•terweg 47 phone \w Ceuttiien Granrmophon- art Berlin lallier W. 9- Tel 671 in- u. enienßaus Wlilr btrtictbcr unb lbe «tuet eine ehmW >mzcichuea,Zn- ■•den moberner 5*?inmtlbtun8Cn i'tb Proipekl. Nippel £amcnidmcibetmciittra .321 * Neuheit! er Blumenpflege felePloD 261 Ll> lsl.Stdn als Balkon-, t und Pfeiler-Aufsatz Vorteile: Nur einmalige Amü fang daher billiger t Holz'. Zink- oder T» . Kasten bewährt Ausfühitt' , MusterzoDieni*6 ui. Giessen; ... FtLvbodenbeläg! e Ste^Ä^ EstncbboM Mörtel ond asbau^ n ’ andere» 5#*** 1 enbu^^i ' it'ifl ' 2^ 163. Jahrgang Erstes Blatt G Gerichtssaal": K. Neu a 03 Nr. M Der Giehrner Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich EiehenerZamilienblätter! zweimal wöchentl.NreiS: blattsürdenUreisSiehen (Dienstag und Freitags; zweimal monatl. Landwirtschaftliche Zeitfragrn Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition Hl Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. v , ... - „ Uotationzöruck und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulstratze 7. ö bis vormittags 9 Uhr. Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Keschästrstelle Vahnhosstrahe 16a. Anzeigenteil: H. Beck. Dienstag, 13. Mai <915 Bezugspreis: monatlich75Ps., viertel- A A jährlich Alk. 2.20; durch Jrwk Abhole- il Zweigstellen ■ El " monatlich 65 Ps.; durch MB diePost Atk.2.—viertel- H jährt, ausschl. Bestellg. HB Zeilcnpreis: lokal 15Pf., WhF 'ISBä-* auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für „Feuilleton", „Vermischtes" und Die heutiye Nummer umfaßt 10 Seiten. Line schwere Gefahr für unsere Getreideausfuhr. Wie aus St. Petersburg berichtet wird, strebt die rus fische Re FierungUenderun>genihresZoll- tarifes an, die für Deutschlands Handelsverkehr mit Rußland belangreich werden können. Das amtliche Organ des russischen Handelsministeriums teilt nämlich mit, daß Rußland einen Getreide zoll von etwa 4 Mark für 100 Kilogramm und für Finnland außerdem noch einen Mehltzvll von nahezu 4,30 Mark ein führen wolle, wobei zu bemerken ist, daß der für 3tußland geltende Mehlzoll zurzeit schon 4,80 Mark beträgt. Die Frage, ob Rußland berechtigt, sei, in Finnland ohne weiteres Zölle einzuführen, ist durchaus nicht zweifelsfrei; denn der Nachtrag zum Handelsverträge zwischen Deutschland und Rußland vom 15. Juli 1904 verpflichtet Rußland, für den Fall, daß es dazu übergehe, Finnland mit gewissen Zöllen zu versorgen, dies Deutschland zwei Jahre vorher anzuzeigen. Es gewinnt indessen den Anschein, daß der mit der Prüfung dieser zrage vom russischen Handelsministerium eingesetzte Ausschuß sich nicht von Gewissensskrupeln plagen lassen wolle, venu er sich aus höheren Zw eckmüßigkeitsrücksichten über die vertraglichen Bestimmungen hinwegsetzt und sich dabei ■auf Präzedenzfälle beruft. In der Tat kommt es für den deutschen Handelsverkehr auch weit mehr auf die Tatsache an, daß Rußland, dieses gewaltige GetreideproduF- tionsland, das regelmäßig jährlich einen bedeutsamen Teil seiner Getreideernte an Deutschland ab gibt, zur Einführung von Getreidezöllen üb er geht, als auf die gleichzeitige Einbeziehung Finnlands in diesen Zolltarif. Dabei soll natürlich keineswegs verkannt werden, daß unsere Ausfuhr von Roggen- und Weizenmehl nach Finnland nachgerade recht ansehnliche Werte dar stellt; sie bezifferte sich im Jahre 1912 auf nahezu 84000 Tonnen. Offenbar richten sich die neuen zolltcrriflichcn Maßnahmen der russischen Regierung hauptsächlich gegen die deutsche Getreideeinfuhr, vielleicht eine Folge des bestehenden deutschen Ein fuhrs ch-ein s y stem s, das errichtet wurde, um einen möglichst billigen Ausgleich der greife im Osten und Westen Deutschlands herbeizuführen. Mt Hilfe der Einfuhrscheine wurde den deutschen Exporteuren ermöglicht, massenhaft Getreide, namentlich Roggen trach Rußland auszuführen, denn bekanntlick) wird für jede Tonne Roggen eine Ausfuhrvergütung von 50 Mk. gemährt. Damit war für Rußland die Möglichkeit geboten, billiges Brot aus deutschem Getreide zu gewinnen. In der Tat hat sich auch die russische Mühlenindustrie die günstige Gelegenheit nicht entgehen lassen, das deutsche billige Getreide zu vermahlen und danach Kleie mit z. T. mehr -als 50 v. H. Mehlgehalt wieder nach Deutschland zollfrei -auszuführen. Diesen Manipulationen wurde zwar allmählich Einhalt geboten, Tatsache bleibt aber doch, daß die russischeir Mühlenbetriebe durch die deutschen Ausfuhrver- -gütungen für Getreide wesentlich begünstigt, dagegen die russischen Bauern geschädigt worden sind. In diesem Widerstreit der wirtschaftlichen Interessen hat nun die Regie- ung Rußlands für die Bauern Partei ergriffen und sucht nunmehr durch Einführung eines ziemlich hohen Getreidezolles die deutsche Einfuhr zu verhindern. Denn darauf dürfte es gegenwärtig abgesehen sein. Da Deutschland nach Rußland ausschließlich Finnland im Durchschnitt des letzten Jahrfünfts 1908 bis 1912 etwa 130 000 Tonnen Roggen, 14 000 Tonnen Weizen und 16 000 Tonnen Hafer aus geführt hat, dazu nach Finnland noch bedeutende Mengen Roggen- und Weizenmehl/ so muß unser Handel mit Rußland^ eine immerhin empfindliche Einbuße erleiden. Die Antwortnote der Ballanverbündeten. Athen, 12. Mai. Die Antwort der Verbündeten auf die letzte Note der Mächte wird morgen übergeben werden. Die Verbündeten sind damit einverstanden, die Feindseligkeiten einzustellen und in Londo n an der Friedenskonferenz teilzunehmen. Die Verbündeten sprechen ihr Bedauern aus, daß die Mächte den von den Verbündeten ausgesprochenen Vorbehalten, die Lebensfragen der Verbündeten betreffen, nicht in Erwägung gezogen haben. Sofia, 12. Mai. (W. B.) Die Antwortnote der Verbündeten ist heute vormittag überreicht worden. Darin werden für die Friedenskonferenz in London dieselben Friedensdelegierten ernannt wie für die 1. Friedenskonferenz. In Regierungskreisen wird erklärt, daß die bulgarische Regierung jede Aktion, die ben Verzögerungen und Verschleppungen ein Ende setzen könne, günstig aufnehmen und ihren ganzen Einfluß ausbieten werde, um jedem neuen Verschleppungsversuch vorzubeuoen, da das Land entschieden den sofortigen Friedensschmß wünsche. Die Uebcrgabe Skrrtaris. Das „Neue Wiener Abendblatt" meldet: Die Ueber- gabe Skutaris erfolgt Mittwoch. Die Details sind bereits fertiggestellt. Der Brand in Skutari dauerte bis Freitag abend an. Fünf Basarviertel 1 wurden zerstört. Der Schaden wird auf 2 0 Millionen geschätzt. Unter den Geschädigten befinden sich österreichische und italienische Fabrikanten. Rom, 12. Mai. Die „Tribuna" meldet aus Skutari: Die zur Besetzung v o n Skuta r i bestimmten Ma- trosenäbteilungen der Blockadeflotte sind gestern abend in San Giovanni di Medua gelandet. Man erwartet ihr Eintreffen in Skutari heute abend oder morgen früh. Am 15. M a i erfolgt die feie r liche Uebergabc der Stadt an die Truppen der Mächte. Die bulgavisch-rumättisrhe Frage. Bukarest, 10. Mai. Gestern wurde das Petersburger Protokoll über den bulgarisckp-rumänischen Streitfall durch die Vertreter der Großmächte in Petersburg unterzeichnet. Die Veröffentlichung des Protokolls erfolgt gleick)Heitig mit der Unterzeichnung der Friedenspräliminarien. Heber die Berner Zusammenkunft ftcmMsch-deukscher Parlamentarier wird gemeldet, daß die französischen Teilnehmer es als Haupt- aufgabe der Annäherungskonserenz ansehen, einen aus Mitgliedern der beiden Parlamente zusammengesetzten ständigen Ausschuß zu bilden, der das Werk der Konferenz fortzusetzen hätte. Es heißt, daß die in Bern bereits eingetrofscnen Franzosen eine Sitzung ab halten würden, um die Frage zu erörtern, ob sie in ihrer Gesamtheit der Konferenz beiwohnen sollen. Mehrfach wurde nämlich der Gedanke geäußert, daß die Franzosen, um das Mißverhältnis zwischen der Zahl der Deutschen und der französischen Teilnehmer nicht allzusehr in die Erscheinung treten zu lassen, sich nur durch eine Abordnung vertreten lassen möchten die numerisch der deutschen Vertretung ungefähr gleich wäre. Mit Sleptik und Ironie äußert sich der ehemalige Ministerpräsident C l e men eeau , in dein er in seinem Blatte ,,L'Homme Libre" schreibt: „Ich weiß nicht, ob die Mitglieder des deutschen Reichstages, die die Reise nach Bern unternehmen werden, einen größeren Einfluß auf ihre Kollegen besitzen, aber es schemt mir, daß selbst der einflußreichste unter ihnen, ein etwa folgendermaßen lautendes Argument kaum entkräftigen könnte: Wir können erst dann über die Verringerung der Rüstungen sprechen, sobald wir sie vermehrt haben werden. Unter solchen Verhältnissen wird dem Senator d'Cstournelles de Constant wohl nichts anderes übrig bleiben, als die Verhandlungen vor der Veröffentlichung" mit einer jener hochherzigen Formel zu schließen, die wohl Genüge tue, aber niemand zufrieden stelle. Von den zur Verständr- gungskonferenz angemeldeten Reichstagsabgeordneten sind 23 So-' zialdemokraten, 7 Fortschrittler, 2 Zentrumsabgeordnete, 1 Elsässer und 1 Däne. Bern, 12. Mai. Die Konferenz endete mit einer ungezwungenen Vereinigung im Berner Hof. Zwischen den Deutschen und Franzosen herrschte große Herzlichkeit. Wie es heißt, bestanden innerhalb der französischen Abordnung starke Meinungsverschiedenheiten wegen einer Stelle der Entschließung, die den elsässischen Landtag berührt. Die Sozialistisch- Radikalen verlangten Streichung, weil die Stelle mißverstanden werden könnte. Jaurös zerstreute jedoch die Bedenken, so daß der Entwurf von der Abordnung angenommen wurde. Einige opponierende Raoikale wollten später eine Protestnote verfassen, doch gelang es ihren Freunden, sie davon abzuhalten, der Zusammenkunft im Berner Hof blieben sie aber fern. Deutsches Neseh. Der Fall Tro ernel und das Auswärtige Amt. Das Berliner Auswärtige Amt hat Schritte in Paris unternommen, um die Angelegenheit des Bürgermeisters Troemel, der angeblich bei der Fremdenlegion in Algier weiten soll, aufzuklären. Man will versuchen, den bedauernswerten Mann aus seiner Lage, zu befreien, nötigenfalls will man einen Auslieferungsan- trag stellen, da die Behörde wegen unbefugter Entfernung von seinem Posten ein Disziplinarverfahren gegen ihn eiu- lciten will. Bei dieser Gelegenheit dürften auch die Verhältnisse bei der Anwerbung für die Fremdenlegion seitens französischer Werber in Deutschland zur Sprache kommen. Konferenz der Landesvereine vom Roten Kreuz. Pom 17. bis 21. Mai treten in München die deutschen Landesvereine vom Roten Kreuz und verwandte Organisationen zu einer Konferenz zusammen, Ivo die Ri cht - tinicn für die Weiterentwicklung der Frieoens- arbeit und Vorbereitung' auf einen Kriegsfall festgelegt werden sollen. Neben Fragen von internationaler Bedeutung, wie die Ge fang en en-Fürsvrg e, wird u. a. über eine vermehrte Beteiligung des Roten Kreuzes an der Seuchenbekämpfling, die Versorgung der Roten Kreuz- Schwestern und über die Gewinnung und Ausbildung weiblicher und männlicher Hilfskräfte beraten. Ferner wird ein Zus am men Witten des Roten .Kreuzes mit den gewerblichen Berufsgenoss en schäft en in der ersten Hilfe und die Notwendigkeit der Ausbildung von Desinfektoren erörtert werden. Die Berichte über die Hilfsexpedition des deut' scheu Roten Kreuzes seit der 1908 in Dresden ab gehaltenen letzten Konferenz und Vorträge über die Erfahrungen auf den verschiedenen Arbeitsgebieten der Ver- eiusorganisativn bilden einen weiteren Teil der Tagesordnung. Am 18. Mai findet eine große Sanitätsdienstübung im Ausstellungspark statt. Arrslanv. Die französisch-spanische Freundschaft. Aus Paris wird gemeldet: Ministerpräsident Graf Roma n o n e s und Minister des Aeußeru P ichon haben herzliche T eck eg r amm. e miteinander gewechselt, in dänen sie versichern, daßdaß die Reife des Königs L'oft Spanien nach Paris ein Beweis der herzlichen Freundschaft zwischen Frankreich und Spanien fei und Lin neuer Vulkanausbruch in Innerasrika. Das B.ilkangebiet von Ruanda am Kivüsee, das -auf der Grenze zwischen Deutschi-Ostafrika, Britisch-Ostafrika und dem ^ongostaat sich erhebt, hat im letzten Jahrzehnt namentlich durch die Arbeiten deutscher Reifender eine bereits ziemlich gründliche Erforschung erfahren. Einen wichtigen Beitrag dazu liefert jetzt der französische Missionar aus dem Orden der Weißen Brüder Pages, der einen neuen Vulkanausbruch dieses Berglandes in einer Zuschrift an den Pariser „Eosmos" beschreibt. Der Sitz dieser Missionare ist die Ortschaft Njundo, die etwa 30 Kilometer von dem Schauplatz der letzten Eruption entfernt auf der deutschen Seite liegt. Der Ausbruch begann in der Nacht vom 4. zum 5. Dezember 1912, im Norden des Kivusees, und zwar mitten in einem angebauten Gefilde, so daß sich unter den Eingeborenen ein jäher Schrecken verbreitete, obgleich Menschenleben, soweit die Nachforschungen gereicht haben, nicht zu beklcigen ge- vesen sind. Der Ausbruch dauerte einen vollen Monat, bis zum 3. Januar, an. Am Morgen des 5. Dezember bot sich den Missionaren der überwältigende Anblick einer ungeheueren Dampfwolle imr, die sich 'hoch über dem Boden erhob und soviel Staub mit 'ich gerissen hatte, daß sie bald eine dunkle Farbe und schließlich das Aussehen von schwarzem Rauch annahm. Der obere Teil breitete sich allmählich wie ein Riesenschirm nach allen Seiten aus Unb wurde dann mehr Und mehr ein Spiel des Windes, während der Dampf zunächst durch die kolossale Kraft des Ausbruchs als 'eine senkrechte Säule hinaufgeschleudert worden war. Beim Ein- 'bruch der nächsten Nacht wurde das Schauspiel noch großartiger ttirch die Widerspiegelung der Lavaglnt in den vulkanischen Wolken, io daß diese wie in Feuer getaucht erschienen. Die aus der Lava mtwickellen Dämpfe breiteten sich in einem Umkreis von fünf Kilometern in die Ebene hinein aus unb reichten bis zum See. Der Vulkan zeigte sich wie mit einem leuchtenden Hof umgeben. Die Missionare in Njundo hielten die Erscheinung zunächst für fine Feuersbrunst von ungewöhnlichem Umfang. In einer Entfernung von 30 Kilometern konnte man in der Nacht beim Feuer des Vulkans kleine Druckschrift lesen, und das Schauspiel war sogar in einem Abstand von 250 .Kilometern bemerkbar. Die Aanchsänle wurde von zickzackförmigen Blitzen durchzuckt, die sich Wweil en auch in Garben zu verstreuen schienen. Dieser Vorgang ift durch eie Reibung der Aschemnassen mit den Dampfwollen mb durch die dadurch bedingte Entwicklung elektrischer Spannungen zu erklären. Die Missionare vernahmen auch eine Folge von Explosionen und hin und wieder ein langes Rollen, das dem eines Donners nicht unähnlich war. Dieses Geräusch war wenigstens 60 Kilometer weit börbar. .Am 16. Dezember erreichte die ^Eruption den.Höhepunkt. Gerade in dieser Zeit unternahm Pater Pages das Wagnis, sich der 9lus- bruchtelle zu nähern. Er drang bis zur Lava vor, die zu feinen Füßen dahinströmte und ihm Dampfwolken ins Gesicht spie. Die von dem Krater ausgeworfenen Aschen hatten sich bis zu 200 Meter Höhe „ausgehäuft. Die Aschenexplosionen konnten mit einem Feldstecher deutlich) verfolgt werden. Auch die Dampfsäule wurde immer wieder erneut, indem in rascher Folge weitere Wolken aus dem Krater hervorgestoßen wurden. In kurzer Zeit durchmaß die Lava die Strecke von vier Kilometern, die.den Krater vom Kivusee trennten. Die umgebende Ebene, die bereits aus vulkanischem Gestein mrfgebaut war, trug zahlreiche Bananenpftanzungen, stellenweise auch einen Wald von niedrigen Bäumen, die in der alten zersetzten Lava Wurzel geschlagen hatten. Tie Vegetation wurde zum größten Teil vernickstet, und der Wald brannte an mehreren Stellen. Bei dem schnellen Erkalten der Lava, wo sie in den See einfloß, wurde ein eigentümliches Geräusch vernehmbar, das von den Ohrenzeugen mit dem eines Eisenbahnzuges verglichen wird, wenn er in, einen Bahühof einfährt und dabei eine Reihe von Weichen überschreitet. Im See erzeugte der Lavastrom eine Woge, durch die ein größeres Boot aus dem Wasser herausgeschleu- bert und ziemlich weit int Innern unter einen Baum niedergesetzt wurde. Der Missionar begab sich selbst in einer Barke auf den See, dessen Wasser noch in einem Abstand von einigen Kilometern bis aus einen hohen Grad erhitzt war und einen Sckpvefelgeschmack zeigte. Die Anwohner sammelten viele Fische, die durch das Entströmen der Lava getötet worden waren, unb verschafften sich durch ihren Verkauf auf den Märkten der Nachbarschaft einen leichten Verdienst. Dje Eingeborenen freilich hatten in einigen Dörfern eine Scheu vor dem Genuß dieser Speise, da sie alles, was mit der vulkanischen Tätigtttt im Zusammenhang stehl, mit einem tief eingenmrzelten Aberglauben betrachten. Beachtenswert ist die Wirkung, die der Vulkanausbruch auf die Witterung hervorgerufen hat. Während sonst dort int Dezember fast immer wolkenloses Wetter herrscht, war es diesmal düster und regenreich. Zur Zeit der stärksten Eruption vermochte die Sonne reinen Augenblick durch das dichte Gewölk des Vulkans hindurch- zudringen. Kein Tag verstrich ohne Regen; mittags ging regelmäßig ein Gewitter von etwa einstündiger Dauer nieder. Diese Einflüsse des Vulkanausbruchs erstreckten sich nur auf die nähere Umgebung, während weiterhin das Wetter ungetrübt seinen normalen Verlaus nahm. Der von dem Krater ausgehende Schwefelgeruch verbreitete sich etwa 500 Kilometer weit und war noch an der Station Marcmgara in Ruanda deutlich wahrnehmbar, und zwar sckwn am ersten Tage des Ausbruchs. Eine seltene Begleiterscheinung endlich waren die Flammen, die aus dem Krater herausscklugen und von dem Missionar deutlich wahrgenvmmen worden sind. Die heftige Eruption dauerte volle 29 Tage, während sie sich in geringerem Grade noch bis in den Februar hmeinzvg. Ein Besuch des wahrsch.nnli.ch sehr großen Kraters war bis zur Zeil des Berichts noch nickt möglich gewesen, da die Lava wegen ihrer Hitze noch nicht begangen werden konnte, auch die Lust bei der Annäherung an die Ausbruchstelle geradezu erstickend war. * — Das Rhein-Mainische Verbandstheater, das seit Jähren eine größere Anzahl mittlerer und kleinerer Städte, die sich kein eigenes Theater halten können, mit guten Tlwatm Vorstellungen versorgt, das im Auftrag von Voll'sbildungsor-gani - sationen aber auch in größeren Städten, wie Franl'ftrtt und Offenbach, spielt, hat feinen Spielplan für das nächste Jahr heransgebracht. Er umfaßt folgende Stücke: (Goethe: Götz von Berlichingen, — Shakespeare: Die luftigen Weibiw von Windsor, — Schiller: Kabale unb Liebe, — Moliöre: Der eingebildet' Kranke, — Anzengruber: Der Meineidbauer, — Lutz: Andrem- -Hofer, — Shaw: Diw Teufelsschüler, — Hauptmann: Die versunkene Glocke, — Hauptmann: Der Biberpelz, -- Rößler - ^ic N?f^Frankfurter — Wette: Hänsel imb Gretel ..Kiuderftück). Die ftinstlerische Leitung besorgt wieder Tl-eatcwdirektvr H äu fcr. Das Personal wird teilweise bewährte ältere Kräfte imb teilweise rumore, die von größeren unb guten Bühnen Herkommen, um lassen. Zu den älteren Spielorten wird eine Reihe neuer- hinzu kommen. Besonders in der badifckren imb baperisch.m Pfalz haben wohlgelungene Bersuchsvorstellungen, die in einer Frichjahrsnacb- sprelzeit stattfanden, dem Theater neuen Boden bereitet. Die Geschäftsstelle des Rh än-Mainischeu Verbandes für Volksbildung, Frankfurt a. M., Stiftstraße 32, gibt auf alle mit dem BtUbands-' tHeater zusammenhängende Fragen jede gewünschte .Auskunft. werde einen erfreulichen Einfluß am die wirtschaMichen und politischen Beziehungen der beiden Lander ausüben. Die Hochzeit 'des Exkönigs Manuel von Portugal, der sich in der letzten Zeit in München aufhiclt und jetzt zum Besuche seiner Braut, der Prinzessin Auguste Viktoria von Hohenzollern, aus Schloß Weinburg bei Reines in der Schweiz abgereist ist, findet voraussichtlich im September statt. Die Wilsonschen Friedensideale. Bei einem Bankett aus Anlaß der Jahrhundertfeier des englisch-amerikanischen Friedensschlusses hielt Staatssekretär Bryan eine Rede, in der er das neue Friedensprojekt des Präsidenten Wilson als den größten Schrill bezeichnete, der bisher für den Friedensgedanken ersonnen worden fei. Im Projekt der Verständigung der Vereinigten Staaten und anderen Nationen sei vorgesehen, daß ein Krieg nicht eher erklärt werde, bis die Streitfrage von einem internationalen Schreds- gericht untersucht worden sei. Hierdurch werde Zeit für die Trennung realer und idealer Fragen und für die Bearbeitung der öffentlichen Meinung, welche sich immer mehr dem Fricdens- gcdanken zuwende, gewonnen. Bryan schloß: Diejenigen, welche an dem Erfolg des Wilsonschen Projektes glauben, kwffen, daß, wenn es von den Bereinigten Staaten und einigen anderen Nationen angenommen worden ist, auch bei den anderen Nationen untereinander durchgeführt werden wird, bis schließlich alle Nationen der Erde durch das Abkommen miteinander verknüpft sind. Heer und Flotte. Potsdam, 12. Mai. Heute vormittag wurde im Beisein des Kaisers das Stiftungsfest des Lehr- insanteriebataillons abgehalten. prinz-heinrich-Mg. Wiesbaden, 11. Mai. In Gegenwart des Prinzen Heinrich von Preußen begann heute früh der Start zum Prinz Heinrich-Flug. Der gestern abend zunächst auf 4 Uhr morgens angesetzte Start mußte infolge des die Nacht über währenden Regens auf 6 Uhr früh verschoben werden. Aber auch um diese Zeit ließen die ungünstigen Witterungs- Verhältnisse den Start nicht zu, so daß die Oderleitung den Start erst um 7 Uhr 30 Min. morgens freigeben konnte. Die Flieger. Die Teilnehmer in Flugzeugen der deutschen Heeresverwaltungen sind: 1. Lt. Blüthg en (Mars-Doppeldecker), Beobachter Lt. Frhr. v. Freyberg, Unparteiischer Hptm. Frhr. v. Hammerstein. 2. Lt. Canter (Rumplertaube), Beobachter Lt. Böhmer, Unparteiischer Oblt. Sautier. 3. Lt. Frhr. v. Thüna (Luftverkehrsgesellschaft-Doppeldecker), Beobachter Lt. v. Falkenhayn, Unparteiischer Oblt. Frhr. v. Bahr. 4. Lt. 1). Beaulieu (Albatros-Doppeldecker), Beobachter Lt. Krausse, Unparteiischer Hptm. Blak. 5. Lt. Ka stner (Rirmplertaube), Beobachter Oblt. Niemöller, Unparteiischer Oblt. Rein. 6. Lt. Sommer (Euler-Doppeldecker), Beobachter Lt. van Beers, Unparteiischer Oblt. Moers. 7. Lt. Weyer (Aviatik-Doppeldecker), Beobachter Oblt. Burmeister, Unparteiischer Oblt. v. Pttch 8. Oblt. Donnevert (NumplertaUbe), Beobachter Lt. Marsow, Unparteiischer Oblt. Renk. 9. Lt. C o e r v e r (Feannin-Tanbe), Beobachter Lt. von Schroedcr, Unparteiischer Hptm. Dincklage. 10. Lt. Hailer (Otto-Zweidecker, Mil.-Typ), Beobachter Oblt. Leonhard, Unparteiischer Oblt. Donnevert. 11. Lt. Vierling (Otto-Zweidecker, Mil.-Typ), Beobachter Oblt. König, Unparteiischer Lt. Hempel. 12. 2t. Frhr. v. Haller (Otto-Zweidecker, Mil.-Thp), Oblt. Frhr. v. Könitz, Unparteiischer Lt. Frhr. Kreß v. Kreffenstein. Die iFichrer der Flugzeuge in Privatbesitz sind: 14. Lt. v. Hiddessen (Eindecker der D. Flugzeug-W.), 15. Lt. Zwickau lEindecker d. D. Fl.-W.), 16. Jng. Schlegel (Mil.-Eindecker Aviatik 1913), 17. Oblt. Linke (Aviatik-Pfeil-Doppeldecker, Mil.- Typ), 18. Dipl.-Jng. Thelen (Matros-Zweidecker), 19. Techn. Dir. Hirth (Albatros-Hirth-Eindecker), 20. Lt. Joly (Gothaer Waggonfabrik, Eindecker), 21. Lt. Eng wer (Gothaer Argus- Eindecker'', 22. Tr autw e iu oder Schrveder (Goedecker-Ein- decker), 23. Reserve evt. außer Konkurrenz: Jng. Suwelack (Kondor-Eindeckeri, 24. Reserve evt. außer Konkurrenz: Lt. Car- ganico (L.-V.-G.-Doppeldecker). Außer Konkurrenz- startet: 25. Jng. Grade (Eindecker Hans Grade). Lediglich für die Auf klärungsübungen haben bisher genannt: 26. Oblt. Taenfert (Rumplertaube), 27. Lt. Geyer (Aviattk D. D.), 28. Lt. Schmickaln (Aviatik Rumpf-Pfeil), 29. Lt. Wulff (Aviatik D. D.), 30. Oblt. v. lEickstädt (Taube), 31. Lt. Lom < Aviatik D. D.), 32. Lt. v. Boguelin > Aviatik D. D.), 33. Lt. v. Ofterroth (Aviatik D. D.), 34. Lt. Köhr (Aviatik D. D.), 35. Lt. Schulz (dllbatros D. D.), 36. Lt. Pretzell (Rumplertaube), 37. Lt. Schneider (L.-B.-G. D. D.), 38. Lt. My (Euler D. D.). Die Fluge in Wiesbaden. Wiesbaden, 10. Mai. Heute früh 4 Uhr 39 Minuten begannen die Flüge des Prinz-Heinrich-Fluges. Ingenieur Thelen, Leutnant Joly und Leutnant von .Hiddessen haben die Bedingungen der Heeresverlval- timti erfüllt. Oberleutnant Lincke fuhr nach einem1 mißglückten Start von hinten in das Flugzeug von Thelen; das Flugzeug wurde leicht beschädigt. Oberingenieur H'irth tarn beim Start infolge des böigen, in seinen Richtung häufig wechselnden Windes nicht hoch. Der rechte Flügel des Flugzeuges streifte den Boden, das Flugzeug würde nach der Seite gedreht und überschlug sich vollständig. Der Begleiter, Oberleutnant Palmer, wurde herausgeschleudert und erlitt ganz leichte Verletzungen. Oberingenieur Hirth blieb unverletzt. Ein schwerer Unfall. Leutnant Weyer von der Fliegerstation Metz stürzte mit seinem Aviatie-Doppeldecker in der Nähe von Nordenstadt aus einer Höhe von 50 Meter ab. Der Apparat wurde zertrümmert, der Flieger erlitt schwere innere Verletzungen und einen Beinbruch. Er wurde ins Krankenhaus nach Wiesbaden gebracht. Der Flugtag in Gießen. K.N. Gießen, 13. Mai. Fröstelregen klang eintönig im junggrünen Laub, als der erste fahle Schein über die schwer hangenden Wolken glitt. Still und reglos lagen die Straßen, und der nasse Asphalt glänzte im Widerschein der Laternen. Irgendwo kamen ein paar junge Männer lärmend aus einer Kneipe, wir aber gingen, in unsere Mäntel gehüllt, schweigend unseres Weges. Niemand fast begegnete uns; nur ein Kätzlein strich maunzend um ein verschlossenes Tor und ein Soldat eilte mit einem Päcklein spornstreichs zur Bahn Wir schritten langsam durch 5en Regen: keiner von uns glaubte, daß die Flieger bei diesem Wetter kämen. Auf dem Trieb war schon reges Leben. Hart am Straßengraben ftanben die Zbompagmen in sckmttcnhasten Umrissen; halblaute Befehle gingen hier und ^ort, müde gehorchten die Leute. In den Zelten erledigten die Herren der Oberleitung die letzten Vorbereitungen, stets mit einem Auge nach dem Himmel schielend, aus dem es unaufhörlich goß. Schwer schwappten die Fahnen im erwachenden Morgenwind. Da klingt der Fernsprecher und von Wiesbaden kommt die Nachricht: Es wird unbedingt geflogen. Start eine Stunde später. Also doch eine Hoffnung, und man wird munterer. Allmählich füllen'sich die Plätze. Man tauscht Fragen und Meinung. Da steigt ein kleiner roter Pilotballon und geht — von den Meteorologen mit dem Theodolit beobachtet, rasch nach Südost. Aber man sieht auch schon mit Hoffern Auge, daß in den Höhen ein heftiger Wind weht. Nun werden die ermittelten Messungen rasch berechnet und kurz darauf geht Nachricht nach Wiesbaden. Dort ist das Wetter besser und es beginnen ausgedehnte telephonische Beratungen. Darnach wird der Start wiederum verschoben, bis die Oberleitung entschieden habe. Die Zeit vergeht in planlosem Warten. Ungestört regnet es fort und das Wasser sammelt sich zu großen Lachen und Pfützen. Kraftwagen rattern heran und gehen. . . die Fernsprecher sind beständig in Tätigkeit. Um Vt7 kommt von Wiesbaden die Nachricht, daß die Starterlaubnis gegeben sei. Die Flieger machten sich bereit. Wiederum ein Aufatmen. Aber es dauert noch lange, lange. Alles trieft vor Nässe. Der Großherzog, der kurz nach 5 Uhr gekommen ist, steht im hochgeschlossenen Gummi- nrantel und aufgeschürzten Hosen vor seinem Zelt, raucht eine Zigarette um die andere und unterhält sich angeregt. Kurz vor 8 Uhr besteigt er seinen Kraftwagen und fährt davon. Er muß zu einer Kirchenfeier nach Egelsbach und kann nicht länger warten. Nun glauben viele, die Flüge seien abgesagt und gehen; die meisten in die Wirtschastszelte, wo es nach frischem Kaffee und warmen Würstchen riecht. Ein gar lieblicher Duft bei dieser frösteligen Nässe. Und es gießt erbarmungslos weiter. Da endlich kommt die Nachricht, daß Hiddessen, der als Fahrer des gelben Hundes, des ersten Postflugzeuges, rasch berühmt geworden ist, um 7.56 Wiesbaden verlassen habe. Alles atmet auf — der Mißmut und die Langeweile verschwindet, und rasch aufeinander folgen die Aufstiegs- Meldungen. Im Laufe der nächsten halben Stunde sind 16 Flugzeuge als aufgestiegen gemeldet. Dann kommen die Nachrichten von den Beobächtungsstationen — die letzte ist Friedberg, und alles ist in erregter Erwartung. Es dauert entsetzlich lange und man befürchtet schon Unfälle, als plötzlich die militärifchen Winker ihre Flaggen heben, und ein scharfer Trompetenstoß das Nahen eines Flugzeuges verkündet. Nun geht es rasch hintereinander und nach einer kleinen Weile erscheinen zwei Flugzeuge dicht beieinander, eine Rumpler-Taube und ein Albatroß-Doppeldecker. Dicht dabei ein zweiter Eindecker. Heller Jubel klingt über das Feld. Da — ein Augenblick spannender Erwartung: Während der Doppeldecker in bedeutender Höhe den Trieb umkreist, senkt sich die an zweiter Stelle liegende Taube scharf abwärts in steilem Flug, als ob sie stürze, aber in elegantem Bogen iommt sie zur Erde, hoppst drei-, viermal und steht dann still. Glücklich gelandet. Ein unbeschreiblicher Jubel erhebt sich. .Alles ist 'erregt, begeistert . . . Und so geht es dann fort; eine ganze Stunde lang: Flugzeug um Flugzeug landet sicher unter lautem Beifall. Da kommt die Meldung, daß das Flugzeug Nr. 11 bei Bad-Nauheim ab gestürzt und zertrümmert fei — von den Fliegern kein Wort. Autos rasen fort zur Hilfeleistung. Wer es hört erblaßt — aber es sind nur wenige — und mit einer gewissen Stumpfheit sieht man die weiteren Flugzeuge landen. Was ist mit den beiden von 9h:. 11? Kurz darnach die Nachricht: Nr. 14 liegt bei Unter- Lieder bach i. T. und kann nicht weiter. Indem kommt von Bensheim die Meldung: Nr. 23 um 9.29 hier gelandet, da verflogen. Die vier Fernsprecher rasseln in einem fort, derweil draußen die Apparate landen und in der Absperrung in Stellung gehen. Plötzlich das eigentümliche Signal einer Huppe; Prinz- Heinrich naht. Ohne Aufenthalt und ohne Förmlichkeiten geht er durch das Empfangszelt nach dem Zelt der Etappenleitung und fordert ausführlichen Bericht. Rasch sammeln sich Flieger und Begleitoffiziere um ihn. Er vermerkt alles in einem Heinen Taschenbuch und gibt kurz und klar seine Befehle. Einen Kinematographenmann verweist er mit scharfem Wort, auch einen Photographen. Er ist kein Freund davon, sich überall ausftelllen zu lassen. — Dann besucht er die einzelnen Apparate, an denen geputzt und gearbeitet wird. Wesentliche Unfälle find nicht zu vermerken; eine gebrochene Küfe, die rasch ousgebesfert ist, ein'paar verruste Zündkerzen, das ist so ziemlich alles. Die 9Notore sind wegen des Regens sorgfältig verdeckt, und die einzelnen Flugzeuge, unter denen sich ganz prächtige, elegante und vertrauenerweckende befinden, werden von ein paar Soldaten bewacht. Hier und dort läßt ein Flieger seinen Motor probeweise anlaufen. Es dauert nicht lange, da erhebt sich Hiddessen zum Flug noch Kassel. Der Start gelingt ihm munberbar leicht. Nr. 10 beschädigt beim Anlauf das Fahrgestell und muß sich nach langem vergeblichem Ausbesferungsverfuch zum Abrüsten entschließen. Prinz Heinrich verließ gegen 2 Uhr den Flugplatz und begab sich mich Kassel. Noch zwei Flieger sollen von Wiesbaden kommen, aber es wird allmählich Abend, ohne daß sie starten. Die gelandeten Flugzeuge sind bis auf drei nach Kassel geflogen. Eins liegt abgedeckt mitten auf dem Platz, die beiden anderen fliegen rasch hintereinander in den Abend hinein. Auf dem weiten Platz wird es stiller, man berechnet die Zeiten: Der kürzeste Flug hat 48 Minuten gedauert; eine ausgezeichnete Leistung bei dem ungünstigen Wetter. Unb es ist sehr schlecht gewesen; nickt nur die Beobachtungen Dr. Pepplers ergaben starke Luftströmungen, auch ans den Aussagen der Flieger werden arge Böen geschildert, die z. T. recht gefährlich waren, und die Ergebnisse des ersten Tages als ganz ausgezeichnet erscheinen lassen. Müde kehrte?: die Menschen heim; die Mehrzahl der Leute von der Leitung sind seit kurz nach Mitternacht auf ihrem Posten gewesen. Auch das brave Gendarmeriepferd hat wacker ausgehalten. Ein Häslein, das den ganzen Vormittag über erschreckt den Trieb nach allen weiten maß, und sich hilfesuchend nach allen Himmelsrichtungen umdrehte, ist in der allgemeinen Erregung unbemerkt verschwunden. Ein Glück ist es, daß der Tag ohne größeren Unfall verlief. Auch den Fliegern, die unterwegs liegen geblieben find, ist Tein körperliches Unheil zugestoßen. Folgende Tabelle gibt einen Ueberblick über die Zeiten: Wiesbaden ©legen Gießen Kassel Besondere Bemerkungen Nr. ab an ab an 1 8" 9“4l 210 3"« 2 88 l1 2**T 3 8” 9’\7 11“ 12"„ 4 84 9°„ 1M 9'-« a 46 5 ipv 12“„ 2" 3% 6 8" 9” 7 — — — gestürzt in Wiesbaden 8 8” - 9” 11' 12u 9 nicht geflogen > am 11. Mai" 10 8'° 018 v 43 11" — Uniall beim Start; abmontiert in Gießen, 11 8" •— — — liegt bei Bad-Nauheim. 12 8" 933 12” 2<86s 14 788 9” 1028 1219 15 83" — — — liegt bei Unterliederbach i. T, 1B 8-7 ^3, po 2l652 17 — — — fährt nicht. 18 865 9”4T 3“ 4l° 19 — — — nicht gestartet, 20 8” 10°47 12® v\4 21 8" 9% 12M Zwischenlandung Neuenhain bei Zimmersrode. 22 — — — — fährt nicht, 23 8” 5% 6" — 9ro an Bensheim, ab 12”, 12*’ an Darmstadt, ab 4i0, 4" an N.-Wöllstadt, ab 5", 24 12” J46 4'° — 25 nicht geflogen. Wesentlich schwieriger als am ersten Tage, gestaltete sich die Arbeit des Gießener Luftfahrvereins am 2. Feiertag, der gar nicht mehr in das hiesige Programm fiel. Infolge des sehr ungünstigen Wetters wurden die Flieger in Kassel aber von der Verpflichtung, über den Westerwald zu fahren, entbunden und ihnen der Weg über Gießen und durch das Lahntal freigegeben. Im Laufe des Vormittags tarnen denn auch mehrere Flieger hier durch, einige mußten landen. 9h:. 9 landete gegen 11 Uhr und ging gegen 5 Uhr auf Dr. Pepplers Rat nach Kassel ab. Nr. — landet von Kassel hier gegen 9 Uhr. Nr. 25 kommt nach vier Notlandungen, von Oppenrod, wo er nachmittags landete, am Abend gut hier an. Wegen der vertikalen Luftströmungen war Feilt früherer Aufstieg möglich gewesen. Ltn. Zwickau (9h:. 15) ging nachmittags zwischen Kirchbauna und Rengerts haus en, 8 Klm. vom Kasseler Flugplatz, nieder. Der Grund der Landung soll ein Nachlassen des Druckes des Viotors gewesen sein. Auch heute treffen noch eine Anzahl Flieger von Kassel in Gießen ein. Heber den zweiten Tag berichten folgende Drahtnachrichten: Kassel, 12. Mai. Um 51/2 Uhr traf Prinz Heinrich im Automobil auf dem Flugplatz ein, wo er von den Herren der Oberleitung und den Militärs begrüßt wurde. för unterhielt sich mit dem Oberbürgermeister Dr. 3d>ob und hieraus mit dem Kommandierenden General Frhr. v. Scheffer-Bvyadel M- der Flieger Leutnant Carganieo um 5,58 Uhr nach einem i)hinb- flug über dem Platz landete, begrüßte ihn der Prinz und nahm seine Meldung entgegen. Der Start für die ^Etappe Kassel—Koblenz, -ie freute zurückzulegen ist, wurde für 7,45 Uhr fieigegeben. Dock frerrfdrtc um diese Zeit noch ein so starker Nebel, daß ein Aufstieg illcht gc raten erschien Von den Fliegern, die fämtiidi um 8 Uhr stand bereit waren, stieg als erster um 8,45 Uhr Lt. v. Beaulieu (4; auf. Es folgten: Frhr. v. Haller (12) um 8,50 Ufrr,L*di v. Hiddessen (14) um 8,53 Uhr, Frhr. v. Thüna (3) 9,04 Ufrr. Prinz !Heinrichv 0 n Preußen, der 5 Uhr früh den Flugplatz ausgesucht hatte, hat sich im Automobil nach Koblenz begeben, um die Flieger dort zu ermatten. Kassel, 12. Mai. Um 9,58 Uhr machte Lt. B l ü t h g e n (1 einen Probeflug. Die Flieger hatten den Start anfgesckwben, da aus dem Sauerlande von Berleburg und von der Lahn ^Knüller- biünmgcit gemeldet wurden. Lt. Carganieo (24) machte um 10,10 Ufrr ebenfalls einen Probeslug. Um 10,38 Ufrr landete Lt. fön gm er (21), der wegen heißgelaufenen Motors bei 3i m- mersrode eine Notlandung gemacht hatte, und um 9,5t) Uhr landete Lt. Sommer (6), der bei Dörnhagen gestern abend 8 Ufrr eine Notlandung borgenomntnt und die Nacht dort verblieben war. Um 10£26 Ufrr ging Lt. Joly (20) nach Koblenz ab. Um 10,35 Uhr ist Thelen (18) in Koblenz gelandet, wobei Tragflächen und Vordergestell beschädigt wurden. Ferner landeten glatt in Koblenz Lt. v. Beaulieu (4), um 10,42 Ufrr, Lt Frhr. v. Haller (12) um 10,46 Ufrr, Frhr. v. Thüna t-3'i um 10,56 Ufrr. Lt. Kastner (5) fuhr 3,18 Ufrr ab. 'Er mußte aber wegen heißgelaufenen Motors bei I e s b e r g landen. Ingenieur S n w c- lack (23) flog 4,47 Uhr glatt ab. Oblt. Donnevert « startete 4,53 Uhr, mußte aber nach zwei Minuten frenintcrgebot und beschädigte Fahrgestell und Propeller. Lt. C a r g a n i c 0 24 ging 4,58 Ufrr vom Start. Lt. Eng wer (21) startete 5,01 Ubr, ging 'aber nach wenigen Minuten vor der Söhre bei Ochsfraiisen nieber. Lt. Svmuter (6) startete 5,07 Uhr und ging in prächtigem Fluge ab. Carganieo ist um 6,42 Ufrr in Koblenz angekominen, Suwelack um 6,34 Uhr. Donnerverts 9lpparot ist repariert, der Flieger steigt srichestens morgen abend nach Koblenz auf. Den ganzen Tag herrschte schönes Wetter, so daß die Flugverhältnißc günstig sind. Bon vormittags 10 bis nachmittags 3 Ufrr war ehre Pause, da die Flieger ruegen der von der Flugstrecke ge meldeten Gewitttr nickst starteten. Gegen 5,30 Ufrr meldete das Lahn gebiet heftiger: Regen. Prinz Heinrich von Preußen traf im Kraftwagen von Montabaur kommend, um 12 Uhr aus dem Flugplätze ein, während die Prinzessin Heinrich bereits um 10 Ufrr dort angelangt war. Das Prinzenpaar hat bei dem Oberpräsideuten Freiherrn v. Rheinbaben Wohnung genommen. Koblenz, 12. SRai. Die bisher hier eingetroffenen Teilnehmer am Prinz-Heinrich-Fluge haben folgende Geschwindig' feiten für die Zurücklegnng der Strecke Kassel—Koblenz gebraud’t: Jng. T freien (18) 1 Stunde 42 Minuten, Oblt. v. Beaulieu (4) 1 Stunde 53 Mimllen, Lt. Frhr. v. Haller (12) 1 Stundc 55 Mimllen, die gleiche Zeit Freiherr v. Thüna (3), Lt. von Hiddessen (14) 2 Stunden 13 Minuten, Lt. Canter (- 2 Stunden 7 Minuten, Jng. Schlegel (16) 1 Stunde 54 Mm. und Lt. Joly (20) 2 Stunden 8 Minuten. Marburg a. L., 12. Mai. Leutnant Gommer (Nr. 6 mußte ivcgcn Gewitter bei Marburg eine Notlandung vornehmen und gedenkt morgen früh weiter zu fliegen. Gießen, 12. Mai. Jng. Grade (25) mußte bei Hol:« beim ein zweites Mal nicbcrgefren, wobei der Propeller bc« schädigt wurde. Erst nach seiner Auswechselung kann et den Flug nach Gießen sortsetzen. Gießen, 12. Mai. Leutnant Zwickau ist von £) 0 m -- bürg, wo er gestern zur Notlandung gezwungen würbe, uw 8.50 Uhr hier ein getroffen und glatt gelandet. Beim Wicderaust stieg zum Mellerslug nach Kassel erlitt sein Apparat einen Mo- vellerbruch und kann erst nach Auswechselung ipeiterfliegcit. ouni Flieger wurden auf ihrem Fluge Kassel—Koblenz bei Gleiberg, westlich Gießen, gesichtet. ,, J Gießen, 13. Mai. 10.50 Uhr. Leutnant Käst n e r ist gestern abend von Kassel hier angekommen und M beim Landen das Msperrullgsgitter durchbrochen und bat Fächergestell gebrochen, weil das Kühlwasscr heißgelau- fen war. Der Schaden ist ausgebessert, so daß er vor« aussichtlich noch heute abfahren wird. M Flieger von 10,42 UM ;i Wingertsberg. QlSunlichl" Seife 1713 EL T) Selfersweg 52. Tel. 612. Neuen Baue 7. fäche/u ttsu5e wendet wird, angcfauft. um pachtweise Ueberlasfuiig. ro er ton bcn denen !r jt würbe. Sr nntefes scdol; und hienms e Sämtl. Itiid. a- Fabr.-Pr. uitt. War. an Wandler. Prosp. gratis [02962] Kreaz 9 1. Der jetzige Pächter Jöckel ersucht Sie wird dem Antragsteller bis fchcidungcn der Gerichte sind zu Gunsten der Konkursmasse ausgefallen. ,5S Uhr nach einem Sn- ibn her Prinz und ich iS?« ist die Parole am Reinmachefag! Alles,was abgewaschen werden darf verlangt nadider Wohltat dieser Seife, denn ihr Erfolg isfg!anzend.Sie wirkt Wunder vom Keller zum Dach.vom Fussboden zur Decke. Email, Zink. Holz. Linole- um und Oelanstrich scheuert man am besten mitSunlichtSeiten-Lösung. Landkreis Gießen. Langsdorf, 12. Mai. Wie endgültig feststcht, beträgt der Fehlbetrag der hiesigen Kasse 627000 Mark, frei’ von 92 Mitgliedern zu decken ist, sv daß jeder rund 7000 Mark zu zahlen hat. △ Saasen, 12. Mai. Unsere Wasserleitung ist vollendet, sie tuirb aber nicht vor Herbst in Betrieb gesetzt werden können. Das Pumpwerk erfordert die Auf- icChing eines Elektromotors; da wir aber erst im Herbst mit Elektrizität versorgt werden, muß auch die Inbetriebsetzung Blumentische Blumenkrippen Blumenständer bei i Schirme werden repariert, sow. neu überzogen schnell und billia. Kreis Friedberg. v. Bad-Nauheim, 12. Mai. Während der erste Pfiugst- feicrtag unter der Ungunst des Wetters zu leiden fyattc, brachte der zweite Feiertag unserem Badeort einen derartigen Massenbesuch, wie er in den Jahren vorher nicht zu verzeichnen war. Auf der Terrasse dirigierte Kapellmeister Johann Strauß die Konzerte der Kurkapellc. Das Publikum zeichnete den- Wiener- Dirigenten, der nach bekannter Art, mit der Geige in der Hand, stellenweise nritspiclcnd dirigierte, durch stürmischen Beifall aus. Starkenburg und Nheiuhcsscn. w. Mainz, 12. Mai. 9(m Bahnübergang Mainz- Kastell wurde heute nacht 1.45 llhr ein Wächter der Wach- und Schließgesellschaft beim Neberschreiten der Geleise von einem aus Wiesbaden kommenden Zug überfahren und getötet. GerrichtssaaL. Das Urteil gegen Frau Dr. Blume. W. Posen, 10. Mai. Die wegen Ermordung ihres Gatten angcliagte Frau Dr. Blume wurde wegen Totschlags unter Zubilligung mildernder Umstände zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. 1$) um 8,i>tz v K x>. WM 13) ■ Ürtessei* Li ckeliin Gesiebt u.amKörver I'kseitigt rasch und zuverlässig Zncker'ts Patent-3Be<5$- Klnu! - Seife, ;'i St. HO Pf. und 1.50 M. (3ä°/oifl/ itiirkite Form). Nach jeder Waschung mit Zuckooh- Creene, Tube 50 und 75 Pf., ii uhbehandeln. Frappante W irkung, von Tausenden be- starigt. Zu haben in der Uni V crsitätS-Avotbckc, Hirsch Apotheke, bei 4lnau.it Roll, ^.Lcibcl,Wilh.Ktlbinaer, Ztto Eckani, Karn, E. UoU u. W. Schrader, Diog. (sl13/1) ratsmitglieds Ludw. Treser. Der Gemcindcrat ehrte dessen Andenken durch Erheben von den Sitzen. — Ein wiederholt ein- gereichtes Gesuch des Turnvereins um Rückvergütung von Gasgcld wird aus den bereits bekannten Griinden adgclehnt. — Dem Antrag der Deutschen Gesellschaft für Kaufmanns- crholungshcime >E. B.) um Beitritt der Stadt zu dem Verein wird mit einem jährlichen Beitrag von 10 Mk. entsprvchen. — Die F e l dg c s ch w o r e u e n sind um eine Erhöhung ilwcr Gebühren cingckommen. Kürzlich ist vom Krcisamt eine neue Gebührenordnung bekannt gegeben worden. Ter Gemcindcrat bat keine Veranlassung, höhere Gebühren zu bewilligen, umsomehr als Gemcindcrat Dicmer als langjähriger Feldgkschworcncr erklärt, das; die angcsctzten Vergütungen den Mühewaltungen und Arbeiten der Fcldgeschworcnen vollständig entsprechen. — Durch Verbreiterung der unteren Bahnhof st r a ß e mußte Gelände angekauft werden. Die an den Grundstücken befindlichen Einfriedigungen wurden auf Kosten der Stadt zurückversetzt. So auch an dem Grundstück des Karl Metz, dessen Einfriedigung mit namhaften Kosten erhöht wurde. Einige der früheren Stellsteine, die auf der jetzt errichteten Mauer als Deckplatten Verwendung fanden, waren verwittert und müssen durch neue ersetzt werden. Der Besitzer ersucht, daß das aus Kosten der Stadt geschieht. Gemeinderat Rullmann glaubt, daß die Stadt hierzu nicht verpflichtet sei und weist darauf hin, daß durch den Wechsel der Besitzer zu einer viel besseren und schöneren Einfriedigung gekommen sei. Vor Beschlußfassung soll der Sachverständche gehört werden. — Die Gemeinde hat das Grundstück der Sieg garten, das teilweise als Bauplatz für eine Leichenhalle ver- Wasserdichte Wagen- und Zeltdecken liefert prompt und billigst Ludwig Lazarus Asterwea d»:r Ncrnwr.5vv 12497 J Doch bereite rc toifjiicg Mp um S Ufrf W- Tetzte 21ttcbrid)teit» Schweres Eisenbahnunglück eines bulgarischen Militärzuges. Saloniki, 12. Mai. (Reuter.) Gestern früh riß nu einem bulgarischen Militärzug von 30 Wagen, der sich auf einer Zweiqlinie in der Richtung auf Drama bewegte, auf einem steilen Abhange die Kuppelung und 25 Waggons rollten in rasender Geschwindigkeit auf Buck zu, wo sie heftig auf einen Zug von 25 Waggons, die mit bulgarischen Soldaten beseht waren, aufstießen. 150 Mann wurden getötet und 200 verletzt. nur.mit,echfen HeilmanhsFarben Schulzmarke: Fuchskopf im Stern Ingenieur Grade ftrm gestern abend von seiner Rot landung hier an. Der Apparat wird abmvntiert. Leuttrant Eoerper stieg gestern nachmittag 3.46 Uhr hier auf, erreichte Kassel um 6.16 Uhr, stieg um 8.31 Uhr wieder nach Gießen auf und tcun 9.28 Uhr hier an. Er Unternahm die Fahrt nur, weil er dort nichts z-u essen bekommen konnte. Es werden noch drei Flugtzeuge hier erwartet. Bad-Nau Heini, 12. Mai. Heute früh 7 Uhr mußte der Flieger Grade — aus bisher nicht bekannt gewordenen Gründen — auf dem Goldstein, einer Anhöhe bei Nauheim, eine Notlandung vornehmen. Nach kurzem Aufenthalt konnte er feinen Flug fortsetzeiu Wiesbaden, 11. Mai. Die Oberleitung des Prmr-Hein- rich-Flnges gibt zu dem gemeldeten Unfall des Leutnant Weher bei bcn gestrigen Schauflügcn folgende Darstellung: Leuruant Weher benutzte einen alten Mparat, dessen Thp jetzt nickt mehr gcbfiüi wird. Außerhalb des Flugplatzes geriet der Apparat hlätzlich üii'.' nnbefanntcr Ursache ins Schwanken, kippte nm und slürzkc aiiv vierzig Meter Höhe ab. Der Apparat und ber Motor :oitr?c:i vollständig zertrümmert. Der Flieger wurde durch einen glücklichem Zufall nach vorncherauS geschlendert und kam infolge» Seifen nicht unter den 9lpparat 511 liegen. Durch den weichen Äcierüoden wurde der Sturz so gemildert, daß sich Leutnant Weher nur einen Bruch des linken Unterschenkels zuzog. Von schweren Verletzungen kann daher nicht dic Rede sein. Amtlicher Wetterbericht. Ocffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetterausiichten in Hessen für Mittwoch, bcn 14. Akai 1913: Meist heiter, trocken, warm, schlvacheWinde ans östlichen Richtungen. Geivitterneigling. >cr 5 W jrüb de.i >mobü nach KoM> iuhkcA dlüt^üt' n Start tnirgfitW Optima-Fahrräder flnb cen unUlrrtToflmtr 87'01« u. fUl.-tsiridt. Ckrfnnt> tu nkfrlfl- KrnOrlgl ceOrrikn. üfrlanflrneittotlrn- ,1,1, fluirnruny meine« hJuptkalalOfl«*. H. Tlmmonn, Harmoeerioe 10I W.W' Wolock bei und um 9M Een gestern bic Nacht b»rtK ö i20’ nach 1WJ iifni qckandct, Zöpfe, Turban, Eiaar- Uhr ketten, Toupö- Scheitel und Perücken werden billigst angefertifft. Spezialität in selten. Farben, sowie graue und weiße Maare. Zöpfe werden geflirbt. Damcn-Kopf- waschen i Mk. [2517 H. Tichy Scltersweg 43 Ecke der Goethestraßo Echten WetzlarerSenf empfiehlt (3150 J. Hfl. Schulhof Marktstrassc 4. Tel. 119. J- Programm fiel d ; die 3- über den öer^Seg über Gch-I sm Lmfe des M c tzlieger hier butil 'eie, gegen 11 Uhr d Rat nach Kassel ä W Nr. K kome n -ppenrvd, iDDc •t hier an. Wegen kl früherer Aufstieg md mittags Mischen Kip oom .Kasseler Flugplql soll ein Nachlassen bl zum Herbst zugcsprochcn. Ter Pachtpreis ist mit der Bürger- meisterci zu vereinbaren. — Dic Iohs. Kniß II. Ww. will ein städtisches Grundstück, das an ihr Wohnhaus anstößt, kaufen, und verlangt, daß der Schuppen, der von ihrem Nach- Spargel „ÄM. 2943] Uhr. Pfeiffer, Schiffcnberger Weg 30. rt nicht. $ Schartet, Mr L . uimmetitobe. dr! nicht, Ans StrrSt ttnd ErrnÄ» Gießen, 13. Mai 1913. ** Prinz Heinrich von Preußen kam heute - ■flößen 8 Uhr im Auto am hiesigen .Hauptbahnhof an, nahm | hier mit seiner Begleitung (12 Personen» das Frühstück i ein und fuhr um 8» 1 Uhr weiter nach Eoblenz^. " Titelverleihung. Dem Eisenbahnobersekretär Bauer wurde der Titel eines König!. Rechnungsrates I verliehen. ** Wissenschaft!. Fortbildungskursus für D0lksschullchrcr an dcr Univcrsitäl Gießen: Am Mittwoch, 28. Mai, nachmittags 4% Uhr, beginnt an der liiesigcn Universität der 12. wissenschaftliche Fort- bildungsknrsu s für Bol kssch nl lehrer. Es lesen Scminardirektor Or. Quentel! über „Reibüngsclektrizität" (mit prakt. Ucbungeu, Anleitung zum Anfertigen von Appa- raken usw. mit besonderer Berücksichtigung der Bedürfnisse 1er Lolksschulc) und Prof. D. Gunkel über „Einführung in dic alttestamcnllichcn Propheten". ** Zum Ober-Mockstädter Zusammenbruch. Der Konkursverwalter der -Ober-Mockstädker Kasse schreibt uns: Unter der Uebcrschrist „Zur hessischen Genossen- schaftskr isis" bringen Sie in Nr. 108 (2. Blakt) Ihrer l geschützten Zeitung vom 10. Mai I. Js. eine Abhandlung i über den Zusammenbruch des Bor schuß- und Kredik- L Vereins, e. G. in. u. H., zu Ober-Mockstadt. In |t diesem Artikel sind die Vorgänge, die zu dem Konkurse und | dem über einen Teil der oberhesfischen Bevölkerung herein- B gebrochenen Unglück führten, i m a l l g e m e i n c n z u t r e f f c n d g geschildert. Nur möchte ich klarstellen, daß nicht die Neichs- I dankstelle Fulda und andere Banken die Herausgabe der 1 blanko zedierten Hypothekenbriefe forderten, sondern die i Konknrsvcrwaltung dieses Verlangen stellte mit der Vc- _L .tt ntuRlc ober r-; Vermischtes. * Der Dampfer „Imperator" der Hamburg-Amerika- Linie ging am Samstag früh 2 Uhr zu einer Probefahrt in See, dic über Borkum hinausführte. Das Schiff bewies eine taoel- lose Manövrierfähigkeit und eine über die kontraktlichen Bcstim- innngcn hinansgehende Maschinenleiskung von über 65 000 Pferbe- krästcn. Gegen 8 Uhr früh würbe bie Rückkehr nach der Elbe angetrcten, nm der an Boro bcfindliä)en Arbeiterschaft Gelegenheit zu geben, zum Pfingstfest und) Hause zurückzukehren. Die Ziehung der 7. Arnstadter Geldlotterie wurde wegen ungenügenden Los-Absatz mir 3. und 4. Juni 1913 verlegt. bl3/5 bar darauf errichtet ist, aus Veraitkassnug der Stadt entfernt würde. Tas Gejuch wird abgelehvt. Die Bürgermeisterei aber beauftragt sestzustellen, ob tatsächlich ait der Stelle städtisch cs Gelände in Frage kommt. — Der Bürgermeister teilt mit, daß die Stadt^den Prozeß gegen den Aussichtsrat der Zuckerfabrik Stockheim verloren habe und fragt an, ob eine Berufung an das Reichsgericht erfolgen solle. Hierbei wird mit- geteilt, daß dies unter bcn seitherigen Verhältnissen nicht mehr möglich sei. Ter Gemeinderat beschließt, sich hierüber zu üer- Iartigen. Kann eine Berufung erfolgen, dann fall der Prozeß bis zur letzten Instanz durä-geführt werden. — Ter sog. Seeweg, der nur als Feldweg benutzt wirb, bedarf bringenb ber Herstellung. Da aber in dieser Gemarkung meistens nur herrschaftliches Gelände liegt, glaubt der Gemeinderat an die fürstliche Verwaltung das Ansinnen stellen zu können, daß vpn ihr -ober mindestens die Hälfte der entstehenden Kosten beigetragen würden. Der Vertreter des Fürsten steht einem Kostcnbcitrag nicht direkt ablehnend gegenüber, nur scheint ihm der augeioniienc Kostcnbeiirag zu hock. Er bemerkt, daß dock) der Fürst wie jeder andere Gemarkungsinhaber Gemeindesteuer bezahle. Bei dieser Gelegenheit fragt Gerne in do rat Andrä, wie fick die fürstliche Ver- Verwaltung zu einer Fcldbercinigung in der Gemarkung Büdingen stelle. Ter Vertreter erklärt, daß, wenn die einmal begonnene Arrondierung des fürstlichen Grundbesitzes beendet sei, er auch nichts gegen die Fcldbercinigung cinzuwendcn habe, nur würde hierbei die Verwaltung den Antrag stellen, daß der Grundbesitz, der um die betreffende Höhe liege, von der Bereinigung auv- geschlossen würde. Ter Cocmeinberat ist darüber Nicht im Zweifel, daß damit eine Fcldbercinigung in Büdingen unmöglich wirb, denn bie ganzen Kosten würden dann auf den recht geringen Privatbcsitz abgewälzt und müßten von bcn Grundbesitzern getragen werden. Tas ist einfad) unmöglich. Dadurch würde der ganze Bauernstand in ber Gemarkung Büdingen zu Grunde gerichtet. — Die Landgemcindcordnung verlangt, daß in Gemeinden von über 3000 Einwohnern die 61 ch a 11s- und A n st e 11 u u g s- Täglich snfchgcstochkncil Spargel in bekannter Qualität sow. prima DpssM uni) alle MsiUilÄiniise empfiehlt zu billigsten Tagespreise» 2839 M’$ Isri* I Vorzugl. GlaS Dortmunder Union u. ff. Münck.Löwen- b tau im Ausschank. 13216 ’’a^ beim ^«tin^: t 9tbtt^A NU Für Erholun^sbedürfh* je und leichtere Kuranstalt EfofheBm B. T. H W ■ W Em ßrf ffl */i Stunde v. Frankfurt a.M. Prospekte 'H Ei Jß. « 51Ä. durchOr.Schulze-Kahleys«,Nervenarzt über dl-. ■, ntird*’ a/r VWj Kreis Büdingen. H. Büdingen, 9. Mai. Nack) längerer Pause war auf I) cutc abend 5 Uhr eine Gemcinderatssitzung cinberusen worden. Anwesend waren Bürgermeister Fendt, Beigeordneter Tatter, die Gemeinderüte Schulz, Andrä, Schäfer, Rullmann, Dicmer, Wittekind, Hinkel und Mcthsessel. Als Vertreter des Fürsten, Kamm errat Dr. Weimer. Vor Eintritt in die Tagesordnung gedenkt her Bürgermeister des verstorbenen Gemcinde- Kleesamen (srassamen Dickwnrzsamen Zuckerriibensam. Gemiisesamen Blumensamen lauft man am vorteilhaftesten bet Robert Stuhl Neustadt 23. Rabattmarken. "Wa 9«— der Wasserleitung bis Herbst verschoben werden. Die Quellen I liegen bei Winnerod und der Hochbehälter ans dein Griechifch-bnLgarrsche Kämpfe. Saloniki, 12. Mai. Jin Laufe der Gefechte, die sich im Anschluß an die Wiederb'esetz-ung von Prevista durch die Bulgaren zwischen Bulgaren und Griechen entspannen und die um Samstag in einem Kampf bei Eleu -- th-ere ihr Ende erreichten, hatten die Griechen 15 Tote und 32 Verwundete, die Bulgaren rund 0 0 Tote und Verwundet e. Griechen und Bulgaren drückten sich gegenseitig das Bedauern über die Vorfälle aus. Man kam überein, einen gemischten Ausschuß zu bilden, der eine neutrale Zone zur Verhinderung neuer Konflikte abgrenzen soll. Paris, 13. Mai. Nach dem „Matin" f 0 r d er n verschiedene bulgarische Blätter offen den Krieg mit Serbien. Der bulgarische Erzpriester in Kuma- iwiro organisiert bulgarische Freischärler b an de u und predigt den ttrieg gegen Serbien. In Veles irntersagte ircr bulgarische Bischof dteophitos, daß der Name des serbischen Königs in den Schulen genannt werde und daß ie Schulen in serbische Lazarette umgewandelt werden. Serbien liabe bereits eine Armee von 25 000 gegen Bulgarien zusammengezogen. * Rücktritt des G rasen B e r ch t 0 l d ? Wien, 13. Mai. Rach einem O-erücht gedenkt Graf Berchtold sich nach Schlichtung der Balkanfragen vom Amte zurückzuziehen, jedoch wird sein Rücktritt wahrscheinlich erst im .Herbst erfolgen, nachdem Graf Berchtold seine Politik vor den Delegationen vertreten haben wird. Wie in amtlichen Kreisen erklärt wird, übernahm Graf Berchtold da- Auswärtige Amt erst nach längerem Sträuben auf kaiserlichen Wunsch und beabsichtigtexvon Anfang an, nicht lange im Amte zu bleiben. Ein serbischer Dampfer von ungarischen Grenzposten beschossen. Berlin, 13. Mai. Das „Tageblatt" meldet aus Belgrad: Der serbische Dampfer „Belgrad" wurde gestern auf der Fahrt nach Graditschta in der Nähe von Semendria vom ungarischen Ufer durch Grenz- g eu d ar m e n un d S 0 l d a t e u b e s ch 0 s s en. Ein Passagier, der serbische Handlungsgehilfe Milikowitsch, wurde verwundet und mußte in ein Krankenhaus u berge führt werden. Die serbischen Blätter behaupten, dei Dampfer sei noch 50 Meter vom ungarischen Ufer entfernt gewesen und fordern Genugtuung. Die Bischofswahl in Limburg. Limburg, 13. Mai. Tas Domkapitel wählte heute nach feierlichem Gottesdienst im Dome an Stelle des verstorbenen Bischofs Dr. Willi den Domkapitular Dr. Kilian zum Bischof der Diözese Limburg. ~ . .Verhältnisse durch O r tssatzung geregelt werden. Seit Gründung, daß die Abtretung unwirksam fei; die in dem ersten April v. I. wurden vom Gemcinderat dic Besoldungs- hierüber geführten Rechtsstreit bisher ergangenen Ent-«und Gehaltsvcrhültnisse der Gemerttdebcamtcn in Bübingen gc- - • - • - - 1 regelt, aber nicht ganz nn Sinne der gc)ctzüchcn Bcstimmringcn. Dic Aufsichtsbehörde verlangt das und der Gemeinderät beschließt, die Angelegenheit dem Finanzausschuß zu überweisen. Ph. Henkel Möbelhdl., Sonnenstr. 14 OHKina' Abf iil lungnJcr Grossh.hessisch. Weinbaudomäne Niersteiner Mörsch pro Flasche Mk. 1.90 A. Austerlitz _____Woinhandlung. 13000 Hauspänc M. i>-r. Kurzgeicknitt. Eicke» Holz M.3.25, kurzgcscktt.Tonucn holz Al. 3.50 ver Marren frei ins Haus. F. Wclllckfcr, Marburg. Str., Tel. 713. :'.Xn dnqfniair ty j , - \ KM 3»^»» ä«-' Giessen, Marktplatz 18 Zirka 1000 Angestellte v Sonntags 3'/_. Uhr. Anfang 7*/2 Uhr. Zur Cs/6 Prospekte pp. durch den Leiter: Direktor Brackemann, Bleichstr. 6 Marktstrasse 8 Stänway & Sons 3207 ■Europäisches ISklavenleben erren » Stärkewäsche Molkerei Fulda. 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