Nr. 186 Erstes Blatt 165. Jahrgang Montag, U. August 1913 GieMerAmeiger 9ejRdMrrU: monatlid)75aente«l: $». Beck. ■r Gjehener Anzeiger rridumi täglich, auyer SoniilaaS. - Beilagen: r e> mal ivöchentlich 6ie6tirr,^ gierung so bedeutungsvollen Augenblick weilen meine Gedanken bei Dir. I ch danke Dir von ganzem Herzen für DeinetreueFreundschastuitdwarmeSvmpathie, die Du mir in diesen ernsten Zeiten ganz besonders entgegeit brachte ft. Gez Earol. S w i n e m ün d e („HohenzollertstO. Dein heute Nacht angekommenes Telegramm ist eine große Freude für mich .Ich sage Dir die aufrichtigsten, herzlichsten Glückwünsche zu bem schönen Erfolge, den nicht nur Tein Volk, sondern alle kriegführenden Staaten und damit yanz Europa Deiner weisen, )v a h r h a f t st a a t s m ä n tt i s ch e u Politik z u verdanken haben. Es ist mir gleichzeitig eine große Weil u n i ii n ng, wen n Du c r tvä hn u . da i t ch jetzt Erreichten habe beitragen können. Der allmächtige Gk>tt erhalte Dich in Gnaden noch lange zum Wohle deS Landes, dessen herrliche Entwickelung ich nach wie 'vor mit herzlicher Freundschaft und Bewunderung' verfolge. Ich freue mich unseres gemeinsamen Zusammenwirkens zum Zwecke des FriedenS. Gez. Wilhelm. Bukarest. Die liebevollen Worte in Deinem so warmen, herzlichen Telegramm erfüllen mich mit Stolz und aufrichtiger Dankbarkeit. Ich schätze mich glücklich, daß durch mein Eingreifen dem langen und blutigen .Kriege ein Ende gemacht und der Frieden auf der Balkanhalbinsel gesichert werden konnte. Möge es uns jetzt gestattet sein, mit Zuversicht in die Zukunft zu blicken und einer längeren Periode der Ruhe entgegenzugehen, damit das Vertrauen in allen >Trciicn des offen Hüben Lebens wiederkehre. Nochmals innigen Dank für Dein warmes Interesse und Deine wirksame Anter! n a b m e nn den letzten fürmein Land s o bedeutungsvollen Ereignissen. Gez. Carol. Eine deutsche AuSzcichuuup. für den rumänischen Ministerpräsidenten. Wie der Reichsanzeiger meldet, hat der Kaiser bem rtv- mänischen Ministerpräsidenten Majorescu das 0>roß^ treuz des Roten Adlcrordens und dein Lberhofmarschall dcS Herzogs von Anhalt Auer v. Herrcnkirchen beit Äro- nenorben 1. Klaffe verliehen. Eine Auszeichnung deS Königs von Griechenland durch den Kaiser. Athen, 10. Aug. (Agence d'Athene.) Der Deutsche Kaiser ernannte den König zu m Generalfeldmarschall. Eine Fanfare deS Königs Konstantin. Üönia XX mstantin richtete einen Tagesbefehl an die Armee und die Flotte, in dem er zunächst von der Unterzeichnung des zvriebend und ber Festsetzung der griechisch-bulgarischen Grenze Mitteilung macht und fortfährt: Ihr seid die Erbauer des neuen Griechenland, bas durch Euer Blut, Eurer Mühe, Kämpf? und Entbehningen groß Line Sammlung von Lonrnodellen Michelangelos. Michelangelo hat in bem Wunsche, die Spuren seiner Arbeit beit Augen der Menschen zu entziehen, fast alle seine Mobello selbst vernichtet; deshalb ist jeder Fund, ber uns einen Blick in die Gelieimnisie seiner Sck.öpferwerkftatt gewährt, von größter Bedeutung, und die schlecküerhaltenen Modelle, die man vor einigen fahren in Floren- entdeckte, erregten allgemeines Aufsehen in ber Kunstwelt. Wer möchte bei dieser ungemeinen Seltenheit erhaltener Michelangeloscher Modelle nun glauben, daß sich bei uns^ in Deutschland und zwar in Dresden, von der^modernen Forschung fast vergessen und wenig beachtet, eine Sammlung aus- gezeichneter Modelle bev Meisters befindet, bte ein wunderbarer Zufall bi5 auf unsere Zeit erhalten bat? Der vorzügliche Bio- orarh Michelangelos, öenr» Thode, ber seine langjährigen, in einem vielbändigen Werk über ben Meister niedergelegten Studien nunmehr zuin Abscküuß bringt, weift in einem Aunatz der von Prof Biermann herauSgegebenen Monatshefte für Kunftwissen- schail nackchrücklich auf diesen kostbaren Schatz hin, der nach seiner Aiisicht die verdiente volle Würdigung noch nickt erhalten hat. Es bandelt sick um die Tonmobelle, die Prof. Ernst Julius SSäfcnel in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts von bem Antiquar Oberstleutnant von Gemmingen in Nürnberg erwarb und bi? er sowie ihm befreundete Künstler, darunter Peter Cornelius, in leidenschaftlicker Bewunderung für die wertvollsten Werke seines bedeutenden Besitzes hielten. Die Stücke stammen, wie bereits §>ähnel richtig erkannte, aus der Sammlung des bekannten Kunst- ffeundeS Paul von Praun 1548—1616 , der in Bologna lebte üstd seit 1576 die Künstschätze sammelte, die bann seit 1616 als das unter feinem Namen berühmte Kunstckabinett zur Zierde Nürnbergs wurden. Da er bei seinen Einkäufen von ben besten Künstlern beraten wurde und febr sorgsam zuwege ging, läßt sich schon aus dem guten Rus dieses ersten Erwerbers ein Schluß auf die Ecktluit der Stücke ziehen, die nicht allzu lange nach dem Tode ihres Schöpfers nock recht wohl im Handel sein konnten. Daß damals Modelle Michelangelos im bvlognenscken Kunsthindel aufniuebten, beweist die Tatsache, baß der ausgezeichnete Bildhauer Alessandro Bittoria 1563 das Modell zum linken Fuß des „Tages" ' in der Mebici-Kapelle erwarb. Da nach bem Tode Paul von Prauns kitte weiteren Erwerbungen für sein Kmtstkabinett gemacA wurden, muffen die Tabelle alle von ihm erworben worden fein. Die Sammlung, wie sie noch heute im Besitze der Nachkommen §>ähnels bewahrt irirb, umfaßt Modelle zu. Statuen ber Medici- Gräber, dann zu andern beTan^tgt Statuen des Weisters, Studien nach der Antike ober von antikisierendem Charakter und andere nidu näher zu bestimmende Entwürfe. Diese „verschiedenen Modelle" von Teilen des menschlichen Körpers, die von Murr in seiner Beschreibung des Praunschett Kabinetts verzeichnet, müssen mit wenigen Ausnabnren alle von ber gleichen Hand her rühr en. 'Tafur sind nach Thode übereinstimmende Eigentümlichkeiten der Tccknik beweisend, nack denen sich die Arbeiten in zwei Gruppen einteilen lassen: erstens in Modelle, die unmittelbar geformt und gebrannt nrorben sind und zweitens in solche, die, wie dies auch in der Renaissance vorkommt, sorgfältig nadmtobcllierte Ausdrücke aus einer echten Form sind Die vielfach im Rücken angebrachten Oeffnungen hatten ben Zweck, Veränderungen bei dem den Ton zusammenziehenden Brennen zu verhindern. Die dem Ton gegebene Färbung ist verschieden, bald Heller, braungdb, bald dunkler, bräunlich. In dem Sichdeschränken auf Ein^lheiten des Körpers, in dem peinlich genauen Durchfuhren der kleinen Modelle offenbart sich nun eine besondere Eigentümlichkeit des Formenstudiums Michelangelos, wie durch viele feiner Zeichnungen, deren manche direkt nach solchen Modellen angefertigt fein muffen, erwiesen wird. Ja, die Besonderheit solcher Zeichnungen, die erst durch diese Modelle recht erklärt wird, muß als ein starker Beweis für deren EcAheit gelten. Als eine Vermutung, die ebenfalls für die Echtheit sprechen könnte, führt Thode dann noch einen kleinen Papierzettel an, der unlängst bei dem Bruch eines der Modelle in seinem inneren Lwhlraum gefunden wurde und augenscheinlich eine Preisangabe enthält. Die Buchstaben haben eine überraschende Aehnlichkeit mit der Schreibweise Michelangelos, und man würbe sie, wenn sie sich auf einer Zeichnung des Meisters fänden, ohne weiteres für Züge seiner Handschrift erklären. Aber bet wichtigste Beweis für die Echtheit liegt bem Verfasser in dem ganz einzigen, wunderbar lebeningen Charter, ber unvergleiÄichen Kenntnis des Körpers, in der Intensität ber Anschauung, ber Macht des Formgefühls und ber Meisterschaft ber Behandlung, die di.'s? Modelle in jeder Linie verraten. „Man emtfinbet ben ourck jeden leisesten Druck den Ton beseelenden Finger des Schöpfers mit jener Erregung und jenem Entzücken, die nur durch das Micerteben des Schaffens eines grvß'en .Künstlers erweckt werden." Die Großartigkeit von Michelangelos Schaffen, die sorgsamste Vorarbeit für feine Wecke, von bei Safari und Cellini berichten, wird erst durch diese Modelle in .Helles Licht gerückt und erweckt eine Bewunderung, für die der Betrachter nur schwer Worte finden kann. — Das internationale astronomische Rechen- inftitut i n Fra nkfurt a. M. Ten langen Bemühungen des Direktors der Frankfurter Sternwarte, Prof. Tr. Brendel, ist es jetzt gelungen, in bem Physikalischen Verein ein Institut für theoretisch-astronomische Forschung unter bem .ünratorium der Stadt, der Akademie für Handels und Sozial- wisfensckraften, der Spenerstiftung und dem Physikalischen Verein ins Leben zu rufen. Die Anstalt, die eine sehr wichtige Bereicherung in der Kette der Franffuner wissenschaftlichen Institute darstellt, soll in erster Linie die Kenntnis der Bahnen der Planetoiden fördern, ein Arbeitsfeld, zu dem erst Pros. Brendel neue Wege wies uno neue Berechnungsmethoden aufstellte. Für die finanzielle Sicherstellung hat die Speyersche Studienstiftung erhebliche Mittel beigesteuert, ebenso hoben bereits ausländische Stemwatten, wie die Pariser, Brüsseler, Bukarester und Petersburger, ihre Mit- wickung durch Entsendung von üdilsskräften bezeugt. Gleichfalls stellte die Gesellschaft der Wiffenschaflen zu Göttingen bic Mittel für die Anstellung weiterer Lehrkräfte zur Verfügung, und schließlich hat die Asttwnomische Gesellschaft, die kürzlich in Hamburg tagte, ihre Mitwirkung in jeder Weise zugesagt. h. Eine römische Heerstraße bei Sindlingen. Bei Kanali sattonsarbeiten in der Mainzer Laudstraste wurden die Reste einer alten, einst den Ort durchziehenden Heerstraße freigelegt. _Meistens sind es mächtige, noch feit ancinanbergefügte O.u aber steine, die nur unter erheblicher M uhe ausgehoben werden können. Vermutlich hat man es mtt.ben Fundamenten einer Straße aus,der augusteischen oder slavuchm Zeit zu tun, die im nahen Höchst, das von den Römern vefeittgt war, ihren Ausgang nahm und über Sindlingen, C friftel uiro. am Main abwärts führte. — Gräberfunde in Italien. Heber mehrere tmAigc Gräberfunde in Italien wird im Cicerone berichtet. Bet Cht ust entdeckte man eint in die L a n g o b a r d e n; e t k zuruckrcta'ende Gräbecktätte, aus der bisher fünf Skelette, bar unter £>aeklage tief, daß viele Waffengefährten meine Worte nicht hören, aber ihr Blut wurde nicht unnütz vergossen, ihr Andenken wird unvergänglich lern. 'Euch Lebenden drücke ich meine Bewunderung und meinen Stolz au§, ian der Spitze einer solchen Armee und Flotte zu stehen, '^ven Teilnehntern an den beiden Kriegen sollen DenknninzM. verliehen werden, aber darüber hinaus bin ich gewiß, daß in dem Herzen jedes Einzelnen das Gefühl lebt, er habe Griechenland groß gemacht. Doch unser Werk ist nickt .vollendet. Griechenland muß stark, sehr stark werden. Ich werde ohne Unterlaß auf dieses Ziel hinarbciten. Die von Euch unter den Fahnen bleiben, werden mir dabei treu wie auf dem Schlachtfelde helfen, und ihr, die ihr voll Stolz und mit Triumph an den häuslichen Herd zurückkehrt, bewahret und gebt weiter den unverrückbaren Entschluß, Griechenland militärisch sehr stark zu machen zur Achtung für seine Freunde und Mr Furcht für seine Feinde. Die letzte Sitzung der Konferenz. Bukarests. Aua. Die Fr i e d ens k0 n f erenz hielt heute vormittag ihre Sitzung ab. Ristitsch verlas die Er- klärung, Serbien behalte sich das Recht vor, die Prüfung der Entschädigung dem Haager Schiedsgericht zu unterbreiten. Die gleiche Erklärung gab Venizelosab. Die Konferenz fuhr oann in der Beratung der Artikel des Friedensvertrages fort. Artikel 5, betreffend Demobilisierung, wurde angenommen. Der letzte Artikel 6 handelt von der Räumung des bulgarischen Gebiets durch die Heere. Die Räumung findet erst nach der bulgarischen Demobilisierung statt. Tontschew verlas eine Erklärung, die besagt, daß Bulgarien gewünscht hätte, daß die Teilung des Gebiets nach dem Nationalitätsprinzip erfolgte. Trotzdem nehme Bulgarien das Uebereinkommen auf der Grundlage der tatsächlichen Lage an in der Hoffnung, daß sich die Mächte für das Schicksal Bulgariens mit Rücksicht auf die von diesem gebrachten Opfer interessieren würden. P 0 l i t i s erklärte, Griechenland unterzeichne den Vertrag in der Heberzeugung, daß er auf dem gerechten Gleichgewicht gegründet ist und nicht auf der tatsächlichen Lage. Sp a la i- kow its ch führte aus, der Vertrag sei ein Werk der Gerechtigkeit; er glaube der Dolmetscher der einmütigen Gefühle der Konferenz zu sein, wenn er hervorhebe, daß'die abgegebenen Erklärungen den Wert des abgeschlossenen Friedens, der die Grundlage des endgültigen Friedens sei, nicht verringerten und äbschwächten. Sodann wurde die Sitzung aufgehoben. Die Unterzeichnung des Friedensvertrages findet morgen früh 9 Uhr statt. Daran schließt sich ein seier- Äches Tedeum in der Kathedrale. Bukarest, 10. Aug. „Agcnce Roumaine". Heute vormittag 101/2 Uhr wurde in der Schlußsitzung der Friedenskonferenz der Friedensvertrag unterzeichnet. Geschützdonner und Glockengeläut begleiteten den Akt. Die Stadt ist beflaggt. Ansprache bei einem Festessen in Bukarest. Bukarest, 10. Aug. Der Ministerpräsident und ! Syrau Major esc u gäben im Ministerium des Aeußern ein Gala- dincr zu Ehren der Delegierten der Friedenskonferenz. Auch die rumänischen Minister und ihre Gemahlinnen waren geladen. Ministerpräsident Majorescu brachte einen ! Trinkspruch aus, in dem er u. a. sagte: Die Uebereinstimmung, die in so kurzer Zeit erzielt wurde, und die Einheit der Gesichtspunkte, die bei dieser Gelegenheit festgestellt werden konnte, kennzeichnen eine neue große Macht in 'Europa. Dieses Ergebnis ist erreicht worden ebenso durch die unermüdliche Arbeit, wie durch den Geist der Versöhnlichkeit, von dem die Mitglieder der Konferenz Beweise gaben. Wir erheben unsere Gläser auf die Gesundheit unserer erhabenen Mitarbeiter am qroßen Friedenswerke. Ministerpräsident P aschitsch antwortete, die.Mitglieder der Friedenskonferenz können Rumänien und seinem erhabenen Herrscher nicht besser huldigen, als dadurch, daß sie den Balkanvölkern für die Zukunft die Wohltaten des Friedens sicherten. Die erste Psticht der Friedensdelegierten sei, der gastlichen Hauptstadt Rumäniens, vor allem der erhabenen Person des Königs Carol, dessen hohe Tugend, Weisheit und Rechtlichkeit Rumänien Au einer Höhe von Kultur und Macht erhoben hätten, die es Mm ersten Faktor in der Politik Südost- europas machten, den aufrichtigen, tiefen Dank ausMsprechen. Der König von Rumänien erwarb sich unvergänglichen Anspruch aus die Dankbarkeit der Balkanvölker durch seine hochherzige Teilnahme am Werke chrer Befreiung und durch seine außerordentlich wirksame Tätigkeit zu Gun st en des Gleichgewichts auf dem Balkan, wodurch er für die Wohlfahrt dieses Teiles Europas neue Grundlagen geschaffen habe. Paschitsch dankte sodann auch Majo- rescn und den andern rumänischen Staatsmännern und schloß: Ich wünsche, daß Rumänien stets an der Spitze der Nationen bleibt, die wir vertreten, und ihnen den Weg der Ordnung, des Friedens und des Fortschrittes zeigt. Ich erhebe mein Glas auf die Gesundheit und den Ruhm Seiner Königlichen Majestät, auf sein erhabenes Haus, die königliche Regierung und auf die Größe des schönen Rumänenlandes. Das Verhalten der Türkei. Die „Deutsche Tageszeitung" meldet aus Paris: Der „Petit Parisien" meldet, daß der türkische Botschafter bei dem Minister des Aeußern erschien, um diesem im Auftrage seiner Regierung zu erklären, daßdiePforteauf keinen Fall Adrianopel wieder Herausgeber werde, selbst nicht um den Preis weitgehender wirtschaftlicher und territorialer Zugeständnisse. Da das genannte Blatt bekanntlich sehr gute Beziehungen zum Quay d'Orsay hat, wird seine Information schon stimmen. Die „Berliner Morgenpost" meldet ferner aus Paris: Nach einer Depesche aus Konstantinopel ist die türkische Armee in Thrazien durch fortwährenden Zuzug von Truppen aus Kleinasien auf die Stärke von 400 000 Mann gebracht worden. Die Jungtürken und ihre Organe erklären, die Türkei sei jetzt in der Lage, den Besitz Adrianopels gegen alle Angriffe zu verteidigen. Der Kaifer in Rostock und Lübeck. Rostock, 10. Aug. Der Kaiser und das Gefolge trafen zum 125jährigen Jubiläum des Großh. mecklenburgischen Füsilier-Reaiments Nr. 90 „Kaiser Wilhelm" um 11 Uhr auf dem Bahnhof ein. Am Bahnhof wurde er u. a. empfangen vom Herzog Paul Friedrich und dem Prinzen Heinrich der Niederlande, welcher ä la suite des jubilierenden Regiments steht, und dem Großfürsten Georg Michaeliowitsch und Umgebungen mit Gefolge. Um 11 Uhr trafen die Großherzogin, die Großherzogin-Mutter Anastasia, die Kronprinzessin mit ihren beiden ältesten Söhnen sowie die Herzogin Marie Antoinette ein. Nach der Vorstellung der beiderseitigen Gefolge begann der Gottesdienst, der mit dem Niedev- ländischen Dankgebet schloß. Sodann hielt der Großherzog an den Kaiser eine Ansprache, in der er für den Besuch des Kaisers dankte. Der Kaiser erwiderte mit kurz-en Worten des Dankes für den warmen und herzlick)en Empfang, drückte seine Freude darüber aus, an der Spitze des Regi- nrents Nr. 90 die Stelle des Chefs innezuhaben und brachte ein Hurra auf den Großherzog aus. Dann wurden die Auszeichnungen bekanntgegeben. Zum Bau der neuen Offiziersmesse schenkte die Stadt Rostock 10 000 Mk. Nach Ueberreichung der Ehrengeschenke /fand ein Festessen statt, im Anschluß daran die Aufführung eines von oem Hauptmann der Reserve Schniidtgen verfaßten Festspieles, das in der Vorführung lebender Bilder aus der Regiments geschieh te bestand. Den Schluß des Abends bildete ein Zapfenstreich. 7 Nachdem ein Vorbeimarsch des Regiments und der alten Soldaten erfolgt war, wuroen der Kaiser und der Groß? Herzog vom Bürgermeister im Rathaus empfangen. Hier hatten sich der Rat und die Bürgervertretung versammelt. Geheimer Kommerzienrat Bürgermeister Clement hielt eine Ansprache, in der er darauf einging, daß Rostock die Regierung des Kaisers zu seinem Aufschwung habe ausnutzen, Handel und Wandel fördern und die Einwohnerzahl habe verdoppeln können. Der Kaiser erwiderte: „Ich bitte die Herren, meinen herzlichen Dank entgegenzunehmen für die freundliche Be- grü feurig in dem alten, ehrwürdigen Rathaus. Dem Großherzog bin ich sehr zu Dank verpflichtet für die gnädige Einladung zum heutigen Tage, die es mir vergönnt, in den Mauern Rostocks zu weilen. Ich freue mich der^ guten alten Beziehungen, die meine Füsiliere mit der Stadt immer gehabt haben, und hoffe, daß diese auch künftig erhalten bleiben. Ich bin von hoher Freude erfüllt und dankbar bewegt über den freundschaftlichen rauschenden Empfang, den mir die Bürgerschaft beiderlei Geschlechts hat zuteil werden lassen. Ich hoffe, bafe, es der Stadt Rostock vergönnt sein wird, sich fernerhin in friedlichen Zeiten weiter zu entwickeln und freue mich, der Geschichte und der Bedeutung der Stadt Rostock dadurch habe Ausdruck geben zu können, daß ich ihren Namen neben anderen Namen großer deutscher Städte in meiner kaiserlichen Marine verewigt habe. Möge Handel und Wandel der Stadt weiter gedeihen und blühen unter Gottes Hand. Der Kaiser besichtigte noch die Marienkirche und trat eine Rundfahrt durch die Stadt an, die ihn zur Universität führte. Bei der Universität wurde der Kaiser empfangen von dem Vizekanzler Wirkt. Geh. Legationsrat Dr. von Buchka, dem Rektor Prof. Dr. Koerner und den Dekanen. In der Aula hatte der Lehrkörper Aufstellung genommen sowie die Chargierten der studentischen Verbindungen in^Wichs mit Fahnen und gezogenen Schlägern. Der Kaisers der in Begleitung des Großherzogs erschien, wurde vom Rektor mit einer Ansprache empfangen, puf die der Kaiser erwiderte: Eine Kaiserrede. „Ach bitte Sie, meinen herzlichsten Dank entgegenzunehmen für die freundliche Begrüßung seitens des Herrn Rektors und der Herren Professoren und Studenten. Ich freue mich außerordentlich, meinen Fuß in die Aula dieser ehrwürdigen Universität habe setzen zu können, deren Geschichte Sie eben so vortrefflich skizziert haben. Wir haben gerade jetzt 10 0 Jahre hinter uns, seit der Zeit, wo die Wiedergeburt und Wiedergenesung des Volkes Preußens und des Sen deutschen Volkes einsetzte, das den Fuß des korsischen erers von seinem diacken äbschüttelte. Bei der aufblühenden Begeisterung, die damals das ganze Volk ergriff, war die st u d e n t i s ch e Jugend in e r st e r Reihe, und ich hoffe, daß dieser Geist auch noch heute lebendig ist. Wenn wir an jene Zeit zurückdenken, so treten vor allem zwei Bilder vor unsere Augen: das.große Bild des Feldmarschalls, dessen Standbild hier vor der Universität steht und das Bild der Königin Luise. Warum? Ich glaube, der Grund ist der, weil beide, die hochselige Königin und mecklenburgische Prinzessin, und der Feldmarschall Gebhard Leberecht v. Blücher, die einzigen waren, die damals, als unser Vaterland zusammenbrach, unter der Uebermacht der Korsen, nie daran gezweifelt haben, daß er zu Fall zu bringen fei. Die Königin ist. mit der Hoffnung gestorben, der Feldmarschall hat die Hoffnung in die Wirklichkeit übersetzt. Wir wissen, daß er der Träger und die Seele der Bewegung war, daß er immer von dem einen Gedanken beseelt war, den Korsen niederzuwerfen, der ^Deutschland so gedemütigt hatte. Diese Bilder möge unsere Jugend immer vor Augen haben, und wenn, sie sich auch in die klaren Gewässer der Wissenschaft vertieft, so soll sie doch auch den Blickauf die Gegenwart richten können. Rostock liegt nicht weit von der See, und der Blick über das Wasser auf die allgemeine Weltgeschichte schärft unser Auge für die Aufgaben der Gegenwart. Das mögen die Herren den jungen Studenten zu Gemüte führen. Wir brauchen Männer für unsere Zeit und dazu möge Gott seinen Segen geben." Der Kaiser besichtigte darauf nach der Vorstellung der Professoren die Urkunden und das alte Szepter der Universität. Darauf folgte das Frühstück im großherzoglichen Palais. ;Um 3.30 Uhr erfolgte die Abreise des Kaisers. Lübeck, 10. Aug. Der Kaiser traf um 5 Uhr 37 Min. hier ein und wurde namens der Stadt von Bürgermeister Dr. Eschenburg, den Senatoren und Regierungsrat Dr. Geise empfangen. Sodann fuhr der Kaiser in Begleitung des Bürgermeisters nach der Marienkirche. Dort fand eine musikalische Aufführung statt, die durch ein Präludium eingeleitet wurde. Bon der Marienkirche aus begab sich der Kaiser mit Begleitung zu Fuß nach dem Rathaus. Dort hatten sich im Audienzsaal eingefunden: mit dem Bürgermeister die Mitglieder des Senats und die Wortführer der Bürgerschaft, des Bürgerausschusses, Vertreter des Offizierkorps und andere. Aus Hessen. Die Wirkung des Gemeindesteuergesetzes. rm. Darmstadt, 10. Aug. Der Abg. Dr. Osann hat bei der Zweiten Kammer über die Wirkung des Gemeinde- steuergesetzes einen Antrag eingereicht, nach welchem die Großh. Regierung ersucht werden soll, über die bet der ersten Veranlagung oes Gemeindesteuergesetzes hervorgetretenen Mißstände, Beschwerden und Klagen der Kammer umgehende Mitteilung zu machen. Deutsches Reich. Die Zahl der Straferlasse beim Jubiläum des Kaisers. Tie „Nordd. Allgem.' Ztg." schreibt: Die Amnestie vom 16. Juni anläßlich des Regierunasjubiläums ist nunmehr im wesentlichen durchgeführt worben. Die Zahl der Straferlasse beläuft sich auf ungefähr 2 4 00 0. Deutsches Reich. Zu der £111160iller Affäre. Der zu einer mehrwöchentlichen Hebung znm Pionierbataillon Nr 14 in Kehl einberufene in der Nähe von Straßburg beheimateten Landwehrmann Schneider, der zuletzt in Lunüvillö alls Schlosser gearbeitet bat und dem laut einer telegr. Nachricht feiner dort zurückgebliebenen Fran zwei Arbeitskollegen in seiner Abwesenheit seine Möbel demoliert haben, nachdem sie in die Wohnung ciu- gedrnngen waren, ift znr Ordnung seiner Angelegenheit drei Tage vor 91 bl auf seiner Hebung ans dem Militärdienst entlassen worden und sofort nach Lunöville nbgereift, nm Frau und Kind zu holen. Er hat bereits in einem badischen Wert so'ort wieder Stellung gefunden. Ob französischer Chauvinismus bet der Sache beteiligt war, ist noch nicht feftgestellt. Ausland« Heber neue Marinevorlagen -in Frankreich führt der „Matin" aus: Der französische Marineminister wird demnächst der Kammer zwei neue .Vorlagen unterbreiten. Die erste verlangt, daß am 1. Januar 1915 ein fünfter Heberdreadnou^ht von der Normandie-Klasse auf Kiel gelegt werden soll. Er toll 25 000 Tonnen Wasserverdrängung haben, und mit 12 340 Millimeter-Geschützen armiert werden, nebst der dazu gehörigen Artillerie selbstverständlich. Die französische Marineoerwaltung wird demzufolge im Januar 1915 nicht weniger als 10 Dreadnoughts im Bau haben. Gleichzeitig wird die Kiellegung eines Aufklärungsgeschwaders verlangt, das nach dem jetzigen Programm erst für 1919 vorgesehen war. Jedes Schiff dieses Geschwaders wird 6000 Tonnen Wasserverdrängung haben. Die zweite Vorlage enthält die Forderung nach einem Ausbau pes Kriegshafens Lori e n t, wofür ein Kredit von 65 Millionen Franken gefordert werden soll, ferner die Einrichtung von Flugzentren in Byzertas, Tunis und bei Marseille für je drei Luftschine starren Systems von großen Dimensionen nach dem Vorbilde der Zeppeline. Hus Stadt und Land. Gießen, 11. August 1913. Etienne Laspeyres. Wirkt. Geh. Rat Prof. Dr. Adolf Wagner, den wir gebeten hatten, uns einiges über seinen verstorbenen Fach- töllegen Laspeyres mitzuteilen, ist unserer Bitte nachgekommen und hat uns folgende schöne Nachschrift zum Abdruck übersandt: Der am 4. August im Alter von bald 79 Jahren verstorbene Nationalökonom und Statistiker war bereits 1901 aus seiner Gießjener Professur in den Ruhestand getreten. In unseren jüngeren Jahren waren wir, in fast gleichem Alter stehend, vielfach in persönlichett und s ach wissen schaft- lichen Bestrebungen verbunden gewesen. Wir haben beide zeitweise in Livland gelebt, wo Laspeyres in Dorpat mein Nachfolger in der statistischen Profffsur gewesen war (1869). Später vertauschten wir beide Livland Mit Baden. Auf Reisen, Kongressen u. dergl. haben torr uns noch einigemal gesehen, so 1867 wochenlang in Paris auf der WettauA- stellung häufig zusammen verkehrt, späten, 1887, auf dem internationalen statistischen Kongreß in Rom. Ich sah ihn dann noch einmal "vor längeren Jahren in Gießien, leiberr- seitdem nicht mehr. Ich habe ihn als ausgezeichneten Privatstatistiker und Nationalökonomen hochgeschätzt. Unsere wirtschaftspolitischen Richtungen hatten sich wohl verschieden entwickelt, aber das hat auf unsere persönlichen Beziehungen nicht störend eingewirkt. Der jetzigen jüngeren Generation ist Laspeyres wohl fremder geworden. Ich habe ihn in lebhafter Erinnerung, wie früh er sich zu einer anerkannten Stellung in der Wissenschaft erhoben hat. Mit seiner noch'heute wertvollen Preisschrift der Jablonowskischen Gesellschaft in Leipzig hatte er eine von W. Roscher gestellte Preisfrage nach deffen maßgebendem Urteil vortrefflich gelöst. Er wurde, wohl auf Roschers Empfehlung, schon früh) 1863 oder 1864, Ordinarius für Nationalökonomie in Basel. Bald begann er die Bearbeitung seines Hauptgebietes, die Preisstatistik, der statistischen Untersuchung des Geldwertes, namentlich der lÄnwirkung der Goldvermehrung, die seit 1848—50 eine so große Bedeutung für die moderne Welt gewonnen hat. Auch statistischmethodologische Forschungen knüpften sich an, die zwischen ihm und Drobisch zu Diskussionen führten. Später kam Laspeyres zu werrvoUen, streng exakt und minutiös genau durchgeführten Untersuchungen über den Einfluß gewisser indirekter Steuern auf die Preise der Steuerobjette. Seine Arbeiten über den Einfluß der preußischen Mahl- und Schlachtsteuer und deren Aufhebung auf die Preisbildung gehören zu den eindringlichsten und speziellsten bezüglichen Untersuchungen. Preisstatistik und Preistheorie blieben lange, fast fein ganzes Leben hindurch, das Hauptarbeitsgebiet von Laspeyres. Vielfach spröde Objekte, aber in deren Behandlung Laspeyres einer der ersten Namen wurde und bleiben wird. Auch manche gute zusammensassende und systematisierende Aufsätze und kleinere Aufsätze rührten in seinen jüngeren Jahren von Laspeyres her. Mir ist noch heute eine gute Erinnerung z. B. unon; Klavier- in Bu/b empfiehlt [6751 E. Dort, Walltorstr. 45.1 Alh). Deotscb. Fra&esverem OrtSgriwve Gieren. Auskunftftelle für zrcmenberuse. Machen Sie einen Versuch mit unseren Qualitätskaffees zu Mk. L40, 1.50, 1.60, L70, L80 dBDlsche o. IranzösiscliB sowie Kognak - Versehnilte Bekannte Spezialität per Literflasche Mk. 2.25 Kaffee bis 20 Ptg. per Pfand billiger und Auskunft für oUe Berufe im allen Rathaus, Markwlav 14, Dienstag nachmittags von 6Vi bis 7*/, Uhr. D*/: Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetterausnckten in Lessen für Dienstaa, den IL August IS,3: Wechselnd bewölkt, mein trocken, etwas warmer, wcslliche Winde. Wilh. Rudolph Großh. Hess. Hoflieferant Seltersw.M. Fernspr.Stß Gänse Enten 1913er Frühbrut, ausgewachs. febemod, unt Gar. leb. Ank.: lOschöne Gänie 32^, 10 Miet.« Gänse 36^, 12 sch- Emen21^ liefert S- Streusand, Mv.S- lowitzO.-S. 105. lbv«/. Stimmen Reparieren Polieren tadellos. Ausführung. floileSbienfle in den Rirdjen erfolgte heute früh von 10 Uhr ab in den brenen Straßen des SüdviertelS die jahrgang- und fompagnie« weife Ausstellung zum BataillonSavvell und zur Parade. ES waren - nahe an 5000 Mann, unter ihnen etwa 450 Kriegsteilnehmer und . Angehörige deS StammtrupventeilS, des Kurfürstlich hessischen Jäger-, des Kurfürstlich hessischen Schützen- und des Herzoglich nassauischen Iaqerbataillons. die nachher in Gemeinschaft des aktiven Bataillon» auf dem von vielen Tausenben umsäumten Kampfrasen sich aufstellten. Der Kommandeur der Jäger, Oberstleutnant von Buttlar, gedachte bann m längeren Ausführungen ber gtanzvollenGeschichte der hessischen Jäger in früheren Jahrhunderten, der Gründung de» Bataillons in 1813, der Mitwirkung im Befreiungskämpfe und zuletzt der rühm- vollen Anteilnahme der kurhessischen Jäger lb'0'71, und endete nut einem Hurra auf Kaiser Wilhelm und die Königin von stauen. (Generalmajor Lontag verlas bann folgende« kaiserl. Telegramm: .Am heutigen Gedenktag der Errichtung des ehemaligen kurfürstlich hessischen Jäger- und Schützenbataillons nehme ich gern Veranlassung, dem Bataillon mit meinen Glückwünschen die zuversichtliche Erwartung auSzusprechen, daß die kurhesüschen $äger es den alten (Generationen, zumal der des letzten Feldzug», ltet« gleich zu tun bestrebt sein werben. Cwmemünde, den 10. Ang. 1913. Wilhelm. Ebenso verlas er auch ein Glückwunsch-Telegramm der Romani non Italien und teilte eine Anzahl Ordensauszeichnungeu mit Etwa 180 Angehönge beS Stammtrupventeil» erhielten bie von, Kaiser gestiftete 'DlcbaiUe. Ter älteste Veteran war der 88 Jahre alle, jetzt in Marburg wohnende Jäger Heinrich Kratz auS "angeii- stein, der 1846 cintrat und den badischen Feldzug mitmacbte. Jlacö Beendigung der Parade fand m der O'sizier»spe,'enanstalt die Ueberreidping von Ehrengaben statt. Auf dem .restplage fdilon sich dann ein Tlahl au, an bem etwa 4000 ehemalige Jager teit- nahrnen, während bie aktiven Mannschaften in der Ererz,erhalle aefoeift wurden. Abend» fand eine Beleuchtung beS Schlosses, de-.> Kaiser-W,lhelmSturm und ber Ofifeile der Stadt statt. Für morgen! ,sl ein große» Preisschießen auf den Militär- und den ^araer- schießsländen in Aussicht Genommen. Trotz beS veränderlichen Wetter» herrschte beule in Marburg em riesiger Fremdenandrang <ßerid?t»faaL 1 AlSfeld, 10. August. MeuschlinqS überfallen und schwer mißhandelt hatten drei polnische Arbeiter ihren Arbeitsgeber, dem Unternehmer Thiemann am Babnbau nach Nieder-Aula. TaS Schöffengericht verurteilte sie zu Gefängnisstrafen von 10 Wochen biß 4 Monaten. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. B. wurde heute bezüglich des Spar- und Vorschußvereins, Aktiengesellschaft zu Großen-Linden eingetragen: Der seitherige Kontrolleur Anton Ohly zu Großen-Linden ist aus dem Vorstand ausgeschieden und an dessen Stelle Heinrich Weiß I. zu Großen-Linden zum Kontrolleur gewählt worden. Gießen, den 8. August 1913. Großherzoglüyes Amtsgericht. h. Kalkst eim i. T., 10. Aug. Bei der Restbocktnrsch wurde der Jäger Seebold von seinem Iagdfreundc Bender pngeschossen. Tie Verletzungen sind unbedeutender A lle Magen- u. Tatmletbenbe, Zuckerkranke, Blutarme ufw. effen, um zu gefunben, baß echte IW Slmonsbrot, "MR verseh, m. Strcifbanb u. schwarz-weiß- roter Schutzmarke. Stet« echt u. frisch au hab. in Gieße» bei Pari Sckwaab, Eberhard Metzger Nacks., Georg Wallenfels, Marktvl- nur 21, gegenüber b-Engelavotbeke, Emil Fiickback. waren. , , Landkreis Giehen. k. Grünberg, 10. Aug. Ein schwerer Einbruch wurde in Beltershain verübt. Am Dienstag brftelten dort zwei gut gekleidete junge Leute, die ziemlich frech auf° traten und' sich' aus dem Heuboden des Landwirts Karl Petrn zwei Tage eingerichtet halten, ohne daß man etroaS mertte. Bom Heuboden aus drückten sie cm Gesach nach dem Speicher des Wohnhauses ein und gelangten so mS V^uS. ^hrere große Zervalatwürste und Speck, neue Stiefel und Kleidungsstücke waren verschwunden, aber auch etwa 300 Mark tn bar und für über 1000 Mark Wertpapiere gestohlen. In den Kleiderschränken waren alle Taschen umgewendet, ia sogar den beiden Dienstmädchen hatten die Gauner ihre Pfennige entwendet. Kreis Alsfeld. h Groß-Felda, 10. Aug. Bei den diesjährigen Gemeinderatswahlen hatten die Wähler eine noch nie baaetpefenc Auswahl von Kandidaten — 29 Stück. Fast jeder vierte Wähler ein Kandidat. Man war aber vernünftig nenn« und wählte zwei auSscheidende Räte wieder, nämlich ft. Schneider mit 92 und K. AlthauS mit 72 Stimmen. Neu gewählt wurde K. E. Neeb mit 73 Stimmen. Die Neuordnung aufdem Balkan. -/ Köln 11 Aug AuS bulgarischen diplomatischen Kreisen erfährt der Sofiaer Mitarbeiter der „Köln. Ztg.",. dan nach Unterzeichnung des Friedens Paschitsch und Veniielos m Belgrad zusammenkommen, um über dienen eie r bi sck - si riech 11 d)c renze zu verhandeln. Das bulgarnche Kriegsministenum arbeitet an den Plänen einer allmählichen, Demobilmerung Zunächst sollen die alten in ber Umgebung Sofias 11elienden Auiaebote entlassen werden Tic rumänischen Abteilungen Liehen sich zurück Die bulgarische Regierung erhält die Vernckcrung, Nxft aufcr bem Trcibunb (?) auch England die Nachprumng des Vertrages verlange. , Emmerieber Waren - Expedition Gießen, Seltersweg 59 Hotel^Prinz Carl Alsfeld, Butzbach, Darmstadt, Frankfurt a. M. etc. Niederlage in Lieh bei Herrn Christ Keller. Dir Teilnahme an diesem .uurius ui gegen vorherige Anmeldung auch für Nichimitglieder kostenlos. •• Dec Ruderklub yasfia bat auf der gestrigen 94, Regatta des süddeutschen Ruder - DerbanbeS in Main' wieder recht schöne Erfolge zu verzeichnen. Im BearüßungS-Vierer um den Wanderpreis der Stadt Mainz siegte die Dassia mit ihrer Alt-Mannschaft /L Uhr ab frischen Zwiebelküchen bei Bäckermeister Lckomber, Walltorstr. öl (“** 92atUh. Königstein i. T., 10. Aug. Vielfachen Wünschen folgend hat die Bahnverwaltung jetzt Fahrkarten vierter Klasse für die Strecke nach Frankfurt und zurück eingeführt. h. Vom Feldberg, 10. Aug. Die Einweihung des Feldberg-Observatoriums wird am 19. August slattsindcn. Kreis Friedberg. = Friedberg, 10. Aug. Ter neue Bahnhof, hoffen Einrichtungen wir in einer unserer letzten Nummern ausführlich geschildert haben, ist heute nacht um 12 Uhr dem Betrieb übergeben worden. . d. Butzbach, 10. Aug. Die zuständigen Ministerien haben nunmehr den Verträgen der Eisenbahngesellschaft Lenz & (So. in Berlin mit den beteiligten Gemeinden über die Sanierung der Butzbach—Licher Eisenbahn ihre endgiltige Zustimmung gegeben. Starkenburg und Rheinhessen. --Darmstadt, 11. Aug. Der 48 Jahre alte Gen- barmerieroarfitmeifter O. Feith tötete heute ftüh seinen 16 jährigen Sohn durch Revolverschüsie in den Kops und verletzte sich dann selbst lebensgefährlich durch einen Schuß in die Schläfe. Hessen-Nassau. Die Hundertjahrfeier der Marburger Jäger. n Marburg, 10. Aug. Tlarburg hat sich aus Anlaß der Feier des huuderlsährigen Bcstebenö feine» Iäyerbata.llons Nr. 11 (Königin Margberiia von Italien) in fein schönneS Festkleid gehüllt. Unter Porautiitt der hiesigen unb Bückeburger Jägerkapelle hielten die chemaluien Jäger ihren Einzug. Ein großer Teil der alten Jager, bie im Laufe deS Nachmittag» unb des Abend» emtrafen, hatten ihre fiamilien mitaebtarfjt. Auch der 3»lvettor btt 3äqev unb Schützen, (Generalmajor Contag ai«» V°rlm, der den Katfei vertritt sowie ber mit der Vertretung bc» Che'S des Iagerbataillons, her Königin Mutter Margherita von Italien, betraute Militär- anachee bet der ital.en.sche>i Botschaft m Berlin Lberst Calderar, trafen hier ein. Gebende Bilder ^cnen auS der Geschichte des -iäaerbata.llons darstellend, und sonstige Vorfuhrmigen der Mann- schasteil bc-5 atvr.cn Bataillons verschönten den Abend. Im An- fchliist an em große» Wecken der beiden Kapellen und die »jeft- Trinker-Fürsorgestelle :: für Stabt unb Landkreis Gießen. :: Gießen, «sterweg 9, unterer Stock. — Sprechstunde: jeden Dienstag 6Vi—8 Uhr abends. — Unentgeltliche ärztliche Untersuchung vonAlkobolkranken, Glat unb Beistand für sie unb ibrc Angehörigen, auch hinsichtlich ber Heilung. Auch fchrifttiche Anfragen werben von der Trinker- furforgeiielle beantwortet. v » Nieren u-Blasenkranke ftnbcnburch Altbnchhor»- terüarkHprndelNlark- «»«IlerafchErleich'erungu. Hilfe. Die Nierenarbeit wird wohltuenb erleichtert, 'Tanb, Gries, Steine aufgelöst unb fortgefpült, bie Harnsäure gebunden unb Lchmerzen, Drücken, Brennen schnell behoben. Bonzahlr-Brosefforen u. Aerzien glänAcnb begutachtet. rf L fiö u. stüPf. L b. Unt- versttiLts-Avotbcke ». aold. Engel, in den Drogerien E. Seibel, W. Kilbtnger, A.Noll,LTckaafu.E.Noll lslu/il MKLMMMU Porio. aus36verfch. Vänb. o. der Mifuonsgef. geLgar. un- ausges. P.Müller, Bremen, Pegefacker Ltraste l^2.l - Letzte Hadiricbtctt. Eine Rede des Kaisers in Lübeck. Lübeck 11 Aug. Die Rede des Kaisers bei der Tafel im Bürger sch a ft sf aale lautete: „Ich erlaube Mtr, Euer Magnistzenz Meinen herzlichsten Dank nockimals bewegten Herzens auszusprechen für den schönen Zubeck. Es ist m dieser alten unb ehrwürdigen Handelsstadt ickon mancher deutiche Kaiser gewesen, und Sie haben Mir am heutigen Tage manche alte Erinnerung und llrlunbe gezeigt, Beziehungen der deutschen Kaper und M Reichs zu Lübeck Schutz- und Freibriefe auszustellen, ist nicht mehr Aufgabe t^r deutschen Kaiser der heutigen Zett. Wenn Ich aber tmnmehc bitten darf. Euer Magnifizenz em Andenken Meines Besuches zu übergeben, so bitte Ich, daß Ich zur Erinnerung an den wcnhe- vollen, herrlichen Sonntagsabend ein Kirchensenster fur die Marienkirche stiften darf, um Meinen Dank der Bürgerschast und der Stadt gegenüber auszudrucken. Alles, was Ich sonst fühle und denke, das wne^ch zusammen in die Worte: Gott erhalte, schütze und segne dte aste Hansaftadt Lübeck in alle Zukunft! Und möge sie stets des alten Wahl pruck^ gedenken, der in ihrem Ratskeller steht: „Das Fähnlein ist l«cht an die Stange gebunden, aber es kostet viel, ed mit Ehren wieder herunter zu holen." Möge es in Ehren stets über Lübeck wehen. Die Stadt Lübeck Durra, Durra, Durra'." tatachule Bingen a. Rh. Staatsaufsicht. Kostenlos. Steilennachv. Protp.frei. - Neues von Frau Pankburst. London, 10. Aua. Bor dem Whitehallaebaude kam es Wt Mrtrfymittaa zu T urnulten, als nach einer ttunbflcbunp auj dem IrSatlqiarc bie betannte To .»nin g - fti“et fübite, offenfidbilid) mit bet Wut», hort eine Bei- ammtung absuWten. Na» einem schnilen Snn^ganenge mit b ” $ol&i mürbe bie Menge »aftreut. Frnu Pnnkhurst unb 14 andere Personen wurden verhaftet. QUm Unglück auf bem Tegernsee. Tegernsee, 10. Aug. Tie Leiche de» bei ewem Boot», unalück auf bem Tegernsee oerungludten Leipziger Sänger? EturmselS ist heute nachmittag geborgen worden. Belgrad, 11. Aug. Durch 101 Kanonenschüsse wurde gestern der Friede verkündet. Nach Rad- und Fusstouren eine Eramckung besonders Myrrholin - Seife, bet täglicher Benutzung der ___ Eintritt Anna Kalbhenn Gietzener 1897 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Giessen, 9, August 1913 Die Beerdigung findet statt: Dienstag, den d. Mts., nachmittag: 5225 Bahnhofstraße. 5189 52331 Selterswcg 12 Hochelheim, den 11. August 1913 6217 Die Beerdigung ist Mittwoch nachmittag 1 Uhr. welch. mit guten Neuheit Zum 2. Male Neuheit! Hoheit tanzt Walzer den 10. August 1913. [5229 Bachstrabe 56. 15224 tauseuberg 5158 5216] Seltcröwcg 67 5223 Gießen (Ludwigstr. 35), den 10. August 1913. Joseph Stern. 5228 Gießen (Nord-Anlage 13), 11. August 1913. Giessen, MarktgsitataE M Caspar Müller Wilhelm Hosch. Heinrich Kalbhenn, Pfarrer Bertha Kalbhenn. 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Wein, 60 Flaschen Liköre, 3 Ztr. Bonbons, 1 Eisschrank, 1 Kopierpresse, 1 Laden-Einrichtung und verschiedene Möbel. [5218 Born, Gerichtsvollzieher in Gießen. Danksagung. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Anteilnahme bei dem Hinscheiden unserer unvergeßlichen Gattin und Schwester Fra« Marie Müller geb. Hasch sprechenwirhiermitunsereninnigenDankaus Danksagung. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme anläßlich des Ablebens unserer innigstgeliebten, unvergeßlichen Mutter sagt innigsten Dank Im Namen der Hinterbliebenen: Vz4 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofs aus. Gott der Herr rief heute meine liebe Frau, meine liebe Mutter, unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante Hausbursche gesucht Hofbäcker Noll, ______Mäusburg 12. 5143 Die Beerdigung ftndet Mittwoch, den 13. August, nachmittags 4 Uhr in Vallendar statt. — Die Ueberführung nach dort am selben Tage morgens. 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