B' anieiger »^-Erstes Blatt M. Jahrgang Vienstag. U-Hovemdei M «scheint töglieh, außer JSBS& d flRfr O BeznqSvr t»; sonntags. - Beilagen: /Ä yj H| ▼ 'nonatIirf)75 durch t.^11 für den Rreir Stehen HB W ■ VW M ! A Lg H^ J fe M die Post LU. 2.—viertel» «Dreusiaq und Freitag); M. M M M 'M äfW M W dT pS / >9 H R HM W M W MT M h1hvL auc-jeist. Bestes zweimal monail. Land: Jf W^> M W W SL M ßl WaJjI J: lokal 15 Pf.. ÄÄ V 11^ ▼▼ ■ ▼ ■ VS5SSL2-Ä für die Redaktion 112, fwF KM Perautivortlich für Den MM General-Anzeiger für Oberhessen ZZW bis vormittags 9 Uhr. Notatwnrdnlck und Verlag -er vrühl'schen Univ.-Buch- UN- Zteiudruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulstrahe 7. Anze,Inlett:' H? Beck! Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. Tageskalerrder aus dem Jahre 1813. 11. November. KapitulationvonDresden. 32 französische Generale, 1759 Offiziere und 33 744 Mann werden Kriegsgefangene und nach Mähren und Ungarn abgcsührt. Erbeutet wurden an französischem Feldgeschütz: 25 Haubitzen und 69 Kanonen, ferner: 8 Mörser, 26 Haubitzen und 117 Kanonen aus dem Arsenal der Festung. Sin Auftuhr in Zabern. Zabern (Elsaß), 10. Nov. In der Kaserne soll jüngst ein Leutnant des Infanterie-Regiments Nr. 99, v. Forst - uer, einem Rekruten gegenüber, der wegen Messerstecherei Au zwei Monaten Gefängnis verurteilt worden war, die Aeußerung getan haben, daß er für das Nieder- stechen eines „Mackes' nicht bestraft werde, cr/ Leutnant, gebe ihm sogar noch 10 Mark dazu, lun5 ein Unteroffizier soll hinzugcfügt haben, auch er lege noch 3 Mark dazu. Dieses Vorkommnis, das die Militärbehörde bisher weder dementierte oder richtig stellte, besprach die Presse in schärfster Kritik, und der einheimischen Bevölkerung bemächtigte sich eine täglich zunehmende Aufregung, die bereits vorgestern abend in lärmenden Kundgebungen vor dem Osfizierskasino zum Ausdruck kam. Gestern, Sonntag, nachmittag gegen 3 Uhr, sammelte sich vor einem Privathause, in dem Leutnant v. Forstncr zu- fällrg weilte, eine wohl vierhundertköpfige Menge, die sich in Lärm und Drohungen erging, so daß der Leutnant telephonisch um Schutz ersuchte. Er wurde dann von zwei Soldaten mit geladenen Gcwehren nach seiner Privatwohnung geleitet. Abends gegen 8 Uhr war in der Hoh- barrstraße die Menge bereits auf über tausend Köpfe angewachsen. Die Leute sprachen Verwünschungen und Drohungen aus, forderten den Leutnant heraus und machten Miene, Lynchjustiz zu üben. Der herbeigecilte Oberst föhnte der Bürgermeister waren nicht imstande, die Menge zu beruhigen, auch Polizei und Gendarmen blieben machtlos, sodaß schließlich d i e Feue r w eh r au fgeboten werden mußte. Man erzählt, das; sich diese anfangs weigerte, in die Menge zu spritzen. Dann hielt sie die Strahlrohre zu, so daß der Wasserstrahl im Bogen niederging, wogegen die Menge sich durch Aufspannen von Regenschirmen schützte. Das Eingreifen der Feuerwehr blieb aber machtlos, nachdem die Menge die Schläuche zerschnitten hatte. Erst eine mit geladenen Gewehren ausgerüstete Militärabteilung, die mehrere Verhaftungen vornahin, schaffte Ruhe und Ordnung. Der Unteroffizier, der die oben erwähnte Aeußerung über die „Mackes" getan haben soll, wurde bei dem Auflauf erkannt. Er wurde in eine finstere Gasse gedrängt und dort auf eine unsagbare Weise tätlich beleidigt. Militärpersonen sind infolge der hoch gesteigerten Erregung überall dem Spott und Beleidigungen ausgesetzt. Einstweilen ist den Soldaten der Besuch der Wirtschaften verboten. Der Zuzug der auswärtigen Bevölkerung war gestern aus Anlaß der Wahlen zur Ortskrankenkasse stärker als sonst. Der unerfreuliche Vorfall in der elsässischen Garnison Zabern dürfte dadurch nicht erledigt sein, daß der betreffende Offizier, Leutnant Frhr. v. Forstncr, versichert, niit dem Worte „Mackes" babe er keinen Elsässer beleidigen wollen, Mackes sei für iyn lediglich ein Rowdy. Erklärt doch ein Blatt, das den Volksjargon des Landes tennt und durchaus auf altdeutscher Seite steht, daß dem Ausdruck Wackes etwas Geringschätziges gegenüber dem Volksstamm an sich anhaftc. Wie man aber in den altelfässischen Kreisen über solche Vorfälle denkt, darüber geben die folgenden Aeußerungen eines bekannten Großindustriellen des Reichslandes, F. Stehelin, Aufschluß, die als der Ausdruck der Meinung der gebildeten Schichten der elsaß-lothrinai- schen Bevölkerung angesehen werden können. Herr Stehelin schreibt: Eingcwandcrtc und Einheimische des Reichslandcs haben das gleiche Interesse, sich zu verstehen, sich zu vertragen. Sie werden cs aber nicht eher, als bis sie sich beguctmen, gegenseitig sich zu achten. Rücksichtslos müßte gegen jeden eingeschritten werden, der es mit diesem Streben nicht ernst nimmt. Welcher Partei ein solcher Störenfried auch angchört: so lange die Angriffe eines Elements gegen das andere mit verschiedenem Maße gemessen werden, wird mrd kann cs keine Ruhe geben. Es müßten also vor allem die Belästigungen, deren Zi lschcibe wir sind, die Angriffe und ehrenrührigen Kundgebungen, die uns als Opfer treffen, mit derselben Energie, derselben Schärfe geahndet werden, mit welcher der unbedeutendste Scitcnsprung unsererseits gesühnt wird. ES gibt nur eine Gerechtigkeit, das ist Gleichheit! Eigennützige Elemente aus allen Klassen, auf dem politischen Kampfplätze wie sonstwo zu treffen, übereifrige Beamte, takt- und maßlose Schwäger und Schreiber, Hetzer jeder Art und jeder Farbe, die unnötig beleidigen, verletzen und aufrcizcn, das sind, in gleicher Weise, unsere schlimnistcn Feinde. Sic haben eS auf dem Gewissen, wenn hüben wie drüben falsche Urteile zustande kommen. Ob- nwhl Ausnahmcersck>einungen, stellen sie der „Versöhnung" ein un überwind! ickzes Hindernis entgegen: soweit sic aus dein übrigen Deutschland eingcwandcrt sind, indem wir ihnen Verdächtigungen und Plackereien zu verdanken haben; soweit sie bei uns einheimisch sind, inbent sie einer Uebcrtrcibung, einer Verallgemeinerung, einer Ausbeutung ihrer Reden und Taten reichliche Gelegenheit bieten; beide Seiten endlich gcnreinsam durch ihre Hetzerei. Mit dem Tage, wo jedermann den verhängnisvollen Einfluß dieser Zwietracht und Haß säenden Persönlichkeiten erkennen wird, mit dem Tage, Ivo sie, in beiden Lagern, nur noch der verdienten Verachtung begegnen werden: mit diesem Tage wird die neue !Aera, da? Zeitalter des gegenseitigen Vertrauens einsetzen. Solche Vorfälle werden unterschiedslos von der erdrückenden Mehrzahl der Altelsässer mißbilligt. DaS Gleiche sollte aber auch überall jenseits des Rheines der Fall sein .' Leider werden bis jetzt solche Handlungen, nur wenn sie von Eingeborenen ausgehcn, übertrieben und von einem Ende des Reiches bis zum andern verbreitet, wo sic eine Entrüstung wecken, die zum Einschreiten zwingt. Was Altdeutsche dagegen verschulden, wird mir zu gerne totgcschnnegcn oder wenigstens als unbedeutende Lappalie dargestellt: geahndet wird cs fast nie. Und das sollte keinen Entrüstungssturm entfesseln? Die Störenfriede werden gewiß durch alle vernünftigen Altdeutschen verurteilt, deren cs gottlob auch int Elsaß eine große Anzahl gibt, aber sie werden nicht yenüaend zurcchtgcwicsen! Sie handeln den allgemeinen Interessen des ganzen Deutschen Reiches zuwider und werden doch nicht abgeschüttclt! Sie stehen gewiß in striktem Widerspruch mit den Absichten der Regierung, und doch wird nicht genügend getan, um die Bevölkerung davon zu überzeugen. Wechselseitigkeit in der Mißbilligung, Gleichheit in der Unterdrückung von allem, was der Verständigung schaden kann, das wäre hier der sichere zum Erfolg führende Weg." ■ Diese Betrachtungen eines Mannes, der es mit seiner Heimat unter deutsch-elsässischen Harmonien gut meint, erscheinen uns sehr beherzigenswert: sie geben den Fingerzeig zur richtigen Behandlung des Zwischenfalles von Zabern. Die Bildung einer Ausschusses für Prüfung der Rüftungslieferungen. Die „Norddeutsche Allg. Ztg." schreibt: Die Verhandlungen über die Bildung eines Ausschusses zur Prüfung der Rüstungslieferungen für das Reichsheer und die Marine sind zum Abschluß gelangt. Den Vorsitz wird als Stellvertreter des Neichstanzlcrs der Staatssekretär des Innern Staatsministcr Delbrück führen, von den Ressorts werden vertreten sein das Kriegsministerium, das Reichsmarincamt, das Reichsamt des Innern, das Reichsschatzamt, das Finanzministerium, das Reichspostamt, das Ministerium für Handel und Gewerbe und das Ministerium der öffentlichen Arbeiten. Von diesen Ressorts sind die fünf erstgenannten unmittelbar beteiligt, die drei letztgenannten sind um ihre Mitwirkung ersucht worden, weil sie auf dem Gebiete des Licferungswescns große Erfahrungen sammelten, die für die Arbeiten des Ausschusses nutzbar gemacht werden sollen. Für die Auswahl der Mitglieder ist der Grundsatz maßgebend gewesen, daß die großen Parteien des Reichstages durch je zwei, die kleinen durch je einen Abgeordneten vertreten sein sollen. Innerhalb der betreffenden Parteien werden die Etatsrcferenten sowie die durch Sachkunde geeigneten Abgeordneten ausgewählt. Im Einvernehmen mit den Parteien des Reichstages werden folgende Abgeordnete in den Ausschuß berufen: , Für die Konservativen Dietrich und Graf W e st a r p, für die Reichspartei Schultz- Brombcrg, für die wirtschaftliche Vereinigung Behrens, für das Zentrum E r z b e r - g c r und Speck, für die Polen Graf B r u d z o e w o und Graf M c i l z y n s k i, für die Nationalliberalen Noland- Lücke und Dr. Bollert, für die fortschrittliche Volkspartei Müller - Meiningen und L i c s ch i n g , für die Elsässer Hauß, für die Sozialdemokraten Noske. Die sozialdemokratische Fraktion hatte neben dem Abgeordneten Noske den Abg. Liebknecht vorgeschlagen. Der Reichskanzlei hat aber wegen der prononziertcn Stellung des Abg. Liebknecht, die er persönlich in der öffentlichen Erörterung der sogenannte» Kruppaffäre cinnahm, Bedenken getragen, diesem Vorschläge zu entsprechen. Der sozialdemokratischen Fraktion ist mitgeteilt worden, daß es ihr freistehc, neben Noske noch ein anderes Fraktionsmitglied für die Berufung in den Ausschuß in Vorschlag zu bringen. Mit Rücksicht auf besondere Sachkunde wurden einberufen auf Vorschlag die Vorsitzenden des Deutschen Städtetages, Oberbürgermeister K ö r t e-Königsberg i. P., Bürgermeister S ch w a nd e r-Straßburg i. E„ aus dem Gelehrtenstande der Studiendirektor der Handelshochschule in Köln Professor Eckert sowie die Universitätsprofcsso- ren Eduard Rosenthal in Jena und Hermann Schumacher in Bonn. Als Vertreter der Landwirtschaft Rittergutsbesitzer v. Mähr ich auf Pruschl'owa, Kreis Breslau, Wirklicher Geheimer Rat M e h n c r t-Dresden, Vertreter des Handels und der Industrie, der Vorsitzende des Direktoriums der Hapag B a l l i n, der Präsident der königlichen Bank in Nürnberg v. Burkhard, Geheimer Regierungsrat Duisburg in Leverkusen, der Direktor des Schaffhausener Bankvereins Farwick-Köln, d - Vorsitzende des Direktoriums des Norddeutschen Lloyds . ein ecken, der erste Vizepräsident der Handelskammer in Berlin Franz v. Mendelssohn, der Direktor der Deutschen Bank Wirkt. Geh. Reg.-Rat Professor Helfferich, der Vorsitzende des Vereins der deutschen Ingenieure, Neichsral v. Miller-München, Kommerzienrat Marwitz-Dresden, Klempner-Obermeister Plate, Vorsitzender des deutschen Handwerks- und Gewerbekammertages Hannover, der Gieszener Stadttheater. Wilhelm Dell von F. Schiller. Gießen, II. Nov. Zur Feier von Schillers Geburtstag, dem unsere Bühne erfreulicherweise stets eine besondere Ehrung erweist, wurde gestern abend Wilhelm Teil ausgeführt, leider vor recht schwach bc setztcm Hause, obwohl die Vorstellung schon eines Besuches wert gewesen wäre. Wenn die guten Absichten unseres doch wirklich nicht auf Rosen gebetteten Theaters so wenig unterstützt werden, dann darf man sich füglich auch nicht darüber wundern, wenn minderwertige Stücke herauskommen, die erwiesenermaßen einen besseren Kassenerfolg haben als literarisch wertvolle. Es ist für eine Bühne wie die hiesige wahrhaftig nicht leicht, ein Werk berauszuhrinqen, das so viel technische und darstellerische Schwierigkeiten aufwcist wie Schillers Tell, und wenn dann auch noch all die Arbeit und Mühe nahezu umsonst war, dann wird die Direktion allgemach die Lust zu solch kostspieligen, fruchtlosen Versuchen verlieren. Gewiß kann man hier keine Tellaufführung erwarten, die bis in die kleinsten Rollen einwandfrei besetzt wäre, aber das kann auch die Mehrzahl der meist gut unterstützten Hoftheatcr nicht leisten. Man muß sich viclsach dankbar bescheiden, wenn die Absichten des Dichters möglichst klar herauskommen, wenn feine Ideen sinnvoll vorgctragen werden. Die gestrige Ausführung des Tckl, die von Herrn Direktor Steingoettcr geleitet wurde, stand aber über diesen unbedingten Erfordernissen. Tic Hauptrollen waren zumeist gut besetzt, und auch das Bildhafte, auf das Schiller gerade beim Tell besonderen Wert gelegt hatte (man lese nur die Bühnenanweisung am Schluß der Rütliszene), war im allgemeinen gut herausgearbeitet. Einige kleine Entgleisungen des technischen Betriebes, wie z. B. der falsche Hintergrund an TcKs Haus, das allzulange Läuten in der Rütliszene, oder das offene, an der Außenseite mit Vorhängen versehene Portal im Edclhos, sollen nicht übergangen werden; sie fallen aber für den Zuschauer kaum ins Gewicht, selbst wenn er sie bemerkt. Sehr erfreulich war es, daß Tell sowohl beim Apsel- schuß als auch bei dem Schuß auf Gcßlcr dem Zuschauer verborgen blieb, wie denn die ganze Aufführung von dem guten Geschmack des Regisseurs zeugte. Auch die Einzelleistungen waren zumeist recht ansprechend, allen voran Tell und Geßler. Herr Bruch witz gab seinem Tell Kraft und Wärme und jenen seinen Zug von unerschütterlicher, unbewußter Mannhaftigkeit, die den meisten Darstellern nicht gelingt. Auch Rhythmus und Stärke des Vortrages waren glücklich erwogen; manche Stellen — entgegen dem Herkommen — sehr zu ihrem Vorteil scharf und laut hcrausgehoben, so daß der Tell des Herrn Bruchwitz als eine vorzüglich gelungene Darstellung anzusprechcn ist. Ebenso hervorragend war der Geßler des Herrn Tworkowski. In Maske und Haltung durchaus selbständig und von einem verblüffenden Mienenspiel beseelt, schus er einen gänzlich neuen Geßler — einen Gewaltmenschen von stählerner Spannkraft. Einen Atling- hauscn edelsten Geblüts gab Herr Vvlck, der Nicvcrsagendc; voll herzlicher, tiesfühlender Menschlichkeit, voll lauterer Güte. Schön und stolz war der Rudenz des Herrn G r o s s e r - B r a u n: sicher und eindrucksvoll. In klarer Krast wurzelte der stimmgewaltige Stausfacher des Herrn Schubert. Nicht Mann genug war der Walter Fürst des Herrn Bochum; die Bedächtigkeit des Alters darf hier nicht zu großväterlicher Behutsamkeit führen. Tapfer und entschlossen war der Werni, den Herr Grosser spielte, schars umrissen und kraftvoll der Riwdi des Herrn Goll Eine sehr gute Leistung bat Herr Stein Hofer als Melchthal; voll innerer Glut und jugendlich heißer Leidenschaft, nur überhastete er sich mitunter sehr. Die männliche, entschlossene Kraft eines Baumgarten ließ Herr Ulrich völlig vermissen: er gab einen err-gten Jüngling mit einem großen Bart. Ein netter Fischerknabe war Martini, die im schaukelnden Kahn saß und merkwürdigerweise doch nicht mit- schaukcltc. Als Stausfachcrs Gattin wirkte Frl. Frenz el nicht überzeugend; schon allein der Schnürleib nahm jede Einbildungskraft und sie blieb dadurch eine Maskenballbäuerin. Als Armgard dagegen übte sie einen starken Eindruck aus. Voll kraftvoller Herzlichkeit war Frl. S t e t t n e r als Teils Gattin. Frl. Dagny blieb als Berta zu matt, um ihren Einfluß aus Rudenz glaublich zu machen, auch jihre Pausen waren zu lang. Ein herziger Walter war Frl. Lin deck. Herr Notteck gab dem Johann Pancida ein scharfes Gepräge. Den Pfarrer Rösselmann spielte Herr Conradi, den Kuoni Herr Hattenbach. Erwähnt sei noch, daß das Doppelauartett des Gesangvereins Heiterkeit den Chor der Mönche dankenswerterweise übernommen hatte. r-Sundertiahr feier in München. Aus November, wird uns geschrieben: Zum Gedächtnis Georg Buchners gab die Hoftheaterleitung heute sein bekanntestes Werk ,,L.antons T o d", dem als Uraufführung eine Bearbeitung von Büchners hinterlasseiiem Trauerspielfragment „W o z z e k" m der Bearbeitung des ^Dramaturgen unserer Hofbühnen, Dr. Karl Wolff, folgte. Wolffs Bühnenbearbeitung stützt sich auf die I Ausgabe, die Karl Emil Franzos, der Auffinder und Entzifferer des 1879 entdeckten, bis zur Unleserlichkcit verblaßten Manuslrivtcs, I veranstaltete. Es war ein außerordentlich interessanter Abend. ,,Dantons Tod" hatte besonders dank der von Lützenkirchen meisterhaft dargestellten Selbstverteidigung Dantons vor dem Konvent einen bedeutenden Erfolg. Das Drama wurde jedock) in Schatten gestellt durch die tiefe balladeske Wirkung, die die Tragödie des schlichten Soldaten Woz-zek auf die Hörer ausübte. Das Fragment ist durch Wolffs geschickte Bearbeitung,zu einem gewissen Abschluß gebracht und reicht in seinem dichterisck>cn Wert an Szenen in Goethes „Faust" und Wagners „Kindesmörderin" heran. Das im ärmlichsten Milieu spielende Stück, dessen Fabel nur ein einfacher Kriminalfall ’ugrunbe liegt, wird unter der Hand des Dichters zu einer grandiosen Symbolik des gesamten Mcnschcn- dascins. Steinbrück als Wozzek traf den Stil der Tichtting in genialer Weise. Unterstützt wurde das treffliche Gefamtspicl durch die charakteristischen Szenenbilder des Wiener Kunstmalers Alfred Roller. Die Aufführung hatte einen durchschlagenden Erfolg. — Ein neues Desinfektionsmittel. Das auf der internationalen Jagdausstellung in Wien 1907 ausgezeichnete Ballistol-Klever-Armeeöl hat außer seiner anerfannten CigensäM als Rostschutzmittel und Mittel zur Nachschlagverhindcrung und Lösung auch noch eine hohe bakterienfeindliche und keimtötende Wirkung. Hebet die Desinfektionsversuche des bekannten chemisch- bakteriologischen Laboratoriums von Dr. Älusrecht-Berlin berichtet der Prometheus 'Leipzig, Otto Spaniers daß Ballistol gewöhnlick)e Kolibazillcn sowie Typhus- und Choleraleime innerhalb von zwei Minuten also, sofort abtötet. Die widerstandsfähigeren Eitererreger wie Staphylococcus pyogenes albus, werden in 5, Strep- tokoktcn und Pyocyaneus in 15 Minuten von dem unverdünnten Oel vernichtet. In verdünntem Zustand kommt es zu Entwicklungshemmung. Da beim verwundeten Soldaten Ballistol nur in unverdünntem Zustande in Betracht kommt, läßt sich nicht leugnen, daß der Soldat in diesem Armeeöl gleichzeitig ein wertvolles Desinfektionsmittel bei sich führt. Das Bestreben der modernen Chirurgie geht dahin, alles überflüssige Hantieren an der Wunde zu vermeiden. Und die Ersalrungen der Balkankriege haben gelehrt, daß die Heilerfolge sticht infizierter Wunden direkt glänzend sind. Ballistol unverdünnt auf das Verbandszeug gegossen, wird ohne jede unnötige Berührung der Wunde die Jn- fekttonserreger in deren Umgebung abtöten und so für den V w wundcten von großem Wert sein. Es muß dem Soldaten ein bcrulügendes Gefühl sein, in seinem Waffenöl gleichzeiuz ein sehr brauchbares Wundschutzmittel bei sich zu haben. Umfangreiche praktische Versuche damit sind leoensalls entschieden anzuratcn. mit -sqtwin» 739000 ), Homberg 35), innigen (25^ Lauterbaä) 100 , Nidda in 2 Gemeinden Gemeinde 6 Mk. auch Gießen. 2381, in Mainz Offenbach mit Generaldirektor der Schlesischen Aktien-Gesellschaft für Bergbau und Zinkhüttenbetrieb Remy in Lipine, der Generaldirektor der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg Geh. Baurat v. Rieppel, der Vorsitzende des Direktoriums der Hohenlohewerte Schalterbrand sowie die Geheimen Kommerzienräte Schott in Heidelberg, Weber in Gera und v. Wiedemann in Stuttgart. Tie Aufgabe dieses Ausschusses wird sein, die bisherige Entwickelung der Grundsätze und Methoden für die Rüftungslieserungen an Heer und Marine in ihrem Zusammenhang mit der allgemeinen wirtschaftlichen Entwickelung darzulegen und die Zweckmäßigkeit der gegenwärtigen Praxis unter vergleichender Betrachtung ähnlicher Staate- oder privater Großbetriebe des Zn- und Aaslandes einer Untersuchung zu unterziehen. Zu diesem Zwecke werden von dem Ausschuß auf Grund einleitender Verträge allgemeineren Inhalts nach einem im einzelnen noch fcslzusctzen- den Arbeitsprogramm Sachverständige im kontradiltorischcn Vertrage vernommen werden. Die Verhandlungen werden am 14. November ihren Anfang nehmen. Au» Stadt rind Land. Gießen, 11. November 1913. DaS Schulwesen der Provinz Oberhcssen im Jahre 1913. und in 10 Gemeinden 10 Mk., darunter Tie Zahl der Hunde beträgt in Darmstadt mit Moinbach, Kastel und Kostheim 2561, Bürgel 2189, Gießen 1014 und in * * Der Großherzog folgte am Montag vormittag ..... Gefolge einer Einladung des Landgrafen von Hessen zur Jagd nach Philippsthal bei Dreieichcnhain. * * Prinzessin Friedrich Karl von Hessen hat den Vorsitz der Landesvercinigung der deutschen Schul- schiffvereine für das Großherzogtum Hessen und die 9tad) den statistischen Feststellungen vom 15. Mai 1913 befinden sich in der Provinz O b c r h e s s e n an höheren Knaben- unb M ädchenschulen: GymnasieninGicßen (mit 254 Schniern, Büdingen d89>, Friedberg (198) und Lau bad) (98): ein Realgymnasium in Gießen (271), eine Obcrrcatschulein (ließen (551), Realschulen in Butzbach (135) und Fnedberg 1190»; höhere Bürgerschulen in Bad Nauheim 190', Büdingen 34), Friedberg (211), Grün- über Tage beschäftigten, nicht eigentlichen Bergarbeitern und zwar beim B. von 4.48 auf 4.53 Mk und beim E. tron 3.42 auf 3.47 Mk.: er wurde geringer u. a. bei den UcbcrtagrArbeitern; er betrug hier beim B 3.24 gegen 3.25 Mk und beim E. 3.38 gegen 3.45 Mk Zm Durchschnitt aller Arbeiterkategorien steltte sich der Nettoverdienst eine- Tages im B auf 3 61 gegen 3.68 Mk., im E. auf 3.41 gegen 3.34 Mk. Endkick referierte Bergrat Köb- r i d) über den Umfang und die Grcn;. i der Kpnzessionsvslickt bei Trabtfritbabnen lind Schlämmt, uhantagen bergbaulicher Be triebe im Verhältnis zur bergpolizeiochen d^mebmigungSvslicht. — Die nächste Zmammenkuntt findet voran-, (ichttich am 11. Za- miar 1914, abermals in Gießen, statt. und 46 Schulkindern. _ ... /1Aie. 41KX *- Die Zahl der Volksschulen bchragt 414 (1911. entfallen davon auf öieficn Stabt l^K te i S G t e je n78(78k AtSfrld 76 (76), Bübingen 72 (72b Frkedberg <2 (73), 8antrrbfl* 64 (6 !\ Sd'vtden 51 .51). Nach dem Bc kennt n i S ,md es 409 (110) Simultanschulen, 2 (2) evangelische m den treuen »rnedberg und Lauterbach und 3 (3) lathoindie in Budmgcn, Friedberg und Lauterbach. Die Zahl der cr Umgebung schon lange nickt mehr zu sprechen ist. ** Ruhestörung. Zu der Ruhestörung in dem Südwestvicrtel, die in deut gestrigen Eingesandt gerügt war, wird uns mitgeteilt, daß die Polizei ihre Pflicht völlig erfüllt hat, in dem sie die Namen der Studenten feststellte. Es handelt sich um Beterinärmediziner, die am Freitag abend eine Festlichkeit abgehalten hatten. Landkreis Gießen. == Garbenteich, 10. Nov. Bei der Gemeinderatswahl wurden wiedergcwählt: Ludwig Weigel I, Landwirt, mit 87 Stimmen, Jakob Walter, Landwirt, mit 77 Stimmen, Johannes WeigelH. Landwirt, mit 76 Stimmen. Ncugewahlt wurde Johannes Schwarz, Landwirt, mit 95 Stimmen. Sämtliche Gewählte gehören der bürgerlichen Partei an. Kreis Büdingen. § Leidhecken, 10. Nov. Hier wurde ein 24jährige« Mädchen, einzige Tochter einer achtbaren Familie, vom Starrkrampf befallen und starb, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben. Kreis Lauterbach. R. Lauterbach, 10. Nov. Bei den ErgänzungSwablen des Gemeinderats wurden von den aussckeidenden Mitgliedern Spediteur Adam Alp, Fabrikant Jakob Diehm II, Konditor Zoh. Eduard Tuckardt und 2d)ubmad)crmci|ler Hermann 3d)iebelfiutj wiedergewählt: Diehm mit 266, Duchardt mit 276 und &. Schiebelhuth mit 322 Stimmen. Neugewählt wurde an Stelle Alp Hutsabrikant Konrad Feick mit 296 Stimmen. Bon 829 Stimmberechti'tten haben 474 Wähler abgeftuniflt ES waren im ganzen 12 Kandidaten aufgestellt Starkenburg und Rheinhessen. rm. Darmstadt, 10. Nov. Ein Ueberfall wurde in der Nacht uim Sonntag von drei Burschen auf dem Marktplatz auf einen Schneider verübt Der Ucberadcne zog feinen Revolver nnd gab verschiedene Schüße ab, die aber niemand verletzten. Tie unheimlichen Brüder liefen davon, ohne daß es gelang, ihre Namen feft- znslellen. , m. Offenbach, 11. Nov. Em schwerer ArbeitS- n nfall ereignete sich am Montag Nachmittag in der Mühlheimer Filialfabrik der Offenbacher Lederfabrik von Mayer & Sohn. Dort war der 23jährige Fabrikarbeiter Kaspar De iß ans Dietesheim mit dem Abkochen von Lack beschäftigt, ivobei er sich infolge Ueberkochens schwere Brandwunden im Gesicht zuzog. Der Schwerverletzte wurde von der Offenbacher Samtätswachc auf seinen Wunsch im Kranken- berg (137,, w------- .. (.KSt Scktltz (44), Idiotien (90' und xjilbcl (53 , eie hofiere Mädchenschule in Gießen (443) und versd>iebene Borsdmlcn zu bei, vorgenannten Lehranstalten. _ Privatsckulen sind in Gießen ^mtitut Dr. st übel (18), Lick die Privattnädckensdmle (22), daS frnabcninftitut Ecdiell 19 . die Dürerickule in Hockwaldbausen (14), die Hoskavlaneuchule m Webern (19) und die Privatmädckenschule in Lauback < 23 cdnHer Ta ui lammt die Rettung* anstatt in «lotter ArnSburg 29 - Als Facklefirer und Facktebrerinnen waren tn her Provinz §2 Personen tätig. Eine Hilfsschule hat Gicuen mit 2Klaffen WonnS 1111 Stück. ** Konferenz der hessischen Bergwerks-Betriebsleiter. Dieser Tage sand in Gieße n un toatel Viktoria eine Konferenz der Betriebsleiter der HeuNckew Bergwerke statt. Als erster Punkt der Tagesordnung^,land die Beteiligung der hessischen Bergwerks-, Hütten- und Salinenindustrie an der (bewerbe au e-ft ellung Gießen 1914 zur Verhandlung. Es wurde beschlossen, die Bergbanabtcilung bieier Ausstellung gemeinsam auszuarbeiten und wegen llebcrlanung und Herrichtung des dafür versügbaren Gebändo) alsbald Dritte zu tun. — Sodann berichtete Bergrat Schulz- ,yrtebberg über den diesjährige,! Allgemeinen deutschen Bergmannstag m Breslau und die damit verbundenen bergmännischen Besichtiszmigsrerwn nach Ober- und Nieder Schlesien. — Bergamtmann ^cheerer nab die Zahlen der .st-nappsdiasts- und MontanstatNtik für das Jahr 1912 und die Lohnstatlstik für das dritte Vierteliahr 1913 bekannt, von denen folgende allgemeines Zitteresse beanspruchen dürsten Es waren am 31. Dezember 1912 knappschastlich vernckert 2913 Personen (170 weniger als im Vorjahr). Die Zahl der Tage, sür die Krankengeld bezahlt worden ist, betrug 1912: 19o42: 1911: 23 305; 1912 steht also erheblicher günstiger da als das Vorjahr Die Summe der Einnahmen betrug 148 088 Mk, die brr Ausgaben 128 785 Mk., so dass; sick 19 303 Mk. Ueberschub ergibt. (Zm solgenden bedeutet B Braunkohlen, E = ^hien> erzbergdau.) Zm Zahre 1912 wurden aus Grund neuer Fragebogen für die Montanstatistik folgende Zahlen ermittelt: Anzahl der Betriebe beim B. 8 (wie im Vorjahr), beim E. 14 13); Zahl der berussgenossenschaftlich Deriicbcrten Personen beim B 428 574), beim G. 1507 <1606': die üohnsumme beim B. 490 000 Mk., beim E. 1665 000 Mk. (in den Vorjobren wurde nach dieser Zahl nicht gefragt); die perwertbare Jafiresgewiw nung beim B. 393 730 (498 872) Tonnen im Werte von <39 000 1111 000) Mk. ober 1,84 (2,23) Mk per Tonne: beim E 383 643 376171) Tonneu im Werte von 3 85300 f3 603000) Mk oder 10,04 (9,58) Ml. per Tonne. Zn den Lobnverhältninen des 3. Bierieljahrs sind keine wesentlichen Aenderungen gegen das Vorvierteliahr eingetreten. Der durchschnittliche Nettoverdienst für einen Tag stieg B. bei den eigentlichen, unter -tage beschäftigten Bergarbeitern und zwar beim B. von 4.22 Mk. aus 1.25 Mk., beim E. von 3.94 Mk. auf 4.02 Mk.; ferner bei den automobil ins Hanauer Dincenz-Hospital gebracht. = Mainz, 10. Nov. Am Sonntag fand in Frankfurt a M die Hauptversammlung des Vereins Großfi. h e s s i s ck e r G e o m e t e r 2 Waffe statt. Der Verein nt nunmehr auf 300 Mitglieder angewacksen. Tie von etwa 100 MitgliAerck besuchte Versammlung befaßte sich bauvtiäcklich mit den ungünstigen Anftellungs und G e li a l t s v e r h ä l t n i s s e n der tm Staatsdienst beschäftigten Großh. Geometer 2. Klaffe sowie den niederen Gebührensätzen der Prioatgeometcr. — Zum Schluß wurde folgende Entschließung angenommen: „Die heute in AxanRirt a M. tagende Hauptversammlung der löessischen Odometer 2. Klaffe hegt zu Großh. Regierung und den hohen Ständekammern das Vertrauen, daß ihre schon seit Iahreii erhobenen Wünsche auf Anerkennung als Staatsdienstanwärier und Schaffung weiterer benni- tiocc Stellen [»ei den streisvemvessungsünttern und Feldbereini- gungsbehörden endlich in Erfüllung geben, damit cm angemessenes Verhältnis mm'cficn den Angestellten und den Nichtangestellten, rote auch bei den staatlichen Beanttengrupven herbeigeführt wird. Ferner wird dem Wunsdie Ausdruck gegeben, daß bei Vera^ckiedmtg der Besoldungsvorlage die Gehallsvcrfialttnfse der Grostfi ifköinetrt 2 stlasse denjenigen der übrigen mittleren techniichen Beamten gleichgestellt werden und die vollständig unzulänglichen Gebühren der Privatgeometer 2. Klasse eine emsprechende Erhöhung erfahren. Heffen-Raffau. — R o d h e i m ast der Bieber, 10. Nov. Samstag zum Sonntag erftrahte unser Ort zum ersten Male im elekt rischen Lichte. In einigen Tagen werden Hm wett über 200 Däuser dieser neuzeitlichen Einrichtung erfreuen. Dte Stromleitung erfolgt durch die Eisenwerke, Buderus- Wetzlar und wird nack Bieber—Fellingshausen weiter ge- sührt. Die gesamte Anlage erfolgt durch eine Wiesbadener Firma. ~ . (b- 'N iedenkopf, 10. Nov. In der Dauptver'amm- lung des Berschönerungs- und Berkehrsnereins wurde ein Aussichtsturm auf dem Altenberg beschlossen, es konnte bereits ein Bausonds im Betrage von 500 -Rk. gesichert werden. Geplant ist ein Turm mit einem etwa fünf Meter hohen Sockelmauerwerk, auf dem ein Holzturm Aufstellung findet, der zu gelegener Zeit durch einen massiven Turm ausgewechselt werden kann. Frank fu rt a. M., 10. Nov. Zu den Forderungen der Aerzte nahm beute in Frankfurt eine aus dem ganzen Großherzogtum sehr stark besuchte Persammlung der Mitglre- der des K r a n k e n k a s s e n v e r b a n d e s Stellung. Nach stundenlangen Beratungen einigte,man sich dahin, den .Icti* len keine weiteren Z u g e st ä n d u i s s c zu machen, da die Kassenausschüsse den ärztlichen Forderungen schon zu wett entgegen gekommen sind. An die Stelle der freien 'Arztwahl soll später aus Ofrunb des §370 der Reicksverncherungsord' nung den Mitgliedern Geld für ärztliche Behandlung gegeben werden. Das Oberverficherungsamt soll in diesem Sinne den Kassen entgegenkommen. . fi Bad vvmburg v. d. £>.. 10. Nov. Bei guter Beteiligung — von 1683 Wahlberechtigten stimmten 912 ab — fand heute 53 Knaben-, 55 Mädchen- und 837 gemischte Klassen, xer Krns Schotten hat nur gemischte Klanen. Nach dem Boltsschuttehrvlan zergliedern sich die KlM'sen in 205 einklassige, 244 jroeiflaiiige, 110 drriklassige, 175 oierklaffige und 211 mehrklassige Schulen. An Lehrpersonal sind beschäftigt 911 Lehrer und 34 Lehrerinnen, und zwar im Kreise Gießen 232 Lehrer, 17 Lehrerinnen, Alsfeld 117 Lehrer, 2 Lehrerinnen, Büdingen 127 Lehrer, 2 Lehrerinnen, Friedberg 242 Lehrer, 11 Lehrerinnen, Lauterbach 109 Lehrer, 1 Lehrerin, Schotten 84 Lehrer, 1 Lehrerin, aic Zahl der Schulkinder beträgt 49 714, nämlich 25 049 Mnaben und 24 665 Mädchen. Davon sind 44 955 evangelisch, 4018 katholisch. 661 israelitisch und 80 sonstigen Bekenntnisses^ Dem Bekenntnis nach wohnen un Kreise Gießen 13 210 Ev., 307 Kath., 126 Zsr. und 36 Sonst., 2llsfeld 5767 Ev., 378 stath., 101 Zsr., 1 Büdingen 6750 Ev., 129 Karfi, 144 Zsr und 6 sonst., Friedberg 9830 Ev, 2849 Kaih., 200 Zfr. und 17 S., Lauterbach 4833 Ev , 339 Kath , 32 Zsr., Schonen 4565 Ev., 16 Kachl, 58 Jsr. und 20 Sonstige. Pslichtfortbildungsschulen gibt es in Gießen, Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Lauterbach, Schotten mit 464 st lassen und 7601 Sdiülern. Ein Lehrerseminar hat Friedberg mit 181 Schülern in 6 Klassen. • * * Tages kalender für Dienstag, den 11.Nov.: Stadt- tficatcr: Rehon-Gcistfpiel: .Tie tote Stadt/ An-ang 8 Uhr. Bürgeroerein: Außerordentliche Hauplverfammlung un .Einhorn'. Abends 9 Uhr. worden sind. . •• Die Hundesteuer. Dte Zahl der Hunde betrug nach der amtlichen Statistik im Großherzogtum Heften 46 639 Stuck, von denen 917 staatSffeuerfrei bleiben. Der Betrag der (BtaetShunbefteucr betrug im Jahre 1912 457 201 Mark, während die Gemeindebundesleuer nur 128 557 Mk. einbrachte. Nur in 118 Gemeinden wird Hunde- (teuer entrichtet, während in 865 Gemeinden der Hund Heuer- rei ist. Die Zahl der Hunde, welche staatssteuerpflichtig sind, beträgt in der Provinz Starkenburg 21 528, in Oberhesfcn 11 662, in Rhein heften 12 532. Die Höhe ber Oemeinbc- hunbcitencr betrug in 13 hessischen Gcmeinben 2 Mk. im Jahr, in 13 Gemeinden 2,50 Mk., in 53 Gemeinden 3 Mk„ 4 , Die Vorarbeiten für die Aufstellung ber Genossenschafts st ati st ik seitens bes Reichs sollen demnächst in Angriff genommen werden, nachdem die Vorschläge des Statistischen Amts von den Bundesstaaten, die sich an den Kosten beteiligen, begutachtet worden sind. HusIcinB. Unzufriedene englische Postbeamte. Aus London wird berichtet: Eine Massen-Ver- sammlung von Po st beamten aller Grade, die am Sonntag in L o n d o n stattfand, lehnte in einer Entschließung den amtlichen Bericht über die Lage der Postbeamten ab. Der Vorsitzende der Versammlung sagte einen Ausstand der Postbeamten für Weihnachten voraus, falls eine Unterredung mit dem Gencralpostmeister am nächsten Donnerstag ergebnislos verlaufen würde. Die türkische Kriegs st euer. Die Konstantinopeler Blätter melden: Der Ministerrat beschloß, die seit mehr als einem Jahre eingeführte Kriegssteuer mif 10 Jahre zu verlängern. Der Stcuerertrag soU für eine Verstärkung der Flotte verwendet werden. von bret Stcrdtv^rv-rdnten brr dritten Klosse Natt, (^ewadtt tourbe nur Postsekretär Zimmerling mit 550 Stirn- nwit, wahrend zwischen den übrigen Kandidaten Stichwahl ftatt$u< nnbcn b«; es erhielten txm den Bürgerlichen Architekt S ch l o t t - ner 338, Heim 263, Bocke 251 und WeiftHaupt 278 stemmen, von den Sozialdemokraten Lagerhalter Dippel 329, Schreiner Schmid 348 und Brauereiarbeiter Lcibingcr 317 ^numen. tzn SticlvnaA kommen Schlot tn er, Dippel und Leibinger. Die Stichwahl wurde auf den 28. ykovember festgesetzt. — Die Verhandlungen wegeri Verkaufs der Militär- kaserne an die Stadt ftchen vor einem befriedigenden Abschlaft. Das Gchäude wird zur Unterbringung von Gymnasialklas- s e n dienen. Der Zunghelftrbund. Ans Berlin wird uns geschrieben: „Junghelserbund" nennt sich eine neue Juoendvereinigung, die sich vor kurzem gebildet hat, und sich die Aufgabe stellt, die Heranwachsende Jugend zu bewußter Wohlfahrtspflege zu erziehen, indem sie das Verständnis der Kinder für fremdes Leid eittwickeln und zu tatcnfroher Hilfsbereitschaft ausgestaltcn will, wie es bereits seit Jahren in England in vorbildlicher Weife geschieht. Dort war es der jetzt verstorbene Dr. Barnardo, dem die schöne und cljrcnbc Bezeichnung „Vater der Niemandskinder" zuteil wurde und der vor etwa 20 Jahren „The houng tzelper's League" ins Leben rief, die heute fast die gesamte Jugend England vereinigt und über ein Jahreseinkommen von etwa % Millionen Mark verfügt, das sich aus kleinen freiwilligen Spenden der Kinder, aus Taschcngeld- pfcnnigen, zusammcnsetzt. Diese Beträge ermöglichten cs, in London das Kinderkrankenhaus der Barnardoschen Anstalten, ebenso wie eines der tzäuser in der Barnardo-Kolonie von Islington zu gründen und vollständig zu unterhalten. Für Deutschland muffte der Gedanke unseren Verhältnissen entsprechend «mgeformt und sein Tätigkeitsgebiet in die Schulen gelegt werden. In zweijähriger stiller Arbeit hat eine Charlottenburger Mädchenschule die Lebensfähigkeit eines deutschen „Junghelferbundes" erprobt und überaus erfreuliche Resultate damit erzielt. In ungefähr V/z Jahren kamen hier über 2000 Mark tzusammcn, die für laufende Pflegegelder zu Erholungskuren für kranke und schwächliche Kruder, zur Ausrüstung eines Knaben, der zu rSee wollte, und zu kleineren Aushilfen und Anschaffungen verwendet werden konnten. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt jedoch aus erzieherischem Gebiete, der die Jugend zu verständnisvollem Helfen durch ftciwilligen Verzicht auf einen Genuft hcrcm- bilden und eine Wohlfahrtspflege in die Wege leiten will, die in späterer Zeit Wohltättgkeitskonzerte, Blumcntage, Basare usw. überflüssig machen soll. Zu diesem Zweck werden durch die Schulen „Junghelfcrbunde" unter der Leitung des Schulvorstandes ins Leven gerufen, deren Mitgliedschaft eine durchaus freiwillige ist, und die .ßmdcr zur monatlichen Zahlung von 10 bis 20 Pfennigen in die Klasscnkasse des Bundes verpflichtet. Der Eifer der jungen Mftglieder, die ans ihrer Mitte die Vorsitzende, Schriftführerin und Kassenführerin der betreffenden Klasse zu wählen haben, wird durch die Selbstverwaltung der gesammelten Gelder erhöht, die in monatlichen Versammlungen abgeliesert werden, bei welcher Gelegenheit den Kindern von den leitenden Lehrkräften Vorschläge für die Verwendung und Bericht über die Erfolge der Öilfstätigkeit gemacht werden. Nachdem in der genannten Schule sich die Organisation gut bewährte, hat auch die „Königliche Aucmsta-Schule" zu Berlin eine „Junghelfergr- gruppe" eingerichtet, während in Meiningen, Breslau, Danzig, Straßburg und anderen Orten solche in Vorbereitung sind. Die günstigen Erfahrungen und das Verständnis, das die Grundgedanken des Bundes überall fanden, haben nun zur Gründung eines g auzDeutschlandumfassendenBundes gc'ührt. Ten Vorsitz bat der um die Jugendpflege so hochverdiente Professor Dr. von Soden übernommen. Der Bund soll die bestehenden Jugend-Organisationen nicht tzurückdrängen, sondern in ihrer Arbeit untcrftützen, indem er die durch ihn gesammelten Mittel stets unter Mitwirkung der bewährten Kinderschutzvereine oder anderer Jugendwohlfahrtseinrichtungen zu verwenden gebentt. Emma Stropp. Der Ritualmordprozeh. Kiew, 10. Nov. Im Ritualmvrdprozeß ist der Angeklagte Beilis freigesprochen worden. Die Geschworenen bejahten die Frage 1, ob das Verbrechen in dem Gehöft Saizew begangen worden sei, verneinten aber die Frage 2, ob ein Ritual- uörd vorlicge, und ob das Verbrechen von Beilis begangen worden sei. Vermischtes. * Brände. Aus Suhl, 10. Nov., meldet ein Privat- 7Tclegramm: In dem benachbarten Gold lau ter brach in der vcrgairgeneu Nacht Feuer aus, das zwei Wohnhäuser einäscherte. Zwei Kinder, im Alte, von vier und sechs Jahren, sind urn- gc komm en. — einer Meldung aus Heiligen stabt hat ein Großfeuer in Dingelstädt sieben Anwesen eitr- geäschert. * Schic rlin g Vergiftung. Aus West en feld wird gemeldet: Die Bergrftunv at der Familie des Garrneveibesi-ers Müller durch den Genuß von Suppe i/at ein weiteres Todesopfer erfordert. Auch der Lehrling B-chresmeicr isl gestorben. Die übrigen 10 Mitglieder der Familie befinden sich außer Lebensgefahr. * Seltsamer Selbstmord. Nach einer Meldung ans Kascknm verübten in Alt-Löblau der .Naufmann Timar unb seine Gattin in der Weise Selbstmord, daß der Schuß, mit welchem der Marrn sein Herz durchbohrte, auch in die Brust der Frau ein- drang, die sich dicht hinter ihm aufgefteßt halte. * EineScharlach-Epidemie hcrriäft zurzeit in London. diugenblicklich sind 3600 Fälle in Behandlung. kos. Eine empfehlenswerte Schlingpflanze. Tie Schlingpflanzen eignen sich in hohem 'Maße zur natürlichen Ausschmückung des sich allmählich wieder zum »Gartenheim» gestaltenden Gartens, weil sie sich zu wirkungsvollen Bildern verwenden laßen. Eine sehr dankbare, blütenreiche, krätzige und widerstands- fähige Schlingpflanze ist der in Brasilien heimische Nachtschatten, Solanum jasminoides, der in unseren Gärten noch viel zu wenig beachtet wird, obgleich er sich auch bei uns sehr gut kultivieren labt, iveiüg Pflege verlangt, dagegen recht viel Freude bereitet mit seinen großen, weißen, an unseren Jasmin erinnernden Blüten und beit zierlichen, meist hcrzeiiörmigen Blättern von schönem Dunkelgrün. Besonders empfehlenswert ist der jasminartige Nachtschatten zum Bekleiden älterer Mauern, die er in einen dunkelgrünen Mantel hüllt, übersät mit prächtigen, weißen Blumen. Der kräftig rankende Strauch wird im Frühjahr im Freiland gepflanzt, man läßt ihn dann sich über cm Spalter, eine 'Mauer ober einen Pfahl usw. ranken. Tie Blütenstände sind so reichblütig, daß der Strauch beinahe daß ganze Jahr hindurch mit den reizend weißen Blüten geschmückt ist, die das leichte Blätterdach durchdringen. Tie Vermehrung erfolgt durch Stecklinge, die schon in kurzer Zeit prächtige, sofort blühende Pflanzeit geben. Besonders geeignet und empfehlenswert ist der jasminartige Nachtjcha ten auch zur Schnittblumenkultur. Die blühenden Zweige halten sich sehr lange im Strauß und bilden einen wirkungsvollen Vasen- schmnck auf Veranden und im Zimmer. Ein Versuch im nächsten Frühjahr wird sicher dem Gartenbesitzer viel Freude bereiten. vüchertisch. — ©gib von Filek, Mimis Versorgung. Roman. Umschlagzeichnung von D. Slrzoda. Vita, Deutsches Verlagshaus. Preis: Geheftet 3,50 Mk. Ein Schicksalsbuch, das das Los der vielen Mädchen behandelt, die verneinen mufften, weil sie die Stunde des Bejahens nicht erfaßten. In dem vorliegenden Buch führt uns der Verfasser eine jener auch seelisch allzuzarten Frauen gestalten vor, die nicht den Mut ftnden können, ihr eigenes Leben zu leben, selbst ihr Sckftcksal zu meistern, und die in der Ver- ßärung einer harmonischen Resignation ihre höchsten Reize, wie etwa manche Mandonncnbilder der Frührcnaissance, entfalten. Aber in straff geführter Handlung zeigt er auch, wo aus solch passiver, negativer Lebensanschauung die Wege zu kräftiger, freudiger Lcbensbejahung führen. — „2 er Winte r", die bekannte Münchner Illustrierte Zeitung für den Wintersport, hat ihren 8. Jahrgang begonnen. Das inhaltsreiche erste Heft liegt uns in der gewohnten oorzüg lichcn Ausstattung vor. Nach den Ankündigungen der Schristlei- tung und des Verlages hat der „Winter" neue große Erfolge zu verzeichnen, da er amtliche Zeitschrift der großen Wiener Wintersportvereine, des Ocsterrcichischen Eislaufoerbandes und anderer Vereine geworden ist. Ms amtliche Zeitschrift des Deutschen Skiverbandes und des Ocsterrcichischen Skivcrbandes ist er ja schon lange eingesührt, und allgemein gilt er als die führende Wintersportzeilschrift. Sie ist aus dem Verlage der Deutschen Alpeir- zcitnng in den Verlag von Walter Schmidkunz, München, Bayerstraße 25, der auch in Wien eine Filiale unterhält, über gegangen, und auch in der Schriftleitung, für die jetzt wieder Carl I. Luther, der Mitbegründer und frühere langjährige Schriftleiter des „Winter" und Walter Schmidkunz zeichnen, ist ein Wechsel erfolgt, der sicherlich zur weiteren Hebung des Blattes beitragen wird. Märkte. fc. Hochheim a. M., 10. Nov. Der heutige Hochheimer Markt war trotz des regnerischen Wetters von 1200 Pferden befahren. Neben den Pferden stand mich gut entwickeltes Zuchtvieh zum Verkauf. 'Auf dem Pferdemarkt bestand der Austrieb aus schweren und mittleren Arbeitspferden, vornehmlich .Kaltblütlern. Der Handel, der bereits gestern abend eingesetzt, wickelte sich meist in den Stallungen und den Straßen der etabt flott ab. Im allgemeinen bewegten sich die Preise in etwas niedrigeren Bahnen als auf dem letzten Pserdemarkt in Frankfurt n. M., doch wurden Preise für Fohlen von 450 Mk., für 3—fahrige Stuten von 1100 bis 1500 Mk erzielt. re. Frankfurt a. M., 11. Nov. Heu- nnb St rohrnarkt. Angefahren waren 3 Wage» Heu, 0 Wagen Stroh. Man notierte: Den J.uu—3, 0 Mk, Stroh lflornlangstrohj 0.00-0.0) Alk., Wire- stroh 0,00—0,00 Mk. Alles je 50 Kilo. Geschäft ruhig. - Tie Zufuhren waren atts Oberhessen und den Kreisen Hanau unb Dieburg. (Für Form nnb Inhalt aller unter dreier fltobtif stehende» Artikel übernimmt die Redaktion dem Pubicum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Richtig st cNung: Im gestrigen Eingesandt des Derrn Petri ist ein Irrtum unterlaufen Es nnife heißen, daß der von der Krcisvcrttctung gebilligte Ankaufspreis 30 Pfennig für den Cuabratmcter beträgt, nicht 30 Mark. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussickten in Lassen für Mittwoch, den 12. Nov. 1913: Veränderlich, strichweise Regelfälle, mild, südliche bi- südwestliche Winde. Letzte Nachrichten. Prctzstrmmen zum Urteil im Kiewer Ritualmord-Prozch. Berlin, 11 Nov. Das „Berliner Tageblatt" schreibt: Man hat in der antisemitischen und reaktionären Presse den Juden den Vorwurf gemacht, daß sie die Unschuld des Beiliß oder doch die Sinnlosigkeit des Ritual- mordcs zu beweisen trachteten. Sollten bk Juden nicht ihre ganze Kraft aufwendcn, nm einer Lüge entgegcuzu- treten, die immer wieder auflebt und, begünstigt durch das wohlwollende Lächeln der vornehmeren Antisemiten, immer wieder verbreitet wird ? Die „Tägliche Rundschau" erklärt, der Geschwo- rcn«mspruch sei ein Freispruch des Beiliß, halte aber die Anklage eines Blutmordes aufrecht. Tas Blatt berichtet ferner: In der gestriigcn Nummer des Organs der edjt russischen Leute „Der zweiköpfige Adler"' werde behauptet, daß jüdi- schcrfeits 17 Millionen Rubel, das heißt über 34 Millionen Mark aufgewendet worden seien, um die Belastungszeugen gegen Beiliß zu bestechen und sie zu günstigen Aussagen für den Angeklagten zu bestimmen. Tie „V o s s t s ch e Zeit u n g" betont: der Beiliß-Pro- zeß mit seinem behördlichen Apparat ist ja doch nur ein Anzeichen dafür, daß Rußland seit dem Oktober-Manifest in den letzten Jahren Stufe um Stufe hinabgesünkcn ist. Austatt daß eine Versöhnung der Gesellschaftsschichten und Voll'sstamme des russischen Rciäies untereinander und mit den Machthabern angestrebt wird, hat man die Kluft nur noch erneuert. Die Folgen können nicht ausbleiben, ob sie früher oder später eintreten. Der Beiliß-Prozeß weist deut- lich darauf hin, welche Saat in Rußland hcranreift. Protest gegen Rosegger. Wien, 11. Nov. Der tschechischeKulturvrrein Prag wandte sich in einem Telegramm an die schwedische Akademie der Wissenschaften gegen die geplante Verleihung des Nobelpreises an Peter Rosegger, der bekanntlich die Zwci-Millioncn-Kronen-Samm- lung für den Deutschen Schulverein angeregt hat. Rosegger würde, heißt es in dem Telegramm, das Stiftungsgeld zweifel- loszurGermanisierungslawischerKinder benutzen. Die Verleihung an Rosegger würde die österreichische und slawische Bevölkerung beleidigen. Schuccsturm in Amerika. London, 11. Nov. Die Zeitungen aus New Jork berichten, daß dortige Gebiete von einem schweren Schneesturm heimgesucht wurden, wodurch großer Schaden angcrichtct worden ist. Der Eisenbahnverkehr mußte eingeschränkt werden. Auch in den Häfen von St. Lorenz wüten schwere Stürme. Von dem Kohlendampfer Bridgeport hat man seit neun Tagen nichts gehört. Man nimmt an, daß er gesunken ist. Am Ontharis liegen 40 Dampfer fest und warten auf besseres Wetter. — Auf Long Island richtete ein durch den Sturm hervorgerufenes Feuer einen Sachschaden von 800 000 Mark an. Stimme aus dem Volke! Aus Verordnung des Arztes trank ich Bioson zur Slrärtigunq bet nervösen Verdauungsbcschiverben und bin mit dem Erfolg äußerst zufrieden. Der Avveiit besserte sich rasch und die 9teroen wurden merklich gestärkt. L. Onentzler, Stuttgart, Schiilstraße 11. Unterschrift beglaubigt: 10.5.13. GcrichtLuolar Joos. Bioson, großes Paket M7 M 'S' Stmiiiirint ÄI'K if-l>rr°dck i Reparaturen von Grammo- vlnmen u. A'äbmasch. werden billigst u. sachgem. ausgeilihrt. Friedr.Linker, Ludwigjtr. 16 Eiürschlriüftsmr Satt JobanniSbeersträncher, aroßsrllchtig,- Jiersträucher, feinste Sorten: Hochstamm- Motors. 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TageS-Ordnung: 1. Ergänzungswahl für Borstand und Aufsichtsrat. 2. Berschicdcnes. Mitgliodorvcrsammlung des Vereins der Hausbesitzer Mittwoch, den 12. November, abends 8*/2 Uhr, im Saale des „Hotel Schütz". bcö§trrii$trbenh5icfrctär Fran; Bessert: TieVersicherungsanstaltd. deutschen Hausbesitzer, ihre Aufgabenu. Leistungen Wir ersuchen um zahlreiches und pünktliches Ticnstag.d. 11.91oti.l913, abends 8 Uhr: Auher Abonnement! Abonnenten »ablen gegen Borweio deS2.ErmabiaunaS> kuponv gewöhnliche 'Greife. Qiraillttl •«WftHcl der Internationalen Tournee Maria Rebofi mit eigenem Ensemble. Die tote Stadt Tragödie in 5 Akten von (Gabriele d Annunlk 1§0 Studentenkarten Mk. 1.- sind in der Mn>i- kalienhandluhg von Ernst (hallier, Telephon 671, für Studierende auch bei Herrn Hausverwalter Ritter und abends an der Kasse zu haben. v*/11 Woph Ahnnnnmnnk werden ohne Preiserhöhung unter Abzug liuvlleZlVUUUuUlülllD der bereits vollzogenen Konzerte abgegeben. ===== Abonnements für die drei Kammermusikabende Mk. 6.—. ====== Union-Theater Selterswei. 81