Zweites Blatt Nr. U 165. Jahrgang Dienstag, tf. Januar 191(3 Erscheint täglich mit Ausnahnie des Sonntags. I Meteorologische veobüchtungen der Station Sichen. Jan. Wetter Q — 191! K t» 12. II Qph 8 10 10 werden kann, ist mit uns Der General und plaudert Z« ■O Höchste Temperatur am Niedrigste „ * Niederschlag 0,0 mm. E a> Seit Champagna uurauinahme. lisvorsteher wilden Seilen. cittt Komödie. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universiläls - Buch- und Steiudruckerei. R. Lange, Gießern mir heran, unverwundet. Wir wechseln einen ernsten flüchtigen Blick: ich galoppiere zunächst weiter und hole ein Bataillon heran. Es ist eines der guten Truppen. Der Kommandant versteht mich. Die Leute sollen mir dm Pascha, wenn er gefallen ist, heranshauen. Sie pflanzen ihre Bajonette auf und säubern int Laufschritt das Vorgelände und. werfen die bulgarische Kompagnie rnieder zurück, die sich inr Schutz des Nebels in bas weit , vor unserer Stellung liegende Fort gewagt hatte, das wir absichtlich nur ganz schwach besetzt hatten. Bon unserm tapferen General sehe ich nichts. Wenn nur die Mannschaften jetzt nicht sein Fehlen bemerken! Langsam reite ich bann zu Kemal Bep, sein Pferd führt ein Soldat. Der Nebel wird so stark, daß man nicht weit sehen kann. L?ecr ttitti Flotte. Hebungen mit Fliegern. Im Ncgierungsbezirk M a g d e b u r g werden vom 20. Januar ab Hebungen veranstaltet werden, an denen 20 Flugapparate, 33 Offiziere, 10 Unteroffiziere und 114 Mann Teilnahmen wer den. Am 18. Jmtuar wird eine Hebung gemeinschaftlich mit der gesamten Magdeburger Garnison ersolgen. Xiebigshöhej Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« straße 7. Expedition und Vertag: öl. 9tebaflion:e^ll2. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen. ICircbe und Schule. Der Kinematograph i n der Kirch e. Der Vatikan verbot kincmatographische Vorführungen in Kirchen. Die „Lietzener ZamUienblätter" werden dem »Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Xreisblatt für den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zeitfragen" erscheinen monatlict) zweimal. »ü Mit den Türken in der Front. Sein Kriegstagebuch front Balkankriege über die Kämpfe lei Kirk Kilisse, Lüle Burgas und Tschataldscha veröffentlicht soeben der Kaiserlich ottomanische Major und Kavallerie-Instruktor v. Hiochwa echter in einem mit 23 Abbildungen und 4 Kauten ausgestatteten Bande „Mit den Türken in der Front" (Berlin, E. S. Mittler & Sohn, Preis 3.50 Mk.i. Er ist der einzig? ausländische Offizier, der an ollen Schlachten der türkischen Ostarmee persönlich teilge- nontmen hat und ans eigner Anschauung wirklich? Krieg?-- crlebnisse berichten tonn. Ein ganz besonderer Glückszufall brachte ihn zu Beginn des Balkankrieges in den Stab Mahmud Mukhtar Paschas, des kommandierenden Generals des 3. Armeekorps, eines der befähigtsten Führer im türkischen Heere. In dieser bevorzugten Stellung war ec Augenzeuge der kriegerischen Ereignisse bei diesem Korps fast während der ganzen Dauer des Feldzuges bis zum Waffenstillstand. Wir entnehmet! dem interessanten Buche das interessante Tagebuch-Kapitel, in dem der Verfasser über die Verwundung Mukhtar Paschas bei den 'Kämpfen in der Tschataldscha-Linie berichtet: Montag, den 18. 11. Wir reiten im Morgennebel ganz nach front: Der General Kemal, Kezim, Salahadin, Nazim Bev und ich nrit einer Ordonnanz. Die anderen bleiben zurück int Fort. Major Lehmann war mit seinen Herren abends vorher nach Bojalik geritten, da wir feinen Platz in den Zelten hatten, und noch nicht zurückgekehrt. Wir reiten im scharfen Tempo über Onschak—Eivatli bis in die vorderste Stellung. Ter General will selbst sehen, wie der Angriff anznsetzen ist. Er kann sich ja auf andere nicht verlassen Man sieht nicht viel, aber um uns her pfeifen die Khigeln. Wir begegnen einzelnen Leuten, die zurückgehen. In der Eile fragt niemand, warum sie aus der Front zurückkommen. Der General unb wir treiben sie vor. Dann geht es im Galopp weiter. Und um uns schwirren die Kugeln: wir sehen nicht, woher geschossen wird, hören nur den kurzen pfeifeitden Ton unb reiten auf bie schützenden Wälle des Aorts zu. In einer Minute müssen wir in Deckung sein. Da sehe ich plötzlich Soldaten überall um uns her aufstehen und hinter Wir treffen weitere Truppen. Kemal Beh, als Chef des Stabes, hält noch eine Ansprache und überträgt den Oberbefehl an Kemal Pascha, bann bringe ich ihn und Kezim Bev zum Verbandplatz. Tie Verwundungen sind nicht schwer. Sie können weiter nach Hademkoj gebracht werden. Ich reite wieder zurück, um nach dem Pascha zu forschen. Nach einer halben Stunde des Suchens finde tch thn aus r dem Wege oonv vordersten Fort nach dem Verbandplatz. Ich kamt nicht ein Wort herausbekommen, kann ihn nur ansehen: jetzt erst fühle ich, wie lieb ich diesen großen Mann gewonnen habe Ich glaube, er hat meinen Blick verstanden. Wir drücken uns stumm die .Hände. Man bringt ihn auf einer Protze cm- qcfahren Er hat zwei oder drei SckMe. Ein junger Haupt- inann saß neben dem General und hielt mit einer Schlinge dos schwer verletzte Bein hoch, um ihm etwas Halt zu geben. Er trägt den Kalpak eines Arztes auf dem Kopfe und einen Soldatemnantel und scheint große Schmerze,! zu leiden. Gleich zu Anfang hat ihn eine Kugel getroffen. e>ein schöner Brauner ift tot Erst schleppte er sich weiter, bann lag er, fron einem vfoeiten Schuß durch den Oberschenkel getroffen, lange int feindlichen Feuer Ein gemeiner türkischer Soldat „Ejilb", ein armseliges, schwächliches Kerlchen, kam an ihn heran und wollte ihn helfen tröstete ihn und trug ihn schließlich 500 Meter iteit auf seinem Rücken, obwohl er selbst krank war, bis hinter Tie Ueberfütyrung nach dem Bahnhof gestaltete sich, wie schon mitgeteilt, ziemlich ausregend. Sechs Beamte hatten den Verbrecher in die Mitte genommen. Tas Publikum versuchte wiederholt, an ihn heranzukommen, um ihn zu lynchen. — Auch auf dem Bahnlwf und auf den Zwischen- ftationen, auf denen man wohl schon erfahren hatte, daß Stkrnickel im Zuge sei, ging es lebest zu. Miniinter wurde die Abteiltür awgerissen und man rief Verwünschlliigen in den Wagen hinein. Während der Bahnfahrt hielten die Beamten Sternickel ihr Beweismaterial für feine Identität mit dem Plagwitzer Verbrecher vor. Ein Beamter meinte, daß er früher doch ein viel forscherer Kerl gewesen sei. Ter Verbrecher gab das wohl zu, meinte aber doch, er habe auch jetzt noch „tüchtiges Zeug im Leibe". So kamen Kommissar Nasse und seine Beamten immer weiter mit ihm, und endlich gab der Verleitete auch zu, daß er August Sternickel sei. Es sei nun ganz egal, sagte er, er sei am Ende und seinetwegen könne es schon morgen losgehen. Vorgehen und soll die Bulgaren zurückdrängen. Wäre jetzt Mukhtar Pascha da, um den Angriff selbst durchzuführen! In Kurnkavak hole ich den Transportzug um 1 Uhr ein, wir legen die Bahre in das Lastauto. Ter General schenkt jedem der zwölf Soldaten, die ihn abwechselnd getragen haben, ein Goldstück unb ist sichtlich erfreut, Prey sing lebenb loicber zusehen, ber ohne Pferd und Mantel, aber gesund gerade ein- getroffen ist. Ich gebe Preysing mein todmüdeis Pferd und bitte ihn, es bis in unser Quartier zu reiten, dann steige ich mit Nazim Bey in das Lastautomobil, das in denkbar langsamster Fahrt nach Hademkoj fährt. Es gelingt mir, den General zu bewegen, daß er einwilligt, in das deutsche Krankenhaus gebracht zu werden. Ich werde ihn auf seine Bitte hinbegleit en, beim was soll ich fürs erste noch hier? Von unserem Stabe ist niemand mehr da. Unterwegs erscheint ber Chef bes Generalstabes ber Armee, Izzet Pascha. Das Wiedersehen der Freunde ist rührend. Izzet küßt deni Helden die Stirn. Am Bahnhof erwartet uns der Kriegsminister mit einem großen Stabe, es ist alles vorbereitet. Wir heben die Bahre in den Gepäckwagen eines Extrazuges. Kemal ist auch eingetroffen und Salahadin Bey bringt man sehr- schwer verwundet mit sechs Schüssen. Um 6 Uhr fährt dieser traurige Verwundetenzug ab. Ich telegraphiere an den mir befreundeten Chefarzt des Kranken- Stenrcfel. Zu der Entlarvung Sternickels erfahren wir noch: Nachdeni der Verhaftete gestern abend im Amtsgerichts- gesängnis zu Wriezen dem Krimiiialkommissar Nasse, der ihm auf den Kopf zusagte, daß er Sternickel sei, schließlich feine Antwort mehr gegeben hatte, ließ er später durch einen Aus scher den Anstaltsgeistlichen rufen. Diesem sagte er, er wolle nun ein Geständnis ablegen. Er heiße nicht Schöne, sondern Otto Groß und er sei der uneheliche Sohn eines Mädchens, die später einen Rentner geheiratet habe. Sternickel erzählt bann weiter: Nachbem die drei Burschen den Geldschrank geöffnet, den Inhalt geraubt unb unter alle vier verteilt hatten unb weg gegangen waren, habe er bie Eheleute Calies unb die Dienst magd entfesseln wollen, um dann ebenfalls daS Weite zu suchen, nachdem seine Rache befriedigt war. Als er bie Anna, bie im Stall lag, anfaßte, habe er zu seinem Schrecken gesehen, daß sie tot war. Auch Calies habe er dann tot aufgefunben. Von Grauen gepackt, sei er jetzt nach der Wohnung gegangen, um nach Frau Calies zu sehen. Diese lag nicht mehr auf dem Bett, sondern am Boden, mit dem Kopf in einer Blutlache. Sie sei mit dem Kopf auf die Fliesen gefallen und hätte sich so die Verletzung zugezogen. Da sei er erst sehr erschrocken gewesen, dann sei er nach dem Stall gegangen, uni das Vieh zu füttern, das vor Hunger brüllte. Er habe gefürchtet, daß die Tiere durch ihr Gebrüll die Aufmerksamkeit Vorübergehender auf das Gehöft lenken könnten. In der folgenden Nacht habe er die Leichen des Ehepaares aufgeladen, um sie zum Verbrennen wegzuschaffen. Nachdem man in der brennenden Miete die Leichen und in einer Tasche des Mannes einen Zettel mit der Adresse gefunden hatte, fei der Arntsvorsteher und ein Gendarm nach dem Gehöft gegangen, um sich nach dem Verbleib der Familie zu erkundigen. Er wollte sie nicht einlassen. Als sie aber entschieden Eintritt verlangten, öffnete er ihnen. Die inneren Türen hatte er verschlossen, den Hinterausgang aber hatte er sich offen gehalten. Während nun die beiden nn den verschlossenen Türen herurn- bantierten, sei er durch die Hintertür verschwuiiden. Man glaubte nun in Wriezen, es nicht mehr mit einem Knechte Schöne, sondern mit einem „G r o ß" — wie Sternickel sich dem Geistlichen gegenüber genannt hatte — zu tun zu haben. Tie Berliner Kriminalpolizei aber wußte bereits, daß man Sternickel gelangen hatte. Als Kriminalkommissar Nasse vorgestern abend die dunkle Zelle 'betrat, um den Mörder zur llÜberführung nach dem sicheren Gefängnis in Frankfurt a. O. abzüholen, rief er: „Sternickel, stehen Sie auf, wir fahren nach Frankfurt a. O." Tcr Verhaftete ging über den Anruf mit dem Namen hinweg und antwortete: „Ja, wenn ich mir die Stiefel anbekommen werde, meine Füße sind geschwollen!" _____ Wie schlecht haben doch die Bulgaren geschossen ! Wie gnädig hat Gott uns alle vor dem Tode bewahrt! Ich sitze neben der Bahre im Packwagen und schreibe diese Zeilen. Tie Verwundung Mahmud Mukhtar Paschas und all seiner Generalstabsossiziere bedeutet für die Xürfcn^eincn großen Verlust. Die Bulgaren haben Glück gehabt. Sie waren der türkischen Widerstandskraft bei Tschataldscha nicht gewachsen. Sie haben sich blutige Köpfe geholt und sind ermattet beim Angriff so daß eine überraschende Umfassung vom Derkos-See aus für sie zu einer Katastrophe hätte werden können. .Abschliesser nm Verfochten :■ schlecht schliessend« Fenster und Türen Tapetenhaus Hochstätter Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen E -- ZM COx> dm Wällen hervorkommen. Nazim Bey ruft mir zu „Bulgar war“ (das sind Bulgaren, tz und wirklich aus 20 Schritt vor uns erkenne ich die russischen .< Mützen. Ein Offizier hebt die Hand hoch und ruft uns „dürr" (halt M nH. Er ist so dicht fror mir, daß ich ihn heute noch wiedererkennen H lourbe. Ich wende mein Pferd, sehe den General mit Kemal Bev und der Ordonnanz nach links davon sausen, vor mir Salahadin U Bey, hinter mir Kezim Bey. Vor ntir stürzt Salahadin schwer und bleibt regungslos liegen, L ich halte ihn für tot. Hinter mir höre ich einen zweiten Fall, W Kezim Bey stürzt, aber er besteigt sein Pferd wieder und reitet 4 langsam weiter. Ich sehe mich um, auch der Pascha ist zu Fuß, i fein Pferd ist erschossen, er geht schwer hinkend zurück. Ick kann ihm nicht helfen, bin zu weit nach rechts verschlagen. ' Da ducke ick mich — ein Schuß ist mir durch den Kalpak gegangen —, noch zwei Sekunden, und ich bin hinter einer Höhe. Bon weitem sehe ich Kemal Bey im Schritt heranreiten; vornüber auf fein Pferd geneigt, hält er sich noch im Sattel. Er hat einen Schuß durch den Oberschenkel. Tie Ordonnanz ist gefallen. Den Pascha sehe ich nicht mehr, nur Nazim Bey kommt zu Hauses, Dr. Schleip, damit heute noch üX-eriert Der Zug fährt schnell durch. Der LebWKretter int Zuge, er soll jetzt bei seinem Herrn bleiben, ist guter Dinge, er zeigt seine Schmerzen nicht eine ganze Weile mit mir; dann schläft er ein. u. MndeU d. H. v in HombukS (Viitfieittfl fEmtfchin-ahrt. Straßburg i. Elsaß, 13. Jan. Prinz Heinrich von Preußen, der vorjährige Protektor der Oberrheinischen Flüge, hat dem Arbeitsausschuß der von der Südwestgmppe für Mai dieses Jahres geplanten Filmveranstaltung mitgeteilt, daß er sich entschlossen habe, im Interesse jener Veranstaltungen, die stets bahnbrechend und vorbildlich gewirkt hätten, seinen Namen auch an die neue Veranstaltung zu knüpfen. Tie diesjährig stlugveranstaltting wird infolgedessen „P r i n z - H e i n r i ch 1013" heißen. — Der Kaiser hat dem Prinzen Heinrich für die diesjährige Veranstaltung bereits die Stiftung eines Ehrenpreises zugesagt. Tie Fragen, wo Sternickel die ganzen Jahre, stiber geweilt hat, sind nock lange nicht ganz geklärt, aber mancherlei aus seinem Räuberleben haben die Ermittelungen doch schon zutage gefördert. Ueber die erste Ergreifung Sternickels und seine Flucht seien noch folgende Einzelheiten mitgcteilt: Ein Zigarrenreisender hatte damals die Ausschreibung des Berliner K r i m i n a l k o rn m i s s a r s W e h n- gelesen und erkannte hiernach in einer Gastwirtschaft zu Wernstedt den vermeintlichen Müllergesellen Misch als den gesuchten Raubmörder. Er sah sich den Mann um so genauer an, als ihm der Wirt erzählte. Misch gebe fast alles, was er verdiene, für Tauben aus, die er taufe und verkaufe. Jetzt zweifelte er nicht mehr und benachrichtigte den Gendarm. Als auch dieser, nachdem er sich mit dem zuständigen Amtsgerichten Verbindung gesetzt hatte, nickst mehr zweifelte, nahm er den Gesellen in der Mühle fest. „Misch" bemalyrtc durchaus kaltes Blut, erhielt, die Erlaubnis, sich in seiner Kammer im Obergeschoß zu waschen und seinen Sonntagsanzug anzuziehen, kam dann herunter und sagte, mit der Hand auf sein Portemonnaie schlagend: „Geld haben wir nun, Herr Wachtmeister, jetzt kann die Reise losgehen". Wie in einem plötzlichen Einfall sagte er dann, er wolle sich sein Halstuch noch umbinden, stellte die Laterne unten an die Treppe hin, ging noch einmal nach der Kammer hinaus, kehrte aber nicht wieder zurück. Während man sich in der Stube über ihn noch unterhielt — es war spät am Mend — sagte plötzlich jemand: „Ta läuft er ja draußen." Sternickel War zum Fenster hinaus- gesprungen und entkam in den nahegelegenen Wald. ~ Später trieb er sich in der Altmark und in Sachsen herum. Sternickel wechselte jeden Augenblick seine Ausweispapierc und seine Kleidung. Einmal h.eß es, Sternickel sei im Kranken- hause zu Potsdam gestorben. Ter Tote war aber nicht der gesuchte Verbrecher. Sternickels Spuren gingen nach und nach ganz verloren. Einmal arbeitete er bei einem Mühlenbesitzer in der Nähe von Velten. Hier wäre er beinahe ergriffen worden. Ter Besitzer erinnerte sich noch der Ausschreibungen der Kriminalpolizei und schöpfte Verdacht. Er wanbte sich auch an^en Gemeindevorsteher. Bis dieser sich entschloß, zuzugreifen, war Sternickel verschwunden. Mehr als einmal ist er auch mit den Behörden in Zwist geraten. Im allgemeinen war er wohl ein ruhiger Mensch, wiederholt aber beteiligte er sich an Schlägereien, besonders wenn ei Sonntags von seiner Arbeitsstelle aus Nachbarorte besuchte. Einmal, bei einer großen Fahndung nach Sternickel, hielt er die Gefahr doch für so groß, daß er nach Rußland versckstvand. Tas sei ihm, sagt er jetzt, gar nicht so schwer geworden. Er habe, wie das B. T. mitteilt, einem russischen Juden geschrieben, daß er kommen und ihm für seine Hilfe 10 Mark geben werde. Der Mann habe fick auch pünktlich an der Grenze ein- gefnnden, ihn für seinen Sohn ausgegeben, die 10 Mark mit einem Grennvächter geteilt, ihn jenseits der Grenze mit Ausweis- papieren versorgt und es iljmi so ermöglicht, ein ganzes Zahl' inRnß- land zu bleiben. Nach einem Jahr aber sehnte er sich nach Deutschland und kehrte zurück. Auch in Oesterreich hielt er sich auf, aber nicht lange. Zuweilen kam er auch nach Berlin, um hier für märkische Bauern Vieh zu verkaufen. In einer Ortschaft war er auch Mitglied eines Nadfahrerklubs und eines Tauben- und Kaninchenzüchtervereins. Berlin, 13. Jan. Tie Wahrscheinlichkeit, daß Sternickel auch mit dem Heuhändler W i n f I e r identisch ist, der seinerzeit in Schlesien jeden Tag einen neuen Einbruch verübte und der mit Der Ermordung der Witwe Krause in Petersbrunn und des Kossäten Kuötig in Zusammenhang gebracht wurde, verdichtet sich. Die Trauerfeier, die für die Opfer in Ortwig stattfand, war ticr ergreifend. Hunderte von Menschen hatten sich eingefunben. Ganze Berge von Kränzen bedeckten die vor dem Altar aufgebahrten Särge. Die beiden Töchter des ermordeten Ehepaars Caliß wohnten der Trauerfeier völlig gebrochen bei. Märkte. ■(i’icf’en, 14. Jan. n rftberi dit. ?iuf bentiaenr Wacken- m cnlte loficte: butter das Pstind 1,00—1.10 " L, Hühnereier 1 ?tück S —11 i 2 Stück 00 Psg., Enteneier 1 Stück 0—0 Pkg., Gänsekiel let. 00 Pi., st äse das Stück C—8 1 tg„ Kasematte 2 Stück 5—6 big., 7anbei! vr Tv. 0/0—1,00 9)'f„ Hübner pr. St. 1,00—1,60 Pik., vahnen vr. Stück 0,80—1,80 A k., (Snten vr. St. 2,00-3,00 Mk., l^änse das Psd. 70—80 Psg„ Ochsen fleisch vr. Pst). 92—100 ' Wltz-8esMs A-M vubnciitiinillcnt "S^^bpötnhetc cksstein r Akten. «r fährt nns in das um 'einer 1C willen eine gro« ««r au? Wst ver. r-darauihin;nn>eiien. n(ng Amerikanisches v T'mma. ’ci Zchnlrens Asch. Itöt Komisch. tttuehe ans aller c^C.^r Auerflesel^' .... 13 25,1 47,0 - 1 1 3 7 87 NW 2 13. 9 ' 48 5 -07 4,3 100 NNE 2 14. 7u 48,8 — 0,7 3,9 90 SE 2 Das beste, sparsamste ttüchenhilssmittel, 1 das alle Suppen und jede schwache Bouillon kräftigt, Saucen, Gemüsen und Salaten unvergleichlich seinen Wohlgeschmack gibt, C'7, ist und bleibt MAGGI8 Würze! 412 Giessen, 14. Januar 1913. Giessen, den 13. Januar 1913. Die trauernden Hinterbliebenen: Ernst Fetri und Frau. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem so schmerzlichen Verluste unseres lieben Danksagung Hans sagen wir hiermit innigen Dank. Für die Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer unvergesslichen Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Dorothea Möser Witwe, geb. Doch sagen herzlichen Dank 409 Die trauernd Hinterbliebenen. sagen tarnen Hinterbliebenen; Anna, . Braun un iessen, nuar Für die vielen Beweise aufrich bei dem uns betroffenen schweren innigsten Dank 25 269 Fichten-Derbit. 17,39 fm Reisst. 0,59 45 1650 Wellen Buchen-Neisig Eichen 390 Fichten- 20 Holzverstcigernng in den Waldungen der Gemeinde Wieicck. 11 Esche- ,, 0,49 . 128,6rm Bucben-Scheitholz 11,8 6,3 41,5 40 „ Eichen- „ „ Fichten- „ „ Buchen-Knüvpelholz „ Eichen- „ „ bleiern- „ 3 Losen sichten-9ieisig zerstreut liegend 16,8 rm Buchen-Stockholz 5,6 „ Eichen- „ 5,2 „ Fichten- „ Die Zusammenkunft ist am Distrikt Suirei. Bemerkt iü-cd. dan ein Teil des zerstreut sitzenden Holzes beim Feuer zum Ausgebot kommt. Wieieck, am 13. Januar 1913. Der Bürgermeister: Freitag, den 17. d. Mts., vormittags 10 Uhr beginnend, sollen in den Distrilten Rehccke. Blockswald, Schrei und Hcgtvald nachverzeichnele Holzsorlimente versteigert werden: _ „ B14/1 8Eichen-StammeIV.5Il.30 39ernDm. m. 3,96km 13 „ V. „ 25-29 „ „ „ 5,45 „ l Wagner- 126 „ VI. „unt.25 „ „ „20,19 „ f Holz 1 Eschen-Stamm VI. „ „ 25 „ „ „ 0,09 „ 17 Eichen-Terbstang. 1,19 fm Schombe r. iA/ln.uND5CHE,BEM* JAQD GEWEHRE^ VGäglfliiitaB u.Tesdtins. Sevclver g. Pistolen liefern wir zu Fabrikpreisen, daher billiger und vor- tolliiafter als wie irgendeine Konkurrenz, direkt an Private unter 0 jähriger Garantie Ausserdem auch Ra b lerfallen, Jagdoerltichafien und Munition. Bei Bedari in diesen Artikeln verlangen Sie bitte sofort unseren neuesten 208 Seiten starken Wnffon-Snez al- Kaia og, den wir an jedermann gratis und franko oli c Kaufzwang senden, !■ folge seiner Reichhaltigkeit das grösste und inte essantestc Nachschlagewerk der gesamten Waffenbrancue. £5>"rk" H. Bürgsinnller 8 Söhn1. 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