B,atl löZ. Jahrgang . Samstag, VL Juni 1913 erscheint täglich, aityer JbätiSw AT PW XRT G Se».agS. - Beilagen: Ä |k ▲ - _ - _ . F; j monatlich 75 Bl, mertel- M flWÄ# A A4L jA XjlA A AA w| A A a A Ak A a, a jährlich Cl.'fetner^omthcrblällcr, toS HK81 W Mmi ■DES AA Alk Ar-v J^r$> ÄA .'Ibbolc- u. ,;ivct.yte(leit i (.Kreis; 89 Hw ■ Ä " A, ffl y M H Ä ■ V WM ■ K y ■ M fff ■ ■ W y monatlich 65 Pf.: durch blatt fkir den UreiL Siefzen Itil ££2 H F3 Br BaiO BH W M ES W U 8BJr gfc M die Post Mk. 2.-viertel- ■ M r jr M ■ ■ ^wA Mr M M M Mr zweimal mönatl. Land- ® BL Df tt;3 v/^Vy* &3 88. vky M. Aä^^ML 88 ('S Vuff ffßk. ■ Ml B ZeilenvrecS: lokal 15PÜ wirtfchas^ichc ■ ■ ^M^ M ^^8^ I I Fernfprech - Anfchlnssc: H He ~ ~ ä. - 's JjT "▼ Chefredakteur: A Goet;. für bte Redaktion 112, v'^ir By Verantwortlich für den H§8Z? General-Anzeiger für Oberhessen £>!£££ Annahme von Anzeigen nAiA4LHtiHIj „mX x r> ’ *4 v!f* ^Gerichtsjaal": K.Neu- bil MeriStataa>ni9nuhC non$örutf un0PcrIa9 öcr üruW ld?cn Univ.-Buch- unö $teinörutferet B. Lange. Reöaftion, Lrpedition und Druckerei: Schulstrahe 7. Led-°ür den ....... ..„/l,., H Geschäftsstelle viidingen, vahnhofftratze 16a. Anzeigenteil: H. Beck. Bas Kegierungs-Il Gießen, 14. Juni. Morgen, am 15. Juni, sind 25 Jahre verflossen, da Kaiser Friedrich III. nach 99 tägiger Regierung und unheilbarer Krankheit das Zeitliche segnete und bafr die Augen der ganzen Welt auf den 29 jährigen Hohenzollcrn gerichtet waren, der in tiefer Trauer des deutschen Volkes um zwei geliebte Herrscher und Mitbegründer des Reiches das Zepter ergriff. Bei der Rückschau aus dieses Vierteljahchundcrt erblicken wir buntbewegte Bilder, in deren Mitte in immerwährender Regsamkeit die Gestalt des Kaisers sichtbar wird; er war wirklich ein Führer seiner Zeit, und die mannigfach- sten Wendungen, nicht nur in der Politik, sind aus seinen Anregungen herzuleiten. War am Anfang sein Handeln, sein Geist mancherlei Mißdeutungen ausgesetzt, so sind wir ihm allmählich näher gekommen, und heute zweifelt wohl niemand mehr im Volke daran, daß Wilhelm II. voll Liebe für sein Volk, voll Pflichtgefühl und Arbeitsamkeit allezeit guten und edlen Zielen zugestrebt hat. Roch in den letzten Tagen hat er mit seinem Trinkspruch an der Hochzeitstafel im Berliner Schlosse einen lebendigen und alle Herzen erwärmenden Beweis seines sympathischen Menschentums gegeben, das uns manches unerfreuliche Stimmungswort gern vergessen läßt. Wohl waren , bei ihm absolutistische Neigungen unverkennbar, aber waren sie jemals, wie etwa bei Ludwig XIV., dem eigenen Genuß und Wohlleben zugewandt, und muß nicht vielmehr der hohe Schwung seiner Seele, sein dem Kleinlichen und Irdischen entrückter Geist Bewunderung und Liebe erwecken? Gr hat dem neuen Reiche tatsächlich seinen Mittelpunkt erhalten, das Kaisertum in glanzvollem Ansehen. Immer sah man den leuchtenden Repräsentanten der Monarchie, dessen Auftreten Interesse und Begeisterung erweckte. Aus vollem Herzen dankt ihm heute das Volk für alles, was er ihm Gutes geschenkt hat! Daß dem Kaiser manche ideale Hoffnungen seiner jüngeren Jahre zerronnen sind, daran wird er sich heute mit Wehmut selbst erinnern. Er hat die Sozialdemokratie nicht beschwören und nicht niedcrringen können, so wenig wie cs ihm vergönnt war, die Völker zu verbrüdern und den Erbfeind zu versöhnen. Er hat das eiserne Szepter der Politik manchmal wie einen Taktstock erhoben und die Wirkung temperamentvollen Appclles oft überschätzt. Häufig wurde das Steuer jäh gedreht, uud so gab es Schwankungen in der Sozialpolitik, der Handelspolitik, der Behandlung der Arbeiterfrage, der Polcnpolitik und besonders in dem Kurse der auswärtigen Geschäfte. Der Kaiser wechselte seine Ratgeber, und ist, da er mehr Gehorsam als Selbständigkeit verlangte, oft au die Unrechten gekommen. Mit den Jahren, besonders seit 1908, wo das Volk ihn auf die Gefahren einer nicht auf Einheitlichkeit gestimmten Politik aufmerksam machte, übte er größere Zurückhaltung. Und wenn man einem so glänzend und vielseitig veranlagten Herrscher' eine Schattenseite seiner Persönlichkeit nachsagen wollte, so wäre es wohl das Uebermaß seiner Interessen, das die Einheitlichkeit, Folgerichtigkeit und Geschlossenheit staatsmännischen Handelns gefährdet. Es war mitunter verstimmend, wenn byzantinische Lobredner, namentlich aus seinen Beamten- und Hofkreisen, sich an ihn herandrängten und ihn priesen als größten Techniker, Kunstkenner, Soldaten usw. 9?uu, Kunst und Technik sind schließlich dochi iljre eigenen Wege gegangen, und es hat mannhafte Generale gegeben, die es hoffentlich erwirkten, daß die Aeußer- lichkeiten im Heeresdienste zu Gunsten ernster Sachlichkeit zurücktraten. Es gibt aber eine Fülle von Gebieten, auf denen des Kaisers frische, impulsiv geäußerte Meinung »rohltucnd gewirkt und gute Früchte gezeitigt hat. Er hat die Freude des Volkes an seiner Wehrmacht lebendig er- Mtcn und dazu 'beigetragen, daß ein gesunder, moderner Deist in die staatlichen Einrichtungen einzog. Die Haupt- wbeitsfelder, auf denen er bahnbrechend vorangeschritten ist, werden durch die Worte Flotte und Schule bezeichnet. Hier hat der Kaiser als unermüdlicher Anreger sich die größten Verdienste erworben. Moderner Geist, nationale Grundlagen in der Schule, die bisher im Gymnasium die alleinseligmachende Stätte der Bildung und des Wissens gesehen hatte — wir haben die im Sinne des Kaisers ungebahnten Neuerungen nicht zu bereuen gehabt. 'M in der Entwicklung unserer stolzen Seemacht, wie ist der Kaiser mahnend und aufrüttelnd vorangeschritten! welche Schwierigkeiten waren im Reichstage zu überwinden, dis das gesamte Volk allmählich mit dem Kaiser darin über- nrstimmtc, daß unsere ungeahnt vorwärts drängende wirt- ihaftliche Entwicklung die Suche nach neuen Absatzgebieten, ert wurde. Erst als das erwachte Bewußtsein den eigenen Willen zum Beistand herbeiführte, wurden diese Schwierigkeiten behoben, und dann sogar sehr rasch. Dem Wunsche ‘einer Eltern entsprechend bezog er nach der am 1. Sept. 1874 erfolgten Einsegnung das Gymnasium zu Kassel, während sein Bruder Heinrich die dortige Realschule besuchte, und erwarb sich am 25. Januar 1877 das Reifezeugnis mit der Gesamtnote genügend. Gleichzeitig erhielt er eine von den drei Gedenkmünzen, die einer Stiftung zufolge an die drei fleißigsten Schüler verteilt wurden. Für diese Auszeichnung dankte er dem Direktor Dr. Vogt mit den Worten: „Ich weiß, daß ich sie verdient habe; ich habe redlich getan, lvas in meinen Kräften stand." Zwei Tage später wurde er für mündig erklärt und in die Ritterschaft des Schwarzen Adlerordens eingesührl. Von Februar bis Oktober wurde er im 1. Garde-Regiment zu Fuß in den Heeresdienst eingeführt und widmete sich darnach vier Semester lang dem Studium der Rechts- und Staatswissenschaften an der Universität Bonn, hörte aber auch philosophische, kunst- unb literaturgeschichtliche, historische und naturwissenschaftliche Vorlesungen. Aus dem fröhlichen Studentenleben schreckte ihn der Tod der geliebten Tante, der Großherzogin Alice von Hessen und der seines kleinern, von ihm abgöttisch geliebten Bruders Waldemar, während ihn bald danach die Anschläge auf das Leben seines Großvaters tief erschütterten. 1879 verließ er die Universität und trat wieder in das £>cer, und der alte Kaiser wachte eifrig darüber, daß ihm im Dienste nichts geschenkt wurde. Am 27. Februar 1881 vermählte er sich mit Auguste Viktoria, der ältesten Tochter des ein Jahr vorher gestorbenen Herzogs Friedrich von Schleswig-Holstein-Augustenburg, der durch die Einverleibung der Elb- herzogtümer seiner Erbfolge verlustig gegangen war. Durch die Vermählung wurde nach Bismarcks Wort „einem konfliktreichen Drama der freudige Schlußakt" hinzugefügt. Dem Bunde sind int Laufe der Jahre 6 Knaben und ein Mädchen entsprossen. Die militärische Laufbahn wurde zeitweise durch Reisen und feine Einführung in den Zivildienst unterbrochen; in der hohen Die heutige Nummer umfaßt 18 Seiten. Politik war Bismarck sein Lehrer, aber seine Haupttätigkeit war die bei der Truppe. T-er alte Kaiser hielt auf strenge Zucht ' und hatte es mit der Beförderung seines Enkels nicht im geringsten eilig. In einem Alter von 26 Jahren, wo sein Vater sckwn Brigade-General war, wurde er erst zum Obersten befördert, indem er ihm das Garde-Husaren-Regiment unterstellte. Am 27. Januar 1888 wurde er Generalmajor und Kommandeur der zweiten Garde-Jnfanterie-Brigadc. Im selben Jahre wurde der junge Prinz rasch nacheinander Kronprinz und Kaiser, nachdem sein Großvater am 9. März gestorben war und sein Vater am 15. Juni nach Ed. Hcyks Wort „das Opfer eines mehr von politischer Quacksalberei als von ärztlichen 92otn*itbigtcitcn geleiteten Heilpfuschers" geworden war. lieber den neuen Kaiser wußte man nichts Gewisses, und man sah mit Bangen einer Zeit kriegerischen Waffenlärmes entgegen. Aber die Erlasse an Armee und Marine, die Ansprache an sein Volk atmeten einen ganz anderen Geist, und bei'der Eröffnung des Reichstages verzichtete die Thronrede ausdrücklich auf neuen Kriegruhm. Dagegen zeigte die Besuchssahrt bet dem Zaren und den skandinavischen Königshäusern im Juli und August 1888 des neuen Kaisers Prunkliebe. Die Besuche bei den süddeutschen Fürsten, dem Kaiser Franz Joseph und dem König Humbert schlossen sich an, und auch dem Papste Leo XIII. stattete er einen Besuch ab. Wie bei den Gastmählern in den. kTÜrstenschlössem, so bekundete Wilhelm II. auch weiterhin bei allen Anlässen eine temperamentvolle Beredsamkeit, die sich nicht immer in den Grenzen diplomatischer Erwägungen hielt, aber durch sie und durch seine Reisen belebte er den Einheitsgedanken im nnen Reich und die Kaiseridee. Durch eine vege Tätigkeit auf allen Gebieten zeigte er sich als eine rastlose, strebsame Natur, indem er zunächst eine Neuorganisation der obersten Marinebehörden vornahm, neue Ererzierreglements erließ und sich namentlich der sozialen Frage nüdmete, wegen deren Durchführung er sich mit Bismarck entzweite. Am 5. März 1890 hatte er beim Festmahl des Brandenburgischen Provinziallandtags eine Rede gehalten, in der er als feine „vornehmste Sorge" „das Wohl der unteren Klassen" bezeichnete. „Diejenigen aber, welche sich mir entgegenstellen, zerschmettere ich". Am 20. März wurde Bismarck aus allen Aemtem entlassen. Nun strömte das Volk zu dem Alten im Sachsenwald und Wilhelm II. stand abseits. Aber das Vertrauen zu ihm geriet noch mehr ins Wanken, als Caprivis erste Maßnahmen, die Durchführung freihändlerischer Gedanken und demgemäß der Abschluß neuer Handelsverträge eine völlige Abkehr von der Bis- rnarckscheu Tradition bedeuteten und die Entrüstung wuchs, ckls durch den Sansibarvertrag die wertvollstei,. dentschen Kolonien gegen Helgoland ausgetauscht wurden. Durch die hieraus folgende Enffremdung Rußlands und durch die Polenpolitik Caprivis kam noch mehr Verwirrung in die Reihen der Reichs- Parteien und es entstand eine Opposition, die sich endlich im Bund der Landwirte sammelte. Die Erhöhung der Friedx.-".§llärke bedingte die Einfübrnng der zweijährigen Dienstzeit, obschon Ms- marck, mit dem sich der Kaiser wenigstens äußerlich wieder ans- gesöhnt batte, seine warnende Stimme erhob, (ffn Aufatmen ging durch das Reich, als er am 80. Geburtstag des eisernen Kanzlers ihm in herzlicher Freundschaft die Hand bot. Erfolgreicher war Wilhelm II. in der Reform des Schulwesens, auf die wir weiter unten ausführlich zu sprechen kommen, und ein Aufatmen ging durch das Reich, als er am 80. Geburtstag des eisernen Kanzlers ihm in herzlicher Freundschaft die Hand 6oL Der Kaiser und die Flotte. Mehr als jede andere Einrichtung des Reiches hat die deutsche Flotte dem Kaiser zu danken. Mit Recht schreibt die „Marine-Rundschau", die Zeiffchrift des Reichsmarineamts: „Nicht unbewußt, sondern llarsehenden kluges hat Kaiser Wilhelm II. uns vor solchem Stillstände bewahrt und dem gegenwärtigen Geschlecht eine Aufgabe gestellt, eine Aufgabe nicht etwa rein materieller Art nur, sondern eine, die innere Kraft und geistiges Können in Anspruch nimmt. So ist er wahrhaft der Führer des Volkes geworden. „Groß ist auch die Zeit, die uns noch Vorbehalten ist. Die Aufgaben, die dem Großen Kaiser gestellt waren, sind erfüllt" — „auch unserer Zeiten harren Aufgaben." — „Ter Große Kaiser mit seinen großen Mithelfern hat die Basis gelegt, den Grundstein zum Gebäude; an uns ist )cr Ausbau? Darum bin ich der Ansicht und der festen Ueberzeugung, daß auch uns eine große Zukunft bevorsteht, wenn wir nur fest dazu entschlossen sind, sie dazu zu machen." (Aus der Kaiserrede vom 20. Juni 1903.) Man hat oft darauf hingewiesen, wie offenbar das Interesse, das der Kaiser von jeher dem Seewesen cnt- gegengebracht hat, seinem innersten Wesen entstammt. Um* lebuug und Erziehung der Iugendjahre werden ihn in dieser Richtung kaum wesentlich beeinflußt haben; die Lösung der großen festländischen Fragen, die Aufgaben der inneren Festigung des Reiches standen noch ganz im Vordergründe, als seine Aufmerksamkeit sich zuerst den öffentlichen Angelegenheiten zuwandte. Eindrücke, die er frühzeitig in England empfing, mögen dann auf ihn eingewirkt und angeborene Neigungen bestärkt haben. Auch mag von )cm unermüdlichen Mahnen und Hoffen des ersten preu. fischen Prinzadmirals, Adalbert von Preußen, manches hm zu Ohren und Herzen gedrungen sein. Aber die Liebe ür die See, das Verständnis für alles, was damit zu- 'ammenhängt, wurzelte ihm doch von jeher tief im Charakter selbst. Aus weitere Kreise zu übertragen, was ihm selbst so viel bedeutete, war ihm zunächst wohl ein rein menschlicher Wunsch; er wurde ihm dann zur geschichtlichen Mis- ion. Mit hoher Genugtuung kann er sich heute sagen, daß er sie erfaßt und damit das Wichtigste getan hat, was ür bie Schaffung der deutschen Seemacht geschehen mußte. In den Köpfen von Millionen Deutschen leben jetzt die Vorstellungen, mit denen der Herrscher vor 25 Jahren fast einsam stand, denn als ein einsamer Kämpfer hat unser Kaiser das Ringen um die Flotte begonnen. Schon die Tatsache allein, daß der Monarch den maritimen Fragen sein besonderes Augenmerk zuwandte, hätte ohne Zweifel befruchtend gewirkt. Denn das Beispiel, und vor allem das Beispiel vom Thron her gegeben, bleibt ein wertvoller Zeil Erziehung. Aber die bloße Rolle des stillen Zuschauers hätte ihm nie genügt; wir wissen, wre er Selbst handelnd mit seiner ganzen Person sich ernge^etzt hat für seine Ueberzeugung, damit Verantwortung tote Verdienst Hu gleichen Teilen vor der Zukunft sich bereitend! Unermüdlich ist er, seit er zur Regierung kam, nut dem ;2Bort und der Feder für seine Gedanken cingetreten, bald mit sachlichen Gründen zu überzeugen bestrebt, bald durch begeisternden Schwung mitzureißen suchend! Alle sollten es -erfassen, „wie mächtig der Wellenschlag des Ozeans an ilnseres Volkes Tore klopft und es zwingt, als cm großes Volk seinen Platz in der Welt zu behaupten"; diesen Grundton hören wir immer von neuem erklingen. „Aus dem Deutschen Reiche ist em Weltreich geworden. Ueberall in fernen Teilen der Erde wohnen Tausende unserer Landsleute. T-euksche Güter, deutsches Wissen, deutsche Betriebsamkeit gehen über den Ozean. Rach Tausenden von Millionen beziffern sich die Werte, die Deutschland auf der See fahren hat. An Sie, meine .Herren, tritt die ernste Pflicht heran, Mir zu helfen, dieses größere Deutsche Reich auch fest an unser heimisches zu gliedern" — so mahnt er bei der Vierteljahrhuiidertfeier des Reiches am 18. Januar 1896. Nicht leicht war der Anfang des Weges, der durch dickstes Gestrüpp der Gewohnheitsmeinungen führte. Mit Sorge und Schmerz sieht der Kaiser oft, wie langsam,nur es zunächst vorwärts geht und wie klein nur die Gefolgschaft ist. „Mit tiefer Besorgnis habe Ich beobachten müsjen," so klagt er am 18. Oktober 1899 im Rathause zu Hamburg, „wie langsame Fortschritte das Interesse und politische Verständnis für große, weltbewegende Fragen unter den Deutschen gemacht hat. Blicken wir um uns her; wie hat seit einigen Jahren die Welt ihr Antlitz verändert. Alte Weltreiche vergehen, und neue sind im Entstehen begriffen. Nationen sind plötzlich im Gesichtskreis der Völker erschienen und treten in ihren Wettbewerb mit ein, von denen kurz zuvor der Laie noch wenig bemerkt hatte. Ereignisse, welche umwälzend wirken auf dem Gebiete internationaler Beziehungen sowohl wie auf dem Gebiete des nationalökonomischen Lebens der Völker, utib die in alten Zeiten Jahrhunderte zum Reifen brauchten, vollziehen sich in wenigen Monden." Darum darf auch Deutschland nicht mehr in fruchtlosem Besinnen die kostbaren Augenblicke verstreichen lassen." Die alten politischen Sünden rächen sich jetzt schwer an unfern Seeinteressen und unserer Flotte." Aber mutlos machen die Hemmnisse nicht. „Doch meine Hoffnungen," so fährt er hier fort, „daß der Deutsche sich ermannen werde, sind noch nicht verschwunden. Denn groß und mächtig schlägt die Liebe m ihm zu seinem Vaterlande." Und festeste Zuversicht tönt wenige Monate später, um die Jahreswende 1899/1900, aus der Kundgebung, die er an die Marine richtet: „Wie mein Großvater für sein Landheer, so werde auch Ich für Meine Marine unbeirrt in gleicher Weise das W er k d e r Reorganisation fort-und durch- fübren, damit auch sie gleichberechtigt an der Seite Meiner Streitkräfte zu Lande stehen möge und durch sie das Deutsche Reich auch im Auslände in der Lage sei, den noch nicht erreichten Platz zu erringen. Mit beiden vereint, hoffe Ich in der Lage sein, mit festem Vertrauen -auf Gottes Führung den Spruch Friedrich Wilhelms I. wahr zu machen: „Wenn man in der Welt etwas will dezidieren, will es die Feder nicht machen, wenn sie nicht von der Force des Schwertes soutenieret wird." Aus freudigem Herzen kommen dann am 23. März 1905 die Worte: „Ich danke Gott, daß Ich hier keinen Notschrei mehr auszustoßen habe wie einst. . . .; die Flotte schwimmt, und sie wird gebaut." So wurde in Breite und Tiefe der Boden des deutschen Volkstums bereitet, auf dem allein die Frucht gedeihen konnte. ' Der Kaiser und die Schule. „Kein Zeitraum ist für die preußische Schulgeschichte ,on solcher Bedeutung gewesen, wie die Regierungszeit Kaiser Wilhelms II." So urteilt der ausgezeichnete Kenner der Entwicklung unseres Schulwesens, Prof. Paul Schwartz. Durch eigenes Ergeben hatte der Monarch das Schulelend, das damals weite Kreise beunruhigte und erbitterte, kennen gelernt. „Zur Zeit, wo ich auf dem Gymnasium in Kassel war," sagte er später selbst, „wurde der Notschrei der Eltern und Familien laut, daß es nicht so weiter gehen könne." — Auf seine persönlichste Jnitiattve ging daher die Schulkonferenz zurück, zu der er am 4?Dezember 1890 45 namhafte deutsche Männer der verschiedensten Richtungen und Stellungen nach Berlin berief. In seiner eröffnenden Ansprache griff er auf die Erfahrungen seiner Gymnasiastenzeit zurück und verlieh ihr dadurch einen ganz individuellen Reiz. „Ich kann zu Ihnen als Eingeweihter sprechen," sagte er, „denn ich habe auf dem Gymnasium gesessen und weiß, wie es da zugeht." Und seine eigenen Interessen und Neigungen, die ihn auf der Schule leiteten, schimmern hindurch durch die offiziellen Forderungen seines Programms. Seine .Hauptanteilnahme hatte ja auf dem Gymnasium nicht den klassischen Sprachen, sondern der Geschichte, der-deutschen Dichtung, den Naturwissenschaften gehört. Wenn er sich auch im Sinne seines Vaters gern in die nie wiederkehrende Schönheitswelt der Antike vertiefte und durchaus fein Gegner humanistischer Bildung war und ist, so war doch sein innerstes Gefühl nicht bei der längst entschwundenen Vergangenheit, sondern pochte heiß für d ie drängenden Fragen der Gegenwart, für die großen Forderungen der deutschen Zukunft. Der eigentliche Beweggrund und tiefere Sinn der von ihm ins Leben gerufenen Reform lag daher darin, die Schulen aus ihrer weltfremden Abschließung ge- 3ett den Strom der modernen Zeit zu befreien, die Ge- Dietc der Naturwissenschaften, der Technik und Industrie, auf denen die erstaunlichen Fortschritte des 19. Jahrhunderts lagen, der Jugend zu offenbaren. Eine Bildung, der Weltstellung des deutschen Vaterlandes und den Anforderungen der Gegenwart entsprechend, bezeichnete der Kaiser als die erste Aufgabe der Schule, und darin hatte sie bisher versagt. „Es ist weniger Nachdruck aus das Können wie aus das Kennen gelegt worden," erklärte er, „es muß von dem Grundsatz abgegangen werden, daß es nur auf das Wissen antommt und nicht aus das Leben." Er nimmt die damals schon viel erörterte U e b e r b ü r d u n g S f r a a e aus und redet als oberster Kriegsherr: „Bedenken Sie, was uns für ein Nachwuchs für die Landesverteidigung erwächst. Ich suche nach Soldaten, ivir wollen eine kräftige Generation tyibcn, die auch als geistige Führer und Beamte deut Vaterlande dienen. Diese Masse der Kurzsichtigen ist meist nicht zu brauchen, denn ein Mann, der seine Äugen nicht brauchen kann, wie will der nachher viel leisten? . Sic Rttinner sotten nicht durch Brillen die Welt ansehen, sondern mit eigenen Au^en Und Gefallen finden an dem, was jie vor sich hüben, ihrem Baterkaude und seinen Einrichtungen." Deshalb- sei die Gesundheit der Jugend zu stählen; vor allem aber müsse der Unterricht auf eine nationale Basis gestellt werden. „Wir müssen als Grundlage für das Gymnasium das Deutsche nehmen; wir sollen nationale junge Deutsche erziehen und nicht junge Griechen und Römer. Wir müssen von der Basis abgehen, die jahrhundertelang bestanden lptt, von der alten klösterlichen Erziehung des Mittelalters, wo das Lateinische maßgebend war und ein bißchen Griechisch dazu. Das ist nicht mehr maßgebend, wir müssen das Deutsche zur Basis machen. Der deutsche Aufsatz muß der Mittelpunkt fein, um den sich alles dreht." Ebenso muß das Nationale im Ge- schichts- und Geographieunterricht gefördert werden. Die Jugend sei bisher nicht über die Grundlagen unserer Kultur unterrichtet worden. „Der Große Kurfürst war zu Meiner Schulzeit nur eine nebelhafte Erscheinung; der siebenjährige Krieg lag bereits außerhalb aller Betrachtung, unb die Geschichte schloß mit dem Ende des vorigerr Jahrhunderts, mit der französischen Revolution. Die Freiheitskriege, die das Wichtigste sind für den jungen Staatsbürger, wurden nicht durchgenommen." Tie Verhandlungen der Konferenz wurden in dem Sinne geführt, den der Kaiser vorgezeichnet. Das Deutsche und die vaterländische Geschichte traten von nun an in den Vordergrund der Lehrpläne, die Gesamtzahl der Unterrichtsstunden wurde vermindert und die größere Pflege von Spiel und Sport beschlossen. Damit aber die Lehrerschaft diesen erhöhten Forderungen freirdig und ganz genüge, wurde ihre soziale und materielle Stellung gehoben, und so verdankt der Lehrerstand der Regierung Wilhelms II. eine Zeit des Anfstteges und der Blüte. Was die erste Schulkonferenz glücklich begonnen und durchgeführt, vollendete die zweite, die am 6. Juni 1900 zusammentrat. Hier fiel auch d i e letzte Schranke, die dem alten G y m n asiu m eine Vorrangsstellung imSchül- wesen verliehen hatte; durch den Erlaß vom 6. November 1900 wurden Gymnasium, Realgymnasium und Oberrealgymnasium „in der Erziehung zur allgemeinen Geistesbildung als gleichwertig" erklärt. Nunmehr war volle Freiheit des Wettbewerbes zwischen den höheren Sck)ulen gewährt, und wenn der Erlast nachdrücklich auf die Erlernung des Englischen hinwies, so lag darin eine Betonung der praktischen Zwecke der Schulbildung, denn Englisch ist die Weltsprache und ihrer bedarf vor allem der Kaufmann. Auch der Volksschule war des Kaisers Sorge lebhaft zugewandt; unter ihm wurde der Besuch der Volksschule ganz unentgeltlich, und damit war eine notwendige Ergänzung der allgemeinen Schulpflicht vollbracht. Die huldigimg her Automobilisten. Berlin, 13. Juni. Das Kaiserpaar traf um 3 Uhr nachmittags im Automobil, vom Neuen Palais kommend, an der .Havelbrücke bei Pichelswerder ein, der Kaiser in der Uniform des 3. Ulanenregiments, um die Huldigung der A u t o m o b i l i st e n entgegenzunelMen. Mit den Majestäten kamen Prinz Heinrich sowie Prinz Waldemar in der Uniform des freiwilligen Automobiltörps, ferner das < Prinzenpaar Eitel Friedrich, das Prinzenpaar August Wilhelm, Prinz Oskar, der Erbprinz und die Erb- prinzessin von Sachsen-Meiningen, Herzog Ernst Günther von Schleswig-Holstein mit Gemahlin, Prinzessin Karo-> line Mathilde zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg und der Erbprinz .Hohenzollern. Etwa 500 blumenge s ch m ü ck t e Kraftwagen des Kaiserlichen Automobilkorps waren aufgefahren. Der Herzog von Ratibor begrüßte den Kaiser mit einer Ansprache und überreichte eine Adresse. Die Majestäten fuhren sodann im Automobil bis in die Nähe des Stadions^ wo sie die offenen, vierspännigen ä la Damnont gefahrenen Wagen mit Spitzreitern bestiegen. Um 3,20 llfyr trafen die Majestäten am Stadion ein, um das Reit- und F a h r t u r n i e r des Kartells für Reit- und Fahrsport zu sehen, welches anläßlich des allerhöchsten Regierungsjubiläums arrangiert ist. Die Majestäten wurden von dem Präsidenten des Kartells, Generalleutnant von der Marwitz, und den andern Mitgliedern des Präsidiums empfangen und zur Kaiserloge geleitet. Es wurden vorgeführt: Zweispänniges Herrenfahren, Inländer-Jagdspringen, eine große Dressurprüfung, Hindernisfahren, Tamenreiten und Preishochsprung. Die Vorführungen waren besonders anfangs durch starke Regengüsse beeinträchtigt. Nach 5 Uhr begaben sich die Majestäten in Automobilen nach Berlin, um im Königlichen Schlosse für die Jübiläumstage Wohnung zu nehmen. Unterwegs sah das Kaiserpaar zum ersten Male die Straße n- schmuckung, die, obgleich noch nicht ganz fertig, doch ein fast vollständiges, einheitliches Bild bietet, wie es von namhaften Künstlern geplant ist. Schon in C h a r l o 11 e n* bürg am Knie ragt eine monumentale Säule empor, an der Charlottenburger Brücke ein schöner Triumphbogen. In Berlin grüßte die Majestäten am Br a n b c n bn r g e r Tor ein Schmuck von Girlanden und Kränzen. Es folgte der Paris er Platz mit zwölf hohen, weißen Säulen, die von goldenen Viktorien gekrönt werden. Unter den Linden leuchteten die luftigen, in Rot und Gold gehaltenen Türme, welche die Bogenlanrpen verkleiden und große, goldene Kaiser- und Königskronen tragen. Am Kaiser- Franz-Josefplatz bilden die Universität und das Opernhaus mit den davor aufgerichteten weißen Obelisken einen würdigen Abschluß Auch der Balkon des kaiserlichen Palais weist reichen Blumenschmuck auf. Die Feier in der hessischen Residenz. (rb) Darmstadt, 13. Juni. Die Feier des 25 jühri - gen Regierungsjubiläums des Kaisers wird auch in Darmstadt durch eine große, von der Stadt veranstaltete Fe st lichke i t im städ tis chen Saalb au begangen werden, bei welcher Prof. Dr. A. E. Berger die Festrede Ijalten wird. Sämtliche Schulen haben an diesem Tage Feiertag unb die städtischen, wie die meisten Privat- bureaus werden am Jubiläumstage geschlossen sein. Eine Feier in Wien. Wien, 13. Juni. Zur Feier des 25jährigen Negierungsjubiläums Kaiser Wilhelms versammelten sich Henle abend unter dem Ehrenvorsitz des deutschen Botschafters v. Tschirschk» die Mitglieder der deut schm Kolonie in Wien mit ihren österreichischen Freunden, etwa 5000 Personen, in einem Gartenlokal unweit Schönbrunn. Eine besondere Weihe erhielt das Fest durch die Amvesenheit des -Erzherzogs Franz Salvator, ferner nahmen an der Jubelfeier der bayerische (hesandte Freiherr v. Sacher, der sächsische Gesandte Graf Rex nebst Gemahlln, Graf und 'Gräfin Bercksthold, der italienische Botschafter verzog Avarna, der Cireole ?>talia, der rumänisch und schweizerisch Gesandte, die schweizerische Kolonie, MinisterpräsideM Stuergkh, und bte Mitglieder des Kabinetts, Graf Paar mit zahlreichn Herren und Damen der Hof- gesellschft, Bürgermeister Weißlirchner mit den Stadt- und Gemeinderäten und viele andere hervorragende Persönlichkeiten. Aus Kaiser Friedrichs Leidenstagen des B. die Kaiserin Friedrich scherzend „Mädchn auf, wenn er z. Ueberhaupt hat den unglücklichen Fürsten für alles" nannte. e empfinde. „Wie werde ich das alles wieder gut machen?" so schrieb er wohl einmal in tiefer Bewegung, und selbst ein Strahl seines alten Humores blitzte in solchen Augenblicken der Dankbarkeit Das Festprogramm wurde eingeleitet durch einen von Josef £ctiff gedichteten und dem Hofschauspieler Reimers gesprochenen Prolog, nach dem lebende Bilder aus der -Geschiche der Hohen- zollern und Gesangsvotträge folgten. Während daS Bild „Der Dreibund" dargestellt wurde, hielt der Vizepräsidelck des „Niederwald", .Dr. iE u l c r, eine Festtedc. Var Urteil imNieder-Modauer Genossenschastrprozeß. (bs) Darmstadt, 14. Juni. Das Urteil im Nieder- Modauer Genossenschaftsprozeß wurde heute morgen gefällt. Der Angeklagte Adam wird zu einer Zuchthausstrafe von insgesamt öVs Jahren verurteilt und in eine Geldstrafe von 1500 Mk. genommen, die im Fatte der Uneinbringlichkeit in 100 Tage Zuchthaus umgewandelt wird. Ein Jahr wird ihm für die erlittene Untersuchungshaft angerechnet. Der Angeklagte Isaak wird zu 1 Jahr 9 Monaten Zuchthaus verurteilt und erhält ebenfalls ein Jahr der Untersuchungshaft angcrechnet. Der Angeklagte Beck wird zu einer Gefängnisstrafe - von 1 Jahr 3 Mouaten und in verschiedenen Fällen »*5- «* »-- "Tagest sididP' Oberen1' iin Dir»ifoa»s J" Museum 0 vorinilWs von 1 v -ertrag " ' laiids krwacfo ' "^nzertder log abend 81/, Uhr Besserung der serbisch-bulgarischen Beziehungen. Sofia, 13. Juni. Der Serbi sche Demobilisierung s v o r s ch l a g findet hier eine g ü n st i g e Aufnahme. Kompetenten Otts wird erklärt, Bulgarien wolle zeigen, daß es friedliebend gesinnt sei, darum solle der Vorschlaq unter der Bedingung angenommen werden, daß die Serben einem provi- sorisck>en militärischen Kondominium aller von den serbischen Truppen besetzten auch außerhalb der strittigen Zone liegenden Gebiete zustimmen. Das Kondominium würde bis w dem endgültigen Schiedsspruch des Kaisers Nikolaus in Kraft bleiben. Belgrad, 13. Juni. Heute vormittag um 11 Uhr erfkrrten die Vertreter der Großmächte dem Ministerpräsidenten, daß sich chre Regierungen ins Einvernehmen miteinander gesetzt hätten, um Serbien und Bulgarien den Wunsch aus - Andrücken, den zwischen den verbündeten Staaten bestvheirden Streit auf fttedlichem Wege zu regeln Und daß die beiden Staaten ’,u diesem Zwecke zur Demobilisation schreiten möchten. Ministerpräsident Paschitsch gab darauf folgende Antworte Die königlich serbische Regierung hat in dem Wunsch, sich in allen die Verbündeten entzweienden Fragen friedlicher Mittel zu bedienen, bereits der bulgattschen Regierung eine Note unterbreitet, in der sie die Hoffnung ausdrückt, daß sofort jede Konzentratton der bulgarischen Armee an der serbischen Grenze eingesteltt werde und den Vorschlag macht, daß auf beiden Seiten sofort zu gleicher Zeit der Effektivbestand der Heere um ein Viertel reduziert werde, was bei den Verbündeten in ganz Europa als erfter wirksamer Schritt und als Beweis ihres lÄttschlusses angesehen werde, die in Betracht kommenden Fragen auf friedlichem Wege zu regeln. Die Vertreter der Großmächte nahmen von dieser Erklärung Akt. Belgrad, 13. Juni. Die „Tribuna" veröffentlicht ein unbestätigtes Gerücht, daß es bei W a 1 a n o w o zu einem blutigen v e r 1 u st r e i ch e n Kampfe zwischen serbischen und bulgarischen Truppen gekommen sei. Die Bulgaren seien gezwungen worden, die von ihnen besetzten Stellungen aufzugeben. *♦ Psarrpe dm Fürsten Jost Uanstclle zu Drti llndcnheiin Md de Ikllc z» Nieder daielbst gq. hoch zn ä! ytb dem Pfarrer, tzdigte evang. W übertragen. " Ernann üfijaniinlt Butzb Mer. "Die 31. ßrisllichen Oberfoi Ziesten in Stci Lechandlungcn b leim er-Gießen: Wlichen in der " Obcrhe ausgestellten Ko1 Ctio Engelha Zarthel-Gieße besucht. Voraus kleine Aenderunc " Stemp lichten Artikel i der bei Erteiluw Baustempel unberechtigter £ gestellter Bautet gegen nur von v. Knuten unb foivr Wmt. $en Wau, We Summe zu ! ?en, ob nicht d «krage verlangt . ** Sonderz tonend zu Fus 71 Angehörige dies ’^nad) Serini gi und trifft mi: . " Bei deri Kepler vom I ^turnen den 29 I 2us Flu I ?^antüfoM I Muchgenomm I Sammlung der sein alter Humor bis in die letzten Tage hinein nicht ganz ticr- lassen. Er mutzte damals viel Eier essen, und wie er eines Tages im Parke sich von der warmen Sonne bescheinen ließ, geschah es, daß eine Henne unbemerkt durch den Gattenzaun schlüpfte und in der unmittelbarsten Nähe des Kaisers in den Blumenbetten hernmsvaziette. Der diensttuende Arz-t wollte sie verjagen, aber Kaiser Friedttch machte eine abivehrende Beweguns und schrieb auf den Rand der Zeittrng: „Es ist eine meiner Nährmütter, gehen Sie zätter mit ihr um!" Als die Aerzte am 10. Juni den Kaiser darauf anfmett'sam machten, daß sein Zn1 stand eine besorgniserregende Wendung zu nehmen drohe, da antworttte er ihnen mit der einfachen Zeile auf einem Papierstreifen: ,-Es tut )nir sehr leid, daß es nicht besser mit mir gebt." So hat Kaiser Friedrich die TodeÄwtschaft entgegen» genommen — ohne einen Laut der Klage: Theodor Fontane hat das wahrhaft Heroische in der Haltung des Kaisers während seiner Leidenszeit richtig empfunden. Jene kleinen Gedichte, in denen er den todkranken Kaiser bei seiner letzten Begegnung mit König Oskar und im Dopfkirchlein bei den Klängen des Chorales schildert, bilden das unvergängliche dichtettsche Denkmal dieser schweren und doch zugleich großen Tage. Ein volles Vierteljahrhundert ist nun seit jenem Frühlingt. Jahres 1888 dahingegangen, den feiner von denen je vergessen wird, die ihn mit erlebt haben. Es war die Zeit, da Kaiser Friedrich den schweren vergeblichen Kampf gegen die nwr- derische Krankheit fühtte, die ihn heimtückisch überfallen hatte. Nie, selbst in den glorreichen Zeiten des Nationalkrieges nicht, ist Kaiser Fttedttch voltstümlick;er gewesen, ist er inniger geliebt worden, als in jenen Leidenstagen. Schon damals drangen aus dem Krantenzimmer so manche Aeußerungen, die in den tiefen Adel dieser Fürstenseele einen tiefen Einblick gewähtten, und die Zahl dieser Aeußerrmgen hat sich setther durch Berichte von verschiedenen Seiten noch vermehrt. Geradezu erschütternd wirkt die Geduld, mit der der Fürst sein ungeheures Los ertrug. Und doch kannte er seinen Zustand vollkommen, war er sich der Tiefe seines UnglüdS voll bewußt. .Einige Wochen vor fernem Tode sah er seinen ältesten und treuesten Diener, seinen Leibjäger Becker. Becker war seit langer Zeit schwerhörig und konnte darum nicht mehr^iin Dienste tätig sein. Als der Kaiser im Charlottenburger Schlosse den alten Getreuen wiedersah, da 'schrieb er ihm auf einem Blockblatte die Worte auf: „Wir sind beide unglücklich. Du kannst nicht hören, ich kann nicht sprechen. Ich aber bin viel unglücklicher, als Du." Es tarnen Augenblicke, wo ihn die Wucht der Schick; alsschläge, die ihn trafen, fast zu erdrücken drohte. Wie sein treuer Fweund und Berater vom Schlachtfelde her, der von ihm eben zum Generalfeldmarschall ernannte Blumenthal, neben ihm saß, da schrieb er dem alten Kriegskameraden die Worte auf: „Mein lieber Blumenthal, glauben Sie mir, es ist fast nickst mchr zu ertragen," und einem der Hvfprediger gab er seine innerste Meinung in diesen schlimmen Tagen durch die Worte zu erkennen: „Btten Sie nickst für meine Genesung, beten Sie für meine Erlösung." Alle die großen Pläne, an denen er feit Jahrzehnten gearbeitet und gesonnen batte, sah er mm hoffnungslos in seiner Hand zerrinnen. Wie Professor 5)ans Delbrück bei einem Besuche ihn an feine alten Dom- und Museumsban-Jdeen erinnerte, da röteten sich feine Augen unL>eimlich, und mit einem dem Besucher ins Herz schneidenden Blicke schtteb er auf das vor \ ihm liegende Papier: „Tas ist, alles aus und norbei." Umso! bewund-ernswerter bleibt die Fassung, die Selbstbehertt'chung, die er sich bis zum äußersten bewährt hat. Jene sckstichten und doch großen Worte, die er seinem Sohne, dem jetzigen Kaiser, mlT» geschrieben hat : „Lerne zu leiden, ohne zu klagen; es ist dies das einzige, was ich Dich lehren tmm" — diese Worte sind dem deutschen Volke für immer ins Herz geschrieben. Dabei war der Kaiser von ttner geradezu rührenden Dankbarkeit für alle Liebesdienste, die man ihm erwies, und ganz besonders wußte er seiner unermüdlich mit innigster Liebe um ihn beschäftigten Gemahlin gar nicht genstg zu zeigen, wie tief er ihre Hingebung ßanl (Inh. Älicesfr. 2 Becher Nr. ( Postschek-KC( Su»8 ’WiQsch An' *lnngv t lresorn V aer Telegramm! Telegramm! •<$> Giestcn. ote«> Tanzmusik 3748 Schlüter. Wiederverkäufer erh. Rabatt Färbezu Hause 42 BIM C. C. Pfeiffer, Walltorstr. 71. Glasermeister Kanzleiberg? Telephon 575. 3891 Neustadt 56 Rodheimer Str. Telephon 660. ” Stcmpelabgaben. Zu deut kürzlich veröffentlichten Artikel über Stempelabgaben sei noch bemerkt, dass der bei Erteilung von Baugenehmigungen erhobene sogenannte Bau stempel seit den» Jahre 1901 bis vor kürzerer Zeit in unberechtigter Höhe bezw. von den Werten vollständig fertig gestellter Bauten erhoben worden ist. Der Stempel war dagegen nur von den Rohbauwerlcn genehmigungspflichtiger Bauten und soweit das baupolizeiliche Interesse ging, zu erheben. Den Bauunternehmern ist in diesen 12 Jahren eine ojofie Summe zu unrecht entzogen worden und es wird sich fragen, ob nicht die Rückerstattungen der zu viel bezahlten Beiträge verlangt werden können. ** Sonderz ug. Zur Jahrhundertfeier des 2. Gardc- Negiments zu Fuß wird in der Nacht vom 16.—17. Juni für Angehörige dieses Regiments ein Sonderzug von Frankfurt nach Berlin gefahren. Er fährt in Giesen ab 12,41 Uhr nachts und trifft mittags in Berlin ein. Ermäßigter Preis 9 Mk. ** Bei der Stadion-Einweihung erhielt Lnd- img Bepler vom Turnverein Gießen bei dem allgemeinen Wetturnen den 29. Preis mit 70 Punkten. ** Das Flug fest, bezw. dqr Luftfahrerverein, hat ben Garantiefonds, den die Stadt gezeichnet hat, nicht in Anspruch genommen. Wenn in dem Bericht über die letzte Versammlung der Stadtverordneten etwas anderes stand, — Kurze Na chrichten aus Kunst und Wissenschaft. Der 4. Kongreß der internationalen Gesellschaft für Chirurgie findet vom 14. bis 18. April 1914 in New Vork statt. Abgeordneter für Deutschland ist Geheimrat Prof. Dr. S o n n e n b n r g , Berlin. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Lessen für Sonntag, den 15. Juni 1913! Anfheiterud, meist trocken, wärmer, ruhig. kirchliche Nachrichten. Evangelischer Gottesdienst. Mainzlar: Sonntag, den 15. Juni, vormittags 10 Uhr. Pfarrassistent Klingel. ■K- . ____ " ' ii > » ■ . nur mit echten _ HeitmaniTFarben Schutanarke: Fuchskopf im Stern. Fl eischfaserf utter MVSKATOR für Geflügel und Kücken, lose und in 5-KiloSäckckcu, bei wagen sind stark beschädigt, der Materialschaden beträgt etwa 50000 Ätk. Die vermutliche Ursache des Unfalls ist zu schnelle Einfahrt in den Bahnhof. Eine amtliche Untersuchung ist cingeleiiet worden. Der Personen- und Güterverkehr wird aufrecht erhalten. * Ei s e n b a hn u n f a ll. Aus Slam fo rb (Connecticut), 12. Juni, wird gemeldet: Auf der New Yv«—New- Haven and MartfvrdBalm kam es zu einem Zusammenstoß zweier Züge, wobei vier Personen getötet und 20 verletzt wurden. »'Ein deutscher Postbote in Toulon ermittelt. Nach den Nachforschungen der Staatsamvaltschast von Toulon ist der am 7. Mai auf den Wällen von Toulon ausgefundene Selbstmörder der deutsche Postbeamte Otto Thomas, der kürzlich in das Breslauer Postgebäude eingebrvchen war. *■ Die Revision bei der Spar und Leihkasse Bremgarte n int Kanton Aargau ergab beträchtliche Unter schlagungen. Man spricht von über 600000 Franken. ' Rabiater Schütz e. In Falkenau schoß der Ökifp wirt Silier int Verlauf eines Streites aus seine Schwieger-mutter. Die Kugel traf jedoch seine Frau und sein Töchterchen, die beide schwer verletzt wurden. Klier nahm sich darauf selbst das Leben. Bilder mit und ohne Rahmen Einrahmungen in allen Preislagen ßiiMsleo y. Glas auch kleine Posten billigst seit 8 Tagen ausgestellten Kollektionen von Peter B a per- Mannheim, Otto Engelhardt-Kyffhänser-Magdebnrg und Wilhelm Barthel-Gießen waren schon in der ersten Woche sehr gut besucht. Voraussichtlich findet in der nächsten Woche eine kleine Aenderung in der Ausstellung statt. Zöpfe Haarunterlag. Lockendreber sow. alle sonst. Haararbeiten werden schon und dauerhaft angeserligl in dem [6668 Spez. - Damen -Frisier- und Haar-tieschiift Hermann Plank Ww. Kaplansgaffe 9 (2699 M Strauss Holger Bankgeschäft (Inh.: Albert Wendel) Alicestr. 2 Giessen Alicestr. 2 Fernsprechei1 Nr. 62 Telegramme: Bankstrauß ----- Reichsbank-Giro-Konto ----- Postschek-Konto Frankfurt a. M. Nr. 1135 cftm5n ?»n Ä ehrend Nn- vohr,... * Bescheiden. Gattin singend: „£), hall' ich Engels- zungen!" — Gatte: „Ach, mit 'ner Pökelrinderzunge wäre ich auch schon recht zufrieden * Sicherer Ausweis. .Hausfrau: „Kochen Sie denn auch mit Lust und Liebe?" — Köchin: „Jcwiß, ick habe ja ’n Soldaten!" , O b er he ss i sch er Ku n stv er ein. Die zu ferneren Geldstrafen verurteilt. Auch ihm wird ein Jahr der Unterfuchuuqshaft angerechnet. Der Airgeflagte Ihrig wird zu einer Gefängnisstrafe von 6 Monaten und außerdem zu 1500 Mk. Geldstrafe verurteilt. Zn den Fällen, in denen die Angeklagten verurteilt wurden, haben sie auch die Kosten zu tragen. 8 ladet freundlichst ein 04788 sranko jeder Poststation geg. Nachnahme ein Postkolli Fleisch. Mrslcta aus Roß- u. Schweinefleisch sendet 3111 3)1. KM, Metzzttmßr. Gießen, Neuenweg. Eisschränke Speisenschränke Speisenglocken Eismaschinen empfiehlt 3586 J.B. Häuser Neustadt 56. Televb. 660. Sicherheits- Rasierapparate per Stück Mk. 1.50. Marke Nuevo tipo mit 6 Klingen Mk. 3.50. Marke Prima mit G Klingen Mk. 4.—. Marke Barbavia mit 6 Klingen All. 6.—. Prima Solingcru.fran- zöfiiche Stablwarcn unter Garantie. Pferde- und Haarmaschinen werden gut und billig geichlifien. Feinschleiferei mit elektrischem Betrieb. B.Righi,Schlossgasse2 Ans Stabt un- Land. Gießen, 14. Juni 1913. ** Tageskalender. Biograph-Lichtfpiele: Täg- ltcy Vorilelltlng. BakossKammcr.Lichtsviele: Täglich Dorstellmta Lichtspielhaus: Täglich Vorstellung. fl Oberhesstscher Kun st verein. Gemäldeausstellung int Turmhaus am Brand. Geöffnet täglich (mit Ausnabme von Samstag) von 11—1 Uhr, Sonntags von 11-3 Uhr, Mittwoch nachmittag von 3—5 Uhr. Obcrbessisches Museum und G a i l' f ch e Sammlungen, Geöffnet Sonntag vormittags 11 — 1 Uhr unentgeltlich Museum für Völkerkunde. Geöjtnel an Sonntagen vormittags von 11—1 Uhr unentgeltlich. Ertrag mit Lichtbildern in der Stadtmission: Deutsch, lands Erwachen vor 100 Jahren. Sonntag al end 8'/, Uhr. ' Konzert der e n g l i sch e n B e r g w e r k s k a p e l le. Sonn- lag abend 8'/, Uhr im Cafö Lelb. vüchertisch. . — Ratschläge und Mitteilungen für Einj LH - r t g - F r e i w i l l i g e des d e u t s ch e n Heeres vor ihrem Dien st eintritt nebst Anhang Zweite, unter Berücksichtigung der neuen Wehrvorlage vom Jache 1912, verbesserte dlustage. Bearbeitet von Bovseu, .Hauptmann upd Kompagnie-Ches im 4. Thüriug. Infanterie-Regiment Nr 72. Militär Verlag von Zucksckwerdt & Co., Berlin-Steglitz, Schloßstraße 41. Preis 1 M. 50 Pfennige. Tas Buch, 10t) Seiten stark, umfaßt: Wahl her Garnison und des Truppenteils — Kostenbereckmung — Ein- tritt in das Seer — Bekleidung — Verpflegung, Ausrüstung und Beritteumachung — ^lüsbildungsgang, Tieusteinteilung und Ans- bildnngsstosf — Winke für körperlich' Vorbereitung — Allgemeine Kenntnisse über Armee und Marine — Uebungs- und Beförde- rungsverhältnisse — Offizierswahl. Dazu bringt es im Anhang: Muster für die ;imt Diensteintritt erfordertickieit Scheine und Erklärungen — Be-eichmrngen der förderlichen Fehler — Geforderte Körpergrößen — Verzeichnis der Regimenter und selbständigen Bataillone — Vier Tafeln Uni form abzeichen -.— Karte der Garnisonorte des deutschen Heeres. Seibels Kn* Vorzügliches Glas Fürstenberg Bier im Ausschank. Auch in Kannen zu 1 u 2 Liter Inhalt z. Verkauf über die Strasse. Kannen leihweise. 34:0 und gestellt können sie überall werden Johns Bade-Wannen Waschmaschinen Schornsteinaufsätze Futter - Dämpfer Vorrätig bei J. B. Häuser ** Psarr Perlon alren. Ter Großherzog hat den von deut pursten ^ost-Chrrsttan zu Stolbc, m-Rolsta auf die evang Pfarrstelle zu Ortenberg präsentierten Pfarrer £>enu. Kahn zu Undenheim und den von demselben Patron für die evang Pforr stelle zu Mittel-Seemen präsentierten Psarrverwalter Michael R red er daselbst für diese Stellen bestätig', sowie dem Psaver ,Gg. Hoch zu Wendelsheim die evang. Psarrstellc ui Selters und dem Pfarrer Gg. Zimmermann zu Wixhausen die er ledigte evang. Psarrstellc au der Stadtgcmcindc zu Darmstadt übertragen. •• Ernannt wurde der Gefangcmvärtcr an der Zellcn- strafanitalt Butzbach Gustav Kran hold zum Gefangenaufseher. "Die 31. allgemeine Pfarrkonferenz der evang. Geistlichen Obcrhessens findet am Mittwoch, 18. Juni, zu Gießen in Steins Garten statt. Den Hauptgegenstand der Verhandlungen bildet der Vortrag des Pfarrers Becht ols- heimcr-Gießen: »Die apologetische Aufgabe deS evang. Geistlichen in der Gegenwart". J1 seit jcnpm . isa-^s cht, da ■ ^te. Kn, isi -’W mds ’gySs ,U kamst nicht linrrn 4..der.Schich'alssckiW, ;l,t M NM mehr zu b er seine innerite Mci! erkennen: " oetcn .ötf für meine enenreM Ahnten n homrunn^ in seiner -tcibrütf bei einem Bc- sumsban-Jdeen erinnerte, K und mit einem dem i™ er auf das »er urkund vorbei." Umso ^LelbstLchTrrschmg, die Wichten und doch »ent jetzigen Kaiser, a>ts. - M klagen; es isi dies - diese Worte sind dm geschrieben. Dabei mar »en Dankbarkeit für die, ganz besonders mutzte et nm ihn beschäftigten Gc> ■ tief er ihre Hingebung gut machen ?" so schrieb ' selbst ein Strahl seines nbliäen der Tansimrseit irid) scherzend „Mädchen en nnqlüälichen Fürsten ic hinein nicht ganz ver- essen, und wie er eines t Lonne bescheinen lich t durch den Barlenicc tähe des Kaisers in nswiende Arzt mollte ft ne abwehrende Kcm» -Zs ist eine meiner P !" Ms die W . i machten, datz fei’" ■ a zu nehmen diM . Zeile auf einem W es nicht besser e m Todesbotschaft Aage: Theodo:^ jene kleinm W-® er letztm en .Magen bt? &W w * Wo gehen wir Sonntag und Montag hin? Nach dem , Juxplatz an der Lahn Dort ist aufgestellt das grösste Dampf karussell Deutschlands welches sich auf der Durchreise nach Köln befindet. Alt und Jung kann sich durch eine, lustige Fahrt durch den grossen Tunnel amüsieren. Weiter ist auf gestellt 1&~ Schiff-Schaukel sowie ein Boden-Karussell. -Mx Es bittet um recht zahlreichen Besuch P*60] Der Unternehmer. !?. ist dies darauf zurstckzufuhren, daß bei der in dieser Sitzung besonders großen Unruhe solche Irrtümer nicht ;n vermeiden sind. Starkenburg und Nhcinhcssen. tlib. Darm ftadt, 13. J-uni. hinter dem städtischen Aus' UelluugHgebäirde auf der Matbildenhöhe ist jetzt eine größere - °-u ' ergruvpe nach den Plänen des Pros. Albin Müller U'rtlggcstellt und damit dem ganzen Olcbäudekomplcr eine ein» JcUiKftc Wirkung gegeben worden. Zum weiteren Ausbau der Aalhudeuhöhe hat sich jetzt eine Baugesellschaft m. b. L> * kata nenHai n gebildet, die Bürgermeister M ü l l e r zum ^oriu.^nbcn des Aufjichtsrats tvählte und zunächst die Bebauung ser Gelände von Tischinger und Ncumayer beabsichtigt. Darmstadt, 13. Juni. Der Groß Herzog ift heute mittaß V, 1 Uhr nach Essen abgereist, um an der Eröff- nnng der Atlsstellnng der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein teilzunehmen. Der Großherzog wohnt bei Herrn Krupp i|. Bohlen und Hallbach. — Ter Großherzog hat den Ge- ueraldirektor Dr. Eger, den neuen Leiter des HoftheaterL, zum Intendanten des Hoftheaters und der Hofrnufik ernannt. Diese Ernennung bedeutet eine ungewöhnliche Ehrung, bn seit 85 Jahren der Posten eines Intendanten am Hoftheater nicht mehr besetzt worden ist. Die früheren Leiter ivaren nur Direktoren und Generaldirektren. Hcsfcn-Nassau. h. Steinbach, 13. Juni. Unserer Gemeinde, die am Fust der; Altkönigs getrennt von Hessen liegt, wurde von der Gemeinde Oberlfiichstadt eine- größere Handfläche zu W a s s e r b o h r u n g e n zur Verfüguirg gestellt. Damit stt der erste Schritt zur Erlangung .einer Wasserleitung getan. st Frankfurt a. M., 13. Juni. Eine Revision der Bankfirma Plaut, Heß & Eo., die sich in Liguidation befindet, ergab, daß sich die Inhaber der Bank, Plaut und Heß, Unterschlagungen in Höhe von mehr als 6 0 0 0 0 0 Mark zu Schulden kommen »ließen. Plaut wurde verhaftet, Heß beging einen Selbstmordversuch. Tie Unter» lchlaguugen dürsten ihren Grund in verfehlten Spekulationen haben. Bis jetzt wurden 950 000 Mk. Passiva festgestellt, denen knapp 80 000 Mk. Aktiva gegenüberstehen. Durch den Konkurs der Bank, der heute verhängt wurde, werden zahlreiche kleine jsapitaliiten um ihre gesamten Ersparnisse gebracht. — Cron berg, 13. Juni. Während infolge der scharfen Aprilfröste au eine Ernte von Mirabellen, Pfirsichen, Aprikosen und anderem Frühobst kaum gedacht werden kann, fällt die Erdbeerernte hier so reichlich aus wie seit Jahren nicht. Tie Erdbeere kann deshalb als billiges Einmachobst für den Haushalt betrachtet werden. Ihre Reife ist bereits soweit vorgeschritten, daß am Montag und den folgenden Tagen die Hanptzufuhren an den hiesigen Markt stattfinden. Lanüwirtssöhne un» andere junge Seute finden an d. Landw. Lehranflalt und XfbrmpUtrti, Nraunschweig, intgim.Hu6bilI>. u. gute »ritten ji. alS Derwalt.,NiLnunk«s. u.Sekretär, i.Sbt b ala Dtollerei- dcomte. Hudf. Projv. foftenL d. T-r. Kraute. In 26 Jahr. üb. 3d. wrttbtfannten -lilon-A^esiero Hohne. Achtung! Teile hierdurch meinen Freunden und Gönnern mit. dast ich am Sonntag, den 15. Jnni, VON 1 Ubr an, im Restaurant „Walltor (früher Seemannsheiml eine Vorführung im Glasblasen und -Spinnen gebe. [04824 Jedermann kann der Vorführung beiwohnen. Eintritt frei! Bier 10 Pf. Es ladet freundlichst ein Prof. G. F. F. 11. Oou Ita Hof- und Schulrepäsentant. - ::: Besitzer 74 goldener Anerkennungs-Medaillen. st. Erfch-'Ni^ £ie jW* .Anzeige' wochtnilich- frag««"C1 161. 1 3m Tisch President 15 Minuten. Das Gest stiihungsiv erster und al» Sie Ja den lei ljchen Parteien frage zu ned weil unsere S iir. Dr. Späh Namen der Wir begrüßen beii bürget bereit sind, an sind der Ansi b c r b ü r g c r Har!! und Sei sein. Auchw hochbedeutsame Hört! und Sek • Verabschiedung zeitige Er und Widerspri . Wehrborlage i und Widerjprr , ein einheitlich spruch links.) mit der Negier Mr sind I landes dem iHt Mission auch ganzen vieruu mit diesen Res Verwaltung, b wird. In bei bringen mutz. Wünsche und können nicht finden, da i beschreiten, des Volles bi die entgegen meisten von abschiedung i aussprechen, Verwaltung 1 moglitfiff cinfc fpB bin Sfermai 'Regierung bic \ muf; erfüllen ti I Haltung der Rc Ac ' Mr sind i «r flbg. Basser, juft-mnien. 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