Nr. 221 Ter Siehenrr Anzeiger erscheint täglich, auüer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SietzenerZamilienblätter, zweimal wöchenll.Areir- »lattsürden Ureis Hietzen ETienstag und Freitag); zweimal monatl. Landwirtschaftliche Zeitsragen Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger (Sichen. Annahme von Anzeigen für bic Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. SrsLs Blatt 165. Jahrgang Samstag, 20. September 1915 SieMner Anzeiger General-Anzeiger für Gberhesfen Notationsdruck und Verlag der Vrühl'fchen Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei - Schulstrahe 7. Geschäftsstelle Büdingen, Bahnhofstraße 16a. Hczuqsprei». monatlich 75Ps., vierteljährlich Dtt. 2.20; durch Abhole- iu Zweigstellen rnonatlich 6b Pf.; durch diePost Mk.2.—viertel- jährl. ausfchl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal IbPf., arrswarts 20 Pfennig. Chefredakteur: A. Goetz Verantwortlich für bei politischen Teil: Auguf Goetz; für „Fcuille« ton", .Vermischtes" und ^Gerichtssaal": K. Dien- ralh; für .Stadt und Land": E.Heß; für den Anzeigentell: H. Beck. Die heutige Nummer umfaßt 18 Seiten. Tagcskalender aus dem Jahre 1813. 2 0. September. Bei K Öfen (Kreis Naumburg a. d. Saale) überfällt der russische General Thielemann eine französische Reiterabteilung von 6000 Mann, wobei 4000 Franzosen aus dem Platze bleiben und 200 Wagen erbeutet werden. politische Wochenschau. Gießen, 20. September. Ter Genosse Scheidemann hat in seinem Schlußwort, das die Erörterung über den Massenausstand abschloß, das Leitmotiv für die Zukunft angestimmt. Tie sozialdemokratischen Fraktionen in Preußen und im Reichstage werden noch lautere Töne gegenüber der bürgerlichen Gesellschaft an- schlagen als bisher, und offenbar hofft man durch die rauhere Tonart den bei manchen Parteigenossen nicht mehr recht beliebten Parlamentarismus wieder populär zu machen. Tas ist ein kleines Kontpliment vor den Amazonen Rosa Luxemburg und Klara Zetkin und ein beruhigendes Zugeständnis an die 112, die den baldigen Massenausstand wünschten, mit ihrer Entschließung jedoch von der Zweidrittelmehrheit des Parteitages überstimmt worden sind. Diese Auseinandersetzung über den Massenausstand und rhr Ergebnis drückte der diesjährigen Tagung ihr Merkzeichen aus. Was dann noch folgte, waren kleinlaute, theoretische Kongreßerörterungen. Ter Parteitag hat mit den Unzufriedenen abgerechnet, denen die Taktik des Vorstandes gegen den Strich ging und die sogar von einem Sumpf sprachen, in den das sozialdemokratische Heerlager hineingeführt worden sei. Die Mißstiminung über den inneren Stillstand in der Partei und über ihre äußere Erfolglosigkeit hat sich sogar in revisionistische Kreise hinübergeschlichen, und es war äußerst bezeichnend, daß der Revisionistenführer Tr. Frank aus Mannheim der Entschließung des Vorstandes zwar keinen Widerstand entgegensetzte, jedoch sichtbar fternüht war, aus den Aschenhäufchen des erkalteten Parteiofens noch ein paar Flamnien herauszublasen. Er war wohl in Verlegenheit darüber, daß er es gewesen ist, der dieses Scheit des Masi'enstreikgedankens neuerdings wieder in das Gesprächsfeuer geworfen I>attc, und schien sich dessen bewußt zu fein, daß der Partei durch solche nutzlose Strei- tereicH wahrlich nicht genützt werde. Darum streckte er dem radikalen Flügel die versöhnende Hand entgegen und machte ciire Geste anfeuernder Zielbewußtheit. Aber wenn man das Ergebnis richtig zusammenfaßt, so kann man wohl folgendes Urteil ausfprechen: die Unzufriedenen sind nur schwach getröstet. Der Parteitag hat festgestellt, daß es kein besonderes Mittel gibt, die Lohe der Begeisterung für das sozialdemokratische Endziel im Lande neu zu entfachen, und er l)at eingestanden, daß an die Veranstaltung eines Massenausstandes vorläufig nicht zu denken ist. Man war also den Bürgerlichen gegenüber sehr offenherzig, und wenn in den Beschlüssen der Jahre 1905 nnd 1906 die Massenausstandsidee noch einigen Propagandawert behielt, so hat man ihr int Jahre 1913 in der Hitze des Gefechts gänzlich das Mark aus den Knochen geschlagen. So haben denn die bürgerlichen i Parteien keinen Anlaß, diesen Vorgang in Jena mißgünstig anzuschauen. Es war ein nicht reizloser Anblick, wie hier. Wasser in, den altzuroten Wein gegossen wurde, wie die Revisionisten die heiligsten Parteiguter gewahrt haben und wie der Gewerkschaftsführer Bauer die streiklüsterncn Radikalen mit schonungsloser Kritik von den Parteigeldsäcken zurückwies. Dabei hat es auch an heiteren Wirkungen nicht gefehlt, und einige führende Genossen haben in der Erkenntnis, daß der fatale Stoff gewürzt werden müsse, einen ganz guten Humor entwickelt? Je ernster und drohender Rosa Luxemburg ihre Keule schwang, desto boshafter trieb man seinen Scherz mit ihr. „Laß' sie schwätzen", das sei die Parole in den Gewerkschaftskreisen, meinte der Genosse Bauer. So war es kein Wunder, daß die gereizte Frau dem Hauptredner des Parteivorstandes, Herrn Scheidemann, das berühmte Donnerwort entgegenfchleuderte: „Du gleichst dem Geist, den du begreifst, nicht nrir!" Es war ein absonderliches Satyrspiel mit Goetheworten, das die beiden Tonangebenden hier trieben; nur wäre es der Situation vielleicht besser angepaßt gewesen, wenn Scheidemann, statt des gelinden Spruches aus Tasso die Begrüßungsworte aus der Hexenküche zur Erwiderung gewählt hätte: „Sieh her, das ist das Wappen, das ich führe!" — Tie Jenaer Konferenzen haben sodann wieder einmal das schwierige Problem der Arbeitslosenversicherung angeschnitten. Tie Herren Genossen machen es sich dabei sehr leicht: was fragen sie nach den: Urteil der Reichstagsmehrheit! Die wird selbstverständlich sich nicht beeilen, die in der Jenaer Entschließung empfohlene Gewerkschastspolitik mitzumachen, und daher war, so nötig es sein mag, die Not der Arbeitslosen zu lindern, der sozialdemokratische Vorschlag nicht viel mehr als ein Schlag ins Wasser. Tie Gemeinden werden sich kaum beeilen, den Gewerkschaften die Beutel zu füllen, und wenn das Problem wirklich seiner Lösung näher gerückt werden sollte, so wird man an dem Jenaer Wegweiser sicherlich vorübergehen. Die Auseinandersetzungen über die Steuerfragen, die vorgestern und gestern den Parteitag beschäftigten, haben dasselbe Ergebnis gehabt wie der Streit ums Massenausstandsproblem. Der Parteivorstand hatte zwei Streiter ins Feld gestellt, die sich in 4Vs Stunden abmühten, der Rosa Luxemburg und ihrem Anhang klarzumachen, daß die Fraktion bei der Erledigung der Deckung zur Wehrvorlage die Interessen der arbeitenden Klasse wahrgenommen hätte. Selbstverständlich erhob sich auch hier die wilde Radikalistin zu ihrer vollen Größe, und die Herren Stadthagen und Ledebour hielten ihr dabei den Schild. Es ist noch nicht festgestellt, wieviel Stimmen für oder gegen die Entschließung des Vorstandes abgegeben wurden. Die maßgebenden Führer spielten als Trumpf einen letzten Brief Bebels aus, der seiner Ansicht dahin Ausdruck gegeben hatte, der Debatte müsse im Parteiinteresse „der Hals umgedreht" werden. Schließlich ist dieser Rat ja auch durch einen Schlußantrag befolgt worden, aber es bleibt doch die Feststellung, daß der Jenaer Parteitag von 1913 im wesentlichen nichts besseres zu tun gewußt hat, als tagelange Streitereien an Dinge zu verschwenden, die nach Bebels Ansicht eine Diskussion überhaupt nicht verdienten. So bleibt es denn auch fernerhin bei dem von den Radikalisten beklagten inneren „Stillstände", bei der Unzufriedenheit großer Parteiströmungen mit dem Parteivorstande, bei der „Ohnmachtserklärung der Sozialdemokratie", wie Rosa Luxemburg sich ausdrückte. Daß anstelle Bebels ein friedsamer Genosse namens Ebert zum Parteivorstande berufen wurde, ist auch ein Zeichen der Zeit. Es ist eine Zeit der inneren Parteigährung, die für die nächsten Jahre keine Siegeszüge verspricht. ____________________ §rhr. von der Goltz über die neue türtisch-bulgarische Grenze. Im „Tag" antwortet Generalfeldmarschall Frhr. von der Goltz ausführlich auf einen Aufsatz des Ministers Rasch- dau, der im selben Blatte die Wiedcrerwerbung Ädrianopels durch die Türken als ein Unglück für die Türken bezeichnet hatte. Frhr. v. d. Goltz wendet sich gegen diese Ansicht nut folgenden Ausführungen: Ter Londoner Kongreß hatte für die Türkei auf europäischem Boden die Grenzlinie Midia—Enos bestimmt, die, in der Luftlinie gemessen, 200 Kilometer lang, wie man zu sagen pfleytt qucrbect vom Schwarzen zum Aegäischen Meer gezogen werden sollte. Es war die unglücklichste Grenze, die man bei sorgsamem Nachsinnen wohl hätte aussirrdig machen können. Sie mit Erfolg zu verteidigen, wäre unmöglich gewesen, denn, abgesehen vom äußersten rechten Flügel, durchschnitt sie sämtliche Stellungen, die für eine türkische Armee hätten brauchbar sein können. Sie lag nur 90 Kilometer, also drei mäßige Märsche, von der bekannten Tschataldschalinie entfernt, die den letzten Schutz für Konstantinopel bildet. Von der Nordküste des Marmarameeres war sie gar nur durch einen einzigen starken Marsch getrennt^ obwohl der Kongreß dem Türkischen Reiche den Schutz der Meerengen, der von dort aus leicht gefährdet werden konnte, and) weiterhin noch ausgebürdet hat. Bei Tschataldscha hätten die Türken in der Zukunft auf Vorposten stehen müssen in unaufhörlicher Spannung, wann der Feind erscheint. Ties hätte nicht nur militärisch einen großen, dauernden Aufwand erfordert, sondern auch politisch die Aufmerksamkeit der Hohen Pforte unaufhörlich gefesselt. Ihr Bemühen würde immerfort dem Schutz der Hauptstadt haben gelten müssen. Für Bulgarien würde andererseits in der Nähe der „goldenen Stadt" und der Agia Sofia eine mächtige Versuchung gelegen haben, auf dem Marsch nach vorwärts, der diesmal unterbrochen werden mußte, bei günstiger Gelegenheit den letzten entscheidenden Schritt zu tun. Bei Mustapha-Pascha sind die Bulgaren gegenwärtig dem ersehnten Ziel um 120 Kilometer Luftlinie ferner gcxückt. Vor ihnen liegt das befestigte Adrianopel, das zum mindesten eingeschlossen werden muß, und auf dem Wege lns zur Kongreßgrenze ist eine Anzahl starker Geländeabschnitte zu überschreiten, deren Verteidigung selbst bei nur schwacher Besetzung von. türkischer Seite den Vormarsch erheblich verzögern hriirbc. Darüber gewinnt die Türkei Zeit, und in diesem Zettgewinn liegt für sie vieles, wenn nicht alles. Sie kann ihre Armee zum Schutz der Hauptstadt versammeln, ordnen und ausrüsten und infolgedessen ruhiger in die Zukunst blicken, ohne die unausgesetzte Sorge um die Sicherheit Konstantinopels. Wer den Türken rät, Adrianopel aufzugeben, müßte ihnen folgerichtig auch anraten, auf den jetzigen Regierungssitz zu verzichten und diesen ins Innere Kleinasiens zu verlegen; doch damit wird eine von mir mehrfach behandelte Frage berührt, die von' neuem zu erörtern hier zu weit führen möchte. Zu Adrianopel rechne ich natürlich auch Kirk Kilisse und Demotika; denn diese drei Städte gehören der Lage nach militärisch zusammen. Kirk Kilisse, zur Verteidigung eingerichtet, würde den Vormarsch der Bulgaren nod) mehr schwächen. Bliebe Temotika in bulgarischen Händen, so ließe sich Adrianopel von dort her leicht umgehen und seiner Bedeutung für die türfifdyc Verteidigung berauben. Kirk Kilisse-Adrianopel-Dernotika bilden die braud)bare Vorhutstellung für das türkische Reich in der neuen Begrenzung. Die entscheidende Verteidigung wird freilich immer weiter rückwärts liegen, entweder bei Seraj und Rodosto oder bei Sauft erster und zweiter Teil im Darmstadter hostheater. Man wird nicht erst die Forderung erheben, eine vollständige Faustaufführung rein zu genießen. Es wird selbst bei der besten Aufführung immer ein ungelöster Rest bleiben. Bald wird uns das Poetische gemindert, bald das Szenische unvollkommen erscheinen. Und mögen sich auch tausendHände regen, mögen die besten Maschinen benutzt werden: der Faust in feiner tiefsten Wirkung 'bleibt undarftellbar! Es ist lobenswert, wenn trotzdem ein Theater den Versuch macht, wenigstens das Erreichbare zu erreichen. Doppelte Anerkennung aber verdient ein Theater, das auf einen umfangreichen Spielplan bedacht sein muß und nicht Zeit finden kann, ein so kühnes Unternehmen in Ruhe vorzubereiten. In vier Theaterabenden hat das Hostheater eine vollständige Faustaufführung versucht. Wenn auch im ersten Teil der Riß schmerzlich empfunden wird, so überwiegen doch die Vorteile einer solchen Trennung. Unter der Leitung des Regisseurs Hans Baumeister wurde die diesjährige Theatersaison mit dem „Faust" eröffnet. Im vorigen Fahre wurden Die Erwartungen durch die Hebbelsche Nibelungen-Trilogie übertroffen, in diesem Jahre öfter blieb das Gebotene hinter dem Erwarteten zurück. Leider weit zurück. Man könnte aus den vier Abenden einzelne Bilder herausgreifen, die wenigstens dem Beschauer Erfreuliches boten. Hierher gehören die Walpurgisnacht, die Schlacht und der Himmel. Dazu gesellen sich aber Szenen, die Widerspruch herausfordern. So hatte man Marthe Schwertleins Garten auf die Straße verlegt, und dort kosten die beiden Paare. Vor dem Hause war ein Platz mit Brunnen und dem Bildnis der Mater dolorosa. Man müßte also annehmen, daß ein gewisser Verkehr herrsche. Der Regisseur konnte natürlich Feine weiteren Personen auf der Buhne brauchen, und das führte ihn zu dieser mißratenen Szene. Freilich, den Szenenwechsel hatte er sich erspart, dafür aber der Grctchentragödie Teile der Poesie genommen. Mehr aber als szenische Schwächen empfand man das lose Aneinanderreihen der Bilder. Auf das Ganze kommt es an, aus die Einheit. Der dritte Abend war solch ein (bunter Bilderbogen. Der vierte Abend, der zu den besten zählt, war leider nicht frei von lebenden Bildern. Wenn, wie in den Helena-Austritten, die statierenden Tarnen wie auf Kommandowort den Blick zu Boden senken oder wie auf schlechten Genrebildern die Hand an den Kops legen, so macht das. einen, kitschigen Eindruck, den man vermeiden sollte. Ebenfalls vermeiden muß man, wenn der Vorhang gefallen ist und bei Beifall sich wieder hebt, daß das letzte „Bild stehen bleibt". Das überlasse man Vereinsfestvorstellungen. Von den TarfteHern trat keiner 'besonders hervor. Alle vollbrachten tüchtige schauspielerische Leistungen. Herr Baumeister als Faust muß sich noch vom hohlen Pathos befreien. Heute läßt sich der Faust mit dem Worte allein nicht mehr erschöpfen. Dem Mephistopheles des .Herrn Westermann fehlt es an Beherrschung der Situationen. Es fehlt seiner Darstellung der Grundton, der immer mitschwingen muß. Bei der Begabung des Künstlers öfter darf man hoffen, daß er diese schwere Aufgabe auch einmal auf seine Weise lösen wird. Das Gretchen spielte Frau Meißner; zu stark griff sie zu und nahm so der uns lieben Gestalt etwas von ihrem Schimmer. Ein guter Valentin war Herr Ehrle, und Frau MüllerMudolph eine gute Marthe. Dem Frl. Pils hätte man_nic()t die Helena geben sollen. Weder im Aeußeren noch im Spiel ließ sie das Jdealweib ahnen. * Rasche Lösung der Theaterkrisis in Frankfurt. Frankfurt a. M., 19. Sept. Unsere gestrige Mitteilung von der bevorstehenden Ernennung des bisherigen Regisseurs Karlheinz Mar t i n zum einstweiligen Leiter des Schauspielhauses hat sich heute bereits bestätigt. Martin wurde vom Aufsichtsrat der Theater-Aktiengesellschaft mit der provisorischen Leitung des Hauses betraut, ihm zur Seite stehen Verwaltungsdirektor Arnold und ein Mitglied des Aufsichtsrats. Voraussichtlich führt das Provisorium Martin zu einem Definitum, denn dann hätte das seit Monaten dauernde Elend im Schauspielhaus mit einem Schlag ein Ende erreicht. — Der Selbstmord einer Stadt. Eine erschütternde Tragödie, deren Opfer eine ganze blühende Stadt war, hat sich m diesen Tagen, wie bereits kurz gemeldet, in Mazedonien abgespielt: Tie Bewohner von Melnik haben, um nicht Bulgaren zu werden, wie es der Vertrag von Bukarest ihnen auferlegte, ihren Wohnsitz in Brand gesteckt und ihn dann verlassen, um in Grieck-enland, ibrem bisherigen Vaterland, Zuflucht zu suchen. Der Korrespondent der Illustration Jean Leune teilt nähere Einzelheiten mit über diesen herrlichen Fleck Erde, der nun durch einen Att heroischer Selbstverwüstung zu einem öden Trümmerhaufen geworden ist. Die alte, schöne und reiche Griechen stadt, deren Gründung bis in die Tage von Byzanz zurüctteicht, hatte durch die fruchtbare Spende ihres Bodens einen besonderen Segen erhatten. Ein berühmter Wein gedieh hier und machte das Leben den Bewohnern der Stadt leicht und angenehm. I Es gab keine Armen in Melnik. Die Legende erzählt, daß, bevor die Stadt entstand, hier eine entzückende Prinzessin lebte, I von Barbaren gefangen gehalten. Sie starb aus Kummer, und die Erde, die die reizende Tote bedeckte, erhielt dadurck) geheime Kräfte, die lebendig wurden in dem süßen Feuer und dem schweren Dust der emporwachsenden Reben. An dem steilen Gestade, durch das ein reißender «Strom sich Balm bricht, entstand dann in byzanttnischer Zeit eine jener zahlreichen Festungen, die die Kaiser von Byzanz errichteten, um das Land gegen die Einfälle der bulgarisck)en Serben zu schützen. Die Ruinen ragten als ein Wahrzeichen über die Stadt, die sich zu Füßen der Felsen immer blühender und glücklicher entfaltete. Melnik wurde damals ein Verbannungsort für Großwürdenträger, die sich den Unwillen der byzantinischen Herrscher zugezogen hatten. Jeder von ihnen baute sick) ein prächtiges Hans und für seinen persönlichen Gebrauch eine Kapelle; 48 dieser alten Gotteshäuser standen nod), und die 3000—4000 Einwohner waren stolz auf diese Denkmäler einer großen Vergangenheit, bewahrten mit frommer Andacht zahlreiche sehr wettvvlle Kirchenschätze, goldene Kruzifixe, silberne Weihbecken und herrliche gestickte Kirchenaewänder. Im Gestein liegen viele von Reben übersponnene Höhlen: Galerien führten über diese Grotten, und all das gab der Stadt einen malerischen, unvergeßlichen Zauber, eine Stimmung, gewoben aus Glanz altbyzanttnischer .Herrlichkeit und fruchtbarer Lebensfülle der Gegenwart . . . Und dieses liebliche Juwel ist nun vernichtet. Wo die lachende alte Stadt lag, da gibt es nur noch Asche und geschwärzte Ruinen. So sehr die Einwohner von Melmk an dem glücklichen Fleck Erde hingen, in dem ihre Väter und Großväter den ewigen Schlaf schlafen, sie fühlten sich doch vor allem als Griechen nnd wollten keine Bulgaren iverben. So_ opferten sie denn ihrer Vaterlandsliebe alles, was ihnen sonst nod) heilig und teuer war. In gemeinsamem Entschluß kamen sie zu der Überzeugung, ihre Stadt verlassen zu müssen. Nachdem sie das Beste ihrer Habe zusammengepackt hatten, führten die Männer ihre weinenden Frauen und Kinder aus den Häusern. Mit zitternden Händen zerschlugen sie die großen Fässer, aus denen das Rebenblut in Strömen floß und die Erde wieder tränt der es entsprossen; sie gaben so gleichsam dem Lande die Seele wieder, die sie so lange erfreut und beglückt. Dann zer störten sie die Weinberge, rissen die einzelnen Stöcke heraus und verwüsteten die Felder. Und danach legten sie selbst den Brand an die Stadt, die sie geboren und die ihre Toten barg. Sie schürten die Flammen und blickten von den Höhen, auf die sie sich vereinigt aus dem Flammenmeer gerettet, mit zerrissenem Herzen hernieder in das lohende Feuer, das ihr teures Melnik in seinem blühenden Grabe begrub. Tann zogen sie fort mit dem wenigen, was ihnen geblieben, arm und stolz einer ungewissen Zukunft, aber auch zugleich dem geliebten Vaterlande entgegen. Tschataldscha. Aber sie kann nur mol *r :üfj sein, wenn die Bor- huiltelhmg in türkischen Händen bleibt imi> der bnlqarischen Invasion den notwendigen Ausenthalt bereitet, » da« die SxtupL armee ihren Aufmarsch ungestört baverkstel ligen kann. Konstantinopel, 19.Sept. 9tad) dem Austausch der Instrumente des Friedensvertrages wird eine tür- tisch-bulqarische Kommission die neue Grenze znnschon Bulgarien und der Türkei topographisch bestimmen. Das auf Grund der türNsch^bulqarischen Verhandlungen abgefaßte Protokoll sept be^ügHd) des Indigeuats, worüber endgültig ein Uebe rein kommen getroffen ist, eine Lp- lionssrist von vier Jahren für jene Muselmanen fest, die in den an Bulgarien abgetretenen Gebieten wohnen Wahrend dieser Frist werden die Muselmanen berechtigt sein, auszuwandern und ihre Gitter zu verkaufen. Sic bleiben während dieser Zeit ottomanische Untertanen. Wie versichert wird, nahmen oie bulgarischen Telegierten den Punkt an, welcher auf Anerkennung der Rechte der muselmanischen Bewohner und Werneinben sich bezieht Auch in der Bakufsrage sei im Prinzip ein Einvernehmen erzielt worden. Tic Einzelheiten dieser Fragen würden durch einen Unterausschutz geregelt werden. „Taswiri C t'iar" schreibt, man kann an» nehmen, datz im Hinblick auf die Unbeständigkeit des ff^n* wärtigen (Gleichgewichtszustandes auf dem Ballän die tüns- liflcn Beziehungen zwisckfen der Türkei und Bulgarien notwendig eine andere Wendung nehmen, die ermöglichen werde, die Vergangenheit zu vergessen. Aber dies hänge von der Art ab, wie die Bulgaren die Vertragsbestimmungen Über die Rechte der Muselmanen erfüllen Konstantinopel, 19. Sept. Gestern nachmittag wurde der jungtürkische Kongreß eröffnet unter Anwesenheit .zahlreicher Delegierten, Senatoren und früherer Abgeordneter, darunter ermaer aus den von den Balkan- staatcn besetzten Gebieten - Zum Vorsitzenden wurde Senator Ahmed Riza gewählt. Der Ministerrat nahm an dem Entwurf des türkisch- griechischen Friedensvertrages einige Aendc -ungen vor, welche der griechischen Regierung schriftlich mit- gcteilt werden sollen. Bulgarische Vorwürfe gegen Griechenland. Sofia, 19. Sept. (Agence Bulgare.) Gemäß den internationalen Regeln ließ die bulgarische Negierung der Hel lenischen eine Liste der grieä, ischen K riegSgef an neuen übermitteln. Die während des Krieges vorsichtshal- l-'r verhafteten Griechen fetzte sie in Freiheit. Die g r i e chische Regierung lehnte es aber ab, eine Liste der bulgarischen Kriegsgefangenen zu fen beit. Sie wollte noch nicht einmal Auskunft betreffs ein zelncr Fälle erteilen und sprach den Wunsch aus, den Austausch der (befangenen ohne U eberreich ungvon Li st en durch.zuführen. Unter den in Grie chenland zurückgehaltenen Bulgaren befinden sich Vermal tungs, Bank-, Post- und andere Beamte, die keinesfalls als Gesangcne gehalten werden dursten. Uebcrdies wird eine Anzahl durchaus ehrenwerter Bulgaren gefangen gehalten, bloß weil sie unter türkischer Herrschaft an der bulgarischen Propaganda mitgearbeitet haben. Die griechische Regierung läßt sie nicht nur nicht frei, sondern verhängt über sie alle Arten von Martern, so datz schon einige infolge der schlechten Behandlung gestorben sind. Dies alles gibt zu ernsten Befürchtungen über das Schicksal der bulgarischen Kriegsgefangenen Anlaß. Sofia, 19.Sept. (AgenceBulgare.) Die Regierung erhielt authentische Nachrichten, daß 2500 Bul - Karen aus der 6kgenb von Florina von den gricchi- chen Behörden auf kleine u nbcwohnte Inseln m ägäischen Meeredeportiert worden sind, wo sie verhungert find ober getötet wurden. Deutsche» Reich. Eine Kaiserreise nach Oesterreich? Der „Wien. Neuen Fr. Presse" zufolge trifft Kaiser Wilhelm am 23. Oktober zum Besuche des österreichischen Thronfolgers auf Schloß Konopischt ein, wo er zwei Tage bleibt. Daraus wird er Kaiser Franz Joseph in Schönbrunn besuchen. Der Ausschuß der internationalen Arbeiter- sch utzkon f er enz gelangte zu folgenden Ergebnissen: Für Frauen, ohne Unterschied des Alter- und für Jugendliche bis zum feeb ■ zehnten Jahre soll das Prinzip be-> Zehnstundentages gelten. Nachtarbeit der Jugend lrchen unter 14 Iah- reit soll ausnahmslos, für Jugendliche bis zum 16. Jahre int Prinzip verboten fein. Der Entwurf der Bereinigni^z für Arbeiterschutz hat je eine Altersgrenze von 18 statt 16 Jahren Vorgesetzer, Der Ausschuß betr Nachtarbeit für Jugendliche verhandelt zurzeit über die Industrie, für incldie das In l ra st treten des Nack)tarbei tverbotes hinausgeschoben werden soll. 2scr König von Griechenland in Pari-. Der Möniß der Hellenen ist nun doch schon am gestrigen Freitag von London nach Paris abgervift Er wird am Samstag beim Präsidenten Poincarö frübftucfen. Am Mittwoch wird der König nach Eastbourne ziirückkehren. Ter König, welcher um 6.30 Uhr in Paris eintraf, wurde auf dem Nord- bahnhose von einem Ordviinmizosfi,zier des Präsidenten der Republil und dem öKsandUni Romanos begrüßt. Er begab sich in Begleitung des Gesandten und des x2G>iutanten in sein Hotel Da - Andenken Stolhpins. Vor dem Ratlxruse in Kiew wurde das Stolvpin- Denkmal feierlich cntlntilt Zugegen waren alle Pöinister rnti Kokvwtzvw an der Spitze, die ixanultc Stolnpin. zahlreiche Mitglieder ber beiden Kammern, die Hotieren Sta.tts Würdenträger und '?U»geordueteder nwnarrtnschen nnd natio- nalistrschen Parteien Nach dem Gottesdienst, den der Metropolit von 'riew zelebrierte, legte Fürst üx-ifduiben im W iitni des Kaisers einen silbernen Kranz am Denkmal nieder. Kvkowtzvw überbrachte ebenfalls einen silbernen Kranz nu menfl bt\< Kabinetts und hielt eine kurze- Rede, die dem Andenken Stolnpius .pm'idmet war, nanret^ der Duma legte der Präsident Rvdsianko einen Kranz weder Sitzung -er Sta-tveror-neten. (Schluß.^ tb. Gießen, 19 September. Der Versammlung lagen Plänc por mv llmgdtalmng des Platzes vor der Universität an der Ludwigüraße. Danach soll der Platz mit einer hoben Um- sradigung nach der Slraße ;u voUikinbia a^eschlouen iverDen, während der Platz nach Ideen des Landsc^ tMartner-. ruf.rm-ner angelegt werden jolL Die Moftax betragen un ganzen Ö92O Mk., von denen ein Teil durch eine für diesen Zweck von den Dozenten, der Hochschule r»-ran stattete Saannluna gedeckt wird. Der Rest | von 4478 Mk soll zur Hälfte vom Staat, iur anderen Hälfte I von der Stadt übernommen werden. Tie Baukomnnssion hält * die geplante Einfriedigung für unschön und zwecklos, sie schlägt uor, die Hälfte der für diese Einfriedigung vorgesebencn Kotten, die im ganzen 2700 Mk betragen, nick: zu bewilligen, für die Anlage des Platzes aber 1000 Mk. zur Verfügung zu stellen Tie Kommission ist der Ansicht, daß die Daumoflaniungen, itnc sie vorgesehen, viel $u dicht und Cne Anlage der Hecke am Um- oersuätsgebäude selbst für das Haus schädlich sei. Stadw. Schaffstadt meint, daß durch die Herstellung einer Einfriedigung um den Platz dieser den Charakter als öffrnt licher Platz verliere und dagegen müsse man sich wenden. Stadtv. Wirnmenauer bemerkt, daß der Plan gar nicht die Anlage eines öffentlichen Platzes bezwecke, sondern lerne Re servierung für die Universität. Man will eine schattige Er- holunqsstätte für die bessere Jahreszeit schaffen, die von den Studenten in den Pausen zwischen den Kollegien benutzt werden soll. Tie Umfriedigung des Platzes sei notwendig, um einen Sämy zu haben gegen die Hunde der Nachbarschaft. Der Cbcr bürgcrmcifter erklärt, daß ringsum eine mannshohe Hecke geplant sei, die den Einblick der Paftanten in die Anlage bindere: damit entfalle aber jedes öffentliche Interesse an der Anlage. Stadtv. Tr. Ebel meint, die Anlage bilde ein Verkehrs - Hindernis für die Besucher der Universität, es fehlen Dege in diagonaler Richtung über den Platz zu dem Gebäude. Stadtv. Dr. Sommer erklärt, die Sache liege eigentlich doch ganz anders. Die Universität verfüge über einen Betrag von 1000 Mk. zu einem Fonds für ein Denkmal Ludwig des Ge treuen, des Begründers der Hochschule. Es bestand die Absicht, dies Denkmal vor dem jetzigen Unioersitätsgebaude zu errichten., Tie Stadt, welche ebenfalls den Plan eines ioldxn Denkmals hat, es aber in der Altstadt errichten will und dazu über Mittel verfügt, soll nun den Denkmalsfonds, der in Höhe von 1000 Mk. der Universität zur Verfügung gestellt ist, erhalten. Tie Universität hat zu Gunsten des Projekts der Stadt ihren Denkmals- plan fallen lassen, dagegen aber hat sich die Stadt bereit finden lassen, die Hälste der ungedeckten Kosten für die Anlage des Platzes vor der Aula zu übernehmen. Man solle doch nun nicht kleinlich sein und etwa nur 1000 Mk. für diesen Zweck bewilligen. Es handelt sich darum, eine Erholungsstätte für die Studentenschaft zu schaffen, die diese während der Zwischenpausen der Vorlesungen benutzen soll: daher muß die Anlage gegen die Straße hin einen gewissen Abschluß haben. Stadtv. Locher bemerkt, es komme doch gar nicht darauf an, ob die Stadt für den angegebenen Zweck, den Studenten eine Annehmlichkeit zu schaffen. 1000 oder 2000 Mk. hergäbe. stadtv. Petri ist der Meinung, daß es nötig ist, die Hunde von der Anlage fern zu halten, deshalb sei die Umfriebi- gung des Platzes nötig. Uebcr diagonale Wege ließe sich vielleicht' toben. Stadtv. Schasfstädt erklärt, er sei durch die Aussprache noch nicht überzeugt, daß die Stadt überhaupt ein Interesse an dieser Anlage habe, in die man der Bürgerschaft sogar den Ein blick verwehren will. Jedenfalls sei es unbillig, die Kosten dafür auch nur zum Teil von der Stadt zu verlangen. Stadtv. Heichelheim bat gegen di-' Ausführung des Planes nichts einzuweiiden und spricht sich für die Bewilligung der Summe aus. Stadtv. Dr. H a b e r k o r n hält den Plan für unsckwn. TaS UnwersitätSgebäude sei ein viereckiger Kasten: durch die Anlage werde dem Gebäude noch ein grüner weiterer Kasten vorgesetzt, der häßlich wirken wird. Durch die in Aussicht genommene dichte Bepflanzung des Platzes schaffe man eine Stätte für Katzen, Igel usw., und durch die Aufstellung von Rohrbänken eine Stätte, die nachts von Licbespärck-cn gewiß gern aufgesucht werden würde. Es handelt sich hier um die Verwirklichung eines törichten Planes, gegen den man sich wenden soll. Stadtv. Dr. Wirnmenauer erklärt, eine einfache Hecke schließe die Anlage durchaus nicht gegen die Straße ab, es dauere auch mehrere Jahre, ehe eine solche Hecke ausreichenb dicht ist und Schutz gewährt. Will man aber den Platz an legen und zu dem Zwecke abschließen, so muß man auch ganze Arbeit schassen. Stadtv Tr. Urstadt ist der Ansicht, daß die Erholungsstätte für die Hörer der Vorlesungen ohne einen Abschluß gegen die Straße hin angelegt werden könne. Stadtv. Dr. Sommer bemerkt, daß die Universität gewiß nichts dagegen hat, wenn sich etwa ein pensionierter Beamter innerhalb der Anlage auf eine Bonk setzt, sie wird an den Nachmittagen, wo der Lehrbetrieb rubt, Kindern den Aufenthalt in der Anlage nicht wehren, auch wenn in den Abendstunden ein Soldat mit seinem Schatz einmal auf einer ^nk Platz nimmt, wird man nichts dagegen einwenden Gegen Katzen und Jael bat die Universität Mittel, sich zu wehren, man wird die Pedelle dagegen mobil machen Wenn etwa Licbesvaarc die Anlage mißbrauchen werden, gernähre die Wach- und Schlief^esellschast Schutz Stadtv. Krumm ist der Ansicht, daß kein Mensch über den Platz binweggehen will, der ja Eigentum des Staates ist, aber man will den Platz ringsum wie einen Garten abschließen mit einer Umfriedigung und einer hoben Hecke, damit von der Straße niemand mehr hmeiufehen soll. Dies sei ober falsch Man soll doch eine Anlage schaffen, an der Studenten und Bürger ihre Freude hätten. Eine hohe Hecke um diesen Platz zu ziehen, ist unnötig, dagegen spricht sich die Mehrheit der Stadwerordneten im Interesse der Bürgerschaft auS. Man ändere den Plan den Wünschen der Einwohner unserer Stadt entsprechend ab. Schließlich werden 2280 Mk bewilligt unter der Bedingung, daß die Einfriedigung hübscher und niedriger gehalten wird Die Hecke soll nur 1 Meter 20 Zentimeter Höhe erreichen und dann soll der Platz nicht mehr für den Zutritt abgesperrt werden, als dies seither der Fall mar. Die Anlage eines Spielplatzes ist vom Verein für Bewegungsspiele angeregt Es stehen dafür an der Licher Straße zwischen t>ein Fricdbvf und dem Lutbcrberg 60x90 Cuabratmcter ;ur Verfügung, deren Umfriedigung und Anlage für den gedachten Ziveck 1700 Mk erfordern werden. Tie Versammlung spricht sich für die Verwirklichung des Planes aus: es soll ein Prviekt dafür vorgelegt werden Stadtv Petri bemängelt bei dieser Gelegenheit, daß durch die Teilung des Schulhofes der Realschule dieser für die Benutzung als Spielplatz nicht mehr ausreichend sei Ter Oberbürgermeister ist der Ansicht, daß für den Schüler jeder Anstalt '2'.- C.unbrat mcter Hofraum vollkommen ausreichend ist Tie Mehrheit der Versammlung habe der Teilung s Jt. zugestimmt und zum Spielen reiche der Platz auch vollkommen aus. Ein Darlehen an den Stadlerweiternngfonds der nur eine buchmäßige Bedeutung bat, ruft eine lebhafte Aussprache hervor, nwrin sich die Mehrheit der Versammlung für die ixintfübning des Fond? ausi'pricht. weil er sich a!S nützlich mtneien bat Es werden 30000 Mk. bewilligt, um einen Fehl betrag in der Rechnung 1912 13 zu decken Tie für den Fonds für 1913 14 bcnnlhgien 100000 Mk sollen bereits in die Rech' nung für 1912 13 al? Einnahme verrechnet werden Die Der inmmlung genehmigt 20*n:r von der Jubiläum« De r - i n , g ii n g der 116er d e von der Stadt t-r jegrbene Umerstütznng rxn nicht zu ruckaezadft bit. obgleich mc Beranstattuni mi. 13000 Mk lieber dieser Bedmgung gutgcherßcn, ctrnifo werden 3o Mk bennUigt« ;ur Beschaffung eine? Ehrenpreises für eine p*n Reiterverri» aus Anlaß des Herdstpferdemarcktes geplante Beranswltuus- Tre Fleifchbefchaugebührrn für den Schlachthof ent'prechen nicht den ausgewendeten A.::gaben, wie die- ge« setzlrch verlangt wird: man schlägt deshalb entsprechend döherr Sätze vor, die genehmigt werden Eben io wird ein Tartt iür Oie Benutzung des aufgeilefiten Stierill>:crapvarats angenommen Ein Antrag wegen Wiedercröftnung eines Städtischen Seefischmarktec- ruft eine längere Auseinandersetzung hervor ES werden wieder die allen Eimvendungen dagegen erbeben, d,rß mit solcher Ein- nrf:tung die Gewerbetreibenden der Stadt geschädigt wurden, aber auch widerlegt (Hegen die Beschauung von ryiiduiabrung dum, hie Stadt wendet an sich niemand etwas ein, aber her Verschleiß soll durch hie «nichhändler gegen Einräumung eines entsprrchen- hen Vcrhicnstes besorgt werden. Stahtv Ebel bemerkt, daß man wiederholt den Dersuck gemacht lat, hiesige Kaufleute dafür zu gewinnen, den ^rfaul her Ware zu übernehmen. ES hatte sich aber niemand dafür gesunde i: Troy aller Verbanolungen Haden die Hanoier es abge- Iclmt, sich damit zu befassen. Der Fischmarkt habe das Gute gebracht, den Genuß von Secnschen, stall Fleisch bei uns ein- zubürgern. Der Oberbürgermeister erklärt, her städtische Fisch- markt sei kein.’ Konkurrenz fiir die Fischhändler. ES stebe test, daß der Seeftschverlaus durch den Markt erheblich gesteigert worden sei, so oaß sich die Umsätze der Jrßlchändler von Jahr zu Jahr gesteigert hätten trotz dcs städtischen Wettbewerbes, ber die Preise für Fische nichtiger gestaltet. Man nnrb aber auch hi es mal versuchen, hen Markt durch die Fischhändler zu organl- nn diese jehoeb niclit dafür zu haben iet.it, wieder so madxn, nhc in früheren Jahren, wobei die Stadt k*c Kosten gehabt bat. Eine Wirtschaftserlaubnis beantragt Fritz Teigler. An den Bahnhöfen 20. Er hat infolge des verstärkten Verkehrs, den ihm die Bicbmärktc gebracht haben, einen Anbau errichtet, und wünscht für die dadurch geschaffenen Räume die Schankerlaubnis. Die Versammlung erkennt ein Bedürfnis dafür an. —- ■ ■ Ans StaSt nnd CartÖ, Gießen, 20. September 1913. Schadenanspruch des Mieters wegen Mangelhaftigkeit der Mietsache. Ist dem Mieter der vettragsrnößige Gebrauch der gemieteten Sache ganz ober zum Teil nicht rechtzeitig gnrkibrt worden, so Tann er gemäß S 542 dcs Bürgerlichen OKsctzbuchs ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist das MictverhäUniS kündigen, vorausgesetzt, daß her Vermieter die ihm vom Mieter bifumatte angemessene Frist trat verstreichen lassen, ohne Abhilfe zu schäften. In diesem Falle bat bann der Mieter das Recht, Ersatz deS ihm wegen ber Nichterfüllung bes Vertrags entftflnbenen Schaden« von dem Bcrrnictcr zu verlangen. Nun hat nach ' »4 Absatz 2 BGB jeher, her durch die Hmidlung einc>> anderen Sckwhen erleidet, die Pslicht, ben Sdiaben nach Möglichkeit seinerseits almimenber ober tunlichst z u mindern. Daß diese Bestimmung im allgemeinen auch auf das RechtSverl>äUnis zwischen Vermieter und Mieter Anwendung finbet, ist unbefhittrn In einer jetzt ergangene« Entscheidung spricht aber das Reich schriebt au«, daß eine Pflicht des Mieters zur Minderung deS Sdiah-n-: bann u i ch t besteht, wenn er von feinem Recht der fristlosen M ü n bi - gung Gebrauch zu machen beabsichtigt. Er muß sich aber ii angemessener kurzer Frist barüber schlüssig machen, ob et tatsächlich von hem Künbigungsrecht Okbrauch machen will. Zum besseren Verstänbniö vorstchemder Ausführungen seien die sol- gcnben Prozeßtatsackfen milgetcilt: Die Firma B. mietete im Juni 1906 von dem Baumeister K in Berlin Räum.- im Erdgeschoß eines TrabritgcbduN’? an bei Tegeler Straße auf bic Zeit vom 1. April 1007 In 1912 ,.;nr Metall- unb Zinkschmelzerci" für einen jährlichen Miet««» it'n 7000 Mark Nach dem Vertrage batte x. ben Schmelzranm mit einem Dentilatwiisrohr zur Abführung der schlechten Lüfte und Dämpfe zu versehen Wegen diese- Ventilationörodre- entstanden bald Meinungsverschiedenheiten zwischen den Patteien. Schon im März 1908 erhob die Mieterin ein.- Klage auf Feststellung, daß sie berechtigt sei, das Mietverlfältniv' fristlos zu künhigcm. Diesen Klageantrag änberte sie am 10. Januar 1910 dahin, daß infolge ihrer vorzeitigen Kündigung der Mietvertrag sein Ende erreicht habe. Nach diesem Anträge erkannte auch do- Kammergericht Berlin am 27. Juni 1910 und ebenso das Reichs geriet am 26. Mai 1911 In einem zweiten Prozeß verlangt nun die Firma B, die Ansang Januar 1911 die Mieträume geräumt hat, rund 60 000 Mark Schadenersatz von dein Vermieter, ivcil sie die gemieteten Räume wegen der Unterlassung der Herstellung eines geeigneten Ventilationsrohres durch de» BeNagten vom 27. August 1908 an nicht habe benutzen können. Landgericht und Kammergericht zu Berlin haben ben Beklagten nur zur .Gablung von 300 Mark Schadenersatz verurteilt. Die Klägerin legte, indem sie ihre Ansprüche auf 20 000 Mark herabsetzte, Revision ein Da- Reichsgericht bat auch das Berufungsurteil aufgehoben unb die Sache an das Kammergericht zurückverwiesen. In der Urteilsbegründung des Reich-gerichts wird au«ge- führt Das Bcrufiing-uNeil geht davon au«, daß auf ein Rechtsverhältnis wie da? vorliegende zunächst grundsätzlich der p 254 BGB anwendbar sei, wonach der Beschädigte verpflichtet ist, den Schaden tunlichst zu mindern, und daß die Klägerin deshalb ein geeignete- Ventilationsrohr aus Kosten des Beklagten habe anbringeii lassen müssen Diese Anschauung ist rechtsirrtümlich. Da- Ziel, das bic Klägerin, seitdem sich der Beklagte geweigert hatte, die geeigneten Vorkehrungen zur ErmS-ilichung einet unbeanstandeten Betriebes ber Metall- und Zinkschmelzerei zu treffen, verfolgte, war die Aushebung de- MietverHältnifses durch Kündigung ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist Sie war deshalb nicht verpflichtet, lediglich mit Rücksicht darauf, daß sie später daneben Schadenersatzansprüche erbeben wollte, für bic Zeit, mäbrenb sie dann noch tatsächlich bis zu der in angemessener Frist erfolgenden wirklichen Kündigung die gemieteten Räume inne hatte, ihrerseits Veranstaltungen zu treffen, damit der ihr aus der Nichlgcwäbrung eines geeigneten Ventilation-rodre« erwachsende Schaben nach Möglichkeit gemindert würde Allein andererseits wird der Mieter, wenn eranach Ablauf der Abbilsefrist des § 542 nicht sogleich bic Kündigung ausfpricht, nom IG. September waren anwesend: Bürgermeister Echomber, Beigeordneter Schäfer und sämtliche Gemeinderäte, außer Friede. Deibel. Punkt 1 der Tagesordnung, Erhebung einer Gemeinde» hundesteuer, wird mit 6 gegen 4 Stimmen abgelehut. — Zu den 'Reparaturen der Backhäuser in der Kirch- und Brauhausstraße werben die erforderlichen Mittel beivilligt. — Tie Instandsetzung ,be5 Trottoirs in der Kornblumengasse wirb genehmigt — Tas Gesuch des Jakob Tuill auf der Badenburg um Entnahme von Wasser aus dem Gemeindebrunnen beim Schützeuhaus wirb 'genehmigt unter ber Bedingung, daß Tuill sich verpflichtet, kur die Unterhaltung des Brunnens Sorge zu tragen. Sollte die gegenwärtig leerftehenbe Wohnung auf dem Schützen- haus durch einen Flurschützen wieber bezogen werden, so hat dieser zur Wasserentnahme aus dem Brunnen beit Vorzug. — Die Forderung des Pslaslermeisters Karl Schäfer über nachträgliche Ar- beiten an der Kanalisation wurde nach Prüfung und Kenntnis- >ui Hine durch das Kreisamt einstimmig abgelehnt, da sich heran§- l'iedte, daß der nehler burd) das Verschulden Schäfers entstanden Hk. — Außerhalb der Tagesordnung würbe beschlossen, die Wähler- listen für die Gemeinderatsivahl üeruiclfältigen und in jeder Wirtschaft ein Exemplar auflegen zu lassen. # Mainzlar, 19. Sept. Bei einer Reparatnr am SteinkoNer war der Meister von Scheidhaucr und Gießing mit 2 Schlossern beschäftigt. Trotz der Gefährlichkeit der Situation blieb die Maschine int vollen Betrieb. Der Meister stürzte in den Kollerg Als Frau Cleinent gefragt wurde, wodurch sie dazu gekommen sei, Detektivin zu werden, erzählte sie davon, daß ihr Mann sie vor sieben Jahren verlassen habe, sie hätte arbeiten müssen, um ihre drei kleinen Kinder durchzubringen; und dabei kam sie auf die Idee, sich als Privatdetektivin zu etablieren. „Ich will nicht behaupten, daß mir diese Tätigkeit im privaten Dienst Freude machte, aber ich verdiente dabei ganz gut und lernte Vieles." Doch bei dieser Erzählung ist Frau Clement ein wenig zu bescheiden, sie lernte nicht nur viel, sondern sie vollbrachte auch Leistungen, die alsbald die Aufmerksamkeit der Behörde auf diese Frau lenkten: das Ergebnis war, daß die Behörde sich ihre Dienste sicherte und sie als Beamtin anstellte. „Eine der ersten größeren Aufgaben, die mir zugewiesen wurden, war die, wenn ich so sagen darf, Reinigung ChikagoS von den Wahrsagern und Glückspropheten; das Gebiet war mir völlig neu und es war noch unbearbeitet; dann wurde eine Zeitlang die Ueberwachung der Taschendiebe meine Ausgabe," bis die Behörde dazu überging, Frau Clement alle wichtigen und besonders schwierigen Fälle zu übertragen. Ob sie sich verkleidet? Nein, fein Detektiv wird sich unkenntlich zu machen suchen, er strebt nur danach, unauffällig zu fein. Und an Waffen trägt Frau Clement nur eine kleine Nepetierpistole bei sich, die in ihren schmalen Händen fast wie ein Spielzeug aussieht, ihr aber mehr als einmal das Leben rettete. Nur wenn Frau Clement bisweilen in den Tanzlokalen und Kneipen der „Unterwelt" zu tun hat, legt sie ein Abzeichen ihrer amtlichen Stellung an; im übrigen kleidet sie sich wie jede andere Frau, ihren Haushalt aber- besorgt sie selbst, da ihr Beruf eS mit sich brächte, daß sic ein Dienstmädchen unwillkürlich ins Vertrauen ziehen müßte: „Und ich möchte niemand ins Vertrauen ziehen, der mich verraten könnte." Als zum Schluß der Besucher „Frau Sherlock Holmes" fragte, ob sie ihre Töchter dereinst auch Detektivinnen werden lassen wolle, lachte die Mutter nur hell auf und erklärte: „Nein, weiß Gott, das sollen sie gewiß nicht". vermisstes. * Das Testament zweier Selbstmörderinnen. Die Blätter melden aus Berlin: Tie 70- und 59jährigen Geschwister Emilie und Luise Daun , die am Montag in ihrer Wohnung in Wilmersdorf Selbstmord verübt haben, haben, wie jetzt bekannt wird, ein Vermögen von mehr als eine Viertelmillion besessen. Tas gesamte Vermögen ist der Stadt Wilmersdorf vermacht, während die beiden einzige n Verwandten, ein durchaus nicht in glänzenden Verhältnissen lebender Neffe und eine kranke Nichte, enterbt werden. In dem Testament befindet sich ferner die Bestimmung, daß die Beerdigung der Schwestern durch den Wil- mersdorfer Magistrat besorgt werden soll. Für die Beisetzung sind 8000 Mk. ausgesetzt. Die enterbten Verwandten beabsichtigen das Testament anzufechten, da die Schwestern seit längerer Zeit anscheinend an Geistesstörungen gelitten hätten. * D i e Frau des Raubmörders Sternickel. Eine in ihren Einzelheiten etwas mysteriöse Heiratsgeschichte wird jetzt in Hamburg bekannt. Vor etwa drei Jahren war in Langenbals bei Elmshorn ein Mann als Schweinefütterer in Stellung der mit der Tienstmagd Thrina Heesch ein Verhältnis an knüpfte das nicht ohne Folgen blieb. Auf die Bitten der Magd ließ sich der Mann mit ihr trauen, und es wurde eine sogenannte „Geberhochzeit" Veranstalter, bei der die Verwandten Geld und Naturalien spenden, um die Hochzeit zu ermöglichen. Unmittelbar nach der Trauung verschwand der Ehemann. Gestern kamen nun zwei Frauen aus Langenbals nach Hamburg, wo sie ein Panoptikum besuchten, in dem auch die Wachsffgur Sternickels ausgestellt ist. Bei dem Anblick der Figur kamen die beiden Frauen zu der Uebcrzeugung, daß Sternickel mit dem Manne der Heesch, der sie vor drei sFahren verlassen hatte, identisch sein müsse, Sie teilten ihre Entdeckung der Polizei mit, der sie als Kennzeichen noch angaben, daß der Mann einen verkrüppelten Finger gehabt habe. Dies war auch bei dem Hingerichteten Raubmörder Ster- nicke! der Fall. Die Hamburger Polizei hat sofort Ermittelungen eingeleitet. — Man wird sich erinnern, daß Sternickel während der Gerichtsverhandlungen wiederholt davon sprach, daß er ver heiratet sei. Er war aber nicht zu bewegen, Namen und Aufenthaltsort dieser Frau preiszugebcn, da sie, wie er betonte, keine Ahnung davon habe, daß er Sternickel heiße und der lange gesuchte Raubmörder sei. Kleine Tage§chronik. Aus Hamburg wird gemeldet: Aus Grund eines von der Staatsanwaltschaft erlassenen Haftbefehls wurden die beiden D i rektorcn der Hanseatischen Bank, Akticn-Olesellschaft, Cramer von Glausbruch und Ruthe, wegen Handels und Konkursvergehens verhaftet. Tie Bücher und vorhandenen Sachen wurden beschlagnahmt, das Geschäftslokal wurde amtlich ge schlossen. T-er Haftbefehl lautet auf Handels- und Konkurs betitle, Unterschlagungen und Bilanzverschleierung. Die Direttorcn, die bereits mehrsach den Offenbarungseid geleistet haben, leisteten der Aufforderung keine Folge. Die Äbreckmung für 1912 ist noch nicht erfolgt. Am 10. September wurden die Direktoren zwangs' weise dem Amtsgericht vorgeführt, wo sie den Offenbarungseid leisteten. Das Aktienkapital von 2*/2 Millionen Mark gilt als vollständig verloren und außerdem noch 600000 Mark Kundengelder. vüchettisch. — Der Feind im Land! Erinnerungen aus dem Kriege 1870/71. Nach dem Tagebuche von Franzosen herausgegeben von Ludwig Halevy. Deutsche autorifiertc Uebersetzung von Dr. Altona. 6. Auflage. Preis 1,50 Mk. Verlag von Otto Salle in Berlin W. 30. Französische Soldaten erzählen hier das Leben auf dem Marsch, im Gefecht, im Lager, und lassen ihre Hoffnungen, ihre Stimmungen während der verschiedenen Phasen des Kriege:- an unserem Auge vorüberzicheit. In jedem Kapitel spricht sich eine so herbe Selbstkritik aus, wie wir sie nicht oft bei Darstellungen von französischer Seite finden, und nur höchst selten unterläuft ein nicht ganz zutreffendes Wort über unsere deutschen Truppen. Neben den meist tiefernsten Schilderungen von Soldaten ffndcn wir auch den für uns amüsant zu lesenden, längeren Bericht eines Nicht-Militärs über das Leben und Treiben zu Ende 1870 in Tours, von wo Gambetta den Verzweiflungskampf leitete und den siegreich vordringenden Deutschen immer neue, mir notdürftig ausgebildete und schlecht ausgerüstete Truppen entgegenfiihrte. Märkte. 61ief:eit, 20. Sept. Al o rktberi cht. Auf beuttgem Woäben- morrte kostete'. Butter bosVflinb 1,06—l.l3Mk^ Hühnereier 1 Stück 3—9 Pfg., 2 Stück 01-fa., Enteneier 1 Stück 10—0 Pfg., Gänseeier ISt. 14 P?., Näse das Stück 6—8 Pfg^ Käsematte 2Stück 5—6 Plg., Tauben vr 9?r. 0,80—1,00 Hühner pr. St. 1,00—1,60 Mk., Hahnen pr. Stück 1,50—2,50 Mk., Enten pr. St. 2,00—3,00 Mk., Gänse bas Psb. 75—85 Pfa^ Ochsenfleisch pr. Mb. 92—100 Pfg., Rindfleisch vr. Pflinb 90—94 Pfg., Knhfleisch 80 Pfg^ Schweine- fleisch pr. Pfund 90—110 Pfg,, Kalbfleisch pr. Psb. 1)4—98 Pfg., Hammelfleisch pr. Mb. 70—96 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kg. 5.00 bis 6.00 Mk., Weißkraut das Stück 10 bis 15 Psg^ Zwiebeln per Ztr. 6,00—8,00 Alk.. Milch das Liter 22 Pfg^ Nüsse 100 Stück 50—60 Pfg., per Ztr. 0—00 Mk^ Birnen das Pfund 8 bis 15 Pfg., Acpfel bei- Zentner 8 bis 15 Nil., Zwetschen ber Ztr. 3—4 Mk., Bolmen 1 Pfund 10 bis 15 Pfg., Gurken 100 Stück 2,50—3,00 Mk. Marktzeit von 8 bis 2 Nhr. io. Frankfurt a.M., 19. Sept. Heu- und Strobmarkt. Am heutigen Markt war weder Heu noch Stroh angesahrcn. Amtlicher Wetterbericht. Oöffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen fl'ir Sonntag, den 21. Sevt. 1913: Meist trüb und wolkig, strichiveise Negensälle, westliche Winde. Letzte Nachrichten. Bilderschmuck im Eisenbahnwagen. Berlin, 20. Sept. Der erste Bilderschmuck in einem Eisen-- bahnabteil ist nunmehr zunächst in den durchgehenden Zügen, die von dem Anhalter Bahnhof abgehen, angebracht worden. Die ersten Bilder stellen unter anderem dar das Kriegsschiff „Braunschweig" und ferner Ansichten verschiedener Städte, wie Kassel, Düsseldorf, Heidelberg, Leipzig, Mannheim und Stettin. Das neue Marineluftschiff. Friedrichshafen, 20. Sept. Das Marineluftschiff „L 2" ist heute früh 4 Uhr 20 Mitt, unter Führung des Luftschiffkapitäns Gluut zur Fahrt nach Johannistal aufgesttegen. Tie Mnahmekommission befindet sich an Bord. Um 5.58 überflog das Luftschiff Ulm in der Richtung auf Nürnberg. Fran kfurt a. M., 20. Sept. Das Luftschiff „Viktoria Luise" ist heute morgen bei dichtem Nebel zur Fahrt nach Crailsheim aufgesttegen, von wo es nach einer Landung wieder hierher zurückkehren wird. Kopenhagen als Ziel eines Zeppelinluft schiffe K o p e n h a g e n , 20. Sept. Wie die Leittmg des hiesigen Flugplatzes mitteilt, ist der für nächsten Sonntag geplante Besuch d e s Z e p p e l i n l u s t s ch i s f e s „Sachsen" aufgegeben worden, weil man dort die erforderliche Anzahl Passagiere für die Rückfahrt von Kopenhagen nach Berlin nicht gefunden hat. Schnee in den Vogesen. Strasburg, 20. Sept. Auf dem Vogesenkamm ist gestern bei 2 Grad Wärme der erste Schnee gefallen. Das Befinden des Herrn v. W interfelbt. Grisolles, 20. Sept. Der gestern abend ausgegebenc Bericht über das Befinden des deutschen Militärattaches v. Winterfeldt besagt, daß der Kranke, dem am gestrigen Nachmittag ein neuer Verband angelegt wurde, infolge der damit verbundenen Schmerzen ein wenig erschöpft ist. Ter Puls beträgt 100, die Temperatur 37, die Entleerungen der Blase erfolgen normal. Die flüssige Nahrung wird weiter gut ausgenommen werden. Tie Aerzte bleiben die Nach/ über ständig am Lager des Kranken. fl 89 8 Jn TUben 60 u 100 Pßf. zflgiL egSeSfr Sam 8 JWI. Kleine Tube20Pfg Bindfaden s» , v Packkordel etc. E.Doemlinc Gießen, Telephon 686 hvs/9] Pflanzenbutter- Fabr., sehr leistungsflih., kann Hänbl., Verfanbgescb., Vor- arb- 20., w. Pflanzenb.-Marg. an Priv. lief., außergew. bill. Oss. in allerf. Qual. mach. Gfl. Ansr. u.A. A. 698 an Haasen- steinLVoglerA.-G.,Hamburg Settern,Za.flminigt Färberei u. chem. Reinigung Wallenfels. 5514 ••••seeee Achtung! SSF Handkäse offer. bas Kistchen, 60 bis 70große Käse enthalt.,nur Mk. 2.90 franko geg.Nachn. Wieberverk. billiger, f51*8 Molkerei Laobach (Hess.) Trockenes, kurzgeschnittenes Abfallholz (Schwarten» zum Feueranmachen liefert, von 5 Ztr. an, für Mk. 1.15 pro Ztr. frei ans Haus. (4438 B. Nuhn, Lollar. einem 12 l'i 2000 nung! erhall und t Vohn •innen haben, rem n durch zahlen verhol 31 Tiensti jnner: Äorm total amteä gen C4e idiäbigi höchst c bk gern übrig nung 2iaa lvurd ten L dieser rusthr 28. S beaml sprach gestar'l Reli 11 Cr*°b »klgkruna «»w T^nbftorf lunn Don ß? «ut ®uftcn, i q. -»-15 j ^rchblätt "^old qo] PU. einem U-. das 6ct J ^lchrist £ Bentnr ? hntnt Lln ein Mnkovi Ar elfter ö( fei - £tinf ^.fonb Kdicld Äe foi *on 6ö: Jahre abrikate. Billigst gestellte Preise. Prima Ptddigrohrstjset tu 28 tjctirfncbcnru Fassons von Mk. 7.20 an am Lager. Slnfcrtinunn vonTtülilen und Sesteln, sow. iylcdjicu und sonstige Reparaturen bei reeller Bedienung. Ph. Henkel Sonncnstr. 1 L *1H Licht-Spiel-Haus Bnhnhofatraße 34. Bahnhofstraße 31. bei (Gastwirt Haas. 6172 Cnfel Bräsia DaS Crtöfomitcc. 6180) Lonntag. den 21. September: 6167 wird dringend um pünktlichen ul Besuch geboten. V“7e bei 0740? Restaurant Hotel ficihuirt IP. Siultf «“ü«: Steins Garten, Giessen Bcwitzcr: C. Stein |&9M HolelMiilz Tapeten Tapetenhaus Hochstätter Fernsprecher 3ß Brandplatz 1 NeoerBesitzerLKlingler statt llordseebadWittdüii dwuuctw AMmMM Einen grösseren Posten Reste und zurückgesetztor Partien gebe ich sehr billig ab Der Kellner Der Reiereudariuö Der Pbotograph bei Herrn lernst (^ballier. Bankier Berbacher Der Polizeipräsident Der Gefängniswärter Karten im Vorverkauf Morgen Sonntan: Muttil-Abschitbsskitt Xcuanmeldangcn nimmt HerrKirchenr. D. Sc h 1 o s s e r oder Herr Prof. Trautmann täglich (äusser Mittwoch» In seiner Wohnung, Moltkestr. 6, zwisch. 1 u.2'/, Uhr entg. Mittagstisch in und außer Abonnement Zimmer mit und ohne Pension Hiesige u. MünchenerBiere -Weine ersterFirmen Sonntag abend Konzert von Mitgliedern der hiesigen Regimentsmusik Souper ä M.1.75 Viktoria-Suppe Rheinsalm mit Butter und Kartoffeln oder Hammelrücken mit •in Prinzeßbohnen Junge Hamburger Gans Kompott :: Salat :: Eis 'Vollzähligen Proben- DER VORSTAND. Charakterstudie im Kostüm, die Perle des goldenenHumorö. Onkel Bräsia Der Schutzmann Allgemeiner Deutscher Frauenverein Ortsgruppe Gießen Jubiläum. Am 1. Oktober l. IS. feiert Herr Hauptlchrer Schneider, Heuchelheim sein »O.jahriges Dienst- jubiläum, wozu alle Freunde und Bekannte höflichst eingeladen sind. Beginn der Feier 11 Uhr, Esten 1 Uhr. Einzeichnungsliften zum Essen liegen bei Gastwirt Ferd. Kreiling und der Bürgermeisterei auf und werden am 28. d. M. geschlossen. Klein - Linden S Anläßlich der 27. Generalversammlung des Allgem. Deutschen Frauenvereins, die vom 5.—8. Oktober hier stattfindet, richtet die hiesige Ortsgruppe an die Frauen Gießens die Bitte, Frei-Quartiere recht zahlreich zur Verfügung zu stellen. Auch Anmeldungen von bezahlten Wohnungen sind sehr erwünscht Mitteilungen erbittet Der Wohnungs-Ausschuß Frau Prof. Höhlbaum, Süd-Anlage 10 v»/. ftür prima Bier der Brauerei Denningbois und gute Speisen ist beitend gesorgt. — Es ladet ergebenst ein Freie Turncrfchaft Rödgen. Ter Vorstand. In den vollständig neu hergerichteten Lokalitäten des Cafe Ernst Ludwig (Inh.: Hermann Adam) finden ab Samstag, den 20. Sept, täglich abends von 8*/« Uhr an Hoffmann - Konzerte Tanzmusik^» Wiederbeginn der Proben Dienatag. den 23. September, ebenda 8 l’hr. Im Saale der Johannesklrchc Mit Rücksicht auf die musikalischen Vorbereitungen zur bevorstehenden kirchlichen National - Feier Men-Nied. TANZ. ES ladet höflichst ein______________Fr. Krieger. ■ ■ । Sonntag, den 21. Sept. Tanzmusik w.Schennuly «ni mu. * ii> 71Restaurant Ttarlsrufi bringt seinen Garten mit grosscmSpiel- plats.gr. u. kl. Saal, sep. Zimmer u.Glas- mpfehlend H. Kaeß Nacht Willi. Horn Tel. 773 • Kreuzplatz 15 • Tel. 773 Verkauf zu streng festen, billigen Preisen. Muiiknlienbandl., Neuenweg. Sverrsik 1.50 Mk.. 1. Platz 1.00 Mk Studenten und Schülerkarten 0.75 Mk. Abendkasse: 1.75 Mk . 1.23 Mk.. 0.75 Mk. Achtung! Achtung! Ä nach Rödgen. Jasclbst Abtmllkii mit ranWpk ===== Lollar — Der Anfänger-Kursus in der 6157 (fiabcUbcrgcrfcbcn Stenographie beginnt am Sonntag, dcn21.Tevt., oormutoflö_10 Ubr. und zivar sinder der Unterricht an diesem ersten Sonntag in der Schule statt. Weitere Anmeldungen von Damen und Herren werben am Sonntag noch entgegengenommen. Heute Samatag bl* Dien*ta< iilfiie -Wie die Allen siingen Komödie in drei Akten nach der Operette ..Die keueche Nuaannc“ Anfang der Vorstellung für Samstag 6 Uhr nachmittags. Vorher Gastspiel des wissenschattlichenTheaters „Urania Hannover“ für Militärpflichtige empfehle Drell-Anzü^e nach Vorschrift ■Reit-Unterhosen ohne Naht Unterhosen, Hautjacken Normal- u. farbige Hemden Hosenträger und Schürzen gestrickte Herrenwesten Empfehle in großer Auswahl Herren-Anzüge von Mk. 16.— bis Mk. 58.— Sport-Anzüge von Mk. 20.— bis Mk. 45.— Paletots ii. Ulster von Mk. 15.— bis Mk. 55.— Loden-Capes von Mk. 8.- bis Mk. 21.50 Loden-Mäntel von Mk. 11.50 bis Mk. 27.50 Loden-Joppen gefüttert von Mk. 6.50 bis Mk. 22.— Bernis- n. Arbeiterkleidung jeder Art - Uneenrleic bheber Sand .. Proepette durch di• Bad* CI fand. Krü'tiqcr U"eilen -Ä«A4ll*WTte io mm «ai er. a d.d. l erbd. Motto: Wie auch daS Lod deö Schicksals fällt. Dank' denen, die dich bertcr machen! 6146] Denn das Gesündeste aus dieser Welt Ist, ab und zu sich krank zu lachen! Steins Garten, Gießen. Freitag, den 26. September, abends 8V« Ubr Arih-Reulcr-Abend! Gastiviel Fritr-Neuter Abend! des erkolareichsten Onkel Bräiig Darstellers ANTON MELZER, Wiesbaden Plitglied der Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung, Berlin, Inhaber der goldenen «Zriv Reuter-Medaille. Onkel Bräsig in Berlin FsWvle der Zut'chtieidektlH verbunden mit Atklier für feinere MenbekleidW Wetzlarer Weg 171, gegenüber dem Bahnhof Die verschiedenen Kurse in Anfertigung einfacher, sowie eleganter Tamengarderobe nehmen ibren Anfang am I. Oktober. ES ill jungen Mädchen wie auch Domen jeden Alter-? Gelegenbeit gegeben, sich im Berus und Hausgebrauch vollständig auszubilden. Auch babc ich Kurse für Weihnähen eingerichtet. Anmeldungen nehme jederzeit entgegen. M. Wunderlich Lehrerin und Tamenichncidermcisterin. NB. Auskunft über Gesellen- und Meisterprüfung bereit- willigst.________________________07 w Sonntag, den 21. September <6177 Schulhanseinweihung und Kirchweihe wozu freundlichst einladet Bersrod. Ludwig Becker, Gastwirt. ----7 Samstag, 4. Cfibr. D/ dbenbo s Uhr D\ findet int i