Rr. 264 Zweites Blatt 163. Jahrgang Erscheint »glich mit Ausnahme des Sonntags. /V ? . D'e „Siebener Zamilienblätter" werden dem ll|l Ä< Bj Ar| 9 B gg ÄT T O äZ g .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das Xl 9 ■ M B l'L ^/Ä, IR 1 E RLB Bl, £L „Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal ▼V 11 H V W V V ■ V V V v wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- — tragen" erscheinen monatlich zweimal. General-Anzeiger für ©berufen Montag, P. November 1913 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schea UniversitätS»Buch- und Steindnickerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag ■ e=^ 51. Redaktion: e-^112. Tel.-Adi.: Anzeiger Gießen. Schutz vor der Gemütlichkeit und der preß«! Aus Berlin wird uns berichtet: Aus Anlaß der Rektoratsübergabc an der Berliner Handels -Hochschule, die am Samstag mittag in Anwesenheit verschiedener Ehrengäste, darunter des Polizeipräsidenten v. Jagow und des Reichstagspräsidcnten Kaempf als Vertreters der Aeltesten der Kaufmannschaft vor sich ging, hielt derncueRcktorProf essor Dr. Eltzb ach c r die übliche wissenschaftliche Ansprache, in welcher er die Frage zu beantworten suchte, ob nicht das Privatleben eines stärkeren Schutzes gegenüber Oeffentlichkeit und Presse bedürfe. Der Redner führte u. a. aus: Es hat keine Seit gegeben, in der sich das Leben so in der OeffeMlichkeit vollzog, wie in der Gegenwart.. Ewig ist einmal das JMeresse des Menschen am anderen Menschen und in dem heutigen Kampf ums Dasein ist der einzelne mehr denn je genötigt, sich vorzudrängen, die OeffeMlichkeit aufyufud)cn. Am meisten tritt uns die herrschende Macht der Oeffentlichkeit in der Presse zu Tage. Sie bringt so viel Neuigkeiten, daß man sagen kann: die Oeffentlichkeit tötet die OeffeMlichkeit. Tic Presse bringt aber auch allerlei Mitteilungen aus dem Privatleben, z. B. von der Krankheit einer Prinzessin, und knüpft daran die peinlichsten Erörterungen. Tag für Tag sehen wir, daß der Haß minderwertiger Persönlichkeiten andere Leute in die Oeffentlichkeit zieht. Wer aber, in seinem bürgerlichen Dasein verwundet oder vermchtet, den Schutz des Rechtes anrufen will, der erfährt, daß es einen solchen Schutz nicht gibt. Man kann aber nicht von der Unverletzlichkeit der Person reden, solange dieser Schutz fehlt. Der Begriff der Unverletzlichkeit hatte zunächst nur für die Männer Geltung. Ausgeschlossen waren die Unfreien, die Frauen und Kinder, über die der Hausherr das Verfügilngsrecht hatte. «Stn Christus mit seiner Lehre: alle Menschen sind -drüder hat bie Unverletzlichkeit der Person zu einem allgemeinen Memchenrechte gemacht. Es hat 2000 Jahre gebraucht, um diese Lehre zur allgemeinen Geltung zu bringen. Es war die franzönschc Revolution, die sie leugnete, sich aber doch zu eigen machte. Heute nt m5 Recht der Unverletzlichkeit ein sehr reich ausgestaltete-- Recht: Wir sind nicht nur gegen Körperverletzungen, 1 andern gegen alle möglichen Handlungen, die unser Leben nur gefährden kennen, gegen seelische Schädigungen, Beleidigungen usw. geschützt, .jn gewissem Sinne genießen.wir auch einen Schutz gegen HineiN- ßerrung unseres Lebens in die Oeffentlichkeit. Der JKrst bie Hebamme, der Beamte dürfen nichts in die Ocsfcntlichkcit bringen, Naü ihnen in ihrem Berufe.anvertraut worden ift_ Die Unverletzlichkeit der Person ist demnach eine großartige L-chovmng des Rechtswesens. Sie hat .freilich Lücken, namentlich inbezug auf mangelhaften Schutz des Privatlebens her OeffeMlichkeit. Wer ein fremdes Geheimnis auch aus unsittlichen Gründen an btt Oeffentlichkeit bringt, der handelt heute rechtmäßig, trotzdem sich unser ganzes Innere dagegen sträubt, daß das Privatleben in den Strudel der Oeffentlichkeit gestoßen wird. Gewiß muß da- Privatinteresse zurücktretcn vor dem Wert der freien Rede und einer freien Presse, die zu den. sichersten Düegschasteneines Kultur- volks gehören. Wir müssen daher den Schutz vor der Oeffentlichkeit so gestalten, daß er nicht zur Knebelung der Preß- freiheit mißbraucht werden kann. Freie Preise und Pr^tz- freiheit sind uns so sicherer Besitz, daß wir ruhig daran teuren dürfen, ihnen vernünftige Grenzen zu ziehen. Wir schranken ja auch die Berichterstattung ein, wenn cs sich um Geheim- nisse der Landesverteidigung handelt. Genau so berechtigt und wir, uns gegen bösartige Klatschereien und die Niederträchtige Ausbeutung fremder Gcheirnnuic zu:wehren. Nu» ist die öffentliche Meinung eine Macht, vor welcher der Uebeltater mehr wie vor jedem anderen Richter zittert. Surfen wir es wagen, die Macht dieses Richters zu schwächen, indem wir private Tatsachen seinem Urteil entziehen. Die Macht der osjentlichen Mev. nunq ist nicht immer eine segensreiche Macht, sie ist cm Richter, aber oft ein beschränkter Richter,, sie nimmt eine Tatsache, ohne das ganze Leben ins Auge zu fassen. _ . Gin Staatsmann, der noch .so viel Verdienste hat, ist für bie öffentliche Meinung erledigt, wenn er einmal einen Fehler begeht Dabei kennt die öffentliche Meinung auch keine Belehrung. Es ist' deshalb gerechtfertigt. Grenzen zu setzen, damit mcht jeber Mensch aus irgendwelchen $rünbcn urner Privatleben vor den Richterstuhl der öffentlichen Meinung bringen kann. Der Empfindlichkeit kann Rechnung getragen werden, ohne daß man m, die Gefahr der Verweichlichung verfällt. Wtr verachten den, der lerne fotttmftcn Geheimnisse preisgibt, wie wir das letzthin an der geschiedenen Frau eines Königs gesehen haben Nun kann aber San jede private Mitteilung die Strafbarkeit geknüpft werden, d!nn das wäre eine schädliche Knebelung der öffentlichen Mei- mma und der Presse. Die Rcichsgefetzgebung hat sich m den Ichten Jahren bestrebt, einen größeren Schutz des Privatlebens Mizuführen und HM drei Veriuchc hierzu gemacht. Diese dreiV er suche l>aben einen Grundgedanken: sie verbieten die Mi.- teilimg einer ehrenrührigen Tatsache, die das öffentliche ^utcr- rr j-. i. berührt gleichviel, ob sic wahr ist oder nicht. • Dieic W°rschlSg?Mmm di- sittliche Macht der össcntlichm Meinung unb enthalten einen gefährlichen Eingriff nt bw P^lrcthcit. 55, AnftTnhiae Presse muß selber darüber befinden können, ob eine unehrenhafte Handlung aus öffentlichem ämeresie erörtert nn fnrr nK<>r nicht Es muß allo em anderer Weg gesucht wrnden Nicht^der Eingriff in das Privatleben soll eine Rolle sondern die niedrige Gesinnung aus der heraus dch Mittag aus dem PrivMleben erfolgt. Wenn cm minder- merftaer Ämngsfchreiber, um Schweigegeld zu bekommen Mit- Sn aS dem privaten Leben eines großen Industriellen 1 •>■« Mprffnfit das gegen die guten Sitten. Em Ehrenmann btrr'm all einen Freibrief für skrupellose Gegner so" W man die Preßfreiheit nicht zii bc- Der Redner macht dann den Vorschlag, eine neue Straf- tradftert Ser Jt er^t Inhaltes: Wer entgegen den guten Mitteilungen ^aus dem Privatleben eines anderen verofsent- mit Geldstrafe bis zu 10 000 Mark oder mit Gefängnis Äutad fahren bestraft: die Verfolgung stritt nur auf.Antrag b-E Wecker befürwortete der Redner eine Erweiterung bcy ?R47~1r(MS dahin, daß der Verletzte Nicht nur für den mate- § 847 B-G.^oapi ^^len Sclfadcn erfatzbercchtigt sÄ^-ll Di^ÄAsMrÜngcn be3 Rektors wurden mit grobem ^^We^^eb°cn"die Ausführungen in solcher Länge wieder. &ÄÄ "'S ÄÄÄWfe der Pr-sf- in M« Art find viel seltener. Uepsen. Eine Einigung im Finanzausschuß über die Steuervorlage. rb. Darmstadt, 9 Nov. Tie Verhandlungen über die Defoldungsvorlagc sind bestem Vernehmen nach im Finanzausschuß der Zweiten Kammer soweit gefördert worden, daß ihr Abschluß als unmittelbar bevorstehend gelten kann. Es ist jetzt im Ausschuß in allen wichtigen Punkten eine Einigung erzielt worden. Der Ausschuß wird darnach sich mit dem Wegfall des Doh - nnngsgeldes einverstanden erklären und dafür die vor- geschlaaenen Gehaltssätze um einen gleichmäßigen, mittleren Zuschlag erhöhen: den Beamten in den Städten soll eine nichtpensionsfähige Dienstzulage gewährt werden. Einer der wichtigsten Beschlüsse des Ausschusses ist die Gleichstellung aller akademisch gebildeten Beamten mit den Richtern, so daß die Höchstgehälter der Akademiker sich auf 7000 Mt. stellen werden, wozu dann für alle noch der Ersatzzuschlag für das weg- fallende Wohnungsgeld und die Dienftzulage für die Beamten in den Städten kommen. Weiter hat der Ausschuß beschlossen, eine günstigere Anrechnung der Besoldungsvordienstzeit in die Wege zu leiten. Die Verständigung ist zunächstin der am Samstag vormittag ab- gehaltenen Sitzung des Unterausschusses erzielt worden- und die einzelnen Punkte werden dem Finanzausschuß am nächsten Dienstaa zur Bestätigung vorgelegt werden. Das größte Interesse dürfte jetzt die Frage in Anspruch nehmen, wie sich die Regierung zu dem Wegfall des Wohnungsgeldes stellen wird, da sie bisher sich prinzipiell für die Deivehal- tung des Wohnungsgeldes ausgesprochen hat. Sur StaitverertueteuWahI in Siefcn g. Gießen, 10. Nov. Der Verein der Fortschrittlichen Volks Partei hatte feine Mitglieder zu einer außerordentlichen Hauptversammlung am Samstag abend ins Hotel Einkwrn geladen, nm zu den Stadtverordnetenwahlcn Stellung zu nehmen. Gest. Justizrat Metz erinnerte in seinen einleitenden Worten an das bei den letzten Rcichstagswahlen zwischen den beiden liberalen Parteien geschlossene Kompromiß, das sich auch bei den Landtagsund den Stadtverordnetenwahlen zu bewähren habe: durch die Mitwirkung des Bürgervereins und der Bezirksvereine Nordost und Südwest brauche keine Acnderung einzutreten. Vor drei Jahren sei zwar das Zusammengehen mit der Nationallib. Partei gescheitert, aber diesmal habe ein Ausschuß der Fortschr. BolksPartei mit einem der Natiowallib. Partei perl/andelt, und es sei auf folgender Basis eine Einigung erzielt. An Stelle der ausschcidcnden Stadtverordneten werden Herren derselben politischen Richtung vorgeschlagen. Es seien daher acht fortschrittliche und sieben nationalliberalc Kandidaten zu unterstützen. Außerdem seien die Mandate Krumm und Troß fällig. Obwohl es mit den Sozialdemokraten zu keiner Wahlverständigung gekommen sei, möchte die fortschrittliche Partei Herrn Krumm, falls er wieder kandidiert, unterstützen. Hiermit sei auch die Nationallib. Partei einverstanden, wie auch evtl, mit der Aufnahme eines weiteren Sozialdemokraten in die gemeinschaftliche Kandidatenliste. Auf den ft-eiwerdenden Sessel Troß wolle man im Interesse der katholischen Mitbürger Herrn DmtSgerichtsrat Wach- t e l heben. Als Kandidaten der Fortschrittlichen Volkspartei schlage der Vorstand folgende Herren vor: Franz Brück (auch dem Bürgervcrcin genehm), Architekt HanS Metzer (tüchtiger Bausachverständiger), E. H. Mülle' (Vertreter des Handwerkerstandes, Mitglied des Nortwstvereins), Konimcrzienrat Ad. Noll ^Vertreter der Großindustrie!, Aug Noll II. «Vertreter dcS Kleinhandels), Will). Plank (seither schon bewährter Stadtverordneter), Lehrer M. Fischer (Vertreter des Volksschulwesens, auch vom Lehrerkollegium, als Vertrauensmann bezeichnet! und K. Zorn (Vertreter der Arbeiterschaft und der Klcinbeamten, Vorsitzender der Ortsgruppe Gießen des Reichsvereins liberaler Arbeiter und Angestelltem. Zum Schluß betonte Herr Geh. Justizrat Metz, daß es ein unmögliches Ding fei, Kandidaten zu finden, die jedem genehm seien: er bitte die Versammlung daher, den Vorschlägen des Vorstandes zuzustimmen, auch ;u bedenken, daß man nur über eigene Kandidaten zu beftnden habe. Es gehe nicht an, wenn eine der liberalen Parteien der anderen vorschreiben wolle, wen diese aufzustellen habe und wen nicht. Vor allem aber sei das Gesamtwohl der Stadt zu erstreben. Herr Pros. Urstadt schlägt r-vr, die Verhandlungen in drei Teile zu zerlegen: 1. Grundsätzliche Entscheidung über da? Kompromiß mit den Nationalliberolen und über die Ueberlassung zweier Mandate an je einen Sozialdemokraten und Katholiken. 2. Wahl der fortschrittlichen Kandidaten. 3. Meinungsäußerung über die zu erwartenden nationalliberalen Vorschläge, Geltendmachung etwaiger Wünsche usw. Auf eine Beschwerde des Herrn In der- t h a l erwidert der Vorsitzende, daß der Verein selbstverständlich nichts gegen die Hausbesitzer habe, ständen doch ihrer sechs auf der Liste: gegen Herrn Jndcrthal habe lediglich das Bedenken Vorgelegen, daß er Vorsitzender des Hausbesitzer-Vereins und als solcher stark agitatorisch tätig sei. Herr Stieber erhebt schwere Bedenken gegen den von den Nationalliberalen vermutlich auf- zustellenden Herrn Wenzel. Dieser sei Antisemit und könne als solcher unmöglich Unterstützung durch entschieden liberale Männer finden. Aehnliches erklärt Herr Leopold Meyer. Bei aller grundsätzlichen Zustimmung zum fortschrittlich-nationalliberalen Kom- vromiß müsse man von der Nachbarpartei, verlangen, daß sie nur eingeschriebene Mitglieder Vorschläge. Der Vorsitzende beruft sich auf die wiederholte, bestimmte Versicherung der nationalliberalen Parteileitung, die ihn ersucht habe, das zum Ausdruck zu bringen, daß Herr Wenzel liberal, nicht Antisemit sei. Ihm schließt sich Herr Dr. Ebel an; das Kompromiß sei geschlossen und müsse bedingungslos gehalten werden. Tie Nationalliberalen würden sich ja ins eigene Fleisch schneiden, menn sie einen Gegner ihrer Partei erwählten. Selbstverständlich sei der Vorstand bereit, die geäußerten Bedenken den National- liberalen vorzutraaen. Aber man solle an dieser Frage nicht das ganze Bündnis scheitern lassen. Nach längerem Für und Wider wird der erste Punkt des Vorschlags des Vorstandes unter dem Dorbehal t genehmigt, die Kandidatur Wenzel bei Punkt 3 weiter zu erörtern Sei Punkt 2: Wahl der eigenen Kandidate n, wurden unter den verschiedensten Begründungen auch noch folgende Herren als geeignet zum Stadtverordneten genannt: Lehrer Val. Müller, Carl Frensdorf, Jnderthal, Wilh. Hornberger, Architekt Sculing. Es kommt zur schriftlichen Wstimmung. Das Ergebnis ist folgendes: Von 120 abgegebenen Zett ln haben Stimmen erhalten die vom Vorstand vorgeschlagenen Herren Zorn 99, Fischer 97, Meyer 92, E. H. Müller 86, Ad. Noll 79, Plank 76, A u g. Noll II. 72, Brück 70. Von sonstigen Stimmen freien auf die Herren Frensdorf 59, Jnderthal 36, Hornberger 22, Val. Müller 13. Damit ist die Vonsch l a g s l i st e des Borstandes mit überwältigender Mehrheit genehmigt. Hieraus kommt zur Sprache, ob das Bündnis mit d e it Nationalliberalen vorbehaltlos oder unter gewissen Bedingungen zu genehmigen ist. Die Bedenken gegen die politische Persönlichkeit des Herrn Wenzel erneuern sich von verschiedenen Seiten. Herr Weil erklärt sich für bevollmächtigt, anzuzeigen, daß die Sozialdemokratie zu Heiterem Entgegenkommen, unter Umständen selbst zu einem Zusammengehen mit den Nationalliberalen, bereit sei. Er schlägt vor, die Versammlung wolle beschließen, daß der Vorstand der Fortschrittl. Volkspartci den Vorstand der Nationalliberalcn Partei dringend ersuche, zwei weitere Sozialdemokraten auf die Kandidatenliste zu setzen, so daß ein Kompromiß der drei politischen Parteien zustande kommt. Der Vorsitzende erwidert, daß der Vorstand ohne vorherige eingehende Beratung zu derart neuen Anträgen keine Stellung nehmen könne. Er verspreche sich von einem solchen Vorschlag, der bei der jetzigen Sachlage fast eine Belei digungderNatl. Partei bedeute, nichts Was würde Vorredner lagen, wenn uns eine solche Bedingung gestellt würde! Auch Herr Bros. Vogt hält die Grfiärung für wenig glücklich. Der Vorstand sei bann gezwungen, in Verhandlungen zu treten, die keinesfalls von Erfolg gefrönt fein dürften. Daß die National- libeialen auf ein ihnen offenbar zustehendes Mandat von vornherein verzichten, könne man ihnen nicht zumutcn. Wie _bic übrigen Herren deS Vorstandes ist auch Herr D r. Ebel überrascht und'befremdet, daß sich Herr Weil zum Sprackwohr sozialdcmv- kiatischer Wünsche nrad)c. Warum wende sich jene Partei nicht direkt an den Vorstand! Warum trete sie mit solchem Anliegen erst heute, am Tage der Generalversammlung, hervor! Herr Weil zieht schließlich seinen Antrag in der Erwartung zurück, daß der Vorstand sei« Schuldigkeit auch so voll unb ganz tun werde. Auch Herr L e o p. Mayer läßt seinen Antrag, Anerkennung des Bündnisses mit den National- liberalen, nur unter der Bedingung, daß die betressenden Kandidaten auch wirklich der Natl Partei angeffören, fallen. Dagegen findet ein Antrag des Herrn Boeck Annahme durch eine große Majorität: „Die Versammlung beschließt, den Vorstand zu ersucheft, bei dem Vorstände der Natl. Partei mit Entschiedenheit darauf zu wirken, daß von ihr an Stelle .des H er r it Wenzsl einem- geschriebenes Mitglied der Natl. Partei als Kandidat für die Stadtverordneten-Wahlen borge- schlagen werd e." Mit dem Wunsche hes Vorsitzenden, die Mitglieder der Partee möcktten nun auch bei den Wahlen ihre volle Schuldigkeit tun, schließt die Versammlung nach 12»/, Uhr nachts. Aus Stafcf und Cattfc* Gießen, 10. November 1913. Die Martinsgans. Der heilige Martin, dem der 10. November geweiht ist, ist der Schutzpatron der reuigen Sünder, der Fruchtbarkeit, der Hirten, Herden und — Gänse. Die Sitte, am Martins- tage den leckeren Vogel zu verspeisen, ist weit über Deutschland, England und Skandinavien verbreitet. Auch in der Bischofsstadt St. Martins, in To u r s, hält man daran fest. Schon in den frühesten Darstellungen wird der Heilige mit der Gans abgebildet. Ueber die E n t st e h u n g der Sitte des Gänseessens am Martinstage berichtet die Legende, daß die Gänse den Heiligen durch ihr Geschnatter beim Predigen gestört hätten, wofür er sie schlachten und verspeisen ließ. Andere berichten, er habe sich hinter Fässer versteckt, als man ihn zum Bischoftum abholen wollte, sei aber von Gänsen verratest worden. Urkundlich wird der Sitte aus Mitteldeutschland 1171 zum erstenmal Erwähnung getan. Gilden und Gesellschaften feierten bei Schmaus und Trank das Martinsfest, wobei die Gans nicht fehlte, ein Brauch, der heute in Vereinen in rascher Zunahme begriffen ist. Beim Gänseschlachten erhält die Jugend die Luftröhre oder den „Kijak", auf welcher das Gänsegeschrei nachgeahmt wird. Man trocknet den Kijak, tut Erbsen hinein, biegt ihn kreisförmig und benutzt ihn dann als Garnwickel. Für das G ä n s c o r a k e l ist der Martins- tag besonders geeignet, indem man aus dem Brustknochen der Gans weissagt. Ist dieser braunrot gefärbt, so deutet das auf einen harten, ist er weiß, auf einen milden Winter hin. ** Schulangelegenhciten. Erledigt ist eint mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Stelle an der Gemeindeschule zu Bodenheim. ** S i tz u n g des K r e i s a u s s ch u s s e s. In der am Samstag abgehaltenen öffentlichen Sitzung des Kreisaus-- schusse? "wurde unter dem Vorsitz des Großh. Regicrungs- rats Weicker über die Einwendungen des Adolf Hofmann II. u. Gen. zu Rodheim gegen die B e i g e o r b n e - tenwahl am 11. Oktober zu Rodheim verhandelt. Bei der Wahl siegte Wilhelm R e i ch h a r d II. mit 44 Stimmen, während der Gegenkandidat Wilhelm 5)irtzinger mit 41 Stimmen unterlag. Es war behauptet worden, daß am Tage der Wahl von oem Gewählten kostenlos Speisen und Getränke verabreicht worden seien. Deshalb war der Antrag gestellt worden, die Wahl siir ungültig zu erklären. Zum Beweise ihrer Behauptungen hatten oie Einspruch Erhebenden einige Zeugen sistieren lassen. Nach Vernehmung dieser Zeugen und Anhörung der Parteien erkannte der Kreisausschutz zu Recht, daß die gegen die Beigeordnetenwahl erhobenen Einwendungen als unbegründet zurückzuweisen seien unter Verurteilung der Einspruch Erhebenden, die Kosten des Verfahrens zu tragen. ** Antispiritistische Vorstellung. Im Kolosseum (Cafe Leib) gab das Antispiritistenpaar Frau Anny Lane-Ney und Wilhelm S-ane am Samstag abend feine erste Vorstellung, der am Sonntag zwei weitere folgten. Es war gut, oaß Herr Lane zu Beginn der Vorstellung nachdrücklich darauf hinwies, sie seien nicht Spiritisten, sondern An t i spiritisten, denn vom Spiritismus, der von manchem mit angenehmem Gruseln erwartet wurde, war 'toenig $u sehen. Daraus soll jedoch kein Vorwurf gemacht werden, im Gegenteil, es war anerkennenswert, daß denen unter den Besuchern, die gekommen waren, um sich einmal gehörig durchgruseln zu lassen — und es soll' nicht wenige geben, die daran Gefallen finden — die Augen recht weit geöffnet wurden, daß aller Hokuspokus, mag er sich Zitierung der Geister aus der „Vierten DinEn- sion", geheimnisvolle Musik aus höheren Sphären, TiZch- rücken und Tischklopfen, gefesseltes Medium nennen, mit rechten Dingen zugehen müsse. Alles fand seine Erklärung und zwar auf so humorvolle Art und Weise, daß der Lacherfolg oft größer war als der Beifall, der der T.iten bestehen, und daß die Poolver- handlungen im allgemeinen günstig sortschreiten, wurde der Antrag mit sämtlichen 77 220 anwesenden Stimmen durch Zuruf ange- nommen. vermischtes. — Mundpflege mit 91 abium. Die Au'gabe einer richtigen Murrdpftege kann nidtt darin bestehen, alle Bakterien der Mnndhbble zu zerfrören, sondern die Organe selbn widerstandsfähiger zu machen. Während alle Desirnektronsmiiiel ne 'wwäcien. ist nun, wie Tr. Kraust in der Umichau aussuhrt, im Radtum ein Mitte! gefunden, das dte Lebenskran brr einzelnen Zelle erhöht und so auch für dre Zahn- und Mundvtlege von höchster Bedeurung ist. Die tonanation. dre iiänbig vom Radium gebildet wird, und ihre Abbauprodukte srnd nicht nur rre| von allen zerstörenden Eigenschaften, sondern wirken anregend. Wird die Emanation als Mundwülwasser verwendet, w rotrtt sie durst' Mspalten des Sauerstoffes direkt keimtötend und regt ben Sroftweckiel der einzelnen Zellen an. Svdann rubrt da» Radium eine ausgiebige Durchblutung des Zahnfteii'ches, eine beschleunigte Zufuhr von Nährstoffen und ictaiellcre Fonichattung der MckauProdukte aus den einzelnen Zellen herbei, ^as Radiiirn hat allo, als Mundwasser verwendet, nicht nur antiievmch? Sit- kung, tr-'.c die bisherigen Mundwasser, sondern bcnnflurj bic Ernährung der Gewebe zellen günstig. Diese heilsame Rolle, bte das Radium in der Mundpflege spielt, hat man bei Mundkrank- Ileiten bereits längst verwendet, besonders zur Bel>indlung einer icr unangenehmsten Mundkrankheiten, der sogenannten Zahnfach- citerung. bei der die von der Krankheit befallenen Zähne in den Zahnilcischla'st^n immer lockerer werden, bis sie gebrauchsunfähig und und Hann schließlich v-on selbst ausfallen. Die e Erkrankung, die viel weiter verbreitet ist, als man bisher allgemein angenommen. wird du^ch Einspritzung von Radiuinemanarioiien in die hänfen Zahnfteischtaschen mit ausgezeichneiem Erfolge behan- delt. Dost' wird auch sonst bei der Mundpflege dein Radium allmählich eine immer größere Bedeutung zuerkanut werden müssen. „ . «. «• — Ein altrömischer Landntz in derProvence. In Grmnl'ois, im Depanement Baneluse .wurden auf einer S2V sitzung Ausgrabungen unternommen, die einen intereffanten Land- sist aus der Römerzeit zutage förderten. Bei Erdarbeiter) wurden zunächst Münzen in Silber und Bronze römischer Mauer gesunden : ein Marc Aurel zeigte auf der ^Vorderseite das Bild der Göttin Hvgiea, die einer aus einem Jüten her vor kommenden Schlange Nahrung reicht. Nach diesen Münzfunden wurden umfassendere Ausgrabungen unternommen unter Leitung des Abbe- Chaillan. bei denen man die Reste der Billa entdeckte und dazu eine Fülle von interessanten Einzelfunden machte. Gesimssteine, Amu Herrn, GlaSslässtulen, Basen der venstnedensten Größe und Tonmaien zum Gebrauch in der Xtudie und bessere für den Salon, ferner Schleifsteine ans Granit waren in größter Zahl vorhanden Besondere Ausmcrksamkcu erregen mehrere log. samische Basen, von deneii eine das Fabrikzeichen trägt, während die andere mit l* merkenswert en Bildern verziert in. ^AlleS Gerät zeigt sorgfältige Arbeit und guten Stil Xie tvunbe von o.ramlms lauen wieder einmal erkennen, wie geistuckt die allen Römer die schönsten Orte der Provence für ihre Vanbiuy ans- wählten und wie sie sie mit künstlerischem Geschmack eui^u- liststen wußten. . . _r a C K Rekord auf der Schreib malst rne ?lns New Pork wird 1.-richtet: Ein „Weltrekord" wurde bei einem internationalen Wettschrcil-en aufgestellt, das soeben bei Gelegenheit der jährlichen Burcauausstelluitg veranstaltet wurde Ml'- Margaret B. Oweii Dennoebte 60 Minuien lang eine urch|st-i:uls- leistung r-on 12ö ©orten in der Minute zu erzielen^ Ihre Gesamtleistung war also 7925 Worte. Dabei halte sie 80 Schreibfehler gemacht, und für jeden Fehles, wurden ihr 5 Worte abgezogen. -„geführt. — Am Freitag wurden einem Arbeiter, dera us der llilivcrfitat»•21ad>rid>tCiI« Dampfziegelei Wetterau in Massenheim beschäftigt ist, bic h Marburg, 9 Nov. Als Prwatbozent der medizinischen Ersparnisse im Betrage von 89 Mk. gestohlen. Man hat Fakultät der Universität habilitiert sich am nächsten Donnerstag einen seiner Arbeitskollegen im Verdacht. Dr. mcb. Paul Rohmer mit einer Antrittsvorlesung über r. R-ichcf«hkim, 8. Nov. Für die am In. und -ö'-l- und D-gc der Säugtingdfiiriorg-" - Dem Ra'iomU. 16. Nav. ftüttfinbenbe Bezirk» - A-slüg-l- .mb dr°f. Dr. Groitsch würbe bet Rote «blerorbea chen.« ur st - l in n g wurden SSL Nummern angcmklde,. ' _ Johann Matthias Stahl, cmetit. °r- Ibon der Gemeinde Reichelsheim unb von Berernen wurden I hentlicher Professor der griechischen Sprache und Literatur an ansehnliche Preise und Ehrenpreise gestiftet. — Um dem der Universität Münster i. W. feiert am 10. November seinen Ueberhandnehmen der Mäuse zu steuern, wurde vom $e» 180 Geburtstag. meindcrat beschlossen, im Laufe dieser Woche eine Mäuse- L — 3u R 0 stvck ist am 7. d. M der ordentliche Professor der v-.gi,.ung a,.zuordn«,,. Gis. wird von der G°n.....d° gestellt. iFedvr Schuchardt im 66 Lebensjahre gestorben nicht bestätigt wurde, fand heute Wiederwahl statt, in welcher ---------------------— I I -------------- wiederum Opper mit 89 Stinimen einstimmig gewählt wurde. •ScrittHtiaciL _ «... W. Leipzig, 8. Nov. Im Spionageprozeß Mor- Krets Buomgen. kowsky und Genossen wurde heule mittag das Urteil vcr- --- Bingenheim, 10. Nov. Durch die Feld- kündigt. Es erhielt M o r ko w s ky d r ei I a h r e 3 u eft t fca u 3, bereinigiingSarbciten wurde der kleine Wald auf dem sogen. Problems ky zwei J^ihre sechs Monate Zilchthaus ,,.., , g, ÄLAnLAr.t und WollmannzweiIahreZuchthaus. Außerdem wurde .Löhkopf abgeholzt. Geschichtlich ist diese Erhebung in n(lc drei aui je fünf Jahre Ehrverlust und Stellung unter sofern von Bedeutung, als dort in den Zähren ibol—ivon Polizeiaufsicht erkannt. Wie aus der Begründiuig des Urteils gegen 56 Personen ans dem Amte Bingenheim, der Hexerei hcrvorgcht. hatten sie sich an einen Kasernenbeamten gewandt, um tu,geklagt, verbrannt mürben. ein Gewehrschloß zu erlangen und es dem russischen Spionage- ’ 8 ' Bureau zu übermitteln. Der Beamte ging scheinbar daraus em und Kreis Friedberg. ermöglichte später die Verhaftung der Angeklagten. (L) Friedber g, 9. Nov. Das Kabel für Telegra- B e r l, n , 9 Nov. Der für Montag angesehte Proze vb'c ist acfeat zurzeit werden die zuaeworfenen Gräben in I roegeii Beleidigimg des Generalintendanten Grafen i c n h?.• »nirher ist abermals einer Vertagung bis Mittwoch dei c_,tadt wieder aspyaltieit. 4 it ocr F l r oerjalleu, um den auch am Krupp-Prozeß beteiligt geivesenen L U t her a b e n b s Wird der Seminaristenchor morgen, ausier s,ggtsanivaltschaftlichen Funktionären noch eine kurze Gelegenheit cutcr Anzahl Volkslieder ein größeres Werk nut Älnöicr Lut Vorbereitung zu geben. beglettung, das O^röbelsche „Wachterlied" vortragen. — Bet — .......... ■ ■ der .im 17. d. M. im benachbarten Nieder-Mörlen ftattsin denden Generalversammlung des hessischen B auern- • Vereins wird der Reichstagsabgeordnete G e r st e n b e r - W. F r a n k f u r t a. M., 8. Nov. Der sranzösische Flieger Pe- a e r , Würzburg, einen Vortrag halten über die wirtschaftliche goud wird nach ben endgültig getroffenen Vereinbarungen am Lage unb hie Lanbwirtschgft — Diefer Daae hielt bas Fried-1 oecitag, 14. November, und Sonntag, 16. November, in Frankfurt berw'r^Rotoillm der Räbe ber Vu erricbtenben 5*'cinc Sturzflüge vorführen. Bei der Wahl des ersten Tages solgte <<. ! B man einem Wunsch des Prinzen Heinrich von Preußen, der als stände beim -einarshok bic erste Felbbrenstubung ab. OJaft des Großheizogs in Schloß Wolfsgarten bei Darmstadt weilt § Butzbach, 9. Nov. In einer von JJcaior in p c 11 unb zusammen mit dem Großhcrzogspoar den Flügen beiwohnen vüchertisch. — H e f t 3 der Illustrierten Familien' und Modenzeitung „Häuslicher Ratgeber". (Hermann Hillger Verlag, Berlin WS und Leipzig» ist so recht dazu angetan, den Wünschen der Frau gerestä zu werden. Die große boiHKlfettige, künstlerisch illustrierte Mobentaiel ermöglicht es mit Hilfe be'r eleganten Schnitte feder Dame, sich mit vornehmstem "^ichnmck zu kleiden, ohne das Budget ihres Okttten zu sehr zu belasten Die modernsten Handaicheitstechniken schließen »ich brr ".'obwndxtu an- Gipüre- und Kelim Arbeiten, die mit Wort nnd Bild in kl art werden Aus dem „Franenleben" iveröen imcbtige AufschlMse gegeben. Außerdein enthält das Heft wieder icljr mcUeitigcn Belehnings und Unlerl-altungsstoff. gegeben worden sind, sei auch an dieser Stelle noch einmal § Aus der Setterau, 10. Nov. Die warme Witterung, mn eigenhändige unb sorgfältige Ausfällung gebeten. Nachdem die im Spätherbste einsetzte, hat das Wachstum der Pflanzen günitig sich all« Ha»Sbcwolm«r in di« j-.v-ilch« Litt« -inq-z«.chntt b-»nstt.^ r9?4cVfflnÄÄt W bb'stu’ haben, wolle man sie an denjenigen Mitbewohner, beziv. °n f i r j (f) p eine massenhafte Verbreitung angenommen. ben Hausbesitzer zurückgeben, von bem sie in Umlauf gesetzt 5. Marburg, 8. Nov. Im großen Saale des Restaurants wurde Die Nevier-Schiitzleute werden dann während der Pseifscr tagte heute unter dem Vorsitze des Gutsbesitzers Kaiser , c.nil6fitfPn nn Sicien stellen mipher ein. aus Gisselberg die erste Winterveriammlung des landwirt- nächsten Tage d,e vauslillen an diesen stellen wieder ein* jd)aftli(t)cn « t e 1 5 ö c r c i n § Marburg. Nach Erledigung fordern und die Emtrage nachprusen. I^3 geschäftlichen Teils hielt Dr. Sprenger von der Landwirt- Landkreis Gießen. schaftskamnier in Kassel einen instruktiven Vortrag über „Wiesen. V « mnn 'qinrfihpin hip Wohl und Weidewirtschaft", die er angelegentlichst empfahl. Landrat von X Ettingshausen 8. Jloo. Nachdem öie Löwenstein machte Mitteilungen über die wichtigsten Best.m- deS bisherigen Beigeordneten Johannes Opper V. bieie» mungpn nfuen Wasjergesetzes, durst) das 77 zum Teil schon Sommer wegen eines Formfehlers vom Großh. KreiSamt über 100 Jahre bestehende Gesetze aufgehoben werden. tung selbst gezollt wurde. Gerade das worbten die Künstler 1 Starkenburg und Rheinlirfsen. und aus diesem Gesichtspunkte heraus sind ihre Leisrun- (b) Mainz, 10. Nov Am Samstag vorimnag um | gen vorzüglich zu nennen. Auf alle bic überraschenden H>/. Uhr trug sich in ber L be rrealschulein ber Unrer- Erksäru-ngen, bie den bekannten spiritistischen Experimenten fefunba I ein Revoloeratlcntarzu, das^bic Klasse in gegeben wurden, im einzelnen einzugehen, dürfte zu weit große Aufregung versetzte Ter I6iahrige Schüler Ernst führen, nur einer sei Erwägung getan: Tas Medium sitzt Kaufmann, ein Sohn des städtischen Gelderhebers Kaus- in geschlossener Kabine mit Ketten an Händen und Füßen mann, wurde von dem als streng bekannten Lehramlsassesior gefesselt, die von zwei Herren aus dem Publikum angelegt Wittig genagt, ob er das Schreiben wegen einer gegen ihn und zusammengeschlossen worden sind. Das Medinin verhängten Arreststrafc von zwei Stunden seinen Ellern ab schreibt, rechnet, wirft mancherlei Gegenstände aus ber gegeben habe. Ter Schüler ftanb in großer Erregung von Kabine, beweist also, daß es sich befreit hat, im nächsten seinem Platze auf und erklärte, das sei nicht mehr nötig, im Augenblick wiro die Kabine geöffnet — Die Fesseln sind selben Moment zog er einen Revolver unb^gab einen genau so fest wie vorher. Erklärung: In ber Kette befinbet 3 d) u b auf ben vor ihm stehenden Lehrer ab. Ter Lehrer sich eine selbst für den Fachmann unsichtbare Mechanik, haue bic Geistesgegenwart, ben Arm bes Kaufmann in bie vurch bic sich mit einer Stecknadel bie 'i'?ttc leicht öffnen Höhe zu schlagen, wodurch die Kugel ihr Ziel verfehlte und und schließen läßt. — Es ist bedauerlich, daß am Sams- in hie Decke cindrang. Sofort gab Kauimann einen z w e i t e n tag der geringe Besuch der Güte des Gebotenen durchaus 3chuß auf den Lehrer ab, die Kugel streifte den Rockarmcl nicht entsprach. K. B. unb s'chlua in die gegenüberhängende Wandtafel ein Kauf •• Nächtlicher Unfug. Man schreibt un5: ES ist mann richtete hieraus den Revolver auf lief) und schoß \ id) eine sehr verbreitete Unsitte, daß böse Bubcn, aber auch unter eine Äuge lin ben Äopf. Das Entsetzen der Mnschülcr ben toeih.rn be? 9(tfof)olb junge Sleute, die Bewohner heraus, mar lurchibar. SA Schw « r » k r l« , t k wclcher Itth noch W r T9,n UT .Stubenienuteidje- genannt. ®i« taebenb« «'rechttgkech f«iLjen „ntcrzog-n. Di« Kugel kannte entfernt tverben. Am es m Gellalt der t>nnö deS Geschädigten oder d-.s 3am«tag abend wurde ber unbesonnene junge Mann vom sei eS in Form des BleislifteS deS SchiitzmanneS, kann selten llniersuchungsrichter, Herrn Lanbgerichlsrai Tr. Krug, eingreisen. Die llcbcllätcr sind meist zu flink oder zu uot» cingef>cnb vernommen. Er will bie Tat verübt haben, weil sichtig. Da freut sich der in seiner Ruhe öfters gehörte er von dem Lehrer des öfteren hart bedrängt worden sei. Staatsbürger, wenn die Urheber einer dosen Tat einmal selbst Er habe ihn und sich erschießen wollen. Venn keine Kompli den Schaden haben. Damit es an dem Spott dazu richt kationen hinzutreten, bestehl vorläufig sur den Kaufmann fehlt, sei folgender, in der Nacht vom 6. zum 7. ds. Tita. Meine Lebensgefahr. vorgekommener tragikomischer Fall berichtet: Vier junge Kreis Wetzlar. Herren konnten in der mitternächtlichen Stunde eB sich nicht fw.) Wetzlar, 8. Nov. Die O b c r s ö r st e r st e l l e versagen, beim HergiiSkommen auS der Kneipe eine über Wetzlar ist zum l. Januar 1914 zur Bewerbung ausgeschric- cinc.n Grundslückseingang aufgehängte Glocke mit Steinen 511 ben. — Ter pensionierte Oberpoftschaffner Paul Picke er- bombarbieren. Ein gerade nach Hause gekommener Be- lsielt das Kreuz des Allgemeinen Ehrenzeichen-'. bieniietec revanchierte sich, indem er aus üerberffer Stellung Hcsien Rostan. auf einen gerade Steine Sammelnden eine Handvoll Sand (b) Biedenk 0 pf, 8. Nov. Zur Erleichterung und warf. Dieser glaubte, einer seiner Kumpane sei der Misse- weiteren Ausbreitung der Jugendpflege im Kreise durch täler und wendete sich in größter Wut gegen diese. Heftiger Lichtbilder Borträge hat ber K reisausschuß einen streit, .so eine Gemeinheit-, ,baS »erlangt Genugtuung-, Lichtbilder-Apparat mit L>ch'°>u°llc von Aret-«-gen beschafft, so oerfch-Nt« e« noch und noch mit ben -"^N-nden Tritten r g^ 8 l . n, r e u z e r in der stillen Nacht. Ob es zum egrengerichtlichei, Jenabren ^orunglückte, bie Errichtung eines Denksteins, der diesseitigen soll außer ber entsprechenden Inschrift ein von W die Lösung be§ $ o b e gestiftetes Bron zereliefdes Gra'en Zeppelin erhalten. Tie Ausführung des Planes wurde Reglcrungsbau- jlhcc Lu. II- 5* 10 Zimm rcrl.ÄPri Mberes 1 MtWilb ikrifhun 6-Zimmeii per fofert vevm- unb Vicbin m.'labinfit wurdiii per jn vernueii (lofmäbclm; ,4, Klai t Zimmer» bebor »u ue -iab No na Schöne aü. Zubeh. »u oermiet. Plvch Mauiardc forort zu v 9?ci6e re^ Wtinia rbi ruh. teilte Lchaozcniii 24. kleine 8 Stile iu nenn | Möbl.. N.M KmW zu Dermit Großer Verse Jtdt edde Osram-Lampt muß die Inschrift „Osram'1 tragen. - Ueberatl erhältlich. Auergadlsdut/t ßeriü, 0.17 n Familien- und atfleber7'. chmmnn iit Io red)t baiu angetan, ii. M große bopDelicb rmöglidit es mit bitte wmc^nittm Cvifaiad i sehr zu belasten Ae dn Bott wftb M> etüart .m ro\6)t\ge ÄnWüiie wirdn irhr meUtigm heutigen auijero&nM’/r -Amerika-Linie bt- -ats Max Schinkcl den vital um 30 Ml Marl b längerer Asiptt«. w daß die BechndlMgen 'über die SEng i«r M Hamburg und Acmen n und daß die Poslver- jckreiten, mürbe der Antrag immn durch Znruk E Au, aliS nnet KK Mirkcn "ur M . verwend^ ?Send. ^mtötenb jn?lrfl ■’obaitn ifiib4 v reak ‘ ktb«. 'Ä 6^ä *s£S? letem Rtmi ln bic auertonnt * Ä* '-^Ae GeiinMnc te Aöße und - unb .Miere für den ßraren 111 größter Zahl M mehrere iogjfl, i’iettben trägt, mährend verziert tst. mies Ge- Funde von . wie geschickt die allen für ihre Landsitze ans» chem Geschm«k einzu- nnaschine. Ans NkÄ mürbe bei einem inter- iocbm bei Gelegenheit ütet mrde. Miß Mar- lang eine Durchschnitls- nutc zu erzielen. Fhre ibei'batte sie 86 Schreib- mirben ihr 5 Worte ab« es'fyWS’i aukosmalds. ra2" Ä «*>1,lä SS--« "«d-» ^>Ä'S äckgang ^b [iAen Maßen und vouz Onge S di- «w f'""\ba6hÄw!flK * * 5Ä-Ä jtfp ,J?ornfmmft" öüs neuzeitliche xRaffeegetränk (kein Bohnenkaffee) "prüfen (Sie ihn auf typpetitfietjkeif. Vermietungen Alicestratze 31 \ u- n. Stock zusammen 6 bis 10 flimmern ober netrennt, »er 1. Avril co. früh. z. verm. Näheres Parterre. «>459 I 6 Zimmer | W03 Wilbelmstraffc iit weg. Vcrsctruna eine herrichaill. v-.'jniimerw. nebst Bad ufro. per. soson ober später zu verm. Näh. bei V. 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MrS., nachmittag-- 2 11br ver Reifere ich Nenffadt 55 dahier scgen Barzafflnng: 1 gut erhaltenes Pianino, l silberne Taschenuhr. Die Yersteiaerung findet bestimmt statt. Born, 7330 Gerichtsvollzieher inGiehen. Versteigerung. Dienstag, den 11. November 1913, nachmittags 2 llbr, versteigere ich Neustadt 55 dahier gegen Bar zahlung: L 28 Flasch. Wein, 30 Pfund Schokolade, 12 Glasbüchs, mit Bonbons, 7 Blechbüchsen mit Biscmits. 2. 2 Pferde, 2 Wagen, 1 Motor, Tapeten mit Borden, Herrenschuhe, Herrenkleiber, 1 Negistrierkaffe, Zigarren unb Zigaretten, Tee, Kakao, 1000 Flaschen Wein, 00 Flaschen Liköre, 1 EiSschrank, iKopierpreffe, 1 Kassenschrank, 1 Baien, 1 Kredenz, 1 Schreibtisch und andere Möbel. I736S Die verftciaerung zu 1 findet bettimmt statt. Born, Gerichtsvollzieher in Gießen. Bckanntmachang. In unser Genossenschaftsrcgistcr wurde heute eingetragen: Konsumverein Gießen und Umgegend eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. DaS Statut ist durch Beschluß der General' lersammlung vom 5. Oktober 1913 geändert; ins- icsondere: I. Gegenstand des Unternehmens ist nunmehr )ie gemeinschaftliche Beschaffung von Lebens- und Wirtjchaftsbedürfnisscn int großen und Ablaß im kleinen gegen Barzahlung nur an die Mitglieder. II. Zur Förderung dieses Unternehmens kann auch die Bearbeitung und Herstellung von Lebensund Wirtschastsbedürfnissen in eigenen Betrieben, Annahme von Spareinlagen und Herstellung von Wohnungen erfolgen. III. Auch können für die Genossen Rabattver. träge mit Gewerbetreibenden geschlossen werden. IV. Alle vom Genossenschaftsgcsetz oder dem Statut vorgeschricbenen Bekanntmachungen der Genossenschaft ersvlgen unter ihrer Firma mit Unter- zeichung mindestens zweier Vorstandsmitglieder und bei den vom Aufsichtsrat ausgehenden Einladungen zur Generalversammlung durch dessen Vorsitzenden. V. Die Bekanntmachungen sind im Gießener Anzeiger sowie in der Obcrhessischen Volkszeitung zu veröffentlichen. Außerdem ist der Vorstand be- rechligt, die Bekanntmachungen in weiterer genügender und geeigneter Weise ergehen zu lassen. VI. Sollte die Veröffentlichung in einem statutarisch dazu bestimmten Blatt unmöglich werden, so erfolgt sie nur in dem etwa sonst noch statutarisch bestimmten Blatte. Sollte die Veröffentlichung in keinem der statutarisch bestimmten Blätter möglich sein, so tritt der Deutsche Reichsanzeiger so lange an deren Stelle, bis durch statutändernden Beschluß der Generalversammlung andere Blätter bestimmt sind. Gießen, den 5. November 1913. b10ln Großt;crzoglicues Amtsgericht. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde heute bezüglich der Firma Geschwister Altenpohl zu Gießen eingetragen: Das Geschäft ist auf Margarete Krebs zu Gießen unter Ausschluß der Aktiven und Passiven übergegangen, die öS unter der bisherigen Firma weiterführt. Der Marie Krebs geb. Stasfinet zu Gießen ist Prokura erteilt. B,0/u Gießen, den 7. November 1913. Großherzogtiches Amtsgericht. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde bezüglich ber Firma August Kröll zu Gießen am 24. Oktober 1913 eingetragen: Die Firma ist erloschen. Gießen, den 8. November 1913. B10/n Großherzogliches Amtsgericht. Arbeitsvergebung. Für die FeldbcreinigungS - Gesellschaft Londorf, Kreis Gießen, sollen vergeben werden: Los I Zementrohrlieferung veranschl. zu 35 Mk. Los II—V Anfuhr von Stein- material ... „ „ 2212 u Los VI—VII Chaussierungsarbeiten ... „ „ 1482 „ Die Verdingungsunterlagen liegen auf Großh. Bürgermeisterei Londorf zur Einsicht offen. Angebote haben in Prozenten des Voranschlages zu erfolgen und sind verschlossen, postfrei und mit entsprechender Aufschrift versehen bis Freitag, den 14. November, vormittags 11 Uhr, auf Großh. Bürgermeisterei Londorf einzureichen, wo die Eröffnung der Angebote in Gegenwart erschienener Bieter stattstndet. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 6. November 1913. Großh. Kulturinspektion Gießen. H. Steinbach. b'7u J. Schmücker Nacht Marktstrasse 8 Marktstrasse 8 a»/l8 । H | Paletots . . . von >L 525an K fiQllQ II“ B®yiaCS • • • ■ von M. 475an 11 UOii Feier inen .«. 250 Besonders zu empfehlen: Erstens: Karlsbader Mischung Pfund 1.80 Zweitens: L70 Wiener Mischung . . Kensnm-Mischung Drittens: Viertens: Schokoladen . . M. 4.- und 8.- Veilchen . . ti'on Hn KöplMÜS mjllO J * nUnlll Ia.K?melhaar-FuBschlüpfer muuuil liuuiy (ür Damcn und Herren FuBschlüpfer Allein-Vertreter: 7 SM E^nsi Balser, Mäusbnrg 4'/2°UmortisierbareGoldanleihevon1913 Joseph Herz, Bankgeschäft. 7362 55 Amerikaner u. irische Oefen Cora u.Juno Engros- und Detail-Verkauf bei Ständiges Lager von 500 bis 1000 Stück Oefen Emil Pistor Nachfolger :: Giessen sind die Spezialmodelle der grössten Dauerbrandofenfabrik Deutschlands. Tausendfach bewährtes Fabrikat, geschmackvolle und moderne Muster, durch technische Vollkommenheit sparsamster Dauerbrenner - dabei konkurrenzlos billig 'Evtv /vVM^tWV Haushalt-Mischung . 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