, von dem Port St. Jean bei Marseille zu entfliehen. Froinel wagte Das unterzeichnete Grossherzogi. Marstallamt bestätigt Ihnen hiermit gerne, dass das von dcmselb. bezogene Präparat „Mottenäthcr“ hier mit gutem Erfolg verwendet worden ist. Hormarschallamt Br. Kgl. Hoheit des Herzogs von Cumberland. Herzogs zu Braunschweig und Lüneburg. Gmunden. Auf die Anfrage erwidert das Hofmarschall-Ami, dass der von Ihnen bezogene Mottenäther sich gut bewährt hat. 8. Ultq IkÄfe M SW d i X^ierr, 6et. I flwr Dr I «i < • -Vauptznann I _nlle mit Urnftdn vndim! die I JhOt9t mar- i ltattun9 cnnöglicht tlcr^cnil voll- ■ WM» fllf unb Qif, , cn nn-igen " i'Nmc Teilt,( 1tun9 des qcfnmtm muftergültig, ba Quarten bemtevt 'Win zur ubnten her bttren 1 Walther, die ' ctTcm? herauf-, ^biglrit benutte 1 Leiter des Ma Mg Mcllt iMrbcn, wenn die metevr»- tfrbienitlMfen mit die Flucht nicht, bat aber den Tilsiter, in Deutsckstand für ihn zu wirken. * A u t o mo bi lu nfall. Bei N e u h vr b e r g in der Nähe von Schlcisthcim fuhr ein mit vier Personen besetztes Automobil das eine Strasten kurve zu scharf nahm, in den Strastengraben und überschlug sich. Der Besitzer und Wagenlcnker, der Bankbeamte Eduard S i m o n e i d aus Berlin, geriet unter den Wagen und wurde sofort getötet. Die übrigen Insassen kamen mit geringfügigen Verletzungen davon. * Neue Untaten der Wahlweibcr. ?lus London, 14. Mai, wird gemeldet: Ein kleines sck)weres Paket wurde burd) die Post dem Polizeigericht Bowftreet abgeliefert. Das Paket war au den Dbcrricbtcr Eiirtis Bcnnet adressiert und bestand aus einer Blechtabakbüchse, die Pulver und eine Patrone enthielt. — In Folkestone wurde heute nacht ein Haus in Brand gesteckt. Ein Zettel, der in der Nachbarschaft gefunden wurde, beutet daraus hin, dast es fick, um einen Anschlag von Anhängerinnen des Frauenstimmredsts bandelt. * Bootsung 1 ück. Aus Tr6beurden (Bretagne) wird geweidet : Der Steinmetz Lechudeunce unternahm mit seiner Frau and zwei Knaben eine Bootssahrt, als eine Sturzwelle das Fahrzeug zum Kentern brachte. Lechudeunce und seine zwei .Kinder ertranken, die Frau konnte gerettet werden, wurde jedoch w a h n s i n n i g. * Eisberge. Der Dampfer ,.General Gordon", der in St. Johns (Nensundland) ans Eadix ehigetroffcu ist, berichtet, dast er innerhalb eines Radius von 5 Meilen von der Grandbank 33 große Eisberge passiert habe. * I m Gasthof. Wirt: „Den Nickel kann idi> nickst nehmen, der hat rin Loch!" — Gast: „So, da hätte ick) Ihren Schtveizer- käse vorhin aud) zurückweisen müssen, der hatte noch ganz andere Locher!" J. 898. Schulhof Marktstrassc 4. Tel. 119. Ditz. 15 Lkl. ü6 an. St. IW St. ßoeriwr lanbd: rtrtc abends 5 W > icn 8 Jlicgcr M i'en. sffieatt Ta * M in Main; B iqpIaB Frankftst J v und jc- jubr vormittag rmittag« bereits^ «tu T abends WiV ^nüaktcn * Mr. $ott 1-1 s Mige Flug IM> vAäxxgtbp « Veai'licu muW will M'MS M'tM wegen Rck^deE riUtc das LuMM cr her Lusts-blNhaM IC zu landen, scwM _ AOr 9) ist M »1 ’Ä '^*1 u 8 30 Uhr vor * W 1 $ eiter’^ ln,7 M N8* i (i dritter .,.s I Ä M «'< ’r' fel Mi Ä« *' ■ ,ncktalls V ■ iB/ «Mer JJ ■ 8 I W8"cll's Mottenäther Auszug ans den zahlreich vorliegenden Anerkennungsschreiben: 9 Mr bet Eggenstein bei Karlsruhe wegen Mvtordefektes gelandet. Karlsruhe, 14. Mai. Ltn. Eoerper (Nr. 9), der um 7.05 Uhr in .Heidelberg gelandet war, in der Absicht weiter zu ffi^en, ist in Heidelberg geblieben und wird erst morgen weiter fliegen. Jng. Thelen (Nr. 18), der um' 7.03 Uhr über Mörfelden gesichtet loorbcn war, ist ebenfalls in Heidelberg geblieben unb nstrd bis morgen dort bleiben. Ltn. v. Beaulieu iNr. 4), ist bei Frankental, von Mainz kommend, mögen eines Kühlerdcsektes gelandet. Ltn. Earganieo (9h.\ 25), der gleichzeitig mit Thelen um 7.47 Uhr über Neustadt seine vorschriftsmästlge Meldung abgetoorfen hatte, traf eine Stunde später bei schon einbrechender Dunkelheit auf dem Karlsruher Flugplätze ein. Frankenthal, 15. Mai. v. Beaulieu nahm gestern abend 8 Uhr hier eine Notlandung vor. Gegen 7 Uhr heute früh stieg er wieder auf. Heidelberg, 14. Mai. Jng. Snwelack, der um 6.45 Uhr abends von hier nach Karlsruhe weiterftiegen wollte, ist kurz nack) dem Aufstieg ans etwa 20 Meter Hohe abgestürzt. Sein Begleiter, Ltn. v. Ascheberg, erlitt leichte Verletzungen, der Führer blieb unverletzt. Karlsruhe, 14. Mai. Ingenieur Schlegel landete 6.10, 2t. Joly 7.24. Königin Luise, I Ab Donnerstag, den 15.Mai, täglich gegen 5*/2,8 u.lOUHr: MII. bi 1913 (Original-Aufnahmen der B. K.-L., alleiniges Aufnahmerecht.) a16/ß AuOerdem das reichhaltige, künstlerische Programm, Am 15. nnd 16 Mai unwiderruflich letzte Vorführung von 15x110., alte Lebensversiche- nmnöncfefifdiaft, mit groß. Bestände, tiat ihre »pnuyt aaentur rüvWicheu unter sehr atinst. Beding, zu ncr neben. Glinst. Gelegenheit für vennonierte sj3en nite u. Geschästsleute, die üb. freie Beit verf., ihre Einnahme bedeutend zu erhöben. Die konkurrenzl. Einrichtung., soiv. der grofte Bestand ge mährl. sich. Erfolg. Herren, die üb. gut. Bezieh, vers. u. ernstl. gern, sind, sich ein er sprießl.Eink. z. versch., »voll. Adr. nut. T 622 b.Haasen- stein & Vogler '21. - «•!., Easscl niederlegen. 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