Nr. 57 Zweites Blatt M. Jahrgang Erscheint ligKch mit Ausnahme des Sonntags. Die „Giehener Familienblätter" werden dem „Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreilblatt für den Kreis Giehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- fragen4* erscheinen monatlich zweimal. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesien Samstag, 8. MLrz |9|5 Rotationsdnlck und Verlag der Brühl'schen Universitäls - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 51. Nedaktion:^^112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen. hessische Zweite Aainmer. bs. D ar mstadt, 7. März. Präsident Köhler eröffnet die Sitzung um 9^/z Uhr. Es wird fortgefahrcn in der Beratung über den Hauptvoranschlag und tzwar über die 10. Hauptabteilung, Ministerium der Finanzen. Als erster hierzu nimmt das Wort Finanzminister Dr. Braun: Zu den in Betracht fontmcnbeit finanzpolitische Fragen gehört vor allem die des Kurses unserer Staatspapiere. Die Maßregeln zu dem Zweck, auf ihn unmittelbar von Staats wegen einzuwirken, haben wir, was zunächst die vier- prozentigen Lessen angeht, seit November 1911 eingeschränkt. Außer der Ungunst der Marktlage gab den Anlaß hierzu die Wahrnehmung, daß gerade das Hochhalten des Kurses der hessischen Anlehen manchen Besitzer veranlaßt habe, diese Papiere abzustoßen. Auch war damals das aufgenommcnc Material in vierprozcntigen .Lessen dabei auf einen Bestand angewachsen, der nur allmählich und nicht ohne erhebliche Kursopfer wieder verkauft werden konnte. Auch bei Abstaubnahme von einer Kursregulierung haben sich aber die Kurse der vierprozcntigen Lessen demnächst nicht ungünstig entwickelt. Es darf hier im Gegenteil festgestellt werden, daß die älteren Anlehcn in der letzten Zeit zu Ende des Vorjahres und Anfang des laufenden Jahres int Vergleich zu andern Staatsanlehen wiederholt höher bewertet wurden als die gleichartigen Reichs- und preußischen Anlehen, auch der günstige Kurs der neuen vierprozcntigen Hessen ist vielfach beachtet worden. Noch vor wenigen Tagen hat eine andere Bundesregierung bei uns angefragt, ob der stetige Kursstand der neuen vierprozentigen Lessen auf besondere Schritte unsererseits zurückzuftihren sei. Zu solchen hat uns aber erst in den letzten Tagen der bekannt gewordene Anleihebedarf des Reichs und Preußens veranlaßt; nähere Auskunft hierüber kann ich allerdings nicht geben. Außer den vierprozentigen brauche ich nur zu erwähnen die d r ei Prozentigen Hessen. Für sie begann unsere Jnterventionstätigkeft im Sommer 1911. Seitdem wurden von ihnen insgesamt rund 7 Millionen Mark ausgenommen. Hiervon wurden getilgt oder zu Tilgungszwecken zurückgestellt rund nom. 1750 000 Mark. Es gelang indessen nicht, das ständige — übrigens in der Natur der Verhältnisse liegende — Weichen der Kurse aufzuhaltcn. Der Kurs der dreiprozentigen Hessen war im Januar 1912 noch 79,70 Prozent. Er ging bis Ende März auf 78 Prozent zurück, hielt sich auf dieser Höhe bis in die zweite Hälfte Juni, sank dann auf 77,50 Prozent — trotz ständiger Aufnahmen — bis auf ca. 75,50 Proz. zurück. Die Situation zu Beginn dieses Winters hatte cs uns geraten erscheinen lassen, die baren Bestände der Hauptstaats- kasse zu schonen und nicht mehr für eine Maßnahme zu opfern, die nach der ganzen Markt- und politischen Lage aussichtslos erschien. Wir haben daher von weiteren dahinziclenden Maß- nahnien in den ersten Tagen des Monats Dezember 1912 zunächst abgesehen. , Die Maßregel, nichthessische, für Mündelsicher erklärte Papiere Mit einer Abgabe zu belegen, hat Exz. v. Ewald gestern bereits besprochen. Auch mir scheint sie nach der Seite ihrer rechtlichen Zulässigkeit zweifelhaft. Sie scheint auch wirtschaftspolitisch bedenklich, insofern der zu vermeidende Anschein einer finanziellen Notlage und der Unmöglichkeit des freien Wettbewerbes unserer hessischen Papieren mit fremden Papieren hervorgerufcn wird. Nach Mehr als einer Richtung wird es einwaildfreier sein, neuen Emissionen nichthessischcr Pfandbriefe die Mündelsicherheit künftig überhaupt nicht mehr zu verleihen. Die Frage der Anlage von Sparkassegeldern in Staatspapieren gehört formell zur Zuständigkeit des Ministeriums des Innern. Mit ihr daher schon in meinem früheren Amt befaßt, habe ich damals schon von dem Versuch eines gesetzlichen Zwangs gegenüber den Sparkassen wegen Anlage der Spargelder in Staatspapieren Abstand genommen. Meine Bedenken sind inzwischen nickt geringer geworden. Daß die Bestände der Sparkassen tatsächlich nicht genügend flüssig angelegt sind, um denjenigen Eventualitäten gerecht zu werden, um derentwillen man „Liquidität" verlangt, unterliegt keinem Zweifel. Die neueste in Nr. 930 der Mitteilungen unserer statistischen Zentralstelle enthaltene Sparkassenstatistik lehrt dies zum Teil deutlch. Ich schicke voraus, daß in Hessen die Sparkasseneinlagen, die im R e i ch s d u r ch s ch n i t t 258 Mark auf den Kopf der Bevölkerung betragen, sich auf rund 373 Millionen Mark und auf den Kop f der Bevölkerung auf 291 Mark berechnen. Die hessischen Sparkassen haben nun von der gewaltigen Summe von 373 Millionen im Durchschnitt nur rund 9 Proz. ihrer Spargelder in Jnhaberpapicrcn angelegt. Eine Sparkasse in der Nähe von Darmstadt hat überhaupt keine Jnhaberpapicrc, zwei andere nicht einmal 2 Prozent. Nur 10 unter 33 Sparkassen gehen über 10 Prozent hinaus. Was speziell die Anlage in hessische u Staatsan leh en anlangt, so ist diese noch erheblich geringer. Zusammen haben sämtliche hessischen Sparkassen nur 2,68 Proz. der Spareinlagen in hessi scheu Staatspapieren angelegt. Da man annehmen muß, daß in wirklich krisenhaften Zeiten unzweifelhaft erheblich mehr als nur 9 Prozent der Sparläpitalicn von den Einlegern zurückverlangt werden, so erhellt hieraus unbedingt, daß die Sparkassen für diese Fälle ungenügend gerüstet sind. Denn int Kriegsfälle können die Sparkassen nur dann auf die Hergäbe von Barmitteln durch die Reichsbank und die sonst etwa einzurichtenden Kasse- stellen rechnen, wenn sic l o m b a r d f ä h i g e Werte als Sicherheit hinterlegeti. Hierzu gehören aber Hypotheken nicht. Diese ungenügende Liquidität besteht keineswegs allein bei den hessischen Sparkassen, cs gilt dies vielmehr auch für diejenigen anderer Bundesstaaten. In den Gesamtkomplex der von mir zu vertretenden finanzpolitischen Maßregeln gehört auch die Verwendung der Mittel zur Tilgung der Staatsschuld. Auch hiernach ist bereits in der Generaldebatte und zwar von Herrn Abgeordneten Dr. Osann gefragt worden. Dazu Folgendes: Für die Jahre 1909 und 1910 sind zu Tilgmigszwccken fast 2 Millionen Mark üerroenbet worden, davon rund 1 Million zum Ankauf 3proz. Hessen, ferner annähernd 400 000 Mark zur Tilgung der vormals Isenburger Schuld und etwa 550 000 Mark durch M- schrcibung am Anleihesoll der Serie XV unserer Staatsschuldoerschreibungen. Für 1911 und 1912 sind zur Tilgung zu verwenden rund 3 680 000 Mark. Hierauf sind zu verrechnen 350 000 Mark als weitere Tilgung auf die vornials Jsenburgische Schuld und 518 000 Mark für zurückgekaufte nom. 674 000 Mark 3proz. Schuldverschreibungen, so daß noch rund 2 810 000 Mark verfügbar sind. Ob dieser Betrag für die bezeichneten drei. Zwecke wie bisher oder zur Verrechnung auf außerordentliche Kredite verwendet werden soft, darüber haben wir uns noch nicht schlüssig gemacht. Eine Notweitdigkeit hierzu besteht auch nicht. Nach Artikel 6 und 12 des am 1. April in Kraft tretenden Tilgungs- gcsctzes, dessen Grundsätze wir bisher schon für uns hatten maßgebend sein lassen, hat die Regierung wegen der Art der Verwendung der Tilgungsmittel freie Hand, und ebenso sind die für das eiirzelne Etatsjahr verfügbaren Tilgungsmittel erst spätestens bis zum Ablauf des dritten aus ben Bücherschluß.folgenden Etatsjahres zu verwenden. Bon dieser Befugnis, nicht sofort effektiv zu tilgen, glauben wir gerade zur zech Gebrauch machen zu sollen. Bei der augenblicklichen wirtschaftlichen unb politischen Lage ist es jebenfalls richtig, neben ben sonst verfügbaren flüssigen Geldbestänben möglichst auch bie vorhandenen Tilgungs- mittcl zurückzuhalten unb bainit auch für ben schlimmsten Fall größtmöglichste Barbestänbe für bie Staatskasse sicherzustellen ober bereitzuhalten. Zu beachten ist endlich, daß die Zeit der Aufnahme einer neuen Staatsanleihe, die auch für 1913 voraussichtlich nicht erforderlich wird, durch die möglichste Festhaltung parater Mittel noch in 1914 weit hinausgeschoben werden kann, was bei der Lage des Geldmarkts — von anderen Dingen abgeseheir — doch unzweisclhaft höchst erfreulich iväre. Das hiermft von mir Gesagte beweise die Vielgestaftigkeil und Wichttgkeit der für die Finanzverwaftung zu beachtenden Gesichtspunkte. Daß unsere Aufgabeir nicht geringer werden, brauche ich gerade in diesen Tagen nicht hcrvorzuheben. In Rerch und Land, für Reich 'und Land können wir Schweres,und Schwerstes, wir müssen es nur ernstlich wollen. Im Lande kann ernstes Wollen der Finanzverwaltung freilich nur segensrcick>e Tat werden und bleiben, loenn es gleichzeitig gestützt wird von dem Vertrauen der Stände. Mg. M olthau (Ztr.): Die Finanzlage hat sich sehr günstig gezeigt. Wenn der Finanzminister seine Ausführungen schon während der Generaldebatte gemacht hätte, hätte man nicht nötig gehabt, von einem Abbau der Steuern M sprechen. Ein evft. Anspruch des Reiches auf bie Stempelsteuer würbe zu Konsequenzen führen. Ter Ausfall müßte durch eine neue Steuer gedeckt werden. Der Wunsch nach einer stärkeren Schuldentilgung besteht im ganzen Hause, er ist aber nicht realisierbar, 'weil es an Mitteln fehlt. Den Sparkassen müßte der Anlauf der Staatspapicre ohne gesetzlichen Zwang empfohlen werden. Abg. Dr. Stephan (natL) bleibt unverständlich. Abg. Reh (fortschr. Vp.i: Tie Ausführungen des Finanz!- Ministers wären noch interessanter gewesen, wenn in ihnen auch etwas von ben Ncusorbcrungen des Reiches mitgeteilt worben wäre. Man muß sich gegen ben Versuch wehren, un s bie Stempelsteuer wcgzunehmcn. Tie Mittel müssen durch eine Besitzsteuer aufgebracht werden. Einen Zwang aus die Sparkassen auszuüben, wäre ein Eingriff in die Sclbstver- nmllung. Tie Frage der Liquidität wirb in Kürze geregelt werben. Der Hessische Sparkassenverband wird am1 15. März zusammentreten. Er will freiwillig diesen Weg betreten. Tie Kapitel 98—101 der X. Hauptabteilung, Ministerrum der Fmanzenn werden ohne Aussprache erledigt. Zu Kapitel 102, Kataster, fordert Abg. W o l s - Stadecken (Sbd.) Zurückstellung aller Gehaltsfragcn bis zum Sommertagung. Abg. Ur stabt (fortschr. Vp.): Seine im vorigen Jahre gestellte Frage, ob bas hessische Vermessungswesen wirklich rückständig sei, sei inzwischen in einer Festrede des Professors der Geodäsie an der Teckmischen Hochschule mit ja beantwortet worden. Gleichzeitig weise Prof. Hohenner nach, daß den Angaben für die Verbesserung auch große Ersparnisse durch die erfolgte Verbesserung gegenüberstehen würden. Wenn durch Einführung der fachmännischen Leitung, wie cs die Geometer wünschen, eine Verbesserung erreicht werde, so koste das auch auch keinen Pfennig mehr. Die Lage der Geometer 1. und besonders 2. Klasse sei sehr schlecht, besonders wegen der ungünstigen Anstellungsverhältnisse. Die Zahl der befinititien Stellen müßte unbedingt vermehrt werben. Seine Fraktion sehe nur diesmal von bestimmten Anträgen ab, weil nicht alles auf einmal gemacht werden könne, aber bei der ersten passenden Gelegenheit, spätestens nächstes Jahr, werde sie damit hcrvortreten. Einstweilen müsse jede Gelegenheit benutzt werden, ben Geometern Beschäftigung unb Anstellung zu verschaffen, z. B. in den Kolonien. Die Regierung möge doch dafür eintreten, daß die hessischen Geometer L und 2. Kl. hinter ben preußischen Landmessern nicht zurückgcsetzt »vürden. Ter Redner bittet die Negierung um! Auskunft, wieviel hessische Geometer in den Kolonien tätig seien. Geheimrat Dr. Becker teilt mit, daß drei Geometer 1. iutb zwei 2. Klasse im Kolonialdienst sich befinden. Die hessischen Geom'eter werden nicht auf bie Seite geschoben. Auch im Reichs- unb preußischen Dienst sinb hessische Geometer beschäftigt. Die- Anftellungsverhältnisse sinb in ber Tat ungünstig. Ter Redner verbreitet sich bann näher über Organisationsfragen. Kapitel 102 wirb barauf einstimmig genehmigt. Bei Kapitel 103, Bauwesen, kommt es zu einer Aussprache über bie Beibehaltung ber Haltestelle in Frei-Weinheim. Die Kosten bafür betragen 14 000 Mk., 11000 Mk. werden vom' Staate unb 3000 Mk. von den Gemeinden übernommen. Hierzu sprechen die Abg. Molthan (Ztr.) und Adelung (Soz.). Ministerialrat Kratz gibt Auskunft über den Stand der Angelegenheit unb über die Verteilung oer Kosten. Nach ber Pause finden bie Abstimmungen über bie Anträge betr. bie mittleren Justizbeamten unb bie Schreibgehilfen statt. Mg. Grünewalb gibt namens feiner Fraktion folgende Erklärung ab: er habe vorgestern erklärt, die Forischritts- partet werde nicht für den Antrag Adelung stimmen, weil derselbe in seinem Ergebnisse nicht die Sicherheit biete wie der Ausschußantrag (30 Prozent). Nun habe aber Abg. Adelung gestern erklärt, daß sein Antrag in Bezug auf die Grundlage (40 Prozent der am 1. April 1912 vorhandenen Gehilfen) so verstanden fein softe wie der Ausschußantrag. Damit entfalle das Bedenken unb die Fortschrittspartei werde nunmehr in erster Linie für den sozialdemokratischen Antrag, eventuell aber für den Kompromißantrag stimmen. In namentlicher Mstimmung wurde sodann der Antrag Melung, für den geschlossen die Sozialdemokraten, die Fortschrittspartei und das Zentrum ftimmten, angenommen. Von den Nationalliberalen stimmte keiner für den weitergehenden Antrags dem Bauernbund nur die Abgg. Hauck und Genossen. Für die 58 Gerichtsschreiberstellen ftimmten die Sozialdemokraten, Fortschrittler unb bas Zentrum mit Ausnahme des Abg. Molthan. Es wird hierauf atigcftim'mt über das aus dem iJüstizetat zurückgestellte Kapitel 89, Gerichte. Hierzu liegen verschiedene Anträge zur Regelung der S ch r e i b g c h i l f en frage vor. Zunächst wird abgeftim'mt über den Ausschußantrag, der cinftim'mig angenommen wird. Ein Antrag der Mg. Lutz und Gen., die Regelung der Schreibgehilfen-Frage bis zur Besol- Iudiläumr-AussteNung der Akademie der Aünste. Als erste Huldigung zum Regierungsjubiläum des Kaisers erscheint die Berliner Akademie der Künste mit einer Ausstellung, bereu Pforten soeben in feierlicher E-inweihung ber Allgemeinheit geöffnet worden sind. „Ein Bild des gegenwärtigen deutschen 'Kunstschaffens" sott hier geboten werben, unb so hat man sich denn nicht auf den engen Kreis von Künstlern beselsränkt- der der Mademie angehört, sondern man bat Einladungen ergehen lassen, bei denen bis zu einem gewissen Grade auch die nichtamtliche Kunst berücksichttgt wurde. Einige „Sezessionisten" find in die Kallen dieses Kgl preußischen Jnstttuts cingezogeu, von denen man es kaum erwartet hätte, so Lovis Eorinth, der temperamentvolle Leo Putz, der geniale Plastiker Georg Kolbe. . Wenn man aber auf diese Weise dem altgewordenen Körper der Akademie neues frisches Blut zuführen wollte, so ist doch ein leidiger Kompromiß entstanden, durch den ein zwiespältiger Eindruck der ganzen Ausstellung hervorgerufen wird. Es bekommt den ehrwürdigen Rmmn der Akademie, dem Grafen Harrach oder Scheurenberg z. B., nicht gut, wenn sie sich neben starken Werken der Jungen zeigen müssen; andererseits sind manche bekannten Meister, bie stch zum erstenmal in biefer vornehmen Gesellschaft zeigen, so z. B. Stuck, gar nicht gut vertreten. Sei reit man stch aber von dem Gefühl eines bunten und unorganischen Turchemanbers, bas von den Wänden ausgeht und viellcickst gerade cm chaiaktenststches Merkmal des gesamten heutigen Kunstschassens barstellt, so stnbet man eine Fülle einzelner bebeutenber Arbeiten, wie das ,a auch nicht anbers zu erwarten war, wo so bebcutenbe Maler, Bild Hauer, Architekten unb Rabierer sich bereinigt haben. Der Schwerpunkt dieser Jubiläumsschau liegt im Bildnis. Man wollte wohl zugleich so etwas wie eine Galerie führender Persönlichkeiten zusammenbringen, die unter der Regierung des 'Kai ers wirken unb gewirkt haben. Von ben Großmeistern ber mobernen Kunst leien zunächst Thoma mit zwei prächtigen Landschaften, Max Klinger und Liebermann genannt. Allbekannte Meister, wie Kall- morgen, Schonleber, Dill u. a. schließen sich mit vortrefflichen Arbeiten an. Von ben Genremalern der älteren Schule erfreuen durch besonders gutgelungene Bilder Sans von Bartels, Paul Metz er he im unb Claus Meyer. Ern vorzügliches Kosakenbild gibt Josef von Brandt Ueberraschend modern erid/eint bet alte Schilbetet Berlins Julius Jakob, der sich aus Italien die schönste impressionistische Palette mit- gebracht hat Wuchtig unb großzügig wirken auch bie beiben Bilder von Hans' H errmann. Im Ehtensayl prangt der alte Laibl-Schüler Karl Hagem ei st er, ben man plötzlich entbectt bat; seine „Welle" ist eine vorzügliche Meerstudie in ber Art Couvbets, während in bemj „Reh" bet Mangel an Kompositionskrast sehr dciitlich hervortritt. Zügels mächtige Frcilichtstudien sind beste Proben guter Moderner Malerei. Hell unb wuchtig zugleich ist die Studie von Leo P n tz, mit dem sich die Münchener Hengeler, Angelo Jank unb Iosse Goossens zu einer prächtigen Gruppe vereinen. Von Werken ber Gorßplastik ist wenig zu sehen. Eins ber hübschesten Werke ber Ausstellung ist ein echt gotisch aus- gebauter unb doch ganz modern empfunbener Brunnen von I g - liatius Taschner mit berben Äindergestalten. Die Por- trälbü ste ist wie das gemalte Bildnis besonders reich vertreten. Viel Bedeutendes birgt auch die A,r ch i t e k t nr-Mteilung, aus der die Modelle Bruno Pauls, das einfach gemütvolle Haus Hainerberg und das anmutig zierlick/e ,,Damenstift" mit dem reizenden Dachreiter, besonders erwähnt seien. Zum Schluß sei erwähnt, daß auch diese Ausstellung deutscher Kunst die Ausländer nicht gaiwi ausschcidet. Freilich wird man weder in den altmeistcrlich kälten Bildern von W aut ers noch in den Süßlichkeiten eines Dagnan-Bouveret und Oulcß eine Bereicherung erblicken. Nut die Porträts von Anders Z o r n gehören zuM Schönsten, was die Ausstellung bietet. :Dr. P. L. * künstliche Jungfernzeugung. Seit beinahe sieben Jahrzehnten weiß man, daß in der Natur Jungfernzeugung, die «Entwicklung unbefruchteter Eizellen, vor- kommt. T z i e r z o n war der erste, der dies — für die Biene — nackgcwicseu hat. Die neueren Forscher haben erkannt, daß auch bei anderen Tieren diese Jungsernzcugmig vorkommt, unb bie Forschung der jüngsten Jahrzehnte hat nachgewiesen, daß auch künstliche Jungsernzeugüng möglich ist. Der erste, dem e3 (1899) gelang, unbefruchtete Eier zur Entwicklung zu bringen, war der Amerikaner I. Loeb vom Rockcfeller-Jnstitute in New Port. Welche Fortschritte dieser Zweig ber zoologischen Wissenschaft inzwischen gemacht hat, zeigt ber- Heidelberger Forscher Curt Herbst, ber selbst einschlägige Versuche ausgeführt hat, in einem vorzüglich unterrichtenden Aufsätze des nächsten Heftes ber „Südbeutschen Monatshefte". Loeb hatte zuerst bie Entwicklung ber unbefruchteten Eier des Seeigels bis zum Stadium ber schwimmenden Larven gebracht. Gewisse Chemikalien, bie in Gegenwart von Sauerstoff auf die Seeigel- eier einwirken konnten, bewirkten bei seinen Versuchen die künstliche Jungfernzeugung (Parthenogenese Das zuerst verwendete Salz, Magncsiumck lorid, konnte auch kurch andere Salze, solche des Natriums, des Kaliums unb des Kaiziums verwendet werden, ja selbst Rohrzucker unb Harnstoff wirkten in gleichem Sinne auf die Eier, unb schließlich sah Loeb ein, baß nicht die Natur des chemischen Stoffes das «Entscheidende sei, sondern nur die Erhöhung des osmotischen Druckes des Austauschdruckes wie man wohl sagen könnte, die durch Zusatz von Chemikalien zum Seewasser eintrat. Loeb folgerte hieraus, daß die Entziehung von Wasser aus der Eizelle der eigentliche Erreger ber Entwicklung sei. Neben dieser „osmotischen Methode" der künstlischen Jungfernzeugung sanden andere Zoologen, z. B. Mathews und Morgan auch andere' Arten: Sauerstoffmangel, Erwärmung, Abkühlung, Anwesenheit von Aethcr, Alkohol und Chloroform bewirken die «Entwicklung der unbefruchteten Eier. In manchen Fällen ist es gelungen1, die unbefruchteten Eier bis zur vollständigen Entwicklung zu verfolgen. Delage z. B. bat zwei fertige, allerdings noch stachel lose Seeigel von 15 und 22 Millimetern Durchmesser aus unbefruchteten Eiern aufgezogen. Bei diesen Versuchen spielte' sich jedoch die Entwicklung etwas anders ab, als bei natürlich, befruchteten Eiern, indem die Entwicklung nicht mit der Abscheidung ber sogenannten Tottermembran beginnt. Tie Bildung ber Tottennembran kann jeboch nach den Brüdern Hertwig auch künstlich hervorgerusen werden, z. B. durch Chloroform, Herbst hat nachgewiesen, daß Nelkenöl, Ltzreosot, Benzol, Toluol und Xylol, ia auch geringe Spuren Silbers, die Abhebung ber D-otterhautz bewirken. Loeb bat sich hierauf ebenfalls ber künstlichen Erzeugung von Dottermembranen zugewandt und entdeckt, daß eine ganze Reibe anderer Stoffe, z. B. tierisches Blutserum, Organextrakte und Fettsäuren zur Bildimg einer Dottermembran führen,' wie sie nach der natürlichen Befruchtung gebildet wird. «Er hat auch als erster die beideii Methoden vereint und auf diese Weise viel bessere iSrfrige erzielt, als vorher. Tic Versuche^ wurden in der Folge auf andere Tierarten ausgedehnt und icitbcni' ist es möglich, nicht nur unbefruchtete Ewr von Seeigeln, sondern auch die von Seesternen, von manchen Würmern, von Muscheln und Schnecken zur Entwicklung zu bringen '^er Franzose Bataillon hat dann als erster diese Versuche am das Reich der Wirbeltiere ausgedehnt und hierbei bie sog „traumatische Parthenogenese" entdeckt, bei der die Verletzung dm Zetthaut eines -Ties vom F-rosck bie Entwicklung herdvr- rief. Auf diesen Gedanken ist Bataillon durch Bastardierungsversuche gelangt, bei denen er die Sanirirfäben von Molchen, die hakenförmige Spitzen haben, zur Befruchtung von .Kroteneiern verwenden wollte. Wenn hierbei die Samenfäden auch nicht in die Eizelle cinbrangen, begann dock die Entwicklung. Indem! Bataillon Froscheier mit Glas- ober Platinnadeln anstach, regte er die Entwicklung auf gleiche Wrise an, und in menigen Fallen (3 'unter 10 0001 entwickelten sich die unbefruchteten Eier bis zu fertigen Fröschen Frösche sind bisher die im System nm höchsten stehenden Tiere, bei denen das Hervorrufen künstliches Jungfernzeugung gegllickt ist. dullgsordrmnst zurückzustellen, wird gegen die Stimmen des Bauernbünde- nbgelehnt. Der Antrag Adelung, der die Erhöhung der Prozentzahl der angestellten Schreibgehilsen auf 40 Prozent fordert, wird in namentlicher Abstimmung mit 26 gegen 22 Stimmen angenommen. Für diesen Antrag stimmten außer den Sozialdemokraten die Fortschrittler und das Zentrum Und vom Bauernbund der Ahg. Saugt Durch die Annahme dieses Antrages ist der Ausschußantrag, der eine Erhöhung auf 30 Prozent iorderte, überholt. Jedoch wird der Abl. 2 dieses Ausschußantrages: während einer lieber gangSzeit von 5 Jahren bei der Berechnung nicht jedes Ministerium für sich ’,u zählen, sondern die Prozentzabl durch Zusammenzählung der drei Ministerien zu berechnen, angcnom- nren. Ein weiterer sozialdemokratischer Antrag fordert eine Stellenvermehrung der tzilfsgerichtsschreiber um 58. Auch dieser Antrag wird in namentlicher Abstimmung mit, 2o gegen 22 Stimmen angenommen, dafür stimmten die Soz., Fortschr. und das Zentrum mit Ausnahme des Abg. Molthan. Ein Antrag Dr. Winkler fordert die Bereitstellung von 6000 Mark, um Ungleichheiten bei Richtern und Staatsanwalten zu beseitigen. , . Damit ist Kapitel 98 erledigt, und es wird fortgesahren in der Beratung über die 10. Hauptabteilung, Ministerium der Finanzen, Kapitel 103. . . . Rach kurzen Bemerkungen der Abgg. W olf-Gonsenheim (F. Bp.) und Wolf-Stadecken (Vbd.) sowie des Ministerialrats Kratz, wird das Kapitel einstimmig genehmigt. Zu Kapitel 104, Brücken und Ueberfahrten, macht Abg. xr. Box he i m e>r Ztt.' kurze Ausführungen. Tie übrigen Kapitel des Hauptvoranschlages werden ohne wesentliche Aussprache glatt erledigt. Zu Kapitel 116, sprechen die Abgg. Heerdt (F. Vp.) und Bach (Ntl.), deren Ausführungen aber nicht zu verstehen sind. , Abg. Molthan (Ztr.) als Berichterstatter erstattet Bericht über das Finanzgeseh. Der Ausschuß beantragt Annahme des Gesetzes in der vorliegenden Form. Abg. Ulrich i^oz.' spricht sich im Namen seiner Fraktion gegen die Annahme aus. Xie Abstimmung ergibt Annahme des Finanzgesetzes gegen bte Stimmen der Sozialdemokraten. Die Sitzung schließt vor 1 Uhr. Fortsetzung der Tagesordnung am Mittwoch, den 12. März, vormittags 10 Uhr. Aus Stadt unS Caitft« (V> testen, 8. März 1913. WaS in unserer sozialen Zeit noch möglich ist? Die Firma Scheid Hauer L Gießing, Duisburg-Mainzlar, hat die Krankenfürsorge ihrer Betriebskrankenkasse, wenigstens was ärztliche Hilfe anlangt, auf die Familienangehörigen ausgedehnt, ohne Zweifel eine, vom sozialem Gesichtspunkt betracht, sehr dankenswerte Einrichtung. Ein junger Maurer meiner Gemeinde war im Winter 1911 bei ihr in Arbeit getreten. Im folgenden Frühjahr erkrankte seine verwitwete Mutter, deren einziger Ernährer er ist, bösartig. Er nahm die Hilfe der Kusse in Anspruch. Als im August der Arzt die erste Rechnung präsentierte, bekommt der Maurer Vorhalt gemacht, als die zweite Rechnung nach Ablauf eines weiteren Vierteljahrs folgte, „legt" ihm die Betriebsleitung „nahe, aus dem Arbeitsverhältnis aus^uscheiden". Sic bemerkte dazu auf meine Anfrage, ob dies Tatsache fei: „Sie werden begreifen, dast man solche Mitgliedes (der Kasse) „lieber abziehen sieht. Verpflichtet sich " (Name des Arbeiters) „aber, dast seine Mutter der Kasse keine Unkosten mehr macht, so steht ihm nichts im Weg, jeden Tag bei uns die Arbeit wieder aus',»nehmen." Ich frage: Welchen Zweck hat es also, dast in den Statuten der Betriebs- krankenkassc von der F ü r s o r g e für Familienmitglieder ausführlich die Rede ist? Lesen soll man davon können, so etwas sieht in den Statuten recht gut aus, ist vielleicht sogar recht zweckmäßig, weil es auf gewissenhafte, haushälterische Arbeiter anziehend wirken unrd. Aber die Einrichtung benutzen lassen? Nein, nur Hände davon, sonst wirst du damit gestraft, dast du, vielleicht gnide in der arbcitsarmcu Zeit, deine Arbeit verlierst und du und die deiueu habt dann doppelt Not: zur Krankheit den Hunger. Denn das Benutzenlassen würde doch die Opfer 'der Fabrik zu Gunsten der Kasse erhöhen. Und Opfer bringen, davon redet man lieber nur. Also wird die Fü r s v r g em ast n a h m e herad- gewürdigt zu einem blosten Dekorationsstück, zu einem Lockmittel. Gegen einen solchen Mißbrauch muß sich feder rechtlich Denkende richten, einerlei welcher Partei er angehört. Unsre Zeit hat in sozialer Hinsicht manck>es geleistet. Wie kann die soziale Arbeit ihre beste Frucht, die Ucberbrückung der Gegensätze in unserem Volk, zeitigen, wenn in solcher Art mit den sozialen Maßnahmen gespielt wird? Mir lsiiben noch kein Gericht, das solche Handlungsweise mit Strafe belegt, das zwingt mich, den Fall dcr'Oeffeutlichkeit zu unterbreiten, da mein eingehendes, mehrmaliges mich Wenden an die Firma ganz cr- gevuislos blieb. Möge sie einmütig und rückhaltlos darüber das Urteil fällen. - ** Der hessische Bund für H e i in a t s ch u tz hielt am 1. März in D a r in ft a b t seine 1. Mitglied crversa mm - I n n g ab. Zunächst mürbe der Vorstand ergänzt, der sich zusammensetzt: 1. Vorsitzender Finanzminister Tr. Braun, 2. Vorsitzender Geh. Oberforstrat Walther-Darmstadt, Geschäftsführer Rechtsanwalt Laudzcttcl Darmstadt, Schatzmeister Baurat Wagner- Darmstadt: Beisitzer sind die drei Denkmalpfleger Geh. Baurat Professor Wickop (5tarienbiirg', Geh. Baurat Professor Walde Oberhessen), Professor Meißner lRheinhessen), ferner Professor Wienkoop, Tirtlior der Landesbaugemcrtschule, Rechtsanwalt Dr. Guggenheim Offenbach a. M., Pwfessor Edr. Ranch-Gießen, Oder" lehret Eomo Lauterbach, Professor Reeb-Mainz und Oberbürgermeister Köhler Worms. Alsdann schritt man zur Bestellung der I.H^sauSschnsse. AlS eine brr wichtigsten Aufgaben des Heimat schutzeS >n Hessen erscheint die Einrichtung von Baude ra- tungSstellen, welch' die bautzeratende Tätigkeit der Behörden Bauabteilung Denkmalpflege, Laudlvirtfchajtskainmer, Kreisbau- insvektoren, Städte) ergänzen sollen. Tie private Tätigkeit in Hessen, besonders auf dem Lande, liegt, soweit sie nicht von nurfiichcir Architekten aue-geübt wird, vielsach noch in unfähigen, zum Teil unberufenen Händen. Hierdurch erklären sich in Stadt uitd Laird die unerfreulichen Bilder, die diese ungeschickten, vielfach ganz unsachlich 'Uidgefübrtcn Bauwerke hervorrmen. xiqen Zuständen sollen die Bauberatungsstellen abhelfen durch Erter- lung von Rat und Auskunft und Untcnpeifung mit praktuchen und guten Bauvorschlägen. In den ?lusfchuß für Bauberatung und heimatliche Bauweise wurden gewählt Geh. Cberbaurat Professor Hofmann, Geh Baurat Prof. Walde, xirektor Prouisor Wienkoop, Rcgierungs- und Baurat Mettegang-Mainz und Professor Eberhard, Direktor der Kunstgewerbeschule in xuenbach a. M Auch durch TarsteUung von guten und schlechten Beispielen und Deranstaltting von Lichtbildervorträgen soll in der Lenentlich- fcit das Verständnis für eine gediegene heimatliche Bau weile gc- törbert werden: ferner soll angeregt roerbeu, batz bieien Bestrebungen bei ber demnächstigen Revision der Bauordnung im Sinne des Heimatschutzes Rechnung getragen mirb. (Jine joeucrc Aufgabe des Vereins ist ber Kampf gegen bie Verunstaltung von Stabt unb Laub durch aufdringliche und schlechte Reklame. Nachdem einige Kreisämter im Wege Der Polizeiverordnung namentlich gegen den Unfug der Streckenreklame mit Erfolg vor- gcgaitcen find, will man durch Lichtbildervorträge nach vorn Beispiel des Frankfurter Vereins für Heimal'ckmtz bte 'UhRitanbc uno Auswüchse bes Reklamewesens bekämpsen. Amtsrichter Schwabe in Hochheim ist hierfür gewonnen worden. Man beriet dann noch über die Wfassung eines Flugblattes, das Ziele und Aufgaben des Hessischen Bundes für Heimatsckmtz fiarlteUen loll. Desinfektion des Düngers inan M a ul- und Klauenseuche verseuchten Gehöften. Es i|t mehrfach darauf hingewiefen worden, daß eine unvollständige Desinfektion ber Stallungen und des Düngers in an Maul- unb Klauenseuche verseuchten Gehöften oder gar die Unterlai- sung ber Desinfektion zu erneuten Ausbrückieu der Seuche geführt hat. Namentlich ist beobachtet worden, daß knr; nach dem Abfahren des Düngers aus solch:'.'. Gehöften in anderen Gehöften desselben Orts, wie bei Tieren, die nach dem Erlösck>en >der eeuaK in die verseucht gewesenen Gehöfte eingestellt worden sind, neue Verseuchungen auftratni. Nicht unbcFamu ist auch geblieben, daß der Infektionserreger der Maul- und Klauenseuche in^Tnng statten und an sonstigen Stellen, namentlich auch in lwblen Stellen an Miauen lebender Tiere sich lange Zeit lebensfähig erhalten hat. Seit Inkrafttreten des neuen Viehsenchengefetzes ist weiter die Beobachtung gemacht worden, daß die Desinfektion des Düngers mittels Kalkmilch in vielen Fällen nicht ausgereicht, während in Fällen, in denen die Packung bes Düngers vorschriftsmäßig erfolgt ist, niemals eine Infektion durch den Dünger nachgewiesen werden konnte. Die gleickien Erfahrungen find nach den statistischen Angaben von verschiedenen hessischen Kreisveterinär- ärzten gemacht worden. •• Kramermarkt. Mit den am 18. und 19. März ilattfinbenben Viehmärkten soll auch die Abhaltung eines Krämermarktes am letzteren Tage verbunden werden. Landkreis Gießen. — Klein-Linden, 7 März. Am Sonntag abend veranstaltet der V o lks b il dun gs verein „Heirnat- vercinigung" im Saale „Zur deutschen Eiche" eine „Körn erfrier" mit Vortrag, musikalischen, deklamatorischen und theatralischen Darbietungen. Der Gesangverein Eintracht hat die Theateraufführung übernommen. KrciS Friedberg. h. Dortelweil, 7. März. Auf dem Wege von hier nach Vilbel wurde ein junger Mann von drei Burschen über fallen, verhauen und seines Geldes beraubt. 9(18 Täter ermittelte man drei Burschen on§ Vilbel. Sie wurden verhaftet. Starkenburg und Rheinhessen. rm. Darmstadt, 6. März. Die Stadtverordneten nahmen heute die von dem Ministerium d. I. genehmigten neuen Satzungen der Sparkasse an, in denen bie Bestimmung gestrichen wurde, daß Gelder auch ht zweitsteiligen Hypothefrn angelegt werden können, iveiL zu berücksichtigen sei, daß als Spargelder angelegte Mündelgelder nicht anders angelegt werden dürfen, als Mündelgelder selb-er. Die Stadtverordneten genehmigten einen Tarif für die Erhebung einer Ka n alb c n u tz u n g s- gebühr. Danach bleiben die Sätze bis zu einem Brand- versicherungsLndital' von 91000 Mk das 40 Mk. betrug, unberührt, von da ab steigen die bisher bestandenen Höchstsätze von 60 Mk. staffelweise bis zu einem Betrag von 750 Mk bei einem Brandversicherungskapital von über einer Million Mark. Dadurch werden 130000 Mk. der eigentlichen Kosten ausgebracht, weitere 30000 Mk. werden aus Steuern genommen. 10°,o der vorhandenen Gebäude werden von der Erhöhung nicht betroffen. Hessen-Nasfau. — 91 obl) eim a. d. Bieber, 7. März. Aus Anlaß der bevorstehenden Hundertjahrfeier des Ku rhe ff. Jäger- Bataillons Nr. 11 zu Marburg hat sich auch für den südlichen Teil des Kreises Biedenkopf unter dein Vorsitz von Bürgermeister Wagner zu Fellingshausen eine Vereinigung ehemaliger Her Jäger gebildet. Gestern wurde bei Herrn Schlierbach in Nodheim die erste Versammlung abgehalten, um zur Bataillonsfeier Stellung zu nehmen. Anmeldungen zur Vereinigung nimmt der Vorsitzende entgegen. vermischter. kf. Einer, der V e r s n ch s tz n n d werden will. Ort: das Irrenhaus einer französischen Provinzstadt. Eine Abordnung deS Magistrates und der Stadtverordneten iusoiziert das Irren- tzaus. Ter Oberarzt zeigt den Stadtvälern unter anderem auch einen BeisuchShimd, dem er täglich zweimal ein aewisses Quantum Absimttz gibt, um an ihm die verderblichen Folgen des Teuftls- geträntes nackziuveisen. Mit großem Interesse lauscht die Abordnung den Auslührungeii. Der Hund macht einen verblödeten Eindruck. Der Absinttz scheint ihm sehr übel zu bekommen, wenngleich er ihm auch, nach der Gier zu urteilen, mit der er ihn schlurft, sehr bcljagt. Dann inspizieren Die Stadtväter auch die Krankenkäle, unterhalten sich mit den harmlosen Irren, die frei untbedaufen, unb sind höchst bekriedigt von allem, was sie setzen. Ta, gerade als sie die Alkoholikerstation be3 Irrenhauses verlassen wollen, stellt sich ihnen einer der Insassen entgegen: Er will eine Bitte an die Stadtväter richten. So stößt er hervor und rollt heilig die Augen, „Sag's nur, sag'- nur, mein Sohn, was du auf dem Herzen haft," meint der Bürgermeister freundlich. — „Meine Herren! Erlauben Sie mir, die Stelle des Hundes im Laboratorium des Oberarztes zu übernehmen ..." Die Stadt- vater sollen der Bitte nicht ftattgegeben haben. Sptelplan des Eichener Stadttheaterr. Direktion: Hermann Steingoerter. Sonnlaa, den 9. März, nachmittags 3’ Uhr, bei kleinen Prellen (unter Mitwirkung der Kavelle Dc5 Im.-Regts. Kaiser Wilhelm Nr. 116): „Parkettsitz Nr. 10/ Ende 6K Uhr. Abends 7‘z, Uhr, bei kleinen Preisen : „Mein Freund Teddy ' Ende 10 Uhr. Tien-tao, den 11. Marz, abends 8 Uhr (außer Abonnement), bei gewöhnlichen Preisen: Benefiz für Herrn Regisseur Rudolf Goll 'unter Mitwirkung der Kavelle de - Ini. Regts. Kaiser Wilhelm Nr. 116} - ..'s 'JliiHerl/ Ende 10\ Uhr. Pl.tiwoch. den 12. 'März, abends 7 Uhr, bei gewöhnlichen Preisen i!9. liiltwoch-Adonnement- Dorstellung': „Ter Revisor ' Ende 9 '(Uhr. Freitag den 14. März, abends 7 Uhr (die fällige Freitag-Abonnement-Porstellung ist auf den folgenden Tag verlegt): Gastspiel bet tirosb. Ho'over unb ber üo'musik in Tarmfladi: „Wenn ich König wäre/ Ronianlifch- kornische Over in 3 Akten von d'Enuery unb Brssil. Musik von Adolvhe Adam. Ende nach 10 Uhr. Montag, den 17. März, abends 8 Uhr, bei gewöhnlichen Prellen (20. Freitag-Abonnement- Aoi'rellung): „Andreas Hofer ' 'Neuheit!) Drama in 6 Akten von Walter Lutz. Ende gegen 11 Uhr. Märkte. ©lefren, 8. Marz. M a rktberi ckk. ?luk heutigem Wochen- markte kostete: ulte.- das Pfimd 1,00—1.15‘lüL Hübuerrier 1 Stück 7—8 'Mg„ 2 eiüc? 00 'Ifcu Enteneier I Stück 8—0 Pfg.. Dänseeier let. 10 Pf., Käfe das Stück 6—8 3fg„ Käfematts 2 Stück 5—6 i'fg, Tauben pr Tr. C/0—1/-0 P'k^ Hübner vr. 1,00—1,60 W., c ahnen vr. Stuck 1,50—2,50 Enten vr. Et 2,00—3,00 Mk., tofinfe das Pfd 70—«0 Pfa. Ockfenfieifch vr. Pkd. 92—100 Big.. Rindsieifch vr. Pfimd 90—94 fa., Kuhfieifch 80 Plg^ Echweine- sieisch pr. Ihmb 90—110 Pia., Kalbfleisch vr. P'd. 94—98 bfj„ Hninmelileisch vr. Pfd. 70—96 *Mg„ Kartoffeln vr. luO gq. 5.00 bis 5.50 Pik., Weißkraut daS Stuck 10 bis 20 Pfg^ Zwiebeln ver Ztr. 0,00—8,00 Mk.. Milch das bi ter 22 'Bin* 9lülle 100 Stück 50—60 Plg., ver Ztr. 0—00 Mk* Birnen das Pfund 12 bi» 15 Pfg., Aepfel der Zentner 10 bis 15 Mk. Alarktzeit von 8 bis 2 Uhr. F.C. Wiesbaden. Viehh ok »Mark tberrcht vorn 7. März. Auftrieb: Rinder (Ochsen 16, Bullen Kühe 47), Kälber 149, Schafe i , Schweine 182. Geschäft mittel. Preise Mr100VN). Lebend- Schlacht« O cki f e n. gewicht Pollsiegckiae. ou-aemästete, (iSchflen Schlacht- Aik. Mk wertes im Alter von 4 — 7 Jahren .... 51—56 89—95 Tie noch nicht gezogen haben (ungejocht) . . 50—65 88—94 Junge, fleischige, nicht nu8gemä|tete und ältere auBgemäitete . . . . . 45—49 83—89 B u( l e n. Vollfleifchiqe. au6geiv„ höchsten Schlachtw. . . 46—50 78—85 Lollfleischige, jüngere 42—45 71—76 i'ätieit. Ritt)*. Poll fleischige ausgemästete Färsen kLchsten Schlachtwerte» . . 49-54 86—94 Pollsieischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis g, < Jahren ... 40—42 74—78 Wenig gut entiuidelte Färien. . .... 44—48 84—90 Aeitere ousgemäuete Kühe und wenig gut ent- wickelte jüngere Kühe .... 35—39 70—76 Mäßig genährte Kühe uns Färjen . ... 80—81 67—76 K ä l 6 e:. Feinste Mastkalver 64—66 107—110 SDiUüere üJlau- uno beste Saugkälber .... 58—61 97 — 102 Geringere !Masp- und gute «augkälbee . . . 53—57 88—95 Geringere caugfalbec 48—63 81—87 S> ch a Weldemailschake: Mastlämmer und Maithammel . . . 45 50—47 00 94—98 Schwein:. Bollsteischige Schweine von 80—100 k» Lebendgewicht '4-65*/, 82—84 ttzoUsteifchige Schweine unter 80kg-Lebendgewicht 64-647, 82-d8 Pollsieischige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht 65.50-67 82—84 Vollsteischige Schweine von 120—150 kg Lebendgewicht ....... 63-64 79-80 D 7, Für drnnretidv Fälle ist am .'»onntag, den 9. JIMrx, D '/. Meteorologische Beobachtungen der Station Sichen. nur für dringende Flille sicher anzulrcffen: Dr. («eycr, Seltcraweg 64. Dr. Klein, Ost-Anlace 37. ist daS übereinstimmende Urteil der w .**!«» UllU fllll Hundertlouiende. welche '.Oauniann S „Faustring" Lanolinseile benutzen. Stück 20 Pfg., 5 Stück 96 Pfg. Die nach- A ppr-ÄA *>od am Sonntag, 9. Harz 1913, stehenden Avl >on 12 Uhr mittags bis 12 Uhr nachts sicher anzatreffen: 7ohncP7f Metz, Seltersweg 81. tidLILldl Zil Fernsprecher 608. Höchste Temperatur am 6.-7. März — 4- 12,1'ü. Niedrigste , , 6.-7. , “ + 4^'0. Niederschlag: 10,6 mm. März 191; Barometer 1 au,' 0° reduziert Temveratur J der Lust Absolute Feuchtigkeit ; Relative Feuchtigkeit ' Windrichtung •c i ^721 Ul PH ■ Wetter 7. 211 49,7 7,9 7.3 91 WSW 2 10 Regen 7. 9/ 49,6 43 5,7 88 WNW 2 10 44,2 5,1 6,1 93 NNW 4 10 n MotorVai>enFahrräder Maa verlange j Preisliste. Au.tomobilvertr.Wilh, Hamel, Giessen, Bleichstr. 7 Fahrradvertr. 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