Erstes Blatt Dienstag, jtz Zebruar X9|3 165. Jahrgang Wner Anzeiger Die beutiqe Nummer umfafot 10 Seiten. Nation (Sieget Vella <=* — 0,5*0, ihrem Vater, geistige Walten des [ntrfennunyol Saales und die Notwendigkeit baldigster Abhilfe. P. getvinnendeni ihren blauen Frohsinn das Connenschtir Seb, Hmnul Der konzertgebende Verein sang außer diesem schwierigen Chor mit gewohnter Sicherheit, vortrefflicher Schulung und Aussprache noch einige a oapella-Chörc, darunter erfreulicherweise auch Volksweisen, sowie 2 Chöre mit Klavierbegleitung von Ä. Krug, von denen besonders die Barearole durch Originalität anspricht. Es ist sehr zu wünschen, bafr der mancherorts noch herrschenden Vorliebe der Mannerchöre für weichlich sentimentale Texte und Weisen durch Pflege männlich gesunder Musik, besonders auch kraftvollen Volksgesangs entgegengewirkc wird: leider liegt gerade in dieser Hinsicht die Literatur des Männergesangs noch ziemlich im1 Argen. Dem musikalischen Leiter des Abends, Herrn Professor Trautmann, gebührt lebhafte Anerkennung für die meisterhafte Direktion und Begleitung. — Das Gedränge am Schluß eines so gut besuchten Abends, wie der heutige, zeigt jedem, der sehen will, die Unzulänglichkeit, ja Gefährlichkeit des Gesellschaftsvereinsund der Individualismus. Beide aber reichen dem fortgeschrittenen religiösen Bildungsbedürfnis nicht mehr aus. Tie Wiege der Despotie, im staatlichen und religiösen Leben, liegt im Orient: Judentum, Christentum, Mohammedanismus sind Mächte, die das autonome Denken dem Drang nach gemeinsamem Nr. 55 Der Lietzener Anzeiger erscheint täglich, au&er Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich rasch in ihren Bewegungen, anmutig, stets von natürlichem sicheln. Wen sie im Gespräche mit Augen anblickt, dem geht bei so viel Jugend und Herz auf. Als kleines Mädchen wurde die Prinzessin von die bayerische Armee eintrat. Im September stellte sich der junge Offizier in München dem Kaiser vor, der ihn tiiit Herzlichkeit begrüßte. Dann verstummten die Ver- fföhnungsgerüchte wieder, bis im vergangenen Frühjahr der ältere Sohn des Herzogs, Prinz Georg Wilhelm, bei einer Autofahrt in der Nähe von Friesack den Tod fand. ?ür den Ausdruck der herzlichen Anteilnahme des Kaisers im diesem Unglück stattete damals Prinz Ernst August dem Kaiser persönlich den Dank seines Vaters ab und zwar in Begleitung seines Schwagers, des Prinzen Max. Seitdem gewannen die Gerüchte von der geplanten Verlobung, die sich jetzt allem Anschein nach verwirklichen werden, neuen Boden. Welche staatsrechtlichen Folgen hat dieses mit Freude fcu begrüßende Ereignis? Als am 18. Oktober 1884 Herzog Wilhelm von Braunschweig kinderlos starb, wäre die Thronfolge an beit Sohn des letzten Königs von Hannover, den Herzog von Cumberland, übergegangen, wenn dieser nicht den ausdrücklichen Verzicht auf Hannover verweigert hätte. Wir erhalten folgende Meldungen: Karlsruhe, 10. Febr. Das Kaisers) aar mit dem Prinzen Oskar und der Prinzessin Viktoria Luise von Preußen ist um 10 Uhr 10 Mm. mittels Sonderzuges hier eingetroffen. Zum Empfange auf dem Bahnhof hatten sich eingefunden der Großherzog und die Großherzogin von Baden, sowie Prinz und Prinzessin Max von Baden; außerdem waren u. a. anwesend der kommandierende General des 14. Armeekorps und der preußische Gesandte von Eisendecher. Nach herzlicher Begrüßung fuhren die Herrschaften in geschlossenen Wagen zum Residenzschloß, an dessen Portal sie von der Großherzogin Luise von Baden begrüßt wurden. Im ersten Wagen saß der Kaiser mit dem Großherzog, im zweiten die Kaiserin mit der Großherzogin Hilda von'Baden, im dritten Prinzessin Max von Baden mit der Prinzessin Viktoria Luise, im folgenden Prinz Max von Baden mit dem Prinzen Oskar von Preußen. Heute mittag fand F a m i l i e n f r ü h st ü ck s t a f e l bei der Großherzogin Luise im Großherzoglichen Schloß statt. wie das Wohl in allen Ständen so ist, etwas sehr verzogen. Gewann der Kaiser beim Offizicr-Preisschießen einen Taler, so steckte er ihn mit der Bemerkung in die Tasche: „Tas ist etwas für die Jungens zu Hause"; aber er nahm auch sofort einige Schokoladenbonbons Dorn' Büfett „für Prinzeß Viktoria, die ein kleines Naschmäulchen ist und solche Dinge furchtbar gern hat", lieber ihre Brüder führte Prinzeß Viktoria in der .Kinderstiche ein strenges Regiment. Der leiseste Wunsch der einzigen Schwester wurde von den heftigen Knaben beachtet und befolgt; sie kommandierte und organisierte mit einer drolligen Hoheit und wußte lief) stets in Respekt zu sehen. Den Kindereien und Verwöhniurgen durch den Papa und die Brüderschar machte aber bald die — Kaiserin ein Ende. Wie sich die hohe 5rau trotz, der vielen repräsentativen Pflichten nm die Erziehung ihrer Kinder kümmerte, darüber folgendes Beispiel: Als der Kaiser auf einem Besuche bei dem italienischen Königspaar in Rom weilte, empfahl man ihm eine vornehme Damenschneiderei zur Auswahl eines Kleides für die Kaiserin. Eine faltbare, spitzenbedeckte Robe lehnte der Kaiser mit den Worten ab: „Das ist wohl nicht das geeignete. Tie Kaiserin hat immer so viele Kinder um sich herum, daß die Spitzen nur sehr kurze Zeit so schön bleiben würden!" Oft, wenn der Kaiser vormittags vom Vortrage des Reick)skanzlers oder einer anderen Gelegenheit ins Schloß zurückkehrte, fand er seine Gattin nur im Kinderzimmer, wo sie nach dem schönen Vorbild in Schillers Glocke den Knaben roeljrte und die Mädchen lehrte, d. h. der kleinen Prinzessin Viktoria Luise beim Ankleiden ihrer Puppen half. ' ..... Die Kaiserin hat ihre Tochter tatsächlich im bürgerlichsten Sinne des Wortes erzogen. Sie bestimmte selbst alles, was zur Bildung, zum Unterricht und zur Erholung dm Prinzessin dienen sollte. Wöchentlich mußte ein Bericht über die Leistungen der Prinzessin vorgelegt werden, und die Kaiserin erschien sehr häufig im Schnlzimmer, um dem Unterricht beizuwohnen. Die .Häuslichkeit und der Familiensinn der Kaiserin ist bekannt. Sie hat stets aber auch mit Eifer dahin gewirkt, daß diese Tugenden bei der Prinzessin ausgebildet werden Dch Haushaltungslehre nahni einen besonders großen Raum ■ i dieser Ausbildung ein. Und diese Sorgfalt bat sich gelohnt. Einer der liebenswürdigen Charakterzüge im Wesen der Prinzessin ist echte Weiblichkeit. Ihre größte Freude ist es, in ruhigen Tagen und Wochen das Hausmütterchen zu spielen, morgens am Frühstückstisch des Vaters zu erscheinen, die Zubereitung des Käfiees zu überwachen und ihm höchsteigenhändig und gut bürgerlich die Brötchen zu streichen, ehe er ausreitet, zu einer Zeit, in der die guten Potsdamer zum größten Teil noch in den Betten liegen. Wer es verlangt, famr von der Prinzessin ein selbstgekockstes schmackhaftes Mittagessen! erhalten, wobei sie den Bewns nicht schuldig bleibt, daß sie am Küchenherd die sog. „leichte Hand" besitzt. Da Haushalten vor allem Rechnen heißt, bat man die Prinzessin auch bie bei ihrer hohen Stellung ziemlich schwierige Kunst der Sparsamkeit gelehrt Trotz der eigenen Revenuen, über die Prinzeß Viktoria Luise in den letzten Jahren verfügt, ist sie doch gewohnt, bei der Auswahl der Toiletten den ökonomisck)en Rat ihrer Mutter einzuholen. Sie spricht vier Sprachen geläufig und besonders englisch mit einem Akzent, der die Deutsche nickst mehr verrät. Sie hat manche Anlage ihres Vaters geerbt, besonders die Begabung für Musik und die schönen Künste. Einzelwesens. Aber es zeigte sich, daß feine dieser beiden Geistesrichtungen dauernd die Menschen glücklich machen konnten. Tie Despotie führt zur Barbarei und Unkultur; auch das Mittel- alter übte schließlich einen unerträglichen Druck aus. _ Auf der anderen Seite artet der Individualismus gleichfalls in schrankenlose Willkür und gefahrvolle Entwicklmig ans. Bei den Griechen folgte der individualistischen Periode darum die Willkür und Despotie. Das Zeitalter der Renaissance suchte nach einer Einigung , es wollte den finsteren, erstarrten Geist des Mittelalters mit dem individualistischen Leben der Alten wieder beleben und erhellen. Aber auf dem Boden einer Erkenntniskirche, wie sie der heutige Protestantismus noch darstellt, kommen wir schwerlich weiter. Die Orthodoxen wehren sich mit Recht. Innerhalb der Bekenntniskirche ist kein Raum für freien Individualismus. Vielleicht gelingt es den liberalen Geistlichen, mit ihrer Richtung durchzudringen, aber dann werden die Orthodoxen aus der Kirch, die dann keine Bekenntnislirche mehr ist, austreten. Wie aber kommt die vom menschlichen Geiste ersehnte Vereinigung individualistischer Bewegungsfreiheit mit dem floaten,- und kulturbildenden Drang nach Gemeinsamkeit zustande? Durch Maßhalten! Und hier führte der Redner schöne und beherzigenswerte, freilich durchaus nicht etwa neue Gedanken ans. Die höchste Blüte des menschlichen Geistes liegt nicht im Zergliedern, im Analysieren, sondern im Anfbauen und in der selbstschöpferischen Tat. Ein unentbehrlicher, glücklicher Trieb im Menschen stellt ihm an die Seite des alltäglichen Lebens in der Wirklichkeit das Spiel seines freien, geistigen Vermögens, und die Form adelt den Inhalt. Ter Mensch sucht, wie der Krieger mit wahrer Begeisterung erst seiner Fahne folgt, Symbole. Es galt nun, die geistig und sittlich Strebenden, unter welch individueller Glaubens- und Wissensgemeinschaft sie auch stehen, unter einem solchen Symbol zusammenzuführen. Der Bund der Freimaurer, der nicht ans dem Nichts, sondern ans historisch Gewordenem schöpfte, brachte dies zustande. Jeder einzelne fühlt sich als Baustein und als Baumeister eines durch gemeinsame Tat zu errichtenden hohen Tempels. Der letzte Vorhang wurde nicht hinweggezogen. Die Erfahrung kann uns durch eine bloße Mitteilung nicht ersetzt werden. Leise Zweifel an dem besceligenden Zweck des Bundes bleiben bestehen. Wem ersetzt ein einfaches Symbol die üppig blühende Formenwelt der Kunst? Als Faust den Entwicklungsgang vom ivicfelten den Individualismus, das Die VetzohnuiMverlobung. Berlin, 10. Frbr. Der „Neich?auzeiger" gibt in einer Extraausgabe die am Montag in Karlsruhe vollzogene Verlobung der Prinzessin Viktoria Luise von Preußen mit dem Prinzen Ernst August, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, bekannt. Man munkelte schon lange, daß der Plan bestehe, durch eine solche Verbindung der Häuser Hohenzoltern und Cumberland den alten Streit zu begraben und Raum für die Lösung der braunschweigischen Thronfolgefrage zu schaffen. Daß mau den Schauplatz der Verlobung gerade nach Karlsruhe verlegte, war ja weiter nicht verwunderlich, da es der mit der älteren Schwester des Prinzen Ernst August verheiratete Prinz Max von Baden gewesen .ist, der diese AuSföhnungsaktion in erster Reihe betrieben -hat. Prinz Max weilt in Karlsruhe und ferner wird der gegenwärtige Regent von Braunschweig, 'Herzog Johann Albrecht am Donnerstag dort ein- treffen. Griechen dagegen ent* Bezugsprei s: monatlich75Pf., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- iu Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch diePost Alk. 2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Ps., auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für „Feuille* ton", „Vermischtes" und „Gerichtssaal": ft. Neu- mcintt cAathig teilte mit z.'?. ! ESgrrch Eck ist bie M\ aut 76 D PosM wnen Mark (d en- Das tzesaD durchschnitüjck 'DoliidKdQntter k lasse in BudM *9 sowie bd Hlwnen Mark der Richtung ncs ing aus bem Die religiöse Krifts und die zrennaurerei. Gießen, 11. Februar. Ter Kaiser meinte bei der Feier in der Berliner Universität, dem heutigen Geschlecht fehle die Neigung für das Transzendentale. Was es nicht mit Händen greifen könne, das habe für es wenig Bedeutung. Wie groß aber das religiöse Bedürfnis auch der heutigen Menschheit geblieben ist, geht aus gar vielen Anzeichen hervor, und besonders die Pfadsucher, die einer neuen Zeit Odem erwecken und die Zunge lösen wollen, begegnen dem lebhaftesten Interesse. So war gestern abend die große Unioersi- tätsaula, in der Tr. Horneffer über Freimaurerei und religiöse Krisis sprach, bis auf den letzten Platz besetzt. Das geheimnisvolle Dunkel, das über bem' Wesen und Wirken des Freimaurerbundes liegt, hatte nicht wenige angezogen. Aber die erwartete Einweihung in interessante Mysterien blieb aus, und wer nicht den Drang nach religiöser und philosophischer Wahrheit mitbrachte, kam schlecht auf seine Rechnung. Alle anderen aber horchten auf, denn was der Redner in einem fesselnden, sprachlich fein durchgearbeiteten Vortrag bot, führte in die Tiefen ethischer und ästhetischer Gedankenwelten. Gerade weil man sich nicht in weitläufige Systeme verlor, weil man aber auf flüchtiger Reise, die hohen Gipfel menschlichen Glaubens und Strebens deutlich erkannte, und wohl fühlte, daß da kein Magister über Landschönheiten redete, die er nie gesehen, war die Wirkung nachhaltig. Dabei war es durchaus keine abgeschlossene Prüfung schöpst>- rischer geistiger und seelischer Gewalten, sondern der Redner folgte in der Hauptsache einem Abschnitt des religiösen Problems, dem Organisationsdrang. Mit einer geschichtlichen Einleitung führte er vor, wie auf den Höhen der Entwicklung immer zwei Geistesrichtungen abwechselnd die Welt beherrscht haben: die Despotie ®kfjtner$amllienblätter; atueunal reöctientl.Kuis-. SÜ3 blatt für ben Kreis ©iefoen k > z kW (Dienstag und Freitag); kW zweimal mönatl. Land- wirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, _ WV . General-Anzeiger siir Oberhchen chr^dl^Tagesmnmner Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vttch- und Ztemdruckerei n. Lange. Nedaktlon, Expedition und Druckerei: Zchulstratze 7. Lolch": E.Heß^ür den. vis vorimttqgs 9 Uhr. Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil: H. Beck. -W ■—jßiW; A Ä 'M Wohltätigkeitskouzert des Kroiibau:r’id)cii (guartetivereinr. !Gi eßen, 9. Febr. Tas diesjährige Konzert des Kranbauer'scheu Quart ettv er eins bot eine stattliche Reihe musikalischer Genüsse und erreichte ein künstlerisches Niveau, das die Anwendung des bei Wohltätigkeits- beranitaltungen manchmal üblichen Nachsichts-Maßstabes durchaus überflüssig machte. Wesentlich trug hierzu bei die Mitwirkung gl zweier hervorragender Solisten, die — obgleich hier Neulinge — R durch die Gediegenheit unö den Schwung ihrer Leistungen sofort l Miss lebhafteste für sich einnahmen. — Herr Konzertmeister Wassermann aus Berlin (Sohn des Frankfurter Künstler- I; Paares) reiht sich würdig den jugendlichen Violinkünstlern an, die || nir neuerdings hier hören durften; er verfügt über sehr voran- geschrittene Technik, schönen Ton und geschmackvolle künstlerische h Auffassung und tonnte diese Eigenschaften in einem glücklich ge M häblten Programm wirkungsvoll betätigen. Tie zuerst gespielten H 4 Solostüle älterer Meister (in neuerer Bearbeitung) konnten bei | Lirrer stilistischen und Stimimings-Verwandtschaft als eine vier- « fähige Sonate gelten und erfreuten durch ihre Frische und Leicht- 1 verMndlichkeit, darunter besonders das mit zrerlichfler Anmut ■ gespielte Menuett von Boccherini. In der Nolrnme von Chopm 1 Sonnte der Künstler seinen jeelenDollen Ton und in der Fanst- 1 Phantasie von Winiawsky feine Virtuosenkünste glänzend zur o Oelttmg bringen. _ , . Frau Hofopernsängerin H o f fm a nn - O n e g i n aus Stuttgart bewährte sich als eine Altistin ersten Ranges mit umfänglicher, ausdrucksvoller und prachtvoll ausgebildeter Stimme; in i ter temperamentvollen Art ihres Vortrags und der Wucht ihrer , Dittel die geborene Bühnenkünstlerin verratend, war sie auch als Konzertsängerin ganz in ihrem Elemente und entzückte die Hörer !|| rieten einigen belanntcn Liedern von Brahms durch 3 Lieder ihres I Latten. Herr Onegin ider auch die Begleitung der Lieder vor- I Siglid) durchführtei zeigte sich in diesen Kompositionen als begabter | Anhänger der neuesten Richtung, der gewählt und charakterpttlch i nirt’iam (vor allem auch für das begleitende Klavier) zu schreiben 1 versteht; am1 ciiidrucksvollsten fanden wir das „Lied der Ghawaze". Weniger glücklich ist die „Suite: Rote Pantoffeln", die doch dem A prätendierten „alten Stil" allzuferne steht. — Beide Solisten | Dm ft en durch Zugaben für den stürmischen Beifall des sehr zahl- oid) erschienenen Publikums. Die Sängerin wirkte auch in dem ? Mannerchor mit Klavierbegleitung „Harfenklang" von ft. Bleyle | nit, wo sie ihre sieghafte (Stimme mit besonderem Glanz entfalten I Emnte. Der Komponist dieser beackstenswerten Novität stammt Ms bem1 Schwabenland und ist mit seinen Chor- unb Orchester- Nerken neuerdings zu allgemeinerer, wenn auch nicht unbestrittener ; Geltung gelangt. So wurde eine Regentschaft eingesetzt, mit der der Prinzregent Albrecht betraut wurde. Als durch dessen Ableben im Jahre 1906 die Thronfolgefrage wieder aktuell wurde, suchte der Herzog von Cumberland die Schwierigkeiten in der Weise zu lösen, daß er zwar selbst feinen hannoverschen Anhängern „Treue um Treue" halten, aber seinem zweiten Sohn, eben den Prinzen Ernst August, für den branuschweigischen Thron präsentieren wollte. Diesem halben Zugeständnis gegenüber betonte der Bundesrats- beschluß vom 29. Februar 1907, daß, solange der Herzog von Cumberland oder ein Mitglied feines Hauses sich in entern, dem reichsverfassungsmäßig gewährleisteten Frieden unter Bundesgliedern widerstreitenden Verhältnisse zu dem Bundesstaat Preußeir befindet und Ansprüche auf Gebietsteile dieses Bundesstaates erhebt, auch die Regierung eines anderen Mitgliedes des herzoglichen Hauses Braunschweig mit den Grundprinzipien der Bündnisverträge und der Reichsverfassung nicht vereinbar fei. Wenn nun die Verlobung und die Aussöhnung z-wischen den Häusern Hohenzollern und Cumberland stattgefunden hat, so müßte das, um dem Prinzen Ernst August die Thronfolge in Braunschweig zu ermöglichen, zur Voraussetzung haben, daß der Herzog von Cumberland trotz des Versprechens, das er ang-eblich seinem Vater am Totenbette gegeben haben soll, in irgend einer Form und zwar nicht bloß für seinen Sohn, sondern auch für sich, auf seine hannoverschen Ansprüche verzichtet nnd den durch den Prager Frieden geschaffenen Zustand sowie den rechtlichen Bestand des Deutschen Reiches vorbehaltlos anerkennt. ♦ Den Tee nahmen die Herrschaften bei dem Prinzen Max von Baden ein, zur Abendtafel werden sie im Großherzoglichen Palais erscheinen. Braunschweig, 10. Febr. Das Regentenpaar von Braunschweig tritt Morgen abend eine achttägige Reise nach Süddeutschland an. Es fährt zunächst nach Colmar i. Elsaß. Dort begrüßt der Regent am Mittwoch sein Jäger-Regiment. Am Donnerstag wird die Reise nach Karlsruhe fortgesetzt, wo die Hoheiten den Großherzoglichen Hof besuchen. Daran schließt sich am Sonnabend ein dreitägiger Besuch des Hofes in Darmstadt. Am 18. Februar kehren die Herrschaften nach Braunschweig zurück. Blätterstimmen zur Verlobung der Kaisertochter. Der „Berliner Lokalanzeiger" schreibt: Es ist gewiß, daß unsere Prinzessin sich ihren künftigen Ehegemahl nach der Neigung ihres Herzens wählte, mögen auch Interessen anderer Natur mitgesviclt haben. Ist doch das Kamr- wort bekannt geworden: „Tie Kleine soll glücklich werden, sic soll nicht der Politik geopfert werden!" Wo und bei welcher Gelegenheit die i ungen Herren sich gefunden haben mögen, das ist ihr eigenes Geheimnis. Unser großes Volk fühlt sich glücklicherweise immer noch als eine allgewaltige Familie, so und die Wünsche der ganzen Nation darauf gerichtet, daß dem jungen Brautpaare ein Lebensweg blühe, reich an stillem Glück und steter Zufriedenheit. Das „Berliner Tageblatt": Ter alte Cumberland hat der Verlobung seines Sohnes zugestimmt: er selbst aber bleibt fern. Interessant ist es, da« die W e l f e n v a r t e i durch die Verlobung in eine nicht gerade freudige Erregung versetzt zu sein scheint. Ihre Situation ist nach diesem Ereignis in der Tat nicht ganz leicht. Tie „Vossische Zeitung" meldet aus Berlin: Der Führer der Deutsch-Hannoveraner im Reichstage, Freiherr v. Scheele, ist telegraphisch von dem Herzog von Cumberland nach Karlsr'uhe bestellt worden, wo er gestern bereits eintraf. Die „Vossische Zeitung" meldet aus Braunschweig: Auch inwelfischenKreisen wird man die Aussöhnung freudig begrüßen, denn, von wenigen extremen Führern abgesehen, weisen die braunschweigischen Welfen jede Gemeinschaft mit den hannoveranischen Welfen zurück und würden auch 'gar nichts gegen einen Verzicht des Hauses Cumberland auf Hannover einzuwenden haben. Der Balkankrieg. Seit Samstag nacht sind in Konstantinopel keine amtlichen Mitteilungen über die kriegerischen Ereignisse erschienen. Die Blättermeldungen stellen übereinstimmend fest, daß die Lage für die türkischen Truppen überall gut sei. Nach der Beschießung der bulgarischen Stellungen bei Silivri zogen sich die Bulgaren in das Innere der Stadt zurück. Tiefe wird jetzt durch die Panzertorvette „Fdjlalije" beschossen. Reisende, die aus den Dardanellen in Konstantinopel angekommen sind, berichten, daß die vorgestrigen Kämpfe bei Maltepe auf der Halbinsel Gallipoli sehr erbittert gewesen sind. Die Bulgaren haben Hunderte von Toten und Verwundeten. Tie Türken machten rund 30 Gefangene, sie hatten nur 2 Tote und etwa 30 Verwundete. Ein Teil der Verwundeten ist schon fortgeschafft worden. Bei Tschataldscha sollen 12 Bulgaren gefangen genommen worden sein, die nach Konstantinopel übergeführt wurden. Konstantinopel, 10. Febr. Eine amtlicheVcr- öffentlichung besagt: Unsere Truppen, die sich bei DerkoS befinden, besetzten, ohne Widerstand zu finden, die verschanzten Stellungen des Feindes. Ter linke Flügel, der vorrücktc, um den ^eind auf den Höhen von Omarti anzugreifen, zwang zwei feindliche Regimenter, sich zurürk- zuzichen. Ter FctnH griff Misere Stellungen am großen See an und besetzte unsere Deckungen, aber unsere Truppen erwiderten lebhaft das Feuer und nahmen sie wieder ein. Die bei Scharkoej ausgeschifften Truppen kamen in einen Kampf mit deni Feinde und fügten ihm einen Verlust von 200 Toten zu. Ein bulgarischer Offizier wurde gefangen. Das Bombcrrbement von Adrianopcl dauert fort, aber nur sehr schwach. Die Kämpfe bei Bulair. Sofia, 10. Febr. Zu den vorgestrigen Kämpfen bei Bulair meldet die „Agence Bulgari ergän^nd: Ter Kamps am sonn abend war sehr erbittert. Nach einem stürmnchen Antritt der Bulgaren rourben die Türken, die in beträchtlicher 'Starte am Kampfe teilnahmen, zur Flucht in ber Richtung aut Bulair gezwungen. Tie Wirkung der bulgarischen Artillerie und ^des Sturms der Infanterie auf die Feinde war vernichtend, xie Feinde erlitten außerordentlich schwere Verluste und netzen auf dem Schlachtfeld eine Fahne, Geschütze, Maschinengewehre, gaffen und viele Munition zurück. Zahlreiche Tote und Verwundete bedeckten das SÄachrield. Unter den Toten befanden nch -U türkische Offiziere. Auf bulgarischer ©eite tour Den 41- Soldaten und 5 Offiziere verwundet, 2 sssizier? sind tot. Tie Zahl der getöteten Soldaten konnte noch nicht festgestellt werden, doch scheint sie unbedeutend zu sein. Ter Rückzug der Vulgaren. K o n st a n t i n o p e l, 9. Febr. Die vorrückenden türkischen Truppen stellten fest, daß die Bulgaren Jerteidi- gungserdarbeiten errichtet und einen Teil des Dorfes Jenidsche niedergebrannt haben. Tie Meldungen, daß der Ort Tschataldscha nicdergebrannt worden sei, ist nicht bestätigt worden. Der türkische Versuch, Truppen zu landen. Sofia, 10. Februar, lieber den Versuch der Türken, bei Podima Truppen z u l a n d e n, werden folgende Einzelheiten bekannt: Gestern ftküjhf 7 Uhr erschienen zwei Kreuzer, zwei Torpedoboote und sechs Boote, von Karaburun kommend, vor deut Dorfe Podima und schifften 200 Mann aus. -as 10. Bataillon der bulgarischen Msten- wache griff trotz des Feuers der Kreuzer die Türken an, die unter Zurücklassung voit 25 Toten und 16 Gefangenen in Unordnung wieder auf die Schiffe flohen. Auf Serken der Bulgaren wurden 3 Mann getötet, 18 verwundet. Gegen 1 Uhr nachmittags stachen die türkischen Schiffe wieder in See. Alle Versuche der Türken, bei Tschataldscha die Offensive zu era r e i f e n, sind gescheitert. Sie wurden mit großen Verlusten zurückgc- worfen. Das Bombardement von Adrianopel wird erfolgreich fortgesetzt. Der tapfere Schükri Pascha. Tie „Berliner Morgenpost meldet aus Konstantinopel: Nach Meldungen an das Kriegsministerinm hat Schükri Pascha drei von den Bulgaren besetzte Forts bei Adrianopel wieder eingenommen. 1000 darin befindliche Bulgaren wurden sämtlich niedergemacht. Die „Deutsche Tageszeitung" meldet aus Pera: Vor Gallipoli sollen die Bulgaren, von denen 1200 Mann gefangen genommen wurden, nach erbittertem Kampfe geschlagen worden sein. Die Verteilung der türkisck»en Schulden. Paris, 10. Febr. Einer offiziösen Meldung zufolge wurde auf Grund der letzten Beratung der Londoner Botschafter-Reunion beschlossen, in Paris einen internationalen aus dem französischen Minister des Acußern und den hier beglaubigten Botschaftern bestehenden Ausschuß einzusetzcn, der die Frage der Verteilung der türkischen Schulden unter die Türkei und die Balkanstaaten sowie verschiedene andere mit dem Balkankrieg zusammenhängende Fragen zu prüfen haben wird. Weitere Friedensverhandluugeu? Der „Berliner Lokalanzriger" meldet aus London: Nach offizieller Information kommt Hakki Pascha tatsächlich nach London. Man glaubt, um die Friedens Verhandlungen wieder aufzunolunen. Nach einer Meldung aus Konstantinopel soll auch Reschid Pascha demnächst über Wien, Berlin nach London abreisen, um sich mit den Botschaftern der Mächte ins Einvernehmen zu setzen. Aus London wird,dem „Temps" bestätigt, daß der türkische Botschafter Sir Greh gebeten habe, eine Ini tiative der Mächte zu Gun st en des Friedens herbeizuführen. Auf die Erklärung Greys, daß er dazu bereit sei, falls die Türkei ein amtliches Ansuchen stelle, antwortete der türkische Botschafter, er sei nicht angewiesen, ein formelles Ansuchen ausznsprechen, sondern lediglich eine Initiative bei den Mächten anzuregen, deren Sache es sein würde, diese Initiative zu ergeifen oder nicht. Grey bemerkte, daß unter diesen Umständen ein genau verfaßtes türkisches Ansuchen notwendig sei. Eine muhamedanischc Frauenverfammlung. K o n st a n t i n o p e l, 9. Febr. Gegen4000m ns el- manische Frauen hielten gestern in der Ilniversttät eine Versammlung ab, in welcher zahlreiche patriotisch Ansprachen gehalten wurden. Unter den Rednerinnen befanden sich auch die Gemahlin des Generals Mahknud Mulhtar Paschas und Prinzessin Miimet. Die Bersamm lung beschloß, im Namen der ottomanischen Frauen andre Armee ein Telegramm zu richten, in welchem diese auf aeforbert wird, i m Kampfe zu verharre n und die A b s ch e u der Frauen der gesamten islamitischen Welt über die von den Der bün- deten in Rumelien begangenen Greueltaten. aus drück en, sowie an die (Gemahlinnen der Staatsober-/ Häupter von Europa ein ausführliches Telegramm zu richten, in welchem gegen die von den Truppen der Balkanstaaien " begangenen Grausamkeiten protestiert und in rührenden Worten an den Edelsinn und die Menschlichkeit der Gemahlinnen der Staatsoberhäupter appelliert wird, damit den Greueln ein Ende gesetzt werde. Verhaftungen der Griechen. Konstantinopel, 10. Febr. Die Zahl der aus Gründen der Staatssicherheit verhafteten verdächtigen griechischen Untertanen überschreitet 200, bon" denen die meisten ausgewicsen werden sollen. Einige sind bereits aus der Haft entlassen worden, um morgen abreisen zu lönncn. Es heißt, daß aus dem gleichen Grunde verhaftete Griechen und Bulgaren, die türkische Untertanen sino, nach Sinope und anderen Städten Ana- tollens verbannt wurden. Große Verluste auf dem montenegrinischen Kriegsschauplatz. C e t in j e, 10. Febr. (Aus amtlicher montenegrinischer Quelle.) Nach dreitägigen erbitterten Kämpfen, die nm die Einnahme von Bardaniolt geführt wurden, belaufen sich die Verluste der Montenegriner auf etwa 2500 Tote und Verwundete. Auf feiten der Tür- k e n sind etwa 4 000 gefallen, die auf dem Schlacht selbe liegen. Auf dem Berge Tarabosch bei Brditza wütet der Kampf seit drei Tagen. Obwohl die Truppen gegen Befestigungen zu kämpfen haben, die mit starken Trahb- zäuuen umgeben sind, rücken sie doch schrittweise und mit Erfolg vor. Mehrere Verschanzungen wurden genommen. Tie beiderseitigen Verluste sind empfindlich. Doch sind die genauen Berlustziffern mit Rücksicht darauf, daß die erbitterten Kämpfe noch fortbauern, noch nicht festgestellt. Die Rcoolvfon in Mexiko. Mexiko, 10. Febr. Felix Tiaz, der am Sonntag noch ein zum Tode verurteilter politischer Gefangener: war, ist jc(u tatsächlich der Herrscher in Mexiko. Er besetzte drei bis vier Wasfenarsenale und Pulverfabriken. Madera ivurdc am Sonntag bis 10 Uhr abends im Nationalpalast belagert, den er um diese Zeit mit den Ministern verließ. Seine Familie iloh aus die japanische Gesandtschaft. Schon früher tonrbc in divlo matischen Kreisen als offene Tatsache erzählt, daß Madero nidu imstande sei, die Ausländer mit den ihm zur Verfügung stehenden Kräften zu schützen. Es verlautet, daß Diaz dem Präsidenten Madero ein Ultimatum gestellt habe in der Form, bnp n ihn wissen ließ, wenn er sich nicht ergebe, wurde er den Palast in die Luft sprengen. Die Stadt ist ruhig, jedoch sollen sonnrai Nacht 250 Personen getötet und mehrere hundert vepoimdc worden sein. Nach späteren Meldungen ist Madero mit icMce Familie aus die Nachricht, daß General Blananet, der- mit ein« Streitmacht angekommen war, sich weigere, gegen Tiaz zu kämpfen, westwärts an die Küste geflohen. Die Brücken zwiscltCL Mexiko und Toluka sind verbrannt. Der Sohn dec- General Repe, Rudolfo Rehe, hat aus Schmerz über den Tod seines Vater; Selbstmord begangen. lieber die gestrigen Kämpfe wird weiter gemeldet: Es fanden während des Tages vier Gefechte statt, von dem das blutigste sich vor dem Palais abspieltc und mit ber .Ucbcrpabc der Truppen endete. Die meuternden Truppen, an deren spitze Schüler der Kriegsschule von T l a l p a m marschierten, sogar dann zum Gefängnis, wo sie Felix Diaz befreiten. Maderoerklärte den fremden diplomatischen Vertretern aus eine Anfrage» er könne für die Sicherheit der Ausländer keine Garantie übernehmen, da cs ihm unmöglid) fei, zu ihrem Schutze Mannschaften von Polizei und Artillerietruppen, von denen er übtt 2000 bis 3000 verfüge, abzuzweigen.__ An- Stadt nn- Cand. Gießen, 11. Februar 1913. ** Tageskalender für Dienstag, 11. Febr.: Stadt- theater: ,Emilia Kalotti." Anfang 8 Ilhr. Freie Studentenschaft. 3. Vortrag: Prof. Dr. Rolot' über Gneifenan. Abends 8*/2 Uhr in CteinS Garten. * ** Prüfungsordnung für Tierärzte. I? Ergänzung des §'9 der Prüfungsordnung für Tierärzte vorn 24. Dezember 1912 hat das Königlich Preußische .Krieg-- Ministerium angeordnet, daß alljährlich eine begrenzte Anzahl von Studierenden der Tierheilkunde ber Universität Gießen bas erste Diensthalbjahr mit ber Waffe beim Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. lb in Gießen ab leisten bürfen. ** Der Prinz-Heinrich-Flug geht übe: Gießen? Der P rinz-Hein ri ch Flug wirb am P fingst Sonntag, 11. Mai, beginnen. Tie erste Etappe führ: von Wiesbaden nach Kassel mit Zw i s chen l a n d unc in Gießen Am 12. Mai wird der Flug nach Koblew fortgesetzt. Der nächste Tag ist ein Ruhetag. Am 14. Mcr soll die Strecke Koblenz—Karlsruhe durchflogen werden Der 15. Mai ist wieder Ruhetag. Am 16. Mai finbet zwi" scheu Karlsruhe und Stuttgart eine Aufklärungsübung statt, nach deren Beendigung in Straßburg gelandet wird. — Die Entfernung Wiesbaden—Gießen beträgt 65 Kilometc' und die von Gießen nach Kassel 100 Kilometer Tic Tauc:' des Aufenthaltes hier wird beim Start in Wiesbaden durä« die Oberleitung festgesetzt. * Vom Akademischen Wartburgbund toir» uns geschrieben: Am nächsten Freitag, wie aus dem Anzeigenteil zu ersehen ist, spricht im Akademischen Wariburc- bund der durch seine Tätigkeit im evangelischen BunX bekannte Generalleutnant z. T. Exzellenz v. Hennin? über das Thema „Rom und die Öterntancn". Tie grünt* liche Geschichtskenntnis des Redners läßt enoarten, bar der völkische und religiöse Gegenrsatz, der in der Gegenüberstellung des Themas liegt, in sachlicher, aber en> schiedener Weise dargestellt wird. In einer Zeit, wo bi?? Jesuit en frage alle Gemüter bewegt, erscheint eine Würdigung der Unterschiede zwischen deutschem und römischem Wcicr besonders angebracht. Zu dem Vortrag wird jedermann, besonders die .Herren Studenten, herzlich eingelader.. ^Näheres siehe Anzeige.) ♦* Das Gießener Säuglingsheim arbeitet se? Jahren mit einem Fehlbetrag, der sich jetzt auf 5000 Naturalisten zum ästhetischen Menschen durchmachte, da sagte er: „Erhabener Geist, du gabst mir alles, worum ich bat". Und vom Sturm im Walde in die sichere Höhle zurückgeführt, öffnen ihm sich seiner eigenen Brust „geheime, tiefe Wunder". Gewiß, wir müffen an das geheimnisvolle Wunderbare glauben, dürfen nicht alles rechnen und sezieren wollen. Die Wissenschaft gibt uns Fortschritt und .Hilfsmittel, aber die Kunst gibt uns wahre Erkenntnisse und Kultur — wenn wir ihre Symbole verehren und Form von Inhalt zu trennen wissen. Die Freimaurer aber wollen auch die ethischen Kräfte an das Symbol heften. Und wenn dem Bunde hohe und glänzende Geister unserer Vergangenheit angehört haben, so muß es wohl zutreffend sein, daß er manches Gute verwirklicht. Ein Zauberreich des Vollendeten zu schaffen, in dem die vielgeartete Menschheit Platz hat, ist freilich schwer. d —5. Die Scottsche Südpolexpedition umgdommen! Aus London, 10. Febr., wird gemeldet: Nach einer Depesche des „Globe" aus Neuseeland erreichte Kapitän Scott den Südpol am 18. Januar 1912. Aus der Rückkehr zur Basis wurde die Expedition durch einen Schneesturm verschüttet. Kapitän Scott und feine Begleiter fernen um. Zu dem Untergänge der Seottschen Expedition wird der „Boss. Ztg." nock aus London gemeldet: Das Expeditionsschiff „Terranova" kam gestern mit der Hiobspost, einen Monat früher als geplant war, in Omaru in Neuseeland an. Scott hatte die Absicht mit 15 Gefährten das .Hauptlager zum letzten Vorstoß nach dem Pol zu Verlegern Von diesem sollten drei Gruppen zu je vier Atann in bestimmten Mständcn vor Erreichung des Pols zurüclkehrcn. Wenic dieses Progranmr eingehalten wurde, wären vier Menscheilleben verloren. Frau Scott befindet sich auf hoher See zwischen San Francisco und Wellington auf dem Woge nach Neuseeland, wo sie ihren Gatten treffen wollte. — Dem „Berl. Lokalanz." wird über London aus New ^orf gemeldet: Man fand an Kapitän Scotts Leiche Mfzeichnungen, wonach er am 18. Januar 1912 Kapitän Amundsens norwegische Flagge auf dem Südpol fand. Aus eine Mitteilung der Königlich-Geographischen Gesellschaft in London in der dem König der Tod des Kapitän Scott und fünf feiner Begleiter bekannt gegeben wurde, sandte bet König folgende Antwort: Ich bin tief betrübt über die schlinnnc Naäiricl t, die Sie mir von dem Verlust des Kapitäns Scott nnb fünf feiner Begleiter gegeben haben. Gerade als mir hofften, sie binnen kurzem nach ihrer Rückkehr von ihrer großen und schwierigen Unternehmung in der Heimat willkommen heißen zu fönnen. Ich drücke der Königlich-Geographischen Okidlfdnit mein herzlichstes Beileid aus über den Verlust, der die Wissenschaft und die Forschung durch den Tod dieser tapferen Forscher betroffen hat. Scnbcti Sie nfir bitte weitere Einzelheiten. Georg. — Hei nri ch M nun a 1 s Dramatiker Heinrich Mann ist ein episches Talent, und wie rin erstes Bulmemvert „Die SäMtspieleriu", so ist auch fein neuestes Schauspiel „T i e große Liebe", das, wie bereits gestern inügeteüt, am Lessing Theater in Berlin seine Uraufführung erlebte, teilt Trarna, ondern eine Kette von Dialogen nnd Episoden, in denen inanckies chone und Verlebte Gefühl au)leuchtet, manche geistvolle Pointe aufblitzt, aber jede Nare Linienführung, jede starke Kontrastierung von Licht und Schatten fehlt, ohne die cs nun einmal kein Drama gibt. Die große Liebe ist die zwischen dem berühmten Komponisten und der bedeutenden, alle Männer besiegenden und fesselnden unverstandenen Frau. Wer die große Liebe zerscktellt an der großen Welt. Tie Frau, die am Ende des ersten Aktes ihr Alles dem endlich gefundenen Einzigen hingeben will, findet nur den Mut zu einem Frühlittgsausflug mit ihm, zu seligen kurzen Wochen, die ihr der allzu gute Gatte frei gibt. Weder den Ehemann, noch den Geschäftsfreund des Ehemannes, der allein sie und die Ihren vor dem flhtin retten kann- noch die Gesellschaft, geschtveige denn ihr Kind verläßt sie, um des Geliebten willen, der das von ihr erfleht, sondern sie trennt sich am Ende des dritten und letzten Wtes von dem Helden ihrer großen Liebe, die unter all dem' Flirt und der demimondänen Anrüchigkeit eines eleganten Modelwtels begraben und bernicfytet ist. Wohl mag ein reines und tiefes Gefühl in diesen beiden Gestalten sich aussprechen, wie cs Mann schon hinreißender und leidenschaftlicher in manchem Roman gedichtet. Aber es bleibt davon auf der Bühne nur ein blasser per schwebender lyrischer Duft übrig, der nach Töneir verlangt. Episch ist die ganze schwerfällige Exposition, die in einzelnen, sich ab lösenden Dialogen die Situation in aufdringlich absichtlicl)cr Weise erklärt und die Peffonen schematisch einführt: episch der letzte Akt mit feiner breiten Schilderung der pervers-abenteuerlichen Hotelsphäre. In diesen Episoden gibt Mann sein Bestes, und am stärksten lebte unter all diesen Personen, die die große Liebe im Ädnnde führen, eine unbedeutende Nebensigrir, ein uralter Duca, von Oscar Sauer meisterhaft verkörpert. Ter Wert der übrigen Üluffübrung lag in der vorzüglichen Leistung der Frau Durierix, die die so groß liebende und so klein handelnde Heldin wenigsterls glaubhaft machte. Tas Publikum blieb kalt. Wenn am Schluß der Autor mit einer gewissen Wärme gerufen wurde, so galt diese Huldigung dem Dichter vielgelesener Romane, nicht dem Dramatiker der „Großen Liebe". Dr. P. L. Mainzer Stabttbeater. Aus Mainz wird gc= schrieben: Kapellmeister A. Gort er hat es verstanden, aus Michael Beers beEanntem Drama „Der Pari a" einen bühnei,- mirHamen Text für eine einaktige Oper zu schaffen. Gorters Musik, reich an melodiösen lyrischen und packenden dramatischen Akzenten bot den Tarstellern Frl. Meiuers ui Lemeins ^e Rom . Nb. Bo EZges bej Mn hey r ln unser MKCN jci pM in ( ^.r icstijch L"'kr febmi ^lshos t F'llkom i^.yöoraiqc ^elms bc |S.9rn uni \ lunst rlr”n.5la9£ai 'tri ’Vi'.u äiNger i8r k-X bah LZtt BZ & rntgriuischen icn. Qren- die türkis cren Städten Je ei lei. MOOO^. 1 d-r &<' -eiche W der 9eVl^i ZL BÄ rrK tcrt w«bt wi. r chontenegriniser .impfen, die a •rührt wurden. '•« •gnner aus eiv llf feiten der Tir li bem SchlwW ^Brditza wütet |( ^nippen gegen h "it starken chrittweise und k / wurden genomtojl rinblid). Tod) ji ilt darauf, datz) och nicht feslgejIL er’rfo. ; , der am Zw. c'nngener war, ifa ■ Er besetzte bm 2 Ändern mch a uilpalaft belagert, r Seine Faniiln; rüber wurde in ti Hit, dah Madew! n Versüguiu sich Tiaz den, PiäsP in der Form, it würde er den M sedvch sollen 3s;' e bunbeit orau ■ ' 'J'akro yi'iY r-^p inauct, her mit rt | gen Tiöi zu länint tic Brücken M 3ohn des (Nrd Den Tob feines fe * - gemeldet'. ®; ,t, von dem das i 1 - und mit derMrr ! Uppen, an deren: || m marschintcn, )M -eireiten. Madenrl tern aui eine AW Mänber fcinrcH ich sei, zu ihrem -W Wen, von denen ei-W sand. 11. 3eta«r M- g, 11. 3*; el‘M Ski*"1 inS Garten. r Tierärzte, ekmung ft Äj lichPreuE ich eine begreM Snbc der W AÄ ■i^ä iit6^öu^y ach Sien £arld Tdh^Sd.en M :Ä"d rSjra p, del ’ ? v*„ Ky mird ilt 3q "’n Mark per 1000 kg wie folgt: Weizen (- (- 2) (+ ) ) ) 219 ( (- 0.25), Mai 209.25 (- 5.30), kirchliche Nachrichten NN 52 Rm. Buchen-Neisig Buchen-Knüppel 11 11 der Kreisstraße ist auf 9*3 Eichen- Kiefern- Fichten- 205 210 210 215 (- (- (- 11 11 n 11 2) 1) 5) 3) 1) 2) 3) 1) 4) 3) 1) 3) (- (- (- 3 30 18 11 4 92 47 3 u II II II n n 11 ii 11 n 11 11 1) 1) Eichen- Kiefern- Fichten- Erlen- 1) 3) ) ) 292 380 75 10 4 68 141 Roggen 166 (— 165'//- 5) ) ) ) 173 163 163 163 200 185 195 187 179 165 190 180 195 190 195 178 Frankfurt a. M. Mannheim Straßburg 'JJiimchcii Versteigerung: 61 Nm Buchen-Scheiter 18i*/9(— 182 */3(— 185 (- 182 (— Markttage in Königsberg Danzig Stettin Pofen Breslau Berlin Ptagdebnrg Halle Leipzig Tresben Rostock Hamburg Tnsselborf Holzverfteigerung im Beuerncr Gemeindewald. Donnerstag, den 13. d. Mts., vormittags von 9 Uhr an, kommt in den Distrikten Heegwald, Eichwald und Burghain folgendes Holz zur Getreide-Wochenbericht der Preisberichtsstelle des Deutschen Landwirtschaftsrats vom 4. bis 10. F-ebruar 1913. Tie Situation auf dem Getreidemarkte hat in der Berichtswoche keine nennenswerte Veränderung erfahren. Tie Welt-Ver- jchiffungm waren wieder sehr umfangreich, übten aber keinen Evangelische Gemeinde. In der Ztadtkirche. Mittwoch, den 12. Februar, obenoS 6 Uhr: 2. Pafsionsandacht. Pfarrer Schwabe Gerieh^saal« sh. Darmstadt, 10. Febr. Ein sehr weites Herz und eine überaus große Vorliebe für das weibliche Geschlecht scheint der frühere Bürgerineisler von Klein-Auheim, Adam Meier, zu besitzen, dessen Verneblungen auf sittlichem Gebiete schon verschieocntllch die Gerichte beschädigt hoben. Ter Bürgermeister fiedle (etum 40 ?xälle sind nacbgewicsen) Frauen und Mädchen nicht mißznverslehenbe Anträge, 'und zwar meist dann, lueim sie ihn in seiner amtlichen Eigenschaft besuchen mußten. Tie hiesige Strafkammer Halle sich nun als Berufungsinstanz mit zwei weiteren Fällen zu be'assen. In der einen Sache war "Meier zu 300 Mk. Geldsiraie verurieilt, in der anbereu aber sreigesprocheir worden, weil die Antragsfrist nicht gewahrt ivorden war. Tie Strafkammer sprach den Angeklagten in beiden Fällen frei, weil die Antragsfrist nicht gewahrt worden war. Tamit entfallen für den Freigesprochenen auch die Konen des Verfahrens. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen für Mittwoch, den 12. Febr. 1913: Wechselnd bewölkt, mein trocken, Temperatur wenig geändert, stellenweise nebelig. Beuern, den 6. Februar 1913. Großh. Bürgermeisterei Beuern. Walther. 161 159 162 167 167 170'/, 167 161 165 175 183 Hafer - (- 2081' 189 188 192 197 195 197 193 195 Die Zusammenkunft Beuern—Geilshausen. in einer Längeren Ansprache mitteilte, daß die jurisüsche Fakultät der Universität den Jubilar zum Dr. jur. hon. c. ernannt habe und ihm das Diplom überreichte, eine Ehrung, die auf alle Zuhörer einen tiefen Eindruck machte. Die Mittagszeit war längst vorüber, als die letzten Abordnungen ihre Glückwünsche zum Ausdruck gebracht hatten. Alls Anlaß des 70. Geburtstages hat Frhr. v. Hehl mehrere Stiftungen gemacht. Zum Zweck der Er- riclstung und Unterhaltung eines Erholungsheims für die Arbeiter der Firma Cornelius Hehl wurde ein Kapital von 200 000 M k. gestiftet. Mit bem Bau dieses Heims soll bald begonnen und dessen Verwaltung einem Ausschuß übertragen werden, der aus dem' ältesten Mitglied der freihcrrlichen Familie, dem zuständigen Direktor, dem Kassierer der Krankenkasse und vier Arbeitern besteht. Ein weiteres Kapital von 10 0 0 0 0 M k. wird für die Beamten der Firma geflirtet. Da die seitherigen Aufwendungen der Firma für die Beamten in der Form von Lebensversicherungen, soweit solche nicht schon bestehen, in Zukunft nicht mehr angebracht erscheinen, soll diese Summe den Grundstock bilden, aus dem' im Falle von Invalidität und Alter 3 ufa 6 reute it den auf Grund des Neichs'versicherungsgesetzes für Angestellte gelvährten Bezügen entrichtet werden. Der Stadt Worms hat der Jubilar ferner einen monumentalen Sieg- friedbrunnen gestiftet, der in der Nähe des „Corneliamims" errichtet und von Prof. v. Hildebrand in München ausgeführt werden soll. Hessen-Nassau. A Biedenkopf, 10. Febr Gestern tagte im Ball- bach'scden Saale die 3 4. Vertreter-Versammlung des Kreis-KriegcrverbandeS, die gut besucht war. Neu ausgenommen wurde der Verein Diedenshausen, so daß der Verband jetzt 82 Vereine zählt. Die Gesaintrnitqliederzahl beträgt 3474, darunter 147 Ehrenmitglieder und 310 Kriegsveteranen. Die Rechnung schloß mit 3897,74 Mk. Einnahme und 3859,67 Mk. Ausgabe ab. [] Marburg, 10. Febr. Vom 1. März ab wird die 2trecke Marburg —Kölbe—Schönitadt—Schwarzenborn— Lchwabendors—Albshausen—Halsdorf— Josbach — Lischeid durch eine Auto-Verbindung dem Verkehr erschlossen. v. Frankfurt, 10. Febr. Die Königin Wilhelmine von Holland trat heute mittag 12.28 Uhr mit dem Amsterdamer D-Zug die Rückreise nach dem Haag an. Die Königin wird voraussichtlich am 26. Februar mit der Prinzessin Juliana nach Hohenmark bei Oberursel i. TaunuS zu mehrwöchigem Aufenthalt zurückkehren. w. Biebrich, 10. Febr. DaZ bei ber Familien- Tragödie am Aschermittwoch von seinem Vater durch Beilhiebe schwer verletzte 4 Jahre alte Söhnchen der Familie Heinrichs ist Heftern firn Krankenhause gestorb en. Weltmarktpreise: Weizen: Berlin Pest 'April 196.50 (- 1.55), Paris Februar 223.45 (- 5.30), Liverpool März 169.10 (-(- 1.65), Chicago Mai 145.35 (+ 1.15). Dioggen: Berlin Mai 174.00 (— 0.75). Hafer: Berlin Mai 1.2.z5 (— 1,25). Futlergersle: frei Hamburg unverzollt Südrussi chivim. 136.50 (— 9.50), Febr. 137.75 (- 0.75). Mais La Plata fchwm. 113.50 (- 0.50;. Mixed Jan. 110.00 (- 0.50) Mark. Druck auf die ©fintinung aus, da Argentinien an seinen Forderungen festhielt. Man rechnet am La Plata anscheinend nut weiterer starker Aufnahmefähigkeit Westeuropas, aber auch der Umstand, daß Schiffsraum knapp und teuer ist, spielt eine gewiße Rolle. In Nordamerika beginnen die Zufuhren nachzulassen, und dies sowie Besorgnisse wegen der Saaten trugen dazu bei. die Preise an den amerikanischen Märkten zu stützen. Von Indien wurden diesmal leichte Nichcrschläge gemeldet, die indes als ungenügend bezeichnet toerben. In englischen Fachkreisen beurteilt man die Aussichten für die indische Weizenernte jedenfalls recht ungünstig, und das war auch der Grund, daß sich in England zunehmendes Interesse für Wcißweizen bemerkbar machte. In Rußland ist zuletzt wieder milderes Wetter cingctreten, wodurch die Zufuhr zu den .Häfen neuerdings behindert wird. Die Berichte über den Felderstand in den westeuropäischen Anbaugebieten lauten nicht sonderlich günstig, namentlich in Frankreich gibt das Aussehen der Weizensaaten Anlaß zu Klagen. In nrieroeit die Winteräcker in Deutschland gelitten haben, läßt sich noch nicht übersehen. Ile der Bcrichtswoche herrschte frühjahrsmäßiges Wetter, für dessen Bestand die jetzige Jahreszeit zwar wenig Gewähr bietet, das aber immerhin mit dazu beitrug, die Unternehmungslust unter Truck zu halten. Vom Jnlande zeigte sich in allen Getreide arten stärkeres Angebot, für das nur zu niedrigeren Preisen Absatz zu finden nrar, zumal der Exportbegehr zu wünschen übrig ließ und die Seeplätze ihre Gebote infolgedessen herabsetzten. Es gilt dies besonders für Roggen, der zuletzt auch unter der Konkurrenz der russischen Offerten zu leiden hatte. Letztere stellen sich zwar für Berlin noch zu teuer, machen sich aber insoferrv fühlbar, als der Absatz deutschen Roggens nach dem Rhein dadurch erschwert wird. Verhältnismäßig besser vermochte Weizen seinen Preisstand zu behaupten, zumal wenn es sich um gute Qualitäten handelte. Tem Hasergeschäft hat auch die gbgelaufene Woche keine Besserung gebracht; begehrt ist nur ganz feine Ware, geringe und mittlere Qualitäten blieben selbst zu gedrückten Preisen schwer verkäuflich. Von dem inländischen Gerstenangebot geht manche zu Brauzwecken geeignete Partie als Futterware fort, da die Brauereien und Düälzereien fast nichts kaufen. Russische Gerste war vernachlässigt und in schwimmender Ware bis 10 Mk. billiger. Mais hatte bei behaupteten Preisen ruhigen Verkehr. Es stellten sich die Preise für inländ. Getreide am letzten stellt und i-n Zukunft jährlich 2000 Mk. betragen wird. Die Stadtverordneten beschlossen in der letzten nicht öffentlichen Sitzung, den Fehlbetrag aus der Stadtkasse zu decken. ** Stadttheater. Herbert Eulenbergs Liebesstück „Bel in de", das am Donnerstag als Gastspiel des Friedrich Wilhelmstädttschen Schauspielhauses in Berlin hier zur einmaligen Aufführung gelangt, hat am Deutschen Theater in H ambu r g einen außerordentlichen Erfolg davon- geträgen. Die Tttelrotle spielt Lissi Nordau eine für die schwierige Rolle der Belinde besonders prädistinierte Schauspielerin, die als „Judith", „Salome", „Elektra", „Hilde Wangel" usw. in Berlin und anderen Großstädten starke Erfolge hatte und bereit Darstellung der „Belirckre" von der gesamten Presse übereinsttmmend als hervorragend bezeichnet wird, liebet die Aufführung des mit dem Bolks- schillerpreise gekrönten Werkes schreibt die Kreuzzeitung: Es ist Eulenbergs bestes Werk und eines der besten von denen, welche die wenigen Dichter der Gegemvart geschaffen haben. Es wurde ihm ein tiefer und reiner Erfolg zuteil. " HülfSzng. Ter auf dem Gießener Bahnhof ilatw- niertc HülfSzng luurbc am Samstag abend zur Probe alarmiert und nach Station Ba d-Ra u hei m gerufen. Dort wurde der Zug von einigen Mitgliedern der Eisenbahn- Tirektion Frankfurt a. M. erwartet. Die Herren ließen einige Hebungen im Ein- und AnSladen von Verletzten vornehmen und sprachen sich zum Schluß sehr lobend über das rasche (Suitvcffen des Hilfszuges, sowie die sichere und gewandte Ausführung der Hebungen aus. Der Hülfszng wurde außer der dazii gehörigen ausgebildeten Sanitätsinannschast von Eisenbahndlrektor Zimmermann, RegierungSrat Stöbler, sowie den Sanitätsräten Dr. Käß und Dr. Zinßer von hier begleitet. ** Daß der Schlagring, auch wenn er von Frauen geführt wird, eine gefährliche Waffe barstellt, hat gestern abenb eine Frau am Reuenweg bewiesen. Sie geriet mit einer Mitbewohnerin des Hauses in Streit und schlug sie mit dem Schlagring nieder. Auch den Ehemann der verletzten Frau trieb sic damit in die Flucht. Ein gerichtliches Nachspiel wird die Folge sein. Landkreis Gießen. Lich, 9. Febr. Zum Besten des Roten Kreuz-Vereins veranstaltete die Leitung der hiesigen höheren Mäbchen- schule heitte nachmittag in der Turnhalle die Aufführung Eichen- „ Kiefern- „ Fichten- „ Buchen-Stock Eichen- „ Kiefern- „ Fichten- , zweier Theaterstücke mit Gesangs- und Gebichtvorträgen. Alle Mitwirkenben, zu benen auch die Prinzessinnen von Hohensolms-Lich zählten, ernteten für ihre durchweg sehr guten Leistungen reichen Beifall. Das in Anbetracht des guten Zweckes außerordentlich erfreuliche finanzielle Ergebnis foll zur Einrichtung einer Hilfsstation in Lich Der- tvenbung finden. 4- Birklar, 11. Febr. Heute beging bas Gutspächter Brückmannsche Ehepaar hier bas silberne Ehejubiläum. Die weit bekannten unb allgemein beliebtet. ubilare empfingen zahlreiche Glückwünsche unb prachtvolle Blumenspenben. Kreis Büdingen. h Büdingen, 10. Febr. Im Bauer'schen Stein- brnch lösten sich größere Gest ein Sm assen ab und stürzten in die Tiefe. Dabei wurde der Steinhauer M e n g e S lebensgefährlich verletzt. Kreis Friedberg. i § Bad-Ran hei m, 10. Febr Der junge Mann, der am Freitag am Frauenwalde einen Selbstm 0 rd - versuch machte, indem er sich drei Schüsse beibrachte, ist im Krankenhause an den schweren Verletzungen gestorben. — Rieder-Erlenbach, 9. Febr. Der im 74. Lebensjahre stehende Gemeinderechner und OrtsgerichtSvorsteber Friedrich Stoll beabsichtigt —nach über 30jähriger Dienst.zeit — am 1. April d. Js. seine Aemter aus Gesundheitsrücksichten niedcrzulegen unb in den Ruhestand zu treten. Starkenburg und Nheinhessen. m. Offenbach, 10. Febr. Ein Einbrnchsbieb- st a h l würbe in Mühlheim int Frankfurter Hof verübt. Ein Gast benutzte eine kurze Abwesenheit ber Wirtin, um aus einem im Nebenzimmer stehenbeit Vertikow 65 Mk. zu stehlen. Mit bent gestohlenen Gelbe bezahlte er seine Zeche unb oerschwanb. In seiner Begleittmg befaub sich ein gewisser Sanbmann, ber fifticrt würbe, aber wieber auf freien Fuß gesetzt werben mußte, ba ihm nichts be- lastenbes nachgewiesen warben könnte. Als Täter vermutet man einen in ben 20er Jahren stehenben Mann, ber sich unter bent Namen Kaiser einige Tage in Mühlheim aufhielt unb sich burch größere Gelbausgäben verbächtig gemacht hat. Offenbar hat er sich nach Frankfurt begeben. — Nach einer1 Melbung bes Meldeamts betrug die Einwohnerzahl .von Offenbach 79 492. — Am Tag der Arbeitslosenzähluna waren 416 Personen ohne Arbeit unb Verbienst. 1909 betrug bie Zahl ber Arbeitslosen 885, 1910: 289 unb 1912: 591. Mainz, 10. Febr. Bischof Dr. Gg. Hch. Kirstein teilte in ber gestrigen Fastenprebigt mit, baß er im April in Gemeinschaft mit an bereu beutschen Bischöfen eine Romreise antritt. Rb Worms, 10. Febr. Die Feier des 7 0. Geburtstages des Wormser Neick,>stagsabgeordneten Wirkt. Geheimerat Frhrn Hehl zu Herrusheim vollzog sich heute unter einer so großen Fülle von Ehrungen und Sympathiebeweisen, tote sic in unserer scstcfrohen alten Reickisstadt wohl fanm jemals bagetoci'en sein durften. Am frühen Morgen l)errfchte cm regerer Verkehr in der Stadt. Die Eisenbahnzüge bradyten eine große »Schar festlich gekleideter Bewohner aus der Hm^egend, uniHnele Häuser schmückten sich mit Fahnen. Auch an der hohen Front des Heylshofs wehten zwei mächtige Banner tn den hestuchen Laudessarben den Herbeikommenden bei herrlichem Sonnenicheui den Wiltlommcngrnß zu. Tie Feier begann um 8 Hhr durch den Choralgcsang: „Tic Himmel rühmen" und durch weitere Vorträge des Gesangvereins und des Jnstrumrntalveretns ber Firma Cornelius Heul. Dann begann der Anmarsch der zahllosen Vertretungen uiid Einzelgrattüanten. Zuerst erschien eine 25 köpsige Arleiterdeputation unter Führung des Lacklermeisters Hofmann, die eine kunstvolle Adresse überreichte. Eine Abordnung per Beamten der Firma überbradste mit ihrer Gratulatton ein sinniges Gclurtelagsangcbinde. Weiter erschien eine Deputation der Landwirte im Kreise Worms und Heppenheim, deren Sprecher, die Abgg. Finger und Best, aus jedem Ort und Kreis Proben des köstlichen 191 Ir. Weines überbrachten. Abg. Finger wies darauf hin, daß die verfd>iedencn Orte ihre Produkte in althergebrachter Weise als Symbol der Treue und Verehrung überbrächten, aber auch Mgleid) ilyrcnt; verehrten Reickstagsvcrtreter für feine fast 40jährige, uncrmüdlidyc und uneigennützige Tätigkeit im Interesse des engeren Heimatlandes herzlichsten Dank aus- drücken wollten. Weiter ersd)ienen Mordmmgen des landwirt- sdyaftlichen Tänzchens und des Bundes ber &mbnnrtc und zahlreicher anderer Vereine und Verbände aus Stadt und Laiw. Eine Deputation der Stadt Worms mit Oberbürgermeister Kohler überreichte mit herzlichen Tankesworten ihrem Ehreiibürger eine künstlerisch ausgestattete Adresse, desgleichen die Stadt Oppenheun, eine Abordnung der Gemeinde Herrnsheim überbrachte me Ernennung zürn Ehrenbürger. Wecker erschien unter Führung des Abg. Dr. Osann eine Abordnung des Landesausschusses ber hessischen nationalliberalen Partei, unb daran anschließend viele Wormser Vereine mit Ehrungen verschiedenster Art. Die Wormser Fisdyerkorporation überreichte einen bekränzten lebenden Riesen- karpsen. Die Erste Kammer der Landstände hatte eine telc- graplnsche Beglückwünschung gesandt und int Namen des Präsidiums überrcidytc später noch Frhr. Riedesel zu Eisenbad) ein prächtiges Blumenarrangement. Im Namm der hes- ischen Handelskammern übersandte das Mitglied der Erstm Kammer, Geh. Kommerzienrat Dr. Bamberger eine warmherzige Begrüßung. Immer wieder folgten neue Abordnungm, und der Zudrang war bald so groß, daß sämtliche unteren Räume des Heylshofes kaum ausreichtm. Ter Jubilar, der die Gratulantm im Kreise seiner Familie cnipsing, wurde uicht müde, dm Glück- toünsdimdeii zu danken. Inzwischen waren Hunderte von Tele- grammm und Gkückwunschschrechen von auswätts eingelaufen, so vom Großherzog, vom dmtschm Kronprinzm aus Danzig, vom König nnd der Königin von Württmtberg, von den drei Ministern und zahlreichm Korporattonm. Weitere Abordnungen des Ernst-Ludtoig-Vereins, des Altertumsvereins, des Teutsdyen Sprachvereins, des Womtser Gymnasiums' der Oberrealschnle uss. und endlid) nody erschien eine solche der juristischen Fakultät der Landesuuiversität, ber en Sprecher, Geh. Justiz rat Pros. Dr. L c i st Vermischtes. — Hilfe fü r die deutsche Spitzbergenexpedition. Unter dem Vorsitz des Hofmarschalls von Breitenbuch hat in Berlin eine gemeinsame Sitzung des Berliner und des Frankfurter Hilfskomitees für die dcutschm Forscher im Polareis stattgefunden. Der Frankfurter Vorschlag, eine Schiffsexpedition nach der Nordwestecke Spitzbergens auszurüstcn und von dort aus Schlittenreisen vorzunehmen, wurde angenommen. Es ist beabsichtigt, sobald die nötigen Mittel flüssig sind, ein Schiff zu chartern oder anzukaufen und Anfang März die Expeditton anzutreten. * Straßenkampf. Aus Dan^ia, 10. Febr. wirb gemelbet: Ms gestern ab end in Pelplin bei Dirschau mehrere Arbeiter, bie wählrenb einer Streitigkeit ein Gastlokal bemolierten, auf beni Marktplatz verhaftet werben sollten, st ü r z te n etwa 50 bis 60 Mann auf ben erschienenen Genbarmeriewachtmeister unb Amtsbiener. Die Beamten zogen bie Säbel, würben jeboch mit Füßen getreten. Der Amtsbiener erhielt einen Messerstich. Als bie Menge weiter auf bie Beamten einbrang, mußte ber Genbarmeriewachtmeister, nachbem er bie Angreifer vergeblich gewarnt hatte, von seiner Schußwaffe Gebrauch machen, wobei er ben „Danziger Neuesten Nachrichten" zufolge bie beiben Hauptschreier, ben Arbeiter .Heron unb oessen Schwager erschoß Ein Dritter, ein Brüher Herons, erlitt schwere Säbelhiebe. Kleine Tagerchromk. Die Literarisch-Dramatische Gesellschaft in Brüssel, die sich die Aufgabe gestellt lyat, regelmäßig in Brüssel deutsche Theatervorstellungen durch deutsche Theatertruppen zu ver- austaltm, hat geftem abend mit einer Aufführung von Gerhard Hauptniamtd „Biberpelz" ihre Vorftellungm eröffnet. Das Stück wurde von Künstlern des Stadtthcaters in Elberfeld gespielt. Der Erfolg war ein über alles Erwarten günstiger. Bei einem Tanzvergnügen in Eastellina bei Siena stürzte plotzlick) der Saal des erstm Stocks ein. Ein junges Mädchen wurde erschlagen, dreißig Personm schwer verletzt. _________________________________ (- ) (4- 1) (- 4) (- 5) (~ ) (- 2) (- 3) (- 2) (- 2) (- 3) (- ) (- 2) (- ) Letzte Nncbrichten. Aus der Hessischen Zweiten Kammer. bs. Darmstadt, 11. Febr. Um 10,30 Uhr eröffnet Präsident Köhler die Sitzung der Zweiten Kammer und gebenft in einer kurzen Ansprache des verstorbmm Geheimerates Haas, zu dessen Andenken sich die Abgcordnetm von ihren Sitzm erheben. — Die Besprechung einer ganzen Reihe kleiner Anfragen wird bis nach ihrer Drucklegung verschoben. Das englische Luslfchiffahrtsgesetz. London, 10. Febr. Unterhaus. Die zweite Lesung des Gesetzes zur Regelung der Lustschiffahrt wurde angenommen Der Staatssekletür des Kriegsamts, Oberlt Seely, erklärte, die Bill richte sich natürlich nicht gegen irgend eine fremde Macht, sondern solle boshafte Menschen verhindern, über Plätze zu fliegen, wo Brennmaterialien liegen. H a u t j u ck e n ist meist eilte Folge von beginnendem oder schon vorhaudmem Aussclylag, Flechten, Furunkeln, Entzündungen usw. Viel gerühmt wird in neuester Zeit „Saluderma", das man nach Vorschrift der Gebrauchsanweisung ziemlich dick auf die juckenden Stellm aufträgt, wodurch nicht nur das Jucken zumeist, sofort verschwindet, sondern auch das beginnende Hautübel im Keime erstickt resp. ein schon vorhandenes schnell beseitigt wird. Jede Apotheke und Drogerie führt dieses Aiittel._________ab u/g Erfolg überzeugt! Ich war infolge Ueberarbcituna nervös und körperlich geschwächt unb nahm daher auf Anraten meines Arztes zur Stärkung Bivfon. In meiner Vieroofität trat eine wesentliche Besserung ein. ich bekam eine gesunde Gesichtsfarbe unb erfreute mich balb eines kräftigen Avvetits. Pforzyeim, Rnbolfstr. 1, M aria Blös ch. Unterschrlfi beglaubigt: 31. Oktober 12, Notariat I Pforzheim. Biofon, Blechdose (cn. */; kg) Mk. 3 — erhältlich in Avotheken, Drogerien. 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Februar, der Stadtkirche Missa solemnis von Beethoven für Soli, gemischten Chor, Orchester (Meininger Hofkapelle) und Orgel. Finfriftclrartpn ä Mk.5, 4. 3, 2.50(Mk.2 nur in der Kirche.). Studentenkarten Mk. L EilIllllUbKdl Leu j^g-Zur Hauptprobe“^ (nur für das Kirchenkonzert) Mk.l.oO, 1.- (nur für Mitglieder), Stucientenkarten 75 Pfg., Schülerkarten 50 Pfg. sind in der Musikalienhandlung von Ernst Challier (Rudolphs Nachf.l, Iclephon b/1. füll Studierende auch bei Herrn Hausverwalter Ritter zu haben. I ür das Kirchcn-f konzert und Hauptprobe vom 15. Febr. ab auch bei Herrn Hubert Heinz, gegenüber der Stadtkirche. Bestes Kosmetikuni ■ d.Welt.7.PHesed.büße. P Kein Wundlaufen. W kein Geruch mehr. H Von ärztl.Autori tätsehr ■ empfohl. 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