Nr. 287 Erscheint täglich mit SuSnoljme bei Sonntag-. Tie „»letzever ZswtUendliNer" werden dem „Uniemer' Mermof wöchentlich bergelegt, da» „Kitlsblett fir den Kreis »letzen zweimal wöchentlich. T,e „lsitdwirftchaftttche» 8ctt» fre|te" erscheinen monatlich zweimal. Sctationibrucf und Verlag der Vrüdlfchen Umonfität# - Buch» und Gteiabrurfertu N. Lange. Greßeu. Srhaftion. Expedition und Druckerei: Schul« ftr.u.e 7. Grpebitton tntb Verlag: e>n6 6L Neba/ncneaSlll. Tel.-Adr^ AiijcgerSieße«, 163. Jahrgang Satnstag, (>. Dezember 1913 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Obcrhesfen Mb. Deutscher Reichstag. tn s'tzunp^ Freitag, den 5. Dezember, firn SundeSrarStisch. Dr. Dc lbrück. Vrajuxu: Dr. Qaempf eröffnet die Sitzung 12 Uhr 20 «in. Die ArdeUrloieufrage. Suf der Togelorbnung stehl die Interpellation der «frag. Albrecht * coaj und (Ben.: »Welche Ratzregeln gedenkt der Herr Reichskanzler zu er» c>r :»cn. um den schlimmen Kolarn der ArbestSlofigkct entgegen, zuwirken, die durch immer wtederkehrendc wirtschaftluLc Stufen verschärft werden k IN er insbesondere bereit, eine alle Arbeiter und Ange« stellte umfassende reich»gesetzlrcheArbeit»losenvet. f t d) e r u n g in die Dege zu leiten, sowie zur Bekämpfung der zurzeit besonders sich geltend machenden Folgen der Arbeitslosigkeit geeignete AbhilfSmittel zu ergreifen?" Staatssekretär Tr. Delbrück erklärt sich zur sofortigen Antwort bereit. Abz. Silberschmidt (Soz.): •L>te Erörterung der vorliegenden Frage berührt unser beutjckits Volksleben genau so stark wie die gestrigen hier ver- handelte,i politischen Fragen. «Sehe richtig! bei den Soz., Die En -ellandtage haben fas, ausschließlich die Regelung abgeiviesen, weil sie codic deS Reichs sei Auch der Deutsche Städtetag kam im Jahre 1011 zu diesem Schluß. Ter Staat hat die Pflicht, für die Dolgen der Arbeitslosigkeit einzutretcn. Mit der pla- tonischen X'iebeierflärung, daß eS Aufgabe der Kommunen sei, tst nicht geHolsenl Sine reichliche Anzahl von Städten bringt der Frage nur geringe» Interesse entgegen: do» zeigt da» Bei- spiel von Halle, wo man nicht einmal eine Erörterung der Frage für geboten erachtete l.^ort! Hört! bei den Soz- In der letzten Zeit hat sich glücklicherweise da» Bild geändert So bat der PerbandStag^ der Arbeitsnachweise für Bevern sich für doö Eingreifen de» SwaleS ausgesprochen. Auch auf dem Deutschen Stadtetng ist Professor Zajirow in Cborloltenburg ebenfalls dafür eingetreten. Die Arbeitslos,gkei» ist eben eine Folge der veränderten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse; sie ift eine ständige Segleiterscheinung davon. Gewerkschaften und BerufSverelne aller Schattierungen sind sich einig, bafo da» fRcidi helfen mutz. Enie Besierung der immer mehr steigenden Arbeitslosigkeit Pi nicht zu erwarten; je weiter die Teckmik vor- schreitet, um so mehr wachst die industrielle Reserve, armee. Dabei wird die Zahl der Arbeitslosen noai durch Heranziehung von ausländischen Arbeitern vergrößert. Ferner geht unsere Industrie immer mehr dazu über, die älteren Arbeiter ibstemotisch auSzuscheiden, um junge, billigere Kräfte einzustellen. l&Of> betrug die Zahl der männlichen Arbeiter von über 50 Jahren 20L Proz., im Jahre 1907 nur noch 17 Proz.l (Hört! Hört! he, den Soz.s Dazu kommt die Verteuerung der LebenSmittcl durch eine verkehrte Wirtschaftspolitik! Zu der neuerdings inaugurierten .UeberrüstungSpolitik", die den Geldstand immer mehr verteuert hat, gesellt sich die allgemeine Teuerung: d,e WideritandSkraft der von Arbeitslosigkeit Betroffenen mutz dadurch besonder» geschwächt werden. Woher nimm, mau der, Mut. zu behaupten, datz die Einführung einer Arbeitslos,gkeitSversicherung demoralisierend wirkt auf die arbeitende Bevölkerung? Man hat gewagt, von einer Faulenzer- Versicherung zu sprechen, die von einer Schwächung de» Berant. wortlichkeitSgefühl» Zeugnis ablegt! Solche Verdächtigung kann die deutsche arbeitende Bevölkerung getrost weit von sich weisen! Da» Dort von dem freien Spiel der Kräfte bat Schiffbruch gelitten! 11 m balbigc Abhilfe zu schaffen, ist die Beschleunigung der in Aussicht genommenen Bauten zu empfehlen, ferner nach dem Vorgänge der bayerischen Regierung Unterstützung der Kommunen mit Barmitteln Weiter notwendig ift die Einführung von Lebensrnitteln vom Ausland, die Ceffnung der Grenzen. Tie Mittel, die man hier aufwendet, sind im letzten Sinne .werbende" Wuignben; sie kommen vielfach wieder ein durch eine Förderung der VolkSgesunbheit. Die Reich»regierung möge erkennen, datz die Lrage gelöst werden mutz, und möge mehr Ent- gegenkommen zeigen al» bisher. (Beifall bei den Soz.) Staatssekretär Dr. Delbrück: Die Frage der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und ihrer unerfreulichen und bedenklichen Begleiter. Ichein ungen gehört 'zu den ungelösten Problemen, die die wirtschaftliche und industrielle Entwicklung der modernen flultur- Üaaten gezeigt hat U n g e l ö st, nicht weil c» uns an Verstand- ni» unb gutem Willen fehlt, sondern wegen der ,n der Sache lie- groben Schwierigkeiten, und weil sie nach unserer Auffasiung biSbcr zur Lösung nicht reif geworden ist. D>i» Problem be. fchästigt unsere Diskussionen fast feit einem Menschenalter. Prak- hier und Theoretiker, Parlamente und Stabwerlretungcn zer- brechen sich der. Kopf, nne man der Arbeitslosigkeit am besten zu Leide gehen kann. Seit zwanzig Jahren erörtern wir biet im Reichstag bic Frage, ob e» möglich ist, die Arbeitslosigkeit wirk- iam zu bekämpfen durch Matznahmeu der Gesetzaebung ober der Verwaltung von feiten de» Reiche», der BundeSitaaten unb der Kommunen. Und der Schlußstein aller der Forderungen, die tm Lause der Jahrzehiue in dieser Beziehung aufgestell: wurden, bildet die ja wiederholt von un» geforderte allgemeine Arbeitslosenversicherung für da» Deutsche Reich. Die groyen Krisen, die wir int Lause der letzten Jahre gehabt h-iben. Haden hur im Reichstag eingebende Erörterungen i der diese Fragen auSaelöst. Und al» in diesem Sommer die erfien Anzeidieu einer schwächer werdenden Konjunktur sich zeigten, da wurde intensiver an der Lösung dieser Frage gearbeitet. Tic vor!,egende Interpellation fordert zunächst Notstandsmass nahmen, und ferner verlangt sie ein (Be’ch über bic Arbeitslosenversicherung. Damit würde man aber zu weit geben. Sic ift nun d i e Lage de» Arbeit» markte? unb bic Sage ber allgemeinen Konjunktur ? Es ist autzerordei'.tlich schwierig, em klares Bild der t?erbäitnv7c zu gc- trmnen C» fehlen un» tatsächliche Unterlagen, e» fehlt un» auch eine zuverlässige ArbeitSlosenstaln'i'k. Ich habe alle» Material, daS mir zur Verfügung stand, in einem Hefte vereinigt und Ihnen vorgelegt. 5» enthält alle», wa» dem Etotisti- schen Amt und anderen Behörden zur Hand ist. Wir bcftnden un» also in einer etwa» obflauen- 0 en .Q o n j u it ft u r. Ein allgemeiner Seh'tanb i-t aber nicht verbandet,, wenn auch in einzelnen BeschäftiguniSzweigen unb an einzelnen £rten uncrfreiihcbc Zustände herrsch?»!. Im gan«cn genommen hat Deutschland unter normalen Verhältnissen nicht *ooici Arbeiter, w i c c 8 braucht. Tic Landwirtschaft und die Industrie brauck-en ausländische Arbeiter Dabei ist die Zahl der m der Industrie tätigen Jlueian?.: gr tzer r.-.rbe.: als die Zadl der von oex Landw,rt'd».,ft Bes.1>itilgten. C i c ; b t c ist nicht etwa allein an diesen Ausländern beteiligt t^ebt richtig! recht». > Industrie und Landwirtschaft vefchSftigen fast tm ganzen Reiche Ausländer. Tabei fehlen no?.- Arbeiter. Da» .‘■jbe ,ch beim Bau des Kaiser-Dllhelm-Kanäle selbst erfaßt:: 5 gibt industrielle Gebiete, tie ebne diese 3u»lon>?i gar mr..: br- :?hen konnten, z. B. Löerschlesien. ES ist also urrüf n-i. datz Ausländer ausschließlich ml Land gezogen werden, um o ie Löhite zu drücken. (Sehr richtig! rechts., Die au »ländischen Arbeiter sind — mag daS erfreuhd) oder unerfreulich fein — cm Bedürfnis für unsere 8oll»roirh'cfvvt Da» allgemeine wirtschaftliche Bild ist folgen be»: Seine scharfe flrift», kein allgemeine-. Rückschlag, ohne ?ah zu prophezeien Mein Kollege vom Rcichsschatzamt sagte hier neulich. .Wir stehen vielleicht am Ranbe eines DalcS!' Ich möchte hinzufügen- Die weit, wie lief unb wie lann da» Tal 'st, wissen wir nicht! — Eine gewisse Vorsicht bei ber Beurteilung ber Konjunktur ist freilich geboten. Ader von einer allgemeinen Notlage kann nicht die Rede sein. Dir können bof-'m. datz ohne ein unmittelbare» Eingreifen be» Reichs bic zunächst m Betracht kommenden Faktoren in der Lage sein werden, über die Schwierigkeit der Situation hinwegzukomnien. Eine :*l'ihe von Notstandsmaßnahmen wurden zudem feinen praf. tischen Erfolg bringen. Ta» Zielunserer Wirtschaft» Politik ,st eine Stärkung be? inneren Markte? Da? bedeutet auch eine Stärkung de» Arbeillmarkte». vergleicht inan den Stand der Arbeitslosigkeit bei un» mit dem im freil»mblerischeu England, so ift bic Lage bei uns im allgemeinen besser. Augenblicklich kommt für un» nur bic internationale 23er- fteifung de» Geldmarkt» in Betracht, bic au» gewissen ttrünben auf Deutschland stärker wirkt al» auf andere Länder. Unsere Dirtschaftpolitik liegt gerade im Juteresfc bei Arbeiter. Lachen der Soz.', Gerade bic Arbeiter sollten daher unsere Wirtschaftspolitik ftärfen. (Lachen ber Soz., . Ta» Problem ber Arbeitslosigkeit ift sehr ernst. Ta» verkennt kein einsichtiger Mensch und Daran darf kein Staatsmann vorübergelien. ?lber s ist irrig zu behaupten, datz bic Arbeitslosigkeit heute dasselbe ift wie früher. Heute iit sic cm Produkt unserer wirtschaftlichen Verhältnisse. Jetzt wird der ArbeitSmarkt künstlich beeinflußt von den Organisationen der Arbeitgeber unb Arbeitnehmer, und darin liegen die Hauptschwierigkeitcn der Dekämpfung. Die ArbeitSlosenunter- siützuna durch die Kommunen ist von grötzter Bedeutung. Die Gewerkschaften sind nicht m der Lage, zu konlrollieren, wer ar- bcitSlo» ift unb wer nidil. Die versuche, bic nichtorganisierlcn Arbeiter, die ja bic große Mehrheit ausmachen, zum Sparen zu veranlasien, sind mißglückt. Die staatliche Unterstützung der Gewerkschaften bat Bedenken, weil die Gewerkschaften zugestandener- matzen Kampforganisationen sind. Da» ist auch da» Hauptbcdcn- ken gegen bic staatliche ArbeitSlosenvcrsikl'cruug auf gewerkschafl- lieber Grundlage. Denn dadurch würde der Einzelne vom Staat gezwungen, einer Gewerkschaft sich anznschließen, und daö ift ausgeschlossen. Schließlich käme man zu ber Frage, warn in bringt der Staat nicht bic Mittel für eine obligatorische Arbeitslosenversicherung aller Arbeiter auf. Das geht schon deshalb nicht, weil die Tendenz zur Simulation sehr stark wurde. (Zuruf: Krankenversicherung!) Da« ist etwa» ganz anbcrcc denn Krankheit läßt sich objektiv seststellen, nicht ober, ob jemand Arbeit finden kann oder nicht. Sieber würden bann 99 von 100 Arbeitern mit der Begründung zurückgewicicn werden, daß sie sich für den Betreffenden nicht eigne. Das ift kein Vorwurf; beim lErbarbtitcn z. V kann man einem Tapezierer nicht zumuten. Auch ist da» Maß der Arbeitslosigkeit ganz verschie- den. In der Landwirtschaft herrscht meist Arbeitermangel, wäh- rend die Industrie häufig Feierschichten einlegen muß. ES entstünde die ®c*ahr, daß ein Industrieller seinen Betrieb, wenn er unrentabel würde, zeitweise schlösse und seinen Arbeitern sagte: Laßt Euch jetzt Die Arbeitslosenversicherung au'-zablen. Au» all diesen Gründen und so lange keine zuverlässige Statistik vorliegt, ist eine staatliche Arbeitslosen Versicherung ausgeschlossen. Sie kann auch nicht eingeführt werden, so lange bic Wirkung der NeichSvcrfichcrungk- orbnung nicht bekannt und bie br.burcti auferlegten Lasten noch nicht verdaut sind. Und endlich halte ich eine weitzügige Arbeitslosenversicherung für ausgeschlossen, so lange wir nicht ein entwickelte» und organisch verbundenes Netz von Arbeitsnachweisen haben. England hat den Arbeitsnachweis einheitlich organisiert und konnte da» tun, weil dort bie Verhältnisse viel einheitlicher liegen. Die Ansätze unb der gute Wille ist auch bei uns vorhanden, aber wir müssen die Entwick. lung ruhig abwarten. Ich Habe, um meinerseits darauf Hinzu- wirken, schon den EtatSposten zur Unterstützung bet Arbeitsnachweise um 20000 Mark erhöht, schon lange vor Einbringung I biefer Frage überlegen ist, ist unrichtig. Auch da» Au-land ist über da» VorbercitunaSstabium noch nicht Hinau». lZumf: Deutschland in ber Welt voraus. Ja, biS vor kurzem waren wir i n der Sozialpolitik voraus. England hat unö allerdings jetzt cm wenig überholt, aher c» hat noch keine AngestclltenversicHerung. Wir können jwi: immer noch sehen lassen. England und Norwegen Haben allerdings schon eine Ar- bcitSlosenversicherung organisiert, aber wir wollen abwarten, wie sie sich bewahrt. Auruf bei den Soz.: Abwarten, immer abwarten!) DaS Ausland m au» dem Stadium be» Studieren» unb Probieren» noch nicht hinaus Wir können nach dem Gesagten jetzt zunächft nur dahin trachten, den ArbcitrnachweiS moq ltchst auSzubauen. Was die Slegicrung dazu tun kann, soll geschehen. sBeifall reiht8.) Auf Antrag dc» Abg. Molkenbohr (Soz.) wirb bie Be- sprecht!ng der Interpellation beschlossen. Abg. Gieöberts (Zentr.): Der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, ber Schaffung von Arbeitsgelegenheit darf auf bie Tauer kein Staat aus dem Wege feben. In den letzten zehn Jahren ift bie Frage in der € offen t- ichkeit ausserordenil-.ch fortschrittlich behandelt worben. Eme Mit gei»'.^er Ncgelma-igkeit wiederkehrenbe Arbeitslosigkeit, wie in Sai'on- und Tkodegewerben, läßt sich leicht ertragen. Aber sehr schlimm wirkt der Nnckgang eine» ganzen Gewerbes. Tie Dir kung der Arbeitslosigkeit cu- Menschen- und Charakter- wert der betroffenen i>: einfach schrecklich. Dreie Leute sind zu jeder Arbeit bereit unb lassen sich in bie entferntesten Gegen: den sch cken. W:r müssen dafür sorgen, daß Arbeitsgelegenheit geichafsen wird, soweit d-a» nicht möglich ist, der N o t ft a n b gelindert wird. Der Staat braucht nicht direkt cingugreiicn, aber ct soll Fühlung nehmen mit ber Produktion und dafür sorgen, daß fn- »leregc t wud SVand'o Arbeiten lassen sich sehr • wohl möglich. Jeden fall- sind bie Arbeitsnachweise au»zuvauen. 3.. find finanziell sicher zu stellen und z»i oiieutlich icchtluhen .'.'"'.alten ^u inadKn Die Notwendigkeit dec Perucherung gegen Arbeitslosigkeit ist allerdings uark ve'irittei' Ein Initiativ- ttnr.ig ber Sozialdemokraten wäre zu begrüßen, bann könnte diefe Frage in ber Kommission zeklari werden. Adq. Dr Dnerf r’.’otl ): Wohl niemand wird den Arbe,t»!o-en fTitk.^ unb Fürsorge versagen Wir alle müssen periudter. bieje Wunden zu heilen. Man spr'cht nun ost tvn einer ll«erlo| ig!eit bet Sozial» Politik. Gewiss soll ee mdr. ?luig«l»e le» Staat eg fein, den tifilolofen Menschen : > rankzudeiiillieren. Uber e» kann men geschel'e, ?o:: einer ponuif .ebenecn Erscheinung . ten, daß die Arbeiter an dieser Ärbeitsloiennot schuld sind. ES können Massnahmen getroffen werden. b;e nicht in Gebiet der ■•it unb be» Almofengel für eine Statut'! find le ber ni«k utit genug gebieben 13 erbe u p e n b e Maßnahmen fir' notweibi» Unsere Wirt- schaftSpo'.isik ift an Ai!eikSlUsigleit inch: schuld cf fehl', weniger an Arbeitsgelegenheiten >'ls Piehnebr an einer A r. ■ ; ... ere Ä In dem vtr- beitSlosenproblem werden sich noch viele Leute d»n Oops zerbrechen. Da» Ballspiel wird nicht an,huren: bie Slödte weifen bie Frage dem .Kelche zu unb umgflrhit! Früher haben bie So» aldemokraten den ciebanfen f /.er staatlichen i -itSlosrn Versicherung in» Iraumlnnb verwiesen, ssetzt trauen sie c» dem Staate zu. Die <1osieu einet Irbcitölofenversicherung träten ungeheuer unb nicht zu ertragen Es trau auch ungerecku, ba» L'aiib beitrage zahlen zu lasse,', während c.- doch weniger al» ic Aussicht auf Linderung feiner Leuienot hat. Die Negierung . . weisen br.ri niait der BureaukratiSiuiio Keir chen. Dort muffen Menscheu fein mit warmem Herzen. Abg. VeinHnufen (Vp.): Auch wir halten bic Bekämpfung b*r Arb'itSlofigkeit für eine bringente fosialpolitifche. volkdwirtfchr'tliche unb kulturelle V'lidif. Die Stu'enleiter ter .Irbeüttlengfeit führt nach innen, biß (diltefj- lich ^um Bcrbrecherlcveii. Hervorroge? 'Utionakifoiwmen halten ofe lrheitSlofenversicherung für di ' a A' be» sozialpolitischen e b ä u b c 6. Diese Reservearmee ber Arbeitslosen briidt die Löhne herab. Wir begrüßen mit Genugtuung alle pro!- tischen Versuche gegen die Arbeitslosigkeit. Vor allem wunsksien wir. daß die NotstandSarbeileii u?a den Gemeinden und auch von den S aatbfei raltungen rechtzeitig in Angriff genommen werden. (Sehr gut!) Die Militärverwaltung uni die Eisenbahn- Verwaltung könnten noch vielmehr Ruckstchi auf die Not der Arbeitöloicn nehmen. Dir iino nicht grundsätzliche Gegner einer Reick' Versicherung gegen Arbeitslosigkeit Einer bei unfeinen, ©enremann. bat «Io cr'ter diese» Problem an- gcschuiltcu. E» sind recht törichte Einwände dagegen laut geworden. Man sprach von c.nem Anreiz zur Faulheit. Ein geioissrö (ssesuhl roirifcbaitlichfr Sicherheit wird eher ein An- rc.i sur liicT'tiflleit'uitb Sparsam:.'it sein. Trotzdem verschliehcu wir un» den Schwierigkcilcu der Prak- tischen Di'rdiführung einer tolcheu Reichsvcrficherung nicht. Sta- tiftifcbe Unlcrlagen fehlen. Eine regelmäßig wiederkehrende ReichSftatist.k würden wir begrüssen. Die siosteufrage tvarc sehr schwierig Und trie sollten die Geldc. verteilt merben? Tic beue Bekämpfung der ArbeUtkosigkeit ift bic innere .Qolonifa» t i o n. (Sehr flut?) Da» beweisen bic Versuche in Neppen. Hamit halt man bic Massen auf dem Londe fest, so daß sie da» Heer der Arbeitslosen in den Städten nicht vermehren Die Arbeitsnachweise müssen erheblich on&gcbant werden. Hier wäre ein Jwang' gesetz am Platze, da» die Arbeitsvermittlung im ganzen Reich.- regelt Wn werden leben gangbaren Weg geben, um aud dem jetzigen Zustand derinszukomnien. Wir nun- scheu Line gefährlichen Srperimeub Pei bei bisherigen Interesselosigkeit darf e» aber nicht Neibi.ii. (Beifall.) Abg. Gras (5armcr Zieskrwitz fiToiif.) In vielen Teilen können wie d-e Jnterpellosion unterstützen. Nur d'S steichSgesetz lehnen wir <*? Tiefet Wca ist nicht gangbar. Diese Arbeitslosigkeit u höchii bedauerlich, ffiii wollen daher alle» tun, um hren fcbliminen , ?Igcn cutgegenznwirken. Die Leut.. bic infolge von Streik» unb Aussperrungen orbciulo» werden, scheiden freilich au. , eberto b i c ArbeilSsch e uen In erster Linie wirb bic Arbei.-losiglest gewiß nicht verschuldet durch mangelnde Arbe>t»gelegenbe,. Die Industrie unb d.c Groß- stadt ziehen bie Massen an, während oav Land unb bic Kleinstadt seit langem Mangel an Arbeitern haben. Gerade ber Klcfngrund- Lc'ib leidet am meisten iruntet. Tie Versicherung gegen Arbeitslosigkeit wurde die fionbflucfit nur vermehren. Und die ungeheuren Kosten! Die Arbeitgeber können sie nicht tragen. Die Kommunen sollten sich der Ceblänbereien annehmen. Er- freu sich ist, daß Berlin und lrhflrlottenburg die Rcppener Kolonie unterstützet'. Auch auf dem Gebiete der Ar'-estSnachwcisc ist noch viel zu leisten. Hier ipexben wir gern rnfterbciten. (Deifall.- Abg Darmntß - »;».): Die '!i.iiditen der Virbcit»IofciWcrftdherung sind gut, aber die ®rb; leri.’I/itcn find unüberwindbar. Denken Sie au die Saifon. arbeitet. Und w,c stehl eC mit den itreifenben Arbeitern, bie bodi auch arbeitslos find? Darum wenden he reichen s o - > i a 1 b c m o ! r a 1, f ch e n G e w e r k f ch c »11 u so wenig für bie Ärbestslo'en auf (Sachen der Soz.) Em Rcich.-gesetz würde geradezu auf ehre Unirrituyung unb auf eine Reklame für brr ( ewerkschaftcn bmeu.laufen. Lhne eine/ gewissen Aebestszwang würbe ein iclcfie» Gesetz nur eine Entvölkerung beS flachen “an. be» zur Folge haben. Ein VerlagungSantrag wirb angenommen. Ter Präsibent beraumt bic । uhfic S tzung auf Sonn« abenb, vormittag» 10 Uhr, en: Vesterberafting ter Arbeit»- loseniiiicrpcll-stion. Interpellation Arnstabt Kons.) über die Krankenversicherung, 2BabIprüfunger. Abg. (traf v. Nestsrp (Aons.)s cantragt, zuerst bic Krankeiwersicherung zu befprechen, ba diese Frage möglichst bald geklärt werden müsse. Abg. Mslkenbußr (Soz.): Einen Beschluß können wir doch nicht fassen, oder wollen sic ein neues Mißtrauensvotum für den Reich»- k a «i z l e r beantragen. (Heiterkeit.) D-urch Hammclfprung wurd-c dann mit 109 gegen 97 Stimmen der Vorschlag des Präsidenten gebilligt. Schluß 6K Uhr. 56 Jahre alt. vutzbach. A n f g e b o 1 c: November 11 Adam Friedrich Philipp Ion, Sautcchniker, mit Dorothea Winkel, beide in Dreieichcnhain. — Geborene: November 27. Dem Arbeiter Ludwig Frei eine Tochter, Magdalene. — 29. Dem Landwirt Friedrich August Rühl ein Sohn, Karl. Sterbcfällc: diovember 30. Joses Böhm, Schuhmacher, 72 Jahre alt. — Dezember 1. Adam .Ledermann, Dachdecker, 33 Jahre alt. eich. Aufgebote : Heinrich Lautz, Taglöbner in Lich, mit Elisa- bethe Adam in Dorfgill. — Wilhelm Stark, Taglöhner, mit Anna Elisabeth Katharine Wehrum, beide in Lich. — Otto Johannes Schönhals, Rechtsanwalt in Lich, mit Gertrude Suffert in Hungen. Eheschließungen: Dez. 4. Karl Christian Heinrich Insel mit Anna Marie Rau, beide in Lich. Geborene: Dem Taglöhner Wilhelm Volk zu Lich eine Tochter Helene. Stcrbefälle: Johannes Wagner, Bahnwärter i. P., 77 Jahre alt, Bahnhofsstratze. Lollar. Eheschließungen: Nov. 30. Franz Bahrunek, Maler, mit Katharina Reinhardt, beide in Lollar. Geborene : Nov. 21. Dem Schlosser Gerhard Geißler III ein Sohn, Friedrich Ludwig. Londorf. Aufgebote: November 24. Konrad Olemotz, Laiünvirt in Londorf, mit Margarete Kriep in Nordeck. Eheschließungen: November 23. Gustav Strauß, Schuh« macher in Sprendlingen, mit Betty Kares in Londorf. Zterbcfälle: Dezember 3. Heinrich Fabel III., Landwirt: 68 Jahre alt. Schotten. Aufgebote: November 29. Johannes Hau, Monteur, mit Anna Mutzl, beide in Mannheim. Stcrbefälle: Dezember 2. Johannes ©inner, 72 Jahre alt. — Johaimcs Bönscl, Schäferknecht, 56 Jahre alt. Bitte, bitte Mama! Wie ost ruft es so aus Kindermund, wenn Fritzchen oder Mariechen die Mutter mit der Scotts Emulsions-Flasche sehen. Die Kinder fühlen unwillkürlich, wie gut Scotts Emulsion für sie ist, die ihnen so vortrefflich schmeckt und die darum in jede Kinderstube gehört. c?’u 17. Karl Matern, Heizer, mit Kathinka Altvatter, Köchin in Butzbach. Eheschließungen: November 29. Georg Schmidt, Bahnarbeiter, mit Marie Karber in Butzbach. _ Geborene: November 13. Dem Kaufmann Otto Schneider ein Sohn, Adolf. — 18. Dem Oberleutnant Johannes Arthur Franz Max Schultze eine Tochter, Ellen. — 23. Dem Heizer Julius Barth ein Sohn, Jobann Konrad Karl Ludwig. — 28. Dem Schornsteinfegermeister Emanuel Ladmaim ein Sohn, Konrad Franz Daniel Edmund. Friedberg. Aufgebote: November 27 Wilhelm Bönscl, Bahnarbeiter mit Bertha Eichler, beide in Friedberg-Fauerbach. — Dezember 1. Franz Willy Grüncrt, Kaufmann, mit Anna Grün, beide in Offenbach a. M. — 2. Viktor Plesnik, Kellner, mit Louise Koch, Köchin, beide in Frankfurt a M. — Johann Haag, Metzger, mit Susanna Elisabeth Löffler, beide in Frankfurt a. M. — 3. Heinrich Karl Lehr, Schreiner, mit Katharina Sophie Lux, beide in Niedcr- Florstadt. Geborene: November 23. Dem Eisenbahn-Rangierführer Jakob Friedrich Ebert ein Sohn, Friedrich Wilhelm. — 26. Dem Eisenbahn-Unterassistenten Alexander Max Willibald Flos ein Sohn, Max Karl. — Dem Kaufmann Sally Wolf ein Sohn, Arthur. — 27. Dem Maurer Balthasar Höfling ein Sohn, Wilhelm Karl., Stcrbefälle: November 29. Elln Betz, 2 Jahre alt, in Melbach. — 30. Niekchen Aaron, geb. Heß, 68 Jahre alt. — Dezember 1. Elisabeths Rieß, 25 Jahre alt, in Wölfersheim. — 2. Hermann Rcchbcrg, Schneider, 75 Jahre alt. Griinverg. Aufgebote: Nov. 28. Philipp Wilhelm Schomber, Schlosser, mit Anna Röder, beide in Grünberg. Sterbefälle : Dez. 1. Johann Bcckenhaupt, 66 Jahre alt. — 3. Anna Elisabcthe Pfeffer, 77 Jahre alt. Heuchelheim. Geborene: Nov. 20. Dem Werkmeister Wilhelm Scheidt em Sohn, Willi Heinrich. — 26. Dem Taglöhner Albert Kreiling II. ein Sohn, Otto. Sterbefälle: Nov. 29. Johannes Wagenbach, Schuhmacher, 60 Jahre alt. Langsdorf. Au fg cb o t e: Ludwig Jakob, Ticnstknecht von Trais-Horloff, nut Marie Roth von Langsdorf. — Jakob Friedrich Briegcl, schlosser von Garbenteich, mit Lina Dörr von Langsdorf. Geborene: -tem Landwirt Heinrich Walther II. ein Sohn, litnft. Sterbefälle: Barbara Pauli, geb. Heil, 86 Jahre alt Laudach. E h e s ch l i c ß u n g e u : November 27 Heinrich Metzger Schreibgchilfe, mit Elii'abethe Stroh, 6cib. in Raubach " 29 Gustav öcinrid) Frcmdt, ^aunnann ut Frankfurt a M mit- Ottilie Burk in Laubach. ' ' der Ausbildungsgelegenheiten gegenüber. Daher liegt die Gefahr vor, daß die benötigten Kräfte als ungelernte und minderwertige Arbeitnehmer eindringen und eine Volks- und privatwirtschaftlich gleich schädigende Wirkung ausüben. Die erwähnte Schrift hat gerade der Frage der Ausbildung der weiblichen technischen Angestellten besondere Beachtung geschenkt. Sie versucht zu zeigen, daß infolge der mangelnden Initiative öffentlicher und gemeinnütziger Organisationen eine sehr bedenkliche Tätigkeit privater, durchaus unzulänglicher Unternehmungen eingesetzt hat. , Es wird deshalb der Vorschlag gemacht, die so überaus notwendige technische Berufsschulung durch Zusamnienwirien aller beteiligten Faktoren, der Arbeitgeber aus Industrie und Wissenschaft, der Arbeitnehmerinnen, sowie der erfahrenen und gewissenhaften Schulleiter zu regeln. Aja der kleinen Schrift ein reichhaltiges Zahlenmaterial zu Grunde liegt, wird es vielleicht gelingen, auch weitere Kreise davon zu überzeugen, daß Bedarf und Angebot weiblicyer Kräfte auch in den technischen Arbeitsgebieten nicht mehr zuruckgehen werden, und daß deshalb jetzt Mittel und Wege gesunden werden müssen, um den neuen Verhältnissen zweckentsprechend Rechnung zu tragen. • — Vereinigung der akademisch gebildeten Frauen in München. Auf Anregung des Vereins für Fraueninteressen haben sich die in München lebenden studierten Frauen zu einer Bereinigung zusammengeschlossen, -ie neue Organisation, der auch Auswärtige als Mitglieder beitreten können, hat sich die Aufgabe gestellt, die Interessen der studierten Frauen im Auge zu behalten und die Einsicht verbreiten zu Helsen, das; auf vielen Gebieten die Tätigkeit der akademisch gebildeten Frau aus Gründen der Volkswohlfahrt nicht mehr zu entbehren ist. Auch den Anforderungen von feiten der Frauenbewegung tn bezug auf! wissenschaftliche 'Mitarbeit will die neue Vereinigung entgegen- kommen Als 1. Vorsitzende wurde gewählt Frl. Anna freund, R^allcbrerin, als 2. Vorsitzende die Frauenärztin Frau Dr. Dc- moch-Maurmeier. Die Vereinigung hat sich korporativ dem Herein für Fraueninteressen in München angcschlossen. — Die Vereinigung für Kunst in Handel und Gewerbe, Köln a. Rh., hat einen Ausschuß für künstlerische Schaufensterdckoration geschaffen. Für Turch- sührung ihres Zieles, dauernde und künstlerische Einwirkung aus die Ausstattung der Schaufenster, veranlaßte die Vereinigung eine Anzahl Kölner Künstler und Künstlerinnen, ihre Kräfte der Schau- sensterdekoration zu widmen. Die Vereinigung übernimmt es, zwischen den Geschäftsinhabern und Künstlern zu vermitteln, damit nicht nur einzelne große Firmen, sondern auch mittlere und kleinere Geschäfte eine zur künstlerischen Schaufensterdekoration geeignete künstlerische Persönlichkeit gewinnen können. Alle, die die Vermittlung der Vereinigung in Anspruch nehmen wollen, mögen sich an die Geschäftsstelle der Vereinigung für Kunst in Handel und .Gewerbe, Köln, Kunstgewerbemuseum, wenden. — Auskunftstellen für Gärtnerinnen haben sich in den letzten Monaten in den verschiedensten Teilen Deutschlands gebildet. Sie werden von erfahrenen und selbständigen Gärt- neritmen geleitet und sind an die Frauen- und Frauenbildungsvereine, sowie an die RcchtSschutzstellen für Frauen der betreffenden Provinz angeschlossen. Gleichzeitig verfolgen diese Auskunftsstellen den Zweck, einen Mittelpunkt für die in der Provinz verstreuten Gärtnerinnen zu bilden. — D i e hauswirtschaftliche Ausbildung gebildeter Frauen und Mädchen, die sich früher fclbstvcr- stündlich in der Familie vollzog, tritt leider von Jahr zu Jahr mehr in den Hintergrund. Das ist aus vielen Gründen zu bedauern, da eine gute häusliche.Schulung gebildeten Frauen in unvorhergesehenen Fällen ost einen lohnenden Berus eröffnen könnte. In Heil-, Pflege- und Erziehungsanstalten aller Art, die sich ständia mehren, ist ein reiches Betätigungsfeld für wirtschaftlich geschulte Kräfte vorhanden. Leider fehlt es aber nach den Erfahrungen der Stellenvermittlung an genügenden Angeboten geeigneter Kräfte, insbesondere für die Leitung hauswirtschaftlicher Großbetriebe. Um diesem Mangel abzuhelsen, waren vor kurzem von Frau Hedwig Heyl, Berlin, die Vertreterinnen der führenden haus- wirtschaftlichen Anstalten und Vereine — des Lettevereins, des Pestalozzi-Fröbelhauses, der Königs. Gewerbeschulen für Mädchen, sowie des Verbandes für wirtschaftliche Frauenbildung, des Deutsch- evangelischen Frauenbundes, der wirtschaftlichen Fraucuschulen auf dem Lande, des Vereins für Lxausbeamtinnen und des Frauenberufsamtes des Bundes deutscher Frauenvereine — zu einer internen Besprechung geladen. Dabei ergab sich, daß die äußeren Bedingungen für den hauswirtschaftlichen Beruf noch sehr verschiedenartig sind. Sie können nur durch eine systematische, gründliche Ausbildung gehoben werden. Als Grundlage dafür wird der einjährige Besuch einer Haushaltungsschule angesehen. Daun müssen mehrere Jahre praktisch-wirtschaftlicher Arbeit in Fannlicn- und Anstaltswirtschaften folgen. Schließt sich an die so gewonnene Praxis der Kursus eines Fortbildungsschuljahres und die ProbeStandesnnitsttachrichten. Gießen. * x Aufgebote: November 28. Philipp Wilhelm Schomber, Schlosser, mit Anna Röder, beide in Grünberg. — 29. Karl Ludwig Klingelhöfer, kommissarischer Eisenbahn-Assistent in Gießen, mit Margareta Reul in Frankfurt a. M. — Heinrich Wilhelm Meister, Anstreichermeister, mit Luise Müller, beide in Limburg. — Dezember 2. Heinrich August Meyreiß, Schlosser in Gießen, mit Elisabeth Vollhardt in Elpenrod. — 3. Wilhelm Watz, Bahnarbeiter, mit Anna Leng, beide in Oberkleen. — 4. Tr. Werner Theodor Wilhelm Neumann, Stabsarzt in Berlm-Tempelhos, mit Gertrud Hedwig Spcngel in Gießen. — August Schäfer, städtischer Bureaudiätar in .Frankfurt a. M., mit Maria Schäfer in Burg-Gemünden. — Philipp Moritz Karl Stiehl, Werkrncisteranwärter in Gießen, mit Emma Meta Kathinka Külp in Offenbach a. M. Eheschließungen: Nov. 29. Johannes Güde, Maurer in Wolfhagen, mit Marie Köhler in Gießen. — Heinrich Jakob Ley, Werkmeister in Gießen, mit Anna Katharina Metzler in Gelnhausen. — Friedrich Wilhelm Engel, Ingenieur in Cosel (Ober- l'chlesien), mit Elisabetha Franziska Spies in Gießen. Geborene: Nov. 24. Dem Fuhrmann Philipp Franz Eisen- huth eine Tochter. — Dem Eisendrehcr Gustav Heinrich Krausch ein Sohn, Wilhelm. — 25. Dem Eisenbahn-Bauunternehmer Heinrich Weimer ein Sohn, Ernst Ludwig. — Dem Bäcker Karl Schmid ein Sohn, Ludwig. — Dem Taglöhner Johannes Braun ein Sohn, Wilhelm. — Dem Messcrschmiedmeister Anton Betz ein Sohn. — 27. Dem Chauffeur Julius Wörenkämper ein Sohn. — Dem Vizefeldwebel Lorenz Eifert ein Sohn, Karl Heinrich. — 28. Dem Taglöhncr Heinrich Ranft ein Sohn, Ernst. — 29. Dem Pfcrde- vflcger Johannes isteih ein Sohn, Johannes Karl. — Tcz. 1. Dem Schuhmacher Karl Georg Heinrich Müller ein Sohn, Kurt Adolf. Dem Kaufmann Gustav Stein eine "Tochter, Marianne. — 4. Dem Müller Karl Georg Köhler eine Tochter, Gertrud Rosine Marie. Sterbcfälle: Nov 28 Michael Heindel, Taglöhncr, 34 Sabre alt, Licher Straße 106. — Dez. 3. Katharine Weber, geb. Müller, 65 Jahre alt, Krofdorfer Straße 24. Bübingen. Aufgebote. November 28. Georg Schäfer, Diener, mit Marie Louise Heppner, beide in Büdingen. Eheschließungen: November 30. August Lorenz Karl Lein, Mctzgermeister, mit siarolute König, beide in Büdingen Heinrich Karl .fneu&tl, Kaufmann, mit Louise Niebling, beive in Büdinge, — Ernst Pulver, Maurer in Büdingen, mit El da beth Sauer ix Wolferborn. Gebor eite: ftwxrmlicv 28. Dem Landwirt Georg Glanz eine Tochter, Anna Elisabeth Sterbesälle: November 29. Marie Knauß, geb. Zwicker, zeit in einem wirtschaftlichen Großbetrieb an, so gibt die Ausbildung eine Grundlage für den zukünftigen Beruf. Es unterliegt fVincm Zweifel, daß sich den so vorgebildeten Frauen vielseitige Arbeitsfelder mit gut bezahlten Posten bieten, für die sie sich durch ichre natürliche Anlage ganz besonders eignen. Gleichzeitig wird durch die Berufsausbildung eine wertvolle Hebung hauswirtfchaft- licher Frauenerwerbsarbcit erreicht. — Ter Züricher Frauenverein für alkoholfreie Wirtschaften eröffnete vor 17 Jahren die erste kleine Kaffeestube mit drei Angestellten. Zurzeit ist er im Besitz von zwölf alkoholfreien Restaurants. In diesen werden täglich 11000 Personen zu den billigsten Preisen beköstigt. Der Gesamtgewinn des Vereins, der bei der großen Frequenz sehr ansehnlich ist, trotzdem alle Speisen nur wenig über Selbstkostenpreis berechnet werden, wird immer wieder für die Zwecke der Gasthausreform verwandt, nach Abzug der nötigen Fonds, zu denen auch Wohl- fahrtseinrichtungen für die etwa 400 weiblichen Angestellten gehören. Auch die Lage dieser Angestellten ist eine ganz andere, wie sonst die der Frauen in Gasthausbetricben. Tie weibliche Bedienung bildet hier einen ehrbaren, auskömmlichen Beruf. — DiefranzösischeAkademicdcrMoralwissen- schäften hat der Vorsitzenden des Bundes französischer Frauen- trereinc, der durch ihre soziale Arbeit hochverdienten Frau Sicg- frieb, einen Preis von 3000 Franks verliehen. Frau Siegfried hat das Geld den Wohlfahrtsvereinen, denen sie vorsteht, zu- gewandt. — Als erste S ch ul ä r z t in in Italien ist in Genua Frl. Dr. med. Gardella aus Parma angestellt worden. kf. Die Suffragette und der Hungerkünstlcr. Frau Paukhurst, die Suffragettengenarlin, hat auf ihrem KricgSz- zugc, den sie soeben für das Frauenstimmrecht in Amerika ausführt, eine kolossale Eroberung gemacht: sie hat nämlich einen regelrechten Heiratsantrag erhalten. Das wäre ja weiter bei der redcbegabten, temperamentvollen Frau nicht zu verwundern, wenn der ehrenvolle Antrag nicht von einem Manne ausgegangen wäre, der bereits durch ähnliche Künste sich an der Oeffentlichkeit bemerkbar gemackt hat. Es ist nämlich jener Dr. Tanner, der sich weniger durch seine Heilkuren, als durch seine Hungerkünste, die er bekanntlich bis zu vierzig Tagen ausde^nte, bekannt gemacht hat. Und da muß auch der gewiegteste Skeptiker die Waffen strecken: das hätte ein wahrhaft modernes Paar gegeben, die Suffragettenführerin und der Hungcrkünstler. Es wäre der Bund der Nüchternheit geworden. Aber Mrs. Pankhurst wollte von dem holdseligen Jüngling nichts wissen. Sie schrieb ihm entrüftet zurück, daß feine „Eröffnungen" direkt eine Beleidigung für sie seien. „Ich bin eine Frau der Politik und keine Schwatzbase, die Jagd auf einen Gatten macht." Dr. Tanner hat's allo weg, deutlicher kann man kaum sein, und doch hat er, wie er in seinem Dcwerbeschreiben liebevoll ausführtc cs als ein „Zeichen der Vorsehung" betrachtet, daß ihm das Weib seines Lebens über das große Wasser hinübergeschickt worden ist. Er wird sich anderweitig trösten müssen: vielleicht läßt sich eine andere Suffragette durch fein Liebeslied rühren und erbarmt sich seiner. — Tie Hochschulbildung der Japanerin. Den japanischen Frauen wurde cs bisher sehr schwer gemacht, sich Hochschulbildung anzueignen. Nur auf der von einem Privatmann gegründeten Fraucnnniversität in Tokio konnten sie wissenschaftlichen Studien obliegen, wo 100 Studentinnen immatrikuliert sind. Verschlossen blieb ihnen die kaiserliche Universität in Tokio, da sic nur den Männern zugänglich ist. In diesen Anschauungen bereitet sich neuerdings ein Wandel vor. Durch den persönlichen Einfluß des Leiters der neuerridjtetcn Universität in Sendai im Nordost^u Japans hat man dort den Besuch allen Lehrkräften ohne Unterschied des Geschlechts gestattet, die an Mädchenschulen unterrichten. Freilich sind an den japanischen Mädchenschulen fast ausschließlich Lehrer beschäftigt, und so konnten nur drei Frauen von der neuen Er mächtigung Gebrauch machen. An eine Verallgemeinerung der Berechtigung ist freilich noch nicht zu denken, denn die Unter richtsverwaltung will die Bestimmungen nicht auf die übrigen Universitäten des Landes, auf Tokio und Kioto ausdehnen. Auch können die Frauen noch keine Grade erwerben. Trotzdem wird die Zulassung der Frauen zu der genannten Universität als ein Bruch mit den alten Anschauungen angesehen und als ein Fortschritt für die Frauenbewegung freudig begrüßt. — Kurze Nachrichten aus der Frauenwelt. In Amsterdam gelangte Cornelie van Ostersees Symphonie unter Leitung von Mengelberg zur Ausführung und fand begeisterte Aufnahme. — Als Ort der nächsten Tagung des Frauen Weltbundes ist Rom festgesetzt worden. Tie Wahl der deutschen Delegierten dürste in nächster Zeit stattfinden. — Katharine Schäffner, eine in Dresden wirkende Oester - reicherin, erhielt auf der Baufachausstellung Leipzig für ihre dekorativen Arbeiten die goldene Medaille. — Am 4. Nov. fand im Stadtthcatcr in Brandenburg a. H. die Aufführung der sozialen Schauspiele „Heimkehr" und „Die goldene Hochzeit" von Clara Blüthgen statt. Stürmischer Beifall des vollbesetzten Hauses dankte der Verfasserin. Franen-Rrin-schau. Tie Frau als technische Angestellte. Josephine Levy-Rathcnau. Die veränderten Anforderungen, die die Industrie an Arbeitskraft und Leistungsfähigkeit ihrer Arbeitnehmer stellt und die durch den ungeheuren Aufschwung der Technik, sowie die zahllosen Erfindungen neuer Arbeitsmaschinen und Methoden veranlaßt sind, machen sich in den letzten Jahren nicht nur in den Kreisen der Arbeiter, sondern auch bei den Angestellten fühlbar. Fast allerwärts sind starke betriebstechnische Umgestaltungen eingetreten, und ein Teil des zwischen Arbeitgebern und Arbeitern stehenden, ständig steigenden Heeres von Angestellten verrichtet so stark spezialö- fierte Arbeitsaufgaben, daß die früher benötigte vielseitige technische Ausbildung nicht mehr erforderlich ist. In dieser Erscheinung hat das Eindringen der Frauen in die ihnen bis dahin fast gänzlich verschlossenen technisch- industriellen Stellungen eine seiner Hauptursachen. Es sind neuartige Stellungen entstanden, die den weiblichen Arbeitskräften einen vorher kaum geahnten weiten Spielraum lassen. In Zeichenbureaus, Versuchsstationen, Laboratorien usw. Anstellungen, die weder mit der Führung noch mit der Beaufsichtigung des Betriebes zusammenhängen und die doch sachkundige Erledigung, also eine gewisse Vorbildung, verlangen. Neben den technisch-industriellen Betätigungen sind durch umwälzende wissenschaftliche Erfindungen auch auf den Gebieten wissenschaftlicher Forschung medizinisch-diagnostische, bakteriologisch-physiologische Hilfsarbeiten nötig geworden, die die Forscher von den mehr praktisch-technischen Teilen ihrer Arbeit entlasten. Schließlich ist durch die Umwandlung zahlreicher Klein- und Mittelbetriebe in Groß- und Riesenbetriebe und durch die Industrialisierung großer Berufsgruppen (es sei an landwirtschaftliche Jiiduftrieunternehmungen erinnert) eine Vermehrung der technischen Angestellten eingetreten, die auch in Frauenkreisen fühlbar wird. Ans den kleinen selbständigen Handwerkerinnen, Schneiderinnen, Putzmacherinnen usw. sind Werkmeisterinnen und Directricen, aus den landwirtschaftlichen Angestellten, den Milchwirtinnen, Meierinnen usw. Molkereiangestellte großer industrieller Molkerei- und Käsebetriebe usw. geworden. Die Zunahme dieser verschiedenen Gruppen von weiblichen technischen Angestellten ist nicht von heute aus morgen erfolgt, sie ist bisher nur nicht so stark beachtet worden, weil sich ihrer statistischen Erfassung mancherlei Schwierigkeiten in den Weg stellten. Es fehlt den weiblichen technischen Angestellten, die allerdings ihrer Betätigung nach auch ganz verschiedenen Berufsgruppen zugehören, an einem gemeinschaftlichen Berufszugehörigkeitsgefühl, an sie gemeinsam umschließenden Berufsorganisationen, ja vielmehr sogar an dem klaren Bewußt-fein, daß sie im Sinne der Reichsstatistik „technische Angestellte" sind. Es erschien deshalb durchaus wünschenswert, einmal den mancherlei, vorstehend nur ganz flüchtig skizzierten Problemen nachMgehen und ein Bild von Art und Umfang der Tätigkeit ocr weiblichen Angestellten zu gewinnen zu versuchen. Das Ergebnis sehr eingehender und umfassender Unterfuchungen ist soeben unter dem Titel „DieFraua l s t e ch n i f ch e Angestellte" erschienen?) Die Angaben, die teils der amtlichen Statistik, teils eigenen Nachforschungen entstammen, zeigen deutlich, daß die Zunahme der Frauenarbeit in den technischen Berufen eine sehr erhebliche ist. Die Gesamtzahl der weiblichen technischen Angestellten betrug nach der Berufszählung von 1907 10 231, davon 711 technisch gebildete weibliche Betriebsbeamte, 9520 weibliche Werkmeister und Auffichtspersonal. Die Zahl ist noch höher, wenn man die Betriebszählung von 1907 heranzieht: sie beträgt dann für weibliches Technisches Betriebs- und Aufsichtspersonal 11 214 gegen 2734 im Jahre 1895. In der Industrie einschließlich Bergbau und Baugewerbe ist die Zahl von 2349 auf 8684 gestiegen, hat sich also in den 12 Jahren von 1895 bis 1907 fast vervierfacht. Dieser außerordentlich stark vermehrten Beteiligung der Frauen an der technischen Arbeit steht keine Vermehrung T) Levy-Rat Henau, Josephine, Die Frau als technische Angestellte. Heft 1 der Schriften des Frauenbcrufsamtes, B. G. Teubner. Leipzig 1914. 61 S. 1 Mark. Frit; loiehf >rbl jeder Aufn^01 iB Wk emvsehle öairt) , 2 Anöwat Hleiber= In den Verlos» Franks.: n"on(mül 3um 51 dr Belci sPiele u dieKleii steine. Apparat« Eichen Ein zckönezVeiknscwgyciM bestehend in einer Vergrösserung des eigenen Bildes, 30 x 36 cm mit Karton -* rx vea Werk 12 1.90 Kanlllmblldr ErMklae.ljr» photogr. Atelier mit koakarrensloe billigen Preisen. Aufnahmen tAffilrh bei jeder W)U«*rxm<. Bei Dunkelbeil Aufnahmen bei dektr. Uc‘it Sonntag* den ganten Tag geoflTn. 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