Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten (B“. unter diesen wohl bald Anerkennende erheb-en, die a ucfr wird den sich 913. Amtsgericht. 13. mtsgericht. Fontaine geftattet. Auch diese zweite Beckenanlage ist mit bildhauerischem Schmuck umgeben, und in der Form, wie au allen an die Gesamtantage angeschtossenen Wegen behüben sich künstlerisch vollwertige Arbeiten der Plastit: Kindergruppen, Vlltmenkörper auf schlanken Säulen, breitgelagerte Ruhebänke, die sich kraftvoll in den harmonischen Plan ein fügen. Ein Stück italienischer Kunst ist der Stadt cmerk ist am 5. gtfc ingetragen worden. Zeit der Eintragungte dem Grundbch lifc spätestens im Zur Ermordung Scheffel Paschas Konstantinopel, 12. Juni. Rach einer Bekannt-* machnng des Militärgouverneurs starb der Großmesir eine Stunde nach dem Attentat. Auster dem Verhafteten Topal Tewsik werden weitere TcilnclMcr an dem Anschlag gesucht, die in dem bereitgehaltenen Automobil flohen. Wahrscheinlich wird der Marineminister M a h m u d P ascha zum Kriegsminister ernannt werden. Tie Beisetzung Mahmud Schefket Paschas erfolgte heute nachmittag auf dem Freiheitshügel vor den Toren Peras, wo ein Denkmal zur Erinnerung an die Er- schöpfer sind Ignatius T a s ch l e r, der die Märchengestalten bildete, Josef Rauch, der die Tierskulpturen ausführte, und Georg Wrba, bepen Mesen aus die Kinder besonderen Eindruck machen dürften. W. E. G. * — Das Urbild von Dürers „Kirchdorf". Dürers berühmtes „Kirchdorf", die schöne Hanbzeichnung von 1510, ist wegen ihrer intimen Raturbeobachtung und ihres zarten Stimmungsdustes immer besonders hoch geschätzt worden. Rur aus der hingebenden Versenkung in eine bekannte liebvertraute Landschaft konnte das Werk entstanden fein, aber man wustte bisher nicht, wo dieser idvllischc Fleck Erde zu suchen sei. In einem Aufsatz der Monatshefte für Kunstwissenschaft weist nun £tto Mitius nach, daß der Marktflecken Heroldsberg, der etwa zwei'Wegstunden nördlich von Nürnberg entfernt liegt, dem Meister das Motiv geliefert hat. Alle Abweichungen, die der heutige Ort von den Gebäuden der Zeichnung zeigt, lassen sich durch geschichtlich nachweisbare Veränderungen erklären. Heroldsberg ward zu Dürers Zeiten ein Herrensitz der Nürnberger Patrizierfamilie Gcuder: das stattliche Haus auf der Zeichnung muß das Besitztum des Andreas Geuder gewesen sein; während Dürer selbst daS Blatt vom Fenster eines Zimmers im Hause des Martin Geuder aus gezeichnet hat. Der Maler stand zu den beiden damals in Heroldsberg ansässigen Häuptern Die Antwort auf die Vorstellung des Zaren. Sofia, 12. Juni. An zuständiger Stelle verlautet, das Telegramm des Kaisers von Rußland werde dahin beantwortet werden: Bulgarien verstelle den Vertrag dahin, daß das Schiedsgericht nur für die streitige Zone zuständig sei, daß mau jedoch die Räumung des linbcfiritten en bulgarischen Gebiets von den Serben ohne nxeilercv verlangen lönnc. Der Plan eines Ko a i i t i v n s k a b i- ncttes auf breiter Grundlage begegnet Schwierigkeiten, da Radoslawow seine Beteiligung verweigert. Zu dem Appell des Zaren an den König von Bulgarien und den König von Serbieii, in dem diese aufgefordert werden, ihren Verpflichtungen treu zu bleiben, erfährt das Reutersche Bureau, bai; vor mehr als drei Wochen Bulgarien amtlich dem Minister Sasonow die dringende Notwendigkeii eines schleunigen Schiedsspruches seitens Rußlands dargelegt habe. Bulgarien habe dabei Rußland ausgefordert, sofort die von ihm in Artikel 2 und 4 des geheimen Zusatzvertrages zwischen Serbien und Bulgarien übernommene Aufgabe anszuführen. Obgleich die Intervention des Zaren als ein Schritt begrüßt ustrd, der darauf abzielt, zur Erhaltung des Friedens beizutragen, itrieb von bulgarischer Seite erklärt, daß die von Bulgarien bereits getroffenen militärischen Maßnahmen die beste Gewähr für den Nichtausbruch der Feindseligkeiten bieten. Belgrad, 12. Juni. Die serbische Regierung hat an die bulgarische eine Note gerichtet, in der vor beschlagen wird, um die Streitigkeiten um die zukünftige Grenze und die strittigen Gebiete zu mildern, die gegenwärtigen Effektivbestände auf ein Viertel zu verringern. Tie Demobilisierung bedeute eine freundliche und friedliche Lösung der Streitfragen. Belgrad, 12. Juni. Ter serbische Gesandte S p a l a i tw i t s ch ist nach Sofia abgereist. Staatssekretär Greü über die Lage. London, 12. Juni. In der Sitzung des Unterhauses teilte Sir Edward Gr eh in Beantwortung einer Frage betreffend die Balkanlage die vom Zaren an die Könige von Bulgarien und Serbien gerichtete Warnung und Aufforderung mit und erklärte: Es ist aufs ernstlichste zu hoffen, daß der so gegebene Rat angenommen wird. Es ist unmöglich, die Gefühle der Enttäuschung und Mißbilligung scharf genug auszudrücken, mit denen der Ausbruch eines Krieges zwischen der unlängst verbündeten Ländern von der öffentlichen Meinung betrachtet würde. ES würde alle Sympathien in Europa ihnen entfremden, welche bisher den Faktor dar- ftelltcn, der zur Sicherung der Reurralität beitrug. Die Dal- kanstaaten müssen sich selbst 'dessen bewußt sein, daß,, .wenn.. sie niiteniander um die Früchte des Sieges kämpfen, Gefahr laufen würden, das zu verlieren, was sie bisher im Kriege mit der Türkei gewonnen haben. Ter Liberale Byles fragte bei Churchill an, ob amtliche Nachrichten eingelaufen seien, daß die Beschleunigung des Baues dreier Dreadnoughts in Deutschland ungünstig ausgenommen wor- den fei, und ob irgendwelche Anzeichen deutscher Agitation für ein neues ^chisssbauprogramm vorhanden seien. Churchill ant- ir-ortetc, daß er keine Informationen erhalten habe. Grundstücks. Band 14 Blatt 674: । m Hosreite msgasse!2) M.2M Mgermtz ichnele Grundstück, k 1 Versteigerungsvernikß lvcenz Krack zu Gieß ene Lipp, dessen 6k ich eingetragen war, st 1913, vorm. 9 Hk Bericht im JustizM ersteigert werden, lgt im Wege der Zi« ! bei der FcM'l erücksichtigt iirffß; rgserlöses dertchrW brigen Rechts «W t der Dechigem^ n werden achkstkM saqs i BerfchmS । § wi'ttigerttn Gegen« B” — **■-*- ---«uvwuuuiiuu II, Vld dem Schöpfer, Ludwig Hchsmann, der unermüdlich zur Idee gehalten hat, und den .Künstlern Dank wissen, die ihm bei dem bis in alle Einzelheiten überaus trefflich gelungenen Werk zur Seite gestanden haben. Die Namen dieser Mit- >t! ssgS Ä- Berlin Lu eigen gegeben, und sonnige Heiterkeit unb tiefer, seelenvoller, künstlerischer Ernst feiern in diesem Werke eine schöne Bruderschaft. Werden die Märchenfiguren schon zu den kleinsten Kindern sprechen, so es die ganze Schöpfung um so mehr zu großen unb den älteren, unb es werden | der Genderschen Familie in persönlicher Beziehung. War doch Martin Geuder der Schwager von Dürers vertrautem Freunde I Willibald Pirkheimer, und da die beiden Familien einen regen verwandtschastlichen Verkehr unterhielten, io mifb auch Tür."- Martin Geuder nahegetreten sein. 1526 läßt ein Sohn Martins, Georg Geuder, in einem Brief an den Oheim Pirkheimer Albrecht Durer ausdrücklich grüßen. Dürer hat aller Wahrscheinlichkeit nach lern „Kirchdorf" bei einem Besuche in Heroldsb.rg im Sommer 1510 in einer müßigen Stunde aus seiner Gaststube im obersten ^-tock des Geuderschen Hauses, in der ihn sein Freund Martin untergebracht hatte, gezeichnet. — Ein Riefenpreis für einen Truck Benjamin Franklins. Der Roman eines unicheiitbaren Büchleins erreiche dieser Tage auf einer Londoner Auktion seinen Höhepunkt Als Benjamin Franklin, noch fast ein Knabe, 1724, von London nach Philadelphia kam, fand er Beschäftigung als Hetzer in einer Druckerei. Während er Wollastons ' „Naturreligion" druckte, stiegen in ihm so mächiige Gegengrunde gegen dies Buch auf, daß er daraufhin feine eigene „Dissertation über Freiheit und Notwendigkeit, Freude und Schmerz" schrieb. Ter Neunzehnjährige druckte seine Abhandlung selber, und fo entstand ent unscheinbares Büchlein, von dem der später berühmt gewordene Franklin nichts mehr wissen wollte und das er daher aus dem Handel zurückzog und vernichtete. Von den 100 Exemplaren, in denen er das Buch damals gedruckt, sind fo weit bekannt, nur nod) zwei übrig geblieben, und eins von diesen kam auf der Huth-Auktion bei Sotheby -zur Versteigerung. Aber noch ein anderer Roman, der einer beisviellosen Preissteigerung, hastete an dem Werkchen. Um 1850 kaufte der Buchhändler Henry Stevens dies Büchlein für 2.50 Mark Er bot es dem Britischen Museum für 20 Mark an: dock) dieses lehnt- aft. Später erwarb es dann .Hotten für 390 Mark, und aus feinem Besitz ging es für 450 Mark in den von Huth über Bet der Auktion am vorigen Mittwoch war der Sohn des ersten Befitzers anwesend, und in Erinnerung an den Preis, den sein Vater dereinft bezahlt, eröffnete er das Bieten mit „2,50 Mark", was überall verständnisvolles Lächeln erregte. Dann schnellte das Gebot sogleich auf 6400 Mark empor, und dann erftanb es 'rShcH’uh junge Stevens für 20 100 M a r k. Das andere Exemplar des kostbaren Buches har sich übrigens auch einmal des Buchhändlers Stevens befunden und wurde 1881 für 2000 Mark an die Regierung der Vereinigten Staate« verlaust. ruudstülks. [b 28, Blatt 1323. Hosreite = 5D1.200M her Erkenntnis er Verwertung Statt Malzkaffee: Mi-lato sag- ,:w MK SSKiSL xie Richter werden also durchschnittlich sechs c a ft r_e älter im Amt a l s die Oberlehrer. Diese Tal fache ist denn auch allgemein bekannt. Noch amtierende Richter in hohem Alter gibt es immer, in der Oberlehrerschaft gibt es wlckfe nicht oder höchst selten. Gegenwärtig gibt es unter samt- heften hessischen Oberlehrern — ungefähr 500 an ZE — nicht einen^einzigen, der 65 Jahre oder darüber alt wäre. Auch unier den Schuldirektoren befindet sich mir einer, der gerade 65 Jahre alt ist, die andern sind alle jünger. In dem Artikel wird auch auf bic N eb e n e i n kü n f t e, die die Oberlehrer durch C-pteilen von Privatflunden haben könnten, hingewieseii. Demgegenüber ist festzustellen: Es iväve doch eine ungeheuerliche Ungerechtigkeit, deswegen, weil einige Ober ftchrer einen solchen Nebenerfverb haben lönnen, etwa aiick diejenigen im Gehalt zurückzusetzen, die Privatstunden nicht halten lönnen oder wollen. Zudem ist ja erst kürzlich in der Kammer seitgeftellt worden, daß dieser Nebenerwerb belanglos sei. Auch hin schweigt der Artikel schreib er ganz von dem aus der amtlichen, nicht aus privater Tätigkeit den Richtern zusließenden Nebenerwerbs in Gestalt der Tagegelder. Man soll dock einmal die Höhe dieses NebeirerwerbS mit der Höhe des durch Privatunterricht von Oberlehrern Erworbenen vergleichen. Man dürfte auf, das Ergebnis gespannt sein. Tie Ridstar selbst schlagen diesen Nebenerwerb keineswegs gering an. Tas sieht man auS ihrer an die .stammet: gerichteten Eingabe, in der |ic sich gegen eine Schmälerung der Tagesgelder entschieden verwahren. Was die Dien st zulagen anlangt, so ist es unrichtig, daß die Denkschrift sie grundsätzlich verwirft. Sie weist nur darauf bin, daß diese in ziemlich einseitiger Weise den juristisch vorgebildeten Beamten zugute kommen. Tiettstzulagen erhält z. B. von allen richterlichen Beamten unterster Instanz fast ein Drittel. Ist. das etwa in einem anderen Fach auch nur annähernd so? Freilich wäre es besser, wenn mit dem ganzen Sv stein der Tienst- znlageit aufgeräumt würde, weil das nur zu Unzuträglichkeiten und Mißstimmungen in den Beamtengruppen führt. Zur Begründung der 500-M a r k- Z u l a g e der- Oberamtsrichter und Landrich-ter wird anderes vorgebracht, als was in den Begründungen zum RegieritngseMwurt stehl. Bei den Oberamtsrichtern wird von der höheren Verantwortlichkeit gesprochen gegenüber den Amtsrichtern. Tie-5 wurde aber höchstens den Amtsrichtern gegenüber eine höhere Besoldung, nicht aber allen anderen afab. gebildeten Beamten gegenüber rechtfertigen. Auch in den anderen Beamtengnwpen ist das Maß der Veränt- wortlichkeit in mannigfacher Weise abgestuft, ohne daß man das in dem Maße zum Grund einer verschiedenen Besoldung nähme. In Preußen und den meisten anderen deutsckien Bundesstaaten geschieht, das bei den Amtsrichtern doch auch nicht. Warum also in Hessen? Zudem ist die Hervorhebung der Oberamtsrichterstellen, wie es in der Regierungsvorlage geschieh , ein Unikum in ganz Deutschland. Bei uns sotten alle Oberamtsrichter Dienstzulagen und höheren Endgehalt erhalten unb außerdem noch die Oberamtsrichterftellen an den 5 größeren Amtsgerichten zu Amtsgerichts- direktorenstellen imigeivanbelt werden! Die Landrichter sollen die 500-Mark-Zulage bekommen, fpeil sie feine Lvkalbeamte sind. Mit dieser Begründung ist gar nichts anzufangen. Ms ob es nicht auch Lotälbeamte gäbe, denen mehr Gehalt Msteht als den Landrichtern, und Zentralbeamte mit geringerem Gehalt als die Lokalbeamten ! Zum Schluß heißt es, es sei irreführend, wenn man sage, das Gehalt der SoTafbcänttcn sei auf 3000 bis 6500 Mark, das der Oberamtsrichter und Landgerichtsräte auf 3000 bis 7000 Mark bemessen. Tas ist Tatsache. Wie sollte es also irrcfüfrrenb fein? In Wirklichkeit irreführend, weil nicht in dieser Allgemeinheit den Tatsachen entsprechend, ist die Behauptung an ber gleichen Stelle, die Zulage (b. h. der höhere Endgebalt-, die erst 25 Jahre nach der Anstellung erworben werde, gleiche nicht entfernt den Vorsprung aus, den die Oberlehrer durck bic frühere Anstellung unb bic frühere Erlangung tos Endgehalts hätten. Tenn hier wird der Schein erweckt, als ob alle Oberlehrer einen solchen Vorsprung hätten, was doch tatsächlich keineswegs der Fall ist, und der Ausgleich, den, selbst wenn das in dieser Allgemeinheit so wäre, das durchschnittlich viel kürzere Verblechen int Amt enthält, ganz und gor verschwiegen. Der MarchenbruMen in Berlin. Aus Berlin wirb uns geschriebenNach fünßzehn- sährigem Hin und Her ist bic Errichtung und Fertigstellung oes Berliner Märchen brunnens nun Tatsache geworben. In einigen Tagen wird bic int Friedrichshain entstandene Anlage ben Stadtverordneten von Berlin gezeigt und der Oessentlichkeit übergeben werden In der Erinnerung tauchen damit nod einmal all die unliebsamen Erörte- nmgen, all die harten, im Stadtparlamcnt entbrannten Kämpfe auf, die um das zu errichtende Kunstwerk viel Köpfe heiß gemacht haben. Zwischen dem Berliner Königsschloß und dem Nathans kam cs .zu offenkundigen Mißhelligkeiten, nnb die „Brunnenaffoire" z-citigte einen spitzgeführten Schriftwechsel, an dem der Magistrat unb das Pollzcipräsi Hunt gleich beteiligt waren. Doch all das, eben noch auf- tauchend, sei auch schnell vergessen, denn nun steht man vor dem vollendeten Werk unb darf erkennen, baß i etwas Großes, ja einzig Schönes, entstanden ist. Um den neuen Brunnen Berlins zu sehen, werden wohl in ber kommenden Zeit bie Menschen aus allen Stadtteilen rach bem kinderreichen, tm Norden gelegenen Friedrichshain pilgern. Geh. Rat Ludwig Hoffmann, der verdienstvolle Berliner Stadtbaumeister, dem die Reichshaupt jiabt nun schon das Märkische Museum und das neue groß- »ügige Stadthaus verdankt, hat beit Märchenbrunnen ge- Icxrffen. Inmitten des hoch gewachsenen Friedrichshains, mit einem Hauptzugang vom Königstor, liegt die wirklich monu- inentale Anlage. Von hohen Rüsternhecken umsäumt, breitet jich ein gestuftes Wasserbecken aus, dessen Einfassung mit iioftvollen und eindrucksstarken Märchengestalten aus- geschmückt ist. Durchaus originell, schlicht unb humorvoll Serben bic verkörperten Märchen sicher gut auf die immer kcbendige Pl-antasic der Kinder wirken. Im Zusammenschluß mit ber ganzen künstlerischen Anlage werden sic aber »utf) unwillkürlich einen erzieherischen Einfluß auf die her- «lirivackstcnde, schon etwas reifere Jugend ausüben Das . dfA neun Strudeln belebte große Wasserbecken wird im hiAtergrnnd von einer hohen Anlage abgeschlossen, einem bLulenban, der herrliche Durchblicke in bett Hinteren Park x Hub auf bie dort in einem zweiten Becken hochaufschießende Richter unö Oberlehrer. Vom hessischen Oberlehrerverein gehen uns folgende Ausführungen zu: Ter in ber Mittwochsnummer unter bem Titel „Lokalbeamw imb Richter" roicbcrgcgcbene Artikel aus Kreisen des Hessischen Rtchterver eins, ber sich Haupt sä Mich gegen bic Oberlehrer menbet, enthält eine Reihe von Begründungen der tm Besolbungscntwurf enthaltenen Bevorzugung ber richter Iidjen Beamten, bic ohne Ausnahme sachlich burdynis ungered-t fertigt finb. . .Von einem Unterschieb in ber Ausbildungszeit der Richter unb Oberlehrer kann man nicht sprechen. Nach den gesetzlichen Beßimmuugen über bic geringste Zeitbaucr bcs Stubiums und ber Porbcreitungszeit auf daS Amt bis zur Erlangung der AnftellungSfähigckeit, b. h. bis zur Assessorernennung, könnte zwar ein Üanbibat bc«5 Lehramts etwas früher zum „Assessor" kommen als ein Jurist, aber tatsächlick» bauert baS Stubium ber Philologen durchschnittlich um so viel länger als das der Juristen, baß dieser Unterschieo völlig ausgeglichen wird. In den Jahren 1885—1894 haben in Gießen die Kandidaten des froheren Lehr amtS bis zum Falultätseramcn rund 11 Semester gebraucht, die Juristen rund 7> . Semester. Die Vorbereitungszcit als Referendar beträgt bei den Philologen 4, bei den Juristen höchstens 7 £>cmcftcr. Das ^gifrt zusammen für die Philologen 15, für bic Juristen.14' Semester. Dies Verhältnis wird sich sei'dcm fcfriüerlid) wesentlich geändert haben Rack) neuerlichen statistischen Erhebungen haben in Preußen int Jahre 1911 1912 die^ Philologen bis zum Fakultätseramen eine durchschnittliche Studiendauer von 11,6 Semestern geleibt. Die Wartezeit war für die Juristen in beit letzten Jahren allerdings sehr ungünstig unb ist auch gegenwärtig nod? sehr ungünstig. Aber cs wäre durck^iuS ungerecht, deshalb etwa Richter und Oberlehrer in ihrem Gehalt verschieden zu befraubetn. Denn d i e W a r t e z e i t i st ci n c du r dau s s ck) wan kend e G r ö ß, e. Das muß betont wei'den, treil das von ben Richtern in ihren Vorstellungen zur Besolbungsordnung geflissentlid) verschtostgen wirb. Es ist imfüfrrcnb, um biesen Ausdrulk dem Verfasser des Artikels „Lokalbeamtc unb Richter" nachtzugebrauchen, wenn die Richter zur Herstellung eines Vergleichs der Wartezeit bei Richtern unb Oberlehrern eine Zeit auswählen, bic in biefer Hinsicht für bic Oberlehrer gerabc einmal sehr günstig und für die Richter ungünstig nxrr, und bic so gewonnenen Ergebnisse vorbehaltlos verallgemeinern. Sic wissen dock> ganz genau, baß es in ben neunziger Jahren umgekehrt war, baß dort bic Rickstcr seh.- früh angestellt wurden, vielfach beträchtlich sruher als bic Oberlehrer. Die Wartezeit ist abhängig von Angebot unb Nachfrage, ist verschieden zu gleicher Zeit in ben verschiedenen Bcamten- grupven imb auch in benselben Beamtengruppen zu verschiedenen Seitcn._ Die Oberlehrer stehen jetzt grabe am Anfang einer in dieser Hinsidst anßerordcutlich ungünftigen Periode, bie wohl bic nächsten zehn Jahre anhalten wird. Unstimmigkeiten und Härten, bic sich aus dieser schwankenden Ungleichheit der Wartezeit ent- Ivickeln, können geredeter Weise nur durch eine entsprechende Handhabung ber Anrechnung ber Besoldungsvorbicnstzcit gemilbert werben. Verschwiegen wird ferner von den Richtern, daß sic in ber durchschnittlichen Dauer ihrer Dienstzeit viel besser gestellt finb als die Oberlehrer. Tas A u s s ck; e i d e a l t e r ber Oberlehrer aus bem Dienst — errechnet bureft Zusammenfassung der Lebensjahre aller durch Tod ober Pensionierung abgeganaenen Oberlehrer — beträgt nach alten Erhebungen rund 53 Jahre, bei ben Richtern 5lU _> Jahre. Wir haben cs frier nickst etwa wie bei der Wartezeit mit einer ocränbcrlidjen, sondern mit einer im wesentlichen gleidbleibenden Größe zu tun. Das mögen die Zu- 'Lmmenstellungen des Herrn Direktor Karg aus bem Jahre 1910 beweisen. Es betrug das Ausfck, .'idealter der Oberlehrer in Hessen von 1885—188') 52 Jahre 9 Mon. 25 Tage selbst Seb. bOriu. SU m Xr 1 ®'9« ber 3njan95, E chdgi unb bei t bein S(niDr •/ * Hk. b,rN-imng uuigifoeben bet ' 11 bt5 »«fhigertn 1890-1899 53 1900—1909 51 1885—1909 52 5 „ 21 8 „ 20 8 „ 4 S w 8IatL 163. Jahrgang Freitag, 15. Juni 19(3 erscheint täglich, außer Äfc&p® ” Zw O BezngSvrei Sonntags. - Beilagen: Ä * - - * . «g monatlich75Dst,viertel- vjermo( wöchentlich A A A A lälnlid)'M 2.20; bur.-li Siebener,^amilienblätteri ■ M WV Bfl M wochentl.Xrelr» WU Bl w ■ M Ir MA M n ■ T M monatlich tlatl für Öen Kreis @ic6cn HB M wrr feww-, Bl r&Lfr M Sr V 3 H H ftl iil diePost Mk.2.— viertel- (Tienstog nndFreiiag): E-l) AI «a ITO JF -£9 rR jälnl. auSschl. Bestellg. W HL W ■ Ä. M . ■ H H ■ «BH BL. ■ wi^schastkicheäeitfragen ▼ V H ® 'Gr Ä W V W ■ W I W W W auswar« Fernfprech - Anschlüsse: ® ör V x. xr M El,efredaklenr: ?l Goetz, für die Redaktion 112, ’-it Jz&TrJr Verantwortlich für den Verlag ti. Expedition 51 a f • fr •• /<*. < polilischen Teil: August General-Amerger für Oberhefsen Annahme von Anzeigen i x « & I *4 IV w(Äeiiriit3jnal": R. SRcu- fur bie Tagesnnnnner «otationsörutf unb Verlag Oer Vruhl scyen Unio.-Vuch- und Stembruderei R. Lange. Redaktion, Lrpedition und Druckerei: Zchulttrahe 7. ^lli.fürStadt und b>- « Uhr. S«schSft5ftelle Büdingen, Behnl>°sftr-tze >6a. oberuttgi Koüstlantinopels durch Mahmirb Schefket errichtet Morden ist. Es nahmen alle Botschafter daran teil. Es wird bestätigt, daß ein zweiter Urheber beS Anschlags, Kadri, verhaftet worden ist. Dschewad Bey, etn Vetter des Besitzers des Automobils, ist anscheinend als Teilnehmer an dem Anschlag verhaftet worden. Er legte das Geständnis ab, das Automobil in TMchti bei Pera aufqefunben zu haben. Der Mörder M ahmuds, Töpvl Tewftk, soll 28 ^ahre oft, lahin, von häßlicher-, hagerer Gestalt sein und das Aussehen eines Apachen haben. Er ist seiner Zeit wegen Ermordung emes Zollbeamten verurteilt und nach mehrjähriger Kerkerhaft begnadrgt worden. Es wird er-ählt, Topal Tewftk habe auf der Flucht, nach der Mordtat auf die ihn verfolgenden Wachleute geschossen und sich dann in einem in Der Nähe befindlichen Hotel versteckt. Hier wurde er in einein tHofctt entdeckt, wo er gleiche Patronen, wie die waren, von denen der Großwesir getroffen wurde, wegge- worsen Ijattc. In der Hotelküch? und unter der Treppe wurden ?wei Revolver und ein Messer gefunden. Topal Tewftk Neut jode Täterschaft in Abrede, er wurde aber von einer turkuchen Frau als einer derjenigen erkannt, die auf den Großwesir Schüsse abgegeben haben. Anf dem Transport nach dem Gefängnis des KriegsgerickUs wäre er von der erbitterten Menge beinahe gelyncht worden. Die Gendarmen und Wachleute nahmen ihn in Schutz. Die vier Personen, die sich in dem Automobil befanden, wurden bisher nicht geftlndcn. Lin spanisches Kanonenboot gesunken! Aus Madrid wird gemeldet: Das Kanonenboot „General Chonchas" sttandete gestern, 11. Juni, bei Alhucemas (Spanisch-Marokko). Die Besatzung und die Geschütze konnten gerettet werden. Das Schift gilt als verloren. Nach einer Blättermeldung wurde das gestrandete Kanonenboot „General Cyonchas" voneiner großen Anzahl Rifleuten angegriffen. Der Kapitän des Schiffes und sieben Matrosen wurden getötet, zwei Offiziere und 20 Mann verwundet. Das Kanonenboot „Sauren" nahm die Verwundeten auf. Bei dem Kampf, der sich etwa. 10 Kilometer von Te- luait abgespielt hat, verloren die Spanier 15 Tpte, darunter einen Major, und 40 Verwundete, darunter mehrer? Offiziere. Tetuan, 12. Juni. Die militärischen Operationen wurden gestern früh wieder aufgeuommcn. Oberst Gareia Moren o besetzie die Brücke bei Busseja, die zehn Kilometer westlich von der Stadt über den Fluß. Rhmis führt. Die Beduinendörfer Meniäl ttnb Amsal wurden mit Geschützen beschossen. Die Jnfanterieabteilungen entwickelten sich auf den spanischen Befestigungen bei Dersa. .Der Kampf um den Besitz der Brücke war sehr heftig und 'sehr verlustreich. Er dauerte bau 1 Uhr mittags bis 1 0 Uhr abends. Die Spanier verloren insgesamt 6 Tote und 15 Verwundete, die Riftchützeu 6 Tote und 20 Verwundete. Das Gros der ermüdeten Truppen zog sich unter dem Schutze der Kavallerie in das Lager zurück. Ein Bataillon ist mit der Befestigung der Brücke bcschäfttgt. Deutsches Reich. Zum Regierungsjubiläum des Kaisers wird Präsident Dr. Kämpf im Reichstage zu Beginn der SamstagSsitzmig eine Ansprache an den Reichstag richtest. Von weiteren Festlichkeiten ist vom Reichstage Abstand genommen worden. Der Kronprinz richtete an den Präsidenten des Reichsausschusses für olympische Spiele Staatsminister v. Pod- bielski folgendes Telegramm: Euer Exzellenz danke ich bestens für den freundlichen Bericht über den imposanten Verlauf der S t a d i on e r ö f f n u n g. Mit dem lebhaften Brauern, diesem bedeutungsvollen Ereignis in unserem deutschen Sportleben nicht haben beiwohnen zu können, verbinde ich meinen aufrichtigsten ititb besonderen Dank an Euer Exzellenz für die der deutschen Sache bei dieser Gelegenheit geleisteten ausgezeichneten Dienste. Der Budgetausschuß des Reichstages beendete am Donnerstag die erste Lesung des Gesetzentwurfs betreffend das Erbrecht des Staates und nahm die Vorlage mit den im Laufe der Beratungen beschlossenen Aenderungett an. Ausland. Die französische Kammer, die am gestrigen Donnerstag wieder über die Wehrfragen verhandelt hatte, beschloß barauf, in der nächsten Woche weitere Sitzungen zur Beratung des Gesetzes über die dreijährige Dumstzeit abzuhalten. Dann wurde die Sitzung aufgehoben. Aus Stadt und Tand. Gießen, 13. Juni 1913. Schützet unsere Anlagen! Beim Anblick der schönen gärtnerischen Anlagen unserer Stadt ist man freudig geneigt, dem Stadtgärtner und seinen Gehilfen ein Lob auszusprechen, denn man erkennt nicht nur künstlerisches Geschick, sondern auch unablässige, sorgsame Pflege. Da ist cs denn natürlich verdrießlich, wenn dlirch unbedachte ober mutwillige Hand auf dem üppigen Rasen Papierfetzen und dergl. ansgestreut werden, ober wenn die Besitzer unserer vielgeliebten Hunde es dlilden, daß die frischen, grünen Flächen oder die lieblichen Beete zerkratzt und beschädigt werden. Wir wollen es nicht empfehlen, an allen Ecken und Wegen ein polizeiliches Verbot anzuschlagen, wo- nach „die Anlagen dem Schlitze des Publikums empfohlen werben*. Man muß aber desto entschiedener bei allen passenden Gelegenheiten verlangen, daß alle Verunzierungen und Beschädigungen der Anlagen verntiedcn werden; Kinder müssen ermahnt und Hunde in der Röhe der Anlagen an der Leine geführt werden! Wir wollen mit dem fett gebrneften Satze „Schützet dic Anlagen!" künftig öfter biete Notwendig- feit in Erinnerung bringen. Hygiene des Säuglingsalters. Die ärztlich geleiteten Beratungsstellen und Hausbesuche der Kreispflegerinnen helfen im G r o ß h e r z o g - tum Hessen seit einer Reihe von Jahren die Säuglingssterblichkeit bekänrpfen und das Gedeihen und das Wach s - tum des Kindes fjeben. Neuerdings hat man mit prak tischen Wanderkursen, in denen in 12 tägigen Kursen das Wissenswerte über Ernährung, Pflege, Kleidung usw. des Kindes gelehrt wird, gute Erfolge erzielt. Dock) ist es natürlich nur möglich, diese Kurse mit beschränkter Teil- nehmerzabl und aneinander anschließend abzuhalten, so daß sie erst nach und nach einer verhältnismäßig größeren ZM von Frauen und Mädchen zugute kommen können. Um nun alten Schichten der Bevölkerung unseres GrvH- herzogtums noch außerdem die richtige Pflege des Säug- lttvgs in praktischer, ganz übersichtlicher Werse vorzuftchren, hat die GroMwzogliche Zentrale alles in dieses Gebiet gehörige Material, Hygienisches und Unlchgienisches ge- ammelt. Es ist zu einem Wand ermuseum vereinigt worden, das zuerst einige Monate in Darmstadt ausgestellt und dann in anderen Städten und Ortschaften Hessens gezeigt wird. Diese Ausstellung ist so reizvoll zusammengestellt und so zweckmäßig angevrdnet, daß sie für jedermann, nicht nur für Mütter Interesse hat. Ihre über» ichtliche Anordnung hilft uns, alles Nützliche und Schädliche im Leben des .Kindes zu erkennen. Um vor allem auch den untertags Beschäftigten Gelegenheit zum Besuch des Museums zu geben, wird es nach Möglichkeit in^den Abendstunden offen gehalten werden. Fack)männische Führungen sollen außeroem für Vereine und Gruppen statt- inden. Das Wandevmuseum wird voraussichtlich in den ersten Julitagen im alten Hoftheater in Darmstadt eröffnet. * * "- In Audienz empfing der Großherzog am 11. Juni u. a. 'den Regtermrgsrat Herberg von Friedberg: den Professor Dr. Hübner von der Universität in Gießen: den Bürgermeister Dr. Kayser von Bad-Nauheim; den Dekan Schäfer von Büdingen. * * Pfarrpersvnalien. Der Großherzog hat 'dem Pfarrer Johannes Eßcking er zu Auerbach a. d. B die evangelische Pfarrstelle zu Rodheim v. d. H., Dekanat Rodheim, übertragen. , t * * Lehrerpersonalien. Der Großherzog hat den von dem Fürsten zu Psenburg und Büdingen zum Oberlehrer an dem Wolfgang-Ernst-Gymnasium zu Büdingen präsentierten Oberlehrer Dr. Georg Appel für diese Stelle bestätigt. ** Bahnperson alien. Ernannt wurden: Aushelfer Nickelzu Mücke zum Weichensteller, die Ran gier - ührer Joh. Weber und Gümbel zu Gießen zu Stationsschafftern, Hilfsschaffner H. Lotz zu Wetzlar zum Schaffner. — Versetzt wurden: Bahnmeister Numrich von Sterbftitz nach Friedbera, Bahnmeisterdiätar Möller von Lauterbach nach Fulda, Bahnmeisteraspirant Sch weiß (früher in Gießen) von Frankfurt nach Friedberg, Magazin- aufteher I m k e l l e r von Hanau nach Friedberg. — P r ü - ungen be standen: Die Lokomotivheizer Roth zu Rennerod und Milchsack zu Gedern zu Lokomotivführern. ** Papier, Früchte, Obstreste und sonstige Mfällc sollte man nicht auf Bürgersteige und Straßen tverfen. Hierdurch werden die Straßen verunreinigt und Gefahren für die Passanten hcrvorgeruscn, die durch Ausgleiten auf Obstresten und dergleichen KU Falle kommen und sich erheblich v'erletzen können. (Siche amtliche Bekanntmachung.) ** Die Hessische Handwerkskammer hat Ein- labungen für ihre am Montag, 23. Juni in Darmstadt ftattfinbenben 18. Sitzung ergehen lassen. Aus der Tagesordnung ist hervorzubeben Gehaltsregelung, Neuaufstellung )er Lehrlingsrolle, Errichtung neuer Gesellenprüfungsausschüsse, Abänderung der Gesellenprüfungsordnung, Erhöhung der Prüfungsgebühr, anßcrtcrminliche Prüfungen, Vereinfachung der Geschäftsführung der Prüfungsausschüsse, Regelung des weiblichen Lehrlingswesens, Organisation der Lehrstellenvcrmittelung, Abänderung der Meisterprüfungs- orbmmg. Staatliches, städtisches und privates Submissionswesen, Submissionsstelle bei der Handwerkskammer, Einziehungsstelle der Handwerkskammer, Hessische Handwerkcr- zentralgenossenschast usw. ** D i e Mitteldeutsche Kreditbank, die Bank für Handel und Industrie soivie die Gew erbe bank schließen am konnnenden Montag ihre Geschäftsräume mittags um 1 Uüü (siehe heutige Anzeige). ** Anläßlich des Regierungs-Jubiläums des Kaisers findet Sonntag, vormittags 9Vs U h r , in der Synagoge (Süd-Anlage'. ein F e st g o 11 es d i e n st statt. ** Studentische Nnterrichtskurse. Ter deutsche Kursus am Montag, 16. Juni fällt aus und wird dafür am Mittwoch, 18. Juni abgehalten. ** Ab o n n e me n t s k o nze rt u n s e r e r Militärkapelle. Trotz der kühlen Witterung'hatte sich das gestern abend in Steins Garten ab gehaltene Konzert eines überaus großen Besuches zu erfreuen. Schon vor Beginn des Konzerts hatte sich der Saal so sehr gefüllt, daß nicht alle Besucher Platz finden tonnten und noch ein großer Teil int Garten verblieb. Nachdem Obermusikmeister Löb er aber mit dem Konzert int Garten begann, machte sich auch der größte Teil wieder aus dem schützenden Saal hinaus in die >— Sommerfrische! Freilich nicht nach jedermanns Sinn. Aber em Weiterspielen int Saal hätte größeren Zeitverlust zur Folge gehabt. Die Vorträge wurden mit großem Verständnis zu Gehör gebracht. Die Ouvertüre „Der Braitd von Moskau" muß erst mehrmals gehört worden sein, um auch den Laien zu erfreuen. Die Wagnerianer kamen besonders auf ihre Rechnung. Hatte doch Herr Löber anläßlich der Zentenarfeier des großen Meisters den zweiten Teil des Konzerts nur ihm gewidmet. Die kunstvolle Wiedergabe ist sehr zu loben. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der als Solist hier wie auswärts sehr geschätzte und beliebte Körnet ä piston-VirtuoS Herr Kammermusiker Kümmel aus Darmstadt. Sämtliche Vorträge dieses Künstlers wurden vorzüglich wiedergegeben und man ist erstaunt, mit welcher Fertigkeit er es versteht, seinem Instrumente diese Klangfülle zu entlocken. Das Publikum zollte ihm seine besondere Anerkennung schon beim Auftreten Und er mußte sich zu verschiedenen Zugaben verstehen. hr. Konzert einer englischen Bergmanns- Kapelle. Zurzeit unternimmt eine englische BergmannS- Kapelle eine Konzertreise durch Deutschland und wird in den meisten größeren Städten von West- unb Sübbeutschland Konzerte geben. Auch in Gießen wird sie auftreten unb zwar am Sonntag im Garten ober Saale des Casö Leib. Diese Bergmanns-Kapelle kommt anS Eastleforb in ber Grafschaft Porkshire. Die Kapelle hat sich einen anerkannten Ruf als Konzertkapelle erworben unb für ausgezeichnete Leistungen über 100 Preise erhalten. ** Grammophon platten zu in Kai ser jubiläum. Mit Genehmigung des Kaisers erscheint eine Anzahl Grammophon- Festaninayinen anläßlich des 25jährigen Regierungs-Jubiläums. Tie Festatlfttahmen sind der Belehrung cMspreck>eno künstterisch ausgestartet. Jede Platte trägt in der Mitte das Relief-Bildnis des Kaisers mit einer eingravierten Widmung. Tie Platteirserie umsaßt Beittäge, die der Kaiser besonders liebt, „Prinz Eugen", „Tas Herz am Rhein", 3 Lieder, komponiert von Oscar von Ehelius n. a. Ter Verlaus ber Festausnahnren erfolgt zum Besten des Kais er -Wilhelm Kinderheims in Mtlbeck, dem der Kaiser ganz besonderes Interesse schenkt. Tic Festanfnohmen fiitb bei lirnft Challier ohne Kaitftüvang yi hören. Kreis Büdingen. D Usenborn, 12. Juni. Der 10 jährige Knabe des Hüttenarbeiters H. Kehrn hier hatte an ber Hand eine kleine Pustel, die sich nach einigen Tagen zu einer sogenannt^'. „Giftblase" entwickelte. Es stellte sich Fieber ein und bis ärztliche Hilfe cingriff, war es zu spät — Blutvergiftung war eingetreten unb der arme Junge starb unter großen Schmerzen. Vielfach mißt man diesen kleinen Geschwürchen keine weitere Bedeutung bei; anstatt zeitig einen Arzt zu Rate zu ziehen, soll mit Hausmitteln geholfen werden. — Kreis Lauterbach. = Wallenrod, 12, Juni. Em junger Bursche von hier verletzte sich mit der Säge am Finger. Um das Bluten ber Wunde zu stillen, strich er Wagenfett darauf. Das Fett erfüllte zwar diesen Zweck, aber bald schwoll der Arm bis zur Schulter an. Das vermeintliche Heilmittel hatte eine starke Blutvergiftung heroorgerufen. )( Unter-Wegfurth, 12. Juni. Ein gutes Geschäft machte ein hiesiger Einwohner durch den Bau der neuen Nebenba hn streck« Schlitz — Nied er -Aula. Tie projektierte Bahnlinie durchschneidet nämlich die Ecke seiner Scheuer. Der Geländeerwerbsausschuß, bot ihm 6000 Mk., damit er die Scheuer nieberlegen und außerhalb des Bahnbereichs wieder aufbauen könne. Nach sachverständigem Gutachten war dieses Angebot weit über den eigentlichen Wert der ganzen Scheuer bemessen, aber der Eigentümer gab sich hiermit nicht ^uftieden, er verlangte 8000 Mk. Dieser Preis war aber dem Ausschuß fru. hoch und er beantragte, da man sich nicht einigen konnte, Enteignung des Grundstücks. Bevor man jedoch dazu schritt, hatte man einen andern Plan ersonnen, der auch eine Einigung auf gütlichem Wege herbeiführte. Der Scheuerbesitzer erhält für die Scheuerecke 6000 Mk., der übrige Teil, kann stehen bleiben. Da dem Besitzer die Scheuer für seinen landwirtschaftlichen Betrieb nach (Entfernung des in den Bahnkörper fallenden Teils noch groß genug ist, wird er von einem Anbau auf der andern Seite Abstand nehmen. Er hat somit einige tausend Mark durch den Bahnbasttz gewonnen. Kreis Friedberg. L Friedberg, 12. Juni. Der Tetaillisten - Verein hat einstimmig beschlossen, die Geschäftsleute aufzuiorbern, Montag, 16. Juni, von l1/, Uhr die Geschäfte zu schließen. Starkenburg und Rheinhessen. w Darmstabt, 12. Juni. Privattelegramm, biestern abend wurde der 36 Jahre alte Rangierer Andreas Schinidt aus dem hiesigen Güterbahnhofe von einer Maschine ersaßt und sofort getötet. bs. Darmstadt, 12. Juni. Die Sitzung der Stadtverordneten stimmte heute dem Anträge zu, etwa 3,5 Hektar Gelände bent Reiche zum Bau von Kasernen und technischen Anlagen zu über lassen. Voraussetzung dabei war, baß die Kasernen in die Nähe des Hauptbahnhofes gelegt werben würben. Bei ben Bauten, bie nur zustande kommen, wenn die neue Vorlage in ihrem ganzen Umfange bewilligt wirb, sollen besonbers bie einheimischen Gewerbetreibenben berücksichtigt werben. Eine längere Aussprache ergab sich über bie Beiträge ber Stabt zu ben Ausstellungen bes Jahres 1914. Es würbe vorgeschlagen, bie Stabt möge sich mit einem Gesamtbeträge von 40 000 Mk. beteiligen. Davon sollen 30000 Mk. für bie beiben Ausstellungen auf ber Mathilbenhöhe (Kunstausstellung und Wohnungsausstellung) bestimmt sein unb 10000 Mk. für die retrospektive Ausstellung im Resibcnzschloß. Der Beitrag von 30 000 Mk. würbe gegen die Stimmen ber drei Sozialbemokraten, der von 10000 Mk. gegen 8 Stimmen bewilligt. An diese Bewilligung wurden u. a. Wünsche geknüpft, daß man auch hier bie einheimische Arbeiterschaft, sowie bie ftübtischen Ge- merbetreibenbe berücksichtigen möge; ein etwaiger Ucberschuß solle als Fonbs angelegt werben für fünfte Ausstellungen. m) Offenbach a. M., 12. Juni. In ber Sitzung der Stadtverordneten machte der Vorsitzende 06erbürgermeiftec Dr. Düllo von einer Eingabe des Haus und Grundbesitzervereins Mitteilung, die eine anderweitige Regelung des W a s s e r z i n s e s erstrebt. Die Eingabe wurde der Betriebsbaudepritation überwiesen. Dem Ausschuß Offenbach im Dlumenschmrrck wurden 300 M. Beitrag gewährt. Weiter wurde beschlossen, bei Rechtsverfolgunglw im Ausland, namerrtlich in der Schweiz, durch den Berufs- Vormund, die Gerichts- und Zwa n gsvollstreckim g sko ft en auf die Stadt zu übernehmen für den Fall, daß sie von dem Gegner nicht beizubringen sind, unter Beschränkung, auf höchstens 20 Mk. im Einzel fall. An den Volksschulen soll der Werkunterricht eingeführt werden. Für die Teilnahme von drei Lehrern an einem in Leipzig ftattfinbenben Werkunterrichtslursus sowie zur Ausbildung weiterer Lehrer im Werkunterricht wurden 2000 Mk. bewilligt. Die Vorschläge ber Oberrealschulen am Rathaus und Friedrichsplatz für bas Jahr 1914, die 20 456 Mk. und 36 715 Mk. Zuschuß erfordern, wurden genehmigt. Für die Gasabgabe durch Automaten wurde eine dritte Rate von 50006 Mk. bewilligt. Außerhalb der Tagesordnung wurde der Vertrag mit den Schweine- inetzgern, der unter Aufgabe der städtischen Schlächterei und Wurstfabrik die Errichtung eines paritätischen Preis- fesftetzrmgsausschusses bestimmt, angenommen und der Oberbürgermeister zum Mschluß des Verttags mit den Schweinemetzgem ermächttgt. Stadtv. Bruhns unterzog die ablehnende Haltung des hessischen Schulministeriums gegen die von der Stadtverordnetenversammlung einstimmig genehmigte und von der Kreissck)ulkommifsivn befürwortete Ortssatzung über die Pflichtfortbildungsschule für Mädchen einer scharfen Kritik. Auch die übrigen Redner brachten ihr Erstaunen über die Haltung des Ministeriums zum Ausdruck. Kreis Wetzlar. — Atzbach, 12. Juni. Gestern Abend erstrahlte unsere Dorfstraße zum erstenmale ini elektrischen Licht und von heute ab kann eS in allen angeschlosscnen Häusern benutzt werden. Etwa 30.Hausbesitzer machen von dieser Neuerung keinen Gebrauch, sie wollen sich mit dem bisherigen Licht begnügen. Hessen-Nassauc b. Biedenkopf, 12. Juni. Nächsten Diontag nachmittags 2 Uhr wird für den AussichtSturm auf der „Sackpfeife" der Grundstein gelegt. Bis jetzt wurden 5300 Mk. für den Turmsgesainmelt; den noch fehlei'den Relt- betrag von 3000 Mk. will der Kreis unter der Bedingung beisteuern, daß der Turm den Namen Kaiser Wilhelm II.-Turm führen soll. w. Limburg a. b. L., 12. Juni. Gestern nachmittag verunglückte das mit drei Mesonen besetzte Automobil des Frankfurter Verkaufsbureaus der Aachener-^ Ntannes' mannwerke beim Dorfe Malmenich, indem es in einer Kurve gegen einen Baum fuhr. Das Automobil wurde voll- -L Bi» z-Ld'L «Ss rid?ten< — Der Kgl. Geheime Rat vr. jur. Lothar Ritter vonSeuffert, ord. Proiefior für Zioilprozeßrecht, deutsches bürgerliches Recht und römisches Zivilrecht an der Universität München begeht am 15. ds. MtS. seinen 70. Geburtstag. Geboren am 15. Juni 1843 in Würzburg, studierte er ebenda, war dann von Mai 1875 bis April 1876 Protokollführer der Justizkommission deS Deutschen Reichstags in Berlin. Ostern 1876 folgte er einem Rufe als ordent- ltcher Professor für römisches Recht und Zioilprozeß nach Gießen. 1881 kam er nach Greifswald, drei Jahre später nach Erlangen, 1888 nach Würzburg und im Herbst 1895 nach München. Schmidt L Wiechmann Frankfurt a. M. liefern prima a% Gummischläuche ersetzt schnell und billig Wilhelm Schmitt Glasermeister Kanzleiberg 7 Telephon 575. veretnrnachrWen. * Steinberg, 12. Juni. Der GesangvereinJugend- freu nd veranstaltet am Sonntag au§ Anlaß seines 25jährigen S t i f t u n g s f e sl e steinen Gesangsweltstreit. Samstagabend' findet Kommers statt, Sonntagvorrnittag ist Preis- und Ehrenpreis- singen im Gasthaus zur Krone vorgesehen. Nachmittags findet ein Festzug statt und daran anschließend Konzert, Gesangsoorträge der Gastvereine sowie VolkSbelnstigiing auf dem Festplatz. Monlag- vormittag ist ein Frühschoppenkonzert geplant, während am Nach- mittag im Anschluß an einen Festzuq em Volksfest vorgesehen ist. Die Musik wird von der Kapelle Harnisch alisgesührt. = Butzbach, 12. Juni. Ter M i t t e l d e u t s ch e Säng er- b n-n d veranstaltet am 3. August hier ein größeres Bnndessest, da? einen vaterländischen Charakter tragen soll. Neben Gesangs- vorträgen von Einzeloereinen sind Massenchöre der zum Bund gehörenden kleinen Verbände geplant. Ta die Prüfung der Partituren der vorgesehenen Chöre vorher durch Musikdirektor Professor Trautmann-Gießen erfolgt, ist Gewähr für besondere Auswahl der Chöre geboten. Tägl. von morgens 10 Uhr ab slischgeWemi emrgcl sowie frWc-Mc Mcmn „„ bei [3712 HankeljNenenBäae7 schwarze LMMel Serie I 58 Psg. n H „ „ in i.2o an. Wert viel höher! WMnn 14 Bahnhofstraße 14 3890 Ä Ueberbringer in ein dazu bereit gehaltenes Kästchen, das er versiegelte. Der Käufer begab sich dann in ein andres Gemach. Ms er nicht wiederkam, öffneten die beiden Angestellten das Kästchen, aber statt der Juwelen befand sich darin ein Rasierbecher und Watte. In der Zwischenzeit wär der Schwindler verschwunden Die lffesige Kriminalpolizei hat sofort energische Nachforschungen angestellt. * Der „Imperator" erreichte nach prachtvoller Fahrt bald nach 1 Uhr Sölent, wo er bei der Bramble- dvje ankerte. Der Mahor von Soutlmmpton mit Gemahlin und der Aldermann Svutl>amptons kamen an Bord, wv sie von dem Direktor der Hambnrg-AmerikaEinie Warn Holz begrüßt wurden und einen Rundgang durch das Schiff machten. Der Mayor sprach seine herzlichsten Glückwünsche für die weitere Amerikafahrt aus. Hier schieden die von der Hamburg-Amerika-Linie geladenen Journalisten und Schriftsteller, die von Southampton nach London fahren, wo sie sich noch einige Tage aufhalten. Kleine Tagerchronik. In Cannstatt ist der General der Infanterie z. D. Freiherr Pergler von PerglaS, Ritter des Eisernen Kreuzes erster und ziveiter Klaffe im Alter von 86 Jahren gestorben. AMerßiesel TMißenftiefel UeWesel i NechWalen nur beste Qualitäten bei billigsten Preisen Franz tameier Souucrutraffe 20. Letzte Nachrichten. Znr Verständigung in der Deckungsfrage. Berlin, 13. Juni. Bei dem parlamentarischen Abend, der gestern beim Reick)ssckratzsekretär Kühn stattfand und dem auch der Reichskanzler bis jum Schluß beiwohnte, standen die Der st ändigungsver Handlungen im Vordergrund, die wegen der Teckimgsftage fortlaufend gepflogen werden. Mle Parteispilgm waren anwesend. Das Zentrum hielt am Mittwoch und Donnerstag sehr lange Fraktionssitzungen ab. Wie nach der ,^Lossisck>eii Zeitung" verlautet, wurde innerhalb der Fraktion noch feine Einigung er- sielt. Der „Rundschau" wird mitgeteilt, daß die Verhandlungen -wischen den Nattonalliberalt-n, den Fortsckmttlern und dem Zentrum, die auf eine ReickiSvermögenszwoachssteuer hiuziet-n, geradezu in eine Sackgasse zu geraten drohen. Nie und nimmer würden die Einzclstaaten einer allgemeinen Rcichs-Vermögenszu- wackrssteuer zustimmen, da diese nichts anderes wäre, als eine Reuhsgewcrbesteuer. Nach dem „Tageblatt" lägen die sachlichen Schwierigkeiten der formulietten Vorschläge vor allem darin, daß noch feine sicheren Ertragsberechnungen zu erreichen waren. Nach dem „Lokalanzeiger" ist in dem geplanten Kompromiß ein Feststellungsstempel enthalten, zu ergeben bei der dreijährigen Veranlagung vom Vermögen. Reichstagsabgeordneter Bass ermann erklätt in einem Schreiben an das „Tagehlatt" entgegen der Meldung, der Reichs« kanzler habe zu Bassermaim die Reichstag sauflösuna an die Wand gemalt, daß ein Gespräch solchen Inhalts überhaupt nicht stattgefunden habe. * Unfall eines neuen englischen Luftschiffes. London, 13 Juni Der von einer Pariser Firma nach dem Entwurf de» Signo Torres für die englische Flotte erbaute 2uJLf4CU5C! musste bn seiner ersten Probefahrt plötzlich landen und knickte in der Mitte zusammen, so daß er fast in zwei Teile zerbrach. Bei der Landung zertrümmerte das Luftschiff den Aeroplan>chuppen. Tie 12 Passagiere, meist höhere Offiziere, blieben unverletzt. 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WM J len ichtstnr" l «•.£<•* n W*’ä i.-setzlk ™ % Mobil Befreit wird man von allen hautnnrnniQ» hellen u. hamaasfi!)lagen, wie mit» ctTrr, flnnen, Blntdjen. örfidgsrötc usw. durch tägliches Waschen mit Steckenpferd- D’-'= Teerschwesel-Seife v. Bergmann & Lo., Radebeul - St. 50 «Pf. bei: P. I. Möbs. ständtg zertrümmert, Der e •ftrebi. Tie W/ wicfeit. Sem butd) ben wttfrrechnnWm ffatf, bau Is-von Zer BeschrankuW Di den L°l s- geführt werden, einem in SciHfe C :uv Ausbildung ^ 2000 e be- Sn am Mhau genctimigt- M ^rdc eme bn» tMfb de- S sch""'"' SB&S lEominen. jt Ls Äerttagv ÄU- s$*s 3inen über Aus der Rechtssprechung der Reichsgerrchtz. • Tp ^tels eingeschriebenen Briefs. — Entfchdg. des RG. v. 23. IX. 1911 in Nr 77 S- - Dcr^ Kläger l>at auf^Feststellung geklagt, daß er nicht Mttglred des beklagten 23ereine sei. Nach der Satzung des Vereins sollte der Austritt nur mittels eines, spätestens ein Viertel- ic-hr vor Al-lau,' des Vereinssahrs in die vände des Vereins- rerutzenden gelangten, ^ingeschttebenen Briefs erfolgen können. Das Rerchsgencht erklärte die Nichtbeachtung dieser Form der Kündigung ersetzt durch die Zustellung der .Aageschrift an den ^epemsvorfftzenden, die vor länger als einem. Vierteljahr vor Ablauf des rnz»m>chen verflossenen Bereinsjahres geschehen war, und durch bic Kenntmsnahme des Inhalts der Klage durch den s^, i tßenben Denn die auf die obige Feststellung gerickstete Klage- . ./UTt enthalte die unzweideutige Aeußerung des Willens, dem verltagten Verein nicht ipeiter angehören zu wollen — die Aus- tttttserttärung —, und diese Erklärung sei zur Kenntnis des Vereuisvorptzenden gelangt. Der Zweck der besttmmten Ueber- sendungsiorm — mittels eingeschriebenen Briefs — erschöpfe ich für den beNagten Verein in der Gewähr, den diese Ucher- ienoungsfor-m für die Erlangung der Kenntnis von dem Inhalt der übersandten Erklärung biete. L — Der Kommissionär, der mit Genehmigung des Kommittenten (Auftragenden) einen Unter- f om in 11 ] io n ä r zuzieht, hat ohne eigenes 23 e r = fd) n Id e n für dessen Handlungen nicht e i n z u st e h e n. Unterschied zwischen Erfüllungsgehülfe (RGB. § 278) und Er- siillungssubstitut.. — E. d. RGs. v. 2.' März 1912 in Bd. 78 —• Die Parteien litten einen Kommissionsvertrag geschloffen, wonach sich der Beklagte zum Verkauf der Tünger- und (vuttcrmittel der Klägerin verpflichtet hatte. Ter Beklagte batte seinerseits den Kaufmann M. in W. als Unter- komMissionar für W. und Umgegend angenommen: dies war der Klägerin mitgeteilt und von ihr' genehmigt worden. M. hatte demnächst erl-ebliche Geldbeträge, die er von Abkäufern für an sie abgesetzte Waren der Klägerin vereinnahmt hatte, für uch verwendet. Ta M. die unterschlagenen Beträge nicht ersetzen .fonme, io stritten die Parteien darüber, wer von ihnen den Schoden zu tragen habe. Tie Klägerin verlangte die Zahlung dreier Beträge von bent Beklagten, indem sie in der Klage hau ii'äcUidi geltend machte, daß der Beklagte durch mangel- hafte Beaussielstigung M's. den Schade,: verursacht habe. Das Ol e . landesgericht erachtete den Klageanspruch ohne weiteres sckion »'ach 278 RGB. für begründet, da der Beklagte sich M's zur rfiillung ferner Verbindlichkeit aus dem Kommffsionsvertrag be>ne>rt lwbe und dessen Verschulden dem Geschäftsherrn gegen- aber tu gleichem Umfang, wie eignes Verschulden, vettreten müsse Tas Rci.liSgerlchL erklärte diese Auffassung für unrichtig. ZLemr M Beanttvagte oder der ans einem Dienstvertrag, dessen Gegeristand ane ^st'>ch>ss1sbrsorgung ist, verpflichtete die Gescltäftsbesorgung mit «enehmignng des Airffraggebers bezw. des Tienstbrreckstigten einem xritten Überträge, was namentlich dann gescheh, wenn er von sich aus ui eigenem Namen, wie int vorliegenden Fall, — nickst nur, wenn er im Namen des Auftraggebers bezw. Dienstber^ch- ugten — den Tritten zur Geschäftsbesorqung annehme, so scheide der Beauftragte — aus der Verbindlichkeit zur Geschäftsbesorgung aus, und es trete bezüglich dieser Verbindlichkeit der Tritte an lerne Stelle. Dieser Dritte sei nicht sein Gehülfe bei Erftillung dieser VerbiMichkeit nach BGB. $ 278, solchem sein Eubi'.itttt Ersatzmann — bezüglich dieser Verbindlichkeit. Tie Pflicht des Beauftragten sei in diesem Fall beschränkt auf die Beobachtung der notigen Sorgfalt bei Annahme des Tritten, cch, die Abtretung der gegen den Tritten ihm erwachsenden An,pruche an den Auftraggeber und eventuell auf Ueberwachung oes Dritten nach Maßgabe der etwaigen zwischen dem Auftraggeber und ihm getronenen Verabredungen. Diese Beschränkung ber^ .Haftung sei für den „Auftrag" tn § 664, Ms. 1 Zgtz 2 VGB. ausdrücklich ausgesprochen: sie gelte aber der Natur der Sache, nach in gleicher Weise auch für den Tienftvertrag, der eine, Gesch'ästsbesorgung zum Gegenstand lwbe. Daraus, daß in 8 675 BGB., der gewisse Vorsckwiften des „Auftrags" auf den Tienswertrag mit Geschäftsbesorgungsinhalt für anwendbar er= klärt, der £ 664, Ms. 1 S. 2 nicht aufgeführt sei, könne das Gegenteil nicht gefolgert werden. Es müsse also untersucht wer- veu, ob der Beklagte der ihm ouferiegten Pflicht zur lieber- ^chung des M. nickst gehörig nachgekommen sei und hierdurch den schaden verursacht habe. wandern und Reisen, väder. Wanderungen in Gießens Umgebung. I. Garbentei ch-J ögerpfa d—A rnsbur g—2 i ch. Mit dem Zug um 2'^ Uhr fahren wir nach Garbenteich. Wir gehen auf der Straße nach Dors-Güll bis zum Walde. Hier gehen wir dem roten Strich nach und gelangen durch hübschen Hochwald nach dein Jägerpfad. Ter Weg bietet hübsche Ausblicke nach der Wetterau, besonders nach Burg Münzenberg. Man überschreitet die Butzbach—Licher Bahn und geht immer am Waldrand her bis zum Kloster Arnsburg. Hier ist eine gute Wirtschaft. Man versäume nicht, die teilweise noch sehr gut erhaltenen Klosterbaiiten zu besichtigen. Von ArnSburg führen verschiedene markierte Wege nach Lich, u. a. einer dem lieblichen Wettertal entlang und ein anderer über die Höhe. Tie Wanderung nimmt, wenn inan bequem geht, drei Stunden in Anspruch. II. M ü ck e— A l t e n h a i n—P etershainer Hof—Scho 11cn. (Sine hübsche, vielfach durch Wald führende Tageswanderung bietet da? weiße Dreieck, da§ von Mücke über Klein-Eichen an Mtenhain vorbei zum P e ter ha i n er S o f fühtt, wv das freundliche r^orsthaus zur Rast einlädt. Ter weitere Weg führt über Götzen nach Schotten. Die nicht anstrengende Wanderung dauert etwa 5 Stunden und bietet manchen schönen ^lusblick. Vermischtes. *Juwelcndieb stahl. Aus Bremen 12. Juni wird gemeldet: Gestern erschien in einem hiesigen Jnwclier- geschäft ein Unbekannter, der Juwelen taufen wollte. Nachdem er sich Schmuckgeg en stände im Werte von insgesamt 23 000 Mark ausbesucht hatte, entfernte er sich mit der Bitte, chm die Sachen in ein hiesiges Hotel bringen zu lassen. Im Hotel, in das die Sachen von zwei Angestellten des Geschäftes gebracht worden waren, erklärte er diesen, die Sachen seinen tn Paris wohnenden Angehörigen zeigen zu müssen. Er legte nun die Juwelen in Gegenwart der Sensen eziell mein erstick, beliebt. !' abrfkat,»Sonnc-Sense’‘ kisenirit Sicheln Wetzsteine bttitar usw. empfiehlt ,14, mb bpr A lch mißt m? ^n9t be®n b>q‘en ufern bcn beM ggcn A. Salomon & Cie. Extra-Angebot Stickerei-Rock Anläßlich des RegierurrgsjuLiläuurs Sr. Majestät unseres Kaisers findet imVereinshausc der Stadtmissiou, Löberftr. 14, Sonntag, den 15. Juni, abends 8'/, Ubr, ein Vorfrag mif Lichtbildern statt. Thema: IeMlnds Emchen vor WO Wen ____________Eintritt frei für jedermann.________04796 6lehtrotediniker=Ban Am Montag, den 16. Juni 1913 feiert die E k'ktro - Techniker - Vereinigung „Elektra“ tut „Neuen Frankfurter Hof" 3U Lana-Göns ihre Kaiserjnbiläums=Feier verbunden mit Humorist. Vorträgen Bull. Freunde, Gäste und Gönner sind frcundl. eingcladen. 04789 Der Vorstand. Sonntag, den 15. Juni, abends */29 Uhr, im Saale oder Garteh des Cafti Leib 3867 Großes Konzert der englischen Bergmanns - Kapelle aus Castleford i. d. Grafschaft Yorkshire (33 Mann) Musikalische Leitung: Mr. J. Stamp, Castleford. Kassenöffnung '/,8 Uhr.Eintritt pro Person 50 Pfg. Wäeseck Sountag, den 15. Juni, nachmittags Vs4 Ubr, im Garten oder Saale des Herrn Balthasar Wacker Grosses Konzert der englischen Bergniannskapelle aus Castleford. Musikalische Leitung: Mr. I. Stamp, Castleford. 5iassenöffnung'/?3 Uhr. Eintritt vro Perfon 25 Pfg, KSH-simlqsckmIVMz Samstag, den 14., Sonntag, den 15. «nd Montag, den 16. Juni feiert der Gesang Verein Jugendfreund sein 25Jähriges Stiftungsfest verbnndcn mit grobem satiisalefl sesngswsttstreit Da der Verein auf diesem Gebiete sehr erfahren ist, können sich seine Gäste eines genußreichen Tages versichert halten. 1 3895 Zu zahlreichem Besuche Iahet ein _______________._______Per Fest-Ausschuß. Bekanntmachung. „ In unser Handelsregister Abt. A. wurde heute bezüglich der Firma A. Siegel zu Gießen eingetragen: Die Firma ist mit Aktiven und Passiven mit Wirkung vom 1. Juni 1913 aus den Kausmann Robert Siegel zu Gießen übergegangen. Die Prokura des Kausmanns Robert Siegel zu Gießen ist erloschen. b,8/6 Gießen, den 10. Juni 1913. Großherzogliches Amtsgericht. Peffl n frinHifoppi Ifnnifl Bad-Nauheim, Ecke Ludwig- und bfllB u. &UI1UHÜ1 ü! &9!Jiy Bismarckstr., geg. d. Badehäus. [S°/r Hotel-Restaurant Balbach, Biedenkopf Inh. Fritz Wenk Su/< Gut bürgerliches Haus, 4Min. vom Bahnhof. Auto-Garage. Pens.v.M.4.O0 an. Franz. Billards. Ausschank Balbachscher Biere. — Anerkannt gute Küche. — Weine erster Firmen. Die Mitling ffiodnr Hand-Arbeiten im Laden Kreuzplatz 9 — neben Juwelier Brück ist geöffnet nachmittags von 4-6 Uhr Verkauf findet nicht statt. [a’/8 Wasch Ergebung vonH^ffasterarfieitsn J.Schmücker Nachfolger - i M w W W Blusen Hosen garantiert waschecht. Enorme Auswahl! Billigste Preise! 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