Erster Blatt 163. Jahrgang ur. 220 Erster Blatt 163. Jahrgang Zreitag, 19. September M3 ZWß 41} Af Mit fAtAAf ZWvNknkllkt 4llwl(lvl KP GF ponKenT- Loüi! MW-' . General-Anzeiger für Gberhefsen 8KZL '.""Ä^T^esnmnIner Rotationsdruck uitö Verlag der Brlihl'fchen Univ.-Vttch- und Zteindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulstrahe 7. Lonä":^E.HebE"ür den bis vormittags 9 Uhr. Geschäftsstelle Büdingen, Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil: H. Deck. Die heutige Nummer umfaht 10 Seiten. Tagcskalcnder aus dem Jahre 1813. 19. September. In dem Rcitcrgefecht bei Mühlberg a. d. Elbe schlägt General v. Do b schütz eine Ab- , teilung französischer Chasseurs und nimmt den französischen General Talleyrand mit 500 Mann gefangen. Allgemeiner Ausstand in England. Aus London wird uns geschrieben: Während Anfang dieser Woche die deutsche Sozialdemo^ rratie in Jena über die Anwendbarkeit des Massenausstandes diskutierte, hat man in England alle Vorbereitungen, getroffen, um wieder einmal die Probe aufs Exempel zu machen. Sämtliche Führer und Schaffner der 5000 Londoner Omnibusse sollen zur gleichen Stunde das Zci-, chen erhalten, den Betrieb einzustellen, wenn nicht die wegen Tragens des Abzeichens der Transportarbeiterunion entlassenen 125 Schaffner wieder in Dienst gestellt werden. Es wäre unleugbar eine wirkliche Katastrophe im öffentlichen Verkehr. Voraussichtlich treten auch die Angestellten der Untergrundbahn in einen Sympathiestreik ein, und erklärt endlich die Londonxr Transportarbeiterunion, wie angedroht, den allgemeinen Ausstand, so ist in wenigen Tagen der ge- famte ungeheure Verkehr Londons lahmaelegt. Nicht weniger beunruhigende Nachrichten über Arbeiterbewegungen kommen aus an bereu Teilen Großbritanniens, in die von Irland her die Unruhe getragen wurde. Alles das zunächst nur wegen des eigensinnigen Verbotes der Omnibusgesellschaft Londons, einen kleinen farbigen Blechknopf, das Abzeichen der Transportarbeiterunion, Kur Schau zu tragen. Aber wie ernst die Lage ist, zeigt die plötzliche Rückkehr des Ministers Lloyd George aus Frankreich, wo er seinen Urlaub verbringen wollte. Der revolutionäre Syndikalismus nach französischem Muster ist in den englischen Gewerkschaften in der letzten Zeit riesenhaft gewachsen. Der Glaube an Parlamentarismus und Regierungshilfe fehlt mehr und mehr und macht dem Glauben an die „direkte Aktion" Platz. Tom Mann, der bekannte Wortführer des Syndikalismus in England, spricht diesen überaus bedenklichen „Fortschritt" mit ungefähr sol- stenden Worten aus: Der Zweck der Gewerkschaften ist, den 'ila senkampf zu führen und jede Gelegenheit zu ergreifen, den Feind zu schädigen. Man bedenke, daß die Kapitalisten fortwährend ohne Pause kämpfeii. Kaum ein Monat vergeht, daß nicht eine neue Maschine oder ein neues System eingeführt wird, die dem Kapitalisten ermöglichen, den Lohn- stoiibs zu verringern, indem er überflüssige Arbeiter auf die Straße wirft. Das geschieht ohne Unterbrechung und ohne Rücksicht auf Verträge. . . . Revolution ist das Mittel der Evolution, nicht die Alternative zu ihr. Kein Beamter des Board of trabe wagt irgend etwas zur Hebung des allgemeinen Wohlstandes zu tun. Tas Board of trade ist ein Departement der Regierung. Die Regierung ist im allgemeinen wie im besonderen bas Werkzeug ber Plutokratie, wodurch unb womit sie bic Arbeiter niederhält. Wer sich einbildet, eine Regierungsabteitung könne versuchen, irgend ct- 'oas zu tun, um die Niederwerfung der herrschenden Klasse zu erleichtern, ist ein Narr. Die Arbeiter niederzuhalten. das ist ihre Aufgabe. Man sieht, der englische Syndikalismus predigt den Kampf bis auss Messer. Nun hat schon der englische Eisenbahnausstand 1911 die wichtige Lehre ergeben, daß, wenn die Arbeiterorganisationen eines Industrielandes nur bis zu einem ganz gewissen Grade unter sich einig sind, daß ihnen dann nicht bloß eine sozial parteiische Regierung, wie die russische, nachgeben muß, sondern auch biefemge der europäischen Regierungen, deren soziales Gewissen vielleicht am schärfsten ist und die unstreitig für die stolzeste aller Regierungen gelten kann. Und das ergibt natürlich eine unmögliche Lage für den modernen Staat. Der englische lebt augenblicklich wieder bloß von der Gnade der Gewerkschaften. Selbstverständlich kann und darf er sich dabei nicht beruhigen. Wie soll er sich aber gegen die Gefahr des allgemeinen Ausstandes schützen? Er wird in Zukunft gegen den Massenausstand ganz ebenso gerüstet sein müssen, wie er sich heute gegen den Angriff von feiten eines äußeren Feindes vorbereitet . . . In diesem Sinne sind denn auch Vorbereitungen im Gange. Die französische Regierung rüstet den Syndikalisten gegenüber in der Weife zum Widerstande, daß sie das Militär unter der Hand in kleinen Trupps dazu ausbitdet, die wichtigsten Funktionen der Arbeiter int Falle eines allgemeinen Ausstandes zu übernehmen. Nach diesem Vorbild wird auch die englische Regierung vorgehen müssen. Außer der Aufrechterhaltung des Personen- und Güterverkehrs auf.den wichtigsten Linien wären auch die Schtffslöschungen in den Hafenstädten, der Wasser-, Gas-, Elektrizitätsbetrieb, die Straßenreinigung, Post, Telegraph, ja int Notfälle die Kohlenförderung einzuüben. Dabei wird man sich wahrscheinlich auch noch dazu entschließen müssen, der Gefahr eines allgemeinen Ausstandes gegenüber große Vorratsmagazine bereit zu halten mit Lebensmitteln, vor allem Mehl und kondensierte Milch, ganz wie das für den Fall des Krieges in den Festungen geschieht. Das muß so kommen, denn das ist nur logisch. Sollte einmal (namentlich in Frankreich) auf das Militär kein Verlaß mehr sein, so tritt die organisierte Bürgerschaft dafür ein. Für den Engländer ist dieser Gedanke der Selbsthilfe sogar etwas sehr Naheliegendes. Steht es den Proletariern frei, ber Bürgerschaft ihre Dienste zu verweigern, so läßt sich ber Bürger nie unb nimmer baran hindern, seine Bedürfnisse durch eigene Arbeit zu beftie- digen. Es wäre Vergewaltigung, proletarischer Despotismus, den sich das freie England bisher noch weniger gefallen läßt, als irgend eine andere politische oder wirtschaftliche Tyrannei. London, 18. Sept. Der Exekutivausschuß des Verbandes der Eisenbahnange stellten veröffentlichte heute abend ein Zirkular, in dem es heißt, das gutgemeinte, aber überstürzte Handeln der Streikenden habe diese und den Exckutivausschuß in eine schwierige Lage gebracht. Das Zirkular fordert zu einer angemessenen Beilegung des Streikes auf Und warnt die Ausständigen, den Streik weiter auszudehnen ohne Anweisungen des Exekutivausschusses. London, 19. Sept. Der Zwist bei den Omnibusgesellschaften ist noch nicht erledigt. Der Ausstand droht heute auszubrechen, wenn.nicht die Gesellschaft den Verband ihrer Leute anerkennt. DeiiffdKS Reich. Kein Rücktritt des österreichisch-ungarischen Botschafters in Berlin. Die „Wiener Neue Freie Presse" erfährt von einer dem Botschafter Grafen Szögeny-Marich nahestehender Seite, daß die Meldungen einiger Berliner Blätter, er werde demnächst von seinem Botschafterposten zurücktrelen, vollständig unrichtig ist. Die Zivilliste des Großherzogs von Vaden. Wie die Zeitung „Der Zoller" von sehr zuverlässiger Seite erfahren haben will, besteht in badischen Hofkreiseu die bestimmte Absicht, vom nächsten Landtag eine beträchtliche Erhöhung der Zivilliste des Großhcrzogs zu fordern. Man spricht von einer Summe von 700 000 Mark. Der „Zoller" fügt der Meldung hinzu, daß er feine Nachricht aufrecht erhalte, auch wenn ein offizielles oder offiziöses 5)c» meini erfolge» sollte.___________________________________________ 2Iu9iaitö. Von der internationalen Arbeiter sch uh-» Konferenz. Aus Bern wird mitgeteilt: Der Ausschuß der internationalen Arbeiterschutzkonferenz für den Zehnstunden- tag der Frauen und Jugendlichen beendete seine Arbeiten und gelangte auf der Grundlage des Entwurfes der internationalen Vereinigung für Arbeiterfchutz zu einer Einigung. Der Ausschuß für die Nachtarbeit der Jugendlichen gelangte noch nicht zu einem Einverständnis. Daher wurde die auf Freitag angefetzte Plenarsitzung der Konferenz bis auf weiteres verschoben. Für den nächsten Samstag lud der schweizerische Bundesrat die Delegierten und ihre Damen zu einer Lötschbergfahrt ein. GeneralTorelliinTripolisge fallen. Schmerzliche Verluste haben die Italiener in einem Gefecht in Tripolis erlitten, bei welchen! der Genercrl Torelli den Heldentod erlitten hat. Die „Agencia Stefani" üeröffent^ licht folgenden Bericht aus Suara vom 16. September über das Gefecht: Die italienischen Truppen unter dem Befehl des Generals Torelli rückten am Morgen vor, um die Aufständischen anzugreifen unb zu vertreiben, bic am Tage zuvor ihre Stellungen bei Gsur verlassen unb sich in beträchtlicher Stärke in einer Stellung in der Umgebung des Tales von Tecniz versammelt hatten. Der Marsch wurde in zwei Abteilungen ausgeführt/ deren erste, als sie ein sehr aufsteigendes, mit dichtem Gehölz bedecktes Gelände durchqueren mußte, auf hartnäckigen Widerstand des Feindes stieß. Der Feind vernichte auch, zum Angriff vorzugehen, wurde aber nach einem heftigen Feuergefecht geschlagen. Infolge lebhaften Artilleriefeuers und wiederholter Gegenangriffe und bedroht durch die zweite Abteilung, wurden die Aufständischen zu eiligem Rückzüge in nordöstlicher Richtung gezwungen. Die Italiener erlitten sehr schmerzliche Verluste. General Torelli, der si'ch in der vordersten Linie befand, starb den Heldentod, ebenso zwei Offiziere und 28 Mann, baruntetf sieben Italiener. Drei Offiziere und siebzig Mann wurden verwundet, darunter 19 Italiener. Die Aufständischen hatten ebenfalls beträchtliche Verluste, auch einige Häuptlinge fielen. Die Haltung der Truppen war ausgezeichnet. Die Truppen schlugen in den eingenommenen Stellungen ihr Lager auf. Der Bericht über diesen Kampf zeigt, wie weit die Jtcvq liener von der eigentlichen Beherrschung von Tripolis entfernt sind. Ter Ort des Gefechts befindet sich im Nordwest-i Winkel von Tripolis. Die Verhandlung gegen den Gouverneur Sulzer, ber angeklagt ist, Beiträge zum Wahlfonbs unterschlagen unb bezüglich der empfangenen Summen falsche Eide geleistet zu haben, hat am Donnerstag vor dem Senat in Albany begonnen. Sulzer ist durch 12 Anwälte vertreten. Gerhart Hauptmann als Regisseur. Aus Berlin wird uns geschrieben: Gerhart Hauptmann bat der Inszenierung und Einstudierung seiner eigenen D-ra- nten stets die größte Aufmerksamkeit gewidmet und stand so „seinem Theater", das bisher das Lessing-Theater war, sehr nahe. Nun, da nach dem Tode seines Freundes Brahm eine kleine Schar seiner Sckiauspieler dem dahingegangenen Direktor die Treue hält über den Tod hinaus und in dem neugegründeten „Deutschen Künstlcrtheater Sozietät" seine Tradition fortführen will, wollte auch der Dichter in dem Kreise nicht fehlen, der seine Werke so oft zu Sieg und Ruhm geführt, und bei der Eröffnungsvorstellung, die am Dienstag abend vor einem feierlich und erwartungsvoll gestimmten Publikum stattfand, führte er selbst die Regie. Zum erstenmal weihte er seine Mihnenkenntnis und seine Theatererfahrung einem fremden Werk: Schillers „Wilhelm Tell". Die Zuschauer fahcn auch in dieser Tatsache die eigentliche Sensation des Wends und bereiteten dem Schöpfer der „Weber" warmherzige Huldigungen, die sich ant Schluß zu einer imposanten Kundgebung steigerten. Hauptmann dankte immer wieder rus seiner Loge unb wies mit ber Hanb nach der Bühne, um den Dank an die weiterzugeben, denen er gebührte. Die Ovationen galten jedenfalls dem Künstler Gerhart Hauptmann und nicht dem Regisseur, denn gerade die Inszenierung dieser Tell-VorsteNung ließ viel zu wünschen übrig ließ vor allem einen fachkundigen Leiter des Ganje» vermissen, der mit hingebender Sorgfalt die letzten Feinheiten des Zusammenspiels hätte herausbringen müssen. Te- lorationen?Kostüme, sogar bic äußere Erscheinung des Titel- -helden gemahnten au die Kunst Ferdinand .Hoblers, ber ja unter ben Mobernen bic Tellsaae am freiesten und eigenartigsten in seinen Bildern gestaltet. Aber das, was uns in dem Stil der Schillerschen Reifezeit so merkwürdig an den modernen Meister erinnert, die schlichte Großzügigkeit der £in:ie, die monumentale Einfachheit der Konturen, das ging verloren, weil man in unserer ausstattungswütigen Zeit nun einmal auf den häufigen Szenerienwechsel nicht verzäch- Sen will, ber boch ber Tod aller Klassikeraufführungen ist. eständig fiel ber Vorhang, loenn man eben warm gewor- n ipar, unb bie langen Pausen zerhackten die einheitlich Vorsteigende Linie dieser Höhendichtung in kleine und ernste SMdten. Dazu kamen tote Stellen während des pnels, Schwerfälligkeiten der Massengruppierung, allzu irrke Akzentuierung gewisser Einzelheiten, die den leidenschaftlich sortreißenden Rhythmus, die stolze Schwungtrast ber Verse hemmten unb unterbrachen. Wenn man die Tich- terhand Gerhart Hauptmanns erkennen will, so wirb man sich an manche feine realistische Züge halten müssen, bic besonbers in ben Szenen in Teils Haus, in ber machtvoll sich fteigernben Rütliszene unb in ber Charakterisierung ber Fischer unb Hirten zum Ausbruck kamen. Anbererseits störte solche Kleimnalerei in der derben und doch nur durch eine schlechte Tradition geduldeten Komik, die die Kriegsknechte bei der Wacht vor dem Hut entfalteten, in der grellen Betonung des Hochzeitszuges bei Geßlers Tod, der durch eine unbegreifliche Streichung des ergreifenden Gegenbildes in dem Auftreten der Mönche beraubt war. Auch in der Verteilung der Einzelrollen stand nicht jeder am rechten Platz, und einige Meisterleistungen mußten für slo manches Mißlungene entschädigen. Hans Marr, der als Tell zunächst zu schwer und dümpf und mürrisch war, rang sich zu immer reicherer Beseelung und Vertiefung feiner Rolle durch und war am Schluß wirklich ber mythenhafte Helb mit der reinen Seele unb den reinen Hän- bcn. Unvergeßlich schön sprach Oskar Sauer bie Verse des Attinghaufen, unb unter ben Eidgenossen ragte Oskar Fuchs als Walther Fürst in schlichter Würde hervor. Tas Beste, eine Hoffnung auf die Zukunft, boten zwei junge, vielversprechende Talente: Hans Zeise-Gött als leiden-, schastlich innerlicher Melchthal und Tagny Servaes, die aus der schemenhaften Figur der Bertha von Bruneck einen echten Menschen schuf. Dr. P. L. * — Zur Theaterkrisis in Frankfurt a. Main. Fran kf urt a. M., 18. Sept. Um eine rasche Lösung der schweren Krisis im Schauspielhaus herbeizuführen, macht sich jetzt eine immer stärker werdende Strömung bemerkbar, die dem Regisseur Karlheinz Martin bie künstlerische Leitung des Hauses übertragen wissen will. Martin hat sich bereits im Komödienhaus und jetzt cm Schauspielhaus als feinsinniger Künstler bewiesen. Gerade bie letzten Neuaufführungen im Schauspielhause sind Werke seines künitlerffchen Vermögens, sie fanden in ber gesamten Presse einen Beifall, wie er seit langem dem Hause nicht mehr gezollt ward. Dem Aufsichtsrat sind bereits zahlreiche Zuschriften unterbreitet, aus denen hervorgeht, daß Martin vielleicht ber einzige Mann gegenwärtig ist, ber bie Befähigung besitzt, die zerfahrenen Ber- hältnipe zu entwirren. E i n Monumentalbrunnen für Frankfurt a. M. Auf dem Hauptplatze Frankfutts, dem Alten Theaterplatz, der unmittelbar an den Goethe-Platz anschließt, soll ein Monumentalbrunnen errichtet werden. Die Mittel sind ganz von privater Leite zur Verfügung gestellt worden. Vitt hervorragende deutsche Bildhauer erhielten den Auftrag, sich mit Entwürfen an einem I engeren Wettbewerbe zu beteiligen. Es sind Prof. Fritz Behn in München, Pros. Heinrich Jobst in Darmstadt, Prof. Fritz Klimsch und Prof. Hugo Lederer in Berlin. Die vier Künstler haben foeben ihre Entwürfe eingereicht, und bic Entscheidung, bic bei bem Range der Wettbewerber besonderes Interesse beansprucht, wird noch in diesem Monat erwartet. _ — Von den Nobelpreisen. Man schreibt uns aus Stockholm: Die Art der Verteilung der Nobelpreise hat hier in vielen Kreisen schon lange Mißstimmung erregt. Man meint, daß das Nobel-Komitee ein viel zu ausschlaggebendes Gewicht Darauf lege, daß die Preise solchen Personen zufallen, die bereits einen berühmten Namen haben, während der Witte Nobels der gewesen sein soll, daß durch die von ihm ausgesetzten Preise junge Talente, die noch ohne Namen und ohne Geld seien, in die Läge versetzt werden, in pekuniärer Unabhängigkeit ihren wissenschaftlichen Forschungen oder ihrer literarischen Wirksamkeit nachzugehen. Großes Aufsel-en erregte dieser Tage eine öffentliche Erklärung, welche einer der Zeugen, die das Testament Nobels mitunterfchrieben haben, nämlich der Direktor Leonard Hwaß, abgegeben hat; hwaß schließt sich jenen Angriffen durchaus an. Der Sinn ber Nobelpreise sei nämlich, daß sie nicht nur Ehrenpreise sein sollen; sie haben außerdem den praktischen Zweck, es hervorragenden Personen möglich zu machen, ihre Talente zum Nutzen der Menschheit frei auszunützen. Deshalb sei es der Idee Nobels zuwider, wenn die Nobelpreise alten Männern oder solchen, bie im voraus schon reich seien, erteilt würden. — Ernüchterung in ben Radiumankäufen. Tn Münchener Magisttat ist auf Grund der widerspruchsvollen Angebote von Mesothorium unb Radium, für Deren Ankauf zur Behandlung von Krebskranken in den ftäotifcften frranfenaniraltcr bekanntlich die städtischen Behörden 200 000 Mark bewilligt haben, neuerdings zu der Ueberzeugung gekommen, daß diese Stosse von den Händlern künstlich znrückbehalten werden, um möglichst hohe Preise zu erreichen. Aus diesem Grunde hat der Magistrat den Beschluß gefaßt, die Bewilligung der Mittel bis auf weiteres auf unbestimmte Zeit zu oertagen und eventuell erst bann auf die Sache wieder zurückzukommen, wenn annehmbare Angebote vor- liegcn unb wenn auch die Auffassungen über die Erfolge der Behandlung mit diesen Stoffen in ärztlichen Kreisen sich gcklätt haben. — In ben „Mitteilungen ber Zentralstelle des dcurschen Städtetages" findet sich ferner folgende Notiz: „Wie die Leitungen melden, find in letzter Zeit in verschiedenen Städten Mittel zur käuflichen ober leihweisen Beschaffung von Radium und Meso- rtjorium bewilligt worden. Um genauere Unterlagen zu gewinnen, hat die Zenttalstelle eine Rundfrage veranstaltet. Das Ergebnis wird baldmöglichst — voraussichtlich in der nächsten Nummer — •> mitgeteilt werden." i?a nbd** r Nach Erledigung der Förmlichkeiten vertagte sich der Cfc* richte Hof bis Freitag früh. Das Nevrasentantenhaus in Washington nahm das besetz bezüglich der W ä h r u n g s t o r m mit Ä*> gegen 84 Stimmen an, nachdem der ^^uiatzantrag, der die Goldwährung aufs neue seststelltc, gittgeheißen und ein anderer Zusatzantrag, welcher die UnoeNräglichkeil mehrerer Aufsichtsratsstellen bei den Banken miteinander icMetzen soll, abgclehnt wurde. _____________ nicht einverstanden erklären 2 Entwurf einer Polizeiverordn un i über den D c r ke h r m i t M i n e r a l ö l c n u n d M i n e r a l ö I m i s ch u n - gen. Born Wroüb. Ministeriuin des Innern in die S_Yiniv(?- kammer ausgefordert worden, sich zu diesem (?nlmnri-. bei zunächst für Brennen ausgestellt worden iR. tedoch einheiilich auch in den einzelnen Bundesstaaten erlassen werden soll, gute dtlich ui nnpern- Tie Handelskammer vertritt die Austastung, das' die im ß'rofcbcTwatifm Hessen zurzeit bcitcbcnbcn gesetzlichen Vor« Fristen über die Vaqt-rung von seuerqesäbrtichen Flüssigkeit, u vollüändig genügen und keinerlei Gründe vorlieqen, eine Berfaiärfonq bei leiben rintreten zu lassen, wodurch dem handel wieder au-s n n ganz erbebliche Lasten auserlegt würden. Icoenfalls ist t* von Kontrollkommissionen bzw Einigung»umlern bezeichnet .lut Antrag, der Kammer werden sich d' I in ihrer nächsten Bertreterkonierenz mit dieser Frage befass, I Das neue Gemeindeumlaaengesetz hat hinsichtli I der Grundsteuer und Elewerbestener Wirkungen gezeitigt, ipe'.d die Handelskammer veranlassen, diese Angelegenheit auf der nöd I sten Vertreterkonferenz zur Sprache zu brmch-n und einen - meinfamen Gedankenaustausch darüber herbeizusübren, in we. cher Weise die vorhandenen Härten deS Gesetzes beseitigt werde» können . ~ u 5. Submissionswesen s Im Interesse der mnna Bännmger (H m. b H. in läiesten hatte die Handelskammer ebie: gemacht habe, feint wenig ermutigend Auch der Gedanke eine frädnime € et rönne Mästerei etnzundsten. fei bei unseren Verviltnii'cn ntdx gangbar fehle bau' etc Vorbedingung, nämlich Abfälle, mit denen man die Tiere füttern könne. schärfer geäußert Hat. Tie Behandlung des Bebauungsplanes des Bauguarticrs zwi scheu Marburger Straße und Maifer Allee und der dazu be- idloifencn Bousatzuna ist eigentlich ein MabütcttNtikf her Irrungen, denn bic vorgesetzte Behörde Darmstadt habe Abänderungen verlangt, durch die geraot- das Gegenteil von dem err icht werde, was die Stadt wolle Ter Grund hierfür, den der Stadtverordnete tfnimm erst von seinem Thüringtr Freund cnafcrcii hat, mirtr förmlich erheiternd Als -\?crr T c. Ebel das Proviuzialarrest- hauS, das übrigens schon manchen Menschen aus anderen Gründen unangenehm war, beanstandete, da ritt <9tabtn Laber wieder den notleidenden Norden vor, dem mau auch par nichts gönne und dem nur durch eine endliche Bebauung der Viesen toilie zu bringen ici Tic Umwandlung des jetzigen SchmuckvlatzeS vor der Uni uerfität zu einer Erholungsstätte für bic studierende Jugend, wozu bic Bürger 2500 Mk bergeben fallen, ging Verrn -ch.nMacdt gegen den Strich. Energisch bekämpft er und Stadtverordnete Tr föaberforit den Plan, den Platz durch eine llmirirbigimg in Mannshöhe ringsum abzusperren und gar noch durch Tore ober Gitter abschließbar einzurichten. xtaUncb ertldrtc xx. habcrloni, daß durch bic geplante Bepflanzung des Platzes und tmreh dessen Absälicstung ein Eldorado für atzen unb gc frfwiicH würde Tie Ruhebänke aber würden einen genmien Rnz auf Licbesvärchrn audüben Stadtv. Sommer erklärte ganz offen, der Plan bezwecke, den Platz für die Stndentemchalt abgeiclstonen Her zustell en Man habe ia nichts dagegen, wenn sich auch etwa pensionierte Beamte auf den Bänken ausruhen würden, und wenn feine Mol legten seien, könnten sich auch strnder dort auiIalten^Man fände auch gar nichts dabei, wenn sich abends etwa ein Soldat mit seinem Schatz auf dem umfriedigten Platz auf einer Bank nieder laste Gegen Igel und Tatzen würde man sich schon icbubcn, aber ein Schutz der Anlagen gegen die Hunde sei nötig, deshalb sollen 2400 Mk. für eine Einfriedigung ausgeweudet werden, wozu die Stadt außer der Hülste der sonstigen Holten ber An Inge bic Hälfte bcusteuern falle. liegen die von Tr. daberkorn belürchteten sonstigen näd theben Entweihungen des Platzes gäbe es ia Schutz durch die Wach und Schließgesellschaft Man bstz schließt uh in den sauren Avsel und bewilligte sur bic Anlage des Platzes statt einer Bcihilse von UMX) Mk., was die Hom Mission beantragt batte, rund 2200 Mk, stellte dabei aber Bc biliflungcn, deren Erfüllung aber Zchasistädts Befürchtung, daß der Platz vor der Aula den Eharakter als öffentlicher Platz - ManSvertafel. Rack, dem Abschluß der Manöv- fand gestern abend von 6 Ubr ab im Kaifersaale br Residenz schlösse« zu Darmstadt dre übliche Manöver täfel statt, -n welcher der Großherzog alljährlich die denn Manöver beteiligte Seneralilät und sämtliche StabSofsiziere emzuladen R. Vilbel, 18. Sept. DaS Frankfurter Kohlensäure-1 werk ^Gewerkschast Wahle P in Frankfurt a. M.-Rödelhei"i erwarb in ber Nähe deS hiesigen Bahnhofs Nord Gelänbe zum Preise von 14 000 Mk. zur Verwertung deS über- flüssigen WasierS dcS Brodschcn SprnbelS. — Am 2.7. Sept, findet hier GemeinderatSmahl statt, zn der von den Bürger- lichen wie von den Eozialdcmokraten je 5 Kandidaten ouf- gci'tcdt werden. — Arn 17. l. M1S. wurde von mehreren HanSbesitzern eine öffentliche Versammliing eigberufen, in der ,^crr Lcvigard aus Frankfurt a. M. über Gründung eines vaiisbesitzervercinS sprach. Die Versammlung war gleich- zeitig eine Protestversammlung gegen den GenicinberatS- beschluß, durch welchen den Hausbesitzern die durch fccr- Icfiimg des Trottoirs entstandenen Kosten anferlegt roerben. । Starkenburg und Rheinhessen. M. C ff en b ach, 19. September. In den Raumen der Buchhandlung des Cffcnbacher Abendblattes wurde gestern von ber hiesigen Nrnninalvolizei eine HauSsuchnng vorgenommen. Es banbelt siel' um bic Broschüre ,Wcr will unter die oolbaien", ein Ratgeber für angehende Rekruten von Peter ©innen. Tte Broschüre, die von ber Bezirksleitung der sozialbemokratischen Partei Niederrhein im Verlag von Molkenbuhr & Eo. in Elberfeld beraiisgeacben worden ist, wurde von der Elbertclber Etaats- amprtlifchaft wegen ihres aufreizenden Inhaltes beanstandet. Die Haussuchung verlief ergebnislos. Hessen-Nassau. Gießen, den 2 Sem 1913. Anwesend sind die Herren: Ged Hvmmerncntat ver^rldeun ali Vorsitzender, Kommerzienrat Grünewald al» dorirtzendc-r, ^^•0beiger. Hommerzicnrat t>oo-5. Ibrrng, Roll, Rowock, xam» »ihtf. Röhr, Wenner und der Syndikus 1 Tas Patentgesetz, das Gebrauchsmuster- gesetz und das ©aren i eidjengefe» sind feit einer Lin- I geren Reihe von Jahren Gegenstand von RevuronsvonLlLgen. welche die zuständigen Stellen veranlaßt haben, eine Abänderung dieser Gesetze einzuleiten. Tic Vorarbeiten hier zu. wejdr un j Rncbsamt des Innern unter wiederholter Zuziehung von L«vver ] ständigen, von Vertretern der Industrie nnd des Handels, der Wisscnscbasr und der Praxis und im Benehmen mit den nawn beteiligten Zentralbehörden während der letzten Jahre uarnanden, haben" nunmehr zu entivrccdenden Gesetzenlwürstn geführt. Die Handelskammer nimmt hierzu wie folge Stellung: bic van delskammer erkennt den in A 3 des Patentgrnctzentwnries zum Ausdruck gebrachten Grundgedanken, loonacb aus Eiieitung des Patents der Er sinder Ansprucki hat, als einen bebeutiamni Fortschritt gegenüber dem herrildenden Patentrecht an. Audi die 2rt und Weise, wie tne in ber CenentiMhfen bemg umniittriu- Frage des Recht- an d rmaßen gfcidnpertigen Fabrikate der qencnmtni Fir zum Wettbewerb zuzulassen Ttciem Wunsche ist seitens^ Handelskammer Essenbach entipnxben worden: eine (httfcfrwl der Essenbacher rtaorvrrroahung ist nod) nicht eriolgt. b Ter An febuti des Teuliehen Handelstag» bat den >?anbL-. kämm cm empfohlen. LubmissionSstetten »u errichten und uw SD- zugliedern, welche die Ausgabe haben sollen, die ausfchrcibcMr Behörden zu beraten und zwisdicn ihnen und den in Frage koE menoen AuSschreibungs Mwerbern zu vermitteln — 4.1c V** delskammer halt bic Errichtung von solchen Suhmif'irm-M^' für cmpichlenswert, glaubt aber, daß hierfür bei lebet Hammer kein Bedurin besteht. es bärite vielmehr genügen, tm (Wroibcrioqtiim Hessen fine »olw Stelle ringentlit i eine Verfügung erlassen, in welcher die Regierung zur ^na^e Beteiligung von Beamten an üviriumvereincii ^tdlunq niT 11 a. nnro in dieser Verfügung folg ende» gesagt: Ts ist giitartct. Diensttt linden zu Arbeiten in H onf umv - rem sanem' । bitt-n ui verwenven Tienfträumc dürfen zu Warrnverkau's Lagernngszwecken nur in Ausnadmesillen unb nur mit b orrrt (^mebmnunq des vorgfsetzten Ministt-riumSderqeleben >m Tu- lletxrnabmc beiolbeter Aemter in Äonfnunrernncn h ebenfalls der Genehmigung des vorgernten Ministfrivms. 0 .n-meiiiiclwitlicben Warenbetzig ber Beamten -legenüber m die Regierung die gleiche Stellung ein wie gegenüber der 1 tat ber Beamten in Honiumvereinsangclegcnheiten. r> (rifenbabnangelegcnbctten: n Der W 'General di re kn oit der n'rnbabnen in Elfaß-Lothruigen m ausführliches Gutachten über die Berfetznng von 4.ertur m den rtürfguripeiialtarii erstattet worden . b Ei- Antr.ig aus .Herabsetzung der Frachttari'c nrr v Süßwasserfische ist im Interesie des Fischhondels betür 'vrden . ' . < . .um Lintcrsahrvlan EntiiTun 1913 14 itnb M > v -..'obnoirfIiton Frankfurt a eine Reihe von ~- vereinrnachrichlm. — lÄrofien-Vinben. 1K 2#vt. Ter hir'igc Turnverein bt- fchtrftf Nw bteeiahnne Bergfest auf dem Voherodskopf mit 8 Turnern, die lolgende l'rnk- erhielten: Werner ecbnlie Oen 4, Karl Wein Oen 13, Kart »rt'dm den 1 ?. Am Sonntag den 21. feiert der Berei.' fein . .e-riähriges Abtiirnen, das ucrbunbcii ist mit einer Jahrhundertfeier. übrigen Gebühren nicht bedarf. _ liegen die Neuerungen im tfstbrauchsnrusterschutzqeictz, dellen Grundlagen unverändert bestehen bleiben, bat die Handelskammer Bedenken nicht geltend zu machen. Taqegcn gibt der neue W areii-eichengesctzentwurf mit seinen rill cinidincißcnbcn und besonders die Berbaltniiie der labafinbuitric stark berührenden Acnderrmgen der Handelskammer Anlaß ui einigen Bemerkungen und Wünfcheik Mit der Einsührung des Massenwstems fann sich die Handelskammer mir einverstanden crüiircn, ivcil sie geeignet ist, ein> m allgemein empfundenen Mißstand, welcher sich bei der Beantragung von Zeichen heran. gestellt unb oft zur fchwrren Benachteiligung berechtigter Interessen geführt hotte, zu steuern Tagegen muß die Handels fammer bezweifeln, ob mit der Einsübrung des Alngebotsverfaheens cinc Perbefserung des bisherigen PrufungS'u'iein en icht ivirb, sie glaubt deshalb für die Beibehaltung der amtlichen llvllisiionS Prüfung cintrcfcn zu sollen Mit der Erhöbun-i r 'Z Giwcrde- qebübr von 20 Mark auf 50 Mark vermag sich die Haud.lskammer Kirche und Schule. Die Große Liebesgabe des Gustav Adolf- Vereins in Höhe von 24 065 Mk. ist her Gemeinde Guy. rinnen in Destpreußen -ugefallen Außerdem eroicu Die Genreinde Leoben 9946 Ml. Als Crt ber nächsten Venamm lung wurde Freiburg t. Brelsgm gewablt. Zum Unfall öes Militärattache; v. winterselll. Ter deutsche GefchäststrLger BotschastsrcU u. Rado Witz (xit im Auftrage und namen-5 seiner Regierung Dem französischen Minister des As-ußern den -^ank sitr' die teil- mbm-nolfc Fürsorge an gedruckt, welche der Praudent der Republik sowie die sranzöfischen Militär und Ztvil-Behor° den dem deutschen Militärattache- v. Wtnterfetdt zuterl wer- den ^j^olleS, 18. Sept. Heute vormittag überbrachte General EuriereS bc Eastelnau, der SouSchef des großen Oseneralstabes, namens des Präsidenten der Republik dem deutschen Äilitärattachc- <2bcT)t(entnant v. '^mtcrielbt bic Insignien eines Lffiziers ber ötjr ett lefliio n und erteilte die Accolade. Lberftieutnant v. Winterfeldt bat de, General, dem Präsidenten seinen herzlichen Lank aus» zudrucken.Besserung im Zustande deS deutschen Milttaratkachäs lsiilt an. Der Kranke erträgt die Leiden auf das tapferste. An» Stadt und Catifce Gieße n, 19. September 1913. Aus der Sitzung der Stadtverorvucten. Tas Rumpfparlament unserer Stadtverordnetenversammlung war gestern in ber ersten Sitzung nach den Ferien in einer Starke vmi 22 Mitgliebern last vollzählig in der Buigermeisterei versammelt- Es schltcn nur Loos, Vetters und Winn. x\r Tagesordnung sah rcdit l armlos aus und versprach eigentlich keinen großen Tag, keine Tagung mit einer großen Auseinander,ctzung Aber wie man bod) irren kann! Man stritt gestern heilig und böuifg in ichr gernzter Stimmung um anscheinend unwichtige Tinge Tic Väter der Stadt waren, nachdem sie in den Ferien 3iim Schweigen verurteilt gewesen waren, von einer Redesreudig- feit bei der auch der Humor zur Geltung kam. Drei Gciudie um Anbringung von Sdiaukästen an Geschästshäuserii leucten die Rcbeidilachten ein. Man will sich hier cnblicb großzügig zeigen. Stadtverordneter Hermann Gid.cnaiiex traf in der Same den Nagel auf den Kopf mit seinem Hinweis auf bic engen st raßen in München mit ihrem Riefenverkehr, wv man Schaukalten ,n einer Tiefe von mehr wie 6 Zentiuieter Borsprung gestatte. Ucber den Standpunkt unserer Baudcputatwn in dieser Frage könnte man eine Satire schreiben, bei der der Oberbürgermeister wirklich nicht mikzutim braucht Tic Gießener Viehmarktbeschwerden gaben • fcerrn Krumm Veranlassung, einmal recht benthd) zu sagen, wo ber Hase im Pscsier liege. Er war zwar schars in seinen Ausnihriingcn, mußte sich aber vom Vorsitzenden sagen lasten, daß man „ch in der Viehhändlervenammlung am Montag noch deutlicher unb Vermischter C19/. a”/9 6106 Dphma Fahrräder Qffenhac/b^/cAtain. Die tief trauernden Hinterbliebenen: E, Schelborn Wwe. G. Schelborn, Lehramtsassessor. in allen Grössen und allen Farben A.Salomon&Cie. Für , die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden, die trostreichen Worte des Herrn Dekan Gussmann, sowie die ehrenvollen Nachrufe der beteiligten Vereine bei dem Heimgange unseres treuen Gatten und Vaters, des Kgl.Bahnhofsvorstehers E.Schelhorn sagen wir herzlichen Dank. Elttstsckissabrt. Einc nute Fluglciftung. Wie au? (Saini-? berichtet wird, bat der deutsche Flieder Friedrich mit seinem Fahrgast Etrich die Strecke London— kalais in 1 Stunde 35 Minuten zurückgelcgt. Ein moderner Stuöenfenrctft in Bayern. Ter Frankfurter Zeitung wird aus München geschrieben: Tie soeben neu seransgegebenen Satzungen für die Studierenden an bäuerischen Universitäten zeigen gegenüber dem veralteten preußischen höchst bemerkenswerte Vorzüge. Nackfdem kürzlich das Recht der Privatdozenien und außeroreentlickum Professoren erweitert wurde, erlangen die Studenten durch die neuen Satzungen gleichfalls erweiterte Rechte. Besonders gilt das von der Regelung des Vereins und Versammlungsrcchtes, das seit Jahren an den preußischen llnircrfi taten als arge Bedrückung der akademischen wie der staatsbürgerlichen Freiheit überhaupr empfunden wird und auch wiederhol! Anlaß zu Erörterungen im preußischen Landtag gab. Während nadi bisherigem Recht zu allen Studenteuver- reffulär gestrickte Mädchen- u.Knaben- Sweaters Amtlicher Wetterbericht. ^^bffentlicher Wetterdienst, Gießen. * Wetterausnchten in Lessen für Samstag, den 20. Sept. 1913 • Sßolfia, mei|t trocken, mäßig warm. ZurZnMenernte empfehle.' [a19/e KcißcnhcimcrMjtorti llnMWMeiliiherhc Edgar Bormami Tel. 165. Neustadt 11. Kleine Tageschronik. ... .3” ® c_rJ in nmvbe am Donnerstag vormittag das neue Gebäude des Königlichen Kammergerichts im Kleistpark in Gegenwart des Prinzen August Wilhelm feierlich seiner Bestimmung übergeben. Tie Uebergabe des Gebäudes erfolgte durch den In st izmi mster ±v. Bcselcr an das Königliche Kammergericht mit einer Ansprache, ans die der Präsident des Kammergerichts Veinroth antivortete. a 1 ^ölu ivird gemeldet: Die Inhaber einer hiesigen Spiritushandlung,* drei Gebrüder Schwartz, sind wegen p i r i t il s - S ch m u g g c l s aus der Schweiz von der Straf kammer in Offenburg und von dem Gericht in Bern zu insgesamt fhbnL?reJ öJr-Loncn sT!c,rf Geldstrafe und zu hohe.i Gefängnis- strafen verurteilt worden. a einer Blindenanstalt stiftete der Rentier Konstantin Rn d o l p b in Kassel die Summe von 269 355 9)1 f r .Aus Laage (Mecklenburg) wird berichtet: Das Auto- ™61(' L hcf) der Vertreter der Berliner Brennabor- Werkc, Muller, befand, ist am Mittwoch auf dem Bahn- , rgcrng kurz vor Laage v o n e i ne m Z u g e e r f a ß t und vollständig zertrümmert worden. Müller erlitt einen Bruch der Wirbelsäule, schwere Schädelverletzungen und mehrere Rippenbruche; er wurde in hoffnungslosem Zustande dem Krankcnhause überführt. Die „Boss. Ztg." meldet aus C l a u s t h a l: Das Wirtshaus „Zum Lowenhof", in welchem Goethe während seiner Harzrcife wohnte, ist in der Nacht zum Mittwoch niedergebrannt. „ faum einem Zweifel unterliegen, daß die selbstmörderische ^at,der jungen, lebenslustigen Prinzessin im Zusammenhang steht mit den Hindernissen, die ihrer Hei - rat m i t He rrn Hans von Bleichröder, dem Sohn der» Seniorchefs der Firma Blcichrödcr, cntgegenstanden. ^urch einen Zufall kam seinerzeit die Nachricht von der Per lobuna der Prinzessin mit Herrn v. Bleichröder in die Oes fentlichkett, bevor die Prinzessin ihren Eltern ihre Neigung gestanden hatte. Jnfolgedcffcif wurde sie von den Eltern, ^.'^.erinnerlich, auch dementiert. Es kam auch zu häuslichen Szenen: trotzdem hoffte das Paar, die Eltern umzustimmen. Insbesondere hat auch der bekannte Dichter diicha^rd Bos; versucht, für das liebende Paar zu vermitteln. -ter Widerstand gegen eine eheliche Verbindung lag weniger bei den Eltern der Prinzessin, als am großherzog- lichen Hof ui Weimar. Der Großherzog stellte die Bedingung, oatz die Prinzessin auf alle ihre Titel verzichten müsse, was sic sich indessen zu tun weigerte. . Von anderer Seite wird uns noch mitgeteilt: Der Vater der Prinzessin Sophia lebt von einer verhältnismäßig ge- ringen Apanage, die ihm von dem regierenden Großhcrzog Wilhelm Ernsts von Weimar gewährt wird. Er persönlich hatte an und für sich gegen eine Verbindung seiner Tochter mit ocm Baron Hans von Bleichröder nichts einzuwenden gehabt. Aber der regierende Großherzog, als Chef des Hauses, satte erklärt, daß er diese Verbindung nicht zugebe. Und >a dieser Zweig der Linie materiell vom Großherzog abhängig ist, so durfte natürlich der Vater der Prinzessin nichts anderes tun, wie seine Erlaubnis verweigern. Ob der Selbstmord der Prinzessin mit dieser Angelegenheit in Zusammenhang steht, ist natürlich nicht feftzustellen. Es ist anzunehmen, das; der Großherzog aus dem Grunde seine Erlaubnis verweigerte, weil bet Vater des Barons Hans v. Bleichröder >^udc ist und seinen Glauben nicht wechseln wollte. Der Bruder der Prinzessin ist der bekannte Graf Ostheim, der wegen verschiedener Affären den Titel eines Prinzen von Sachsen-Weimar freiwillig ablegte. . ^ Dritte Statistik des Deutschen Hauptaüs - chusses für Zahnpflege in den Schulen über die Verbreitung der Schulzahnpflege in Deutschland. Tie erste Statistik erschien tm Jahre 1909. Tamals wurde in 42 Orten prak- tuefte Schulzahnpflege ausgcübt. Tic zweite Statistik erschien zwei Jahre spater. Tie Zahl der Orte, in denen praktische Schulzahnpflege ausgcübt wurde, war damals schon von 42 auf 78 angewachsen. Die dritte Statistik führt insgesamt schon 209 Orte oder Landkreise auf. Diese beträchtliche Steigerung ist lediglich der ziechewußten Arbeit des Deutschen Hauptansschusfcs zu verdanken. xvn der dritten Statistik ist eine Acnderung vorgcnommcn worden insofern, als Orte mit Schulzahnkliniken/Orte'mit Für- sorgeftellen lBehandlung seitens ortsansässiger Zahnärzte) und Landgemeinden getrennt aufgcführt worden sind. Selfr erfreulich ist es, bau nicht nur in den Groß- und Mittelstädten, sondern auch ui kleineren Orten, insbesondere aber auf dem Lande, Fort- chrrtte unserer Bestrebungen wahrzunchmen sind. Wenn einzelne Orte, wie Eharlpttenburg, Straßburg, allen Bolksschulkindern unentgeltliche Behandlung gewähren, so muß eine derartige Einrichtung als die idealste angesehen werden. Leider läßt sich eine derartige Fürsorge nicht überall durchführen, n>cil einzelne Orte häufig mit allzusehr beschränkten Mitteln zu rechnen haben. Man ist daher in vielen Orten zu einer Verteilung der Lasten ubcrgcgangcn, insofern, als die Gemeinde einen Teil, die Eltern den anderen Teil derselben zu übernehmen haben. Meist werden für 5hnb und Jahr Beträge von 50 Pfg. bis 3 Mk. erhoben. Neben der Behandlung der Scksulkinder wird allerwärts eingehende Be- lchrung über bic Bebeutung eines gesunben Gebisses unb bie Wichtigkeit bcr Zahnpflege erteilt. An dieser Propaganda beteiligen sich nicht nur Behörden, Zahnärzte und Aerztc, sondern vor << JVScn auch bic Lehrer, und in dem Zusammenarbeiten aller dieser Kräfte liegt der große Erfolg im Kampfe gegen die weck verbreitete Karies der Zähne unter den Schulkindern. Deutschland kann für sich den Ruhm beanspruchen, unter alleii Ländern an erster Stelle tn dieser sozialen Fürsorge zu stehen. . * Jach vierj ährig er Verfolgung verhaftet. Der m Schoneberg bekannte Baumeister und Buchmacher Karl W ' der wegen Betruges, Urkundenfälschung und Widerstandes gegen d'e Staatsgewalt von der Staatsanwaltschaft seit vier Jähren- steckbrieflich verfolgt wurde, und es während dieser Zeit, verstanden hat, sich unsichtbar zu machen, ist ijetzt endlicki von der Schönc- berger Kriminalpolizei festgcnommen worden. Schon vor zwei Jahren war eS einem Berliner Kriminalbeamten beinahe gelungen W. zu verhaften. W. widersetzte sich»damals der Verhaftung, und es kam zu einem erbitterten Kampf zwischen dem Beamten und dem Baumeister, in dessen Verlauf W. seinen Revolver zog. Schließ- lich gelang es W. damals doch, seinem Verfolger zu entkommen Wahrend der vier Jahre ernährte sich der Baumeister nur als Buchmacher. Er wechselte seinen Aufenthalt stets zwischen Berlin Brussel, Amsterdam und Paris und nahm für alle Rennplätze Wetten an. Für die Groß-Berliner Kriminalpolizei war seine Festnahme besonders deshalb schwierig, weil die Behörden kein Bild von dem Gesuchten besaßen und weil W. sich unangemeldet in Berlin aufhielt und auch das Hotel und das Lokal, in dem.ec die Wetten annahm, fast täglich wechselte. Schließlich gelang es der Schöneberger Kriminalpolizei, ein Restaurant in der Motzstraße nahe der Maaßenstraße, auszukundschaften, in dem der Baumeister zeitweise zu verkehren pflegte. Hier gelang gestern die Festnahme des Gesuchten burch folgenden Trick: In dem Lokal hielt sich ein Schöneberger Kriminalbeamter auf, während ein zweiter Beamter von cinem Restaurant in der Nähe telephonisch anrief und den Baumeister W. an den Apparat bat. Als der Kellner laut .. stliches Tagcslicht. Lange schon beschäftigen sich nCUtC ctnc Tageslicht ersetzende, künstliche Lichtquelle zu schaffen um auch nach Eintritt der Dämmerüna eme dem natürlichen Tageslicht ähnliche Beleuchtung, insbesondere farbiger .Gegenstände zu erzielen. Bekanntlich erscheinen fär- bige Dinge bei künstlicher Beleuchtung ganz anders gefärbt als bei ttnem abschriftlich vorliegenden Prüfungsschein des Physikalischen Staats-Laboratoriums in Hamburg ist es nun der Firma Siemens & Halske Aktiengesellschaft gelungen, eine Sont^r- type tfyrer bekannten Woian-Metalldrahr-Lampen herzustcllen deren Lichtausstrahlung tatsächlich dem Tageslicht sehr nah? kommt ^>ie eignet sich insbesondere auch zur Ergänzung des Tageslichtes ilfr}II9'Sfit9hna beleuchteten Räumen, ohne daß dabei Zwielicht cnt- teht. Für bas Auge wohltuend ist das Licht dieser Wotan-Vcrico- Lampc daburch datz cs arm an kurzwelligen Strahlen ist. — Tie ^n Ma^tt'gebrackst °°n bcn Siemens-Schuckertwnkcn auf ^.Jtal.Hühner ^^L1913er,ca.^4Mon. alt, eati=bcfte Eierleger, liefert franko u. Garantie leb. Ank. 8St.S M., 20 St. 27 M. (hv17 T. Piftreich, Breslau 285 letzte 2Tacbricbten« Sie Verhandlungen in Konstantinopel Konstantinopel, 19. Sept. Wie amtlich mitaeteilt wird, haben die türkischen und bulgarischen Delegierten in ihrer gestrigen Sitzung das Protokoll über die e n d a ü tige Grenzfestsetzung unterzeichnet und darauf andere Fragen, wie die der Nationalitäten, besprochen Ein Unterausschuß wird weniger wichtige Fragen prüfen ' unter breitet worden, sie betreffen die Beförderung des P 2534 (\v auf.der Strecke Gießen—Mücke auch an Sonn- und Feiertagen, Verstellung einer Mittagsverbindung zwischen Oberhesscn und m C-Ö'.n St^terlcaung der Abgangszcit des Triebwagens Jcr.^5843 auf der strecke Gießen Nidda um eine Viertelstunde, Sehernng des Anschlusses des aus .Holland kommenden Zuges an den von Köln in der Richtung nach Gießen 6.03 N abgehenden ©“jwnjugö D 82, bic Anschlu^ielegenheiten bcr von Gießen fom menden Züge an die Züge der Linie Niederwalgern—Herborn, Herstellung einer Abendverbindung Kassel—Gießen—Frankfurt a. M. d) lieber die Gerüchte einer tdlweisen Verlegung des Güter- bahnhow nach Wetzlar sollen mündlich Erkundigungen bet der zuständigen Stelle eingezogen werden. e) Heber die Erfahrungen mit den Notstandstarifen vom Jahre 1911 ist nach Anhörung der beteiligten Kreise dem Deutschen Handelstagc ein ausführliches Gutachten erstattet worden. f) Auf eine entsprechende Anfrage ist der Handelskammer von der Kgl. Eiscnbohndirektion der Bescheid zugegangen, daß der seit 1 Oktober 1912 gewährte Frachtnachlaß bei Vcrwen dm n g von Wagen mit einem Ladegewicht von 15 t und darüber im Falle der Ausnutzung des Ladegewichts oder der Frac : ahlung hierfür während des ganzen Jahres Gültigkeit Hai und unter den im Tarif genannten Bcdingüngcn sich auf alle Güter erstreckt, also auch aus alle Waren der Lebcns- mittelbranüfe. W. IQ). * «88s ä‘5. «lmg" Ä':- iWntiwtjg , SS Ku* bie 1 Ms umrittene £ S jn 9ttocib= ►I I $nnl..ber öandels- bec ^itreitenben n vertretenen For- M mr zu einem Ä5 l\c Ähres- ft bk- A betabgcicßt » BeiliNvndeqeduki ^'welcher seither !egt, du Richtigkeit^-' Berufungtzgebühr trden. Ae Handels- ng des Anssalls an He Ermäßigung der .cines Paients ner ichen Erhöhung bcr 'sterschuhgeseh, dessen : die Handelskammer itirurf mit seinen tief e der Tabakindustric skammer Anlatz zu der Einführung des :t nur einvefflanden gemein emvfundenen von Zeichen heraus ung iKmfcligfer In- i mutz die Pandels > Aiifgebotsversahrens qi’tem-2' erreicht wird, amtlichen Milsions l)ung der Beichwerde- id) die handelstammer rdnungüberden ineralölmischur nem ist die pandels em Entwuck, der zu doch einheitlich auch in ien soll, gutachtlich zu Auffassung, daß, die im lefcRlidicit ?orjchriiicn [üHigfaten upüHönN rrc Xnidjäriiiiw els und der 3nbußri' d ommiiiiontn^- I ichungdr-unser unlauteren ic Überband genornn.- ; fteilcn Bedenken M ich daß ein fo W Leben kann unb b- Als ein §eeM> UZS sSgs SDS bringen UM * werd Gesetzes rSÄS •ssgs le Ö- iSnten W ikatc yT&j Wunsches Ochers idelstaE unb M -OD M eAcgrerM^ng „des 1*85**^ tzW i AfSM U 14 1 fli» & • 1913AL I»l euren bat? ^okal rici Herr Boaimcistcr W. wird am Telephon ju fprcchcn gewünscht . eilte dieser an den Apparat. Nackidcu^ er den Hörer in die Hand genommen und „Hier Baumeister W." gerufen hatte, ertönte hinter ihm plötzlich die Meldung: „Hiest Schöneberg! Herr Baumeister SB., Sie sind ver- Sq!!“» t1'? L'^uckste war so überrascht, daß er diesmal keinen leistete. Gleichwohl wurde W. zur Sickwrbcit gefesselt, geliefert aftktC rour^e tn bas Moabiter Untersuchungsgefängnis cin- zweier Schwestern. Ein mpsteriüser ^.oppelfelbstmord bc;chastigt gegenwärtig die Schöneberger Polizei ^m.,^QUfe Pfalzburger Straße 54 wohnendeir r®n^n!^^eflcrP Emilie und Luise Daun, die im Alter von 70 V, ^'tbcn von Hausbewohnern tot ausqesun- bcn. x\n der -^ohnung der beiden alten Damen wurde bei der Durck>- Wu£9, ,ct” vermögen von nahezu 300 000 Mark ausgefimden. ,7Qs "?9cbJ. erfahrt darüber folgendes: In dem Hause Pfalz- vurger Straße o4 wohnten seit Jahren in einer kleinen Drei - Zlmmerwohnung bcr ersten Etage die beiben Schwestern Emilie ft’c ^'iden Damen lebten sehr einfach unb waren unermüdlich als lirankenpstegerinnen tätig. In der Nachbarsckxift bcJ^cn Schwestern, die zwar ihren Verpflichtungen stets ^"etlich nachkamen, nicht für besonders wohlhabend. Tic ältere, rc- n2C ®mir l,e ^oun, äußerte ost in der Nachbarschaft, daß M L tJinn.nl,mcn sohr zurückgcgangen seien, und daß sie deshalb .>cahrungs,orgen entgcgcnsehen müsse. Im Anschluß an diese Er- iaglun*J äußerten ,ic dann auch öfters Selbstmordgedankeii. Ms gestern nachmittag das jüngere Fräulein Daun von einer Pflege eLJ. n ■J-'L^,nu.n9 zurückkehrte, sand sie im Schlafzimmer chiV cm n„em Bettmosten erhängt auf. Ta die sofort an- gesteltten Wiederbelebungsversuche ohne Erfolg blieben, beschloß die jüngere, ihrer Schwester in den Tod nachzufolgen. Sie vcr-. ^Ote sich ein größeres Quantum Morphium und vergiftete sich, nachdem sie die ^ote feierlich aiifgebalpt und die beiden Lager- tatten mit Blumen geichmückt hatte. Als nach einigen Stunden .,cr Verwalter des Hauses an der Wohnungstür klingelte, wurde hm nicht geöffnet Ter Mami schöpfte Verdacht unb benachrich- bic Polizei Zwei Beamten versckfassten sich gewaltsam Ein- 111 die Wohnung unb fanden die beidim Schivcstern tot auf. Zier der Beichlagnahme der Papiere fand man eine Ledertasche in beni .stlciderfchrank, bic in Wertpapieren bas obcngeiiaimtc Vermögen enthielt. Die Leichen wurden in das Wilmcrsdorfcr Schgu- sammlimgen, gleichviel auf welche Angelegenheiten sic sich be- zogen die vorherige Erlaubnis des Rektors einzuholen, und den Nichtstubierenden die Teilnahme an derartigen Versammlungen verboten war, bestimmen die neuen Satzungen nur, daß allgemeine Stndentcnversammluiigen über Angele.^nheitcn des akademischen Lebens bem Rektor an zu zeigen finb. Tas Gmehmigungsrecht des Rektors ist in ein Verbictungsrecht für den Fall umgewandelt, bau nach bcr Tagesordnung die beabsichtigte Versammlung eine Gefährdung von Ehre, Sitten ober Ordnung des akademischen Lebens zu befürchten ist. Die bisherige Befugnis des Rektors, eine Versammlung auszulösen, ist weggesallen, weil die polizeiliche Auflösungsbefugnis für ausreichend erachtet wird. Ebenso dürsen jetzt Nichtstudicrenbe an Sttidcntcnversammlungen teilnehmen. Tas ist iwch nicht die Freiheit, bic bas neue Reichsgesetz über Vereinsund Versammlungsrecht jedem Achtzehnjährigen gewährt, es ist aber trotzdem eine begrüßenswerte freiheitliche Entwickelung. Wichtig ist ferner bic Neuregelung ber Ausländer frage. Sie war bisher nur durch gelegentliche Verfügungen notdürftig geordnet und nicht durch feststehende Satzungen. Bisher wurde nur verlangt, daß der Ausländer eine Vorbildung Nachweisen mußte, die ihn nach den Gesetzen seiner Heimat zum Universitätsbcsuch berechtigte. Da nun die Anforderungen einzelner Staaten an die Zulassung zum Universitätsbesuch geringer sind als die Ansorde Hingen, die in Deutschland an Inländer für den Hochschulbesuch 'stswllt werden, so ergab sich hieraus der zweifellose Mißstand, bcr Ausländer unter Umständen leichtere Bedingungen an baye- ff'lhen Hochschulen vorfanden als Inländer. Die neuen Satzungen fegen deshalb vor, daß Ausländer einen Vorbildungsnachweis erbringen müssen, der als gleichberechtigt mit dem Reifezeugnis filier deutschen neunklassigen Schule vom Minister anerkannt ist. Auch behalten sie weitergehende Vorschriften ausdrücklich vor, die das Ministerium etwa hinsichtlich einer Beschränkung in der Jal’f bcr aufzunehmenden Ausländer im Interesse der Inländer zu treffen sich genötigt sieht. Weiter haben Ausländer alle von studierenden zu entrichtenden Gebühren doppelt zu zahlen. Schließlich sind nach den neuen Satzungen auch noch die weiblichen mit den männlichen Studierenden in jeder Beziehung gleichgestellt worden was für die ^tubenhnnen als ein Erfolg bezeichnet werden kann llebrigens wurde un Tiszwlinarrecht bcr antcdiluvianisckic Karzer endgültig abaefchafft. Preußen hätte allen Grund, sich diese neuen baherischen Satzungen ein wenig zum Vorbild zu nehmen. ror Stotterer Einmaliger Kursus in Giessen. Anmeldungen „ Dr.Schrader,sS)>ra^eiI=5nftitut„Phöbn8“(®erlinW./8öI1)to|haBcl5) ----------- getl-jnititut „Phobus" mitzumachen.__________________ 07407 slok öwntunfl _____ H. Timmann, HannouenÖ6 Gericht-Saal. Ein Hauptmann als Mörder. Madrid, 18. September. Das Kriegsgericht hat die Ver- Lmblmiq gegen den Hauptmann S a n c h e z kortgesührt unb hat heute seine Beratungen beendet. Das Urteil bleibt geheim: ck wird dem obersten Kriegsgerichte unterbreitet werden. Ter cllgemeiiie Eindruck ist, daß Sanchez zum Tode und seine Tochter ju einigen Jahren Zuchthaus verurteilt worden ist. Selbftmorö der Prinzessin Sophie von Zachsen-W eimar In H e i d c l b c r g starb in der Nacht zum Donnerstag w 25. Lebensjahr die Prinzessin SophievonSachsen- Reimar-Eisenach, die einzige Tochter des dort lebcn- Itn Prinzen Hermann von Sachsen-Weimar-Eisenach. Es wird dazu noch mitgeteilt, daß es sich dabei um 'L lbstmord handele. So schreibt die „Nationalzeitung": M$Wi Mark 1.85 2.50 Kaufhaus Giessen Bahn^ To? TRAl’ERHtTE A. Salomon & Cie. OOI» «nnBrrtroffcnn 6 Oie o-ltoJttwfceM. Betianb lu ntetrt^. ftaOhtiaoiemtee. SerUngrnSlf terftrn- oder« aaipttataloges. Visitkarten liefert billigst Vrühl'fche Univ.-Druckerei Gießen. Jede PlättanstaBt braucht eme FatentpUttmaechine von der PorBterWäscherel-Iaaddnenfabrik Ramsch & Dammer Ferst LL 163 Offerte kostenlos. Tau)8t.im Betriebe. Liebigdtr. 8; H. Belitz Eckphon 148 Dekor. - JVIalcr- und GJeissbindergedcbäft Reelle Bedienung. 34389 Billigste preise. D”' werden dauernd im Betriebe vorgeföhrl: -SPIRITUS-ZENTRALE • BERLIN W. 8 ftk »U ■ MM B ■ | Ä-Glühlicht-Lampen I S g mit «lebendem e. hingeodem Licht W m Illi A -Hand* und Herdkocher Iwci ü il Q C ■ S -Plätt-und Bügeleisen HM W |H tl ■ HM AM Badeöfen u.dergl./tpp. “ Springmann elegante Herren- nnd Damen-Stiefel echt Rahmenarbeit 4 ft rA (Goodyear Weit), in vielen | » Ri modernen Formen und Aos- I f .1 führnngen . . . Mk. I ■■ IV W für Kefcruiften Anzüge und Paletots / Joppen / Capes und Coden - Mäntel / Tlrbcitcrliieider für alle Berufe für MMMrpMltzüM Unterhofen u. flanellhemden hautiadten u. Normalhemden Wolljacken cmpficljlt in großer auswaßl billigst Carl Born Marktftraße 28 Marktftraße 28 Rekrolen-Sliefel Weiler-Slielel Möl-Slielel nur beste Qualitäten billigst bei ** Franz Neameier Sonnen Ntraeec 20. | Landwirtschaftliche Kreisausstellunq Büdingen Landwirtschaftliche Kreisausstellunq Büdingen PfeMschirr-Aiisstellung Louis Völzing, Gross-Felda Sattlermeister. Grossherzogi. Hess. Hoflieferant 6096 Xeu eröffnet Non eröffnet! Bahnhof-Hotel Darmstadt em direkt nm llnaptbahnhof ßeschw. Altenpohl Plockstrasse 4 6058 ^bstversteigernng ver. • 110 "KS* irCorbln-W Nie-lerlage bei Au g. Noll, Kreuz-Drogerie. Pianolas Pianola Pianos Obstversteigernnft Mittwoch, den 24. September d. I»., vor« mittags um f) Uhr ansangcnd, läßt die C^cincinbt Münzcuberg zirka 450 Zentner Aepscl und zrrk? 20 Zentner Birnen (größtenteils seines Tafelobst, sowie zirka 100 Zentner Zwetschen meistbietend versteigern. Zusammenkunft am Gasthaus ,Zm Präservativ-Cream beete t'nB-*nlbe fütShlttnr. Zouriitcn,^üflrt Vunbroirte ufru «• Burg Münzenberg". Der Bürgermeister: Wetz. Tel. 165. Seuetadt 11. Unentbehrlich für icbc Tür find intomatiidirlirifiibltrr cmhuti u vrakitlch Armer rmu'cble dir altbewährten B.K.S.-Türschliesser »rur Oantxvrrfrru. s Wieder Betkaufer •3pealal • Offene ’ AugustFörster Giessen und Lieh Bahnhofetr. 65. Tel. 367. Komme mit einer grossen Gruppe Geschirr zur Landwirtschaftlichen Kreisschau ■■ nach Büdingen - Zur Ausstellung kommt das Neueste vom Neuen Schmidl j Wiechinl Frankfurt a. M- liefern prima * Gummischläuche Plockstrasse 4 GIESSEN Spezial-Niederlage empfehlen ihre TienStag, den 23. September, vormiltagS 9 Hl)r ansangend, soll da- Gemeindeobst und dasjenige des fürstlichen PachtkonsortmmS öffentlich Grosse Auktion. Tonnrr<*tan, den 25. «rptrmbrr er., nach mittaac* 2 llbr, ucrfteinerc id) in (»irNra. fircuAVlah f>, im fluftranc bco »onfurdoct lunhcre das zur Konkursmasse der ElekmANätS- flcfcllidjnft m. b. ■C'. '.Neumann & (Io. gehörige Warenlager. brftrbenb au»: ,-Urta 20000 Metern ^solirrrobr, bauptfad>- litt» 11 mm in Lnginaloackung, modernen clcftrifdicn Beleuchtungskörpern. Metall- sadenlainven und,>nstafiations-Materialicn, ferner da» Kontor' und padenmventar au den im Termine bekannt au aebenden Beding unnen en bloc meistbietend neacn nleid) bare .'Inblunn Tarwert ä 6t8f.lt'> Mark. Bietungo kaution 1000 Mark Sefitbununfl natb oorbcriacr 2tnmcltiunfl beim UntcrACidmcien und am nur tionotaoe von 8 Nbr vormittags an. 6101 Zcivd. MerichtSvollziebcr in (Sieben, Süd Anlage 23. yv Mit der Gesamtauflage der heutigen wtid ein Flugblatt von Tr. Habenicht'S "rl1 vcil-Fnflitut, Köln a. Rhein, verbreitet- Neuheiten in hochfeinen Schokoladewaren mu Miy Hegel, Dresden FM>it ferner sämtliche In den vollständig neu hergerichteten Lokalitäten des Cafe Ernst Ludwig (Inh.: Hermann Adam) finden ab Samstag, den 20. Sept, täglich abends von 8'/, Uhr an Hoffmann-Konzerte Statt 07 MO Schutz des Saatgutes p •’* I ncezi- fcr. Fäulnis und dcrgl. bietet Springmanns Schuhwarenhaus Bahnhofstraße 58 Giessen Bahnhofstraße 58-. ,1n Dolen au Sv 4". 75 W Adler - Drogerie- <>••* Schnnf. LelierSm«' • Heute fr tief» einnctro^ Mmöpk Pismorlk - Hcrihl .ptriugt-nidini110 rh. ecftlicrbfli Aranki. gtr.9 t—, Harmoniums bei weitgehender Garantie und günstigster Kauf- u. Mietbedingung. Stimmung,Reparatur Transport Ständiges Lager von 250 bis 300 Instrumenten. Bei Miete 13426 Eigentumserwerb laut besonderer Bedingung. Stets gebrauchte Instrumente zu jedem Preis. Vermietungen 2 bis 12 Mark monatlich. Vertretung v.Schiedmayerj Söhne, Steinweg. Ibach. Kaps, Römhild. Dörner, Hörügel, Spaethe, Ackermann usw. Wiederbeginn der Proben Dienstag, den 23. September, abend* 8 Uhr. Im Saale der Johannenklrche Mit Rücksicht auf die musikalischen Vorbereitungen zur bevorstehenden kirchlichen \a(ional- Feier wird dringend um pünktlichen und vollzähligen Probon- Besuch geboten. V»/. DER VORSTAND. Xcuanmeld«n gen nimmt HerrKirchenr. D. Schlosser oder Herr Prof. Traut mann füglich (äusser Mittwochi in seiner Wohnung. Moltkestr.6. zwisch. 1 u.2'/, Uhr entg. I Gewichte u. JVIasoe MB ttWLl ---- — la'» gedebt nach neuer gcfctzlicbcr Vorschrift empfiehlt billigst Gdgarßorrmann ♦ LUU steigert werden. Zniammenkunft auf der Dreispitze. Eberstadt, den 17. September 1913. Großherzogliche Bürgermeisterei. Görlach. Den beeten Steins Garten Snm**ng. den 20.September d.J..abend***' . Uhr Popnllir-wi**cn**haftl. Fxperlmcntal-1 ort rag über *•* RADIUM von Physiker Hermann Seh« fflcr. Dre-den. Die Experimente werden mit 15 Milligramm Radium ausgefühit und gelangen dabei du " uivk-rb m n 1 igen- schaften dieses seltenen und ko-tbar -i St.>!!< ■. m - diegener Weise zur Anschauung. — Flntrttt*karte«: Mk 1 und Mk. 1.50 (numeriert . arten .» I '.r in der Ferber sehen UniversitA' Buchhandlung. Fremden-Zimmer elnschl Frühstück Mk. 3.—. Gesellschaftszimmer zur Abhaltung von Sitzungen. Familien- Feiern. Bier- und Wein-Restaurant. — Anschliessend: Bier-Halle mit Ausschank von hellem und dunklem Bier. Reichhaltige Frühstücks- und Abendkarte. Mittngstisch von 80 Pfg. an. — Bei Besuch Darmstadts mich bestens empfohlen haltend, zeichne hochachtungsvoll Telephon iü Otto Baumgarten ^Mntr-riiriMtin. Sonntag, den 21. September: iTurngang Wxyübcr Rödgen, Allen Beleck, (xtuncb /Ll stein, Badcnburg nad) der .Qavlorub. C/ Abmarsch: mittags 2 Ubr vom Lud- •/ wigSplalz. Ecke (yutcnbcrfliir. |v"/, W Liederbücher mitbringen. “WX Wasche mit1 Henkels Bleich-Coda.