Zweiter Natt M. 85 163. Jahrgang Gießener Anzeiger Erscheint ILgiich mü Ausnahme des Sonntags. Senerai-Anzeiger für Obechessen Die „Giehrner Zamiiienblätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „UreisVlatt für »en Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal. Donnerstag, 10. April 1913 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Nniversitäts - Bach- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» straße 7. Expedition und Verlag: e^öl. Redaktion: 112. Tel.-Ad r.:AnzelgerGießen. KoULLsehe Tagesschau. Eine Kritik btr Forderung des „SLehrbeitrages". In der „Deutschen Ju-ristenzeitung" übt der Senats- Präsident des -Oberverwaltungsgerichts, SBirff. Geh. Ober- regierungsrat Dr. Strutz, der als früherer Vortragender Rat im preußischen Finanzministerium ein guter Neuner des Steuer- und Finanzwesens ist, an der Regierungsvorlage des „Wehrbeitrages" eine bemerkenswert scharfe Kritik. Er schreibt u. a.: Alle Bedenken, die gegen die Regelung der obiektiven Beitrags- Pflicht erhoben werden können, wiegen aber m. E. leicht dagegen, daß aud) hier die Bewertung des land--und forstwirt- s ch a s t l i ck) c n Grundbesitzes nicht, wie die alles übrigen Vermögens, nach denr gemeinen, sondern nach dem durch den 25fack>en Rormalrcinertrag dargestellten Ertragswerte erfolgen soll (§ 17). Ter Wehrbeitrag ist eine durch eine momentane Zwangslage aufgenötigte Ausnahmemaßregel, durch die wie im Falle eines Krieges und zur Verhütung eines solchen jeder Bürger genötigt werden soll, einen Beitrag zu leisten nach denjenigen finanziellen Kräften, die er im Notfälle, wenn cs hart auf hart käme, dem Staate zur Verfügung zu stellen imstande wäre. Diese ftnanzielle Leistungsfähigkeit, die der einzelne im Notfall dem Staate dienstbar machen kann, erschöpft sich aber für den Besitzer land-- und forstwirtschaftlicher Grundstücke nicht in dem nach dem landesüblichen Zinsfuß kapitalisierten Ertrage, sondern besteht für ihn wie für jeden andern in dem zu Gelbe gemachten Vermögen. Trotzdem l)ält die Reichsregicrung die Aufnahme einer Vorschrift, an der die preußische Regierung 1906 die ganze Einkommen- und Ergänzungssteuerreform scheitern zu lassen entschlossen war, und die sie 1909 nur aus — allerdings unnötigen — Besorgnissen für die Besoldungsreform notgedrungen in den Kauf nahm, in das Wehrbeitragsgesetz nicht einmal einer besonderen Rechtfertigung für bedürftig. Tenn was sie. in dieser Einsicht sagt — die Vorschrift sei denen des preußischen Ergänzungssteuergesetzes und des Reichserbschaftssteuergesetzes nachgebildet — ist keine Begründung, und ist cs am allerwenigsten für die Nackchildung einer Vorschrift, gegen die seinerzeit die betreffende Regierung die allerernstesten Bedenken gehabt hat, von deren etwaiger Bewährung auch noch gar keine Rede sein kann. Vorläufig würde ich, wenn ich dem Reichstag angehörtc, mich kaum entschließen können, für ein mit dem 8 17 behaftetes Wehrbeitragsgesetz zu stimmen, obwohl ich, wie ich im „Tag" dargelcgt habe, die Heeresverstärkung für eine dringende Notwendigkeit und die einmalige Vermögenssteuer für den unter den augenblicklich obwaltenden Umständen gangbarsten Weg zur Bestreitung der einmaligen Ausgaben halte. Trotz mancher Preßstimmen kann ich auch noch nicht glauben, daß die deutsche Landwirtschaft in ihrer Mehrheit auf dem § 17 bestehen sollte; täte sie es, so würde sie damit aufs neue eine in ihrem Interesse tief bedauerliche Beurteilung ihrer Versicherungen von ihrer Bereitwilligkeit zu Opfern Hervorrufen, die nicht vorzugsweise andere, sondern sie selbst in gleichem Mäße wie diese zu tragen haben würden. Strutz beurteilt dann auch noch den „wundesten Punkt", die Veranlagung. Er meint dadurch, daß auf Grund der Veranlagung des Wehrbeitrages auch die neuen Matri- kularbeiträge auf die Bundesstaaten umgelegt werden sollen, würde für die Bundesstaaten geradezu eine Prämie auf eine schlechte Veranlagung gesetzt. Besonders sei auch die Frist von zwei Wochen für die Vernrögenserklärung viel zu kurz. Diese nicht von der Hand zu weisende Kritik des Regie- ruirgsentwurfes wird wohl auch im Reichstage Beachtung finden. v Au; den Reichztagsmirschüffe». :: Berlin, 9. April. Die Duellfrage und die jüdischen Offiziersaspiranten. In der heutigen Sitzung des Budget ans schu s s es antwortete der Kriegsminister bei der Beratung des Militärvoranschlags auf die Frage des Zentrums in Sachen der Duelle in der Armee: Seine grundsätzlichem Anschauungen, die er im vorigen Jahre mitgeteilt habe, seien selbstver- ftäüdlich nicht geändert. Das könne and} unmöglich von ihm in einer so ernsten Sache verlangt werden. Seine Zusage, zu efflomMBWBrwrvHseiCTmMimcasEezTaBEäjaKziasiHaraeBEeKKaeanKZCTSHGiaaHmgnfyx Arrnst, rvLAemchaft unb Ceben. — Ein vorgeschichtliches Trümmerfeld in Peru. In der Zeitschrift der panamerikanischen Union erstattet Charles W Gurrter Bericht über eine große vorgeschichtliche Stadt in Peru, die etwa 40 Kilometer von Lima entfernt ist und bisher einer planmäßigen Erforschung noch nidit unterworfen wurde. Currier hat die Stätte in Begleitung des durch ferne Ausgrabungen in Aeguador bekannten Professors Randolph Saville ausgesucht. Trotz der Zerstörungsarbeit der Jahrhunderte und der Verwüstung durch die Erdbeben gewähren biefe halb- verschütteten Ruinenfelder noch heute einen gewaltigen Anblick. Sie bedecken eine Bodenfläche von etwa 4 Quadratkilometer und liegen im oberen Tale des Rimae, in einer Zone, die heute unbewohnt, in alten Zeiten aber sehr dicht bevölkert gewesen ist Nach den peruanischen Sagen und Ueberliefernngen wurde diest Stadt zwei Jahrhunderte vor der Ankunft der Spanier durch die Inkas erobert. Sie erhielt später beit Namen Caxauiar- g-niNa, die „Stadt der Felsen". Ein großer Teil der Trümmer ist heute fast völlig unter Sandmassen begraben: aber einige Aeue her Stadt zeigen heute vollkommen gerade angelegte Straßen, die von Steinmauern eingefaßt sind. Hier und dort findet man auch die Ueberreste großer Tempelbauten und Festungen: viele von ihnen haben ihre Pyramtdenform bewahrt: den Zugang gewann man durch sehr lange breite terrassenartige Treppen. In gewissen Teilen des Ruinenfeldes flößt man bei Graoungs- versuchen sofort auf Schädel und menschliche Gebeine Die Geschichte dieser Stadt ist bis beute noch völlig unaufgeklärt. Man weiß nicht, von ivelcher Rasse sie begründet, erbaut und bewohnt wurde, ja cs ist möglich, daß sie bereits zerstört war, als die Inkas von den Hochflächen der Cordilleren lfmabstiegen und die Gegend eroberten. Das emsige, was sich bisher mit Sicherheit sagen läßt, ist, daß die Begründer emo sehr hohe Gtufc her Zivilisation erklommen haben müssen: denn darauf weiftdie regelmäßige und schöne Anordnung der Straßen hin und Nickst minder die Bauart der Häuser. Es bleibt zu hoffen, daß Eaxamarquilla, die tote Stadt, bald in das Bereich her wifsenschaftltchen ?yor- schung einbezogen werde und daß eine wissenschaftliche Mission an dieser Stätte altperuanischer Kultur methodische Ausgrabungen veranstalten möge. — Hervorragende Malereien auf einem alt- äghptischen Friedhof. Kunstwerke von ungewöhnlicher Schönheit und Eigenart sind durch die Ausgrabungen des eng lischen Arehaeologieal Snrveh zu M e i r, auf der Westseite des Nils, nördlich von Eshut zu Tage gefördert fworden, über die Max Maas in der Kunstchronik berickstet. 'Eie Todenstadt von C usae, dem heutigell Kusiya, enthält 6 Grabkapellen, von denen ih'iiiimii 1 tuwjzam.ii.1 mmihi prüfen, ob und inwieweit der Allerhöchsten Kabinetts- o r b r e von 1897 in der Praxis Reckstiung getragen werde, habe er erfüllt. Die Prüfung habe über sämtliche Fälle stattgefunden. In vierzel)n 'Fällen sei der "Anlaß, unerlaubter Verkehr mit Frauen gewesen, in 32 Fällen tätliche Beleidigung und in sieben Fällen wörtliche, aber sehr schwere Beleidigung. Daraus gehe hervor, daß, Zweikämpfe^ aus nichtigen Ursachen aus der Armee ansge- fdiicbcn sind. Seit 1897 sei in 71 Fällen ein Ausgleich herbei-, geführt und burd} Allerhöchste Entscheidung ein Duell vermieden worden. Nun liege die Schwierigkeit aber darin, daß es sich vielfach um Zusammenstöße zwischen Offizieren und Personen, die nicht dem Ehreiirat unterstehen, handle. In vielen Fällen sei die Zivilperson der fordernde Teil. In diesen Fällen habe, der Ehrenrat natürlich einen sehr geringen Einfluß. 2er Offizier sei wohl gezwungen, alsbald denr Ehrenrat Mitteilung zu machen, damit habe an sich der letztere Spielraum für das Eingreifen: aber das liege anders, wenn es fick) um Zivilpersonen handle und namentlich die Zivilperson der Schuldige sei. Eine Zivilperson einfach als satisfaktionsfähig zu erklären, dazu sei der militärische Ehrenrat nickst befugt. Nun bestehen selbstverständlich auch für einzelne Gruppen von Zivilpersonen Ehrenräte, z. B. für Anwälte usw., aber ein Zwangsmittel bestehe nicht, denn Geldstrafe könne vielfach feinen Zwang ausüben. 2 er Armee sei es selbst im höchsten Maße unangenehm, wenn in einem Ehrcnstreit ein Ausgleich nicht möglich sei. Im übrigen sei überhaupt in den Anschauungen des Offizier ko rps und seiner Mitglieder emo erhebliche Aende - rung eingetreten. Was man früher nur durch ein Duell erledigte, werde heute d u r ch b e n Ehrenrat zuM Ausgleich gebracht. Nur bei ZusanÄnenstößen mit Zivilpersonen gehe das schwerer an. Im einzelnen müsse bem Ehrenrat Spielraum gelassen werben, da das Verfahren viel Takt erfordere, schema- ftficrcn könne man das nicht. Der Beleidiger werde durchaus schärfer bestraft. Bei den Duellen zwischen aktiven £)ffixieren sei nur in einem besonderen Fall 'der Beleidiger nicht aus der Armee entfernt worden. Wenn eine Beleidigung nur aus der Absicht erfolge, den Offizier in seiner Stellung zu gefährden, so werde kein Ehrengericht den Offizier in diesem' Falle wegen Unterlassung des Duelles bezichtigen. In letzter Zeit häuften sich die Fälle, wo Ge s chä f t s p er s o n e n sich wegen geschäftlicher Angelegenheiten an die Ehrenräte wenden; diese werden grundsätzlich rücksichtslos zurückgewiesen. Der Kaiser habe bei jeder Gelegenheit seinen ernsten Willen bekundet, daß das Duell aus der Armee verschwinde. Das sei auch in der Neujahrsansprache geschehen, deren Ausführung nachher wieder in einem Kabinetts schreiben niedergelegt sei. Der Kriegsminister versichert, daß in der Armee energisch und ehrlich alles getan werde, um das Duell, soweit es irgend mit den Grunbanschauungen des Offiziers vereinbar sei, aus der Armee verschwinden zu lassen. An diese Erklärungen knüpften sich tangere 'Erörterungen, wobei namentlich der Fall des Grafen Königsmarck verhandelt wurde. Die heutigen Erklärungen des Kriegsministers sollen zu Protokoll gegeben iverbcn und die weitere g r u n d- sätzliche Behandlung der Duellfrage im Ausschuß erfolgen, wenn die Erklärung en des KriegÄninisters mit dem Material hier vorliegen werden. Eine weitere Aussprache fand im Ausschuß über die Z n - lassung jüdischer Reserveoffiziere statt. G o t h e i n schnitt wieder diese Frage, wie schon iüicberl>olt, an. Auch der Kriegs Minister erneuerte seine früheren Ausführungen. Tie Militärverwaltung trete durchaus ein für die völlige Gleichberechtigung und sei auch jederzeit bereit, in jedem einzelnen Fall in eine Prüfung einziitreten. Er sei aber nicht in der Lage, direkt in die Offizierswahl einzugreifen. Auch Vertreter des Zentrums wandten sich mit großer Schärfe gegen die zweifellos vorhandene Zurücksetzung silbischer Offiziersaspiranten. Vom Zentrum wurde angeregt, ob nicht bic Wahl der Reser ve- ofsizieredeui Reserveoffizierkorps entzogenund dem aktiven Offizier korps überwiesen werben könnte. Es würbe daburch manche Beschwerde, sei es über Zurücksetzung einer Konfession, sei es über ungleichmäßige Behandlung aus politischen Gründen verschwinden. Gegen diesen Vorschlag hätte der K r t e g § nt i n i ft e r Bedenken. Bei bet Marine liege die Sache ganz anders, weil die in Betrackst kommenden Persönlichkeiten vielfach schon burd) den Beruf als Kapitäne usw. ihre Qualifikation beweisen, währenb das aktive Offizierkorps der Armee bic persönlichen Verhältnisse der Bewerber nicht kennen würde. Ein Sozialdemokrat verlangt für bic Aus- 5 mit Reliefs und 1 mit Temperamalereien geschmückt sind. Die älteste Grablapelle, die der sechsten Dynastie angehört, die des „Pepiankh", weist Darstellungen von hervorragendem Interesse auf. Man sieht z. B. Pepiankh auf einem von 12 Sklaven getragenen Palankin; männlidie und weibliche Sklaven mit Hunden und Lieblingsaffen, von benen einer feinem1 Träger entwischt und auf das Dach des Palankins gehüpft ist, 'geben voraus. Tie übrigen Reliefs und Malereien aus der zwölften Dynastie sind von so wundervoller Freiheit und glänzender Teckmik, wie sie feine anderen bisher gefundenen Darstellungen an privaten Denkmälern zeigen. Die Entwicklung einer ganzen hervorragenden Künstlerschule läßt sich hier verfolgen, besonders in den prachtvollen naturalistisch gegebenen Fisch- und Jagdszenen und den Bildern von Beduinen mit ihren Viehherden. Erst in der jüngsten Kapelle tritt ein gewisser Manierismus hervor. Während früher die rote Farbe für das Fleisch vorherrschte, sind jetzt die Männer gelb getönt wie die Frauen. Die Menschen auf diesen Bildern haben schmale Taillen, volle Büsten und breite Hüften. — Ein Museum! für moderne Kunst in Florenz. Wahrend bisher in Florenz die Malerei der neueren Zeit noch keine würdige Stätte hatte, ist nunmehr nach langen Vorarbeiten die „Galerie für Moderne Kunst" eröffnet worden, die in der „Accademia de Belle Arti" ihren Platz gefunden hat. Wie im Cicerone berichtet wiro, erhält dieses neue Museum, bas an bie Stelle einer völlig unbedeutenden und so gut wie unbeachteten früheren Sammlung moderner Bilder tritt, vom Florentiner Magi ftrat und der Regierung jährlich ein Kapital von 30 000 Lire und wird in seiner Ankaufstätigkeit auch- toon einem1 neugebildeten Museumsverein unterstützt. Durch dieses Institut wird der schlagende Beweis dafür erbracht, daß Florenz auch im 19. Jahrhundert Maler besaß, bie sich der großen Uebcrlicferutig durchaus nicht zu schämen brauchen: es sind die toskanischen Impressionisten, die sog. Maccknajuoli. Sie, an der Spitze ihr großer Meister und Führer Giovanni Fattori, beherrschen die Säle, wenngleich neben ihnen auch andere Richtungen, die Romantiker und Akademiker, eine vortreffliche Ausstellung erfahren haben. Dankenswerte Be- rcid>erung erhält die Sammlung durch die ausgezeichnete Sammlung mi'obenier Bilder, die her Graf Diego Martelli hinterlassen hat. — KaPitän Scott (f) über bie deutsche antarktische Expedition. Melbourner Blätter melden, daß Kapitän Scott, der verunglückte Leiter der englischen Südpolarexpedition, noch kurz vor seiner Ausreise nach dem Süden Gelegenheit nahm, den unfteundlichen und unrichtigen Berichten der australischen Blätter über bic deutsche antarktische Expedition entgegenzutreten. Scott betonte ausdrücklich, daß Tr. Filchner ein Freund von ihm sei, und daß er ihm jeglichen Beistand für sein Unternehmen hätte angedeihen lassen, bevor Filchner London nähme in die Kadettenhäuser eine Vorschrift über bie Mindestzahl aufzu nehme über jüdischer B c tv e r - b e r. Bon freisinniger Seite wird dem widersprock^en, da man in dieser Partei solche Anstalten überhaupt nicht wünsche. Die Aussprack^c über diese Frage geht weiter, ohne daß noch Erklärungen aus dem Kriegsministerium gegeben werden. Nächste Sitzung Donnerstag. 2er Wahlprnftlngsaußschus; beschloß für die Entscheidung über die Giltigkeit der Wahl des sozialdemokratischen Abgeorbncten Pens- Brandenburg B c - weiserhebung. Die Entscheidung über die Wahl des national- liberalen Abgeordneten L a s e r-Angerburg erfolgte noch nicht; auch hier wird tvahrscheinlich weitere Beweiserhebung nötig sein. Tor Ausschuß für die Konkurrenzklausel der Handlungsgehilfen hat die Regierungsvorlage in erster Lesung erledigt bis auf die Uebergangsbeftimmungen, womit man nächsten Dienstag fertig fein wird. Aber bic enb gUtige Erledigung der ersten Lesung des A u s s ck) n s s e s dürfte erst bei Eintritt der P f i n g ft f c r i c n erfolgt fein, denn es sind noch bie zahlreichen Eingaben der Interessenten zu erledigen und die von der Regierung freilich schon abgelehnten Forderungen eines Verbots aller K o n k u r r en z k l a u s eln und der Einbcziehungdcrtcck)- Nischen Angestellten in dieses Gesetz; es liegen hierfür formulierte Anträge vor, die der Ausschuß beschlossen hat, erst bei Absckstuß der ersten Lesung zur Entscheidung zu bringen. In der heutigen Sitzung nahm der Ausschuß eine Entschließung an, bic einen Gesetzentwurf verlangt zur Erweiterung ber Unpfändbarkeit des Gehalts und Arbeitslohns der A n g e st e l l t c n und Arbeiter. Weiter wurde eine Bestimmung gefaßt, wonach die Vorsckwiften der §§ 60 und 63 des Handelsgesetzbuches über das Verbot des eigenen Handelsbetriebes, die Fürsorgepflicht der Prinzipale und den Fortbczug der Vergütung bei Krankheit usw. auch für Handlungslehrlinge gelten und Vereinbarungen, durch die diese für die Zeit nach der Beendigung des Lehr- ober Dienstverhältnisses in ihrer gewerblichen Tätigkeit beschränkt werden, nichtig sind. — 1 1 ■"'"■■■ — ........ ■■■'---- ■- Kirche und Sehrile. Die Inthronisation des neuen Erzbischofs von Köln. Köln, 9. April. Unter Teilnahme von über 200 Vereinen und in Gegenwart des Oberpräsidenten v. Rheinbaben, der Spitzen der'Militär- und Zivilbehörden von Köln, bei* Regierungspräsidenten von Aachen und Düsseldorf, der Oberbürgermeister von Aachen und Bonn, von Vertretern der Rheinischen Adels gen ossenscha ft, der evangelischen und jüdischen Geistlichkeit und von Reichs- und Landtagsabbeord- neteii fand heute die feierliche Inthronisation des Erzbischofs von Köln, Dr. Felix Hartmann, statt. Die Stadt ist mit Girlanden und Flaggen prächtig geschmückt, vor allein die Umgebung des erzbischöflichen Palais. Um 83/i Uhr wurde der Erzbischof in feierlichem^ Zuge aus dem Palais abgeholt; gegen 9 Uhr hielt er unter Glockengeläute und Orgelklang seinen Einzug in den Dont, wo ihn der Dompropst Berlage und das Metropolitankapitel empfingen und zum Sakramentsaltar geleiteten. Hier verrichtete der Erzbischof eine kürze Andacht. Er wurde bann zum'Hauptaltar und dem erzbischöflichen Thron geleitet, wo er Platz nahm. Hierauf wurde die päpstliche Präkonisationsbulle verlesen; dann zelebrierte der Erzbischof ein feierliches! Pontisikalamt, das durch Gesänge des Domchors verschönt wurde. Danach hielt der Erzbischof die erste Predigt an bie Erzdiözesanen, worin er u. a. des Karbirials Fischer, seines Vorgängers, rühinend gedachte und betonte, daß er das schwere Amt nur auf ausdrücklichen Befehl des Heiligen Vaters übernommen habe. Gegen 12 Uhr endete bie kirchliche Feier. Der Erzbischof fuhr in offenem Wagen nach dem Palais zurück, während, wie bei bem Zuge nach dem Dom, Militär und Vereine Spalier bildeten. Befferung im Befinden des Papstes Rom, 9. April. Die Besserung im Besinden des Papstes, bie schon heute morgen festgestellt wurde, hält an. Eine Schwester und bie Mchte des Papstes verweilten heute nachmittag drei Stunden im Vatikan. Die Aerzte untersuchten den Papst am Abend. Nach der Untersuchung er« verließ. Scott ließ sich iwch weiter über die Pläne des deutschen Unternehmens aus und trat für diese Expedition in der wärmsten Weise ein. Die Art, in der er dies tat, ist ein neuer Beweis der Uneigennützigkeit und des Edelmutes dieses tapferen Forschers. Ter Name Filchners wird übrigens mit einem Teil des Landes am Südpol verbunden bleiben. Wie man sich vielleichr noch erinnern wirb, hatte der Leiter der deutsckien antarktischen Expedition die Absicht, der von ihm' entdeckten Eisbarriere den Namen „Kaiser-Wilhelm-Barrierc" zu geben. Demgegenüber hat, wie wir erfahren, der Kaiser seine Wilünsmeinnng dahin geäußert, daß es nach Lage der Verhältnisse angemessen erscheine, bie Barriere Mit dem Namen des erfolgreichen Entdeckers zu bezeichnen. — Vom Urheberrecht her Künstler. Der Kampf der Maler und der Bildhauer um einen Ausbau des künstlerischen Urheberrechtes hat in Frankreich einen Erfolg zu verzeichnen, der von Bedeutung ist. Bisher erwarb der Käufer eines Gemäldes mit der Erlegung der Kaufsunimc auch die Urheberrechte des Künstlers, b. h. er gewann daS Recht, das Kunstwerk nachbilden zu lassen, ohne gezwungen zu fein, dem Künstler einen Anteil aus dem Gewinn zu gewähren. Der Untcrstaarssekretär der sckwncn Künste Leon Berard hat mm eine Verfügung erlassen, die bei einem Ankauf von Kunstwerken durch den Staat bem1 Künstler das volle Urheberrecht geroäfrrleiftet; nur der Künstler kann fortan über die Nachbildung seiner Werke verfügen, auch tvenn sie dem Staate gehören, und ohne Genehmigung des MnsÜers ist eine Vervielfältigung fortan unmöglich. Auch das Kopieren von Gemälden uiib Bildern, die sich im öffentlichen Besitze befinden, wird durch diese Bestimmung neu geregelt Im Interesse der künstlerischen Fortbildung wird jungen Künstlern und Kunstschülern zwar das Recht eingeräumt, Esemälde und Kunstwerke zu Lehrzwecken zu kopieren. Aber die Kontrolle wird vcrsck)ärft intb Vor allem wird bestimmt, daß solche Kopien niemals Verkauft oder in den Handel gebracht werben dürfen. „ " cke "Rickert - Stiftung zurUnterstützungvori Volksbibliothekcninunbemittelten Gemcinbcn", bic von dem- Vorstände der Gesellsckzast für Verbreitung von Volksbildung (Berlin, Lüneburger Straße 21) verwaltet wird, erstattet ihren zehnten Jahresbericht. Konnte die Stiftung im ersten Jahre ihres Bestehens (1903) 96 Bibliotheken unterstützen, so erhielten im vorletzten Jahre 624 und im letzten Jahre 646 Büchereien eine Zuwendung. Die Zahl der überwiesenen Bücher stieg von 1036 im Jahre 1903 auf 7893 im Jahre 1911 und 8370 im Jahre 1912. Insgesamt hat die Stiftung in den zehn Jahren ihres Bestehens an 2537 Bibliotheken 36 042 Bücher unentgeltlich abgegeben. Deutsche» Reich. Eine Spionage-Einrichtung in den N e i ch s l a n d e n. Die „Vossische Zeitung" berichtet aus Straßburg: Aus einer zuverlässigen Quelle wird bekannt, daß eine drahtlose Verbindung zwischen dem Eiffelturm und Kolmarer'Privathäusern entdeckt worden sei. Der Chef der politischen Polizei hat sich mit der Sache bereits befaßt, deren Akten gegenwärtig im Ministerium liegen. Es handelt sich offentundig um eine Spiv- nagegeschichte. Die Zweite Kammer des elsaß-lothringischen Landtages sprach sich am Mittwoch mit allen gegen vier Stimmen bei einer Dtininrenthaltung für die Beibehaltung des JesuitengeseyeS aus. Zur Frage der Erteilung von Jagdscheinen an Ausländer erklärte der Unterstaatssctretär Mandel, daß die ewigen Ausnahmen aufhören müßten und die Bestimmungen fortan nach dem Wortlaut des Ge- setzes gehandhabt würden. Zur Frage der konfessionellen P h i l o s o p h i e ^P r o f e s su r gab der Kurator der Universität, Back, die Erklärung ab, daß die Regierung die Verträge halten werde, solange sie bestehen. Ter Kaiser und Pächter So Hst. Die „Berliner Neuesten Nachrichten" veröffentlichen den Wortlaut deS vom C a d i n e r Pächter S o h st der Gutsverwaltung gemachten Vergleichsvorschläge. Daraus geht hervor, daß die Initiative zu den Vergleichs- Verhandlungen nicht von d-er Cadiner Verwaltung. sondern von So Hst ergriffen worden ist und daß sic 120 000 Mk. Abfindung, 15 490 Mr. Entschädigung für den Rücktritt Sohsts vom Packnvertrag, ferner die Vergütung für lebendes und totes Inventar, sowie für Saat und .Kunstdünger betreffen einschließlich Rückzahlung der Sohstschen K-aution von 5000 Mk. AnsLanö. Der Gott hardver trag. Der schweizerische S t ä rr d e r a t ratifizierte den Gotthardvertrag mit 33 gegen 9 Stirn men nach dreitägiger Beratung. Damit ist der Vertrag seitens der Schweiz endgültig ratifiziert. Jahresbericht der Srstzh. yeff. GeMrdeirrspekttonen v. ueber Streiks, Aussperrungen, Lohnbewegungen u. bergt, lesen wir in dem Bericht folgendes: In einer Metallwarenfabrik erklärten sich sämtliche 13 0 Arbeit e r mit dein Vertrauensmann der Organisation, der mit dem Meister in Streit geraten nnb deshalb entlassen uwrden war, solidarisch und legten die Arbeit nieder. Sie verlangten die Wiedereinstellung des Vertrauensmannes. Nach neuntägigem Ausstand nahmen sie aber, ohne daß ihrem Ansinnen stattgegcben wurde, die Arbeit wieder aus. An dem allgemeinen P f l a ft e r e r st r e i k in Frankfurt und Umgebung beteiligten sich in der Provin; auch die 50 Pflasterer bei dem Straßenbau der Stadt Vilbel. Er dauerte 3 Wochen. Die Arbeirer forderten für Taglöhner 50 Pfg. und für Pflasterer 75 Vfg. Stundenlohn. Sie erlangten 47 Pfg. und 70 Pfg. Durch die allgemeine S ch n e i d e r a u s sp e r r u u.g wurden in der Stadt Gießen in 13 Betrieben zusammen 98 Gehilfen auf die Dauer von 4 Wochen ausgesverrt. In einem M a u r e r g es ch äf t in Friedberg stellten die der freien Gewerkschaft augebörenden Arbeiter für die Ausführung von Betonarbeiten besondere Forderungen und streikten (zusammen 68 Maurer, Bauhilfsarbeiter und Zimmerleute) vom 9. Mai bis 8. Juli. Durch den Vorsitzenden des Schiedsgerichtes in Frankfurt kam nach langen Verlwudlungen ein Ortsvertrag für den Kreis zustande, wonach den Maurern und Zimmerern ein Lohnzuschlag von 6 Pfg. und den Bauhilfsarbeitern ein solcher von 4 Pfg. gewährt wurde. Zwei Streitende, die Arbeitswillige belästigt hatten, wurden vom Gericht zu 5 und 14 Tagen Gefängnis verurteilt. In acht schreiner Werkstätten zu Gießen traten von 54 Gehilfen 48 nur die Dauer von 8 Wochen in den Ausstand. Sie verlangten Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit um 4 Stunden und Lohnerhöhung. Sic erreichten den Abschluß eines Tarifvertrags bis zum 15. September 1916. Die Brauerei von I. H. Ihring in Lich, deren Tarifvertrag am 1. März 1912 abgelaufen war, hat einen neuen bis zum 30. April 1916 taufenden Tarifvertrag mit ihren Arbeiten: abgeschlossen, der hinsichtlich der Lohnhöhe nicht unwesentliche Verbesserungen für die Arbeirer gebracht hat und auch die Arbeitszeit durch Gewährung einer halbstündigen Beiperpause, die früher bei gleicher Arbeitsdauer nicht bestand, kürzt. Die Sonntagsarbeit, die früher nur, wenn sie mit 50 Psg. für die Stunde, länger als drei Stunden dauerte, besonders berechnet wurde, wird nunmehr bis zu zwei Stunden mit 50 Psg. für die Stunde, für jebe weitere Stunde mit 60 Pfennig bezahlt. Lluch im übrigen rveicht der neue Tarifvertrag gegen den früheren, der im Jahresberichte von 1907 auf Seite 108 abgedruckt ist, noch in einzelnen Punkten ab. Tie r> r g a n i f i c r t c n 3 i g a r r c n )' o r t i c r c r einer großen Fabrik erreichten durch Verhandlung ihrer Verbandsleiter mit dem Firmcninhaber eine Alkordlohnerhöhung von 10 Pfennig für das Mille, was einer Lohnerhöhung von 2—3 Mk. wöchentlich gleichkommi In drei Schlossereien, barunter zwei größere Kunstschlosser ei en der Sladr Gießen, schlossen die organisierten Arbeiter (etwa 30) durch den Metallarbeite^-verband mit den Meistern einen Lohntarif bis znnr Jahre 1914 ab, durch den ihnen die 9V2ftünhige, SamStags die 8>-stündige Arbeitszeit und wesentliche Lohnerhöhungen zugebilligt wurden. Die Stundenlöhnc betragen 32—60 Psennig. Die übrigen Meister der Stadt unterzeichneten diesen Tarif nicht. Ein I n st a l l a t i o n s g e s ch ä f t in Bad-Nauheim traf mit seinen Arbeitern besondere tarifliche Vereinbarungen, die weit über den Prahmen der Arbeitsordnung hinausgehen und besonders hohe Konventionalstrafen für den Fall des Kontraktbruches und bei mangelhaften Aksoroarbeitm feststem. Soweit der abgeschlossene Tarifvertrag Erfordernisse der Arbeitsordnung, z. B. andere Bestimmungen übci die Arbeitszeit enchielr, wurden diese in die Arbeitsordnung entsprechend aufgenommen. 'Ter imi Vorjahre erwähnten neu geschaffenen Organisation hon etwa 100 der Arbeiter mehrerer Steinbruchsbetriebe, in Kcsselbach und Umgebung aelano es, im Berichtsjahre mit ihren Firmenintabern einen schriftlichen 'Arbeitsvertrag abzu- schließen, der eine Lohnerhöhung von 20 Prozent brachte. Zur Regelung von Meirrungsverfchiedenheiten ist in jedem Bruche von den Arbeitern eine Schlickstungskommission von 3 Mitgliedern gewählt. In der Stadt Alsfeld haben sich bi1- dortigen Tab a k- u nb Zigarren a rbei t e r zweier Betriebe dem Deutschen Tabakarbciterverband aiigcschlosfeu. Tie bonigeit gewerkschaftlich organisierten Arbeiter planen die Gründung eines GewerkschaflS- karteLs und GewerkschastsHanfes. Härte Tr. Murchia-Favs, der Zustand deS Heiligen Vaters sei befriedigend. Das Fieber fei heute abend nicht zurück- gekehrt. Aus Stadt und Land« Gießen, 10. April 1913. ** Erledigte Lehre rMe llen. Eine mit einem kath. Lehrer zu besehende Lehrerstclle an der Gemeindeschule zu Talheim. Eine mit einem evang. Lehrer zu besehende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Beuern, mit der Organiftcudieust verbunden ist. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrer- steile an der Gemeindeschule 511 Grüningen. Tem Gemeinde Vorstand fleht bas 'Präsentationsrecht zu. Mit ber Stelle ist Organistcndienst herbunben. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstclle an der Ostmciudes^ule zu L i u d h c i m. Eine mit einem evang. Lehrer zu bcsetzenbc Lehrerstclle an der Gemeindeschule zu Radmühl, deren Inhaber eine Ortszulage bewilligt werden kann. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrersteile an der Gemeindeschule zu M e tz l 0 s , mit der Kantordienst uerbinibcii ist. Dem Inhaber ber Stelle kann eine Ortszulage bewilligt werben. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an ber Gemeinbcschule zu G u n z c n a u mit der Organisten-, Lektor- und Kantorbienst verbunden ist: deren Inhaber kann eine Ortszulage bewilligt 1 verden. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstclle an der Gemeinde- fchule zu Hartershausen, mit der Organisten- und Lettor- d.enst verbunden ist. Dem Grafen zu Schlitz genannt zu Görtz steht „das Präsentatiousrecht zu. Tic K r i c g e r k a m e r a d s ch a f t Hassia versendet so- ebcn ihren vorn ersten Schriftführer Dr. Vogt erstatteten I a h r e s- 0 c r r a) t über das 38. V e r b a n d § j a h r 1912, der zunächst ne Rechuungsablage über die Verbanoskasse und sämtliche Stift tungen enthält nnb in ber Einleitung auf bic Notwendigkeit einer gröberen Verbreitung der Verbandszcitmrg hinweist, deren Auflage von 12 000 auf 18 000 gestiegen ist. 1912 sind dem Landesverband 11. Vereine mit 461 aktiven und 31 passiven Mitgliedern neu bei- getreten, alles Vereine, biejm Laufe des Jahres entstanden sind. 5'ünr dieser Vereine sind Spezialwafsenvereine, drei davon allein in Mainz gegründet. Ter Bestand der Hassia am Schluss? des Vereinsjahres ergab folgende Zahlen: 979 Vereine mit 63 917 aküren (Eiche 1911: 63 085> und 6413 passiven (Ende 1911: 6338), zusammen 70 330 Ende 1911: 69 575) Mitgliedern. Der Zu- wachs beziffert sich sonach auf 755 Mitglieder. Das Vermögen betrögt jetzt insgesamt 301 587,07 Mk, was gegenüber dem Stand von 1911 ein Mehr von 16 277,72 Mk. bereutet. Tie Vereine bczisserten ihr Kapitalvermögen (Smb; 1912 auf 660 415 Mk. gegen 617 299 Mk. am Schluss? deS Jahres 1911. Die Hassiastcrbekasse Ifbrcitet in ihrer Entwiälung ruhig fort. Das Jahr 1911 schloß ab lui* einem, Stand von 19 523 versicherten Personen unb 4 974 312 Marl Vevsicherungskapital. Zurzeit hat bic Sierbckassc einen Stand vor' 22 702 Personen und 5 836 915 Mk. Vcrsicherungs Sterbegelder wurden im Jahre 1912 ausgezahlt in 233 Fällen 44 026,86 Mk., int ganzen bis jetzt seit Bestehen der, Kasse -1. Oktober 1907) 114 183,86 Mk. — Die Mitgliederversammlung für 1913 Ist auf Sonntag, l. Juni, nach .Hirschhorn am yZecfar ein berufen. Ter Voranschlag schließt mit 76722,14 M. ab. Für Wohltätigkeitszwecke stehen 1913 zur Verfügung: Für Unterstütz!'.ng laut Voranschlag (einschließlich Zinsen der Prinz- Ludwig-Stiftung) 14 500 Ml., für Veteraneniuuerstützungszulagen 5800 Mk. für .Kvnsirmatiousbeilnlfen 5502 Mk. und für Lebens- versicherungspolizen ans ber Ernst Ludwig-Eleonoren-Stiftung 548 Mk., zusammen 26 350 Mk. _ ** Gießener V 0 ltSbad. Im ersten Vierteljahr dieses Jahres betrug die Besucherzahl des VolksbadcS 28508 (gegen 27 724 im gleichen Zeitraum des Vorjahres) oder täglich im Durchschnitt 317 (305) Badogäste. Von den verabreichten Bädern entfallen auf Schwimmbäder 12108 (11800), Wannenbäder 4789 (4422;, Brausebäder 7407 (7805), Medizinische Bäder 567 (529) Volksbäder in der Schwimmhalle ä 10 Psg. 3137 (3158). Die Personcn- wage wurde 900 mal (750) in Anspruch genommen. Tic Besichtigung der Anstalt kam nur vereinzelt vor. * * Hessen i n A m e r i k a. Im deutschen Hospital in New Vori -starb am 22. März int Alter von 61 Jahren Jnaciucur Wilhelm Baur. Er war in Gießen als Sohn deS bekannten Thcvlogieprofessors Tr. Wilhelm Baur geboren. Dem Weinheimer Senioren-Konvent der Korps an Technischen Hochschulen gehörte er bis 3mit (Silbe als treues Mitglieo an, auch oem New Zorker Zweigverband des W. S. E. Im Jahre 1878 kam Baur nach New Port nnb sand Besckwftigung als Techniker in Zuckerfabriken. Die Entwicklung der amerikanischen Zuckerraffinerien ist größten-- teils seinem Genie zu danken, namentlich die auf dem Gebiete der Rübenzucker-Fabrikation. In Amerika hat er mindestens zehn Zuckerfabriken gebaut und eingerichtet, in allen einschlägigen Fragen galt er als erste Autorität. Eine ganze Reihe deutscher Vereine verliert in dem Gestorbenen rin geschätztes Mitglied. Baur hat auch an dem siebziger Kriege als Einjährig-Freiwilliger teile cito nun en. — In New Bork verstarb int Alter von 72 Jahren die ans Griedel stammende Frau Derrn. Karoline Craemer. — Die D e u t s ch l a n d f a h r t des Hessen-Darmstädter V 0 l k s s e st - V e r e i n s ist nun soweit vorbereitet, daß der Erfolg gesichert ist. Ter Reiseausschnß hat die letzte Versammlung abgehalten. Da die Einladungen von Behvrben für Empfänge und von Vereinen und Privatpersonen von Darmstadt, Mainz, Bingen, Rüdesheim, Koblenz und Frankfurt zuviel Anstrengungen an die Teilnehmer stellen würden, wurde beschlossen, die Betrasfen den zu bitten, diese Festlichkeiten zu beschränken. Der Bericht des Reisemarschalls wurde mit großer Befriedigung eutgegen- genommeu. Heber 70 Personen haben Einzahlungen gemacht und über 30 Anfragen und Anmelouitgen, namentlich aus Chicago, St. Louis, Toledo nsw. liegen vor. Kreis Büdingen. (H) Büdingen, 8. April. Zur Erledigung einiger eiliger Angelegenheiten war auf heute mittag 5 Uhr wiederum Gcmeiiche- ratssitzung einberufen worden. Wieder stand die Bahn frage H a n a u - - B ü d i n g e n auf der Tagesordnung. Hierzu führt Gemcinderat Rullmann aus, daß er für einen zustimmenden Beschluß zu haben sei, wenn die am meisten interessierten (ssemein- den die Bedingung fallen ließen, nur 40°/» der Kosten zu Gunsten der Stadt zu übernehmen, idcuu diese mit 1 . der Kosten heran» oc3ogcn würde. Auch die übrigen Anwesenden geben zu diesen Äussührungcn ihre Zustimmung. Tie Bürgermeisterei wird beauftragt, unter dieser Voraussetzung weitere Verhandlungen zu führen. Im ganzen leuchtete heute die Stimmung durch, daß man im Gemcinderat bereit wäre, eine Summe zu bestimmen, über die hinaus die Gemeinde nicht zugezogen werden könne. Weiter wird die Bürgermeisterei beauftragt, bei der Gesellschaft für Bahnbau und Betrieb Erhebungen anzustellen, was gefchehen solle, wenn die Bahn nicht rentiert, nnb was von den Olemcinden gefordert würde, um den Betrieb lebensfähig zu erhalten. Tie Bcschluß- fassimg wird bis zur Klärung dieser Fragen ausgesetzt. Bei der F e l d b e r e i n i g u 11 g O r l e s h a u s e n hat es sich hcrausgestellt, daß die Gemarkungsgrenze Orleshausen Büdingen auf eine große Strecke auf das recht? Ufer der Seemenbach überspringt. Durch die jetzig? Feldbercinigung foll die Grenze in die Mitte des Bachbetts gelegt werden. Dadurch erwächst der Gemeinde Büdingen die Verpflichtung, die .Hälfte der Kosten zur Ausräumung des Baches beizutragen und die Unterhaltung des einen Bachufers ganz zu übernehmen. Der Gemeinderat lehnt den Antrag auf Grenzverlegung ab. Ebenfo wird ein nxntcres Gesuch des Wilhelm Knaf II. um Gewährung von Loosholz abgelehnt, da die bestehende Ortssatzung sich dagegen ausspricht. Gutspächter Rodrian zu Erbacherhos ersucht um einen Beitrag zur iChaussiening ciine# Feldwegs in ber lO^einorfung Büdingen, der ganz nahe an seinem Hof vorbeiführt. Das Gesuch wird ab» gelehnt, da bic Gemeinde nur verpflichtet sei, den Weg in einem fahrbaren Zustand zu erhalten. .Hierbei wird daraus hin- geinte)en, daß auch diese Verpflichtung nicht nötig wäre, wenn |. Z. von dem früheren Bürgermeister rechtzeitig Einspruch dagegen erhoben worden wäre. Die Versäumnis dieses Einsvruckis hat damals die Gemeinde 21 000 Mk. gekostet. Der von Architekt Mockciihaupt angefertigte Entwurf für eine Gedenktafel zur EhrungderVcterancn liegt dem Gemcinderat vor. Sobald ber Kostenanschlag vorliegt, wird die Ilnfertigung beschlossen. Im Juni d. I. feiert der hi es. Veteranen- unb Militärverein sein 40 jähriges Stistungsseft. Bis dahin soll die Tafel fertig und im Rathaussaal aufgestellt fein. Kreis Alsfeld. OK. Alsfeld, 8. April. Die Baumblüte hat jetzt auch in unserer Gemarkung eingesetzt. Besonders die frühen Kirschensorten zeigen sich schon in vollstem Blütenschmuck. Aber auch an den übrigen Obstbäumen brechen die Blüten mit Macht her vor, so daß bei anhaltendem lvarmen Wetter bis Mitte April wohl sämtliche Obstsorten blühen werden. — Ermenrod, 9. April. Unsere Gemeinde hat eine eigene Schäferei, aber nicht im gewöhnlichen Sinne; sie verpachtet das zur Schäferei gehörige Gelände an auswärtige .Herdenbesitzer und bedingt dazu, daß hiesige Schaf- benljer ihre Schafe der Herde zutrciben dürfen. Gegenwärtig kam eine starke Hammelherde aus dem Bayerischen hier in unserem Felde an mit einem eigenen Schäfer. Wenn im Herbste die Weiden zu Ende gehen, werden die Schafe wieder pirückgeführt. Bei den Schafen hat die Fleischteuerung eine Preisstufe geschaffen, die gegenüber den Preisen vor zwei Jahrzehnten das Doppelte beträgt. x BonÄerOhm, 9. April. Die Kirschen, Bogel- kirschen, beginnen ihre weißen Blüten zu öffnen. Wäre die Temperatur so geblieben, wie Ende März, die Kirschbäumc stänbcn in voller Blüte. Nun läßt sich auch der Blütcnansatz der übrigen Obstbäumc übersehen und die Aussicht der lommenden Obstenttc feststellen. Der Fruchtansatz unserer Obstbäume ist nicht besonders reich. Die Birnbäume und auch viele Apfelbäume weisen wenige Tragknospen auf. Besser sicht es bei den Zwctschcn aus, von denen der vorige Soerbft hier eine Mißernte brachte, wahrend andere Gegenden einen liebe 13egen hatten. Uebrigens hängt die Obsternte weniger von dem Maße der Fruchtknospen ab als vom Wetter während der Blütezeit. Kreis Lauterbach. = Laut erb ach, 9. April. Am 26. August 1863 stürzte hier beim Aufräumen eines fett längerer Zeit außer Gebrauch gesetzten Zieh b r 11 nnen s dessen unteres Gemäuer ein und zog das obere Mauerwerk und soviel Erde und Steine aus der Einfassung nach sich, daß fünf .Arbeiter verschüttet wurden. Zwei der Verschütteten wurden infolge der Hilfeleistung lebend und ohne bedeutende Verletzungen ans den Trümmern hervorgezogen, die drei anderen aber konnten nur als Leichen, der letzte erst nach zweitägiger anfircngenbei* und gefahrvoller Arbeit, ausgefunden werden. Bei dielen Rettungsversuchen haben sich 5erb. Bauer, Ioh. Duchardt, Hch. Melchior, Konr. Rosenbaum ft, Konr. Rosenbaum II., Hch. Stein, Dav. Hofmeier und Werner Hanitsch, sämtlich von Lauterbach, durch Mut und Ausdauer hervorgetan, indem sie in den verschütteten Brnnncu hinabstiegen und^ an Wegrünmung des Schuttes arbeiteten, tvas mit großer Lebensgefahr verbunden war, weil rings um die Oeffnung der stark gelockerte, mit Steinen vermischte Grund, unter dem die Mauer zufamm en gestürzt war, teitweisVüber- hing und manchmal in bedeutenden Massen nachrutschte, und unter dem zusammengestürzten Mauerwert ein wohl 20 Fuß tiefer, teilweise hohler, teilweise mit Wasser angefülltev Raum befindlich war. Besonders hat Fero. Bauer durch Beispiel und Zuspruch seine Genossen ermutigt und an- gecifcrt. Auch der später hinzugekommene Brunncugräber Hch. Val. Hedrich aus Wallenrod legte Lei ber Ausgrabung der zuletzt gefundenen Leiche, namentlich bei den Bemühungen, weiteren Einstirrz zn verhüten, eine anerkennenswerte Tätigkeit an den Tag. Der iGroßhcrz^g hat als Anerkennung für die mutvolle und menichuifreundlichc mit Lebensgefahr verbundene Mitwirkung bei Ausgrabung der Verschütteten dem Ferd. Bauer dack allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für Rettung von Menschenleben" verliehen und feinen *üd)t Genossen Geldprämien bewilligt. d. Bermutshciin, 9. April. Dein Landwirt Andreas Popp gingen, als er am Nachmittag auf einem Acker mit Pflügen beschäftigt war, seine beiden Kühe durch. Er ivollte die scheu geworbenen Tiere halten, kam jedoch dabei so unglücklich zu Fall, daß er einige Meter geschleift wurde und hierbei einen Beinbruch am Oberschenkel erlitt. Kreis Friedberg. -l. R odh ei'nüv. d. $>., 8. ?lpril. Die Ziege des Kreisftratzcn- wärters Franz Mcsenbcck brachte ein Zicklein mit vier Augen zur Welt. Wo bei anderen Ziegen die Hörner wachsen,I>lickeii hier noch einmal 2 Aeuglein neugierig um sich. Tas Tierchen ist recht wohl und munter. Hessen-Nassau. fc. Höchst a. M., 9. April. Der Sturz der Schweine- preisc auf dem Frankfurter Viehwarkr am letzten Montag, über'den wir berichtet haben, hat hier bei den Metzgern eine bedeutende Wirkung verursacht. Die Fleischer-Innung in Höchst beschloß, den Preis für das Pfund Schweinefleisch von einer Mark auf 80 Pfennig herabzu- setzen. veremrnachrichten. Der Artillerie-Verein G i c s e n hielt oni SamL- tag eine gut besuchte Monatsversammlung ab. Eine Einladung des Vereins ehemaliger Artilleristen an der Wesermünduna -- Sitz Bremerhaven — lag vor, wonach der Verein beabsichtigt, vom 14.—16. Juli 1914 zu $1-em er tauen einen „Ersten Tcutfdyeii Artillcriften-Appell" zu veranstalten. Hiermit soll eine Fahrt entlang der Wasserkante und nach Helgoland v'erbuirden werden. Etwa 400 De 11 ische Artilleristenvereine, ber deutsche Kriegerbund in New Bork, sowie deutsche Artillerie-Vereine in den. Kolonien, haben ihre Zusage bereits gegeben. — Tic Monatsversanimlung beschloß, ber Einladung Folge zu leisten, eine Reisekasse wurde gegrüuSct. Nach Erledigung .ber Tagesordnung hielt Herr Bei'ge- mann einen Vortrag über seine Erlebnisse im Kriege 1870/1871. Er tat an diesem als Geschütz- bezw. Zugführer bei der 1. reitenden Batterie des Rhein. Feld-Art.-Rcgts. Nr. 8 teil genommen, unb ist mit dem eisernen Kreuz ausgezeichnet worden. Klein-Linden, 8. April. Ter Kriegervercin hat beschlossen, bas Bezirksfest zu Garbenteich und das Verbandssest des .Hüttenbergs zu Lützellinden zu besuchen. Denr Antrag des Verbands wegen Einführimg des „Hessischen Kamerad" steht der Verein sympathisch gegenüber. Dein Vorstandsmitglied Wilhelm Weigel wurden zu seiner silbernen Hochzeit Glückwünsche übersandt. Ter Voriitzenbe brachte ein Hock auf Weigel und seine Familie aus. 11. Offenbach, 8. April. Der Zweigverein vom Vogelsberger Höhenklub hielt gestern feine Haupt- ver s a in' m l n n g ab. Nach dem durch den 1. Vorsitzenden, Lehrer Ludwig Der n, erstatteten Jahresberichte ist die Zahl der Mitglieder von 185 auf 210 angewachsen. Der Verein tat im letzten Jähre einem! Zuge ber Zeit cntfpredienb Iugciidwonderungen unb vor allem Vvlksschüleiioandei'ungcn neu in sein Programm aufgenommen An den 12 Vereinswanderungen nahmen laut Bericht des Wanderineifters Fr. Seim 688 Personen teil, von denen eine Anzahl sämtliche Touren mitgegangen war. Tie Rechnung, abgelegt bureb den Kassenwart Hermann Stahl, zeigt? 1528,79 Marl Einnahme, denen 1460,22 Ml. Ausgabe gcgenüberftonbeit, so daß ein Ueb er schuß von 68,57 Mk. verbeibt trotz der recht erheblichen Aiiswelwungcn für gemeinnützige Bestrebungen. Für die Errichtling des E nist-Ludwig-Turm es auf tat .Herchenhainer Höhe wurden hier bis jetzt 900 Mk. aufgebracht. In den Vorstand würbe nei,gewählt Kaufmamr I. S chri tz unb Lehrer Heintzcn- Die Mder-M Die 1 Sie ivoti1' Kien. S sel-c W «• W« L°Mt butttrtben als * bcki'ndck« S nrt Pfarrgarten g oefta^en ®oritafiw m-dft" d°ZA s D. von lM.s« Wr. von der Uebertteli bic Dcsshmenbcit von. bas Schlackten mti & unter die VerordE f beutinen Verlockung» ihre Erheimg. In der $ripatfiflgä gegen den ff. ~ OTOt da- »-.m-» A gerichts.curuck r*1 non der ihm,n ckem teÄsveröffeutluhunq keine Vegru Ott' Kcnall I ® bic Man K. ft daselbst tamer tzvb M fteiwreck unb verurteilte die Ängek Berut In ber Privatklogeii gegen die P. R. da>eft . iv:il die Privatklac habe. Tie Sttaslainmer feststellbar war. daß hi geklagte beleidigende A vv* 1 Es wird sortgesaln Naak. Dieser wurde ci baut von über 400 OOC sitzende fragt nach den bank, imb ber Angella! Bant Gejälliglciten erw dar. bic Bank ein snlc auigerorber: ,;n fern. Tr der nnb B saniert vcoiber. Bei di dn 51an nuhß gtar^t Wxv B V.V.G. sein geiamtei T,ark, die n von war es kbinlir Verbindungen ;u lose bn dreiem Geschäft ch erzielt hat. Es wird eigenartig sei. wir > kommen zu schlieren ^T-I,at b,’r' Me beiessen, mit d Werte hat er 11 Mnb ihm dm 1 ^Julahonm mjt bi Wiederholte Anfrage 1 .^kmacht We, wenn m- 'MI wollte £ LZE tcidiger ^^ort n Mer S< M 5um'4y°9ten' Ät Ä;.u,n erb >°ar sch Ä'tcJ los ^ Befreien I^il sagten. Er^kul er > eine S damit L."' die unb 1 lein. 9; y.sÄ -in« 'däterb n ^ann w toü; btauftv’durch R feöss 'Äechtem a -cin einem K'.-O» stände i,-': >A S'Q500Ä"fi fer.w? %6$ ÄA «6 ?' äSS- b° & octeih» ach öri "Hirn ÄÄ 'S die tz^d'eieg st ira ft«' ^ahit hl 1 ’etti9 unb im 84-90 46-50 89-95 50-55 . 47.00-49.00 96—98 74—76 nach Es fi arbeit an: 1. Lebensjahr: Sie kennen doch, alle Justas von Liebig? 829" 'Ät* Meteorologische Veobachtungen der Station Sieben. 66—73 60—69 35—40 30-34 46-50 43-45 74—80 85—89 74—76 74-75 77—83 73-76 64—66 59—62 54—58 49-53 Sh ix be c Ü011X ; 2.—15. Jahr Preise «ir 100 Psd. Lebend- Schlachtgewicht Schale 23, Schweine 520. Geschäft mittel. to d) a Weidemastschafe: Maslläntmer rind Akastharnmel Schwer» 41—44 45—49 Mk. 93—96 91—95 Altzust 1863 legerer Zeit Mi en unteres rnd soviel Erde • fünf Arbeiter lviirdcu infolge c Verletzungen anderen aber cd zweitägiger bilden werden. '■ Zauer, M . Wnr. Roscn- 'rner Hanitsch. ^dauer hervor- ti hinabstiegen :ten, was mit rings um die Mischte Grund, , Kiiroeiinibm wchrutschte, und ein wohl 20 Faß iicr angeiülltec d. Zauer durch nurigt und an- Zrunnengräber icr Ausgrabung i bei den Jene anerkennens ht als An- rainblW mit iSmxMiig bet i Ehrenzeichcn . ’/'/oCT" '02T* en beEgi. mbroirt Andrea? einem Acker mit he durch. 6r am jedoch dabci : geschleift würbe iM erlitt. f> e r g, her ""iT-rTiiT>e Mindestbeitrag toiirbe von 3 aus 5 Mk. erhöht, da lünstigbin der dovpelte Beitrag an den Hauvtverein abgeführt werden rrrufa Dafür wird jedem Mitglied die Vereins- zeitschrist kostenlos zugcstellt. An m.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gieren gebrachte Kraule kommen. 107—110 98-103 92—98 83—90 lieben werden buhten. Au Acvfel und Einlegeschweiue (Läuier) nngefabren. Tie Preise waren icbr hoch, so daß trotz der qvonen Nachfrage der Berkaus sehe jchlevvend ging. Werfel von 7 — 8 Wochen hatten einen Preis von 65—70 N!k. das Paar, während für Lauser 100—105 Alk. gefordert wurden. ch. Nicdcr-Zugclheim, 9. April. Ter S p a r g e l - G r o ß- markt wird am Donnerstag, 17. April, eröffnet. Zum Angebot iverben in der ersten Zeit neben größeren Posten Spargel auch große Menaeu Nhabarber gelangen. F.C. Wiesbaden. Viehhok.Marktbericht vom 9. Apnl. Au'tneb: Ntndsr 55 s' »«K,t *?1' 0®. W 6W. *" bi« i„ in" roiebei ^"ecung cmr ei,en °or zwei ^n.zsvgel. ^.'Saredie -^lutenansah Aussicht brr tauiatz unserer inibcume unb Mospen auf ncn der vorige andere Grgen- ongt die Dbst, nospen ab als Der ZtallmamMSZeh. ' Berlin, 9., April, Die heutige Verhandlung begann mit einer Ueberrafchung für die Zuhörer. Vor Eintriit in die eigentliche Verhandlung teilte R -A Mever I mit, daß Graf Wolff-Metternich vor Gericht erscheine, falls der Gerichtshof auf seine Anwesenheit und Auslage Gewicht lege. Tas Gericht behielt sich die Beschlußfalftrng vor Hierauf nahm der Verteidiger Stall m a n n s, R.--. Tr. Werthauer, das Wort »u seinem Plädoyer. Er ging davon aus, das; der Vertreter der Anklage felbst zugegeben fcbe,_md)t in der Lage ,’,n sein, einen direkten Beweis für die Schuld «lall- manns zu erbringen, sondern sich auf einen I nd rz i cnbeweis bc - schränken müsse, der sich wieder ans das gegen, Buies gciallic Urteil stütze. Das Urteil gegen Bujes bezw. dessen <.egruiidung beweise aber die Unzuverlässigkeit dos indirekten Beweises. ~er Eindruck der Darlegungen des Staatsanwalts sei ber, bau es wohl so gewesen sein könne, wie die Anklage ainnmmt, bar, es aber nicht so gewesen sein müsse. — R.-A. Bahn bezeichnete ebenfalls die Anklage als ungenügend begründet, xer Indizienbeweis reiche zu einer Verurteilung nicht aus. Der Staatsanwalt habe ditrch den Glanz der Ausführungen zwar geblendet, aber feilte Argumente gebracht. Die Sache liege so, bau Buies der ^alsch- fnider sei, während Gtallmauu und Dippe die Opfer waren Stallmanu habe nachgewiesen, das; er in Pans an Buse- 30 000 Franks bezahlt habe. Tie Verhandlung wird aut morgen vertagt. GerichtssaaL. Kiel, 8 April. Tie Strafkammer verhandelte gegen den früher in Kiel, zuletzt in Köslin tätig gewesenen Regierungsassessor Lew ick i wegen Erpressung und Betruges. Lc- wicki ließ sich, als er den Polizeipräsidenten von Kiel im Vorfahr vertrat, von einem Fabrikanten, gegen beit die Untersuchung wegen Spionageverdachts schwebte, 141000 Mk. auszahlen, indem er angab, diese als Schmiergelder benutzen zu wollen. Lewicki, der Sö 000 Mk. Schulden hatte, verbrauchte das Geld für sich. Tas Gericht verurteilte ihn in mehrstündiger Verhandlung zu drei Jahren Zuchthaus und fünf Jafacn Ehrverlust. Bei der Verhandlung wurde die Oeffentlichkeit ausgeschlosscu. Nachrichten. ZsraelrÄsche Uellgionsgememde. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage), Samstag, den 12. April 1913: Vorab end: 7.00 Uyr. MorgenS: 9.00 Uhr. Nachmittags: 3.30 Uhr. Schristerklärnng. Sabbatausgang: 8.05 Uhr. Israelitische Relrgionsgeseüschaft. Gottesdienst. Sabbat iei er am 12. April 1913: ftreitag abend 0.50 Uhr. Samstag vormittag 8.30 Uhr. Samstag nachmittag 3.30 Uhr. Sabbat-Ausgang 8.05 Uhr. Wochengottesdiensi: Biorgens 6.30, abends 8.00. legten Slontog, mMS” »».Innung >n d S-hn-nnk- It>g Vermikchres. * Vierfacher Mord u nd Selbstmord. In Beu- then warf fick, die Frau des Arbeiters Felix aus Orzegow vor einen in den Bahnhof einlaufenden Personenzug und mürbe zer-- stückclt. In ihrer Wohnung wurden ihre vier Kinder int 'Alter von 6 bis 2 Jahren erhängt anfgcftinden. * Blumen au f dem Meere. Am 13. April werden von New York aus drei Frauen sich einschiffen, die seiner Zeit durch den Untergang der „Tita n i c" ihre Gatten verloren haben: Frau Jacgues Fattrelle, Frau Henri B. Harris und Frau Georges Thorne. Und zwei Tage später, am I a h r e s t a g e jener •sdnfuv katastrophe, rverden sie an ber Stelle, wo cm 'Jahr früher die Titanic von den Fluten verschlungen wurde, ihrer Männer gc- denken. Es sollen an jener Stätte Blumenkörbe m bav Wasser hinab gesenkt werden, der Schiffsgeistliche wird vorher eine iurzc Andacht abhalten, die Maschiueu werden stoppen, und dann wird dasselbe Lieb ertönen, das einst beim Untergang der Titanic erklang: „Näher zu Dir, mein Gott." Ter Plan zu dieser Totenandacht aus hohem Meere ist von Frau Harris und Frau Futrclle ausgegangen. Frau Fmrelle pflegte btS vor kurzem regelmäßig an die Meeresküste zu gehen und scharlachrote Blumen tu die Wellen zu werfen, denn daS waren die Lieblings- blumen ihres Mannes, und in seinem letzten Briefe hatte er noch von ihnen erzählt. Die drei Damen fordern alle anderen Witwen aus, sie zu begleiten und das Grab der „Titanic" mit Blumen zu schmücken. * Po ft s che ck v e r k e h r. Im Reichspostgcbict ist die Z ab t der Kontoinhaber im Postsckteckvcrkehr Ende März 1913 auf 78 421 gestiegen (Zugang im Monat März 965, Auf diesen Postscheckkonten wurden im März- gebucht 1440 Millionen Mark Gutschriften und 1438 Mllionen Mark Lastschriften. Tas EK- fanücnithabeit ber Kontoinhaber betrug im März durchschnittlich 169 Millionen Mark. Im Verkehr der ReichZpoftsckcckamtcr mit dem Postsvarkassenamt in Wien, der Postsparkasse m Budapest, der luxemburgischen und belgischen Poswcrivaltung lonne den schweizerischen Postfcheckbureaus wurden 7,2 Millionen Mart um gesetzt und zwar auf 2810 Ucbertragun^cn in der Richtung nach und auf 13 410 Uebcrtragungcn in der Richtung aus dem Auslände. lingegeub waren sehr schöne Gießener Strafkammer. Gießen, 8. April. 'Tic Homb'erger Armenhäusler. Der Taglöbncr F. F., der Taglöhner F. 9C. und der .Handels- Mann W. M. fhtntben wegen Jnanspriichnahme ösfenfticher Hilfe por Gericht. Sie wohnten schon Jicchre laug, ohne Miete zu ent richten, in den ihnen von der Stadt angewiesenen Wohnungen. Da sie sämtlich sehr wohl in der Lage sind, Mietzins zu zahlen, ihn aber gleichwohl trotz Aufforderung der Bürgermeisterei beharrlich verweiaerten, wurde ein Strawcrfahreii gegen sie ein geleitet, das mit ihrer Bestrafmig zu mehrtägigen Haftstrafen durch das Schöffengericht endigte. Ihre Beruftingcn gegen dieses Urteil wurden als imF.eariinbet verworfen, jedoch,wurde die gegen M. ausgesprochene 5daftstvase von 14 Hagen auf eine solche von einer Woche herabgesetzt. ... „ A u f der Aussage eines 9jährigen Knaben beruhte im wesentlichen das Urteil eines Feldgerichts, durch das ber Landwirt K. M. von Lißberg wegen Entweiidung von Stachelbeeren aus dem Pfarrgarten in Lißberg zu einer Geldsttafc verurteilt worden war. In der Verhandlung vor dem Berufungs- gericht ergab sich bitrdji Vernehmung des Lehrers, daß der Aussage des Knaben keine volle Glaubwürdigclit beiaelegt werden könne. Auch bekitudete ein anderer Knabe, der Angeklagte sei nicht iM Psarrgartcn gewesen. Das Gericht kam daher zu einem Freispruch und übernahm1 die irotwcndigen Auslagen des Angellaa len auf die Staatskasse. Tic Vornahme weiterer Ermittelungen wurde in der Strafsache gegen den Handelsmann und Metzger H. B. von Griedel angeordnet, der vom' SclMeimcricht Buh^ back von der Uebertretung gewerbepolizeilicher Vorschriften über die Beschaffenheit von Scklachtftätten freigesprochen worden war. Tas Schöffengericht batte dabei angenommen, daß der Angeklagte bas Schlachten nicht als Gewerbe betreibe unb deshalb nicht unter die Verordnung falle. Da der Angeklagte hierfür in der T;rutinen Vertändlung weitere Beweise anbot, beschloß das Gericht ihre Erhebung. „ „ , Berüfu n g s ruck nahm c. In der Privatklagesachc des Kaufmanns I. B. in Gießen gegen den Gastwirt K. D. daselbst zog ber Beklagte die Beritinng gegen das ilm wegen Beleidigung bestt-afende Urteil des Schöffengerichts zurück, nachdem der Privatkläger erklärt hatte, daß er von ber ihm in diesem Urteil zugesprochenen Befugnis der Ur- teflsveröffeutlichung keinen Gebrauch machen wolle. Begründete Berufung. Die Ehefrau I. W. M. II. von Bönstadt klagte gegen fite Ehefrau K. F. dafelbsk, weil diese sic bclcidiat habe. Tie Strafkammer hob das freisvreckende Erkenntnis bed Schöffengerichts an und verurteilte die Angeklagten zu einer Geldstrafe von 10 Mark. B c r u f u n g s v c r lo e r f u n g. In der Privatklagesache ber Ehefrau H. S. I. in Flensuiigen gegen die P. R. daselbst verfolgte die Angeklagte, R. Berufung, weil auch hie Privatklägerin sich gcaen sie luleidiaend geäußert habe. Tie Strafinmmer verwarf indessen ihre Berufung, da Nicht feststeMar war. daß hie Privatklägerin gerade gegen die Angeklagte beleidigende Ausdnickc gebraucht hatte. Märkte. ~ Lnnterbach, 9. April. Ter heutige Viehmarkt war mit Schweinen gering, mit Rindvieh gar nicht befahren. Tic Ur- fache log wohl barmt, baß ans bei, bcnad)barten preußischen (Gebieten wegen Geiahr der Scucheneinschleppuug feine Tiere auf hakle su schulden kommen lassen? Angell.: Wenn sich die anderen Herren damit einverstanden erklärten, konnte ich nichts dagegen haben. Vors.: Als Sie die Rechnerstelle übernahnten, wußten Sie da, daß Urkunden fehlten? Angekl.: Ja. Ich habe mir die Urkunden zusammensuchen müssen. Ich wähle mit Abfimt diesen Ausdruck. Der Angeklagte erzählt bann, wie nach einer Generalversammlung wertvolle Papiere auf den Tischen in einem offenen Tanzsaal Herumlagen. Sogar auf dem Boden ber Wohnung des Adam fanden sich wertvolle Urhmbeii. Beck behauptet aber, über die wahren Zustande an der Kasse nicht unterrichtet gewesen zu sein. Schließlich muß er aber dieses und jenes zugeben und gerät so immer mehr in Widersprüche. Es wird dann über die gefälschten Wechsel gesprochen. Der Angeklagte gibt an, niemals an eine Fälschung der Unterschriften geglaubt zu haben. Daß die Wechsel nicht verbucht waren, hat er aber gewußt. Vors.: Haben Sie denn nicht geforscht, wie cs mit diesen Wechseln stehe? Sie haben sich aber einfach gesagt: Tic Bank löst die Wechsel eilt. In weiteren Ausführungen bestreitet der Angeklagte entschieden, etwas von den Wechselgeschäften gekannt zu haben. Im Jahre 1908 sollten 12 000 Mk. Barbestand in der Kaffe sein. Ta dieser Bestand aber nicht vorhanden war, hat ber Angeklagte einfach das Konto Adam mit diesem Posten belastet und so verrechnet. Auf der Generalversammlung wurde aber dieser Bestand als vorhanden angegeben. In demselben Jahre wurde auch ein Verlust von 275 000 Mk. scstgestellt. Ihn zu verdecken, sollte ein Schriftstück dienen: Die Vorstandsmitglieder sowie die jetzigen Aufsichtsratsmitglieder und einige frühere Auf- sichtsratsmitglieber gaben eine urkundliche Erklärung ab, daß sic sich bis 1919 für diesen Betrag verbürgen. Hier soll Kommerzienrat Ihrig es gewesen sein, der diese Unterschriften als nur formal bezeichnet hat. An eine wirkliche Zahlung hat natürlich keiner gedacht. Tie Urkunde diente nur, ben Verlust zu verschleiern. Vors.: Angeklagter, hielten Sie unter diesen Umständen die Bilanz auch für richtig? Angekl.: Ta auch der Herr Kommerzienrat dieser Ansicht war, war ich cs auch. Ta cs sich aber hier gewissermaßen um eine_ entscheidende Frage handelt, so weicht der Angeklagte einer bestimmten Antwort aus'. Hier greifen auch die Verteidiger des Angeklagten Ihrig ein. Es kommt dann ein persönlicher Kredit von 3000 Mk. zur Sprache, den der Angeklagte erhielt. Er will diese Summe im Interesse der Kasse verwendet haben. Es wirb dem Beck auch voraeworsen, baß er sich stets, wenn er zur Jagd ging, aus ber Kasse seine Börse füllte. Schriftliche Aufzeichnungen über die so entnommenen Beträge hol er aber nicht geinacht. Beck hat auch dem Mitangeklagten Adam "oic Glimme von 27 000 Ml. ausgehänbigt. Er tat bies ohne ausdrückliche Anweisung des Vorstandes. Einen bestimmten Grund für die Hergabc dieser 27 000 Mk. kann der Angeklagte nicht nennen. Auch hat er einmal an Adam gegen Quittung 350 Mk. abgegeben. Diele Quittung hat Beck bann eigenmächtig auf 550 Mk. abgeänbert Wie er sagt, fühlte er sich dazu berechtigt, weil er sich plötzlich erinnert habe, dem Adam in der Tat 550 Mk. gegeben zu haben. Tic Verhaiiblung wird gegen 2 Uhr obgebrockfen und morgen vormittag 81/3 Uhr fortgesetzt. . Hüt om ' M ÄnlÄE Sesttmündung ."soll cin( A ui1®. , '•*^<** tfil AelB ‘ir’^’^Jfilie flV-' j’e ««*! '",6 « ,nT . ! Vollfleischige Schrveine von 80—100 ü» Lebendgewicht 58-59 7, VoUfleischige Schweine unter 80kg Lebendgewicht 58-58'7 VoUsleischige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht 59-60'/, BoUsleischige Schweine von 120—150 kg Lebendgewicht . ............58-00 O cbi e n. Voflfleiscbige, aitSgemäsiete. höchsten Schlacht- wertes im Alter von 4—7 Jahren .... Tie noch nicht gezogen haben (ungejocht) . Lunge, fleischige, nicht auSgemäftete und ältere «msgemästete............ Bn(l en. Vollfleischige, ausgew^ höchsten Schlachtw. . . Voltfleischige, jüngere Lärs en. Kü h«. Vollflcischige ausgemästete Färsen höchsten SchlaebtwerteZ L-oUfleijchige ausgemäststt Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu l Jahren ... Wenig gut entwickelte Färsen Aeitere onsgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe Mäßig genährte Kühe und Färietr .... K älbei feinste Mastkälder . . . 2) und gute Saugkälber . . . (Remitiere Saugkälber......... 73-00 Limburg a. d. Lahn, 9. April, frucht markt. Durch- schnittspreis vro Alalter. Roter Weizen (nasiauischer) 17,00 Alk., weißer Weizen (angebcuttc ^rembiorten) 16,50 n k., Korn 12,70 Aik., Gerste: ,'Uttergerste 10,50 Alk», Vrangerite 0,00 —0.00 Akk«, Haier 7,00—8,75 Alk., Saat 0u,00 Mk., Erbsen 0,00 Mk., Ziartoffeln 4,00 bis 5,00 Alk. Die Mder-Modcmer GenofimschaftLkrife. bs. Darmstadt, 9. April. Gs wird fortgefahren in ber Vernehmung des Angeklagten Isaak. Dieser wurde einmal von der Landwirtschiiftiichen 5iredit- bank von über 400 000 Mark Beipflichtung en erlöst. Ter Vorsitzende fragt nach dem Grunde dieser Gefälligkeit der Kreditbank, und her Angeklagte kann ihm nur antworten, daß er der Bank Gefälligkeiten erwiesen habe. Vors.: Es ist doch sonderbar, daß die Bank ein solches Risiko aus sich nimmt, ohne dazu aufgewrderr zu sein. Ter Angeklagte ist bann weiter einmal von der Verwaltungs- und Verwertungsgesellschast in Frankfurt a. M. saniert worben. Bei diesem Geschäft bandelt es sich offenbar nm eine Abschiebung fauler Papiere. Isaak will auch über den Zusammenhang der Landwirtschaftlichen Kreditbank mit V. V. G. nichts gewußt haben. Bei der Sanierung Hat der Angeklagte der V. V. G. sein gesamtes Vermögen überfamebeit unb noch 50 000 Mark, bie er von seinem Bruder erhalten Hat, daraufgezalür. Ihm war cs lediglich darum zu tun, seine weitverzweigten Verbindungen zu lösen. Er sei der Ansicht, daß die V. V. Gi bei diesem Geschäft einen Verdienst von mindestens 300 000 Mark erzielt hat. Es wird ihm daranfhin borgehalten, daß es doch eigenartig sei. nur des guten Schlafes wegen ein solches Abkommen zu schließen. Ter GanierungSvertrag wirb verlesen. Ferner hat ber Angeklagte einige zweifelhafte amerkanische Werte besessen, mit benen er an der Londoner Börse jpcknlicrte Diese Werte hat er mit Nieder-Modaner Wechseln bezahlt. Auch hier wird ihm ber Vorhalt aemacht, Wie er beim so aewagte Spekulationen mit diesen Wechseln unternehmen konnte. Auf die wiederhöltc Anfrage, warum er die ganze Sanierung nickt selbst gemacht habe, wenn er der Ansicht gewesen war, daß du V. V. G. damit einen so hohen Gewinn erzielen wurde, kann ^saak immer nur erwidern, daß es sein Bestreben geweicn sei, von allen Vcr- pftickttrngen freizukommen. Vorf.: Es ist doch merkwürdig, daß ein Geschäftsmann wie Sie mit einem Male von allen Gefchaften frei sein wollte. . Isaak weiß auch hierüber keine Auskunft zu geben Staatsanwalt: Woher hatten Sie denn das Geld zu späteren Sveknlationeu? Angekl.: Von meinem Bruder Staatsanwalt: Welcher Gnmb bewog denn Ihren Bruder so für Gt einzutreten: bei der Sanierung zahlte er 50 000 Maik und jetzt gab er Ihnen Geld zu weiteren Spekulationen? Angekl.: Wir tun eben alles für die Familie. Staatsanwalt. Der Prozeß nut Ihrem Schwiegervater beweist das aber nicht. Angekl.. Ern ISchwiegervater gehört nickt zur Famitte. iHciterkcitz ^cm Ver- teidiger Recktsanwalt Schödler macht darauf aufmerkjam, daß der Bruder des 9(naef(agten, ber Arzt ser, von dem Angeklagten das Geld zum Studium erhalten habe. Als der Aiigcklagte damal. von den Geschäften loskommcn wollte, War er kraiik. U b e war sein und der Familie Wunsch, ihn von allen Verpflichtmigen zu beKen. Die S^tt.lattonsleibensckaft stecke aber m dem Nn- gcnagtS. Er hat eine krankhafte Sucht, zum Spekulier-en sobald er Geld in die Hände bekommt. Die Vernehmung Jfaaks ist damit beendet, und es wird zur Vernehmung des Rendanten 35 E i,m Sabre 1902 in ben Verband der Gmassenschaft aetommen m " ein. S8orf.: Haben Sie Vorbildung gehabt? Ang"" " 3» habe einen »raktisehen Kimus, benn Senetnltuta’ fonds gehabt. Tann war ich auf ber Mam-Neckar-Bahn tattg. unb spaterhrii bind’ Geheimrat vaas m ben Verband. war beauftragt, Kontobücher abzuschließen.und dann bie Jahre^- ßecknunaen unb Bilanzen zu stellen. Tiefe Arbeiten waren lehr vernickelt. Mein Vorgänger, Adelberger hat mir die Bucker m scklecktoin Zustande hinterlassen. Tic Vilanz 190a ^^ß mit einem Gewinn ab. 1905 und 1906 habe ick Yr den Reckmcr or^ai,t bie Bilan'.en gemacht. Ich erhielt daftir 1905 1100 JÄT. urb 1006 500 Mk Nun wird eingehend über die Bilanzaufstellung qesvroliien. Statt „zweifelhafte" Forderungen fafetc man ba§ Fremdwort dubiose" Forderungen. Aber diese „dubiosen nwr- bcriingcn würden als vollwertig.in die Bilanz aufgenommen Beck cntsÄiildigt dies damit, daß ja der Vorftand btc;c Bilanzen unterschrieb Bors.: Haben Sie nichts bagegen getan baß mau dubiose" Forderungen als vollwerttg emsetzte? .Beck gibt an, daß m in ben Generalversammlungen nicht gesprochen habe, Gtätcr nach Adams Abgänge, ist der Angeklagte Rechner des Vereins geworden und somit auch Vorstandsmitglied. Bei lieber» nähme "dieses Postens hat er sich ausdrücklich dagegen verwahrt, die Haftung sür die Bilanzen 1905 unb 1906 zu übernehmen. Vors d wußten also, daß diese Bilanzen emc umidicrc Grundlage hatte.,. Hat lieh denn niemand gewundert, daß «ie sich gegen hie Uebernahme dieser Bilanzen sträubten? Angekl.. Nein Bors.: Warum haben Sie zugesttmint, als Adam zum Kontrolleur gewählt wurde? Sie wußten doch, daß er sich etwas - r, i’ . n* , VöcherM. MversichL derCsöesMe L d.§ra-t Gretzen. 13. 'Woche. Vorn 23. bis 29. März 1913. Ciiiivohn.erzagl: angenommen rn 32 400 (int(. 1600 Aiann Militärß Sterblichkeitszisser: 19/26 Zldzug von 8 Ortsfremden: 6,42 Zi,sammen: Erwachsene: im pyv ! Tuberkiilose KD 1(D — — Herzkehler 3 (2) 3(2) — — Tarmverfchliiß 1 (1) 1(D — — Llmgenentzündimg 1 (1) — — l’.(l) Nierensthrunipfilng 1 1 — - Krebs 1(D 1(1) — *— Zuckerkrankheit 1 1 — — Allersjchwüche 1 1 —— —— Lebcnsschwäche 2 (2) —— 2(2) — Gumma: 12 (8) 9 (.5) 2(2) 1 (1) April 191> Barometer ans 0° reduziert Temperatur der Lust Absolute Feuchtigkeit RelaUvc Feuchtigkeit Windrichtung I Wilidstärkc (ßrab der Deivölliiing in Zehntel der sichtb. Hinnnelsfl. Wetter 9. 47,9 8,5 3 9 -!7 N 2 n * 9. ti-b- 748.2 4 1 4 2 69 N 2 3 10. 7“ 746,2 3,3 5,0 86 WSW 2 10 Sonnenschein Tod es-Anzeige. ^,-3 Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass meine liebe, unvergessliche Gattin, unsere gute j’yjj Tochter, Schwägerin und Tante I Fräs tobrine Platt, geb. Conrad, nach kurzem, in Geduld getragenem Leiden heute morgen 7 Uhr WM im Aller von 30 Jahren sanft entschlafen ist. Um stille Teilnahme bittet: Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Christian Platt, Forstkassenrendant. Rodhehn a. d. B., Climbach, den 9. April 1913. MD Die Beerdigung findet Freitag, den 11. April, nachmittags */25 Uhr, MW in Rodheim statt. 2464 I Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer teuren Heimgegangenen, sowie für die zahlreichen Blumenspenden sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank, Die trauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Johannes Kessler. Giessen, den 10. April 1913. 2,59 ■ - ■ 150 KOMPLETT EINGERICHTETE MUSTERZIMMER MODERNE RAUMKUNST I “ i ■ I -- HOFMÖBELFABRIK 30SEPH TRIER DARMSTADT COMPLETTE EINRICHTUNGEN FRCO. WOHNUNG INNERHALB DEUTSCHLANDS. ■4: || -1.-. l MW f M V Giessener Ruderklub Hassia“ 1906 Gies;en, den 9. Avril 191: Der Vorstand des Gietzener Ruderklub „Hassia" 1906 2456 K Am 8. d. M. verschied in Tyolgc eines Unfalles in Ausübung seines Berufes »nserlangjährigeSMitglied §crr§ciiiritfi®einiöorn Monteur. Er war uns stets ein treuer freund undSvortS- kamerad, sein Andenken werden wir in Ehren halten Holzversteigerung. Nächsten Samstag, den 12. April l. Js., vormittags 9 Uhr, soll im Schiffcnbcrgcr Tal an der Abzweigung nach Steinberg nachstehendes Holz versteigert werden: 10 Pappelstämme mit 3 Festmeter 15 Raummeter Scheitholz (Prügel) 14 Haufen Reiser. Gießen, den 8. April 1913. Der Großherzogliche Kreisbauinspektor. Hechler. B9/, mLMotil'S von mjtlcL ersparen Sie gegen ftontur- ren,Fabrikate, die garantiert nicht besser sind, bei 10 Pak. von einem Pfund eine Mark. Preis '/--Paket 30Psq.Fabrikanten HanauerSeisenfabrik ^.Gioib, G.m.b.H. Alleinige 'JZieberl. bei: Will). 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Lch jct **« linnen Mann rechnen fr 5«ch L/ aber wird di Franzosen fkHen miUOe”Ni»oi daß man sagt: W. leit!) Saturn wer ^ebendeZnfor eine gewisse Erreg' zieren. §as hat a bat gestern auf da servatioen Presse hi seine Verwahrung 1 er vom Baltankrie, andere Leute, auch aber wir haben aud Apparat zur Ve ist es, daß bei unt Haupt noch möglich sein wird, die ner setzen. Die Besse die Marine Entschiedenen Offiziere schlechter ist es, als hätten Don Tauglich wurden nur 10 (KX dings 85000 ffin| ihnen werden nun lichen Leute sind da Man soll nur Lei . einstellen kann. 2 Verhältnisse. Nicht vunM soll man iii DedeMch ist Mn rverden. weiter tracht wird die Entziehur 'n der Kommisiia ficherheit die sch kit Ml?? V« ^wdenbeii Mit Bä lnoen u Nb fÄÖÄ* «* »ichf d°r