Jachen "ässlich standvlatz üseadt .tiS*"®: ^'^-fcgerie^6 Ecke BoonS? -af; PML& Adler- \ durch Plaka?T6er Drogerien. k t keM >ung. ?£?&&#$ - Branddirektor: aubach. K>». Win Geld sparen n Sie Ihren 4199 ptaiiGlänr anfen bei ieon Neustadt 56 13Wl Telephon 660. e n. bestbewährte Fabrikate gebmG i jfch-tt unb Krauenklmiktt " ege des öffentlichen Angebot 1913 vergeben werben: m Wchzwtz unb Aanien- bet Roßhaamattatzen. _ rdinaungen und Muster stnd ibureau der Medizinen un >en Wochentagen nachmittags sprechender Ausschriftversehen. S nachmitt. Uhr Mustern, jedoch getrenn Verwaltung der medizmisch-" inzureichcn. ^ch gemU vergeben werde. Qull ldlb- 4* “ÄÄ«} pichen und o (B'n ——--- erE-L 2 Uhr, irden.. ^W*ttne,ok M Horn^^s--^ tlicher Terl. ; Verteyr- > «n ihn an an tue J— Nr. 158 Ms Gegenleistung für seine, dem Vaterlande und dem Staat geleisteten Dienste erhält er den Zivilversorgungsschein und damit ein Anrecht auf Versorgung im Zivildienste. Die Würdigkeit und körperliche Brauchbarkeit des Miliiäranmärters zum Beamten wird durch den Zivilversorgungsschein gewährleistet und die Verwendbarkeit in der Zivilstclle während der Probezeit, bczw. durch die an deren Schlüsse abzulegende Prüfung festgestellt. Beide Voraussetzungen zur Ausfüllung einer Zivilstelle sind bannt erfüllt, und es ist deshalb nicht erklärlich, warum der Schreiber eine Aenderung des Namens „Zivilversorgungsschein" empfiehlt. 5 aatsdienst und Zivilversorgung. Aus Militäranwärterkreisen geht uns folgende Erwiderung zu: 1 Das in der Ueberschrift angegebene Thema behandelt einen in Nr. 147 des „Gießener Anzeigers" erschienenen Artikel. 2^ Schreiber behauptet, daß die Klagen der Militäranwärter, daß ihnen zu wenig Stellen zur Verfügung ständen, nicht gerechtfertigt seien und weist darauf hin, daß nur eine verhältnismäßig kleine Zahl der Zugführerstellen bei der preußischen Eisenbahnverwaltung mit Militäranwärtern besetzt sei. Da die Zugführer, wie ausdrücklich anerkannt ist, mittlere Beamte smd, hat diese Tatsache in Kreisen, die die näheren Verhältnisse nicht kennen, Befremden hervorgerusen. Als vermutlichen Grund des Nichtbegehrens der Zugführerstellen wird behauptet, daß es den Militäranwärtern nicht passe, im Rangierdienst beschäftigt zu werden. Es mag sein, und es ist auch wohl leicht verständlich, daß Kameraden vorhanden sind, die aus diesem Grunde aut die Laufbahn verzichten. Sicher ist aber, daß die meisten Militäranwärtcr, die vielleicht die Absicht gehabt haben, einst Eisenbahnzugführcr zu werden, sich eines anderen besannen haben, weil ihnen die Art der Beschäftigung während der Ausbildungszeit und oft auch nach bestandener Prüfung als angestellter Schaffner nicht zusagte. Es ist dies besonders die dreimonatliche Beschäftigung als ganz gewöhnlicher Arbeiter, oder, wie es in der Prüfungsordnung heißt, im Dienste eines Rangierarbeiters. Man braucht gar nicht überempfindlich zu fein, um zu begreifen, daß diese Art der Ausbildung einem alten Unteroffizier, der lange Jahre als Vorgesetzter tätig gewesen ist, nicht gefallen kann, und zwar umsoweniger, als gar keine dringenden Gründe vorliegen, die diese Beschäftigung im buchstäblichen Sinne des Wortes verlangen. Ferner wird behauptet, daß die Militäranwärter nur solche Stellen begehrten, in denen sie neben einer guten Besoldung auch noch ein bequemes Leben führen könnten. Diese Art der Heruntersetzung des Militäranwärterstandes weisen wir zurück. Der Militäranwärter versieht seinen Posten, aut 'ben er gestellt ist, jederzeit und allüberall mit der ihm anerzogenen Pflichttreue und .Hingebung. Aber er wird als Ein dringling, vielfach als ein gewisses Uebel angesehen, den man leider, durch das Gesetz gezwungen, den Eingang in das bürgerliche Leben, in eine Zivilstellung, gestatten muß. Wodurch der Militäranwärter sich dieses Recht erworben hat, wird nicht beachtet, darüber geht man stillschweigend hinweg, und damit festigt und verbreitet sich die Voreingenommenheit gegen einen Stand ehrbarer Männer. Der Militäranwärter scheidet nach einer aktiven Militärdienstzeit von über 12 Jahren aus dem Truppenteil aus, in der Regel mit durch den Dienst verursachter gesundheitlicher Schädigung. Aus Stadt und Land» Gieße n , 9. Juli 1913. Bauerrrblumeu. Wenn man jemandem eine schönblühende Schwertlilie, eine Paeonie oder einen knallroten, türkischen Mohn als! Gartenschmuckpflanze empfahl, so bekam man, und das ist noch gar nicht so lange her, ganz gewiß die Antwort „Solche Bauernblumcn will ich in meinem Garten nicht haben". Es wurden dann die neuesten Knollenbegonien., (Sanna oder Kaktusdahlicn angepflanzt, und wer etwas auf sich.hielt, mußte ein Tcppichbect haben. Ob das zur Umgebung paßte oder nicht, blieb sich meistens ganz gleich, es war Mode, und was Mode ist, gefällt, und ir-enn die Baucrnblnmen nicht gar so anspruchslos gewesen wären, so wären sic in dieser Zeit ausgestorben. So aber haben sie die schlechte» Zeiten überdauert und wieder bessere gesehen, wo das Wort „Bauernblumen" viel von der ehemaligen Geringschätzung verloren hat, wo man die leuchtenden Farben der mannshohen Ritterspornarten, die flammendroten Büsche der brennenden Liebe, Lychnis chalcedonica, das intensive Neurot der Jupiterblurne, Lychnis Flos Jovis, wieder schön findet. Damit ist der Zeitpunkt gekommen, wo man die Hausgärten mit wenig Mitteln vielseitiger ausgestalten kann, wenn man es versteht, die rechten Arten auf den richtigen Platz zu stellen. So anspruchslos die Bauernblumen auch sind, in den Gärten der Stadt finden sie oftmals nicht das, was sie brauchen, nämlich Licht und Nahrung. Auf dem Laude ist beides gewöhnlich reichlich verhandelt, die .Häuser sind nicht so dicht beieinander, sie sind nicht so hoch, und gedüngt wird der Garten regel-, mäßig, denn der Bauer weiß, daß er sonst aus seinem Garten nichts erwarten kann, und bei dem Düngen des Gartens fällt auch für die Blumenrabatte gewöhnlich etwas mit ab. Aber wer düngt in der Stadt! Das ist unästhetisch und riecht nicht gut, und wer es ausführen lvollte, hätte keine Gelegenheit. Mit den Düngerpulvern aber kommen nicht viel Nährstoffe in den Boden. Wer also an ausdauernden Phlox, an Sonnenblumen, Astern, Bartuelkeu, Goldruten, Eisenhut, Lavendel, Schleifenblume und wie die Blumen aus Großmutters Zeiten her alle heißen, seine Freude haben will, darf sic nicht in dunkle Winkel, unter Bäumen und Gebüsch anpflanzen, sondern gönne ihnen Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: e=a©51. Redaktiom^TK 112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen. Mittwoch, 9. Juli rW Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'fchen Unioersiläts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Erscheint täglich mti Ausnahme des Sonntags. Die „Siebener Familienblätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. Did „Landwirtschaftlichen Zeitfragen" erscheinen monatlich zweimal. Seppdins 75. Geburtstag. r i 1 d)?Xa fe n ' 7- Juli. Zur Feier des 7 5 j ä h - r 1 ? oburtstages des Grafen Zeppelin ver- ^ute im >lurgarten-dotcl auf Enuladuug Zeppelin die Familienmitglieder des Gra,en, eine Abordnung des Ulaneuregiments Nr 19, Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden, hervo'-- ragende Vertreter der Luftschiffahrt, der Technischen hoch- !SS*e ^ruttgart und die Beamten des Luftschiffbaues Festmahles erinnerte v. Gemmingen an die ^utersttchrrng welche Graf Zeppelin beim Kaiser und beim König von Württemberg gefunden habe. Seine drei Hurras den beiden Herrschern. Direktor Colsmanu begrüßte Ltc Gaste mit herzlichen Worten. Er dankte dem Grafen namens der Beamten und überreichte ihm ein prächtig qe- m dem die Tätigkeit des Luftschiffbaues geschildert und der Zeppelinsponde gedacht wird. Die Rede schloß mit einem dreifachen hoch auf Zeppelin, in das die Versammelten begeistert einsttmmten. Graf Zeppelin dankte in bewegten Worten und gedachte dankbar seiner treuen Mitarbeiter. Generalleutnant v. d. Gol-tz drückte den Dank der Gaste aus, Geheimrat Albert den Dank der Reichsbehörden. er gedachte der Worte des Kaisers, der den Grafen Zeppelin als den größten Mann des 20. Jahrhunderts genannt habe. Graf Zeppelin erfreue sich heute der Mitarbeit ganz Deutschlands, vor allem aber dcr Liebe des deutschen Volks und der Bewunderung des Auslandes. Dcr Graf dankte in launigen Worten. Er erinnerte an die -^urüct- hyeijimg, die er in erster Zeit an den maßgebenden Stellen erfahren habe, aber auch an die Erfolge, die er besonders v- Trrpitz, v. Einem und dem Reichskanzler v. Bcthmann- hollweg verdanke. Der Reichskanzler habe ihm folgendes Telegramm gesandt: Ew. Exzellenz bitte ich zur Vollendung Ihres 75. Geburtstages die herzlichsten GUickwünschc entgegcnzunehmcn. Nach langen wahren mühevollerMrbeit bleibt nunmehr in der stetig an- wachsenden Luftflotte der glänzende Erfolg Ihres auf die Erschließung der Luft für den menschlichen Verkehr gericksteten Denkens und Strebens. Möge das Geschick, das Ihnen nach harten Kämpfen das stolze Glück des freien Fluges gönnte. Sie in rüstiger Kraft und Schaffensfreude dem Vaterlande noch lange erhalten. Nach dem Festmahl fand ein Fackelzug der Beamten und Arbeiter, Feuerwerk und eine Beleuchtung des Seeufers statt. Der Graf war Gegenstand begeisterter Kundgebungen. Von 11 llhr an war im Buchhorner Hof ein Festessen veranstaltet, das von Direktor Eolsrnann eröffnet wurde. Stadtschulthe-iß Mayer gab den herzlichsten Glückwünschen der Stadt für den Grafen Ausdruck. Liebe und Vertrauen seien das Band, das die Bürger mit dem Grafen verbinde und stets verbinden werde. Die Stadt Friedrichshafen habe beschlossen, ein Zeppelinmuseum zu gründen. Graf Zeppelin dankte mit ganzem Herzen seinen Mitbürgern und Mitarbeitern für die herzliche Begrüßung und betonte fein Bestreben, für die Arbeiter zu sorgen, von deren Mitarbeit so vieles für das Gedeihen des Werkes abhänge. Dafür zeuge die heutige Stiftung des Luftschiffbaues von je 10000 Mr. für Wohlfahrtszwecke der Arbeiter und Beamten. Mit Stolz erfülle es ihn, Ehrenbürger der Stadt Friedrichshafen &u fein. Da er nun nicht wisse, was er machen solle, ob er die Arbeiter auffordern solle, auf das Wohl der Stadt zu trinken, ober die Bürger von Friedrichshafen, auf das Wohl des Luftschiffbaues ihr Glas zu leeren, so sei es wohl das beste, wenn die einen die andern leben lassen. Das launige Hoch des Grafen fand freudigsten Widerhall. Von der innigen Verehrung, bereu sich Graf Zeppelin bei seinen Arbeitern unb in allen Kreisen der Bevölkerung erfreut, zeigte auch der weitere Verlauf bes Banketts, teils durch eine von den Arbeitern gebrachte prachtvolle 2lpo- theose, teils burch bie folgende Rede des Vorsitzenden des Luftflottenvereins, Exzellenz Eckcnbrecher. Dieser sprach den Wunsch ans, daß -eine starke deutsche Luftflotte jetzt und immerbar das Ziel sein möge. Der Vorsitzende des Arbeiterausschusses Reichard dankte dem Grafen Zeppelin für seine soziale Gesinnung und überreichte bas in Aluminium ausgeführte Mobell eines Luftschiffes. Als es Mitternacht schlug, rief Exzellenz Freiherr von der Goltz: Der historische Moment ist gekommen! Das Geburtstagskind lebe hoch! Begeistert stimmte die Versammlung ein. Graf Zeppelin bestieg wiederholt mit fast jugendlicher Elastizität seinen Stuhl, um sich für die immer neuen Kundgebungen treuer Anhänglichkeit herzlich zu bedanken. Er ging von Tisch zu Tisch und unterhielt sich mit seinen Mitarbeitern. Inzwischen wechselten wohlgelungene turnerische Vorführungen und Gesangsvorträge mit gemeinschaftlich gesungenen Liedern ab. Es war ein erhebender Augenblick, als der Graf voll jugendlicher Begeisterung: Preisend mit viel schönen Reden! anstimmte. Es war 2 Uhr geworben, als der Jubilar mit nochmaligen Dankesworten.ben großen Kreis feiner Verehrer und Mitarbeiter verließ. Dem Grafen find, zahllose Glückwunschschreiben unb Telegramme zugegangen. Der K a i f ie r hat folgendes Telegramm gesandt: Brunsbüttelkog, 8. Juli. Meine wärmsten Glückwünsche zur heutigen Vollendung Ihres 75. Lebensjahres. Kaiser und Reich sind stolz auf den kühnen Beherrscher des Luftmecres. Mögen Sie sich Ihrer jährlich wachsenden Erfolge noch recht lange in Gesundheit und Jugendfrische erfreuen! Wilhelm I. R. Das Telegramm des Prinzregenten von Bayern lautet: Zu Ihrem 75. Geburtstage spreche ich Ihnen, mein lieber Graf, meinen herzlichsten Glückwunsch aus. Mögen Sie sich noch viele Jahre der großen Erfolge Ihres arbeitsreichen Lebens erfreuen! Ludwig, Prinzregent. Zweites Blatt M. Jahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheßen Arbeiterbewegung. X. Hanau, 8. Juli. Tie organisierten hiesigen Etyi?» arbeiter haben an die Arbeitgeber das Ersuchen um Neuregckung ihrer Lohnderhältnisse gerickstet. Von der Vereinigung der Hanauer Etiiissabrnanlen ist das Gesuch jedoch abschlägig beschieden worden, unter Hinweis aus Die vor 3 Wochen erfolgte anßerorDentliche Lohnerhöhung. Auch der Antrag der Arbeiter, Das .Gcwerbe- gericht als Einigungsamt anzurufen, ist abgelehnt worden. Johannesburg, 8. Juli. Alle Eingeborenen sind nun» 'nehr zur Arbeit z u r ü ck g e k e h r t. New dort, 8. Juli. Auf der Konferenz, die im Zusammenhang mit dcr Ausstandsbewegung bei Den östlichen Bahnen von den Vertretern der Bahngesellschaften und der Gewerlschaft der Bahnangestellten abgehaltcn wurde, wurde angekündigt, daß von 76 683 B a h n s ch a f f n e r n und anderenAngestell- ten94Pro z. für den Aus st and stimmten. Tie endgültige Entscheidung wird in einer Versammlung der Angestellten am Samstag fallen. R e w Port, 8. Juli. 100 000 Zügst'ihrer und Schaffner von 52 Oybahnen beschlossen, in den Streik zu treten, ialls ihre Forderung auf Lohnerhöhung und kürzere Arbeitszeit nicht bewilligt würde. Die Eisenbahnqesellschasten verhallen sich al lehnend Ali5 der eisernen Zeit: Liider vom Prager Kongreß. Es war wohl der seltsamste Kongreß, der jemals stattgesunden hat, dieser Kongreß von Prag, Der in der ersten Hälfte des Juli vor 100 Jahren zu tagen begann. Niemand, der um diese Zeit nach der viettürmigcn Hauptstadt Böhmens kam, wäre gewahr geworden, daß hier noch einmal, wenn auch freilich mit unzulänglichen Mitteln, das ungeheure Wett des Friedens versucht würde, der nad) einem Menschenalter voll Ktteg der Welt die Ruhe wiedergeben sollte. Tic Verhandlungen wollten nicht in Gang kommen. Am 5. Juli sollten sie beginnen. Aber erst am 12. Juli langten Metternich und Humboldt an, der österreichische und der preußische Bevollmächtigte: der russische Abgesandte An stell war schon früher gekommen. Aber noch war kein Franzose da, denn Narbonne, der bereits in Prag weilte, hatte leinen offiziellen Auftrag. Erst am 19. Juli ernannte Napoleon die.Bevollmächtigten, Eauleineourt und Narbonne, und erst am 29. Juli traf der Herzog ein und entfaltete nun jenes ganze Gepränge, wie es einem Bevollmäch tiqtcn Napoleons und Großwürdenträger des Kaiserreiches zukommen mochte. Bis dahin war alles still, merkwürdig still. Die Verhandlungen wurdeii ganz im Geheimen geführt. Man sah nur hie und da Humboldts und Anstetts einfache Wagen durch die Stadt rollcn, so ruhig, als ob es schlechterdings für Diplomaten gar nichts zu tun gäbe: diese Mietskutschen hatten nicht Auffallendes, und Humboldt war ent am Ende des Monats so weit Daß er seinem Bedienten eine Livree anschaßte. Bis dahin batte er einen Lohnbedienten angenommen und hoffte, mit dieseni ' sehr zu imponieren. Aber als er in Begleitung des neuef! Mannes in Der Stadt herumgefahren ivar, wurde er Dann, ttne .Cr selbst in einem Briefe an seine Frau erzählt, gefragt, warum er denn keinen Bedienten habe. „Und es fmbet sich, daß ber Lohttbediente Bürger von Prag ist, als solcher es unanständig findet, hinten aufzustehen,-und daher alle meine Visiten in "kurzem Trab nebenher zurückgelegt hat!" Humboldt wohnte im Palais des Fürsten Windischgrätz und hatte zwei Schildwachcn norm Hanse. Die meisten attstokratischen Häuser aber waren verlassen, und das gesellschaftlich/: Leben kon- 'entrierte sich fast nur in dem Salon der jungen schönen Fürstin Esterhazy, die von Wien nach Prag gekommen war, um die .Honneurs des Kongresses zu machen. Sonst trafen sich die Gesandten mir noch beim Fürsten Metternich, mit dem Humboldt in ein intime» Verhältnis trat. ,^Jch bin auf seine Bitten noch gestern um 10 Uhr abends zu ihm gegangen," erzählt Humboldt seiner Frau, „und er scheint das sofort einführm zu wollen, da er mich heute wieder gebeten hat, unb wir sino bis 1 Uhr, er, Gentz und ich, spazieren gegangen. Wir haben immer über diese wichtigsten Dinge gesprochen, und Tu würdest das Gespräch merkwürdig genug gefunden haben. Wenn man aber auch mit Metternich nicht immer einerlei Meinung ist, so hört er immer, geht immer ein und ist nie unbillig." — Seltsam war so der äußere Rahmen dieses Kongresses, ohne offizielle Zusammenkünfte, ohne lange Debatten: aber noch seltsamer war sein ganzes Wesen und sein Verlauf. Es war zwischen Metternich, Humboldt und Anstctt abgemachß daß alle Verhandlungen mit Napoleon lediglich schriftlich und durch die Vermittlung Oesterreichs geführt werden sollten. An dieser Formalität, die Metternich mit einer größeren Beschleunigung der Geschäfte motivierte, mußte sich das Friedenswerk zerschlagen. Jede persönliche Beeinftussung war ausgeschlossen: alles vollzog sich in der Form eines Notenwechsels, durch „unnützes Geschreibe", wie Humboldt sagt. Napoleon, entrüstet über „Oesterreichs Perfidie", die er unter allen Umständen bestrafen wollte, zornig über die Wahl des rusfischech Bevollmächtigten, der als geborener Elsässer und Untertan Frank- reick)s in den Augen des Kaisers ein Ueberläufer war, erschwerte in trotzigem Unmut zunächst die Verhandlungen, indem er seinen Abgesandten erst verspätet schickte. Aber als man schließlich in Besprechungen eintrat, zeigte der feste und entschiedene Ton Humboldts, daß man mit eijtem Frieden gar nicht mehr rechnete. Dennoch war der Beitritt Oesterreichs zum vreußisch-russisck)vn Bündnis bis zum letzten Moment nicht völlig sicher. „Wenn man Metternich reden hört, so ist an nichts anderes, als an den Krieg zu denken," schreibt der preußische Staatsmann am 25. Juli, „mir ist die Sache für Oesterreich aber doch noch nicht ganz entscksteden." Immer rascher und dramatischer drängt daun alles dem Höhepunkte zu, denn am 10. August Läuft der Waffenstillstand ab: „Wenn ich das stille pnd äußerlich bedcuttlUgSlsss Leben bedenke, mit dem wir unser Zusammensein begannen, so kann ich manchmal nicht von dem Staunen zuttickkommen, daß wir uns jetzt müssen in den ktttischsteu Momeitt Europas verwickelt finden, in dem jede Stunde jetzt die größesten Ereignisse lierbeisührcn kann. Bis zum 10. muß das Dringendste und Höchste entschieden fein. Nie hat eine kürzere oder gleich kurze Zeit so großen Ereignissen die Besttmmung gegeben." Und int letzten Moment, am 6. August, versucht Napoleon, von Rußland und Preußen zurückgestoßen, noch einmal mit Metternich anKuknüpfen. Noch einmal macht Oesterreich bestimmte Vorschläge, die der in sDresden weilende Napoleon bis zur Mittemachtsstunde des 10. August beantworten müßte. Lange, bange Stunden der Erwartung an diesem schicksalsreichen 1,0. August! Um 12 Uhr nachts ist noch keine französisch? Antwort Da: mit dem letzten Glockenschlage erklären Humboldt und Anstett, ihre Vollmacht sei nun erloschen. Der Kongreß ist beendet, ohne recht eigentlich airgefangen zu haben. Eine Stunde später, um 1 Uhr nachts, geht Humboldt von Metternich fort, mit der festen Zusicherung, oaß Oesterreich sich auf alle Fälle den Verbündeten anschließe. Und nun kann er die Feuerzeichen auf: lammen lassen. Die Dem Haupt- gnartier die Kunde vom Abbruch der Unterhandlungen übermitteln. Ein neuer Akt des weltgeschichtlichen Dramas bricht mit diesem Signal an: der ungeheure Entscheidungskampf um Die Freiheit ganz Europas beginnt, und zum ersten Mal steht dem Weltbedrücker nun jener große europäische Bund in Waffen gegenüber, an dessen Gründung die Staatsmänner feit 18 Jahren vergeblich gearbeitet hatten. Die vier alten Großmächte, dazu Schwe-' den und die wiederbefreiten Staaten der ibettschen Halbinsel hat Napoleon nun gegen sich. * — Eine französische Privataussührung des „Parsifal". Aus Paris wird berichtet: In dem Heinen, geschmackvollen Theatersaal, den der bekannte französische Millionär Henry Deutsch de la Meurth: auf seinem schönen Gute in Romainville errichten ließ, hat am letzten Sonntag eine Privatausführung des 2. Aktes vom „Parsifal" für die Pariser Gesellschaft und die Mitglieder der Gesellschaft der Opernkünstler und -Opernfreunde stattgefunden und einen stürmischen Erfolg davongetragen. Felia Litvinne fang die Kundry, Rousseliöre den Parsifal und der Dan den Klingsor. Die Blumenmädchen wurden von ausgewählten Mitgliedern der Großen Oper dargestellt. Die Tekorattonen hatte Frey entworfen unb die R^gie führte der Regisseur Stuart von der Großen Oper, der im lommenden Jahre das Werk auch in der Pariser Großen Oper einstudieren will. Da eine Ausfühning mit Orchester ohne Zustimmung der Familie Wagner vor dem 31. Dezember nicht möglich ist, war man auf einen eigenartigen Ausweg verfallen. Henry Deutsch hatte Raoul Pugno und Nadia Boulanger gebeten, eine Bearbeitung für 2 Klaviere aus der Partitur herzustellen. Von den Fachleuten wird diese Klavierbearbeitung als ausgezeichnet gerühmt: Raoul Pugno selbst und Nadia Boulanger begleiteten an zwei Flügeln die Aufführung. einen Matz, tov :ic neben ausreichend nckhrhafte'-n die Sonne wenigstens während der Herodskovf zusammen führt, lenkte auch der V. Sy E. -Gießen am Sonntag seine Schritte nach dem hohen Vogelsberg. Von Nidda, dem Aus gangspunkte der Wanderung, marfäßerlen. etwa 70 Teilnehmer bei schönstem Wanderwetter über Miclrelnau und den Breitenstein durch prächtige Waldungen nach dem hochgelegenen Hofgnt Zwie falten, einem ehemaligen landgräflichen Jagdschloß Der mäßige, stete Ausstieg Wurde reichlich entschädigt durch den schönen Lu« blick, den man von hier nach dem hohen Bogelsberg genoß. Nach genügender Rast ging es, wiederum aus hubscl)en Waloivegen, über den Bilstein, wo die kürzlich eingelveihte Schutzhütte des rührigen Darmstädter V. H. C. besichtigt wurde, zum .Hohevods köpf, der von Nidda in etwa 5 stündigem Marsche erreicht ivar. oben <>atte inzwischen ein lustiges Treiben begonnen. Außer den Bewohnern der umliegenden Ortschaften, die vom günstigen Wetter angelockt, sehr zahlreich erschienen waren, waren fast alle Zweigvereine des B. H. C. in Hellen Scharen herbeigeeilt, sogar die wackeren Darmstädter hacken Vertretung geschickt, und mit fröhlichen ,/Frisch auf"-Rüfen begrüßten sich alle Bekannte und B. .h. Cer. Die Leitung des Festes hatte der Ulrichsteiner Zweigverein übernommen, in dessen Namen Psarrer Hellwig die Festrede hielt. In schwungvollen, von warmer Begeisterung für unser engeres Heimatland burdjbrutigencn Worten begrüßte er die Gäste, gedachte des Vogelsberges und seiner Bewohner, sowie des Höhenllubs und der Bedeutung der Klubfeste und schloß mit einem begeistert aufgenommenen „Frisch auf" auf den hohen Schirmherrn des Vereins, unseren Landesfürsten. Nach einigen Stunden gemütlichen Zusammenseins zogen unsere Gießener über Breungeshain und Michelbach nach Schotten, um von hier nach dem Genuß einiger Abschiedsschöpplein die Heimfahrt anzutteten. b. L a u b a ch, 7. Juli. Ungefähr 300 Mitglieder des Taunus Klubs Frankfurt a. M. trafen gestern nachmittag hier ein, nachdem sie von Bad-Salzhausen, wo sie mittels Sonderzuges angekommen waren, eine Wanderung durch den Vogelsberg gemacht hatten, lieber Rabenstein—Ulfa kamen die Wanderer nach Gon terskirchen, wo sie mit dem V. H. C.-Laubach zusammentrafen, um gemeinschaftlich nach dem Forsthaus „Jäghaus" zu gehen, wo Mittagsrast gehalten wurde. Die Fortsetzung der Wanderung begann um 2 Uhr und führte über den Hallgarten—Wettcrauer Kops—Engelsburg nach dem Ramsberg. Unter Begleitung eines jugendlichen Trommler- und Pfeiferlorps, Mitglieder des Taunus- llubs, zog man um 6 Uhr in Laubach ein. Dem gemeinschaftlichen Abendessen schloß sich ein gemütlicl-cs Zusammensein mit dem V. H. C.-Laubach an, das durch bie feierliche Dekoration des Herrn Robert Arnold für Beteiligung an 200 Wanderungen eine besondere Weihe erhielt. Als Geschenk eines engeren Freundeskreises wurde dem Gefeierten ein Bild überreicht: zahlreiche telegraphische Glückwünsche trafen von Frankfurt ein. In kerniger Ansprache begrüßte der Vorsitzende des Zweigvereins Laubach, Oberlehrer Weißbart, den befreundeten Klub, der eine herzliche Erwiderung von dem Vorsitzenden des Tmmus-Klubs, Herrn Kittel, wurde. Im Auftrag des Zweigvereins Lembach überreichte Frl. Else Bergheimer einen Blumenstrauß. Die Ge- sangSabteilung des V. £?. C.-Laubach unter Leitung des Lehrers Döll, sowie ein Onartett des Schulerschen Gesangvereins Frank flirt a. M., verschönten mit guten gesanglichen Darbietungen die Feier. Ein Sonderzug brachte die Frankfurter abends zurück. Illi i t> c r f 11 ä ts *21 a dm cMett« — Tie Universität G r e isswa l d zählt in diesem Semester 1443 immatrikulierte Studierende. Dazu. kommen 111 Hörer. (RcrscbtsiaaL Zweibrücken, 5. Juli. Die 19 Jahre alte Verkäuferin Emilie H a f e m a n n ans Kaiserslautern stand unter der Anklage des versuchten Totschlags vor Gelickt. Sie hatte mit dem Bezirksamtsassistenten Wünschet ein Liebesverhältnis unterhalten, das in die Brüche zu gehen drohte, weit der anscheinend etwas unbeständige junge Mann eine neue „Flamme" gefunden hatte und deshalb bie Verbindung mit der Hascmann lösen woltte. Das junge Mädchen nahm sich die Untreue des Geliebten so zu Herzen, daß es sich ernstlich mit Selbstmorbg eban I'c n trug. Die beiden jungen Leute verabredeten, um sich gegenseitig ausznsprechen, für oen Silvesterabend eine Zusammenkunft, jedoch saiid sich Wünsche! hierzu nicht ein. Anvl. Januar trafen sich beide nun im Stadtpart in Kaiserslautern, und da Wünschet die Vcrsöhnungs- versnche des Mädchens schroff abwies, zog die Hasemann einen Revolver ans der Tasche und gab auf ihren ungetreuen Exbräutigam drei scharfe Schüsse ab. Einer derselben ging seht, die bei Den anderen Kugeln blieben in der dicken Wiinerkleidung Wünscheis stecken, ohne ihn zu verletzen. In iIrrer Aufregung war nun die Angeklagte der Meinnng, sie hätte den jungen Mann getötet, und wollte sich felbst durch einen Schuß in die Brust toten, verletzte sich aber nur sehr fd?rocr, so baß sie erst nad) wocl-enlangem Anfenthatl im Krankenhaus fid) erholte: die Kugel steckt noch in ihrem Körper. Die Geschworenen verneinten sämtliche Schulbfragen, so daß bie Angeklagte frcigesprochen wurde. Bukarest, 6. Juli. Das Kriegsgericht hat den Kapitän Golieszo wegen Hochverrat zu 20 Jahren Zuchthaus verurteilt. Öcrmib*btc5. * Ein Nachklang zum K a i f r p r e i s s i n g e n. G elfe n k i r d) e n , 5. Juli. Das Wettfingen um den Kaiserpreis, das mehrfad) Anlaß zu allerlei mehr ober weniger fritifdjen Bemerkungen gegeben hat, lüirb nun aller Voraussicht nach auch nod) bcn Stoss für eine gerichtliche Verhanblung abgeben müssen. Der Männergesangvercin Gelsenkirchen, ber fid? zur Teilnahme an dem Wettfingen gemeldet hatte, batte bekanntlid) kurz vor Beginn des Wettsingens feine Beteiligung abfagen muffen, weil ihm die Beschaffung der nötigen Reisekosten ujw. Sdynrierigfciicn gemacht hatte, die schließlich durch oas Eintreten eines Mitglieds behoben wurden. Der Umstand, baß bie Erwartung des Gelsenkirchener Mannergesangvereins, es würde ihm aus städtischen Mitteln eine Unterstützung für die Teilnahme am Sängerstreic beiviUigt werden, fid) nicht erfüllte, veranlaßte ben „Generalanzeiger" in Wanne zn einigen ziemlich scharf gehaltenen Artikeln, welche bie Amtsführung bes hiesigen Oberbürgermeisters Machens abfällig kritisierten. Der angegriffene Stabtvaler legte bie Angelegenheit ben Stabtverorbneten vor, bie ihm jedoch ein Bertranensvotum erteilten. Als Verfasser ber Artikel tnnrbe ein früherer Verwallungs- fefretär ber hiesigen Stabtteerwaltung ermittelt, gegen den Oberbürgermeister Madzens BelcibigungSklage erheben wird: ebenso wirb fid) ber verantwortliche Rebaktcnr des Generalanzeigers in Wanne vor Gericht zu verantworten haben. * Selbstmorb eines Kriegsgerichtsrates. Der Kriegsgetichtsrat P u tz b e r g in D-cutsch-Eylau hatte vor mehreren Wochen eilten Erholungsurlaub angetreten uitb war am Dienstag abenb zurückgekehrt, währenb seine Frau unb ein ein paar Monate altes Kinb fid) gegenwärtig in Wiesbaden anshalien. Den Hausbewohnern fiel es auf, daß Putzberg weder zum Dienst ging, noch sich in der Wolwuitg bemerkbar machte, so daß ber Hauswirt sich zu einer Anzeige auf bem Geschäftszimmer des Kriegsgerichts veranlaßt sah. Dort erfuhr er, baß ber KriegSgerichlsrat fid) von bem Urlaub noch nicht zurückgemeldet hatte. Daraufhin würbe bie Wohnung gewallfam erbrodfcn. Den Sintretcnbcn bot sich ein furchtbarer Anblick. Ueberall fanb man in der Wohnung Bliit- fpuren, im Arbeitszimmer wurde Puyberg als Leidfe aufgefunden. Er hatte zuerst verfudst, fid) mit einem Rasiermesser bie Schlagandern zu öffnen. Da der Schnitt lüdjt sofort tödlich wirkte, hacke er das Sofa unter ben Kronleuelfter gerückt, sich barauf gelegt unb bie Gas Hähne geöffnet. Das Motiv zu ber Tat ist unbekannt. * Straßenraub. In Leipzig holte gestern vormittag eine Angestellte der Tapisferiefirma Ridfter u. Eo. vorn Postscheckamt 7600 Mark. Auf dem Wege nad) dem Bureau entriß ihr ein vorübergehender Radfahrer die Tasche mit dem Geld unb entkam trotz aller Hilferufe bes Mädchens unerkannt. * Kampf zwischen Schutzleuten und Ausständigen. Aus Mülhausen «Elsaß) wirb gemeldet: Seit mehreren Tagen kam es zwischen streikenden Arbeitern und der Gendarmerie zu Zusammenstößen. Als gestern aus die Polizei mit Steinen geworfen und auch mit Schußwaffen vorgegangen wurde, madften die Schutzleicke von ihren Säbeln Gebrauch, ivobei mehrere Personen erheblid) verletzt wurden. Ki r che n d i^b stä hl e. Ans Petersburg wird gemeldet- In K a l i s ch brachen Diebe in die St. Josephskirche ein unb raubten b r ei Brillantkronen und aitocrc Kostbarkeiten von ben Heiligenbildern. Da verbreitet wurde, daß der Embrudi die Tat eines Juden sei, brach unter Der Bevölkerung in ber Erwartung eines Progroms eine Panik aus. Der Polizei gelang es inzwisdfen, bie Diebe beim Verkauf ber Steine zu Der haften, so daß jetzt wieder Ruhe herrscht. Boden j Hi ff. ConanDopleals Erfinder. Arthur Eonan Doyle, der Schöpfer des „Sherlock Holmes", ist unter Die Erfinder gegangen. Er tritt soeben mit einem „Aulo-wheel" hervor, einem Mittelding zwischen bem gewöhnlichen Zweirad unb einem Auto- breirab. Ein gewöhnliches Fahrrad ist mit einem kleinen, hinten angebrachten Rade verbunden, bas bnrch einen Motor von einer Pserbekrast angetrieben wird. Das Zw.irav wirb hierdurd) nid)t besvnbers beschwert, unb kann unter gewöhnlichen Umständen genau wie jedes Zweirad benutzt werben. Bei sdflechten, besonbers burd) ben Regen aus geweideten ober schlüpfrig gemad)ten Wegen, arbeitet bas kleine, bureb ben Motor nngctricbcnc Rab mit und verleiht bann bem Geführt größere Sicherheit. * Markt. „Ich finbe die Aepfel aber sehr teuer." — „Na, bann müssen Sic eben warten, bis aus Kalifornien Gefrierobst kommt." SandeS nttd Verkehr, Volkswirtschaft, 8 R e i ch s b a n f. Ter Ausweis uom 5. ds. Mts. ist nm etwa 16 Millionen Mark schlechter als der entspred;enb vorjährige. §• Deutsche Volksve r sicher u n gs-A. - G. Tie Firma ist nunmehr in das Hanbelsregiüer von Berlin eingetraaen worben. Das Grunbkapital beträgt 2 Millwuen Mk. 6)eneraldirektor der Gesellsd)ast ist Dr. Karl Rose. Dem Auffichtsrat, bellen Vorsitzender Staatsminister a. D. von Podbielski ist, gehören eine Anzahl von Mitgliedern ber meisten Versicherungsgesellschasteii an. Tie Gründer haben einen Organisationssonds von einer ihiflion Aiark zur Ver'ügung gestellt. * Festlegung ber Kapitalien ber Hochfinanz. Der Geldmarkt hat bei ber letzten Quanalswenbe miebet ein recht schlechtes Aussehen gezeigt, was nicht überraschen kann, wenn man berücksichtigt, baß bie Haute Financc enorme Beträge in einheimischen erstklassigen inbustriellcn Werten sestgelegt bat unb außerbeni barauf angewiesen ist, bie bestehenben inbustriellen Bebürfnisse vielsack) aus eigenen Mitteln zu bestreiten, ba augenblicklich bei ber Durchführung von Kopitalserhöhnngen ober Ausgabe von Obligationen immer erhebliche Beträge in den Hänben ber Emittenten zu bleiben pflegen. Außerbem finb die Porte - feuilles der Banken vielfach burd) inländische unb ausländische Schatzscheine belastet, während auf der anderen Seite bie ausländischen Guthaben fehlen, mit benen in ruhigen Zeiten stets zu rechnen ist. Uebrigens zeigen die anderen europäifchen Geldzentren, vielleicht mit alleiniger Ausnahme von Paris, ein ähnliches Bild. Die tatsächlid) fdfon bestehende industrielle Einschränkung wirb in ihren Konsequenzen zweiselsohne babei m'ithelscn, daß daS Gelb zunächst flüssiger und im weitere» Verlaus billiger wirb, unb bie Beenbigung ber Balkanunruhen, bie ja bod) in absehbarer Zeit erwartet werben kann, wirb auch bazu beitragen, daß wir wieder zu normalen Verhältnissen kommen. N e w P o rk, 7. Juli. Der etatiftifev Show schätzt den D u r ch s ck) n i 11sstand von I r ü h j a h r s w e i z e n ans 77,8 Proz. Tas trockene Wetter in Süb-Tnfota war auf bie Eut- -wicklung der Pflanzen ungs'mstig. Ter Tiirchschnittsstand von Winterweizen beträgt nad) Suo.o 81 Proz., der von Mais 85,9 Proz. Ter aiscrtrag wirb ans 296-1 Millionen Bushels geschätzt. Einem Bericht bes Agrieullure Bureaus des Staates 'Dhfiotiri zmolge beträgt der Durchfdmittsertrag von Wiuterweizen -6 Buihels auf 1 Llcre, was einen Toialertra i von 38 Millionen Bushels ergibt. Der Durchschnitt von Mais soll 86 Proz. betragen. Märkte. Io.Frankfurt a. M. Schweinemarktbericht vom 9. Juli, ^hifaetrieben waren 1571 Schweine. Voll fleischige Schweine non 80 bis 100 kjr Leheudaewicht 57.50—60/0 Alk., Schlackitgewidit 6 /,0 — 67.00 Mk., vollfleischige Schweine unter 80 kx Lebendgewicht 57.50—60.00 Tlf., Schlachtgewicht 65.00—67/0 Alk.: vollfleischige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht 57.50—60.00 Mk., Schlachtgewicht 65.00—67 Alk.-, vollfleischige Sd)weine von 120 bis 150 kg Lebendgeivicht 57.50—60.00 Atk., Schlachtgewicht 65—67.00 Alk. Geschäft ziemlich rege, geringer lleberstand. ic. Frankfurt o. M., 9. Juli. iOrig.-Telegr. des „Gieß. 91113.*) 9lmtliche Notierungen der heutigen Frucht niarktorei ie. Weizen Ihiestger) 20.75—21.00, Kurhessischev Mk. 20.70—20,90, Wetterauer Alk. 00.00—00.00. Roggen (hiesiger) Alk. 17.2 > bis 17.50, berste (Wetterauer) Alk. 00.00—tiO.OO, Gerste, kranken, Pfalzer, Nied Alk. 00.00-00.00, Hafer Mk. 17.00—19.50, Mais Alk. 14.75 bis 15.00, A eizenn.ehl 0 Mk. 32.50—32.75, Weizenmehl I 9)1 f. S0.50—30.75, Weizeumchl III Alk. 27.25—27.5'. Roggen- mehl 0 Alk. 27.75—28.00, Noagewnchl 0/[ Mk. 26.50—26.75, Noggenwehl I Alk. 00.00—00.00, Weizeuklece Alk. 10.60—11.80, Weizens-Halen Alk. 11.00—11.15, Roggenkleie Alk. 11.25—11.50, Alalzkeiwe Alk. 13.00—13.25, Biertreber 14.00—14.25^ ölaps Mk. Ou.OU—Cü.OO. Alles ver 100 Kg. ab hier. fc. Frankfurt n. M., 9. Juli. (Orig.-Telegr. des ,Cs>te"{. Anzeigers*.) Ratto f f e l m ar f t. Man notierte: Kartoffeln in Waggons Mk. 4.75—5.00, int Kleinhandel Alk. 6.00—6.50 für je 100 Kg. 1«. Frankfurt a. M., 8. Juli. Heu- und St tob markt. Am heutigen Markte waren weder Heu noch Stroh angefahren. Verantwortlich für den politischen Teil I. V.: R. Lange. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Juli 181 Barometer auf 0° reduziert Temperatur der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung =2 •— § wrao ber Bewölkung in Zehntel der fichtb. Hinimelesl. Wecker 8. S" 745,8 17,7 6,6 44 SW 2 7 Sonnenschein 8. 92t! 747,7 12,8 8,3 76 WSW 2 10 749,2 11,6 7,9 78 w 2 9 Höchste Temperatur am 8. bis 9. Juli — + 18,1 • J. Niedrigste , „ 8. , 9. , =■ + 6,9e C. Niederschlag: 0,0 mm. Drei Jahre langes, furelitbares Elend! Ein Freund, welcher mir versicherte, daß er burd) Stornoxygen von sehr schrnerzhasten Verdauungsstörungen befreit würbe, veranlaßte mich, bieseS Mittel and) zu versuchen. Drei Jahre litt ich an chronischer Perbauungsstörung. Alle Mittel, bie im gegen mein Leiben anwenbete, üerid,'afften mir nur unbebeutenbe Erleichterung, ledoch keine Heilung. Wie so ganz anbers war bie Wirkung von Stomoxygen! Die Blähungen hörten sofort auf unb meine Verbauung iit jetzt so gut, wie ich sic mir nicht besser benfen- kann. Die Mahlzeiten finb jetzt ein wahrer Genuß für mich und keine Qual mehr, wie früher. Auszug aus einem Bericht aus Dresden vom 10. Mai 1913: „Stomoxvgen-Tabletten finb auf örunb ber neuesten Forschungen über Sauerstoff-Wirkung aufgebaut. Apotheker aus allen Gegen - ben berichten, baß bie Nachfrage nad) Stomoxygen von Tag zu Tag zunimmt. Stomoxygcn ist das Ideal-Präparat für Verdauungsstörungen und Verstopfung, sowie deren Beglcilersd)ei- nungen, wie Kopfschmerzen, Niereufchmerzen, Säure im -Magen, Herzllopsen und bergt." fhv5// Der Wechsel des Aufcnttialtöortcö bedingt meist einen Wechsel in der Nahrusta des Säuglings. Da ober eine wirklich einwandfreie Milch während ber Sommerzeit nur schwer zu beschanen iit, io verwende bie junge Mutter zur Ernährung ihres stinbed das stets gleichbleibende und wohlbekömmliche 9lestle sche Minbcvmcül, meldies keine Verdauungsstörungen verursacht u. sehr gern nenommen wird. Probe gratis u. franko durch: Nestle-Gesellschask, Berlin W. 57. Trinkt Sanitätskraftbier! Giessener Brauhaus, A. & W. Denninghoft Neubau Liebigstratze 82 4116 | L&den u. dgL | L-Zm.-Wohn.z. vermiet Seltcrsw. 38 Löberttraste 10. (4323 055411 Jünger. 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Seelachs Lachsheringe Smoced Haddocks Kartoffeln alteJndustrie!OPfd.4OPs. | 'Neue Jtal. Psd. 11 Pf. Neue hiesige 10 „ 65 „ | Neue Malta „ 15 „ Neue VollheringeS?ck 20 n Gebrüder Berdnx Hch.Kalbsleisch Seltersweg 12 4513 Telephon 285 Jagd-Verpachtung Dienstag, den 22. Juli 1913, nachmittags 2 Uhr, wird im Zimmer des Bürgermeisters die Jagd der Gemeinde Weiperfelden auf 9 Jahre verpachtet. Das Jagdgebiet hat einen guten Hoch- und Nehwildbcstand, umfaßt 227 Hektar Wald und Feld und ist von der Bahnstation Brandoberndorf in 8/< Stunden und von der Station Butzbach aus in iy2 Stunden zu erreichen. R^WO.I.F H. Kaess Nachfolger Kreuzplatz 15 Wilh. Horn Kreuzplatz 15 Bekanntmachung t> In unser Handelsregister Abt. A wurde heute bezüglich der Firma L. Reis; Nachf. zu Gießen eingetragen: Das Geschäft ist mit Wirkung vom 1. Juli 1913 auf den Kaufmann Eginhard König zu Gießen, aber ohne Aktiven und Passiven, übergegangen, der es unter der Firma „Eginhard König, norm. L. Reiß Nachf." weiterführt. Gießen, den 7. Juli 1913. b9/7 föroRhcr%nnfirfm-- Amtsgericht. Unreiner T eint, Pickel, Mitesser, Blüten verschwinden sehr schnell, wenn man abends den Schaum von Zncker's Patent-Medizinal-Seife. ä St. 50 Pf. (15 % ich und 1.50 M. (35 °/0 ig, stärkste Form) eintrocknen läht. Schaum erst morgens Qbroafchen iLinttZuckooh- Creme (50 u. 75 Pf.i nachstreichen. Großartige Wirkung, von Tausenden bestätigt. Zu haben in der Uni- vcrsitätS-Avothekc, Hirsch- ükvotbekc, bei Aua. Noll, E. Seibel, W. Kiloinger, C. Schaaf, E. Karn, Ernst Noll u. W. Schrader, Drog. (81*3/1) h chemische*'^!»: 35 w. Kabliau 0. Kopf, iy2—5 Pfd., p. Psd. 24 Pfg. Neue Holland. Bollhcringe Stück 10 Pfg. W-Köse wb.Oöw KarloffklCBPfd.ISMg. m.Zusatz v.Butter ».Eiern 100 Pfund 5.— Mk. '■e