Nr. 251 Samstag, 1. November 1915 Drittes Blatt 163. Jahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntags. -'.«4. Uhr. ,ytt=£)eibe(berfl, Dienstag, den 4. November, »Der Kampf Montag, den nur für dringende Fälle sicher anzutreffen: Dr. Geyer, Seltersweg 81 II. zu entlassen, da sie in Essen , , die Herren Klopfer, Hanx und Grünwald bis Montag abend be- erlaubt, ebenfalls Landrat a. T. Rötger und Dr. Mouths. Schluß Schluß bittet Justizrat Goröon, einige der Kruppschen Herren unentbehrlich seien. Es werdcir darauf Schauspielhaus. Sonntag, den 2. November, nachmittags ,/.4 Uhr Rotationsdruck und Verlag der Bruhl'schen Univcrsiläls - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag- 51. Redaktion: 112. Tel.-2ldr.:AnzeigerGleven. Der Ritlialmortzprozetz. Kiew, 31. Oft. Die Beratung der psychiatrischen Sachverständigen wurde heute mittag abgeschlossen. ^Bechterew erklärte, er und Karpinski seien zu einem einstimmigen Schlüße gekommen, Ssikorski dagegen habe nur am Anfang an der Beratung tcilgmorn- men und sich sodann von der Weiterberatung losgesagl. Ssikorskr erklärte, er habe zwei Stunden an der Beratung teilgenommen,, habe jedoch eine weitere gemeinsame Beratung infolge völliger Meinungsverschiedenheit für nutzlos gefunden und beschlossen, sein Urteil gesondert abzugeben. Tie „Tietzener Zamilienblatter" werden dem «Anzeiger* viernial wöchentlich beigelegt, daS „Kreisblatt für den Kreis Sichen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zeit» fragen" erscheinen monatlich zweimal. (BericfcufaaL Die Architekten und der Fall Ihne. ^-Berlin, 31. Oft. Im.Architektentzause "fand eine vom Ausschuß zur Wahrung gemeinsamer Interessen, der von der Vereinigung Berliner Architekten, dem Architektenverein und der Ortsgruppe Berlin des Bundes Deutscher Architekten gebildet wird, cinberufene Versammlung statt, die sich mit dem Fall Ihne beschäftigte. Für das neue Botschafterpalais in Washington war bekanntlich ein Wettbewerb ausgeschrieben und aus diesem Wettbewerbe ging der Entwurf des Professor Bruno Möhring als Sieger hervor, dessen Entwurf mit dem ersten Preise gekrönt! wurde. Alle Welt nahm nun an, daß ihm nun auch der Auftrag zuteil werden würde, bas neue Palais zu bauen, und so wirkte es wie ein Blitz aus heiterem Himmel, als der Kaiser, ohne sich um den Wettbewerb zu kümmern, den Hofarchitekten v. Ihne, der sich nicht einmal an dem Wettbewerb beteiligt hatte, mit dem Neubau beauftragte. Diese Maßnahme erregte natürlich in den beteiligten Architeitenkreisen lebhaften Unwillen. In der Sitzung im Archi- tektenlwuse, die sich mit dieser Angelegenheit befaßte, führte der Geh. Oberbaurat Dr. ing. Stubben den Vorsitz. In der Besprechung der Angelegenheit, an der sich auch der am meisten davon betroffene Professor Möhring beteiligte, wurde vor allem die merkwürdige Stelluirgnahme des Auswärtigen Amtes beleuchtet. Nach mehrstündiger Aussprache beschloß der Ausschuß, durch Vermittlung der Vereinsvorstände eine Tagung der Architekten Deutschlands so bald wie möglich in Berlin zu veranstalten, die zu der Angelegenheit Stellung nehmen soll. um die Festung." Abends 8 Uhr: , 3. 9iod., abends 8 Uhr: „(Solberg. Die nach- A -R*n(l am Sonntag, 2. Xov. 1913. stehenden *»vl von 12 Uhr mittags bis 12 Uhr nachts. Spielplan der vereinigten Zrankfurter Stadttheater. Opernhaus. Sonntag, den 2.November, nachmittags 7,4Uhr: „Wiener Blut." Abends 7 Uhr: „Don Carlos." Montag, den 3. November, abends *-,8 Uhr: „Die Fledermaus/ Dienstag, den 4. November, abends */,8 Uhr: „Falstaff." Mittwoch, den 5. November, abends 7 Uhr: „Der Nosenkavaiier/ Donnerstag, den 6. 9lovember, abends */28 Uhr: „Risioletto/ Freitag, den 7. November, abends 728 Uhr: „Cavalkria rusticaua“. Hieran!: „Ter Bajazzo." Samstag, den 8. November, abends 7 Uhr: Zum ersten 'Weile: „Tie Studenten^ gräsin " Ein Singspiel in 3 Akten von Victor Lßon. Mußt von Leo Fall. Sonntag, den 9. November, nachmittags ’/,4 Uhr: „Martha.' Abends V,8 Uhr: „Tie Studentengräfin." Montag, den 10. November, abends '/,8 Uhr: „La Bohöme/ Dienstag, den 11. November, abends */,8 Uhr: „Die Airikanerin." Aiittwoch, den 12. November, abends '/,8 Uhr : „Cosi fan tntte.“ Donnerstag, deo 13. November, abends */,8 Uhr: Einmaliges Gastspiel von Sühne. Marguerita Sylva: „Carmen." abends 8 Ubr: „Ter Meineidbauer." Mittwoch, den 5. November, abends 8 Uhr: „Der Meineidbauer/ Donnerstag, den 6. November, abends 8 Uhr: „Püppchen/ Freitag, den 7. November, abend? 8 Uhr: „Liliom." Samstag, den 8. Noveinber, abends 8 Uhr: „Die weiße Weste/ Somitag, den 9. Nov-, nachmittags 1 ,4 Uhr: .Tas Beschwerdebuch/ 'Abends Uhr: „Wilhelm Teil/ Montag, den 10. November, abends 8 Uhr: Zu Schillers Geburtstag: „Die Braut von Melliiia/ Dienstag, den 11. November, abends s Uhr- Zum ersten Male. „Pigmalion/ Komödie in 5 Een von Bernhard Shaw. Mittwoch, den 12. November, abends 8 Uhr: „Pygmalion/ hältnis des Zeugen zu Herrn Brandt. Im Anschluß daran wird brr Vertrag des Herrn v. Metzen mit Herrn Wingen verlesen Metzen verzichtet in diesem Vertrage zugunsten des Wingen au die Vertretung in Italien und erhalt dafür von Wingen folgend-.' Entschädigung: 10 000 Mk., in bar auszuzahlen acht Tage nacl der offiziellen Uebertragung der Vertretung, ein Akzept von 700C und von 8000 Mk. und endlich nach und nach in Raten im Ver hältnis von 1 Proz. der von der Firma Krupp gezahlten Provision von 15 000 Mk. Ter Zeuge bekundet: Er trat einige Tage in Rom mit Wingen und dessen Sozius zusammen und sie sprachen über die italienische Vertretung, wobei Wingen die Bemerkung fallen ließ, er habe die Absicht, die Vertretung abzukaufen für die Summe vo» 75 000 Franks. Er war sich klar, daß an der Höhe dieser Summe die Sache sofort scheitern würde. Wingen war gar nicht in der Lage, eine solche Summe sofort auszuzahlen. Unter dem Einfluß des Herrn Dr. Mühlou vorn 18. Juni 1912, der in Metzen die Ueberzeugung bestätigt hatte, daß er aus die italienische Vertretung nicht mehr rechnen dürfe, trat er aber doch an Herrn Wingen heran. Sie einigten sich und setzten den Wortlaut des Vertrages fest. Ter Zeuge wiederholte, daß er die Forderung von Tr. Mühlon die Angelegenheit von einem anderen Gesichtspunkte ms betrachte und infolgedessen habe er das Gespräch abgcbrodjcii. Jim 6. September sei er dann plötzlich zu den Herren Hugenberg, jreget und Dr. Attichlon gerufen worden. Herr Hugenberg habe hm mitgeteilt, daß die Firma Kenntnis von dem Vertrag erhalten habe und daß er sich infolgedessen für entlassen zu betrachten hätte. Der Zeuge war darüber so bestürzt, daß r gar nicht in die Lage kam, sich borljcr zu entschuldigen. Auch später hatte er keine Gelegenheit mehr, das nachzuholen. Zeuge übt dann der lieber,Beugung Ausdruck, daß der abgeschlossene Vertrag mit Herrn Wingen nickt allein maßgebend für seine Entlassung war. Er hatte sich mißliebig gemacht durch verschiedene nach Essen gerichtete Briefe über die Berliner Vorkommnisse. Wenn er nicht irre, habe ihm Herr Hugenberg vor seinem Weg gang noch deutlich gesagt: Treten Sie nicht in die Fußstapfen ?e5 Herrn v. Perband t. Dieser hatte eine Broschüre über oie Firma Krupp veröffentlicht. In einem weiteren Schreiben spricht der Zeuge v. Metzen vorn Berliner Skandal, der die Firma K'rupp zu schädigeir drolic. Tie Rücksicht auf diese brachte ihn zu der Hoffnung, auf eine friedliche Lösung seiner Differenzen mit der Firma: forent di« ihn berührenden Ehrenkränkungen und die finanzielle Schädigung beseitigt würden, sei er zu einer gütlichen Einigung bereit. Es kommt nun zur Sprache, daß Herr v. Metzen 1 7 K o r n- wal^er mit nach Hause genommen hat, die jetzt dem Gericht vorliegen. Er erflärt, er habe nach seiner Entlassung die Absicht gehabt, die Kornwalzer als Waffe gegen Krupp zu benutzen, von dem er auch Brandt Kenntnis gab. E r wisse nicht, wer sie dem Abgeordneten Liebknecht ausgehändigt habe, er habe nicht einmal eine Vermutung dafür. Brandt habe sich gesichert, indem er ebenfalls Kornwalzer zu Hause behalten habe. Damit ist die Vernehmung des Herrn v. Metzen beendet. Zum Der neue „Urupp-Prozeh". Berlin, 21. Okt. Nach Eröffnung der Verhandlung teilte der Oberstaatsanwall mit, daß er an den Polizeipräsidenten das Ersuchen gerichtet habe dem jetzigen Zustande ein Ende zu machen, daß auf der Straße vor dem Gerichtsgebäude Photographen die Persönlichkeiten aufnehmen, welche an dem Prozeß beteiligt )in\ Darauf werden die für heute geladenen Zeugen bis zum Nachmittag entfallen. Dem Zeugen Tr. Liebknecht wird eröffnet, daß feine Vernehmung frühestens int Laufe des morgigen Tages zu erwarten sei. Sodann beantragt Justizrat Dr. Gordon, als Vertreter des Herrn Direktor Eecius, telegraphisch zu laden den General v. Bücking in Wiesbaden und zw”' UM Neu- beten. ° Juri a. Main. ,nd hiiit Lasten ?»• la’l, lb cm breit, 6 cm. hoch, «esser m. Schutz.» metzw ausge-H Mk, $em, Rasier. ■ Maschinen in H enl- - Rasier- H -fen nsw, wer-1 schliffen andH fremlFabrikate »£FEsC° .ESSEN » S.S »hcreffl® ZW ASN släd fi i fier * rat< mal1 Trö! netc! 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