Nr. M Samstag, HO. Mai 1915 Erscheint täglich nm Ausnahme des Sonntags. Generar-Aqeiger für Oberhessen die ihrer die beide nicht Kvuf In ein Schmuck, durch den man sie zu verschönern glaubt, 311 befreien". Und was bleibt dann? Es bleibt „ein Vertrag, in dem zwei Intelligenzen sich verpflichten, treu zusammenzuhalten und sich gegenseitig zu unterstützen". Die Hauploersammlung des Hreis-Kinderzuchivereins Zriedberg. Tiefer Tage fand im .Hotel drei Schwerter zu Friedberg Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. N. Lange, Gießen. aller Literatur, von »dem ganzen romanhaften und fad poetischen Schmuck, durch den man sic zu verschönern glaubt, zu befreien". des Frauenstimmrechts bis heute gehabt, nickt aber den Sinn eines Kantpfes mit dem Mann um die politische Herrschaft. Durch die Anwendung revolutionärer Mittel drücken die Frauen ihre Kulturbewegung auf das Niveau eines bloßen Machtkampfes herab und nehmen ihr damit ihre eigentliche aufbauende Bedeutung. Sine dauernde Mitarbeit der Frau int öffentlichen Leben ist überhaupt nur denkbar unter der Bedingung, daß eine gerechte GesellschastS- ordnung den sozialen Frieden verbürgt und die rohe Gewalt als Mittel der Interesfenbehauptung mehr und mehr zurückdrängt. Die Frauenbewegung darf daher nicht selbst Gewalt anwenden, sie muß vielmehr durch ihre Kampfesweise den Beweis liefern, daß im öffentlichen Lehen Formen geschaffen werden können, die dem Wesen und der Natur der Frau gemäß siitd. Durch die Nach- ahmimg der von Männern angewandten revolutionären Gewaltmittel zerstören sich die .Frauen selbst die Möglichkeit, sick int öffentlichen Leben zu behaupten, zerstören sic die ruhige Ueber- zeugungskraft der sachlichen Notwendigkeit, die ihre Forderungen stützt, und geben ihrer Bewegung den Charakter eines erbitterten und verhängnisvollen Kampfes der Geschlechter um die äußere Macht. Aus all diesen Gründen sind wir überzeugt, daß die Frauenbewegung ihre Erfolge nur von der ansbauenden Kraft der pon- tiven Leistungen der Frauen erwarten kann. Die Wirkung dieser Leistungen Tarnt durch ungesetzliche Kampfcsmittel nur beeinträchtigt und zerstört werden. Statistik alles beweisen, man muß cs nur verstehen. Weniger scharf gcrenchct ist ost wahrhaft besser und richtiger gerechnet! Die Spekulation auf gerade herrschende Moden ist vom Nebel! Staat und Kommune müssen die Nachfrage zu leiten wissen, ihr ein vernünftiges gutes Ziel weisen, nicht sich ihr bedingungslos unterwerfen: das tut der Krämer, nicht der wahrhaft großzügige Kaufmann. In unserer Stadtverwaltung, in unserm Stadtrat darf der Krämergeist keine Stelle haben! Dafür zu sorgen, wahrhaft selbst großzügig zu wirtschaften, das, Herr Oberbürgermeister, wäre ein ganz besonderes Verdienst! Oder sollte erst die kommende große Zeit auch ein großes Geschlecht finden? Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: Redaktion.S^AIIL. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen. Gießen hat auch so manchesmal unter einer übelangebrachten Krcknerhaftigkeit Schaden genommen und sich von großzügiger Opferwilligkeit einzelner Mitbürger beschämen lassen. Ich will nur an den Nichterwcrb des ehemaligen Buschschen (Artens erinnern und daran, daß Gießen sein Theater in der schönsten Lage dem Opfersinn und dem Gemeinsinn einiger Mitbürger dankt, die zu einer Zeit, wo das noch ein wahrhaftes Verdienst war, Schülers Garten erworben und für das (sscmcinwohl gehalten haben! (Die Verdienste der Theaterstiftcr sollen deshalb nicht geschmälert werden.) Die Krämerhastigkeit aber würde auch gerade.darin liegen, wollte Gießen selbst dem Spckulantentum verfallen. Beim Privatspekulantcn mag der Satz „non ölet" gelten, obwohl es gar bedauerlich, wie dieser Satz bereits längst den guten deutschen Geist vergiftet hat! Der Privatspekulaut mag aus dem Unglück seines Nebenmcnschen Vorteil ziehen, dies Unglück ausnutzen: Reichtum allein macht nicht glücklich und die Verachtung der Edlen muß der Spekulant mit in Kauf nehmen. Aber der Staat und die Kommune dürfen niemals solcher Spekulationssucht verfallen, dieser Krämergeist muß ihnen fern bleiben. Sie haben fürwahr die Aufgabe, fonjunftur aus gl eich end zu wirken, und nicht etwa die, selbst die Konjunktur zum Schaden der Schwachen auszuiuitzen. Eine Kommune, die selbst spekuliert, treibt die Preise oder entwertet, je nach der Tendenz ihrer Spekulation, und eines wie das andre ist vom Uebel! Man sagt wohl: das alles geschehe dock» im Interesse der Steuerzahler! Aber das ist gefehlt: die Kvmmune begiebt sich zusamt ihren Steuerzahlern nur in den allgemeinen Sumpf, statt an seiner Trockenlegung zu wirken, meint sie das Unglück des einzelnen ausbeutet, um dem Steuerzahler ein paar Pfennige zu ersparen: und was sic hier erspart, verliert sie tausendfach an einer verunglückten Großspckulation, zu der sie durch Jnteressenwirtschaft verleitet wurde! Was im Einzelfall richtig ist, was verfehlt, das läßt sich natürlich nur im einzelnen beurteilen; hier muß ich zusammenfassend mit folgenden Leitsätzen zum Schlüsse kommen: 1. Durch die heutige Bodenpolitik von Staat und Gemeinde wird das Baugewerbe schwer geschädigt: die fortgesetzte Erhöhung der öffentlichen Lasten und Abgaben richtet Bauunternehmer und Hausbesitzer zugrunde, entwertet Grund und Boden. 2. In der Folge zieht sich das solide Kapital vom Jm- mvbilienmarkte zurück, zweite Hypotheken werden in ihrer Sicher heit erschüttert und reißen mit ihrer evtl. Kündigung den Bauunternehmer und Hausbesitzer zusammen. Z. Den Vorteil hat nur der Spekulant, der diese Konjunktur ausnutzend billig kaufen kann, bann aber den Mieter erst recht hoch zu nehmen vermag. 4. Tic Folge ist, daß kein Bauunternehmer mehr auf eigene Rechnung bauen wird, die anhebendc Wohnungsnot sich immer mehr verstärken wird. 5. Eine gesunde Bodenpolitik muß auf dem Gewordenen aui- bauen, muß Preisregulierend wirken und ebensowohl ungesunden Spekickationshausfepreisen entgegentretcn, wie der Ausnützung augenblicklicher Notlagen > Baissespekulation!? Zu hohe Preise, wie Schleuderpreise find gleicherweise vom Uebel! 6. Niemals dort der Staat oder die 'Kommune selbst unter die Spekickanten gehen, sei es bei Verwertung ihrer Objekte nu- erschwingliche Preise fordernd ober, wm,i die nicht bewilligt werden, durch Zurückhalttui die Spekulationspreise nur noch mehr steigernd, sei cs beim Erwerb aus das Unglück einzelner speku- Dic „Sletztner Familienblätter" werden dem „Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Tid „Landwirtschaftlichen 5eit- frageu" erscheinen monatlich zweimal. * Fräulein Rechtsanwalt über die Ehe. Frl. Miropolskn suchte diese juristische Deutung der Ehe näher zu erklären. Sic legte dar, daß die Eheschließung durchaus nicht ein bedeutendes Ereignis, das das ganze Leben von Grund aus umkrcmpeln soll, ist. Die Ehegatten müssen sich in dem Augenblick, wo sic ja sagen, vor Augen halten, daß sie etwas ganz Alltägliches und Natürliches tun, eine Handlung, die so alt ist wie die Welt. Sic hoben die Ehe „als ein Geschäft" zu betrachten. (Na, also!» Und wenn dann „zu diesem Bündnisvertrag zwischen zwei 'jungen und mutigen Willen wirklich etwas Unerwartetes, Poetisches und Köstliches hinzukommt, wird die Freude ünnffio größer sein, da das »vcder versprochen ivod, voraus- geschkm wurde. Ter langen ^Rede kurzer Sinn ist, daß man sich verheiraten soll, ohne der Sache allzu große Bedeutung bcizumesscn: das Glück kommt dann vielleicht ganz plötzlich, sozusagen als lieber- rasckung zum Nachtisch. Als sie so »vcit »van, jckicii die Vortragende sich zu erinnern, daß sie noch eine Kleinigkeit vergessen hatte: Wie ist es denn mit der Liebe, die doch auch schon ziemlich alten Datums ifl9 „Von der Liebe spreche ich gar nicht," lautete die Antwort auf diese Frage, „weil eine solche Verbindung, wie ich sie mir denke, nur möglich ist, wenn die Kontrahenten von morgen der Selbstverleugnung, der Uneigennützig feit, der Opferwilligkeit fähig sind, und das nennt man doch wohl Liebe!" Ja, so nennt man das, und darum ist alles wieder gut. . . . Steuerzahler, einzelner Steuerzahler, zum Nutzen der Gesamtheit Vorteil ziehen wollen: das ist krämerhaft gedockt und verwerfliche Spekulation. Sie müssen gerade int Unglück die allzuharten Folgen mildern, nicht gar verschärfen. Das alles ist ge- >oiß feine leichte Aufgabe und beim besten Willen kann man im Einzelsalle fehlen. Gerade wer allzuscharf rechnet, ist dieser Gefahr besonders ausgesetzt. Wer übrigens gut rechnen kann, der versteht auch die Kunst, die Rechnung stets zu jo stellen, wie sic seinen Plänen dienlich ist, der Wunsch tst bei ihm der Vater der Gedanken. Die andern können diese Nechrtuug nur häufig nicht durchschauen. Mit dem Zahlenspiel allein ist's nicht getan; wäre es das, in welch glänzender Finanzlage müßte unser Gießen sein, das in einem Gnauth und in seinem Mecum glänzende Rechner gehabt hat und hat! Mit Rechnen läßt sich ähnlich wie mit Hauptversammlung des Krcis-Rinderzuchtvereins Friedberg statt. Ter Vorsitzende, Direktor Oekonomierat Spieß, begrüßte die Erschienenen, besonders beit Vortragenden, Sekretär Schwarz- Gießen. Auch der Vorsitzende des Landwirlschastskammer-Aus- schusses, Landtagsabgeordncter Breidenbach- Dorheim, traf im Lause der Verhandlungen ein. Zunächst verlas der Vorsitzende die Rechnung für das abgelaufene Vereinsjahr, die mit einem Kassenvorrat von 1547,04 Ml. abschließt, und erstattete lierend und Vorteil hcrausschlagend. Oß genug nrirfen Spekulationsarten kombiniert zum Unglück dessen, der da mithalten kann, z. B. bei Tauschgeschäften ^häufig sind und Verkauf nur verschleierte Tauschgeschäfte!). Staat und Gemeinde dürfen nicht aus dem Unglück Vaugewerbr- und Wohnungsnot — GrundsMsMulaiwn. Von Rechtsanwalt Dr. Spohr, Gießen. (Schluß.) . . Schon alle diese erörterten Verhältnisse wären hinreichend tmpande, die heutige Not zu erklären. Aber es kommt noch ein Faktor hinzu und zivar ein ganz besonders schwerwiegender: die Grund- und Boden-Spekulation! Bei ihr haben von jeher gerade die den Ruhm abgeschöpft, die es verstanden, das gesähr ltche Risiko des Bauunternehmers zu vermeiden. Während die Bauunternehmer mir ihrer Arbeit und Gefahr wirtliche Werte schufen, nützten die Spekulanten Kraft ihres Kapitals nur die Koni un ft u r aus und schröpften den Bauunternehmer, dessen Verdienst cs ist, wirkliche Werte zu erschaffen! Und unter allen bot Maßnahmen, die gerade gegen die Spekulation wirken sollten, Ulten wiederum am meisten die, die nickt spekuliert hatten, die ehrlichen Arbeiter und Gewerbetreibenden. Wer es kraft seines Kapitals anshalren konnte, der kalkulierte mit ein, was cs kostete und wälzte die Last anderweitig ab. Wer aber auf seine Arbeit angewiesen war, der konnte das einfach nicht. Er mußte ja arbeiten, sonst mußte er verhungern. Der Arbeiter ist zudem stets ein schlechter Spctulant, n>o er es einmal damit versucht, ist er der Hineingefallene.: der Spekulant aber will und kann nicht arbeiten: diejenigen, die nm Grund und Boden das Geschäft gemacht haben, die haben sicherlich, nicht gebaut, sondern die andern bauen lassen und mühelos den Hauptgewinn der aufltrebenden Entwicklung dcs Gießener Gemeinwesens vor- weggenommcn! Die Bauunternehmer aber, diese wirklichen Arbeiter, denen es der Mieter zu danken hat, daß er am Wohnungsmarkt heute auskömmliche Wohnung zu immer noch billigen Preisen findet _ — daß dies so ist, beweist die Tarsache, daß heute Käufer für Häuser überhaupt nicht vorhanden sind! — er hat noch zu einer Zeit, um nicht stille liegen zu müssen, roeitergebaul, zu der dies Weitcrbauen sein eigner Schaden war! Es ist billig, zu sagen, daß ihn ja hierzu niemand gezwungen habe: aber was sollte denn aus seinem Betriebe werden, in dem sein Kapital steckte? Er musste zunächst noch tocitcrbaucii, ob er wollte oder nicht: nur nach und nach konnte er einsckränken und stillegen. Sofort aber regen sich die Konsumenten, die Mieter, und schaffen mit vereinter Kraft, und unter dem Wohlwollen der Allgemeinheit, die ja zumeist auch nur das Konsu- menteninteresse zu schätzen weiß, dem Bauunternehmer und Hausbesitzer neue Konkurrenz, eben da er sich mit eigenem Verlust Beschränkungen auferlegte. Ja, wenn ihm das öffentliche Wohlwollen auch entgegengetragen würde! Aber nein, auf ihn wird von allen Seiten nur losgedroschen! Nicht als ob nun den Bauunternehmern zu Liebe die Allgemeinheit Not leiden sollte! Aber läßt sich denn gar nicht der rechte Interessen a us g l e i ch finden? TM: man absolut aus der Haut der Bauunternehmer die Riemen schneiden? Gerade die Schaffung und Erhaltung eines gesunden, arbeitsfähigen Bauunternehmerstandes tage doch nur im wohlverstandenen Interesse der Allgemeinheit. Was heutzutage an sog. Bodenreform geleistet wird, das sieht leider verzweifelt darnach aus, daß an Stelle der Spekulanten der Staat oder die Kommune als Spekulant tritt. Das aber heißt: aus dem Regen in die Traufe geraten! Die Macht der einzelnen Spekulanten hat denn doch in der gegenseitigen Konkurrenz gewisse Grenzen: wo aber der allmächtige Staat ode» die Kommune mit den Steuerfreisten ihrer Bewohner als Spekulant auftritt, da ist's gefehlt! Will der Staat, will die Kommune wirklich helfend uni) fördernd wirken, dann müssen sie in anderem Sinne wirken: sie müssen zunächst mit den Verhältnissen rechnen, wie sic sich in Zeiten entwickelt haben, wo Staat und Kommune sich ihrer Pflicht, als gesunde Regulatoren zu wirken, noch nickt bewußt waren: sie müssen ausbauen, auf dem was unter ihren Augen geworden ist! Sie dürfen aber nicht etwa die verzweifelte Lage, in die der Werte schaffende Stand der Bauhandwerker und Bauunternehmer geraten ist, auch noch aiisniltzen wollen, um ja nun recht billig den Besitz derer zu schlucken, die man nun mit einem Achselzucken zugrunde gehen läßt. Und sie müssen aus ihren amtlichen ober ehrenamtlichen Organen rücksichtslos diejenigen anszumerzen, die ihre Stellung zu einer (manchmal nicht einmal schamhaft im Verborgenen gehaltenen Jnteressenwirtschaft ausschlackten! Unter solcher persönlicher Jnteressenwirtschaft leidet die Kommune nur selber, wie es so manche schon zu ihrem Leidwesen erfahren hat. Aus Gießen soll, irie man sagt,. nicht ganz frei von solchen Vorkommniiscn sein. Aber Fvauett-Rrrndfcha«. Zur Äampfeswcise der Suffragettes. Eine Erklärung des Gesamtvorstandes des' Bundes Deutscher Franenvercine finden wir in Nr. 3 des int Verlag von B., G. Teubner, Leipzig, erscheinenden Zentralblattes des Bundes Deutscher Frauenvereine „Die Frauenfrage". Der Gesamtvorstand des Bundes Deutscher Frauen vereine hat in seiner Sitzung vom 8. März beschlossen, solgeirdc ^Erklärung abzugeben: Wir sind überzeugt, daß die Anwendung von Gewaltmitteln zu dem Wesen und den Zielen der Frauenbewegung in einem grundsätzlichen Widerspruch steht und deshalb weder durch äußere politische Verhältnisse noch durch die dabei bewiesene Uebcrzcugungs- treuc und Opfcrfähigkeit prinzipiell gereckstfcrtigt werden kann. Nach unserer Ueberzeuguiig bedeutet die Anwendung revolutionärer Gewalt unter allen Umständen und für jede Frau einen Bruch mit ihrer Natur, eine Preisgabe ihrer Wesensart. Mag das Gefühl des erlittenen Unrechtes noch so stark sein — die Frauen werden sich dock zur Anwendung gern alt tätig er Nüttel innerlich zwingen und die Stimme des Taktes gewaltsam betäuben müssen, dick sie vvn derartigen Demonstrationen zurückhält. Damm kann ganz abgesehen von ihrer Bedenklichkeit an fickt — eine solche Taktik keinen dauernden Erfolg haben. Tic widersinnigen Mittel müssen je länger, je mehr die Wirkung verlieren, die sie vielleicht anfangs als Ausdruck der Entschlossenheit und des Opfermutes der Frauen .gehabt haben, und die Frauen selbst werden einer Taktik müde werden, die feine ohne inneres Widerstreben ausgenommen lptbcai lann und bereit gewalttätige äußerste Konsequenzen zu ziehen sich für Frauen ohnehin ein für allemal verbietet. Dic Frauen, die revolutionäre KainpfeSmittel altwenden, verleugnen aber nickt nur ihre eigene weibliche Natur, sie schaden auch int letzten Grunde den Interessen der Frauenbewegung selbst. Wenn die Forderung nach einem verstärkten Eünfluß im Staat heute weite Frauenkreisc ergriffen hat, so sehen wir darin die Wirkung wirtschaftlicher Veränderungen und sozialer Unv= gestaltungen, deren unaufhaltsam' wirkende Macht durch eine Gewaltpolitik nicht verstärkt werden kamt. Der Zweck des Frauenstimmrechts, ob cs für Gemeinde, Be russvertrctung ober Staat gefordert wird, besteht darin, daß dic Frauen die aus ihrer wachsenden Bernfstätigkeit hervorgehenden wirtschaftlichen Interessen vertreten und an den Külluraufgaben verantwortlich Mitarbeiten ioolleu, denen sie als Frauen und Mütter eine natürliche und lebendige Anteilnahme entgegenbringen. Diese doppelte Bedetttung hat in der Frauenbewegung der Gedanke wenigen Rechtsanwälten sagen kann - eine auffallende Schön hcit ist, einen hübschen Vortrag über die moderne Ehe. Fräulein Miropolsky ist der Ansicht, daß es köstliche Ehen gibt oder wenigstens geben könnte. Wenn die Ehe, wie sie heute geschlossen wird, nicht reizend ist, so liegt das nur daran, daß man sich gewöhnt hat, „um das Heiraten einen ganzen Sagen kreis zu spinnen". Die Verlobten bilden sich ein, daß sie in der Ehe „herrliche, geheimnisvolle Schätze und ein zauberisch schönes Glück finden werden". Und um zu diesem Glück 311 gelangen, lügen sie sich vor allem gegenseitig an. „Der Dolus," sagte das fürchterliche Fräulein Rechtsanwalt, „der Dolus und alle Betrugsmanöver, die die Ehesckstießung zu beschleunigen geeignet sind, sind natürlich während der'Verlobung erlaubt. Und bei diesem eigenartigen Spiel, das selbst die ehrlichsten und biedersten Leute spielen, bei diesem Spiel, in dem jeder möglichst unbefangen eine wohldnrchdachte Rolle spielt, treiben es die Männer vielleicht noch ärger als die Frauen." Aber Mann und Weib fühlen sich ganz glücklich, während sic sich anlügen. „Alle Hoffnungen, alle Träume, dic man seit der Kindheit hegte, scheinen in Erfüllung gehen zu sollen." Man wird romantisch, man heiratet. Und was geschieht dann? Es geschieht nichts weiter, als „daß die Ehe zu einer Kette von Enttäuschungen wird . . . Und ich habe hierbei noch die sogenannten besten Ehen im Auge," sagte das unerbittliche. Fräulein Miropolsky. Es blieb aber glücklicherweise nicht bei diesem Pessimismus, denn Frl. Miro- Polski, zeigt nickt nur das liebet, sondern auch das Heilmittel, daß dieses Urteil beseitigen könnte. Damit eine Ehe wirklich köstlich iverbc, hat man sie nur „von allem Geheimnisvollen, von den Jahresbericht. Aus ihm ist zu entnehmen, daß 27 Gemeinden des Kreises den Verein mit einem Jahresbeitrag von 25 Mk. unterstützen und däß die Einnahmen zum größten Teil Verwendung fanden zur Unterstützung der Beschicker von Jungvieh- weideu und zu Prümiiemngen von Jungvieh, für welch letzteren Zweck 185 Mk. ausgegeben wurden. Der Voranschlag jvnrbc mit 2350 Mk. in Einnahmen und Ausgaben genehmigt. Hierbei sei erwähnt, baß auch in diesem Jahre wieder die Weidebcschicker mit je 10 Mk. für jedes nufgc tri ebene Stuck unterstützt werden sollen und baß in den Orten Nieder-Weiscl und Fauerbach v. b. H. sowie gemeinsam für die Orte Okarben, Burggräfcnrode und K'leinkarbcn Jungvichprämiierungen adgehalten werden. Im Falle noch Mittel vorhanden sind, sollen die Orte Beienheim, Wcckcs- 6 eint und Dorn-Assen heim bedacht werden, andernfalls erst nächstes Jahr die Reihe an dieselben kommt. Eine ausgedehnte Besprechung entspann sich über den Antrag des Ausschusses, aus dem Reservefonds 500 Mk. bereit zu stellen, um weibliches Zuchtmaterial einzuführen. Von der Erwägung ausgehend, daß der Viehzucht im Kreise, die vor allem durch die unrentable Milchwirtschaft, das ungünstige Futterjahr 1911 und das Auftreten der Maul- und Klauenseuck>e sehr gefchädigt worden ist, wieder Giifgefiolfcn werden müsse, wurde der Antrag genehmigt. (Shie Umfrage bei den Züchtern des Kreises über den Bedarf soll die Unterlage dafür abgeben, wo angekauft werden soll. Empfohlen wurde von Sekretär Schwarz, den Bedarf auf den Iungviehweiden im Kreise Lauterbach zu decken, wo vom Landwirtschastskammcr- ausschuß Iveiblickc Jungtiere zugekauft worden sind, um die Weiden vollständig zu besetzen. Diese Tiere, welche mts hervorragenden Zuchten der Provinz stammen, den Weidegang hitttcr sich hoben und von einem auf der Weide stehenden Original- Simmentaler-Bullen gedeckt werden, bieten einen preiswerten und vollkommenen Ersatz für die oft für sehr teures Geld von auswärtigen Zuchten (Schweiz, Obcrbadcn usw.' eingeführten Tiere. Nachdem noch die Maßnahmen zur Kenntnis genommen warnt, btt der Landwirtschaftskammcrausschuß _ zur Förderung der Rindvichzucht int Kreise Friedberg in diesem Jahre durchführen will, so vor allem die Abhaltung von Stallschatten für die Bezirke Friedberg uitd Rodheiikt v. d. H., einer Zuchtvichaiiktion in Butzbach und eines Faselmarktes, verbunden mit enter Prämiierung in Friedberg, berichtete Sekretär Sckwarz über: „Ausgaben und Ergebnisse der S t a nt m bau in fori ch u n g". Es würde zu weit führen, int Rahmen dieses Berichtes auf diesen Vortrag einzugchcu, erwähnt sei nur, daß die Versammlung den inter- esfantcn Ausführungen des Redners mit großer Aufmertfamkeit folgte. Zeigten sie doch, wie dic Eigenschaften der züchterisch hoch entwickelten Tiere bei der Vererbung die Oberhaitd behalten und daß die Ergebnisse der Stammbaumsorschung eine wertvolle Grundlage für eine planmäßige Zucht bilden. Reicher Beifall lohnte die von großem Fleiß und Verständitis zeugenden Llns- führungen des Redners. Nachdem noch bekannt gegeben worden war, daß auch in diesem Sommer wieder ein Ausflug und zwar auf die Viehweide zu Nauses und nach den Odenwälder Zuchten unternommen werden sollte, schloß der Vorsitzende mit Worten des Dankes an alle, die durch ihre Ausführungen zu den Verhandlungen beigetragen hatten, die Versammlung. Paris hielt dieser Tage Fräulein Helene Miropolskh, gesuchter Rechtsanwalt ober sagt man „eine gesuchte Rechtsanwältin"?) unb dazu — was man bekanntlich nur von viertes Blatt (65. Jahrgang Giehener Anzeiger ödSW igazin IW -Haus 1*« derne M sr 1 preisen- - 91-97 öl—55 43—46 80-85 47.00-00.00 98—00 72—73 70-71 (gcz) Frau Ida Hoffmann. W(ci8y& /S5m4* C^n^cn£4^ & ? P* 85-89 47—50 Tom Reisenden ?(bant Tem Schneider Erna. — 4. Dem Arbeiter Friedrick Dem 38 Jahre alt. Watzenborn Steinberg Zurger, Bergmann Dem Geborene: Sohn. Emil Alwin. 75 ein NESTLE Ä-alten und soll mit ihm später in. Briesoerkehr geblieben sein, wobei eilte genau verabredete Ehisfreschrist in Dkuwendung kam. Die Anklage wird vorn Ersten Staatsanwalt Porzelt vertreten, Brüning und die Hat les werden von den R.-A. Tr. Earl und Theodor Liebknecht, Kranich vom R.-A. Dr. Alfred Ballicn verteidigt werden. Tic Bcrhandlnng vor der 11. Strast'ammer des Landgerichts 1 unter Vorsitz des Laudgerichtsdirettors Dr. Karsten wird voraussichtlich einen großen Umfang annehmen, da außer Schotten. Aufgebote: Mai 6. Adam Schmidt, Zimmermann hi Homburg-Beeden «Pfalz), mit Lina Becker in Schotten. 7. Georg Kromm, Lackierer in Bad-Homburg v. d. H., mit Ltno Jäger in Schotten. Eheschließungen: Mai 4 Heinrich Wilhelm Ohln, Bankbeamter^in Sprendlingen (Kreis Offenbach, mit Amali: Spam er in Schotten. Geborene: April 27 Tcm Weißbindergesellen Willst in Leihgestern. Aufgebote: Mai 5. Wilhelm Martini, Landwirt, mit Marie Dern, beide in Leihgestern. — 7. Georg Heinrich Jung, Bahnarbeiter in Leihgestern, mit Anna Margarethe Pitz in Steinberg. 'Geborene: April 30. Dem Maschinist Heinrich Müller eine Tochter, Emma Katharsnc Margarethe. — Mai 4. Dem Bahnarbeiter Ludwig Weber ein Sohn, Wilhelm. Lollar. Aufgebote: Mai 7 Wilhelm Kehr, Kleiuschmicd in Lollar, mit Elisabeth Iren iu Wißmar. Geborene: April 27 Dem Former Julius Riedel ein Zohn, Ludwig. 30. Tem Hüttenarbeiter Gustav Bygekhöfer ein Sohn, Otto Heinrich Ludwig. — Mai 2. Dem Hilssweichen- 'tcllcr Friedrich Klinkei V. ein Sohn, Robert Heinrich. Nidda. Aufgebote: Mai 8. Max Strauß, Viehkfändler in Stcrb- fritz, mit Ida Zimmermann in Nidda. Geborene: Mai 1. Dem Briefträger Karl Eckhardt ein Sohn, Karl. Karl Kuttner ein Sohn, Hermann Walter. Sterbefälle: April 5. Wenzel Strom, Portter,^41 Jahre — 29. Heinrich Hermann Traber, Gastwirt, 70 Jahre — Sophie Magdalena Becker, geb. Jakobi, 47 Jahre alt. ÄMderii iiiiO attfeh, öäber uns Sommerfrischen. -r. Lauterbach, 7. Mm Der Verkehrsverein hielt unter Vorsitz von Oberlehrer Como gestern eine Hauptversammlung ab. Die Einnalfmen 1911/12 betrugen 2826.41 Mk., denen Ausgaben in etwa gleicher Höhe gegeuübecstchen. Das Vereinsvermögen beträgt 430.66 Mk. Im letzten Jahre verstorbene VereinÄnitglicder sind Fabrikant Türbeck und Wächter-Lauterbach, sowie Fabrikant ^d?uchardt-<Äießen. Der Vorsitzende berichtete über die vom Verlchrsvereine bewirkte Unterstützung der „Hessennirmmer" der Jll. Ztg. nno bemerkte, daß für Lauterbach feilt Grund vorhanden war, wie dies von anderen Orten geschehen sei, über mangelnde Berücksichtigung in der ,^Hessen- Nummer" Klage zu führen. Ein äußerlicher Ersolg sei insofern zu Tage getreten, als fich das für Lauterbach geweckte Jntereoe in der großen Anzahl von Bestellungen auf oen Lauterbacher „Führer" gezeigt habe. Auf der Wanderausstellung des V. H. C. in Büdingen hatte der Verkehrsvercin eine größere Anzahl Bilder von Baurat Diehm, die Einsichten von Lauterbach und Umgegend darstellen, zur Ausstellung gebracht. — Ter vom Vorsitzenden verfaßte „Führer durch Lauterbach und Umgebung" ist in neuer Auflage erschienen und wird an Interessenten umsonst abgegeben. Das Werkchen hat sich insolge der Eigenart seiner Darstellung, die iu den Geist unserer Stadt und bereit Umgebung aufs beste einführt, längst einen guten Ruf erworben. — Ter Vorstand wird die Bereinsgeschäftc auch im neuen Jahre führen, ihm wurde Dank für seine Tätigkeit ausgesprochen. — Der Vorsitzende berichtete über den internationalen Kongreß für Hcimatschutz in Stuttgart. Er betonte, daß in Lauterbach und Umgebung er freu- lick>erweise noch manches schöne und altehrwürdige Stuck Heimat erhalten geblieben sei. — Es wurde noch bekannt gegeben, _dap der LandesgeweiHeverein sür Hessen seine Tagung am 14. September hier abhatten werde Dtc Veranstaltung liegt zwar in bat Hänoen des istesigen OrtsgewerbevereinS, aber die Mitwirkung des Verkehrsvereins ist erwiinicht schon wegen der geplanten Ausstellung. Tie letztere wird umfassen: 1. Schülerarbeiten her Webschule LauterbachSchülerarbeiten bet gewerblichen Unterri ckstsanstalten in Ob er Hessen ; 3. "A.usnalune alter Baudenkmäler und Bauteile durch.Schüler von Gewerbeschulen; 4. Einige Lehrgänge von Handwerker-Jeichenschulen'; 5. Arbeiten aus Sonder kur sen von Weißbindern; 6. einige gute moderne Handwerks- crzeugnissc ans Lau.trbach und Umgegend, etwa Töpferei, Schlosserei, Schreineret umfassend:« 7. Sammlung mustergültiger Hand- werksarbciten früherer Zeiten. < beide in Bad-Nauheim. — 26. Wilhelm Trautmann, Sanitäts- Sergeant Frankfurt a. M., mit Elisabetha Klose in Bad- Nauheim. — Georg Karl Heinrich Pfeffer, Schreiner, mit Margaretha Ewald, beide in Bad-Nauheim. Geborene: April 6. Dem Gastwirt Heinrich Kammer eine Tochter, Hertha. — 7. Dem Kupferschmied Johann Ferdinand Berg eine Tochter, Wilhelmine Margaretha. — 16. Dem Maschinenschlosser Wilhelm Franz Ezaja ein Sohn, Walter. — 23. Dem Amtsdiencr Emil Müller eine Tochter, Mathilde Katharina Marie. — 24. Dem Kutscher Georg Gnthor eine Tochter, Anna. — 28. Dem Zimmermann Christian Wilhelm Otto eine Tochter, Emma Louise. — 29. Dem Kaufmann greis Gii der Lumda. Stcrbefällc: Mai 3. Katharina Becker, geb. Mehl scliafsner Wilhelm Stecker eine Tochter, Mckita. Landwirt Kaspar Vogel VIII. eine Tochter. Standesamts dwicbteit. Gietzen. Aufgebote: Mai 5. Otto Thnrn, prakt. Arzt in Herbst ein, mit Kcirola Hochstätter in Gießen. — 6. Konrad Rockel, Fabrikarbeiter, mit Maria Müller, beide in Gelsenkirchen. — Johann Ferdinand Karell, Forstausscher in^cusenstarnnt, mit Wilbelmina Kloß in Stangenrod — Fritz Sckfüßler, Schlosser, mit Minna Kreiling, beide in Gießen. — 7. Karl .^nödbtchen, Lokomotivbci',. r in Hüpftedt, mit Ida Döring in Gernrode. — 8. Ludwig Wilhelm Beul, Eifendrcher, mit Marie Schneider, beide iit Gießen. — Heinrich Schneider, Handlungsgehilfe, mit Christiuc Mainzer, beibc in Gießen. — 9. Ferdinand Möller, Großh. Geometer 2. Klasse, mir Marie George, beide in Gießen. E 1) e f ch 11 c ß ungcu: Mai 3. Reinhard Lehmann, Fuhrmann, mit Anna Graulich, geb. Hof, beide in Gießen. — Franz Funk, Bergwerksbeamter, mit Anna Zörb, beide in Gießen. — LouiS Pfeil, Acttromechaniker, mit Lina Lcschhorn, beide tit Gießen - Wilhelm Heck, Dachdeckermeister, mit Maria Wagner, 4 Jahre alt. — 4. in Wohnbach. — 6. eine Tochter, Margarete. - . - ..... Heinrich Rist arb Hasenkrug ein Sohn, Günther vctnrich Albert. — 28 Den: Rechtsanwalt Adolf Metz eine Tochter. — 29. Dem S t erb efälle: Mai 4. Heinrich Vogel, Landwirt, 72 Jahre alt. — 7 Elisabeth ■ Oppcr, 3 Jahre alt. vad-Nauheim. Aufgebote: April > "kcorg Karl Heinrich Pfeffer, Schreiner, mit Margaretha Cwald, beide in Bad-Nauhcim. — Wikhelnt Trautniaun, Sanft ale-E ergeant in Frankfurt a. mit Elisabetha Klose in Bad-Nanheim — 22. Feodor Meyer, Kaufmann in München, mit Irma Jeannette Löser in Bad- Nauheim. Eheschließungen: April 1. EmU August Vetter, Buch- baltcr, mit Gertrud Eleonore Gcck, beibc in BadMauheim. — -5. Philipp Schmidt, Schreiner, mit Marie NiatHilde Westke, Adam. - - Mai 2. Schmidt III. eine Tochter, Anna. — 30. Vollsleischigs Schweins uott 80—100 k» Lebendgewicht . . . . 56-57 Vollfleifchige Schweins untec 80kg Lebendgewicht 55-56 Vollsleijchige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht 571/1-58 VoUfleischige Schweine von 120—150 kg Lebend« gewicht 56-56 Installateur und Spenglermeisier Louis Niootz ein e^ohn. — Mai 1 Dem Universitäls-Proicssor Dr. Sriift Heinrich Siegfried Garten eilte Toäner, Clara Elisapeth. — Dem Buchbinder Wilhelm Friedrich Schreier eine Tochter, Anna Berta. — Deni Monteur Ludwig Göbel eine Tochter, Elfriede Luise. — 2. Dein Doch- deckermcifter Karl Lapp ein Sohn. — Dem Apotheker Johann Eduard Karl Reuß eine Tochter, Hedwig Maria Christine. — Dem Kaufmann Karl editarb Koch eine Tackst er. —.4. Dem .Kaufmann Christoph Ebuarb Gviibner eine ?oäster. — 6. Dem Kaufmanu Abraham Kahn ein Sohu, Gottfried. — 7-.„Dem Schreiner Heinriü Schaub ein Sohn, Heinrich Karl Wilhelm. — Dem Erdarbeiter Karl Zahn eine Toclster, Maria Elise. Stcrbesälle: Mai 3. Wilhelmine Matthes, geb. Balser, 64 Iahte alt, Bleichstraßc 12. Katharine Hartmann, 4 Jahre alt, Ludwigstraße 6. Philippine Koch, 35 Jahre alt, L ich er Straße 74. — (i. Katharine Bingcl, 76 Jahre alt, Licher ^-tr. 74. Ein neuer Lourdes-Prozeß. Iu München wurde am Dienstag und Nttttwock vom Schöffengericht über eine Beleidigungsklage verhandelt, die der praktische Arzt Dr. Aigner gegen den Redatteur Frick und den Stadtpsarrcr F i n t von Jsnv angestrengt hatte. Beide hatten Tr. Aigner, der sich wiederholt össentlich, auch im „Gieß. Anz.", gegen das Lourdeswunder ausgesprochen hatte, in einer Vctsamm- kuitg heftig angegrissen, weil er einen in Lourdes angeblich gc- heilten Schlosser Müller abgewiesen hatte. Müller gab iu der Verhandlung zu, daß er Dr. Aigner nicht aurgesuch t batte uni) daher gar nicht abgewiosen werden konnte. Tic Sachverständigen sagten übereinstinimcnd aus, daß von einer Wundcrheik':ng Rc ül- lers, der aud Psyckvpalh wäre, gar nicht die Rede fein könnte. Der Ausenthalt in Lourdes hätte höchstens suggestiv eine gewiße Besserung herbeige führt, die aber launt von Tauer wäre. >2 ehr interessant ist, was der als Nebcnllägcr zugelassene Tr: Aigner über die Behandlnng deutscher Krauler in Lourdes sagte. Tie „Müncheiter Reuest. Nachr." berichten darüber: Tr. Aigner führte aus: In allcit meinen Vorträgen hat sich nicht ein Mitglied deS katholischen velcrus in der Diskussion zum Wort gemeldet. Wenn der Klerus schon das Prinzip hat, >ich nicht mit einer Agitation zu befassen, so möchte ich doch bitten, daß Angriise in dieser Form, deren ich mich gar nicht erwehren kann, unterbleiben. Wenn Pfarrer Fink cs als der Mühe wert erachtet hätte, zu erklären, daß er sich nicht in der in dem Artikel gekennzeichneten Weise geäußert habe, ick wäre der letzte gewesen, das Gericht anzurusen. Wenn ick nicht in einer Form in meiner persönlichen und beruflichen Ehre angegrissen worden wäre, daß ein Schweigen zu gar nicht absehbaren Folgen Härte führen müssen, würde ich nid1^ geklagt haben. Uebersehen Sie nicht, ick bin Arzt und habe Schwcrlrankc nach Lourdes ziehen sehen unter unsäglichen Opfern, ich habe sie zurückkoinmcn sehen und war entsetzt über das, was ich von den Leuten hörte. T i c Tätigkeit der Aerzte in Lourdes i st derart, das; i ch es für eine Rückgratlosigkeit der .deutschen Merzt e halte, daß sic nicht Pr 0 tcst erheben g eg e n Sie Behandln u g, Sie deutsche Kranke dort sin - bett. Charakteristisch ist, baß Leute, wie der Zeuge Müller, als Gruppcusührer sich bei den Pilgerfahrten betätigen. Es wäre erfreulich, wenn der Klerus die Gelegenheit wahr nähme, die Propaganda für Lourdes genau nachzuprüfen. Es ist eilte nationale 2 ch m a ch , daß deutsche Ehrlichkeit uud deutsche Gründlichkeit vor dem französischen CharlatanismuS in solcher Weise unterliegen, wie ich cs in Lourdes gesunden habe. Ich wende mich an das deutsche Gericht mit dein Wunsche, cs möge ein Urteil fällen, das der Oefsent lieh leit zeigt, wo das Recht und die Wahrheit ist! . Das Urteil lautete gegen Redakteur Frick auf 300 Mk. Geldstrafe, oder 30 Tage, gegen Pfarrer Fink auf 200 Mk., oder 20 Tage Gefängnis und Tragung sämtlicher Kosten. Geborene: April 30. Dem Taglöhner Georg Bitten. borf eine Tödster, Emma. -- Mai 5. Tem Bergmann Jvham Philipp Wehrum eine Tochter, Maria. Zamilien-Nachrichten aus anderen Orten. Geburten: Herrn Hans Eichenauer in Braucischweud bc Alsfeld ein Sohn. — Herrn Willn Schnelle in Ehringsliauien (Str. Wetzlar) ein Sohn. — Herrn Ernst Müller in Gladenbach c e Sohu Verlobte: Fräulein Lina Mignon mit Herrn nrtm.x Glyzerin 50,n, J nntervlwsphorigianrcr Ualk 4,3 unterplioSpfforiglnures 'Jiatroii 2,0, vuto. Tragant Z 3,0, feinster arab. Gummi vu'v 2,0, Waffer 129,0, 'Alkohol 11,0. Hierzu < aromatische Emulsion mit Zimt-, Mandel- und Ganlcheriaöl ie 2 Trovten. Allen Vuseck. Aufgebote: Avril 20. Wilh. Volz III. mit Karolinc Hof- manu, beide in Men-Buseck. — 22. Karl Benner mit Maria Sckäser, beide in Alten Buseck. — 25. Jakob Brück mit Lttsabethe Ziegler, beide in Alten-Buß'ck.' — Heinr. Köhler in WifsclslMin mit Margarete Sdunidt in Alten-Buseck. — Mai 7. Friedrich Ludwig Arnold mit Luise Körber in Alten-Buseck. Geborene: April 5. Tem Landwirt Ludwig Weller eine Tochter, Katharine Elisabeth«'. — 30. Dem Landwirt Wilhelm Müller XI. eine Tochter, Margarete. — Mai 1. Tem Bahn arbeitet Wilhelm Meyer eine Tochter, !Elise. — Tem Aushilfs- „Da eine schwere Niederkunst mid) ganz cistttäslet hatte und die verschiedenen Mittel keine Aendcrung hcrbeisührtcn, so nahm id) endlich meine Zusluelst zu Seotts Eniulsion, die schon meine ' Kinder zn starken GcschvPfchen lfattc werden lassen. Bereits nach wenigen Wo dien besserte sich mein Zustand so, daß ich wieder sdstasen konnte, Appetit bekam und meine Kräfte dcutlich^zunehmen suhlte. Bald vermochte idi täglid) wieder eine halbe Stunde zu gehen, und heute bin ich wieder so ans dem Tamm, daß id) meinen Pflichten gegen meine fünf Kinder wieder ganz nachkommen kann. Ich verbrauchte im ganzen 6 Flaschen Scotts Emulsion und erzielte dabei eine Geivichtszunahme von 10 Pfund." [C4/, Sterbefälle: Mai 4. Ludwig Langsdorf, Landwirt, Jahre alt. Lang Göns. Gebotene: Mai 5. Dem Streckenarbeiter Karl Rudolph Sohn, Karl. Büdingen. Aufgebote: 'April 26. Julius Heß, Handelsmann in Hüttengcsäß, mit Rosa May in Büdingen. — Karl Wilhelm Ernst, Buchhalter in Büdingen, mit Karolinc Knauß in Mnder- bügeu. — 30. Ehristtan Otko SckMÜck, Schlosset, mit Katharine Mcthsesscl, beide in Büdingen. — Mai 2. Jakob Plaut, Kaus- mann in Franleishausen, mit Nau ich Gtüncbaum in Büdingen. E heschließungen: April 26. Friedrich Kal keusch nee, Schlosser und Heizet in Büdingen, mit Louise Scheibet! in Wenings. — Mai 4. Karl .Köllner, Handlungsgehilfe in Frankfurt a. M., mit Marie Distel in Büdingen. Geborene: April 23. Dem Landwirt Heinrich Schwarz V. eine Tochter, Karoline. — 25. Tem KaUfOann. Max May eine Tochter, Irma Johanna. — 30. Dem Stcinhauer Friedrich Reuter ein Sohn, Hans Waltet. Sterbefa 11e: April 30. Elisabeth Gtiefe, 8 Monat alt. Butzbach. Geborene: April 27. Deut Maschinenfabrikant Wilhelm Tröster ein Sohn, Helmut Heinz. — Mai 6. Dem Korbmacher Johann Jochum eine Tochter, Hermine. Stcrbefällc: April 29. Friedrich Wilhelm Gläser, 48 Jahre alt, landw. Arbeiter in Henriettenhof bei Villingen. Friedberg. Aufgebote: April 29. Konrad Heinrich Billafch, Geometer, mit Frieda Anna Schmieder, beide in Frankfurt a. M. — Josef Alfons Hepp, Landnnttfchaflslehtet in Friedberg, mit Anna Walburga Hartl in Freising. Eh es chlie ß.u ngcn: Mai 3. Ferdinand Betz, Taglöhnct, mit Witwe Elisabethe Schlcuning, geb. Römer, beide in Friedberg. - 5. Fritz Ewald Grün ort, Toniünstler in Bad-Nauheim, mit Elise Mayer in Friedberg. Geborene: April 26. Dem Fahtburschen Georg Muller ein Sohn, Otto Ludwig Wilhelm. — Mai 4. Dem Buchdrucker Karl Wilhelm Philipp Heinrich Metz ein Sohn, Johann Heinrich. Ster befall c: Mai 1. Christian Wilhelm Aßmann, Meine tii P Hairer satt J20-128 o>56 Ö6-561 Pneumatik Contiiieiilal-Caoiiichouc-u.Gutia-Pefeiia-6o.,Baanover Sofimiu, Heinrich Schmidt II., Grünberg i.H einem Nechtsverbältni Gewaltverhältnis Doerrn. 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Der Reichsverein, auf vaterländischem Boden stehend, kämpft für politische Freiheit und sozialen Fortschritt, also auch gegen jede Beeinträchtigung der persönlichen Meinungsfreiheit, woher sie auch kommen möge. 6?rost und stark must aber der Berein sein, wenn er sein Ziel erreichen soll. Deshalb laden wir alle liberalen Angestellten und Arbeiter Giehens und Umgegend zum Beitritt herzlich ein und rufen ihnen zu: KommtinMassen intzenReichrverem! In Arbeitnehmerkreisen verlangt man autzerdem ein klares, entschiedenes Programm. 91 uS diesem Grunde wurde beschlossen, das Programm der Fortschrittlichen VolkSpartci als Mindestprogramm anznnehmen und sich dieser Partei einzugliederu. Der Mannheimer Parteitag hat daher auch die Gründung des Reichsvereins freudig begrüstt. Er bat aber auch ferner beschlossen, dast die Partei mit allen Mitteln für die Vereinheitlichung des Arbeitsrechts eintretcn soll. Laut Parteibeschlust werden die Parteileitung und die Fraktionen in allen Fragen der Sozialpolitik nichts ohne Fühlnng mit dein Reichsverein unternehmen. Mit besonderer Kraft will der Berein arbeiten für: 1. den freiheitlichen Ausbau aller öffentlichen Einrichtungen in Reich, Staat und Gemeinde, wie für die politische Gleichberechtigung aller Erwachsenen,- 2. die Schaffung eines sozialen Arbeitsrechts durch Umwandlung des Arbettsverhältnisses auS einem 3. die Erkenntnis des engen Zusammenhanges der sozialen Frage in Stadt und Land und dementsprechende Niastnahmen, insbesondere für eine grostzügige Landkolonisation: 4. einen lebenskräftigen Idealismus, der alle Klassen der Naüon verbindet, gegen einen geistlosen Materialismus, der im Menschen mir eine Maschine sieht. Eine grobe gewaltige Ausgabe! Welcher liberale An gestellte und Arbeiter könnte nun noch zurückstehen und nicht mitarbeiten? DarumÄrbeiteru.Angeftelltehemus! Heraus ans der Bereinzelung und dem dadurch entstandenen Srletmnut! Hinein in die neue hoffnungsvolle, liberale StandeSgemeinschaft! 9htr tapfere Arbeit gibt ein Recht auf soziale Fortschritte. Ank zur politiichen Arbeit und Opferfrcudigkeit! Zunächst burd) sofortige Annieldung der eigenen Mitgliedschaft nnd dann durch Werbung von Mitgliedern unter Freunden und Bekannten. Wir wollen Seite an Seite mit dem entschiedenen Liberalismus fnmpfcn für. unsere Rechte und Freiheit- wir wollen rastlos arbeiten unb nicht eher ruhen, bis wir das erreicht haben, was wir alle erstreben: Ein freies voll im starken Staat Fta-lrrSr! 35 M. o. P., 44.50 M.. aESI 53.—M. 10 J. Garantie j frank, jed. deutschen Bahnst.Laufd. 1.50M- & 'iS 1.90M.Gebirp:sd.4.^)M zh m. Gar. Luftschi. 1.90 Weltbekanntes Fabrikat ersten 1 & V M-L Vl L Randes •:« 5ollde Preise MALZWWN W In Giessen bei August Förste'’, Bahnhofstrasse 65. 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