rcr. zl\ sweues eiart 163. Jahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die ..Gietzener Zamilienblätter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Giehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zeit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhefien Samstag, 20. September W3 Rotationsdruck und Verlag der Brnhl'schen Unioersitäts - Buch» und Steindruclerci. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« straße 7. Expedition unb Verlag: e^@51. Redaktion:«^! 12. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen. Der Streit um das Wohnungsgeld der Staatsbeamten. (rb) Darmstadt, 19. Sept. Während im Reich, in Preußen und in den meisten übrigen deutschen Bundesstaaten seit langer Zeit ein Wohnungsgeld einen wesentlichen Bestandteil der Bezüge der Staatsbeamten bildet, war ein solches für die hessischen Staatsbeamten bis zum Jahre 1907 unbekannt. Es wurden damals die den Beamten in Anbetracht der verteuerten LebenFverhältnisse zugedachten Gehaltsaufbesserungen in dieser Form gewährt, jedoch ohne daß der Wohnungsgeld- zuschuß pensionsfähig werden sollte. Nach dem Gesetz vom 28. März 1907 hat der definitiv angestellte hessische Staatsbeamte, soscrn er keine Dienstwohnung bezieht, einen Anspruch auf ein Wohnungsgcld, das nach zwei Ortsklassen gestaffelt ist. Die Beamten mit dem Amtssitz in Darmstadt, Mainz, Offenbach, Gießen, Worms und Bingen erhalten bei einem höchsterreichbaren Diensteinkommen bis zu 2000 Mk. 12 Prozent des Höchsteinkommens und bei einem solchen über 2000 Mk. 8 Prozent, jedoch mindestens 240 Mk. als Wohnungsgeld: die Beamten in den übrigen Orten des Landes erhalten bei einem Höchstgehalt bis 2000 Mk. 8 Prozent, und bei einem Oiehalt von über 2000 Mk. 6 Prozent als Wohnungsgeld. Bei der damaligen Ausbesserung-^ der Beamten sind lediglich diejenigen, welche eine Dienstwohnung haben, nicht berücksichtigt worden. Da diese Beamten bei weitem nicht den Wert der ihnen zugewiesencn Dienstwohnung durch die von ihnen zu entrichtenden Entschädigungen bezahlen, so glaubte man damals von einer Aenderung dieses Eerhältnisfes absehen zu tonnen. Wad) dem Gehaltsgesetz vom Jahre 1898 werden die Dienstwohnungen der Beamten folgendermaßen veranschlagt: Innerhalb der Städte Darmstadt, Mainz, Offenbach, Gießen, Worms und Bingen werden 10 Prozent der jeweiligen Besoldung, innerhalb der Orte des Landes, die Sitz eines Kreis- amtcs oder Amtsgerichts sind, 7Vs Prozent und in den übrigen Gemeinden des Landes 5 Prozent des Gehalts als Entschädigung an den Staat abgeführt. Bei Beamten mit einer höchst erreichbaren Besoldung bis 2000 Mk. ermäßigen sich die genannten Sätze auf 5, 4 und 3 Prozent. Schon bei der Beratung des Wohnungsgeldgcsetzcs im Jahre 1907 wurde von ländlichen Abgeordneten gegen die Staffelung nach zwei Ortsklassen angekämpft: es wurde jedock) der Antrag des Bauernbundes, der ein gleiches Wohnungsgeld in Land und Stadt einführen wollte, in der zweiten Kammer mit 31 gegen 9 Stimmen abgelehnt. Als darauf die Regierungsvorlage zur Abstimmung gelangte, war der Abg. Bähr der einzige, der gegen die Gewährung eines Wohnungsgeldes durch eine verneinende Abstimmung stimmte. Bereits bei Beratung dieser Vorlage machten sich Stimmen mehrerer Abgeordneten einzelner Amtsstädtchen, sowie der Ortsvertretungen dieser Städte selbst bemerkbar, die eine . Versetzung in die erste Ortsklasse erstrebten. Allein da nur eine Staffelung nach zwei Ortsklassen gesetzlich vorgesehen war, konnte man sich im Landtag mit diesen Wünschen abfinden. Das im Jahr 1907 durch einen einmütigen Beschluß der Kammern gutgeheißene Prinzip des ge staffel- ten Wohnungsgeldes soll nun durch die neue Regierungsvorlage weiter ausgestaltet werden, indem die hessischen Orte nach drei Klassen für das Wohnnngsgeld gegliedert werden sollen. Die Grundzüge dieser neuen Bestimmung sind in der Vorlage der Regierung eingehend begründet und das Für und Wider sachlich erörtert worden. Kommt inan zu einer kritischen Beleuchtung der Vorlage, so sind besonders zwei Momente hervorzuheben, die stets von den Gegnern eines gestaffelten Wohnungsgeldes gegen ein solches angeführt werden. Die Gegner des geringeren Wohnungsgeldes für ländliche Beamte, insbesondere die bäuerlichen Abgeordneten des Landes, wünschen, daß ihre Beamten zunächst deshalb nicht geringer bezahlt werden, als die städtischen Beamten, damit sich nicht der ländliche Beamte durck) die Aussicht auf einen höheren Gehaltsbezug in der Stadt veranlaßt fühlen konnte, seinen ländlichen Wirkungskreis mit demjenigen eines städtischen Amtssitzes zu vertauschen. Es soll also durck) diese Ablehnung eines gestaffelten Wohnungsgeldes der sog. Landflucht gesteuert werden. Das zweite Moment, das gegen eine geringere Vergütung der ländlichen Beamten angeführt wird, ist, daß man behauptet, das Leben auf dem Lande sei nicht, wie man dies geineiniglich durch die Gewährung eines hohen Wohnungsgeldes an die städtischen Beamten dokumentiert, billiger, sondern im Gegenteil teuerer. Abgesehen van den Annehmlichkeiten, die der städtische Beamte durch Theater, Konzerte und sonstige ethische Genüsse habe, müsse der ländliche Beamte für die Erziehung seiner Kinder erheblich mehr aufwenden, als der Beamte ip der Stadt, der seinen Kindern in der Stadt eine standesgemäße Erziehung billiger zuteil werden lassen könne. Dieser Einwand von ländlicher Seite wird in der Regierungsvorlage treffend widerlegt. Durch die auf Wunsch der Kammer von der Regierung veranstaltete Umfrage hat sich ergeben, daß im ganzen nur 31 hessische Beamte ihre Kinder wegen des Besuchs einer höheren Schule auswärts in Pension geben müssen, während die Kinder von 160 Beamten von ihrem Wohnort aus eine auswärtige Schule besuchen. Aber von diesen 191 Beamten stehen 130 im Genüsse von Dienstwohnungen, so daß also ein höheres oder niedrigeres Wohnungsgeld für sie überhaupt ohne Bedeutung ist. Demgegenüber ist jedoch darauf hinzuweisen, daß diese Zuwendungen das Staates als Wohnungsgeldzuschuß gewährt wurden und daß von 2813 Beamten ohne Dienstwohnungen 2024 in den vorerwähnten sechs größeren Städten wohnen, das sind 72 Prozent. Diese haben zweifellos einen ganz bedeutend höheren Wohnungsaufwand aus ihrem Diensteinkommen zu bestreiten, als die restlichen 28 Prozent der Beamten ohne Dienstwohnung auf dem Lande. Wollte man die erhöhten Ausgaben für die Kindererziehung ausschlaggebend sein lassen auf die Entschließung über das Wohnungsgeld, so könnte den 61 Beamten ohne Dienstwohnung, die gezwungen sind, für ihre Kinder wegen des Schulbesuchs höhere Aufwendungen zu machen, vielleicht ein entsprechender Erziehungszuschuß gewährt werden. Nun ist, wie schon ausführlich in den Blättern mit» geteilt wurde, die Mehrzahl der ländlichen Abgeordneten in der Zweiten Kammer, die in der „Wirtschaftlichen Vereinigung" sich zusammengetan hab-en, sich darüber einig geworden, bei Beratung der Besoldungsreform die Beseitigung des Wohnungsgeldes überhaupt zu verlangen und durch Zuschlag eines mittleren -einheitlichen Wohnungsgeldsatzes zu dem Gehalt eine gteid^e Besoldung der ländlichen und der städtischen B-eamten herbeizuführen. Wie aber bereits aus dem oben Gesagten hervvr- geht, würde ein solcher Beschluß den Wer 2000 in den Städten wohnenden Beamten gegenüber zweifellos eine große Ungerechtigkeit bedeuten. poliftfc^c Tagesschau. Die türkisch-französisch-deutschen Verhandlungen über Kleinasien. Zu den bereits gemeldeten Eisenbahn- und Hafenkonzessionen, die zwischen dem Minister des Aeußern Pichon und Dschawid Bei hier verhandelt worden sind, bemerkt der „Temps": , Die hauptsächlichsten Konzessionen, die bereits Gegenstand von Verträgen mit gewissen Finanzgruppen sind, sind in Syrien der Bau der Häfen von Jaffa, Haiffa Und Tripolis und eine Zweigbahn von Reyak nach Lydda. In Armenien erhalten wir ein Eisenbahnnetz von gegen 1000 Kilometern, dessen .Hauptader durch die Linie Samsun—Erserum—Trapezunt gebildet wird. Dazu werden sich auch noch einige Häfen am Schwarzen Meer gesellen. Rußland, das durch sein Abkommen von 1900 von der Türkei Rechte erworben hat, hat darauf zu unserem Nutzen vernichtet. Wir nehmen als Gegenleistung für diese Vorteile be- lanntlich die Erhöhung der Zölle um 4 Prozent an, die die Türkei seit langer Zeit fordert, und erleichtern ihr eine bedeutende Anleihe in Frankreich. Diese Abmachungen stehen in enger Beziehung mit den Plänen des Einvernehmens, die zwischen Paris und Berlin hinsichtlich der Unternehmungen der beiden Länder in Türkisch-Asien ausgcarbeitet wor:en sind. Wältrend wiL an Deutschland unsere Jnterefscn an der Bagdadbahn zurückgaben, vierzichtet gleichzeitig letzteres daraus' unsere Vorrechte in beit Gebieten von Syrien und Armenien zu bestreiten, in denen unsere Interessen kraft des französisch-, ürlischen Abkommens vorwiegend sind. Tas deutsch-französische Abkommen ergänzt also und bestimmt genauer das französisch-türkische Abkommen, indem es zwischen Frankreich und Deutschland Wettbewerbsfragen aus der Welt schasst, die unsere finanziellen Interessen mit denen Deutschlands in Nebenbuhlerschaft bringen. Dieses Abkommen wird, wenn es verwirklicht ist, die deutschen und französischen Beziehungen wegen Kleinasiens richtig gestalten und zwischen den beiden Regierungen Quellen des Streits zum großen Nutzen der Beziehungen zwischen den beiden Landern beseitigen. ♦ Zur Frage des Kanaltuunels. In Antwerpen hat sich soeben die Vereinigung der britischen Handelskammern für d e u K a n a l - tu nnel ausgesprochen. Ein desto schärferer Vorstoß ist nun in der „Times" gegen den Tunnelbau erfolgt, und es scheint, daß Oberst Repington, der diesen Plan hier so lebhaft bekämpft, dies zugleich im Wanten der Regierung tut. Oberst Repington prüft, wie wir der „Köln. Ztg." entnehmen, die Gründe, welche die Verfechter des Planes gellend machen; sie sagen, die Tunnelanlage müßte die Kapitalisten wie kein anderes Unternehmen anziehen: sie schwelgen in marinen Worten für die Einheit der Völker, etwas für empfängliche Seelen; sie verweisen ans die guten Beziehungen zu Frankreich, bei denen es ausgeschlossen sei, daß das Tunnelende auf englischem Boden in feindliche Hände übergehen könnte; sie halten den Seeleuten vor, daß es mit der vielgepriesenen Jnsellage zu Ende sei, seitdem Angriffe durch Luftschiffe möglich seien; die Männer von der Armee suchen sie durch die Erwägung zu gewinnen, daß eine fortlaufende Eisenbahnver- bmdung das Zusammengehen des britischen und des französischen Heeres erleichtern würde, und zu guter Letzt wird hervorgehoben, daß in diesen Tagen der bescheidenen Geschäfts- geroinne eine Ersparnis in den Ueberladungs und Seeversicherungskosten England große Vorteile bringen würde. Diese Gründe sucht Oberst Repington zu widerlegen. Zunächst gibt er die theoretische Möglichkeit des Durchstichs zu, läßt indes die Frage offen, ob der Boden allgemein so» günstig beschossen sei wie an den beiden Enden, was erst durch die Bohrung erwiesen werden könne. Die Kapitalisten müßten jedenfalls viele Jahre warten, bevor sie auf einen Ertrag aus dem Tunnelbetrieb rechnen könnten. Was die Völkerverbrüderung betrifft, so sei es fraglich, ob England durch eine Erleichterung der Einwanderung von bedürftigen Elementen seiner Volkswohlfahrt nützen würde. Die Landwirtschaft und manche Industriezweige des Vereinigten Königreichs hätten schwer zu leiden, wenn die rasche Einfuhr von Nahrungsmitteln und gewissen anderen Waren erleichtert würde. Nicht zu sehr solle man auf die Freundschaft mit Frankreich bauen. Jenseits des Kanals habe man immer den Tunnelbau gewünscht, von dem man voraussichtlich auch Vorteil haben werde, diesem Vorteil aber dürften die britischen Interessen nicht geopfert werden. Zwar sei das politische Einvernehmen fest und so dauerhaft, wie es sich nur voraussehen lassen könne, allein die Geschichte ergebe, daß die Beziehungen zwischen den Staaten sich öftmals, dazu noch in einem Jahrhundert, verändern können, und man dürfe nicht darauf bauen, daß die englisch-französischen Beziehungen immer so blieben, wie sie gegenwärtig gestaltet seien. Es komme auch nicht nur auf die Freundschaft oder Gegnerschaft gerade Frankreichs an. Es sei nicht ausgeschlossen, daß eine dritte, England feindlich eMachtinBesitzvonCalaisgelange, was man besonders jetzt erwägen müsse, wo die kontinentalen Strategen sich so viel mit der Möglichkeit eines deutschen Vorswßes durch Belgien beschäftigen. Dann heißt es: Gesetzt, wir hätten einen oder mehrere Tunnels gebaut und unseren Sechandel dementsprechend zugunsten der Eisenbahnen gelähmt. In welcher Lage befänden wir uns dann, wenn in Kriegs- zeitcn ein Feind unseren Handel unterbände und beim Friedensschluß uns Frachtsätze auflegte, wie sie nach seinem Gutdünken für uns paßten? Ein einziger Durchstich würde unseren Seehandcl zu- Reliquien aus der Zeit der Zreiheitsttiege. Kurz vor der Jahrhundertfeier der VölkerscUacht, am 13. und 14. Oktober, findet bei Karl G. Hierscmann in Leipzig die Ver- -fteigerung einer großen Sammlung von Erinncrungsgegenständen an' Napoleon I. und den deutschen Befrciungskamps statt. Den .Grundstock der Versteigerung bildet die berühmte Leipziger Sammlung von Buhrig, der mit großem Geschick und vielem Sammelglück Autographen, Kostüme, Bilder, Karikaturen, Medaillons, Düsten, Münzen, Kuriositäten, Uhren, Dosen, Porzellan- und .Steingutgegenstände, Unisormitückc, Waffen usw. gesammelt hat. Das interessanteste Stück der Versteigerung, das einem beim Durchblättern des Katalogs aufstößt, ist wohl aus der Abteilung Gold gab ich für Eisen" ein Kreuz aus geschwärzter Bronze, mit einem in Eisen gegossenen Medaillonporträt der Königin Luise das auf dem Revers in einer vergoldeten Kapsel eine Haarlocke der Königin Luise enthält. Die Echtheit der Locke ist durch eine schriftliche Beglaubigung bestätigt. Danach schenkte die Königin °uiic selbst dieses Kreuz mit der Haarlocke der Gräfin Reichen bach-Gcschölz, geborene Gräfin Solz. Nicht minder interessant, eine Seltenheit ersten Ranges, ist ein Hut unb Säbel Bonapartes aus der Beit der Republik. Der Hut ist ein Zweispitz von 53 Bentimctcr Länge, mit aufgeschlagenem Rand. Ter Säbel sitzt in einem rechteckigen, vergoldeten Gefäß mir cinfackicm Bügel, her in einen Telphinkopf ausgeht. Ter Knauf besteht aus einem Löwenkopf Als Beleg für die Herkunft der beiden Stücke liegt ein Schreiben des Antiquitätenhändlers Carl Eduard Schulze aus Straßburg vom 16. April 1833 bei, der die Sachen sernerzeit direkt von dem Senator Zarnclli in Mailand erworben und von ihm auch einwandfreie Belege über Herkunft uno Authentizität erhalten lmtte Es find nur neun Wavoleonhüte erhalten, von denen nur einer aus der Konsularzeit stammt. Besonderes Interesse verdient auch ein Originalminiaturbildnis Theodor Körners, das feine Schwester Emma Körner gemalt hat. Das Bildchen, das den Sanger der Freiheitskriege in der schmucken Uniform der schwarzen Jäger darstellt, stammt aus dem Nachlasse von Körners Pflegebruder, des Hauptmanns Gottfried Arnold Ullrich. Interessant ist auch ein eigenhändiger Brief Blüchers aus dem Jahre 1811 nn eine „Gnädigste Frau". Er enthält eine lustige Stelle, die in -der sonderbaren Orthographie Blüchers folgendermaßen lautet: „Sie haben uns eine unbeschreiblig frohe stunde gemagt, fahren :ftc doch ja fohrt, dem Paltz Grasen Angst und bange zu machen . . Hatzfeld seine Sendung ist einzig, aber es geschehen heutte zu •5Eage lauhter Dinge, die die Vernunft nicht einmal ahndet. . ." Don Körner werden vier eigenhändige Schriftstücke ausgeboten. Ein Brief an seine Eltern aus dem Jahre 1809 bespricht eine bevorstehende Wanderung nach Schlesien und das Urteil seines Lehrers Werner darüber. Als eine große Seltenheit ist ein Kol- legienhest des Bergstudenten Körner zu bezeichnen. Es trägt die Anfichrift „Nachgeschrieben in der Geognosie. Theodor Körner." und stammt aus dem Wintersemester 1809/10 in Freiberg. Sehr zahlreich sind die Autographen von Heerführern und Dfrisieren der Freiheitskriege, namentlich der österreichischen und der preußischen Armee. Reichhaltig ist auch die Abteilung der Napoleon-.üarikaturcn, unter denen die von Schadow, unter dem Warnen Gilrai — um auf den berühmten englischen Karikaturisten Gillray hinzuleiten — die wertvollsten sind. Sie bestehen aus vier Teilen: 1. Napoleon bespricht mit seinen Generälen die Aufteilung Preußens. 2. Satire auf die prahlerischen Bulletins: Fama reitet rücklings auf einer Sau. 3. Napoleon diktiert einem Marschall : Emparez-vous de Berlin: vorn ist der Heereszug, die Leitung als dickes Wech auf einem Esel, der Grand-Sappeur usw., im Hintergründe Soldaten. 4. Märkische Landwehrleute und der Berliner Bär in Uniform verteidigen das Höllische Tor gegen die Franzosen. Raritäten ersten Ranges sind auch die eisernen Trauringe mit der Aufschrift „Gold gab ich für Eisen". Sic kommen im Handel fast nie vor. Ferner verdienen iwch erwähnt zu werden eine große Napoleonbibliothek, Ehrendegen, die Napoleon feinen Offizieren verliehen hat, und ferner einige interessante Funde vom Schlachtfeld bei Leipzig, die beim Ackern oder Bebauen zum Vorschein gekommen sind. — Ein Deutscher als Entdecker der ersten biologischen Radiumwirkung. In allen physikalischen und chemischen Abhandlungen, sowie in den Tagesblättern wird gewöhnlich angegeben, daß der französische Forscher Becquerel unb zwar ganz zufälligerweise die erste Wirkung einer Radiumbestrahlung auf lebendes Gewebe gefunden habe, als er ein Radiumpräparat in der Westentasche getragen habe. Er habe danach eine Hautrötung bekommen, die in ein kleines Geschwür überging, das, erst nach 40 Tagen verheilte. Wie nun Pros. Dr. Walk- hoss-München in der „Münchner meb. Wochenschrift" mitteilt muß demgegenüber festgestellt werden, daß Prof. Walkhosf schon ein Jahr vor Becquerel, nämlich im Jahre 1900 ui München in einem Vortrage über „Unsichtbare photographisch wirksame Strahlen" auf „bemerkenswerte physiologische Eigenschaften" des Radiums aufmerksam gemacht hat. Prof. Walkhosf sagte damals, daß „eine zweimalige I0 Minuten dauernde Bestrahlung des Armes eine mehrere Wochen bestehende Hautentzündung erzeugte, welche ganz dieselben Eigenschaften aufwies, wie sie nach lang- dauernden Röntgenbestrahlungen auftreten". Prof. Walkhosf erwähnte dabei auch, daß im Münchener hygienischen Institute schon damals Untersuchungen von ihm angestellt wurSen, welche die Wirksamkeit der Radiumsttahlen auf Bakterien darlegten. Leider iDurbert diese Versuche abgebrochen, weil der damalige Direktor des hygienischen Jnstttutes, Prof. Buchner, das Radium und dessen Eigenschaften „für Schwindel und ganz bedeutungslos" erklärte. Bezüglich der ersten Feststellung der biologischen Wirkung radioaktiver Substanzen gebührt also jedenfalls Prof. Walkhosf die Priorität und zwar geschah diese Feststellung nicht wie spät-r bei Becquerel durch Zufall, sondern mit bewußter Ueberlegung auf rein ^experimentellem Wege. — Spätwirlungen des Mesothoriums. In der Gynäkolog. Gesellschaft zu München stellte Prof. Döderlein eine Patientin vor, die wegen Gebämiutterkrebs 4 Wochen lang in der Klinik behandelt worden war. Da die Mesothoriumeinlagen keinen Erfolg gehabt hatten, war die Patientin roicoer nach Hause geschickt worden. 6 Wochen danach stellte sie sich wieder vor und wie die Untersuchung zu allgemeiner Ueberraschung ergab, war sic geheilt. Diese Spätwirkung des Mesothoriums hat Pros. Döderlein jetzt schon des öfteren gesehen, weshalb er cs für nötig halt, auf diese Eigenschaft des Mesothoriums besonders aufmerk- sam zu machen. o, - — . Wcuc <5benben für die Wissenschaft. Das Pa)teunn)titut in Paris hat von einem ungenannten Geber die Summe von 90 000 Frs. erhalten, die zur Stiftung eines Preises für die beste Originalarbeit über die Behandlung der Gehirnhautentzündung verwandt werden soll. Die Bundesregierung von Australien hat beschlossen, eine weitere Summe von 100000 Mark zur Unterstützung der australischen Südpolarexpedition unter Dr. Mawson aufzuwenden, nachdem sie zuvor schon einmal eine Summe von gleicher Höhe dafür bewilligt hatte. Es wird ertoarret, daß die Arbeiten der Forschungsreise einschließlich der Heimkehr der Teilnehmer damit zum Abschluß gebracht werden können Die Expedition hat bereits so reiche Ergebnisse gebracht, daß diese Förderung als gerechtfertigt betrachtet werden kann. Der vor einigen Wochen verstorbene berühmte Erdbebenforscher Milne hat der britischen Vereinigung zur Förderung der Wissenschaft seine gesamte Bücherei nebst Photographien unb wissenschaftlichen Instrumenten vermacht, außerdem eine Summe von 20 000 Mark, ide von derselben Vereinigung zur Förderung des Studiums der "Geophysik unb verwandter Wissenschaftszweige verwertet werden soll. nächst wohl nicht schwer trefien wenn aber mehrere angelegt würden, so wäre er un-wechelhan geschädigt, und Tunnels lassen üch nicht in Ariegszeiren versä - ben rote der Ikurs unserer 3 duffe. Ein Hemd, der sich im Briiy »5 lontmerrtalen Tumrelcndes be- finbef, vermag unseren lunr. -erkeht nach Belieben zu stören, und v- größer üieser Handel, um so schwerer wird der Herlust nir uns sein, um so mühsamer ein sandel in der Berkehrspolitik. Der Eisenbahtwerfehr mit ^renfreid) muss mit der Zeit unsere Landelsmarin und unsere Stellung als Verfrachter Aur See schädigen Auch ist zu mlügen, da,'; Frankreich in bezug aus die Leeresmacht sein-- letzte Matte an:gespielt bat und mit jedem Jahrzehnt verbaltnism ißig schwächer wird, vielleicht auch weniger widerstandsfähig gegenüber der Versuchung eines NackckarS, sich mit ihm gegen uns zu verbünden. Diese Absage an die französischen Befürworter des Kaztaltunnels wird in Paris große Schmerzen Hervorrufen. Die ^raflr der Vieheinfuhr aus Holland. Angesichts des iortdaucrnd auhrorbcnllid) hohen Standes der F lei fch Verlaufs preise batte der Stadtrat von Karlsruhe neuerdings beim badischen Ministerium des Innern Vorstellungen erhoben mit der Bitte, beim Reichskanzler die Genehmigung zur Wiederaufnahme der Einfuhr von S ch l a ch 1 r i n d c r n aus Holland zu erwirken Als Antwort auf diese Eingabe teilt das Ministerium ein Schreiben des Reichsfanzlers mit, worin die Stadtgemeinde unter Bezug auf die ablehnende Stellungnahme des preußischen Ministeriums für Landwirtschaft, Domänen und Horsten aus die Einfuhr von Rindfleisch aus Rußland oder den Niederlanden hingcwiesen wird. 9lad) dem Erlaß des preußischen Landwirtschaftsministeriums ist dieses nach den Erfahrungen, die im letzten Winter mit der holländischen Rindvieh einfuhr gemacht wurden, zu seinem Bedauern nicht in der Lage, dem Antrag auf Wiedcrzulassung der Einfuhr die Genehmigung zu erteilen, weit die Ei n s ch lc p p u n g d e r S e u ch e b e f ü r ch- tet werden im'isse, die Vieheinfuhr aus Holland zu einer Senkung der Preise im Inlande absichtlich nicht oder nur unvollkommen führen werde und überdies die Frage der weiteren Entwicklung der Ftetschpreise nicht jo ungünstig zu beurteilen sei, tote dies seitens der Karlsruher Stadtgemeinde geschehe. Demgegenüber vertritt der Stadtrat von Karlsruhe den Standpunkt, daß aus dem gegenwärtigen, nach den amtlichen Vcrösscntlichungcn bclannt gewordenen Seuchenstand in Holland die OKffahr der Verschleppung der Seuche aus Holland bei Einleitung der erforderlichen Vorsichtsmaßregeln so gut wie ausgeschlossen ist, daß nach den Erfahrungen und nach neuerlichen Erkundigungen eine Herabminderung der Preise durch die Einfuhr von lebendem Vieh aus Holland mit großer Wahrscheinlichkeit erwartet werden darf, während bei der Einfuhr von Fleisch aus dem Auslande, die bereits schon seit längerer Zeit ausgenommen worden ist, dieser Erfolg ausbleiben wird und daß, wenn nicht bald für MHilfe auf dem angegebenen Weg Sorge getragen wird, mit Sicherheit ein weiteres Anziehen der Fleijchpreife zu befürchten sicht. Der Stadtrat beschloß deshalb, den Vorstand des Deutschen St.idtctages um weitere Schritte zur Wiederermoglichung der holländischen Biehein- suhr zu ersuchen. Der iozialdemolratijche Parteitag. ~ Jena, 19. Scpt. Am heutigen fünften Sitzungstage wurde die Besprechung der Sten erfrage zu Ende geführt. Der Meile Berichterstatter Abgeordneter Dr. Südelnin, führte aus, daß man nch, um die Haltung der Fraktion richtig zu beurteilen, die EuUvicklung des ReichsfinanzwesenS und die voluisäie Lage vor Augen halten müsse. Die so schwer begreifbare Tatsache, daß eine mit demokratischem Wahlrecht gewählte Volksvertretung den Steuerbedarf des Reiches Falwzehnte hindurch nur durch intmefte Steuern auf Kosten der arbeitenden Klassen gebest hat, liegt daran, daß es den herrschenden Klassen und dec Regierung gelungen war, die Steuerpolitik selbst zur MehrheitSbildung zu verwenden. So kam es, daß die Arbeiter alle Stenern tragen inußten, wahrend die besitzenden Klassen sich an den Steuern durch Zuckerprämien, Aus fubrvergütung, Branntwein Liebesgabe usw. bereichern konnten. Wenn die Sozialdemokratie j tzt an der Schaffung der Besitz steuern mityearbeitct hat, so Hal sie damit lediglich die Masseninteressen verteidigt. Tie Partei hat in den Steuerfragen immer dieselbe Stellung eingenommen^ aber roei nicht wä )as auch noch kein Unglück, denn die Partei sei keine Partei von A n t i* nware». In dem Wehrbeitrag sei ein gut Teil der Programm sorderungen erfüllt Man habe von zwei liebeln das kleinere gewählt und es wäre gut, wenn man über nur ein solches Hebel zu wählen hätte, wie das hier der Fall war. (Lebh. Beifall bei den Revisionisten.) In der A u s s p r a ch e greift Abgeordneter Geher (Leipzig) die gestrige Rede Wurms an Die theoretischen Ausführungen waren falsch. Wenn man die Arbeiter vor neuen Lasten bewahren null, so tut man das nicht, indem man ei irbe bewilligt. Wurm habe erst auch einen anderen Standpunkt vertreten. Winning 'Hamburg verteidigt die Fraktion. Wir haben einen bedeutenden Erfolg errungen. Abgeordneter Hoch: Beide Berichterstatter haben den schmählichen Umfall der Rationalliberalen und Fortschrittler in der Deckungsvorlage, durch die wir vollkommen ausgeschaltet sind, nicht erwähnt Durch die Resolution Wurm werden die Gegensätze nur verkleistert. Rosa Luxemburg greift mit großer Schärfe und beißender Ironie den Vortrag WnrmS an Wurm babe e? fertiggebracht, Woctn'n einen radikalen Gefinnungswechfel vor* ' solle sich nur das fdwnc Li in der Fraktion selbst gewünscht hatte, nämlich „Heil dir int Siegerkranauffuiclen lassen Große Unruhe 1 Die Stellungnahme der Fraktion sei geradem eine Ehnmaditscrllärung Man weiß nickt, ob man e* vom Standpunkt des „firinrren Hebels" reditfertigen kann, die Position aufzngeben und die grundsätzlictie Stellung zu verlieren. Abg David: Die tiefere Weisheit der Resolution der Radikalen ist nichts weiter als her höhere Blödsinn Unruhe.) Rosa Luxemburg will nur unsere ganze varla * 1» e n t d r i f d) c Arbeit diskreditieren Widerspruch, «roße Unruhe l T-r Erfolg der l ilehnnng der Steuern wäre die Auflösung des Reichstag gewesen, und das wollten die Konservativen gerade: denn m t n >ann folgenden Wahlkampf mären wir in die denkbar schlimmste Lage geraten Abg Richard Fischer Berlin : Die Re»vernng hätte gar leim Besitzsteuervorlage eingebracht, wenn mir nicht 11'» Abgeordnete und viereinhalb Millionen Wähler hätten Die Macht der Sozialdemokratie war also anSichlaggichend Es wäre rin vtr- btcdieriidhr Leichtsinn, wenn man von dieser Regierung auch in Zukunft bessere Steuern auf besserer Grundlage erwarten wollte. Ab,, Stadthagen Iie Position der '^gner muß doch reckst fdnrnd) sein, wenn ne im ganzen viereinhalb Stunden febrtniditcn um fick ;u r editier'm en Wir Nttrn auf eine Auf- iMung des Reiä^tages binarbe tei, müssen, man batte aber Angst vor dem patriotischen Rnminc Abg. Emrnel Strasburg trit c.-m b.i Tie Krasi oer Sozial tnrnokratie bruncht man md: nach der Fahl der Mandate eintzuschützen. ... „ , _ , , Abg Molken bu br bringt einen Brief > ebels mr Berlrinna, der augcnfdKinlid) denen lebtei war Abel ipndjt sein Einverständnis mit der Haltung der Partei aus. indem er schreibt, daß man der Debatte über die Fraktion dett Hals um- drehen müsse. Da sich zu dieser Debatte 52 Redner zum Dorr gemeldet hatten, so mußte, um das Thema heute ju beenden, nach einigen weiteren Rednern die Guillotine des Schlußanrroges Pias greifen. E s wird darauf die Entschließung des Parteivorstandes angenommen, und die radikalen (ritt* ßst, l lcßungen werden abgelehnt. Darauf Vertagung auf morgen. Au» Stadt und Land. Gießen, £0. September 1913. Müssen unvollständige Depotwechsel vom Inhaber üeritenwclt werden? Eine für die gesamte Handclsmelt überaus widnige Frage ist vor kurzem vom Reichsgericht entschieden worden. Täglich werden in zahlreichen Fällen zur Sicherheit für gewahrten Kredit Depot- oder Äautionswcchfel gegeben, die zwar mit einem Akzept verfchen sind, mitunter auch Ausstellungsdatum und Wcchfelfumme enthalten, bei denen aber der Zablungstag offen gelassen ist und die vorläusig auch nicht von einem Aussteller unterschrieben sind. Solche Wechsel müssen nach §§ 2, 7 des Wechselstrinpelgesetzes verstempell werden Haftbar hierfür ist auf je Den Fall der Akzeptant, der den Wechsel hingibt. Die bedeutsame Frage, ob daneben auch der Inhaber des Wechsels zur Stempelung vcrpiliditec und bei Unterlassung strasbar ist, hat das Reichsgericht verneint, solange der Wechsel in den Händen des Inhabers verbleibt und von ihm nicht unterschrieben und verwertet wird Er ist nur zur Entrichtung der sogenannten weiteren Stempclabgabc (8 3 Abs. 2 Gesetzes verpflichtet, wenn die Verfallzeit fpater als drei Monate nach dem Ausstellungstag eintritt In dem jetzt entfSiebenen Streitfall handelte cs sich um solgenden Sachverhalt: Der Kaufmann H. erhielt von der Firma E. eine Schrift, zu deren Herstellung der Vordruck für einen gezogenen Wechsel an eigene Erber benutzt worden war, mit der Vereinbarung über- geben, haß sie ihn als jederzeit ausfüll bar en Depot- wechsel zur Sidwrbeit für eine Forderung von 35 000 Mark die ihm gegen die Firma zuftand, dienen sollte. Die Schrift war von dem Prokuristen für die Firma mit einem Akzepte versehen. Als Bezogene war die Firma E angegeben. Im Vordruck waren das Datum und die Wechselsumme (35 000 Mark ausgefüllt: dagegen fehlten die Angabe der Zahlung-zeit und die Unterschrift eines Ausstellers. Die Schrift war nicht als Wechsel versteuert worden. H. ist nun vom Landgericht Gub e n zwar zur Strafe verurteilt worden, weil er als Inhaber der in einen Händen verbliebenen Schrift, eines Wechsels, es unter» taffen bat, die „weitere A b g a b e" des 8 3 Äbs. 2 Wechfel- stempelgesetzes innerhalb der gesetzlichen Frist zu zahlen (§§ 7, 18). Dagegen sind nicht er, fonöern der Prokurist und die Gesellschafter der Firma E. der Nichterfüllung der Verpflichtung, die Stempelabgabe des $ 3 Abs. 1 zn entrichten, fd-nldig befunden und deshalb perurteilt worden. Gegen diese Entscheidung legten die Staatsanwaltschaft und die Steuerbehörde Revision ein, weil der Angeklagte nicht auch als der Aussteller des Wechsels wegen Nichterfüllung der Verpflichtung der Stempclabgabc des § 3 Abs. 1 perurteilt ist. Das Reichsgericht bat die Revision verworfen und hierzu folgende Entschcidungsgründe gegeben: Tie Revisionen behaupten nicht, daß der Angeklagte der Aussteller der Schrift sei, sondern nur, daß er als Aussteller nach § 2 behandelt werden müsse. Tiefe Auffassung findet in dem Gesetze keine Stütze. Aussteller eines gezogenen Wechsels ist derjenige, der die in dem Wechsel enthaltene Zahlungsanweisung durch seine Unterschrift als seine Erklärung beurkundet. Hieran hat das Wechselstempelgesetz nichts geändert. Die Tatsache des Ausstellens - die Beurkundung —, nicht die Befugnis, eine Wcchscliirkunde durch Unterschrift als Aussteller zu vervollständigen, begründet die Pcrpstichtung zur Entrichtung der Stemvelabgabe. Tic^ Firma E batte die als Wechsel anzuschende Schrift mit ihrem Akzepte dem Angeklagten ausgehändigt. 9?ad) § b Abs. 1 des Gesetzes hätte sie vor dieser Aushändigung die Persteuerung bewirken müssen. Ter Angeklagte erwarb den Wechsel burdi diese Aushändigung Er wurde dadurch Teilnehmer an dessen Umlauf im Sinne des 8 6 und war daher für die Entrichtung der Abgabe der Reichskasse nach § 5 verhaftet. Dagegen war er, solange der Wechsel lediglich in seinen Händen blieb, zur Herbeiführung einer Versteuerung nach § 3 Abf. 1 nicht verpflichtet Nachdem die vorgeschri^ene Versteuerung durch die Akzeptanttn unterlaffen wordcu war, war der Angeklagte als Inlmbcr nur verpflichtet, den Wechsel zu versteuern, ehe er ihn unterzeichnete, veräußerte, verpfändete, mr Zahlung vorlegte oder eine der anderen in § 12 des Gesetzes bezeichneten Verfügungen traf. Solange er keine Verfügung vornaluu, hatte er als Inhaber keine Versteuerungsverpflichtung. Er hatte als Inhaber des Wcdu'cls zwar die weitere Abgabe zu ent» richten (g 7 Abs. 2 letzter Satz). Er war aber nicht Ansstellcr und folglich nicht bezüglich der Stemvelabgabe des § 3 Abf. 1 steuerpflichtig. Erst wenn er sich entschlossen hatte, den Wechsel als Aussteller zu unterzeichnen, hätte er vor Vollziehung der Unterschrift nach § 12 die Versteuerung herbeizuführcn gehabt. •• Herbst«Pferdemarkt zu Gießen. Am 1.Oktober indet zii Gießen wieder Pscrdemarkt mit Prämiierung statt. Für die Auszeichnung der Pferde stehen über 2200 Mk. zur Verfügung, darunter 250 Mk. au6 Mitteln dcS Landes- PferdezuchtoereinS. An Preisen sind vorgesehen für Reitpferde 50 Mk., für Wagenschläge paarweise 210 Mk., für ArbcilSfchlägc einzeln 250 Mk., für Arbeitsschläge im Besitz von Landwirten 300 Mk., für dreijährige Fohlen 200 Mk., für zweijährige Fohlen 150 Mk., für Zuchtstuten 650 Mk. Die Prämiierung liegt in den bewährten Händen der bisherigen Preisrichter. Mit dem Pferdemorkt ist eine Verlosung von Pferden, Wogen, Fahrrädern, Nähmaschinen, HauShaltungs- und Gebrauchsgegenständen verbunden. Der 1. Gewinn besteht ans einem eleganten Mylord mit Pferd und silberplattierlem Geschirr, der 2. aus einem Lauterbacher Wagen mit Pferd und komplettem Kuinmetqeschirr. Es folgen dann 6 wertvolle Pferde und Fohlen. Mit dem Ankauf der nicht lebenden Gewinne wird in den nächsten Tagen begonnen. ee Steuermahnung. Nachdem die Stadt Gießen am 1. April d. IS. die alte Zettelmahnung bei der Gemeindesteuer durch die öffentliche ZeitungSmahnung ersetzt hat, ist nun auch die Großh. Bezirkskasse Gießen I zur Postmahnung übergegangen. Welches Verfahren von den anderen Städten den Vorzug erhält und demnächst eingeführl wird, bleibt vorerst noch abzuwarten. Soviel aber schon beginnt ist, beabsichtigen zwei andere hessische Städte ebenfalls zur ZeitungSmahnung überzugehen. Bei den bis jetzt fällig gewesenen beiden Zielen Gemeindesteuer hat sich die ZcitungS- mabnung wirksamer erwiesen als die frühere Zettelmahnung. und" beim Publikum auch schon um deswillen Anklang, weil keine Mahngebühren erhoben werden, was bei der Post- Mahnung dn Fall in. Jür bi, fiofi, t)0, fit dtn Horttil, boft bie trlbngtt >t ;u onbtrtn 9(rbe.lcn on6nmugt rotrbtn tonn, za bie Zotittchotttr brr Gtabttnfir on aBrn Wmbrn. tagrn non 8-12 Ubr oormrttag« gedflnrl finb. fo tonn baS in. -rptrmbrr fotl.gr 3. Z«l ,rtzi schon, ohn: (ang, Ju n«rtrn bezahlt werden. Landkreis Gießen. 2X Lollar, 16. Ccpt. Bei unserer Sewerbebank über- treffen nach der heute veröffentlichten DermögenSbilanz die Schulden das Vermögen fast um bie Hälfte. Tie Schulden betragen nämlich 884,426 Mk., daS Vermögen belauft sich auf nur 482 563,72 Mk., fo baß ber Verlust genau 401 862,38 Mk. auSmacht. Tie Gewerbebank hat 106 Tlitgliebcr. Tie Bonk bleibt fortbeücben, ba bie Mit- glieberoerfammlung befchloffen hat, ben Geschäftsanteil jedes Mitgliedes um etwa 4üO<) Mk. zu erhöhen. SreiS Friedberg. r Bad-Nauheim, 18. Sept. Unter Mitwirkung der Kurkapelle und Leitung von Prof. Winderftein gab heute abend der 12jährige Violinpirtuofe Duci Kcrckjärto, der vor einigen Tagen hier schon zweimal einem großen Publikum Gelegenheit bot, feine geradezu bewunderungswürdigen Leistungen zu hören, fein Abfchiedskonzert, daS dicSiual auch viele Mii'ikfreude auS der Umgebung angezogen hatte. Der jugendliche Künstler, der in seiner Art wohl einzig dasteht, tritt von hier auS eine englisch-amerikanische Konzertreise an. X Bad-Nauheim, 19 Sept. Für bie Hoteldctriebe in Bad Nau beim war der (6cschäftsyang während der 2ai- son 1912, wie die Handclsiammcr m ihrem Iahresdericht ausführt, nicht besricdigcnd. Die Präsidentenwahl in Amerika und das Schiffsunglück der „litanic" mögen wohl teilweise daran Schuld grivesen sein, der Hauptgrund ist jedoch in dem neuen Grand-Hotel zu suchen Diese- Haus, welches vom hessischen Staat und namentlich von den staatlichen Behörden in Bad Nauheim so sehnlichst t)crbei- gewülischt wurde, hat Ende Mai 1912 seine Pforten geöffnet Diese schwere Konlurrenz hat auf die großen Hotels und besseren Villen ungünstig eingewirkt und hat die Steucr- krast der Inhaber dieser Betriebe wesentlich bceinslußt Der Ausfall an Steuern dürfte durch die Abgaben des neuen Grand-Hotels kaum ausgeglichen werden. Der Immobilien- vertehr liegt infolgedessen brach, es entgehen dem Staate und ber Gemeinbe hierdurch beträchtliche Einnahmen. Die Befürchtungen, daß ein Hotel von der Größe dcS Granl»- Hotel kein Bedürfnis für Naultz?im sei, sind zur Tatsache geworden, am allerwenigsten hatte, so schließt die Handels- hämmer ihren. Bericht, der hessische Staat dieses Projekt begünstigen dürfen. Starkenburg und Nhcinhtffcn. — Mainz, 19. Scpt. Am 28. September vercmstalicn die im Bezirk Mainz zusammcngesdilosscncn Vereine des Syeiiiidieit Landesverbandes des Fungdculschlanddundcs einen Fugend- t a g. Geneialseldmarschall Freiherr von der Goltz hat sein Erbscheinen bestimmt zugeiagt und wird auch am F-eßplatze eine Ansprache an die Jugend ballen. Das Programm ist in kurzen Zügen folgendes: Sonntag, vormittags 10 Uhr, Vorführungen der Mainzer Schwimmvcrriiic: 11 Uhr Ausfahrt der Mainzer Ruder- vereine Nachmiltags 2 Uhr Ausstellung des Fcstzuges am schloß- platz: Vr3 Uhr Abmarsch durch die Straßen der Stadt am Gouvernement vorbei zum Fcstptatz, der sid) hinter dem Stadt- park befindet Von 3 6 Uhr Vorführungen aller Art Turnen an verfck iebenen Geräten, Freiübungen, Fußball und andere Spiele, Leichtathletik, Porsübruu.icn der Wandervc.-iel usw. An sprad.e des Freiherrn von der Goltz an die vcrsannnclic Fugend. 9?adi 6 Uhr gemeinsamer Rückmarsch nad) der Stadl Ibenb- 8 Uhr rinsarl-es Abendessen im Kasino „Hof zum Gutenberg". Heffen-Nassau. 1 ch. Rüdeshcim a Rh, 18. Sept. Selten dürfte ein großes Bauwerk so schnell gediehen sein wie der Bau der neuen großen Rheinbrücke zwischen MdeSheim und Kempten. Die beiden Brückenpfeiler auf der Rüdesheimer Seite des Rheines, die dort im Rheine sich erbeben, wachsen schnell empor und da jetzt auch der briftc Pfeiler im Rheine mrf der Seite nach Kenrpten und ein Landpfeiler in Angriff genommen wurden, so darf man mit einem schnellen Fortschritt rechnen, der bis zum Winter bereits soiveit gediehen ist, daß Eisgefahren für den Ban nicht mehr zu befürchten sind. Die Arbeiten gehen zu diesem Zweck denn auch Tag und Nacht weiter. Dcrmifd?tc». * Durch ausländische Lotterieunternehmcr werben auch jetzt noch tausende geschädigt. Trotz aller Warnungen lrauen noch immer viele den ausländljchen Versicherungen, daß die Beteiligung an Spielgcicllschastcn und der Erwerb von Los-' papieren gegen MonateiaHlungen besonders günfli-ic Gewinnaus- iiditcn böten. Dies iß unrichtig Die Spieler müssen, wenn sie aui Monalszablungcn fauicn, wucherisch hohe Preise zahlen: spielen sie als Mitglieder pon Losgesellschaften, so erhalten iie, was kaum einer von ihnen aus den geschickt gefaßten Prospekten erleben Hat, von Gewinnen nur den Hundertsten oder fünfzigsten^ Teil. Sic fetzen sich aber auch der Strafverfolgun i aus, sofern durch Bildung von LosgesettfkHasten usw. unrrlaubtrrwrifc eine Lotterie veranstaltet wird Bei der Staatsanwaltschaft Kassel laufen Verfahren besonders gegen die in der Presse schon ost genannten Eommeree- und Ereditbank auch Efsektcn-Ablrilung, weiter gegen die Allgemeine Eentralbank, Allgemeine Bolksbank, (auch Inßitue MerkuB, Tcutfdic Eifektcngricllfchast, Internationale Deckisel- und Ejfcktenbank. Svar- und Vorsdmnvcrein (auch Holländische ffrebit- unh Ebligatiebank. alle in Amsterdam. ebenso gcacn die Eenttal- bank in Arnheim und Firmen in Kopenhagen Wer mit solchen Firmen idilcthtc Erfahrung gemadit bat, würde im Intereffe ber Allaemcinhrit hanbeln, wenn er hiervon der StaatSanwaltschakt Kassel Mitteiliing machen wollte. Zur Aufklärung etwa hervor- getretrnn Mißverftändnifsc fei hierbei barauf hinarwiefen, baß bie dänische Kolonial und bie Ungarische filaiienloticric nithti mit auslänbiscken SchwinbeluntemeHMungen »u tun haben. Tas Spielen ihrer Lose ist aber in Deutschlanb, abgesehen von Hamburg, überall strasbar: schon viele Spieler haben zum Teil recht erhebliche Strafen zahlen müssen. * Die Helden dom ,feisigen Hügel". Eine heroische Episobc aus bem lüngstcn Balkanknegc, die es verdient, nicht der Bergesseiihrit anheim zu fallen, berichtet ein Augenzeuge, ber Sriegskorresvondent ber Annales L. Merat. Es war wahrend ber ersten Kämme Zwischen Bulgaren und Serben In imbe- fdireiblid) blutigen Kämpfen, btc bereits im Dunkel der Nackt begannen, batten die Bulgaren ihre Gegner zurückgebränot. Ein strategisch wichtiger Punkc, der fogenannte „felsige Huqcl", war noch in den Händen der Serben: fdxm eine ganze Reihe bulgarischer Angriffe roatvn gefchritert Da erbittet ein Leutnant des 6 Bataillons von Ednnba als besondere Gunst die Erlaubnis, mit den letzten Resten feiner Kompagnie einen letzten flngritf unternehmen zu dürfen Mit einigen 50 Mann geht er vor, liest unterwegs nod) rin paar Berfprengte auf, bie ihm ebenfalls folgen: unb nun beginnt der Angriff auf ven Hügel Die Serben werden überrascht, als diese Heine Schar plötzlich mit dem Baionett die Hügelkuppc emporstürmt: man kann cs sich nicht denken, daß die paar Mann allein den Angriff wagen, aber der Anprall erfolgt mit solchem Ingrimm, daß die gerben an eine llcber- madit glauben unb zurückgehen. Unb nun beginnt c:nc h-rpifdie Tragöbie Tie auf etwa 40 Mann bfümierte Schar will den Hügel halten. 2 serbische Batterien nehmen die Kupvc^ unter Kreuzfeuer: aber fein Bulgare weicht Man ficht die Schützen laden und schießen, mit jedem serbischen ArtiUeriegesckoß wird die Sdiar kleiner: dann verlangsamt sick ihr Feuer, die Munition ist verschoffen. die Gewehre find heiß: aus ber Deckung kriechen die Ueberlebenden, um die Gewehre unb Munition gefallener Derben aehulefcn Eine starke serbische Truppe unternimmt nun einen Ottgcnangriff ber Leutnant mit feinen paar Mann weicht nicht Einer nad) bem anberen fällt im Feuer, nun fieht man mir noch zwei Gestalten, ben L-mtnant unb rinnt S-Vützen. Da taumelt auch bet Cffijier unb finkt nteber. Unb jetzt ein feit* D Meteorologische Beobachtungen der StationJBiefeen. des Niederschlag: 0,9 mm. Verantwortlich für „Aus Stadt und Land" i. B.: K. Neurath. zur * Stotterer ■ Frau Hlarie Schmidt Linoleum 0787 Giessen Schiffenberger Weg 8 III. Konkurrenzlos N. 20090000. aijer^rH mit neuem Reichsstempel kaufen Händler und Private am vorteilhaftesten bei ,6158 einer nach dem Andern! „Seifix« bleicht fix! 6 Uhr für die weiblichen und um BK Uhr für die männlichen Firmlinge. Stückware, Läufer, Teppiche in nur besten Fabrikaten. — Einige abgepasste Teppiche ’gebej bedeutend unter Preis ab sächsle Temperatur Niedrigste , für 26. nnr für dringende Fälle sicher anzutreffen: Dr. Geyer, Seitenweg 81 II. am 18. bis • 18. „ Selten dürite ein wie der Ball der ihelm iinb Kemp« ibetyeimet Seite t, toatfifen fdjneff im Wine auf rilct in n schnellen gvn« s soweit gediehen «hr zn fcfürtiten ick denn auch Tag aucb wieder für Naphtha-Nobel Banken lagen still, ebenso die meisten Bahnen, nur Anatolier und Orientalische waren gebessert. Fen lagen auch Schisfahrtsaktien. Rentenwerte waren nach vorübergehender Befestigung abgeschlväckt. Privatdiskonto 5''m, Prozent. Vertreterin erstklassiger Dresdener Mass-Korsettfabrik en. er Dttanftaüen die ine des hessische,: einen Jugcnd- ^oltz hat sein Gr- scnÄoke eine Ln- ir in Innen Zügen rangen der Main- Mainnt Kndcr- iznges am SHIotz- t fei Stabt am ünter dem Stobt» Lin Art'. Turnen -all- und andere xroöoel nsw, An- liammelte fugend. Der Ltadt. üixnds m Gutenberg". Viaspora-Gottesdienst. Sonntag, den 21. September: In Lich um 91', Uhr. Börscn-Wochenbericht. = Fr an ksurt a. M., 19. September. Tie in den ersten Tagen der Woche deutlich zum Ausdruck gebrachte Erwartung, daß die verminderte Sorge um den Geld- markt der .Haussetendenz der Vörie weiterhin kräftige Zinvulfe geben werde, hat in der weiten Wochenhälfte eine Enttäuschung erfahren Tie zuversichtliche Stimmung war nicht von langer Dduer, da die spekulative Begeisterung für unsere führenden Rentenpapiere, auf die sich die feste Haltung in der .Hauptsache gestützt harte, ebenso schnell, wie sic auigeflackert war, wieder verglommen ist. Statt der festen Tendenz ist eine gcwine Müdigkeit in die Börse eingekehrt, die der Haltung wieder etwas Unsicheres und Schwankendes verlieh. Der Grund hierfür lag in einer veränderten Beurteilung des Geldmarktes und in Erwägungen, daß die Rcichsbank sich möglicherweise doch nicht so schnell zu einer Ermäßigung des Diskontsatzes entschließen werde, wie neuerdings in Bank- und Börsenkreisen angenommen worden war. Die Folge davon war, daß die Spekulation ihre Ausmert- samkeit bereits dem Ultimo zuwandte und im Hinblick aus einen hohen Satz für Schiebungsgcld Zurückhaltung beobachtete refp. schon Vorkehrungen für die Regulierung traf. Einen besonders ungünstigen Eindruck machte überdies die Wahrnehmung, daß die jüngsten .Kurssteigerungen der 3°o Ncichsanleihe weniger die Wirkung umfangreicher Anlagen, als die Folge spekulativer Transaktionen gewesen ist. Diese Enttäuschung am Markte der heimischen Anleihen rief auch aus anderen Gebieten Realisations- bedürsnis hervor. Fest lagen dagegen die amerikanischen Etsenbahn- wertc, insbesondere die Aktien der Ca na da bahn, weil man von der Rekordernte Eanadas ein Steigen der Einnahmen der Bahn erwartet. Auch am Montanaktienmarkte zeigte ifirfi, von vorübergehenden Abschwächungen abgesehen, eine ziemlich feste Stimnrung Die ungünstigen Meldungen aus der Jn- b irft r i c machen so gut wie gar keinen Eindruck mehr, da die Börse auf dem Standpunkt steht, daß, wie es jüngst in einem Situationsberichtc aus Rheinland-Westfalen hieß, der Preisner- stand am Eifenmarkt nicht mehr fern ist. Damit setzte sich die .Börse auch über den weiteren Rückgang der Stabeisenpreife und über das weitere Weichen der Exportpreise für Walzeisen leicht hinweg. Die Ermäßigung der Preise für Halbzeug und Träger um je 5 Mk. per Tonne, die der Stahlwerksverband nun doch vorgenommcn hat, wukdcn überwiegend in günstigem Sinne kommentiert: man erwartet hiervon eine Verringerung des Mißver- hältmsses zwilchen den Preisen der Rohstoffe und den Fertig- sabrikatpreiscu. Die Herabsetzung der Trägerpreisc dürfte möglicherweise auch die Bautätigkeit etwas anregcn. Recht günstig liegt weiter der amerikanische Eifenmarkt. Die Nachfrage nach Roheisen, wie auch nach Gießcreieisen bat jcnieitÄ des Ozeans weiter zugenommcn und die Preise tendieren entschieden nach oben, zumal anscheinend Eiscngroßkonsumcnten ihren Bedarf für das 4. Quartal des laufenden Jahres nod) nickt eingcdeckt habr 6nverb ron jünftige Gewum^ >r mühen, wenn w krei'e -ahlen: W । erhalten fte, was L Prospekten n- ? ober WV# rfolgung J°eine SSL swÄt. r-ö abgeiel^ re haben jum kirchliche Nachrichten Loangeliiche Gemeinde. Sonntag, den 2 1. Sept., 18. nach Trinitatis. Kollekte zum Rtrcöbau der evangelischen Gemeinde zu Budenheim. Sotterdicnst. In der Ztadtkirche. Vorinittags 8 Ubr: Psarrasststent fioHmann. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der MattbänSgenwinde. ein at & V$1 'r iuriüö, w-- eine «tut’1“? -sfwss Wt. AÄS ■ ■ Sanitätsrat l>r. Schliephake, Goethestrasse 44 p. Für dringende Fälle ist am Sonntag, den 21. Sept. Bicher anzntreffen : D *•/, 7ahnor,7f Seltersweg 81. tidUUdlLl Fernsprecher 608. Tapetenhaus Hochstätten Brandplatz 1 6163 Fernsprecher 36 Schon ein Versuch wird Sie von der Güte der Mutler-Narprloe Marke „Jugendfreund“ überzeugen Pfund 80 Pfennig. 19. September --- + 17,0' C. 19. , =• + 10,1' C. Vormittags 9'. Uhr: Pfarrer Schwabe. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Marknsgenteinde. Pfarrer Schwabe. Donnerstag, den 25. September, abends 8 Uhr: Versammlung Franenverems der MarkuSgcmemde. Nächsten Sonntag, den 28. September, beginnt die Kinderkirche die Plalthäusgemcinde: die Vorbereitung >vird Freitag, den September, nachmillags 3 Uhr, gehalten. 3n der Iobannerkirche. Auf der vom 20. bis 22. September b. I. in Büdingen stattfindenden ,,Landwirfsckaftlickcn >rreisausstcllung" führt die Spiritus-Zentrale in Berlin, die sich seit Jahren unermMich und mit bestem Erfolge der Verwendung des Spiritus im vaus- hatl und Technik Widmer, in einem besonderen, würdig und geschmackvoll ausgestatteten Pavillon die zahlreichen Apparate und Eerätschaslen vor, welche auf Spiritus-Verwendung beruhen und sich zum Teil als uncntbehrlidrc Gebrauchs-Gegenstände jedes >?aushaltes cingeführt haben. Besonders interessant und belehrend, dabei auck zur eigenen praktischen Benutzung anregend ist die Vor- filk-rung der SpiritusbcleudTtung, die gerade in den letzten Fahren einen hohen Grad der Vollkommenheit erreicht hat. Neben den Spiritus-Glühlichtlampen mit stehendem Licht verdient besonders der neu cingenihrte Sviritus-Jnvert-Brenner „Gral" mit Pumpe, der sick durch einen besonders sparsamen Brennstoffverbrauch, ' ,7 Liter stündlich bei einer entwickelten Lichtstärke von zirka 55 Hefner-Kerzen, auszcichnet, ganz besondere Beachtung. Neben Kronen, Tischlampen, Boudoir-, Korridor- und Küchcnlampen sind auch für Balkon-, Garten- und Straßenbeleuchtung passende Formen vorhanden, auch auf die vielfach eingesührten Stalllaternen sei hingewiesen. Gleich reichhaltig find die Spiritus- .-iwckaovarate aller Art vertreten. Namentlich aber,werden die im Gebrauch vorgcpährten Spiritus-Bügeleisen, die schon in Dun- derttausenden von Haushaltungen als unentbehrlicher Gebrauchsgegenstand eingeführt haben, das Interesse der Hausfrau wack- rufen. D19/» Der Kinder bester Schutz gegen Krankheit ist außer Sauberkeit und Abhärtung eine einsache, regelmäßige Eimäbrung. Zu letzterer wählt eine kluge Aintter das Nestle'schc Kindermehl, eine natnrgemäne. leickt verdauliche und gern genommene Nahrung, welche die Kleinen vor Manen und Darmkatarrhen schützt und das Entwöbnen der Säuglinge bedeutend erleichtert. Probedoie gratis durch Nestle-Eesellschast, Berlin W. 57. ss-/. Sept. 1913 Barometer auf O° reduziert i Temperatur der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Grad btt Btwöllmnq In Zehntel bei slchld. QlmmclefL Wetter 19:2,! 743,5 16 5 98 70 8 2 8 19. 9® 749,9 10.3 8,6 92 NW 9 10 20. 7’* 748,4 9,0 8,5 99 W L 10 Achtling! Landwirte! Das Kalisviidikat <7 warntaus Kon kurrenzneid vor Phonolith unter Berufung auf die landwirtschaftlichen Versuchsstationen. Wir behaupten dagegen, dass bisher keinem ersnehsstation mit Viilkan-SPhonoIith Dllngeversuche durchgeführt hat und infolgedessen auch kein sachgemässes Urteil abgeben kann. Die in der Praxis erzielten, durch Hunderte von Anerkennungen von unabhängigen Landwirten belegten Erfolge können durch alle Warnungen des Kalisyndikats nicht aus der Welt geschafft werden. Nur der Versuch macht klug! Jede gewünschte Aufklärung gibt bereitwilligst Vulkan-Phonolith-Vertr iebs-Gese llschaf t m. b. H., Frankfurt i: und deren Vertreter. De/e Landwirtschaftliche Kreisausstellung Büdingen werden dauernd im Betriebe vorgefübrt: v". M A I 3 3 -Glühlicht-Lampen W ■ E 2 M 8 < S? S S M Ä Licht V r ” && % i I ■ V -Hand, und Herdkocher I ■ || H I 8 H -Plätt- und Bügeleisen W I Illi" wsf W Badeöfen u.dergl.App. | Landwirtschaftliche Kreisausstellung Büdingen SPIRITUS-ZENTRALE • BERLIN W. 8 Lokomobilen Lokomot Iven L Gasmotorenfabrik A.'G.,Cöln-Ehrenleld Cher 120000 PS im Betrieb (vormnl Nchmlte). Verkaufsbureau. Frankfurt a. 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Watzenborn—Garbcnteich am 24. September, vorm. 10 Uhr, Anfang nächst dem Ort Watzenborn. Gießen, am 15. September 1913. Ter Großh. Kreisbauinspektor des Kreises Gießen. _______________________Hechler.__________________ Obftversteigernng. Montag, den 22. September d. Ao., von vormittags 9 tthr an, soll das Obst der Gemeinde Annerod, bestehend in Aepseln, Birnen und Zwetschcn, versteigert werden. Zusammenkunft bei der Kirche. Annerod, am 18. September 1913. Großherzogliche Bürgermeisterei Annerod. Horn. ei* Obftversteigernng. Die Gemeinde Lich versteigert ihre diesjährige Obsternte, ieiniic Tafel und prima Wirtschaftoapscl. sowie Birnen und Zwelichen. Dienstag. den 23. Sevt. 191.3, beginnend vormittags 9*, libr, am Waldeinaana an der Hanenrüder Strane und anichiienend an diese B ersteige rung an der 'Jtoiincntöiber 2trnbe. Lich, den is. September 1018. Grohberzoglikbe iBürnermeiflcrd Lich. __Därnier._________________ (B*/e Mi Kein Schlvrin gedeiht bei schlechtem Futter. 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