Zweites Blatt 165. Jahrgang Nr. 58 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. daß von den ausreichen würden. * der die be- Die „Eichener Zamtiienblätter" werden dem „Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Eichen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Selb fragen" erscheinen monatlich zweimal. fahrt unserer Staaten, ebenso wie in der Erledigung der großen Aufgaben, an denen wir für das Gedeihen, die Sicherheit und das Ansehen des geliebten deutschen Vaterlandes mitzuwirken berufen sind. Eure Königliche Hoheit sind unter uns kein Fremder. Meine Armee kann mit besonderem Stolz Hochdieselben leit wahren zu den ihrigen zählen und wir dürfen Eure Königliche .Hoheit als Chef eines ihrer ältesten und ruhmreichsten Regimenter sehen. Es ist mir aber ein Bedürfnis,, die für uns so wertvolle Zusammengehörigkeit auch noch äußerlich zu bekunden, ^ch habe deshalb bestimmt, daß das Infanterieregiment 102 a b heute den Namen „Prinzregent Ludwig von Bayer n" zu führen hat. Ich schließe mit dem Wunsche, daß Euere Königliche Hoheiten an dem Besuche tn Sachsen einigen Gefallen finden und angenehme Erinnerungen in die Heimat mit- nehmen möchten. Der Prinzregent dankte uni> erwiderte: Es gereicht mir zur Freude, daß es mir vergönnt ist, durch unseren baldigen Besuch am Hofe Eurer Majestät zu bekunden, wie hoch ich die Ucberlieferungen der Freundschaft und Verwandtschaft bewerte, die seit alten Zeiten unsere Hänser und Lander verbinden. Ich bin mit Eurer Majestät von dem gemein,amen Wunsche beseelt, die Wohlfahrt unserer Länder zu fördern. Mit Eurer Majestät verbindet mich der feste Wille, in Treue zum Reich zu st e h e n. Ich vertraue zu Gott, daß es uns beschieden sein wird, erfolgreich an den großen Aufgaben mit- zuarbeiten, deren Lösung die Ehre, Sicherheit und den Ruhm Deutschlands erheischen. Euere Maiestat haben mir vor einigen Wochen die Ehre erwiesen, mich zum Chef des 3. Infanterieregiments Nr. 102 zu ernennen. Sie haben miw heute durch diese Mitteilung freudig überrascht, daß dieses Regiment, das zu den ältesten, in .Krieg und Frieden bewahrten Truppenteilen der ruhmreichen sächsischen Armee gehört, von heute an meinen Namen führen soll. Für diese hohe Auszeichnung bitte ich Eure Majestät, meinen tiefgefühlten Dank entgegenzunehmen. Prinzregent Ludwig sandte von Elsterwerda ein Telegramm an den Kaiser, in dem er dem Kaiserpaar für alle Güte, den großartigen Empfang in der Reichshauptstadt und die schönen dort verlebten Stunden dankt, die ifjm und der Prinzessin Ludwig unvergeßlich bleiben würden. die Regelung des Submissionswesens, die Reform des Wahlrechts in den Einzelstaaten. Die Hauptarbeit hat der Reichstag noch nach Ostern zu leisten, nämlich die Verabschiedung der Heeresvorlagen und ihre Deckungsgesetze. Es ist bezeichnend für den augenblicklichen Stand des Parlamentarismus, daß die yejetz- geberische Arbeit des Reichstags immer mehr in den Hintergrund tritt und mehr oder weniger nur noch dem Redebedürfnis gehuldigt wird. Bei gutem Willen wäre es dem Reichstag wohl möglich gewesen, bis jetzt noch andere ihm vorliegende Gesetze endgültig zu verabschieden, dies gilt in erster Linie für die Postscheckordnung, das Staats- angehörigkeitsgesetz und den Entwurf über die Errichtung von Jugendgerichten. * Montag, 10. März 1913 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäls • Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expeditton und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: Redaktion: ^^112. Tel.-Adr.: AnzelgerGießen. Tic vertraulichen Besprechungen, die zwischen dem Reichskanzler und den Führern Fraktionen über die neue Heeresvorlage und Dcckungsvorschläge am Freitag im Reichstage gönnen hatten, sind am Samstag fortgesetzt wvrden. Man schreibt uns darüber aus Berlin: Da die Besprechungen vollständig vertraulichen Charakter hatten, so lassen sich Einzelheiten über ihren Inhalt nicht mitteilen. Es steht fest, daß in der Besprechung den Parteiführern die Grundzüge der Heercsvorlagcn bekannt gemacht worden sind und über die Art der Deckungsvorschläge einige Andeutungen gegeben wurden, in welcher Richtung sich die neuen Deckungsvorschläge bewegen. Di? Beratungen über die neuen Deckungsgesetze sind noch nicht abgeschlossen und ihre endgültige Gestaltung hängt von dem Verlaufe der Konferenz der Fin anz m in i st e r der Einzel staaten ab, die am Äidntag nachmittag stattfinden wird. Die Mitteilungen, die den Parteiführern in der Besprechung gemacht worden sind, haben befriedigt, auch bezüglich der Deckungsvorschläge ist zwischen der Regierung und den Parteien eine Uebereinsti mm u n g erzielt worden. Neben der einmaligen Vermögensabgabe soll eine einmalige Besteuerung der großen Einkommen erfolgen und wahrscheinlich in der Weise, größeren Einkommen von 15 000 Mark Zuschläge nach dem Muster der preu- ‘ Irgend^ welche Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Uritisches aus Ser hessischen Zweiten Kammer, rb. Darmstadt, 8. März. Den Verlauf der am Freitag mittag glücklich zu Ende < geführten Budgetberatung in der Zweiten Kammer wird ■ man in weiten Kreisen unserer Bevölkerung mit recht gemischten Gefühlen betrachten und beurteilen. Die diesmalige Voranschlagsberatung hatte nach einer mit erfreulicher Raschheit und Gründlichkeit durchgeführten Vorberatung im Finanzausschuß sck>on am 12. Februar ihren Anfang genommen und es erscholl lautes Lob aus jedem Munde, als dann auch das Plenum der Kammer in zwei knappen Sitzungen die allgemeine Besprechung über den Voranschlag erledigte, eine Aufgabe, die sonst stets die doppelte oder dreifache Zeit erforderte. Das sind die ersten Früchte des neuen direkten Landtagswahlrechts, so jubelte man auf der einen Seite, das ist die straffere Disziplin, die sich die Kammer selber auferlegt, um sich beim Volke wieder in ein besseres Ansehen zu bringen, sagten die andern. Aber die Freude war verfrüht, die Hoffnung auf eine wirkliche Besserung unserer hessischen parlamentarischen Verhältnisse ist in grausamer Weise zu Wasser geworden. Die Volksvertretung ist gleich nach dem Abschluß der allgemeinen Besprechung wieder in ihr ,altes Ucbel zurückgefallen und hat geredet, geredet und immer wieder nichts als geredet. Sie hat es glücklich wieder erreicht, daß sich die Budget- beratung iyi trägsten Schneckengang durch 20 volle Sitzungen hindurch fortsetzte, so daß Finanzminister Dr. Braun in seiner Freitagsrede zum Voranschlag des Finanzministeriums mit beißendem Spott sagen konnte, es gehe mit dem diesjährigen Budget so wie mit den besten Frauen: Man spricht zwar bei ihm, aber nicht von ihm, trotzdem es schon seit drei Wochen ausschließlich die Tagesordnung beherrscht. , Wenn, wie bei der Beratung des Kapitels Staatseisenbahnen, nicht weniger als 43 Redner vier lange Sitzungstage hindurch zum großen Teil immer wieder dieselben Gedanken zutage fördern und sich in ungezahlten Klagen oder Sonderwünschen ergehen, so muß man doch einmal die Furage aufwerfen: Wozu sind denn da überhaupt noch die verschiedenen Fraktionen in der Kammer vorhanden? Es würde doch vollständig genügt haben, wenn ein oder zwei Redner die Anschauung ihrer Fraktion zum Vortrag gebracht hätten. Die speziellen Wünsche und Beschwerden sollten im Schoße der Fraktionen erörtert und in den Ausschußsitzungen vorgebracht werden, damit die Gesetzgebungsmaschine selber nicht gar zu tief un Saird stecken bleibt! , . , Heute wollen wir nur das Ergebnis des letzten Budgettages in der Sch r eib g ehil f en f r ag e etwas näher betrachten. Den Gerichtsschreibern, Schreibgehilfen usf. haben alle Redner der Kammer ihre vollste Sympathie ausgesprochen und die Notwendigkeit einer Besserstellung anerkannt. Nach dem Regierungsvorschlag sollten 20 Prozent der Schreibgehilfen pensionsmäßig zur Anstellung kommen und 30 Aktuariatscrssistenten an gestellt werden, während ein sozialdemokratischer Antrag diese beiden Zahlen auf 40 und 58 zu erhöhen verlangte. Ein Kompromitzantrag des Finanzausschusses wünschte sie auf 30 zu erhöhen: das .Haus nahm aber mit 26, bezw. 25 gegen 22 Stimmen die Anträge Adelung an, so daß die Ausschußantrage abgelehnt sind Nun hat sowohl der Ausschußberichterstatter, Abg. Molthmr, wie auch der Regierungsvertreter hervorgehoben, daß die Durchführung des sozialdemokratischen Antrags nicht möglich sei, und es erscheint nach Lage der Sache - auch ausgeschlossen, daß die Erste Kammer diesem Antrag zustimmen wird. Was soll nun werden? ,Ob die Zweite Kammer, wenn die abgelchnten Anträge als .nuck- äußerungen nochmals zur Abstimmung kommen, ihr Votum aufrecht erhalten wird, erscheint einigermaßen fraglich. Die geringe Mehrheit war zusammengesetzt auL den Sozialdemokraten,- Fortschrittlern, Zentrum und den Bauern- bündlern Hauck, Leun und Senßfelder. Dagegen fehlten bei der Abstimmung die Abgeordneten Bähr, Brauer, von Brentano, Meiski, Dr. Winkler, Diehl, Dr. O.ann, Schott und Wiegand (die letzteren vier durch Krankheit entschuldigt), die wohl fast sämtlich nicht für die sozialdemokratischen Anträge votiert haben würden. Wenn also bei einer neuen Abstimmung nur einige von ihnen zugegen sind, jo durfte wohl die Mehnung der sozialdemokratischen und die Annahme der Ausschußanträge wahrscheinlich seim die auch schon zur Erreichung einer Verständigung zwischen beiden Kammern und der Regierung als die einzige Lösung übrig bleiben wird. politische Tagesschau. Ter Reichstag ist am SamStag in die Osterferien gegangen. Die gesetzgeberische Ausbeute seiner bisherigen Arbeiten ist bedeutend geringer als in früheren Jahren. In seinen etwa 60 Plenarsitzungen seit Ende November hat er nur den Entwurf über die vorübergehende Zollerleichte- rung bei der Fleischeinfuhr endgültig neben einigen Er- gänzunqsvorcinschlägen für 1912 erledigt. Die größeren Gesetzentwürfe wie ms Postscheckgesetz, die Errichtuiig von Jugendgerichten, die Beschränkung der Konkurrenzklausel, das Petroleummonopolgesetz, das Reichs- und Staats- anqehöriqkeitsgesetz befinden sich noch in der Beratung der Ausschüsse und werden aller Voraussicht nach größtenteils auch erst im nächsten Herbst verabschiedet werden können. Die meiste Zeit seiner Arbeiten nahm die Beratung des Voranschlags in Anspruch, die auch in diesem Jahre nicht rechtzeitig beendigt werden konnte. Zum erstenmal hatte der Reichstag in dem eben abgeschlossenen Sessionsabschnitt von der Einrichtung der kleinen Anfragen ausgiebigen Gebrauch gemacht, indem er 62 kleine Anfragen gestellt hat, das sind im Durchschnitt für jede Plenarsitzung eine Anfrage. Im übrigen sind eine Reihe aktueller Fragen außerhalb der Beratung des Voranschlags besprochen worden und zwar an der Hand von Anfragen oder selbständigen Anträgen. In der Hauptsache hagidelt es sich hier um den Wagenmangel im Ruhrrevier, die Enteignungs- aktion in der Ostmark, die Aufhebung des Jesuitengesetzes, aufwärts,^ ßischen Steuerzuschläge erhoben werden. w Konsumsteuern sind nicht in Aussicht genommen. Auch eine allgemeine Besitz st euer wird von den Regierungen nicht vorgeschlagen werden, wenigstens sind bisher derartige Absichten der Regierung nicht bekannt geworden. Es wäre aber immerhin möglich, daß die E r b - an f al l st e u er in einer abgesckstvächten Form dem Reichstage als Vorlage vorgeleAt wird, wenn sich Herausstellen sollte, daß die einmaligen Abgaben der großen Vermögen und Einkommen für die Bedürfnisse der Heeresvorlage nicht Derrt-chcs Reich. Der Kaiser machte am Samstag vormittag dem Reichskanzler einen Besuch. Das Andenken des alten Kaisers in Lübeck. Aus Lübeck wird uns berichtet: Die die öffenlliche Meinung so lange beschäftigende Frage des Lübecker Kaiserdenkmals hat Senator P o s se h l, Chef des bekannten Welthauses, zur glücklichen Lösung gebracht durch die hochherzige Stiftung eines von ihm mit einem Kostenauf- wande von 800 000 Mark zu erbauenden, der Erinnerung an Kaiser Wilhelm I. geweihten Volks Hauses, das für eine öffentliche Volks- und Lesehalle, Volksvorträge, Vortesungen, Kunst- und Kunstgewerbeausstellungen besttmmt sein soll. Vor dem Gebäude, für welches der Platz gegenüber den altehrwürdigen Holstcntortürmen ausersehen ist, soll nach dem gleichzeitig von Senat und Bürgerschaft gefaßten Beschlüsse ein von Professor Duailor zu schaffendes Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I. aus Staatskosten errichtet werden. Der Aeltestenrat des preußischen Abgeordnetenhauses beschloß am Sonnabend nachmittag die Osterferien am Donnerstag, 13. März, eintreten zu lassen, um den Voranschlag mit Ausnahme des Kultusvoranschlags bis zu Ostern fertiggeftellt zu haben. Zu den preußischen L a nd t a g s wah len. Professor Arndt-Frankfurt a. M. und Rektor Schwarzhaupt -Frankfurt a. M.-Bockenheim, die in den Kreisen Hers f eld-Ro ten b ur g bezw. Gelnhausen- Schlüchtern von den beiden liberalen Parteien — der Ncttionalliberalen Partei und der Fortschrittlichen Bvlks- partei — als Kandidaten bei der kommenden Landtagswahl aufgestellt, werden sich nach einem soeben erfolgten Abkommen der beiden Parteien, für den Fall ihrer Wahl, der Nationalliberalen Partei anschließen. Familien -Fideikommisse. Dem Reichstag ist folgender Antrag des Abgeordneten Dr. Ablaß und Genossen zugegangen: „Der Reichstag wolle beschließen, den Reichskanzler zu ersuchen, dem Reichstage baldigst einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch den die Errichtung und Erweiterung von Fami- lien-Fideikdmmissen an Grund rmd Boden verboten und die Auflösung bestehender Familien-Fideikommisse gefordert wird." Ueber die Erneuerung der Tarife im Baugewerbe haben am Sonntag im Reichstagsgebäude die Entscheidungsberatungen zwischen Vertretern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer unter Hinzuziehung der bekannten drei Unparteiischen begonnen. Von dem Ausgang dieser Verhand- lungen hängt es ab, ob der Friede im Baugeiverbe erhalten bleibt. Der Reichstagsabgeordnctc Bass er mann hat am Sonntag in der Wandelhalle des Reichstags ein,„par l a-i m e n t a r i s ch e s F r ü h ft ü ck" gegeben, zu dem sich 170 Gäste, unter ihnen der Reichskanzler v. Bethmann Hollweg, die Staatssekretäre Dr. Delbrück, v. Jagow, Dr. Lisco,, v. Tirpitz, Dr. Soft, Kühn und Krätke, die Staatsminister v. Dallwitz, Dr. Sydow, v. Schorlemer und Dr. Beseler, hohe Beamte aller Reichsämter und Ministerien, viele Abgeordnete des Reichstages und des Mgeordnetenhauses, der Präsident des Reichstags Dr. Kaempf, der Direkwr des Reichstags Jungheim, der Direktor des Abgeordnetenhauses Plate, Oberbürgermeister Dr. Wermuth, Mitglieder der Finanzwelt und J)er Publizistik und andere hervorragende Persönlichkeiten, eingefunden hatten. Ausland. D e r P a p ft ist, wie aus Rom gemeldet wird, erkrankt. Viele Kardinale und Prälate sowie Mitglieder des diplomatischen Korps haben Er- lundigungen über sein Befinden eingezogen. Vom Vatikan wurde die Auskunft gegeben, daß es sich um eine leichte Indisposition handelte, die keinen Grund zu Besorgnissen gebe. Professor Marchiafava erklärte eS für vollständig ausgeschlossen, daß es sich um Gicht handeln könne; es fei eine leichte, wenn Kein bulgarischer Boykott deutscher Waren. Die königlich bulgarische Gesandtschaft in Berlin dementiert auf das kategorischste die Pressemeldung betreffs der Boykottierung deutscher Waren in Bulgarien, die sogar kürzlich Anlaß zu einer Anfrage an den Reichskanzler gegeben hat. Die bulgarische Regierung habe vielmehr in diesen Tagen bei der deutschen Industrie für drei Millionen Mark Loto- motivbestellungen sowie für beträchtliche Summen andere Bestellungen gemacht. Auf die Anfrage des Abg. Bass er mann hat Staatssekretär v. Jagow folgende schriftliche Antwort erteilt: „Ein unbedeutender bulgarischer Vermittlungsagent in Sofia machte Ende Januar den Versuch, die einheimische Kaufmannschaft, besonders die kleinen Geschäftsleute für den Gedanken eines Boykotts deutscher Waren zu gewinnen. Seine Bemühungen fanden jedoch in der bulgarischen Geschäftswelt so wenig Anklang, daß er die Werbearbeit nach kurzer Zeit wieder einstellte. Daß unser Handel unter dem Zwischenfall gelitten haben soll, darf als ausgeschlossen betrachtet werden. Nach Meldungen der kaiserlichen Vertreter in Sofia, die seit mehr als Monatsfrist die Angelegenheit verfolgen und wiederholt, zuletzt in diesen Tagen, darüber berichtet haben, hat die bulgarische Regierung den Treibereien von Anfang an völlig ferngestanden. Sie hat umgekehrt gleich bei dem ersten Aufslackern der Bewegung der Handelskammer in Sofia nahe gelegt, sich dem Bewerben nötigenfalls tatkräftig ent- gegenzustellen. Die Handelskammer hat dem Veranstalter des Boykottversuchs zu verstehen gegeben, daß die bulgarische Kaufmannschaft froh sei, wenn sie auch weiterhin aus den K r ed i t und die Mitarbeit der deutschen Industrie rechnen könne." _____________________________ Die Resie des prinzrsgenten Ludwig. Berlin, 8. März. Heute mittag 12i/2 Uhr war Tafel bei Ihren Majestäten, zu welcher u. a. der Reichskanzler von Bethmann-Hollweg geladen war. Nach dem Frühstück geleitete der Kaiser den Prinzregenten und die Prinzessin Eitel Friedrich die Prinzessin Ludwig znr Bahn. Die bayerischen Herrschaften sind mit Verspätung kurz nach li/2 Uhr vom Anhalter Bahnhof »6gereift Dresden,«. März. Prinzregent Ludwig und Gemahlin trafen heute nachmittag nm 4 Uhr 5 Min. auf dem Hauptbahnhof ein und wurden vom König, dem Kronprinzen sowie dem Prinzen und frer Prinzessin Johann Georg herzlich begrüßt. Im Schloßhofe war eine Ehrenkompagnie des Jägerbataillons Nr. 13 aufgestellt. Im Residenzschlosse angekommen, wurden die Gäste von der Prinzessin Mathilde und dem Prinzen Ernst Heinrich sowie den Töchtern des Königs begrüßt. Dresdener Trinkspriiche. Heute abend 7 Uhr fand im Bankettsaale des Residenzschlosses Gala täfel statt. Der König von Sachsen brachte einen Trinkspruch aus, in dem er sagte: Die Anwesenheit meiner lieben Gäste gibt mir den hochwillkommenen Beweis, daß Euere Königliche Hoheit gesonnen sind, die feit so langen Zeiten bestehenden Bande der Freundschaft und Verwandtschaft zwischen unseren Häusern und Ländern in alter Weise weiter zu pflegen. So dürfen Euere Königliche Hoheit versickMt sein, daß auch ich in alter Treue es mir angelegen lassen sein werde, diese Bande immer fester zu knüpfen. Gestützt auf so enge Beziehungen werden wir uns, so hoffe ich, stets vertrauensvoll zusammenfinden in der Arbeit für die Wohl- stuf) ziemlich ausgedehnte Affekrion der Bronchien ohne irgend ein beunruhigendes Anzeichen, also keine schwere Erkrankung. Ein Mißerfolg Jaurös. Tns Nanch wird gemeldet: Ter Sozialisten sührer Jaurös Wollte am Samsrag abend in einem dortigen Theater eine Rede gegen die dreijährige Tienfaeit halten. Unhr den massenhaft erftbienenen Zuhörern bildeten sich zwei Parteien, die einen 5c qrützten Aaur^s mit stürmischem Beifall, die anderen zischten und sthrien: Nach Berlin, n a ch B c r l i n m i t d e m P r e u ft e « ' 3tniiee3 konnte lange Zeit nicht ;u Worte kommen und irair hff jHrfidyzforu — Ter nationalistische Tepürierte Pugliefi-Eon'i ru dem G^ehentnmrs über die Militärkredite von 500 Mil fieiex ?rraut? einen Zmatzontrag gestellt, wonach ;ur Deckung dieser Ausgaben für jeden ausländischen in Frankreich Mfjttftigtni Arbeiter, Angestellten ober Ticnrr eine jährliche Taxe von 1 25 Franks erhoben werden soll.____________ Aus Stadt und Land. Gienen, 10. März 1913. • • Meisterprüfung und Leh r lin gsanlei- fttit fl. Nalch frühere« Mitteilnngen war der 28. Februar al? Meldeschluß für die diesjährige außerterminliche A^isterprüfuug angegeben; später einlaufende Anmeldungen fotften nicht mehr berücksichtigt werden. Es hat sich jedoch ergeben, daß eine zweite außerterminliche Prüfung ftattftnbc« muß, zu der Anmeldungen nur noch bis zum 15. 2lpril entgegengenommen werden. Es sei hierbei «och- Tnals darauf aufmerksam gemacht, daß im allgemeinen nur noch solche Personen Lehrlinge anleiten dürfen, die die Meisterprüfung bestanden Haden, und daß die Frist, bis xu der die Meisterprüfung noch ohne Nachweis der bestandenen Os-eseillenprüfuna abgelegt werden kann, am 1. Oktober cMäuft. Um iroch möglichst vielen .Handwerkern die Teilnahme an der Prüfung nach den erleichterten Bestimmungen zu ermöglichen, da die Ablegung der Prüfung unter den erleichterten Bestimmungen sehr begehrt wird, ist neben der für Herbst vorgesehenen terminlichen Prüfung die Abhaltung einer zweiten außerterminlichen Meisterprüfung angeordnet. Zwecks Zulassung zu dieser ist an das Sekretariat der Handwerkskammer zu Darmstadt die Prüfungsgebühr von 35 Mk. einzuzahlen Mit der Quittung hierüber versendet die frommer zugleich das vor» geschriebene Anmeldeformular. Für die Zulassung weiblicher Gewerbetreibender sind die für die männlichen fran- didaten geltenden Bestimmungen maßgebend, doch werden während der bis 1. Ott ober erstreckten Uebergangszeit weibliche Handwerker auch dann zur Meisterprüfung zugelassen, wenn die vorgeschriebene Lehr- und Gesellenzeit oder die Ablegung der Gesellenprüfung nicht nachgewiesen werden kann. * * Fiuanzpersonalien. Der Großherzog hat bat Vorstand des Finanzamts Lauterback), Finanzamtmann Just. R e i m h e r r zu Lauterbach, zum Vorstand des Finanzamts Langen ernannt. • • Stadttheater. Nochmals sei auf die morgige Benefiz-Vorstellung für Regisseur Rudolf Goll hingcwiesen, in der MorreS bekanntes Bolksstück mit Gesang „'s Nullerl" zur Aufführung gelangt. Die Inhaber von Gutscheinen seien daran erinnert, daS nur mehr 7 Vorstellungen ausstehen, zu denen Gutscheine Gültigkeit haben. Kreis Büdingen. Zum Bah «Projekt Hanau — Büdingen schreibt das Büdinger Kreisblatt: Der Büdinger Gemeinderat hat in einer seiner lehten Sitzungen einen nicht ganz ablehnenden aber immerhin passivenStandpunkt eingenommen. Daß gerade die Ansicht der Gemeindevertretung in Büdingen von besonderer Bedeutung ist, erhellt schon daraus, daß es außer Hanau die größte Einwohnerzahl hat und wohl auch einen großen Vorteil aus der Bahn ziehen wird. Ta wird seit Jahren geklagt „wir müssen eine Bahn haben" und jetzt, wo sich die Gelegenheit bietet, da faßt man nicht mit offenen Armen zu. Wohl sind die an Büdingen fle- stellten Anforderungen sehr hoch, aber sicher werden die wohlhabenden und stark interessierten Gemeinden wie Langenbergheim, Himbach und Marienborn Büdingen ent gegenkoimnen und ihm einen Teil seiner Lasten abnehmen. Wenn z. B. Büdingen 50 000 Mk. liefern würde, so wüßten die anderen Wcmcinbeii wenigstens, woran sie wären, nnb könnten auch ihr Gebot einlegen. Aber augenblicklich tappt man im Dunkeln. Es könnte ein Ausschuß ernannt werben. Bei einem solchen Verfahren würde sicher bald ein Erfolg zu verzeichnen sein Wohl ist der Standpunkt Büdingens erklärlich, es hat in den letzten Jahren bedeutende Ausgabe« gehabt, wofür es Einrichtungen bekommen hat, um bic es manch größere Stadt beneide« kann. Tas hübsche Pflaster gereicht ihm zur Zierde, die großstädtische Kanalisierung ist nicht zu unterschätze«, das Gaslicht ist eine Annehmlichkeit Ein Hauptzweck, wovon sich damals der Stadtvorsrand leite« ließ, war der, recht viel Fremde nach Büdingen zu ziehen Aber, wenn Büdingen i« einem Bahn- netz, lind nicht nur an einer einzigen Linie, liegt, wird cv sich eines großen FremdenbesuckzS zu erfreuen haben. Auch als Kreisstadt hat es eine gewisse Pflicht, den Bewohnern der Orte seines Bezirkes eine bequeme Bahnverbindung mit dem Sitz der zuständigen Behörden und Aemter zu'verschaffe«. Tie Entscheidung liegt allein in den Händen von Büdingen. Es ist die Rede baüoti gewesen, daß der Geschäftsverkehr von Büdingen nach Hanau gezogen würde. Tiefer Ansicht möge nur entgegnet werden, daß ja heute die Orte Langenbergheim, Himbach usw. viel leichter bie "Bahn Stockheim Heldenberg Hanau als Büdingen er reichen können. Tie Linie ist von den genannten Orten ‘Ar-7i Stunden entfernt und «ach kurzer Zeit ist Hanau erreicht. Nach Büdingen muß man einen Fußmarsch von zwei Stunden und mehr zurücklegen und kann dort nur irenig einlaufen, weil man ja auch wieder zu Fuß zurück muß Unter diesen Umständen wird man natürlich seine Einkäufe in Hanau machen, da der Transport der Waren mit der Bahn viel bequemer ist. Aus all diesen (Mrünben sollte man den günstigen Augenblick nicht vorübergehen lassen und gern die erforderlichen Mittel zu der Balxn aufbringen. X Nidda, 8. Marz. Das Rektorat der Höheren Bürgerschule bittet uns um Ausnahme folgender Berichtigung; »Die kürzliche 9)httcilung (in Nr. 55 des Gieß. Anz.) von der Erweiterung der Höheren Bürgerschule um eine Vorschule ist dahin zu berichtigen, daß eS sich keineswegs um die Ncugr ün düng einer Vorschule bandelt, sondern daß von Osler« 1913 ab der Sexta eine Vor- schul kl ässe für das dritte Schuljahr, größtenteils mit Sexta kombiniert, angegliedert wird zur Vorbereitung der Schüler für den wissenschaftltchen Unterricht der späteren Masten. Kreis Friedberg. L. Friedberg, 9. Marz. Heute abend fand im Hotel Trapp das dritte Wtnterkonzert dc Mus Vereins (gemischter, akademischer Chor) statt. Im 1. Teil rouuxn die Ballade .Harald*, gemischter Chor mit Baritonsolo, und die Ballade .Der Triumph des Lebens* meisterhaft gelungen Ter zweite Teil war eine Gedächtnisfeier für Richard Wagner ChöreouS den „Meistersingern*, der , Walküre" und „Parcioal' wechselten mit Violmsolo? ab. — Gestern abend wurde v der Jlidengoste e ingebr oche n und bei geringen Leute: Verschiedenes gestohlen. # Bad-Nauheim, 9. März. Tem Q r t § g e ro e r b c- oerein, der im Juni die Feier keines 25jähriaen Bestehens beacht und aus diesem Anlaß eine (9eroerbecrfitäte*Kacbrict>ten* bk. Marburg, 7. März. Ter Archivar am Staatsarchiv Archivrat Tr. Friedrich Küch soll für einen Lehrauftrag für Archivwissens chatten an der Universität in Aussicht genommen lein. Ten Lehrauftrag hatte bisher der Archivdirektor Geh. Archiorat Tr. Köm,ecke. die Eisenindustrie, lohnenden Absatz sinden wird. 191. bestand bte Belegschaft aus 604 Mann, zurzeit gibt das Werk 750Perwnen .‘Irbeit nno Verdienst. Während im abgelaufencn Jahr 43.4 Pro», m Tagbau gefördert wurden, entfielen auf die unterirdischen Betrtebr 56,6 Pro; Tie Dohrversuche wurden im abgelaulenen Fabre fortgesetzt und haben fehr gute Ergebnisse gezeitigt, namrnt- ich im östlichen Revier. Tie Gewerken können in Ruhe der Zukunft entgegensehen. Tas Blumenfeld, 11 426 000 Cuabratmcttr .'.och nicht berührter Boden, birgt mehr und minder starke Erzlager, und wer eine Stunde vom Werk nach der Landesgrenze zu wandert, kann sich an den vorhandenen kleinen Tagbauten über zeugen, welche Mengen von Er; noch vorhanden nnb. Justizrat Grünewald weist daraus hin, datz das Werk letzt 70 Jahre bestehl. Großhcrzog Ludwig II hat am 9. März 1843 die Berggerecht-- >ame erteilt Herr Grünewald gab ein interessantes Bild bet Entwicklung des Unternehmens. Tie ausfchetdenden Mitglieder c>es Grubenvorstandes, Justizrat Grünewald und Aböls fr e m o t c n Wickerath wurden durch Zuruf aus drei Jahre wiedergewählt. ** P om Postscheckvcrkehr. Im Reichspostgebiet ist die Zahl der Kontoinhaber im Posn'checkverkehr Ende Februar 1913 auf 77 456 gestiegen, iZugang im Monat Februar 966.) Aus diesen Postscheckkonten wurden im Februar gebudn 1347 Millionen Mark Guksckwiften und 1350 Millionen Mark Lastschriften. DaS (tzesamtgutbaben der Kontoinhaber betrug int Februar durchschnittlich 159 Millionen Mark. Im Verkehr der Reichspostscheck- änuer mit dem Postspartassenamt in Wien, der Postsparkasse in Budapest, der luxemburgischen und belgisch'« Postverwaltung, sonne den schweizerischen Postscheckbureaus wurden 6,9 Millionen Mark umgesetzc und zwar aus 2820 Uebertragungcn in der Richtung nach und auf 12 200 Uedertragungen in der Richtung aus bent Auslande. X Krofdorf, 9. M trz. Bei der am Freitag für bte Tistrikte Iungsernwald und Neuer statt abgcbaltaup Brennholz-Bersteigerung wurden äußerst hohe Preise erzielt: eine stete Preissteigerung ist auch hier noch zu guterletzt eingetreten bei sämtlichen Brennholzgaltungen. Buchenscheitholz kostete diesmal 10—12 Mk pro Raummeter je nach Güte, auch Buchn-.frnüppclholz war sehr begehrt In gleichem Verhältnis wurden auch bic Reisigbaufeit weit höher bezahlt: es kosteten dieselben 1,50 bis 1,60 Mk pro Raummeter. Es war dies für den heurigen Winter die letzte und auch zugleich am stärksten besuchte Holzversteigerung im Königlichen Forst. Landwirtschaft. ’* Der Ober hessische B i e n e n z ü ch t e r v e r e i n hält Versammlungen ab am Sonntag, 9. März: in Homberg a d. Ohm, im Lnmdatal sValmhof AllendorO und Friedberg: am 16. März: in Büdingen lFürstenhof). Die Tlusschtißsitziing ist auf den Oster- dienstag festgesetzt. Sport — Ter Deutsche Fußball-Bund gibt soeben bie Ergebnisse feiner Statistik zum 1. Januar 1913 bekannt. Danach bestanden in 949 Ortschaften 1936 Vereine mit zusammen 161 613 Mitgliedern, gegen 793 Ortschaften, 1630 Vereine und 137 633 Mitglieder im Vorjahre. Frankfurter Regatta. Tie 26. Ruder-Regatta des Frankfurter Regattavereuls sindet am 22. und 23. Juni statt. Als Rennstrecke fleht in diesem Jahre, nachdem der Bau der Eisenbahnbrücke vostendet ist, wieder der Main zwischen Gerbermühle und Obermainbrücke zur Verfügung und als Regaitaplatz da§ Deutschherrn-Tiefkai. Meldeschluß ist Freitag, den 5. Juni. Vermischter. * Die Hennigsdorfer Attentä ter sind iuxf) nicht entdeckt. Tic Polizei sucht sic unter polnischen Arbeitenr und gewerbsmäßigen Verbrechern noch immer vergebens. Ta kommt eine Zeitung auf den Gedanken, ehren neuen Beweis für die vorahncnde Gabe der ,.Tühter" zu erbringen und veröffentlicht aus einem vor drei Jahren erfchienenen Roman ein Kapitel, in dem das Hennigsdorfer Verbrechen genau beschrieben wird. Um sich an dem Vernichter seines Lebensglückes zu rächen, spannt ein Mensch ein Drahtseil zwischen zwei Bäunren über die Strafte, die sein Freund in der nächsten halben Stunde im Automobil passieren muß. Das Seil schneidet ihm auch — eine svmbolische Guillotine — den Kops glatt ab nnb während das Auto mit dem kopflosen Lenker vorbeirast, rollt das abgeschnittene Haupt dem Rächer zu Fußen. Er hebt es auf, schiebt die Schutzbrille in die Höhe und blickt triumphierend in das gebrochene Auge. Geschmackvolle Menschen werden über diese Szene laut lachen und das Buch achselzuckend dazu werfen, wohin es gehört, zur Schundliteratur. Wie aber, wenn halbwüchsige, phantasieerregte Knaben dies lesen? Wie soll man es sich erklären, daß das Verbrechen am Sonntagabend geschah auf einer sehr belebten Straße, wo die Vermutung, daß die Verbrecher bei dem Beutemachen überrascht werden würde«, sehr nahe lag ? Und dabei zu so früher Stunde? Tic Zeiten, da Falstaff und seine Gesellen Wegelagerer svftlen und sickere Beute mach'« konnten, fntb doch vorbei -Auf bi * unglück licken Plunz war cs doch nicht abgesehen, sondern auf irgend ein Automobil, das zuerst des Weges kommen würde. Sieht ein so unsicheres Geschäft wirklich gewerbsmäßigen Verbrechern ähnlich? Sieht es nicht vielmehr nach dem Streich von dummen Jungen aus, die sich über die Folgen überhaupt keinen Augenblick Gedanken gemacht haben? Hier scheint wieder ein Beispiel vor- znliegen dafür, daß nicht nur das Bild, sonder« auch das Wort zur bösen Tat führen kann. Zu dem Au t omob i lat t c n t at wird uns noch gemeldet: Bei der Beerdigung des Ehepaares Plunz auf dem Elisabcthsricdbof in der Ackerstraße kam es zu peinlichen Auftritten. Es hatte sich eine so große Mcnschemncngc an- gcsamMclt, so daß bic Frauen und Kinder in Gefahr gerieten, erdrückt zu werden. Es kam beinahe zu einem Handgemenge. Kränze wurde nezrdrückt und vernichtet. Schließlich gelang es der,Polizei, bic Menge zurückzudrängen. — Aus Brandenburg a. d. Havel wird gemeldet: Hier ist bet 19jährige Knecht Siegel verhaftet worden, der ein gestanden hat, mit 2 Bekannten den Tele- phondraht über die B r i e l w c r Chaussee gespannt zu haben, um die Automobile und anbcrc Fuhrwerke auszuhalten. Ter Draht war jedoch von den Tätenr zu »hoch gespannt worben, weshalb zahlreiche 9hiü>mobilc passierten, ohne bas Hindernis zu bemerken. Nur der Kutscher Landauero war an den Draht angestoßen und hatte sich im Gesicht fdwvt’r verletzt. > Handel. ** Gewerkschaft Gießener Braunsteinberg- werkc vorm. Fernie in Gießen. Am Samstag mittag sand auf dem 'Derkbureau die ordentliche Gewerkcnver- sammlung statt Vertreten waren 702 Kuxen durch 16 Ge- werken bezw. Bevollmächtigte. Der Vorsitzende des Gruben- vorstandes, Justizrat G r ü n c ro a I b , erstattete den Bericht über das abgelaufene (Geschäftsjahr. Er stellte fest, daß 1912 das Unternehmen sich zufriedenstellend weiter entwickeln konnte und vüchertifch. — Das Gespenst aufdern Ostglacis und anbcrc Erzählungen. Novellen von August Birch. Preis broschiert 0,50 Mark, in Leinen gebunden 0,85 Mark. Verlag von Otto Hendel, Halle a. S. Unter den lebenden dänischen Novellisten nimmt August Birch einen hervorragenden Platz ein. Die ovrliegcnde kleine Novellensammlung wird dazu beirragen, seinen Namen auch bei uns in weitere« Kreisen bekannt zu machen. Der sonnige Hnmvr des Autors kommt besonders in der Erzählung „Tas Gespenst" zum Ausdruck, in der in hockst launiger Weise dargetan wird, daß die sonst so tapferen dänischen frricgtr vor scheinbar Uebersinn- lichent nicht standzuhalten vermögen. — Lassalle. Ein Leben für Freiheit und Liebe. Geschichtlicher Roman von Alfred Sck;irokauer. Mit 49 Porträts, Illustrationen usw. Verlag von Rich. Bong, Berlin W. 57. Ferdinand Lassalle, dessen Geistesarbeit sich auf dem sch»nnbar trockenen Gebiete der Sozialpolitik vollzog, ist hier zum Helden eines Romans gemacht. Freilich, in welcher bedeutenden, drama* tisch bewegten Zeit, da Bismarck einerseits die Einigung Dum ersten Male ausgerollt wurde, spielt sich dieser Roman ab. Die gediegene Ausstattung mit zeitgemäße« Bildnissen und Schriftstücken der leiht dem Roman einen besonderen Reiz — I n bic große Zeit vor 100Jahren versetzt vns bic soeben erschienene Erinnerungs-9?unimer 1813 der Illustrierten Zeitung (Verlag von I. I. Wew-r, Leipzig). Die 'Ihimmer bietet unter Mitwirkuirg namhafter Schriftsteller eine umfassende unb lebendige Darstellung jener glorreichen Cpoche in gl hizrnöer Ausstattung, mit zahlreichen s?(bbüi>ungat, darunrer mohrfarbige« Kunstblättern, nach Originalen bcbcutcnber frünftlcr um roerroollen zelt ' genöfsischen Vorlagen. Um arts dein reichen JnhaN mit einiges hervor zu hebe«, nennen wir die Aufsätze ,,1813", von (f-eh. Re- gicrnngSrat Prof. Lindner, Halle. Friedrich Ludivig Fahn und seine Turner in den Freiheitskriegen, von (ffeb. ^>anitatsrat Tr. Fe cd Goetz, Leimig. „^Nnßland im Jahre 1813", von Prof. A. Wulfftus, St. Petersburg. „Navolcon", von k. k. Hofrat tTr. Fournier, Wien. „Das Lied als FreiheitSschwert", von Tr. Waller Mvem, Stuttgart. Ter Pildcrschmuck, in dem unt$ u. a. alle betannten Persönlichkeiten jener Tage in treftlichen Reproduktionen vor 'Äugen treten, kamt hier natürlich nicht ausgezählt werden. 9hir einiges sei erwähnt: „Breslau in den Tagen.der Erheöung", nach einer Zeichnung von Richard frnöteL „Boi Iso vier", «ach einem Gemälde von Arthur frampf „Töpen aus dem Heere Napoleons 1. unb dem Heere der Verbündeten", mach einem Aquarell von Mchard friwtcl. „Tic Schlachl bei .»ros'^örfchm", nach einem (Gemälde von Earl Röchling. „Tie Gefangennahme des französische« Generals Vandamme in der Schlacht bei fridm", narii einer Originalzeichnung von Franz v. Habermailn. „^tltiirmmtg bes Grinrmaisckren Tores zu Leipzig", nach einem Gemälde von Robett v. Haug. „Sieg brr pteuf.ifcht'n Armee an ber fraybadr , «ach einer Zeichnung von I. A. frlcut. „Liebergang der Russen über den Rbern unter General von der Osten-Sacken", nach anem (Gemälde von Walter Syrutsckwck. „Tic Lützowcr an der Lerche Thtwdor Körners", nack einem Gemälde von Otto Tanner v. 9hdh ter. „Napoleon im Wmterfeldzug 1814", imch einem Gemälde von ckrnest Meißonier. Tie Nummer wird jedem ituticbrn als ein zusammensasse>ider llebrrblid, der ihm iene begriitertr unb Begeisterung aussttömenbe Zeit, an bie wir in diesem Jubilanms- jabr täglich erinnert werden, trefflich und überaus anschaulich fdnlbcrt, «nllkommen sein. Der Preis der Nummer ist mit 1, 0 Mark bei dem reichlich Gebotenen sehr niedrig arigesctzl. Meteorologische Beobachtungen der Station Siegen. März 191) Bnrömetei auf 0° reduziert C der Lust j Absoliite i i Fetichtigkeil ,1 t> o S «1 Wind- rtchllmg inbftfirfe (Brab btr 'Bewölkung In Zehntel der ' sicht!' Wetter 61,2 7,2 3 9 52 WSW 4 5 Sonnenschein 9.! 9 " 61,3 18 4,2 80 SW 2 5 Bew. Pimmel 10^ 7 u •57,9 4,6 4,7 sw 10 Regen Höchste Temperatur am 8.-9. März — 4- 8,2' 0. vttedrigsle , , 8.-9. , —4- 1^ 0. Niederschlag: 0,1 nm. 'uropäifchen Gi Hennebeng, Host. 3. M. d. deutschen Kaiserin. Zürich. ren ihre 4 stärken, so daß die den n weroen ui BeräKitobend mar wieder mifoerorbinHüb gemütlich, trirhabtn einen guten Durst entwickelt und die Loft war zum Lchneiden. Tafc ich trotzdem keinen rauben ßals bad- banhe ich den IDnbed» Tabldlea, bie ich gleich beim 5tinUtomnien und beule früh gnommen habe. Eie machen den Sols frei and benehmen auch den üblen Geschmack im Mund. Die Schachtel tzoftel in allen Apotheken und Drogerien 1 Mertz unb hält lange vor. Niederlagen in <»vcf;en Pelikan .loolbeke und Lome«'Drogerie.fm*/b ■m , ä 3 i von Ml. 1.35 an ver Meter, in allen II f* Al IT vAlnA Farben. Franko und Nchon ver- Kl MO,,f inö gelie,en. Reiche Ul QU l UvIUv Mustrrauowahl umgebend. ID*/» der Abschluß gut war. Tic Eisenerzgesellschaft war wieder die Abnehmerin der Produktion. C-fcfdrbcrt würben 203 000 Tonnen Erz. Naturgemäß war zu dieser erhöhten Förderung auch eine Vermehrung der Arbeitskräfte nötig. Die bei der vorjährigen Gewerkenvcrsammlung gehegte Hoffnung, daß die Konjunktur für bie Eisenindustrie aiibaltat werde, bat sich verwirklicht. Der Mricg sowie die Kalamität auf deu, oklömarft tonnten von der Eisenindustrie überwunden werde«. Eine wesentliche Erhöhung der Schiiissrachtcn, die voraussichtlich lange Zeit anbaltcn wird ist im letzten Jahre eingetreten. Durch die Verteuerung fast aller Materialien, frohlen, Holz usw und da die Produktion für 1912 größtenteils an die Eiscnerzgcfellschaft verkauft war, hat die cfrmertfcbait außer einem wesentlich größeren Absatz einen höheren Ofcromn als 1911 nicht erzielt Die geschäftlichen Aus sichten für 1913 find aber für die Eisenbranche günfna Die Rohcifcnprobuktton hat tm Februar den Reforv im Absatz ge idtlagen Der Friede zwischen den Balkanstaaien ist bcrgcftclh utü) das im Kriege vernichtete Material muß ergänzt iverocn. Die Beerdigung findet am Mittwoch um 4 Uhr in Lieh statt. Es war Gottes Wille, dass unser lieber Vater und Grossvater, der Lehrer i. P. Wilhelm May Statt besonderer Anzeige. Heute vormittag verschied nach kurzem Leiden unerwartet meine herzensgute Frau, die treusorgende Mutter meines Kindes, unsere treue Tochter, Schwiegertochter, Schwester und Schwägerin Frau Betty Nleiski geb. Dörmer. Für die trauernden Hinterbliebenen: Ernst Meiskij Postsekretär. am Sonntag, den 9. März, nachmittags 1 Uhr nach schwerem Leiden im 75. Lebensjahre sanft entschlafen ist. BadKreuznach, Giessen, Schotten, Forstgarten, Hamburg, den 9. März 1913. Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag 31 /< Uhr vom Bahnhof Schotten aus statt. 1/11 In tiefer Trauer : Kätchen Achard Wwe., geb. May. Oskar Achard Anna Vogt Wwe., geb. May. Willy Vogt Giessen, Lieh, den 10. März 1913. 1700 Es hat Gott dem Allmächtigen gefallen, heute morgen unsere liebe Gattin, Schwester, Schwägerin und Tante Elisabeth Gümbel geb. Lenz nach langem Leiden im Alter von 73 Jahren in ein besseres Jenseits abzurufen. , . Die trauernden Hinterbliebenen. Hörnsheim, den 9. März 1913. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 12. d. Mts. nachmittags 2 Uhr statt. t1701 Aus unserer SPEZIAL-ABTEILUNG Fenster-Behänge und Gardinen Gegen Gicht, Rheumatismus, Blasen-, Garnitur Mk. B‘% vorm. Otto Rathschlag 9 Gemeinde Leihgestern versteigert werden: Fichten-Stämme — 19,55 Festmeter Zusammenkunft Distrikt Schnabel (Kreisstraße 7*/2 Uhr. D*/: (1689 D‘% empfehlen wir in umfassender Auswahl zu billigsten Preisen in Kochel- Garnitur Derbstangen — 106,97 Fichten-Nutzreisig Buchen-Scheit Eichen- „ Buchen-Knüppel Eichen- „ Seltersweg 81 x/10 Rm." Leinen-Garnituren und Bauernleinen, 2 Flügel, I Behang Fernsprecher 2264 a’% Messing- und Zug-Einrichtungen in verschiedenen Längen und Stärken :: mit allem Zubehör stets vorrätig :: Ho! zv ersteigern;r g. Donnerstag, den 13. d. Mts., vormittags Uhr anfangend, sollen aus der Waldung der Krofdorf, den 8. März 1913. Der Bürgermeister. Gießen) am Bergwerk. Leihgestern, am 8. März 1913. Großh. Bürgermeisterei. Verkauf öoh Nutz- und Bmiiholz aus dem Universitäts-Walde bei Caldern. (Station der Babu Marburg-Ereuzthal.» Mittwoch, bett 12. März 1913, von morgens 10'/. Uhr an, sollen in ter Schäfer scheu Wirtschaft in Caldern und -war aus den Forstorten 1, 2, 3, 5a, 5b, (i, 7b, 8b, 9a, 9b, 10,11b, 12 Väufctüppcl, Weinberg, Biickielbachersette, Fran zosen brücke, Grnbe, Steinmetzeichc, Hungert, AmStetefeld, Steterain, Jeisclberg und Mittelberg öffentlich meistbietend verkauft merben. (Sieben: 22 Stämme 2.-4. Äl. von 2,6—6 Mir. Länge, 21—52 Ztm. Dchm. mit 8,89 Jstm. — vorzügliches Schreiner- hvlz -, 13 Stämme 5. SIL von 3—8 Mtr. Länge, 20—29 Ztm. Dchin. mit 3,63 Jstm., 7 ?Knt. Scheit 1 Rm. Stammlnüppel, 15 Rui. AstknüpveL 40 Rm. Reis 3. Ml. Burlten: 7 Stämine 3. u. 4. Ml. von 3—8 Rttr. Länge, 30—45 Ztm. Dchin. mit 3,62 Fstm., 15 Stämme 5. Ml. von 4—8 Mir. Länge, 23—29 Ztm. Dchm. mit 4,64 Jstm., 29 Rm. Scheit, 34 Nm. Stammknüppel, 5 Rm. Astknnppel, 290 Rm. Reis 3. Kl. Fichten: 145 Stämme 2.-4. ML von 6—19 Mtr. Länge, 13—33 Ztm. Dchm. mit 45,57 Jstm., 13 Stangen 1. Klasse, 2 Rm. Scheit, 16Rm. Stantrnknüppel, HO Rm. Reis 3. Kl. Meiern: 1 Rm. Scheit. Das vorbezeichnete Holz lagert nur 3 Kilometer von der Babn und ist gut abzusabren. Der Herr Förster Steller in Caldern erteilt auf Ansuchen nähere Auskunft über die Hölzer. Zahlungsfrist bei Stellung von Bürgschaft bis 1. November 1913. getreten. Lich, deu 5. März 1913. Großherzogliches Amtsgericht. Marburg, den 8. März 1913. Königliche Universitätskasse. 119 1562 115 19,2 21 22 35 8 6 350 1140 7120 27 65 <-Hauptnic5 echte Kasseler XfF~ Kimonsbrol. "WJ versehen mit Streifband und schmarz« weik-roter Schutzmarke. Ihv*5^ Stets echt und frisch w hoben in Gieken bei Carl Lchwaab, (" derb. Metzger Slachf., Georg 2^allettsele«. Marktpl nur21,gegenüb d.Gngelavot. 38 66 12 f.s - 72 - 58 135 — 120 Pfg. 150 - 140 Psg. iso 1^0 Pfg. 135— 120 Psg. 120-110 Pfg. Prima Kognak - Verschnitt. 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Der Geschäftsbericht für 1912 kann kostenlos von uns selbst oder durch unsere Pfandbriefverkaufsstellen bezogen werden. Die am 1. April 1913 fälligen Kupon* unserer Pfandbriefe werden bereit* vom 15. März er. ab an unserer Kasse in Berlin und an den bekannten Zahlstellen eingelöst. Berlin, den 8. März 1913. Fn । ■ n l n ■■ n1 n u. Färberei Hugo Luckner (Inh. Gebr. Rover), Leipzig Fsrboroi Gohr. Rövßr, GioßonFmwaM chemische Waschanstalten Chem. Reinigen u. Färben v. Damen-, Herren- u. Kindergarderobe, Vorhängen, Decken, Teppichen. Portieren, Fellen, Spitzen. Federn. Reihern. Kindermützen. Handschuhen etc. « „tfür ^nurter I £.ilienm ilen-c>eij ehfrrlidizm trow i,n$d •SSfy'lfnmer Erbsen, feine do. grüne, Petit voiS sind Erbien mit Marotten Marotten in Würfel Lchnittfvargcl, Uiilcrenden, langc.Abfchnilte Die nicht ausaeiührlen 1 Pfd -Dosen obiger Lorten sind gleichfalls entsprechend ermätzigt. Schade & Fiillphe ?±?X?.e2061 r-'-Ph°n 1S6 tuotoigjtroBC -o j Walltorstratze 24 Marktstr. 32 Ludwig Döll Marktstr. 32 ' aitf Brise-Bises, Vitragen Gelegenheitskäufe Kaufhaus Giessen Ku ^cvvA'/v^- , 1 gar. rein, liefert frei OauS v ffß sH si tP iH IH pssH r auch an L?iederoerkaufer VlVHHw HVlUl Kineenbacher noble • ' • ' b. Gieken. trernfpr. 770. I*'” in unübertroffener Ausführung, vornehmer matter Glanz, tadelloser Sitz, keine rauhen lDl7/i Ränder, liefert die ainerik. Neuplätterei der Grosswäscherei Edelweiss Krofdorfer Str. 12 GIESSEN Fernsprecher 487 Annahme-Stellen in Alsfeld, Butzbach, Heuchelheim, Lollar, Wetzlar und Wieseck Regelmäss. Fuhrwerksverkehr nach Wetzlar u. Butzbach. Tägl. Post- u. Bahnversand ===== Besichtigung während der Betriebszeit ist gestattet für Konserven Von Dienstag, den 11. bis Samstag, den 15. März. 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