CT Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten. Die 8rieden§au§sichten. Die „Norddeutsche Allg. Ztg."" schreibe in ihrer Wöchen- rmrdschcm: Die diplomatische Arbeit Kur Beendigung des Balkan krieges hat auch in der letzten Woche nicht geruht. Bei d-er Balkanregierung ist d-ie Frage wegen der Annahme der Vermittlung der Großmächte für den Friedensschluß amtlich gestellt worden. Die Antwort darauf steht noch aus. Nach den vorläufigen Andeutungen darf erwartet werden, daß die Erwiderung der Balkanstaatcn den Mächten die Fortsetzung ihrer vermittelnden Bemühungen nicht erschweren wird. Die gütliche Beilegung des bulgarisch-rumänischen Streites ist somit gefördert, daß eine in Petersburg zusammentre- tendeVersa m mlungderdortigen Botschafter der Großmächte unter dem Vorsitz des rusfischen Ministers des Aeußern Sasanow z,ur Vermittlung in dieser Frage berufen w ir d. In der albanischen Frage geht die Behebung der österreichisch-russischen Schwierigkeiten langsam vorwärts. Ein Rückschlag ist nicht eingetreten. Konstantinopel, 9. MärH. Am Freitag abend und .Samstag wurde keinerlei amtlicher Kriegs- 1813—1913. Wir stehen im Zeichen der Erinnerung an die große Zeit, in der sich vor hundert Jahren die deutsche Nation wie ein M-crnn erhob, um das unerträgliche Joch! des korsischen Eroberers abzuschütteln. Mit Preußen feiern alle Deutschen, und es ist doch etwas anderes um diese Erinnerung als etwa das Romanow-Jubiläum in Rußland, das eine mehr akbenmäßige Feststellung ist. Die offizielle Feier des dankwürdigen Tages der Erhebung des deutschen Volkes ist nicht, wie es zuerst geplant war, auf den 17. März, den Tag des Aufrufes „An mein Volk", sondern auf den 10. März gelegt worden, den Tag der Stiftung des Eisernen Kreuzes, die am Geburtstag des Königin Luise erfolgt war. Aber nicht auf den Tag kommt es an; wir sollen nicht nur an ihm der großen Vergangenheit gedenken, nicht nur an diesem einen Tage Vergangeuheit und Gegenwart vergleichen und die beherzigenswerten Lehren daraus ziehen. Und das gleiche gilt für den Streit über den mehr oder mirü^er großen Anteil, der den Einzelnen an jener gewaltigen Erhebung der Nation zukam, .g-ilt für das Vernähen, den markigen Satz, „das Volk steht auf, der Sturm bricht los", durch die Fassung zu ersetzen, „der König rief, und alle, alle kamen", gilt aber endlich auch für den Versuch, den König Friedrich Wilhelm III., dessen Zögern und Zaudern dem mangelnden Glauben an die Kraft des Volkes entsprang, jeglichen Verdienstes an der großen Tat der Befreiung zu entkleiden. Berichtet doch, wie in der heutigen Nummer unserer „Familienblätter" ausführlicher erzählt wird,, General von Boyen, den gewiß niemand höfischer Geschichtsklitterung bezichtigen wird, in seinen „Denlwürdig- l'eiteir" über die S ti ftung des Eisernen Kreuzes, daß Friedrich Wilhelm III. diesen glücklichen Gedanken selbst erfunden hat. Und mag auch der vom 17. März 1813 datierte Aufruf „An mein Volk'" von deut Staatsrat Theodor von Dippel nach den Anweisungen Gneise naus verfaßt worden sein, mag man auch darüber streiten, wie weit die Gedanken des Köntgs darin wiedergegeben sind, so war das wesentlichste doch, daß der Herrscher den Aufruf ergehen ließ, der das Volk unter die Fahnen rief mit den flammenden Worten, die wir noch heute nicht ohne tiefe Bewegung lesen: „Welche iOpfer auch von einzelnen gefordert werden mögen, sic wiegen die heiligen Güter nicht, für die wir.hingeben, für die wir streiten und siegen müssen, wenn wir nicht aufhören wollen, Preußen und Deutsche zu sein. Es ist der letzte entscheidende Kampf, den wir bestehen für unsere Existenz, unsere Unabhängigkeit, unseren Wohlstand: keinen anderen Ausweg gibt es, als einen ehrenvollen Frieden oder einen ruhmvollen Untergang. Auch diesem würdet Ihr getrost entgegengehen um der Ehre willen, weil ehrlos der Preuße und der Deutsche nicht zu leben vermag. Mein wir dürfen mit Zuversicht vertrauen: Gott und unser fester Wille werden unserer gerechten Sache den Sieg verleihen, mit ihm einen sicheren, glorreichen Frieden und die Wiederkehr einer glücklichen Zeit." Wir wissen freilich wohl, daß 'dec gerechten Sache der Sieg verliehen, nicht ober dem deutschen Volke der glorreiche Frieden beschießen wurde, und daß es auf die verheißene glückliche Zeit noch gar lange warten mußte. Wie England' und Rußland die Rückgewinnung des Elsaß und eines Teiles von Lothringen verhinderten uni* die deutschen Grenzen ungesichert blieben, so scheiterte die deutsche Einheitssehnsucht an den partilularistischen Interessen der zahlreichen „deutschen Vaterländer"", und so machte endlich die bericht ausgegeben. Nach Privatmeldungen ist gestern ein bulgarisches Luftfahrzeug über Gallipoli geflogen. Es verlautet, der Generalissimus Izzet Pascha inu> Generalstäbschef .Hadi Pascha sollen abberufcn werden. Der Nachfolger Izzet Paschas ist noch nicht ernannt. Zwischen der Regierung und der Dette Publigue ist em Üebereinkommen getroffen worden, über die Verlängerung, der Konzession der Tabakregie um 10 Jahre. Die einzige noch bestehende Differenz betrifft die Summe, die die Regie zahlen soll. Die Regie bietet eine Million Pfund, während die Regierung V/2 Millionen verlangt. Der Generaldirektor der Täbakregie, Weyl, ist nach Paris abgereist, um die Angelegenheit der Verlängerung der Konzession zu Ende zu führen. Was die Nachricht betrifft, daß der „fliegende Holländer"", der Kreuzer Hamidieh, vor der Athos- bucht drei griechische Trausportschiffe mit Truppen und Geschützen, die gegen Skutari verwandt werden sollten, zum Sinken gebracht haben, so steht nach der „Köln. Zt^" fest, daß der Kreuzer Hamidieh von neuem Zuflucht mt Suezkanal gesucht hat. Konstantinopel, 9. März. Die Pforte hat noch keine offizielle Benachrichtigung wegen der Antwort der Verbündeten auf den Vermittlungsvorschlag der Mächte erhalten. Die Meldungen, daß der Minister rat beschlossen habe, den Krieg bis zum äußersten fort- zusetzen, werden von offiziöser Seite dementiert, jedoch wird hierzu bemerkt, daß der Abschluß des Friedens schwierig sein würde, wenn die Bedingungen der Verbündeten derart seien, wie sie die Zeitungen verbreiteten. Vor allen Dingen will die Pforte sich niemals zur Zahlung einer Kriegsentschädigung verstehen. Nach Gerüchten aus jungtürkischen Kreisen scheint es, daß seit zwei Tagen die Stimmung wieder unversöhnlicher geworden ist, selbst hinsichtlich territorialer Abtretungen. Die „Vojsische Zeitung" meldet aus Konstantinopel: Am Sonntag fand in der Sultanje-Moschee eine Trauer- feier für den ermordeten Oberbefehlshaber Nasim Pascha statt. Ein Hodscha hielt eine Ansprache, worin er sagte: Dersenig e, der den Sultan getäuscht und uns in diese Lage gebracht hat, sei ewig verflucht! Die Anwesenden drückten ihre Zustimmung zu dieser Verwünschung aus. Es ist klar, daß die Verwünschung auf Enver Bey gemünzt war. Eine Schlacht bei Silivri? Me „Deutsche Tageszeitung" erfährt aus London: „Central News"" -meldet aus Konstantinopel: die Bulgaren seien am Freitag nördlich von Silivri geschlagen worden. Sie hätten 123 Tote und 350 Verwundete verloren. — Angeblich wurde im türkischen Handelsministerium erklärt, die türkische Regierung habe sich entschlossen, den Krieg fortzusetzen, da jetzt genügend Mittel gefunden seien, wenigstens noch vier Monate unter Waffen auszuhalten. Ein Glückwunschtelegramm des deutschen Kaisers? Das „Berliner Tageblatt"" meldet aus Rom: Laut einer Athener-Depesche der Ägenzia Stefani hat der deutsche Kaiser an die Kronprinzessin vor: Griechenland ein sehr warmes Glückwunschtelegramm zur Einnahme Janinas geschickt. Wir bezweifeln das, denn ein solches Telegramm könnte der deutschen Politik nur Nachteile, keinerlei Nutzer:, bringen. Stiftung der heiligen Allianz den allzu kurzen Freiheitstraum zunichte. So war das Ergebnis der blutigen, opferreichen Kämpfe nicht die Einheit der deutschen Nation, sondern nur ihre Befreiung vom Joch der Fremdherrschaft.. Mer doch eben diese, und die siegreiche Erhebung des kleinen Preußens mit seinen damals 5 Millionen Einwohnern hat doch die Grundlage für das gebildet, was wir erst durch einen neuen ruhmreichen Krieg gegen den gleichen Feind erringen sollten: das einige deutsche Reich! Wurde auch die Befreiung Deutschlands vor einem Jahrhundert bei Leipzig entschieden, so ist doch seine Einheit erst bei Sedan errungen, in Versailles gekrönt worden. Auch heute ist es dem deutschen Volke nicht beschieden, beschaulich auf seinen Lorbeeren zu ruhen. Noch heute müssen wir an dem inneren Ausbau wie an dem äußeren Schutz des vor mehr als vier Jahrzehnten begründeten Nationalstaates weiter schaffen wie bisher: In der einen Hand die Werkzeuge friedlicher Arbeit, in der anderen Hand das Schwert. Und noch heute gilt sowohl in Bezug auf die Opfer an Gut wie die an Blut das Wort, welches Deutschlands größter Staatsmann Fürst Bismarck vor gerade einem Vierteljahrhünd-ert mit Bezug auf die glorreiche Zeit von 1813 gesprochen hat: Wer den Frieden bricht, der wird sich überzeugen, daß die kampsesfreudige Vaterlandsliebe, die 1813 die ganze Bevölkerung des damals schwachen, kleinen und ausgesogencn Preußen unter die Fahnen rief, heutzutage Gemeingut der ganzen deutschen Natron ist, und daß, wer die deutsche Nation irgendwie angreift, sie einheitlich gewasfnet finden wird, und jeden Wehrmann mit den: Glauben im Herzen: Gott wird mit uns sein! Die Feier in der Reichshauptstadt. Berlin, 10. März. Die Ausschmückung der Hauptstraßen für die Jahrhundertfeier zog bereits die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich. Am Brandenburger Tor ist der Fries mit Fichtengrün umkränzt, die Säulen sind mit Fichtengewinden umrankt. Die Straße vom Brandenburger Tor zum Schloß ist im Mittelgang mit einer Reihe von Ehrenpforten ausgeschmückt. Auch die Friedenssäule am Belle-Allianeeplatz hat eine Blumenumrankung erhalten. Das Mausoleum im Schloßpark zü Chärlottenburg bildete gesterri das Wallfahrtsziel unzähliger Menschen. Ur. 58 Erster Blatt 165. Jahrgang Montag, 10. März 1915 Ter Gießener Anzeiger A. EM V*z«q?pret erscheint täglich, außer V M " monatttch7oPß,viertel- 1| AC All Ar II1I2AIH Ar s» Kr V WM General-Anzeiger sur Oberhessen SS& ^r"Ä^T^,esnummer Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Vuch- und Zteindruckerei n. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulstrahe 7. Land": E.Heß^ür den vis vormittags 9 Uhr. Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil: H. Beck. Auiist, Wissenschaft und Leben. — Der Retter des „Königsleutnant". Am 9. März 1813 wurde Jakob Lu hderger, «ein tüchtiger Bühnenkünstler, dem Laube und Karl Gutzkow in ihren Erinnerungen Denkmäler setzten, in Frankfurt a. M. geboren. Karl Gutzkow dankte es diesem Bühnenkünstler, daß sein „Königsleutnant"" nicht spurlos als Gelegenheitsstück von der Bühne verschwand. Bekanntlich war das Stück zum 100jährigen Geburtstag Goethes von Gutzkow geschrieben worden zu der Feier im Dresdener Hoftheater, wo Eduard Tevrient die Titelrolle gab. Mer weder dort, noch anderswo fand das Werk über die Feierlichkeit hinaus Ausnahme an deii Bühnen. Ta nahm sich Lußberger, der damals am „Theater an der Wien"" engagiert war, des Stückes an, das ihn als einen Frankfurter besonders interessierte. Er zog die fünf Akte in vier zusam'men, spielte den Thoraue, der als Greis geschildert war, als einen Mann in den besten Fahren, und das Stück fand jold/en Beifall, daß nicht nur darausliin Laube 1850 Lußberger für das Burgtheater engagierte, sondern auch zahlreiche Bühnenkünstler den Thorane dem Lußberger ut gleicher Weise nachspielten, unb die Rolle ein beliebtes Paradestllckchen der Gastspieler wurde und noch heute dann und wann auf den Brettern erscheint Laube hielt sehr viel von Lußberger, obwohl diesem in Wien nach Laubes M teilung die Franlsurter Herkunft ein schweres Hindernis des Aufkommens war, weil er den Frankfurter „singenden Näselton"" nicht los wurde. „Was für Mühe gab sich Luß- berger auf mein Zureden, dies Heimchen los zu werden! Umsonst. Sein , Daheim"" untergrub alle Mühe. Seine alte Mutter lebte bei ihm: er (iebtt sie zärtlich wird verkehrte zu Hause nur mit ihr. Natürlich in heimatlicher Redeweise. Und so konservierte er sich bei aller Gegenbestrebung dies Merkmal des Dialektes. Die Mutter starb, und Lußberger wurde freier und freier,, endlich meinten wir gesiegt zu haben. Da, als wir den Sieg schon in Händen hielten, da — starb Lußberger selbst. Ein Herzschlag raute ihn in voller Mamieslraft hinweg." Der Tod erfolgte^auf einer Vergnügungsreise nach Puchberg am Schneeberg am 16. Juli 1857. — Ein neues Dramatikerpaar. Aus Königsberg in Preußen wird uns vom 6. März geschrieben: Im Neuen Schauspielhause erlebte die vieraktige Komödie „Adam im Frack"" von Josef Paul v. S ch ö n t h a n und Rolf Brandl ihre Uraufführung. Die Komödie, die fast vier Stunden bis kurz vor Mitternacht dauerte, spielt in der Münchener Boheme. Die preisgekrönte Malerin Dora Stessens folgt einem koketten Weiberhelden, der ihr Modell zu dem preisgekrönten „9lbam im Frack"! war, aut sein Schloß, kehrt aber bald, nach einem kurzen Karnevals-1 träum, angewidert von dem aus einer Frauenumarmung in die andere taumelnden „Adam"", einem Grafen, nach München zurück und wird die Gattin eines ehrsamen kunstsinnigen Brauereibesitzers. Von den vier Akten fand der erste, der in der „Bude"" der Dora Steffens spielt und lustiges Bohemeleben! auf die Bühne bringt, den größten Beifall, so daß die Autoren sich )d)on nach ihm vor der Rampe zeigen konnten. Der dritte Akt, der aut einem altenglischen Schlosse spielt, erwies, daß die Autoren viel Sinn und Geschick für moderne Bühnenarchitektur haben. Der Dialog ist nur mit allzu zahlreichen Bonmonts und Apercus-über die Kunst und über die Frau überladen, so daß die Handlung manchmal beinahe durch diese UeberfüIIe erdrückt wird. Das Publikum spendete den Alltoren ausmuuternden Beifall, in den sich nur nach dem sehr in die Länge gezogenen dritten Akt einiger Widerspruch mischte. In den Hauptrollen leistete Herr Falke und Frau Rosner Ausgezeichnetes, Direktor Geißel hatte das Stück glänzend inszeniert. Für den ersten 9llt hatte Vogumil Zeppler einen hübschen Walzer und ein Lied zur Laute gespendet. — (Sin neues Museum in Berlin. Eigentlich hat es schon viele Jahre bestanden, dieses neueste der Berliner Museen. An das ehemalige Atelier des preußischen Hofbildhauers Christian Rauch, das mit Entwurssskizzen und Gipsabgüssen das gesamte Werk dieses nachschinkelschen Plastikers enthielt, hat man ein Schild: Rauch-Museum angebracht und die Verwaltung dem jeweiligen Nachfolger an der Akademischen Hochschule überlassen. Tas heißt, fein Mensch kümmerte sich um die Gipsfiguren, bis jetzt ein Museumsfachmann und einer der vorzüglichsten Kenner des alten Berlins: Haus Mackowsky, die Leitung übertragen bekam und ans verstaubtem Ateliergerümpel wieder das Lebenswert Rauchs zutage brachte. Was man jetzt da sieht, ist keineswegs ein loses Nebeneinander von Denkmalsentwürfen und Bildnis- büften, die Rauch mit einem immer steigenden Sinn für das Charakteristische bet Persönlichkeit schuf. Da er bei einer erstaunlichen Arbeitskraft alles modellierte, was in dem Berlin der ersten Hälfte des üergangenen Jahrhunderts Rang und Ansehen besaß, konnten überraschende Spiegelbilder der Zeit zusammen gcfteilt werden. Da besteht die Welt der Königin Luise; Friedrich Wilhelm III und IV. mit ihrem Hofstaat, die Minister Iroie Stein, Hardenberg und Humboldt, dem als Geistesverwandter Goethe gegenübergestellt ist: Gelehrte wie Schleiermacher und sein Kreis; .Künstler wie Schadow, Tieck unb deren Familien gruppieren sich zu höchst lebendigen Bildern. Man sieht, wie in vierzehn Jahren und nach vielerlei Versuchen das unter den Linden stehende Denkmal Friedrich bes Großen entsteht unb kommt in ein neues Verhältnis zu Rauch, dessen Ruhm durch Schüler wie Begas eine nicht ganz gerechtfertigte Einbuße erlitten hatte. — Drahtlos exi)2 ach richten vomSüdpolargebiet. Der Meteorologe der australischen Regierung, Hunt in Melbourne, hat von dem Südpolarforscher N a w s o n aus dessen: Winterquartier eine drahtlose Depesche erhalten, die mitteilt, daß im Adelie-Land wohl das rauheste Klima der Welt sei. Es herrsche eine mittlere Windgesckpvindigkeit von 50 Meilen in der Stunde. Der Wind weht vorwiegend aus Südosten, nirmittel- bar vom Pol und führt gewaltige Schneemengen mit. Der Mast für drahtlose Telegraphie, der im vorigen Jahre umgestürzt war, ist wieder aufgerichtet und befestigt worden, so daß Nawson hofft, die Verbindung aufrecht erhalten zu können. — Die Erforschung Kamerunsdurch Flugzeuge befürwortet Leo Frobenius auf Grund von Erfahrungen auf feiner letzten Expeditton: „Peterm. Mitt." zufolge handelt es sich dabei in erster Linie um das in Einzelheiten wenig erforschte Hinterland. Als Stützpunkt empfiehlt er Garua in Teutsch- Adamaua, das bequemen Zugang auf dem Wasserwege hat, in dessen Gebiet gute meteorolögische Verhältnisse herrschen und dessen Bevölkerung zu Dienstleisttmgen zu verwerten ist. Frankreich ist in dieser Beziehung schon vorangegangen, da es Flugzeughäfen in Tttn'bulln eingerichtet hat, wo alleidings die Verhältnisse weit günstiger sind. Tie Möglichkeit, in Garua eine Station mit Werkstätten zu errichten und zu imterhalten, ist imttirlich vorhandene — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. Frau R e g i e r n n g s r a t Magnus in Berlin, die vor ihrer Verheiratung unter dem Namen Nina Weiße eine gefeierte Heroine am Stadt-Theater zu Frankfurt n. M. war, ist gestorben. — Die 50jährige Tvktorfeier begeht ant 11. März der Landesgeologe, Universitätsprofessor Geh. Bergrat Dr. Gottlieb Berendt in Berlin-Friedenau. Er ist geboren am 4. Januar 1836 zu Berlin, im Jahre 1901 trat er in feiner Eigenschaft als Landesgeologe in den Ruhestand. — Tern Aeltesteu der R o st o ck e r theologischen Fakultät, Professor für systematische Theologie, Mnsistorialrat Dr. tbeol. et phil. Ludwig Th. Schulze ist anläßlich seines 80. Geburtstages der Charakter als Geheimer Konsistorialrat verliehen worden. - H----- Aus Hessen» Reorf.Uisafefuckes veranlaßt. Eine ganze Anzahl Interessemen, darunter auck die Pronin zialdirektion von Ober Hessen, baten Einspruch erboten, lichtere teionten) wegen des Wasserwerkes .^Inheiden", dos durck die starke Wafferentnahme benadxeiligt würde, so daß die Provinz unter Umstanden für den Täraden auskommen müßte. Der Xreisaussckuß in Gießen hat das Gesuch der (tewerlitt»ft abgelehnt, hiergegen bat die Gewerk schon Einspruch erhoben. Tie Efewerkschaft behauptet, daß das Bachgesetz uicln in '-betracht kommen könne, da lebiglut die Berg belwrden hie rüber zu nttfd eiten hätten Eine Konzession sei nicht nötig Der Proviuzialmisschuß cnncbieb, daß di - Einrede ter Unzuständigkeit als undt^gründet abgeiviesen ivirb, so daß demnächst über die Sache die Entiäntdung zu treffen ist *• Der Landesverband der hessischen Militär anwärter ui Darmstadt tagte unter iVai Bor ich des Herrn Rößler Tannfloht Rack dem vou dem Borschenteu erstatteten Jahresbericht beträgt die Mitglieder zahl, bei einem Zuwachs ovn 143, jetzt 947 Kasseuterichr und Voramcküag wurden qftirbmigt Angenoinmeu wurde folgender Antraa: Vorbehalt ter besser c r m i ttfer en ®ea nt t enfkell en iur die Militäramvärler; Ein reihung der Divisionskister in die Reil» ter mittleren Beanven Aenderunaen der Bestimmungen über die Ausbildung der Schaf' tret, Zugiichrer usw. Einreibung ter Lademeister in Die fltap der jnitttrren Beamten: Bildung eines Ausschüsse-- ins fte'u beamten, der sich mit den Boston soitalverteiltnisscn befassen soll den 'Poil und Telegrapbeuaffifdentcn 'Uv ?tn 1 htt ireumär: rn soll ein Teil der Bctteauüelleu vorbcbalter n> Den den ?J?tüt aumärtcni soll bei ünett Kommando zu mfor- r.ct . ' gungai keine SchvuerigkcUcn bertüri roetixn : dte a.. anroätferftano hervvrgegangenen Untnbeamten chllen bei geng- neter Befähigung in die mittlere Beatmenlanwohn anfruaen können. ♦* Dc r Lahnkanalverein hielt geitrm seine Hauptversammlung in Wetzlar ab. Syndikus Dr. Mclscke - Wetzlar bnichtete über den gegenwärtigen Stand der Markierungsfrage, während Direktor Bausa von Limburg über das Lahmcki^ sprach. Tie nächste Hauptversatnmlung soll in Nrederlahnstein statt finden. ♦* Ter Ga uturntag des Gaues & ff ^Eltr gestern den Fabrikänten Dilh. Metzger von Marburg < *um Gmivrrtreln und Kirchhain als Ort des Gauturntestes 1.114. ♦* Der Buuevsche Gesangverein hielt gestern nachmittag aus Anlaß seines 49. Stiftungsfestes in der neuen Universitätsaula ein sehr gut betuchtes Konzert ab. Den Hauptanteil des reichhaltigem Programms hatte der stattliche Ehor des Vereins. Wohl 100 Mann start betrat er das Podium und sang mit gleicher Sicherheit schwierige Kunstchvre und anmutige Volkslieder. Die Einsätze erfolgten tadellos sicher und gleichmäßig und namentlich der Tenor sang mit frisckzer klangschöner Stärke. Mupk- lehrer Gör lach kann mit dem Erfolg, den er mit seinen Sängern erzielte, vollauf zufrieden fern. Als Solisten hatte der Verein den Konzertfänger Lllbert M ii n dt^au-5 Frankfurt gewonnen. Er sang mit feiner hübschen Tenorstimme einige Lieder warm und herzlich und zeigte in der Arie aus dem „Troubadour" seine glänzenden Stimmittel, die namentlich in der Höhenlage wunderbar schön und kräftig klangen. Herr Julius Hahn von hier führte die Begleitung der Gesänge verständnisvoll durch und bot selbst einige Stücke auf dem Klavier, die er mit gewohnter Meister- schast in Auffassung und Technik durchführte. ** Die Feldschützen der Provinz Ober Hessen baten nunmehr auch einen Verband gegründet. Gestern tagte eine gut befuckte Versammlung im Lenzschen Felsenkeller. Hauptsächlich wurden die mißlick>en GehallSverhältnisse ter Gemeinteslunckützcn besprochen. Es gibt Flurschützen mit 100 Mark Iabresgehalt. In einer Eingabe soll die Regierung um Abhilfe gebeten werten, die Gehälcer fallen nach Größe der Gemarkung unb ter Gemeinde behördlich festgelegt werten und zum mindesten soll der ortsübliche Tagelohn gesordert werden. Die Einreibung sämtlicher Flur- schützen ins Beamtcnfürsorgegesetz wird aiigestrebt. ** Eine Roheit. Am Samstag mittag schlug ein Bier reisender in der Mcsttkestraße einen 7jährigen Jungen, der den Prioatgang zwischen den Häusern Mvltkestraßc 26 und 28 passierte, so mit einem icbrocren Spazierstock auf die Backe, öaii das Fleisch in Lappen herunter hing und nur noch die innere Schleimhaut ganz war. Die Wunde wurde von einem Arzt mehrfach zugenäht. Rur einem glücklichen Zufall ist es .zu verdanken, wenn der Hieb nicht 2 Fingerbreit höher iaß, das Kind wäre sonst bei dein wuchtigen Sckstage sofort tot gelvesen. Der rohe Mensch ließ das schwerverletzte Kind liegen, er wurde trotz seiner schnellen Flucht in fein Haus von mehreren Zeugen erkannt und der Staatsanwaltschaft ängstigt. Landkreis Gießen. 3. Lollar, 9. März. Ein d reif a ches seltenes Familienfest feiern die Eheleute 2. Frank IIL, Eifenbahnassistent hier, am Dienstag, nämlich ihre silberne Hochzeit, den fünfzigsten Geburtstag des Ehemanns und die Taufe des ersten Enkelkindes. — Lich, 9. März. Durch verschiedene Zeitungen ging kürzlich die Notiz, daß die Aufhebung und Verlegung deS l)ieftgcn VorscminarS schon in nächster Zeit bevorständc, da für das neue Schuljahr für die unterste (6.) Klasse noch kaum Anmeldungen eingelaufen seien. Diese Nachricht ent» pricht nicht den Tatsachen Für die Aufnahmeprüfung liegen, rotzdem sie erstmalig schon vor Ostern im Laufe dieser Woche iattfinbet, eine schöne Zahl Anmeldungen vor, so daß der Fortbestand der Anstalt nicht gefährdet erscheint. Auch haben die letzten Kammerverhandlungen erwiesen, daß man an eine Verlegung deS Vorseminars noch nicht denkt. Starkenburg und Rheinhessen. m. Offenbach, 9. März. Unter zahlreicher Beteiligung fand heute mittag die Beisetzung des Reallehrers a. D. Luowig Stahl statt, der sich namentlich auf dem Gebiete des Turn wesens Verdienste erworben hat. Das Sanitatskorps, dessen Ehrenvorsitzender der Verstorbene luar, eröffnete den Leichenzug. Nach dem letzten Scheidegruß der Offenbacher Turnersänger „Stumm schläft der Sänger" hielt Pfarrer Palmer eine eindrucksvolle Grabrede. Geh. Sckulrat Jäger legte im Auftrage der Oberrealsckule am Friedrichsring einen Kranz nieder. Der Vertreter des Mittelrteinkrerses Krcisturnrat B o t z e-Frankfurt überbrachte deu Scheidegruß der Turner des 9. Turnkreises Weitere Kranzspenden widmeten dem Verstorbenen unter entsprechender Ansprache, ein Sextaner, dessen Ordinarius der Verstorbene war, ein Mitglied des Vereins „Ecres", ein Mitglied des Feldbergansschusses, Gustav Danckruch namens der Offenbacher Turnerschaft, ein Vertreter ter Turngcnreinde Ufingen, der Heimatstadt des Verstorbenen, Fritz Cloos namens des Vereins ehemaliger Oberrcalschüler, Zugführer Vogel- Darmstadt im Auftrag der Hauptkolonnc vom DHotcn Kreu^-Darmstadt, Kolonnen führet Wolf von ter Sanitätskolonne; ferner ließen Kränze niedcrlegeu Turngemeindc Hanau, Turngemeinde Offenbach, der evang. K-irchengcsangvcrnn, ter Turnverein Bieber, die städtische Oberrcalschule am Rathaus und der Turnverein Offenbach. Kreis Wetzlar. Wetzlar, 8. März. Ucber eine höchst seltsame Erbtet schiebung wirb aus bent benachbarten Wctdorf berichtet. Dort l»t fick ein mit Fichten bcivacksener, gegen 21Morgen großer Walbdistriktin zickzackförmigen, unregelmäßigen Grenzen aus feiner Lage berart verschoben, baß mau der Ansicht zuneigt, bic Erbbemegung sei durch vulkaiüsche Eimvirkung erfolgt. Der Erbboben (»t sick plötzlich von dem umliegenden Ge läute gelöst, so daß sick stellenweise 2vollen vou 1 —2 Meter Tiefe und Breite gebildet baten, wobei sich noch verschiedene un natürlidx Erholungen und Senkungen ter ganzen Bodenfläche gezeigt baten. Datz bic Erdbewegung infolge gewerblicher Unter Höhlung entstanden sei, ersckcint ausgeschlossen, ebenso daß ein Erdrutsch stattgesunden haben könnte. Aus Ergebnisse der iach- ncännischen Untersuchung dieser Erbbttoegung ist man hier gespannt. Hkssen-Rassau. (1 Marburg, 8. Mär; Der orbent I idi c Voranschlag der Stadl ter mit 1534 700 MT absckstießt, wurde in zwei Sitzungen der Stadtverordneten burthteratm und genehmigt Die vor zwei Jahren auf 182 Proz. ter Realsteuern und 160 Proz ber Ein kommen steuer herabgesetzten Zuschläge bleiben diesmal testeten, trotzdem die Ausgaben um rund 90000 Mark gestiegen sind. Unter bat Ausgaben steten bic für Bil- c ungsanstaltcn nrii 488 592 MI. an der Spitze Die Vermögensverwaltung erfordert 390 126 Mk., die Bauverwaltung 90 288 Mark, die Steuer Verwaltung 162 550 Mk. Diesen Ausgaben steten an Einnahmen gegenüber aus Bilbungsanstaltcn 203 452 Mark, aus der Vermögeusverwallung 197 890 Mk., aus der Bauverwaltung 87 107 Mk., aus Gemcindevustalten 169 418 Mk und aus Steuer-rträgcn 726 800 Mk. Von bem Nebenvoranschlag eien erwähnt ter der Ejasanstalt. ter nul .378 ROO M7 ab schließt. Das städtische Dafferwe-.k sckließr ab mit 133 260 Mk das Elektrizitätswerk nut 206100 Mk , bu Straßenbahn mit 185 000 Mk , bic städtische Oberrealschnle mit 137 800 'IRt tes . Lyzeum mir 75 400 Mk und bic Volkslckulen mit 205 000 Mk Ter Voranschlag ter außerordentlichen Einnahmen and Lusqatet . 1 t 5637M Mk. 3Gt allgemeinen tetgri bette Vrnau' r 1 ein Bild gesunder Entwuklnug ünvriüten ttanr.nroefir. fc. Frankenberg, 9. März. Die älteste Frau unserer Stadt, Witwe Wetter, ist, 91 Jahre alt, verstorben. fc. Hattersheim, 9. März. Dem Landwirt Wilhelm Schlockcr von hier wurde gestern von einem Auto ein wertvoller deutscher Schäferhund (Wert 200 Mk.) über- fahren und getötet. X Hanau, 9. März. Ein aus Hailer bei Gelnhausen 'lammender getvisser Konrad Römer hat der KretSzeitung einen Brief übermittelt in dein er miiteilt, daß er mit siebzehn anderen Deutschen in Marseille für die Fremdenlegion an- geworben, aber zur Nachtzeit toieder entkommen und mit Interstützung eines deutschen Landsmannc« nach Metz gereist sei. Unter den für die Fremdenlegion angeworbenen Deutschen habe sich ein desertierter Unteroffizier befunden, der einem französischen Offizier eine Zeichnung über die Festung Ebren- breitenftein übergeben habe und dafür mit Geld belohnt worden sei. w Frankfurt, 9. März. Der Kronprinz und die Kronprinzessin wohnten heute früh dem Preisreiten im Hippodrom bei. Nach dessen Beendigung folgten sie einer Einladung des Prinzen und der Prinzessin Friedrich Karl von Hessen, wo sie zu Abend speisten. Um 10 Uhr 23 Minuten erfolgte die Abreife nach Berlin, wo die Herrschaften morgen früh um 7 Uhr 35 Min. auf dem Anhalter Bahnhof emtreffen werden. Trotzdem die Zeit der Abfahrt nur wenigen bekannt war, hatte sich eine zahlreiche Zuschauer- mengc am Hauptbahnhofe eingefunden, die dem Kronprinzen- vaar herzliche AbfchiedSgrüße darbrachtc. Am Zuge hocken sich zur Verabschiedung Prinz und Prinzessin Friedrich Karl von Hessen und General v. Bissing eingefunden. w. Wiesbaden, 8. März. Der erste besoldete Beigeordnete und zweite Bürgermeister Karl Glaessinq-Wiesbaden ist als erster Bürgermeister der Stadt Wiesbaden für die Dauer von 12 Jahren bestätigt und ihni der Titel Oberbürgermeister verliehen worden. — ----------- . " vereinrnachrichten. ** Die Hauptversammlung des Lesehallen» Vereins findet am Mittwock abend im Hotel Schütz statt. ** Der Vogelsberger Höhenklub, Zweigvcr- ein Gießen, hielt am Samstag abend sein 5. Stifungs» f c st in Steins Garten ab, das bei sehr gutem Besuch in bester Weise verlief. Das sehr reickhalttzze Programm bestand aus Musikvorträgen, gemeinsamen (tesängsn und humoristiscken Bor- trägen Das Singspiel „Guten Morgen, Herr Fisches wurde reckt flott gespielt Der Vorsitzende, Redakteur Heß, hielt die Festansprache und nahm auch später die Dekorierung der fleißigsten Wanderer vor, die er sämtlich mit Wandersprüchen bedachte. Es erhielten die Auszeichnung: Zum erstenmal: Klara Becker mit 12 Wanderungen, W. Sckwalb mit 12, Liesel Hainbach mit 11, E. Fciser mit I I, Fr. Heger mit 11, F. Laukhard mit 11, H. Will mit 11 und 4 Mar kierungswanderungen, Anna Bender mit 10, E. Birnbaum mit 10, F. Eorvinus mit 10, O. Guckahr mit 7 und 10 Markierungswandernngen, O. Jung mit 10, Th. Mergelt mit 10, Theo Nauheimer mit 10 Wanderungen. Zmn zweitenmal: I. Wcisbauvt mit 11 Wanderungen, Emmy Kohlcrmann mit 10, Aug. Kohn mit 10, Ferd. Schütz mit 4 mtb 9 Markierungswanderungen, Earl Wenzel mit 6 Wanderungen und 10 Markierungswanderungen. Zum drittenmal: Anna Mühlenbein mit 12 Wanderungen, Aug Hauck mit 11, Adam Reinig mit 10, Rud. Hahn mit 10, Emma Wagner mit 10, Earl Gaul mit 8 Wanderungen und 2 Markierungswunderungen Zum viertenmal: Louis Ma bl mit 12 Wanverungen, E. Andrea mit 11, Gg. Matthaei mit 5 Wanderungen und 6 Markierungswanderungen. Zum fünftenmal: Ehr (Seorg mit 12 Wanderungen und 5 Markierungswanderungen, E. Faber mit 10 Wanderungen und 6 Markicrungswandcrungcn. X Großen-Lindcn, 9 März. Letzten Samstag battt« sich unsere Vereine zu einem gemeinsamen Unterbot- tungs abend in der Turnhalle zusammengefunden Lehrer O ß w a l d - Bad-Nauheim hielt einen Vortrag über die hessischen Truppen in Rußland 1812 und die damaligen Erlebnisse des von hier stammenden Leutnants Pepplcr. Bürgermeister, Leun verglich jene Zeiten mit beute und forderte auf zu Beiträgen zum Bismarck Natwnaldcnkmal: eine Sammlung ergab einen ansehnlichen Betrag. Schülerinnen der Obcrklassc trugen geschichtliche Gedichte vor, Hch. Bichmann humoristische Dialekt- gedickte, Jul. Menges ein Seemannsgedickt Hufen- beiden Ge sangvereine erfreuten durck schöne (Ebene, der Turnverein durch zwei Riegen. Pb. ft’rcntt bot ein kleines Festspiel, Georg Klingelhöfcr einen Frühlingsreigen, Lehrer Blaß erntete Beifall am Klavier. Bürgermeister Leun sprach dem Veranstalter des Unterhaltungsabends, Hauptlehrcr Bach, ebenso allen Müwirkcndcn, den Dank der Versammlung aus. -? Dad-Nauhcim, 9. März. Der Jubiläa msver-- cinigung ehemaliger 116er für Bad Nauheim nnb Umgegend gehören jetzt auch die Orte Ober- und Nieder- Mörlen, Wisselsheim imd Rödgen an. Zusammen zählt der Bezirk 170 Mitglieder, die alle an der Gießener TVetcr teil» nehmen wollen. Ta Schwab cher zum Bezirk ,,Wet» tciou" ;ählte, noch der Bad Nauheimer Bereinigung bei treten wird, dürfte sich die Zahl ter Mitglieder auf 20Ö erhöhen. Vorsitzender ist Polizcikommissar Sckildwäckter, der dem engeren Vorstand der Gesamtvereinigung angel-ort. — Bad-Nauheim, 10. März. Der Gründung einer Ortsgruppe ber Deu ts che n Kolon ralgescll sch ast gedenkt man hier näher zu treten. Am Mittwoch abend wird aus diesem Grünte Hauptmann Leszncr vom Jni Regt. Nr. 168 einen Lichtbildervorttag über koloniale Grund- und Tagesfragen halten^ Reichsgerichtsbrief. js. Leipzig, März 1913. „Die lustige Witwe" vor dem Reichsgcricht. Mit der Frage, ob die bekannte Operette „D i e lustige Witwe" ein Plagiat ist und deshalb ihre Aufführung verboten werten kann, hatte sich am 8. März das Reichsgericht zu beschäffigen. Es handelte sich um folgenden Sackverhalt: Der frairzosischc Dickster Henry M c i l h a c bat im Jahre 1861 ein Lustspiel „L'Attache d'Ambassade" geschrieben, daS 1871 in deutscher Uebcrictzung von Förster rm Rcclamschen Verlag erschien Das Lustspiel wurde am 21. April 1882 am Hamburger Stadttheater zum erstenmal in Deutschland aufgeführt, verschwand dann aber bald von ter Bildfläche Meilhac starb im Jahre 1907. Sein Erbe, der Schriftsteller Louis Ofranberaj in Paris, behauptet nun, der von Victor Leon und Leo Stein geschriebene Tert ter Leharschen Operette „Die lustige W i t w e" stelle sich als eine unbefugte Benutzung ter deutschen Uctersctzung des Mcithacschen Lustspiels dar. Tic Firma Felir Block Erben in Berlin hat von den Dicktcrn und dem Komponisten der „Lustigen Witwe" das ausschließliche A u f f ü b r u n g s r c ck l erworben. Ganderar strengte nun ;unäckst vor den Pariser Gerichten erneu Rechtsstreit gegen die Firma Block an Dieser Prozeß endete mit einem Verglcick über Ausführungen in Frankreick, ber Schweiz, Belgien und Monaco Später erhob dann Ganterax vor dem Landgerickst I w Berlin eine Klage gegen die Firma Mock nrit oem Anträge: der Beklagten zu untersagen, einer deutschen Bühne die Erlaubnis zur A u f f ü h ru n g d er Operelte „Die luftige Witwe" zu erteilen, ferner dem Kläger iur die bisherige unberechtigte Aumrhruag Schadensersatz i zahlen nnb über die bisher erzielten Gennnne Rcchtmng zu legen. Das Lavdgeri neuzeitliche \blksßetränk 1F r Toni Sylva Oster-Artikel Schokoladen-Haus Jost 1089 Das Beste für die Hautpflege ist: b1/ Z Kavlansaafse 10. und Drogerien Eine Hausapotheke^75pig 2J tut Nachahmungen weisem.zurück. ehemaliges Mitglied des Gieß. Stadttheaters Rasche Mrt.0,75 1,25 und 3,50 vormals Fritz Borgt» 22 Seltersweg 22 gegenüber der Plockstraße Dr. Sattler von der Reise zurück. 10 Stück feine Oster= Postkarten 5 Muster [1683 20 ff). je.jßhn Papierhandlung Brauer-Schule IVorms^Rh. (Gegr! 1872 von D'Schneider) Beginn des Sommer-Semesters am 9. April 1913 Progrfd. 8.Ehrich Brauer-Akademie. Vereinigte Chemische Werke Aktiengesellschaft, Charlottcnbnrg, Salzufer 16. Abteilung Lanolin-Fabrik Martinikenfeldc. I«f-hrnui der kratze. ES führt in fernen Entscheidung^ gründen aus: Nach bemi Gutachten der Sachverständrgenkom-- vBsion sind der Stoff und der hauptsächlichste Teil der Handlung, sonne einige Figuren ohne wesentliche Aenderungcn dem Meil- hacschcn Lustspiel entnommen, sogar einige Dialogstellen sind wörtlich übernommen. Aber die Verfasser der Operette haben cs verstanden, die Sache zu vereinfachen. Ihre Ausarbeitung, Zu sammcndrängung und Zuspitzung der ganzen Handlung überwiegt bei weitem den Gcdankengang des Meilhacschen Werks. Danach ist das Textbuch der Operette der Ausfluß einer eigenen schöpferischen Tätigkeit und deshalb liegt immerhin noch eine selbständige dichterische Leistung vor. Der Kläger Ganderax versuchte es vergeblich mit dem Rechtsmittel der Revision. Das Reichsgericht hat das Urteil des Kammergerichts bestätigt und die Revision zu rückgewiesen. in bekannter Güte und größter Auswahl 25 Pfg. pro Stück. 3 Stuck 66 Pfg die Myrrhe als das geschätzteste Schönheitsuuttel. Das edle Myrrbolin, hergestellt aus dem Harz der, Myrrhe, .ist ber spezifisch wirksame Bestandteil der Myrrholmseise. Sw nt ohne. Konkurrenz und eine Edelseise von unvergleichlicher Müde und Reinheit, ein idealer Schönheitsspender.[bI0/t' Carmol nimmt man 10 Tropfen bei Magen-und Darmverstimmung Husten, Ohnmach^-Ferrer ausserBch bei Rhäuma^icht, Kreuz-Brost-Uib; Hals-und Kopfschmerzen i Lesehallen- ^el.Schütz statt. u°_. Ztoeigver- n 5. Stifungj« m desnch in bester connn bestand ans humoristischen Loren irischer" wurde :ur Heß, hielt die wierimg der fleißig- ?mvrüchen bedachte, mal: stlara Becker fcl Hainbach mit 11, Laukharb mit 11, ngen, Änna Bender mit 10, 9. Gutjobr £. Jung mit 10, : 10 Bänderungen, landmmgcn, Emm Ferd. Lchüh mit l azel mit 6 Wand- Zum drittenmik ’ug. fraud mit 11, na Magner mit 10, uitgimanbemngeii. ngen, C. Andreas d 6 MrbrcMtzs- g xml 1- Dande- jbet ml 10 Danda- Handel. •• Berliner Hypothekenbank A.-G. Wie aus dem Inseratenteil ersichtlich ist, gelangt die für 1912 festgesetzte Dividende von 6^ Proz. vom 11. März ab zur Auszahlung. Die am 1. April fälligen Kupons der Pfandbriefe werden vom 15. März ab einqelöst auf der Liebigshöhe statt. Wir laden hierzu alle Kinderfreunde höflichst ein und bitten um zahlreiches Erscheinen. Sie Kinder des SminMWM. Schwerhörige erhalten das „Otophone“ 15 Tage zur Probe Persönlicher Besuch erbeten. Broschüre Nr. 18 kostenlos. Deutsche Otophone Co. Frankfurt am Main Bockenheimer Anlage »<> pt. (Kein Laden.) seit 1871 Mitglied des Reichstags, der ihn.1878 zum 2. Bvr sitzenden wählte. 1879 unterlag er bei der W)l gegen Zentrum und Bolkspartci. "Er hatte den Wahlkreis Gerabnmu vertreten und sich der Reichspartei an geschlossen. Von 189 4 190 < war er kaiserlicher Statthalter ®ak0 thringen. Seine Verdienste nntrbcn vorn Kaiser durch Verleihung des Schwarzen Adlerordens belohnt. .Fürst Hohenlohe war auch Vorsitzender des deutschen Kolonialvereins, den er 1882 ge gründet hatte, und Mitglied des Kolonialrats. Fürst Hohenlohe war seit 1862 mit der Prinzessin Leopoldina von Baden,vermahlt , seine Gemahlin starb 1903. Er war ein Oheim der Kaisern, da seine Schwester mit dem Herzog Friedrich von Schleswrg-Hol- stein-Sonderburg-Augustenburg vermählt war. Eine Lobeshymne des griechischen Kronprinzen. Athen, 10. Mürz. Kronprinz Konstantin hat folgenden Tagesbefehl ausgegeben: . ' Offiziere, UMeroffiziere und Soldaten! Die Ernnahme Jam-: nas hat eure ruhmvollen Waffentaten um einen neuen glänzenden Sieg vermehrt. Nachdem ihr durch ganz Mazedonien marschiert seid und zwei feindliche Armeen vernichtet ltabt, erobert ihr gleichsam zur Besiegelung eurer Waffew taten eine Festung, die als uneinnehmbar gatt. Die groben Opfer hie ihr auf euch genommen habt, die Entbehrungen und Strapazen, die ihr bei eurer Standhafttgkeit erlitten, wetterfern mit eurem Mut und haben den Trophäen von Mazedonien neue hinzugesügt. Hundert Feuerschlünde und eine neue Armee mit ihren Führern, Fahnen und Munition befinden sich in euren Händen. Eure Feldzeichen sind mit neuem Ruhm gekrönt unddieganzeNationbewundert die neue Wafsentat. Ich bin stolz darauf, eine solche Axmee zu befehligen und spreche euch meine Glückwünsche aus. Seit28Jahren litt ich an bläs- chenartigcin (Hesichts- Ausschlag und nach Anwendung unzähliger Mittel hat mir nunmehr Cbcrmeiiet’d Mcdi- Linal-Hcrba-Scife geholfen. So febreibt ,t-rau B. Hackmann in Wiesbaden. Herba- Seife a Stck. 50 Pfg., 30u/o verstärktes Präparat Mk.l. Zur ^)tachbehandla. Herba- Creme ä Tube 75Pfg., Glao dose Alk. 1.50. Zu haben tu allen Apotheken, Droge- rie», Parsiimericu. !hv^/, Ltt-tdchiffabrt. Ein neues Zeppelin-Luftschiff. Stuttgart, 8. März. Das neue Zeppelin - Luftschiff ,L. Z. 16“, das als „Z. IV“ für die 2. Kompagnie des 2. Luft- schiffer-Bataillons in Königsberg bestimmt ist, wurde tu den leisten Tagen durch Offiziere des Luftschiffer-Bataillons der technischen Prüfung unterzogen. Heute früh ist mit der Äasfüllung begonnen worden. Anfangs nächster Woche beginnen die Abnahme- Fahrten. Bürger gesellschaft. Sam-tag, Den 15. März, 9 Nhr abends, im Vereinslokal iFranksurter Hof): Generalversammlung. Tagesordnung: 1 Jahresbericht. 2. Rechnungsablage. 3. Borslandswahl. v'i-Vg 4. Verschiedenes. Der Vorstand. rpk Taufende „tl Raucher ? empfehl, mein. garanf. unge- Idroefdl., deshalb sehr bekömmt u. gesunden Tabak. 1 Tabakspfeife um- lonllzuSPId.melner berühmten Tabake franko gegen Oadm. Bille anzugeben, ob nebenllehende Ge- fundhcllspfelfe oder eine rekhgcldinihte ßolzpfelje oder eine fange Pf. enoünfdjt. m.Pf. Seminarkindeigarten. Das Osterfest findet MWch,deuU.Miirz, mchm.3Uhr, Letzte U * «fe 2^2 s.’Sg nben, j Äunb» ?ce,5reiten *»’ Wfc fe 8ckdl!ch • Um 10 übt “• *>di- S,rr. Unialtit »bfabrt lt!*3uÄato. "'Stonprin;,,, .•’m 3«g, batten " ^-ich Jfe 'den. besoldete laessinq-Dietz, Wiesbaden tiir 11 der Titel Ober. Die Stimmung in Sofia. :/: Kö l n, 10. März.. (P-rivatteleg-rcrmnr.) Wie der Kor respondent der „Köln. Ztg." aus So f i a mitteilt, denkt man in den dortigen Regierunaskreisen sehr pessimistisch über die Vermittlung der Olrotzmächte, Wmal es zweifelhaft erscheint, ob die Pforte bereit ser, die vor-« läufigen Friedensbedingungen anAuerrennen. Man glaubt daher, die Feindseligkerten von neuem wieder aufnehinen M müssest. Bei Adrianvpet tvbiew heftige. 'Kämpfe; ein Fort im östlichen Gelände ist bereits genommen worden. * Baltimore, 8. März. Rach den letztm Meldungen sind bei der D h n amit-ExPlosion im hiesigen Hafen 40 bis 5 0 Personen getötet unb 60 verletzt worden, unter ü>nen 15 schwer. Der angerichtete Schaden wird auf 500000 Dollar geschätzt. Man glaubt, daß sich nod> viele Leichen im iWasser be- finden. p . gigf, 191^ "*'&*6* L/A'Ä tat “alt «t'nußung A ■Äftt - rtin 5? Ä >-sL' . h Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlet Verantwortung.) Die Gicstener Fleischpreise. __ Wenn man die Auslassungen von beteiligter Seite über die Ladenpreise für Fleisch und Wurstwaren in Gießen liest, bann sollte man meinen, es sei alles in schönster Ordnung und die Fleischverbraucher müßten eigentlich den Metzgern einen Fackelzug bringen wegen der vorzüglichen Qualität unb ben billigen Preisen. Auffällig ist und bleibt, baß die Metzger da, wo ihnen die Städte und selbst, wie in Marburg die Landmetzger Konkurrenz machten, mit ben Preisen für Fleisch unb Wurst heruntergingen. Was man verlangen kann, ist, daß die Fleischsorten, die der neine und der mittlere Bürger braucht, zu erträglichen Prersen abgegeben werden. Die Metzger sind sich emig, hohe Prerfe solange zu nehmen wie es gehe. Wenn in Gießen wegen der Fleischpreise die Bäume nicht in ben Himmel wachsen, so haben nickst bic Metzger baren schuld. Daß man bet freier Konkurrenz auch in Gießen billigere Fleischpreise haben könnte, hat bte Vergebung ber Fleischpreise für bic Chirurgische unb bte Augenklinik gezeigt. Ilm diese Lieferungen stritten bte berden seitherigen Lieferanten, unb das Ergebnis mar, daß der hestifche Staat einen Fleischpreisabschlag für seinen Bedarf von rimd 12 000 Mark erhielt. Was aber den Klinikeit recht ist, follte den anberen Fleischkonsumenten gegenüber billig sein. Wetteraussichten in Hessen für Dienstag, den 11. März 1913: Wechielnd beiuöltt, meist trocken, kälter, Nordwestwiitde. Licht - Spiel - Haus »ä „Die takte Stunde“. [a10/.. vermischtes. Trauergottes dien st für die Verunglückten von S 178. Wilhelmshaven, 9. März. Heute vormittag sand rm Exerzierhaus der zweiten Torpedodivision ein Trauergottes- b i e n ft für die mit dem Torpedoboot S 178 untergegangenert Seeleute statt. Außer der zwecken Torpedodivtsion nahmen Abord- mmgen aller Marineteile, der Stattonschof Graf v. Bandlsitn, ber Chef des ersten Geschwabers, Vizeadmiral Laus, acht Gerettete unb einige Angehörige ber untergegangenen Seeleute an bet Trauerfeier teil. Nach dem Choral hielten der evangelische unb der katholische Marinepfarrer Ansprachen. * * Betrügereien. Auf Veranlassung des Untersuchungs- ricksters beim Landgericht Hagen-Westfalen wurde der Bankier ^ermann Hirschfeld verhaftet. Es soll sich um Betrügereien in Höhe von 30 000—40 000 Mk. handeln. Fn derselben Sache sind in drei Nachbarstädten drei weitere Berlwfttuigen vor- aenomrnen worden. — In Paris wurde der Bankier La roque verhaftet, der angesckmldigt ist, einen ckaliemichen auf 40 000 ^Franks geschätzten Gobeline für 50 000 Mk. verkauft unb ben Ettas behalten zu haben. — Gegen den ungattschen Grafen Anbor Festeti es wurde von den englychen Behörden ein Haftbefehl erlassen. Er soll gemeinschaftlich mit einem Rechtsanwalt den iArund- eigentums-Agenten Dr. Hans T h o r s e um etwa 500000 Mk. be- schwindelt haben. Kleine Tagerchronlk. Der 40. Deutsche Gastwirtetag findet vom 9. bis 13 Suni in Bremen statt. Die Tagung wirb vom Verbände Deutscher Gastwitte einberufen. Gegenwättia umfaßt ber Verband 745 Gastwittsvereine mit rund 66 000 Mitgliebern. Theater - Verein. 3. Operavor Stellung: Freitag, den 14. März Gesamtgastspiel des Grossh. Hoitheaters Wenn ich König wäre! Ramantisch-Komische Oper von Adolphe Adam. Im 2. Akt: Indische Tänze, ausgeführt von dem gesamten Ballettkorps. (v7/s Anfang 7 Uhr. Ende nach 10 Uhr. Eintrittskarten im Preise von 2—6 Mk. in der Mnsikalien- handhing vo.i E. CHALLIER, Neuenweg (Teleph. 670). D'V, __________________________ Württemberger Hof ^»Xübepall erbäStljoh Apotheken E. Köller, Bruehsai Fäbrik.Weltruf.(Baden)f Pfd.. b „ 2faftorranftf. Äanaftet 3 .. 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