Kreisblatt für »en Kreis Gietzen A 165. Zahrgang Erstes Blatt Gerichtssaal": K. Neu- Stadt und Die heutige Nummer umfaßt 18 Seiten. Völlü der bisherige Triple-Alliance. Ob abdr nach Abschluß, des spanisch-französischen Marokkovertrages die Rivalilät zwischen 6eiben Ländern ganz verschwunden ist, darf doch dahingestellt bleiben. Mag ein neuer Handelsvertrag die Folge d-es Pariser Besuches sein: jedenfalls gehen dieienigen französischen Blätter, die schon ziemlich offen das spanische Messer zum Bundestanrpfe gegen Deutschland schleifen, doch ein wenig zu weit. Und der „Excelsior" meint, daß Spanien zwar in der Lage wäre, Frantreich 150 000 bis 200 000 Mann zu liefern, fügt aber gleich hinzu, diese Truppen würden erst so spät auf irgend einem Kriegsschauplätze erscheinen können, daß diese Hilfeleistung viel von ihrer Wirksamkeit einbüßen müßte. Das ist in der Tat eine Beruhigung für Deutschland. Mer'die «glanze Erörterung! in der französischen Tie Friedenspräliminarien. Sofia, 9. Mai. Der Ministerrat wird Leute abend die Antwort auf den Vorschlag Greys, die Friedenspräliminarien durch die in London beglaubigten Verirrter der kriegführenden Staaten unterzeichnen zu lassen, beraten. Die bulgarische -Regierung schlug den Mächten für die türtisch-bulgarische Grenzlinie Enos — Midi^a einige weitere Richtpunkte vor, durch deren Festlegung, die Schwierigkeiten bei der endgültigen Vereinbarung der Grenze vermieden werden sollen. Nr. 108 Der Siebener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SietzenerKamUienbiätter: zweimal ivöchenll.Areis- blattsirrden Ureis Giehen (Dienstag iilid Freilag); zweimal monatl. Landwirtschaftliche Zcitftagen Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Berns eines Schauspielers vor. Am 20. Oktober 1879 betrat er in Darmstadt zum erstenmal als Holkischer Jäger die Bühne. Später spielte er ausschließlich Charakterroller». Ganz besondere Verdienste erwarb er sich als Darsteller oberbayerischer Typen. Der alte Rott in „Glaube und Heimat" wird den Darmstädtern unvergessen bleiben müssen. Vor etwa zehn Jahren erst ging er zum älteren Fach über, um sich auch hier als ein hochbegabter Darsteller zu erweisen. 1881 verheiratete er sich mit der Schauspielerin Marie Klaeger, die dann als muntere Liebhaberin, gemeinsam mit ihrem Gatten an der Darmstädter Bühne wirkte. Fran Wagner gehört auch heute noch dem Hostbeater als Ehrenmitglied an. Am Samstag nachmittag 4 Uhr wird Ludwig Wagner zu Grabe getragen werden. — Einen merkwürdigen Rechts st reit bat die Berliner Aufführung von Lothars Lustspiel „Das Buch einer Frau" gezeitigt. Eine der Hauptsiguren des Schmidtschen Lustspiels ist ein Schriftsteller L . . ., der im Stück die Rolle des betrogenen Ehegatten spielt. Nun erhielt der Autor dieser Tage von einem hier lebenden Schriftsteller gleichen Namens ein Schreiben, in dem er aufgefordert imirbe, unverzüglich den Namen der betreffenden Hauptperson zu ändern, weil der Schreiber hierdurch sich im Recht auf seinen Namen gekränkt fühle. Im Falle der Weigerung mürbe er einen Prozeß gegen Schmidt und die Direktion Meinhardt-Bernauer anstrengen. Lothar Schmidt hat nun seinerseits durch Herrn Dr. Wenzel Goldbaum aus die Feststellung klagen lassen, daß jener Socrr nicht berechtigt sei, ihn in der Namengebung seiner Figuren zu beschränken. —„Die historische Entwicklung des Augenglas e s". Eine ebenso interessante wie eigenartige Sonder- AuSstellung wird in der Zeit vom 15. Mai bis 15. Jüni in den Heidelberger Städtischen Sammlungen ;u sehen sein: eine BrillenauSstelluug, die die Entwicklung des Augenglases von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart darstellt. Die wertvolle, einzig dastehende Sammlung von Brillen aus dem Besitze der Herren Geh. Medizinalrat Professor Dr. G r e e f f - Berlin und Professor Dr. P f lug? -Dresden wird in Heidelberg zum erstenmal der weiteren 'Oeffentlichkcit zugänglich gemacht. — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen - s ch a f t. Die erste „P a r s i f a l" - A u f f ü h r u n g in Berlin findet am 1. Januar 1914 im Deutschen Opernhaus in Ehar- lottenburg statt. - In Dresden ist der Maler Professor Adolf Wilhelm .Walther im Alter von 87 Jahren gestorben. Verlag u. Expedition 51 Adresse rMr Depeschen: Annahme^von Anzeigen Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulstrahe 7. Lmld":'E.Heß; für den bis vormittags"'o'uhr^ Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil: H. Beck. Samstag, P. Mai M3 Bezugspreis: monatlich75Pf., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Ack. 2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal15Ps., auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Die Reise des Prinzregenten von Bayern. Kaiserslautern, 9. Mai. Die erste von den drei Städten, denen das Prinzregentenpaar heute emen Besuch abslattet, war K a i s e r s l a u t e r n, wo Prinzregent Ludweg mit seiner Gemahlin und den Prinzessinneir-Töchtern nebst Gefolge im Sonderzuge um 9.16 Uhr eintras. Unter Glockengeläute, Böllerschüssen' und dem Jubel der spalierbildenden Vereme, der Schuljugend und des übrigen Publilums fuhren tue vernchasten in Automobilen durch die festlich geschmückten Straßen zur Frucht- Halle, iua die offizielle Begrüßungsfeier abbehalten wurde. Von hier aus ging die Fahrt zum Gewerbemufeum und zurück zum Bahnhof, zur Weiterreise nach St. Ingbert und nach Neustadt an der Haardt. , „ . < _ . St. Ingbert, 9. Mai. Auch hier Wurde das Pnuz- Regentenpaar und seine Begleitung von der Bevölkerung beim Einzug in die festlich geschmückte Stadt jubelnd begrüßt. Böllerschüsse ertönten und die Glocken läuteten. Nach dem iEmpiang iam Bahnhof ging die Fahrt zu den Grubenanlagen.u® von dort zu dem Eisenwerk Krämer Aktien-Gefellschast. Um 1 Uhr erfolgte die Meitersahrt nach Neustadt. . N e u st a d t a. d. H., 9. Mai. Auch hier wiederholte stch das freundliche Bild des ungemein herzlichen Empfangs seitens der Bevöllerung. Nack dem ^Empfang am Bahn ho h ftihr der Pri Uz- Regent mit seiner Begleitung nnler den Jubelrufen der Memchen- menge zur Stiftskirche, wo sowohl der protestantische -Leu als auch der katholische Teil besucht wurden. Hierauf wurde die Fahrt nach Edenkoben angetreten. Edenkoben, 9. Mai. Heute abend fanb auf der Villa j Ludwigshöhe Tafel statt, zu der eine ^Anzahl Persönlichkeiten >auS der Pfalz geladen war. In allen Städten, die der PrrnA- Regent besuchte verlieh er eine Anmh! Aufzeichnungen. Die Aebergabe vorr Skutari. C e t i n i c, 9. Mai. Tie montenegrinische Regier u n g hat ihrem Vertreter in San Giovanni di Medna den Auftrag erteilt, der Forderung des britischen Admirals betreffend den. Tug uni) die Modalitäten der Uebergabe von Slutari zu entsprechen. Ein Einverständnis über diese Punkte dürfte bereits erzielt worden sein. Die Vertreter der Mächte in Cetinje sind von der montenegrinischen Regierung hiervon verständigt worden. Die Au s la n d S m e l d u n g e n , nach denen Sku - tari in Flammen stehen soll, sind stark übertrieben. Allerdings hat in dem Großen Basar eine Feuersbrunst gewütet, bei der große Vorräte an Teppichen, Seidenstoffen, Silber-, Gold- und Galanteriewaren zerstört wurden. demnächst ein paar französische Sozialisten und Parlamentsmitglieder mit deutschen Parlamentariern der Linken über eine Verständigung Zeit und Worte verlieren wollen. Auch die schweizerische Eidgenossenschaft scheint dieser „Friedcns- lönferenz" lein besonderes Gewicht beizulegen, denn wir lasen gestern in der „Köln. Ztg ", daß die schweizerischen Staatsbehörden mit der Einladung zu diesem Zusammentreffen nichts zu tun haben wollen, weder die schweizerische Bundesversammlung, noch der schweizerische Bundesrat. In der deutschen inneren Politik ist der Himmel zwar nicht ohne Wolken, aber freundlich schaut doch dazwischen der blaue Aether herein. Es heißt, daß der Reichskanzler zur Beseitigung der Meinungsverschiedenheiten über die „TecknngSsrage" mit den bürgerlichen Parteien erfolgreiche vertrauliche Besprechungen gehabt habe. Die „Germania!" macht da einige Andeutungen und meint, daß eS auf eine Ermäßigung der vorgeschlagenen Erhöhung der Matritülar- beiträge hinauslömmen werde. Der Ertrag des einmaligen Wehrbeitrages werde jetzt in Regierungs- und Parlaments- kr eisen bedeutend höher eingeschätzt als in der Vorlage veranschlagt ist. Die Zentrumspresse ist in solchen Sachen immer gut informiert, aber ob der Reichstag sich wirtlich so bereitwillig auf den Boden der Regierungsvorschläge stellen wird, ist doch wohl auch heute noch eine ernste Frage. Wo aber ein Wille ist, da ist bekanntlich auch ein Weg, und da au der Annahme der Wehrvorlage bei der Stimmung des Volkes kaum zu zweifeln ist, so wird man schließlich auch die Schwierigkeiten der Deckung überwinden. Während in Preußen schon am Freitag nach Pfingsten die Hauptentscheidung über die künftige Zusammensetzung des preußischen Abgeordnetenhauses fallen wird und das übrigens nicht sehr lebhafte Wählerinteresse bis in die Pfingstfeiertage hinein zu wecken und zu schüren versucht wird, hat in unserem Großherzogtum schon die sommerliche Stille eingesetzt. Denn die zweitägige Tagung der Zweiten Kammer, die am 20. und 22. Mai bevorsteht, wird keinerlei Erschütterung hervorbringen. Es stehen nur unbedeutende Angelegenheiten auf der' Tagesordnung. All die großen Aufgaben, die der hessischen Landesvertretung harren und sich in der Hauptsache um die neue Besoldungsordnung drehen, sind bis zum Winter vertagt worden. Auch die Ausschüsse liegen stille, und der Wille der Ersten S&immer, mit der Neuregelung der Besoldungsordnung zu warten bis die mit den Reichsfinanzen zusammenhängenden Anforderungen an die Bundesstaaten genau zu über)eben sind, ist. chttlschweigküd ^angenommen worden. Ob die Regierung irgendwelche Vorbereitungen zu einer Reform der Banver- waltung zu treffen geneigt ist (die von der Ersten Kummer ja auch als dringlich bezeichnet worden ist), entzieht sich unserer Kenntnis. Tie Lockungen des Frühlings und des Sommers sind natürlich auch solchen Dingen nicht förderliche Das Hessenland ist geduldig, noch geduldiger als die Londoner Botschaftertonferenz. Und so wollen wir denn in Geduld und hessischer Gemütsruhe des kommenden harren und uns die Pfingstfreude gut bekommen lassen! Die lieblichen Pfingstwunder und Wegweiser für unsere neue Zeit sind uns nicht versagt. Wie einst vor der Predigt Petri „ein Brausen vom Himmel" die frommen Männer mit Be geifterung erfüllte, so wird uns der Prinz Heinrich-Flug auch morgen ein Schauspiel des Himmels bescheren, und die zierlichen Tauben der Flugfahrer werden iuie ein friedliches, die Menschheit einendes Symbol erscheinen. Es ist der heilige und gute Geist des Fortschrittes, der uns zum Lichte führt, wenn wir handeln im Sinne der Kfsrrgstenr Gießen, 10. Mai. Wir dürfen uns dem schönen Maienfeste mit neuem Optimismus und erleichtertem Gefühle bingeben, denn die weltpolitischen Sorgen sind gemindert worden und die Kriegsmeteorologen haben festgestellt, daß die schwere Depression über Skutari und den Ballanländern im Abrücken begriffen ist. Europa wird nicht weiter bedroht. Montenegro wird, mit einem neuen Ministerium an der Spitze, die Last undurchführbarer Wünsche abwerfen, und König Nikita hat, statt dem Throne zu entsagen, neuen Pfingst- geist über sein Volk ausgegossen. Wie außerhalb des neuen Albaniens die Balkangeister sich mit den neuesten Ereignissen abfinden, werden, darf man in Europa mit minder sorgenvoller Geduld abmarten. Serbien hat noch eine Staubwolke des Zornes gegen die Politik Sasonows aufgewühlt, um?b sich aber mit dem Spruch der Mächte abzufinden haben rmd scheint, statt in dem von manchen seiner größenwahnsinnigen Politiker erstrebten Vernichtungskrieg gegen Oesterreich einherzumarschieren, sich zu einem neuen lmwtschaftlichen Abkommen mit der habsburgischen Monarchie bereitzufinden. So schnell wandeln sich die Ansichten und Absichten. Rußland, dessen aufhetzende Rolle von den serbischen Zeitungen rücksichtslos enthüllt worden ist, hat die Balkanverbündeten enttäuscht: Montenegro, Griechenland (das nach einer Rede Mkitas in der Skutari- frage bis in die letzten Tage hinein den Widerstand der Montenegriner geschürt fyittei, sowie Serbien murren. Und da es heißt, daß Rußland nun vor allem die bulgarischen Wünsche zu fördern gewillt sei, gibt es neue Unstimmigkeiten. In Rumänien hat die einflußreichste Partei der Konservativen am Donnerstag sich dagegen erklärt, daß Rumänien die Entscheidung der Petersburger Botschafterkonferenz in der bulgarisch-rumänischen Frage anerkenne. Es ist nicht ausgeschlossen, daß es in Bukarest noch eine Kabinettskrise gibt und die Petersburger Konferenz hinfällig wird. Doch das sind .Fragen, deren weitere Entwicklung man ruhig abwarten kann. Bulgarien hat zwar in Vorahnung neuer Schwierigkeiten einen neuen Kriegskredit von der Volksvertretung verlangt, allein das wird das rumänische ylufbegehren nicht dämpfen. Wie weit der Dreibund den rumänischen Wünschen seine diplomatische Unterstützung angedeihen lassen ioiH, ist unbekannt. Vielleicht ist die Zeit dazu noch nicht gekommen. Der neue Austausch spanisch-französischer Höflichkeiten infolge des Besuches von König Alfons in Paris braucht uns die Pfingstfreude auch nicht zu verkümmerm Einige Pariser Blätter befürworten den Eintritt Spaniems in die Goetz; für .Feuilleton", „Vermischtes" und Der König von Spanien in Paris. Paris, 9. Mai. Der Stönig von Spanien besuchte heute mit dem Präsidenten P o i n c a r e und Gemahlin am Vormittag die französische Rote-Kreuz- Ausstellung. Nachmittags empfing der König die spanische Kolonie. Paris, 9. Mai. Der König von Spanien und der Präsident Poincarö besuchten heute nachmittag den Flugplatz in Buc und wohnten den Hebungen der Militärflieger bei. Der König von Spanien begab sich vom Flugplatz Buc nach Versailles und reiste dann nach Spanien ab. Behring; neues Dipl?therie-§chutzmiitel. E. v. Behring, der berühmte Marburger Schöpfer des Diphtherie-Heilserums veröffentlicht in der neuen Nummer der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift" seinen aufsehenerregenden Vortrag über ein neues Diphtherieschutzmittel, 'das er auf dem letzten Kongreß für innere Medizin bekannt gab. Der Grundgedanke, auf dem diese aussichtsreiche Methode sich aufbaut, ist folgender: Spritzt man einem Tier — gewöhnlich werden Pferde dazu verweridet — das von Diphtheriebazillen ausgeschie bene Gift in allmählich steigender Menge ein, fo Wird das Tier immer w id er stau d s s äht g e r gegen das Gift, weil sich im Blut ein Gegengift lAntitoxin» bildet, welches das Diphtlieriegift unschädlich macht. Dieses Verfahren nennt man aktive Immunisierung. Das Blutserum der aktiv immunisierten Tiere, das also das Gegengift enthält, ist das bisher gebräuchliche Heilserum. Seine Anwendung bei menschlichen Diphtheriekranken stellt eine passive Jmniuni- fieatng dar, d. h. der Körper der Kranken bekommt in dem eingespritzten Serum das Gegengift fertig geliefert und braucht es nicht, wie das vorbehandelte Tier, selbst zu erzeugen. Nun hat man auch versucht, mit diesem Heil- senrm gesunde Personen, die der Ansteckung durch Diph- theriekranke ausgesetzt sind, z. B. die Geschwister kranker Kinder, vorbeugend zu behandeln, d. h. sie vor der Infektion zu schützen; indessen waren die Erfolge nur gering, weil der Impfschutz enttveder ungenügend ist ober doch nur sehr kurze Zeit, wenige Wochen, vorhält. Hier setzen v. Behrings neue Forschungen ein. Ein. unter bestimmten Bedingungen hergestellt's Gemisch von Tiphtheriegift und Gegengift (Toxin und Antitoxin) bewirkt - wie die Schutzpockenimpfung — eine kurze, ""in harmlose Fieberreaktion und veranlaßt im Blute Geimpften die Bildung einer Antitoxinmenge, die nicht nur groß, genug ist, nm sie vor der augenblicklichen An steckungsgefahr zu schützen, sondern auch lange Zeit, bis zu einem ,Zähre, Vorhalten kann. v. Behring berichtet, daß diese Impfung au nahezu 100 Personen i Krankenhanse gelungen ist, während einer DiPhtherie-Haus- epibemie sämtliche Geimpfte gesund zu erhalten. Darüber hinaus hat das Verfahren noch die große Bedeutung, daß man mit kleinen Blutmengen, die solchen Geimpften entnommen werden, wieder andere Personen passiv im munifieren kann, was den Vorzug hat, daß gewisse unangenehme Erscheinungen, die das tierische Serum beim Menschen bisweilen hervorruft, die .Erscheinungen der sogenannten Anaphylaxie, vermieden werden. Die neue Methode erfordert die größte Sorgfalt, weil die verschiedenen Altersperioden verschieden empfindlich sind und namentlich weil Personen, die früher Diphtherie überstanden haben oder noch Diphtheriebazillen beherbergen, besonders stark auf die Impfung reagieren. Der Erfinder gibt daher fein Mittel vorläufig nur an Anstalten ab, die sich verpflichten, in jedem Falle eine minutiös ausgearbeitete Kontrolle, die in seinem Aufsatz ebenfalls genau niü- geteilt wird, zu üben. Erst wenn viele ganz genaue Be öbachtuugeu vor lieg en, soll das Verfahren der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden. Wie wir nach der wissenschaftlichen Bedeutung v. Behrings wohl hoffen dürfen, stehen wir hier vor einer neuen Etappe in der Bekämpfung der gefährlichen Diph»- therieseuche, vielleicht der ^gesamten Infektionskrankheiten. * Ludwig Wagner f. Wieder bat der Tod unter den Mitgliedern des Darmstädter Hostbeaters einen Mann mit sich geben beißen. Diesmal den Altmeister des Hostbeaters Ludwig Wagner-, von bent sich sagen läßt, daß er keinen Feind besaß. Von der Leitung und von seinen Kollegen mürbe Wagner seiner hoben Charaktereigenschaften wegen allgemein geschätzt. Die Wertung seiner künstlerischen Fähigkeiten offenbarte sich darin, daß er noch bis zuletzt in ersten Rollen beschäftigt mar. In der „Juditl)"-Aufführung am letzten Mittwoch spielte er den assyrischen Priester, und niemand vom Publikum merkte, das; er nur mit großer Anstrengung seine Rolle durchsül-ren konnte. Vor etwa vier Wochen wurde er von einem Schlaganfall betroffen, der sich gestern abend 10 Uhr lviederholte. । Wagner wurde 1856 in München geboren und studierte an „ ....... ohne öcpacu | der dortiyen Universität Jurisprudenz. Schon während der gung bereits dprchgeführt worden ist und daß es in einem! Studienzeit bereitete er sich auf dem Konservatorium für den "äicu.11u-j-vu।tu. ^AfUivL.ull iyiuiv v-ivmiunyi in uiv । v«hqiv।u|wyhöhen Gebote, die uns in der Heilsgeischickste offenbart Presse zeigt, wie wenig davon zu halten ist, daß in Berniworden sind. Das nc«8e0tldete mottienegrinr^che Ministerium »etzt sich wie folgt zusammen: Vorsitz und Krieg General Serdar Ianlo W u ko t i t s ch, Ministerium des Innern her f räche re Präsident des höchsten Gerichts Goinitsck, Justiz das Mitglied des höchsten Gerichts Ljnba Ba kitsch, Aus- wärkiges der frühere montenegrinische Geschäftsträger in Konstantinopel Peter P l a m e n a tz, Unterricht und Kultus Gymnasialdirektor Mirko Miuschkowitsch, Finanzen und öffentliche Arbeiten Rechtsanwalt Risto Perovitsch Cctinje, 9. Mai. Die Einberufung der Skupsch- tina, der die Lkntari frage unterbreitet werden sollte, ist durch das Nachgeben Montenegros überflüssig geworden. Die Skuvschtina wird durch einen königlichen Utas, den das neue Kabinett unterzeichnet, vertagt. Der König empfing alle Mitglieder der Skupschtina in seinem Schlosse und setzte ihnen die Gründe für das Nachgeben Montenegros auseinander. Die Ausführungen des Königs fanden lebhaften Beifall. Konstantinopel, 9. Mai. Hauptmann Nazun, der Adjutant Niazi Beys, der nach einer früheren Nachricht mit diesem am 29. April in Valona ermordet sein sollte, ist hier eingetroffen. Ket^sfagscrfatoobl in Ost- und We^SfernbcrG. Zielenzig, 9. Mai. Bei der heutigen Rcichstags- ersatzwabl im Kreise Ost- und West-Sternberg erhielten Rittergutsbesitzer B o h tz - Sehmagorei (Kons.) 9295, Redakteur Heile-Schöneberg (Vpt.i 1722, Fabrikant Fröh- l i ch - Lichtenberg (Reformpartei' 1029, Ge Werts cha f ts an gestellter Sch üni n g-Lichtenberg (Soz.) 2364 Stimmen. Zersplittert waren 32 Stimmen. Bohtz ist somit gewählt. (1912 hatte der konservative Kandidat 9142, der Reformparteibw 3427, der Sozialdemokrat 3333 und der Fortschrittler 607 Stimmen.) PrmfrtriKriMIua. Dve morgen in Wiesbaden startenden Flieger tu erben von den Automobilen der Oberleitung begleitet, dem Prinzen Heinrich mit den Ordonnanzwagen, Begleitwagen und Sportwagen, bie etwa die Zahl 60 erreichen dürften. Sie fahren von Klein-Linden kommend durch die Frankfurter Straße, W i l h e l m st r a ß c, Ludwig- srraße, Kaiser-Allee nach dem Trieb und nach Marburg weiterfahrend durch Kaiser-Allee, Moltke- straße, Ost-Anlage, Marburg er Straße. Am zweiten Pfingstfeiertage kommen die sämtlichen Wagen von Kassel wieder über Gießen, um nach Wetzlar, Limburg, Koblenz zu fahren. An diesem Tage werden die Marburger Straße, O st - A n l a g e, Süd-Anlage, Frankfurter Stra ß e durchfahren. Es wäre außerordentlich erwünscht, wenn die Häuser dieser Straßen F la gg en s ch m u cf anlegen wollten, zumal aller Voraussicht nach mit dem PrinzenHernrich auch unser Großherzog die Strecke durch fahren wird. Der Groß Herzog hat ebenfalls für den Prinz-Heinrich-Flug einen Ehrenpreis gestiftet, der im Begrüßungszelt mit den Ehren- prrisen her Stadt Gießen und des Vereins für Luftfahrt ausgestellt werden wird. Die Verleihung des Preises hat der Großherzog in das Ermessen dee Prinzen Heinrich gestellt. Die Preise der Stadt und des Vereins werden für gute Leistungen auf der Strecke Wiesbaden—Gießen zur Verleihung kommen. Ta bei dem guten Wetter auf einen Massenandrang gerechnet werden kann, wird nochmals im Interesse Ker glatten Abwicklung des Verkehrs an den Eingängen gebeten,' sich die Karten im Vor verkauf zu sichern. Am Flugtage selbst findet kein Verkauf zu billigeren Preisen statt. Wiesbaden, 9. Mai. Die Wiesbadener Ftugtage, die dem PriirzAHe der Abnahme der nicht der Heeresverwaltung gehörigen Flugzeuge durch die Oberleitung des Prinz- Hemrich-Fluges gewidmet. Prinz Heinrich trifft morgen früh 8 Uhr in Wiesbaden ein. Der .Großherzog «wird morgen früh direkt von Darmstadt auf dem Trieb ankommen, wo auch seine Sicher Verwandten, der Fürst von Lich nebst Gemahlin, Sohn und Bruder -eintreffen werden. Vom Polizei amt wird uns mitgeteilt, daß alle Automobile, hie grüne Karten fyaben oder sich solche am Festplatz lösen wollen, über Wies eck fahren müssen. Es sei auf Anfragen hin ausdrücklich daraus hingewiesen, daß der zweite und dritte Platz nicht hinter dem ersten Platz liegen, sondern alle Platze direkt an dein Flugplatz Kegen. Auf dem Zeppelin Luftschiff sind noch vier Plätze frei. Die augenblickliche Wett er läge ist dem Rundflug sehr günstig, d-a nicht nur lästige 'Windströmungen fehlen, sondern auch strahlende Sonne, die zum Fliegen nicht besonders günstig ist. Da das Barometer nur langsam steigt, ist keine rasche Aenderung zu erwarten. Der Eisenbahnfruhverkehr nach Gießen. Sonntag früh verkehren folgende Sonderzüge: $1 n y b u r fl — G} i e 6 e n: Marburg ab 4^, Marburg-Süd aö E, Riederweiinar ab 4™, Niederwalgern ab 5^, Ironhausen ab b^, Lriedelhausen ab 522, Lollar ab 5££, Gießen an o^. M ü ck e — Gießen: Mücke ab 42!, Grünberg ab 4^2, Göbelnrod ab 422, caaien ab 4^2, Reiskirchen ab 4^2, Großen- Buseck ab 5™, Rödgen ab 522, Gießen an 5£2 $) u n g c n - G i c ß e n : Hungen ab 422, Langsdori ab 4^2, Lich ab 522, GW r beute ich ab 522, S.chlsfenberg ab 522, Gießen an 522. — Die Zuge halten nn allen Stationen. Ans Stadt nnv Land. Gieß er:, 10. Mai 1913. Pfingsten» lieber die Tatsachen, die sich zu Jerusalem auf dem merkwürdigen Pfingstfeste des Jahres 33 und darin in den rrächsteu Jahren in den christlickwn Gemeinden zu- getragen haben, über die Geistesmitteilung, das Zungenreden und das Weissagen, sind sich die Gelehrten nicht ganz llar, eins aber ist gewiß: ein neues Leben, Leben ans Gott, Leben durch Christus gewirkt, hat sich damals den Christen mitgeteilt, und dieses Leben hat eine solck>e Kraft gehabt, daß es im Laufe der folgenden Jahrhunderte seinen Siegeszug über die ganze Welt angetreten und sonrohl die antike Kultur wie die rnorgenländisckw Lebensweisheit durchdrungen hat Solche Bewegungen kommen nickst allzu häufig. Vor hundert Jahren hat ein neuer Geistesodem unser Voll durchzogen: einer der damals Lebenden und Kämpfenden, mim lieb Eichendorfs, lm! dar über gesagt: „Sv brach gewalttq und mit kühnem Grausen ein rnächt'ger Frühling in die Welt 1 verein.'■ Wir wissen freilich, daß der Geist Gottes sich auch in der Stille, imb zwar hauptsächlich -in dar Stille, au: wirkt. Wo ein Mensch in Cwtt Frieden gefunden hat, .vo er reines Herzens ist, erfiillt von Nächstenliebe, wo -r, auf festem Glaubens gründe stehend, für andere segensreich wirkt und die Hemmungen des Lebens so überwindet, -aß er dadurch reifer und besser wird, da hat der heilige Geist in ihm Wohnung gemacht. Aber die Menschheit braucht, soll sie nicht alt und welk werden, von Zeit u Zeit eine Geistesmitteilung, die nicht dem sanften Wehen ?e5 Abendwindes, sondern dem schwellenden Frühlings sturme gleicht. Es scheint uns, als ob unsere Zeit einer neuen, großen Mitteilung des Lebens aus (^ott, des Geistes, der, wie Paulus sagt, ein Geist der Ära ft, der Liebe und der Zucht ist, besonders bedürftig fei. Wir brauchen den Geist der Kraft. Zwar an Menschen, die anderen gegenüber kraftvoll ihren Willen Lurchgesetzt haben, hat es in der Zeit, die hinter uns liegt, nicht gefehlt. Erdbeherrscher, . ic sich wie Napoleon I. auf den Knauf ihres Schwertes gestützt haben, Kolonialpolitiker, die wie Cecil Rhodes fremde Völker unterjocht, Industrielle, die nach arneri- ianischem Muster die .ganze Welt zur Abnahme eines Artikels gezwungen haben, dessen Preis sie selbst bestimmen, hat es genug gegeben, und in Nietzsche hat dieses Herrenmenschentum seinen Apostel und Dichter gefunden. Wir brauchen jedoch die Kraft der Persönlichkeit, die Kraft des Gottesmenschen, der ein reiches Innenleben führt und anderen davon mitteilt, wir brauchen Menschen, die dem Baume vergleichbar sind, der seine Wurzeln tief in das Erdreich schlägt und weithin Schatten spendet. Ter heilige Geist ift auch ein Geist der Liebe. Das Gebot, daß wir unseren Nächsten lieben sollen wie uns selbst, wird nicht dadurch erfüllt, daß wir immer neue Wohltätigkeitsvereine gründen und Beiträge einsammeln, wahrlich auch nicht dadurch, daß wir Leuten, die die ehrliche Arbeit scheuen und es nie lernen, sich in die Verhältnisse zu schicken, die Mittel geben, ihr unnützes Leben fortzusetzen. Liebe üben heißt: dem Nebenmenschen gerecht werden, feine berechtigte Eigentümlichkeit schonen, feine Würde nicht antasten. Wie läßt der Kampf in unserem öffentlichen Leben die Liebe vermissen, die alles glaubt, alles hofft, alles duldet, wie hat er vielfach die Gehässigkeit im Gefolge, der es nur darauf an kommt, den Gegner zu tränken funb ihn zu Boden zu treten. Wir brauchen endlich den Geist der Zucht. Damit ist die Zucht gemeint, die der Mensch über sich selbst ausübt, die heilsame Selbstzucht, der sittliche Takt im Umgang mit Menschen, die Fähigkeit, den Freuden und Leiden der Welt gegenüber nie das rechte Maß zu verlieren. Jedenfalls hat die Christenheit unserer Tage allen Grund, sich das kraftvolle Psingstgebet der alten Kirche anzueignen: „Komm, heiliger Geist, erfüll' die Herzen deiner Gläubigen und entzünd' in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liebe, der du durch Mannigfaltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt versammelt haft zur Einigkeit des Glaubens: .Halleluja! Halleluja!" H. B. * ** Tageskalender Biograph-Lichtspiele: Täglich Vorßelluna. B a k o s s K a in m e r - L i ch t s v i o l e: Täglich Vorstellung. Lichtspielhaus: Täglich Vorstellung. O b e r h e s s i s ch e r K u u st v e r e i n. Gemäldeausstellung im Turmhaus am Brand. Geöffnet täglich (mit Ausnatune von Samstag) von 11—1 Uhr, Sonntags von 11—3 Uhr, Mittwoch nachmittag von 3-5 Uhr. Oberhessisches Muse u m u n d G a i l' s ch e S a m m - l u n g e n. Geöffnet Sonntag vormittags 11 — 1 Uhr unentgeltlich. Museum für Völkerkunde. Geöffnet an Sonntagen vormittags von 11—1 Uhr unentgeltlich. M i l i t ärk o nze rt in Steins Garten. 1. Pfingstselcrtag 8% Uhr abends. Militär ko nzert aus der Liebigshöhe am 3. Feiertag, nachmittags 41/, Uhr. * * Vom Grobh. Hos. Der Prinzregent von Bayern nebst Gemahlin luitb nunmehr am Dienstag nachmittag 5 Uhr zu seinem Antrittsbesuche am hiesigen Hofe auf mehrere Tage cintreffen. • • Ober hessisch er Kunstverein. Neu ausgestellt sind Sammllingen von Prof. E. Liebermann, Prof. G. Kamp mann, W. Witting und farbige Silhouetten von F. Kuhlmann. Die Ausstellung ist täglich, mit Ausnahme des Samstags, geöffnet. * * Hundertjahrfeier des I n f. - Re g t. 116. Zu dem Fest haben sich jetzt rund 700 Veteranen gemeldet. Von den zur llebernaditung An gemeldet en werden 1000 in Gießen selbst und ungefähr ebensoviel in der näheren Umgebung untergebracht. An dem gemeinschaftlichen Mittagessen am Sonntag nach der Parade werden 7000 Personen leilnehmen, zu deren Verpflegung das Regiment für jede Festhalle drei fahrbare Feldlüchen zur Verfügung gestellt hat. Es wird eine bepnberc Festteilnehmerliste gedruckt werden, die nach Jahrgängen und Kompagnien geordnet ist und jedem Angelchrigen der Iubiläumsver- dnigung lostenlos anSerein wollen ein äticgerbenf- m a l errichten. Zwei Akodelle waren hier ausgestellt. Das Denkmal soll in den Schulhof an der Kirche kommen. — ArnSburg, 9. Mai. Tas (Soang. Rettung8- () a u § feiert, wie herkömmlich, am 3. Pfingsttag, nach, mittags 2 Uhr, sein Jahresfest, zu dem jedermann ein- geloben ist. Festredner sind die Pfarrer Jul. Werner und Tr. B u s ch. , + Ettingshausen, 8. Mai. Die Preise der fetten Schweine sind gegenwärtig sehr niedrig im Vergleich zu den Ferkeln und auch zum Verkaufspreis des Fleisches. Bieten doch die Metzger und Händler den Bauern für fette Schweine nur 48 Pfg. das Pfund Lebendgewicht, nehmen aber für das Pfund Fleisch noch 80—85 Pfennig. Ties veranlaßte den Landwirt Ludwig Jox hier heute zum Schlachten eines Schweines, daS lebend 252 Pfund und geschlachtet 212 Pfd. tuog. Er verkaufte das Psund zu 65 Pfg. und sand gut seine Rechnung. Ja, die Nachfrage nach Fleisch war so stark, daß er an demselben Tage ein zweites Schwein schlachtete. Trotzdem konnte er die Abnehmer nicht alle befriedigen; in kurzer Zeit war auch dieses Fleifeh verkauft. — Lollar, 8. Mai. G e me i uder a t s si tz u n g. Ludwig Geißler V. beabsichtigt auf feiner Hofreite ein Stallgebäude zu errichten. Da an der Hofreite noch keine Baulinie festgelegt ist, wird- sie nach dem vom Kreisamt vorgelegten Plan genehmigt. Tas Gesuch der israelittschen Religions gemein de um Bewilligung eines Z u - s ch u s s e s zum R eli g io ns u n t c rr ich t wird ab- gelehnt, mit der Begründung, daß Ausnahmen für gewisse ReligionSrichtuugen von der Gemeinde nicht unterstütz t werden. Das Gesuch des Kegelttnbs Gut Holz um Ucberlaffung des Turnplatzes zum Festplatz wird genehmigt. Eine Abgabe wird nicht verlangt. Tas O^esuch des Hch. Deibel II., die Kosten des H a n p t k a n a l s in der von ihm projeltierten Straße auf die Gemeinde zu übernehmen, wird einstimmig abgelehnt, dagegen das z.veite Gesuch wegen Verlegung des Weges einstimmig genelMigt. lieber die Anschafsnng eines Kan al wage ns wird der Bürgermeister beauftragt, verschiedene Angebote einzuziehen, in einer späteren Sitzung soll über diesen Punkt nochmals verhandelt werden. Kreis Büdingen. h. Büdingen, 10. Mai. Heute hat die Glasfabrik ihren Betrieb eingestellt. Zahlreiche Arbeiter sind durch die Maßregel brotlos geworden. Kreis Lauterbach. — Landen hausen, 9. Mai. Vor etwa 3 Jahren wurde für die hiesige Gemarkung das Feldbereinigungs- v erfahren eingeleitet und schließlich auch nach langen Verhandlungen von der Mehrzahl der Grundbesitzer unterzeichnet. Aber bis jetzt ist so viel wie gar nichts geschehen. Woran die Verzögerung liegt, ist den Bewohnern unverständlich; in der benachbarten preußischen Gemeinde Müs ift die Feld« bercinigimg ein halbes Jahr später beschlossen worden und jetzt schon beendet. Kreis Friedberg. v. Bad-Nauheim, 9. Mai. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten wurde folgendes verhandelt: Tie Versammlung stimmte den Bauvorschriften über folgende Straßen und Plätze zu: Dunker-, Otto-Weiß-, Luisen- und Uhlandstraße, sowie des Fußweges an der Stadtschule und des freien Platzes südlich am Ernst-Ludwig-Ring. Letztgenannter Plc^tz wird zur Erinnerung an den Kirraufenthalt der 'Kaiserin von Oesterreich im Iabre 1898 den Namen Kaiserin-Elisabeth-Platz erhalten. — Bezüglich der Einfriedigung von Vorgärten werden neue Besttmmungen erlassen. Die Einfriedigung muß leicht und lustig sein, Schaukästen und Schilder dürfen nur vereinzelt angebracht ivertan. — Die Versammlung genehmigt einen Vertrag mit den Hebammen, nach dem diesen bei Armengeburten eine Mintafteinnahme garantiert wird und ihnen die nötigen Medikamente und Desinfektionsmittel gestellt ioerden. Für die Teilnahme an einem H e b a m m eü l e h r k u r s u s wird an jede Hebamme eine Beihilfe von 25 Mk. gezahlt. Wegen Einkauf tar Hebammen in die Fürsorgekasse oder Zahlung der Beiträge für die Alters- und Invaliditäts-Verficherung wlll sich die Versammlung noch nicht binden, sondern soll über diese Frage erst bei anderen Gemeinden Auskunft eingeholt werden. — Der Spar und Vorschuß-Verein, der sein goldenes. Jubiläum am 31. Mai feiert, ladet die Versammlung zu dieser Feier ein. — Bei drei Wirtschastskonzessionsgesuchen wird die Bedursnis- srage bejaht. — Unter guter Beteiligung fanden heute die ersten G e s e l l s cl) a f t s - A u t o m o b i l s a b r t e n in die Umgebung statt. Die Fahrten sind Vont Kurdirektor ins Leben gerufen und erregen bei den Kurgästen lebhaftes Interesse. = Bad-Nauheim, 9. Mai. Bis zum 8. Mai sind 48 7 5 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage noch 3261 anwesend waren. Bäder wurden bis zum 8. Mai 42 247 abgegeben. h. Nie der-WöNstadt, 9. Mai. Der hiesige Bür« germeister We i t h tyit seine Entlassung b^t dem Bürgermeisteramt beantragt. h. Melbach, 9. Mai Ein hiesiger Arbeiter wurde auf dem Wege nach Friedberg von einem Automobil um gefahren und so schwer verletzt, daß er dem Friedberger >irantenhause -ugeführt werden nrußte. h. Vilbel ,9. Mai. Tie Rechnung des .H ospitals schließt für 1912 mit einem Ueberschnß von 4495 Mark ab; die Einnahmen beliefen sich auf 25 551 Mark. Starkenburg und Rheinhessen. — Da r m stadt, 8. Mai. Auf Veranlassung des Hessischen Bundes für H e i m a t s ch u tz hielt gestern abend Amtsrichter Sch w a b e Hochheim einen Lichtbildervortrag über „Der Retlam e u n f u g in Stadt und Land", zu dem sich zahlreiche Zuhörer, darunter Ministerialrat Dr. Str al’,, Kreisrat Tr. Wagner Dieburg und verschiedene Abgeordnete der Zweiten Kammer der Stände eingefunben hatten. Der Vorsitzende, Finanzminister Tr. Braun, dankte für das rege Interesse, das man den Bestrebungen des Hessischen Bundes für Heimatschntz entgegen bringe, der zum ersten Male an die Oefsentlichkeit trete. Der Redner betonte, daß sich der Heimatschutzbund nicht gegen die Inter^ essen der Geschäftswelt, sondern nur gegen den in ganz T eutschland grassierenden Reklameunfug wendet, zum Besten tar Allgemeinheit. TaS Mittel zu einer Besserung bleibt bie Beschränkung der Reklame In der Stadt werde die Architektur und das Straßenbild und auf dem Land die Natun'chönheiten burtb die aufdringlichen Reklameschiltnn' verunstaltet. Tie historische Tradition des Städte- und von Frauenrechtlerinnen die Heyestes GO Perlen M1.50 Ei' Man frage seinen Arzt. Orlylnolfleech* s «D» «eb> Schnupfe der ge- ? hat die Glassabrii ::d)e Arbeiter sind durch Pflicht des Verbandes sein soll. Gcscllschaftsabcnd im Hotel Iin- große Anzahl von Frankfurter der Künstlervereinigungen und Veranstaltung wurde eingeleitet Fran Horn-ZivpeliuS über Gra- Kunskfreirnden und Vertretern Kunstinstitutc erschienen. Diese durch einen kurzen Vortrag von Frau Dr. Blume ist worden. CQ G. <5 1.60 2.95 sitz im Bezirk Narrow ist heute Brandstätte wurden Flugschriften fundcn. In der Verhandlung gegen Zeugenvernehmung heute beendet Anfertigung von Haar-Arbeiten Oskar Schön, Friseur Klinikstrasse 24. (03921 Sämil. Kiid. Fabr.Pr. unt. 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Kummerfeld-Düsseldorf, Frau Ida Tch- mel-Hamburg, Frl. Post-Mainz, Frl. Reinbach-Cassel. Außer dem waren zahlreiche Cinzelmitglieder erschienen aus Darmstadt, Gotha, Göttingen, München, Stuttgart, Weimar, Worms und anderen Städten. An die Begrüßung schloß sich ein Vortrog von Frau D u f n e r- Hcidclbcrg über „Mann und Weib im Kunstberuf", in dem besonders betont wurde, daß schon die Mitarbeit solcher Frauen wie Käthe Kollwitz und Dora Hiß Bürgschaft gewähre, daß der Frauenkunstverband stets nur die Qualitätsarbeit fördern und zur öffentlichen Geltung bringen werde. Auch wolle der Verband durchaus nicht eine dauernde Absonderung anstreben, sondern stets bereit sein, mit den bestehenden Künstlervereinigungcn Hand in Hand zu arbeiten. Darauf ipurbe zur V orstan d sw a hl geschritten, die sol gendes Ergebnis hatte: Erste Vorsitzende des Fraucnkunstverbau- des ist "Käthe Kollwitz-Berlin, Vorsitzende und Leiterin der Geschäftsstelle Berlin Martha Dehrmann-Bcrlin, der Geschäftsstelle Mannheim Eugenic Kaufmann-Mannheim. Dem Hauptvorstande gehören außerdem an die Damen E. Bandel-Frankfurt (Main), Zda Dchmel-Hamburg, M. v. Eicklzoff-Reilzenstein, Dora Hitz-Berlin, Frau Horn-Zippelius-Karlsruhe, Frieda B. v. Joedcn-Fraukfurt a. M., Anni Löwenstein-Frankfurt a. M., F. Menzhausen-Labriola Berlin, A. v. Mertens-Weimar, Sabine Reicke-Berlin, O. W. Röderstein-Frankfurt (Main), Fran Stadetker-Mannheim, Eva Stort-Mannheim und Julie Wolfthorn-Berlin. Ferner als 23er» Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießrn. Wetterauslichten in Hessen für Sonntag, den 11. Mai 1913: Meist heiter und trocken, warm, mäßige Winde aus südlichen bis östlichen Richtungen. Uni-Linolcum . . m Inlaid-Linolcum . Qm Phil. Dann zeigte Eugenic Kaufmann im Lichtbildc, beginnend mit dem griechischen Altertum, eine Reihe hochinteressanter und wertvoller Kunstwerke von Frauenhand und fand mit dieser Vorführung lebhaften Beifall. wurden viele Anregungen gegeben und positive Aufgaben gestellt, deren Lösung die nächste Trotz des Wcttsingcns war zum perial am Montag abend eine trcterinnen des Bundes Badischer Künstlerinnen E. v. Parscval Baden-Baden, der Vereinigung Düsseldorfer Künstlerinnen Hennp Kümmerfeld-Düsseldorf, eine Vertreterin der Hamburger Ortsgruppe, als Vertreterin des Mainzer Künstlerinncnvercins Frl. Best Mainz, des KünftlerinncnvereinS Thüringen Frl. Rcinbach- Kassel. Die bisherigen Cinzelmitglieder sind vertreten durch Frl. Stcgmeyer-Darmstadt. In der Sitzung am Dienstag wurde die Internationale Ausstellung für das Buchgewerbe und Graphik, Leipzig 1914, besprochen, für die eine Abteilung „Tie Frau im Buchgewerbe" vorgesehen ist. Frl. Luxenberg-Leipzig berichtete als Delegierte des Frauenausschusses über die nunmehrige Gestaltung dieser Gruppe. In der Nachmittagssitzung wurden di^ Anträge beraten. Cs wurde beschlossen, ein Flugblatt ausznarbecken, das auf die wirtschaftliche Lage der bilberrden Künstlerin aufmerksam machen und die Ziele und den Nutzen der Organisation klarlcgen soll. Auch sollen AuSkunstSstellen eingerichtet werden. Ferner wurde beraten über die Einrichtung von BerkaufsvermittlungS- stcllen und die Schaf hing von Ausstellungsgel egcnheiten. Als Ort der nächsten Tagung mürbe Berlin gewählt, für 1915 ist Düsseldorf vorgesehen. Zum Schluß sprach Frau Kaufmann- Mannheim allen Teilnehmern den Tank der GeschäftÄeitung aus für das lebhafte Interesse, das; sie durch ihr Erscheinen und die rege Beteiligung an den Beratungen imd Bestrebungen des Frauenkunst-BerbandeS erwiesen haben. Im Namerr der Versammlung dankte Frl. v. Parseräl Frau Kaufmann für die Umsicht und Warmherzigkeit, mit der sie diese erste Generalversammlung leitete. Bis zum Schluß blieben das Interesse und die Arbeitsfreudigkeit der zahlreich Erschienenen rege. Es (Ehtaciaufct. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen, 10. Mai. In der Stadt kolportiert die Behauptung, ^der Unterzeichnete hindere die Verwendung der im Zentrum der Stadt von letzterer angekausten Grundstücke durch unbescheidene Forderung für seine an der Ecke Kirchen und Liudenplatz gelegene Hofrcite. Wie unzutreffend dies ist, wird nachstehend bewiesen. Obschon mein HauS, als Ecke an zwei freien Plätzen, mehr wert ist als ein zwischen den Hausern gelegenes Grundstück, so wäre ich doch gerne mit dem Preis zufrieden gewesen, den die Stadt für mein Nachbarhaus tatsächlich bezahlt hat. Für die Ecke Kirchenplatz -Schloßgasse hat die Stadt wesentlich Mehr bezahlt, als ich sür gleiche Fläche gefordert habe. Hieraus ergibt sich die Unwahrheit der in der Lcffentlichkcit kur- siereichcn bezüglichen Gerede. . Die weitere Behauptung, es seien mir 82 Mille Mark geboten worden und ich hätte dies Gebot ignoriert, ist lächerlich, denn eine Forderung in dieser Höhe lyättc ich nie zu stellen gewagt, obschon sie, nach den von der^Stadt für nack>- barliche Grundstücke bezahlten Preisen, angemessen wäre. Caspar Müller. Das neneBartpfleaemittcl Striiwweiin gibt dem Barte jede Form ohne zu kleben, ohne Brenneisen n. ohne Bartbinde, her- gestelli v.E.D. Wunder!ich, Hoslies., Nürnberg, zu 1 Alk. ii. 2 Mk. P. Fl. bei W. Kil binaer, Drogerie, Gießen. |Dl3/v.-l Vermischtes. * Ucbcrfall u n d Freiheitsberaubung. Die. Schriftstellerin Erika V o r b u s ch - Berlin wurde gestern das I Opfer eines Ueberfalls in der Villa Rusca Vessagno in Lugano. Das Ehepaar Rusca fürchtete, daß die Frau Vorbusch als Zeugin in einer Privatklagc austrcten würde, die gestern gegen die Ruscas ' zur Verhandlung kam. Als die Schriftstellerin die Villa verlassen wollte, wurde sie überfallen, blutig geschlagen und an einem • Baum sestgcbunden. Frau Vorbusch befreite sich mit Aufbietung: ihrer letzten Kräfte mit Hilfe einer Dienerin. Da die Tür- des Gartens verrammelt war, kletterte sie als gewandte Turnerin - über die hohe Gartenmauer und erlangte so ihre Freiheit wieder. ' Sie begab sich sofort in die Behandlung eines Arztes. Die Empörung der Bevölkerung ist so groß, daß polizeilicher Schutz für das Ehepaar Rusca, das in Paris ansässig ist, nötig wurde. * Anschlag a u f K r a f t w a g c n. 2lus Lennep wird gemeldet: In einer der letzten Nächte war die ganze Breite einer Landstraße mit schweren Steinen belegt worden, um Automobile verunglücken zu lassen. Der erste Krastwagcm, der die Stelle passieren mußte, war infolge eines Reifenschadens gezwungen, langsam zu fahren. So kam es, das; der Chauffeur das Hindernis rechtzeitig bemerkte. * Z usam m en st o ß. Heute vormittag stieß auf der Kvepe- nickerbrücke in Berlin ein Pferdeomnibus mit einem Straßenbahnwagen zusammen. Der Anprall war so stark, das; am Omnibus eine Seite eingedrückt wurde. Vier Personen, sowie der Omnibus- sckiaffncr wurden verletzt, eine Dame so schwer, daß sie mich dem' Krankenhaus Bethanien gebracht werden mußte. * Briefmarkcndiebstahl. In Leipzig wurden aus; einein Briefmarkengeschäft in der Schul straße für etwa 10 0001 Mark seltene 23 ri e f m arte n gestohlen; auch die Wechsel- kassc wurde von den Spitzbuben mitgenommen. Kleine Tageschronik. Neue Untaten der W a h l w e i b e r. beliebtestes Mittel zur Itegetag des AMtzZyMS und Verhütung von Verstopfung für Erwachsene und Kinder. Höchster Wohlgeschmack milde, sichere Wirkung, ärztlich glänzend begutachtet und empfohlen. । ' Dose (20 Fruohtkonfltüron) Mk. 1.20. ■■■ । n«»« Man hüte sich vor minderwertigen Nachahmungen und verlange ausdrücklich LAXIN-KONFEKT. jCREME DEHNE beste 50V in ad”e;' Vor etwa 3 ^eldbereinigung-« auch nach langen Ver- lnSbesitzcr iintcrzeichnk!. i)t§ gegeben. SBona •rn unücriiänblkf); b ' ist die Frllv schloffen iml* Letzte Nachrichten. Wiesb a den, 9. Mai. Heute vormittag 4.39 Uhr begannvn hier die F l ü ge. Die Leutnants Thielen, Ioitz und Hi dessen haben die Bedingungen der ^ecre§ücr- ivaltung erfüllt. war angcklagt, das Deutschtum in der Kcrrnckalsnummer des ^Elsässischen Kuriers" beleidigt zu haben, Sidel soll tue „kollektive .Mehrheit" aller Ein gewanderten, die als Hungerleider bezeichnet waren, in zwei Fällen beleidigt haben. 1 [Linoleum! Druck-IJnoleum . Dm von Mk. 1.35 an Trockenes, kurzgcschnittenes Abfallholz (Schivartcnl zum Fcueran- ntadicn liefert, von 5 Ztr. au, für Mk. 1.15 pro Ztr. frei ans Haus. (<’’M W ?'al’ . tiunb unb lQ1',ra9t i»4 AM ' ™ tzch«, mP ade b,. 13 vleiid) veckaiist. 'ideratssihuno. ' wner wsteitc ein T Hvfreite noch keine pbm Krei« amt der israelitischen tnigrng eines Zu- ^richt iräb ab- ‘ Ausnchmen für g» H’mcinbe nicht unter- l^ubs Gut holz um iun Fcstplah wird 'erlangt. Tas Gesuch vauptkanalS in J die i'Vmeinbe zu n. dagegen das Mite w.ftnmnig genehmigt lwce ens wird bet ne Angebote einzu- uber diesen Punk der heutigen H jenbej verbandelt: B (tcn über folget: u nv-Last, Luisen- ® | h i ^wdlschnle und dL j .... , ^mu-Ä'saÄM ft x flUnq von Dvl » Tie ÄninediM ■ I-en!«» ,-mw wwd und An « . qestelll merd» I -Ä rkursns^l f)er Zahlung - it ilnrd du ' -»y . .Mn heute bie g , 5 in bie patentiertes [b3/a mildes erprobtes „ereile- „ « M * * ti* stung mm3 ''a . (inen k UJ fW'MS •V-t «jSd, l“"® 1 ii Laüdsck>aftsk>ildes müsse geschützt und dem Volke erhalten bleiben. Nicht d-urch fPolizermaßregeln, sondern auf dem Weg der Erziehcmg !und Belehrung soll der Kampf gegen dieses Reklamcübel geführt werden. An Hand einer Reshe von vortrefflichen Lichtbilderausnal)men zeigte nun Amts richter Schwabe, wie sich die Reklame'besonders in den Großstädterr breit macht fitnb ganze .Häuserfronten und Straßetr durch ihre Aufdringlichkeit verschändet. Tie Reklame ist heute zu einer Geißel der M en s ch h e i t g e- tvorden. Sie entstellt die Schönheit des Städtebildes und die Natur und Landschaft aufs grausamste. Besonders die Außen und Streckenreklame der Gro-ßsirmen und Brauereien sei wir lallen Mitteln zu bekämpfen. Die feine Reklame der Geschäftswelt soll hier nicht getroffen werden. Der Redner gab an Hand von Lichtbildern eine Reihe drastischer Beispiele von verschied-enen Stadtteilen Frankfurts, wo sich die Reklame in ganz, erschreckender Weise breit gemacht hat Geschäftshäuser mit 40 Aufschriften und Schildern und Apotheken mit 31 mal „Apotheke" sei dort nichts seltenes. Reicher Beifall lohnte die Ausführungen des Redners. Ter Vorsitzende sprach dem Vortragenden den Dank' des Heimatschutzbundes aus und forderte zur Unterstützung dieser Bestrebungen im Interesse unseres Hessenlandes auf. Hessen-Nassau. — Bieber bei Rodhcim, 8. Mai. Die hiesige Kalk- indnstrie wird mit Psingsten eine Einschränkung erfahren, die Gemeindebrüche werden stillgclegt. Bisher waren die Lieferlingsverträge nach Abendstern auf 9 Jahre abgeschlossen, während' die neue Firma sic auf 25 Jahre ausdehnen möchte. Einigung konnte nicht erzielt werden, was zur Stilllegung führte. — Kalkbrcnner Gg. Schlierbach hat seinen Ofen an eine Gesellschaft verlauft, der Betrieb geht ununterbrochen weiter. w Wiesbaden, 9. Mai. Der Kaiser ließ noch gestern abend während der Vorstellung im Hoftheater sich eingehend über die Eltern des von einem der kaiserlichen Autos getöteten naben unterrichten und erkundigte sich nach deren Verhältniffcn und ließ seine Teilnahme zcun Ausdruck bringen. Kabinettschef v. Lyncker und Vize-Ober- stallmeistcr v. Esebeck, die sich in dem Unglücksauto befanden, statteten dem Vater des getöteten Knaben, dem Kolonialwaren- Händler Ruff, einen Besuch ab. wandern und Reisen, Bäder und Sommersrischen. Elf Schüler des Gießen er Päda aog inrn s machten unter Führung ihres Direktors und eines' Lehrers eine fünftägige 'Fußtour von Nassau über Koblenz—Braubachs—St. Goarshausen—Caub—Aßrnanushmsen—Niederwald nach Langenschwal bad). Die Tour, auf der stets im Freien abgelocht und meist im Heu geschlckfcn wurde, fand liebenswürdige Förderung durch die Militärbehörde insofern, als das hiesige Regiment eine größere Anzalst Zeltbahnen zur Versüguirg stellte und die Kommandantur KMenz Mr Nachtquartier in der Kaserne des Art.-Regts. Nr. 23 sorgü. Wenn das Wetter and) teilweise sehr schlecht war, so verlief die ganze Fahrt doch sehr schön und kehrten alle gesund und ftöhlich heim. = Salbungen, 9. Mai. Bis heute sind 235 Personen zur Kur hier eingetroffen. — Nordseebad Wittdün - Amru m. Allen Freunden des Nordseebades Wittdün wird es von Jntereffe sein, zu her nehmen, daß her neue Führer in einer Auflage von 15000 Stück erschienen ist und auf Wunsch durch die.Badeverwaltung kostenlos zugesandt wird. >3r enthält alles Wissenswerte über die «Einrichtung des Bades, Fanritzenbad, Warnrbad, über Reunions, Veranstaltungen, sowie über Ausflüge auf der Insel und in der Nachbarschaft. Gern wird von der Badeverwaltzing Auskunft gegeben über die Wohnungsverhältnisse. Allen Wünschen finit umsomehr Rechnung getragen werden, als setzt Wittdün eigene Gemeinde geworden ist und sich den Ausbau des Bestehenden, sowie bedeutende Verbesserungen Mm Ziele gemacht hat. » franko orhalt. Slo d. Ruch Die Frau' v.FrauAnnalletn, frUh.Obcrhebaninica-d.ee bnrtRhiltlich. Klinikd. KrL Charli',Berlin,Frau Anna Hein [Jerlln 4H7Ornnlonntr. 05. sataiuß Eiui 6t. iJÄLISERi Ncuüadt 56 £ isiwgaAkuwA’.’iÄur.zxry' • kocMeh braten :undibacKen- <- IO MDDVEI LuhnS wäscht am besten dio/5 H. Steinbach. Bw/6 3186 Lich, den 10. Mai 1913. Die Bauleitung: Heinrich Lotz, Architekt. für Vogelsberger Vieh: Dr. M e r rf. Chaussierungsarbeiten. Für die Feldbereinigung Mainzlar sind Chaus- sierungsarbeüen, veranschlagt zu 980 Mk., durch schrifll. Angebot zu vergeben. Die Unterlagen liegen auf Großh. Bürgermeisterei Mainzlar offen. Eröffnung der Angebote Freitag, den 16. Mai, vormittags 10 Uhr, auf dem Rathaus in Mainzlar in Gegenwart erschienener Bieter. Gießen, den 6. Mai 1913. Großh. Kulturinspektion Gießen. Vergebung lwn Bauarbeiter!. Die zur Wiederherstellung der evangelischen Kirche zu Grüningen notwendigen Erd- u. Maurer-, Zimmer-, Steinmetz- (Lungsteinmerkstückc), Schlosser-, Glaser-, Schreiner- und Weißbinderarbeiten sollen im Wege öffentlichen Angebots vergeben werden. Die Angebotsunterlagcn liegen auf dem Bur^u des Unterzeichneten, Negieruugsgcbäudc, Landgraf- Philipp-Platz 3, Zimmer Nr. 18, während der Dienststunden zur Einsicht der Interessenten offen Angebote, mit entsprechender Aufschrift versehen, sind verschlossen und portofrei spätestens bis zum Dienstag, den 20. Mai l. Fs., vorm.lO'/., Uhr, bei deni Unterzeichneten einzureichen. Die Eröffnung der Angebote erfolgt zuni gleichen Termin in Gegenwart etwa erschienener Bewerber. Freie Wahl unter den Bewerbern bleibt Vorbehalten. — Zuschlagsfrist 2 Wochen. Gießen, den 3. Mai 1913. bi0/5 Der Großhcrzogliche Kreisbauinspektor. Hechler. Vergebung oon Bauarbeiten Die zur Erbauung eines Schulhauses zu Bettenhausen erforderlichen Erd- und Maurer- arbcitcn, Lieferung von Sandsteinfensterbänken, Zimmerer-, Dachdecker- und Speuglerarbetten sowie Grobschlosserarbeil und Trügerlieferung sollen auf dem Wege des schriftlichen Angebots vergeben werden. Pläne und Bedingungen liegen auf deni Bureau des unterzeichneten Architekten von Mittwoch, den 14. Mai an acht Tage zur Einsicht offen, woselbst auch die Abgabe der Angebotsformulare gegen Ersatz der Schreibgebührcn erfolgt. Die Angebote sind verschlossen, postfrci, mit entsprechender Aufschrift bis zum Mittwoch, den 21. Mai, nachmittags 6 Uhr, an Großh. Bürgermeisterei Bettenhausen einzureichen. Zuschlagsfrist 5 Tage. Freie Wahl unter sämtlichen Bewerbern bleibt ausdrücklich Vorbehalten. RrrheWe VithHersichertütgs-AHalt Mitglieder-Versammlung Montag, den 26. Mai 1913, nachmittags 3 Uhr, im Gast Hause „Zum Solmser Hof" in Hungen. Tagesordnung: Rechnungsablage; Entlastung des Lorstands; Vorstandswahl: Beratung über eine Versicherung tragender Stuten mit Frucht; Verschiedenes Nidda. 5. Mai 1913. 3168 Der Vorstand. Bekanntmachung. Donnerstag, den 15. Mai 1913, nachm. VI2 Ubr, findet auf Tenors Terrasse zu Gieben (auf der Hardt) die iiitSjiifitw »röcutIM kenM-IersamlW bce« 5trcisrinderzuchtvercinc> Gienen für Vogelsberger Picb mit folaender Tagesordnung stau: 1. Werfminig für 1912. 2. Voranschlag für 1913. 3. Vor- standsivahl. A. Bezirkstierschauen. 5. Notvichzüchterver- baud. 6. Anträge und Mitteilungen. Die Äkitglicder und freunde unseres Beretns werden zu dieser Versammlung freundlichst eingeladen. Gienen, am 8. Mai 1913. . „ . , Der Direktor des Llreisrinderzuchtvereuis Gienen finden 3 fe IndnWerAvswahi vorr&j * nur bei Jß.Häuser Zeppelmfahn Eß sind noch vier Plätze zur Fahrt Giessen —Frankfurt am Main zu vergeben Verein für Luftfahrt in Giessen Fi »»getragener Verein.v1 "/* Arbeitsvergebuug. In deut Gemeindehause zu Mainzlar sollen Samstag, den 17. Mai l. Fs., vorm. 10 Uhr, die Chaussierarbeiten mit Materiallieferung für zwei Feldwege, veranschlagt zu 3113 Mk., öffentlich vergeben werden. Voranschlag und Bedingungen können vorher auf Großh. Bürgermeisterei Mainzlar eingesehen werden. Gießen, den 9. Mai 1913. Senßfelder, Kreisstraßenmeister._______ Gräserei-Verpachtnng Donnerstag, den 15. Mai l. Js., vorm. 11 Uhr, soll in der Gastwirtschaft „*Zum Treppchen" bei Ferdinand Kreiling zu Heuchelheim die Grasnutzung an der Lahn in den Gemarkungen Gießen und Heuchelheim für das laufende Jahr öffentlich versteigert werden. Mainz, den 6. Mai 1913. D8/s Großherzogliches Wasserbauamt Mainz. Schmitt. Frciwill. Versteigerung. Am 13. Mai d.J. kommt in Lauterbach, Wörth Nr. 22 folgendem frctroUlig gegen bar zur Versteigerung: . Ein 2 PS Elektromotor, 1 Transmistion »ul 4 Antrieb- scheibcn (Ringschimerlager), 1 Bandsäge 1 Aabr lang im Gebrauch, 70 em Rollendurchm.', 1 Bandsägen Lötavparat, 1 Fräsmaschine, 1 eiserne Drehbank mit Aabeneinicilungs- und Bohrapparat. 1 Berliner Buchsen-Bohrmaschine, 7 Büchfenbohrer bis zu 125 mm Bohrweite, 4 Hobelbänke mit je 2 eisernen Schrauben, 2 Pariser Nuthobel, l^ volv gemindeschneidzeug, eine grobe Anzahl Hobel,