Ifrcisblatt für den Kreis Gießen L Erstes Blatt (65. Jahrgang Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten. * y 4 7»oft einen sehr bedeutsamen Vortrag über seine jüngsten Krebsforschungen gehalten, worin er über eine lange Reihe bahnbrechender Versuche Bericht erstattete, die er über den Ursprung der .Krebskrankheit angestellt hat. Das Ergebnis besteht nun im wesentlichen darin, daß es Fibiger gelungen ist, in dem Magensack von Natten Krebsgeschwülste willkürlich zu erzeugen, indem er eine bestimmte .Art von Rundwürmern darein einfülyrte. Fibiger konnte auch soweit fortschreiten, daß er die Rundwürmer nicht unmittelbar den Ratten zuführte, sondern sie z. B. mit Kakerlaken fütterte, die Larven von Rundwürmern in sich trugen. Diese Larven entwickelten sich dann in den'Magensäcken zu ausgewachsenen Rundwürmern und riefen die Geschwülste hervor. Soweit bekannt, ist es hier zum ersten Male gelungen, den Krebs willkürlich zu erzeugen, und es braucht nicht hervorgelwben zu werden, daß diese Versuche, sofern sie der wissenschaftlichen Nack>- prüfung Stand halten, für das große Problem der Entstehung des Krebses von weittragender Bedeutung sein müssen. Der zwei Stunden dauernde Vortrag fesselte die Aufmerksamkeit der zahlreichen Zuhörerschaft in hohem Grade und wird sicherlich, sobald er im Drucke erschienen ist, die medizinische Wissenschaft von ganz Europa beschäftigen. — Zur Hilfe f ü r deutsche Forscher im Polar- c i s. Hilfe für die bekanntlich an der Nordküste Spitzbergens in Eisnot geratenen und zur Ucberwinterung gezwungenen Mitglieder der Vorexpedition Schröder-Stranz hat sich cm Komitee gebildet aus namhaften deutschen Männern, welche eine möglichst schnelle Eutsatzexpedition planen. — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. Gustav Frenssen als Dramatiker. Gustav Frcnsscn bat ein Schauspiel verfaßt mit dem Titel: „Sönke Erichsen", dessen Uraufführung am 18. Januar am Hamburger Thalia-Theater stattsinden wird. — Im Juli 1913 findet in Lemberg der 1. polniscke Kon- grob für Hygiene und Demographie statt. Da der Kongreß einen rein wissenschaftlichen Charakter besitzt, gestattet das Kriegsministerium den Militärärzten die Teilnahme au c*m Kongreß. Arbeitsleistung erstrebt und das Prinzip von Leistung und Gegenleistung mehr zur Geltung gebracht werden.' Gar mancher höhere ober mittlere Beamte ist ganz außerordentlich mit Dienstarbeiten belastet, während andere unter einem geradezu tödlichen Mangel an Beschäftigung leiden und in mancherlei Jagdgründen Ersatz dafür suchen müssen. Hier sollte mit aller Energie eine gerechtere Einteilung erstrebt werden. Der Steuerzahler, also die 97 Prozent der Bevölkerung, stellt mit Recht den Grundsatz auf: Volle Bezahlung, aber auch volle Arbeitsleistung. Nichts wäre für unser Hessenland mehr zu beklagen, als wenn wir auf die Dauer mit einem unzufriedenen Beamtenstand zu rechnen haben würden. Aber andererseits erfordert auch das vitalste Interesse des Staates, daß jeder Beamte seine volle Schuldigkeit tue, ja wir glauben, daß das Gros erst dann eine wirkliche Befriedigung in ihrer Stellung empfinden wird. Die Regierung sollte sich's deshalb angelegen sein lassen, neben der pekuniären Leistung auch bestimmte generelle Gesichtspunkte für das richtige Maß von Arbeit aufzustellen. Auch für die höheren Beamten und die Vorgesetzten müßte eine bestimmte Bureauzeit eingeführt werden, damit ein gleichmäßiges Zusammenarbeiten mit dem übrigen Personal erreicht wird und auch des guten Beispiels wegen, das auf den Untergebenen oft Wunderdinge bewirkt. Alle Extraarbeiten, auch die Sonntags- oder Nachtarbeit, sollte beseitigt und die ganze Arbeit, von ganz wenig Ausnahmen abgesehen, auf dem Bureau erledigt werden. Das ist nicht nur notwendig im Interesse des geordneten Dienstes, sondern auch im Hinblick auf die Gesundheit und das ganze Familienleben des Beamten. Wie dankbar würden es besonders die Frauen begrüßen, wenn ihre Männer nach dem regelmäßigen Arbeitspensum auch eine bestimmte freie Zeit für sie übrig Hütten! Gar vieles kommt auch auf die richtige Leitung der betreffenden Abteilung an und ganz.besonders darauf, daß der Vorgesetzte sich nicht immer nur als solcher geriert, sondern auch das richtige persönliche Maß einhält und sich bewußt bleibt, daß alle seine Untergebenen als nützliche Glieder des Ganzen betrachtet und behandelt werden müssen, wenn der Organismus richtig funktionieren und arbeitsfreudig erhalten werden soll. Das sind alles Dinge, die bei der Reformierung unseres staatlichen Beamtenapparates sehr wohl in Erwägung gezogen zu werden verdienen. Fürs erste aber handelt es sich ja um die Durchführung von Reformvorschlägen zur Vereinfachung und Verbilligung unserer Staatsverwaltung, woran eifrig mitzuarbeiten auch die Beamtenschaft selber berufen sein sollte. Da einerseits von der Regierung eine feste, zielbewußte Durchführung nach dem vorstehend Ausgeführten kaum zu erwarten ist, andererseits aber der Beamtenschaft eine Verbesserung ihrer Bezüge wohl zu gönnen ist, und endlich eine weitere Belastung des Steuerzahlers unter allen Umständen vermieden werden muß, so werden sich die beiden Ständekammern entschließen müssen, so bald, wie nur angängig, ihrerseits die Initiative zu gründlichen Reformvorschlägen bei der Staatsverwaltung zu ergreifen, wofür ihnen sowohl die Beamten wie die Steuerzahler unseres Landes in gleichem Maße Dank wissen werden! horace vernet. (Zu seinem 50. Todestage, 17. Januar.) Der Schlachtenmaler Horace Vernet, dessen Todestag sich am 17. Januar zum 50. Male jährt, zählte zu den gefeiertsten Künstlerpersöntichlcitcm der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, bei der Pariser Weltausstellung von 1855 war er einer der fünf Naler, denen die höchste 'Auszeichnung zuteil wurde. Er war mit der Begabung für seine Kunst sozusagen erblich Heftet Sein Großvater, Joseph Vernei, war der gefeiertste Eeemaler Frankreichs im 18. Jahrhundert gewesen; sein Vater ßarlc war Schlachtenmaler und begleitete Napoleon, den Stift in her Hand, auf mehreren seiner Feldzüge, und Horace selbst bewies [em seltenes Talent so frühzeitig, daß er schon mit 13 Jahren genug Aufträge erhielt, um sich selbst erhalten zu können. Bereits 1809 als Zwanzigjähriger, erschien er zum ersten Male im Salon Er war zum Glückslinae geboren, und zu dem Glanz des Talent« und Erfolges spendete ihm das Ungeschick Ludwigs XVIII auch noch den Nymbus des Märtyrers, indem er Sernety Bilder deren Gegenstand, wie immer, die uapoleongche Eoopöe bildete, als politisch anstößig aus dem Salon ausschloß Vorauf Horace nickt faul, eine Privatausstellung .eröffnete, und gant Paris strömte nun herbei, um jene Gemälde, wie Bonitowskis -tob den Grenadier von Waterloo, den Regimentshund, die kchlachtengem.'ilde von Jemmappes, Valmy und Montnnrail, ckc Verteidigung der Barriere von Clichy u|w. zu bewundern Die Popularität Bernets, der in der Kunst etwa die Rolle spielte wie ksranger in der Dichtung, war außerordentlich: die napoleonischen Veteranen schwärmten für ihn und redeten ihm mit Mon colonel an, und das Bürgertum gewann er durch eine sentimentale Note $crnct war allerdings der Mann, der Lob in jeber Quantität vertragen konnte. Er war der Tandy und Renommist, wie er im Liiclic steht: er prahlte so lange mit seinen Kriegsabeiitenem, bis (r sie selbst glaubte, und wie im K nege, so behauptete er auch auf dem Felde der Liebe die größten Enolge errungen zu haben Unter Louis Philippe erlebte er, seine Glanztagc.Ajr Burger- tinig war klug genug, zu ermesten, welche Vorteile ihm die Bc- qünftigung des Napoleon-Malers bringen konnte: er knMte nnt ihm ein persönliches Freundschaftsverl-attms an und übertrug ihm die malerische Verherrlickmng der Kd-,egstaten des französischen Heeres in Afrika. Die „Galerie de Constantine in schlösse von Versailles bildet ein xenlnial ^crnets und seigt .ben künstlerischen Niederschlag seiner Teilnahme an den afrikanischen zeldzügeii Dieser Ausenthalt im Cncntc batte für ihn noch eine Heitere, künstlerisch bedeutsame Folge: er wurde hier aufmcrlsam auf die durch Jahrhunderte sich fortsetzende Kontinuität bet onen taliickien Lebens und schöpfte hieraus die Anregung, die biblilcken tzzenen auf den Boden des heutigen Orients zu versetzen. Seine Febekka am Brunnen" von 1835 begann diese Serie seiner rea- — Ein neuer Dramatiker. AuS Essen wird uns geschrieben: Im Rheinisck)-wcstfälischen Volksthcater wurde das Erst- liiigswerk eines jungen Dichters aufgeftihrt, das freundliche.- Beachtung in jedem Sinne wert .erscheint. „D e r P h a n t a st", Tragödie in fünf Aufzügen von Felix Montanus. Fürst Andreas, der Gatte der sinnenheißen Königin Johanna von Neapel, hat der irdischen Liebe entfagt. Keuschheit ist ihm nicht Zwang, sondern innerstes Bedürfnis. Dem siebenjährigen Knaben schon ist die Enkelin König Roberts vermählt, aber seit er ein Mann geworden ist, hat er sich dem heißen Begehren des liebenden'Wcibcs beharrlich entzogen. Er will die Menschen beglücken, sie ans' der Hörigkeit der Sinne zu freiem, reinem Menschentum erlösen, aber er verdirbt, die ihm die Nächste sein sollte, und läßt sic sckstvcigcnd dem Abgruiidc entgegentaumeln, in den ihre Sinne sie reißen. Ter Anwalt der Rechte aller Menschheit verkennt und mißachtet das Recht des Weibes auf den Gatten und seine Liebe. Ta läßt sie ihn, als er auch ihren stärksten Defchwörungen standhält, von einem ihrer Liebhaber töten. Tie mißhandelte Liebe wandelt sich in tödlichen Haß, in dem Geliebten vernichtet sic zugleich ihr eigenes bestes Selbst. — Tas historische Milieu dieser Handlung -i o p ; < Befolöungsreform und Steuerzahler, in. Die beiden Ständekammern warten seit drei Fahren (ruf großziigige Reformvorschläge, a'brer die Regierung kommt aus Erwägen, Bedenken und Kopfschütteln nicht heraus und lehnt die ihr zahlreich genug von den Landständen und der öffentlichen Meinung auf dem Präsentierteller dargereichten Vorschläge regelmäßig als undurchführbar ober wenigstens als „untunlich" ab. In der Deamtenbesoldungs- fragc nimmt die Regierung eine ähnliche Stellung ein. So waren beispielsweise die landwirtschaftlichen, tierärztlichen und pharmazeutischen Sachverständigen, sowie die Hilfsarbeiter in den Ministerien bisher an Gehalt den akademisch gebildeten Lokalbeamten gleichgestellt (Höchstgehalt 6000 Mark). Während nun nach der neuen Vorlage die Akademiker jetzt 6500 Mk. Höchstgehalt beziehen sollen, sind die erwähnten Sachverständigen in die Klasse der Vortragenden Räte mit einem Höchstgehalt von 7600 Mk. und die Hilfsarbeiter mit Höchstgehalten von 7000 Mk. eingestellt. Dazu kommt noch, daß sie gegenüber den akademischen Beamten mit einem Wohnungsgeld von 730 Mk. ein solches von 960 Mk. beziehen. Wenn diese Beamten in ihren Bezügen gehoben werden sollten, so hätte man sie in der früheren Gehaltsklasse belassen und ihnen eine Stellenzulage geben können; aber eine Bevorzugung in der erwähnten Weise muß doch als eine Ungerechtigkeit den übrigen gleich vorgebildeten Beamten gegenüber bezeichnet werden. Bei den m i t t l e r e n Beamten hat die Regierung ? gleichfalls für die Äugest l ten ih.es Körpers vorzugstneise gesorgt. Die Sekretariatsassistenten, die seither einen Höchst- ^rgehalt von 4000 Mark bezogen, sollen nicht, wie die übrigen mittleren Beamten, 4400 Mk., sondern 5000 Mk. erhalten, ririe die gehobenen mittleren Beamten. Das ist vor allem feilt Unrecht der großen Klasse der Oberrechnungsrevisoren gegenüber, zu denen früher nur die Aspiranten mit den Ödesten Zeugnissen genommen wurden und die jetzt keine gehobenen Stellungen erhalten sotten. Aber dies Liedlein , hon der Bevorzugung hat noch: weitere Verse: Die Stellen > ff der Kanzleiinspektoreri an den verschiedenen Behörden (Ober- rechnungskammer, Gerichte usw.) sollen nach einer Anmer- ■. hing in ber Besoldung s "rdnung in Zukunft nur noch Be- sörderunasstellen für Ministerial kanzlisten fein. Es. ist boch klar, baß ber Jahre lang bei einer Behörde tätige 'beamte den Dienst als Vorgesetzter in dieser Dienststelle besser zu versehen in der Lage ist, als ein in einem anderen Dnenstzweig großgewordener. Mit dieser regierungsseitigen 'Bestimmung wird doch offenkundig nur für bie Beamten ber eigenen Verwaltung gesorgt! Nach all ben vorstehenb angeführten Tatsachen muß (wohl leiber jebe Hoffnung aufgegeben werden, daß die Regierung zu wirklich durchgreifenden notwendigen und gerechten Reformmaßnahmen bie Hanb bieten wirb. Für Ibi-e Beurteilung ber ganzen wichtigen Angelegenheit ber Heamten-Gehaltsverbesferung kommt aber noch eine anbcrc '.sfrage sehr in Betracht, bie bisher in ber ganzen Erörterung barüber fast noch gar nicht weiter berührt worben ist: Es muß von ber Regierung nicht nur ein gerechter Ausgleich in ber Besoldung, sonbern auch in dem Maß ber Zur Hrl.'densvermittlung. Gegenüber ber Melbung des Reuterschen Bureaus aus Konstantinopel, nach ber D e u t s ch l a n b die S ch u l b trage, wenn in ber Uebermittelung der Gesamtnote der Mächte an die Türkei ein Aufschub eintrete, besagt ein Berliner Telegramm der „Kölnischen Zeitung": Diese Meldung erscheint grundlos und ist in dieser Weife gegen eine einzelne Macht zugespitzt. Wir glaüben Grund zu der Annahme zu haben, daß mehrere Regierungen, darunter auch die deutsche, für einige Punkte des Entwurfes ber Gesamtnote Milberungen ins Auge fasen unb baß über solche Anregungen zurzeit von den Kabinetten beraten wirb. Der badurch veranlaßte Aufschub kann nicht erheblich sein, auch tritt kein Zeitverlust ein, ba bie Zwischenzeit benutzt wirb, bie Wiederaufnahme ber Feinb eligkeiten burch ben einen ober ben anderen Teil hinauszuschicben. London, 14 Jan. (Meldung bes Reuterschen Dur.). In ber heutigen Sitzung berDelegierten der Balkan staa ten zur Friedenskonferenz wurde der Beschluß gefaßt, daß gleichzeitig mit der Uebergabe der Note der Großmächte an die Türkei die verbündeten Balkanstaaten auch ihrerseits eine Note an die ottomanische Regierung richten sollten, in der sie aussprächen, daß sie die Friedens- lonferenz abbrechen müßten, falls die Pforte es ablehnen sollte, den Rat der Mächte anzunehmen. Gleichzeitig wurde beschlossen, in diesem Falle bei ihren Regierungen darauf hinzuwirken, daß an die Befehlshaber im Felde Instruktionen ergingen, ben Waffenstillstand zu beendigen. Steine türkische Nationalversammlung? Konstantinopel, 14. Jan. Die Regierung scheint für den Augenblick auf die Idee ber Einberufung einer großen beratenben Versammlung verzichtet zu haben, ba sie glaubt, baß bie Beschlüsse einer solchen Versammlung bie Regierung verpflichten würben. Man beruft sich hierbei auf bie Versammlung von 1877, bie sich für ben Krieg mit Nußlanb ausgesprochen hat. Nichtsbestoweniger fahren VXi- kische Kreise fort zu erklären, baß bie Pforte einem Schritt ber Mächte nicht nachgeben bürfe. Man glaubt nämlich, daß die Anwendung von Zwangsmaßnahmen schwierig sei. Die türkischen Delegierten haben noch keinen Auftrag erhalten, London zu verlassen. Aus Adrianopel« Ein Funkentelegramm Schukri Paschas aus Adri an Opel an die türkische Regierung besagt, daß alle Offiziere mit ihren Familien sich wohl befinden, die Verpflegung der Garnison gesichert sei und die ,Ge- haltszahlung erfolgen konnte. Die Stimmung in Sofia. Sofia, 14. Jan. Man hält hier die Fortsetzung des Krieges für unvermeidlich und sieht auch keine Aussicht auf Verständigung mit Rumänien. Man hofft noch immer auf ein energisches Auftreten Rußlands, obwohl es bisher die rumänischen Ansprüche offen unterstützte. Mittwoch, l5. Januar 19(3 Ve;ua4vrei i: monatlich 75 Bf viertel- jäyrlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Bost Alk. 2.— viertel- fährt, ausfchl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal IbPf^ auswärts 20 Mennig. Chefredakteur: A Goetz. Verantwortlich für den «o -r M w za> iS- »f »» politischen Teil: August General-Anzeiger fur Oberheßen SSSe «""Ä^2°7e-nuu>n.'r Notationsdruck uftö Verlag »er vnchl'schen Univ.-Vuch- und Steindruüerei n. ränge. Nedaktion. Srpeöition und Druckerei: Schulftratze 7. W"fflt den. bis vormittags o Uhr. Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil: H. Beck. = 2 = O " S 6)^5 <5 Sag --7/° Ö : /'er" Er wärtigen Amtes und betraute ihn mit der Stellvertretung des Reichskanzlers im Bereiche des Auswärtigen Amtes. Dem Reichstag ging eine Entschließung Arnstadt und Genossen zu: Der Reichstag wolle beschließen, die verbündeten Regierungen zu ersuchen, noch vor der allgemeinen Revision des Reichsstrafgesetzbuches dem Reichstag einen Gesetzentwurf vor- zuleg m, durch welchen das S t r e i k p o st e n st e l) e n v e r- boten wird. Dem Reichstag ging ferner eine Anfrage des Abgeordneten Giebel zu: „Ist es zutreffend, daß das Direktorium der Reichsversicherungsanstalt die Betriebspensionskasse der Firma K r u p p - E s s e n nicht als Zuschuß- oder Ersatzkassc im Sinne des Bersicherungs- gesetzes für Angestellte, sondern als Lebcnsvcr sicherungsunternehmen gemäß § 300 a. a. O. anerkannt hat? Hält der Reichskanzler eine solche Entscheidung für vereinbar mit dem § 390 des Versichernngsgesetzes für Angestellte^ ’ Eine Entschließung Mumm, Dr. Werner-Gießen und Genossen schlägt vor: Der Reichstag wolle beschließen: den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, darauf hinzuwirken, daß die gewerbliche Schaustellung von Ange-, hörige7i fremder Rassen durchweg verboten wird. Auf eine Anfrage des Abg. Dr. Werner-Gießen, betreffend die Verteilung judcngegnerischer Schriften auf den Bahnhöfen und in den Zügen, erklärte Staatssekretär Dr. Delbrück, er sei nicht in der Lage, diese Anfrage zu beantworten, da der Gegenstand zur verfassungsmäßigen Zuständigkeit des Reiches nicht gehöre. Die polnische Reichstagsfraktion hat laut B. T. beschlossen, eine Anfrage über die Enteignung einzubringen. Vom Hansabund. Das Direktorium des Hansabundes wählte Kommerzienrat Eng el h ar d-Mannheim, Mitglied der Ersten badi- scheir Kammer uird Präsident der Handelskammer Mannheim zum Mitglied des Präsidiums des Hansabundes. Ausland. Bei der Wahl zum Präsidenten der französischen Kammer erhielt Deschanel 345, der Sozialist Vaillant 61 Stimmen. 36 weiße Zettel wurden abgegeben. Im Senat nmrde Dubost mit 221 von 272 Stimmen zum Präsidenten wiedergewählt. Zwei russische Roten an China. Im Auswärtigen Amt zu Peking wurden am'Montag zwei russische Roten überreicht Die erste Rote weist darauf hin, daß Rußland mit dem Zahlungsaufschub bei den chinesischen Verbindlichkeiten aus dem Boxeraufstand nicht einverstanden sei und stellt die 'Frage, wie China eine sofortige Zahlung des russischen Anteils zu bewerkstelligen gedenke. Die zweite erklärt, daß der große Auslauf von Papiergeld im Gebiete von Kuldscha, dem kein Gegenwert in Silber gegenüberstehe, den russischen Kaufleuten große Verluste bereite, wegen der Entwertung der Roten um Vi Prozent des Rennwertes. Die Rote fragt, wie Chma diesem Zustande abhellen will. Tas fragliche Papiergeld stammt noch aus der Zeit der Mandschuregierung. Man glaubt, daß die russischen Vorstellungen den Ztveck haben, China die Notwendigkeit eines sofortigen Abschlusses der Sechsmächte-Anleihe klar zu machen. Kirche und Schule. VierPäpstcausderWeltgeschichtegestrichen. Der Berliner „Lokalanzeiger" berichtet aus Rom: Auf Befehl des Papstes wurden auf Grund des Berichts des vatikanischen Ausschusses für historische Studien vier Päpste aus dem 9., 10. und 11. Jahrhundert aus der amtlichen Chronik gestrichen. Pius ist demnach der 259. Papst. Aus Stadt und kand. Gießen, 15. Januar 1913. Zur Saalbaufrage. Der Saalbauverein hielt gestern abend im Hotel Großherzog von Hessen unter dem Vorsitz von Rechtsanwalt ,Dr. Spohr seine Hauptversammlung ab, die sich nach Erledigung geschäftlicher Ang'legenheiten mit dem gegenwärtigen Stand der Saalbau frage befaßte. Zunächst erläuterte Daurat Becker ein von ihm entworfenes Projekt, das einen Saal nebst Vorsaal mit 1300 Plätzen, sowie ein Podium für 50 Musiker und 200 Sänger nebst den nötigen Rebenräumen vorsieht. Die Bauplatzfrage werde zweckmäßig einem besonderen Ausschuß Vorbehalten. Eine größere Gartenanlage sei für die eigentlichen Zwecke des Saalbaues nicht erforderlich. Die Baukosten für die Anlage berechne er einschließlich Einrichtung auf 375 000 Mk. und mit den Kosten für die erforderlichen Nebenanlagen auf höchstens 400 000 Mk. Hierbei ist der Preis für den Bauplatz nicht rnitb-erechnet, da mau bis jetzt bei allen Besprechungen über die Saalbaufrage davon auKging, daß die Stadl hierbei entgegenfommen werde Der Saalbauverein könne zurzeit mit einem Betrag von 100 000 Mk. fest rechnen. Nehme man au, daß er uoch 80 000 Mk. aufbrinae, so feien noch 220 000 Mk. aufzubringen. Bei einer Verzinsung dieses Kap tals mit 4 Proz und Vs Proz. llnterhal uugskosten mache dies einen j ihr lichen Aufwand von 10 803 Mk. aus, wog gen eine Einnahme von 7800 Mk. aus den Saat miet'.'n und dem Restaurationsbetrieb zu rechnen sei. Der Zuschuß betrage also 3030 Mk., der von der Stcrdt zu geben sei. Bei Annahme einer Amorti sation von 2 Proz. (an sich sei dieser Satz ja zu hoch, aber die Stadt sei daran gebunden) würden noch 4100 Mk. j ährlich erforderlich sein, man komme also auf eine Summe, die noch nicht den vierten Teil dessen betrage, was £ber bürgermeister Mecum für erforderlich halte. Architekt Meyer ist ebenfalls der Ansicht, daß mit dieser Summe das Projekt auszuführen sei. Der von ihm entworfene Plan habe etwas größere Verhältnisse, wodurch der Unterschied komme. Dagegen denke er hinsichtlich der Rentabel - tätsberechnung nicht ganz so optimistisch wie Baurat Becker An der sich eutspinnenden Aussprache beteiligten sich, in der Hauptsache den Ausführungen des Buiirats Becker zu- stimmeud, Professor Dr. 2 cu t e r t, Geh. Hofrat Dr. B c - haghel, Medizinalrat Dr. Walther und Geh. Kirchen - rat Dr. Krüger. Auf Antrag von Professor Dr. Leutert wurde bann ein Ausschuß gebildet, der aus den Herren Baurat Becker, Architekt Meyer, Banldireklor Heichelheim, Stadtv. Wiun und Professor Dr. Leutert bestehen und zunächst der Platzfrage und der Frage der Aufbringung weiterer Mittel näher treten soll. • ** Tageskalender stir Mittwoch, lö. Jan. Stadt- theater: ,öerodes u n b Mariamn e". Awaug 7 Ulir. A l l g. B ü r g e r v e r s a in m lung , ücranftaltet vom Bürgerverein. Tie Saalbaufrage. Kunst- und luiffcn cbahlidic Museen. Abends 8>L Uhr im CnfL Leiv. ’• Oroen Sangelegenheit. Der Großberzog bat dem ordentlichen Professor an der Landesuniversiiät Gießen Dr. Wilh. van Calker die Erlaubnis zur Einnahme und zum Tragen deS ihm von dern Großberzog von Baden verliehenen Ritterkreuzes 1. Klasse des Ordens vom Zähringer Löwen erteilt * * Verwaltungspersonalien. Der Großherzog hat den Polizeikoinmissar bei dem Polizeiamt Darmstadt Polizeiamtmann Rud. Lauteschläger zum Kreisamtmann bei dem Kreisamt Bensheim ernannt. * * Zentral st elle für d i e Gewerbe. Der Groß- Her z o g hat den Schreibgchilfen bei der Zentralstelle für die Gewerbe Karl Eichenauer in Darmstadt auf sein Rachsuchcn in den Ruhestand versetzt. * * Vom Oberversicherungsamt. Der Groß - Herzog hat den Bureaugehilsen Ludw. Kraus beim Kreisamt Friedberg zum Bureauassistenten bei dem Oberversicherungsamt in Darmstadt ernannt. * * Ernannt wurde der Ferh. ©taufe zum Burcaugchilfen bei der Kulturinspektion Friedberg. * * Erledigt ist eine mit einer kath. Lehrerin zu besetzende Schul st elle zu Bingen. * * Stadttheater. Zum Gastspiel des Wiesbadener Operettentheaters am $reitrig und Samstag sei noch erwähnt, daß die beiben vorgesehenen Werke „Grigr i" und „Der Tanz anwalt" in Wi Sbabcn fortgesetzt auf d m Repertoir stehen, da sie sich als Haup.schlager erwiesen haben. Personal und Ausstattung entsprechen großstädtischen Ansprüchen. — Die Herren Studierenden erhalten bei beiden Vorstellungen an der Abendkasse Preisermäßigung. * * Gießener Stadttheater: Hedda Gabler. Die gestrige von Herrn Oberregisseur Tworkowski sehr glücklich geleitete Aufführung der Hedda Gabler machte banF ihrer sorgfältigen Durcharbeitung einen tiefen und nachhaltigen Eindruck. Fräulein Riza B a j o r schuf eine Hedda Gabler, die in ihrer nervösen, beständig wechselnden Erregung durchaus überzeugend wirk.e und ganz unter dem Bann einer inneren Notwendigkeit zu sieben schien. Ihre Darstellung war, selbst an oer Hedda der Frau Triesch gemessen, eine hochachtbare, von geistiger Durcharbeitung zeugende Leistung. Herr Tworkowski gab den den treuherzig beschränkten Gatten der Hedda mit sympathischer Herzlichkeit und schlichter Emfalt Den verbummelten Lövborg spielte Herr Bruch Witz mit einem genialischen Zug ins Große. Eine herzliche, in ihrem still beglückten Wirken rührende Frau Elvstedt war Fräulein Dagny, die einen Frauencharakter von warmherziger Weiblichkeit gab. Den Gerichtsrat spielte Herr B r ü d j a m nicht stanz mit der erforderlichen unerbittlichen Folgerichtigkeit. Als Juliane schuf Fräulein Scholz ein besorgtes liebevolles Tantchen. * * Das Museum am Brandplatz hat wieder eine Reihe schöner Neuerwerbungen zu verzeichnen, Geschenke und Anläufe. Es sind besonders hervorzuheben: Kastenuhr mit Spielwerk aus dem bäuerlichen Hausrat: eichene Bettstelle, reich verziert, mit der Jahreszahl 1708; drei Ober hessische Totenkronen aus Flitterwerk und Bändern, die ehemals zum Begräbnis lediger Personen bienten; Trachtenfiguren, Schwälmer Brautpaar im Trauungsschmuck. Der Bräutigam trägt den alten Bauerndreimafter mit der sog. Luft und den aus Etienne in Frankreich damals bezogenen seidenen Schnüren. Er hat den Strauß aus Rosmarin und die Hänselschnüre an den Arm gebunden, die ihm arme Frauen, die später von dem Brautpaar beschenkt wurden, auf dem Kirchgang auhefteten. Die Braut steht geschapelt und gebrettert ba. Die Aufmachung der Figuren wurde durch Schwälmer Näherinnen im Museum ausgeführt; zwei bemalte T a s u aus dem Anfang der Porzellanmanufaktur, seltene und gute Stücke. Am 7. d. Mi wurden bei Lang!- Göns Wohnstätten aus dem ersten vorchristlichen Jahrhundert aufgedeckt. Zahlreiche verzierte und unverzierte Gefäßteile, eine Menge Hüttenbewurf, der inwendig mit weißem Verputz versehen, Knochen von größeren Säugetieren u. a. wurden zutage gefördert. Die aus der Ausgrabung des st ein zeitlichen Dorfes bei Eber- stad t stammenden Funoe gelaTigten zur geschlossenen Ausstellung und bieten für die Wi.ssenscha.ft eine Fälle von interessanten Gefäßen, Steinwerkzeugen und sonstigen Gebrauchsgegenständen, die etwa dem 4. Jahrtausend v. Chr. angeboren. Eine Nachbildung in kleinem Maßstab erläutert die Wohnanlage. •• Weiche grün bungSfeier. Von den künstlerischen Darbietungen, die die ReichsgründunaSseicr am SamStag. 18. Januar, bringen wird, sind die trefflichen Leistungen des 8 a u e r ’ f d) e n Gesangvereins und des Pianisten Herrn I. Hahn in Gießen wohlbekannt. Seltener befommt man dc» warmen, sympathischen und wohlgeschulten Sopran von Frau K. 2erd) zu hören. Zum ersten Riale in Gießen tritt der Tenor Herr L. Marguth aus unserem Nachbarort, Bad-Nauheim an die Oeffentlichkeit; es wird ihm ein rundes und volles Organ von großem Umfang und vorzüglicher Schulung, sowie guter Vortrag nachgerühmt. An die Vorträge wird sich ein gemütliches Zusannnenseln in Form eines l.einen Kommerses anschlicßen. ” Der iMäner-Turnverein veranstaltete am letzten Sonntag einen Ttirngang über Lützellinden, Hochelheim nach Langgöns. Trotz des Schneewetters halten fid) 40 Turnerinnen und Turner eingcfunben, die den Turngang ui der heitersten Stimmung bis zum Schluß mstwachten. In Langgöns wurden mit dem dortigen Turnverein einige fröhliche Stunden bei einem Tänzch> n verlebt. ** Gießener Karneval. Verspüret erhallen mir folgenden Berickst: Zum zweitenmal in dieser Saison zog am Sonntag der Elserrat unter den Klängen de:> Rarlwllamarsches auf die Bühne im Kathol. Vereinshaus, wo die Fremden und Damensitznng der Großen Gießener Karneval Gesellschaft statt and. Echt karnevalistisch war der Saal durch die Herren Dietz, Dreyfufe und Schwedler ausgeschmücit, die hierfür mit Orden ausgezeichnet wurden. Nach Begrüßung durch ben Präsidenten und Verlesung des ulkigen Protokolls ''Herr Karl Neurath) trat Herr B e r l i n - Großen-Buseck als Schuljunge und später als Bauer aus. Treffend und humoristisch wußte er in seinen Vorträgen die letzten Vorkommnisse in Gießen zu schildern Auch die Schauspielerin Frl. Scholz stellte sich durch Vortragen einiger mit ungeteiltem Beifall a:f'cnomnicncn Li.der wieder in den Dienst des Karnevals. Als Postbote erzählte hieraus Herr Karl Weidig seine Erlebnisse als solcher. Ferner erfreuten durch Vorträge Herr Karl Fix und Schwedler. Ein durchschlagendes Zwiegespräch der Herren K a r l und Otto Neurath als Gießener Spießbürger brachte die Lacher auf ihre Seite. „Nieder mit den Männern!" hieß das Motto des fol genden Vortrages des Herrn Fix, der als Fran in der Butt erschien. Ehrenkappenbruder K reu ter nnirbe für seine großen Verdienste um den Karneval der höchste Orden vom närrischen Ministerium überreicht. Zündende Chorlieder von den Herren ?v U , Karl und Otto Neurath und Schwedler vervollstän sigten das Programm des Abends, und die Sitzung endigte mit 1 einem gemütlichen Tänzchen. ** Neues vom Bund der Karnevalvereine! Auf unsere Mitteilung über die „Wiederluirft Heidcckers" in Nr. 8 erhielten wir, offenbar von dem früheren Stadtkommandanten Giesens selbst, eine stilblütenreiche und orrhvgraplßsch sehr eigenmächtige, mit der Schreibmasch ne gefertigte Zuschrift, mit der zwar einige merkwürdige Namenshieroglyphcn in Zusammenhang gebracht iverden können, die aber nicht einmal deutlich vom „Bunde" j unterzeichnet war. Ten Otamen Heidcckers glauben w r unter den fünf Namen wieder entziffern zu können. Das Schreiben, das eine von uns nur karnevalistisch ausgefaßte Klageandrohung enthält, j läßt uns, besonders in einigen ergötzlichen Beilagen, einen Ein I blick tun in die „sagenhafte" Organisation, die mit dem Zauber- ß stab des Humors sich die Tore deutscher Städte öffnet. Wer 1 erinnert Herr Heidecker nicht etwa an den sagenhaften Ratten- I länger von Hameln, der mit einer Flötefich den secksamen Anhang 1 schaffte, zum Vergnügen wie zum darauf folgenden Leide der 1 Beteiligten? Wir hatten ihn mit dem listenreichen Odysseus 1 verglichen. Nun, wir sehen jetzt, daß er noch nicht am Ende I seiner Fahrten angefangt ist und noch einige Gefährten sein eigen J nennt. Am 20. November v. I. haben sie in Frankfurt ge- 1 meinsam eine, wie es in dem Protokoll 'so schön heißt „zu Recht 1 ein berufene, außerordentliche bezw. kombinierte 1 B u n d es v e r w a l t n n s s i tzn n g" abgehalten. Bei diesen Korn- ’ binationen hat der Präsident, Herr Heidecker, eine Rechnungsablagc 1 über seine Gießener Tätigtest erstattet: 1110,90 Mk. Einnahmen, I 1120,25 Mk. Ausgaben. Tie Ausgaben sind nur summarisch I aufgeführt. Ter Arme! So hat er also 9,35 Mk. womöglich I aus eigener Tasche Angelegt, von den Tagesdiäten, die ihm satzungi - I gemäß zustanden. Ter Gießener ,,B r u d e r v e r e i n", der.: | freilich noch ein beträchtliches Defizit zu decken blieb, hat, wie 1 „hierzu von Knapp berichtet" wird, sich von .höchst | lächerlichen, aber böswilstgen Unterstellungen seitens erbärml rinv I Großsprecher dorten" gegen den allverehrten Bundespräsident, n 1 ausbringen lassen. Es soll t>eni Bruderverein indessen „roenit I auchganzausnahmsweiseundentgegendcnP flick I ten der B. -Verwaltung, das ganze Protokoll g c ] sandt werden, wobei erwartet wird, daß einer br I liche Handlungsweise den Bundesverein Gießen 1 veranlassen wird, der Wahrheit verdiente Ehre 1 ftu Teil werden zu lassen und sogenannte Stän kerei, Wichtigtuern und Ehrenabschneidern b i c I gebührende Antwort gibt". Ein weiterer Satz des Pro | tokolls zeigt aber, daß der Groll nicht so tief sitzt, denn es wurde i beschlossen, einem Vorstandsmitglied des Gießener Brudei-vereins „in Anbetracht seiner großen Bemühungen beim Zustandekommen der Prinzengarden, die Eh renkappenbrudcr schäft de-> Z Bundes anMtragen". Wir wissen nicht, ob der betr. Herr i diese „Ehre" zu würdigen gewußt bat. Trotzdem das Protokoll j den finanziellen und für den „Bund" moralischen Mißerfolg des Gießener Feldzugs feststellt, hat Herr Heidecker in diesem Jahre I, die Wohltäter ei und den karnevalistischen Schmetterlingsfang in J Marburg ins Werk $u setzen versucht. Heute lesen wir itrdessen in der Marburger „Hess. Landestzeitung" folgende Notiz: K e i n „g r o fe e r" Karneva l. Ter Teutsche Karneval - bunb hat sein Vorhaben, hier einen großen Karneval mit I „wohltätigen" Nebenzwecken „einzuführen" wieder aufgegeben. I ba der Plan hier anscheinend zu wenig Anklang gefunden hat $ Wieviel „Brudervereine" der „Bund" jetzt noch zähst? •’ Besitz wechsel. Bäckermeister For ba ch hat von N Gärtner Becker in der Kaiser-Allee einen Bauplatz 311 22^/2 Mk. für den Quadratmeter erworben. Herr Forbach^ beabstchtigt, dort eine Bäckerei mit neuzeitlichen Einrichtungen ;u errichten. — Der Kaufpreis des HauseS Langsdorf in der Ludwigstraße beträgt nicht 42 000 Mk., sondern 44 000 Mark. *' Zu dem Unglücksfall, der am Montag morgen ein junges Menschenleben durch einen Sturz aus dem Fenster^ vernichtete, sei noch mitgeteilt, daß das Mädchen nicht mit '* Fensterputzen beschäftigt war, als das Unglück erfolgte. 'S?«*j Landkreis Giesien. b. Wieseck, 14. Jan. In der heutigen Gemeinde- [ ratssitzung wurde die Rechnung für 1911, die mit einer II Einnahme von 143 000 Mk. und einer Ausgabe von 126 000 Mk. 1 abschließt, von dem Vor'itzenden in den einzelnen Punkten erörtert I und einstimmig genehmigt. Die Stelle des Gemeindeeinnehmers I soll, da der jetzige Einnehmer amtsmüde ist, vom 1. April ab I anderweitig beseht werden. Es wurde beschlossen, die Stelle I auszuschreiben. Ter Schluß der Meldefrist ist für den 20. Januar I festgesetzt. Das Gesuch des Ludwig Krüger um Errichtung einer I Sandgrube wurde unter folgenden Bedingungen genehmigt: Das I Gemeindegelände ist durch einen Geometer ausmessen zu lassen H und mit einer Mark für den Quadratmeter zu bewerten. Die I Vcrmessmmskosten hat der Gefuchsteller zu tragen. Ferner ist I er verpflichtet, den Fußpfad so zu unterhalten, daß er jederzeit I passierbar ist. Das Baiigesuch des Friedrich s e l l 0 s wurde unter I der Bedingung gcnelMigt, daß er auf Wasser-, Licht- und Wege- I anlagcn durch die Gemeinde verzichtet, da das Grrindstück außer- I halb des Ortsbauplanes gelegen ist. Das Gesuch des Karl I Dech III. um Erlaubnis zum Betriebe einer Schankwirt- I schäft in seinem neuerbauten Wohnhause am Lichtenauer Weg I wurde mit fünf gegen vier Stimmen genehmigt. rm. Wr üningen, 14. Jan Vor einer gut besuchten I Versammlung hie t Stadtv. S a m es - Darmstadt im Jsheimschen I Saale da' i.r einen Vortrag über die Kranken- und Un- I fallvers 1 cherung. Der Redner erläuterte die seitherigen I ttrankcvversicherttttgsarten, beleuchtete besonders d:c Unzulänglich- I Feit der Gemeindeversicherungen und der eingeschriebenen Hilss- I kasscn. Er ging bann über auf die nach der Reichsversichcrungs- I orbnung zulässigen Zwangskassenformen, bet Ortskrankenkassen, | ber Lanblrankeukassen, ber Betriebskrankenkassen, ber Jnnungs- I krankcnkassen unb ber Ersatzkassen. Die Unterschiede der ein- I meinen V^rsicherungsarten wurden erörtert und der Redner kam I zu bem Ergebnis, baß bie Ortskrankenkassen infolge ihrer Selbstverwaltung unb ber Versicherung nach klassenweiser Abstufunc bes wirklichen Tage^verbienstes gegenüber bem in ber Regel ziigrunbe gelegten Ortslohn bei ben Lanbkrankenkassen un- bebingt ber Vorzug eingeräumt werben müsse. Zurzeit sind ruitb 13 Millionen versichert, die Ausdehnung der Vcrckcheriings- pslicht erstreckt sich aus rund 5 Millionen Personen. Die Mehrkosten dürsten 60 Millionen Mark betragen. Der Redner erläuterte bann bie gewerblichen unb lanbwirtschaftlichen Beriifs- gettossenscha'ten. Der ickerungsp licht, Entschäb g'ing b i Unfällen, Vcrsahren in ben Instanzen, Gesahrentarif, Grunblage ber Bei- tragsveranlagung, Ueberwachung ber Betriebe usw. Bürgermeister Singel bankte bem Redner für seinen Vortrag. O.G. Lich, 14. Jan. Am Sonntag, 9. Februar, wirb Rechtsanwalt Kaufmann von Gießen im Saale des Gastwirts I ikob Stein bem hiesigen Gewerdeoerein einen Vortrag I .ider Ehe- unb Güterrecht halten. Kreis Alsfeld. w. Alsfelb, 14. Jan. Stadtvorstandssitzung. Anwernd: Bürgermeister Dr. Völsing, Beigeordneter Wertz. sowie 10 Stadtv orftands7MtglieL>er. Der Voyitzcmde berichtet zamächstl ljof Laute (Hnnrimbunfl Kosten der B< noch m berci Laufe der Jal worden sind,1 gemacht hätte Zeisenfabrikai . trieben werde imr-ung der S. gedn/dck. Da- erfiärt, daß fit md Ntibtt mtbe lud) rin nruei Antrag fand n weil bie Unter nrsacht, als b botenen einm r. Ang< weiteren Um im vergange abba ntoui m unserer F und Eisenkai tatsächlich lie jedem Einhck ist man hier t deren Vockoni D-e verlautet stelle für die w daß eine be ^age kom derten Absahr doch noch zu e' M.der Zuku dreivlerteljähri derabschjedi.te s m e 11 wieder 1 Därmstad Sere Mission Mute sich P «sneinde. £6, ^vesteres die ! ZKn« i€i 6« ? Ä dtt Sätze t '■«‘Sing*1? 5100000-15 r' cRamfv® 1 L bie «*’ St übrigen ar M d'-i'IÄ Wge beschuehe Hetzen und na prüfen, ob sich mpfevlen werd hält pch nicht ,Für ober ,A ber Angel egent Dr Dölf'N! büfe bie Steuer angenominen 1 PeMuKalfun- ftanb^iirmng y mtneWn foi Kreisveterimw kelmärkter Vorstand bn®l schussks, dem ' gebracht, noch junt einznschn von dein landn kä u f e^und V' Ittfier Sitzung Matlilde Lose .russnmß vemi ■3 Friedl ölUm die "Primaner u S ft tZ®- Dar, ,iuni[n de« alt, I2"?"be.d . 9f(l %0(K>Pqqc äi»’;"19 b("i < | Xi» 9. 1 von sy q»»9 rem, W D - Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schweren Verluste, sowie den ev. Schwestern für die sorgsame Pflege sagen innigsten Dank Familie Karl Tränkner. Familie Wilh. Tränkner. Gießen, den 15. Januar 1913. 487 Gedenket der hungernden Vögel! Märkte. wandervoqel. Zeitung vom 7. Januar 1913 unbet sich am' e - '* ‘ „die Einigung im Deutschen Wandervogel" be= ®.trtyr^l 0,00 0'00 ^ik. _ ' ' s ia Tn(irPtr n Schlüsse eines Tie Zufuhren waren aus den Kreisen Friedberg, Tieblirg und IC Notiz Lauterbach, 14. Jan. Die Straße vom B a h n - iieitlitben ®nnd)hmqra .»«*• Statt Karten Giessen, 14. Januar 1913. 0387 bausck Langsdoij 42 0U0 Mk., sondern einer \t arn t om Montag motcr, Etun flu? dem Frir/5 >o5 Mädchen md)' M das Unqlüd ttvlqlk. Wir erhalten folgende Zuschrift: „In Ihrer Zeitung vorn 7. Januar 1913 findet sich am I TK A I FR II t’TE I |a-7il A.NnIomon^Cle.| anlassung mehrere Messerstiche intb' sprotng darauf in den Wartesaal. Gilbert tmirbc nach Anlegung eines Notverbandes in das Krankenhaus gebracht. Die Stichverletzungen sind schwer. Etwa 3/* Stunden später wurde der Täter, der spurlos verschwanden war, in der Nähe des Bahnhofes von einer Lokomotive überfahren und sofort getötet. Der Körper wurde schrecllich verstümmelt. * Gattenmord? Aus H anno per sch -M ünden wird gemeldet: Unter dem Verdacht des Gattenmordes wurde der Polizeisergeant Roman verhaltet. Seine Frau wurde am 8. Januar als Leiche aus der Weser gelandet. Er gab an, daß sie bei einem Spaziergang von ihm weggelausen und in die Weser gesprungen sei. Jetzt machte er das Geständnis, daß beide zusammen in der Weser den Tod suchen wollten, er aber den Mut verloren habe. * Ein vor sieben Jahren begangener Mord wurde am Samstag entdeckt. Im Oktober 1905 gerieten mehrere Knechte nach einer Geburtstagsfeier bei Fallersleben in Streit, in dessen Verlauf der Knecht Holland dem Knecht Hirsch mit einem Messer in die Schläfe stach, so daß der Tod eintrat. Die übrigen Knechte erklärten später, der Getötete sei vom Wagen gefallen und überfahren worden. Am Samstag stellte sich durch Gespräche, die dem Amtsvorsteher in Heiligen - dorf zu Ohren kamen, heraus, daß Hirsch nicht überfahren, Jonbeni ermordet wurde. Einer der Dienstknechte gab auf Vorhalten zu, daß Hirsch von Holland getötet worden sei. Die Staatsanwalt schäft in Hildesheim ordnete die Verhaftung des in Laune bei Braunschweig lebenden Holzknechtes Holland an. Kleine Tayeschronik. In Grimma erhängten sich der 62jährige Ernst Jäger und seine bei ihm seit 17 Jahren tätige 34jährige Nichte. In Steglitz wurde am Montag der Chauffeur Schenk verhaftet, der sein zweijähriges Pflegekind zu Tode mißhan- delt hat. Alles für 50 Kilo. Geschält langsam. itr MiKitiK Kernevü! grvM Lvrneval mit , rat" meber achkgeben ' Aiklang gefunden hat ' " jest nock zählt? Durch die Geburt eines gesunden Mädchen wurden hocherfreut Max Dumke u. Frau geb. Baumann. Keinen Husten mehr bei Gebrauch von Halm'S Soitüvegerich - Brust - Bonbon-, vielfach anerkannt, Bc- autachlet v.HerrnDr.Feidler. Engrvs-f)Nederlage Kltngel- l.öscr & Tilacs, Gicircn, Nord-Anlage 7.hvu/i Frankfurt a. M., 14. Jan. Heu- und Strobmarkt. Angelabren waren 4 Wagen Heu, 0 Waaeu Stroh. Bezahlt wurde für s'e-i 3,60 Mk., ktroh lgorulanaOrohs O.OO 0.00 Alk., Mell-Me aus EiS in la. feinster lcbcndsrischcr Ware soeben eingetr. u. biuigst bei Aug. Wallenfels Marktplatz 17 Telephon 202 Prompter Versand auch nach auswärts. 184 Die feinst, holländischen Schellfische und Cabliau sind eingetrotien und billiait zu haben bei: 1288 Georg Wallenfels Marktplatz nur 21, Telephon 10, gegenüb. der Engelapotheke. TaiiNulz. UVoI, Se ltersw.39,OttoLchaa».!^ ....... Lmoi Gemkindt' , iqi i die nut eino ■ M-ie von 126000 M “”1?n junftnt nortm L ’^rnrin.'rtinntftntitt» y'r. pom 1. Mil ab *uÄioiien, die Stellt -für den 20. Januo ■ um Er«»»« 'S • men gtncljmigt- ... bi-merten- «“iSb »trnn # * f M er lebrntd Jdianfntir1' oschtenauer tatsächlich liegen auch Eisenerze stellenweise zutage, wie ji5 70 000 Mk. 1 >/o Prozent, von 70 000—100 000 Mk. 2 Prozent, »on 100 000—150 000 Mk. 2i/2 Prozent, von über 150 000 3 Proz. Herr Namsveck schildert zunächst die Verkaufsweise der Filialen, owie die Uebermittelung der Waren von Zentrale an Filiale inb legt hierbei klar, auf welche Art und Weise die Filialen in weit geringerem Maße zur Einkommensteuer herangezogen würden, als die hier ansässigen .Kleinhändler. Er hält es für billig, wenn man bte Filialsteuer entführe, da auf diese Art auch die Filialen zur Leistung einer Abgabe herangezogen würden, die die übrigen ansässigen Kleinhändler nicht treffe. Herr Jakob -eilt diese Ansicht nicht und stellt den Antrag, der Gemeinderat möge beschließen, von Einfüllung der Filialsteuer vorerst ab- i,usehen und nach Durck/ührung des Gemeindenrnlagengesetzes zu orüfen, ob sich die Einführung nickst zu einem späteren Zeitpunkt empfMen werde. Ter Antrag wurde abgelehnt. Herr Braun hält sich nicht für genügend imterrichtet und kann sich für ein „Für" oder „Wider" nicht entschließen. Er beantragt Vertagung ■ her Angelegenheit. Nachdem sich noch die Herren Bürgermaster Tr V ö l s i n g, Eder und Bastian dahin ausgesprochm hatten, | d«ß die Steuer für Alsfeld gerecht sei, wurde der Antrag Braun (inflenonrrnett und beschlossen, die Angelegenheit zur endgültigen Beschlußfassung auf die Tagesordmmg der moraiaen Stadwor- standssitzung zu setzen. Wie man mis der allgemeinen St rnnrung ,'ittnehmen konnte, gelangt die Filialsteuer zur Einführung. — Ereisveterinärarzt Dr. Hofmann hatte die Einführung von Ferkelmärkten — etwa alle 14 Tage — angeregt. Der Stadt- vorstand beschließt jckioch nach Anhörung des landwirtsch. Ausschusses, dem Anträge nicht zu entsprechen, hält es aber für an- «schracht, noch 2 Viehmärkte und zwar am* 2. Januar und Mitte Ium einztrschieben. Man beschließt demgemäß. — Verschiedene von dem landwirtsch. Ausschuß vorgenommenen Gelände-Anläufe und Verpachtungen wurden genehmigt. — In nichtöffentlicher Sitzung wurde das Gesuch der Jnduftrielc'hrerin Fraulein Matlilde Losekam zur nochmaligen Prüfung an den Finanzausschuß verwiesen. Kreis Lauterbach. titelten und mit S. u. H., Göttingen, 6. Jan." gezeichneten Berichtes der folgende Satz: „Hoffentlich sorgt nun auch die neue Leitung dafür, daß die Wandervögel unter sich strenge Zucht halten und nicht zur Landplage iv*bcn, wie das leider 'chon vielfach vorkam." Es ist für jeden Einsichtigen klar, daß bei einem Verein, der z. B. im Jahre 1911 261200 Wandertage erreichte, einzelne Verstöße vorkommen. Sie zu leugnen, wird niemandem einfalleit. Anderseits wird vieles dem Wandervogel in die Schuhe geschoben, was sich andere Vereine haben zu- chuldeu kommen lassen, die sich dadurch eine gute Aufnahme haben sichern wollen, daß sie sich einen ähnlichen Namen beilegten oder gar als Wandervögel ausgaben. Auf diese einzelnen und seltenen Vorkommnisse beim Wandervogel bcu Ausdruck „Landplage" anzuwenden, ist durch nichts gerechtfertigt: noch weniger läßt sich erklären, wie der Wandervogel „leider chon vielfach" zur Landplage geworden sein soll. Man kann also nur annehmen, daß das erwähnte Wort aus Unkenntnis der Tinge, angewendet worden ist. Für die Führerschaft: Karl Dahmer, Lehramtsreferendar." Wir geben dieser Zuschrift gern Raum und glauben auch gerne, daß die Führerschaft des Wandervogels teilweise vom besten Willen beseelt ist, aber gerade durch ungeeignete und ihren Ausgaben in keiner Weise gewachsene Führer hat sich der Wandervogel unendlich geschadet. Ob in allen Fällen, wo über Wandervögel geklagt wird, tatsächlich Mitglieder des Bundes die Schuldigen waren, ist nur von untergeordneter Bedeutung, da die „zünftigen" Gewohnheiten eben durch den Wandervogel in die große Masse getragen werden und da so viel Erbitterung hervorgerufen haben, daß ihnen manche Orte — z. B. das Kloster auf dem KreuAerg — verboten sind. Schlimme Klagm kamen aus dem Vogelsberg und dem Westerwald — im vergangenen Jahre mußten wir über schlimme Vorgänge aus Lich berichten und die „eigenartige" Aufführung richtiger Wandervögel, bei denen .Kinder einer bekannten Schriftstellerin beteiligt waren, sind nicht unvergessen. Auch genügt schon ein Blick in die von halbreifen jungen Leuten geleiteten Wandervogelzeitschriften, um sich einen Begriff von dem Geiste zu machen. Man lese nur einmal die von Gießen aus geleitete Zeitschrift des Wandervogels in Hessen und am Rhein — und man wird sich des mit Absicht gesuchten Zigeunerjargons mit Sckxm- dern klar werden. Die Red. Catttwirffcbaff, §§ Feldkrücken, 14. Jan. Am Sonntag sprach in der Keil'schon Gastwirtschaft Landwirtschaftslehrer Hepp von der landwirtschaftlichen Auskunftsstelle Friedberg über künstliche Düngemittel, ihre Anwendung und Bedeutung für den Landwirt. Redner betonte u. a., daß die künstlichen Düngemittel nicht allein zu verwenden seien, sondern im Verein mit dem in der eigenen Wirtschaft produzierten Stallmist angewandt werden müßten, falls der -Erfolg nicht ausbleiben solle. Zahlreiche interessante Lichtbilder begleiteten den Vortrag. Bürgermeister S ch l e u n i n g sprach dem Redner den Dank der Versammlung aus. Auch wurde beschlossen, einige Düngungsversuck)e hier anzustellen. * Aus Kurhessen, 14. Jan. Die Entwicklung der kurhessischen .Kornhäuser ist in ein neues Stadium getreten. Au diesen Zeitpunkt ist die Verwaltung der Kornhäuser zu Fulda, Hofgeismar, Hoheneiche, Kirchhain und Zierenberg an die landwirtsch. An- und V er ka u fs g e sellsch a ft Hessen - l a n d übergegangen, in deren Hand die Geschäftsführung des Kornhaitses Kassel-Bettenhausen schon seit einiger Zeit liegt. Außer dem Kornhaus Hanau werden die geschäftlichen Angelegenheiten der kurhessischen Kornhäuser nunmehr ganz einheitlich von einer Zentralstelle besorgt. Die einzelnen Kornhaus-Genossen- schasten bleiben bestehen. £W Mm ei wurde ©teRencr Brudervnm- vUilunbffomwa ubruderschast dc? 7 ' der l>etr. »en dos Protokoll «JüiMfai Mibersolg des Letzte Nachrichten. Ungewißheit über die französische Präsidentenwahl. Paris, 15. Jan. In parlamentarischen Kreisen wird erklärt, daß die gestrigen Abstimmungsergebnisse bei bei Wahl der Präsidenten für Senat und Kammer keinen Fingerzeig bieten für den Ausfall der Wahl des Präsidenten der Republik. Alle Blätter sprechen sich übereinstimmend in diesem Sinne aus. Ein Tagesbef ehl des rumänischen Königs. Bukarest, 15. Jan. Anläßlich des Jahreswechsels hat der König einen Tagesbefehl an die Armee gerichtet, in dem u. a. ausgeführt wird, daß das Land mit Vertrauen auf die Armee blüfe, in der Gewißhei t, daß sie die Interessen des Landes mit Tapferkeit verteidigen werde. Ter Tagesbefehl erinnert an die Ruhmestage der rumänischen Armee im letzten russisch-türki "chen Kriege und an die hohe Auszeichnung, die der russische Kaiser der rumänischen Armee durch die Verleihung der Marschallwürde an ihn erwiesen habe. Besorgnisse in Wien. :/: Wien, 15. Jan. (Priv.-Tel.) Trotz der halbamttichen Veröffentlichungen, die eine sehr zuversichtliche Stimmung aus drücken, machen sich in der Bevölkerung wieder Besorgnisse geltend. Sie sind hauptsächlich dadurch entstanden, daß der Güterverkehr in Ungarn von und nach Semlin ern- g e st e l l t worden ist. Metrik r eine l ' 1'1,90 ÄuWlaJ biäten biTL^lid) ■ h’V?°V>necbr.; @ic£cn ! »«bient, genannte Stän ' du! Vermischter. * SterNicker. Aus Ortwig wird gemeldet: Bei der Durchsuchung des Gehöftes wurde auf dem Düngerhaufen ein rotes Taschentuch gefunden, womit Kaliß geknebeit war. Ta durch ist die Mittäterschaft der brei Komplizen Steruickels an dem Morde erwiesen. Uebrigens sagte die ältere Tochter wiederholt aus, daß einer der jungen Leute sie mit dem Revolver bedroht habe. Sternickel soll teilweise zugegeben babem daß er identisch sei mit dem wiederholt genannten H.u Händler in Sch le ien, der dort im September 1911 verschiedene Mordtaten verüb: hat. — Sternickel ist in der Mörderzelle des Landgerichts gefängnisses mit dem rechten Fuß an einem im ZemeiNbodeu eingelassenen Ring so kurz angeschlossen, daß er gerade soviel Raum hat, um sich aus einem ausgelegten Strohsack ausstrecken zu können. Nachts hält ein Aufseher Wache. Tic Durchsuchung des Caliß'schen Gehöftes zog sich gestern bis in die 'päten. Nackp mittagssttmdcn hin. * Der Postbote Grue l. Als der Poilbrieilasteir zwichien Spandau und Pichelsdorf geleert wurde, siel dem Beamten aus, daß ein harter Gegenstand in den Beutel kam. Bei der späteren Sichtung im Postamt förderte der Beamte eine unverschlossene Brieftasche heraus, die 925 Mark bares Geld und eine Karte enthielt, auf der zu lesen stand, man möge das Geld als Mschlagszahlung der geraubten Summe auf dem Bergerier Postamt aus Rügen zustellen. Unterzeichnet war dieses Schreibeil mit G r u e l. Der 40jährige Postschaffner Griiel ging vor längerer Zeit flüchtig, nachdem er dem Postamt Bergen 16 000 Mark unterschlagen hatte. * Ein Irrsinniger. Als am Montag der Arbeiter Lorenz I m o aus Schifferstadt, der in einem Erholungsheim in Kirchheimbolanden untergebracht war, aber angeblich dem Alkohol zu viel zusprach und zuletzt zeitweilig trübsimng war, in feine Heimatstadt zurückgeschasst werden sollte, versetzte er seinem Transporteur, einem gewissen Gilbert, ohne icbe Ver- m diesem Jchc i.-chmetterlingsfoiig in ■ pwc lesen mir inbencr i- roL ‘ ~ ’ gärtneri nnen- Seminar der Mainzer Frauen- arbeitsschule wird zu Ostern 1913 mit ministerieller Genehmigung dem Seminar eine Oberstufe angliedern, d. h. iie wird von da ab Lehrerinnen für Kindergartenunterweisung an Frauenschulen und Kmdergärtnerinnen.Seminaren, sow.e Leiterinnen von Kindergärten und Kinderhorten ausbilden. Tie Ausbildung dauert zwei Jahre und beginnt mit einem praktischen Jahr an einer vollwertigen Anstalt, au welches sich ein Jahr Seminar (Oberstufe) anjchließt. Nach Ablemmg der Prüfung können die Jugendleitermuen sowohl in Hessen ; als auch in anderen deutschen Staaten Anstellung finden Tas .praktische" Jahr ift unentgeltlich. (Siehe Anzeige). rm Hainstadt, 14. Jan. Mit bem Automobil >üb er fahre ir und getötet wurde gestern abend- die 17 Jahre alte Tochter E v a i>es Joh. Peter Reifing in Hanau. Wetteraussichten in Hessen für TonnevStaa, den 16. Jan. 1913 : Wolkia, leichte Niederschläge, vorübergehend etwas milder. arkt, der am vorigen ihn abgebalten wurde. 4nfvnid)f5 ju cdrfiitn atschelllischen, fiabliou, tn andeitaalb Stunden mfolqt dc? $n6W LremnHaven verhält' rintieffende ^äuikännkn machen, rfür den n Zuspruch genügen jii iorral beschafft worden. i. bangt besu-bta i ; "Ntt/z-hriwsL- !,unb U<*' ' ^Anebcnen ****£ ■i n n .rfi(f)(runr rsÄg , uDb bei AM - Äi^Ä ,n- yt "r . Aeoner J "• ' n3rtrfl8' »«V , i XLflt, ' £ nlf 'n L.«**- *n ui ö,-' INU lbe',liKbbnanimtn^ . Z-kzAL n ’^genhaften 1 :1 Ikch'am-» 5°"en- | 701q-n^ LLb rm. Darmstadt, 14. Jan. Der zweite große Hofball fand heute abend in den hübsch geschmückten Räumen des alten Palais statt. Es waren etwa 300 Per- fönen, Diplomaten, Minister, Hof- und Verwaltungsbeamte, Vertreter der beiden Kammern, sowie der Kunst- und Handelspreise Hessens geladen, dtach 11 Uhr wurde gespeist. Das Äroßherzoac-paar beteiligte sich lebhaft am Tanze. * Wtainz, 14. Jan. Tie Abteilung Kinder- Hainstadt, die hirrter einem Schneepflug hergelaufen war und als sie herauslief, unter das Automobil kam Als Lenker des Auto wurde Emil Glöckler aus Hanau ermittelt. Kreis Wetzlar. (!) Lützellinden, 14. Jan. Der Mitteldeutsche Kaninchen- und Geflügelzüchterverband hält am nächsten Sonntag hier seine Hauptversammlung ab. Die Verbandsausstellung wurde im Vorjahr Kinzenbach zu- gesprochen ; sie findet am 23. und 24. März (Ostern) statt. Hessen-Nassau. # Rodheim a. d. Bi^b^r, 14. Jan. Der Bürgersteig auf der linken Seite der Gießener Straße ist kürzlich mit Bafaltgruß so hergerichtet worden, daß man auch bu nassem Wetter trockenen Fußes darauf gehen kann. Die drei Vorgärten an der Straße, die für den Verkehr hinderlich sind, weil sie in den Bürgersteig hineinragen, sind immer noch nicht beseitigt. F. C. Fr a n kenb cr g, 14. Jan. Dorn 1. April an wird eine Automobilverbindung zwischen hier und Gemünden a. d. W. postseitig eingerichtet. Das Auto wird zweimal täglich von Fransenberg über Frankenau - L öhlba ch-H aina nach Gemünden laufen und wieder zurück. Die beteiligten Gemeinden haben eine jährliche Garantiesumme von 2000 Mk. bewilligt, die Stadt Frankenberg stellt außerdem die Garage. w Hanau, 14. Jan. Die Zahl der Erkrankten im 1. Bataillon be§ hiesigen Eisenbahn-Regiments beträgt 163, die der Patienten mit hohem Fieber 23 und die der Genesenden 65. ,j n.„ ~ saurer oa ay, i*. ^nn. wüiinßt wniouyn- Hof Lauterb ach-Süd nach der Stadt, b's zur \ ' .?$ ■. 4 Einmündung in die Kretsstraße nach Rimlos, ist s. Zt. auf in. v rr »vorbei g ^sten der Bahnverwaltung erbaut worden und st"ht heute noch in deren Eigentum und Unterhaltung. Obschon im Laufe der Jahre einige Neubauten an dieser Straße errichtet worden find, ohne daß die Eisenbahubehörde Schwierigkeiten gemacht hätte, hat sie kürzlich bei einem Neubauprojekt des M Seifenfabrikanten Sandmann, in dem eine Wirtschaft be- I trieben werden soll, Einwendung erhoben, bezw. die Benutzung der Straße zum Anfahren der Baumaterialien nicht $ geduldet. Das Verhalten der Bahnbehörde wird dadurch - erklärt, daß sie die Uebemahme der Straße in städtisches - Eigentum und Unterhaltung erzwingen w ll. Ein Ang bot darüber wurde 1903 von der Stadtverwaltung abgelehnt. Auch ein neuerdings von der Eisenbahndirek ion gestellter Antrag fand nicht die Zustimmung der Gemeindevertretung, iveil die Unterhaltung der Straße viel größere Kosten verursacht, als die Zinsen der von der Eisenbahnbehörde gebotenen einmaligen Abfindung von 2500 Mark ausmachen. r. Angersb ach , 14. Jan. Wie in der näheren und iveiteren Umgegend, so wurde auch in unserer Gemarkung . im vergangenen Spätherbst von einem Unternehmer nach abbauwürdigen Mineralien geschürft. Gerad.' I in unserer Flur deuten alte Gewannnamen, wie Eisengrube nitb Eisen kaute auf etwas wie einmaligen Bergbau, und Schon anno 18 war «s, als nebenstehende Schutz für Apotheker Schweizerpillen kam. — ahmungen. — A. - <6. Richard Brandt, 77 Marke urUer gesetzlichen Richard Brandts Wir warnen vor Nach» bornt. Apotheker Schaffhausen (Schtoeiz) Donnerstag, den 16. Januar, abends 8V2 Uhr, im Saale des Hotel Einhorn w 01 a.an Vortrag des Herrn Obersten a. D. voi Wunsch aus Frankfurt a. HI. über: 1. Die sozialen Verhältnisse in Amerika. 2. Die Vorteile der Kinder- und Sterblall- Versicherung. Um zahlreichen Besuch, namentlich auch der Frauen, bitten Die Vorstände. ___________IM- Eintritt frei. "TU_______D% LamStag, 18. Jainiar, 8^ Uhr in Acins Karten: Oeffentliche Reichsgründunosfeier. Unter gütiger Mitwirkung von Fr. K. Lerch (Sopran), Herrn L. Marguth (Tenor), Herrn 1. Kahn (Klavier, und des Bäuerischen Gesangvereins. v11/1 Festrede: Professor O. Altendorff. Eintritt 30 Pfg. Seranftaltct VM Alldeutschen Verband. Bürgerverein Giessen Mittwoch, 15. Januar 1913, abends 8V2 Uhr . im Saale des Caf6 Leib ■ Allgemeine Inrger-Vsrsaimluns Tages-Ordnung: Die Saalbanfrage. Kunst- und wissenschaftliche Museen. Verschiedenes. Die Bürgerschaft von Gießen, insbesondere unsere Mitglieder sind zu dieser Versammlung freundlichst eingcladen. Danien willkommen. O"/,__________________________Der Vorstand. Evangelischer Bund. Sonntag, den 19. Januar, abends 8'/« Uhr, Familien-Abend in Steins Garten. Vortrag von Herrn Geh. Kirchenrat Prof. D.Dr. Krtiger 55E3äe Jesm esra“ Mitwirkung des Kirchengesangvereins. Alle Evangelischen sind herzlich eingeladen. __________________Eintritt frei!______________IPV Die besten Schlager bringt nur der Kinonatograph Babnbofftraftc 54 neben Hotel Schutz MPunkllZühr ||ae ht® Spannendes Dra>na aus dein Leben zweier Schwestern in 3 Akten. 3« der \?nitvtrolle die berühmte italienische Schauspielerin Irl. Pina ftnbbri. Spieldauer en. ll/< Std, Nur 3 Tage! Nur 3 Tage! Um eine Königstrone 0361 •t'criüd)e9 Drama ans dem Sdilachtselde. Dieser Ai Im zeigt uns ein Stuck aus der (ticfdiicbte Bulgariens, das sich seinerzeit von dein türkischen Joch burri) lieldenmülige Kämpse befreite. Das Tpfer einer Schwester GronarligeS Drama von ungeh. real. Wirkung. Die Momentphotographie Komödi? Der Erbhund Humoristischer Schlager und das übrige glänzende Programm. SteinsSaalhau Giessen Donnerstag, den 16. Januar 1913, abds. 81 /< Uhr Iäs WiDler-UhmIs-M der Kapelle des Inf.-Regts. Kaiser Wilhelm Nr. 116 Solistin: Frau Lene Adam-Nickisch. Ylusikfoige: 1. H. Berlioz. Ouvertüre „Der römische CarnevaP: 2. R. Schumann. Konz'ert a-moll für Klavier mit Orchester 3. Fr. Adam. Einsätzige Sinfonie in g-dur (Manuskript): 4. Fr. Liszt, Konzert a-dur für Klavier mit Orchester- Begleitung; 5. P. Tschaikowsky, Capriccio Italien. vM/i Eintritt: 1 Mark,Eintritt: 50 Pfennig. Programm Mittwoch-Freitag Im ciu neuer Schlager. Bi! Kataw Schauspiel in 3 Akten. Ferner Max liebt seine Freiheit in der Hauptrolle Max Liudcr und das übrige, diesmal besonders interessante Programm. (a*6/1 Joseph Her*z9 Bankgeschäft Telephon Nr. 304 Giessen Neuen Bäue 23 Filialen: Eanterbach i. H., Diez a. d. Lahn. An- und Verkauf, sowie Beleihung von börsengängigen Effekten. Kontokorrent-, Scheck- und Depositenverkehr. Diskontierung von Wechseln. Ausstellung von Schecks u. 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Die Auszahlung der verlosten Obligationen erfolgt durch das Bankhaus Grünewald, Gienen oder durch unseren Rechner Robert Steinhardt . Knedberg, 13. Januar 1913 Der Vorstand der israel. Rcligionsgerncinde. _______Isidor Stern. 432 | Die Lieferung und AuS- sührung der Gnt- und Bewässerung, sowie der GaSan läge einschl. d. Ausstattungsgegenstände für den Neubau d. Crnvsangsgebäudes Friedberg soll vergeben wcrdea Zeichnungen und Angebolse wüster liegen im GesckiäftS- gebäude der Bauabtcilung I zur Einsicht aus, letztere können, solange der Vorrat reicht, gegen portofreie Einsendung von M. 1.50 bezogen werden. Die Angeb. werdet am 25. Januar, Vormittage 10 Uhr (Könnet. [ld.l4/e Zuschlagsfrist 4 Wochen Grogh. Hess. Eisenbahn-Bau Abicilung I, Friedberg. Die Ausführung der äuneren und inneren Vervutzarbeiten sowie der einsackien Rabitz arbeiten für Hernellung de- Enivfangsgebäudes Friedberg soll verdungen werden. 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